Rollei, Voigtländer, Zeiss und Zettwerk

Materialien zur Analyse von Opposition in der Optischen Industrie Braunschweigs

Von Jürgen Schröder, Berlin

Die hier einleitend dokumentierte Verlagerung der Produktion der Braunschweiger Rollei-Werke, einer Zeiss-Ikon Tochterfirma, nach Singapur (vgl. 24.8.1970) war Anfang der 1970er Jahre eines der ersten bundesweit bekanntgewordenen und in der linken Presse berichteten Beispiele für den Abbau von Arbeitsplätzen aufgrund von Lohndifferenzen, betraf es doch nicht etwa damals flächendeckend aussterbende Branchen wie die Textilindustrie, sondern vielmehr Betriebe mit relativ hochqualifizierten Arbeitskräften.

Zu Produktionsverlagerungen aber kommt es auch zwischen dem Braunschweiger Werk und dem Zeiss-Ikon Werk Stuttgart (vgl. 28.12.1970, 15.2.1971), ohne dass dies die Kurzarbeit in Braunschweig abzuwenden vermocht hätte, von der dann bundesweit in den linken (Betriebs-)Zeitungen berichtet wird (vgl. 19.4.1971, Juni 1971), während es bei Voigtländer selbst zu ersten Kampfmaßnahmen der Belegschaft kommt (vgl. 7.4.1971), die sich bald auf die anderen Braunschweiger Werke ausdehnen (vgl. 27.8.1971).

In den betroffenen Braunschweiger Betrieben ist nach unserer, wie immer äußerst unvollständiger Quellenauswertung zunächst allein die DKP nebst ihrer SDAJ aktiv (vgl. Nov. 1970, Sept. 1971, Juni 1972, Juli 1972, Sept. 1972, Nov. 1972, Dez. 1972, Jan. 1973, Feb. 1973, 19.3.1973), von den Protesten (vgl. 6.9.1971, 7.9.1971, 8.9.1971) und der Stillegung aber berichtet die gesamte bundesdeutsche und Westberliner Linke (vgl. Sept. 1971, 1.9.1971, 14.9.1971, 20.9.1971, 21.9.1971, 27.9.1971, 30.9.1971, Okt. 1971, 7.10.1971, 22.10.1971, 1.12.1971, Jan. 1972, Feb. 1972).

Die KPD kritisiert dabei die Forderung des Betriebsrats nach Verstaatlichung heftig (vgl. 22.10.1971), aber auch die Mitbestimmung (vgl. 5.2.1972), der KBW grenzt sich später von im Zusammenhang mit der Stillegung propagierten Genossenschaftskonzepten ab (vgl. 10.10.1973). Allgemein ist die Voigtländerstillegung für die Linke ein Beweis für die beginnende Krise (vgl. Dez. 1971, 29.3.1972).

Linke Oppositionelle finden sich nun offenbar u.a. in der IGM-Jugendgruppe Voigtländer (vgl. 26.4.1973, Juli 1973), verleiten auch die DKP zur Abgrenzung (vgl. Juni 1973).

Später kommt es dann bei den Rollei-Werken Braunschweig erneut zu Massenentlassungen, gegen die vermutlich u.a. die KPD agitiert (vgl. 16.10.1974, 13.11.1974, 24.2.1976, Okt. 1977).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

24.08.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Rollei mit Unterstützung der SPD nach Singapur

Da die imperialistische Konkurrenz vor allem aus Japan die BRD-Kapitalisten stark bedroht, versuchen diese, der Offensive der japanischen Monopole möglichst offensiv entgegenzutreten. Dabei sind sie auf die Unterstützung der SPD angewiesen, die die Politik der Ausplünderung der unterdrückten Völker vorantreibt: Rollei-Geschäftsführer Peesel kündigte vor zwei Wochen an, daß die Rollei-Werke in Braunschweig, die Fotokameras produzieren, Teile der Produktion nach Singapur verlagern werden. Rollei will dort 30 - 40 Mio. DM oder auch mehr investieren, um ähnliche Profite wie die Japaner machen zu können. Dies wurde bisher dadurch verhindert, daß die Löhne in Westdeutschland nach Angaben der Rollei-Kapitalisten doppelt so hoch liegen wie in Japan. Geht Rollei nach Singapur, wenn auch vorerst nur mit einem Teil seiner produktion, so ist die Chance gegen die Japaner bedeutend besser: In Singapur können die Rollei-Kapitalisten hohe Extraprofite erwirtschaften, da dort die Löhne nur etwa ein Drittel so hoch liegen wie in Japan. Den großen Geldbedarf, den die Rollei-Kapitalisten für diese imperialistische Aktion nötig haben, können sie allein nicht beschaffen. Doch die SPD-Landesregierung steht helfend zur Seite: Die Norddeutsche Landesbank, die die Aktien von Rollei zu 71% besitzt, wird diese imperialistische Politik stützen und fördern. Die SPD-Landesregierung wird über ihre Bank die Mittel für die expansionistischen Ziele von Rollei zur Verfügung stellen. SPD-Ministerpräsident Kubel war deshalb auch persönlich anwesend, als die neuen Pläne von Rollei bekanntgegeben wurden. Kubel versicherte denn auch, daß die Norddeutsche Landesbank bereit sei, gerade solche imperialistischen Unternehmungen wie jetzt bei Rollei zu unterstützen und zu fördern. Hierüber wolle die SPD 'bewußt Unternehmenspolitik' machen.

