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Der Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA) und sein Sozialistischer Jugendbund (SJB)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 22.3.2009

Die Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA) und sein Sozialistischer Jugendbund (SJB) entstanden als Abspaltung von der Gruppe Internationale Arbeiter Korrespondenz (IAK) (vgl. Mai 1965, 10.9.1971, Okt. 1971) aufgrund der Spaltung des Internationalen Komitees (IK) der Vierten Internationale, wobei BSA und SJB den Flügel darstellen, der sich an Gerry Healy und seiner britischen Socialist Labour League (SLL) bzw. später der Workers Revolutionary Party (WRP) orientierte.

Gerry Healy und seine getreuen zählen sicherlich aufgrund der sexuellen Ausschweifungen Healys einerseits und der mutmaßlichen Käuflichkeit dieser Organisationen anderseits zu den – zurecht - berüchtigtsten Formationen der internationalen Linken. Davon allerdings klingt in dieser, wie immer äußerst unvollständigen, Darstellung fast nichts an, nur der letzte Eintrag (vgl. 4.11.11978), wo der BSA als einzige trotzkistische oder trotzkisante Formation an einer Nahostaktionsheit teilnimmt mag auf die Erledigung von Dienst nahöstlicher Finanziers aus Bagdad oder Tripolis hinweisen.

Ansonsten ist aus der Bundesrepublik nur wenig über BSA und SJB zu berichten, außer dass sie ihren Schwerpunkt offenbar in Bochum besitzen (vgl. 20.1.1971) und ihre Zeitung offensiv vertreiben (vgl. 13.2.1973), deren aufwendige Machart auf eine Fremdfinanzierung hindeutet. Gegenüber den ehemaligen Genossen von der IAK zeigt sich der BSA kämpferisch (vgl. 30.3.1973, 31.3.1973), das eigene organisatorische Netz ist noch recht lückenhaft (vgl. 1.4.1973, 1.6.1973). Fraglich ist die Teilnehmerzahl für die zahlreichen Versammlungen (vgl. 11.4.1973, 12.4.1973, 17.4.1973, 18.4.1973, 1.5.1973, 6.5.1973).

Spaltungen in Großbritannien (vgl. Jan. 1975) werden vermutlich auch in den Bundesrepublik nachvollzogen, ohne dass dies hier derzeit schon dokumentiert werden könnte.

Die Gruppe Arbeiterstimme berichtet wiederholt vom BSA (vgl. 26.2.1975, 1.5.1975, 23.4.1976), die Spartacisten werden zwar, vor allem auf Filmveranstaltungen, wiederholt unfreundlich behandelt (vgl. Aug. 1975, 24.8.1975, 15.9.1976), zeigen sich aber zum vorläufigen Ende dieser Darstellung trotzdem noch zur Aktionseinheit mit dem BSA bereit (vgl. Okt. 1977).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Mai 1965:
Es erscheint die Nr.1 der 'Internationalen Arbeiter Korrespondenz' (IAK - vgl. Juli 1965), für die Peter Anton von Arnim in Eschborn/Ts. verantwortlich zeichnet. Die nach ihrem Organ ebenfalls IAK heißende trotzkistische Gruppe (angeschlossen an das Internationale Komitee (IK) der Vierten Internationale um Healy und Lambert, und nach dessen Spaltung (vgl. 10.9.1971) wiederum auf Lambert ausgerichtet) meinte später selbst zu ihrer Gründung, daß sie ab 1965 vom Internationalen Komitee und der französischen OCI aufgebaut worden sei, aus ehemaligen studentischen Mitgliedern des SDS. Der Verantwortliche der Gruppe aber habe kapituliert und sei nach Großbritannien zurückgegangen, was nicht verwundert, wurden diese Äußerungen doch schon nach der Abspaltung des auf den Briten Gerry Healy ausgerichteten Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA) getan.
Quelle: Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr.1 und 40/41,Eschborn bzw. Bochum, Mai 1965 bzw. Jan. 1973

