Landkreis Helmstedt

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Aus Helmstedt wurde von uns lokales Material nur von der DKP und dem KBW ausgewertet. Die Freunde der KPD werden anhand ihrer bundesweiten Berichterstattung dargestellt. Weitere Artikel zum Landkreis Helmstedt gibt es zu den Braunschweigischen Kohlebergwerken (BKB).

In dieser wie immer unvollständigen Quellenschau werden in Helmstedt vermutlich wiederholt deutschnationale Aktionen durchgeführt (vgl. 18.1.1971, 17.6.1971). Kontakte in Helmstedt pflegt zunächst offenbar die Revolutionär-Kommunistische Jugend (RKJ) der GIM (vgl. 29.4.1971).

Bereits bei der ersten hier erwähnten linken Protestaktion, einer Japan-Veranstaltung, kommt es offenbar zu Repressalien der Polizei (vgl. 18.9.1971, 10.10.1971), was aber die Freunde aus Helmstedt und Schöningen nicht vom Einsatz für die Liga gegen den Imperialismus (LgdI) der KPD abzuhalten vermag. Die LgdI etabliert sich offiziell in Helmstedt (vgl. 26.1.1972), wobei nun die Vietnamsolidarität Aktionsschwerpunkt wird (vgl. 18.12.1971, 17.6.1972, 19.6.1972, 16.8.1972, Sept. 1972). und auch der 1. Mai wird gefeiert (vgl. 28.4.1972).

Neben den Freunden der KPD scheint aber auch die KPD/ML-ZB damals über jugendliche Anhänger im Landkreis Helmstedt zu verfügen (vgl. 28.6.1972) und auch die Kommunistischen Arbeiterjugendbünde (KAJB) des späteren KBW berichten nun von einer befreundeten Gruppe in Helmstedt (vgl. Okt. 1972), während die KPD ihre Freunde vermutlich vor allem unter den Helmstedter Schülern hat (vgl. 7.10.1972), sich aber auch in anderen Bereichen an der Agitation in Helmstedt versucht (vgl. 18.10.1972, 8.1.1972, 16.11.1972) und auch der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD ein Sympathisantenkollektiv Helmstedt unterhält (vgl. 9.11.1972).

Aus diesem Zeitraum lagen uns auch einige Ausgaben der Zeitung des DKP Kreisvorstandes Helmstedt vor (vgl. 30.10.1972, Dez. 1972, 22.1.1973), die nicht nur wiederholt zu örtlichen Aktionen aufrufen (vgl. 7.11.1973, 26.1.1973), sondern sich auch anlässlich der Auflösung des DGB Kreisjugendausschusses (vgl. Apr. 1973, Juni 1973, 28.6.1973), die vermutlich eher durch den auch bei den BKB arbeitenden SAK des KBW als durch die Freunde der KPD bewirkt wurde, intensiv mit der linken Konkurrenz auseinandersetzen (vgl. 2.4.1973, 16.4.1973, Juni 1973). Für diese in Gestalt der KPD ist Helmstedt außer für die Liga (vgl. 29.5.1973, 2.6.1973, 20.6.1973) vor allem für den Aufbau des Kommunistischen Oberschülerverbandes (KOV) wichtig, bildet Helmstedt doch eine der knappen Handvoll Hochburgen des KOV in Niedersachsen (vgl. 9.1.1973, 29.4.1973, Juni 1973, 27.10.1973).

Die Freunde des KBW dagegen scheinen an den Schulen nicht sonderlich aktiv, zumindest nicht im Vertrieb ihrer 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ), verfügen aber in Helmstedt über einen eigenen Buchladen, der vermutlich nicht nur finanzielle Verluste erwirtschaftete, sondern auch eventuell weitere Schüler belieferte, obwohl die meisten Exemplare der KVZ ja offenbar an erwachsene bzw. ältere Menschen verkauft wurden (vgl. 7.11.1973, 22.11.1973, 5.12.1973, 19.12.1973). Tätig wird das SAK Helmstedt gegen die Repression (vgl. 16.12.1973), vertreten ist der KBW vermutlich auch in Königslutter (vgl. 23.23.1974).

Die Helmstedter Gruppe erfüllt schon bald die Kriterien für die Aufnahme in den KBW (vgl. 9.2.1974), wobei aus den folgenden Jahren aufgrund unserer überaus unvollständigen Quellenauswertung nur noch vereinzelte Berichte über den KBW Helmstedt aufgefunden wurden (vgl. 3.4.1974, 9.4.1974, 16.6.1975), der immer noch in Konkurrenz zur KPD und ihren verschiedenen örtlichen Organisationen stand (vgl. März 1974, 8.4.1974, 24.4.1974, 17.7.1974, 16.9.1974, 2.12.1974, 10.12.1974, 30.4.1975), die sich nun derzeit abschließend für diese Darstellung, ebenso wie einleitend die Deutschnationalen u.a. wiederholt in Kundgebungen an der DDR-Grenze ergeht (vgl. 12.5.1975, 21.5.1976), wo es auch zur Beschlagnahme von Büchern kommt (vgl. 8.6.1977).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

18.01.1971:
Heute will, laut KPD/ML-ZB, in Helmstedt der NPD-Bezirksverband eine Reichsgründungsfeier abhalten.
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 4, Bochum 16.1.1971, S. 5

März 1971:
Es erscheint die Nr. 18 der 'Göttinger Betriebszeitung' (vgl. 26.2.1971, Mai 1971) mit dem Artikel "Jungfer: Trimmt Euch" von der Druckerei Jungfer in Herzberg mit Hauptwerk in Helmstedt.
Q: Göttinger Betriebszeitung Nr. 18, Göttingen März 1971, S. 4f

29.04.1971:
Innerhalb der Revolutionär-Kommunistischen Jugend (RKJ) der GIM erscheint das 'RKJ-Info' Nr. 15 (vgl. 24.3.1971, 15.5.1971) mit dem "Protokoll der Sitzung der Zentralen Kommissare und der regionalen Leitungen am 13. / 14. März 1971 in Köln". Der zentrale Kommissar für äußere Angelegenheiten berichtet über die neuen Gruppen. Reale Ansätze gäbe es in Essen, Heidelberg, Helmstedt und Ludwigshafen.
Q: RKJ-Info Nr. 15, Hamburg 29.4.1971, S. 28