Die Kapitalisten bei Rollei versicherten natürlich sofort, daß von diesen neuen Plänen die Arbeitsplätze in der BRD nicht gefährdet seien, doch das hat man von den Kapitalisten noch immer gehört, wenn es galt, die Arbeiterklasse zu beruhigen."
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 32, Bochum 12.9.1970, S. 8

November 1970:
Die DKP Braunschweig gibt die Nr. 3 ihrer 'Objektiv' - Information und Meinung der D.K.P. für die Belegschaft Zeiss-Ikon - Voigtländer (vgl. Juni 1972) heraus.
Q: Objektiv Nr. 3, Braunschweig Nov. 1970

28.12.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Die Herren der ZEISS-IKON AG haben den Beschluß gefaßt, die gesamte Kamerafertigung in ihr Braunschweiger Werk zu verlegen. Damit sind die Arbeitsplätze von 1 300 Arbeitern und Angestellten in Stuttgart in Gefahr. Zeiss-Ikon hat bereits beim Arbeitsamt Massenentlassungen angekündigt. Zum 13.6.1971 ist den ersten 50 Arbeitern gekündigt worden. Das Stuttgarter Werk soll zwar nicht stillgelegt werden, aber die Produktionsbereiche, die demnächst dort aufgenommen werden, benötigen längst nicht so viele Arbeitskräfte. Die Herren Kapitalisten haben den Arbeitern großzügig angeboten, ihre Wohnung nach Oberkochen oder Braunschweig zu verlegen."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 1 und 15, Bochum 6.1.1971 bzw. 24.2.1971, S. 2 bzw. S. 4

15.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
ZEISS IKON hat jetzt auch im Braunschweiger Werk Kurzarbeit eingeführt. In den nächsten zwei - drei Monaten soll nur an vier Tagen in der Woche gearbeitet werden. Von dieser Maßnahme sind 300 - 340 der 2 300 Beschäftigten betroffen. In das Braunschweiger Werk soll die gesamte Kamerafertigung von Stuttgart verlegt werden" (vgl. 28.12.1970).

Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. März 1971) berichtet:"
Tausenden von Kollegen droht der Rausschmiß, weil die Betriebe, in denen sie beschäftigt sind, für die Kapitalisten nicht mehr rentabel genug sind. Sie schließen ihre deutschen Fabriken und bauen verstärkt dort neue Fabriken, wo die Arbeitskräfte billiger sind als hier. Wie bei Zeiss-Ikon in Braunschweig: Die Kapitalisten haben für 30 Millionen DM eine neue Produktionsanlage in Singapur gebaut. Hier können sie mehr Profit machen, weil es dort ein Heer von Arbeitslosen gibt, die jede Arbeit zu jedem Lohn annehmen müssen, um nicht zu verhungern. Für 300 Braunschweiger Kollegen heißt das: Kurzarbeit."
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 3, Bochum März 1971, S. 2; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 15, Bochum 24.2.1971, S. 4

07.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Bei VOIGTLÄNDER in BRAUNSCHWEIG (Kamerafertigung, gehört zur ZEISS IKON AG) haben sich die Kollegen jetzt mit Kampfmaßnahmen gegen die kapitalistische Rationalisierung gewehrt. Die Zeiss Ikon-Herren hatten in einem Fernschreiben mitgeteilt: 'Soweit heute zu übersehen ist, werden wir bis zum 30. September 1971 etwa 300 - 350 Arbeitskräfte freistellen im Schwerpunkt unproduktive Arbeitskräfte, darunter auch Angestellte. In dieser Zahl sind selbstverständlich etwaige Eigenkündigungen, die bisher bei etwa 50 Personen im Monat lagen, enthalten'. Die Kollegen traten daraufhin am Mittwoch vor Ostern in einen einviertelstündigen WARNSTREIK. Sie lehnten auch jede weitere Kurzarbeit ab, weil diese auch noch das Arbeitslosengeld der Entlassenen drückt (das Arbeitslosengeld wird nach dem Effektivlohn der letzten Monate berechnet).

Die Gewerkschaftsführer haben nachträglich ihr 'Verständnis zum Ausdruck' gebracht. Die gewerkschaftlichen V-Leute haben die Erwartung ausgesprochen, daß der Betriebsrat den Entlassungen nicht zustimmt, bevor nicht ein Sozialplan ausgearbeitet worden ist, der den Ansprüchen der zu Entlassenden Rechnung trage."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 29, Bochum 17.4.1971, S. 7

19.04.1971:
Bei Siemens München gibt die Rote Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt heraus:"
KOLLEGEN - SCHLUSS JETZT MIT DEN ILLUSIONEN!!
NICHT NUR BEI SIEMENS KRACHTS IM GETRIEBE

ES KRACHT SCHON AN ALLEN ECKEN!

Die Elektroindustrie hats zuerst bei den Halbleitern erwischt. Aber schon werden auch Kleinmotoren, Tischrechner, Glühbirnen, Kabel u.a. erfaßt. Auch viele andere Industriezweige wurden bereits von einer ersten Welle von Kurzarbeit erfaßt: Stahlindustrie (Krupp), Textilindustrie (Triumph), Optik (Zeiss, Voigtländer), Autozuliefererbranche (Continental).