10.09.1971:
Die Gruppe Internationale Arbeiterkorrespondenz (Trotzkisten) verfaßt eine "Erklärung der Gruppe 'Internationale Arbeiterkorrespondenz' (Trotzkisten) zu der Kapitulation einiger kleinbürgerlicher Philosophisten vor den Aufgaben der Partei und des Kampfes für die Materialisierung der revolutionären marxistischen Theorie" zur Abspaltung einer Gruppe von der IAK, aus der der Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA) entstand, was einherging mit der Spaltung des bisherigen Internationalen Komitees (IK) der IV. Internationale in einen Flügel um die SLL Großbritannien unter Healy, dem der BSA zuzurechnen ist und einen Flügel um die OCI Frankreich unter Lambert, dem die IAK auch weiterhin die Treue hält.

In der Erklärung heißt es u.a.:"
Im gleichen Augenblick,
wo die internationale Arbeiterklasse die Offensive im Klassenkampf übernommen hat;
wo die Weltbourgeoisie und ihre Agenten in den Reihen der Arbeiterklasse die Konterrevolution gegen das Proletariat organisieren;
wo die politische Schwäche der Bourgeoisie und die Stärke des Proletariats in allen Ländern die politische Machtfrage entsprechend den jeweiligen konkreten Bedingungen auf die Tagesordnung setzt;
wo diese Situation in aller zeitlichen Dringlichkeit die Lösung der revolutionären Krise des Proletariats von den trotzkistischen Organisationen, angeschlossen dem Internationalen Komitee im Kampf für die Realisierung des Übergangsprogramms, zum Wiederaufbau der IV. Internationale, Weltpartei des Proletariats, verlangt, eine Aufgabe, für die wir allein verantwortlich sind;
wo jede trotzkistische Organisation in jedem Land die Tagesaufgabe hat, die arbeitenden Massen im Kampf zur Verteidigung ihrer Errungenschaften zu vereinheitlichen und die Arbeitereinheitsfront für die Arbeiterregierung durchzusetzen gegen alle Zersplitterungsversuche;
führte der organisationsfeindliche, subjektivistische Eigendünkel einiger ehemaliger Mitglieder der IAK dazu, den Boden des Marxismus und das Übergangsprogramm zu verlassen, einen frontalen Angriff auf die IAK als politisch zentralisiertes und zentralisierendes Instrument zu führen, ohne den Mut gehabt zu haben, in der freien politischen Diskussion sich zu stellen.

Die Genossen der IAK weisen dieses verantwortungslose, anti-bolschewistische Vorgehen in aller Ruhe, Klarheit, und mit Schärfe zurück. Sie bekräftigen, daß die IAK die einzige trotzkistische Organisation in Deutschland ist, die auf der Grundlage des Übergangsprogramms Trotzkis der marxistischen Lehre der sozialistischen Revolution Ausdruck und bewußte Realität gibt und mit dem Internationalen Komitee für den Wiederaufbau der IV. Internationale kämpft.
...
Der Kern der Trotzkisten um die IAK hat begonnen, die Methode und Prinzipien des Übergangsprogramms, des konzentrierten Ausdrucks aller historischen Erfahrungen der Klassenkampfbewegung, zu assimilieren und die Fähigkeit zu entwickeln, dieses Programm entsprechend der politischen und materiellen Bedingungen in Deutschland und der Kämpfe der deutschen Arbeiterklasse zu realisieren. Zugleich mit dem Aufleben der Klassenkämpfe in Deutschland hat die IAK angefangen, durch die Entwicklung einer systematischen, politischen Kleinarbeit in der Arbeiterklasse und der Jugend die ersten Bande mit den Massen zu knüpfen, durch ihre eigene Praxis die Frage der Methode und Strategie des Aufbaus der Partei zu stellen, die Elemente zu ihrer Bewußtmachung herauszuarbeiten und sich als Organisation auf der Basis des Übergangsprogramms und der bolschewistischen Prinzipien des Demokratischen Zentralismus aufzubauen.

Gerade in diesem Augenblick - und es konnte nicht anders sein - entwickelte sich eine Clique, deren gemeinsame Plattform in dem systematischen Kampf gegen die Prinzipien des Demokratischen Zentralismus und den bolschewistischen Charakter der entstehenden Organisation bestand.

