Göttingen:
'AGL Lehrlings-Zeitung' - Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (1969-1972)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 29.10.2016


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Die 'AGL Lehrlings-Zeitung' kann hier nur lückenhaft vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Nachdem die Zeitung zunächst das Organ der antirevisionistischen Lehrlinge und Jungarbeiter in Göttingen war, mit einem deutlichen Anteil von Themen wie Familie und Sexualität, kam es ein halbes Jahr nach der Abspaltung der marxistisch-leninistischen Minderheit der AGL, die als Kommunistischer Arbeiterjugendbund (KAJB) Göttingen den 'Proletarischen Kurs' herausgab und zu den Vorläufern des KBW zählt, zunächst zu einer Pause im Erscheinen der 'AGL Lehrlings-Zeitung' und danach zu einer Annäherung an den KB, der sich dann auch in einem Namenswechsel der herausgebenden Gruppe in Kommunistische Arbeitergruppe (KAG) Göttingen niederschlug, da vermutlich auch einige Mitglieder mittlerweile ausgelernt hatten.

Die für die für die letzte Ausgabe noch in 'Arbeiterjugendzeitung' umbenannte Lehrlingszeitung wurde vermutlich zugunsten der Branchenzeitung der KAG, 'Metaller', eingestellt.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

November 1969:
Das Kollektiv der Lehrlinge und Jungarbeiter Göttingen bzw. die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge (AGL) gibt vermutlich im November erstmals ihr 'Informationsblatt für Lehrlinge' (vgl. Jan. 1970) mit dem Leitartikel "Farbwerk-Konzern siegte gegen Lehrlinge" zu Hoechst Frankfurt heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Lehrlinge im Handwerk";
- "'Zufall' (Internationale Spedition)" zu den Toiletten dort; sowie
- "Kunst" zur Lesung von Schadewinkel im Sept. 1969 in der Jungen Galerie, wo linke Lehrlinge Kritik übten.
Quelle: AGL Informationsblatt für Lehrlinge Nr. 1, Göttingen o. J. (1969)

Januar 1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge (AGL) gibt vermutlich im Januar ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 2 (vgl. Nov. 1969, Apr. 1970) mit dem Leitartikel "Sartorius-Arbeiter bereiten den Widerstand vor!" heraus zum dort vor einem Vierteljahr von der AGL und der Betriebsgruppe verteilten ersten Flugblatt.

Weitere Artikel sind:
- "Was soll die Scheiße mit der Scheiße?" zu dem Flugblatt von Lehrern der Berufsschule gegen die AGL bzw. deren Kollegen von Bosch;
- "Fragen zum Sozialismus";
- "Die Familie";
- "Kritik der GSA" zur Göttinger Schüler Assoziation der SDAJ der DKP, die an den Handelslehranstalten (HLA) aktiv sei;
- "Der Lehrling im Betrieb";
- "Schule & Wirtschaft" zum dualen Ausbildungssystem;
- "Sowjetunion = Kommunismus?", was nicht stimme, sie sei "ein Arbeiterstaat mit einer schmarotzenden Schicht an der Spitze"; sowie
- "Zur Lage der Frauen".
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 2, Göttingen o. J. (1970)

April 1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge (AGL) gibt vermutlich im April ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 3 (vgl. Jan. 1970, Mai 1970) heraus mit dem Leitartikel "Ist Selbstorganisation notwendig?".

Weitere Artikel sind:
- "Berufsschule";
- "Zum Beispiel IHK Industrie- und Handelskammer";
- "Scheißhausparolen!" von der SDAJ der DKP und der von ihr unterwanderten SMV;
- "Gemeinschaftskunde. Analyse des Gemeinschaftskundebuches BÜRGERKUNDE erschienen im Verlag Bornschein-Schrader";
- "Alle Jahre wieder…" zu den Jugendoffizieren der Bundeswehr in der Berufsschule;
- "Frauen in Illustrierten"; sowie
- "Fragen zum Sozialismus II".
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 3, Göttingen o. J. (1970)

Mai 1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich im Mai ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 4 (vgl. Apr. 1970, 1.5.1970) heraus mit dem Leitartikel "Geschichte der Göttinger Lehrlingsbewegung", der von der Gründung der Lehrlingsarbeitsgemeinschaft Göttingen (LAG) berichtet, die von der SDAJ der DKP unterwandert worden sei: "Man brachte 2 oder 3 Flugblätter heraus, die trocken und in belehrendem Ton über das rückständige Berufsbildungssystem berichteten, und fiel damit auch auf den Bauch.

