Alcan Göttingen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 13.11.2009

Diese, wie immer äußerst unvollständige Darstellung über ein Zweigwerk der Sparte Verpackungsmittel des weltweiten Alcan bzw. Rio Tinto Konzerns, von dem es in der Bundesrepublik weitere Werke u.a. in Uphusen gab, beruht derzeit allein auf Materialien des KB Göttingen (KBG) und danach des KBW. Der KBG verfügt zunächst über ein Mitglied bei Alcan (vgl. 12.2.1973), was sich vermutlich auch durch die Gründung des KBW nicht wesentlich ändert. Anhand des Beispiels von Alcan (vgl. 25.6.1973) dann bundesweit in seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' sowie auch bei der Zeche Hansa Dortmund, aber auch an der Medizinischen Fakultät der Georg-August Universität Göttingen.

Die Verkaufsergebnisse der 'KVZ' bei Alcan aber bleiben durchaus bescheiden (vgl. 11.7.1973, 12.9.1973, 24.10.1973, 7.11.1973, 22.11.1973, 5.12.1973, 19.12.1973, 9.1.1974).

Von der Betriebsaufbauzelle Alcan des KBW wird vermutlich spätestens ab dem Frühjahr 1974 ein 'Informationsblatt' herausgegeben, von dem uns einige Ausgaben vorlagen (vgl. 26.11.1974, 22.1.1975, 12.3.1975, 18.4.1975, 29.4.1975), die sich außer allgemeinpolitische und internationale Berichterstattung wie zu Kambodscha und Vietnam, nicht zuletzt durch den anhaltenden Einsatz für die Abschaffung der Leichtlohngruppen auszeichnen, von denen vor allem die ausländischen Beschäftigten bzw. bei Alcan speziell die GriechInnen sowie auch die Frauen allgemein betroffen sind.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

12.02.1973:
Innerhalb des KB Göttingen erscheint vermutlich frühestens Mitte des Monats der "Rechenschaftsbericht des ZK des KB Göttingen für die Delegiertenkonferenz des KBG Feb. 1973".
Auf Seite D1 heißt es:"
Neue Zellen sind die Branchenaufbauzelle DruPa, … Bosch / Sartorius (IGM-Bereich,d.Vf.), und das BZAK (Betriebszellenaufbaukollektiv)", gebildet von Genossen, "die EINZELN in einem Betrieb arbeiten … zur Zeit Genossen von Alcan, Phywe und Ruhstrat Göttingen" (alle IGM-Bereich).
Quelle: KB Göttingen-ZK: Rechenschaftsbericht des ZK des KB Göttingen für die Delegiertenkonferenz des KBG Feb. 1973,Göttingen o.J. (Feb. 1973)

25.06.1973:
Der KBW (vgl. 26.9.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche, wobei wir aus Dortmund nach der KFR des KBW bei Kokerei und Zeche Hansa (vgl. 3.10.1973) zitieren und von der Zelle Medizin des KSB Göttingen illustrieren:"
RÄTSELHAFTE ZUNAHME DER STERBLICHKEIT

Eine rätselhafte Zunahme der Sterblichkeit beunruhigt die Ärzte in der Bundesrepublik. Auf einem Kongreß für Altersforschung in Nürnberg wies der Sozialmediziner Professor Hans Schäfer darauf hin, daß die Lebenserwartung der Männer seit einigen Jahren rapide abnimmt. Das Leben wir kürzer. Nach allgemeinem Dafürhalten haben die Fortschritte der Wissenschaft in diesem Jahrhundert die Aussichten auf ein längeres Leben erhöht. Im letzten Jahrzehnt aber, erklärte Schäfer, habe sich diese Entwicklung ungekehrt. Bei den Ursachen der unheimlichen Todeswelle ist die Wissenschaft bislang auf Vermutungen angewiesen. Professor Schäfer vertritt die Ansicht, daß sich die Lebensbedingungen in der Bundesrepublik verschlechtern. Schäfer:
'Bisher hat man immer gedacht, der wachsende Streß, die Hektik, trifft nur die Manager. Tatsächlich hat sich gezeigt, wie sehr vor allem der kleine Mann davon in Mitleidenschaft gezogen wird.'