Die Organisation hatte lange Zeit versucht, diese philosophierenden Individualisten in die politische Diskussion und theoretische Auseinandersetzung um die gemeinsamen Aufgaben zu ziehen. Sie hat versucht, durch die Eröffnung einer zentralisierten Diskussion über den Inhalt des Demokratischen Zentralismus alle Genossen in den Kampf um das gemeinsame Verständnis der Aufgaben der Organisation, die Strategie des Aufbaus der Partei und den daraus resultierenden Charakter der aufzubauenden bolschewistischen Organisation zu bringen.

Nach außen gingen diese Genossen scheinbar auf die Unterordnung unter die proletarische Disziplin ein und erklärten sich auf der Basis des Demokratischen Zentralismus zur Zusammenarbeit in der Organisation bereit, doch insgeheim führten sie die Existenz einer Fraktion ohne politische Plattform, ohne erklärte gemeinsame politische Basis, d.h. eine Clique, die durch den gemeinsamen kleinbürgerlichen Haß auf jede Organisierung und insbesondere auf das elementarste Prinzip des Bolschewismus, den Demokratischen Zentralismus, zusammengehalten wurde. Zugleich versuchten sie permanent, die gemeinsame disziplinierte Praxis und die in bezug auf die Aufgaben der Organisation im Klassenkampf zentralisierte Diskussion durch ihr individuelles Bedürfnis nach Diskussion um der Diskussion willen und nach anarchistischen intellektuellen Diskussionszirkeln zu durchbrechen.

Ihre prinzipienlosen, geheimen Machenschaften, ihr kleinbürgerlicher Haß auf die proletarische Disziplin, ihre Unfähigkeit, im Rahmen der Organisation eine politische Plattform zu entwickeln und ihre Feigheit, sich offen auf der Grundlage eines politischen Textes als Fraktion zu erklären und auf der Basis der Prinzipien des Demokratischen Zentralismus den Kampf für ihre Meinung zu führen, mußten sie schließlich auf den Weg der Zerstörung der Organisation führen. Diesen Weg sind sie gegangen durch den falktischen Selbstausschluß ohne politische Plattform, in der Abkehr von der politischen Organisation und der Bekämpfung der 'Diktatur der Führung' von außen, d.h. durch die prinzipienlose Desertion. Das bedeutet ihren politischen Selbstmord.

Unabhängig von den verschiedenen politischen Differenzen, die darin bestanden, daß die Mehrheit ihre klare politische und strategische Linie gegenüber dem Springen der Minderheit von einer Position zur anderen verteidigte, hat die IAK die Initiative zur Verteidigung und zum Kampf für die Prinzipien der bolschewistischen Organisation aufgenommen und den Beschluß gefaßt, den brutalen Bruch der Minderheitsgenossen mit den fundamentalsten Regeln des Demokratischen Zentralismus durch Ausschluß dieser verräter zu beantworten.

Diese klaren Maßnahmen trifft die IAK in ihrem Verantwortungsbewußtsein gegenüber den Aufgaben und der Natur der Organisation, die sie in Fortsetzung des Kampfes von Marx, Engels, Lenin und Trotzki aufbauen will.

LEHREN FÜR DEN AUFBAU EINER BOLSCHEWISTISCHEN ORGANISATION

Wir wären keine Marxisten, wenn wir nicht von dem klaren Bewußtsein ausgehen würden, daß sich in der Zeit der verschärften Klassenkonflikte auf internationaler Ebene, diese Konflikte auch notwendig in der revolutionären Organisation widerspiegeln müssen. Das Ziel der IAK, für die unabhängige Vereinheitlichung der Arbeiterklasse gegen Imperialismus und Stalinismus und alle verräterischen Organisationen zu kämpfen, kann niemals auf die Gegenliebe derjenigen stoßen, die die Arbeiterklasse in ihrem Kinderradikalismus als reformistisch beschimpfen und die die Entwicklung des Klassenkampfes nach ihrer subjektiven Willkür modeln wollen.