Als sich im Juni 1969 spontan einige Lehrlinge, die erkannt hatten, daß der Kampf nur organisiert geführt werden kann, zusamenschloßen, war die LAG bereits tot. … Die praktischen Konsequenzen waren daher: Verteilung des 1. Flugblattes an den Berufsschulen, welches über typische Mißstände in einigen Betrieben informierte. … Daß dabei der beschissene Staatssozialismus der Sowjetunion und der DDR nicht in Frage kommt, war schnell klar. Auf dieser Grundlage konnten wir unsere praktische Tätigkeit vorantreiben und weitere Flugblätter verteilen. Im zweiten Flugblatt griffen wir die Gaststätten 'Schwarzer Bär' und Bojana' (NGG-Bereich, d. Vf.) an. Außerdem wiesen wir auf Mißstände bei Sartorius hin. … Herr Tschiporikov, der Inhaber der 'Bojana-Betriebe', … schickte uns eine Anzeigendrohung ins Haus. … wir informierten die Lehrlinge über die Anzeigendrohung in unserem nächsten Flugblatt … . Die AGL brachte inzwischen die erste Lehrlingszeitung heraus". Dann kam der Verfassungsschutz (VS)-Spitzel Günther in die Gewerbeschule, wodurch die AGL neue Mitglieder gewann. Man habe nun mehrere kleine Schulungskollektive gebildet.

Weitere Artikel sind:
- "Sind wir sexuell frei?";
- "Kampf um bessere Ausbildung = Klassenkampf";
- "Streikwelle rollt in Westeuropa!!!"; sowie
- "apropos Viet-Nam…" zur Geschichte des Vietnam-Kriegs.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 4, Göttingen o. J. (1970)

01.05.1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' (vgl. Mai 1970, Juni 1970) als Flugblatt Extra mit der Schlagzeile "Einen Finger kann man brechen fünf Finger sind eine Faust" heraus.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Einen Finger kann man brechen fünf Finger sind eine Faust, Göttingen o. J. (1970)

Juni 1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich im Juni ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' (vgl. 1.5.1970, 22.6.1970) als Extra mit dem Leitartikel "Rebellion der Krankenschwestern" heraus zur Vollversammlung der Schwesternschülerinnen an den Unikliniken.

Weitere Artikel sind:
- "SMV-Versammlung" zum selben Thema;
- "Organisiert kämpfen" zum Jugendarbeitschutzgesetz (JuArSchG);
- "Wem nutzt die Schule?" zur Berufsschule;
- "Zur Fragebogenaktion";
- "Untersuchung unerwünscht" zur DFG.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Extra Rebellion der Krankenschwestern, Göttingen o. J. (1970)

22.06.1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich in dieser Woche ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 5 (vgl. Juni 1970, 7.9.1970) mit dem Leitartikel "Lehrlinge in Kleinbetrieben" heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Sicher in den Bankrott" zur kleinen Koalition von FDP und SPD;
- "Was sollen wir in der Bundeswehr?";
- "Gleichberechtigt?" zur Unterdrückung der Frauen;
- "Vietnam + Cabora Bassa = antikapitalistischer Kampf" mit einem Aufruf zur Demonstration am 30.6.1970
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 5, Göttingen o. J. (1970)

07.09.1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt spätestens in dieser Woche ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 6 (vgl. 22.6.1970, Nov. 1970) mit dem Leitartikel "Kampf der Ausbeutung!" heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Antiimperialistischer Kampf im Nahen Osten" zum Rogers-Plan;
- "Beispiel Ungarn. Berufsausbildung in einem sozialistischen Land", worüber man am 11.9.1970 diskutieren möchte;
- "Bundesdeutsche Wirtschaftsidylle";
- "Gleichberechtigung, was ist das?" zur Unterdrückung der Frauen;
- "Solidarität mit den britischen Dockern" zum Hafenarbeiterstreik; sowie
- "Streiks in Spanien".
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 6, Göttingen o. J. (1970)

November 1970:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich im November ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 7 (vgl. 7.9.1970, Jan. 1971) heraus mit dem Leitartikel "Kassels Berufsschüler rebellieren!" (vgl. 12.10.1970).