17.06.1971:
Bei Helmstedt will die Aktion Widerstand (AW), laut DKP, "eine sogenannte Freiheitskundgebung durchführen. Die geplante Provokation an der Grenze richtet sich erneut gegen jegliche Entspannung und Verständigung. Grenzzwischenfälle sind nicht ausgeschlossen. Die Folgen wären unübersehbar. Wir appellieren an die Landesregierung, die Provokation zu verhindern und die Kundgebung zu verbieten. Demokraten,
unterstützt diesen Protest!"
Q: Kommunist Nr. 7, Göttingen Juni 1971, S. 2

18.09.1971:
Bonner Konferenz: "Nieder mit dem japanischen Imperialismus".
Die LgdI berichtet später (vgl. 10.2.1972) selbst:"
DIE JAPAN-KAMPAGNE DER LIGA

DER KAMPF GEGEN REVISIONISMUS UND OPPORTUNISMUS

An keinem Ort der BRD nahmen die DKP-Revisionisten den Staatsbesuch Hirohitos zum Anlaß, auf die Machenschaften der japanischen Imperialisten und deren massive Unterstützung für die USA-Aggression in Vietnam hinzuweisen. … Ähnlich verhielt es sich mit einigen opportunistischen Studentengruppen, die ihre rein akademischen Auseinandersetzungen mit dem Imperialismus hinter dem Gerede von der 'schwierigen Vermittlung' der Japan-Kampagne versteckten. Die massiven Polizeieingriffe in einzelne Demonstrationen und Veranstaltungen (z.B. in Köln, Bonn, München und Helmstedt) haben dagegen deutlich gemacht, daß es für die herrschende Klasse in der BRD kein Problem der 'Vermittlung' gibt, und daß der Kampf gegen den Imperialismus nicht nur gegen den Klassenfeind im eigenen Land aufgenommen werden darf, sondern gleichzeitig auch gegen all seine Komplizen, mit dem US-amerikanischen japanischem Imperialismus an der Spitze geführt werden muß."
Q: Internationale Solidarität Nr. 1, Berlin 10.2.1972, S. 4; Rote Fahne Nr. 27 und 28, Berlin 8.10.1971 bzw. 22.10.1971, S. 1 und 6 bzw. S. 7;Rote Presse Korrespondenz Nr. 138, Berlin 23.10.1971, S. 14

10.10.1971:
In Helmstedt wird, laut LgdI der KPD, eine Japan-Veranstaltung unter ihrer Anleitung durchgeführt:"

BEISPIELHAFTER KAMPF DER HELMSTEDTER SCHÜLER UND LEHRLINGE GEGEN DIE POLITISCHE DISZIPLINIERUNG VON ANTIIMPERIALISTEN

Die während der Japan-Kampagne überall festgestellte Entschlossenheit, den antiimperialistischen Kampf auch angesichts massiven Drucks und dreister Übergriffe von Seiten des Polizeiapparats zu führen, kann besonders gut am Beispiel der Helmstedter Lehrlings- und Schülergenossen gezeigt werden, die am 10.10.1971 zusammen mit der LIGA GEGEN DEN IMPERIALISMUS vor 100 Anwesenden eine Veranstaltung gegen den Besuch des Kriegsverbrechers Hirohito durchführten. Wenige Tage vor der Veranstaltung erhielten 2 Helmstedter Genossen Hausbesuch von der Niedersächsischen Nachrichtenpolizei (NAPO). Sie wurden nach der Veranstaltung ausgefragt und sollten Kontaktadressen der Verantwortlichen rausrücken. Weiterhin sollten sie Auskunft darüber geben, ob sie etwa vorhätten, in Helmstedt die 'ROTE FAHNE', das Zentralorgan der KPD, zu verkaufen. Auch der Direktor des Julianeum schaltete sich in diese Einschüchterungsmanöver ein und zitierte 2 Genossen des Schulkollektivs zu sich, um sie nach der Sozialistischen Oberschülerorganisation (SOSO, d.Vf.) Helmstedt auszufragen. Aber darauf sollten sich die Störungen seitens der herrschenden Klasse nicht beschränken. Am Tag der Veranstaltung tauchte die NAPO mit 5 Mann im Versammlungslokal auf und versuchte, unter dem Vorwand, die Veranstalter namentlich feststellen zu müssen, die Referenten am Sprechen zu hindern. Nachdem den Napos entschieden klargemacht worden war, daß dies juristisch nicht erforderlich sei, und die LIGA e.V. die Verantwortung für die Veranstaltung trüge, wurden sie unter stürmischem Beifall der Anwesenden aufgefordert, den Saal zu verlassen. Dem entsprachen sie nach einigem Zögern. Kurze Zeit darauf schoben sie jedoch durch eine Maueröffnung aus dem Nebenraum eine Kamera in den Saal und fingen an, wild herumzublitzen. Dieses Manöver wurde sofort von Lehrlingen und Schülern vereitelt, die sich mit dem Rücken vor die Kamera stellten und ein großes Transparent mit der Aufschrift 'Für eine Ausbildung im Dienste des Volkes' so vor die Maueröffnung spannten, daß den NAPOS der Blick in den Saal verwehrt wurde. Kurze Zeit darauf wurde das Lokal von Polizeieinheiten umstellt, die sich an den Fahrzeugen der Versammelten zu schaffen machten, um sei angeblich nach 'Fehlern' zu untersuchen. Trotz dieser Terrorisierungsversuche konnte die Veranstaltung diszipliniert durchgeführt werden, wurde die Bonner Resolution 'NIEDER MIT DEM JAPANISCHEN IMPERIALISMUS' (vgl. 18.9.1971, d.Vf.) von den anwesenden Schülern und Lehrlingen mit überwältigender Mehrheit gebilligt. In einem Flugblatt, das die Sozialistischen Oberschüler in Helmstedt und Schöningen nach der Veranstaltung verteilten und das zu zahlreichen Diskussionen auch während der Unterrichtsstunden führte, heißt es auf die Frage 'Warum haben sich die Sozialistischen Oberschüler überhaupt an dem Kampf gegen den Imperialismus beteiligt?'

