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Hannover: Fahrpreiserhöhungen der ÜSTRA und Aktion Roter Punkt

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 28.11.2011

Die bereits von Dietmar Kesten analysierten Rote Punkt Aktionen des Jahres 1969 in Hannover besaßen eine Vorbildfunktion nicht allein für die wenig später in Heidelberg einsetzenden Proteste, sondern auch zahlreiche weitere Proteste in anderen Städten und späteren Jahren. Immer wieder finden sich Verweise auf Hannover 1969.

In Hannover selbst zeigen sich die Akteure des Vorjahres 1970 bei den nächsten Fahrpreiserhöhungen erneut unwillig, dies hinzunehmen. Ihre Aktionen aber erreichen nicht die Größe wie im Jahr zuvor.

Zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt es offenbar wieder anläßlich der Fahrpreiserhöhungen 1972 und 1975, während hier derzeit von den Fahrpreiserhöhungen 1977 und 1978 noch wenig berichtet werden kann.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

01.05.1969:
In Hannover gelingt es, laut 'RPK', SDS-Genossen, den "SPD-Opportunisten Leber … auf dem Klagesmarkt am Reden zu hindern, ohne dabei auf den Widerstand der Arbeiter zu stoßen. Dennoch wurde versäumt", die Frage der Fahrpreiserhöhungen der ÜSTRA (vgl. 1.6.1969) "rechtzeitig und öffentlich zu diskutieren."
Die Aktionäre hatten nämlich die dritte Erhöhung seit 1964 von 70 Pf. auf 80 Pf. ohne, und von 80 Pf. auf 90 Pf. mit Umsteigeberechtigung beschlossen. Der SPD-Magistrat habe sich bereitwillig den Sachzwängen untergeordnet und die ÖTV die Ruhe bewahrt, um die anstehenden Lohnerhöhungen nicht zu gefährden. "In ihren Feiertagsreden zum 1.Mai verloren die Gewerkschaftsfunktionäre denn auch kein Wort über die Üstra-Preise."
Quelle: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969

Juni 1969:
Für die DKP berichtet Jochen Mandel (vgl. 6.2.1971):"
NACH 10 TAGEN WAREN DIE ÜSTRA-BOSSE 'AUSGEPUNKTET'

ROTER PUNKT-HANNOVER: IM JULI 1969 SIEGTE EINE GANZE STADT, WEIL SIE EINHEITLICH UND GESCHLOSSEN HANDELTE

Wenn heute erneut viele Nahverkehrsgesellschaften ihre Fahrpreise erhöhen, dann wird häufig von Arbeitern und Angestellten, von Schülern und Studenten die Forderung erhoben, diesen unsozialen Maßnahmen durch eine 'Rote-Punkt-Aktion' zu begegnen. So, wie es im Juli 1969 in Hannover geschah, als eine ganze Stadt 'denen da oben' bewies, daß sie längst nicht machen können, was sie wollen, wenn 'die da unten' damit nicht einverstanden sind.

Denn als die Hannoversche Verkehrsgesellschaft ÜSTRA damals eine Erhöhung ihrer Fahrpreise ankündigte, ahnte sie sicherlich nicht, daß sie damit den Anlaß für eine der bedeutsamsten und wirkungsvollsten sozialpolitischen Protestaktionen der Bundesrepublik lieferte: der Roten-Punkt-Aktion.

Die Fahrpreise der ÜSTRA sollten um 33 1/3 Prozent erhöht werden. Zur gleichen Zeit aber wurde eine Gewinnausschüttung von 1,4 Millionen DM oder sechs Prozent für das Jahr 1968 beschlossen. Schon am Tage, als die beabsichtigte Preiserhöhung bekannt wurde, breitete sich Unruhe innerhalb der Bevölkerung aus. Der Club Voltaire lud zu einem öffentlichen Forum ein, um dort die Vertreter der Stadt zu befragen, warum sie diesen ungerechten und unsozialen Fahrpreiserhöhungen ihre Zustimmung gaben.

Die im Rathaus vertretenen Parteien und die ÜSTRA-Verwaltung lehnten es jedoch ab, sich an dem Forum zu beteiligen. Die Stadt weigerte sich sogar, Räumlichkeiten zur Durchführung des Forums zur Verfügung zu stellen.

Daraufhin setzten sich Vertreter von 21 Organisationen, unter ihnen katholische und evangelische Jugendorganisationen, SHB, SDAJ, Jungdemokraten (Judos der FDP,d.Vf.) und die DKP zusammen, um über gemeinsame Forderungen und Aktionen zu beraten.

Erstes Ergebnis war der Beschluß, eine Protestkundgebung durchzuführen. Einig war man sich aber auch darüber, daß eine bloße Anprangerung der Fahrpreiserhöhungen keinesfalls genügte. Es kam zur Entwicklung eines gemeinsamen Forderungskataloges.

Die Forderungen drückten sich in folgender Losung aus: 'Runter mit den erhöhten Fahrpreisen, neue Tarifgestaltung, Überführung der ÜSTRA in städtisches Eigentum - weg mit den Steuern und Dividenden.'

Schon nach den ersten, nur von etwa 500 Teilnehmern besuchten Kundgebung kam es zur zeitweiligen Stillegung des Verkehrs am Hauptbahnhof. In Diskussionen mit Passanten zeigten sich erste Anzeichen eines Solidarisierungsprozesses. An der zweiten Kundgebung nahmen bereits 1 500 Personen teil. Ihre Zahl wuchs von Tag zu Tag.

Nach jeder Kundgebung wurde zum Steintor, dem neuralgischen Punkt der ÜSTRA marschiert, um dort die Schienen zu blockieren. Dabei wurde darauf geachtet, nicht den Autoverkehr zu belästigen. An Kreuzungen wurden sogar extra Durchfahrmöglichkeiten für die Autofahrer geschaffen.

In den ersten Tagen ging die Polizei mit Tränengas, Knüppeln und Festnahmen gegen die Demonstranten vor. Gegen die immer größer werdende Zahl der Protestierenden und die Welle der Sympathie aus der Bevölkerung war sie jedoch machtlos. 104 Demonstranten konnten festgenommen werden, aber nicht Zehntausende. Die auf einige Hundertschaften verstärkte Polizei rückte nach eingen Tagen ab. Die eigentliche Rote-Punkt-Aktion begann erst, als die ÜSTRA ihren Verkehr völlig einstellte. Zweifellos in der Hoffnung, durch ein Verkehrschaos den Widerstand und die Welle der Solidarität zu ersticken, die vor allem aus den Betrieben heraus immer stärker wurde.

Die Rechnung der ÜSTRA-Oberen ging nicht auf. Eine schon vom ersten Tage der Proteste an von Studenten der Technischen Universität (TU,d.Vf.) organisierte Rote-Punkt-Organisation weitete sich aus und ersetzte innerhalb weniger Tage den ÜSTRA-Verkehr voll und ganz. An allen großen Straßenbahnhaltestellen, die mit Lautsprecheranlagen versehen waren, hielten Autos auf den Schienen, wo sonst die Straßenbahnen fuhren. Lastwagen, Busse, alles hielt an. Jugendliche riefen aus: 'Wer will nach Ricklingen? Wer will nach Linden? Wer will in die Innenstadt?' usw. Alles ging reibungslos vor sich, denn die jungen Arbeiter und Studenten regelten den Verkehr zügiger als die Polizei.

Täglich wurden bis zu 40 000 Flugblätter verteilt, um die Bevölkerung zu informieren.

In den Betrieben wurden rote Punkte an Autofahrer verteilt und Geld gesammelt. Auch der DGB Hannover stellte sich im Namen seiner 120 000 Mitglieder voll hinter die Aktion, ohne jedoch dem Initiatorenkreis beizutreten. Seine Stellungnahme enthielt jedoch die gleichen Forderungen, die auch das Aktionsbündnis erhob. Nach zehn Tagen mußte der Rat der Stadt in einer außerordentlichen Sitzung den Forderungen der Demonstranten stattgeben."
Q: Unsere Zeit Nr. 6,Düsseldorf 6.2.1971,S.3

01.06.1969:
Heute treten, laut 'RPK', die Fahrpreiserhöhungen in Hannover bei der ÜSTRA (vgl. 1.5.1969, 7.6.1969) in Kraft, wobei zuerst kein Widerstand sichtbar wurde. Der Rat der Stadt hatte zwischen heute und dem 1.Mai auch die Freigabe des Freizeitheims in Ricklingen verweigert, in der eine Gruppe des Club Voltaire mit Parteien und DGB diskutieren wollte. Aber:"
Die herrschenden Bürokraten in Stadt- und Landesregierung kalkulierten nicht ein, daß die Massen, angespornt durch die beispielhaften Aktionen der Schüler, jungen Arbeiter und Studenten von verbalen Unmutsäußerungen zum offenen Widerstand gegen die menschenfeindliche Staatsgewalt übergehen würden."

Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Nov. 1970) berichtet, daß es auch zum Einsatz des BGS gegen die Blockaden kommt.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 5,Bochum Nov. 1970,S.6; SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969,S.*

05.06.1969:
An der Universität Hamburg erscheint die 'Unilife' Nr.7 (vgl. 9.5.1969, 22.6.1969). Angekündigt wird eine Aktion Roter Punkt (ARP) gegen die Fahrpreiserhöhungen, wie sie bereits in Berlin, Bochum, Kiel und Hannover angelaufen sei.
Q: Unilife Nr.7,Hamburg 5.6.1969,S.1

07.06.1969:
In Hannover werden heute, laut RJ/ML, Straßenbahnblockaden durchgeführt. Laut 'RPK' ruft der SDS zu einer ersten Protestversammlung gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 1.6.1969, 8.6.1969) und anschließender Straßenbahnblockade auf, woran sich ca. 250 Schüler, Lehrlinge und Studenten beteiligen. Bemängelt wird, daß der SDS nicht von Anfang an eine klare sozialistische Zielsetzung verfolgte, so daß heute keine roten Fahnen getragen wurden. Dadurch konnte die Bewegung teilweise von Stadt, DGB und Presse eingemeindet werden. Ein Fehler war dies auch, weil "die DKP, die über einen guten technischen Apparat und ein relativ ausgebautes Netz von Vertrauensleuten in den Hannoverschen Betrieben verfügt, die Bewußtseinsentwicklung der Arbeiter nicht analysiert hat und deshalb die Rote-Punkt-Aktion ähnlich wie die Bild-Zeitung nicht als antikapitalistischen Kampf auffaßte, sondern als solidarische Bürgerhilfe, getragen von einem 'freien demokratischen Bündnis' aus 'Christen, Liberalen, Sozialisten und Kommunisten' (vgl. UZ-Extrablatt, Juni 69)".
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; Rebell Nr. 10,Mannheim Juni 1969, S. 5ff

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08.06.1969:
In Hannover demonstrieren, laut 'IAK', lediglich ein paar hundert Studenten gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 7.6.1969, 9.6.1969).
Q: Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr. 19,Eschborn Juni 1969

09.06.1969:
In Hannover demonstrieren, laut 'IAK', 1 000 - 1 500 gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 8.6.1969, 10.6.1969). Die Polizei setzt Tränengas ein. Laut 'RPK' nehmen die vom SDS organisierten Proteste durch Straßenbahn Blockaden solche Ausmaße an, daß 5 Hundertschaften Bereitschaftspolizei und Tränengas eingesetzt werden. Es kommt zu Massenverhaftungen.

Der AStA der TU veröffentlicht ein Flugblatt "Bürger Hannovers!" welches auf die heutige Verteilung des Roten Punktes hinweist.
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr. 19,Eschborn Juni 1969;AStA der TU: Bürger Hannovers!, Hannover 9.6.1969

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10.06.1969:
In Hannover demonstrieren, laut 'IAK', 2 000 - 3 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 9.6.1969, 11.6.1969). Die IAK verteilt ein Flugblatt. Laut 'RPK' nehmen die Straßenbahnblockaden erneut solche Ausmaße an, daß 5 Hundertschaften Bereitschaftspolizei und Tränengas eingesetzt werden. Es kommt zu Massenverhaftungen.

Vermutlich heute erscheint ein Flugblatt "Hannoveraner!" des Club Voltaire e.V., welches die zum Protest aufrufenden Gruppen benennt.
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr. 19,Eschborn Juni 1969;Club Voltaire e.V.: Hannoveraner!, Hannover o. J. (1969)

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11.06.1969:
In Hannover wird eine Kundgebung gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 10.6.1969, 12.6.1969) vor dem Rathaus, laut 'IAK', von weit mehr als 7 000 Personen besucht.