Weitere Artikel sind:
- "AGL tot?" zur Abspaltung der Minderheitsfraktion, die nun den Kommunistischen Arbeiterjugendbund (KAJB) Göttingen bildet;
- "14-tägige Ausbildung reicht!!" nach Ansicht der Handwerksmeister für die überbetriebliche Ausbildung;
- "Sozialismus in Chile?";
- "Arbeiter nehmen den Kampf auf!" zur Metalltarifrunde (MTR);
- "Ausbeutung im Namen Gottes" zur Kirche.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 7, Göttingen o. J. (1970)

Januar 1971:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich im Januar ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 8 (vgl. Nov. 1970, März 1971) in einer Auflage von 3 000 Stück heraus mit dem Leitartikel "KFZ" zum KFZ-Handwerk.

Weitere Artikel sind:
- "Klassenkampf am Wohnungsmarkt" zu Mieten und Sanierung;
- "Freiheit für Angela Davis";
- "Nieder mit der spanischen Militärdiktatur"; sowie
- "Die nächste Krise kommt bestimmt".
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 8, Göttingen o. J. (1971)

März 1971:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich im März ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 9 (vgl. Jan. 1971, Apr. 1971) in einer Auflage von 3 000 Stück mit dem Leitartikel "'Wer Bäcker wird…" zur Lehrlingswerbung es Bäckerhandwerks (NGG-Bereich) heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Jugendarbeitsschutzgesetz?" zur Nichtbeachtung des JuArSchG für die Kellner- und Kochlehrlinge im Speiselokal Alte Krone (NGG-Bereich);
- "Ausbildung im Buchhandel" zu den Buchhändlerlehrlingen (HBV-Bereich);
- "Profit mit der Pille" zur Antibabypille;
- "Indochina und die Rolle des U.S. Imperialismus" zur Invasion in Laos;
- "Alle Jahre wieder" zum Besuch des Jugendoffiziers der Bundeswehr in der Berufsschule;
- "'Die Welt wird schöner mit jedem Tag'" zur Werbung von Bayer Leverkusen bzw. der Umweltverschmutzung, wie sie in Göttingen auch durch Novopan (GHK-Bereich) erfolge.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 9, Göttingen o. J.(1971)

April 1971:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich im April ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 10 (vgl. März 1971, 1.5.1971) in einer Auflage von 6 000 Stück mit dem Leitartikel "Berufsausbildung im Kapitalismus" heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Ruhstrat, Lenglern";
- "Ausbildung beim CDU-Kandidaten Hofbauer", einem Orgelbaumeister (IGM-Bereich);
- "Lehrlingstarife hinter verschlossener Tür" zur Lehrlingsmetalltarifrunde (LMTR) in Niedersachsen, zu der man seine Forderungen am 1. Mai vertreten solle;
- "Zum 1. Mai" wobei berichtet wird von der Diskussion des DGB am 12.3.1971, auf dem der Kreisvorstand mit seinem Versuch scheiterte, die Demonstration zu streichen;
- "Ausbildung im Kreis Hann. Münden", wobei berichtet wird von Tauer, Bokelmann und VW Bartels;
- "Kapitalistenselbstverwaltung" zu einem am 9.3.1971 vor der Berufsschule Uslar verteilten Flugblatt des DGB-Lehrlingsarbeitskreis Uslar zur Prüfung der Industriekaufmannslehrlinge durch die IHK.

Berichtet wird auch:"
Elektrobau Hartmann

Nach einem Jahr Ausbeutung wollte ein Lehrling endlich einen Lehrvertrag haben. Doch die Enttäuschung war groß: Er war eingestellt worden, obwohl kein Meister mit Ausbildungsberechtigung im Betrieb war.
Das Jahr war flöten - für den Lehrling.
Der Boß hat eine billige Arbeitskraft gehabt."
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 10, Göttingen o. J.(1971)

24.05.1971:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt in dieser Woche ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' Nr. 11 (vgl. Apr. 1971, Juli 1971) in einer Auflage von 6 000 Stück mit dem Leitartikel "Kampf dem BVG" zum Betriebsverfassungsgesetz heraus, der zur Demonstration aufruft (vgl. 3.6.1971).

