KPD/ML: 'Günter Wagner, kommunistischer Arbeiter von Thyssen, von Polizei verschleppt! Frei gekämpft' (1973)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 17.9.2016


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Vermutlich zum Jahresende 1973 erscheint, von der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML) im Verlag Roter Morgen (Hamburg) herausgegeben, die Broschüre: "Günter Wagner, kommunistischer Arbeiter von Thyssen, von Polizei verschleppt! Freigekämpft". Wagner war seinerzeit nach seinen eigenen Angaben "vor der Haustür verhaftet" und kurze Zeit danach aus dem Unternehmen (Thyssen, Duisburg) entlassen worden. Die Wiedereinstellung von Wagner zum 15. Oktober und die Zurücknahme der Entlassung von Thyssen wurden von der KPD/ML, die die "sofortige Freilassung des Kommunisten und Arbeiters Günter Wagner forderte, als ein "Sieg über Nachrichtensperre und Pressezensur" bezeichnet. Die sich anschließende Kampagne im "Roten Morgen", auf Flugblättern und in Betriebszeitungen verlief unter Parole: "Freiheit für alle politischen Gefangenen!"

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

November 1973:
Im "Verlag Roter Morgen" (Hamburg) erscheint, vermutlich im November oder Dezember, die von der KPD/ML herausgegebene Broschüre: "Günter Wagner, kommunistischer Arbeiter von Thyssen, von Polizei verschleppt! Freigekämpft". Nach der Broschüre war er "wegen verleumderischer Beleidigung" angeklagt und am 28.9. verhaftet worden, "weil mein Name unter einem Flugblatt stand, das zum Protest gegen den Polizeiterror aufrief". Da er, so die Anklageschrift, "ohne festen Wohnsitz" sei und damit "flüchtig", wurde er in Haft gebracht, aus dem Unternehmen Thyssen (Duisburg) entlassen und zum 15. Oktober, da sich ein Verdacht auf eine "strafbare Handlung" nicht bestätigte, wieder eingestellt. Die KPD/ML feierte seine Wiedereinstellung als "großen Sieg".

Aus dem Vorwort geht hervor, dass die KPD/ML für die "Bourgeoisie so gefährlich" sei, dass sie sie deshalb "von den Massen isolieren will", um "den Kampfstab der Klasse zu verbieten". Die Verhaftung und die Verhaftung von Wagner, "seine Entlassung aus dem Betrieb, dies alles waren Versuche, die Kommunisten und ihre Sympathisanten unter den Massen einzuschüchtern". Die KPD/ML und die Rote Garde kämpften "für die Freilassung und Wiedereinstellung Wagners, Arbeiter bei Thyssen, Mitglied der KPD/ML". Mit der Broschüre wolle man "möglichst viele fortschrittliche Menschen" erreichen, damit diese aus "diesem Kampf lernen".

Inhalt der Broschüre ist:
- "Genosse Günther Wagner berichtet. Freitag, 28.9.73"
- "… vor der Haustür verhaftet"
- "Der Haftgrund"
- "Haftbefehl"
- "Freiheit für alle politischen Gefangenen"
- "Die Partei kämpft"
- "KPD/ML: Günter Wagner, kommunistischer Arbeiter von Thyssen: Von der Polizei verschleppt!"
- "Sieg über Nachrichtensperre und Pressezensur"
- "Der Staat der Krupp und Thyssen"
- "Bericht von der Unterschriftensammlung für Günther Wagner am 6.10."
- "Ein Thyssen-Kollege berichtet: Die Zurücknahme der Entlassung war unser Sieg"
- "Genosse Günther berichtet: Die Justiz steht im Dienst der Kapitalistenklasse"
- "Günther ist frei"
- "Solidaritätserklärungen" (ESG Bochum, SVI (Verband der Studentenschaften, Arbeitskreis der Werktätigen an den Krankenhäusern in Münster, Rote-Hilfe-Initiative Köln, Liga, Vietnamkomitee, KJK, SK/ML, KSV, RG
- "Gestapomethoden"
- "Roter Morgen: Kündigung war schon perfekt. Wiedereinstellung erzwungen"
- "Rede von Genossen Günther in Bochum auf einer Veranstaltung zum 50. Jahrestag des Hamburger Aufstandes"
- "Urteil im Prozess gegen Ernst Aust"
- "Anklagerede des Vorsitzenden der KPD/ML Ernst Aust vor Gericht: 'Eure Wahrheit ist nicht unsere Wahrheit'"

Geworben wird für die Broschüren: "Kampf der Klassenjustiz. Den Gerichtssaal zur Tribüne des Klassenkampfes machen. Dokumentation zum Prozess gegen Ernst Aust, Vorsitzender der KPD/ML, Hamburg im Juni 1973" und: Ernst Thälmann: "Kampfreden und Aufsätze" und das Zentralorgan der KPD/ML "Roter Morgen".
Quelle: KPD/ML: Günther Wagner, kommunistischer Arbeiter von Thyssen von Polizei verschleppt! Freigekämpft, Hamburg 1973.

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Letzte Änderung: 17.09.2016