Der Infarkt durch Aufreiben im Alltag und Ärger im Beruf und Freizeit bedrohen im Gegensatz zu herkömmlichen Annahmen besonders die unteren Schichten der Bevölkerung. Als Beweis für seine These führt der Sozialminister konkrete Ergebnisse an. Streß verursacht bestimmte Ausscheidungen im Urin. Der Gehalt dieser Spurenelemente nimmt von Jar zu Jahr zu. Fast jeder dritte Mann in der Bundesrepublik stirbt derzeit vor dem Rentenalter.' (aus Göttinger Allgemeine vom 29. 6. 1973).

Kommentar des 'Roten Kumpel':
"Was die Dummköpfe von der bürgerlichen Wissenschaft 'rätselhaft' finden, hat einen Grund, den jeder Arbeiter weiß: die Ausbeutung:

DIE TATSACHEN:
Die Lebenserwartung der Männer ist in den letzten 15 Jahren in der BRD ebenso wie z. B. in den USA und Frankreich um 3 Jahre gesunken. Dies ist keine Zahl, die allein steht: Beispielsweise ist das Durchschnittsalter der Invalidität in den letzten Jahren von 58 auf 54 Jahre zurückgegangen. Zwei Drittel aller Industriebeschäftigten erreichten das 65. Lebensjahr nicht mehr arbeitsfähig. Die Arbeitsunfallquote lag 1969 um rund 22% höher als 1950. Und von 1962 bis 1971 stieg die Arbeitsproduktivität je Beschäftigten um durchschnittlich 77,1% (laut Statistischem Jahrbuch 1972).

WAS HABEN DIESE ZAHLEN MITEINANDER ZU TUN?

Sie erklären genau das, was bürgerliche Wissenschaftler mit Begriffen wie 'Aufreiben des Alltags' nur andeuten: das Schicksal des Arbeiters, körperlich und nervlich ausgesogen zu werden bis zur letzten Faser seiner Arbeitskraft. Wenn jeder Arbeiter im Jahre 1971 77,1% mehr leistet als 1962, dann führen die Kapitalisten dies gern auf 'ihre' Investitionen zurück. In Wirklichkeit geht die Produktivitätssteigerung um allergrößten Teil zurück auf die immer stärkere Anwendung von Antreibersystemen wie Fließbandarbeit, Akkordarbeit, Refa -und MTM-System. Die Anwendung solcher Systeme wird ständig verfeinert und ausgebaut; ihre Auswirkung auf den Gesundheitszustand ist ohne weiteres meßbar.

Beispielsweise untersuchte ein Arbeitsmediziner die Ausschüttung von Nebennierenhormonen unter der Auswirkung der Akkordarbeitshetze: 'Die durchschnittliche Adrenalin -und Nerodrenalin-Absonderung betrug bei festem Gehalt 5,51 bzw. 18,49 ng/min Nerodrenalin' (zitiert nach Deppe, S. 126).

Der auf diese Weise meßbare Streß der Akkordhetzerei und vielfältige Gesundheitsstörungen mit sich. Bei Akkordarbeitern liegt z. B. die Anzahl der chronischen Magengeschwüre 50% über dem Durchschnitt. 'Akkord ist Mord' heißt es zu Recht. Die gleichen Gesundheitsschäden treten bei Schichtarbeit, besonders bei Nachtschichtarbeit, auf. 'Die Tagesleistungen können während der Nacht nur mit Hergabe aller Reserven erreicht werden. Dabei kommt es oft zu Fehlleistungen. Bei etwa 50% der Drei-Schicht-Arbeit findet sich Appetitmangel, Verdauungsstörungen und schlechter Schlaf. Gleiche Beschwerden treten dagegen nur bei etwa 5% der Früh-Spät-Wechsel-Schichtarbeiter ohne Nachtschicht auf. Drei-Schicht-Arbeiter zeigten außerdem eine höhere Belastung mit Herzinfarkten und Magengeschwüren.' (zitiert nach Deppe, S. 218).