Und nirgends kam die Kurzarbeit alleine.

Es stimmt, was die Kollegen von der Balanstraße zu unseren Genossen vor dem Werkstor am Donnerstag vor zwei Wochen (vgl. 1.4.1971,d.Vf.) sagten: 'Der ständige Begleiter von Kurzarbeit war und ist: MASSENENTLASSUNGEN' (von den Kapitalisten soweit wie möglich totgeschwiegen)."
Q: KPD/ML-ZK-OG-München-RBG Siemens: Kollegen - Schluß jetzt mit den Illusionen!!, München o. J. (Apr. 1971)

Juni 1971:
Der KB/ML Flensburg gibt die Nr.2 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung'(vgl. Mai 1971, Juli 1971) heraus. Berichtet wird auch:"
Zeiss-Ikon in Stuttgart entlässt bis zum Jahresende nochmals 300 Arbeiter. Im Braunschweiger Werk Voigtländer werden bis September 350 rausgesetzt."
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 2, Flensburg Juni 1971

27.08.1971:
In Braunschweig demonstrieren, laut KPD (vgl. 24.9.1971), 3 000 gegen drohende Betriebsschließungen in der Metallindustrie (Voigtländer bzw. Zeiss Ikon), wozu u.a. die DKP ein Flugblatt bei Voigtländer verteilte.

Von Kämpfen bei Voigtländer berichtet auch bei Siemens München die KPD/ML-ZK (vgl. 20.9.1971). Laut SDA Berlin (vgl. Okt. 1971) sind es 4 000 Demonstranten, die gegen die Schließung der Zeiss-Töchter Voigtländer und Zett-Werk protestieren, nachdem mittags bereits 400 bei Voigtländer streikten (vgl. 7.9.1971).

Die KAG Oldenburg (vgl. 13.9.1971) berichtet (vgl. 8.9.1971):"
'Heute wir, morgen ihr' - unter dieser Parole demonstrierten rund 4000 Braunschweiger Kollegen. Grund war die angekündigte Entlassung von 2000 Kollegen des von der Konzernleitung in die Pleite gesteuerten Kamera-Werkes Voigtländer. Solidarisch unterstützt von Arbeitern und Angestellten anderer Betriebe, prangerten die Kollegen die kapitalistische Willkür an, der alle Kollegen ausgesetzt sind. Wie es ihm gerade paßt, kann der 'freie Unternehmer' jederzeit sein Firma dicht machen und die Arbeiter und Angestellten auf die Straße setzen."

Berichtet wird auch später durch die KPD (vgl. 5.2.1972) und in:
- Hamburg vom SALZ im Metallbereich (vgl. 6.9.1971).
- NRW in Dortmund im IGM-Bereich bei Hoesch Westfalenhütte durch die KPD (vgl. 29.3.1972).
Q: Metallarbeiter Nr. 1, Oldenburg 13.9.1971, S. 4; Der Metallarbeiter Nr. 3, Hamburg 6.9.1971, S. 2;Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr. 12, Dortmund 29.3.1972, S. 4;Rote Fahne Nr. 26 und 41, Berlin bzw. Dortmund 24.9.1971 bzw. 19.4.1972, S. * bzw. S.11f;Roter Lautsprecher Nr. 1, München Sept. 1971, S. 3;Berliner Arbeiter Zeitung Nr. 8, Berlin o.J. (1971), S. 4

September 1971:
Die Nr. 9 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. Aug. 1971, Okt. 1971) berichtet u.a. von Zeiss und Voigtländer in Braunschweig.
Q: Rote Fahne Nr. 9, Tübingen Sept. 1971

September 1971:
In Berlin erscheint für September die Nr. 18 des 'Klassenkampf – Ausgabe KWU' (vgl. 25.8.1971, 11.10.1971). Der Artikel "Das Geschäft mit der Angst" berichtet über die Schließung von Voigtländer Braunschweig.
Q: Klassenkampf – Ausgabe KWU Nr. 18, Berlin Sept. 1971, S. 3

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September 1971:
Auf der AG Weser Bremen gibt der KBB die Nr. 4 seines 'Brenners' (vgl. Juli 1971, 8.11.1971) heraus.
Im Artikel "Koschnick auf Stimmenfang" zum Auftritt des Bürgermeisters Hans Koschnick (SPD) auf der letzten Betriebsversammlung, heißt es auch:"
Koschnick lobte die Bundesregierung, durch sie wären die Arbeitsplätze innerhalb der letzten Jahre sicherer geworden. Man könnte annehmen, er wäre gekommen, um eine Märchenstunde abzuhalten, die Sicherheit der Arbeitsplätze richtet sich nicht nach der Regierung, sondern einzig und allein nach der wirtschaftlichen Lage der Kapitalisten. Das sieht man ganz deutlich an der Entlassung von 30 000 Kollegen bei Voigtländer in Braunschweig, Henschel Hanomag - Kurzarbeit, Schünemann - Kurzarbeit und bevorstehende Massenentlassungen."
Q: Der Brenner Nr. 4, Bremen Sept. 1971, S. 6

