Roter Morgen
Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML)

(Juni 1970 bis Oktober 1986)

Materialien zur Analyse von Opposition

Erstellt von D. Berger, Berlin (Beitrag in Bearbeitung)

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Von Juli 1967 bis einschließlich Mai 1970 erschien der „Rote Morgen“ (RM) im Format DIN A4.

Ab Juni 1970 erschien der RM im Zeitungsformat. Nachfolgend dokumentieren wir die ersten Jahrgänge des Zentralorgans der „Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten“ (KPD/ML) im neuen Format. Ab August 1970 (Nr. 7) erschien der RM monatlich; ab 13. September 1971 (Nr. 9) vierzehntäglich. Bis einschließlich Nummer 14/1972 (17. Juli) erschien er, von Ausnahmen, Beilagen, Sondernummern und Extrablättern abgesehen, mit 8, ab Nummer 15/1972 (31. Juli) mit 12 Seiten. Als Herausgeber war im gesamten Zeitraum das „ZK der KPD/ML“ angegeben. „Verantwortlicher Redakteur“ war immer Ernst Aust. Redaktion, Verlag, Druck und Vertrieb wechselten.

Im Jahr 1973 (Nr. 1 bis 51) erschien der RM wöchentlich mit jeweils acht Seiten, darüber hinaus mit einer Sondernummer zum 1. Mai sowie mehreren Beilagen und Extrablättern. „Verantwortlicher Redakteur“ war ab Nr. 36 (15. September) aus "presserechtlichen und juristischen Gründen", wie es hieß, Dieter Stoll, Duisburg. Vermutlich war der damals laufende Prozeß gegen Ernst Aust der Grund.

Auch 1974 (Nr. 1 bis 52) erschien der RM wöchentlich mit in der Regel acht Seiten, darüber hinaus mit einer Sondernummer zum 1. Mai sowie mehreren Beilagen und Extrablättern. „Verantwortlicher Redakteur“ wurde ab Nr. 27 (6. Juli) Karin Wagner, Duisburg (später Dortmund). Anlass des Redakteurswechsels waren vermutlich die Beschlagnahmeaktionen gegen den RM infolge der Ereignisse um den Tod von Günter Routhier (vgl. Nr. 25ff.). Ab Nr. 49 (7. Dezember) war Gernot Schubert, Bochum der „Verantwortliche Redakteur“.

1975 (Nr. 1 bis 52) erschien der RM bis Mitte September mit in der Regel zehn, ab Nr. 38 (20. September) dann mit zwölf Seiten. Weiterhin erschienen eine Sondernummer zum 1. Mai sowie mehrere Beilagen und Extrablätter. Ab April lag dem RM einmal im Monat „Die Rote Garde“, Zeitung der Jugendorganisation der KPD/ML, bei, die wir gesondert dokumentieren. Verantwortlicher Redakteur war das ganze Jahr Gernot Schubert, Bochum.

1976 (Nr. 1 bis Doppelnr. 52/53) erschien der RM weiterhin wöchentlich mit in der Regel zwölf Seiten und der monatlichen Jugendbeilage „Die Rote Garde“. Hinzu kamen ein Extrablatt zum 1. Mai sowie mehrere Beilagen. Verleger und verantwortlicher Redakteur war zuerst Gernot Schubert, Bochum; ab Nr. 16 (17. April) erschien die Zeitung im Verlag G. Schneider, Dortmund, verantwortliche Redakteurin war Renate Bäthies, Hamburg (später Dortmund). Hintergrund des Verlags- und Redakteurswechsels war wahrscheinlich der bis dahin umfangreichste Prozess gegen das Zentralorgan der KPD/ML (vgl. u. a. RM 18/76, S. 5, RM 19/76, S. 1 u. 7, RM 21/76, S. 1 u. 10).

1977 (Nr. 1 bis Doppelnr. 51/52) erschien der RM wöchentlich mit in der Regel zwölf Seiten und der monatlichen Jugendbeilage „Die Rote Garde“ sowie weiteren Beilagen. Verantwortliche Redakteurin war zuerst weiterhin Renate Bäthies, Dortmund, ab Nr. 12 (18. März) dann Renate Schneider, Dortmund.

1978 (Nr. 1 bis Doppelnr. 51/52) erschien der RM wöchentlich freitags mit in der Regel zwölf Seiten; ab Mai erschien eine Ausgabe pro Monat mit 16 Seiten. Im Januar, Februar und März erschien weiterhin die monatliche Jugendbeilage „Die Rote Garde“ ; danach bekam die Jugendorganisation der KPD/ML ein eigenständiges Jugendmagazin namens „Roter Rebell“. Ansonsten wurden zwei weitere Beilagen ausgewiesen. Ab Juli erschien der RM im Verlag Roter Morgen, Dortmund (vorher Verlag Gertrud Schneider). Verantwortliche Redakteurin war das ganze Jahr hindurch Renate Schneider, Dortmund.

Der Jahrgang 13 (1979) ist in Arbeit.

Die Jahrgänge 14 (1980) bis 19 (1985) fehlen leider noch.

1986 (Nr. 1/2 bis Nr. 23) erschien der RM mit 20 Ausgaben (davon drei Doppelnummern), die zuerst 14 und später in der Regel 16 Seiten umfassten. Bis zur Nr. 6 (7. Februar) erschien der RM wöchentlich freitags im bekannten Layout; ab der Nr. 7 (21. Februar) erschien er auf Beschluss des 6. Parteitages aus finanziellen Gründen nur noch zweiwöchentlich freitags mit stark geändertem Layout. Auch die Unterzeile des RM lautete nun nicht mehr „Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands“, sondern nur noch „Zeitung der KPD“. Erscheinungsort des RM war nach wie vor Dortmund; Verantwortlicher Redakteur war auch 1986 Detlef Schneider, Dortmund.

Viermal im Jahr lag dem RM die „Gemeinsame Beilage zu den Publikationen von AAU, BWK, FAU-HD(A), FAU-R, GIM, KG(NHT), KPD, PA“ bei. Alle anderen Ausgaben enthielten jetzt ein RM-Extra, „immer mit eigenem Kopf, immer zu einem Thema und auch immer gesondert zu bestellen“.

Im Oktober 1986 vereinigten sich die KPD/ML (die sich seit 1980 KPD nannte) und die trotzkistische „Gruppe Internationale Marxisten“ (GIM) zur „Vereinigten Sozialistischen Partei“ (VSP). An die Stelle des „Roten Morgen“ und der „was tun“ (Organ der GIM) trat die „Sozialistische Zeitung“ (SoZ).

Ausgewertet wurde der „Rote Morgen“ für die Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“, die eine umfangreiche Chronik vor allem der maoistischen Bewegung in Deutschland beinhaltet, erst in Teilen. Da Datenbank und Scan-Archiv jedoch nicht nur uns, sondern auch anderen Interessierten als Basis der Erforschung der K-Gruppen dienen sollen, veröffentlichen wir einige Jahrgänge des RM hier schon mal unkommentiert.

Weitere Beiträge zur Geschichte der KPD/ML und ihres Umfeldes findet mensch in der Linkliste: Zur Geschichte der KPD/ML.

Noch ein Hinweis: Wem die Scans zu groß sind, kann sie mit der Zoom-Funktion des Browsers verkleinern. Das funktioniert in der Regel mit der Tastenkombination [Strg]+[-]. Vergrößern entsprechend mit [Strg]+[+].


1. bis 4. Jahrgang

4. Jahrgang, ab Juni 1970

5. Jahrgang, 1971

6. Jahrgang, 1972

7. Jahrgang, 1973

8. Jahrgang, 1974

Inhaltsverzeichnis

9. Jahrgang, 1975

Inhaltsverzeichnis

10. Jahrgang, 1976

Inhaltsverzeichnis

11. Jahrgang, 1977

Inhaltsverzeichnis

12. Jahrgang, 1978

Inhaltsverzeichnis

13. Jahrgang, 1979

Inhaltsverzeichnis

14. Jahrgang, 1980

Inhaltsverzeichnis

Wird fortgesetzt ...

20. (letzter) Jahrgang, 1986

Inhaltsverzeichnis

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Juni 1970:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 6 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 27.4.1970, Aug. 1970) heraus, in dem u.a. über den 1. Mai und die KP Belgiens/ML (vgl. 2.5.1970) berichtet wird.

Aus Bayern wird eine Austrittserklärung von 6 Genossen der ABG München, die sich nun der KPD/ML-ZK anschließen wollen, veröffentlicht (vgl. 28.5.1970).

Im Leitartikel "Gegen den Gründungsopportunismus" beschäftigt man sich vor allem mit der Gründung der KPD/Aufbauorganisation (KPD/AO) in Westberlin:"
In der Bundesrepublik und Westberlin ist das Gründungsfieber ausgebrochen. Diesen sogenannten marxistisch-leninistischen Organisationen ist eigen, daß
1. ihrer Gründung kein aktiver ideologischer Kampf mit der KPD/ML vorausgegangen ist,

2. die beiden Seiten ihres Gründungsopportunismus sich einerseits in Ökonomismus, andererseits in verbal radikalem Gebaren und putschistischen Tendenzen offenbaren. Statt die Vereinigung von wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung, sozial gesehen, die Vereinigung von Arbeitern und revolutionären Intellektuellen anzustreben, beschränkt sich dieser Opportunismus jeweils auf die eine oder andere Seite. … Aus der reichhaltigen Palette der Gruppierungen beschäftigen wir uns zuerst mit der KPD/AO, einer Gruppe von ca. 20 Westberliner Studenten, die den bescheidenen Anspruch stellt, die KPD im nationalen Rahmen aufzubauen. …

Jeder Marxist-Leninist in der Bundesrepublik und in Westberlin hat zur Zeit eine zentrale Aufgabe: die Schaffung der Kommunistischen Partei im nationalen Rahmen voranzutreiben. Das tut er nur, wenn er die bestehende Partei, die KPD/ML tatkräftig unterstützt und in ihr kommunistische Arbeit leistet. Er tut das keinesfalls, wenn er eine andere marxistisch-leninistische Organisation gründet, sei es eine Aufbau- oder eine Übergangsorganisation. Im Gegenteil, dadurch wird das bestehende Zentrum nicht gestärkt, sondern geschwächt, indem mehrere Zentren geschaffen werden, die angeblich alle eine zentrale Aufgabe wahrnehmen: den Aufbau der KP. …

Eine Gruppe früherer SDS-Häuptlinge in Berlin hat eine vorläufige 'Plattform der Aufbauorganisation für die Kommunistische Partei Deutschlands' (KPD-AO) veröffentlicht. Zeitlich fiel sie mit der endgültigen Auflösung des SDS-BV und des SDS als überregionaler studentischer Organisation zusammen. … Die KPD/ML wird in diesem Traktat, das die Aufbaukommunisten Plattform nennen, nicht einmal beim Namen genannt …, nur angedeutet. Als inhaltliche Abgrenzung von der KPD/ML nicht ernstzunehmende Floskeln sind sie Ausdruck der Hilflosigkeit. So sucht der eifrige Leser der 'Plattform' auch vergeblich nach der historischen Notwendigkeit der KPD/AO. … Den Argumenten der Aufbaukommunisten ist eigen, daß sie die Entwicklung der Partei in Etappen leugnen, daß sie die verschiedenen historisch notwendigen Aufgaben der Partei leugnen, die den verschiedenen Etappen entsprechen. Sie reduzieren in ihrem subjektivistischen Denken die Aufgaben der Partei auf die einer voll ausgereiften Massenpartei. … Der durchgängige Trick bei fast allen Argumenten der KPD/AO ist der, daß sie ihre subjektivistischen Absolutheitsansprüche an einer imaginären Partei mit der Wirklichkeit konfrontiert und aus dem negativen Erlebnis dann die Existenzberechtigung ihrer Aufbauorganisation ableiten. …

1 1/2 Monate nach dem Erscheinen der 'Plattform', nachdem die KPD/AO von der KPD/ML zur öffentlichen Stellungnahme gezwungen wurde, ist in der RPK Nr. 63 ein kläglich gescheiterter Versuch einer nachträglichen Rechtfertigung der eigenen Organisationsgründung nachzulesen. Er enthält nur Plattheiten und Unwahrheiten. … Da wird also behauptet, die Organisationsform der KPD/ML sei sozialdemokratisch, weil die Ortsverbände ihre Grundeinheiten seien, und das ist natürlich kritikwürdig. Diesem inhaltsschweren Vorwurf ist wiederum eigen, daß er sich nur an der Form orientiert. Es gibt keine Form ohne Inhalt. … Da der Parteiaufbau sich nicht organisch von unten nach oben vollzieht, d.h. nicht von bereits vorhandenen Betriebs- und Stadtteilzellen ausgeht, ist es ein notwendiges Durchgangsstadium, daß z.B. einzelne Genossen vorerst in einem Ortsverband zusammengefaßt werden. … Das heißt, der Aufbau geht primär von oben nach unten. Was ist denn daran sozialdemokratisch? … Ein weiterer Fehler vieler Mechanisten ist, daß sie Theorie und Praxis auseinanderreißen und dann undialektisch gegenüberstellen. … Diese Leute begreifen nicht, daß es keine Theorie 'an sich' zu entwickeln gilt, sondern daß die Erarbeitung der revolutionären Theorie wiederum nur in der Einheit von Theorie und Praxis möglich ist. … Sämtliche bisher veröffentlichten Traktate des SDS-Altherrensyndikats zeigen …, daß diese Leute sich lieber um die konkrete Bestimmung der Widersprüche und den daraus resultierenden Aufgabenstellungen herumdrücken. Schwergewichtig rasseln sie mit dem Säbel und rennen überall mit ihrem 'Primat der Politik' durchs Gelände. Gerade das Studium der Widersprüche erlaubt es uns, das Verhältnis von politischem, theoretischem und ökonomischem Kampf zueinander zu bestimmen und jede dieser Formen des Klassenkampfes konkret inhaltlich zu füllen. … Es dürfte unseren SDS-Veteranen doch sehr schwer fallen, sich am eigenen Kragen aus dem Sumpf zu ziehen. Da nützt es gar nichts, sich selbst zu organisieren und umzubenennen. So laut sie es auch in die Welt posaunen mögen, daß sie es jetzt aber wirklich geschafft haben, ihre Vergangenheit zu überwinden, den praktischen Nachweis bleiben sie schuldig. Zum 1. Mai 1969 hat der damalige Infi-Stratege, heute Aufbaukommunist, Chr. Semler gegen die in Berlin auftretende, marxistisch-leninistische Rote Garde heftig polemisiert. … Dem Konzept der RG wurde entgegengetreten, damit, daß jede Avantgardeorganisation 'gleichzeitig die Transmissionsriemen aufzeigen' muß, 'wie das Gros der Mobilisierten einzubringen ist'. Vom selben Sprecher, heute natürlich aufrechter Marxist-Leninist, wurden dann noch einige gängige anarchosyndikalistische Thesen propagiert.

- Betriebskonflikte politisieren, damit die Staatsgewalt in die Fabriken zwingen,
- Die kapitalistischen Ausbildungsinstitutionen müssen paralysiert werden,
- Für eine Universität des ganzen Volkes. …

Dem Transmissionsriemenargument liegen 2 Fehler zugrunde. Erstens wird die politische Situation der studentischen Linken als einziges Kriterium dafür angesehen, was eine Avantgarde ist und was nicht. … Zweitens handelt es sich um ein opportunistisches Anknüpfen an wild mobilisierte studentische Massen in der Organisationsfrage. Hier liege die zentristischen Organisationsansätze und Vorstellungen der nächsten Monate, nach dem Mai 69 im Kern begründet. … Genau diesen Fehler, nämlich sich opportunistisch an den wild Mobilisierten zu orientieren, das Überbewerten der politischen Situation der studentischen Linken als Kriterium für die Avantgarde des Proletariats, für ihre Praxis, wiederholen die Aufbaukommunisten heute aufs neue. … In den Thesen der KPD/AO zur Arbeit an den Hochschulen heißt es, daß man die 'Verantwortung gegenüber dem Proletariat' klar erkennt und deshalb die 'Wichtigkeit von Massenbewegungen wie der Studentenbewegung' für den Kommunisten erkennt und ernst nimmt. Die Funktion des Kleinbürgertums als 'potentiellem Bündnispartner' des Proletariats wird anhand eines Lenin-Zitats aus 'Was tun' illustriert. … Die Fragen des Bündnisses mit Fraktionen des Kleinbürgertums hat für das Proletariat erst aktuelle Bedeutung, wenn es selbst erwacht ist, selbst kämpft und in diesem Kampf Bündnisse eingeht. Genauso sind allseitige politische Enthüllungen und Arbeit in allen Klassen der Gesellschaft erst dann politisch sinnvoll, wenn die Kommunisten in der Arbeiterklasse fest verankert sind, Fuß gefaßt haben. … Was soll es also heißen, wenn die AO von der 'Verantwortung gegenüber dem Proletariat' redet und in diesem Zusammenhang jetzt die Bedeutung von Massenbewegungen wie der Studentenrevolte hervorhebt? Da auch aus der Plattform nichts hervorgeht, heißt es, daß sie die Hauptaufgaben der jetzigen Etappe nicht bestimmen, nicht bestimmen können, weil sie die verschiedenen Widersprüche nicht studieren. Also auch in dieser Frage kommen sie über ihren eigenen bornierten Gesichtskreis der Studentenbeweung nicht hinaus. … Auf der Grundlage des bornierten Verständnisses vom 'Primat der Politik' schwätzen die Spaltergenossen von einer 'bloß proklamativ bleibenden Wiederholung des Führungsanspruches der Partei'. … Dieses Argument ist falsch, weil erstens Massenaktionen, Kämpfe, praktisches Eingreifen in die Politik der Bewegung als einziges Kriterium für die Avantgarde angesehen werden. Zweitens werden die Formen des Klassenkampfes auf eine reduziert, und diese eine wird nicht einmal richtig inhaltlich gefüllt. Drittens hat die Spalterorganisation es bisher konsequent unterlassen, die für die jetzige Etappe historisch notwendigen Aufgaben konkret zu formulieren. … Das Zaubermittel, mit dem die Aufbaukommunisten die inzwischen weitgehend anerkannte Aufgabe - den Aufbau der proletarischen Partei - in Angriff nehmen wollen, ist die strategische Forderung nach der Verkürzung des Arbeitstages. Während für die Bourgeoisie die ökonomische Macht immer schon das entscheidendste war, d.h. es war für sie von zweitrangiger Bedeutung, mit welcher Staatsform sie ihre ökonomiche Herrschaft ausübt, ist für das Proletariat der Kampf um die politische Macht das absolute Kriterium. Das bedeutet, daß der ökonomische Kampf, der Kampf um ökonomische Reformen wie Lohnverbesserungen, Verkürzung des Arbeitstages etc. immer dem politischen Kampf, dem Kampf für die sozialistische Revolution untergeordnet sein muß. … Damit stellt die AO das ABC des Marxismus-Leninismus auf den Kopf, ordnet den politischen Kampf dem ökoomischen Kampf unter. Zu Lenins Zeiten hieß das Ökonomismus. Wenn die Spalterorganisation dann auch noch behauptet, der Kampf um Verkürzung des Arbeitstages sei der Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse, sei der beginnende Kampf um die Macht, so reihen sich diese Genossen ein in die Tradition von Bernstein, Martow, Chruschtschow und Liu Schao-tschi, die ja allesamt das Proletariat irrezuführen versuchten. … Wenn die AO meint, die Forderung nach Verkürzung des Arbeitstages sei die strategische Forderung, um die Arbeiterklasse zu einen, so geht man doch offensichtlich von der Einschätzung aus, daß die ökonomische Front in dieser Etappe die Hauptfront des proletarischen Kampfes ist. … Da der ökonomische Kampf bisher jedoch nur in Zeiten der totalen Defensive des Proletariats die Hauptfront des proletarischen Klassenkampfes darstellte, so muß man zu dem Schluß kommen, daß das Proletariat auch weiterhin in dieser totalen Defensive zu bleiben habe, nicht offensiv vormarschieren darf. … Sie mögen noch so sehr marxistisch-leninistisch tönen und sich als die ideologischen und theoretischen Führer des Proletariats aufspielen: Ihre wahre Haltung gegenüber dem Proletariat kommt schon darin zum Ausdruck, daß sie ihre strategische Forderung, d.h. die Forderung, die sie für die wichtigste halten, am 1. Mai noch nicht einmal in den Mittelpunkt ihrer Agitation und Propaganda stellten. Ihre zentrale Forderung war als zentrale Forderung noch ökonomistischer, noch reformistischer: Die Vorbedingungen für den Kampf für die Verkürzung des Arbeitstages - die Forderung, über die sie die Partei aufbauen wollen - sei der Kampf gegen die weitere Spaltung und Diskriminierung der Arbeiter. Der politische Kampf ist damit noch weiter in den Hintergrund getreten, die Notwendigkeit und Möglichkeit des sofortigen Aufbaus der Partei geleugnet. … Das SDS-Altherrensyndikat glaubte also, wegen des politisch recht belanglosen Umstandes, daß sich - ihrer Meinung nach - gegenwärtig keine revolutionäre Organisation KPD 'nennen' kann, eine eigene Organisation gründen zu müssen. Diese Apostel des Marxismus-Leninismus haben es unterlassen, den Aufbau einer weiteren kommunistischen Organisation in öffentlichen Auseinandersetzungen mit der KPD/ML zu begründen und haben es vielmehr vorgezogen, einem aktiven ideologischen Kampf aus dem Wege zu gehen. Diese Taktik des prinzipienlosen Friedens ist eine Erscheinungsform des KPD/AO-Liberalismus. … Bei alledem haben es die Aufbaustrategen wohlweislich unterlassen, für oder gegen die Fraktionisten innerhalb der KPD/ML Partei zu ergreifen. Und das bedeutet eben: prinzipienloser Kampf gegen die KPD/ML, prinzipienloser Frieden mit allen Fraktionisten. Das ist das Primat des KPD/AO-Liberalismus. Prinzipienloses Taktieren und effektheischerisches Wortgerassel einerseits, ökonomistische Praxis andererseits, das sind die beiden Seiten des Primats des KPD/AO-Ökonomismus. … Das Scheitern der AO ist also jetzt schon in ihrer durch und durch opportunistischen Linie 'im Kern begründet'. Hier und heute verdammen sie sich für kommende offene Klassenschlachten zur völligen Bedeutungslosigkeit."

Die OG Würzburg der KPD/ML-ZK (vgl. Sept. 1970) zitiert den folgenden Satz:"
Jeder, der eine weitere kommunistische Partei gründet und behauptet, Marxist-Leninist zu sein, muß nachweisen, daß die bestehende KPD/ML revisionistisch ist und eine grundsätzlich falsche Linie verfolgt, sodaß eine Korrektur dieser Linie mit der Methode der Kritik und Selbstkritik innerhalb dieser Partei unmöglich ist."
Quellen: KPD/ML-ZK-OG Würzburg: Rote Front Nr. 6, Würzburg Sept. 1970, S. 1; Roter Morgen Nr. 6, Hamburg Juni 1970

August 1970:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 7 ihres 'Roten Morgens' (vgl. Juni 1970, Sept. 1970) mit dem Leitartikel "Der Kampf um die proletarische Linie" heraus, in dem u.a. über die Spaltung der KPD/ML in KPD/ML-ZB und KPD/ML-ZK berichtet wird, die allerdings bereits im April (vgl. 26.4.1970) stattfand. Der Kommunistische Jugendverband Deutschlands (KJVD) nämlich sei aus der KPD/ML in NRW hervorgegangen, Anführer sei Willi Dickhut. Auch in Hamburg seien Genossen, die Schütt/Debusgruppe, ausgetreten mit der Begründung, das ZK würde die Theorie liquidieren (vgl. 12.4.1970).
Zu den Spaltern gehöre die Betriebsgruppe 1 (B1) Bochum, Kontakte hätten die Spalter auch zu den Landesverbänden Bayern (München) und Niedersachsen (Hannover).
In Bochum gibt es noch eine Rote Opelbetriebsgruppe der KPD/ML-ZK, die die Nr. 3 ihrer 'Zündkerze' herausgegeben habe.

Der Leitarikel "Der Kampf um die proletarische Linie" Artikel gliedert sich in die Abschnitte:
- Der Kampf um die proletarische Linie;
- Die September-Beschlüsse (vgl. 6.9.1969);
- Willi Dickhuts revisionistische Taktik (vgl. 6.9.1969);
- Die November-Sitzung des ZK (vgl. 8.11.1969, 17.1.1970);
- eine Stellungnahme der Ortsgruppe Moers in NRW (vgl. 23.3.1970) und Die Spalter organisieren sich (vgl. 18.4.1970 und Hamburg 12.4.1970, NRW 8.3.1970, 26.4.1970). Es wird ausgeführt:"
'Unsere Partei steht noch in ihren ersten Anfängen. Um ihre Aufgabe als marxistisch-leninistische Partei in unserem Land in dieser Epoche erfüllen zu können, muss sie konkret für unsere Situation die Verbindung von wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung leisten. Da wir augenblicklich weder eine marxistisch-leninistische Analyse des heutigen Monopolkapitalismus noch eine richtige Klassenanalyse Deutschlands besitzen, wird deren Ausarbeitung zur absoluten Notwendigkeit.'
(Plattform des ZK der KPD/ML, Roter Morgen - März/April 1970)

Die KPD/ML ist eine junge Partei, eine Partei in der Phase der Gewinnung des bewussten Teils der Arbeiterklasse für den Kommunismus. Wichtige Fragen der proletarischen Revolution in Deutschland sind gegenwärtig noch ungelöst. Was bedeutet in dieser Phase die Veröffentlichung der oben zitierten Plattform des ZK, in der der Entwicklungsstand der Partei korrekt bestimmt ist und die Hauptaufgaben festgelegt werden?

Die Plattform ist die systematische Zusammenfassung der in der Praxis gewonnenen bisherigen Erfahrungen der gesamten Partei, ihre Verallgemeinerung mit dem Ziel, die dadurch gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zurückzuführen.

Dieser Prozess ist eben die Entwicklung und Konkretisierung der marxistisch-leninistischen Linie der Partei.

Insofern stellt die Plattform des ZK einen äußerst wichtigen Schritt in der Entwicklung der KPD/ML zur bolschewistischen Partei dar. Gerade das hat eine Handvoll Opportunisten, die sich, nachdem sie aus der Partei ausgetreten sind, als 'K'JVD zusammengetan hat, nicht begriffen. Diese Gruppe führte dauernd die 'Theorie-Praxis-Dialektik' im Mund, und zeterte hier, das ZK würde die Praxis liquidieren (Fraktionisten in NRW), dort, das ZK würde die Theorie liquidieren (Fraktionisten in Hamburg). Ihre Ansichten zur Theorie und Praxis hatten zwar nichts als einen bedenklichen Grad von Verworrenheit gemein, ihr unmittelbares Ziel jedoch war überall das gleiche: nämlich, das ZK und damit die Partei zu liquidieren.

Es ist äußerst wichtig festzuhalten, dass die Plattform gerade auch in der Auseinandersetzung mit diesen Opportunisten, im Kampf zweier Linien, entstanden ist. Der nachfolgende Bericht kennzeichnet die Entwicklung der opportunistischen Linie in der Partei, einer Linie, auf der sich alle denkbaren rechten und 'linken' Abweichungen vom Marxismus-Leninismus zusammengefunden haben, die durch nichts als ihre gemeinsame Parteifeindlichkeit zusammengehalten werden. Und er benennt die bestimmende Tendenz der opportunistischen Linie, nämlich den Revisionismus.

Wie Stalin sagt, werden Festungen am leichtesten von innen genommen. Dieser Erkenntnis haben sich die Revisionisten nie verschlossen. So bestand auch ihre hauptsächliche Taktik im Kampf gegen die KPD/ML in dem Versuch, innerhalb der Partei ein bürgerliches Hauptquartier aufzubauen und sie von dorther zu zersetzen. Der Kopf der Revisionisten in den Reihen der KPD/ML, Willi Dickhut, ehemaliger 1. Sekretär des Landesverbandes NRW, führte diesen Kampf gegen die sich entwickelnde marxistisch-leninistische Linie im wesentlichen mit zwei Mitteln.