'Wir stehen unter dem selben Einfluß der gleichen Erscheinungsform des Kapitalismus, unter der auch das japanische Volk leidet, des Imperialismus. Die Kräfte, die große Teile der Dritten Welt in Armut, Unmündigkeit und Abhängigkeit halten, sind dieselben, die auch uns schaden. (…) Unsere Aufgabe ist es, zusammen mit den unterdrückten Völkern der Dritten Welt gegen ein und dasselbe System zu kämpfen!' Das Beispiel der Helmstedter Genossen zeigt klar, daß den antiimperialistischen Kampf führen zugleich heißen muß: Kampf dem Abbau der demokratischen Rechte des Volkes!"

Berichtet wird auch durch die KPD (vgl. 22.10.1971).
Q: Internationale Solidarität Nr. 1, Berlin 10.2.1972, S. 4f; Rote Fahne Nr. 28, Berlin 22.10.1971, S. 7

18.12.1971:
Es beginnt die zweitägige 'Bonner Konferenz' der LgdI, auf der u.a. ein Text: "Alles für den Sieg des Kämpfenden Vietnam. Gemeinsame Erklärung der Teilnehmer der Konferenz der Liga gegen den Imperialismus" verabschiedet wird. Die Erklärung wird auch unterstützt von den Sozialistischen Oberschülern Helmstedt und Schöningen sowie der Aktionsgruppe junger Arbeiter und Lehrlinge Helmstedt und Schöningen. Dies ist eine Aufzählung aus der 'RPK', auf einem Flugblatt der LgdI unter dem Titel "Alles für den Sieg des kämpfenden Vietnam" fehlen die Helmstedter Aktionsgruppe. Durchgeführt wird die Kampagne (vgl. 10.2.1972) u.a. in: Helmstedt (vgl. 26.1.1972).
Q: Internationale Solidarität Nr. 1, Berlin 10.2.1972, S. 5; Rote Presse Korrespondenz Nr. 148, Berlin 31.12.1971;LgdI: Alles für den Sieg des kämpfenden Vietnam, o.O. (Berlin) o.J.

26.01.1972:
In Helmstedt wird, laut LgdI der KPD, das Antiimperialismus-Komitee (AIK) Helmstedt gegründet:"
Die Genossen gehen in ihrer Gründungserklärung besonders auf die Lage in Kleinstädten ein, in denen die LIGA zahlreichen Werktätigen eine wichtige Möglichkeit zur Organisierung bietet. Daraus ergibt sich für die Genossen, 'daß das Antiimperialismus-Komitee Helmstedt sowohl unter den Schülermassen als auch im proletarischen Bereich arbeiten wird mit dem Ziel, alle antiimperialistisch gesinnten Menschen in unserem Gebiet in einer Ortsgruppe der LIGA GEGEN DEN IMPERIALISMUS zusammenzuschließen."
Q: Internationale Solidarität Nr. 1, Berlin 10.2.1972, S. 5f

28.04.1972:
Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet:"
Bereits am Freitag hatten sich in Helmstedt über 50 Schüler, Lehrlinge und Jungarbeiter zu einer Versammlung zum 1.Mai zusammengefunden. Ein Genosse der KPD hielt ein Referat über den Befreiungskampf der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus.

Im zweiten Referat schilderte ein Genosse aus Helmstedt die Lage der arbeitenden Jugend und erläuterte die Forderungen des künftigen kommunistischen Jugendverbandes (KJV, d.Vf.). Danach ging ein zweiter Genosse auf die Perspektive der kommunistischen Fraktion im Schülerplenum Helmstedt ein, die im Aufbau des kommunistischen Oberschülerverbandes (KOV, d.Vf.) liegt.

Zu Beginn der Veranstaltung waren zwei Polizeispitzel erkannt aus dem Raum gewiesen worden. Am Schluß wurde eine Resolution vorgelegt, die sich gegen die Politik der DGB- und SPD-Spitze aussprach, und die alle Anwesenden zur Teilnahme an der zentralen Demonstration der KPD in Dortmund aufrief.

Diese Resolution wurde von der Mehrheit der Versammelten angenommen."

In der 'Roten Fahne' (RF) vom 19.4.1972 waren genauer Ort und Zeit noch nicht bekannt und als Datum wurde der 30.4. angegeben.

Laut OSK des KSV stimmten 26 für und 5 gegen die Resolution. Ein Klassenkollektiv gab ein Aufrufflugblatt heraus.
Q: Rote Fahne Nr. 41 und 42, Dortmund 19.4.1972 bzw. 3.5.1972, S. 1 bzw. S. 3; Kommunistische Schülerpresse Nr. 4, Berlin Mai 1972, S. 9

17.06.1972:
Das Nationale Vietnam Komitee (NVK) wird gegründet (vgl. 5.6.1972) und kann sich auf dieser ersten Delegiertenkonferenz (vgl. 7.10.1972) auf folgende 102 bereits existierende Vietnamausschüsse (VA) stützen, Anti Imperialismus Komitee (AIK) Helmstedt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr. 14, Dortmund 22.6.1972, S. 2 und 5; Internationale Solidarität Nr.5, Berlin 1972, S. 13;Rote Fahne Nr. 48, Dortmund 21.6.1972, S. 6;NVK: Bulletin Nr. 1 und 5, Bonn 1972;NVK: Resolution der Gründungsversammlung, Bonn 1972

19.06.1972:
Die Oberschülerkommission (OSK) des KSV der KPD gibt ihre 'Kommunistische Schülerpresse' (KSP) Nr.5 für Juni (vgl. Mai 1972, Sept. 1972) frühestens in dieser Woche heraus. In "Breite Resolutionsbewegung an den Schulen zur Unterstützung des kämpfenden Vietnam" werden als Verabschieder von Resolutionen u.a. genannt: die Sozialistische Oberschüler Helmstedt und das Antiimperialistische Komitee (AIK) Helmstedt.
Q: Kommunistische Schülerpresse Nr. 5, Berlin Juni 1972

28.06.1972:
In der Nr. 13 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 19.6.1972, 10.7.1972) setzt sich die KPD/ML-ZB mit den Spendensammlungen auseinander. Daran hat sich u.a. beteiligt die KJVD Ortsgruppe Schöningen.
Q: Rote Fahne Nr. 13, Bochum 28.6.1972