September 1971:
Die SDAJ Braunschweig der DKP gibt eine auf September datierte Ausgabe der 'Voigtländersolidarität' heraus.
Q: Voigtländersolidarität, Braunschweig Sept. 1971

01.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr. 66 (vgl. 28.8.1971, 4.9.1971) heraus. U. a. wird berichtet aus Braunschweig von Voigtländer und dem Zettwerk sowie von den Olympia-Werken in Braunschweig.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 66, Bochum 1.9.1971

06.09.1971:
Bei Voigtländer Braunschweig (vgl. 7.9.1971) belagern heute, laut PL/PI (vgl. 12.9.1971) belagern die Arbeiter das Verwaltungsgebäude, um die Teilnahme des Aufsichtsratsvorsitzenden an den Verhandlungen im Rathaus zu verhindern.
Q: Klassenkampf Nachrichtendienst Nr. 3, Berlin 12.9.1971, S. 2

07.09.1971:
In Braunschweig erzwingen, laut SDA Berlin (vgl. Okt. 1971), 1 000 Kollegen von Voigtländer (vgl. 27.8.1971, 8.9.1971), die Zusage, dass der Zeiss-Aufsichtrat morgen im Werk tagt und nicht wie heute im Rathaus.

Laut PL/PI (vgl. 12.9.1971) besetzten 300 Arbeiter das als Tagungsort vorgesehene Hotel (vgl. 6.9.1971).
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr. 8, Berlin o. J. (1971), S. 4; Klassenkampf Nachrichtendienst Nr. 3, Berlin 12.9.1971, S. 2

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08.09.1971:
In Braunschweig tagt, laut SDA Berlin (vgl. Okt. 1971), der Zeiss-Aufsichtrat doch nicht im Werk von Voigtländer, sondern in einem Hotel, wohin 300 Kollegen zum Protest kommen (vgl. 7.9.1971).

Die KAG Oldenburg (vgl. 13.9.1971) berichtet (vgl. 27.8.1971):"
Die Mitglieder des Aufsichtsrates der Zeiß-Ikon AG, der das Werk gehört, bekamen während ihrer Konferenz in Braunschweig die Empörung der Kollegen bei Demonstrationen am Mittwoch zu spüren: sie verließen fluchtartig und heimlich die Stadt."
Q: Der Metallarbeiter Nr. 1, Oldenburg 13.9.1971, S. 4; Berliner Arbeiter Zeitung Nr. 8, Berlin o. J. (1971), S. 4

14.09.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.10 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 24.8.1971, 17.9.1971) für September heraus mit dem Artikel "Voigtländer: Kapitalistische Willkür".
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 10, Hamburg Sept. 1971, S. 19

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20.09.1971:
Bei Siemens München gibt die KPD/ML-ZK vermutlich Anfang dieser Woche erstmals ihren 'Roten Lautsprecher' datiert auf September heraus:"
SIEMENS 'SICHERT' ERTRAG UND WACHSTUM

Kollegen, mit der Kurzarbeit haben uns die Bosse überrumpelt. Fordern wir jetzt, daß sie uns REINEN WEIN EINSCHENKEN darüber, was sie mit uns vorhaben. Sie dürfen uns nicht wieder überrumpeln! Nur unsere Solidarität kann uns schützen vor den Angriffen der Kapitalisten, vor Entlassungen. Die Kollegen bei VOIGTLÄNDER in Braunschweig, die von den Zeiss-Kapitalisten auf die Straße geworfen werden sollen, geben uns ein Beispiel. Sie kämpfen zur Zeit (vgl. 27.8.1971,d.Vf.) und haben schon erste Erfolge errungen!"
Q: Roter Lautsprecher Nr. 1, München Sept. 1971

21.09.1971:
Die Nr. 4 der 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' des KB Göttingen (vgl. 9.9.1971, Nov. 1971) erscheint mit dem Artikel "Voigtländer-Braunschweig".
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 4, Göttingen 21.9.1971, S. 1f

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27.09.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr. 10 (vgl. 13.9.1971, 11.10.1971) erscheint. Zur Metalltarifrunde (MTR) heißt es in "TARIFRUNDE 71" u.a.:"
BÜRGERLICHE PRESSE SOLL LOHNRAUB IN DER PROPAGANDA VORBEREITEN

Die gesamte bürgerliche Presse wurde in einer seit dem 2.Weltkrieg noch nicht dagewesenen Weise zur Vorbereitung eines Lohnkampfes eingesetzt. Mit Verdrehungen, Lügen und Unterschlagungen versucht die Bourgeoisie die Kampfkraft der Metallarbeiter zu schwächen. …. Wirtschaftsführer, Bankbosse und führende Politiker kamen täglich in der Presse zu Wort. Ihr Klagen und Jammern diente dem einen Zweck, die wahre Wirtschaftssituation der Großkonzerne vor den Arbeitern zu verschleiern. Die Bankrotte der Kleinen werden in aller Ausführlichkeit breitgetreten. Der Riesenwirbel um Olympia und Voigtländer (in Braunschweig,d.Vf.) soll den Eindruck erwecken, als ginge es den Kapitalisten insgesamt höchst dreckig. Natürlich wird verschwiegen, von wem die Kleinen geschluckt werden bzw. wer an den Bankrotten verdient. Ebenso wie alles getan wird, um Unruhe über bevorstehende Massenentlassungen bei Rheinstahl, Mannesmann, Krupp und Hoesch zu vermeiden."
Q: Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 27.9.1971, S. 7