Laut RJ/ML beteiligen sich 7 000 an den Straßenbahnblockaden. Laut 'RPK' wird in einem Flugblatt des DGB u.a. ausgeführt:"
Hannoveraner! Üstra-Fahrpreiserhöhungen - unsozial und ungerecht - stehen im Widerspruch zur Preis- und Geldstabilität und treffen in erster Linie die wirtschaftlich Schwachen, Rentner und Arbeitnehmer!"
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; Rebell Nr. 10,Mannheim Juni 1969;Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr. 19,Eschborn Juni 1969

12.06.1969:
In Hannover wird, laut 'RPK', in einem Flugblatt des von der DKP kontrollierten Club Voltaire zu den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 11.6.1969, 13.6.1969) u.a. ausgeführt:"
Bürger und Demonstranten! Wehrt Euch gegen einzelne Provokateure! Ihre Handlungen richten sich gegen unsere Vorstellungen und Absichten. Wer aus reiner Zerstörungswut handelt, sollte der Polizei übergeben werden! Gewalt ist nicht unsere Methode!" Diese geht vermutlich u.a. von den aus Berlin angereisten SDS-Mitgliedern aus.

Die Betriebsprojektgruppe im SDS Hannover veröffentlicht ein Flugblatt "Uestra-Boykott – Aktion ROTER PUNKT".
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; SDS-Betriebsprojektgruppe: Uestra-Boykott – Aktion ROTER PUNKT, Hannover o. J. (12.6.1969)

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13.06.1969:
Vermutlich frühestens heute beginnt in Heidelberg der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen, der, laut 'RPK', aus den Erfahrungen in Hannover (vgl. 7.6.1969) lernend, von Anfang an vom SDS unter roten Fahnen geführt worden sei.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 31,Berlin 19.9.1969; SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969

13.06.1969:
In Hannover kommt es in der Frage der Fahrpreiserhöhungen (vgl. 12.6.1969, 14.6.1969), laut 'RPK', zu einem Kompromiß von einem Preis von 50 Pfennig.

Heute erscheint die Arbeiter-, Schüler- und Studentenzeitung 'Extrablatt' Nr. 1 (vgl. 16.6.1969) gegen eine Spende von 10 Pfennig.
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; Extrablatt Nr. 1, Hannover 13.6.1969

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14.06.1969:
Die Betriebsprojektgruppe im SDS Hannover veröffentlicht ein Flugblatt "Wenn unser starker Arm es will, stehen ÜSTRA-Räder still – und nicht nur die!".

Von der Schülerbasisgruppe erscheint vermutlich heute das Flugblatt "Üstraaktion".

Vermutlich heute wird ein "Resolutionsantrag" veröffentlicht, der auf einer Versammlung vorgelegt wird und die Hannoverschen Zeitungen zum Abdruck einer durch Steuergeldern finanzierten Anzeige bzw. Gegendarstellung gegen die Anzeige des Bürgermeisters und des Oberstadtdirektors vom 12.6.1969.
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; SDS-Betriebsprojektgruppe: Wenn unser starker Arm es will, stehen ÜSTRA-Räder still – und nicht nur die!, Hannover o. J. (14.6.1969);Schülerbasisgruppe: Üstraaktion, O. O. (Hannover) o. J. (1969);N. N.: Resolutionsantrag, Hannover o. J. (1969)

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16.06.1969:
Der SDS Heidelberg (vgl. Aug. 1969) berichtet von den Aktionen Roter Punkt (ARP) gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 15.6.1969, 17.6.1969):"
Sicher war der Stadtbürokratie nach den Erfahrungen in Hannover, auf die wir in der Agitation immer wieder hinwiesen, die ursprünglich geplante Taktik eines massiven Polizeieinsatzes bei gleichzeitiger Hetze gegen die Betroffenen zunächst suspekt geworden."
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 31,Berlin 19.9.1969

16.06.1969:
Der AStA der FU Berlin gibt zusammen mit der Betriebsgruppe des SDS Hannover vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Rote Punkte gegen Unternehmer!" heraus, welches die Berliner Studenten zur Fahrt nach Hannover aufruft.
Q: AStA FU, SDS-Betriebsgruppe Hannover: Rote Punkte gegen Unternehmer!, O. O. (Berlin) O. J. (1969)

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16.06.1969:
In Hannover werden, laut 'RPK', vom DGB alle Betriebsräte und Vertrauensleute in das Gewerkschaftshaus gerufen, wo es dem DGB gelungen sei, ihnen die Zustimmung zu dem Kompromiß zu den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 13.6.1969, 19.6.1969) "aufzuschwatzen. Er war jedoch machtlos, als Vertrauensleute und Betriebsräte mehrheitlich darauf bestanden, einen Satz aus einem abwieglerischen DGB-Flugblatt zu streichen, der sich von revolutionärer Gewalt distanzierte." Bei diesem Flugblatt handelt es sich vermutlich um eines unter dem Titel "Hannoveraner!".


Bei AEG Telefunken Berlin-Schwedenstraße (vgl. Juni 1969) wird das heutige Flugblatt der Arbeiter, Schüler, Lehrlinge und Studenten, "Roter Punkt für die ÜSTRA" Nr. 2 (vgl. 13.6.1969, 20.6.10969) dokumentiert.
Q: AEG Telefunken Betriebskorrespondenz Nr. 8, Berlin Juni 1969, S. 4f; DGB-KV Hannover: Hannoveraner!, Hannover o. J. (1969);SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969

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18.06.1969:
Die Berliner Basisgruppe Zehlendorf gibt eine Ausgabe ihrer 'Informationen für die Arbeiter und Angestellten in den Zehlendorfer Fabriken' (vgl. Mai 1969, 30.6.1969) unter der Überschrift "Hannover: Massenhafte Solidarität gegen Fahrpreiserhöhungen erfolgreich" heraus.
Q: Informationen für die Arbeiter und Angestellten in den Zehlendorfer Fabriken, Berlin 18.6.1969

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19.06.1969:
In Hannover erntet der DGB, laut 'RPK', mit einem Flugblatt zu den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 16.6.1969, 23.6.1969), in dem u.a. ausgeführt wird, "die Hannoverschen Betriebs- und Personalräte im DGB haben die Interessen der Hannoverschen Bevölkerung erfolgreich vertreten" nur "den Hohn und Spott der Arbeiter. Viele DGB-Flugblätter landeten zerknüllt unter den Werkbänken. Ähnlich erging es der DAG (… 'Damit sind die Forderungen der DAG erfüllt!') mit ihrem Flugblatt an die Belegschaften der großen Kaufhäuser. Dagegen wurden SDS-Flugblätter und solche der KPD/ML den Verteilern von den Arbeitern … aus der Hand gerissen".

"Vor dem Conti-Werk Limmer wurden SDS-Verteiler von Arbeitern vor dem anrückenden Werkschutz abgeschirmt. In den Diskussionen vor den Fabriktoren und dem Hauptbahnhof trat die Unzufriedenheit mit den Gewerkschaften, aber auch die Sympathie mit den radikalen Demonstranten deutlich hervor. Arbeiter schlugen neue Kampfobjekte vor: die bei 7,4% Lohnerhöhung steckengebliebenen Tarifverhandlungen bei der Conti (CPK-Bereich,d.Vf.), die hohen Mieten, … die Fernsehgebühren.

Außerdem folgten viele Arbeiter und Lehrlinge dem Aufruf des SDS, sich im Club Voltaire zu versammeln, um dort über die Bildung von Betriebsgruppen zu diskutieren. Wie die Reaktion der Mehrheit der Arbeiter auf die roten Fahnen tatsächlich aussieht, ist noch völlig ungeklärt. Denn als SDS-Genossen vor Hanomag (IGM-Bereich,d.Vf.) mit roten Fahnen erschienen, ließen sie sich leider durch die hysterische Reaktion von Gewerkschafts- und DKP-Funktionären beeinflussen. Sie rollten die roten Fahnen wieder ein, ohne die Reaktion der Arbeiter festzustellen" (vgl. Mai 1968).
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969

20.06.1969:
In Hannover erscheint heute zu den Fahrpreiserhöhungen die Nr. 3 des 'Extrablatt' – Arbeiter Schüler Studenten Presse – (vgl. 16.6.1969), das unter der Parole 'Radikal ist Realistisch!' nach dem 50 Pf. Erfolg gegen einen Unkostenbeitrag von 10 Pfennig verteilt wird. Die Auflage wird mit 100 000 angegeben.
Q: Extrablatt Nr. 3, Hannover 20.6.1969; SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969

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20.06.1969:
Der 'EXI' berichtet über Fahrpreiserhöhungen in NRW:"
ROTE PUNKTE IM RUHRGEBIET

NRW-Wirtschaftsminister Dr. Fritz Krassmann zur 'Westfälischen Rundschau' am 20.6.1969: 'Wir werden solche Demonstrationen auch bekommen'. Auf die Frage der 'Westfälischen Rundschau', ob er nach Hannover überhaupt noch Preiserhöhungen für die Nahverkehrsunternehmen für möglich hält, sagte der Minister, er wolle den Städten nicht vorgreifen. Er könne sich jedoch nicht denken, daß beispielsweise Bochum oder Dortmund zu irgendwelchen Preiszugeständnissen finanziell in der Lage seien."
Q: Express International Nr. 75,Frankfurt 27.6.1969

23.06.1969:
In Hannover werden, laut 'RPK' (vgl. 28.6.1969), die ersten organisatorischen Schritte zur Bündelung der Sympathien für den Kampf des SDS gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 19.6.1969) unter den Lehrlingen unternommen, als sich "viele Lehrlinge im Freizeitheim des Arbeiterviertels Linden trafen, um die Bildung eines Sozialistischen Lehrlingszentrums vorzubereiten."
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969

28.06.1969:
Vermutlich heute erscheint die Berliner 'RPK' Nr. 19* (vgl. 21.6.1969, 5.7.1969), u.a. mit einem Artikel "Der ÜSTRA-Streik in Hannover und die Perspektiven des Klassenkampfes" zu den Fahrpreiserhöhungen in Hannover (vgl. 1.5.1969) und Heidelberg (vgl. Juni 1969). "Ab sofort kann eine Agitationsbroschüre des Hannoverschen SDS mit Analysen, Flugblatt-, Plakat- und Klebezetteldokumentation über den Üstra-Streik angefordert werden. Anschrift: Psychologisches Seminar, 3 Hannover, Wunstorfer Str.14"

Der SDS Heidelberg (vgl. Aug. 1969) berichtet im Zusammenhang mit Fehleinschätzungen:"
Der Artikel in der Roten Presse Korrespondenz (27. Juni 1969) bleibt in dieser Hinsicht unbestimmt, wenn auch seine Terminologie zunächst gegen eine solche Fehleinschätzung zu sprechen scheint.

Die schlichte Übernahme eines Zitats aus dem Handelsblatt als Beleg dafür, wohin 'konkrete' Phantasie fuhren kann. nämlich zur Besetzung von Bäckerläden, falls die Brötchen teurer werden (wobei wir dann freilich analog zum Rote-Punkte-Verkehr auch das Brötchenbacken selbst in die Hand nehmen müssten), lässt vermuten, dass die Aktionsphantasie hier eher ins Beliebige ausufert, statt durch genaue Analyse der Strassenbahnaktionen sich auf die tatsächliche Perspektive des Klassenkampfes zuzuspitzen."
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969; Rote Presse Korrespondenz Nr. 31,Berlin 19.9.1969

Juli 1969:
Frühestens im Juli gibt der Trikontverlag München erstmals die 'Agitation' (vgl. Nov. 1969) zu den Fahrpreiskämpfen in Hannover und Heidelberg heraus.
Q: Agitation Nr. 1,München o.J. (1969)

03.07.1969:
In Frankfurt soll, laut SC, eine Mitgliederversammlung (MV) des SDS (vgl. 28.6.1969) zur Diskussion über die bisherigen außeruniversitären Erfahrungen der Stadtteilbasisgruppen und die Auswertbarkeit der Kampagnen gegen die Fahrpreiserhöhungen in Hannover und Heidelberg für die politische Arbeit in Frankfurt stattfinden.
Q: SC:Info Nr. 7,Frankfurt 5.7.1969,S.*

12.07.1969:
Der SC Frankfurt gibt sein 'Info' Nr. 8 (vgl. 5.7.1969, 26.7.1969) heraus. Von Alvons Diemer und Alfred Krovoza erscheint ein Beitrag "Zur Diskussion über die Hannover-Analyse", in dem u.a. gesagt wird:"
Schon nach wenigen Tagen war in Hannover … eine Machtkampfsituation entstanden".
Q: SC:Info Nr. 8,Frankfurt 12.7.1969

31.07.1969:
Die DKP bringt die Nr. 18 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 24.7.1969, 7.8.1969). Aus dem Saarland wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Völklingen, wie zuvor schon in Saarbrücken und in Niedersachsen in Hannover und in Baden-Württemberg in Heidelberg.
Q: Unsere Zeit Nr. 18,Essen 31.7.1969

August 1969:
In Heidelberg wird vermutlich im August durch SDS-Mitglieder der folgende Text verfaßt, der u.a. in der Berliner 'RPK' (vgl. 19.9.1969) veröffentlicht wird. Darin heißt es grundsätzlich zur Aktion Roter Punkt (ARP) gegen Fahrpreiserhöhungen:"
DIE STRASSENBAHNAKTIONEN NICHT ALS ANGRIFF AUF DEN KONSUMSEKTOR MISSVERSTEHEN!