1. Er setzte bei den ungelösten Fragen an (Gewerkschaften, 2.-Juni-Bewegung etc.) versuchte ihre korrekte Analyse zu verhindern und stattdessen die Partei immer mehr auf revisionistische Positionen festzulegen, die dann formal festgehalten und für verbindlich erklärt werden sollten. (Ein wahres Meisterstück revisionistischer Taktik ist der weiter unten angeführte Änderungsvorschlag zum Statut der KPD/ML)

2. Er gab die Parole aus: 'wenn wir diese organisatorischen Dinge nicht bald meistern, wird unsere Partei Schiffbruch erleiden. Das kenne ich von früher.' Das ist wahrhaft die Politik, die Ideologie, die Taktik 'von früher', d.h. Der 'K'PD! Statt Bolschewisierung Bürokratisierung der Partei! Der Prozess der Entwicklung und Konkretisierung der korrekten marxistisch-leninistischen Linie sollte verhindert, der demokratische Zentralismus liquidiert werden durch den Aufbau eines bürokratischen Wasserkopfes, dessen 'Hirn' nämlich das bürgerliche Hauptquartier unter Dickhut &Co sein sollte.

Der Prozess der Fraktionierung setzte in dem Augenblick ein, als die Versuche der Revisionisten, die Partei von innen zu erobern, am Widerstand der ZK-Genossen und des LV NRW scheiterten. Erst jetzt gingen die Dickhut-Leute auf Spalterkurs und sammelten alle diejenigen kleinbürgerlichen Elemente innerhalb und außerhalb der Partei, deren 'Linie' sich hauptsächlich in der Ablehnung des demokratischen Zentralismus überhaupt oder in einem (oft stark persönlich gefärbten) Hass gegen das ZK erschöpfte. Dieser willkürlich zusammengeschusterte April-Block namens 'K'JVD, der im wesentlichen aus 'anarcho-maoistischen' Grüppchen, kleinbürgerlichen Individualisten wie der Hamburger Schütt-Debus-Clique, ehemaligen SDS-Häuptlingen trotzkistischer Couleur (B 1 Bochum) und wahrscheinlich, bald einer Abspaltung des 'K'AB/ML besteht, durchläuft immerhin einen Prozess ideologischer Vereinheitlichung: er nähert sich, wie das 'theoretische' Organ des Blocks, 'Bolschewik', und seine ökonomistische 'Praxis' beweist, immer mehr den Positionen seiner revisionistischen Anführer an. Deren politische Linie ist allerdings im Gegensatz zu der ihrer Verbündeten klar und nicht im geringsten schwankend:

Sie versuchten die KPD/ML zu zersetzen und scheiterten abermals. Konsequent tarnen sie jetzt ihr bürgerliches Hauptquartier, indem sie den Namen 'KPD/ML' okkupieren. Ihre objektive Funktion ist die gleiche geblieben: als Agenten des Revisionismus und damit als Handlanger der Bourgeoisie Unruhe und Verwirrung zu stiften in der marxistisch-leninistischen Bewegung Deutschlands.

Die KPD/ML, die im Kampf gegen den Revisionismus in ihren Reihen, im Kampf gegen die Opportunisten aller Schattierungen, d.h. Im Kampf um die proletarische Linie einen entscheidenden Sieg errungen hat, muss in Zukunft die Wachsamkeit erhöhen, um parteischädliche Elemente sofort ausfindig und unschädlich zu machen.

Wir Marxisten-Leninisten tragen eine große Verantwortung gegenüber der deutschen Arbeiterklasse. Wir dürfen nicht zulassen, dass die deutsche Arbeiterklasse noch einmal solche Niederlagen wie 1918 und 1933 erleidet. Jeder Fehler, der heute gemacht, aber nicht sofort korrigiert wird, kann sich eines Tages mit solch einer Härte rächen, dass es große Opfer kosten wird, die Angriffe des Feindes abzuwehren. Wir sind keine Revisionisten, die unsere Sache bedingungslos dem Klassenfeind ausliefern, wir sind keine 'Anarcho-Maoisten', die in abenteuerlicher Weise den Kampf der deutschen Arbeiterklasse gefährden. Wir sind Marxisten-Leninisten, und wir werden jedem Angriff, von welcher Seite er auch kommen mag, mit schonungsloser Härte begegnen.

Die September-Beschlüsse

Am 6. / 7. September 1969 fasst das ZK der KPD/ML auf Antrag des Genossen Willi Dickhut aus NRW einen Beschluss, in dem es heißt: 'Auf unbestimmte Zeit ist eine Kandidatensperre für Studenten, Schüler und Lehrkräfte die Regel. Ausnahmen beschließt jeweils das ZK.'

Dieser Beschluss stieß nach seiner Veröffentlichung sofort auf Kritik in der Partei. Bereits auf der nächsten ZK-Sitzung am 8. / 9. November 1969 lagen dem ZK 3 ablehnende Stellungnahmen aus den Ortsverbänden - auch solchen mit überwiegend proletarischen Genossen - vor. In der Westberliner Kritik wurde der Vorschlag gemacht, diesen als schematisch kritisierten Beschluss durch folgenden Passus zu ersetzen:

'In der gegenwärtigen Situation ist die Gefahr besonders groß, dass kleinbürgerliche Elemente in die Partei eindringen und dort Verwirrung stiften. Solche Elemente wollen die Partei von ihrer Aufgabe abhalten, das Proletariat zum revolutionären Kampf zu erziehen und in diesem Kampf die Führung zu übernehmen, stattdessen wollen sie aus der Partei einen sektiererischen und undisziplinierten Haufen machen. Alle Grundorganisationen der Partei müssen diese Gefahr sehen und durch richtige Maßnahmen bekämpfen. Dabei ist eins besonders wichtig: Bei der Bestimmung von neuen Kandidaten und Mitgliedern muss besonders vorsichtig vorgegangen werden. Über die politische Arbeit jedes einzelnen Genossen, der Kandidat oder Mitglied werden will, sind genaue Untersuchungen anzustellen. Diese Untersuchungen müssen bei solchen Genossen besonders ausführlicxh sein, die nicht sowohl ihrer Ausbildung als auch ihrer augenblicklichen Tätigkeit nach als Proletarier anzusehen sind.'

Dies wörtlich, um ein für allemal klarzustellen - was in der Folge immer wieder behauptet wurde -, die Westberliner Genossen hätten die Absicht, die Partei zu einer Intellektuellenpartei zu machen. Sie kritisierten weiter: 'Aufgrund welcher marxistisch-leninistischen Analyse werden nicht alle Kleinbürger, sondern nur `Lehrkräfte` gesperrt?' Eine berechtigte Frage, denn in der Folge sollte sich zeigen, dass zum Beispiel in Hamburg Gefahr nicht von Studenten und Lehrkräften, sondern von Schütt (einehemaliger Feinkosthändler und jetziger Taxifahrer) und Debus (ein kaufmännischer Angestellter, ehemaliger stellvertr. Vorsitzender der nationalistischen AUD-Gruppe, kam, die, obwohl ihre schwankende Haltung bekannt war, in die Partei aufgenommen wurden.

Zusammengefasst lautet die Kritik: das entscheidende Kriterium für die Aufnahme des Genossen in die Partei ist seine marxistisch-leninistische Ideologie und sein Klassenstandpunkt und nicht seine Klassenherkunft. Wir brauchen Genossen mit proletarischer Ideologie und proletarischem Klassenstandpunkt. Es wäre unmarxistisch und unleninistisch, einen mechanischen Zusammenhang zwischen der Klassenherkunft und der Ideologie anzunehmen.

Willi Dickhuts revisionistische Taktik

Der Genosse W. D. versuchte seinen abweichenden Standpunkt auf der ZK-Sitzung 8. / 9. November 1969 damit zu begründen, dass er das Beispiel einer Aufnahmesperre in der KPdSU Mitte der 30er Jahre anführte. Hieran zeigt sich geradezu typisch die Methode , oder besser gesagt, die Unsitte, den eigenen falschen Standpunkt mit dem Zitieren von Klassikern, in diesem Fall Stalin (Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag), zu begründen, ohne zu untersuchen, ob das angeführte Zitat oder Beispiel auf die zu untersuchende Situation auch passt.

Als in der KPdSU die Aufnahmesperre (übrigens generell und nicht nur für Studenten, Schüler und Lehrkräfte) beschlossen wurde, war die Partei an der Macht. Gleichzeitig mit der Aufnahmesperre erfolgte eine Säuberung der Partei. Warum? Nach der siegreichen Oktoberrevolution hatten sich Karrieristen, Leute, die sich ein Pöstchen erhofften, materielle Vorteile versprochen, Opportunisten aller Schattierungen in die Partei eingeschlichen. Sie galt es hinauszusäubern. Stalin stellte sehr richtig fest: ' Die Partei wusste sehr wohl, dass ihre Stärke nicht nur in der Zahl, sondern vor allem in der Qualität ihrer Mitglieder besteht.'

Das gilt auch für uns! Nicht so sehr die Zahl, sondern die Qualität der Mitglieder unserer Partei ist entscheidend. Das heißt: unbedingte Anwendung der bolschewistischen Kaderkriterien. Damit aber hatte W. D. gar nichts im Sinn. Deshalb schlug er in einem Statutenänderungsvorschlag vor, die Kandidatenzeit fortfallen zu lassen. Oder wie es wörtlich in seinem 'Revolutionären Weg' Nr. 4 heißt: : 'Man kann sich natürlich streiten, ob es richtig war, zunächst einmal jeden aufzunehmen, der gewillt war, Mitglied zu werden.'

Eben darüber lässt sich nicht streiten, wenn wir nicht in die Praktiken der revisionistischen D'K'P verfallen wollen, die jeden aufnimmt, der gewillt ist, Mitglied ihres Vereins zu werden. Diese revisionistische Tendenz zeigte sich auch an anderer Stelle seines Statutenänderungsvorschlags, in dem er vorschlägt, folgende Änderungen (Zusätze in Klammern) aufzunehmen: 'Die Partei kämpft unermüdlich für die Einheitsfront aller Arbeiter (und der linksgerichteten Studenten) als wichtigsten Hebel (im Kampf zur Verteidigung bürrgerlich-demokratischer Rechte und deren Erweiterung als günstigen Boden für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse im Kampf gegen Reaktion, Faschismus und imperialistische Kriegstreiber und für die Verbesserung der Lage der werktätigen Massen) …'

Wer aber sagt uns, dass die Erweiterung der bürgerlich-demokratischen Rechte der günstige Boden für den Sozialismus sei? Die D'K'P! Überhaupt, sein Verhältnis zur D'K'P/'K'PD zeigt immer wieder, dass er sich zwar in Grundfragen wie beispielsweise der des sogenannten 'friedlichen Übergangs zum Sozialismus' von dieser Partei getrennt hat, ansonsten aber immer noch unkritisch mit revisionistischen Begriffen wie 'sozialistisches Lager', 'Friedensbewegung', 'wissenschaftlich-technische Revolution' usw (RW 1 und RW 2) operiert oder schreibt: 'Aus diesem Beispiel sollte die DKP ihre Lehren ziehen, wenn sie noch dazu fähig und willens ist.'

Die November-Sitzung des ZK

Auf der November-Sitzung des ZK ergaben sich folgende zwei Standpunkte:

1. die Einhaltung der proletarischen Linie in der Partei ist durch die September-Beschlüsse 'Aufnahmesperre für Studenten, Schüler und Lehrkräfte' nicht zu gewährleisten. Sie berücksichtigen nicht, dass beim Aufbau einer bolschewistischen Partei die Klassenherkunft der Revolutionäre zeitweise in den Hintergrund tritt. Dass das entscheidende Kriterium für den Eintritt eines Genossen in unsere Partei seine proletarische Ideologie und sein proletarischer Klassenstandpunkt ist.

Das heißt jedoch nicht, dass die Klassenherkunft eines Genossen unbedeutend ist und ein Freibrief für den Eintritt von Studenten und Intellektuellen in der Partei. Die Erfahrungen der Vergangenheit (Revolution 1905 in Russland) haben bewiesen, dass die Partei nur dann die Führung der Massenkämpfe innehaben kann, wenn ihre Kader in den Massen verankert, Proletarier sind. So ist schon jetzt das Hauptaugenmerk der Partei auf die Heranbildung fortgeschrittener Arbeiter zu Kadern zu richten. Während revolutionäre Studenten und Intellektuelle durch eine längere Kandidatenzeit beweisen müssen, dass sie bereit und willens sind, sich mit dem Proletariat eng und ohne intellektuelle Überheblichkeit zu verbinden, dass sie den Bruch mit ihrer Klasse konsequent und unwiderruflich vollzogen haben.

Das ZK weist deshalb die September-Beschlüsse zur gründlichen Diskussion in die Grundeinheiten zurück. Dies war der Standpunkt der Mehrheit des ZK.

2. die Minderheit, der Genosse W. D., vertrat den Standpunkt, dass die September-Beschlüsse richtig seien und dass das ZK keinesfalls einen einmal gefassten Beschluss erneut zur Diskussion stellen dürfe, da es dadurch seine Unfähigkeit beweise. Er trat aus dem ZK (in das er im Juli 1969 kooptiert war) aus 'Altersgründen' zurück.

Wie unehrlich diese Haltung W.D`s. war, sollte sich später beweisen.

Was den Einwand betrifft, das ZK dürfe keinesfalls einmal gefasste Beschlüsse, die es als falsch erkannt hat, erneut zur Diskussion stellen, bzw. aufheben, sei der Genosse Stalin zitiert. Er sagte: 'Manche sagen, es sei für die Partei gefährlich, die eigenen Fehler aufzudecken und Selbstkritik zu üben, da das vom Gegner gegen die Partei des Proletariats ausgenützt werden könne. Lenin hielt solche Einwände für unernst und völlig falsch.' Und er zitiert Lenin:

'Sie (d.h. die Gegner der Marxisten, J. St.) feixen und sind schadenfroh über unsere Streitigkeiten; sie werden sich natürlich bemühen, einzelne Stellen aus meiner Broschüre, die den Mängeln und Unzulänglichkeiten unserer Partei gewidmet ist, für ihre Zwecke aus dem Zusammenhang zu reißen. Die russischen Sozialdemokraten haben bereits genügend im Kugelregen der Schlachten gestanden, um sich durch diese Nadelstiche nicht beirren zu lassen, um dessen ungeachtet ihre Arbeit - Selbstkritik und rücksichtslose Enthüllung der eigenen Mängel - fortzusetzen, die durch das Wachstum der Arbeiterbewegung unbedingt und unvermeidlich ihre Überwindung finden werden.'

W. D. , nach seinem Ausscheiden aus dem ZK immer noch Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen, zeigte sich in der Folge - trotz seines Alters (68) - recht kregel. Er, der das ZK für fähig hielt, solange er Mitglied desselben war, hielt es plötzlich für unfähig - nur weil es den von ihm betriebenen Aufnahmebeschluss zur Diskussion in die Grundeinheiten verwies. Statt den ihm unterstellten Ortsgruppen der Partei Gründe und Gegengründe des Beschlusses und seine Zurückweisung zu erläutern, behauptete er, das ZK verfolge eine kleinbürgerliche Linie und wolle die Partei zu einer Intellektuellenpartei machen. Er nahm persönlich oder durch Mittelsmänner Kontakt zu anderen Landesverbänden (Hannover und München) auf, um sie in seinem Sinne zu beeinflussen.

Das ZK diskutierte auf seiner Sitzung am 17. / 18. Januar 1970 die vorliegenden Stellungnahmen der Ortsorganisationen und regionalen Leitungen, die auf Grund des ZK - Beschlusses vom November 1969 angefertigt worden waren, fasste alle Erfahrungen, die sich aus den September-Beschlüssen und der anschließenden Auseinandersetzung in der Partei ergeben hatten, zusammen und hob die September-Beschlüsse auf. Gleichzeitig nahm es selbstkritisch zu der bisher geleisteten Arbeit Stellung:

'Die KPD/ML ist eine junge Partei. Sie muss in der Phase ihres Aufbaus erst lernen, die für eine marxistisch-leninistische Partei wesentlichen Kriterien in die Praxis umzusetzen. Sie muss erst lernen, den demokratischen Zentralismus durch richtige Anwendung des Prinzips, aus den Massen zu schöpfen und in die Massen hineinzutragen, konkret zu verwirklichen. Sie muss die Methode der Kritik und Selbstkritik erst lernen. Sie muss die richtige Verbindung von revolutionärer Theorie und konkreter Praxis der deutschen Revolution erst lernen. Kurz: um das Ziel zu treffen, müssen wir erst lernen, den Pfeil zu spitzen und abzuschießen, wir können auf keinen Fall so tun, als hätten wir schon einen spitzen Pfeil.'

W. D. forcierte die von ihm organisierte fraktionistische Tätigkeit. Auf der ersten ordentlichen Landesdelegiertenkonferenz NRW im März dieses Jahres, die von ihm in typisch bürokratischer Manier vorbereitet wurde - ihm nicht genehme Anträge wurden unter dem Vorwand, sie seien nicht fristgemäß eingereicht, abgewürgt -, gelang es ihm, einen großen Teil jener, die ihm zum Munde redeten, in die neue Landesleitung wählen zu lassen. Vorsitzender in einem Land mit dem stärksten Anteil von Arbeitern im Verhältnis zum Bundesmaßstab wurde G. Flatow, Stahlgroßhändler, ein ehemaliger Direktor des drittgrößten deutschen Stahlkonzerns, der Otto-Wolf-AG, zu der er auch heute noch beste Beziehungen unterhält. Seine Ernennung zum Landesvorsitzenden - gegen die die revisionistische Zeitung 'Fazit' bereits vor seiner Wahl polemisierte (woher hatte sie die Kenntnis?) - zeigt anschaulich die von W. D. propagierte 'proletarische Linie'. Rechtzeitig zur Landesdelegiertenkonferenz erschien auch die O-Nummer des 'Bolschewik' - theoretisches Organ der Roten Garde, in der dazu aufgerufen wurde, das Hauptquartier (das ZK) zu bombadieren.

Diese fraktionelle Tätigkeit im Landesverband NRW stieß auf den entschiedenen Widerstand der dort organisierten Marxisten-Leninisten. So gab die Ortsgruppe Moers zu den Auseinandersetzungen in der Partei anlässlich des Erscheinens des 'Bolschewik' eine Stellungnahme heraus, in der es hieß:

'Die Partei wird dadurch gestärkt, dass sie sich von opportunistischen Elementen säubert.' Stalin.

Erklärung der Ortsgruppe Moers zu den Auseinandersetzungen in der Partei anlässlich des sogenannten 'Bolschewik':

I. Warum nehmen wir Stellung?

Es gibt Leute, die behaupten: In der Partei und RG gibt es 'Konterrevolutionäre'; diese 'Konterrevolutionäre' haben sich als 'Fraktion' organisiert; sie haben die Redaktion des RM 'usurpiert'; sie wollen die Praxis 'liquidieren'. Die Leute, die das behaupten, geben den 'Bolschewik' heraus und unterstützen ihn. Die Auseinandersetzung, die der 'Bolschewik' führt, sind Teil des Kampfes zweier Linien in Partei und RG. Die Linie, die der 'Bolschewik' mit Unterstützung der Mehrheit der Parteiführung in NRW vertritt, ist die opportunistische Linie. Die Linie, die das ZK der KPD/ML vertritt, ist die korrekte, marxistisch-leninistische Linie. Die Führer der RG-NRW haben die opportunistische Linie am aktivsten verteten. Sie haben ihr im sog. 'Bolschewik' ein Organ geschaffen. Sie wollen den 'Konterrevolutionären' die Führung in Partei und RG entreißen. Sie haben es geschafft, Häuptlinge der Opportunisten zu werden.

Da die Verfasser des 'Bolschewik' dreist behaupten, der Parteilandesverband NRW unterstütze 'vollständig' ihre Linie, ist es unsere Pflicht Stellung zu nehmen-

II. Die Hauptfragen, um die es geht

Die Auseinandersetzungen in Partei und RG, vor allem in NRW, drehen sich um zwei Hauptfragen:

1. Was ist die hauptsächliche Seite im Widerspruch zwischen Theorie und Praxis in der jetzigen Situation?

2. Was ist die Hauptseite im Widerspruch zwischen Demokratie und Zentralismus in der jetzigen Situation der Partei?

Zu 1.

Antwort: die Theorie. Das gilt für die Partei und RG.

Warum? Wir können noch so aktiv die Tagesinteressen des Proletariats vertreten, wir können Löhne rauf und Preise runter schreien - solange wir den Arbeitern nur 'Diktatur des Proletariats' vor den Latz knallen können - solange werden wir das Proletariat nicht für den Kampf um die Diktatur des Proletariats mobilisieren und organisieren können. Was wir brauchen, ist ein Programm, das eine kurzgefasste, wissenschaftlich formulierte Darlegung der Ziele und Aufgaben des Kampfes der Arbeiterklasse ist. Für das Programm brauchen wir eine Klassenanalyse.

Wer verneint, dass deshalb zur Zeit die Theorie die hauptsächliche Seite des Widerspruchs zwischen Theorie und Praxis ist, ist Opportunist. Er stellt die Augenblickserfolge - die auch ohne Programm, ohne Klassenanalyse möglich sind - den dauernden Erfolgen im Kampf für die Diktatur des Proletariats voran. Er stellt die prinzipiellen Interessen des Proletariats hinter seine Tagesinteressen zurück.

Wenn die Erarbeitung eines Programms und einer Klassenanalyse die derzeitige Hauptaufgabe ist, bedeutet das nicht, dass die Praxis liquidiert wird. Die Verankerung der Partei in den Massen ist eine Aufgabe, die nicht vernachlässigt werden darf.

Zu 2.

Antwort: der Zentralismus.

Warum? Wir befinden uns in der Phase des Aufbaus der Partei und des Aufbaus der Roten Garde. Eine marxistisch-leninistische Organisation muss hauptsächlich von oben nach unten aufgebaut werden.

Wir bauen nicht irgendeinen Verein auf, der daran gemessen wird, wie viele Leute er organisiert hat - wir bauen die marxistisch-leninistische Partei auf, die die Arbeiterklasse und die breiten Volksmassen zum Kampf für die Diktatur des Proletariats führt, und die marxistisch-leninistische Jugendorganisation, die die Partei in diesem Kampf unterstützt. Entscheidend für die marxistisch-leninistische Linie ist die richtige Führung. Auch Lenin hat die Partei hauptsächlich von oben nach unten, durch die richtige Führung der Iskra, aufgebaut.

Wer verneint, dass der Zentralismus in der Phase des Aufbaus der Partei und der RG die hauptsächliche Seite des Widerspruchs zwischen Zentralismus und Demokratie ist, ist Opportunist. Er will eine Organisation, die den Erfordernissen der Tageskämpfe des Proletariats entspricht und nicht den Erfordernissen des Kampfes für die prinzipiellen Interessen des Proletariats. Er will eine Organisation, in der er ungestört sein menschewistisches Süppchen kochen kann.

III. Die opportunistische Linie

Die opportunistische Linie der Leute, die den 'Bolschewik' herausgeben und unterstützen, hat viele Erscheinungsformen:

1. In beiden Ausgaben des 'Bolschewik', in schriftlichen und mündlichen Erklärungen führender Parteimitglieder in NRW wird die 'massive' Entfaltung der Praxis als Hauptaufgabe der Partei und der RG bezeichnet.

2. Die Praxis dieser Opportunisten ist dementsprechend opportunistisch. Beispiele:

a) Im Programm-Entwurf-Lerhlinge' der RG-NRW (später 'Lehrlingsforderungen') sind wahllos alle Tagesforderungen der Lehrlinge aneinandergereiht, die Diktatur des Proletariats wird nicht erwähnt

b) im Statutenentwurf der RG-NRW war nicht erwähnt, dass die RG eine Jugendorganisation der KPD/ML ist. Die Diktatur des Proletariats fehlt in dem verabschiedeten Statut.

c) Die Parole: 'Stärken wir die Gewerkschaft als Klassenorganisation der Arbeiter!' Diese Parole ist revisionistisch (s. RM 10/69).

3. Die RG-Führung und die Mehrheit der Parteiführung in NRW sind der Meinung, dass die Demokratie die hauptsächliche Seite des Widerspruchs zwischen Zentralismus und Demokratie ist. Sie wollen die Partei 'von unten nach oben' aufbauen. Das ist Opportunismus in Organisationsfragen. Beispiele:

a) das ZK wird nicht anerkannt, sondern bekämpft. Die RG-Führung wird nicht anerkannt, sondern bekämpft.

b) Die Opportunistenhäuptlinge in NRW geben ohne jede Berechtigung ein 'Theoretisches Organ der RG' heraus. Von den Opportunisten in der Partei-Führung in NRW wird das unterstützt.

c) Die Opportunisten gaben sich im 'Bolschewik' eine gemeinsame fraktionistische Plattform. Sie haben sich von der nationalen RG-Organisation losgelöst. Sie erheben einen Anspruch auf die Führung in Partei und RG, indem sie zu 'Kampf-Kritik-Umgestaltung' aufrufen.

4. Die Opportunisten wollen die RG ideologisch (Die RG hat sich der Bestimmung der gemeinsamen Hauptaufgabe durch die Partei nicht unterzuordnen) und organisatorisch (Parteimitglieder in der RG sind nicht an Weisungen der Partei gebunden - s. Beschluss der LDK) vollständig von der Partei trennen.

5. Die Opportunisten denken mechanistisch; sie verneinen die Dialektik. Beispiele:

a) Sie unterstellen: Wer der Meinung ist, dass die Theorie die hauptsächliche Seite des Widerspruchs zwischen Theorie und Praxis ist, will die 'Praxis liquidieren'.

b) in 'Bolschewik' Nr. 1 wird eine 'Situation' angeführt, in der nach Meinung der Opportunisten die Theorie zur hauptsächlichen Seite des Widerspruchs werden würde. Diese 'Situation' setzt die äußeren Bedingungen für die Hauptursache der Entwicklung eines Dings, nicht die innere Widersprüchlichkeit. Und: in dieser 'Situation' will man dann wirklich die Praxis liquidieren.

6. Die 'Bolschewik' Nummern O und 1 sind durch vollkommenes theoretisches Wirrwarr gekennzeichnet. Nur drei Beispiele:

a) die Opportunisten lehnen es ab, bei der Entwicklung der Partei Phasen zu unterscheiden. (Bol. 1, , S. 7)

b) Sie werfen dem RM offenen Trotzkismus vor, weil er meint: Das Proletariat muss die anderen Klassen und Schichten des Volkes führen, d.h., die anderen Klassen und Schichten des Volkes müssen sich ihm unterordnen. Was denn sonst? Was das mit der trotzkistischen 'permanenten Revolution' zu tun haben soll, wissen nur die opportunistischen Götter.

c) Die Opportunisten hetzen gegen die Intellektuellen in der Partei. Sie 'vergessen', dass die starke Stellung der marxistisch-leninistischen Intellektuellen in der Partei auf den objektiven Bedingungen des Widerspruchs zwischen relativ stark entwickelter Intellektuellenbewegung und relativ schwach entwickelter Arbeiterbewegung beruht.

7. Die Opportunisten verbünden sich mit jedem, der sich dazu hergibt; so mit dem opportunistischen Augustblockhäuflein der B 1. Die Zustimmung der B 1 - Häuptlinge zu 'Bolschewik' 0 wurde zur Vorbedingung ihrer Aufnahme in die RG gemacht. Im Rechenschaftsbericht der RG auf der LDK-NRW befanden sich Lobhudeleien auf den ausgeschlossenen Renegaten Volker Magdalinski.

IV.

Nun gut. Die Opportunisten wollen 'Kampf-Kritik-Umgestaltung'. Sie wollen die marxistisch-leninistische Linie liquidieren. Nehmen wir den Kampf auf. Säubern wir Partei und Rote Garde von den Opportunisten.

