Die 'October'-Gruppe

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Die hier anhand zweier Broschüren sowie einiger Berichte und Kritiken anderer Gruppen vorgestellte 'October'-Gruppe war zunächst im Landesverband Südwest der KPD/ML-ZK um Ernst Aust tätig, der für Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zuständig war. Nach dem außerordentlichen Parteitag der KPD/ML-ZK Ende 1971 verließ die 'October'-Gruppe die KPD/ML-ZK und organisierte sich unabhängig.

Angesiedelt war die 'October'-Gruppe vermutlich zunächst vor allem in Mannheim, wo sie den örtlichen KAB/ML zu fraktionieren trachtete, bald aber dehnte sie sich nach Frankfurt aus, übernahm so die Kontrolle über den für die gesamte Region Rhein/Main wichtigen Buchladen Libresso.

Später entstanden aus der 'October'-Gruppe die Marxisten-Leninisten Deutschlands (MLD).

Kritisiert wurde 'October' sowohl in Frankfurt, wie etwa durch den Frankfurter Kampfbund/Marxisten-Leninisten (FKB/ML) (vgl. März 1972, Juni 1972) und den Kommunistischen Studentenverband (KSV) Frankfurt (vgl. 18.5.1972) sowie den KB/ML Frankfurt (vgl. 19.3.1973), als auch in Heidelberg (vgl. 29.4.1972) und NRW durch die Bolschewistische Linie (vgl. 6.2.1972) und die ML Dortmund (vgl. Juni 1972, 1.9.1972) sowie die Proletarische Linke (PL) Hamm (vgl. Nov. 1972) und in Hamburg durch den Landesverband Wasserkante der KPD/ML (vgl. März 1972). Die Arbeitsergebnisse der Gruppe allerdings erfuhren keineswegs eine vollständige Ablehnung (vgl. Dez. 1972).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Januar 1972:
Vermutlich im Januar erscheint die Broschüre "Der Kampf der 'October'-Gruppe in der KPD/ML" als 'October' Nr. 1, herausgegeben von einer Abspaltung der zerfallenen KPD/ML-ZK, in Frankfurt. Enthalten sind die Beiträge:
- "Vorwort der Redaktion", in dem auch berichtet wird, dass einige der October-Genossen zuvor im KAB/ML - vermutlich in Mannheim - organisiert waren. Zum Hamburger 'Parteiaufbau' der MLOzP heißt es: "Herr Stamer bringt nun ein eigenes Organ heraus, den 'Parteiaufbau', ;
- "Innere Zusammenhänge der Organisationsfrage" vom 1.10.1970, womit laut Vorwort der KAB/ML am Ort fraktioniert werden sollte;
- "Kritik des Entwurfs der Grundsatzerklärung der KPD/ML" vom 22.3.1971;
- "Kritik an der Org.-Mitteilung Nr. 3/1971 der KPD/ML" vom 3.4.1971;
- "Kritik am Diskussionspapier der Landesleitung des LV SW" vom 2.5.1971;
- "Rede auf der Landes-Delegiertenkonferenz in Gießen am 17.11.71" zu den 'Analysen und Anträgen des LV SW', die als Phrasen bezeichnet werden;
- "Referat zum Grundsatzantrag der Landesleitung Südwest" von der LDK am 17.11.1971; sowie
- "Thesen zum Kampf gegen den Ökonomismus".

Im Anhang sind enthalten:
- "Entwurf zu einer Grundsatzerklärung der KPD/ML"; und
- "Grundsatzerklärung des KSB/ML (Entwurf)".
Quelle: Der Kampf der 'October'-Gruppe in der KPD/ML. October Nr. 1, Frankfurt o. J. (1972)

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Januar 1972:
Die Zeitschrift 'October', herausgegeben von einer Abspaltung der zerfallenen KPD/ML-ZK, erscheint in Frankfurt. Weitere Ausgaben wurden bisher nicht bekannt. der Leitartikel fragt: "Wo stehen wir?" und bittet um Kritik, die auch veröffentlicht werden soll.

Weitere Artikel sind:
- "Zur Herausgabe";
- "Zu Stalins 'Zwölf Bedingungen'";
- "Die Programmdiskussion in der russischen Sozialdemokratie";
- "Buchbesprechung. Kollektiv RAF: 'Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa'"; sowie
- "Die neue KPD und ihr 'demokratischer Kampf'".