30.09.1971:
Es erscheint der 'Marburger Betriebsbote' (MBB) Nr. 19 (vgl. 16.9.1971, 14.10.1971), in dem u. a. auf Voigtländer Braunschweig eingegangen wird.
Q: Marburger Betriebsbote Nr. 19, Marburg 30.9.1971

Oktober 1971:
Vermutlich im Oktober erscheint die Nr. 8 der 'Berliner Arbeiter Zeitung' (vgl. Juli 1971, 1.5.1973) der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA) mit Betriebsnachrichten u.a. aus Braunschweig über Voigtländer und Zett-Werk (vgl. 27.8.1971, 8.9.1971),
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr. 8, Berlin o. J. (1971),S.4

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07.10.1971:
Das Betriebsverfassungsgesetz-Komitee (BVG) der DGB-Jugendgruppen des Kreises Nahe-Hunsrück (vgl. Sept. 1971, 8.10.1971) rief für heute zu einem Informationsabend in Bad Kreuznach, Gaststätte Mühlentor in der Mühlenstraße auf, wobei Bezug genommen wurde auf die Vorgänge bei der Stillegung von Voigtländer und Zettwerk in Braunschweig.
Q: DGB-Betriebs-Verfassungs-Gesetz-Komitee: Information zum Betriebsverfassungsgesetz I, o. O. o. J.

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KJVD_Rheinland_Pfalz002


22.10.1971:
Die KPD (vgl. 22.10.1971) berichtet heute, vor allem aus NRW:"
KAMPF DEM KRISENPROGRAMM DER STAHLBOSSE

Im Kapitalismus gibt es für die Arbeiterklasse keine Sicherheit der Arbeitsplätze. Denn die kapitalistische Profitmacherei führt immer wieder zu Krisen. Ein sicheres Leben und steigenden Wohlstand kann die Arbeiterklasse nur nach dem Sturz der Ausbeuterklasse erwarten! Die 'linken' Demagogen in SPD und DKP dagegen versuchen, in der Arbeiterklasse die Illusion zu verbreiten, durch Erweiterung der Mitbestimmung auf Investitionen und Preise könnten die Kapitalisten in ihrem Profitstreben eingeschränkt werden. Sie wollten der Arbeiterklasse weismachen, durch 'Überführung in Gemeineigentum', d.h. Eigentum des kapitalistischen Staates an Produktionsmitteln könnte die Wirtschaft noch im Kapitalismus im Interesse der Arbeiterklasse gelenkt werden.

Uns Kommunisten werfen diese 'Realisten' immer wieder vor, wir würden die realen Machtverhältnisse nicht berücksichtigen:

Daß nämlich die Kapitalistenklasse mit allen wirtschaftlichen Mitteln und einem hochgerüsteten Staatsapparat bestens auf Klassenauseinandersetzungen vorbereitet ist und daß die Einheitsfront der kämpfenden Arbeiterklasse und der übrigen Werktätigen eng geschmiedet werden müsse. Diese Realisten benutzen alles Gerede von der Machtfrage nur dazu, die Arbeiterklasse von den unmittelbaren Kampfaufgaben und die Frage um die Macht selbst abzulenken.

Jüngstes Beispiel ist die scheinradikale Forderung des Voigtländer (IGM-Bereich in Braunschweig, d. Vf.) Betriebsrates nach Verstaatlichung, um die Stillegung abzuwenden. Dadurch gelang es ihm, die Kollegen vom eigentlich notwendigen Kampf, dem Kampf um ausreichende Sozialpläne, abzulenken.

Mit ihrem antikapitalistischen Gerede decken die Reformisten letztlich die Politik der SPD-Regierung und ihrer Parteifreunde in den Gewerkschaftsspitzen: Denn diese praktizieren genau das, was im Kapitalismus an staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft, was an konjunkturstabilisierenden Maßnahmen möglich ist: Durch Lohnleitlinien, Steuerraub, Erhöhung der Versicherungsbeiträge die Profite der Kapitalisten zu stabilisieren."
Q: Rote Fahne Nr. 28, Berlin 22.10.1971, S. 1ff

22.10.1971:
Die KPD berichtet im Zusammenhang mit der MTR in Nordbaden/Nordwürttemberg (NB/NW - vgl. 28.10.1971) und auch so:"
STREIK BEI DER JAGENBERG AG

Gegen die vom Vorstand beschlossene Entlassung von 150 Angestellten (zumeist aus Konstruktionsbüros) kam es am 22.Oktober zu einem Warnstreik von mehr als 1 200 Arbeitern und Angestellten.

Der Streik wurde erst beendet, als die Firmenleitung gezwungen war, der Forderung nach einer außerordentlichen Betriebsversammlung zuzustimmen. Die Kampfaktion war hauptsächlich eine Antwort auf den erpresserischen Druck der Firmenleitung, die Namen der von der Entlassung bdrohten Kollegen nicht zu nennen. Auch der Zeitpunkt der Kündigungen wurde nicht bekannt gegeben Auf Fragen nach einem Sozialplan hatte der Vorstandsvorsitzende Max Olbrich die Stirn, zu antworten: 'Vermutlich wird es einen geben.'