Die Spalter organisieren sich

Während W. D. sich zu einem von seinem Unternehmer finanzierten Erholungsurlaub (nach seinen eigenen Angaben) nach Madeira zurückgezogen hatte, handelten seine Gefolgsleute Peter Weinfurt und andere, um die Spaltung voranzutreiben. Sie gründeten den KJVD als Gegenorganisation zur Jugendorganisation der Partei der Roten Garde und nahmen Kontakt zu anderen Fraktionisten, zum Beispiel der Hamburger Schütt-Debus-Clique auf. Bezeichnend, dass sie es peinlichst vermieden, dem KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) das ML anzuhängen, obwohl das Kennzeichen 'ML' genauso wichtig für die Unterscheidung vom modernen Revisionismus geworden ist wie seinerzeit 'Kommunisten' für die Unterscheidung vom alten Revisionismus. Bezeichnend auch ihre Feststellung: Was den Antirevisionismus betrifft, so ist es heute nicht mehr unsere Hauptaufgabe, den Revisionismus zu schlagen, sondern die Sozialdemokratie.'

In dieser Situation fand auf Initiative des ZK der KPD/ML - das es, obwohl dazu berechtigt, vermieden hatte, disziplinarische Maßnahmen (Ausschlüsse) zu ergreifen - am 26. 4. 1970 in Köln eine außerordentliche Vollversammlung der Mitglieder und Kandidaten des Landesverbandes NRW der KPD/ML statt. Ausgehend von dem Prinzip Einheit-Kritik-Einheit versuchte es in sachlicher Diskussion die ideologischen Meinungsverschiedenheiten zu klären. Demgegenüber gab die Fraktion von Anfang an klar zu erkennen, dass ihr Ziel nicht die Einheit, sondern die Spaltung des Landesverbandes war. Sie wich jeder prinzipiellen politischen Auseinandersetzung, in der es darauf ankam, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, aus und versuchte sie in eine persönliche Loyalitätserklärung gegenüber dem Genossen W. D. umzufunktionieren. Auf diese Weise führte sie selbst die von ihnen aufgestellte Tagesordnung ad absurdum und trat aus der Partei aus. Ihr Austritt wurde vom ZK bestätigt.

Anschließend setzten die in der KPD/ML verbliebenen Genossen die Sitzung fort. Sie stellten fest, dass durch den Austritt der parteifeindlichen Fraktion der Landesverband NRW der KPD/ML nicht grundsätzlich betroffen werde, da fünf Mitglieder der auf der letzten Landesdelegiertenkonferenz gewählten Landesleitung sowie ein Kandidat anwesend waren. Zum Vorsitzenden des Landesverbandes wurde jetzt ein klassenbewusster Arbeiter, der in seinem Heimatort großes Vertrauen bei seinen Kollegen hat, gewählt. Stellvertretender Vorsitzende wurde ebenfalls ein Arbeiter.

W. D. aber blieb nach der Sitzung mit denen, gegen die er die ganze Zeit zu kämpfen vorgegeben hatte, nämlich den Studenten, die die Partei 'kleinbürgerlich zu überwuchern drohten', wie er sich ausdrückte, allein. Die proletarischen Genossen des Landesverbandes hatten ihm in weit überwiegender Zahl den Rücken gekehrt, nachdem sie seine revisionistischen Praktiken scharf kritisiert hatten. Ein Vorgang übrigens, der sich bereits 2 Wochen zuvor auf der Hamburger Vollmitgliederversammlung vom 12. 4. 1970 in ähnlicher Form abgespielt hatte. Auch dort waren es die klassenbewussten proletarischen Genossen, die der Schütt-Debus-Fraktion ihrer parteifeindlichen, kleinbürgerlichen Linie wegen den Laufpass gaben.

Fassen wir zusammen: Kritisiert wurden die aus der Partei ausgetretenen Genossen nicht, weil sie Kritik übten. Das ist ihr gutes Recht. Kritisiert wurden sie, weil sie dies nicht innerhalb - sondern außerhalb der Partei mit der Methode des bürgerlichen Fraktionismus taten. Auf sie trifft genau das zu, was genosse Mao Tsetung in seinen 'Reden bei der Aussprache in Yenan über Literatur und Kunst' sagte: 'Viele Parteimitglieder sind zwar organisatorisch in die Partei eingetreten, aber ideologisch gehören sie ihr noch nicht ganz oder überhaupt noch nicht an.' In den Köpfen derjenigen, die der Partei ideologisch noch nicht angehören, steckt noch eine Menge Unrat, der von der Ausbeuterklasse stammt. Sie stellen z.B. die eigene Person in den Vordergrund, streben danach, sich Ansehen und Position zu verschaffen, pochen auf ihre 'Unabhängigkeit' und sind nicht bereit, sich in die notwendige Disziplin der Partei einzuordnen.

Was unser Verhältnis zur abgespaltenen Fraktionn angeht, so stellte der Landesverband NRW auf seiner Vollmitgliederversammlung vom 26. 4. 1970 bereits fest, dass sie sich durch den Namen ihrer Jugendorganisation (KJVD statt Rote Garde) bereits klar von uns unterscheiden. Das italienische Beispiel zeige, dass man im Übrigen nicht verhindern könne, dass die parteifeindliche Fraktion sich ebenfalls 'KPD/ML' nennen werde. Wir würden uns schon durch unsere politische Linie und unsere Praxis klar genug voneinander unterscheiden. Man dürfe die meisten ausgetretenen Genossen auf keinen Fall als Feinde ansehen. Man müsse sich geduldig mit ihnen auseinandersetzen und ihre berechtigte Kritik anerkennen. Man müsse auch sorgfältig die verschiedenen Tendenzen bei ihnen auf Grund von Analysen unterscheiden. Unsere Gegner seien die eindeutigen und überzeugten Rechtsopportunisten. Man müsse sie gegenüber den ehrlichen, zeitweilig irregeführten Genossen entlarven und maximal isolieren.

Alle Genossen stellten fest, dass damit ein entscheidender Schritt der Säuberung der KPD/ML von Karrieristen, Intigranten und Doppelzünglern erfolgt sei."

Kritisiert wird dieser Artikel u.a. in Niedersachsen (vgl. 9.12.1971).

Im weiteren findet sich ein Vorschlag für den Aufbau eines Kommunistischen Studentenbundes/Marxisten-Leninisten (KSB/ML) und ein Bericht über den Hamburger Arbeiterbund/ML, welches aus der Zweiter Juni Bewegung hervor und danach in die Betriebe gegangen sei und sich nunmehr der DKP angeschlossen habe.

Weitere Artikel der Ausgabe sind "Schillers neuestes Gedicht: Lohnsteuervorauszahlung" (vgl. 11.7.1970) und "Zum SDS-Verbot" (vgl. Heidelberg 24.6.1970), wobei man sich gegen das Verbot ausspricht und sich mit dem SDS Heidelberg solidarisch erklärt.

Der Artikel "Die 2. Juni-Bewegung" gliedert sich in die Schwerpunkte:
- Zwei Arten der Kulturrevolution,
- Angriffe auf feudale Reste im Überbau,
- Den Angriff bis zu Ende führen,
- Die Etappen der revolutionären 2.-Juni Bewegung,
- Das Beispiel der UJC/ML,
- Vorschlag für den Aufbau des Kommunistischen Studentenbundes Marxisten-Leninisten KSB/ML und
- Den antiimperialistischen Kampf der 2.-Juni-Bewegung weiterführen.

U.a. wird zu "Zwei Arten der Kulturrevolution" ausgeführt:"
Es steht außer Zweifel, daß die große Protestbewegung der Studenten und Schüler, die sich seit Ende 1964 (Tschombe-Besuch) in West-Berlin vorbereitet und entwickelt hatte und die nach dem 2. Juni 1967 (Mord an Benno Ohnesorg) mit Macht die ganze Bundesrepublik ergriff, einen entscheidenden qualitativen Sprung in der politischen Entwicklung der BRD darstellt. Wortführer der Bewegung, wie Rudi Dutschke und Bernd Rabehl, bezeichneten die 2.-Juni-Bewegung als 'kulturrevolutionär'. Darin zeigt sich der Einfluß der großen proletarischen Kulturrevolution in China. Dieses weltbewegende Ereignis wurde von der eben erwachenden Studentenbewegung in allen Teilen der Welt begeistert aufgenommen. Wenn die Studenten in der Regel die Große Proletarische Kulturrevolution auch nicht richtig verstanden, so unterstützen sie doch die Verbreitung der Maotsetungideen. Die 2.-Juni-Bewegung ist mit der Großen Proletarischen Kulturrevolution in China nicht vergleichbar.

In der BRD bestand 1967 und besteht heute eine starke Diktatur der Monopolbourgeoisie. Das Proletariat und die anderen unterdrückten Klassen und Schichten (Bauern, Angestellte, kleinbürgerliche Intelligenz) stehen unter dieser Diktatur und haben keinerlei Macht in der Hand. Insofern wäre es selbstverständlich ein verhängnisvoller Irrtum, in der 2. Juni-Bewegung eine 'proletarische' Kulturrevolution wie in China zu sehen. In China besteht die Diktatur des Proletariats, und die dortige Kulturrevolution diente dazu, die Restauration des Kapitalismus zu verhindern und den Weg zum Kommunismus frei zu machen. Von all dem kann in der BRD keine Rede sein. Ist es deshalb überhaupt falsch, die 2.-Juni-Bewegung als 'kulturrevolutioär' zu bezeichnen? Um diese Frage zu beantworten, muß zunächst geklärt werden, wie Mao Tsetung und die chinesischen Marxisten-Leninisten den Begriff Kulturrevolution verstehen. Mao Tsetung weist darauf hin, 'daß dem Sturz einer politischen Macht notwendigerweise die Anstrengungen, sich des Überbaus und der Ideologie zwecks Vorbereitung der öffentlichen Meinung zu bemächtigen, vorangehen und daß dies sowohl für die revolutionären als auch für die konterrevolutionären Klassen gilt'. … Nach der Theorie Mao Tsetungs gibt es also keineswegs nur Kulturrevolution unter der Diktatur des Proletariats, nicht einmal sozialistische Kulturrevolutionen müssen die Diktatur des Proletariats zur Voraussetzung haben. Es gibt auch vorbereitende, der Revolution vorausgehende kulturrevolutionäre Bewegungen.

Die 2.-Juni-Bewegung in Deutschland war offensichtlich eine Bewegung, die versuchte, im Überbau Machtpositionen zu erringen, indem sie die
Universitäts- und Schulbürokratie sowie die bürgerliche Presse bekämpfte. Sie versuchte, wie es hieß, die Manipulation des bürgerlichen Informationswesens zu durchbrechen und eine Gegen-Öffentliche-Meinung zu bilden. All das sind typische Kennzeichen einer kulturrevolutionären Bewegung. Die 2.-Juni-Bewegung ist also eine vorbereitend kulturrevolutionäre Bewegung gewesen, ähnlich wie die Bewegung des 4. Mai 1919 in China."

Zum "Angriff auf feudale Reste im Überbau" wird gesagt:"
Die nächste Frage ist die nach der objektiv-historischen Bedeutung der 2.-Juni-Bewegung. Dabei muß zunächst festgestellt werden, daß natürlich auch keine direkte Parallele mit der chinesischen 4.-Mai-Bewegung gezogen werden darf. China war ein halbfeudales und halbkoloniales Land, das über die neudemokratische Revolution zur sozialistischen Revolution schritt. Die 4.-Mai-Bewegung war die der neudemokratischen Revolution vorausgehende Kulturrevolution: Es handelte sich dabei um eine antiimperialistische, antifeudale Kulturrevolution. … In Deutschland wurde die bürgerliche Revolution erstmals 1848 versucht. Diese Revolution scheiterte jedoch, obwohl die deutsche Bourgeoisie bald darauf zu einer der stärksten der Welt wurde und in das Stadium des Monopolismus und Imperialismus überging. Das Scheitern der 48er-Revolution brachte die Entstehung eines feudal-bürgerlichen, bürokratischen Staates mit sich. … Hand in Hand mit der Konservierung der feudalen Teile der Staatsbürokratie ging das Überleben der feudalen Ideologie in Deutschland. Besonders deutlich zeigte sich das in der Stärke des Klerikalismus sowie in der feudalen Ideologie des Beamtenapparates. … Die Revolution von 1918 zerstörte keineswegs gründlich das Bündnis von Bourgeoisie und überlebenden Teilen des Feudalismus, da die Bourgeoisie bei ihrem Kampf auf Tod und Leben mit dem Proletariat jede Waffe mit Freuden aufgriff. Im Faschismus blieb das Bündnis zwischen Monopolbourgeoisie und Junkertum bestehen. Erst als endlich die Rote Armee die Junker vertrieb, verlor die feudale Ideologie ihre alte Klassenbasis. Als Ergebnis blieb die für einen hochentwickelten imperialistischen Staat ganz anormale Stärke der feudalen Ideologie in der staatlichen Bürokratie, im Erziehungswesen sowie im übrigen Überbau. Die faschistische Diktatur hatte die feudale Ideologie in großem Umfang bewahrt und sogar wiederbelebt. Nach dem Krieg sorgte vor allem die klerikale CDU/CSU dafür, daß sie nicht so rasch absterben konnte. 1961, mit dem Bau der Mauer in Berlin, fiel die entscheidende Ursache des Wirtschaftswunders, der dauernde Zustrom qualifizierter Arbeitskraft d.h. die dauernde Auffüllung der industriellen Reservearmee, weg. Der westdeutsche Imperialismus mußte nun in entsprechend stärkerem Maße die Produktivität mittels weiterer Mechanisierung und Automatisierung zu erhöhen suchen, wozu er mehr Ingenieure, Techniker usw. benötigte. Es wurde nun für die Monopolbourgeoisie notwendig, die größten Auswüchse des Feudalismus in der öffentlichen Meinung, besonders im Erziehungswesen, zu beseitigen. Der Angriff wurde zunächst von den modernsten Sprechern der Monopole, etwa in Spiegel und Zeit, gestartet. Beim Angriff auf die Positionen des feudalen Klerikalismus wurden besonders Sexual-Tabus attackiert."

Im Abschnitt "Den Angriff bis zu Ende führen", heißt es:"
Nun war jedoch der Feudalismus in Deutschland schon seit 1848 nicht mehr von der Bourgeoisie zu trennen: Besonders in der Staatsbürokratie sind beide durch einen hundertjährigen gemeinsamen Kampf gegen das Proletariat völlig verschmolzen. Die Position des Feudalismus im Überbau stellt einen Nebenwiderspruch dar, der völlig dem Hauptwiderspruch zwischen Proletariat und imperialistischer Monopolbourgeoisie untergeordnet ist. Die antifeudale Revolution ist in ihren wesentlichen Momenten seit langem abgeschlossen, die proletarische Revolution steht seit 1918 auf der Tagesordnung. Deshalb kann die Bourgeoisie heute keine wirkliche Überbaurevolution mehr anführen, da das feudale Element des Überbaus nicht mehr vom bürgerlichen zu trennen ist. Nun können wir die Bedeutung der 2.-Juni-Bewegung genauer kennzeichnen: Es handelte sich dabei um eine kleinbürgerliche, tendenziell sozialistische, kulturrevolutionäre Bewegung antibürokratischen, antiimperialistischen und ansatzweise antirevisionistischen Charakters. Diese Tatsache klar zu begreifen, ist von größter Bedeutung für die Marxisten-Leninisten der BRD. Tendenziell sozialistisch: Das bedeutet, daß der antibürokratische Ansatz, der sich zunächst vielleicht nur gegen die feudalen Elemente des Überbaus richten mochte, notwendigerweise auch gegen die gesamte bürgerliche Bürokratie gehen mußte, wollte er konsequent sein. Je klarer die Studenten ihren Feind erkannten, je klarer sie erkannten, daß man z.B. die Universitätsbürokratie konsequent nur durch den Kampf gegen die ganze imperialistische Staatsbürokratie bekämpfen kann, desto klarer erkannten sie ihre eigenen Grenzen und wurden dazu gedrängt, über die Rolle des Proletariats nachzudenken. Die konsequente Weiterführung der kulturrevolutionären 2.-Juni-Bewegung forderte von einem bestimmten Moment an gebieterisch das Bündnis der Bewegung mit dem revolutionären Kampf der Arbeiterklasse unter Führung der Arbeiterklasse."

Unter "Die Etappen der revolutionären 2.-Juni-Bewegung verstehen" wird erklärt:"
Betrachten wir das Verhältnis zur Arbeiterbewegung, und das ist die wichtigste Frage einer jeden revolutionären Bewegung, so können wir 3 Etappen der 2.-Juni-Bewegung unterscheiden:
1. Die Etappe der rein studentischen Protestbewegung, sie dauerte etwa bis zum Attentat auf Rudi Dutschke.
2. Die Etappe, in der die 2.-Juni-Bewegung das Bündnis mit der Arbeiterbewegung gegen Notstandsgesetze und Bild suchte.
3. Die Etappe der Auflösung der 2.-Juni-Bewegung und die Verschmelzung des fortschrittlichsten Teils mit dem fortschrittlichsten Teil der Arbeiterbewegung in der KPD/ML.

Die Zwiespältigkeit der ersten Phase zeigt sich darin, daß der tendenziell sozialistische Kern eben nur tendenziell sozialistisch war. Die Bewegung besaß die marxistisch-leninistische Theorie nicht. Die Theorie der SDS-Führer war verworren, aus jedem Topf nahmen sie sich sich Belieben eine Zutat und entwickelten einen Brei statt einer klaren Theorie: Man nehme viel Marx, etwas Lenin und Mao, vor allem aber auch eine Menge kleinbürgerlicher Schreibtischstrategen: Marcuse, Mandel, Habermas, Abendroth, Horkheimer usw. … In dieser Verwirrung blühte das Bündnis revolutionärer Kleinbürger mit liberalen und reformistischen Kleinbürgern. An der Universität hatten sie tatsächlich auch vorübergehend den gleichen Feind. Die radikal-liberalen und radikal-reformistischen Bündnispartner führten den gemeinsamen antibürokratischen Kampf hauptsächlich gegen die feudalen Überreste und mit dem verschwommenen Ziel, die bürgerliche Staatsbürokratie zu verbessern. Eine solche Verbesserung ihrer Bürokratie kommt der Bourgeoisie natürlich nur gelegen. Das Ziel der tendenziell sozialistischen Linken war es dagegen, den antibürokratischen Kampf eng mit dem antiimperialistischen zu verbinden. Die Linke entfaltete ihre antiimperialistische Propaganda vor allem in der Universität, ihre antiimperialistischen Demonstrationen organisierte sie in der Universität. Dabei sorgte die bürgerliche Staatsbürokratie dann vorübergehend selbst für die Einheit des Bündnisses, indem sie die Radikal-Liberalen und Radikal-Reformisten genauso niederknüppeln ließ wie die Sozialisten. Der Antirevisionismus des gemeinsamen Kamppfes war am wenigsten klar. Hier zeigte sich der theoretische Eklektizismus des linken Kerns als größter Mangel. Indem man nämlich den trotzkistischen Ausdruck Antistalinismus wählte, verwirrte man die Fronten, da die Revisionisten glaubwürdig ihren Antistalinismus versichern konnten. Die notwendige Folge daraus war die fehlende klare und totale Abgrenzung der Bewegung gegen den Trotzkismus. Diese Unklarheiten sollten ihre bösen Folgen vor allem während der zweiten Phase zeigen: Im Anti-Notstandskampf sah die Linke die Möglichkeit, Teile der Arbeiterklasse in das Bündnis einzubeziehen. Statt einer revolutionären Einheitsfront entstand jedoch eine Pseudo-Einheitsfront ohne Prinzipien, ohne Perspektiven und ohne Konzept. Man verband sich wahllos mit Revisionisten, Gewerkschaftsbürokraten und sogar FDP-Abgeordneten. Die Quittung für diesen Opportunismus erhielt man beim Sternmarsch auf Bonn, der zu einem ohnmächtigen Spaziergang wurde. … Die dritte Phase mußte daher notwendigerweise die Theorie in den Vordergrund rücken; nun schieden sich zunächst diejenigen Studenten, die die Notwendigkeit der Führung der Bewegung durch das Proletariat erkannten, von den übrigen. Innerhalb der am weitesten linken Gruppe wiederum bildeten sich ein marxistisch-leninistischer, ein guevarischer und ein trotzkistischer Flügel heraus. Parallel damit ging in der Praxis das Entstehen von Basisgruppen in denen meistens eine Mehrzahl von Studenten mit einer Minderzahl von Arbeitern zusammenarbeitete. Als Kennzeichen dieser Phase ist jedoch die Unfähigkeit zu sehen, die Ansätze von Betriebspraxis mit den Ansätzen von Theorie wirklich zu verbinden. Der Grund dafür ist der, daß die linken Studenten ihre eigene Rolle und die historische Bedeutung der 2.-Juni-Bewegung nicht begriffen. Es wurde bald, besonders bei Studenten, die sich als marxistisch-leninistisch bezeichneten, geradezu Mode, die sog. antiautoritäre Phase einfach in Bausch und Bogen abzulehnen. Daraus folgen schematische und dogmatische Tendenzen. Manche Studenten wollten nun Proletarier werden und glaubten, sie könnten das durch Betriebsarbeit erreichen. Schließlich entstanden in diesen Zirkeln auch Initiativen zur Gründung einer marxistisch-leninistischen Partei, meistens jedoch erst nach Gründung der KPD/ML. … Die revolutionäre kommunistische Bewegung der Arbeiterklasse in Westdeutschland war durch faschistische Verfolgung, Krieg und eigene Fehler in der Nachkriegspolitik geschwächt. Die Partei der Arbeiterklasse, die KPD, zog nicht die Lehren aus dem antifaschistischen Kampf und verfiel immer mehr in Revisionismus. Diese Entwicklung wurde durch ihre Abhängigkeit von Ostberlin und Moskau begünstigt. Die vollständige revisionistische Entartung nach dem 20. Parteitag schien sie endgültig entwaffnet zu haben. Da gab jedoch der prinzipienfeste Kampf der chinesischen und albanischen Kommunisten für den revolutionären Marxismus-Leninismus den wirklichen Revolutionären aller Länder neue Hoffnung. In Westdeutschland war unter den Bedingungen der Illegalität und der allgemeinen Schwäche der Bewegung jedoch damals nicht an die Gründung einer eigenen Organisation der Marxisten-Leninisten zu denken. Einzelne Genossen verfolgten regelmäßig die chinesischen Publikationen und propagierten den chinesischen Standpunkt. Sie gerieten dadurch in Konflikt mit der revisionistischen Parteibürokratie. Diese Genossen erkannten schließlich daß der Verrat der Führer der KPD nicht mehr innerhalb der Partei überwunden werden konnte und daß die Gründung der neuen Partei objektiv notwendig war. Vier Ereignisse änderten zu dieser Zeit gründlich die Situation in der BRD:
1. Die Große Proletarische Kulturrevolution löste die Probleme des Klassenkampfes unter der Diktatur des Proletariats. …
2. Auch in der BRD nahm der Klassenkampf durch die 2.-Juni-Bewegung einen neuen Aufschwung. Die deutsche Jugend antwortete dem Appell der Pekinger Roten Garden. Der Sturm auf die Bürokratie des bürgerlichen Staates versetzte die ganze Gesellschaft in einen Zustand allgemeiner Kritik an der Bourgeoisie und ihrem System. Der Marxismus, der Leninismus und die Maotsetungideen fanden in großen Teilen der Jugend offene Ohren.
3. Die Gründung der DKP zeigte die Aussöhnung zwischen westdeutscher Bourgeoisie und deutschem Revisionismus an. Diese Gründung war eine Schutzmaßnahme der Bourgeoisie gegen die 2.-Juni-Bewegung. …
4. Die Rezession von 1966/67 hatte endgültig gezeigt, daß der westdeutsche Imperialismus wieder in die normale zyklische Entwicklung übergegangen war. Gleichzeitig spitzten sich die Widersprüche des imperialistischen Systems durch die amerikanische gallopierende Inflation infolge des Vietnamkrieges in großem Maße zu. … Diese vier Ereignisse machten die Gründung einer revolutionären marxistisch-leninistischen Partei als Avantgarde-Organisation des westdeutschen Proletariats möglich. Sie wurde nach im ganzen mehrjähriger Vorbereitung durch ideologische Auseinandersetzung zur Jahreswende 1968/69 in Hamburg vorgenommen. Das entscheidende Merkmal der KPD/ML bei ihrer Gründung war die Tatsache, daß sich in ihr Marxisten-Leninisten, die einen jahrelangen antirevisionistischen Kampf in der KPD geführt hatten, mit dem fortschrittlichsten Teil der 2.-Juni-Bewegung, der sich bereits damals zum Marxismus-Leninismus entwickelt hatte, verband."

Ausführlich eingegangen wird auch auf Frankreich, wo die Herausbildung von KPF/ML, Gauche Proletarienne (GP) und der Union des Jeunesses Communistes/ML (UJC/ML) dargestellt wird (vgl. Nov. 1966, 1967, 31.12.1967, Juni 1968). Die KPF/ML trete für die Gründung von Basisgruppen als Keimzellen einer roten Gewerkschaft ein, während GP die sozialistische Revolution als umfassende Kulturrevolution verstehe. GP begreife sich als 'neue Resistance' (Widerstandsbewegung gegen die Nazibesatzung, d.Vf.) und organisiere Überfälle auf Unis, Rathäuser und zusammen mit algerischen Arbeitern auch auf Wohnbaracken. GP sei der Ansicht, daß sich die Partei in den Massenkämpfen herausbilde.

Über die Weigerung der UJC/ML sich am Pariser Mai 1968 (vgl. 12.4.1968, Mai 1968) zu beteiligen heißt es u.a.:"
Ähnliche Schwankungen hat es bei intellektuellen Genossen in der KPD/ML auch gegeben. Einige hielten es z.B. für falsch, sich an den Demonstrationen gegen die US-imperialistische Aggression in Kambodscha zu beteiligen. … In einigen Parteigruppen gab es auch Schwankungen in der Frage der Solidarität mit dem Heidelberger SDS (vgl. 24.6.1970, d.Vf.). … Die KPD/ML ist imstande, solche Fehler und Schwankungen zu beseitigen. Nur die Partei des Proletariats kann das Bündnis zwischen Arbeiterbewegung und Studentenbewegung auf die Dauer herstellen und festigen. Das Mittel ist der Aufbau von Massenorganisationen der Partei in allen Klassen und Schichten des Volkes."

Im "Vorschlag für den Aufbau des kommunistischen Studentenbundes Marxisten-Leninisten - KSB/ML" wird u.a. ausgeführt:"
Die führende revolutionäre Klasse ist das Proletariat. Die führende konterrevolutionäre Klasse ist bei uns die westdeutsche imperialistische Monopolbourgeoisie. Nur die Partei des Proletariats kann das Proletariat zum Sieg führen. … Die Mehrheit der Studenten ist objektiv ein Bündnispartner des Proletariats. … Die Studenten des KSB/ML unterscheiden sich in der Anwendung dieser Kampfmittel von anderen linken Studenten: Sie kämpfen nicht gegen die Autorität eines Professors, bloß weil er autoritär ist, wie manche Anarchisten. … Sie kämpfen nicht um die Mitbestimmung in Drittelparitätsgremien. … Die Studenten des KSB/ML kämpfen gegen einzelne Professoren, gegen die imperialistisch gesteuerte Universitätsbürokratie und um Sitze in irgendwelchen Gremien nur mit einem Ziel: Die bürgerliche Wissenschaft soll entlarvt und zerstört, der dialektische Materialismus verbreitet werden. … Die organisierte Linke muß die Studenten ständig überzeugen von der richtigen Politik der Linken."