16.08.1972:
Die KPD verlautbart in der heutigen Nr. 56 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 9.8.1972, 23.8.1972) u.a. in einem Artikel "Aus der Arbeit der Vietnamausschüsse: Initiative, Mut und Beharrlichkeit", daß das NVK mittlerweile aus über 200 Vietnamauschüssen (über 50% Werktätige) bestehe. Weiter heißt es allerdings, daß die Schüler (sprich Oberschüler) in vielen Städten die zahlenmäßig stärkste Mitgliedergruppe, in manchen Kleinstädten gar die einzige Mitgliedergruppe seien. Dazu heißt es u.a.:"
In Helmstedt beschlossen die Oberschüler des Vietnamausschusses, einen Ernteeinsatz durchzuführen und das so verdiente Geld der FNL zu spenden."
Q: Dem Volke dienen Nr. 1, Dortmund 25.10.1972, S. 2; Rote Fahne Nr. 56, Dortmund 16.8.1972, S. 5

September 1972:
Die Oberschülerkommission (OSK) des KSV gibt zum letzten Male ihre 'Kommunistische Schülerpresse' (KSP) (vgl. Juni 1972, 9.10.1972) heraus, bei der nächsten Ausgabe ist bereits der Kommunistische Oberschülerverband (KOV) gegründet (vgl. 7.10.1972) und dessen Zeitung in 'Schulkampf' umbenannt. Berichtet wird von Schüler-Vietnamausschüssen (VA des NVK) u.a. aus Helmstedt.
Q: Kommunistische Schülerpresse Nr. 6, Berlin Sept. 1972, S. 11

Oktober 1972:
Der KAJB Wolfsburg gibt seinen 'Solidarischen Kampf' Nr.5 (vgl. März 1972, Dez. 1972) heraus. KAJBs gebe es mittlerweile in Wolfsburg, Göttingen, Holzminden, Osnabrück, Bremen und Hildesheim, dazu komme noch der KJB Freiburg und diverse Aufbaukomitees. Mit dem Sozialistischen Aktionskreis (SAK) Helmstedt arbeite man zusammen.
Q: Solidarischer Kampf Nr. 5, Wolfsburg Okt. 1972

07.10.1972:
Der Kommunistische Oberschülerverband (KOV), der aus der Oberschülerkommission (OSK) bei der Zentralen Leitung des KSV bzw. ab 9.7.1972 des KJV hervorgegangen ist, konstituiert sich auf einer Tagung in Berlin und wählt einstimmig die erste zentrale Leitung. Der KOV sieht sich selbst von der Gründung an als die stärkste kommunistische Schülerorganisation in der BRD und Berlin an, obwohl er vorerst nur in Berlin und NRW tätig wird. Über sympathisierende Organisationen verfüge er u.a. in Helmstedt.
Q: Dem Volke dienen Nr. 1, Dortmund 25.10.1972, S. 2; KOV: Materialien und Texte für die Agitation und Propaganda zur BRD-Imperialismus Kampagne, Berlin 1972;Schulkampf Nr. 1, Berlin Okt. 1972;Kommunistische Schülerpresse Nr. 6, Berlin Sept. 1972

18.10.1972:
In der Nr. 65 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 11.10.1972, 25.10.1972) gibt die KPD bekannt, daß sie zu den Bundestagswahlen einen Sonderdruck der 'Roten Fahne' mit dem Titel "Nur Volksfeinde stehen zur Wahl - stimmt ungültig!" in einer Auflage von 100 000 Exemplaren verbreitet hat. Neben den Regionen wo die KPD als Partei arbeite, sei dieser Sonderdruck u.a. auch verteilt worden in Helmstedt.
Q: Rote Fahne Nr. 65, Dortmund 18.10.1972

30.10.1972:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 9 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Dez. 1972) für Okt./Nov. heraus. Aufgerufen wird zu einer eigenen Veranstaltung (vgl. 7.11.1972).
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 9, Helmstedt Okt./Nov. 1972

07.11.1972:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt will eine Veranstaltung durchführen.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 9, Helmstedt Okt./Nov. 1972

08.11.1972:
Die KPD gibt in der Nr. 68 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 31.10.1972, 15.11.1972) bekannt, wo, außerhalb der Regionen in denen sie bereits als Partei arbeitet die 'Rote Fahne' verkauft wird. Hierbei handelt es sich u.a. um BKB, Siemens, City (alle Helmstedt).
Q: Rote Fahne Nr. 68, Dortmund 8.11.1972

09.11.1972:
Der KOV gibt die Nr. 2 seines 'Schulkampfs' (vgl. 9.10.1972, Dez. 1972) heraus. In Helmstedt gibt es neben dem KJV-Sympathisantenkollektiv auch noch eine Kommunistische Schülerfraktion in den Sozialistischen Oberschülern Helmstedt sowie ein Antiimperialismus Komitee (AIK). Auf der Juso-Fete wurde ihnen die Flugblattverteilung untersagt.
Q: Schulkampf Nr. 2, Berlin Nov. 1972

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16.11.1972:
Eine Bundestagswahlveranstaltung wird von der KPD in Helmstedt angekündigt.
Q: Rote Fahne Nr. 67, Dortmund 31.10.1972

Dezember 1972:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt die Nr. 10 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. 30.10.1972, 22.1.1973) heraus.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 10, Helmstedt Dez. 1972

09.01.1973:
Zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 ruft, laut einer in Dortmund verbreiteten Liste, auch der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt auf.
Q: N.N.: Aufruf Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn, Dortmund o.J. (Jan. 1973), S. 2

09.01.1973:
Der KOV der KPD berichtet: "Kommunistische Oberschüler Helmstedt gegründet!". Die KOH werden mit der KJV-Sympathisantengruppe und der künftigen LgdI-Ortsgruppe eng zusammenarbeiten und gingen aus einer ehemaligen AUSS-Gruppe hervor, die dann als Sozialistische Oberschüler aufgetreten war.
Q: Schulkampf Nr. 4, Berlin Jan. 1973, S. 11

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22.01.1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 11 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Dez. 1972, 2.4.1973) für Januar heraus. Aufgerufen wird zum Lenin-Liebknecht-Luxemburg (LLL) Treffen in Helmstedt (vgl. 26.1.1973).
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 11, Helmstedt Jan. 1973