Trotzdem steigt ständig der Anteil der Schicht -und Nachtarbeit - 1965 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 2 Millionen (14,48%) der männlichen Lohn -und Gehaltsempfänger davon betroffen. Und wie ergeht es demjenigen, der unter dieser Belastung krankt wird? Ein Arbeiter vom Göttinger Alcan-Werk berichtet:
'Bei Alcan gibt es die ausgeklüngelsten Prämiensysteme. Es soll hier nur ein einziges Beispiel der Prämienhetzerei und Spalterei gezeigt werden. Dieses Beispiel ist die 'freiwillige Jahresprämie für Lohnempfänger'. Diese Prämie wurde zum Weihnachtsgeld gezahlt, und zwar bekam derjenige Arbeiter, der im Jahr jeden Tag zur Arbeit kam, 225,-DM, wer einmal krank war (fehlte). 180,-DM, wer zweimal fehlte, 135,-DM, wer dreimal fehlte, 454,-DM, wer nur fünfmal fehlte, bekam überhaupt nichts mehr. Es gab viele Kollegen, die krank (z. B. (4) mit Fieber, Übelkeit usw.) zur Arbeit gekommen sind, weil sie auf die Prämie nicht verzichten konnten bzw. darauf angewiesen waren. Der Zweck der Prämie ist klar zu sehen: wir sollen das ganze Jahr über an den Arbeitsplatz gebunden werden. die Alcan-Kapitalisten holen ein Vielfaches der Prämien aus unserer Arbeitskraft heraus, wenn wir tagein, tagaus trotz Fieber, Erkältung, Übelkeit usw. weiterarbeiten'.

Mit solchen Methoden, die es überall gibt, wird die Gesundheit endgültig ruiniert. Auf diese Weise wird erreicht, daß das durchschnittliche 'Zugangsalter' der Empfänger von Arbeiterrentenversicherung bei Männern bei 61,1 Jahren liegt, das durchschnittliche Todesalter (oder 'Wegfallalter', wie es zynisch in der Versicherungsstatistik heißt) bei 70,1 Jahren (Zahlen von 1970).

WAS STEHT DAGEGEN?

Die bürgerliche Wissenschaft spart nicht mit Ratschlägen, wie das Leben zu verlängern ist. Lange schlafen, gesund essen, nicht zu sehr hetzen, natürlicher Tagesrhythmus, ausgleichende Freizeitbeschäftigung, Licht, Luft und Sonne. Alles gute Ratschläge für den Arbeiter, der alle paar Wochen nachts arbeiten muß, bei Verkehrslärm tagsüber schläft, sich für ein paar Pfennige Akkordzuschlag abjagt und als Hauptmahlzeit den Kantinenfraß hat. Das alles in umweltverseuchten Industriezentren, die es nur gelegentlich auf verstopften Autobahnen verlassen kann.

Nein, mit diesen Ratschlägen ist keinem Arbeiter geholfen. Er kann sie nur dann befolgen, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, wie sie der Kommunistische Bund Westdeutschland in seinem Programm fordert:
- Beschränkung des Arbeitstags auf 7 Stunden an 5 Wochentagen. Völliges Verbot der Überstundenarbeit.
- Verbot der Akkordarbeit und aller akkordähnlichen Lohnsysteme.
- Verbot der Nacht -und Schichtarbeit in allen Zweigen der Volkswirtschaft, mit Ausnahme jener, in denen sie aus technischen, von den Gewerkschaftsorganisationen gebilligten Gründen unbedingt notwendig ist, jedoch unter der Bedingung, daß die Nachtarbeit 4 Stunden nicht übersteigt.
- 8 Wochen bezahlter Urlaub im Jahr.
- Herabsetzung des Rentenalters auf 50 Jahre bei Frauen, auf 55 Jahren bei Männern.

Das sind einige der wichtigsten Forderungen, die im Interesse der Gesundheit der Millionen Arbeiter, kleinen Angestellten und Beamten durchgesetzt werden müssen -klare Forderungen, anstatt von 'Lebensqualität' zu faseln, wie es die SPD zur Zeit gerne tut. Forderungen, die hier und heute an den Staat zu stellen sind, Forderungen, die auch im einzelnen täglich im gewerkschaftlichen Kampf gegen die Kapitalisten durchgesetzt werden müssen. Aber die endgültige Befreiung von der kapitalistischen Auspresserei werden diese Forderungen nicht bringen.

Für Verbesserungen im Kapitalismus muß die Arbeiterklasse kämpfen, um die Kraft und die Fähigkeit zu erlangen, die kapitalistische Ausbeuterordnung durch die Revolution zu zerschlagen und die Produktion und die Politik in die eigenen Hände zu nehmen.'"
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.3,Mannheim 26.9.1973; Rote Diagnose Nr.10,Göttingen 13.12.1973,S.11f.; Roter Kumpel: Gewerkschaftstag der IGBE: Sanierung für wen? Dortmund, o. J. (1973)

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11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 verkauft die OG Göttingen des KBW bei Alcan 8 Exemplare.
Q: KBW-OG Göttingen-APA:Rundschreiben,Göttingen 27.7.1973,S.2