Und letztlich meint man unter dem Aspekt "Den antiimperialistischen Kampf der 2.-Juni-Bewegung weiterführen" noch:"
Die 2.-Juni-Bewegung unter Führung des SDS war eine revolutonäre Bewegung, sie kämpfte gegen die bürgerliche Wissenschaft, die Unterdrückung an der Universität und gegen den US-Imperialismus und seine Verbündeten und Handlanger. Diese Bewegung verfügte aber nicht über den dialektischen Materialismus. Deshalb konnte sie nur vorübergehend erfolgreich sein … Die Studenten des KSB/ML werden diese Kämpfe unter Führung der KPD/ML weitertreiben … Vordringlich ist der Kampf an der ideologischen Front, die Aufklärung der Bevölkerung über die Verbrechen des US-Imperialismus, des Sozialimperialismus, des westdeutschen Imperialismus und aller ihrer Handlanger … Das Ziel ist, das mehr und mehr schwindende Vertrauen der Bevölkerung zur Bourgeoisie, ihrem Staat und ihren Verbündeten völlig zu zersetzen. Damit legt der KSB/ML das Fundament für zahlreiche weitere Massenorganisationen der KPD/ML in den verschiedenen kleinbürgerlichen und halbproletarischen Schichten. Damit entwickelt sich der antiimperialistische Kampf in die Breite und in die Tiefe. Die Studenten des KSB/ML erkennen, daß es richtig ist, sich auf die Seite des Proletariats zu stellen und die Bourgeoisie zu bekämpfen."
Q: Roter Morgen Nr. 7, Hamburg Aug. 1970; N.N. (ex-KPD/ML-ZK-LV Niedersachsen): Die Bedeutung der Klassenherkunft für den Aufbau der Partei, o.O. o.J.

September 1970:
Es erscheint die Nr. 8 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Aug. 1970, Okt. 1970), die sich ausgiebig mit Indonesien befaßt.
Zum Besuch des indonesischen Präsidenten Suharto habe die Ortsgruppe Frankfurt eine Demonstration organisiert, die Rote Garde Hamburg Stellung genommen und in Berlin sei ein gemeinsames Flugblatt von KPD/ML-ZK, der Thälmannzelle der PCI/ML, den Proletarischen Revolutionären der Türkei, der Organisation griechischer ML (OGML), den arabischen ML Westberlin und der KP Spaniens/ML verteilt worden. Dargestellt wird u.a. die Geschichte der KP Indonesiens (vgl. 1920).

Mit dem Artikel "Lohnfragen sind Machtfragen" befaßt sich später eine Kritik (vgl. Feb. 1971).

Es erscheint auch aus Baden-Württemberg eine Kritik der Freiburger Ortsgruppe "Den Inhalt des 'Roten Morgen' verbessern". U.a. wird ausgeführt:"
Die Entfaltung des ideologischen Kampfes ist die Vorbedingung für das organisatorische und politische Wachstum der Partei; ohne ideologische Klarheit und Einheit wird die KPD/ML ihre historische Aufgabe nie erfüllen können. Die ideologische Klarheit und Einheit ist aber nur zu erreichen durch den allseitigen und offenen ideologischen Kampf, nicht durch Totschweigen, Augenverschließen oder Versöhnlertum. Wenn die ideologische Reinheit, Stärke und Einheit der Partei aber erkämpft (und immer durch Kampf erneuert und vervollkommnet) werden muß, dann bedeutet das, daß wir die ideologische Stärke der Partei nie überschätzen und den ideologischen Kampf nie geringschätzen, aber auch nicht überheblich führen dürfen. Denn der ideologische Kampf muß nicht nur alle Spielarten und Einflüsse der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Ideologie in der revolutionären Bewegung und in der Partei selbst entlarven, isolieren und zerschlagen, also den Klassengegner schwächen, sondern er muß gleichzeitig, die einheitlichen Kräfte vereinheitlichen und stärken. Und wenn der ideologische Kampf vom Boden des Marxismus-Leninismus aus und mit den richtigen Methoden geführt wird, dann wird er notwendig diesen dialektischen Charakter haben. Erfüllt er diese dialektische Funktion aber nicht, dann muß er zum Scheingefecht werden, zum Wortgeplänkel oder zum demagogischen Versuch, die eigenen Schwächen zu überspielen … Der RM als zentrales Organ der Partei, ist unser wichtigstes Instrument im ideologischen Kampf um die Plattform dieses Kampfes, was die innerparteilche Auseinandersetzung und Vereinheitlichung betrifft. Wenn wir aber den Inhalt des RM an den beiden Grundprinzipien des ideologischen Kampfes - 'Den ideologischen Kampf ständig, allseitig und offen führen' und 'Der ideologische Kampf muß den Gegner schwächen und die eigenen Kräfte stärken' - messen, dann müssen wir erkennen, daß der RM dieser Aufgabe als Instrument und Plattform des ideologischen Kampfes, als kollektiver Propagandist, kaum entspricht und ihr z.T. entgegenwirkt … Die Art, wie der RM z.B. den 'Gründungsopportunismus' an Hand der KPD/AO zu bekämpfen versucht, widerspricht vor allem dem Prinzip 'Der ideologische Kampf muß den Gegner schwächen und die eigenen Kräfte stärken'. Der Gründungsopportunismus ist der ideologische Ausdruck einer objektiven Entwicklung, der zu Recht zum Gegenstand eines Leitartikels gemacht wurde. Denn der Gründungsopportunismus erfaßt viele gutgläubige aber uninformierte und ideologisch uninformierte Menschen, denen durch eine Entlarvung dieses Spielart des Opportunismus geholfen wurde, die richtige politische Linie zu erkennen. Zugleich würde eine umfassende marxistisch-leninistische Analyse dieses Gründungsopportunismus die eigenen Genossen in ihrem ideologischen Kampf und in ihrer organisatorischen Arbeit sehr wirksam unterstützen. Leider erfüllt der RM-Artikel diese Ansprüche kaum. Das liegt daran, daß seiner Kritik an der KPD/AO teilweise unmaterialistische Anschauungen zugrunde liegen und daß sie großenteils undialektisch ist. Daß das Gründungsfieber ausgebrochen ist, ist zunächst nur eine polemische Feststellung, der unbedingt eine materialistische Erklärung folgen müßte. Statt dessen erschöpft sich die Charakterisierung des Gründungsopportunismus darin, daß 1. ihren (den sog. m-l Organisationen) kein aktiver ideologischer Kampf mit der KPD/ML
vorausgegangen ist, 2. die beiden Seiten ihres Gründungsopportunismus sich einerseits in Ökonomismus, andererseits in verbal radikalem Gebaren und putschistischen Tendenzen offenbaren. Wären diese sog. marxistisch-leninistischen Organisationen denn weniger opportunistisch, wenn sie den ideologischen Kampf mit der KPD/ML geführt hätten? Ist es nicht vielmehr so, daß sie diesen ideologischen Kampf nicht bzw. höchstens oberflächlich, formalistisch und demagogisch führen konnten? Und ist es denn der aktive ideologische Kampf etwa, was jeder leisten kann? Man kann ihn nur führen vom proletarischen Standpunkt aus und nicht von einem opportunistischen oder einem anderen kleinbürgerlichen Standpunkt aus. Also muß man den Klassencharakter dieser Ideologie, dieser Organisationen und ihrer Politik entlarven; und man muß die historische Situation, die sozialen und politischen Faktoren aufzeigen und analysieren, um zu erklären, warum dieser Gründungsopportunismus sich ausbreiten und organisieren mußte … So wird der Opportunismus mehrmals als bloß subjektive Verirrung einiger ehemaliger SDS-Häuptlinge hingestellt … Auf der anderen Seite wird die Beschäftigung mit der KPD/AO zur personalistischen Abrechnung. Wenn es eine ganze Palette opportunistischer Organisationen gibt, dann muß man doch vor allem das Gemeinsame, das prinzipiell Opportunistische an ihnen zeigen und nicht der Reihe nach … auf etwas einzugehen, ohne materialistisch zu begründen, worin Nutzen und Notwendigkeit bestehen. Den ideologischen Kampf gegen den Opportunismus muß man prinzipiell führen, auf einzelne Gruppen muß man nur hinweisen, um besonders prägnante Züge des Opportunismus zu beleuchten und um am konkreten Beispiel nachzuweisen, wie die jeweiligen Gruppen objektiv dem Klassengegner dienen. So aber, wie der RM sich mit der KPD/AO beschäftigt, wird diese Gruppe nur unnütz aufgewertet und mit der Partei auf eine Stufe gestellt … Ebensowenig wie der Gründungsopportunismus als Produkt der kleinbürgerlichen Kräfte der Studentenbewegung in der Verschärfung des Grundwiderspruchs und in der Auseinandersetzung mit der proletarischen Partei entlarvt wird, ebensowenig wird diesem Opportunismus … eine positive Orientierung in den Fragen der Partei und des Parteiaufbaus entgegengestellt … Man kann wirklich nicht sagen, daß dieser Artikel den Prinzipien des aktiven ideologischen Kampfes entspricht, was inhaltlich fehlt, kann auch nicht durch einen herablassenden und polemischen Stil ersetzt werden. Zudem ist die Sprache durchweg viel zu unverständlich … Es geht uns vor allem um die prinzipielle Form und Funktion des ideologischen Kampfes, die der RM nicht erfüllt … Die derzeitigen Schwächen des RM müssen unbedingt überwunden werden."

Der Artikel "Über die Aufgaben des Roten Morgen. Dem Klassengegner die Faust ins Gesicht" stellt u.a. fest:"
Neben zustimmenden Zuschriften an die Redaktion - vorwiegend aus intellektuellen Kreisen - gab es auch ernsthafte Kritik, vor allem von seiten der Arbeiterklasse … Ein Genosse schrieb uns: 'Ist nicht unsere Hauptaufgabe der Parteiaufbau und damit verbunden die Gewinnung der Besten der Arbeiterklasse? Sicherlich ist die ideologische Auseinandersetzung mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen eine wichtige Sache, doch wichtiger ist: dem Klassengegner die Faust ins Gesicht! Wäre diese Kritik von jener Gruppe gekommen, die sich im April von der Partei trennte (KPD/ML-ZB, d.Vf.), die es als ihre Hauptaufgabe ansieht, eine wilde 'Praxis' zu entfalten, indem sie ohne die konkrete Lage im Betrieb zu untersuchen, zu Streiks aufruft, in der vagen Hoffnung, irgendwann wird es schon klappen; die die politische Aktivität von Marxisten-Leninisten daran mißt, wieviel Kilo gedruckten Papiers sie produzieren, ohne den Nutzen des Inhalts für die Entfaltung des Klassenkampfes zu prüfen; die den Ökonomismus predigen und jede ernsthafte Arbeit an der Erstellung einer Klassenanalyse und Ausarbeitung eines marxistisch-leninistischen Programms für unnützen Zeitvertreib halten, wir hätten kein Wort daüber verloren. Die Kritik kam jedoch von Arbeitergenossen unserer Partei, die auf dem Boden der Plattform des Zentralkomitees stehen. Die der Meinung sind, daß im Widerspruch zwischen Theorie und Praxis die Theorie derzeitig die Hauptseite ist, daß die unbedingte Notwendigkeit der Ausarbeitung einer programmatischen Erklärung der KPD/ML besteht. Die sich aber - und das mit vollem Recht - dagegen wehren, den ROTEN MORGEN in ein Blatt nur für Intellektuelle umzuwandeln. Wie muß in der jetzigen Phase des Parteiaufbaus der ROTE MORGEN, das Zentralorgan unserer Partei aussehen? Sicher ist, daß in ihm die Programmdiskussion in Artikeln und Beiträgen der Kommissionen einen gebührenden Platz einnehmen, daß in ihm die politische Linie der Partei ihren konkreten Ausdruck finden soll. Doch ist das alles? Erinnern wir uns, welche Forderungen Lenin an das Zentralorgan einer bolschewistischen Partei stellte: Die Zeitung soll kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator sein … Für uns ist entsprechend der Hauptaufgabe der Partei gegenwärtig die Propaganda die hauptsächliche Seite … Kollektiver Propagandist? Das heißt, die Zeitung muß in ideologischen Artikeln: 1. den schonungslosen Kampf gegen den Imperialismus und Sozialimperialismus besonders gegen die westdeutsche Monopolbourgeoisie führen, 2. den Revisionismus in all seinen Erscheinungsformen ständig entlarven, 3. der Arbeiterklasse die Notwendigkeit der marxistisch-leninistischen Partei erklären, 4. das Wesen des Kapitalismus in all seinen Erscheinungsformen erklären und enthüllen, 5. in sachlicher Diskussion und Polemik mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen die korrekte Linie des Aufbaus und der Polemik der marxistisch-leninistischen Partei bestimmen, 6. die Erfahrungen und Erfolge der marxistisch-leninistischen Bruderparteien aufzeigen und auswerten. Kollektiver Agitator? Das heißt, die Zeitung muß 1. zu konkreten Aufgaben der Arbeiterklasse, zum Beispiel Streiks, Kampf gegen Preissteigerungen usw. anleitend Stellung nehme, 2. an konkreten Beispielen die Bourgeoisie demaskieren und die Taktik der Revisionisten entlarven, 3. zu aktuellen politischen Fragen vom Klassenstandpunkt aus Stellung nehmen, 4. Erfahrungen über verschiedene Aktionen des Klassenkampfs vermitteln, 5. Diskussionen über die konkreten Formen des Kampfes mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen führen. Kollektiver Organisator? Das heißt, die Zeitung muß 1. sich ein enges Netz von Korrespondenten aus möglichst vielen Orten schaffen, um in der Lage zu sein, direkt von der Basis aus zu berichten, 2. über Abonnenten und Leser den Kreis der Sympathisanten an die Partei heranführen, 3. politische Kampagnen organisierend vorantreiben, 4. über Erfahrungen der Organisation der Partei berichten. Das alles sind vielfältige, umfangreiche Aufgaben, die vom Zentralorgan unserer Partei, dem ROTEN MORGEN, wahrgenommen werden müssen … Die Gefahr, daß sich der ROTE MORGEN in eine theoretisierende Zeitschrift für Intellektuelle verwandeln könnte, ist spätestens ab dieser Ausgabe gebannt … An welchen Leserkreis soll sich der ROTE MORGEN wenden? Er wendet sich in der Hauptsache an die fortschrittlichen, klassenbewußten Arbeiter, aus deren Reihen sich die Avantgarde des Proletariats rekrutiert. Er wendet sich weiter an die revolutionäre Intelligenz, deren Aufgabe es ist, sich unter Führung der Arbeiterklasse mit dieser sich eng im Kampf zum Sturz der herrschenden Klasse zu verbünden. Er wendet sich an alle, die erkannt haben, daß dieser Kampf nur unter Führung einer korrekten, marxistisch-leninistischen, einer bolschewistischen Partei zu gewinnen ist."

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).

Der LV Süd-West (Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) der KPD/ML-ZK berichtet (vgl. 11.10.1971):"
Im Roten Morgen hatte sich die bürgerliche Linie des Verzichts auf aktiven ideologischen Kampf und des Ökonomismus und Tradeunionismus schon ab der Nr. 8/70 durchgesetzt."
Q: KPD/ML-ZK-LV Südwest: Analysen und Anträge des LV Süd-West, o.O. Okt. 1971; ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 30;Roter Morgen Nr. 8, Hamburg Sept. 1970;N.N.(KPD/ML-ZK-ZBGK): Für eine revolutionäre Betriebs- und Gewerkschaftspolitik, o.O. o.J. (1971), S. 3f

Oktober 1970:
Die Nr. 9 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Sept. 1970, Okt. 1970) erscheint mit der Titelüberschrift "Revolutionärer und bürgerlicher Standpunkt in der Frage Reform oder Revolution". Der Artikel beschäftigt sich vor allem mit der Haltung der DKP zu dieser Frage und wirft den Revisionisten d.h. der DKP vor, daß sie "den Weg der friedlichen Reformen und der Arbeitsgemeinschaft der Klassen" propagieren.

Im zweiten Leitartikel heißt es zur MTR:"
NIEDER MIT DEM VERRAT DER IG METALL!

Am Dienstag, den 22. September 1970, fast genau 1. Jahr nach den großen Arbeiterkämpfen von 1969, wurde bei Klöckner-Humboldt-Deutz in Köln gestreikt. Am Mittwoch folgten die Arbeiter bei Felten und Guilleaume, am Donnerstag die Werktätigen bei Ford und Opel-Bochum diesem Beispiel. Am Freitag machten diese Vorbilder Schule. Empört über das unverschämte 7%-Angebot der Unternehmer verließen über 200 000 Metaller in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und im Saarland ihre Arbeitsplätze. Sie versammelten sich auf Fabrikhöfen und verurteilten entschieden die Ausbeutertaktik der Kapitalisten, die darin besteht, auf Arbeiterkosten riesige Profite herauszuschinden. Hier eine kurze Übersicht der größten dieser Streiks:
- 16 000 bei Opel-Bochum,
- 15 000 bei Ford-Köln,
- 7 500 bei Krupp-Essen,
- 8 000 bei Hoesch Dortmund,
- 4 000 bei HOAG-Oberhausen,
- 14 000 bei Klöckner-Humboldt-Deutz,
- 1 500 bei DEMAG-Duisburg,
- 1 000 bei Babcock-Oberhausen,
- 1 200 bei Waggonfabrik-Uerdingen,
- 2 000 bei Jagenberg-Düsseldorf (vgl. 24.9.1970).
In Hessen:
- 32 000 bei Opel-Rüsselsheim,
- 6 000 bei Henschel-Kassel.
In Baden-Württemberg:
- 30 000 bei Daimler-Benz in den Werken Sindelfingen, Mannheim, Untertürkheim, Brühl und Hedelfingen,
- 10 500 bei Bosch in den Werken Stuttgart, Reutlingen, Murrhardt und Giengen,
- 1 500 bei BBC in Mannheim,
- 1 200 bei SABA II in Villingen,
- 1 000 bei Voith in Heidenheim,
- 1 000 bei Fischer in Singen.
Einige dieser spontanen Streiks wie in Mannheim, Bochum und Dortmund waren mit Demonstrationen verbunden.
In Dortmund vereinigten sich die Marschkolonnen der 3 Hoesch-Betriebe Westfalenhütte, Phoenix und Union zu einem mächtigen Demonstrationszug in der Innenstadt. Tausendstimmig schrien die Arbeiter den Kapitalisten das Wort Ausbeuter ins Gesicht und entlarvten das kapitalistische Verbrechersyndikat auf ihren Spruchbändern mit der Parole: 'Was unterscheidet die Mafia von Unternehmern? Nichts!' Außerdem trugen sie Transparente mit der Forderung: '15% und keinen Pfennig weniger!' sowie '13. Monatsgehalt' mit sich. Der alte Kampfruf der Arbeiterklasse erscholl: 'Alle Räder stehen still, wenn der Arbeiter es will!'

NIEDER MIT DEM VERRAT DER IG METALL!

Alle Arbeitskollegen in den bestreikten Betrieben brachten ihre Entschlossenheit in dieser oder jener Form zum Ausdruck, die Kapitalisten notfalls durch harten Kampf zu zwingen, ihre berechtigten Forderungen zu erfüllen. Die Kollegen von Hoesch sprachen diese Stimmung auf einem ihrer Spruchbänder am besten aus: 'Wir werden kämpfen - Wir werden siegen!' Bei ihrer Demonstration am Freitag in Dortmund führten einige Hoesch-Arbeiter aber auch ein Transparent mit sich, auf dem man lesen konnte: 'Wir sind mit Otto Brenner solidarisch: 15%' Ist dieses Vertrauen der Kollegen in die IG Metall gerechtfertigt?

DIE GEWERKSCHAFTSFÜHRUNG STECKT MIT DEN KAPITALISTEN UNTER EINER DECKE!

In Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz wurden in großer Eile Tarifverträge abgeschlossen, bei denen die IG Metallführung ihre ursprünglich propagierten Forderungen zusammengestrichen hat. Danach sollten die Ecklöhne auf 4, 50 DM angehoben werden und darauf eine 15%ige Lohnerhöhung erfolgen. Großspurig hatte man vor den Tarifverhandlungen getönt: 'Wir werden herausholen, was herauszuholen ist, ' oder: 'Wenn die Arbeitgeber verschleppen wollen, knallt's, bevor es richtig losgeht.'

Wie ist es möglich, Kollegen, daß nach derartig radikalen Äußerungen Tarifabschlüsse wie in Hessen (Anhebung des Ecklohnes auf 4, 17 DM und darauf eine 10%ige Lohnerhöhung), in Niedersachsen (Anhebung des Ecklohnes auf 4, 38 DM und 10%ige Lohnerhöhung) und in Rheinland-Pfalz (neuer Ecklohn 4, 33 DM plus 10%) zustandekommen konnten? Wir haben es durchgerechnet: Die Kollegen in Hessen hätten bei 4, 50 DM Ecklohn und 15%iger Lohnerhöhung (bei 173 Arbeitsstunden) rund 64 DM, die Kollegen in Niedersachsen rund 61, 50 DM monatlich mehr nach Hause bringen können.

Schon in der Vergangenheit hat sich die Bereitschaft der Gewerkschaftsführung gezeigt, unverhüllten Verrat an den Interessen der Werktätigen zu üben. In den Jahren 1966/67 fand sie sich mit den Unternehmern und ihrer Regierung in der sog. 'konzertierten Aktion' zusammen und rettete die Kapitalisten auf dem Rücken der arbeitenden Massen aus der Krise. Die Quittung dafür bekam sie von den Arbeitern in den Septemberstreiks im letzten Jahr vorgelegt. Ein Teil der Arbeiterklasse hatte erkannt, daß die Gewerkschaftsführer den Kapitalisten in den Hintern kriechen und daraufhin die Fensterscheiben einiger DGB-Büros eingeworfen.

Die Gewerkschaften, Otto Brenner an der Spitze, haben auf ihre Weise daraus gelernt. Die Springerzeitung 'Die Welt'enthüllte in ihrer Ausgabe vom 29. September 1970 die Vorbereitungen der IG-Metallzentrale auf die laufenden Tarifverhandlungen:
'In Frankfurt will niemand recht den Streik, denn er kostet Gewerkschaftsgelder und die investiert man auch in Frankfurt lieber in andere Dinge als in einen Lohnkampf. Auch aus diesem Grund sind die Protest- und Warnstreiks gewollt und als taktisches Mittel in den Schlagabtausch eingeplant worden: Man zeigt den Mitgliedern die Kraft der Arbeitnehmerorganisationen und warnt die Arbeitgeber, in der Hoffnung, zu günstigen Ergebnissen zu kommen, um dadurch den Streikfonds nicht angreifen zu müssen.'

Neben dieser Taktik, die Arbeiter in für die Kapitalisten harmlose Warnstreiks zu schicken, haben sich Brenner und Co. einen weiteren hinterlistigen Plan ausgedacht. Statt die Tarifverhandlungen zentral zu führen und damit die Position der Arbeiter bei Arbeitskämpfen gegenüber den Kapitalisten zu stärken, haben sie regionale Abschlüsse mit den Unternehmern eingeführt. Damit schustern sie den kapitalistischen Profitgeiern in bestimmten Ländern zusätzliche Millionen auf Kosten der betroffenen Werktätigen zu.

Darüber hinaus liefern sie den Unternehmern den billigen Vorwand einen für das Kapital günstigen Tarifabschluß frech überall zu fordern.

Die letzten Tage machten es vollends klar, daß zwischen der IG Metallführung und dem Kapital eine geheime arbeiterverräterische Absprache vorliegt: In Bremen kam es in der Nacht zum Freitag, den 25. September, vor den Abschlüssen in Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz also, bei den Tarifverhandlungen zu einem ersten Teilergebnis. Der Ecklohn wurde, unbeschadet einer weiteren tariflichen Lohnerhöhung von 4, 13 DM auf 4, 50 DM, aufgestockt. Die örtliche IG-Metall-Leitung hatte ihre Forderung auf den Pfennig genau erfüllt bekommen.

Die IG-Metallzentrale hat dieses Ergebnis den westdeutschen Arbeitern verschwiegen. In verdächtiger Eile billigte die große Tarifkommission den Tarifabschluß in Hessen am Sonntagmorgen, den 27.September. Diese Tatsachen lassen sich nur durch ein abgekartetes Spiel zwischen Gewerkschafts- und Unternehmerbossen erklären. Beide, die kapitalistischen Räuber und ihre gewerkschaftlichen Handlanger haben ein Interesse daran, lang andauernde Streiks zu verhindern. Die einen, weil ihre Profite geschmälert würden, die anderen, weil sie fürchten, ihre Kontrolle über die Arbeiterklasse zu verlieren und damit ihre Rolle als Agenten der Kapitalisten innerhalb der Arbeiterschaft zu gefährden.

DIE SPD HAT DAS SCHMUTZIGE GESCHÄFT ZWISCHEN GEWERKSCHAFTSFÜHRUNG UND UNTERNEHMERN MIT VORBEREITET.

Am 19. September machte sich der von den Kapitalisten ausgehaltene SPD-Häuptling Brandt für die Unternehmer stark und erklärte:
'Die Arbeitnehmer müssen bei künftigen Tarifverhandlungen mit geringeren Steigerungen bei Löhnen und Gehältern rechnen als 1969, auch wenn das nicht populär ist.'

Diese Erklärung überrascht nicht. Die SPD wurde in der letzten Krise vom Großkapital in den Regierungssattel gehoben, um 'unpopuläre Maßnahmen', d.h. Lohnkürzungen und Steuererhöhungen zum Vorteil der Kapitalisten durchzusetzen. Heute wie damals erwarten die Monopolkapitalisten von dieser Partei, daß sie ihre Profitinteressen propagiert und vertritt und damit den Werktätigen in den Rücken fällt.

DIE DKP IST DER WURMFORTSATZ DER VERRÄTERISCHEN IG-METALLFÜHRUNG!

Die IG Metallhäuptlinge als Agenten des Kapitals innerhalb der Arbeiterschaft und die SPD reichen nicht aus, um die Arbeiterklasse unter Kontrolle zu halten. Zunehmend größere Teile des Proletariats wenden sich von ihnen ab. Die westdeutschen Monopolkapitalisten wollen diese Teile des Proletariats von der Erkenntnis abhalten, daß nur die Aufhebung der Lohnarbeit, d.h. die sozialistische Revolution, die Diktatur des Proletariats und der Kommunismus die endgültige Befreiung der Arbeiterklasse bringen können. Deswegen haben im Jahr 1968 die Vertreter des Monopolkapitalisten mit führenden Revisionisten der verbotenen KPD die Gründung der 'DKP' ausgehandelt. Die DKP hat jene Aufgabe übernommen, die die SPD nicht mehr voll wahrnehmen kann: dem Proletariat durch Reformismus und Ausrichtung auf die Sandkastenspiele der parlamentarischen Wahlen Sand in die Augen zu streuen.

Bei den gegenwärtigen Arbeitskämpfen unterscheiden sich die Parolen der DKP in nichts von denen der IG-Metall. Durch 'weite' Auslegung der Gewerkschaftsforderungen und durch große Rührigkeit versuchen sich die Revisionisten als Gewerkschaftsfreunde bei den Arbeitern lieb Kind zu machen. Dabei kritisieren sie die Gewerkschaften ein wenig, hüten sich aber, den Verrat von Brenner und Co. als solchen zu bezeichnen, geschweige denn, dessen Wurzeln aufzudecken. So feierte die DKP-Presse die Taktik der regionalen Tarifabschlüsse, die zur Spaltung der Arbeiterklasse führt, als großen Erfolg.

Denn würden die Revisionisten die volle Wahrheit sagen, müßten sie um ihre mühsam ergatterten und gut bezahlten Positionen in der Gewerkschaft bangen.

DIE ARBEITERARISTOKRATEN IN GEWERKSCHAFTEN UND BETRIEBSRÄTEN, IN SPD UND DKP SIND AGENTEN DES KAPITALS IN DER ARBEITERBEWEGUNG!

Wie läßt es sich erklären, daß zahlreiche Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte, die gleichzeitig entweder SPD- oder DKP-Mitglieder sind, in Kampfsituationen die Seite des Kapitals einnehmen, mit allen Mitteln abzuwiegeln versuchen und den Arbeitern weismachen wollen, die Gewerkschaft mache das schon, sie können sich ruhig auf sie verlassen?

Es sind keine vereinzelten Fehler, wenn sie an die Streikenden appellieren, sich nicht durch 'Außenstehende' provozieren zu lassen und selbständige Kampfmaßnahmen zu ergreifen. Oder wenn sie den streikenden Arbeitern empfehlen, die Arbeit wieder aufzunehmen, denn dann könnten sie mit einem Weihnachtsgeld rechnen, das zwischen 71 und 73% eines Monatseinkommens liegt (so geschehen bei Opel).