Die gemeinsamen Angriffe der pablistischen Renegaten der IV. Internationale, der Kapitulanten vor dem internationalen stalinistischen Apparat, GIM und ihr Ableger IKD, wie auch jener Clique, die jetzt als echte 'Bundisten' ('Bund Sozialistischer Arbeiter' und 'Sozialistischer Jugendbund') ihren philosophischen Kontemplationen nachgehen, auf die marxistische Methode zum Aufbau der Partei, auf die Strategie der Klasseneinheitsfront verzichten, kann nur dazu führen, die Haltung der IAK um so klarer zu definieren und die IAK in ihrem Kampf für die Prinzipien des Übergangsprogramms Trotzkis zu bestärken."
Quelle: Internationale Arbeiterkorrespondenz Nr.38/39,Frankfurt Nov./Dez. 1971,S.71ff

Oktober 1971:
Vermutlich Mitte Oktober verfaßt die Zentrale Leitung (ZL) der KJO Spartacus ihren "Bericht der ZL für September und Anfang Oktober", den sie auf der für den 6./7.11.1971 in Frankfurt geplanten Bundeskonferenz vorlegen möchte. Die IAK/Junge Garde (JG) habe sich gespalten, wobei die healyistische Abspaltung (BSA/SJB) sich auf den Raum Bochum in NRW konzentriere.
Quelle: KJO Spartacus:Bericht der ZL für September und Anfang Oktober,o.O. o.J. (1971)

20.11.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt den 'Roten Morgen' Nr.23 (vgl. 6.11.1972, 4.12.1972) heraus. U.a. schreiben auch Genossen aus Bochum:"
Liebe Genossen;
Im RM Nr.21 schreibt ihr auf Seite 6 von den Trotzkisten, die früher wie heute mit der Polizei zusammenarbeiten. Dafür möchten wir euch ein Beispiel nennen, damit keiner denkt, diese Behauptung sei ausgedacht. Wir gingen mit 4 Genossen auf der Bochumer Einkaufsstraße, der Kortumsstraße, wo die Trotzkisten um die Zeitung 'Der Funke' (Bund Sozialistischer Arbeiter - BSA und Sozialistischer Jugendbund - SJB, d.Vf.) einen Stand unter der Parole 'Arbeiterstimmen für die SPD' aufgebaut hatten. Wir fingen an, mit den Verteilern zu diskutieren und ihre schamlose Demagogie vom angeblich 'kleineren Übel SPD' zu entlarven. Immer mehr Passanten blieben stehen. Mitten in der heftigen Diskussion zückte eine Trotzkistin im Hintergrund einen Fotoapparat (!) und versuchte uns zu fotografieren. Nur durch Zufall sahen wir das rechtzeitig - wer achtet schon bei einer Diskussion darauf! Was die Bilder sollten, ist ja klar. Die Fotografin war übrigens dieselbe Trotzkisten, die schon früher eine Vietnamsammlung zu behindern versucht hatte, indem sie den Genossen Ho Chi Minh als Konterrevolutionär beschimpfte, weil er nicht erst den Kapitalismus aufbaute (wie es die Trotzkisten verlangen) und weil er die Bauern an der Revolution beteiligte (was sie ablehnen)."
Quelle: Roter Morgen Nr.23,Hamburg 20.11.1972

13.02.1973:
Die KJO Spartacus beginnt ihre 4. Bundeskonferenz (BK) (vgl. 15.2.1973). Im "Rechenschaftsbericht der Zentralen Leitung zur 4. BK" heißt es dabei u.a.:"
Die Healygruppe, die seit einiger Zeit, durch forcierten Verkauf ihrer Zeitung 'Der Funke' aufgefallen ist, ist auf dem politischen Kampffeld überhaupt nicht existent."
Quellen: KJO Spartacus-ZL:Rechenschaftsbericht der ZL zur 4.BK,o.O. o.J. (1973);
KJO Spartacus:Resolution zu den politischen Schwerpunkten nach der 4.BK,o.O. 13.2.1973