26.01.1973:
Die DKP Helmstedt will ein Lenin-Liebknecht-Luxemburg (LLL) Treffen durchführen.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 11, Helmstedt Jan. 1973

April 1973:
Der KOV der KPD gibt einen Sonderdruck "Heraus zum 1. Mai" seines 'Schulkampf' (vgl. 11.3.1973, Mai 1973) heraus. Berichtet wird u.a. aus Helmstedt von der Ortsgruppe der LgdI und den Kommunistischen Oberschülern (KO) Helmstedt, die am Julianum tätig sind: "die Geheimpolizei wird auf sie angesetzt".
Q: Schulkampf Sdr.druck Heraus zum 1. Mai, Dortmund Apr. 1973, S. 2

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April 1973:
Vermutlich im April wird in Helmstedt, laut KJV der KPD, der DGB KJA aufgelöst.
Q: NK AjgpEuGa: Arbeiterjugend gegen politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse, Remscheid 1973

02.04.1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt die Nr.12 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' für April (vgl. Jan. 1973, 16.4.1973), vermutlich noch in dieser Woche heraus. Der Leitartikel befaßt sich vermutlich u.a. sowohl mit der KPD als auch mit einer Gruppe des späteren KBW:"
EIN OFFENES WORT

Auch hier in Helmstedt versuchen irregeführte junge Menschen mit maoistischen, trotzkistischen und anarchistischen Ideen die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Es ist zu erwähnen, daß die DKP mit diesen Gruppen keinerlei Verbindung hat und sich mit ihnen auf keinem Gebiet solidarisiert. Wir Kommunisten sind zur Aktionseinheit bereit, das heißt nicht um jeden Preis. Mag der eine oder andere sagen, es handelt sich doch um 'Linke'.

Links stehen wir, die Deutsche Kommunistische Partei (DKP).

Als links gebärdet sich der Sumpf des Anarchismus und ultralinken Sektierertums. Aber in Wahrheit beginnt dort bereits wieder rechts. Das zeigt die Deckungsgleichheit vieler politischer Positionen der Maoisten und Trotzkisten mit der äußersten Reaktion, vor allem ihr wilder Antisowjetismus.

Wenn wir eine solche unmißverständliche und kompromißlose Position gegenüber den maoistischen und trotzkistischen Gruppierungen und ihrer Politik beziehen, so übersehen wir allerdings keineswegs, daß viele Mitglieder und Anhänger dieser Gruppen ehrliche, systemkritische junge Menschen sind, die gegen den Imperialismus kämpfen wollen. Diese Mitglieder und Anhänger haben den ihnen ihr ganzes Leben eingetrichterten Antikommunismus noch nicht überwunden und werden von ihren Führern irregeführt und mißbraucht. Ihnen gegenüber besteht, wie wir in These 41 (des Düsseldorfer Parteitags - vgl. **.**.1971, d.Vf.) sagen, die Aufgabe darin, sie für den gemeinsamen Kampf gegen den Imperialismus zu gewinnen, vom Einfluß der Spalter zu lösen und auf unsere Partei zu orientieren.

Das kann allerdings nicht dadurch geschehen, daß wir Zugeständnisse an die antikommunistische Politik ihrer Gruppierungen machen, sondern nur in entschiedener, kompromißloser Auseinandersetzung mit ihren schädlichen Positionen. Wir Kommunisten müssen tagtäglich beweisen, daß wir die entschiedenste und aktivste antiimperialistische Kraft in unserem Lande sind."
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 12, Helmstedt Apr. 1973

16.04.1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 13 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. 2.4.1973, Mai 1973) heraus. Enthalten ist der zentrale Artikel gegen die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO), "Gewerkschaftsfeinde sind am Werk".
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 13, Helmstedt Apr. 1973

29.04.1973:
In Berlin führt der KOV der KPD heute seine Maiveranstaltung im Hauptgebäude der TU durch. Es berichten auch Vertreter aus Helmstedt und München.
Q: Schulkampf Sdr.druck Heraus zum 1. Mai und Nr. 7, Berlin Apr. 1973 bzw. Juni 1973, S. 1 bzw. S. 3

KOV_Schulkampf301

KOV_Schulkampf302


Mai 1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt die Nr. 14 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. 16.4.1973, Juni 1973) heraus.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 14, Helmstedt Mai 1973

29.05.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 22 (vgl. 23.5.1973, 6.6.1973) heraus und berichtet u.a. von der Gründung der Ortsgruppe Braunschweig der LgdI auf einer Veranstaltung mit 90 Personen von u.a. RFFK, KSV-Sympathisantengruppe, den Antiimperialismuskomitees (AIK), der LgdI Ortsgruppe Helmstedt und der umliegenden Vietnamausschüsse (VA) des NVK.
Q: Rote Fahne Nr. 22, Dortmund 29.5.1973, S. 2

Juni 1973:
Der Kommunistische Oberschülerverband (KOV) der KPD gibt seinen 'Schulkampf' Nr. 7 (vgl. Apr. 1973, Juli 1973) heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet von der eigenen Sympathisantengruppe Helmstedt, die auf der Berliner 1. Mai-Veranstaltung des KOV auftrat.
Q: Schulkampf Nr. 7, Berlin Juni 1973, S. 3

Juni 1973:
Vermutlich im Juni gibt die DKP ihren 'Roten Käfer' Nr. 13 für alle VW-Werke heraus. Im Artikel "Die Einheitsgewerkschaft stärken!" von Werner Hilke, ehemaliger DGB-KJA Vorsitzender aus Hannover heißt es:"
Merkwürdige Dinge geschehen im Bereich des DGB-Landesbezirks Niedersachsen. Da werden Kreisjugendausschüsse aufgelöst, wie in Hildesheim, Helmstedt, Braunschweig und Bremen. Zahlreiche Jugendausschüsse der Einzelgewerkschaften erleiden das gleiche Schicksal. Zwei Jugendsekretäre wurden mit sofortiger Wirkung beurlaubt, dann gekündigt und gleichzeitig aller gewerkschaftlicher Funktionen entbunden."
Q: Roter Käfer Nr. 13,Hannover 1973

Juni 1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt die Nr. 15 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Mai 1973, Aug. 1973) heraus. Folgender Leserbrief wird veröffentlicht:"
TRÄUMER UND ANARCHISTEN AM WERK

Sie nennen sich 'KPD'-Leute, dieser maoistische Haufen nennt sich 'revolutionäre Partei der Arbeiterklasse'.