12.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.2 verkauft die OG Göttingen des KBW bei Alcan 3 Exemplare.
Q: KBW-OG Göttingen-APA:Rundschreiben zum Verkauf der KVZ Nr.2,Göttingen 23.9.1973,S.1

24.10.1973:
Die heutige 'KVZ' Nr.5 verkauft die OG Göttingen des KBW auch bei Alcan.
Q: KBW-OG Göttingen-APA:Rundschreiben zum Verkauf der KVZ Nr.5,Göttingen 4.11.1973,S.1

07.11.1973:
Die heutige 'KVZ' Nr.6 verkauft die OG Göttingen des KBW auch bei Alcan.
Q: KBW-OG Göttingen-APA:Statistik über den Verkauf der Kommunistischen Volkszeitung Nummer 6,Göttingen 18.11.1973,S.1

22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.7 verkauft die OG Göttingen des KBW bei Alcan 3 Exemplare und verschenkt eines.
Q: KBW-OG Göttingen-APA:Verkaufsstatistik für die Kommunistische Volkszeitung Nummer 7,Göttingen 2.12.1973,S.1

05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.8 verkauft die OG Göttingen des KBW bei Alcan 2 Exemplare.
Q: N.N.(KBW-OG Göttingen-APA):Statistik KVZ NR.8,o.O. (Göttingen) o.J. (Dez. 1973)

19.12.1973:
Die heutige 'KVZ' Nr.9 verkauft die OG Göttingen des KBW auch bei Alcan.
Q: N.N.(KBW-OG Göttingen-APA):KVZ Nr.9 Verkaufsstatistik,o.O. (Göttingen) o.J.

09.01.1974:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.1 verkauft die OG Göttingen des KBW bei Alcan 2 Exemplare.
Q: N.N.(KBW-OG Göttingen-APA):KVZ Nr.1 Verkaufsstatistik,o.O. (Göttingen) o.J.

26.11.1974:
In Göttingen gibt die Betriebsaufzelle Alcan des KBW die Nr.8 des 'Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan' (vgl. 22.1.1975) in einer Auflage von 400 Stück heraus mit einem Leitartikel zur MTR: "Metalltarifrunde: Forderungen an den eigenen Interessen orientieren!". Berichtet wird von den Forderungen bei Feinprüf, aber auch von der ÖTV an der Uni-Nervenklinik.

Kundgetan wird angesichts der Rationalisierungen: "Alcan Göttingen: die Profite stimmen!", aufgerufen wird zum KVZ-LK: "Kommt zum KVZ-Lesekreis!", festgestellt wird anhand der Rechnungsabteilung: "Auch die kleinen Angestellten werden ausgepresst". Mit Hilfe der 'KVZ' Nr.24 (vgl. 14.11.1974) wird berichtet über Holger Meins, aufgerufen wird zur Zimbabwesolidarität. Enthalten ist auch ein Artikel auf Griechisch.
Q: Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan Nr.8,Göttingen 26.11.1974

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22.01.1975:
In Göttingen gibt die Betriebsaufzelle Alcan des KBW die Nr.9 des 'Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan' (vgl. 26.11.1974, 12.3.1975) in einer Auflage von 400 Stück heraus mit einem Leitartikel zur Arbeitslosigkeit: "Angesichts der Krise: Auch in Göttingen muß die Arbeiterklasse ihre Forderungen aufstellen", denn der nächste Artikel stellt fest: "Die Kapitalistenklasse und ihr Staat wollen die Krise auf dem Rücken der Arbeiterklasse austragen". Mit Hilfe der 'KVZ' wird gefordert: "Sofortige Freilassung von Rainer Recke!" und von der KBW-Sympathisantengruppe Northeim wird dokumentiert der "Appell eines ausländischen Kollegen an die internationale Solidarität", der in der Nr. 29 (vgl. 19.12.1974) erschien sowie über den Besuch von Franz-Josef Strauß in der VR China mit Hilfe der Nr.2/1975 (vgl. 16.1.1975).