Dabei wird die DKP vor keinen Kampfmitteln zurückschrecken wie sich letzt wieder in Hannover zeigte und wie es sich in Heidelberg schon in heimtückischen Intrigen anzudeuten scheint, Diese Auseinandersetzung wird sich in dem Maße zuspitzen, wie es dem SDS, bzw. der revolutionären Linken gelingt, tatsächliche Mobilisierungsstrategien für die lohnabhängigen Massen auszuarbeiten und in die Praxis umzusetzen."
Q: Rote Pressekorrespondenz Nr. 31,Berlin 19.9.1969

06.09.1969:
Heute erscheint in Hannover erstmals das 'Info' (vgl. 6.10.1969) - hannoversches Centralorgan der sozialistischen Basis- und Projektgruppen, welches vom SDS Gruppe Hannover herausgegeben wird.
Enthalten ist das "Schlußkapitel einer Analyse der Anti-Üstra-Aktionen: IV. Lernprozesse und revolutionäre Perspektive" von Alvons Diemer und Alfred Krovoza.
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 1,Hannover 6.9.1969, S. 13ff

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07.09.1969:
Bei Klöckner Hagen gibt der DKP Kreisvorstand Hagen vermutlich heute oder in den nächsten beiden Tagen die zweite Ausgabe seines 'Hasper Gold' (vgl. Aug. 1969, Juni 1970) heraus. Im letzten Artikel heißt es einleitend:"
DEUTSCHLANDS RECHTE MARSCHIERT WIEDER

In Hannover steht die Rote-Punkt-Aktion der Bevölkerung gegenüber der geplanten Erhöhung der Verkehrstarife vor dem Erfolg. NPD-Abgeordnete bedauern, daß die Polizei nicht hart genug durchgegriffen habe gegen die 'Macht der Straßen'. Der Erfolg der Bevölkerung gefällt ihnen offenbar nicht.

Die NPD behauptet, sie sei für Ruhe und Ordnung. Ruhe und Ordnung in ihrem Sinne hätten in Hannover höhere Gewinne der Aktionäre und höhere Unkosten für die Bevölkerung bedeutet."
Q: Hasper Gold Nr. 2, Hagen Aug. 1969

20.09.1969:
Der SC Frankfurt gibt sein 'Info' Nr. 13 (vgl. 13.9.1969, 27.9.1969) heraus. Der Projektbereich Infrastrukturplanung und Sozialpolitik (PIS) im SC beginnt mit der Veröffentlichung eines Textes "Städtewesen und Wohnungsbau" (vgl. 2.8.1969). Herangezogen werden sollen die Erfahrungen der Fahrpreiskämpfe in Hannover in Niedersachsen, Heidelberg in Baden-Württemberg und Saarbrücken im Saarland, der Münchener APO-Basisgruppen in Bayern, des Berliner Büros für Stadtsanierung sowie der Turiner (Italien) und Londoner (Großbritannien) Kampagnen.
Q: SC-Info Nr. 13,Frankfurt 20.9.1969; ABG:Internes Zirkular der Arbeiter-Basis-Gruppen München Nr. 8,München 23.3.1970,S.22

06.10.1969:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Hannover das 'Info' Nr. 2 (vgl. 6.9.1969, 27.10.1969). Enthalten ist der Beitrag von Alvons Diemer: "Die Revisionisten im sozialfaschistischen Trend der Anti-Üstra-Bewegung".
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 2,Hannover o. J. (1969)

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01.12.1969:
Es erscheint das 'SDS-Info' Nr.25 (vgl. 17.11.1969, 22.12.1969). Geworben wird durch die trikont verlagskooperative für "Agitation 1: Straßenbahnaktion 1969" in Hannover.
Q: SDS-Info Nr.25,Frankfurt 1.12.1969,S.7

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29.12.1969:
Für die DKP berichtet 'ja' vermutlich aus dieser Woche:"
ROTER PUNKT IN SICHT

IN ISERLOHN SCHIMPFT MAN AUF HOHE FAHRPREISE

Die Böllerschüsse der Neujahrsnacht knallten laut und lange. In Iserlohn übertönten sie ein Ereignis, daß im Schatten der Festtage ganz leise daherkam und an dem die Bürger des Kreises Iserlohn voraussichtlich noch lange knabbern müssen.
Heimlich, still und leise wurden auf allen Buslinien der Iserlohner Kreisbahn AG die Fahrpreise erhöht. Eigentlich wollte die Gesellschaft schon im September die Tarife heraufsetzen. Aber die Erinnerung an die erfolgreichen 'Roten Punkte' von Hannover, Heidelberg und Saarbrücken war noch zu lebendig. Man trat den Rückzug an und wartete auf eine günstigere Gelegenheit. Die schien den Aktionären der Nahverkehrs AG im Trubel der Festtage gekommen zu sein."
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 3, Essen 15.1.1970, S.*

09.01.1970:
In Hannover will, laut DKP, die Bürgerinitiative "Stoppt die Preise", in der sich zunächst 15 Organisationen, u.a. Judos der FDP, AUD, SDAJ der DKP, der Club Voltaire, die DKP und der Deutsche Freidenkerverband (DFV), später gar 34 Gruppen, zusammengeschlossen haben, eine erste Kundgebung vor dem Opernhaus gegen die Fahrpreiserhöhungen durchführen. Wegen Eisregen aber fällt die Aktion aus (vgl. 10.1.1970).
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 3 und 4, Düsseldorf 15.1.1970 bzw. 22.1.1970

10.01.1970:
In Hannover führt, laut DKP, die BI Stoppt die Preise eine Kundgebung vor dem Opernhaus mit mehreren hundert Teilnehmern (vgl. 9.1.1970, 12.1.1970) durch.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 3 und 4, Düsseldorf 15.1.1970 bzw. 22.1.1970

10.01.1970:
Vermutlich heute erscheint in Hannover das 'Info' Nr. 1 (vgl. 13.12.1969, 24.1.1970). Enthalten sind auch die "Materialien zur neuesten Entwicklung der ÜSTRA".
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 1, Hannover 1970

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12.01.1970:
In Hannover führt, laut DKP, die BI Stoppt die Preise eine Kundgebung vor dem Opernhaus (vgl. 10.1.1970) durch.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 3, Düsseldorf 15.1.1970

07.02.1970:
Vermutlich heute erscheint in Hannover das 'Info' Nr. 3 (vgl. 24.1.1970, 21.2.1970). Enthalten sind die "Materialien zur Sarstedter ÜSTRA-Aktion im August 1969".
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 3, Hannover 1970, S. 18ff

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02.03.1970:
Das Aktionskomitee der sozialistischen Arbeiter-, Schüler- und Studentengruppen Hannovers, welches über das SDS-Postach im AStA der TU Hannover erreichbar ist, gibt vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 heraus, welches auf der einen Seite einen großen Roten Punkt und den Text "Was wir gemeinsam erkämpft haben, lassen wir uns nicht kampflos wieder nehmen! Die Fahrt zu Arbeitsplatz und Ausbildungsstätten aus UNTERNEHMERPROFITEN bezahlen!" und auf der Rückseite den folgenden Text enthält:"
LASSEN WIR UNS KEINEN SAND IN DIE AUGEN STREUEN: FAHRPREISERHÖHUNG

Im letzten Juni setzten Üstra-Benutzer und Rot-Punkt-Automobilisten gemeinsam mit den aktiven Blockierern einer Fahrpreiserhöhung entschiedenen Widerstand entgegen. Als der Konflikt in den Großbetrieben selber aufzubrechen drohte, wurde der Druck so stark, daß Üstra-Bosse und Stadt-Bürokraten nicht nur gezwungen waren, die Erhöhung rückgängig zu machen, sondern den 50-Pfg-Einheitstarif zuzugestehen. Die Verkehrsträger im Großraum mußten nachziehen.

Jetzt haben die Verkehrtsräger und die Bürokraten der Stadt und des Großraumverbandes wieder eine Fahrpreiserhöhung ausgeheckt: Der Einheitstarif wird auf 80 bzw. 60 Pfg. erhöht.

Aber: WAS WIR GEMEINSAM ERKÄMPFT HABEN, LASSEN WIR UNS NICHT KAMFLOS WIEDER NEHMEN.

Wie rechtfertigen die Bosse der Verkehrsträger und die Bürokraten die Preiserhöhung????

Der 'Großraumfahrschein' erlaube es, von 'Burgdorf bis zum Steinhuder Meer' unter Inanspruchnahme verschiedener Verkehrsmittel für 80 bzw. 60 Pfg. zu fahren. Wer aber tagtäglich von Vahrenheide bis Conti Vahrenwald (CPK-Bereich, d.Vf.) fahren muß, den interessiert die Fahrt von Burgdorf nach Steinhude wenig. Er bezahlt jetzt nämlich 80 bzw. 60 anstatt 50 Pfg. (Und wer zum Steinhuder Meer segeln fährt, ist sowieso nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.) Nur für den kleinen Teil der sog. 'Pendler', die gezwungen sind, auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz mehrere Verkehrsträger, z.B. Bahn UND Üstra, in Anspruch zu nehmen, bedeutet der neue Tarif kein Preiserhöhung.

Was haben Bosse und Bürokraten für uns geleistet????????

- Sie haben acht Meinungsumfragen und Gutachten in Auftrag gegeben. Für eine INFAS-Untersuchung z.B. (Frage: 'Sitzen Sie in der Straßenbahn lieber links oder rechts?') haben sie 90 000 DM Steuergelder verpulvert.

- Sie haben einen Vertrag zusammengeschustert, der es erlaubt, ohne Nachlösen von 'Burgdorf zum Steinhuder Meer' zu fahren, nach dem Motto 'Billiger zum Steinhuder Meer, teurer zum Arbeitsplatz'.

- Sie haben eine Verpackung für die Preiserhöhung gebastelt, neue Wörter erfunden ('Großraumfahrschein', 'Gemeinschaftstarif', 'Verbundvertrag'), von einem Grafiker ein hübsches Zeichen für ihren 'Großraumverkehr' malen lassen, Anzeigen in die Zeitungen gesetzt, Prospekte gedruckt, Presse und Interessenverbände auf ihre Seite gebracht.

Wo bleiben wirkliche Verbesserungen??????

In Hemmingen gibt es z.B. einen Metallbetrieb (IGM-Bereich, d.Vf.), dessen Bushaltestelle 20 Min. vom Fabriktor entfernt ist. Die Busse verkehren dort alle 20 Min. Wo bleiben betriebsnahe Haltestellen? Wo die entscheidende Verkürzung der Zugfolge? Wenn es um konkrete Verbesserungen geht, dann ist die Rede von 'zukünftig', 'Zug um Zug', 'Programm' - Vertröstungen, nichts Handfestes.

Was ist Fahrgeld???????

Nach der Preiserhöhung zahlt ein Arbeiter mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 750 DM ca. 5% seines Lohnes, um dahin zu kommen, wo er das einzige verkauft, was er zu verkaufen hat - seine Arbeitskraft. Fahrgeld ist direkter Abzug vom Lohn! (Gleichzeitig ist Fahrgeld verlängerte Arbeitszeit - unbezahlte Arbeitszeit. Das erhöht jene 5% noch beträchtlich.) Fahrgeld ist außerdem eine direkte Verteuerung eingekaufter Waren! Fahrgeld ist eine direkte Verteuerung der Ausbildungskosten!

Wem dient der öffentliche Nahverkehr???????

Die wichtigste Aufgabe der Nahverkehrsmittel ist es, für die Bedürfnisse der Privatwirtschaft Bevölkerungsmassen zu transportieren: Arbeitskräfte in die Fabriken, die der Kapitalist dort zur Schaffung seiner Profite benötigt, Hausfrauen in die Einkaufszentren zur Realisierung dieser Profite. Und für diese 'Dienstleistung' wird uns noch Geld abverlangt!

Trotzdem arbeitet der öffentliche Nahverkehr unrentabel. Die Privatwirtschaft überläßt ihn daher der 'öffentlichen Hand' oder verlangt hohe Subventionen. Unrentabel ist der Nahverkehr durch die Konkurrenz des privaten Individualverkehrs, die PKWs, der dem Kapital die Superprofite bringt. Mit ihren Subventionen sichert die 'öffentliche Hand' kapitalistische Profite und gerät dabei in Bedrängnis:

DIE FAHRT ZU ARBEITSPLATZ, EINKAUSFZENTRUM UND AUSBILDUNGSSTÄTTE AUS UNTERNEHMERPROFITEN BEZAHLEN!