Mit dem Entstehen des Monopolkapitalismus gegen Ende des 19. Jahrhunderts bildete sich eine verhältnismäßig kleine Schicht von Privilegierten innerhalb der Arbeiterklasse heraus, Lenin bezeichnete diese Schicht als 'Arbeiteraristokratie'. Sie wird aus dem Extraprofit bezahlt, den die Kapitalisten aus dem Kapitalexport schlagen sowie aus den Profiten, die beim Export industrieller Waren gemacht werden. Dabei plündert das Monopolkapital andere Völker rücksichtslos aus und schafft den Gewinn ins eigene Land. Diese Profite erlangt die Kapitalistenklasse zusätzlich zu jenen, die sie aus dem westdeutschen Proletariat herauspreßt. Damit besticht sie u.a. den Teil der Arbeiteraristokratie, der aus Betriebsräten sowie Gewerkschaftsfunktionären in Aufsichtsräten und Unternehmervorständen besteht.

Dazu kommt, daß die westdeutschen Gewerkschaften mit dem Geld der Arbeiter und Angestellten kapitalistische Unternehmen gegründet haben. So gehört z.B. die viertgrößte Privatbank in der BRD, die Bank für Gemeinwirtschaft (BfG, d.Vf.) dem DGB. Ferner ist er durch zahlreiche Aktienbeteiligungen mit den Monopolen eng verflochten. Über diese kapitalistischen Unternehmen beutet der DGB die Werktätigen unseres Landes sowie anderer Länder direkt aus. Aus dem hierbei erzielten Profit verschafft er einer Vielzahl von Funktionären und Spezialisten, die für ihn tätig sind, einträgliche Pfründe. Viele von ihnen waren zunächst mit bester Absicht, die Interessen der Werktätigen zu vertreten, zu den Gewerkschaften gestoßen. Um aber ihre Stellung dort zu halten, müssen sie mit den Wölfen heulen, denn sonst laufen sie Gefahr, hinausgeworfen zu werden.

DIE ARBEITERKLASSE BEGINNT DAS NIEDERTRÄCHTIGE KOMPLOTT DER GEWERKSCHAFTSBOSSE MIT DEN KAPITALISTEN ZU DURCHSCHAUEN UND ZU BEKÄMPFEN!

Bei Ford in Köln (vgl. 24./25.9.1970, d.Vf.), bei Hoesch in Dortmund (vgl. 25.9.1970, d.Vf.) sowie bei Opel in Bochum (vgl. 24./25.9.1970) und (vgl. 25.9.1970) Rüsselsheim durchkreuzten die Arbeiter die hinterlistige Absicht der IG-Metallführung und der Betriebsräte, durch kurze Warnstreiks die allgemeine Empörung über das unverschämte Unternehmerangebot aufzufangen und die Kollegen unter ihrer Kontrolle zu halten. Streikkomitees wurden spontan gebildet, die die Leitung des Kampfes übernahmen. Die Solidarität der westdeutschen Arbeiterklasse kam in der raschen Ausweitung der Streiks über mehrere Landesgrenzen und die Köpfe der IG-Metall hinweg klar zum Ausdruck. Vorbei sind die Zeiten, wo der westdeutsche Arbeiter sich die unverschämte Ausplünderung durch die Kapitalisten widerstandslos gefallen ließ. Vorbei sind auch die Zeiten, wo die Gewerkschaftsbosse ihren verräterischen Kuhhandel mit den Unternehmern durch die angeblich mangelnde Kampfbereitschaft der Arbeiter bemänteln konnten.

Der Streik von über 200 000 Metallarbeitern in den letzten Tagen zeigt deutlich, daß das Klassenbewußtsein der westdeutschen Arbeiter und ihre Kampfbereitschaft gewachsen sind. Ebenso wie die Septemberstreiks des letzten Jahres ist er ein unübersehbares Anzeichen für kommende Klassenkämpfe. Obwohl dies zweifellos ein Erfolg ist, dürfen wir die Schwächen nicht übersehen, die auch während der jetzigen Streiks klar auftraten. Noch relativ wenige Arbeiter durchschauen das auf ihre Kosten organisierte Zusammenspiel zwischen Gewerkschaftsführung, Kapitalistenklasse und ihren politischen Handlangern.

Die langandauernde Schwäche der kommunistischen Bewegung (Verfolgung durch den Faschismus und das westdeutsche Monopolkapital, der Übergang der gesamten Führung und großer Teile der KPD zum Revisionismus) wirkt sich immer noch aus. Die jahrzehntelange fast ungebrochene Vorherrschaft opportunistischer und revisionistischer Ideen innerhalb der Arbeiterbewegung hat tiefe Spuren im Klassenbewußtsein des westdeutschen Proletariats hinterlasse. Dazu kommt, daß die Haltung vieler Arbeiter gegenüber dem Sozialismus durch ihre Sicht der Verhältnisse in der DDR bestimmt wird. Millionen verurteilen mit Recht die Ulbricht-Clique und prangern die Diktatur der neuen bürokratischen Bourgeoisie in der DDR als volksfeindlich an. Viele begannen jedoch an den Grundsätzen des Sozialismus und Kommunismus zu zweifeln, ließen sich ideologisch entwaffnen und verfielen der Resignation.

Sie erliegen daher verhältnismüßig leicht dem Trommelfeuer der kapitalistischen Propaganda in ihren vielfältigen Formen, das darauf gerichtet ist, die Arbeiterklasse zu spalten und ihre Kampfkraft zu lähmen.

Erst durch den Aufbau einer starken bolschewistischen Partei, der KPD/ML, die den politischen Kampf des Proletariats führt, werden die Voraussetzungen erfüllt, um den Kampf gegen das Kapital und seine Agenturen innerhalb der Arbeiterklasse erfolgreich in Angriff zu nehmen. Die Aufgabe der Kommunisten muß es sein, gleichzeitig mit dem Kampf um die Verbesserung der Lebensverhältnisse des Volkes, den politischen und ideologischen Kampf gegen die Kapitalistenklasse zu führen. Dazu müssen sie die Agenten dieser Ausbeuterclique innerhalb der Arbeiterbewegung unerbittlich entlarven und unermüdlich bekämpfen.

Mit dem Volk müssen sie sich unbedingt verbinden, stets das Prinzip: 'Vom Volke lernen, dem Volke dienen' beachten und das Klassenbewußtsein des Volkes nach und nach zu heben trachten.

Die Roten Betriebsgruppen der KPD/ML sind Organisationen der werktätigen Massen, die diesen umfassenden Kampf auf der richtigen Grundlage führen.

BAUEN WIR DESHALB STARKE ROTE BETRIEBSGRUPPEN AUF!"

Auch von Opel Bochum, wo man die 'Zündkerze' (vgl. Okt. 1969, Okt. 1970) herausgibt wird ausführlicher berichtet wird.

Aus dem Ausland wird berichtet von der Black Panther Party (BPP) in den USA bzw. der BRD-Reise ihres Informationsministers Eldridge Cleaver (vgl. Okt. 1970).
Dieser Artikel wird auch verbreitet in:
- NRW vom KSB/ML Bochum (vgl. 2.11.1970).
Q: Roter Morgen Nr. 9, Hamburg Okt. 1970; Rote Zelle Nr. 1, Bochum Nov. 1970, S. 11

November 1970:
Die Nr. 10 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Okt. 1970, Dez. 1970) erscheint mit der Titelüberschrift "Krisenbarometer auf Sturm". Danach ist für die BRD-Wirtschaft mit einer Rezession zu rechnen:"
Die Tatsachen dafür nehmen zu: nicht nur ging die Stahlproduktion im September bereits im Durchschnitt um 10% zurück, vielmehr stagnierte auch die Automobilindustrie im September gegenüber 1969. Die Gründe lagen nicht nur im verringerten Export (minus 8, 7%), vielmehr sank auch die Zuwachsrate neu zugelassener Autos im Inland von 15, 4% im September plötzlich auf 5, 8% ab. … Für die Bourgeoisie stellt die drohende Rezession ein großes ideologisches Problem dar. … Sie haben sich deshalb ein neues Rezept zurechtgelegt. Sie sagen, das Auf und Ab der Konjunktur, die Inflation und die Kurzarbeit bzw. Entlassungen eben natürlich und unvermeidlich sind wie der Wechsel von Sommer und Winter. … Die kommende Rezession stellt der KPD/ML eine äußerst wichtige Aufgabe. Sie muß aktiv und bewußt in die Krise der westdeutschen Bourgeoisie eingreifen. Sie muß der Arbeiterklasse erklären, warum der Kapitalismus immer erneut zu Krisen führt, warum unter dieser Krise immer die Arbeiter, Angestellten und ihre Frauen und Kinder zu leiden haben, daß diese Krisen nicht unvermeidlich in der Natur jeder beliebigen Wirtschaft liegen, sondern nur in der Natur der kapitalistischen Wirtschaft."

Berichtet wird aus Hessen von der Spaniendemonstration in Frankfurt (vgl. 25.10.1970), von der Chinawoche in Hamburg (vgl. 12.10.1970) und der Delegiertenversammlung des eigenen Landesverbandes Südwest (vgl. Sept. 1970) sowie von der MLPÖ Österreich.
Q: Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 1970

Dezember 1970:
Die Nr. 11 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Nov. 1970, Jan. 1971) beschäftigt sich außer mit dem Abwasserprozeß in NRW in Kleve und Caltex Raunheim in Hessen vor allem mit der Gruppe Toufan im Iran (vgl. Nov. 1970).

Im Artikel "Zwei Wege des westdeutschen Imperialismus" wird ausgeführt:"
Der ROTE MORGEN beginnt hier mit einer Reihe von Artikeln zu wichtigen Fragen der Strategie und Taktik der revolutionären proletarischen Bewegung in West- und darüber hinaus Gesamtdeutschland. Diese Artikel sollen im Geiste der Plattform des ZK der KPD/ML den bisher herrschenden Subjektivismus der westdeutschen Marxisten-Leninisten überwinden helfen. In dieser Plattform wurde festgestellt, daß dieser Subjektivismus sich in den beiden Formen des Empirismus und des Dogmatismus äußert. … Die KPD/ML hat aufgrund der Plattform Kommissionen eingerichtet, die in enger Verbindung zur gesellschaftlichen Praxis eine konkrete, dialektisch-materialistische Analyse des westdeutschen Imperialismus und seiner Widersprüche in Angriff genommen und vorangetrieben haben. Erste Resultate dieser Arbeit werden in dieser Artikelserie vorgelegt. Es handelt sich dabei um Diskussionsgrundlagen. Die Diskussion muß in der Partei und darüber hinaus in der marxistisch-leninistischen Bewegung möglichst breit und tiefgehend geführt werden. Sie dient der Erstellung einer programmatischen Erklärung der KPD/ML. Der ersteArtikel handelt von den inneren Widersprüchen unseres Hauptfeindes, der westdeutschen Monopolbourgeoisie. Es handelt sich dabei um eine sehr wichtige Frage. … Nach dem 2. Weltkrieg schien ein alter revisionistischer Traum vom 'Superimperialismus' Wirklichkeit geworden zu sein: Es sah so aus, als ob die USA zum absoluten Herrscher des ganzen imperialistischen Lagers geworden wäre. Die direkten imperialistischen Feinde der USA, Japan und Deutschland hatten eine totale Niederlage erlitten. Die beiden anderen Konkurrenten, England und Frankreich, waren durch den Krieg fast genauso geschwächt wie Deutschland und Japan. Aufgrund dieser Schwächung verloren sie in kurzer Zeit ihre Kolonien, von denen die meisten in die Einflußzone der USA hinübergezogen wurden. Noch heute meinen einige Leute, diese Lage habe sich im großen und ganzen nicht geändert. Gestützt auf Zahlen über das Eindringen amerikanischen Kapitals in Westeuropa (etwa 10%), behaupten sie, Länder wie England (Großbritannien, d.Vf.), Frankreich und Westdeutschland ('BRD', d.Vf.) seien Satelliten der USA ohne eigenen Willen. Sie bestreiten, daß es zu harten Konflikten zwischen den westeuropäischen, der amerikanischen Monopolbourgeoisie kommen könnte. Wenn das so wäre, so hätte das natürlich weitreichende Folgen für Strategie und Taktik der proletarischen Revolution."

Nach einem längeren Stalin-Zitat, der davon sprach, daß die Unvermeidlichkeit von Kriegen zwischen den kapitalistischen Ländern bestehen bleibt, heißt es weiter:"
Stalins Einschätzung bezog sich auf eine Lage, in der die SU und die osteuropäischen Länder noch gemeinsam mit China ein geschlossenes sozialistisches Lager bildeten, das dem imperialistischen Block unter Führung der USA unversöhnlich gegenüber stand. Selbst in dieser Situation hielt Stalin einen Kampf der europäischen Imperialismen und Japans gegen die USA für unvermeidlich. Nun hat sich die Situation seitdem jedoch entscheidend verändert: die SU fiel einem konterrevolutionären Putsch zum Opfer und entartete zu einer sozialimperialistischen Macht. Statt mit einem einzigen Superimperialismus haben wir es heute also mit der Doppelherrschaft zweier Superimperialismen zu tun, die sich die Welt in Einflußzonen aufgeteilt haben. Wenn Stalins Analyse richtig ist, dann muß diese neue Situation zu einer Verstärkung der Widersprüche zwischen dem westeuropäischen und japanischen Imperialismus einerseits und dem USA-Imperialismus andererseits geführt haben. Prüfen wir, ob das der Fall ist."

Der Artikel ist weiter gegliedert in die Teile:
- Die US-Herrschaft über Westeuropa,
- Der Widerstand des westeuropäischen Kapitals formiert sich,
- Die besondere Rolle der BRD in Westeuropa,
- Der Weg zur dritten Weltmacht,
- Das Geschäft mit der SU,
- Westeuropäischer und osteuropäischer Weg,
- Welche Folgerungen müssen wir ziehen,
- Unsere Taktik.

Im nächsten Abschnitt, "Die US-Herrschaft über Westeuropa", heißt es:"
Zunächst ist es notwendig, das politökonomische Wesen der US-Herrschaft über Westeuropa zu analysieren. Dazu genügt es nicht, sich auf äußerliche Erscheinungen, wie die militärische und diplomatische Herrschaft der USA zu beschränken, da diese nur Auswirkungen der zugrunde liegenden wirtschaftlichen Widersprüche sind.

Die wirtschaftliche Herrschaft der USA sollte durch hauptsächlich drei Elemente verwirklicht werden: durch Eroberung der westeuropäischen Märkte für den US-Warenexport, durch Kapitalexport nach Westeuropa sowie durch die Einbeziehung Westeuropas in die Währungszone des Dollars. Diese Ziele sollten der Preis für die 'Hilfe' im Rahmen des Marshallplans sein. Um die westeuropäischen Märkte für ihren Waren- und Kapitalexport zu öffnen, erzwangen sie die 'Liberalisierung'. Um die Dollarzone auszudehnen, organisierten sie die 'freie Konvertibilität'. In diesen Zusammenhang gehört auch, daß die Anfänge der 'europäischen Einigung' nicht nur mit Einverständnis, sondern durch direkten Druck der USA zustandekamen: die USA hatten Interesse daran, in Westeuropa eine 'Flurbereinigung' durchzuführen, um es besser wirtschaftlich erobern zu können. Nach dem bisher Gesagten ist zu erwarten, daß die Widersprüche zwischen den USA und den westeuropäischen Imperialisten auf dem Gebiet des Warenexports, des Kapitalexports und der Währung zum Ausdruck kommen müssen. Genau das ist der Fall. Die Liberalisierung des Handels war für die US-Monopole ein Instrument ihrer Beherrschung Westeuropas und Japans. Als solches Instrument funktionierte es jedoch nur solange, wie die USA mehr davon profitierten als ihre Partner. Nun hat sich das Verhältnis seit geraumer Zeit aber umgekehrt: die westeuropäischen und japanischen Exporte in die USA steigen schneller als umgekehrt die Exporte der USA in diese Länder. Damit wird das Instrument für die US-Monopole zum zweischneidigen Schwert und sie suchen es zu entschärfen. Augenblicklich diskutiert der amerikanische Kongreß über die sogenannte 'Mills-Bill', die zunächst die Branchen der Textilien, Schuhe und eines Teils der Chemie entliberalisieren würde. Die 'Mills-Bill' richtet sich vor allem gegen Japan, aber auch gegen Westeuropa".

Im Abschnitt "Der Widerstand des westeuropäischen Kapitals formiert sich", heißt es:"
Auch die amerikanische Kapitaloffensive nach Westeuropa ist schon seit langem auf Widerstand gestoßen. Servan Schreibers Bestseller 'Die amerikanische Herausforderung' war nur der ideologische Ausdruck dieses Widerstands. Am wichtigsten sind in diesem Zusammenhang augenblicklich die Bankkonzentrationen. … Das Finanzkapital ist der konzentrierte Vertreter und Vorreiter des Industriekapitals. Der amerikanische Kapitalexport ging daher Hand in Hand mit dem Ausgreifen der drei großen amerikanischen Banken (Bank of America, First National City, Chase Manhattan) nach Westeuropa. Dagegen formiert sich jetzt der Widerstand des westeuropäischen Finanzkapitals. Nicht nur die Commerzbank, auch die Deutsche Bank suchte sich Unterstützung: sie schloß sich mit der Amsterdam/Rotterdam Bank, der Midland Bank und der belgischen Societe General zusammen. Der so entstandene Komplex würde, wenn es zur Fusion käme, mit 25 Milliarden Dollar der zweitgrößte Komplex der Welt sein. Am deutlichsten zeigt sich der Kampf augenblicklich auf dem Gebiet der Währung. Offen rebelliert z.B. ein Teil der westdeutschen Bourgeoisie gegen die Herrschaft des Dollars. … Diese Tatsachen sprechen eine klare Sprache: es gibt schwerwiegende Widersprüche zwischen den USA und Westeuropa, die durch nichts anderes zu erklären sind als durch das marxistische Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung. Dieses Gesetz gilt nicht nur für die Konkurrenz der einzelnen Monopole untereinander, sondern auch für die Konkurrenz der nationalen Monopolgruppen: wegen der verschieden großen Produktivität der verschieden hohen Ausbeutungsrate (die wieder vom konkreten Stand des Klassenkampfes abhängt) und der verschieden hohen Ankaufspreise für Rohstoffe und Energie kann es niemals eine harmonische, parallele Entwicklung der Imperialismen geben.

Daraus folgen mehrere Feststellungen:
1. die westeuropäischen Monopolgruppen bilden in ihrer Hauptseite nach wie vor wirtschaftlich autonome Entscheidungszentren, die von den US-Monopolen unabhängig sind und in Konkurrenz zu ihnen stehen. (Das bedeutet, daß man den Einfluß des US-Kapitals in Westeuropa nicht überschätzen und als dominierend ansehen darf.)
2. In den 60er Jahren ist das Konkurrenzverhältnis USA-Westeuropa dadurch in eine neue Periode eingetreten, daß die USA von der Hauptseite zur Nebenseite des Widerspruchs zurückfielen, daß sie von der Offensive in die Defensive gedrängt wurden.
3. die westeuropäischen Imperialismen, besonders der westdeutsche Imperialismus, sind also in der jetzigen Periode aufsteigend und aggressiv. Sie streben nach einem 'Platz an der Sonne' und stellen den Status quo massiv infrage."

Im Abschnitt "Die besondere Rolle der BRD in Westeuropa" wird ausgeführt:"
Wir haben bisher undifferenziert Westeuropa den USA gegenübergestellt. Wir müssen nun die besondere Rolle Westdeutschlands in Westeuropa klären. Stalin behandelt in seiner Schrift von 1952 nicht nur Deutschland, sondern auch England und Frankreich: 'Nehmen wir vor allem England und Frankreich. Ohne Zweifel sind dies imperialistische Länder. Ohne Zweifel haben billige Rohstoffe und gesicherte Absatzmärkte für sie erstrangige Bedeutung. Kann man annehmen, daß sie die gegenwärtige Lage endlos dulden werden, da die Amerikaner unter dem Deckmantel der Hilfe auf der Linie des Marshallplans in die Wirtschaft Englands und Frankreichs eindringen und bestrebt sind, sie in ein Anhängsel der Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika zu verwandeln, da das amerikanische Kapital die Rohstoffe und Absatzmärkte in den englisch-französischen Kolonien an sich reißt und damit den hohen Profit der englisch-französischen Kapitalisten eine Katastrophe bereitet? Ist es nicht richtiger zu sagen, daß das kapitalistische England, und, ihm folgend, auch das kapitalistische Frankreich schließlich und endlich gezwungen sein werden, sich aus der Umarmung der USA loszureißen und einen Konflikt mit ihnen zu riskieren, um sich eine selbständige Stellung, und, natürlich, hohe Profite zu sichern?'

Sowohl Frankreich wie England haben in der Tat später versucht, sich aus den Armen der USA zu befreien (z. B. das Suez-Abenteuer). Beide waren dabei jedoch in einer ungünstigen Lage. Beide waren unfähig, allein den USA die Stirn zu bieten. Sie brauchten einen starken Bündnispartner.

Ein solcher starker Bündnispartner konnte jedoch nach Lage der Dinge nur ihr Todfeind von gestern, der deutsche Imperialismus sein.

Wenn die europäische Einigung zur Zeit Robert Schuhmanns noch von den USA als Flurbereinigung in ihrem Interesse gedacht war, so bedeutete De Gaulles Beitritt zur EWG bereits ein bewußtes Bündnis des französischen mit dem westdeutschen Imperialismus, das in seiner Tendenz nur gegen die USA gerichtet sein konnte. De Gaulle war nicht Materialist, sondern Idealist. Er glaubte durch ideelle Überlegenheit die materielle Überlegenheit Westdeutschlands ausgleichen zu können.

Das war ein Hirngespinst. Als Folge der EWG erlangte vielmehr der westdeutsche Imperialismus die Vorherrschaft. Das gilt für die Produktion in den wichtigsten Branchen (Montan, Chemie, Elektro, Automobil), das gilt folglich auch für den Warenexport, bei dem Westdeutschland überall an der Spitze steht und häufig allein etwa 50% des gesamten EWG-Exports leistet. Das gilt besonders stark auch in der Währungsfrage, wo die DM zur stabilsten und damit dominierenden Währung der EWG wurde. Die geplante 'Währungsunion' würde die DM zur Grundlage einer 'europäischen' Währung machen und dem Dollar als Leitwährung gleichberechtigt an die Seite stellen. Ähnliches gilt auch (bisher offenbar noch in geringem Maße) für die Kapitalinvestition. Der jetzt einsetzende Prozeß der Bankenkonzentration in Westeuropa wird den Schlußstrich unter diese Entwicklung ziehen; denn natürlich werden die drei deutschen 'Riesen' Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank am Ende das Feld beherrschen.

Die 'westeuropäische Einigung' stellt sich also in ihrem Wesen als Prozeß des unter dem Druck der 'amerikanischen Herausforderung' erfolgenden Aufstiegs des westdeutschen Imperialismus zur Herrschaft über Westeuropa heraus. Dieser Prozeß selbst geht nicht glatt vonstatten, da die Widersprüche zwischen dem westdeutschen Imperialismus einerseits und dem französischen und englischen Imperialismus andererseits natürlich weiter bestehen und sich jederzeit erneut verschärfen können. Die weiteren Schritte (politische Union, Währungsunion, Atomstreitmacht) werden also nicht von selbst erfolgen. Daraus ergeben sich folgende Feststellungen:

1. Es gibt keinen Mechanismus, nach dem die westeuropäischen Staaten angeblich automatisch zusammenwachsen. 'Einigung' unter kapitalistischen Verhältnissen kann nur Sieg des Stärkeren (Westdeutschland) im Konkurrenzkampf bedeuten. Wenn es Westdeutschland nicht gelingt, sich durchzusetzen, wird es keine 'europäische Einigung' geben. 2. Die endgültige 'Einigung' Westeuropas unter Führung des westdeutschen Imperialismus wird nur durch die andauernde Schwäche Frankreichs und Englands zustandekommen. 3. Westdeutschland wird nur als Führer Westeuropas anerkannt werden, wenn es die gemeinsamen Interessen der westeuropäischen Imperialisten klar vertritt, d.h. wenn es der US-SU-Doppelherrschaft offen den Kampf ansagt."

Im Abschnitt "Der Weg zur dritten Weltmacht" heißt es weiter:"
Aus dieser Lage ergibt sich ein fundamentaler Widerspruch für die westdeutschen Monopole: sollen sie die US-SU-Herrschaft über die Welt anerkennen und sich im Einverständnis mit USA und SU möglichst günstig einzurichten suchen? Das würde wahrscheinlich bedeuten, daß sie nicht die Herren von Westeuropa werden können. Oder sollen sie sich dagegen zur Wehr setzen und zur 'unabhängigen dritten Weltmacht' aufstreben? Es handelt sich um die gleiche Frage, die Stalin schon 1952 für Westdeutschland stellte, nur konkret auf die heutige Lage angewandt. Der Weg zur 'dritten Weltmacht' ist mit erheblichen Risiken verbunden. So wie die Errichtung der Hegemonie des Bismarckreiches über Mitteleuropa schließlich den englischen und russischen Imperialismus zu Feinden des 'Neulings' machte, so droht auch jetzt wieder eine US-SU-Koalition gegen ein westdeutsch beherrschtes Westeuropa. Trotzdem hat Franz Josef Strauß in seinem Buch 'Herausforderung und Antwort' diesen Weg vertreten: 'Wir können nur Deutsche bleiben, wenn wir Europäer werden'. Übersetzt in klarer Sprache heißt das: der deutsche Imperialismus kann nur dann ein drittes Mal zur Weltmacht greifen, wenn er sich als 'europäischer' Imperialismus tarnt. Oder noch einmal mit den Worten von Strauß: 'Deutschland braucht das vereinigte Europa schon deshalb mehr als jedes andere Land. Es hat … eine ehrenvolle und seine Umwelt nicht beunruhigende Möglichkeit, seine gewaltigen Energien nutzbringend anzuwenden. Durch den Beitrag zur Bildung einer europäischen Förderation fände Deutschland ein neues Selbst.'… Strauß lehnt durchaus nicht eine Ostpolitik grundsätzlich ab. Er setzt nur die Prioritäten: erst muß Westdeutschland das Gewicht ganz Westeuropas in die Waage werfen können. … Strauß möchte also die Herrschaft über Ostmitteleuropa nicht mit der SU und als ihr Juniorpartner teilen. Er möchte sie ganz. Deshalb will er die Rechtsansprüche nicht aufgeben, sondern durch Europäisierung noch verstärken. Strauß ist der einflußreichste Sprecher für einen möglichen Weg des westdeutschen Imperialismus: er vertritt ideologisch, politisch und organisatorisch den 'westeuropäischen Weg'. Die Frage ist, welche politökonomische Basis dieser Weg besitzt. Eine eigene westeuropäische Großmacht würde eigene Rohstoff- und Energiequellen benötigen. Daran mangel es dem westdeutschen Imperialismus. Schon Hitler sah sich gezwungen, Erdölquellen in Rumänien, der Sowjetunion und Nordafrika zu erobern, woran er schließlich scheiterte. Heute ist die Lage so, daß Westdeutschland und Frankreich ihr Erdöl hauptsächlich aus Algerien, Libyen, dem Irak und dem Iran beziehen. Dabei geht besonders für Westdeutschland ein erheblicher Teil über US-Gesellschaften oder mit US-Monopolen verbundene englische Gesellschaften. Nach dem Verlust der DEA an die USA besitzt Westdeutschland überhaupt nur noch die Gelsenberg, die in Libyen Schürfrechte hat. Ein wichtiges Erdölgebiet wird in naher Zukunft ebenfalls Nigeria sein. Wenn Stalin 1952 schrieb, imperialistische Kriege zwischen den westlichen imperialistischen Mächten würden in Zukunft unvermeidlich sein, so ist diese These durch den Biafra-Krieg bestätigt worden. Nur handelt es sich dabei um einen imperialistischen Stellvertreterkrieg, in dem auf beiden Seiten Schwarze für ihre weißen Herren kämpften. Frankreich (mit ihm sympathisierte Westdeutschland) versuchte, mit Gewalt das Erdölgebiet Ostnigerias (Biafra) dem Einfluß der amerikanischen und angloamerikanischen Erdölkonzerne zu entreißen. De Gaulle hoffte, auf diese Weise mit Algerien und Biafra zwei wichtige Erdölgebiete unter seinen Einfluß zu bekommen und diese Mitgift in die Ehe mit dem westdeutschen Imperialismus einzubringen. Der Versuch schlug fehl, so daß Algerien und Libyen weiterhin die wichtigsten Energiebasen für eine Großmacht Westeuropa bleiben. Beide Gebiete stellen jedoch wankenden Boden dar: einerseits bestehen in beiden Ländern noch die Möglichkeiten einer weiteren revolutionären Entwicklung, andererseits sind die herrschenden Bourgeoisien stark von der SU abhängig (vgl. z.B. Föderation Libyen - Ägypten). Die energetische Basis stellt also zweifellos die große Schwäche der Strauß-Konzeption dar (deshalb die Pläne einer Erschließung der Erdölquellen in der Nordsee, wobei die US-Konzerne jedoch ebenfalls alles an sich zu reißen suchen, sowie die Kohle-Hydrierungspläne). Was die übrigen Rohstoffe angeht, so wären sie in Afrika und Lateinamerika weitgehend zu finden (besonders im Kongo-Kinshasa (Zaire, d.Vf.), den portugiesischen Kolonien und Südafrika (Azania, d.Vf.)). Der größte Teil Afrikas ist heute schon an die EWG assoziiert, d.h. gegenüber der EWG in einem Zustand neokolonialer Abhängigkeit. Westdeutschland hat im übrigen in Portugal und den portugiesischen Kolonien entscheidenden ökonomischen und politischen Einfluß gewonnen. Auch in den ehemaligen französischen Kolonien nimmt Westdeutschlands Einfluß rapide zu: die westdeutsche Entwicklungshilfe an Gabun z.B. hat die französische bereits eingeholt. In diesem Zusammenhang wird die große Bedeutung der Bankkonzentration nochmals klar: der Credit Lyonnais mit dem die Commerzbank 10 Prozent der **Credit Chimique, wobei der größte Teil Aktien der Compagnie Francais des Petroles (CFP), der größten französischen Erdölgesellschafen sind!"