Sie mißbrauchen seit langem den traditionsreichen Namen KPD in unverschämter Art und Weise. Diese Scheinrevolutionäre schrecken vor nichts zurück, wie jüngst von ihnen dargeboten in Dortmund, Frankfurt und Bonn, wo sie der Polizei blutige Straßenschlachten lieferten.

Frage: Wann wird die bewaffnete Auseinandersetzung folgen? Ich frage mich, wer sind die Geldgeber und Hintermänner? Diese Antikommunisten, sprich Maoisten, zeigen offen, wes Geistes Kind sie sind. Sie verfälschen offen und skrupellos die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Für ihre Zeitung haben sie den ehrenvollen Namen 'Rote Fahne' gestohlen. Mehr noch, diese Antikommunisten und Feinde der Sowjetunion und der DDR bezeichnen ihre Jugendgruppen als 'kommunistischen Jugendverband Deutschlands' (das trifft nicht so ganz zu, es sei denn, hier wäre der KJVD der KPD/ML-ZB, der auch in Helmstedt aktiv gewesen war, gemeint. Die KPD dagegen verfügt nur über den KJV, d.Vf.).

So mißbrauchen diese KPD-Maoisten die Tradition einer Partei, die von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründet wurde und einen Kampf für die Interessen des arbeitenden Volkes gegen die Nazis geführt hat. Diese KPD-Maoisten haben in der BRD freie Bahn. Wir, die Genossen der Deutschen Kommunistischen Partei werden dagegen mit Berufsverboten (BV, d.Vf.) verfolgt und das, wo hierzulande so gern von Demokratie gesprochen wird."
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 15, Helmstedt Juni 1973

02.06.1973:
In Helmstedt rief die LgdI der KPD für heute zu einer Demonstration gegen den portugiesischen Kolonialismus in Afrika auf.
Q: Rote Fahne Nr. 22, Dortmund 29.5.1973

20.06.1973:
In der Nr. 25 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 13.6.1973, 27.6.1973) erscheint ein Aufruf zur Demonstration "Hände weg von der KPD!" am 23.6.1973 in Karlsruhe. Dieser Aufruf wird unterstützt vom nationalen Sekretariat der Komitees Hände weg von der KPD! und den Ortskomitees u.a. in Helmstedt und durch die Kommunistischen Oberschüler (KO) Helmstedt.

Aus Niedersachsen wird u.a. berichtet über die Antiimperialismuskomitees (AIK) Braunschweig und Helmstedt und den Vietnamausschuß Helmstedt. Spenden für die Vietnamhilfe alles für den Sieg gingen u.a. ein vom Vietnamausschuß Helmstedt.
Q: Rote Fahne Nr. 25, Dortmund 20.6.1973, S. 7

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28.06.1973:
In Göttingen gibt der Kommunistische Studentenbund (KSB) seinen 'Roten Kurs' Nr. 42 (vgl. 25.6.1973, 8.10.1973) heraus mit dem Artikel "Gewerkschaftsausschlüsse: Konzertierte Reaktion" zu den UVB, wobei berichtet wird von der Drucktarifrunde (DTR), sowie den Ausschlüssen gegen Thomas Klingeberg aus der IGM Göttingen, gegen 7 Kollegen in Bremen, die Auflösung der DGB KJAs in Braunschweig, Bremen, Helmstedt und Hildesheim, sowie gegen Heine und Bergmann.
Q: Roter Kurs Nr. 42, Göttingen 28.6.1973, S. 9

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August 1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt vermutlich im August die Nr. 16 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Juni 1973, Sept. 1973) heraus, die uns bisher leider nicht zugänglich war.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 15 und 18, Helmstedt Juni 1973 bzw. Okt. 1973

01.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 31 (vgl. 25.7.1973, 8.8.1973) heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet aus Helmstedt vom Infostandverbot gegen das Komitee "Hände weg von der KPD" und den Vietnamausschuß (VA) des NVK.
Q: Rote Fahne Nr. 31, Dortmund 1.8.1973, S. 2

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September 1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt vermutlich im September die Nr. 17 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Aug. 1973, Okt. 1973) heraus, die uns bisher leider nicht zugänglich war.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 15 und 18, Helmstedt Juni 1973 bzw. Okt. 1973

Oktober 1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt die Nr. 18 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Sept. 1973, Dez. 1973) heraus.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 18, Helmstedt Okt. 1973

27.10.1973:
In Niedersachsen richtet der KOV der KPD vermutlich an diesem Wochenende eine regionale Leitung ein, die sich auf Zellen (vgl. 27.10.1973) in Barsinghausen, Gehrden und Helmstedt stützen kann. Bald sollen Zellen auch in Braunschweig und Hannover aufgebaut werden.
Q: Schulkampf Nr. 11, Dortmund Nov. 1973

02.11.1973:
In Bremen gibt die Zelle Atlas-Elektronik des KBW vermutlich Ende dieser Woche die Nr. 8 ihres 'Radars' (vgl. Juli 1973, 12.11.1973) heraus mit dem Artikel "Stillegung - mehr Profit auf Kosten der Kollegen" zum Krupp Ferrolegierungswerk in Söllingen.
Q: Das Radar Nr. 8, Bremen Nov. 1973, S. 7

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07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 6 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt an Schulen 6 Exemplare.
Q: SAK Helmstedt: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 6, o.O. (Helmstedt) o.J. (Nov. 1973)

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 6 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt insgesamt 71 Exemplare, davon 21 im Stadtverkauf in Helmstedt, 18 im Buchladen, 20 sonstwo und weitere an Schulen und in Schöningen.
Q: SAK Helmstedt: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 6, o.O. (Helmstedt) o.J. (Nov. 1973)

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 6 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt im Stadtverkauf in Schöningen 6 Exemplare.
Q: SAK Helmstedt: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 6, o.O. (Helmstedt) o.J. (Nov. 1973)

22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 7 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt an Schulen 13 Exemplare.
Q: SAK Helmstedt:KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 7, o.O. (Helmstedt) o.J. (1973)