30.03.1973:
Die IAK und die Junge Garde (JG) führen in Frankfurt eine Veranstaltung 'Volksfront oder Klasseneinheitsfront' durch, die, nach eigenen Angaben, zusammen mit der Veranstaltung in Bochum am 1.4.1973 von über 200 Personen besucht worden ist. Der BSA habe die IAK und ihre französische Leitorganisation OCI als feindliche Gruppen bezeichnet und sei daraufhin von der Veranstaltung ausgeschlossen worden.
Quelle: Junge Garde Nr.17,Bochum Apr./Mai 1973

31.03.1973:
Auf einer, vermutlich in Frankfurt stattfindenden, Sitzung des Initiativkomitees zur Freilassung der politischen Gefangenen in Osteuropa wird dem BSA, laut IAK, der Zutritt verwehrt, da er es sich am Vortage in Frankfurt mit der IAK verdorben hat, die zwar offiziell nicht über dieses Komitee herrscht, aber inoffiziell vielleicht doch das Sagen hat.
Quelle: Junge Garde Nr.17,Bochum Apr./Mai 1973

01.04.1973:
Der BSA gibt die Nr.26 des 'Funke' heraus, die u.a. für die Versammlungen des BSA "Die kapitalistische Krise und eine sozialistische Antwort" zwischen dem 11. und dem 18.4.1973 mobilisiert. Kontaktmöglichkeiten zum SJB werden angegeben für Hannover, Berlin, Gelsenkirchen, Bochum, Essen-Borbeck, Köln, Frankfurt-Höchst, -Gallus und -Riederwald, Hanau, Tübingen, Günzburg und Freiburg.
Quelle: Der Funke Nr.26,Essen 1.4.1973

11.04.1973:
Heute möchte der BSA in Tübingen eine Versammlung "Die kapitalistische Krise und eine sozialistische Antwort" durchführen.
Quelle: Der Funke Nr.26,Essen 1.4.1973

12.04.1973:
Heute möchte der BSA in Frankfurt eine Versammlung "Die kapitalistische Krise und eine sozialistische Antwort" durchführen.
Quelle: Der Funke Nr.26,Essen 1.4.1973

17.04.1973:
Heute möchte der BSA in Hannover eine Versammlung "Die kapitalistische Krise und eine sozialistische Antwort" durchführen.
Quelle: Der Funke Nr.26,Essen 1.4.1973

18.04.1973:
Heute möchte der BSA in Gelsenkirchen eine Versammlung "Die kapitalistische Krise und eine sozialistische Antwort" durchführen.
Quelle: Der Funke Nr.26,Essen 1.4.1973

01.05.1973:
Der healyistische Sozialistische Jugendbund (SJB) ruft für heute zu folgenden Aktionen auf:
-in Bochum zur DGB-Aktion auf dem Husemannplatz,
-in Essen zur IG Metall auf den Frohnhauser Platz,
-in Frankfurt zur Demonstration vom Opernplatz zur DGB-Kundgebung,
-in Gelsenkirchen zum DGB in's Stadttheater,
-in Hannover zum DGB auf den Goetheplatz und
-in Tübingen zur Demonstration ab Marktplatz.
Selber möchte der SJB Veranstaltungen in Form von Vortrag - Disco- Film - Diskussion im Tübinger Erasmushaus, dem Frankfurter Hotel Steeg, dem Hannoveraner Jugendzentrum Glocksee und dem Bochumer Jugendheim in der Gahlenschen Str.180 durchführen, wobei zu der Bochumer Veranstaltung Busse aus Essen und Gelsenkirchen abfahren sollen.
Quelle: SJB:1.Mai 73,Essen o.J. (1973)

01.05.1973:
Der BSA gibt die Nr.28 seines 'Funken' heraus, in der u.a. die befreundeten britischen Zeitungen 'Keep Left' der Young Socialists und 'Workers Press' der Socialist Labour League erwähnt werden. Kontaktmöglichkeiten zum SJB werden angegeben für Hannover, Gelsenkirchen, Bochum, Essen-Borbeck, Köln, Frankfurt-Höchst, -Gallus und -Riederwald, Hanau, Tübingen, Günzburg und Freiburg.
Quelle: Der Funke Nr.28,Essen 1.5.1973