Dann haben wir genug Geld für Krankenhäuser, Kindertagesstätten und Schulen. (Kaufhäuser zahlen schon jetzt die Parkgebühren ihrer Kunden. Warum nicht auch den Fahrschein?) Im letzten Juni haben die Bosse selber ein Beispiel gegeben: Als ihnen der Stillstand der Bänder drohte, waren sie bereit, auf einen winzigen Teil ihrer Profite zu verzichten. Viele Arbeiter kamen umsonst an die Stechuhren - die Unternehmer hatten Busse für sie gechartert. Stillstand der Bänder in den Fabriken, Umsatzrückgänge in den Großkaufhäusern der City - diese Sprache verstehen die Unternehmer und ihre Agenten, die Stadt- und Großraumbürokraten. In dieser Sprache sollten wir mit ihnen reden - die Macht dazu haben wir, das haben wir schon einmal gezeigt!"
Q: Aktionskomitee der sozialistischen Arbeiter-, Schüler- und Studentengruppen Hannovers: Lassen wir uns keinen Sand in die Augen streuen: Fahrpreiserhöhung, Hannover o.J. (1970)

05.03.1970:
Die DKP gibt die Nr. 10 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.2.1970, 12.3.1970). Auf Seite 11 heißt es von ja.:"
FAHRSCHEINE IN ZAHLUNG
WAS FACHLEUTE VON DKP-VORSCHLÄGEN HALTEN

Ursprünglich sollte diese Umfrage herausbringen, was die Direktoren verschiedener nordrhein-westfälischer Verkehrsbetriebe zur Einführung eines Einheitsfahrscheins in Hannover sagen. Fast zufällig ergab sich dabei jedoch ein zweites Thema. Und das kam so: Die Leiter der Verkehrsbetriebe in Köln, Düsseldorf und Dortmund waren fast einhellig der Meinung, daß der Einheitstarif eine gute Sache sei.

Doch alle drei Städte, so sagten sie, könnten keinen Geldgeber finden, der die Verluste trage, das heißt, der das Geschäft subventioniert."
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 10, Essen 5.3.1970

07.03.1970:
Vermutlich heute erscheint in Hannover das 'Info' Nr. 5 (vgl. 21.2.1970, 28.3.1970). Enthalten sind die Beiträge:
- Günter Mangold: Roter Punkt und Rote Fahne (aus 'Rotes Forum' Heidelberg Nr. 4/1969)
- Alfred Krovoza: Von der Kritik am autoritären Rechtsstaat zur Kritik am autoritären Sozialstaat
- Ausschnitte aus der Debatte des Niedersächsischen Landtages vom 19.6.69 zum Thema: 'Situation des öffentlichen Nahverkehrs'
- Alvons Diemer: Dem autoritären Wohlfahrtsstaat die Massenloyalität aufkündigen!
- Dokumentation: Flugblätter zur ÜSTRA-Kampagne

Erschienen sei die erste Nummer der 'Arbeitersache' - die erste antirevisionistische Betriebszeitung Hannovers, die von Axel R. Oestmann, BPG III, der Aktionsgruppe sozialistischer Hannoveraner Arbeiter und Lehrlinge (AHL), der INFO-Redaktion und der Druck- und Verlagskooperative herausgebracht wurde und sich mit der ÜSTRA befaßte.

Termine werden auch bekanntgegeben von der ÜSTRA-Rechtshilfe.
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 5, Hannover 1970

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12.03.1970:
In der TU Hannover soll vom SDS und vom Aktionskomitee der sozialistischen Arbeiter-, Schüler- und Studentengruppen Hannovers ein Teach In "Autoritärer Sozialstaat und Massenloyalität" durchgeführt werden, zu dem u.a. die, im Aktionskomitee vertretenen, Gruppen Schülerbasisgruppe (SBG) I, Aktionsgruppe sozialistischer Arbeiter und Lehrlinge und Basisgruppe Mathematik / Projektgruppe Technologie je ein Flugblatt herausgeben.
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 5, Hannover 1970

16.03.1970:
In Hannover findet eine Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen statt, an der sich, laut der Hannoveraner 'Arbeitersache', 300 Personen beteiligen (vgl. 19.3.1970).
Q: Arbeitersache Nr. 2, Hannover 13.4.1970

19.03.1970:
In Hannover findet eine Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen statt, an der sich, laut der Hannoveraner 'Arbeitersache', 3 000 Personen beteiligen (vgl. 16.3.1970, 23.3.1970).

Laut DKP sind es gar über 4 000 auf der Kundgebung vor dem Opernhaus, zu der u.a. sozialistische Arbeiter-, Schüler- und Studentengruppen aufriefen.
Q: Unsere Zeit NRW Nr. 13, Düsseldorf 26.3.1970; Arbeitersache Nr. 2, Hannover 13.4.1970

23.03.1970:
In Hannover beteiligen sich, laut DKP, 2 000 an einer Kundgebung der Aktion Roter Punkt (ARP) gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 19.3.1970).
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 14, Düsseldorf 4.4.1970

11.04.1970:
Vermutlich heute erscheint in Hannover das 'Info' Nr. 7 (vgl. 28.3.1970, 2.5.1970). Enthalten sind die Beiträge:
- "Zentralkollektiv der SALG: ÜSTRA-Aktion 70"; die SALG habe nach diesen Aktionen ein neues Auffangkollektiv bilden können;
- "Alvons Diemer: Anmerkung zur Pressefreiheit. Die Freie Presse als Rathauspresse (Analyse zur ÜSTRA-Berichterstattung)";
- "Dokumentation: Flugblätter zur ÜSTRA-Aktion".
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 7, Hannover 1970, S. 9-25

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02.05.1970:
Vermutlich heute erscheint in Hannover das 'Info' Nr. 8 (vgl. 11.4.1970, 23.5.1970). In einem Artikel "Zum Stellenwert des Internationalismus in der antirevisionistischen Linken" wird u.a. berichtet, daß "letzten Herbst eine harte Auseinandersetzung um den Stellenwert des Internationalismus" geführt worden sei. Diese leitete "einen Prozeß der Fraktionierung ein, der mit den Aktionen anläßlich der Fahrpreiserhöhung im März … seinen vorläufigen organisatorischen Abschluß gefunden hat."
Q: SDS-Gruppe Hannover:Info Nr. 8, Hannover 1970, S. 22

Januar 1971:
In der ersten Nummer von 'Betrieb und Gewerkschaft' - Organ des Zentralen Betriebs- und Gewerkschaftskomitees der KPD/ML-ZK (vgl. März 1971), wird auch auf die Fahrpreiskämpfe des SDS Hannover eingegangen.
Q: Betrieb und Gewerkschaft Nr. 1, Köln Jan. 1971

04.01.1971:
Vermutlich in dieser Woche erscheint ein Flugblatt der DKP Dortmund mit zwei Seiten DIN A 4:"
SCHON WIEDER FAHRPREISERHÖHUNGEN DER DORTMUNDER STADTWERKE? DORTMUNDER BÜRGER WEHRT EUCH!"
In einem großen Roten Punkt heißt es:"
In Hannover, Saarbrücken, Minden, Herford und anderen Städten wurden durch Selbsthilfeaktionen der Bevölkerung Fahrpreiserhöhungen abgewehrt. Dabei war der Rote Punkt das Symbol des einheitlichen Handelns der Bürger gegen soziale Ungerechtigkeit."
Q: DKP-Kreisvorstand Dortmund:Schon wieder Fahrpreiserhöhungen der Dortmunder Stadtwerke? Dortmunder Bürger wehrt euch!, Dortmund o.J. (Jan. 1971)

30.01.1971:
Die DKP gibt ihre 'Unsere Zeit' (UZ) Nr. 5 (vgl. 23.1.1970, 6.2.1971) heraus.
Auf Seite 13 heißt es:"
WIEDER DER ROTE PUNKT
DEMONSTRATIONEN IN VIELEN STÄDTEN

Die in vielen Städten geplanten Fahrpreiserhöhungen der Nahverkehrsbetriebe stoßen auf großen Widerstand in der Bevölkerung. Die DKP und die SDAJ, in einigen Städten auch der DGB und Industriegewerkschaften, Jungsozialisten (Jusos der SPD, d.Vf.), Falken (SJD der SPD, d.Vf.), Naturfreudne (NFJ, d.Vf.), Jungdemokraten (Judos der FDP, d.Vf.), Schüler und Studenten sowie Bürgerinitiativen, protestieren in Resolutionen und Flugblättern sowie in Stellungnahmen ihrer eigenen Publikationsorgane gegen die Fahrpreiserhöhungen. Aktionen sind angekündigt und zum Teil schon gelaufen, u.a. in Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Mannheim, Bottrop, Gladbeck.

In einigen Städten fanden Koordinierungsbesprechungen statt, um kraftvolle Aktionen gegen die unsozialen Fahrpreise, ähnlich wie die erfolgreichen 'Rote-Punkt'-Aktionen in Hannover, Bielefeld, Minden, Herford oder auch Saarbrücken durchzuführen. Der DGB-Kreisjugendausschuß (DGB-KJA, d.Vf.) Gelsenkirchen führt eigens zu dem Thema Anfang Februar eine außerordentliche Kreisjugendkonferenz durch."
Q: Unsere Zeit Nr. 5, Düsseldorf 30.1.1971

06.02.1971:
Die DKP gibt ihre 'Unsere Zeit' (UZ) Nr. 6 (vgl. 30.1.1971, 13.2.1971) heraus.

Im Leitartikel heißt es:
DIE PREISE FRESSEN UNS IMMER MEHR AUF
STAATLICHE TARIFE TREIBEN DIE TEUERUNG - BEVÖLKERUNG WEHRT SICH MIT ROTE-PUNKT-AKTIONEN

Eine neue Preiswelle rollt auf uns zu. Die Bundesbahn erhöht drastisch ihre Tarife. Die Bundespost plant enorme Gebührenerhöhungen. Und zahlreiche öffentliche Nahverkehrsunternehmen beschlossen erheblche Fahrpreissteigerungen. Der Staat heizt also das Preisklima weiter an. Dabei könnte er mit gutem Beispiel vorangehen. Rund 40 Prozent aller Verbraucherpreise sind heute staatlich beeinflußt. Aber die Bundesregierung denkt nur daran, die Löhne per Leitlinien an die Kette zu legen. Kein Wunder, daß sich in der Bevölkerung organisierter Widerstand regt.

Besonders die bereits beschlossenen oder angekündigten Fahrpreiserhöhungen im Nahverkehr zwischen 15 und 40 Prozent lassen den Ruf nach neuen Rote-Punkt-Aktionen a la Hannover 1969 (…) lauter werden."
Q: Unsere Zeit Nr. 6, Düsseldorf 6.2.1971

13.02.1971:
In der 'UZ' der DKP erscheint heute folgender Beitrag:"
UNSER SCHRITT ZUM NULLTARIF

Von Hans-Joachim Schönstedt, Sprecher der Jugendvertretung bei den Opel-Werken Bochum (IGM-Bereich, d.Vf.)

Die Aktionen in anderen Städten haben gezeigt, daß gemeinsame Aktionen zum Erfolg führten. In Hannover wurde ein Einheitstarif von 50 Pfennig erreicht. Das ist zwar kein Nulltarif, aber ein erster Schritt, um dahin zu kommen. Unser erster Schritt zum Nulltarif in Bochum wird ein Stop der Fahrpreise sein."
Q: Unsere Zeit Nr. 7, Düsseldorf 13.2.1971, S.3

01.03.1971:
Laut 'Westfälischer Rundschau' werden in der Dortmunder City "Straßenbahnen von Demonstranten lahmgelegt". Die nicht näher bestimmten Veranstalter wollen dabei "mit ihrer Aktion 'N', die sich an die Rotepunkt-Aktion in Hannover anlehnt … die Stadtwerke zu einer Zurücknahme der Fahrpreiserhöhungen zwingen". Mit Aktion 'N' dürfte hierbei die Aktion Nahverkehr gemeint sein.
Q: Westfälische Rundschau-Lokalteil Dortmund, Dortmund 2.3.1971

01.03.1971:
Die KPD/ML-ZK bei BASF Ludwigshafen (CPK-Bereich - vgl. 8.3.1971) berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
ERSTER ERFOLG IM KAMPF GEGEN FAHRPREISERHÖHUNGEN IN LUDWIGSHAFEN UND MANNHEIM

Die SPD hat große Angst, daß die Arbeiter und die anderen Werktätigen den Kampf gegen diese unverschämten Preissteigerungen aufnehmen. Wie vor zwei Jahren in Hannover. Da blockierten Tausende von Arbeitern, Lehrlingen und Schülern die Straßenbahn und zwangen den hannoverschen SPD-Stadtrat, die Tariferhöhungen zurückzunehmen. Deswegen wagen es die SPD-Bonzen nicht mehr, die Fahrpreise mit einem Schlag am 1. April zu erhöhen. Das ist ein Erfolg der entschlossenen Haltung der Marxisten-Leninisten.

Die Fahrpreise in Hannover sind heute die niedrigsten in der Bundesrepublik, weil damals die Arbeiter entschlossen gegen die Fahrpreiserhöhungen gekämpft haben."
Q: Der Rote Funken Nr. 1, Ludwigshafen März 1971, S.8f

03.03.1971:
In einem Flugblatt des DKP Kreisvorstand Dortmund mit zwei Seiten DIN A 4 wird ausgeführt:"
DKP FORDERT: FAHRPREISERHÖHUNGEN ZURÜCKNEHMEN!