Im Abschnitt "Das Geschäft mit der SU" wird ausgeführt:"
Im Gegensatz zu dem risikoreichen 'westeuropäischen Weg' steht die andere Möglichkeit des westdeutschen Imperialismus: die US-SU-Doppelherrschaft anzuerkennen, sich darin zu verfügen und zu versuchen 'bevorzugter Partner beider Supermächte' zu werden. Auch dieser Weg bietet Aussichten. Was die Rohstoffversorgung angeht, so scheint er sogar sicherer zu sein: denn außer dem US-Erdöl bietet sich dabei auch die SU an. Daß auch die SU ein Interesse daran hat, wird klar, wenn wir die Initiative der SU, die am Anfang der neuen Ostpolitik stand, betrachten. … (vgl. 17.3.1969, d.Vf.) Die Pipeline sollte durch die DDR führen. Nachdem die Verhandlungen einige Zeit lang gelaufen waren, einigte man sich plötzlich auf Erdgas statt auf Erdöl. … Die Erdgasleitung wird statt durch die DDR durch die CSSR laufen. Die SU ging dabei zweifellos auf westdeutsche Forderungen ein: sie verriet einmal mehr die Interessen der DDR und übte Druck auf Ulbrichts Preis für eine künftige Erdölleitung (sie kann natürlich später doch noch kommen) durch die DDR aus. Das Erdgasgeschäft mit der SU lief von westdeutscher Seite über die Ruhrgas AG, die zum größten Teil im Besitz von Esso und Shell ist. Diese Tatsache zeigt, wie US- und SU-Interessen in Europa Hand in Hand gehen. Am Röhrenhandel wurden Thyssen, Mannesmann und Hoesch beteiligt. Strauß ist (unseres Erachtens zu Recht) der Meinung, daß die Ostpolitik der Brandt-Regierung in völligem Widerspruch zu seinen Plänen steht. … In der Tat läßt es sich nicht verheimlichen, daß die Ostpolitik die Widersprüche innerhalb der westeuropäischen Monopolbourgeoisie verschärft. Schon das Röhrengeschäft stieß in Frankreich auf Kritik. Man erklärte die Summe des westdeutschen Kredits (1, 5 Mrd. DM) für zu hoch und den Zinssatz (6, 25%) für zu niedrig. Diese Widersprüche haben sich durch den Moskauer Vertrag weiter zugespitzt".

Im letzten Abschnitt "Westeuropäischer und osteuropäischer Weg" wird gesagt:"
In Deutschland wird die gegen die Ostpolitik gerichtete Linie natürlich von der CDU/CSU vertreten. … Auf der Parlamentarierversammlung der NATO in Den Haag fand sich eine Mehrheit gegen Brandts Ostpolitik. Die Analyse des CDU-Abgeordneten Blumenfeld wurde akzeptiert. Generalsekretär Brosio sprach sich gegen die von der SU vorgeschlagene europäische Sicherheitskonferenz aus. Zwei Konzeptionen stehen sich also gegenüber. Einmal der 'westeuropäische Weg': 1. Der westdeutsche Imperialismus erkennt die Doppelherrschaft von US und SU nicht an. Er versucht, in Westeuropa endgültig die Führung zu erringen und eine 'dritte Weltmacht' zu bilden. 2. Das würde bedeuten, vorrangig die 'politische Union' Westeuropas, die Währungsunion unter Führung der DM und eine 'europäische Atomstreitmacht' zu erreichen. 3. Zur Sicherung der Rohstoff- und Energiebasis müßten Nordafrika, Schwarzafrika und ein Teil Lateinamerikas in neokolonialer Abhängigkeit erhalten werden bzw. darein gebracht werden. 4. Das würde zu harten Zusammenstößen mit den USA in Nordafrika und Ostmitteleuropa führen. 5. Eine 'europäische Sicherheitskonferenz' und damit verbundene Anerkennung der DDR würde abgelehnt. Dagegen der andere 'osteuropäische Weg': 1. Der westdeutsche Imperialismus erkennt die Doppelherrschaft von US und SU an. Er verzichtet darauf, eine unabhängige 'dritte Weltmacht' zu bilden und handelt in Einklang mit US und SU. 2. Das würde bedeuten, vorrangig eine 'europäische Sicherheitskonferenz' und die damit verbundene De-facto-Anerkennung der DDR anzustreben. 3. Zur Sicherung der Rohstoff- und Energiebasis würde man sich auf die USA und auch stark auf die SU verlassen. 4. Das würde zur Verschärfung der Widersprüche zwischen Westdeutschland einerseits und Frankreich und England andererseits führen, da alle drei versuchen müßten, 'Schoßkind' der USA bzw. der SU zu sein. 5. Dementsprechend würde die 'westeuropäische Integration' gehemmt. … Es handelt sich bei diesen Wegen um eine langfristige und umfassende Alternative für den westdeutschen Imperialismus. … Das bedeutet, daß man folgendes vermeiden muß: 1. Es wäre ein Mißverständnis zu glauben, die beiden Wege müßten jederzeit in völliger Klarheit in zwei politischen Kräften, etwa CDU und SPD, gegenübertreten. In Wirklichkeit treten sie in vermischter Gestalt auf, wobei jede der beiden Kräfte versucht, auch die andere Möglichkeit mit einzubeziehen, um ihren Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen. … Es wäre ebenfalls ein Mißverständnis zu meinen, man müßte die beiden Fraktionen der Monopole in bestimmten Banken und Konzernen genau namhaft machen können. Auch die Banken und Konzerne haben gemischte Interessen, wobei einige mehr für den 'westeuropäischen', andere mehr für den 'osteuropäischen' Weg sprechen. … Auch hier entscheidet also die Hauptseite, d.h. die jeweils überwiegenden Interessen. … Der augenblickliche Stand der Auseinandersetzung zwischen den zwei Wegen ist durch mehrere Schritte in Richtung 'osteuropäischer Weg' gekennzeichnet:

1. Der Atomwaffensperrvertrag … . 2. Der Moskauer-Vertrag … . 3. Die de-facto-Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze im Polen-Vertrag. Diese Schritte bedeuten bisher nur quantitative Veränderungen. Eine neue Qualität träte erst durch die 'europäische Sicherheitskonferenz' ein. Dennoch haben diese Schritte die Widersprüche zwischen den zwei Fraktionen mehr und mehr verschärft. … Die 'westeuropäische' Fraktion, die zum dritten mal innerhalb von 100 Jahren den Traum von der Weltmacht träumt, muß in der Tat fürchten, ihr Zug könnte endgültig abfahren. Sie wird deshalb mit allen Mitteln versuchen, die Brandt-Regierung noch vor dem Zustandekommen eines 'europäischen Sicherheitssystems' zu stürzen. Als letzte Frage bleibt noch folgende: welche Folgerungen müssen aus der vorstehenden Analyse für Strategie und Taktik der revolutionären Partei des Proletariats gezogen werden? Zunächst, was die Strategie angeht: beide Wege sind Wege des westdeutschen Imperialismus, der westdeutschen Monopole. Keiner der beiden Wege kann deshalb der Weg der westdeutschen Arbeiterklasse sein. … Umgekehrt ist und bleibt auch die andere, 'osteuropäische' Fraktion derTodfeind des Proletariats. … Ob also 'osteuropäischer' oder 'westeuropäischer' Weg: sowohl die Feinde wie die Reserven der proletarischen Revolution bleiben die gleichen. Unterschiede würden sich nur in der Taktik ergeben. Der 'osteuropäische Weg' würde bedeuten, daß der westdeutsche Imperialismus zur wichtigsten Stütze der US-SU-Doppelherrschaft in Europa würde. … Daraus würde folgende taktische Linie für die KPD/ML folgen: 1. Hauptschlag gegen die SPD. … 2. Wichtigster zweiter Schlag gegen die CDU/CSU. … 3. Kampf dem westdeutschen Imperialismus als Hauptstütze der US-SU-Doppelherrschaft in Europa. … 4. Propagieren der Idee der doppelten, antiimperialistischen (in der BRD) und antirevisionistischen (in der DDR) proletarischen Revolution zur Lösung der sozialen und nationalen Frage in Deutschland. Der 'westeuropäische Weg' würde den erneuten Kampf des deutschen Imperialismus um die Weltmacht mit allen entsprechenden, auch kriegerischen Konsequenzen bedeuten. … Daraus würde folgende taktische Linie für die KPD/ML folgen: 1. Hauptschlag gegen die CDU/CSU. … 2. Wichtigster zweiter Schlag gegen die SPD. … 3. Kampf dem militaristischen westdeutschen Imperialismus. … 4. Propagierung der Idee einer engen Gemeinschaft revolutionärer sozialistischer Republiken Westeuropas; Verteidigung jeder ausbrechenden Revolution in Westeuropa um jeden Preis und Versuch, sie auszudehnen."

Laut C. Cordel vom Frankfurter Kampfbund/ML (FKB/ML - vgl. Okt.1972) beginnt mit diesem Artikel der Zerfall der KPD/ML-ZK:"
So wurde im Dez. 1970 mit dem Artikel 'Zwei Wege des Westdeutschen Imperialismus' und einer Reihe folgender Artikel und Thesen und einer intern diskutierten, gleichlautenden Grundsatzerklärung eine neuerliche Variante der revisionistischen Imperialismustheorie von den 'zwei Fraktionen' des Finanzkapitals aufgelegt. Durch die daraus erfolgenden inneren Auseinandersetzungen und die Kritik von außen (Rote-Fahne-Bochum-Zirkel (KPD/ML-ZB, d.Vf.)) wurde der Zerfall des 'Roten Morgen'-Zirkels eingeleitet, wodurch gleichzeitig eines der größten Bollwerke gegen eine offene, ehrliche und klassenbewußte Polemik um das Kommunistische Programm zerfiel."
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 1, Dortmund Dez. 1972, S. 48f; KPD/ML-ZB: Zwei Wege in den Sumpf des Opportunismus I. Die Theorien des Roten Morgen, Berlin 1971, S. 126ff;Roter Morgen Nr. 11, Hamburg Dez. 1970;KPD/ML-ZK-OGL Dortmund: Kritik der OGL Dortmund an der 'Theorie' von den Zwei-Wegen des westdeutschen Imperialismus und ihrer Auswirkungen auf die Praxis der Partei, Dortmund o.J. (1971)

Januar 1971:
In der Nr. 1 ihres 'Roten Morgens' (vgl. Dez. 1970, Feb. 1971) beschäftigt sich die KPD/ML-ZK außer mit der Erhöhung der Sterbegebühren auch in "Es lebe die heldenhafte Arbeiterklasse Polens! Nieder mit der neuen polnischen Bourgeoisie" mit der Bruderpartei der KPD/ML-ZK, der KP Polens. Diese verfüge über einen starken Jugendverband und betreibe den Aufbau von Komitees in allen Teilen des Landes.

Weiter wird eingegangen auf Demonstrationen in Niedersachsen in Hannover (vgl. 31.11.1970), in Hamburg (vgl. 17.12.1970), in NRW in Bochum (vgl. 19.12.1970) und in Baden-Württemberg in Freiburg (vgl. 15. und 29.12.1970) sowie auf die PCE/ML Spanien (vgl. 4.10.1964, Sept. 1970) und berichtet in "Der Prozeß von Burgos - Ein hervorragendes Tribunal gegen das faschistische Franco-Regime und seine imperialistischen Hintermänner".

Enthalten ist auch ein Artikel "Völker der ganzen Welt, vereinigt Euch, besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien".

Im Leitartikel "SPD/FDP Regierung - Wegbereiter des Faschismus" vertritt in Anlehnung an die 'Sozialfaschismustheorie' der KPD/ML-ZB nun auch die KPD/ML-ZK die Auffassung, "daß es ausgerechnet die sozialdemokratisch regierten Länder sind, in denen unter massivem Polizeischutz mit Wasserwerfern, Tränengas und Sperrgittern gegen Gegendemonstranten, die reaktionären, revanchistischen Gruppen der Aktion Widerstand (AW, d.Vf.) ihre Demonstrationen abhalten können; daß es ausgerechnet die sozialdemokratisch regierten Länder waren, in denen antifaschistische Demonstrationen von Studenten und Arbeitern gegen den reaktionären Springer-Konzern, gegen den Besuch ausländischer Faschisten blutig von der Polizei zusammengeknüppelt wurden, in denen die meisten politischen Urteile gegen linke Demonstranten gefällt wurden; daß es ausgerechnet die Brandt/Scheel-Regierung ist, die wärmste, freundlichste Beziehungen zu faschistischen Staaten wie Portugal, Spanien, Indonesien und anderen und Staatsoberhäuptern wie den Massenmördern Hussein (Jordanien, d.Vf.), Suharto oder auch Nixon (USA, d.Vf.) unterhält; dass es ausgerechnet die Brandt/Scheel-Regierung ist, die denen, die zu bekämpfen sie vorgibt, höhere finanzielle Zuschüsse gewährt als ihre Vorgängerin, die CDU/CSU-Regierung unter Kiesinger. … Dies alles zeigt die abgrundtiefe Heuchelei der SPD/FDP-Regierung, die eine Fraktion des westdeutschen Monopolkapitals vertritt, in ihrem angeblichen Kampf gegen den Rechtsradikalismus."

Grundsätzlich solle man propagieren "nicht die Rettung der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie, sondern die Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates durch die Herstellung der revolutionären Einheitsfront der Arbeiterklasse."

Von der Ende Dezember stattfindenden Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Feb. 1971, 6.12.1971):
Anwesend waren: E (Ernst Aust), Eg. (ZK), D (Wasserkante), H (Niedersachen), W (Südwest), K (NRW).
Abwesend: Bayern (By), Westberlin (Wb), möglicherweise H (By). K nahm als Ersatzmann für W, LPV NRW teil.

"Status der LPV bei RM-Red noch ungeklärt. Globale Fassung ihrer Aufgabe: Bericht aus LV, Sammeln von Artikeln aus LV, Übernahme von Artikeln für RM. Von vornherein ungeklärt: wem sind sie für ihre Tätigkeit hauptseitig verantwortlich, der jeweiligen LL oder dem RM-Verantwortlichen? Eine diesbezügliche Frage von mir wurde vertagt.

Kritik an RM 11/70 (vgl. Dez. 1970, d.Vf.): mangelnde Aktualität, besonders des Aufmachers (Geldner-Artikel). Mein Hinweis auf größere Aktualität der RF/Bo ('Rote Fahne' der KPD/ML-ZB, d.Vf.) wurde von E und Eg zurückgewiesen. E: zur Zeit nur monatliches Erscheinen möglich, ab Februar 14tägig (was lange Debatte über Möglichkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt auslöste).
Eg: Hauptseite Propaganda, daher nicht so wichtig, ob aktuell oder nicht.
Mein Einwand, daß der RM schließlich verkauft sein will, zurückgewiesen mit dem Verdacht, daß ich der spontanen Bewegung hinterherlaufen wolle.
Hauptseite sei nicht Massengewinnung, sondern Vorhut. Analoge Diskussion über den Preis: Ich hatte Einwände gegen 1 DM geltend gemacht, mir wurde entgegengenhalten, daß der RM sich selbst tragen müsse. Man versprach, bis zum nächsten Mal Rechnungen vorzulegen.

Weiterer Vorschlag von mir: Verbesserung des Layouts: als Beispiel hatte ich mitgebracht: RF/Bo Extrablatt September 70 und BSZ ('Bochumer Studenten Zeitung', d.Vf.) Nr. Solidarität mit SDS Heidelberg. Ablehnung von E und Eg. E bezeichnete das als unseriös. Eg sinngemäß: 'Wir sind doch kein Boulevardblatt. Wir weisen uns durch niveauvollen Inhalt aus, daher entsprechende Form.' Mein Einwand, daß auch BILD nicht zuletzt wegen ansprechenden Layouts gut verkauft wird, wurde als bürgerlich 'entlarvt. Ich argumentierte wie ein bürgerlicher Werbungsindustrieller. Auf meinen Einwand, daß wir schließlich den RM vor den Werkstoren verkaufen müßten, entgegnete E (und Eg unterstützte ihn): 'Die fortschrittlichen Arbeiter kaufen ihn sowieso. Knallige Aufmachung schreckt sie nur ab. Der Preis spielt keine besondere Rolle. Wer begriffen hat, worum es geht, zahlt auch 1 DM.' Mir wurde ein KJVD-Tick unterstellt, aber die Sache selbst auf die leichte Schulter genommen. Die übrigen Redkoll-Mitglieder nahmen keine Stellung, ich hatte den Eindruck, sie riskierten es nicht, etwas gegen die 'Autoritäten' zu sagen. Nur W (SW) erhob ebenfalls Einwände gegen den Preis, weshalb zugesichert wurde, daß zum nächsten Mal die Kalkulation vorgelegt würde (vorher fand noch eine Debatte darüber statt, ob wir hier überhaupt das Recht hätten, Einblick zu verlangen, sie wurde aber zu unseren Gunsten entschieden, da wir schließlich die Sache vertreten müßten).

Auf dieser Sitzung wurde von Eg ein Plan vorgelegt, nach dem künftig der RM gestaltet werden sollte, damit er 'Gesicht bekommt'. Es handelte sich dabei um eine Aufteilung der Seiten: 1. Seite: politische Enthüllungen / 2. Seite: Fortsetzung von S.1 / 3 und 4. Seite: aus dem Parteileben / 5. und 6. Seite: aus Betrieb und Gewerkschaft (diese Seiten wurden vom ZBGK beansprucht), 7. Seite; marxistisch-leninistische Weltbewegung. 8. Seite: Enthüllungen aus dem kulturellen Bereich ('linkes Feuilleton).

Dieser Plan wurde mit Mehrheit angenommen und nach ihm wurden im Wesentlichen die kommenden Nummern gestaltet. Statt 'aus dem Parteileben' konnten auch Artikel zur Programmdiskussion erscheinen, jedoch um diese gab es unterschiedliche Auffassungen. E war der Ansicht, daß dafür ein theoretisches Organ geschaffen werden müsse, ich war der Ansicht, daß das auch die RM-Leser interessiere, die nicht alle das theoretische Organ kaufen würden. Im theoretischen Organ hätten zudem die Ergebnisse der Diskussion zu erscheinen. E wandte ein: der RM-Leser nimmt das, was im RM steht, als Parteilinie an, wogegen ich einwandte, daß er den RM kritisch lesen lernen müsse. Ich wurde von Eg unterstützt. Die Frage erhielt aktuelle Brisanz durch den bereits erschienenen 2-Wege-Artikel und eine dazu vorliegende Selbstkritik."

Zu den Artikeln der Nr. 1 heißt es im selben Bericht:"
SPD/FDP-REGIERUNG - WEGBEREITER DES FASCHISMUS. Von E vorgelegt, in Redaktion besprochen, Korrekturen in Richtung auf 2-Wege-Theorie mit Zustimmung der Redaktion von K vorgenommen.

BONN TREIBT PREISE. Von E vorgelegt, in Redaktion besprochen und angenommen.

ES LEBE DIE HELDENHAFTE ARBEITERKLASSE POLENS! Lag der Redaktion nicht vor. Sie war sich darüber einig, daß dazu etwas geschrieben werden müßte und hat einen Redakteur damit beauftragt (wen, weiß ich nicht mehr, ich vermute: D).

HANNOVER: SIEG IM VOLKSKRIEG - KLASSENKAMPF IM EIGENEN LAND! Bericht einer Demonstration, vorgelegt von H (NdS), der ihn vermutlich selbst verfaßt hat. Ein Artikel der LL (NdS) zu diesem Artikel, der für 2/1971 verfaßt war und den Inhalt dieses Artikels total in Frage stellte, wurde von der Redaktion mit Mehrheit abgelehnt. Ich unterstützte die Mehrheit, da der LL-Artikel sich speziell mit der Auswirkung der Demonstration auf die Parteigenossen befaßt und deren ideologische Auseinandersetzung zum Inhalt hatte. Ich war der Meinung, es sei sektiererisch, den RM mit Querelen dieser Art zu belasten. Zugleich damit verbunden war der Versuch der LL, ihren LPV aus der Redaktion zurückzuziehen. Eg wies E darauf hin, daß die Entscheidung darüber bei ihm als RM-Verantwortlichem liege und er hier nicht einfach nachgeben dürfe. Die Entscheidung fand meine Billigung, da auch ich durch die Doppelverantwortlichkeit zwischen Redaktion und LL in Legitimationsschwierigkeiten war.

HAMBURG: PROTESTDEMONSTRATION GEGEN HUSSEIN-BESUCH. Demonstrationsbericht, vermutlich von E, lag der Redaktion vor.

BOCHUM: ALLE MACHT IN ARBEITERHAND! Demonstrationsbericht der OG Bochum, lag der Redaktion vor.

FREIBURG: NIEDER MIT FRANCO! Demonstrationsbericht, lag der Redaktion vor.

DER PROZEß VON BURGOS - EIN HERVORRAGENDES TRIBUNAL GEGEN DAS FASCHISTISCHE FRANCO-REGIME UND SEINE IMPERIALISTISCHEN HINTERMÄNNER! Ob dieser Artikel der Redaktion vorlag, weiß ich nicht mehr, jedoch hatte sie die Notwendigkeit der Behandlung dieses Themas gesehen. Ich vermute als Verfasser D.

VÖLKER DER GANZEN WELT, VEREINIGT EUCH, BESIEGT DIE USA-AGGRESSOREN UND ALLE IHRE LAKAIEN! Lag der Redaktion vor, Verfasser H (NdS), wurde mit einigen Änderungen angenommen.

Für diese Nummer lag eine SELBSTKRITIK zur 2-Wege-Theorie vor, die von der Redaktion gebilligt wurde, jedoch erst in 3/1971 erschien.

Ferner lag die Fortsetzung der Rede Enver Hoxhas 'NEHMT EURE REVISIONISTISCHE BRILLE AB' vor, die aus Platzgründen vertagt wurde. Was an Leserbriefen vorlag, habe ich nicht zur Kenntnis genommen, ich hatte jedoch angefragt, wie sie zu behandeln seien, bekam zur Antwort, daß es sich um Zustimmungen handelt. die nichts weiter hergeben.

Als Notwendigkeit zur Verbesserung der Zeitung wurde die Einführung von kurzen Meldungen angesehen und alle Redaktionsmitglieder darauf verpflichtet, die Zeitungen danach durchzuforsten, insbesondere nach Daten über Kurzarbeit, Entlassungen, Preissteigerungen zur Belegung der These von der kommenden Wirtschaftskrise. Die Redaktion ging davon aus, daß richtige Vorhersagen dieser Art das Vertrauen der Leser in die Partei stärken."
Quellen: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 1f; Roter Morgen Nr. 1, Hamburg Jan. 1971

Februar 1971:
Die Nr. 2 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Jan. 1971, März 1971) beschäftigt sich u.a. mit der Kurzarbeit, wobei aus Hessen die eigene Stadtteilgruppe Frankfurt-Riederwald erwähnt und aus der eigenen Chemie-Betriebszeitung 'Rotfront' für die Hoechst-Betriebe im Raum Frankfurt - Ausgabe Höchst und Griesheim (vgl. 11.1.1971) zitiert wird. Von der Solidaritätskampagne gegen die Burgosprozesse in Spanien wird ebenfalls aus Frankfurt berichtet (vgl. 24.12.1970), wo auch eine Spendenaktion durchgeführt wurde.

In Baden-Württemberg führte die Ortsgruppe Freiburg eine Spendenaktion durch. Aus Freiburg wird auch von der Demonstration gegen den 100. Jahrestag der Reichsgründung berichtet (vgl. 18.1.1971) und eine Erklärung der eigenen OG dazu veröffentlicht.

In Berlin führte man eine Spendenaktion durch.

Der KSB/ML ist in NRW an der RUB Bochum aktiv. Die Ortsgruppe Bochum führte eine Spendenaktion durch. Aus Duisburg wird berichtet über den eigenen 'Röhrenkieker' Nr. 2 (vgl. Dez. 1970) für Mannesmann (MM) Huckingen.

In Schleswig-Holstein sind in Grömitz an der Ostsee die Zelte teurer geworden.

Laut dem Leitartikel "Zum Entwurf des neuen BVG - Kampf dem Betriebsfriedensgesetz" will jetzt "die SPD/FDP-Regierung im Interesse der Kapitalisten den berüchtigten Friedenspflicht-Paragraphen noch verschärfen". Damit habe sich herausgestellt, daß "die SPD/FDP-Regierung nichts weiter ist als eine Agentur des Monopolkapitals zur Unterdrückung der Werktätigen".

Weitere Artikel sind:
- Chemiearbeiter verraten und verkauft,
- Kurzarbeit: Die Krise kündigt sich an,
- Enver Hoxha (Albanien, d.Vf.), Rede auf der Moskauer Konferenz 1960.

Der Artikel "Ein klärendes Dokument" geht auf die KPD/ML-ZB und eine Veröffentlichung in deren 'Kommunistischem Nachrichtendienst' (KND) Nr. 4 (vgl. 16.1.1971) ein. Danach hat die KPD/ML am 4. Januar 1971 per Eilboten ein Schreiben an den Parteivorstand und zwei Bezirksvorstände der DKP gerichtet, und die DKP dazu aufgefordert, sich am 17.1.1971 an einer Gegendemonstration gegen die Faschisten zu beteiligen.

Zur KPD/ML-ZB und zum antifaschistischen Kampf sagt die KPD/ML-ZK:"
Wir stellen dazu fest: Die KPD/ML hat mit dieser Organisation nichts zu tun. Sie lehnt es auf Grund eines Beschlusses prinzipiell ab, Bündnisse mit Revisionisten auf organisatorischer Ebene abzuschließen. Das vorliegende Dokument zeigt klar zu welchem Prinzipienverrat solche Anbiederungsversuche führen (Statt deutscher Imperialismus: 'Ausdehnung des reaktionären Preußentums auf das Reichsgebiet. … Beginn einer großsprecherischen und agggressiven Außenpolitik.' Statt Kampf gegen die Diktatur der Bourgeoisie in allen ihren Formen einschließlich SPD: 'Wenn die Arbeiterklasse und alle demokratischen Kräfte sich zusammenschließen gegen den gemeinsamen Feind, gegen den Faschismus, dann kann der Faschismus nicht siegen'. … Die KPD/ML tritt natürlich für ein kämpferisches Aktionsbündnis an der Basis mit allen Werktätigen ein, egal ob es sich dabei um Mitglieder der DKP, der SPD oder sogar der CDU handelt, solange diese bereit sind, sich aktiv für die Durchsetzung korrekter Forderungen einzusetzen."