Angekündigt werden weitere Ausgaben:"
Inhalt von Nr. 2:
Marxismus und Leninsches Parteikonzept
Rosa Luxemburg - Zwischen Antirevisionismus und Spontaneismus
Bemerkungen zu Schmierers 'Theorie der Mittelklassen'

Inhalt von Nr. 3:
Zur Analyse der deutschen Arbeiterbewegung: die Geschichte der KPD

Inhalt von Nr. 5:
Zur Analyse der 2.-Juni-Bewegung
Die Zwischenschichten im Imperialismus"
Q: Parteiaufbau Nr. 3, Hamburg 1972, S. 1; October Nr. 1, Frankfurt Jan. 1972

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Februar 1972:
Vermutlich im Februar erscheint von der Gruppe 'October' Mainz das Flugblatt "Die 'ML' - weder M noch L!", in dem anläßlich der Bildung eines rechten AStAs an der Universität sowohl die KPD/ML-ZK als auch die KPD/ML-ZB sowie die KPD bzw. deren Basisgruppe Germanistik angegriffen werden.

Eingeladen wird zu einem eigenen Vortrag "Marxismus und Leninisches Parteikonzept" in der Uni, wo man auch einen Büchertisch macht.
Quelle: October Mainz: Die 'ML' - weder M noch L!, Mainz o. J. (1972)

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06.02.1972:
Vermutlich in Dortmund findet eine Konferenz ehemaliger Mitglieder und Sympathisanten der KPD/ML-ZK bzw. ihrer Massenorganisation statt. Die "Gründungskonferenz der Bolschewistischen Linie der ehemaligen KPD/ML (RM)" kündigt weitere Dokumente für die nächste Zeit an, u.a. "Kritik an October".
Q: Bolschewistische Linie der ehemaligen KPD/ML (RM): Resolution, Dortmund 6.2.1972

März 1972:
In Frankfurt erscheint erstmals die Zeitschrift 'Gesellschaft für Albanisch-Chinesisch-Deutsche Freundschaft e. V.' (vgl. Juni 1972). In der "Erklärung. Gesellschaft für Albanisch-Chinesisch-Deutsche Freundschaft e. V." werden auch kritisiert die "Sektierer (versteckte Alleinvertreter)" wie Thälmann-Kampfbund (TKB/ML) und October, die in Frankfurt eine Ortsgruppe gebildet hätten und eine bekannte Buchhandlung, ein Monopol, für sich benutzen würden. Auch October gehe es darum, "die ML-Bewegung finanziell auszunehmen".

Enthalten ist die "Kritik am Haussa-Papier: 'Über die gegenwärtige Lage und die Aufgabe der Revolutionäre'" an dem durch L. L. Cordel u.a. Gemeinsamkeiten mit October in der Behauptung eines totalen Abbruchs der Arbeiterbewegung nach 1956 und der Neuerschaffung der ML-Bewegung durch die aus sich selbst heraus revolutionären Intellektuellen kritisiert werden.
Q: Gesellschaft für Albanisch-Chinesisch-Deutsche Freundschaft e. V., Frankfurt März 1972, S. 4f

März 1972:
Der unabhängige Landesverband Wasserkante der KPD/ML gibt sein 'Parteiaufbau' Nr. 3 (vgl. März 1972, Apr. 1972) heraus mit dem Leitartikel "Durch die Erarbeitung des Programms dem Spontaneismus und dem Sektierertum in Fragen des Parteiaufbaus die Grundlagen entziehen" zur Frankfurter Zeitschrift 'October' (vgl. Jan. 1972), wobei auch eine Kritik am 'Parteiaufbau' Nr. 1 veröffentlicht wird, die sich auch gegen die Bolschewistische Linie der ehemaligen KPD/ML (RM) richtet.
Q: Parteiaufbau Nr. 3, Hamburg März 1972, S. 1ff

April 1972:
Die Octobergruppe Frankfurt gibt, laut den ML-Gruppen in NRW, u.a. den ML Dortmund (vgl. Juni 1972), vermutlich im April ein Flugblatt zum 1. Mai heraus.
Q: Marxistisch-leninistische Gruppen in NRW: Vietnamkampagne, Dortmund Juni 1972, S. 3

29.04.1972:
In Heidelberg führen KG (NRF) und KHG (NRF) ein Teach In zum 1.Mai durch, auf dem, laut KHG (NRF), neben Vertretern der RKJ und des SHB/SF auch eine weitere Gruppe auftritt, die "Gruppe October (Teil der ehemaligen KPD/ML ZK Raum Heilbronn) … deren Perspektive offensichtlich in der Studierstube liegt."
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 15, Heidelberg/Mannheim 15.5.1972