In Hannover und zahlreichen anderen Städten wurden die Verantwortlichen durch einheitliche Protestaktionen der Bevölkerung gezwungen, durchgeführte bzw. angekündigte Fahrpreiserhöhungen zurückzunehmen."
Q: DKP KV Dortmund:DKP fordert: Fahrpreiserhöhungen zurücknehmen, Dortmund o.J. (3.3.1971)

10.03.1971:
Laut dem Dortmunder 14. Kommissariat wird in Dortmund weiter gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 9.3.1971, 11.3.1971) protestiert. So wird "gegen 16 Uhr 35 an der Dortmunder Reinoldikirche ein Straßenbahnzug blockiert. In der Folgezeit bis gegen 19 Uhr 45 wurden an mehreren Punkten der Dortmunder Innenstadt Straßenbahnzüge von Demonstranten angehalten. Durch Einsatz von Polizeikräften wurde den Straßenbahnzügen die Weiterfahrt ermöglicht. 9 Personen wurden vorläufig festgenommen, weil sie trotz Aufforderung, den Schienenraum zu verlassen, der Polizei Widerstand entgegensetzten. Wie bekannt wurde, war an diesem Tag in mehreren Dortmunder weiterführenden Schulen zur Beteiligung an der 'Roten-Punkt-Aktion' aufgerufen worden. Es konnte dann auch festgestellt werden, daß an den Behinderungen des Straßenbahnverkehrs überwiegend Schüler beteiligt waren … Ab 20 Uhr fand wiederum eine Abschlußkundgebung der 'Rote-Punkt-Aktion' auf dem Alten Markt statt. Während dieser Veranstaltung, an der ca. 200 Personen teilnahmen, unterhielt der Protestsänger Dietrich Kittner aus Hannover (in Niedersachsen, d.Vf.) die Teilnehmer mit seinen Liedern und forderte dabei zur Weiterführung der Aktion 'Roter Punkt' auf, die in Hannover zum Erfolg geführt hätte. Die Kundgebung wurde um 21 Uhr von dem DKP-Funktionär Alfred Gleim mit der Aufforderung beendet, am 11.3.1971 ab 17 Uhr die Demonstrationen fortzusetzen".
Q: Polizei Dortmund-14. Kommissariat:Demonstrationen gegen die Fahrpreiserhöhungen der Dortmunder Stadtwerke AG und Durchführung von Rote Punkt-Aktionen in Dortmund, Dortmund 19.3.1971, S.3

16.03.1971:
Innerhalb der GIM verfaßt ein Mitglied des ZK aus Stuttgart den Text "Betriebsarbeit von außen", in dem es u.a. heißt:"
Die Rote-Punkt-Aktion in Hannover hat gezeigt, daß man mobilisierte Massen aus der Jugendrevolte als 'Force de Frappe' in Aktionen einsetzen kann, um die Arbeiter mitzureißen."
Q: GIM-X.X.:Betriebsarbeit von außen, Stuttgart 16.3.1971

16.03.1971:
Vermutlich erscheint ein zweiseitiges Flugblatt des Aktionskomitee Roter Punkt Dortmund unter Verantwortung von Hans Kluthe:"
KUNDGEBUNG
AM MITTWOCH DEM 17.MÄRZ 1971 16 UHR ALTER MARKT (BLÄSERBRUNNEN)

Durch massenhaften Protest müssen die Verantwortlichen gezwungen werden, den Nahverkehr wie eine soziale Gemeinschaftsaufgabe zu behandeln. Der Protest geht solange weiter, bis die Fahrpreiserhöhungen zurückgenommen werden.

Hannover beweist, daß das möglich ist. Dort hat die Bevölkerung durch die 'Rote-Punkt'-Aktion erreicht, daß die Fahrpreiserhöhungen zurückgenommen und ein Einheitstarif eingeführt wurde".
Q: Aktionskomitee Roter Punkt:Kundgebung am Mittwoch, Dortmund o.J. (März 1971)

18.03.1971:
Es erscheint der 'Marburger Betriebsbote' (MBB) Nr. 5 (vgl. 25.2.1971, 1.4.1971). Berichtet wird über Fahrpreiserhöhungen aus Hannover, Heidelberg, Dortmund und Limburg sowie aus Marburg selbst.
Q: Marburger Betriebsbote Nr. 5, Marburg 18.3.1971

April 1971:
Vermutlich zwischen April und Juli werden in Marburg folgende Flugblätter von KPD/ML-ZK, RG und KSB/ML verteilt unter dem Titel "Kampf den Fahrpreiserhöhungen", in denen berichtet wird von den einschlägigen Kämpfen in Dortmund, Wanne-Eickel, Ludwigsburg, Düsseldorf und Hannover.
Q: KPD/ML-ZK, RG, KSB/ML:Kampf den Fahrpreiserhöhungen, Marburg o.J.

01.04.1971:
Die KPD/ML-ZK Bochum gibt ein Flugblatt heraus, das vermutlich u.a. bei Krupp Bochumer Verein (BV) im IGM-Bereich sowie an einem Infostand auf dem Springerplatz verteilt wird:"
KOLLEGE, GREIF EIN!

Der Funke von Dortmund hat gezündet! Seit zwei Wochen werden in der Bochumer Innenstadt aus Protest gegen die unverschämten Fahrpreiserhöhungen der BOGESTRA die Schienen blockiert. Vor einigen Tagen ging es auch in Gelsenkirchen und Witten los. In Mannheim, Heidelberg und vielen anderen Städten beginnen ebenfalls Protestaktionen. Vor zwei Jahren hat in Hannover der Kampf zum Sieg geführt: die Fahrpreise mußten sogar gesenkt werden! Bis jetzt hat unser Kampf in Bochum jedoch noch nicht zum Erfolg geführt."
Q: KPD/ML-ZK-OG Bochum:Kollege, greif ein!, Bochum o.J. (1.4.1971)

08.10.1971:
Die KPD veröffentlicht heute den folgenden Artikel über Berlin von den Fahrpreiserhöhungen bei der BVG (vgl. 7.10.1971, 16.10.1971):"
KAMPFKOMITEES GEGEN BVG-TARIFERHÖHUNG!

Von BVG-Tariferhöhungen sind alle Werktätigen betroffen, deshalb ergreift die KPD die Möglichkeit, eine breite Front gegen diesen Fall von Preistreiberei zu organisieren. Die Fahrpreiserhöhungen in Hannover und der Kampf dagegen zeigten deutlich, daß der Staatsapparat zwar einerseits bemüht ist, die Kosten öffentlicher Einrichtungen allein der arbeitenden Bevölkerung aufzubürden, aber er bewies zugleich, daß Teilerfolge möglich sind: Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen (LTW, d.Vf.) mußte die Landesregierung dem Widerstand der Bevölkerung nachgeben, um einen letzten Schimmer von 'Volksvertretung' aufrechtzuerhalten. Auch in Westberlin sind die Fahrpreise 'politische' Preise! Um die antikommunistische Propaganda nicht zu beeinträchtigen, wurden die Fahrpreise bisher durch Subventionen in der Nähe der S-Bahn-Tarife gehalten. Das ist jetzt nicht mehr notwendig, denn die SED-Revisionisten (der DDR, d.Vf.) stehen zur Umarmung bereit, von dort 'droht' kein Kommunismus mehr!

Noch etwas haben die verschiedenen Kämpfe gegen Fahrpreiserhöhungen in der BRD gezeigt: Es ist äußerst schwierig, z.B. gegen Steuererhöhungen Formen des Abwehrkampfes zu entwickeln, aber massenhaft und vielfältig waren die Aktionen gegen die Verteuerung der öffentlichen Verkehrsmittel: Das reichte von kollektiver Verweigerung der Erhöhung in einzelnen Verkehrsmitteln bis zur massenhaften Blockade von Straßenbahnen und Bussen gerade durch diejenigen, die damit zu ihrer Arbeitsstelle fahren sollten. Damit aber wurden die Kapitalisten, die letztlich von diesen Erhöhungen profitieren, direkt betroffen. Daß die Teilerfolge in diesen Kämpfen wieder zunichte wurden - in Hannover wurde nach den Wahlen der Fahrpreis stufenweise erhöht - liegt in erster Linie daran, daß sie nur spontaner Empörung folgten und keine politische Führung hatten, die in der Lage gewesen wäre eine Strategie zu entwickeln, die die wirklichen Urheber der Verschlechterung der Lebensbedingungen der arbeitenden Bevölkerung angegriffen hätte."
Q: Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S.2

November 1971:
Die Nr. 11 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. Okt. 1971, Dez. 1971) berichtet u.a. aus Hannover über die Aktion Roter Punkt. Die DKP trete dort dafür ein, daß die Aktion den antimonopolistischen Kampf führen solle, wenn möglich so wie es die DKP unter Parolen wie 'Stoppt die Preise - wählt DKP' oder 'Mehr Geld für die Gemeinden - Wählt DKP' tue.
Q: Rote Fahne Nr. 11, Tübingen Nov. 1971

Februar 1972:
Vermutlich Anfang Februar gibt die Oberschülerkommission (OSK) des KSV der KPD die Nr. 2 ihrer 'Kommunistischen Schülerpresse' (KSP - vgl. Jan. 1972, Feb. 1972) heraus. Berichtet wird u.a. vom Kampf der Sozialistischen Schülerorganisation (SSO) Hannover in Niedersachsen gegen die Fahrpreiserhöhungen.
Q: Kommunistische Schülerpresse Nr. 2, Berlin o.J. (1972), S. 3

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Februar 1972:
In Hannover kommt es diesen Monat, laut KPD/ML-ZK (vgl. 13.3.1972), anläßlich der Fahrpreiserhöhungen der ÜSTRA zu Demonstrationen und Straßenkämpfen (vgl. 8.2.1972).

Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 27.3.1972) berichtet:"
HANNOVER: Während der Rote-Punkt-Aktion im Februar 1972 glich die Stadt einem Heerlager: Überall waren Panzerspähwagen, Wasserwerfer und berittene Polizei eingesetzt, um den Kampf der Bevölkerung gegen die Fahrpreiserhöhungen zu zerschlagen."
Q: Arbeiter-Zeitung Nr. 3, Mannheim/Heidelberg Apr. 1972, S.6; Roter Morgen Nr. 6, Hamburg 13.3.1972, S.1f

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RM_1972_06_04


08.02.1972:
Laut KJVD der KPD/ML-ZB treffen sich in Hannover die KPD/ML-ZB, der KJVD und andere marxistisch-leninistische Organisationen um den Kampf gegen die anstehenden Fahrpreiserhöhungen zu beraten (vgl. 15.2.1972). Auf der Versammlung wird das Vorgehen des Roten-Punkt-Komitees (unter der Führung der DKP) verurteilt:"
Sie versuchten krampfhaft, die Stoßrichtung des Kampfes vom Rathaus abzulenken. Und weil sie einen Kampf der Werktätigen Hannovers gegen den SPD-geführten Staat fürchteten, wie der Teufel das Weihwasser, deshalb kündigten sie auch schon vorsorglich an, sobald die Polizei gegen die Demonstration vorgehen würde, würden sie die Segel streichen. … Zwar versuchte das Rote-Punkt-Komitee mit allen Mitteln, die Bewegung aus den Betrieben herauszuhalten. Aber die KPD/ML und der KJVD riefen in zahlreichen Flugblättern, die von den Kollegen sehr begrüßt wurden, gerade die Belegschaft der Großbetriebe zum Kampf auf. Und die Lehrlinge von Hanomag, die auf der Versammlung der KPD/ML und des KJVD anwesend waren, stellten sich selbst die Aufgabe, ihre älteren Kollegen für den Kampf zu gewinnen."
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 2, Bochum März 1972

11.02.1972:
Die KPD (vgl. 11.2.1972) fragt heute in ihrer 'Roten Fahne' (RF) zu den BVG-Fahrpreiserhöhungen in Westberlin:"
WIE KÄMPFEN KOMMUNISTEN GEGEN DIE FAHRPREISERHÖHUNGEN?

Der Kampf der Marxisten-Leninisten unterscheidet sich in der Bestimmung der Kampfformen von allen primitiven Formen des 'Sozialistischen Kampfes' dadurch, daß er die Bewegung nicht an eine bestimmte Kampfform bindet. Beispiele für kleinbürgerlich-sozialistische Kampfform sind die Ankündigungen des revisionistischen Studentenbundes Spartakus (AMS der DKP, d.Vf.), in Hannover für 14 Tage jeden Tag eine Demonstration durchführen zu wollen. Wir erkennen die verschiedensten Kampfformen an. Aber wir erfinden sie nicht in Studierstuben, sondern sie sind auch Ausdruck unserer Analyse der Bewegung des Klassenkampfes im nationalen Rahmen.

Lenin schrieb: 'Der Marxismus fordert unbedingt ein historisches Herangehen an die Frage der Kampfformen: Diese Frage außerhalb der historisch konkreten Situation behandeln heißt das ABC des dialektischen Materialismus nicht verstehen.' (Lenin, Werke, Bd.11, S.202).

Auf dem Boden einer solchen Analyse wird sich die Frage nach der technischen Behandlung und der Zweckmäßigkeit bestimmter Kampfformen und -mittel richtig stellen lassen.