22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 7 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt insgesamt 70 oder 72 Exemplare, davon 18 im Stadtverkauf, 11 im Buchladen, 28 sonstwo und weitere an Schulen.
Q: SAK Helmstedt: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 7, o.O. (Helmstedt) o.J. (1973)

Dezember 1973:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt eine Ausgabe seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Okt. 1973, Feb. 1974) heraus.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald, Helmstedt Dez. 1973

05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 8 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt an Schulen 5 Exemplare.
Q: SAK Helmstedt: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 8, o.O. (Helmstedt) o.J. (Dez. 1973)

05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 8 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt insgesamt 66 Exemplare, davon 13 im Stadtverkauf, 15 im Laden, 33 sonstwo und weitere an Schulen.
Q: SAK Helmstedt: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 8, o.O. (Helmstedt) o.J. (Dez. 1973)

16.12.1973:
Für den KBW (vgl. 23.1.1974) berichtet die Leitung des Sozialistischen Aktionskreises (SAK) Helmstedt über die SJD:"
Falken spalten Aktionseinheit. Falken arbeiten dem Ordnungsamt in die Hände

Helmstedt. Am 16.12.73 wurde das Komitee 'Kampf der politischen Unterdrückung' gegründet. Anlaß dafür waren die Unterdrückungsmaßnahmen des Ordnungsamtes Helmstedt, das seit Februar 1973 das verteilen von Flugblättern genehmigungspflichtig machte und alle politischen Gruppen, die sich dieser Genehmigungspflicht nicht beugten, strafrechtlich verfolgen ließ. Das Ordnungsamt stützt sich dabei auf den § 18 des Niedersächsischen Straßengesetzes. Mit den Maßnahmen des Ordnungsamtes soll die Verbreitung fortschrittlicher Meinungen und der kommunistischen Propaganda in der Arbeiterklasse und den anderen Lohnabhängigen unterdrückt werden. Das ist für die Kapitalisten und ihren Staat gerade für die jetzigen Tarifverhandlungen wichtig, in denen ein Reallohnabbau durchgesetzt werden soll. der Sozialistische Aktionskreis schreibt:
'Mit Ausnahme der 'Falken', die eine Bedenkzeit forderten, nahmen alle anwesenden Vertreter die Plattform an. Die 'Falken' erklärten jedoch einen Tag später, daß man keine Aktionseinheit mit Gruppierungen wie Gruppe Rote Fahne (KPD, d. Vf.), KPD/ML, Liga gegen den Imperialismus und KBW eingehen könne, da diese Gruppierungen die Politik der 'Thälmann-KPD' verfolgen würden. Diese Politik führe aber, so sagten sie, zu einer Verwirrung der Arbeiterklasse. Dies bedeutet eine klare Spaltung der Aktionseinheit durch die 'Falken', denn in dieser Aktionseinheit ging es darum, ein eng eingegrenztes Ziel zu erreichen und nicht darum, sich auf die Linie der einen oder anderen Organisation zu stellen.

Aber gerade an diesem Spaltungsmanöver kann man erkennen, welche politische Linie die 'Sozialistische Jugend Deutschlands' im Grund verfolgt.

Unter dem Decknamen 'sozialistisch' versuchen sie bewußt und im Auftrage der Bourgeoisie rechtsopportunistische Strömungen in die Arbeiterbewegung hineinzutragen. Der Sozialistische Aktionskreis Helmstedt, der in Kürze einen Aufnahmeantrag an den Kommunistischen Bund Westdeutschland stellen wird, propagiert weiterhin eine breite Aktionseinheit. Er wird allen linkssektiererischen und rechtsopportunistischen Spaltungsversuchen entgegentreten.

Der Sozialistische Aktionskreis Helmstedt fordert den Ortsverband der 'Falken' auf, diesem spalterischen Beschluß ihres höchsten Gremiums nicht zu folgen. Gleichzeitig fordert der Sozialistische Aktionskreis die Jusos, die Jungdemokraten, die Junge Union, die DKP und die Gewerkschaftsjugend auf, sich der Aktion anzuschließen."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 2, Mannheim 23.1.1974, S. 15

19.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr. 9 des KBW verkauft der Sozialistische Aktionskreis (SAK) Helmstedt 120 Exemplare, davon 4 an Betrieben, 78 im Stadtverkauf, 17 im Laden und 21 sonstwo. Berichtet wird:"
Die Käufer sind zu 80% ältere Kollegen zwischen 35 - 70 Jahre. Die meisten Käufer kommen bei uns aus der Arbeiterklasse, relativ wenig Schüler."
Q: SAK Helmstedt: KVZ-Verkaufsstatistik Nr. 9, o.O. (Helmstedt) o.J. (Jan. 1974)

Februar 1974:
Der DKP Kreisvorstand Helmstedt gibt die Nr. 1 seiner 'Tatsachen zwischen Elm und Lappwald' (vgl. Dez. 1973) heraus, welches die letzte uns derzeit vorliegende Ausgabe ist.
Q: Tatsachen zwischen Elm und Lappwald Nr. 1, Helmstedt Feb. 1974

09.02.1974:
Der KBW berichtet von der eigenen, auf der heutigen ZK-Sitzung gebildeten, neuen Ortsaufbaugruppe in Helmstedt. Sie geht hervor aus dem Sozialistischen Aktionskreis (SAK) und arbeitet im IGBE-Bereich mit einer Betriebszeitung bei den BKB.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 4, Mannheim 20.2.1974, S. 2

März 1974:
Der KJV der KPD gibt sein 'Kämpfende Jugend Agitationsheft' Nr. 4 (vgl. Feb. 1974) unter dem Titel "Wir werden kämpfen, wir werden siegen - unabhängige Jugendzentren werden wir kriegen!" heraus. Berichtet wird u.a. aus Helmstedt, wobei u.a. die Jusos der SPD Erwähnung finden.
Q: Kämpfende Jugend Agitationsheft Nr. 4, Dortmund März 1974

23.03.1974:
Der KBW (vgl. 3.4.1974) berichtet mit Hilfe seiner Ortsgruppe Wolfsburg / Gifhorn:"
Königslutter: Breiter Schulstreik

In unserer Gegend (Ostniedersachsen) spitzt sich der Kampf der Volks- und Realschullehrer gegen die untragbaren Zustände im Volksbildungswesen enorm zu. Nachdem schon vor einigen Wochen in Neuhaus die Schulkinder von ihren Eltern nicht zur Schule geschickt worden waren, griffen nun auch in Königslutter / Elm die Eltern von rund 500 Realschülern zu Kampfmaßnahmen gegen die miserablen Verhältnisse an der Realschule.