Weitere Artikel sind:
- "Streik bei Conti in Hannover" (vgl. 18.5.1971);
- "Göttinger Elektrobau" im Elektrohandwerk, wo 20 Lehrlinge und 15 Monteure arbeiten;
- "Der Kampf geht weiter!" zum 1. Mai, wobei der KAJB kritisiert und von den Drohungen gegen ausländische Kollegen bei Sartorius und Zeiss berichtet wird;
- "Gegendarstellung" zur Prüfung der Industriekaufmannslehrlinge durch die IHK in Uslar; sowie
- "Gegen Fahrpreiserhöhungen".
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 11, Göttingen Mai 1971

Juli 1971:
In Göttingen gibt die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) die Nr. 12 ihrer 'AGL Lehrlings-Zeitung' (vgl. 24.5.1971, 12.7.1971) in einer Auflage von 5 000 Stück mit dem Leitartikel "Arbeitskampf in der Chemie-Industrie" zur Chemietarifrunde (CTR) heraus, wobei Bilder erscheinen von Glanzstoff sowie von Degussa Frankfurt und berichtet wird von Hoechst Offenbach und der Norddeutschen Affinerie Hamburg, aber auch über die:"
Internationale Solidarität

Die Gewerkschaft der Chemischen Industrie Frankreichs (C.F.D.T.) erklärte sich mit den streikenden Chemiearbeitern der Bundesrepublik solidarisch. Sie schrieb: 'Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit die französischen Arbeitnehmer keine Streikbrecher sein werden, die die Aktionen ihrer deutschen Kollegen zum Scheitern bringen würden.' So sollten Überstunden und Produktionserhöhungen verweigert und bei der Beladung von Lastwagen oder Waggons für Deutschland gestreikt werden."

Weitere Artikel sind:
- "BVG. Den Kampf in den Betrieben organisieren" zur Demonstration (vgl. 3.6.1971); sowie
- "Noch einmal. Göttinger Elektrobau".

Berichtet wird auch:"
Urlaubsgeld

Die Profitgier der Unternehmer ist so groß, daß sie uns versuchen zu betrügen, wo sie nur können. So sollten in einigen Göttinger Metallbetrieben, z. B. Phywe, Sartorius und Feinprüf, die Lehrlinge mit dem Urlaubsgeld betrogen werden. Da ab 1. Juli eine Erhöhung der Lehrlingstarife in Kraft tritt, wurde das Urlaubsgeld in Höhe von 30% der Lehrlingsvergütung schon im Juni ausgezahlt. Dadurch sollte pro Lehrling im Durchschnitt 20 DM eingespart werden. Die Lehrlinge aller drei Firmen haben es durchgesetzt, daß ihnen der fehlende Betrag nachgezahlt wurde."
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 12, Göttingen Juli 1971

12.07.1971:
Die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) gibt vermutlich in dieser Woche ihre 'AGL Lehrlings-Zeitung' (vgl. Juli 1971, März 1972) als Extra "Demonstration gegen die Beschlüsse der IHK" heraus mit dem Aufruf zur Beteiligung an der Demonstration der SMV für die Bewertung der Berichtshefte für die Prüfung. Uns lag dieses Extra in zwei Versionen vor.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Extra Demonstration gegen die Beschlüsse der IHK - zwei Versionen, Göttingen o. J.(1971)

März 1972:
Die Nr. 13 der 'AGL Lehrlings-Zeitung' (Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter) erscheint in Göttingen (vgl. 12.7.1971, Apr. 1972) in einer Auflage von 3 500 Stück. Im Leitartikel "Zum Wiedererscheinen der 'Lehrlings-Zeitung'" wird u. a. ausgeführt: "
Die AGL wurde im Juni 1969 gegründet, zu einem Zeitpunkt also, wo sich aufgrund schreiender Mißstände in der Ausbildung überall Lehrlings- und Jungarbeitergruppen herausgebildet hatten und man von einer immer breiter werdenden Lehrlingsbewegung sprechen konnte. Diese Lehrlingsbewegung war in Form und Inhalt auch ziemlich stark von der etwas eher entstandenen Studentenbewegung beeinflußt worden. Wir brachten Flugblätter und später die Lehrlingszeitung heraus, wo wir in erster Linie Mißstände in Göttinger Ausbildungsbetrieben schilderten und zur Selbstorganisation der Lehrlinge und Jungarbeiter aufriefen. Dazu forderten wir auf, zu unseren regelmäßigen Diskussionsabenden zu kommen. In den Diskussionen und den Zeitungsartikeln ging es uns darum, die gesellschaftlichen Ursachen der Ausbildungsmisere, sprich das kapitalistische Ausbildungssystem darzustellen. Was wir jedoch damit erreichen wollten, darüber waren die Meinungen geteilt. Es bildeten sich zwei Fraktionen in der AGL. … Unsere Zeitungsarbeit wurde nun immer schwieriger. Dabei brachten wir keine Zeitung mehr zustande, die letzte erschien im Juli 1971. … Wir gehen davon aus, daß wir die gravierendsten Fehler hätten vermeiden können, hätten wir uns auf den Boden des wissenschaftlichen Sozialismus gestellt und die Erfahrungen der Arbeiterbewegung aufgearbeitet. … Ein zweiter Fehler von uns war es, aus den Schwierigkeiten der Zeitungsherstellung und dem sich wandelnden Selbstverständnis den Schluß zu ziehen, solange keine Zeitung mehr zu machen, bis sich der Wandlungsprozeß abgeschlossen habe und man eine 'viel bessere' Zeitung machen könne. Unser Selbstklärungsprozess ist heute keineswegs abgeschlossen, aber wir werden von nun an wieder an die Öffentlichkeit treten. Aufgabe unserer Zeitung wird es sein: das Wesen des Kapitalismus und Imperialismus klarzumachen. … Die Hauptursache dafür, daß die heutigen Kommunisten auch im weiteren noch schwere Fehler machen
werden, liegt in ihrer Zersplitterung in Gruppen, Zirkeln und 'Parteien'. Diese Zersplitterung ist unvermeidlich, bedingt durch die Unterbrechung der bewußten und fortgeschrittenen Arbeiterbewegung. … Wir werden dazu beitragen, und uns auch mit den Göttinger kommunistischen Organisationen auseinanderzusetzen." Dies sei z. B. in der Gewerbeschulkampagne geschehen, wo man faktisch mit KAJB und SDAJ eine Aktionseinheit gebildet habe.