Im Zentrum bei der Frage der Kampfformen steht beim Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung die historische Erfahrung der Rote-Punkt-Aktion (ARP, d.Vf.) in Hannover, Heidelberg, Stuttgart und im Ruhrgebiet. Sie sind Formen des Massenkampfes gewesen unter Bedingungen, die sich offensichtlich verändert haben: denn wo ist in der letzten Zeit nach Hannover eine Rote-Punkt-Aktion zumindest zeitweilig erfolgreich gewesen? Wo gelang es denn noch, mit diesen Kampfformen Massenaktionen auszulösen?

WARUM HABEN SIE KEINEN MASSENCHARAKTER MEHR GEWONNEN?

Dazu muß man zuerst die Politik, die mit diesen Kampfformen verbunden war, untersuchen, denn die Taktik von der Politik zu lösen, hieße, in denselben Fehler zu verfallen, der insgesamt kennzeichnend ist für die kleinbürgerliche Taktik und Politik. Rote Punkt Taktik bedeutete: Busse blockieren und den Mitfahrdienst organisieren! Rote Punkt Politik hieß: Wir helfen uns selbst, bis der Staat hilft! Die richtigen Elemente der Taktik lassen sich nicht ablösen von einer Politik, die den Staat der herrschenden Klasse zum Vater der Dinge macht.

Nur so ist es zu verstehen, daß heute der Rote Punkt zum taktischen Arsenal der DKP und aller Reformisten werden konnte.

Festzuhalten ist, daß Massenaktionen zustande kamen. Auslösende Aktion für diese Massenaktionen waren die Blockaden an zentralen Verkehrsknotenpunkten, die - eben weil sie auslösende Aktion waren - immer mit der Organisierung einer Mitfahrorganisation verbunden werden mußten. Der Erfolg solcher Aktionen hing also von der erfolgreichen Durchführung solcher Blockaden ab. Daraus hat der Klassenfeind für seine Kampfform Schlüsse gezogen und schon angewendet, die darauf hinauslaufen, sofort solche Blockaden zu zerschlagen.

Die Bedingungen haben sich also verändert. Das heißt aber nicht, daß wir auf Blockaden verzichten, sondern nur, daß die an solchen Blockaden teilnehmenden Massen ihre Aktionen von Anfang an als gegen den Staatsapparat gerichtet begreifen müssen. Kurz: Die Blockaden von heute sind nicht die der Roten Punkt Aktionen.

Wenn heute kleinbürgerliche Gruppierungen von 'Massenaktionen'. 'Koordinierten Aktionen' und 'Teilaktionen' und so weiter reden, ohne es auch nur zu versuchen zu klären, welche gemeinsamen Interessen von welchen Klassen dieser ganzen 'Koordiniertheit' zugrunde liegen sollen, dann ist es der Weg in den kleinbürgerlichen Sumpf. Wer Boykott und Blockade, wer Mitfahrorganisation und Massenaktion in dieser Weise verquickt, der zeigt nur seine Hilflosigkeit in der Bestimmung, welche Klassenwidersprüche der ganzen Bewegung zugrunde liegen bzw. welche Widersprüche sich im Kampf gegen die Fahrpreiserhöhung bei der BVG aufheben lassen. Lenin in seiner Schrift über die Formen der Arbeiterbewegung: 'Die marxistische Taktik besteht in der Verbindung verschiedener Kampfmethoden, im geschickten Übergang von einer zur anderen, in der beständigen Erhöhung des Bewußtseins der Massen und des Umfangs ihrer kollektiven Aktionen, von denen jede im einzelnen bald offensiv bald defensiv sein kann, alle zusammen aber zu einem immer tiefer gehenden entscheidenden Konflikt führen.' (Lenin, Werke Bd.20, S.206).

Als ersten und vorbereitenden Schritt hat die KPD schon seit einigen Wochen damit begonnen, in den U-Bahnen und an den Bushaltestellen zu agitieren. Hier stellt sich auf unterster Stufe schon für die Massen klar heraus, daß der Kampf gegen den Staatsapparat geführt wird: Die Kontrolleure der BVG sind vom Senat verpflichtet, einzugreifen. In solchen Situationen konnte erfolgreich agitiert werden, denn die Kontrolleure, die gegen uns auftraten, mußten vor den Massen begründen, warum sie für die Fahrpreiserhöhungen eintraten.

Der Übergang von diesem Kampfmittel zum Zahlungsboykott stellt einen Schritt dar, der noch nicht die Offensive der Massen sein wird. Wir betrachten dieses Mittel als einen entscheidenden Schritt, um in der Massenmobilisierung die Bedingungen für die Massenaktionen zu schaffen.

Von organisierten Boykottmaßnahmen läßt sich nicht nahtlos scheiden eine offensive Blockade, denn die organisierte Boykottierung bedeutet im Keim schon die Auseinandersetzung mit dem Staatsapparat, der sich dem organisierten Boykott nur durch Absperrung der U-Bahn und der Busse oder deren 'Säuberung' entgegenstellen kann. So wird diese Kampftaktik schon die Elemente enthalten, die für die zweifellos wirksameren Blockaden von Bussen und U-Bahn-Linien Bedingungen für den Erfolg sind, nämlich das Bewußtsein der Massen, offensiv gegen den Staatsapparat vorzugehen. Deshalb bereiten wir mit aller Kraft den Zahlungsboykott vor. Deshalb organisieren wir den Zahlungsboykott. Den Zahlungsboykott organisieren heißt für uns, daß wir durch die Agitation in Bussen und U-Bahnen, daß wir durch die Mobilisierung der Massen, die auf die BVG angewiesen sind, die Organisierung gemeinsamer Aktionen erreichen. Dabei ist eine wesentliche Bedingung das organisierte Auftreten der Kommunisten selbst.

Es kommt darauf an, daß es uns gelingt, aus der individuellen Verweigerung eine kollektive Aktion zu machen. Dem dienen auch die Plaketten, die deutlich machen, wer bereit ist, sich diesen Aktionen anzuschließen.

Verhindert die Fahrpreiserhöhung bei der BVG. Keinen Pfennig mehr - Zahlungsboykott gegen Fahrpreiserhöhung. Organisiert Euch in den Kampfkomitees gegen die Fahrpreiserhöhung!"
Q: Rote Fahne Nr. 36, Berlin 11.2.1972, S.7

15.02.1972:
In Hannover findet eine Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen statt, an der sich, laut KJVD der KPD/ML-ZB, 1 500 Personen beteiligen (vgl. 8.2.1972, 16.2.1972). Nach seinen Angaben werden die Erhöhungen heute beschlossen. Am gleichen Nachmittag wird bereits demonstriert:"
Keine Fahrpreiserhöhungen! Notstandstruppen raus aus der Stadt - Der Rote Punkt die Vorfahrt hat! Keine Mark von unserem Lohn für die Kriegskassen in Bonn! waren die Parolen unter denen der Block der Partei und des KJVD marschierte, und die immer wieder von den Demonstranten gerufen wurden. Die Demonstranten zogen in die Innenstadt und blockierten dort die Straßenbahnen. Sie wurden von einem Heer von Polizeiknüppeln, Tränengas und … Reiterstaffeln empfangen. … Mehrere Verletzte auf der Seite der Demonstranten blieben auf derf Strecke."
Die Fahrpreise sollen um 25% von 60 Pf. auf 75 Pf. erhöht werden.

Laut KAB/ML, beteiligen sich allerdings 2 000 an einer Kundgebung und 4 000 an einer Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen. Unterstützt worden sei die Aktion von der KSG/ML und der RJ/ML-Sympathisantengruppe.

Laut KB Bremen entwickelt sich aus einer Kundgebung der von der DKP geführten Aktionsgruppe Roter Punkt (ARP) mit 500 Teilnehmern eine Demonstration von 4 000 Leuten. In Konkurrenz zur ARP steht das Kampfkomitee Freie Fahrt zum Arbeitsplatz.

Die KPD/ML-ZB schreibt:
Vom 15. bis 21.2. demonstrierten "Tausende von Hannoveranern gegen einen weiteren Schritt staatlicher Ausplünderugspolitik, mit dem die Herren Neufer und Co. im Hannoverschen Rathaus ihren Beitrag zur Finanzierung des Bonner Rüstungshaushaltes leisten wollten, der in diesem Jahr wieder um 11 Prozent angehoben wurde: Die Fahrpreise der kommunalen Straßenbahngsellschaft ÜSTRA wurden um 20 bis 25% erhöht. … Die Bewegung gegen die Fahrpreiserhöhungen hatte inzwischen die werktätigen Massen erfaßt: 30 000 hatten mit ihrer Unterschrift gegen den staatlichen Lohnraub protestiert. Die KPD/ML konnte nicht zulasssen, daß die DKP-Führer diese Bewegung ablenken in einen unverbindlichen 'Kampf für ein modernes Verkehrssystem'. Die wichtigste politische Aufgabe war es, hier die richtigen Forderungen aufzustellen, die den wirtschaftlichen Kampf gegen den Lohnraub mit dem politischen Kampf gegen die Aufrüstungspolitik der SPD-Regierung verbinden. Daher stellte die KPD/ML die Parolen auf:
Weg mit den Fahrpreiserhöhungen!
Keine Mark von unserem Lohn für die Kriegskassen in Bonn!
Die wichtigste taktische Aufgabe war die Bildung einer breiten und einheitlichen Kampffront. Da die von den DKP-Führern gebildete Aktion 'Roter Punkt' diese Forderungen und eine rechtzeitige Organisierung von Kampfmaßnahmen ablehnte, übernahm die KPD/ML die Initiative zur Bildung einer 'Aktionsgemeinschaft der marxistisch-leninistischen Organisationen Hannovers gegen die Fahrpreiserhöhungen'. … 4 000 - darunter viele Werktätige und vor allem Jungarbeiter und Lehrlinge - formierten sich bereits am ersten Tag zu einem machtvollen Demonstrationszug, der in einer Blockade des Strassenbahnverkehrs endete."
Q: Wahrheit Nr. 2, Bremen März 1972; Rote Fahne Nr. 3, Tübingen März 1972;Der Kampf der Arbeiterjugend, Bochum März 1972;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 15, Bochum 23.2.1972;Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 2, Bochum März 1972

16.02.1972:
An einer Fahrpreisdemonstration in Hannover (vgl. 15.2.1972, 17.2.1972) beteiligen sich, laut KPD/ML-ZB, 4 000 bis 5 000 Personen. Zwei Arbeiter von Hanomag hatten eine Versammlung der KPD/ML-ZB gegen die Fahrpreiserhöhungen besucht. Auf der Demonstration ab Steintor verteilen KPD/ML-ZB und KJVD Flugblätter.

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Als am nächsten Tag ein noch größerer Demonstrationszug den Straßenbahnverkehr … wieder völlig zum Erliegen brachte, zog die Sozialdemokratie alle Register. … Eine breite Hetzkampagne gegen die Kommunisten wurde entfaltet. … Die Zeitungen sprachen täglich von Provokationen durch die KPD/ML. Schließlich erklärte sogar DKP-Bezirksvorsitzender Pieck gegenüber der Presse, die KPD/ML sei für die 'Ausschreitungen' verantwortlich."

Laut KB Bremen demonstrieren erneut 2 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen.

Laut KJVD der KPD/ML-ZB sind es ca. 4 000 Demonstranten:"
Die klare Stoßrichtung gegen die Verantwortlichen der Fahrpreiserhöhungen im Rathaus wurde aber auch von anarchistischen und aktionistischen Gruppen sabotiert, die nach dem Verrat der DKP-Führer teilweise die Führung der unerfahrenen Jugendlichen übernahmen. … Sie versuchten allein oder mit wenigen Mitkämpfern die Polizeiketten zu durchbrechen. … Die Werktätigen Hannovers waren im Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen für diesmal nicht erfolgreich. Sie müssen daraus die Lehre ziehen: Nur mit der klaren Stoßrichtung gegen das SPD-Rathaus und nur wenn die Arbeiterschaft geschlossen auf den Plan tritt, und sich an die Spitze des Kampfes stellt, können auch breitere Schichten der Werktätigen Erfolge erringen."
Q: Wahrheit Nr. 2, Bremen März 1972, S. 10; Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 2, Bochum März 1972, S. 11;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 16, Bochum 26.2.1972;Rote Fahne Nr. 5, Bochum 6.3.1972, S.11

Wahrheit_1972_02_19
Wahrheit_1972_02_20


17.02.1972:
In Göttingen erscheint vermutlich heute ein 'AStA-Info' Nr. 1 des Uni-AStAs mit dem Aufruf zum heutigen (Donnerstag) Teach-In im Audimax anläßlich der Proteste gegen die Fahrpreiserhöhungen der ÜSTRA in Hannover, wobei die Redaktion nicht nur vom AStA selbst, sondern auch vom KSB, dem SHB/SF, dem SDS, der ehemaligen Ortsgruppe der KPD/ML – d.h. der KPD/ML-ZK -, der RKJ, dem SSG und der KSF gebildet wird.
Q: AStA-Info <Uni> Nr. 1, Göttingen o.J.