Seit mehr als zehn Jahren ist die Realschule in den schlimmsten Räumen untergebracht und seit fünfzehn Jahren war immer wieder ein Neubau versprochen worden. Planungen gab es auch schon, im letzten Jahr hätte mit dem Bau begonnen werden müssen. Im ersten Bauabschnitt, mit dem erst in den nächsten Monaten begonnen werden soll, ist allerdings nur die Unterbringung der Orientierungsstufe vorgesehen, was für die Realschule keine Entlastung bringt.

'Der Rat der Stadt hatte zwar beschlossen, das Gesamtschulprojekt ohne Verzug zu vollenden. Der Landkreis Helmstedt hat auch im Etat 1974 rund 1,5 Millionen Mark für den Schulbau in Königslutter bewilligt. Dies genügt den Eltern aber nicht. Sie seien realistisch genug, um zu wissen, daß nur bei Inangriffnahme des Gesamtrohbaus Aussicht auf Verwirklichung des Vorhabens bestehe und lehnten daher jeden Kompromiß oder bloße Absichtserklärungen von vornherein als unzureichend ab, hieß es in der Entschließung.' (Wolfsburger Allgemeine vom 26. März)

Aus diesem Grund holten dann auch mehr als hundert Eltern ihre Kinder am Samstag, den 23. März, nach der ersten Unterrichtsstunde zu einem Protestmarsch durch Königslutter ab, nachdem der Elternrat am Abend vorher den Schulstreik beschlossen hatte. Am darauf folgenden Montag und Dienstag (dann gab es Osterferien) erschien kein einziger Schüler mehr zum Unterricht."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 7, Mannheim 3.4.1974, S. 11

03.04.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 20.3.1974, 17.4.1974) Nr. 7 heraus. Berichtet wird u.a. von der KBW-Ortsaufbaugruppe Helmstedt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 7, Mannheim 3.4.1974, S. 1

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08.04.1974:
In Wendeburg und Lehre im Kreis Helmstedt wird vermutlich in dieser Woche, laut und mit KPD, das Kampfkomitee "Ersatzlose Streichung des Bundeswehr-Munitionslagers im Zweidorfer Holz" durch Schüler, Lehrlinge, einen Arbeiter und einen Bauern gegründet, während die DKP abseits steht.
Q: Rote Fahne Nr. 16, Dortmund 17.4.1974, S. 6

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09.04.1974:
Vor dem Rathaus Helmstedt hält Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), der am Vortag bereits bei den BKB auf der Belegschaftsversammlung auftrat, eine Rede.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 8, Mannheim 17.4.1974, S. 2

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24.04.1974:
Der KJV der KPD gibt seine 'Kämpfende Jugend' (KJ) Nr. 8 (vgl. 8.5.1974) heraus. Spenden kamen u.a. aus Helmstedt.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 8, Dortmund 24.4.1974

17.07.1974:
In der Nr. 29 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 10.7.1974, 24.7.1974) berichtet die KPD u.a. über Braunschweig 1933 u.a. über Rieseberg.
Q: Rote Fahne Nr. 29, Dortmund 17.7.1974, S. 8

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16.09.1974:
In Helmstedt demonstrieren, laut KPD, vermutlich in dieser Woche 4 000 Bauern. Unter ihnen agitieren der Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) der KPD, der KSV, die LgdI sowie eine Lehrerin und u.a. ihre Schüler, die als Genossen bezeichnet werden.
Q: Rote Fahne Nr. 39, Dortmund 25.9.1974, S. 5

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02.12.1974:
In Braunschweig erscheint vermutlich Anfang bis Mitte dieser Woche vom Aktionskomitee gegen Polizeiterror und Klassenjustiz ein Flugblatt für die Solidarität mit einem Liga-Mitglied aus Helmstedt (vgl. 10.12.1974).
Q: Aktionskomitee gegen Polizeiterror und Klassenjustiz: Klassensolidarität gegen die Kriminalisierung sozialistischer und kommunistischer Organisationen, O. O. (Braunschweig) o. J.

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10.12.1974:
In Braunschweig soll heute und morgen ein Prozess gegen ein Liga-Mitglied aus Helmstedt stattfinden (vgl. 2.12.1974).
Q: Aktionskomitee gegen Polizeiterror und Klassenjustiz: Klassensolidarität gegen die Kriminalisierung sozialistischer und kommunistischer Organisationen, O. O. (Braunschweig) o. J.

30.04.1975:
In der Nr. 17 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 23.4.1975, 7.5.1975) berichtet die KPD in der Rubrik Klassenjustiz u.a. über die LgdI OG Helmstedt.
Q: Rote Fahne Nr. 17,Dortmund 30.4.1975, S. 2

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12.05.1975:
Die KPD führt vermutlich in dieser Woche Solidaritätsaktionen für die Freilassung der 18 in Ostberlin (DDR - vgl. 9.5.1975) festgenommenen KPDler in Helmstedt bzw. Marienborn mit 50 Teilnehmern durch.
Q: Rote Fahne Nr. 20, Köln 21.5.1975, S. 1

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16.06.1975:
Der KBW (vgl. 26.6.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß in Helmstedt eine Initiative oder Komitee gegen den Paragraphen 218 gegründet wurde bzw. sich dem eigenen Aufruf für Volksentscheid und Demonstration am 21.9.1975 angeschlossen habe.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975

21.05.1976:
Bei Helmstedt führt, laut KPD, ihr KJVD eine Grenzkundgebung gegen den IX. Parteitag der SED der DDR durch.
Q: Rote Fahne Pressedienst Nr. 21, Köln 25.5.1976, S. 2

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08.06.1977:
Bei einer § 88a Beschlagnahmeaktion von ca. 40 Titeln des Oberbaumverlages in Helmstedt wird ein LKW aus Westberlin mit mindestens 360 Büchern betroffen.
Q: Der Paragraphenkotzer Nr. 4, Hannover Juni 1977, S. 13

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Letzte Änderung: 05.03.2017