06.05.1973:
Heute möchten BSA und SJB eine nationale Versammlung durchführen.
Quelle: Der Funke Nr.28,Essen 1.5.1973

01.06.1973:
Der BSA bringt seinen 'Funken' Nr.30 heraus, in dem u.a. berichtet wird, daß die bisherige ungarische Sektion der Lambertisten nicht mehr mit der OCI zusammenarbeitet.
Positiv erwähnt wird dagegen die zum eigenen Internationalen Komitee gehörende Liga Communista aus Peru mit ihrem Zentralorgan 'Communismo'. Kontaktmöglichkeiten zum SJB werden angegeben für Hannover, Mainz, Gelsenkirchen, Bochum, Essen-Borbeck, Köln, Frankfurt-Höchst,-Mitte und -Ost, Hanau, Tübingen, Günzburg und Freiburg.
Quelle: Der Funke Nr.30,Essen 1.6.1973

24.08.1973:
In Bochum will der SJB des BSA eine Veranstaltung zum Streik bei Opel Bochum im Bürgerkrug in der Wittener Straße 469 durchführen, auf der der Film "Der Streik war vorbereitet" zum Bergbaustreik 1966 gezeigt werden soll. Aufgerufen wird u.a. durch ein Flugblatt unter Verantwortung von Wilfried Hinz.
Quelle: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

12.09.1973:
Die OG Köln des KBW berichtet vom Verkauf der heutigen 'KVZ' Nr.2 in Mülheim:"
Verkauft wurden 44. Das ist eine leichte Steigerung, aber noch immer nicht der Stand der Arbeiterpresse. Stark behindert wurde der Verkauf auch durch gleichzeitigen Verkauf von DKP und Funke (vermutlich des BSA,d.Vf.)."
Quelle: KBW-OG Köln:Verkaufsbericht KVZ 2 Köln und Umgebung,o.O. (Köln) o.J. (Sept. 1973)

Januar 1975:
In Großbritannien wird, laut Spartacusbund (SpB) Anfang des Jahres aus der Workers Revolutionary Party (WRP) um Gerry Healy eine Gruppe ausgeschlossen, die dann die Workers Socialist League (WSL) um Alan Thornett bildet. Ihre 200 Mitglieder seien überwiegend Industriearbeiter.
Quelle: Spartacus Nr.30/31,Essen 15.9.1976

26.02.1975:
Die Gruppe Arbeiterstimme gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 14.7.1974, 26.5.1975) Nr.1 heraus.

Aus Baden-Württemberg wird u.a. berichtet von Emil Adolff Papierverarbeitung Reutlingen, wozu ein Flugblatt des BSA aus der 'Demokratischen Jugendzeitung' Nr.1/1975 nachgedruckt wird..
Quelle: Arbeiterstimme Nr.1,Nürnberg 26.2.1975

01.05.1975:
Die Gruppe Arbeiterstimme (vgl. 26.5.1975) berichtet, dass der DGB wieder wie letztes Jahr in drei Zügen mit zusammen 4 000 Leuten demonstrierte. Auf der DGB-Demonstration hätten KPD/ML, KPD, AB, KB, KBW, DKP/SDAJ, BSA, GIM, AUD, SPD und SJD Die Falken Flugblätter verteilt.
Quelle: Arbeiterstimme Nr.2/3,Nürnberg 26.5.1975

August 1975:
In Stuttgart wird, laut Spartacusbund (SpB), vermutlich im August eine Veranstaltung des BSA/SJB mit einem Film über Trotzkis Leben durch den Diebstahl des Filmes durch KPD und KPD/ML gestört. Der SpB bietet BSA/SJB daraufhin einen gemeinsamen Saalschutz an.
Quelle: Spartacus Nr.20,Essen Sept. 1975

24.08.1975:
In Berlin führen, laut Spartacusbund (SpB), BSA und SJB eine Veranstaltung mit einem Film über Trotzkis Leben durch. Anhänger des SpB werden nicht hereingelassen.
Quelle: Spartacus Nr.20,Essen Sept. 1975