Der Artikel "China in Utopia" befaßt sich mit einem China-Artikel im 'Spiegel' Nr. 3 vom 11.1.1971, wozu es u.a. heißt, "die chinesische Gesellschaft, die auch der 'Spiegel' als eine Gesellschaft der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit schildert, wird seltsamerweise immer wieder als 'ferne Utopie' und 'utopisch' bezeichnet. Gerade dieser Widerspruch enthüllt den BÜRGERLICHEN Charakter des Artikels. 'Utopie' bedeutet: Nirgendwo. Der 'Spiegel' sagt: die freie, gleiche und brüderliche Gesellschaft existiert in China, also nirgendwo. Dieses Nirgendwo gilt nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich: der 'Spiegel' schweigt sich darüber aus, wie die chinesische Gesellschaft zustandekam. Zwar ist von der 'roten Soldaten-Republik von Jenan' die Rede, aber was erwähnt der 'Spiegel' vor allem? 'Sie (die Soldaten) spielten Theater, lasen einander vor und philosophierten.' Das reicht nicht, lieber 'Spiegel', das reicht weiß Gott nicht! Diese Soldaten taten noch andere Dinge! Sie liquidierten (jawohl liquidierten) zum Beispiel Großgrundbesitzer … Denn auch die Räte-Republik von Jenan war bereits DIKTATUR DES PROLETARIATS!

Es ist eben nun einmal so, daß nirgendwo in der Welt die Arbeiter und armen Bauern 'Theater spielen und philosophieren' können, bevor sie nicht zunächst diejenigen beseitigt haben, die sie daran hindern. Das eben ist der Punkt, der ganz entscheidende Punkt, in dem der Artikel die Wahrheit über China nicht sagt, sondern verschleiert. Wunderbar, daß in China die Prüfungen an den Schulen und Hochschulen abgeschafft wurden! ABER WIE ERREICHT MAN DAS? Hier gibt der 'Spiegel' absichtlich keine Antwort, denn die wissenschaftliche Antwort müßte heißen: durch organisierten, revolutionären Klassenkampf, durch gewaltsamen Sturz der Ausbeuterklassen, Zerschlagung ihres Staatsapparates und Errichtung der Diktatur des Proletariats. …

Der 'Spiegel' verschweigt das Entscheidende: die Frage des bewaffneten Sturzes der Bourgeoisie in China und die Frage der Diktatur des Proletariats. Eben darin zeigt sich sein Versuch, das 'chinesische Modell' unter den Hut der bürgerlichen Legalität zu bri-ngen, wodurch es dann zur 'Utopie' wird. Dem Proletariat und seiner marxistisch-leninistischen Avantgarde können solche Artikel im Augenblick von Nutzen sein. Sie beschreiben dem Publikum sozusagen ein Paradies. Auf die Frage des Publikums: 'Wie kommen wir hinein?' - schweigen sie sich aus. Darauf geben wir Marxisten-Leninisten aber dann die Antwort!"

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Jan. 1971, März 1971):"
ZUM ENTWURF DES NEUEN BVG - KAMPF DEM BETRIEBS'FRIEDENSGESETZ'! Von E vorgelegt, wurde heftig diskutiert. Ich hatte Einwände gegen Formulierungen, die mir zu legalistisch waren sowie gegen Formulierungen, die mir als Unterstützung der Bonzen erschienen (daß dem Betriebsrat die Hände gebunden seien u. ä.), wurde jedoch niederdiskutiert. Trotzdem schrieb ich einen entsprechenden Brief an E, worin ich versuchte, meinen Standpunkt darzulegen und davor warnte, daß der Artikel in der vorliegenden Form veröffentlicht wurde. In diesem Brief jedoch drückte ich mich um den Vorwurf des Rechtsopportunismus herum. Er wurde von E als empiristisch zurückgewiesen. Ein Doppel dieses Briefes händigte ich an den Landesleiter aus. Ich selber habe kein Exemplar mehr.

MORDWAFFE MEDIKAMENT. Von E vorgelegt, von der Redaktion angenommen. Kritik: Zum Contergan-Prozeß wird Stellung genommen, als er vorbei ist, richtete sich meinerseits u.a. gegen die OG Alsdorf und wurde damals auch in der LL vorgetragen (bis dahin gehörte ich der LL nicht an, da nur ersatzweise für W mit Pressearbeit beauftragt).

VORWÄRTS IM AUFBAU DES RM! Von E verfaßt, nachdem die Preisfrage in der Redaktion zu heftigen Kontroversen geführt hatte. W (SW) und ich waren für Reduzierung auf 50 Pf. eingetreten. Artikel lag der Redaktion nicht vor. Kritik daran war erst möglich nach Vorlage von Rechnungen. Da mir Druckkosten enorm hoch vorkamen, machte ich den Vorschlag, bei BSZ-Druckerei Anfrage zu machen. Diese kalkulierte damals den halben Preis. Ich konnte jedoch nicht zusichern, daß der RM dort auch tatsächlich gedruckt werden konnte, zumal ein BSZ-Redakteur in dieser Richtung negative Erfahrungen gemacht hatte, war jedoch der Ansicht, daß dieser Preis bei bürgerlichen Druckereien normal ist. Dem wurde von E wiedersprochen.

KURZARBEIT: DIE KRISE KÜNDIGT SICH AN. Auswahl aus Betriebszeitungen von E vorgenommen. Von mir war verlangt worden, daß im ZO auch regelmäßig über Betriebsarbeit berichtet wird, wie es die RF/Bochum (KPD/ML-ZB, d.Vf.) tut. Ich brachte regelmäßig die RF mit, um den Genossen einen Vergleich zu ermöglichen. Lange Zeit wurde das abgetan damit, daß wir die richtige Linie hätten und das, was die RF mache, unter Niveau sei.

ENVER HOXHA II: Fortsetzung der in 11/1970 begonnenen Rede. Der 3. Teil wurde von Nummer zu Nummer hinausgeschoben, bis dann eines Tages erklärt wurde, daß man ihn nicht mehr bringen könne. Versprochen wurde eine Broschüre darüber.

AKTIONSEINHEIT MIT DEN REVISIONISTEN? Besprochen wurde der Bericht der OG Frankfurt und das 'klärende Dokument'. Ich vertrat die Ansicht, daß der Brief der RF/Bochum in vollem Wortlaut abgedruckt und ideologisch auseinanderzunehmen sei. Letzteres geschah nur bruchstückhaft. Um was für einen Beschluß es sich handelt, der prinzipiell eine Aktionseinheit mit Revisionisten ablehnte, blieb unbefragt, wir hielten den Beschluß für richtig. Diskussion entstand darüber, ob der Bericht der OG Frankfurt, der dagegen verstieß, abgedruckt werden könne. Ich war für Abdruck, da er eine klärende Erfahrung beinhalte. Die Erklärung der OG Frankfurt wurde meines Wissens nicht diskutiert, sie lag aber vor.

CHINA GESPIEGELT. Von Eg, enthielt noch Passagen über 'legalen Maoismus' (analog zum legalen Marxismus der Struwe und Co zur Zeit des Zarismus), die von der Redaktion gestrichen wurden. Ich war der Ansicht, daß das nicht von der Hand zu weisen sei, erinnerte u.a. an Peter Schultze in der Süddeutschen Zeitung ((SZ, d.Vf.) Artikelserie über China), wurde von der Mehrheit auch nicht vom Gegenteil überzeugt. Das 'Vorsichts' Argument überwog.

Nicht erschien ein Artikel über Guinea. Während ich für die Notwendigkeit eines solchen Artikels plädierte, wurde eingewandt, daß wegen der monatlichen Erscheinungsweise Aktualität sowieso nicht zu verwirklichen sei. Wir können nicht hinter den Ereignissen hinterherlaufen, sondern müßten die Redaktionsarbeit planen. Diese Planung jedoch unterblieb im wesentlichen, insbesondere was Beiträge betraf, die in den Bereich der Kommissionstätigkeit fielen. Putschistisch wurde in verschiedenen Beiträgen eine Linie der Partei vorweggenommen, da seitens der Kommissionen keine klärenden Beiträge vorlagen."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 3f; Roter Morgen Nr. 2, Hamburg Feb. 1971;Zündkerze Nr. 7, Bochum März/Apr. 1971, S. 13

März 1971:
Der 'Rote Morgen' der KPD/ML-ZK Nr. 3 (vgl. Feb. 1971, Apr. 1971) berichtet außer aus NRW von Opel Bochum, von Mannesmann Huckingen Duisburg über den Artikel "Arm in Arm mit den Faschisten" im 'Roten Punkt' der DKP (vgl. 1.2.1971) sowie in einer Arbeiterkorrespondenz:"Mannesmann-Arbeiter pfeifen DKP-Betriebsrat aus" und mit Hilfe des eigenen 'Röhrenkiekers' sowie von der Kupferhütte Duisburg auch über die Chinawochen die von den Ortsgruppen in Köln, sowie in Baden-Württemberg in Freiburg, Stuttgart und Mannheim, in Hessen in Marburg, in Rheinland-Pfalz in Worms und in Westberlin (vgl. 13.3.1971) durchgeführt wurden. Eine weitere Ortsgruppe der KPD/ML-ZK gibt es in Bayern in München.

Aus den USA wird in USA 1970 - Schauplatz revolutionärer Kräfte" über verschiedene Kämpfe von Studenten, nationalen Minderheiten und LKW-Fahrern (vgl. 29.4.1970) berichtet.

Laut dem Leitartikel "Nach der Niederlage in Laos plant Nixon Atomschlag?" verfolgen die amerikanischen Imperialisten einen "großen strategischen Plan". Weiter heißt es:"
In den USA selbst wird gleichzeitig die öffentliche Meinung auf die Anwendung von Kernwaffen im Indochinakrieg vorbereitet. Verschiedene Zeitungen starten Versuchsballons … um die Atmosphäre der öffentlichen Meinung zu erforschen. Zufällig wird zur gleichen Zeit versehentlich ein Atom-Alarm für die USA ausgelöst. … Jede weitere Eskalation des Indochinakrieges wird die Völker der Welt einschließlich des amerikanischen Volkes nur noch fester vereinigen unter der Losung: Hände weg von Nord-Vietnam! Hände weg von China!"

Weitere Artikel sind "Genscher auf den Spuren Görings" und "Imperialismus und Benzinpreise". Enthalten ist auch ein "Aufruf zur Einheit aller Marxisten-Leninisten".

In "Zwei Wege des westdeutschen Imperialismus. Eine Selbstkritik" (vgl. Dez. 1970) erklärt das ZK der KPD/ML-ZK u.a.:"
Der Artikel 'Zwei Wege des westdeutschen Imperialismus' aus der Dezember-Nummer 1970 des RM hat in der KPD/ML und darüber hinaus in der marxistisch-leninistischen Bewegung Westdeutschlands eine Diskussion in Gang gesetzt, die noch in mehreren Kritiken und Stellungnahmen ihren Niederschlag finden wird. Diese Diskussion ist sehr wichtig, und es war das Ziel des Artikels, sie in Gang zu bringen. Im Laufe dieser Diskussion werden die Marxisten-Leninisten der BRD die Widersprüche ihres Hauptfeindes wissenschschaftlich analysieren und so seine objektiven Entwicklungstendenzen feststellen. Die positive Seite des Artikels besteht darin, daß er den Ansatz zu einer konkreten Analyse der konkreten Situation des westdeutschen Imperialismus liefert. Der Artikel hat allerdings auch einige ernste Schwächen, die zu Mißverständnissen führen können. Die erste Schwäche besteht darin, daß bei der Anwendung der dialektischen Methode in dem Artikel nicht genügend klar zwischen zwei Ebenen unterschieden wird: Diese zwei Ebenen drücken sich darin aus, daß einerseits von 'zwei Wegen' des westdeutschen Imperialismus die Rede ist, andererseits aber von den 'beiden Fraktionen der Monopole'. Zunächst muß klargestellt werden, daß der Artikel von 'zwei Wegen', nicht von 'zwei Fraktionen' handelt. Was bedeutet das? Marx hat festgestellt, daß die Bourgeoisie eines jeden Landes sich 'eine Nation, eine Regierung, ein Gesetz, ein nationales Klasseninteresse, eine Douanenlinie' schafft (Manifest). Diese Tatsache schließt zwar Fraktionierungen der Bourgeoisie auf nationaler Ebene keineswegs aus, legt aber auch ihre Grenze fest: Gegenüber der ausländischen Konkurrenz bildet die Bourgeoisie jedes Landes eine widersprüchliche Einheit, nach außen verhält sie sich notwendigerweise als geschlossener Block. Dieser Block läßt sich vertreten durch 'die moderne Staatsgewalt', die 'nur ein Ausschuß ist, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisieklasse verwaltet'. (Marx). Natürlich gibt es auf der Ebene des Staates und der Regierung eine Auseinandersetzung über Strategie und Taktik der Bourgeoisie. Sie spiegelt sich in verschiedenen politischen Fraktionen wider. Diese politischen Fraktionen liegen auf der Ebene des Überbaus, ihre verschiedenen strategischen und taktischen Vorschläge beziehen sich jeweils auf die gesamte Bourgeoisieklasse. Diese politischen Fraktionen dürfen deshalb auf keinen Fall verwechselt werden mit 'Fraktionen der Monopole'. Kann es 'Fraktionen der Monopole' geben? Selbstverständlich. Das liegt im Wesen des Kapitalismus, es entstehen fortwährend Widersprüche zwischen stagnierenden und schnell expandierenden Monopolen, zwischen Monopolen, die ihre Märkte mehr im Inland und solchen, die sie mehr im Ausland suchen usw. Bei ihrer Analyse des Faschismus nahm die Komintern z.B. seinerzeit an, daß es eine Fraktion des Finanzkapitals gab, die 'am meisten reaktionär, und am meisten aggressiv' war. Diese Bestimmung war zwar allgemein gehalten, nichtsdestoweniger aber richtig. Auch wir müssen den westdeutschen Imperialismus auf solche Fraktionen der Monopole hin untersuchen. Es muß aber klar sein, daß solche 'Fraktionen der Monopole' auf der Ebene der ökonomischen Basis liegen und daß sie nicht identisch sind mit den politischen Fraktionen, wie sie am deutlichsten in den Parteien hervortreten. Natürlich besteht zwischen den ökonomischen und den politischen Fraktionen der Bourgeoisie ein enger Zusammenhang: dieser Zusammenhang ist jedoch nicht mechanischer, sondern dialektischer Natur. Das Wesen der politischen Fraktionen ist es dabei, daß sie immer strategische und taktische Vorstellungen für die gesamte Klasse der Bourgeoisie entwickeln müssen. Jetzt zurück zu den 'zwei Wegen': Es handelt sich dabei um den Kampf zweier politischer Fraktionen der Bourgeoisie, der sich um zwei verschiedene taktische Vorstellungen dreht. Strategisch haben beide Fraktionen das gleiche Ziel: dem westdeutschen Imperialismus einen Platz an der Sonne zu sichern. Taktisch besteht jedoch ein entscheidender Widerspruch über die nächste zu realisierende Etappe. Dieser Widerspruch wird in dem Artikel richtig dargestellt. Inzwischen hat Strauß diesen Widerspruch noch einmal (in einem Interview mit der Wirtschaftswoche … das in dem Artikel nicht mehr einbezogen werden konnte) sehr klar formuliert" (vgl. 20.11.1970).

Auf westeuropäische Integration als Wiederauflage des großdeutschen Reiches müsse, laut der SPD/FDP-Propaganda verzichtet werden:"
Diesen Verzicht möchte Strauß eben auf keinen Fall leisten. Er bestimmt als nächste Etappe der Expansion des westdeutschen Imperialismus sehr klar: Westdeutsche Integration. Brandt dagegen sieht ein anderes Etappenziel, das der paneuropäischen Zusammenarbeit. … Es handelt sich in der Tat um zwei taktische Konzepte, die sich ausschließen. Die nächste Frage, die wir als Marxisten-Leninisten stellen müssen, wenn wir nicht auf dem Niveau des Bewußtseins der Bourgeoisie stehen bleiben wollen, ist die nach den materialistisch zu begründenden Entwicklungstendenzen dieses Kampfes innerhalb der Bourgeoisie. Was diese Frage angeht, so stellt der Artikel Hypothesen auf, bei denen ebenfalls Unklarheiten in der Formulierung vorlagen: 'Aus dieser Lage ergibt sich ein fundamentaler Widerspruch für die westdeutschen Monopole: sollen sie die US-SU-Herrschaft über die Welt anerkennen und sich im Einverständnis mit USA und SU möglichst günstig einzurichten suchen? … Oder sollen sie sich dagegen zur Wehr setzen und zur unabhängigen dritten Weltmacht aufstreben?' In dieser Formulierung fehlen wesentliche Dinge: erstens kann Anerkennung hier nur bedeuten: vorübergehende, vertragliche Anerkennung. Selbstverständlich wird kein Imperialismus die Einflußsphären seiner Konkurrenten dauerhaft anerkennen. Zweitens ist auch die US-SU-Herrschaft keine stabile Sache, sondern nur das labile Gleichgewicht zweier Konkurrenten, deren Konkurrenz heftig weiterbesteht. Drittens ist das Anerkennen bzw. Aufstreben zur dritten Weltmacht selbstverständlich keine Sache des freien Willens der Bourgeoisie, sondern durch die ökonomischen Zwänge zur Expansion bestimmt. Die entscheidende Frage, die die weitere Diskussion also klären muß, ist folgende: welches ist der dialektische Zusammenhang zwischen objektiven, ökonomischen Expansionstendenzen verschiedener Monopolgruppen in West- und Osteuropa (sowie in Afrika, Asien, Lateinamerika) einerseits und den politischen Entwürfen über verschiedene Etappen der Expansion andererseits? Diese Frage ist keineswegs leicht zu beantworten, wie es z.B. die Tatsache der Rußlandreise deutscher Kapitalisten im Januar 1971 zeigt: an der Delegation beteiligten sich folgende Mitglieder: Wolff von Amerongen (Vorsitzender des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft), Dax (Siemens), Hansen (Bayer), Menges (GHH), Overbeck (Mannesmann), Sammet (Hoechst); Timm (BASF), Ulrich (Deutsche Bank). Eine Fraktionierung ist hier schwer festzustellen, obwohl auf der anderen Seite aus der einfachen Tatsache der Besichtigungsreise auch nicht geschlossen werden kann, daß alle vertretenen Monopole in gleicher Weise an der Ostexpansion interessiert sind. Zum Schluß muß noch auf weitere Lücken des Artikels hingewiesen werden: Erstens wird bei der Frage 'Westeuropäischer' oder 'Osteuropäischer Weg' die Rolle des proletarischen Klassenkampfes nicht erwähnt. Es ist klar, daß der 'osteuropäische Weg' in mancher Hinsicht besser geeignet ist, das Proletariat zu beschwichtigen und zu betrügen. Diese Tatsache wird natürlich gerade in einer Phase sich verschärfender Klassenkämpfe für die Bourgeoisie sehr wichtig sein: Zweitens fehlen bei der taktischen Linie der KPD/ML gegenüber dem 'osteuropäischen Weg' einige notwendige Punkte: auch im Falle des Hauptschlages gegen die SPD ist es unsere Aufgabe, die Massen gegen die Verbrechen des Imperialismus und Militarismus zu mobilisieren und sie aufzuklären über die Vorbereitung des Sozialfaschismus sowie den Kampf dagegen. Wir sind keinesfalls der Meinung, daß die SPD friedliebender wäre. Das kann sie nicht sein, da sie die Interessen der Monopole vertritt."

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Feb. 1971, Apr. 1971):"
NACH DER NIEDERLAGE IN LAOS - PLANT NIXON ATOMSCHLAG? Dazu lagen zwei Beiträge vor, die jeweils einen richtigen Gedanken zum Inhalt hatten. H (NdS) erhielt den Auftrag, beide Artikel zu kombinieren! Besprochen wurde das Ergebnis nicht mehr.

GENSCHER AUF DEN SPUREN GÖRINGS. Vorgelegt von E. Der Artikel wurde von der Redaktion mit Mehrheit in der vorliegenden Fassung angenommen. Ich war mir nicht sicher, ob man die Baader-Meinhof-Gruppe (RAF, d.Vf.) einfach als Anarchisten abtun könne, war eher der Meinung, daß es sich um Putschisten handelt. Mein Einwand wurde jedoch zurückgewiesen und vermutet, daß ich für derartige Aktionen was über hätte (was auch zutraf).

ARBEITERKORRESPONDENZ. Der ZÜNDKERZE-Artikel lag seit Dezember vor und war längst von der Redaktion verabschiedet. Er wurde veröffentlicht, weil sonst für diese Seiten nichts vorlag. Die Gestaltung dieser Seiten (Betrieb und Gewerkschaft) hatte das ZBGK beansprucht, jedoch nichts geliefert. Diese Praxis des ZBGK sollte sich auch künftig fortsetzen, so daß die Redaktion auch hier (wie bei den Kommissionsartikeln) improvisieren durfte.

USA 1970 - SCHAUPLATZ REVOLUTIONÄRER KRÄFTE. Das Lob der Sprengungen usw. in den USA schien mir in Widerspruch zu der Verurteilung der Baader-Meinhof-Aktionen zu stehen. Dieser Widerspruch wurde damit von E gelöst, daß in den USA die Klassenkämpfe bereits weiterentwickelt sind. Ich war der Ansicht, daß die Baader-Meinhof-Gruppe im Grunde genommen die Aktionen der 2.-Juni-Bewegung nur fortsetzt, daß diese aber mittlerweile zersplittert sei und sie darum allein bleibe. Deshalb: Putschismus.

SELBSTKRITIK - 2-WEGE DES WESTDEUTSCHEN IMPERIALISMUS. War bereits für 1/1971 vorgesehen, jedoch vom RM-Verantwortlichen der Wichtigkeit nach gegenüber anderen Artikeln zurückgesetzt worden und aus Platzgründen erst jetzt veröffentlicht. Zum Zeitpunkt der Diskussion des Artikels war von mir eingewandt worden, daß es schlecht sei, ihn mit 'Selbstkritik' zu überschreiben, da damit der 2-Wege-Artikel als Parteilinie erscheinen könnte. Ich hielt ihn für richtig, E nicht. Was die übrigen Redakteure davon hielten, weiß ich nicht mehr (D hatte mehrmals Skepsis geäußert). Eg hatte sich mit der Überschrift schließlich durchgesetzt, denn er hielt es für wichtig, daß bekannt würde, daß er selbst diese Einwände gemacht habe.

IMPERIALISMUS UND BENZINPREISE. Von Eg vorgelegt. Der Artikel liegt voll auf der Linie der 2-Wege-Theorie und wurde von mir unterstützt. Er rief eine Kontroverse hervor, da die Einschätzung des Teheran-Kartells durch die VR China anders war. Unterstützt wurde die gegebene Einschätzung durch Toufan (Iran, d.Vf.), worauf der LPV By (H) hinwies. Die Mehrheit entschied sich schließlich für den Artikel.

WARNUNG. War das Ergebnis eines Berichts von H (By), der bei der Redaktion in vielerlei Hinsicht Skepsis auslöste. Insbesondere erschien fragwürdig, wieso ein Genosse, der sogar für's ZK vorgesehen war, so plötzlich als Agent entlarvt sein sollte. Zweifel an der Münchener Kaderpolitik wurden geäußert (diese Diskussion sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt verstärkt fortsetzen, als es um den Neubauer-Artikel ging)."

Verkauft werden soll diese Ausgabe u.a. in:
- Rheinland-Pfalz bei BASF Ludwigshafen (CPK-Bereich - vgl. 8.3.1971).
Q: Der Rote Funken Nr. 1, Ludwigshafen März 1971, S. 12; KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 4;KPD/ML-ZB: Zwei Wege in den Sumpf des Opportunismus I. Die Theorien des Roten Morgen, Berlin 1971, S. 138f;KPD/ML: Die Hindernisse für eine prinzipienfeste Einheit der Marxisten-Leninisten müssen ausgeräumt werden. Zu den opportunistischen Positionen der GRF(KPD), Dortmund 1976, S. 111;Roter Morgen Nr. 3, Hamburg März 1971;KPD/ML-ZK-OGL Dortmund: Kritik der OGL Dortmund an der 'Theorie' von den Zwei-Wegen des westdeutschen Imperialismus und ihrer Auswirkungen auf die Praxis der Partei, Dortmund o.J. (1971)

April 1971:
Die Nr. 4 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. März 1971, Apr. 1971) erscheint mit dem Leitartikel "1. Mai - Kampftag der Arbeiterklasse". Der Artikel behandelt die Geschichte des 1. Mai und endet:"
Die Geschichte aber zeigt, daß sich die Arbeiterklasse nicht auf die Dauer betrügen läßt und der 1. Mai im Endeffekt doch wieder ein Kampftag der Arbeiterklasse wird. Wie 1929 die scheinrevolutionäre SPD auf die Arbeiter schießen ließ, so lassen heute die Scheinkommunisten in Polen, die Gesinnungskumpane der DKP, auf die Arbeiter schießen, die mit roten Fahnen und unter dem Gesang der Internationale für die Beseitigung der bürgerlichen Diktatur Gomulkas kämpften. Die deutsche Arbeiterklasse muß erneut um den 1. Mai als den Kampftag der internationalen Solidarität des Proletariats kämpfen. Für einen roten 1. Mai unter den Losungen der KPD/ML gegen die Kapitalistenklasse und ihre Handlanger von DGB, SPD, DKP: Wer hat uns verraten? - Gewerkschaftsbürokraten! Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten! Wer hat uns verraten? - DKP-Renegaten! Wer macht uns frei? - Die kommunistische Partei! Kommt zu unserem 1. Mai!"

Weitere Artikel sind:
- Bauern schaffen, Banken raffen! (vgl. 27.2.1971);
- Lohnkampf in der Chemieindustrie! zur CTR der CPK und
- 100. Jahrestag der Pariser Kommune!.

Mit dem Artikel zur CTR befaßt sich auch die KPD/ML-ZB (vgl. 4.7.1971).

Aus NRW wird berichtet von Fahrpreiskämpfen aus Dortmund (vgl. 2.3.1971, Apr. 1971) und von der Beteiligung der KPD/ML-ZK und der RG an den Demonstrationen in Bochum (vgl. 12.3.1971) und Moers (vgl. 27.2.1971). Aus Duisburg wird berichtet von der Roten Betriebsgruppe (RBG) Demag und ihrer Zeitung 'Hammer' sowie von der Kupferhütte (IGM-Bereich - vgl. 12.3.1971).

Aus Berlin wird berichtet von der Chinawoche (vgl. 13.3.1971).

Aus der türkischen Zeitung 'Isci Köylü' wird ein Aufruf übernommen.