12.05.1972:
In Frankfurt nehmen, laut KB, trotz Verbots 3 000 an der Vietnam-Demonstration (vgl. 9.5.1972, 18.5.1972) teil. Laut KSV Frankfurt riefen einerseits Jusos der SPD und DKP und, unabhängig davon die K-Gruppen (u.a. KSV, RK und die Roten Zellen Germanistik, Jura und Soziologie) zu einer Vietnamdemonstration auf, die aber verboten wird. Trotzdem versammeln sich, laut KSV, 3 000. Die Kundgebung auf dem Opernplatz habe die DKP gemeinsam mit den Jusos für aufgelöst erklärt:"
Der von October (marxistisch-leninistischer Studierzirkel), SHB/SF und anderen initiierte 'heldenhafte' Ausbruchsversuch aus der Umklammerung durch die Polizei ('3 - 4 000 Bullen!') und anschließender Blockade der Hauptwache" war nicht ganz nach Geschmack des KSV.
Q: Klassenkampf Nr. 11/12, Frankfurt Mai/Juni 1972; Kommunistische Hochschulpresse Extra, Frankfurt 25.5.1972;Arbeiterkampf Nr. 19, Hamburg Juni 1972

18.05.1972:
Der KSV Frankfurt gibt die Nr. 3 seiner 'Kommunistischen Hochschulpresse' (KHP - vgl. Apr. 1972, 25.5.1972) heraus mit dem Artikel "October, October!" über das "jüngste Produkt" der KPD/ML-ZK, das sich selbst Marxistisch-leninistischer Studierzirkel nennt.
Q: Kommunistische Hochschulpresse Nr. 3, Frankfurt 18.5.1972, S. 6

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24.05.1972:
Die Buchhandlung Rosmarie Rupp-Grunow Heidelberg, Untere Strasse 9, gibt mit einem Flugblatt ihre Neueröffnung in Zusammenarbeit mit dem Verlag Neues Rots Forum (NRF) bekannt.

Dies sei notwendig, denn die Politische Buchhandlung Jörg Burkhart sei "von Jahr zu Jahr weniger an den Auseinandersetzungen der Heidelberger Linken beteiligt" und auch aus dem VLB ausgeschieden. Weiter heißt es:"
Die Gruppe 'October', eine Absplitterung der KPD/ML (Roter Morgen), versuchte im April isoliert von den in Heidelberg arbeitenden kommunistischen Organisationen eine Buchhandlung aufzubauen und konnte sich dabei nicht durchsetzen. Die neue Politische Buchhandlung hat den Bestand und die Räume des 'October'-Ladens übernommen."
Q: Buchhandlung Rosmarie Rupp-Grunow Heidelberg: Neueröffnung einer politischen Buchhandlung in Zusammenarbeit mit dem Verlag NEUES ROTES FORUM, Heidelberg 24.5.1972

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Juni 1972:
Der Frankfurter Kampfbund/Marxisten-Leninisten (FKB/ML) gibt die Nr. 1 seines marxistisch-leninistischen Magazins 'Initiative' heraus. Enthalten sind die Beiträge:
- "1. Mai in Frankfurt", wobei berichtet wird über den KB und vom KJVD, mit dem man ein Maikomitee bildete, an dessen ersten Sitzungen sich auch die KPD/ML-ZK, October und Haussa beteiligten, von denen Haussa und October aber dann fortblieben, während der FKB/ML die "politische und organisatorische Linie bestimmte";
- "Ortsgruppen der KPD/ML (Rote Fahne) und des KJVD: Die proletarische Einheitsfront und der rote 1. Mai in FFM" von der KPD/ML-ZB, die nur den FKB/ML und die Haussa-Gruppe, aber nicht October erwähnt;
- "Kritik an der October-Gruppe II. Teil (Politischer Nachruf)" von Klotz und B. Beisser; sowie
- "Studiert das Kapital", der 1. Mai-Aufruf der Gruppe October.
Q: Initiative Nr. 1, Frankfurt Juni 1972, S. 1 und 9ff