17.02.1972:
In Hannover demonstrieren heute, laut KB Bremen, 3 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 16.2.1972, 18.2.1972). Die DKP hatte sich mit ihrer Ablehnung der Schienenblockade durchgesetzt, weswegen die Demonstration eigentlich friedlich blieb, trotzdem aber von der Polizei zerschlagen wurde.

Die KPD/ML-ZB berichtet von der Pressehetze wegen der gestrigen Aktion und fährt fort:"
Als sich trotzdem am 3. Tag wieder ein gewaltiger Demonstrationszug unter der Parole der KPD/ML 'Notstandstruppen aus der Stadt - Der Rote Punkt die Vorfahrt hat' formierte, ließ Lehners (Innenminister, d.Vf.) seine Notstandstruppen zuschlagen: Der Demonstrationszug wurde auf der angemeldeten Route gewaltsam aufgelöst. … Als jetzt der Kampf in ein neues Stadium eingetreten war, erkannten KPD/ML und KJVD wichtige Fehler: Die Frage der einheitlichen Führung war unterschätzt wurden, ebenso die der breiten Mobilisierung der gesamten werktätigen Bevölkerung. Die Versuche, diese Fehler zu korrigieren, kamen jedoch zu spät. Zwar zeigte sich in den jetzt durchgeführten Kurzkundgebungen vor den Betrieben und im Arbeiterviertel Linden die Richtigkeit der Linie der Partei und des Jugendverbandes und die großen Möglichkeiten, jedoch gelang es auf einem Teach-in und erneuten Bündnisgesprächen nicht, alle weiterhin kampfbereiten Gruppen hinter den korrekten Vorstellungen zu vereinigen. Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen in Hannover hat für alle unübersehbar unter Beweis gestellt, daß die Sozialdemokratie nach wie vor die Hauptstütze der Bourgeoisie ist. … Die KPD/ML und der KJVD haben in diesem Kampf wichtige Erfahrungen gesammelt. Es gelang ihnen aber nicht, gegen die breite Verschwörung der Sozialdemokratie eine geschlossene Einheitsfront zu organisieren".
Q: Wahrheit Nr. 2, Bremen März 1972; Der Kampf der Arbeiterjugend, Bochum März 1972;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 16, Bochum 26.2.1972;Rote Fahne Nr. 5, Bochum 6.3.1972, S.11

18.02.1972:
In Hannover beteiligen sich, laut KB Bremen, 3 000 an einer Kundgebung gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 17.2.1972). Gegen den Willen der DKP führten im Anschluß noch 2 000 eine Demonstration durch.
Q: Wahrheit Nr. 2, Bremen März 1972

21.02.1972:
In Hannover findet, laut KAB/ML, eine Fahrpreisdemonstration mit über 1 000 Leuten statt, die u.a. von RJ/ML und Falken organisiert worden sei.
Q: Rote Fahne Nr. 3, Tübingen März 1972

23.02.1972:
Die Nr. 15 des 'KND' der KPD/ML-ZB und des KJVD (vgl. 19.2.1972, 26.2.1972) erscheint unter der Titelüberschrift "Kampf der Werktätigen gegen staatliche Preistreiberei". Danach streiken in Niedersachsen in Hannover die Kollegen der ÜSTRA-Nahverkehrsbetriebe. KPD/ML-ZB und KJVD beteiligen sich an einem Aktionskomitee der marxistisch-leninistischen Organisationen Hannovers gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 15.2.1972).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 15, Bochum 23.2.1972

23.02.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP frühestens in dieser Woche, laut Verteilerplan (vgl. 14.2.1972) heute ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 14.2.1972, 22.3.1972) für Februar heraus mit dem Artikel:"
FREIHEITLICHE DEMOKRATIE

In der Regierungserklärung 1969 sagte Bundeskanzler Brandt: ' Laßt uns mehr Demokratie wagen!' In vielen Städten der BRD wurde und wird mehr Demokratie gewagt. Zehntausende Bundesbürger protestieren in demonstrativer Form auf den Straßen gegen die unsozialen Preiserhöhungen der öffentlichen Verkehrsmittel. Hunderttausende bekundeten durch ihre Unterschriften ihren Protest. Aber wie reagieren die Staatsorgane? Gerade in jüngster Zeit können wir wieder erleben, wie in Hannover (in Niedersachsen, d.Vf.), der Geburtsstadt des Roten Punktes, junge Menschen, Männer und Frauen von der Polizei niedergeknüppelt und festgenommen werden. Warum? Weil sie sich nach dem Motto: 'Laßt uns mehr Demokratie wagen' aufgerafft haben zum Kampf gegen die Preisflut, gegen ein weiteres Absinken des Lebensstandards. Viele dieser Demokraten wurden von 'freiheitlich-demokratischen' Gerichten zu hohen Geldstrafen verurteilt. Zum Roten Punkt in Hannover hat man jetzt den letzten Knüller losgelassen. Sind es doch wieder die bösen Kommunisten von der DKP, laut Fernsehen, die den Roten Punkt machen, hierzu alle Flugblätter liefern und hiermit die freiheitliche Demokratie in der BRD zerstören wollen! Also: Wer sind nun die Demokraten?

Diejenigen, die laut Brandt mehr Demokratie wagen, für die Rechte des arbeitenden Menschen kämpfen und hier werden die Kommunisten stets in der vordersten Front stehen. Oder sind es diejenigen, die sich den Profitinteressen des Großkapitals untergeordnet haben, die auch die kommunalen Einrichtungen zu profitträchtigen Unternehmen machen möchten. Also: Wer gegen das Profitstreben der Konzerne, der kommunalen Verwaltungen und wo auch immer, sich für den arbeitenden Menschen einsetzt, ist Kommunist. Wer mehr Demokratie wagt, ist Kommunist und gefährdet die 'freiheitliche demokratische Ordnung'! Willy Brandt auch?".
Q: Heisse Eisen Jeden Spaltungsversuch zurückweisen, Dortmund Feb. 1972; DKP-BGs Hoesch Westfalenhütte, Phoenix und Union:Herausgabe- und Verteilerplan für Heisse Eisen, o.O. (Dortmund) o.J. (Feb. 1972), S.1

29.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.51 (vgl. 22.12.1973, 5.1.1974) heraus. Berichtet wird in einem Jahresüberblick u.a. über Fahrpreiskämpfe in Hannover.
Q: Roter Morgen Nr.51,Dortmund 29.12.1973, S. 3

Februar 1974:
Gegen die Fahrpreiserhöhungen zum 1.März 1974 gibt die KGB ein Extra ihrer 'Bochumer Arbeiterzeitung' (BAZ) zu den Fahrpreiserhöhungen heraus. Ein Artikel schildert "Hannover 1969 – Ein Beispiel selbständigen Kampfes gegen staatliche Preistreiberei!".
Q: Bochumer Arbeiterzeitung Extra,Bochum Feb. 1974, S. 5f

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Juni 1974:
In Frankfurt gibt die DKP Eschersheim vermutlich im Juni eine auf Juni/Juli datierte Ausgabe ihres 'Dornbusch Signal' - DKP-Stadtteilzeitung für Dornbusch, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Preungesheim - heraus:"
Zu den Auseinandersetzungen um die Fahrpreiserhöhungen in der Frankfurter Innenstadt erklärte der Kreisvorsitzende der DKP und Landtagskandidat in Frankfurt, Rudi Maurer:


So berechtigt die Empörung über die Fahrpreiserhöhung ist, so unsinnig und abenteuerlich sind die Versuche, den Berufsverkehr zu blockieren und unter allen Umständen die Konfrontation mit der Polizei herbeizuführen. Die einzigen Leidtragenden bei diesen Maßnahmen sind die Arbeiter und Angestellten, denen der Weg nach Hause um Stunden verlängert wird. Die Barrikaden auf den Frankfurter Schienen können nicht die Massensolidarität ersetzen, die z.B. in Hannover ermöglichte, daß mit Hilfe Tausender von Autofahrern der Berufsverkehr trotz Boykott der öffentlichen Verkehrsmittel reibungslos stattfand.

Entschieden verurteilt die DKP das Auftreten der ultralinken Gruppen. Während der Massenproteste der Frankfurter Arbeiter und Angestellten, die vom DGB, von Jugendorganisationen und auch von der DKP getragen wurden, traten diese Gruppen immer wieder als Spalter auf. Jetzt beweisen sie erneut ihre Arbeiterfeindlichkeit durch die isolierte Blockade des Berufsverkehrs."
Q: Dornbusch Signal,Frankfurt Juni/Juli 1974

27.12.1974:
In Hannover wird zwischen Weihnachten und Neujahr, laut und unter Führung des KJV der KPD, ein Uestra-Kampfkomitee gegen die Fahrpreiserhöhungen gegründet, das in der Folge u.a. im CPK-Bereich bei Conti, im IGM-Bereich bei den EW Wülfel und durch ein Kampfaktiv Linden aktiv wird.
Q: Rote Fahne Nr.5,Dortmund 5.2.1975

Januar 1975:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.43 (vgl. Dez. 1974, Feb. 1975) heraus und berichtet von den Fahrpreiserhöhungen in Hannover, gegen die sich u.a. der DGB KV, die Vertrauensleutekonferenz der IG Chemie (CPK) sowie Vertretungen von VAW und MF Berstorff wandten.
Q: Klassenkampf Nr.43,Frankfurt Jan. 1975

Januar 1975:
In Hannover findet, laut AB, vermutlich im Januar eine Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen mit 10 000 Teilnehmern statt.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.55,München Jan. 1975

Januar 1975:
Die SAG berichtet aus Hannover über den Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen vermutlich aus dem Januar, daß der KBW eine Aktionseinheit mit der Aktion Roter Punkt (ARP) der DKP ablehne.
Vermutlich ebenfalls im Januar erscheint ein Flugblatt des Fahrpreiskomitees im Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) Glocksee, in dem vermutlich auch die SAG vertreten ist.
Q: Klassenkampf Nr.44,Frankfurt Feb. 1975

Januar 1975:
Die Ortsgruppe Hannover des KBW gibt vermutlich im Januar die Broschüre "Keine Fahrpreiserhöhungen! Keine Stufentarife!" heraus in einer Auflage von 1 500 Stück mit den Beiträgen:
- "Rede auf der Fahrpreisveranstaltung des KBW am 11.12.174";
- "Fahrpreiserhöhung bis zu 150 % gegen Arbeiterklasse und Volk";
- "Die Pendler sind besonders betroffen";
- "Wie die Stadt in unseren Geldbeutel greift";
- "Gegen das Krisenprogramm der Regierung! Keine Prämien für das Kapital!" aus der 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 28 vom 12.12.1974;
- "Das Gerede über das Defizit soll über die Ausplünderung durch den Staat hinwegtäuschen!";
- "Gegen die Ausplünderung durch den Staat. Die Forderungen der Arbeiterklasse zur Steuer" aus der 'Kommunistischen Volkszeitung';
- "Für den Sieg des Sozialismus!";
- "Das Großraumparlament ist der Eintreiber der Fahrpreiserhöhung";
- "Die bürgerliche Presse bereitet die Erhöhungen vor: Der 75-Pfennig-Tarif bleibt";
- "Die Polizei soll den Widerstand des Volkes brechen";
- "Korrespondenz. Bericht eines ehemaligen Polizisten über die Fahrpreiskämpfe 1969 und 1972";
- "Arndt-Str.-Prozeß: Justiz schränkt Demonstrationsrecht ein" zur Hausbesetzung vom Dez. 1971;
- "Der Widerstand gegen die Fahrpreiserhöhung wächst" mit einer Stellungnahme von Betriebsrat und Belegschaft von VAW Leichtmetall und Meldungen über Resolutionen vom IGM-VLK Berstorff, DGB-Kreisdelegiertenkonferenz, ÖTV-Mitgliederversammlung Versorgungsverwaltung, Bürgerversammlung in Ricklingen, Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hannover, Schülervollversammlung des Stephanstifts, Schülervertretung IGS Roderbruch, Studentenrat der MHH, Studentische Kammer der TU, Vollversammlungen Mathe/Physik und Landespflege TU, Fachschaftsrat Sport TU und UJZ Glocksee. An den Berufsschulen seien 2 500 Unterschriften gesammelt worden;
- "Wie kann die Erhöhung verhindert werden?";
- "Organisiert Euch in Komitees gegen die Fahrpreiserhöhung!", die es bisher gibt Oststadt/List, in Burgdorf, an der MHH, an der PH, an der FHS Wichernschule, Technische Universität, Fachbereich Geschichte und Fachbereich Architektur, IGS Roderbruch, Sophienschule und an der Berufsschule IV;
- "Aufruf zur Aktionseinheit und Demonstration am 28.1.75"; sowie
- "Lieder gegen die Fahrpreiserhöhungen".
Q: KBW-OG Hannover: Keine Fahrpreiserhöhungen! Keine Stufentarife!, Hannover o. J.

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28.01.1975:
Laut KBW (vgl. 6.2.1975) findet in Hannover eine Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen statt. Dazu haben verschiedene Gruppen und Aktionseinheiten aufgerufen, u.a. auch der KBW.