Wie schon bei der Stillegung von Voigtländer (IGM-Bereich in Braunschweig,d.Vf.) und in anderen Fällen von Massenentlassungen besteht die erste und wichtigste Maßnahme der Kapitalisten darin, den verschärften Konkurrenzdruck - entstanden durch die Zuspitzung der innerimperialistischen Widersprüche - durch 'gezielte Senkung der Personalkosten' (Olbrich) aufzufangen."
Q: Rote Fahne Nr. 29, Berlin 5.11.1971, S. 3 und 5

Dezember 1971:
Vermutlich im Dezember wird vermutlich innerhalb der KPD/ML-ZK in Dortmund oder bereits in der Bolschewistische Linie (BL) der ehemaligen KPD/ML RM ein Papier verfaßt:"
KRISENZEICHEN: ENTLASSUNGEN UND BANKROTTE

Die Herren der Fotowerke Voigtländer in Braunschweig sehen sich außerstande, den Betrieb gegenüber der japanischen Konkurrenz aufrechtzuerhalten. Ihnen ist der Lohnkostenfaktor zu hoch. Dr. Küppenbender, Chef der Carl-Zeiss-Stiftung, unter Hitler mit dem Kriegsverdienstkreuz, unter Brandt 1971 mit dem Bundesverdienstkreuz mit Stern ausgezeichnet, führte in Braunschweig selbst die Verkaufsgespräche und erklärte im Namen der Stiftung, die sich das Wohl ihrer Arbeiter zum Programm gemacht hat, der bürgerlichen Presse: 'Die Carl-Zeiss-Stiftung kann nicht länger zusehen, daß die 'kranken' Betriebe (gemeint Voigtländer, Zeiss-Ikon in Stuttgart) die 'gesunden' Betriebe (gemeint Prontor-Werke Kiel, Optische Werke Wetzlar) belasten.' D.h. die 3 000 Arbeiter und Angestellten der Kameraproduktion in Stuttgart und Braunschweig werfen nicht mehr genug Profit ab und dürfen sich daher nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen. Die Neuerrichtung der Zeiss-Ikon auf Taiwan ist eben profitträchtiger."
Q: N.N.: Ohne Titel(Krisenzeichen: Entlassungen und Bankrotte…, o. O. o. J. (1971)

01.12.1971:
Die Gruppe Arbeiterstimme gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 1.9.1971, 25.2.1972) Nr.3 heraus, wobei es sich um die erste überörtliche Ausgabe handelt. Berichtet wird u.a. von Voigtländer.
Q: Arbeiterstimme Nr.3,Nürnberg 1.12.1971

Januar 1972:
Der KB Wolfsburg gibt die Nr. 2 seines 'Klassenkampfes' (vgl. Okt. 1971, März 1972) heraus, in der er sich u. a. mit dem schließungsbedrohten Betrieb Voigtländer Braunschweig befaßt.
Q: Klassenkampf Nr. 2, Wolfsburg Jan. 1972

Februar 1972:
Der KB gibt die Nr. 15 des 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. Jan. 1972, März 1972) heraus. U.a. wird berichtet von Voigtländer Braunschweig (IGM-Bereich).
Q: Arbeiterkampf Nr. 15, Hamburg Feb. 1972

05.02.1972:
Die KPD (vgl. 11.2.1972) berichtet von ihrer heute und morgen angeblich in Berlin stattfindenden vierten Parteikonferenz (vgl. Nov. 1970). In der 'RF' heißt es am 19.4.1972:"
RECHENSCHAFTSBERICHT DES 3.ZK AN DIE 4.PARTEIKONFERENZ

1. DIE ENTWICKLUNG DER WIDERSPRÜCHE IM INTERNATIONALEN UND NATIONALEN RAHMEN

Den Zweck, unmittelbar der Sanierung der Profite zu dienen, haben auch die Lohnleitlinien und die Konzertierte Aktion, auf deren Grundlage die SPD/FDP-Regierung den Kapitalisten die staatlichen Mittel zur Durchführung des Lohnraubs zur Verfügung stellt.

Erst in zweiter Linie sind die direkten antizyklischen Steuerungsmaßnahmen der Bundesregierung und der Bundesbank wichtig. Sie bestanden hauptsächlich in der antizyklischen Veränderung der Geldkapitalbestände (durch Senkung der Zinssätze) und der Liquiditätsreserven, sowie in der Reduzierung der staatlichen Aufträge (meistens handelt es sich aber nur um eine Verzögerung). Auf dem Hintergrund dieser vollkommenen Deckung durch die SPD/FDP-Regierung handhabten die Kapitalisten mit großem Erfolg für ihre Profite das uralte Konzept, das in der Programmatischen Erklärung wie folgt charakterisiert wurde:
'In der Krise wird ein Teil der Arbeiter durch Kurzarbeit und Massenentlassungen auf die Straße geworfen, um den noch beschäftigten Teil der Arbeiter umso stärker ausbeuten zu können und die Arbeitshetze noch weiter zu beschleunigen. Darüberhinaus vergrößert die westdeutsche Monopolbourgeoisie durch die Verschärfung der Ausbeutung der kolonialen und neokolonialen Länder mittels der Verlagerung von Produktionsmitteln dorthin, wo die Löhne niedrig sind, nicht nur ihre Gewinne ins Unermeßliche sondern gefährdet auch die Arbeitsplätze für einen Teil der Arbeiterklasse.' (ROTE FAHNE Nr.21) Die Stillegung der Voigtländer-Werke in Braunschweig (IGM- Bereich - vgl. 27.8.1971,d.Vf.) und die wenige Monate danach angekündigte Aufnahme der Fotoproduktion in Singapur ist nur ein Beispiel von vielen.