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Juni 1972:
Laut KG (NRF) Mannheim/Heidelberg erscheint im Juni die Schrift der ML Dortmund zur 'Vietnamkampagne'. Darin heißt es auch:"
Ein Weg zur Überwindung der Zersplitterung, des Spontaneismus und Revisionismus der ML-Bewegung wird auch nicht von der Octobergruppe (Ffm) genannt, die vorschlägt 'die allgemeine Logik des Kapitalbegriffs (zu) studieren, …und befreit von allen revisionistischen Verwässerungen und Verzerrungen das konkrete Programm der westdeutschen Revolution zu schaffen'. (Flugblatt der October-Gruppe zum 1. Mai 1972) (vgl. Apr. 1972, d.Vf.) Diese Gruppe formuliert nur den idealistischen und egoistischen Versuch einer ganzen Anzahl Genossen in der ML-Bewegung, sich selbst und die eigene Erkenntnis zum Ausgangspunkt im Klassenkampf zu erklären. Die Anbetung der Arbeiterbewegung ersetzen sie bloß durch die Anbetung der eigenen Erkenntnis."
Q: N.N. (KG (NRF) Mannheim/Heidelberg): Bericht vom Gespräch mit den ML DO, o. O. 11.9.1972, S. 1; Marxistisch-leninistische Gruppen in NRW: Vietnamkampagne, Dortmund Juni 1972

01.09.1972:
Innerhalb der KG (NRF) Mannheim/Heidelberg bzw. ihres Umfeldes wird über die ML Dortmund auch berichtet:"
4) Zur ideologischen Position der ML-DO
- Unter den 'Liquidatoren' hat die ML-DO wohl am konsequentesten mit der Partei-Metaphysik gebrochen; gegenüber der ML-DU, die uns vorwirft, wir würden die Rolle der KP als Lehrer und Führer zu wenig beachten, stellt die ML-DO fest, daß die Avantgarde-Rolle der Partei gerade voraussetzt, daß sie Teil der Klasse ist. - Nach einer Phase des Vorrangs der theoretischen Arbeit wendet sich die ML-DO auch klar gegen ein Theorieverständnis wie das der October Gruppe (in Frankfurt bzw. Heilbronn, d.Vf.)."
Q: N.N. (KG (NRF) Mannheim/Heidelberg): Bericht vom Gespräch mit den ML DO, o. O. 11.9.1972, in Bundesarchiv KBW

November 1972:
Die Proletarische Linke (PL) Hamm verfasst, nach eigenen Angaben, diesen Monat das folgende Papier, welches von den ML Dortmund, ML Hagen und der PL Hamm in deren gemeinsamen Organ (vgl. Dez. 1972) veröffentlicht wird: "
ZUM DEMOKRATISCHEN KAMPF

Die Massenlinie ist viel zu oft noch Lippenbekenntnis als konkrete Anleitung zum Handeln. Hier offenbart sich aber auch ein zentrales Dilemma der jungen kommunistischen Bewegung in unserem Lande. Einerseits muß sie, um ihre Fehler zu überwinden, um zu einem Programm zu kommen, das die Wünsche der Massen zum Ausdruck bringt, sich mit den Massen verbinden, Teil der Massen werden, zum anderen kann sie dies nur unzureichend verwirklichen, wenn ihr Vorgehen nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage beruht. Dieses Dilemma wurde und wird oft dadurch gelöst, daß in diesem Widerspruch eine der Seiten zur Hauptseite erklärt, die andere Seite aber gleichzeitig praktisch liquidiert wird. Krassester Ausdruck dieses Fehlers war wohl die 'October'-Gruppe, die sogar die ML-Bewegung liquidieren wollte, um in aller Ruhe 'Das Kapital' zu studieren."
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 1, Dortmund Dez. 1972, S. 9ff

Dezember 1972:
Die Nr. 6 des 'Neuen Roten Forums' (NRF - vgl. Nov. 1972, März 1973) erscheint mit dem Artikel "Zur Theorie der neuen Mittelklasse" von A. P., der in der Nummer der aber inzwischen eingestellten Frankfurter 'October' erscheinen sollte.
Q: Neues Rotes Forum Nr. 6, Heidelberg Dez. 1972, s. 51ff

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Februar 1973:
Von zwei Genossen der Marxisten-Leninisten (ML) Castrop-Rauxel wird spätestens im Februar die folgende, in der 'Klassenkampf und Programm' (Klapro) Nr. 2 der ML Castrop-Rauxel, Dortmund und Hagen (vgl. Feb. 1973) veröffentlichte Kritik an der im 'Neuen Roten Forum' (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. Nov. 1972) abgedruckten Stellungnahme der Programmkommission (PK) der Kommunique-Zirkel (BK) verfaßt, wobei der zweite Name im Inhaltsverzeichnis der 'Klapro' als U. Simens, im Text als K. Simens angegeben wird:"
EIN DOKUMENT DES ZENTRISMUS
STELLUNGNAHME ZUM: 'PROGRAMM DER WESTDEUTSCHEN KOMMUNISTEN'