Eingegangen wird auf die leitenden Angestellten bei Alcan und in der VR China. Bekanntgegeben wird die Auflösung des Polibula und dafür die Eröffnung eines KBW-Büros nebst Lesehalle in der Jüdenstr.41. Gefordert wird die "Endgültige Beendigung der US-Einmischung in Südvietnam" (vgl. 27.1.1975, 28.1.1975). Enthalten ist auch ein Artikel auf Griechisch.
Q: Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan Nr.9,Göttingen 22.1.1975

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12.03.1975:
In Göttingen gibt die Betriebsaufzelle Alcan des KBW die Nr.10 des 'Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan' (vgl. 22.1.1975, 18.4.1975) in einer Auflage von 500 Stück heraus mit dem Leitartikel "Alcan: Arbeiter und Angestellte werden wegrationalisiert", wogegen die Betriebsratswahlen (BRW) genutzt werden sollten. Festgestellt wird: "Arbeiter und Angestellte haben gemeinsame Interessen", aus dem Ebertal wird berichtet über ein Wilhelm Busch-Zitat bzw. die "Erhöhung der Sozialmieten", man äußert sich auch "Zu der Entführung von Lorenz", behauptet wird: "Kambodscha: USA raus, dann ist das Volk befreit", gefordert wird: "Der Paragraf 218 muß weg!", gefragt wird zur Metalltarifrunde (MTR): "Tarifabschluß: Was heißt Solidarität mit den Arbeitslosen?".
Q: Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan Nr.10,Göttingen 12.3.1975

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18.04.1975:
In Göttingen gibt die Betriebsaufzelle Alcan des KBW vermutlich Ende dieser Woche die Nr.11 des 'Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan' (vgl. 12.3.1975, 29.4.1975) in einer Auflage von 350 Stück heraus mit dem Leitartikel zu den BRW und gegen die Leichtlohngruppen: "Betriebsratswahlen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Für Absicherung der freiwilligen Zulagen", wobei auch auf die ausländischen Beschäftigten eingegangen wird. Aufgerufen wird zum 1. Mai 1975 und zur Maiveranstaltung des KBW (vgl. 29.4.1975).

Behauptet wird: "In der VR China hat die Arbeiterklasse die Führung inne", zu einem weltweiten Überblick zu Indochina, Nahost, Griechenland, Türkei, Zypern und Portugal lautet der Titel: "Der US-Imperialismus stolpert von einer Niederlage in die andere", aus Südvietnam wird berichtet mit Hilfe der 'KVZ' von der Bombardierung des Palastes von Thieu (vgl. 9.4.1975), aufgerufen zur Veranstaltung des Indochina-Komitees Göttingen (vgl. 21.4.1975). Enthüllt wird: "Die elende Lage der Arbeiterjugend. Jugendarbeitslosigkeit. Ausbildungsmisere" wobei auch die Resolution der Jugendvertretung Zeiss Göttingen dokumentiert wird. Ein Mitglied des KOB berichtet in "Oberschüler für Forderungen der Arbeiterjugend" vom Neuen Gymnasium (NG – vgl. 11.4.1975) über den Besuch eines Betriebsrats und eines Jugendvertreters von Zeiss.
Q: Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan Nr.11,Göttingen Apr. 1975

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20.04.1975:
Der Griechische Arbeiterverein Göttingen lud für heute zu einem Vortrag ein, den das Betriebsratsmitglied von Alcan, Spirudis, hielt.
Q: Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan Nr.12,Göttingen Apr. 1975,S.6

29.04.1975:
In Göttingen gibt die Betriebsaufzelle Alcan des KBW vermutlich Ende dieser Woche die Nr.12 des 'Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan' (vgl. 18.4.1975) in einer Auflage von 350 Stück heraus mit dem Leitartikel "Leichtlohngruppe 2 muß weg! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Berichtet wird dabei auch von den Frauenlöhnen bei Sartorius. Eingegangen wird auf einen Artikel im 'Göttinger Tageblatt' über den Betriebsratsvorsitzenden und SPD-Ratsherren Gerd Bauer, berichtet von der Werksversammlung im alten Geschirrwerk. Zur Vorbereitung der Werkszeitschrift auf das Alter wird angesichts von Überstunden, Todesfällen, Herzinfarkten und Organschäden festgestellt: "Diese Vorbereitung aufs Alter nützt den Kollegen nichts!". Berichtet wird: "Weitere Entlassungen bei Alcan Uphusen geplant!" sowie vom Griechischen Arbeiterverein Göttingen (vgl. 20.4.1975).
Beigelegt ist ein Extra der Ortsbeilage der 'Kommunistischen Volkzeitung' (KVZ), mit dem Aufruf zum 1. Mai.
Q: Informationsblatt des Kommunistischen Bundes Westdeutschland für die Kollegen von Alcan Nr.12,Göttingen Apr. 1975; KVZ-Ortsbeilage Göttingen Extra,Göttingen 29.4.1975

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