Januar 1976:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.24 (vgl. Dez. 1975, Feb. 1976) heraus und berichtet u.a. vom BSA in Essen.
Quelle: Spartacus Nr.24,Essen Jan. 1976

23.04.1976:
Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe (vgl. 1.6.1976) berichtet, dass der BSA eine Ausgabe seines 'Der Funke' herausgibt, in der er fordert, es solle "eine neue revolutionäre Gewerkschaftsführung aufgebaut werden". Verbreitet worden sei 'Der Funke' auch am 1.Mai in Nürnberg.
Quelle: Arbeiterstimme Nr.2,Nürnberg 1.6.1976

15.09.1976:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.30/31 (vgl. 1.7.1976, 25.10.1976) heraus. Vom healyistischen BSA sei man auf einer Veranstaltung in der Aula der FHS Frankfurt zum 36.Todestag Trotzkis hinausgeworfen worden.
Quelle: Spartacus Nr.30/31,Essen 15.9.1976

Oktober 1977:
Vermutlich im Oktober wird vom Spartacusbund (SpB) ein Aufruf an die Westdeutsche Linke zur gegenseitigen Unterstützung erlassen, der u.a. gerichtet wird an KB, Gruppe Arbeiterdemokratie (GAD), GIM, Sozialistisches Büro (SBü), KBW, KPD, KPD/ML, KABD, BSA, IAK, Arbeiterpolitik, Arbeiterstimme, Fraktion Marxist Revolutionnaire (FMR), IG (vermutlich Institutsgruppen) Bremen und Giessen und die Gruppe Neue Rheinische Zeitung (NRZ).
Quelle: Spartacus Nr.39,Berlin Nov. 1977

04.11.1978:
In Frankfurt wird, laut KB, vom Sekretariat der Palästina- und Nahostkomitees in der BRD und Westberlin eine Kundgebung zur 40jährigen Wiederkehr der Reichskristallnacht veranstaltet. U.a. waren die Parolen:
- Der Kampf des palästinensischen Volkes unter Führung der PLO für ein demokratisches Palästina - Bollwerk gegen Zionismus, Imperialismus und Faschismus,
- Aufhebung des Verbotes von GUPS und GUPA,
- Anerkennung der PLO durch die Bundesregierung.

Der KB nimmt an dieser Kundgebung nicht teil:"
Eine Kundgebung mit den oben angegebenen Zielen und Inhalten halten wir dazu für nicht geeignet und schädlich, weil der derzeitige Informations- und Bewußtseinsstand der Bevölkerung es den herrschenden Kräften erleichtert, Antizionismus als Antisemitismus zu diffamieren. Gleichzeitig wird von den antifaschistischen Aktivitäten abgelenkt. Bündnispartner im antifaschistischen Kampf werden auf diese Weise nicht gewonnen."

Am heute beginnenden zweitägigen Palästina-Seminar in Frankfurt, welches ebenfalls vom Sekretariat der Palästina- und Nahostkomitees in der BRD und Westberlin veranstaltet wird, beteiligt sich auch der KB und auch:
- Vertreter der Informationsstelle Palästina (ISPA Bonn),
- PLO-Vertreter bei der Arabischen Liga in Bonn,
- Aktion Dritte Welt (ADW),
- KABD,
- KBW,
- Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA),
- LgdI,
- Generalunion Arabischer Studenten (GUAS),
- Palästinensischer Studentenverein (PSV),
- Nahost-Arbeitskreis (NOAK) Hamburg,
- Nahostkommission des KB.
Anwesend sind auch bis zu 12 Komitees und ca. 120 Personen.
Das Seminar hatte zum Ziel, "die Kenntnisse über den Kampf der palästinensischen Revolution zu vertiefen, um die Solidaritätsbewegung zu vereinheitlichen und zu verbreitern, das Bewußtsein über die Aufgaben der Solidaritätsbewegung, wie sie in der Bonner Plattform vorgeschlagen sind, zu erhöhen und die Fähigkeit zu entfalten, diese Aufgaben zu erfüllen."
Quelle: Arbeiterkampf Nr.142,Hamburg 1978,S.51

Letzte Änderung: 28.08.2015

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