Der KBW berichtet später (vgl. 20.3.1975), daß die unter dem Einfluß der DKP stehende Aktionsgruppe Roter Punkt beträchtlichen Einfluß habe und die Aktionseinheit für die Demonstration am 28.1. scheitern ließ weil die Forderung nach 'Nahverkehrsabgabe von Großbetrieben und Kapitalisten" ihrerseits zur Voraussetzung gemacht wurde.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.5 und 11,Mannheim 6.2.1975 bzw. 20.3.1975,S.10 bzw. S.11

KVZ1975_05_19

KVZ1975_11_22


24.03.1975:
Der KB berichtet, daß heute in Hannover über 2 000 Menschen den Demonstrationsaufrufen von einigen Fahrpreis-Komitees und des KBW folgten. Ebenfalls nimmt der KB an dieser Demonstration teil. Eine Demonstration am gleichen Tag wird auch von der KPD mit ca. 30 Personen durchgeführt.

Laut und mit KBW (vgl. 26.3.1975) beteiligen sich 2 500 bzw. (vgl. 3.4.1975) weit über 2 000 an der von Komitee Wir Wehren Uns (WWU) und Aktion Roter Punkt (ARP) der DKP abgelehnten Demonstration (vgl. 1.4.1975).
Q: Arbeiterkampf Nr.58/59,Hamburg 2.4.1975,S.46; Kommunistische Volkszeitung Nr.12, 13 und 16,Mannheim 26.3.1975, 3.4.1975 bzw. 24.4.1975

31.03.1975:
In Hannover finden, laut KPD, vermutlich in dieser Woche tägliche Fahrpreisdemonstrationen mit jeweils 2 000 bis 3 000 Teilnehmern statt, bei den ein revolutionärer Block vom KJV der KPD und dem Kampfkomitee gegen die Erhöhung der Verkehrs- und Versorgungstarife gebildet worden sei.
Q: Rote Fahne Nr.14,Köln 9.4.1975

31.03.1975:
In Hannover organisiert der KJV der KPD, nach eigenen Angaben, vermutlich in dieser Woche eine spontane Demonstration von der Kundgebung der Aktion Roter Punkt (ARP) aus zum Polizeipräsidium, wo 500 die Freilassung der Festgenommenen fordern.
Q: Rote Fahne Nr.14,Köln 9.4.1975

01.04.1975:
In Hannover beteiligen sich, laut und mit SAG, 8 000 an einer Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 2.4.1975).

Der KBW (vgl. 3.4.1975) berichtet, daß sich 5 000 an der Demonstration und Kundgebung der Fahrpreiskomitees beteiligten. Zum Ende der Demonstration sei diese auf 7 000 Leute angewachsen. Auf der Kundgebung habe die DKP-nahe Aktion Roter Punkt (ARP) durch Abspielen ihrer Fahrpreislieder und durch eigene Beiträge die Rede der Komitees, die die Demonstration organisiert zu verhindern. Sprechchöre hätten sich daraufhin gegen die ARP und für die Demonstration ausgesprochen. Die ARP sei daraufhin mit 500 Personen in der entgegengesetzten Richtung losmarschiert.

Fahrpreiskomitees bestehen derzeit in der Oststadt, in List, Linden, Bockdorf und Lehrte, im IGM-Bereich bei Westinghouse und Max Müller, im ÖTV-Bereich bei der Stadtverwaltung, an der Medizinischen Hochschule (MHH), an der TU an den Fachbereichen Geschichte und Mathematik, im Schulzentrum Langenhagen und in der Emnich-Cambrai-Kaserne.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.13 und 14,Mannheim 3.4.1975 bzw. 10.4.1975; Klassenkampf Nr.46,Frankfurt Apr. 1975

02.04.1975:
Der KBW (vgl. 10.4.1975) berichtet aus Hannover, daß heute 3 500 gegen die Fahrpreiserhöhungen demonstrieren (vgl. 1.4.1975, 3.4.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975

03.04.1975:
In Hannover findet heute, laut und mit SAG, erneut eine Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen statt (vgl. 2.4.1975, 4.4.1975). Der KBW (vgl. 10.4.1975) berichtet, daß heute 4 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen demonstrieren.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975; Klassenkampf Nr.46,Frankfurt Apr. 1975

04.04.1975:
In Hannover beteiligen sich, laut und mit SAG, 6 000 an einer Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 3.4.1975, 5.4.1975).
Der KBW (vgl. 10.4.1975) berichtet, daß heute 4 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen demonstrieren.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975; Klassenkampf Nr.46,Frankfurt Apr. 1975

05.04.1975:
In Hannover beteiligen sich, laut und mit SAG, 8 000 bis 9 000 an einer Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 4.4.1975, 9.4.1975). Der KBW (vgl. 10.4.1975) berichtet, daß heute 4 000 gegen die Fahrpreiserhöhungen demonstrieren, u.a. aus dem IGM-Bereich von VW und den EW Wülfel und aus dem DP-Bereich von der NHP.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975; Klassenkampf Nr.46,Frankfurt Apr. 1975

07.04.1975:
Der KBW (vgl. 17.4.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Hannover, daß dort immer noch Fahrpreisdemonstrationen mit ein- bis zweitausend Teilnehmern stattfinden.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.15,Mannheim 17.4.1975

08.04.1975:
Der KBW (vgl. 10.4.1975) berichtet aus Hannover, daß heute mehrere Tausend gegen die Fahrpreiserhöhungen demonstrieren (vgl. 7.4.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975

09.04.1975:
In Hannover führt, laut und mit SAG, das Komitee Wir wehren uns (WWU) aus dem Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) Glocksee eine Kundgebung gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 5.4.1975), die u.a. auch abgelehnt werden von den Jugendvertretungen (JV) bei VAW, Benecke und Berstorff sowie vom HBV OJA und dessen Verwaltungsstelle, dem DGB KV Hannover und dem DGB Ortskartell Uetze.
Q: Klassenkampf Nr.46,Frankfurt Apr. 1975

16.04.1975:
Der KBW (vgl. 24.4.1975) berichtet aus Hannover vom Fahrpreiskampf, daß sich an der Demonstration der von ihm unterstützten Komitees heute 350 Menschen beteiligen, während die Aktion Roter Punkt (ARP) der DKP zum DGB-Haus zog.

Insgesamt konnte sich der KBW, nach eigener Einschätzung, in der seit dem 24.3.1975 laufenden Kampagne mit seinem Eintreten für Blockaden statt nur täglicher Demonstrationen nicht auf breiter Front gegen die DKP durchsetzen, obwohl er bzw. seine Komitees unterstützt wurden u.a. durch Kollegen von VAW und VAW-Leichtmetall, dem HBV-OV, den DruPA BV, den ÖTV KJA und die Jugendvertretungen (JV) Siemens, Berstorff, Benecke, Quelle, Karstadt, VAW-Leichtmetall und Landesversicherungsanstalt (LVA).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.16,Mannheim 24.4.1975

19.04.1975:
Der KOV der KPD gibt seinen 'Schulkampf' Nr. 3 (vgl. 20.2.1975, 20.6.1975) heraus und berichtet "Hannover: Gummiknüppel und Chemische Keule gegen Fahrpreisdemonstration".
Q: Schulkampf Nr. 3, Dortmund 19.4.1975

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01.05.1975:
Die Frankfurter Marxisten-Leninisten (FML - vgl. 20.4.1975) riefen, unterstützt u.a. von den ML Aachen und den ML Bochum, zum 1.Mai auf:"
FÜR EINEN REVOLUTIONÄREN, PATRIOTISCHEN UND INTERNATIONALISTISCHEN 1.MAI

Gegen die Jugendarbeitslosigkeit gibt es einen wachsenden Widerstand. Auch die Bauern und die kleinen Unternehmer setzen sich zur Wehr. Kämpfe gegen Fahrpreiserhöhungen wie letztes Jahr in Frankfurt und zur Zeit in Hannover sind Teile des Volkswiderstands. In Wyhl erzielte ein breites Bündnis von Arbeitern, Bauern, Intellektuellen und anderen fortschrittlichen Kräften durch harten Kampf erste Erfolge gegen den umwelt- und volksfeindlichen Kernkraftwerksbau."
Q: Frankfurter Marxisten-Leninisten:Marxisten-Leninisten zum 1. und 8.Mai 1975,Bochum 1975,S.5f und 9

Juni 1975:
In Hannover beteiligen sich, laut KPD, u.a. drei Genossen ihres KJVD an Kundgebungen gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 2.6.1975), die deswegen angeklagt werden (vgl. Jan. 1976).
Q: Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976

02.06.1975:
Bei einer Kundgebung des KJVD der KPD am Hauptbahnhof Hannover wird, laut KPD, Andreas W. von der Polizei festgenommen (vgl. Juni 1975, 12.7.1976).
Q: Rote Fahne Nr.29,Köln 21.7.1976

29.06.1975:
Der AB gibt die Nr.64 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 15.6.1975, 13.7.1975) heraus und berichtet von den Fahrpreiserhöhungen in Hannover.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.64,München 29.6.1975

10.11.1975:
Die Zelle Westinghouse der Ortsgruppe Hannover des KBW gibt vermutlich Anfang dieser Woche ihren 'Bohrer' Nr. 11 (vgl. 24.3.1975, 26.1.1976) heraus. Festgestellt wird: "Fahrpreisprozesse: Eine Schlappe nach der anderen für die Klassenjustiz!".
Q: Der Bohrer Nr.11,Hannover 1975, S. 5f

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Januar 1976:
In Hannover werden, laut KPD, drei Genossen des KJVD der KPD wegen ihrer Beteiligung an Kundgebungen gegen die Fahrpreiserhöhungen zur Zahlung von Schadensersatz an die Deutsche Bundesbahn verurteilt (vgl. Juni 1975, 25.3.1976).
Q: Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976

25.03.1976:
In Hannover soll, laut KPD, erneut im Prozeß gegen drei Genossen des KJVD der KPD wegen Teilnahme an Kundgebungen gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. Jan. 1976) verhandelt werden.
Q: Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976

28.05.1976:
In Frankfurt beginnt, laut KPD, eine zweitägige "Konferenz zum Aufbau einer antihegemonistischen und demokratischen Front an den Oberschulen". Veranstaltet wird die Konferenz von verschiedenen Schülervertretungen und dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) der KPD. Es beteiligen sich ca. 60 Oberschüler.
U.a. solidarisiert sich die Konferenz mit Andreas W. aus Hannover (vgl. 2.6.1975, 12.7.1976).
Q: Rote Fahne Nr.20, 21, 23 und 29,Köln 19.5.1976, 26.5.1976, 9.6.1976 bzw. 21.7.1976,S.*, S.7, S.* bzw. S.*; KPD-ZK:II.Parteitag der KPD.Rechenschaftsbericht des ZK,Köln 1977,S.333

05.06.1976:
Unter dem Titel 'Die Rote Garde' erscheint die Nummer 6/76 der Monatszeitung der Jugendorganisation der KPD/ML (vgl. 15.04.1976, 10.07.1976) als Beilage zum 'Roten Morgen! (RM) 23/76. Unter der Rubrik „Korrespondenzen“ wird auch berichtet aus Hannover vom UJZ Glocksee, welches zuvor wegen seinem Fahrpreiskomitee und nun wegen der dort tagenden Soldatengruppe angegriffen werde.
Q: Die Rote Garde Nr. 6, Dortmund Juni 1976, S. 5

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12.07.1976:
In der Jugendstrafanstalt Neustadt am Rübenberge soll, laut KPD, vermutlich in dieser Woche Andreas W. aus Hannover einen dreiwöchigen Arrest wegen Aktivitäten für den KJVD der KPD in Hannover (vgl. 2.6.1975) antreten. W., mit dem sich u.a. die VV der IGS Roderbruch, die Frankfurter Oberschülerkonferenz des KJVD (vgl. 28.5.1976) und eine KJVD-Veranstaltung Kampf der politischen Unterdrückung in der BRD und der DDR solidarisieren, tritt aber seine Strafe nicht an, sondern verbleibt im Jugendlager Unadingen des KJVD.
Q: Rote Fahne Nr.29,Köln 21.7.1976

01.01.1977:
In Hannover stehen, laut KPD, ab heute oder in der nächsten Zeit Fahrpreiserhöhungen an.
Q: Rote Fahne Nr.49,Köln 8.12.1976

08.01.1977:
In Hannover beteiligen sich, laut SAG, 500 bis 700 an einer Fahrpreiskundgebung, die getragen wurde von der Aktion Roter Punkt (ARP), dem KBW und dem Fahrpreiskomitee Wir wehren uns (WWU), in dem auch die SAG mitarbeitet. An der anschließenden Demonstration habe der KBW nicht teilgenommen.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.16,Frankfurt 26.1.1977

12.01.1977:
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr.15 (vgl. Dez. 1976, 26.1.1977) heraus und berichtet aus Hannover vom Fahrpreiskomitee "Wir wehren uns" (WWU) im Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) Glocksee.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.15,Frankfurt 12.1.1977

01.01.1978:
In Hannover sollen, laut SAG, Fahrpreiserhöhungen in Kraft treten.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.37,Frankfurt 14.12.1977

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