Besonders augenfällig ist die Taktik der modernen Revisionisten an einem Hauptabschnitt der Klassenkämpfe, in der Fabrik, wo der entscheidende Kampf um die revolutionäre Vereinigung des Proletariats auf der Grundlage der richtigen strategischen Linie ausgefochten wird.

Unter der Losung nach 'erweiterter und qualifizierter Mitbestimmung in Betrieb, Wirtschaft und Gesellschaft' versucht die DKP/SEW-Führung, den werktätigen Massen in neuem Gewande die alten sozialdemokratischen Illusionen zu verkaufen: Durch immer mehr Mitbestimmung sollen immer mehr Kapitalien enteignet und in Gemeineigentum überführt werden, um als Grundlage eines volkseigenen Wirtschaftssektors friedlich mit den noch privaten Monopolen zu konkurrieren, diese allmählich ebenfalls aufzuschlucken. Gerade das Beispiel der Stillegung von Voigtländer Braunschweig beweist erneut, daß die Mitbestimmungsillusionen solange die Errichtung einer entschlossenen Kampffront der Arbeiter verzögern, bis die Arbeiter auf der Straße liegen.

Dagegen hat unsere Partei unter der zentralen Losung 'Für den Siebenstundentag bei vollem Lohnausgleich' den wirtschaftlichen Abwehrkampf revolutionär angepackt: Einmal ist die Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit die unter kapitalistischen Bedingungen strategisch richtige Abwehrlinie, um den ständig erhöhten Verschleiß der Arbeitskraft durch die sich dauernd verschärfende Intensivierung der Arbeit, der Hauptform der Mehrwertauspressung durch die westdeutschen Monopole entgegenzutreten. Zum anderen verschärft der Kampf um die Verkürzung des Normalarbeitstages den Grundwiderspruch und hilft, reformistische und revisionistische Illusionen über die Reformierbarkeit des Kapitalismus und seines Staatsapparates zu zerstören und als einzige Alternative die sozialistische Gesellschaft herauszustellen."
Q: Rote Fahne Nr. 40, Berlin 19.4.1972

29.03.1972:
Bei Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich) berichtet die KPD heute:"
MOSKAUER VERTRAG
VERSTÄNDIGUNG ZWISCHEN BRD-IMPERIALISMUS UND SOWJETISCHEM SOZIALIMPERIALISMUS
KEINE VERSTÄNDIGUNG DER VÖLKER

Das Lügengewebe der DKP-Propaganda wird gerade dort ganz deutlich, wo sie der von Krisen und Entlassungen bedrohten Arbeiterklasse die Ostverträge schmackhaft machen will: Die Ausweitung des Osthandels soll angeblich unsere Arbeitsplätze sichern. Was das Ostgeschäft der Arbeiterklasse wirklich bringt, zeigt das Beispiel des Mannesmann-Kozerns: Seit Jahren liefert es im großen Umfang Röhren in die Sowjetunion. Wurden dadurch die Arbeitsplätze der Mannesmann-Kollegen sicherer? Im Gegenteil: Um das Großröhrengeschäft noch profitabler zu machen, hat der Konzern seit Jahren rationalisiert, und konzentriert jetzt die Großröhrenproduktion im Werk Mülheim, baut dort neue, hochrationalisierte Anlagen auf, und legt die alten Anlagen in Düsseldorf und Witten still. Tausende von Kollegen sind von der Entlassung bedroht. Die Leute, die uns den Osthandel anpreisen, verschweigen darüber hinaus, was das langfristige Ziel des BRD-Monopolkapitals ist und der neuen Ausbeuter in den osteuropäischen Ländern ist: Über den Warenaustausch hinaus mit westlichem Kapital Werke in den osteuropäischen Ländern aufzubauen und die dortigen Arbeiterklassen gemeinsam auszubeuten.