Eingegangen wird auch auf den Offenen Brief des KAJB zur Wehrkundekampagne.

Angekündigt wird für die Zeit nach den Osternferien eine Extraausgabe zur Gewerbeschulaktion.

Weitere Artikel sind:
- "Gegen das Berufsverbot"; sowie
- "Hintergründe der Militarisierung" u.a. zur RAF-Fahndung.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 13, Göttingen März 1972

April 1972:
In Göttingen gibt die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) die Nr. 14 ihrer 'AGL Lehrlings-Zeitung' (vgl. März 1972, Juli 1972) in einer Auflage von 3 500 Stück mit dem Leitartikel "1. Mai. Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse" heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Zur Gewerbeschulaktion" (vgl. 18.1.1972);
- "Anmerkung zur letzten Zeitung", eine Selbstkritik; sowie
- "Betriebsräte- und Jugendvertreterwahlen" zur den BRW und JVW.

Aufgerufen wird zur Vietnamdemonstration (vgl. 21.4.1972).
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 14, Göttingen Apr. 1972

Juli 1972:
In Göttingen gibt die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) die Nr. 16 ihrer 'AGL Lehrlings-Zeitung' (vgl. Apr. 1972, Okt. 1972) in einer Auflage von 3 500 Stück mit dem Leitartikel "Lehrlingstarife: Lehrlingsstreik in Kiel" zur Kieler Metallindustrie heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Doch wie sieht es bei uns, wie sieht die Situation für Göttingen aus? Lohnkampf oder Kuhhandel?" zu den Forderungen des IGM OJA zur LMTR;
- "Solidarität mit dem vietnamesischen Volk";
- "Wehrkundeerlaß: 1 500 demonstrierten" (vgl. 4.7.1972); sowie
- "Antwort an den KAJB" auf dessen Offenen Brief.
Q: AGL Lehrlings-Zeitung Nr. 16, Göttingen Juli 1972

Oktober 1972:
In Göttingen gibt die Kommunistische Arbeitergruppe (KAG), in die sich die Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL) nun umbenannt hat, erstmals ihre 'Arbeiterjugendzeitung', die frühere 'AGL Lehrlings-Zeitung' als Nr. 17 (vgl. Juli 1972) in einer Auflage von 3 500 Stück mit einem Leitartikel zu ihrer Umbenennung heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Neuwahlen" zu den Bundestagswahlen (BTW);
- "Schnapsfabrikant bettelt für CDU/CSU" zum Brief von Ludwig Eckes, Nieder-Olm bei Mainz, aus dem 'Arbeiterkampf' Nr. 22;
- "Wehrkundeerlaß. Wie geht's weiter?" zum WKE;
- "Gemeinsame Verhandlungen durchgesetzt!" zur LMTR, wobei "das Gebrüll der Kollegen von KB/KAJB … über die 'sozialpartnerschaftlichen Verräter …'" erwähnt wird;
- "Metalltarifrunde" zur MTR; sowie
- "Für freie politische Organisierung und Betätigung" zum CDU-Antrag auf KBB-Verbot in Bremen bzw. dem KPD-Verbot.
Q: Arbeiterjugendzeitung Nr. 17, Göttingen Okt. 1972

Letzte Änderung: 29.10.2016