U. Burg, K. Simens

Die Kritik an den Liquidatoren zeigt das völlige Verkennen

3. der Rolle und Funktion der 'Liquidatoren' in der ml Bewegung. Die Gruppe 'Oktober' (gemeint ist vermutlich 'October' Frankfurt, d.Vf.) z.B. kann man nur verstehen, wenn man sich sehr viel eingehender, als die PK das getan hat mit der Entwicklung einzelner Strömungen innerhalb der Bewegung befaßt, z.B. mit dem Zerfallsprozeß der KPD/ML (RM) (KPD/ML-ZK, d.Vf.) vor einem Jahr. In dieser Organisation hatten sich bestimmte Widersprüche in einer für die ganze Bewegung exemplarischen Weise zugespitzt, z.B. der Widerspruch zwischen Spontaneität und Bewußtheit in seinen verschiedensten Formen, z.B. dogmatischen und ökonomistischen Abweichungen etc. Der Gruppe 'Oktober' gebührt der große Verdienst, als erste mit aller Schärfe die sich immer mehr häufenden opportunistischen bis revisionistischen Abweichungen dieser Organisation und ihren Zusammenhang mit den Widersprüchen in der ganzen m.l. Bewegung bloßgelegt und auch als erste die zentale Bedeutung von Klassenanalyse und Programm für die gesamte Bewegung proklamiert zu haben - damals von den meisten als 'liquidatorisch' verlacht, ist diese Erkenntnis heute in aller Munde."
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 2, Dortmund Feb. 1973, S. 33ff

19.02.1973:
Innerhalb des KPD/ML-ZB Landesverbandes Hessen und einer STAG (Stadtteil-Aufbaugruppe) deres KJVD wird vermutlich in Darmstadt bzw. seiner Umgebung der folgende Text u.a. über die KPD/ML-ZK verfaßt:"
EIN PAPIER AN DIE ORTSLEITUNG DER KPD/ML OST ÜBERGEBEN AM 19.2.1973
VERFASSER: 2 GENOSSEN DER STAG DES KJVD/OST

EINIGE THESEN ZUR AUSRICHTUNG DER DISKUSSION UND SCHULUNG SOWIE ZU FRAGEN DER PRAKTISCHEN ARBEIT

Um angesichts der Theorielosigkeit in der KPD/ML RF und im KJVD den Genossen erst einmal ersichtlich zu machen, daß sie sich Klarheit über die Rolle der revolutionären Theorie verschaffen müssen (denn nur aus dieser Erkenntnis der Rolle der revolutionären Theorie, der Rolle der BEWUSSTHEIT läßt sich die Rolle der revolutionären Partei ableiten!) stellen wir hierzu einige Thesen auf. Wir gehen auch auf die konkrete Frage der praktischen Arbeit ein. Es ist zu beachten, daß unsere Thesen allein keine Fragen klären können, sondern höchstens Anstoß zur Klärung dieser Fragen, zur Schulung… geben können, genau wie unsere Leitsätze zur praktischen Arbeit der konkreten Diskussion bedürfen

Literatur: Mao Tse-tung 'Über die Praxis', Stalin 'Grundlagen des Leninismus' (speziell den Abschnitt über die Theorie und über die Partei), Stalin 'Über die Perspektiven der KPD und über die Bolschewisierung', Werke Bd.7, Lenin 'Was tun?', Zeitschriften: 'Klassenkampf und Programm' (Klapro der KFR Ruhrgebiet - vgl. Dez.1972, d.Vf*) Nr. 1 (speziell erster Artikel), 'Initiative' des FKB/ML Nr. 1 (vgl. Frankfurt - S32.*.1972, d.Vf.), 'October-Broschüre' Nr. 1 (vgl. Jan. 1972, d.Vf.), 'Roter Morgen' Jan./Febr./März/April 1970."
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 3, Dortmund Apr. 1973, S. 32

19.03.1973:
Der Kommunistische Bund/ML (KB/ML) Frankfurt, eine jüngst aus dem KSB bzw. KSV der KG Frankfurt abgespaltene Gruppe (vgl. Juni 1973) gibt zum ersten und zum letzten Male sein politisch-theoretisches Organ 'Klarheit Einheit' heraus. Enthalten ist die Plattform des KB/ML. Man will einen KSB aufbauen und äußert sich zum Programm der Bremer Kommunique (BK) Gruppen. Den KABD findet man "kryptorevisionistisch". Die MG Erlangen und October Frankfurt hätten da wenigstens Phantasie gezeigt und eine neue Qualität des Imperialismus entdeckt.
Q: Klarheit Einheit Nr. 1/2, Frankfurt 19.3.1973; Kampf Kritik Umgestaltung Nr. 4/5, Frankfurt Juni 1973

Letzte Änderungen: 23.10.2015

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