Die DKP-Führung soll uns doch einmal erklären, was das der westdeutschen Arbeiterklasse nützen soll. Die Kollegen von Voigtländer in Braunschweig (IGM-Bereich - vgl. 27.8.1971,d.Vf.) haben schon am eigenen Leib erlebt, was die Folge der Verlagerung von Produktionsstätten ist: Stillegung, Entlassung und Kurzarbeit. Auch die Arbeiter bei Hoesch werden gegen die Folgen von Produktionsverlagerungen im Zuge der Fusion zu kämpfen haben. Je schärfer die Krisen hier werden, je mehr die Arbeiterklasse den Kampf gegen die Krisenmaßnahmen des Kapitals aufnimmt, umso mehr wird die Verlagerung von Produktion ins Ausland zu einer Waffe des Monopolkapitals gegen die Arbeiterklasse werden."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr. 12, Dortmund 29.3.1972, . 3ff

Juni 1972:
Die DKP Braunschweig gibt eine Ausgabe ihrer 'Objektiv' - DKP- Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Nov. 1970, Juli 1972) heraus.
Q: Objektiv, Braunschweig Juni 1972

Juli 1972:
Die DKP Braunschweig gibt eine Ausgabe ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Juni 1972, Sept. 1972) heraus.
Q: Objektiv, Braunschweig Juli 1972

September 1972:
Die DKP Braunschweig gibt eine Ausgabe ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Juli 1972, Nov. 1972) heraus.
Q: Objektiv, Braunschweig Sept. 1972

November 1972:
Die DKP Braunschweig gibt eine Ausgabe ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Sept. 1972, Dez. 1972) heraus.
Q: Objektiv, Braunschweig Nov. 1972

Dezember 1972:
Die DKP Braunschweig gibt eine Ausgabe ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Nov. 1972, Jan. 1973) heraus.
Q: Objektiv, Braunschweig Dez. 1972

Januar 1973:
Die DKP Braunschweig gibt die Nr. 1 ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Dez. 1972, Feb. 1973) heraus.
Q: Objektiv Nr. 1, Braunschweig Jan. 1973

Februar 1973:
Die DKP Braunschweig gibt die Nr. 2 ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Jan. 1973, 19.3.1973) heraus.
Q: Objektiv Nr. 2, Braunschweig Feb. 1973

19.03.1973:
Die DKP Braunschweig gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 3 ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. Feb. 1973, Juni 1973) heraus, in der u.a. von der IG Metall (IGM) Vertreterversammlung (vgl. 15.3.1973) berichtet wird.
Q: Objektiv Nr. 3, Braunschweig 1973

26.04.1973:
Der DGB KJA Braunschweig/Wolfenbüttel wird, laut Nationalem Komitee Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse sowie KSB Braunschweig, vom DGB Kreisvorstand aufgelöst.

Im KJA vertreten ist, laut KJV der KPD, auch die IGM-Jugendgruppe Voigtländer.
Q: Nationales Komitee Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse:Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse,Remscheid o.J. (1973); Rote Hochschulzeitung Nr. 11, Braunschweig 6.6.1973;Der Kontakt Nr. 2, Braunschweig 22.3.1974

Juni 1973:
Die DKP Braunschweig gibt vermutlich im Juni die Nr. 5 ihrer 'Objektiv' - DKP-Betriebszeitung für die optische Industrie (vgl. 19.3.1973) heraus, in der u. a. ein zentraler Artikel gegen die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO) veröffentlicht wird.
Q: Objektiv Nr. 5, Braunschweig 1973

Juli 1973:
Vermutlich im Juli gibt die SAG ihren 'Klassenkampf' Nr. 25/26 für Juli und August (vgl. Juni 1973, 12.9.1973) heraus, zu Ausschlußverfahren kam es u.a. gegen IGM-Mitglieder in Braunschweig in der JV Voigtländer.
Q: Klassenkampf Nr.25/26, Frankfurt Juli/Aug. 1973

10.10.1973:
Der KBW gibt seine KVZ Nr. 4 (vgl. 26.9.1973, 24.10.1973) heraus. Es erscheinen Leserbriefe:"
'Der Artikel (über den Kampf der LIP-Arbeiter in KVZ Nr. 2) macht gut klar, daß die Übernahme der Fabrik durch die Arbeiter eine bestimmte Kampfmaßnahme ist. Er hätte sich aber noch ausdrücklicher mit dem Problem beschäftigen müssen, warum LIP nichts mit 'Genossenschafts-Konzepten' zu tun hat und warum diese Konzepte falsch sind. So etwas ist immerhin noch in vielen Köpfen verbreitet, wie die Beispiele Voigtländer Braunschweig und Süßmuth-Glashütte zeigen.' (Ortsgruppe Göttingen, Hochschulzelle)".
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 4, Mannheim 10.10.1973, S. 14

16.10.1974:
In der Nr. 42 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 9.10.1974, 23.10.1974) berichtet die KPD bzw. ihr Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Braunschweig u.a. von Rollei.
Q: Rote Fahne Nr. 42 ,Dortmund 16.10.1974

13.11.1974:
In der Nr. 46 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 6.11.1974, 20.11.1974) berichtet die KPD aus Braunschweig u.a. von den Rollei-Werken Franke und Heidecke, von Voigtländer und dem Zettwerk.
Q: Rote Fahne Nr. 46, Dortmund 13.11.1974

24.02.1976:
Die KPD gibt die Nr. 8 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl. 17.2.1976, 2.3.1976) heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet von den Rollei-Werken Francke und Heidecke KG Braunschweig (IGM-Bereich).
Q: Rote Fahne Pressedienst Nr. 8, Köln 24.2.1976

November 1977:
In Braunschweig wird, laut SAG, vermutlich im November bekannt, daß bei Rollei 400 der 1 200 Beschäftigten entlassen werden sollen.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr. 35, Frankfurt 16.11.1977

Letzte Änderungen: 19.10.2012

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