Im Artikel "Über die Verbindung von ökonomischem und politischem Kampf" wird ausgeführt:"
Die Erfahrungen der Partei während der Metalltarifbewegung im vergangenen Herbst haben gezeigt, daß es in der Partei noch Unklarheiten über die Aufgaben der Partei im ökonomischen Kampf, vor allem gegenüber der spontanen Streikbewegung gibt. Einerseits gibt es Genossen, die meinen, die Partei müsse jetzt vor allem den ökonomischen Kampf führen; andererseits gibt es Genossen, die aus Furcht vor dem Abgleiten in den Ökonomismus den ökonomischen Kampf nur zögernd unterstützen. Beide Abweichungen beruhen sowohl auf mangelnden Erfahrungen als auch auf dem Einfluß des Ökonomismus, der ständig von außen auf die Partei einwirkt. Deshalb ist es unsere Aufgabe, die korrekte m-l Linie für die Verbindung von ökonomischem und politischem Kampf aufzuzeigen; einmal um in den künftigen Lohnkämpfen wirkungsvoller den Klassenkampf entfalten zu können und zum anderen, um die rechten und 'linken' Tendenzen in den eigenen Reihen bekämpfen zu können … Der ökonomische Kampf ist nicht imstande, die Herrschaft der Bourgeoisie ernsthaft zu gefährden; er führt keine politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen herbei. Aus sich heraus kann der ökonomische Kampf nicht zum revolutionären politischen Kampf werden, sondern immer nur zur reformistischen Politik führen … Auf sich gestellt wird der ökonomische Kampf also immer im Fahrwasser der Politik bürgerlicher Parteien bleiben … Je nach der Entwicklung der wirtschaftlichen Widersprüche im Kapitalismus flammt der ökonomische Kampf auf oder er ruht. Den ökonomischen Kampf führen die Arbeiter von sich aus. Die Organisationen dieses Kampfes müssen Gewerkschaften sein … Daß sie es heute nicht mehr sind, liegt daran, daß der Imperialismus die Gewerkschaften … umfunktioniert hat. Klassenbewußtsein, das Bewußtsein von den politischen Aufgaben des Proletariats im Kampf gegen die Bourgeoisie, entsteht also nicht im ökonomischen Kampf … Das politische Klassenbewußtsein kann nur im politischen Kampf, im Klassenkampf, entwickelt werden … Den ökonomischen Kampf führen die Arbeiter von sich aus, aber der revolutionäre politische Kampf kann nur unter Führung der Partei entwickelt werden und zum Sieg führen. Folgt daraus, daß sich die Partei um den ökonomischen Kampf nicht zu kümmern braucht? Nein! … Im ökonomischen Kampf wird die Arbeiterklasse immer wieder mit dem politischen Unterdrückungsapparat der Bourgeoisie konfrontriert … Diese Erfahrungen muß die Partei aufgreifen, aus dem Zusammenhang des Klassenkampfes erklären, als Instrument der politischen Unterdrückung der Arbeiterklasse, die die ökonomische Ausbeutung durch die Bourgeoisie absichern soll; anhand dieser Erfahrungen muß die Partei die Notwendigkeit und die Aufgaben des politischen Kampfes aufzeigen. Das heißt: den ökonomischen Kampf mit dem politischen Kampf verbinden. Das ist auch und gerade die Aufgabe revolutionärer Gewerkschaften … Die Arbeiterklasse braucht Gewerkschaften, die den ökonomischen Kampf mit dem politischen Kampf verbinden. Gewerkschaften, die unter der ideologischen und politischen Führung der revolutionärfen Partei des Proletariats stehen. Durch diese Verbindung des ökonomischen Kampfes mit dem politischen Kampf entsteht aber noch kein wirkliches politisches Klassenbewußtsein, das die Aufgabe aller Seiten des politischen Kampfes umfaßt: das Bündnis mit den breiten werktätigen Massen und die Ausnutzung aller Reserven zum gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie, zur Zerschlagung ihres Staatsapparates und zur Errichtung der Diktatur des Proletariats für den Aufbau des Sozialismus und des Kommunismus. Insofern kann der ökonomische Kampf eben nur 'Ausgangspunkt für das Erwachen des Klassenbewußtseins' sein. Wirkliches Klassenbewußtsein entsteht nur durch die allseitige Agitation und Propaganda der Partei, die als höchste Form der Klassenorganisation den Klassenkampf an allen Fronten führt und leitet … Der ökonomische Kampf der Arbeiterklasse wird von den heutigen Gewerkschaften im Auftrag des Kapitalismus kontrolliert und weitgehend verhindert. Die Verschärfung der ökonomischen Widersprüche des westdeutschen Imperialismus hat jedoch zu einem Wiederaufleben des spontanen ökonomischen Kampfes geführt, der den Einfluß der reaktionären Gewerkschaftsbürokratie sprengt und z.T. bewußt gegen sie gerichtet ist. Außerdem gibt es bereits Keime revolutionärer Massenorganisationen auf betrieblicher Ebene. Aber die heutigen Gewerkschaften behindern nicht nur die Entfaltung des ökonomischen Kampfes, sondern vor allem versuchen sie, die Verbindung des ökonomischen Kampfes mit dem revolutionären Kampf zu verhindern und die Politisierung der Arbeiterklasse in die Bahnen bürgerlicher Politik, auf den Weg des Reformismus und - wo das nicht mehr geht - des Revisionismus zu lenken. Der revolutionäre Kampf des westdeutschen Proletariats war durch den Verrat der KPD jahrelang praktisch zum Erliegen gekommen. Erst mit dem Aufbau der KPD/ML gelang es, wieder eine eigenständige, revolutionäre proletarische Politik zu entwickeln. Die derzeitige Hauptaufgabe dieser Politik ist die Gewinnung der Vorhut des Proletariats für den Kommunismus, wobei der Aufbau der KPD/ML zur bolschewistischen Partei im Mittelpunkt steht und durch den Aufbau proletarischer Massenorganisationen ergänzt wird. Was ergibt sich daraus für die Linie der Partei im Verhältnis zum ökonomischen Kampf und angesichts des Aufschwungs der spontanen Bewegung? Die Existenz einer spontanen Bewegung des ökonomischen Kampfes bedeutet nicht, daß die Partei nun überwiegend ökonomische Agitation betreiben muß. Im Gegenteil gerade der Aufschwung der spontanen Bewegung verlangt verstärkte Anstrengungen der Partei in der politischen Agitation und Propaganda. Die Partei hat grundsätzlich die Aufgabe, den politischen Kampf zu führen. Nicht jedoch dem ökonomischen Kampf politischen Charakter zu verleihen und ihm damit Vorrang vor dem politischen zu geben … Angesichts der derzeitigen Schwäche der politischen Bewegung würde das unweigerlich zum völligen Abgleiten in den Ökonomismus führen … Die Partei hat vielmehr die Aufgabe, den politischen Kampf voranzutreiben. Den ökonomischen Kampf muß sie unterstützen, und soweit möglich lenken sowie mit dem politischen Kampf verbinden. Nur so ist dem spontanen Kampf Bewußtheit und organisierter Charakter zu verleihen, nur so kann die spontane Bewegung zu einem Schritt vorwärts zur Revolution werden … Vor allem muß die Partei diesen ökonomischen Kampf mit dem politischen Kampf verbinden, indem sie einerseits die verräterische Politik der Gewerkschaftsbürokratie und die Rolle anderer Werkzeuge und Handlanger der Bourgeoisie, z.B. der Revisionisten, entlarvt. Indem sie andererseits die Notwendigkeit Roter Betriebsgruppen als revolutionärer betrieblicher Massenorganisationen erklärt und ihren Aufbau vorantreibt. Die Aufgabe der RBG's (als Keime einer künftigen revolutionären Gewerkschaft) ist es dann, den ökonomischen Kampf auf betrieblicher Grundlage zu organisieren und anzuführen und mit dem politischen Kampf zu verbinden, dessen allseitige Führung die Partei innehaben muß. Die Roten Betriebsgruppen sind Massenorganisationen der Partei. Als solche haben sie die Aufgabe, durch ihre antikapitalistische und antirevisionistische Praxis im Betrieb den fortgeschrittenen Teil der Belegschaften für den Marxismus-Leninismus zu gewinnen, d.h. an die Politik der Partei heranzuführen … Durch diese Arbeit der RBG's wird die Verbindung der Partei mit den parteilosen Massen gefestigt, werden die Parteikader im Betrieb gestählt und neue Kader herangebildet."

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. März 1971, Apr. 1971):"
1.MAI - KAMPFTAG DER ARBEITERKLASSE. Wurde von mir während der Sitzungen geschrieben, da wir vorher nicht dazu gekommen waren, die Nummern vorzuplanen. Der Artikel fand die Zustimmung der gesamten Redaktion.

BAUERN SCHAFFEN, BANKEN RAFFEN. Wurde von E während der Sitzung verfaßt. Vorlage: Eine Klassenanalyse von Eg. Der Artikel löste eine Kontroverse darüber aus, ob es legitim sei, die Bauern als Bündnispartner des Proletariats anzusehen. Der Genosse H (NdS) argumentierte mit einem Marx-Zitat, wonach der Bauer wegen seines Hanges am Besitz als reaktionär bezeichnet wird. Ich unterstützte E gegen diesen Einwand: wir sind kaum in der Arbeiterklasse verankert und wollen schon zur Bauernfrage Stellung nehmen, wurde zurückgewiesen, da die Frankfurter Genossen Bauernagitation betrieben. Der anwesende Frankfurter Genosse (ZBGK-Mitglied) war dafür, den Artikel zusätzlich als Broschüre herauszubringen.

KAMPF GEGEN FAHRPREISE IN DORTMUND. Der Artikel hatte einen Vorspann, der ihn in den Rahmen der zunehmenden Schwierigkeiten des Imperialismus stellte. Das wurde von der Mehrheit als bombastisch abgelehnt. Es wäre besser, dazu einen eigenen Artikel zu schreiben. Nach einer eingehenden Diskussion, wobei der Vorwurf des Linksliberalismus (E) und der Unausgewiesenheit der Nulltarifforderung (E und andere) von mir zurückgewiesen wurde, wurde er mit geringfügigen Änderungen angenommen (D hatte mir vorher einen Brief geschrieben, daß zu diesen Aktionen ein Artikel geschrieben werden müßte).

LOHNKAMPF IN DER CHEMIEINDUSTRIE. Die Redaktion sah die Notwendigkeit, dazu einen Artikel zu schreiben. Das sollte der anwesende ZBGK-Vertreter tun. Er schaffte es während der Sitzung nicht, so daß der Artikel nachgereicht wurde. Diskutiert worden war, warum die Frankfurter Genossen nur 900 DM (statt, wie die RF/Bochum (KPD/ML-ZB, d.Vf.) 1 000 DM) gefordert hätten. Der Frankfurter Genosse konnte das nicht überzeugend klar machen.

AUS BETRIEB UND GEWERKSCHAFT. Der Beitrag 'Ein neues Spaltungsmanöver' war schon für die vorhergehende Nummer vorgesehen.
7 TOTE BEI BLOM UND VOß lag der Redaktion vor und fand ungeteilte Zustimmung.
STREIK BEI DER DUISBURGER KUPFERHÜTTE war ebenfalls überfällig.

ÜBER DIE VERBINDUNG VON ÖKONOMISCHEM UND POLITISCHEM KAMPF. Er war bereits für 2/1971 vorgesehen. Der Artikel löste eine heftige Diskussion aus. Verfaßt war er von W (SW) und wurde u.a. von Eg unterstützt, während ich dagegen Einwände hatte. So schien mir die Rolle der Gewerkschaft im Imperialismus nicht gewürdigt. Veränderungsvorschläge von mir wurden nur teilweise akzeptiert. Kontrovers war auch die Beschreibung der Rolle der RGB (Keimform einer künftigen Gewerkschaft), was besonders von Eg unterstützt wurde. Mir wurde entgegengehalten, daß es nicht darauf ankäme, ob der Artikel auf der Höhe der Zeit sei, sondern daß er grundsätzlich stimme. Aber auch da hatte ich Bedenken, ohne sie jedoch artikulieren zu können. Schließlich stimmte ich zu.

100 JAHRE PARISER KOMMUNE. Mit diesem Artikel war ich beauftragt worden, jedoch wegen der Straßenbahnaktionen nicht dazu gekommen. Er wurde mit Hilfe von Material, welches ich mitbrachte, von H (NdS) und mir verfaßt. Mein Vorschlag, die UZ (der DKP, d.Vf.) zu zitieren und zu entlarven, unterblieb. Nicht behandelt wurde ein Artikel von D über Koexistenzprinzipien, der sich auf einen Artikel über Allende (10/70) bezog. Er wurde sehr viel später behandelt. Ein Artikel von W (SW) über Kaderbehandlung wurde zurückgewiesen, wegen 'Unionismus' (das Erheben von Freundschaften über die Politik, wie es bei der Unione dei marxisti-leninisti zum Prinzip gemacht wurde). Bei beiden Artikeln kann ich nicht mehr den Zeitpunkt angeben, wann sie in der Redaktion diskutiert wurden, jedoch muß das bis 4/71 geschehen sein."

Verkauft werden soll diese Ausgabe u.a. in:
- NRW in Bochum (vgl. 29.3.1971, 3.4.1971) und in Rheinhausen (heute Duisburg - vgl. 10.4.1971).
Q: KPD/ML-ZK: Was ist los in Dortmund und Bochum?, Duisburg o.J. (1971), S. 2; KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 5f;Roter Morgen Nr. 4, Hamburg Apr. 1971;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 54, Bochum 17.7.1971, S. 14;KPD/ML-ZK-OG Bochum: Arbeiter! Hausfrauen! Lehrlinge!, Bochum o.J. (März 1971), S. 2;KPD/ML-ZK-OG Bochum: Kollege, greif ein!, Bochum o.J. (1.4.1971), S. 3

April 1971:
Die KPD/ML-ZK gibt vermutlich im April - zwischen Nr. 3 und 4 - ein Extrablatt ihres 'Roten Morgens' (vgl. Apr. 1971, Mai 1971) zum 1. Mai heraus.

Von der nicht stattgefundenen Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Apr. 1971, Mai 1971):"
EXTRABLATT ZUM 1.MAI. Die Nummer lag der Redaktion nicht vor. Sie durfte sie erst bewundern, als daran nichts mehr zu ändern war. Vermutlicher Autor: E, mit Zustimmung des ZK.
Von der Notwendigkeit einer 1. Mai-Sondernummer war zwar in der Redaktion schon lange vorher die Rede gewesen, aber da die Diskussionen in aller Regel so sehr ausgedehnt wurden, daß viele Artikel nur so nebenbei bzw. überhaupt nicht mehr besprochen werden konnten, war auch die Planung dieser Nummer unterblieben. Während in den ersten Monaten noch jeweils eine Nummer global vorgeplant werden konnte, unterblieb das von diesem Zeitpunkt an völlig. Ursprünglich sollte bereits ab Februar der RM 14tägig erscheinen, dann wurde das Datum auf Mai hinausgeschoben, schließlich wurde es darüber September. Das 14tägige Erscheinen erforderte die Freistellung von E."

Verkauft werden soll diese Ausgabe u.a. in:
- NRW in Bochum (vgl. 1.4.1971, 3.4.1971) und Rheinhausen (heute Duisburg - vgl. 10.4.1971).
Q: KPD/ML-ZK: Was ist los in Dortmund und Bochum?, Duisburg o.J. (1971), S. 2; KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 5;Roter Morgen Extrablatt zum 1. Mai, Hamburg 1971;KPD/ML-ZK-OG Bochum: Arbeiter! Hausfrauen! Lehrlinge!, Bochum o.J. (März 1971), S. 2;KPD/ML-ZK-OG Bochum: Kollege, greif ein!, Bochum o.J. (1.4.1971), S. 3

Mai 1971:
Der 'Rote Morgen' Nr. 5 (vgl. April 1971, Juni 1971) erscheint und berichtet von Ford in England und Köln sowie über die Maiaktionen der KPD/ML-ZK:"
1.MAI 1971
UNTER DER ROTEN FAHNE DER ARBEITERKLASSE:

Der 1. Mai 1971 wird als Tag in die Geschichte der deutschen Arbeiterklasse eingehen, an dem zum ersten Mal wieder seit langen Jahren, die rote Fahne der Arbeiterklasse zahlreiche Demonstrationszüge beherrschte, an dem die marxistisch-leninistische Bewegung, an dem unsere Partei, die KPD/ML, offen und kämpferisch unter den Bildern der Klassiker des Marxismus-Leninismus, Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao Tse-tung, unsere großen deutschen Arbeiterführer Ernst Thälmann, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Erscheinung trat.

Wie stellte sich die Situation zum diesjährigen 1. Mai dar?

In einer gemeinsamen Erklärung der KPD/AO und der KPD/ML Westberlin zur Unterstützung der 1. Mai-Demonstration des gewerkschaftlichen Mai-Komitees im Wedding hieß es dazu:
'Angesichts der herannahenden Wirtschaftskrise, angesichts der rapiden Verschlechterung der Lebensbedingungen der Arbeiterklasse durch Lohnabbau und Preistreiberei, angesichts der steigenden Arbeitshetze und Massenentlassungen, angesichts der zunehmenden politischen Unterdrückung von Widerstandsaktionen der Arbeiterklasse durch das reaktionäre Betriebsverfassungsgesetz (BVG, d.Vf.) und Illegalisierungsmaßnahmen gegen sozialistische und kommunistische Organisationen, wagt es die DGB-Führung, in Westdeutschland und Westberlin den Kampftag der Arbeiterklasse für abgeschafft zu erklären und durch eine stille Feierstunde in geschlossenen Räumen zu ersetzen.'

Dieser Versuch, die Arbeiterklasse am 1. Mai von der Straße fernzuhalten wie in Westberlin, Hamburg und anderen Städten oder auf DGB-Feierstunden im Freien mit Regierungssprechern wie in Hannover, Dortmund und anderswo, zu verschaukeln, konnte von der Partei nicht hingenommen werden, sondern mußte mit aller Entschiedenheit bekämpft werden. Gerade die Tatsache, daß von Jahr zu Jahr immer mehr Kolleginnen und Kollegen den offiziellen DGB-Feiern fernblieben, weil sie dort ihre Interessen nicht vertreten fanden, mußte uns veranlassen, in enger Verbindung mit der Hauptaufgabe unserer Partei, die Vorhut der Arbeiterklasse für den Kommunismus zu gewinnen, eigene Demonstrationen und Kundgebungen, wenn möglich im Bündnis mit anderen Gruppen und Organisationen vorzubereiten. Dabei gingen wir in der politischen Vorbereitung des 1. Mai von folgenden Leitsätzen aus:

1. Die 1. Mai-Kampagne muß erreichen, daß der Kommunismus, die revolutionäre Politik der Partei in relativ großen Teilen der Bevölkerung, vor allem der Arbeiterklasse, propagiert werden.

2. Die ideologische Vereineheitlichung der Partei muß durch die praktische Durchführung der 1. Mai-Kampagne im Kampf gegen die bürgerliche Linie innerhalb der Arbeiterbewegung auf ein höheres Niveau gebracht werden.

3. Die 1. Mai-Kampagne muß ein Schritt in der Vorantreibung der Massenlinie darstellen. Der 1. Mai muß für die KPD/ML ein Schritt voran sein in der Herstellung der Verbindung mit den werktätigen Massen.

VORBEREITUNG

Aus dieser Aufgabenstellung ergab sich, daß der Schwerpunkt der Agitations- und Propagandarbeit der Partei fast ausschließlich in den Betrieben und Arbeiterwohnvierteln lag. Neben der Verbreitung der ROTEN-MORGEN-Sonderausgabe in über 200 000 Exemplaren erschienen auf örtlicher Basis zahlreiche Betriebsflugblätter und 1.-Mai-Sonderausgaben, deren Auflage ebenfalls in die Hunderttausende ging. Dabei beschränkten sich die Genossinnen und Genossen nicht auf das Verteilen von Flugblättern vor Betrieben und Berufsschulen, sondern führten Aktionen und Veranstaltungen vielfältiger Art durch. So wurde z.B. in Köln und Hamburg vor Betrieben (im Hafen), in Arbeiterbezirken (Köln-Kalk) Agit-Prop-Stände errichtet, Hausaktionen von Tür zu Tür wie in Hannovers Arbeiterviertel Linden, vorbereitende Versammlungen in Lokalen wie in Dortmund und Bochum, Einsatz von Propaganda-Lastwagen und Filmveranstaltungen in München und Hamburg durchgeführt.

Die inhaltliche Bestimmung der Agitation und Propaganda zum 1. Mai lag - den Richtlinien der Partei entsprechend - ausgehend von Forderungen der Arbeiterklasse 'Gleicher Lohn für gleiche Arbeit', 'Kampf dem reaktionären Betriebsverfassungsgesetz', 'Die Krise kommt - vereinigt Euch im Kampf gegen Lohnabbau, Kurzarbeit und Entlassungen', 'Gegen Mitbestimmungskrampf - vereinigt Euch im Klassenkampf' und anderen, in Losungen wie 'Gegen das Kapital und seine SPD-Regierung - die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasses', 'Kampf dem Dreibund von Kapital, Staat und DGB-Apparat' bis zu Losungen wie 'Stärken wir die Kommunistische Partei Deutschlands/ Marxisten-Leninisten', 'Für ein einiges, freies, unabhängiges und sozialistisches Deutschland' und Losungen im Sinne des proletarischen Internationalismus wie 'Deutsche und ausländische Arbeiter - eine Arbeiterklasse', 'Nieder mit dem US-Imperialismus und dem sowjetischen Sozialimperialismus'.

Sie wurden auf örtlicher Basis wie beispielsweise in Westberlin, wo es gelang, ein Bündnis zwischen den Marxisten-Leninisten herzustellen, ergänzt durch Losungen wie 'Kampf der Illegalisierung sozialistischer und kommunistischer Organisationen', 'Gegen die Spaltung der Arbeiterklasse durch Reformismus und Revisionismus', 'Nieder mit dem US-Imperialismus, dem Hauptfeind der Menschheit', 'Nieder mit der Kapitulations- und Spaltungspolitik der revisionistischen Parteien, mit dem Sowjetrevisionismus an der Spitze' u.ä.

DURCHFÜHRUNG

Zum 1. Mai fanden zentrale und örtliche Demonstrationen, Kundgebungen und Versammlungen der KPD/ML allein oder im Bündnis mit anderen revolutionären Gruppen und Organisationen in folgenden Städten und Orten statt: Westberlin, Hamburg, Hannover, Dortmund, Frankfurt, Köln, Bielefeld, Freiburg, Mannheim, Würzburg, Ludwigshafen, Karlsruhe, Lörrach, Offenburg, Marburg, Aachen, Emmendingen und Heilbronn."

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von den Mai-Aktionen in Emmendingen, Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Lörrach und Offenburg.

Aus Bayern wird berichtet über die Mai-Demonstrationen in Würzburg und die Kurzarbeit bei Siemens in Regensburg, Amberg und München, wozu die Ortsgruppe München bereits ein erstes Flugblatt verteilt habe.

Aus Berlin wird berichtet vom 1. Mai.

Aus Hamburg wird berichtet von einem Mai-Agitpropstand im Hafen.

Aus Hessen wird berichtet vom 1. Mai in Frankfurt und Marburg.

Aus Niedersachsen wird berichtet vom 1. Mai in Hannover-Linden.

Aus NRW wird berichtet von einem Mai-Agitpropstand in Köln-Kalk und den Mai-Demonstrationen in Aachen, Bielefeld, Dortmund und Köln.

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet vom 1. Mai in Ludwigshafen.

Zusammenfassend heißt es:"
ERFOLG

Soweit einige 1. Mai-Berichte der Ortsgruppen der Partei. Zusammenfassend kann gesagt werden: Der 1. Mai 1971 war ein Erfolg, ein Schritt vorwärts in der Verbindung der Partei mit den Werktätigen, der Gewinnung der fortschrittlichsten Kollegen für den Kommunismus. Gerade das disziplinierte Auftreten unserer Genossinnen und Genossen, die Demonstrationszüge unter einem Meer von roten Fahnen, die Kampflosungen auf den Transparenten, die mitgeführten Porträts der Klassiker des Marxismus-Leninismus und unserer deutschen Arbeiterführer waren eine deutliche, gewollte Abgrenzung vom Mitbestimmungsgelatsche der DKP und ihres diversen Anhangs. Und dieses, unser Auftreten war es, das von klassenbewußten Arbeitern mit Zustimmung begrüßt wurde. Oder wie soll man es werten, wenn Arbeiter am Rande des Zuges mit erhobener Faust grüßten, wenn aus den Fenstern Beifall geklatscht wurde, wenn Arbeiter, wohl manche seit 20 Jahren wieder das erste Mal in den Gesang der Internationale einstimmten, wenn Jungarbeiter, Lehrlinge, aber auch ältere Arbeiter sich zur Mitarbeit bereit erklärten. Natürlich, niemand von uns hatte oder konnte erwarten, daß unseren Demonstrationen und Kundgebungen die Werktätigen in Massen zuströmen würden. Dazu ist die deutsche Arbeiterklasse zu oft von reformistischen und revisionistischen Führern belogen und betrogen worden, dazu ist die Skepsis noch viel zu groß. Noch lange nicht vermag die Mehrheit der Kollegen zwischen uns und den Revisionisten zu unterscheiden. Noch viel zu wenig sind unsere Ansichten und Ziele bekannt. Das müssen wir ändern.

Wem allerdings die Partei nicht nur bekannt ist, sondern unheimlich zu werden beginnt, das ist der Klassengegner.

War es für die bürgerlichen Journalisten zur oder kurz nach der Parteigründung noch ein Gag, über die KPD/ML oder die Roten Garden zu berichten, so wie man über irgendwelche Sektierer oder Verrückte schreibt, so verfolgte man zum diesjährigen 1. Mai die Totschweige-Taktik. Nur in Westberlin, wo man nicht umhin konnte, berichtete man. So brachte es z.B. die Hamburger Presse fertig, mit keinem Wort zu erwähnen, daß zum 1. Mai rund 4 000 auf den Straßen demonstrierten und die SPD-Morgenpost schrieb gar: 'Der Mai ist gestorben!'

Nebenbei, interessant war auch, daß in Vorbereitung des 1. Mai sich die bürgerliche Presse auf örtlicher Basis, wie zum Beispiel in Bielefeld, offen auf die Seite der DKP stellte und uns angriff.

SCHWIERIGKEITEN

Schwierigkeiten, vielfältiger Art ergaben sich zum 1. Mai mit der Herstellung der notwendigen Aktionseinheit auf örtlicher Basis. Die Praxis - wie in Westberlin - erwies, daß es zur Zeit unmöglich ist, und geradezu schädlich wäre, mit den Revisionisten der SEW und DKP die Aktionseinheit herstellen zu wollen. Niemand kann uns zumuten, hinter betrügerischen Parolen wie die für die Mitbestimmung und den Abschluß der Ost-West-Verträge einherzutrotten, das fadenscheinige Argument der Befürworter solcher 'Einheit', dadurch könne man die guten, die revolutionären Genossen in diesen Parteien von ihrer Führung trennen, zieht nicht. Das Gegenteil ist der Fall! Gerade das bewußte, revolutionäre Auftreten der Marxisten-Leninisten in einer eigenen Demonstration veranlaßte solche Genossen, sich uns anzuschließen, wie die Praxis bewies. So war es dann auch völlig korrekt wie die Westberliner KPD/AO und KPD/ML in ihrer gemeinsamen Erklärung schrieben:
'Je heftiger sich unter den Bedingungen des Imperialismus der Kampf der Klassen, sowohl national wie international entwickelt, desto schärfer tritt innerhalb der Arbeiterbewegung der Kampf zweier Linien, der Kampf zwischen denen, die die Revolution unterstützen und denen, die sich letzten Endes auf die Seite der Bourgeoisie schlagen, hervor.

Die Entscheidung für die revolutionäre oder revisionistische Linie ist in der Vorbereitung des 1. Mai 1971 als Kampftag der Arbeiterklasse besonders schroff auf die Tagesordnung gesetzt worden. In diesem Jahr haben sich die Gruppen und Organisationen eindeutiger auf die eine oder andere Seite stellen müssen als zuvor.'

Diese vor dem 1. Mai geschriebenen Worte haben sich in der Praxis bestätigt.

Eine Wischi-Waschi-Einheit kann es nicht geben. Eine korrekte Einheit kann nur zustandekommen unter korrekten Losungen und einer korrekten politischen Linie, auf die man sich einigt.

Dabei geht es keinesfalls darum, wie von manchen Genossen behauptet wird, daß wir in solch einer Einheit die Führung innehaben wollen. Uns geht es einzig und allein um die korrekte marxistisch-leninistische Linie. Ist diese gesichert, kommt die Aktionseinheit auf dieser Basis zustande, verzichten wir gerne darauf, wie in Westberlin, unsere Partei herauszustellen:
'Unter den gegenwärtigen Bedingungen wäre es verantwortungslos, wolle man den 1. Mai dazu benutzen, durch das Auftreten in Organisationsblöcken während der Demonstration die Differenzen der verschiedenen Organisationen zur Schau zu stellen. Vielmehr muß gerade angesichts der sich zunehmend verschärfenden Kämpfe der Arbeiterklasse am 1. Mai im Wedding die Einigkeit der verschiedenen Organisationen über die Hauptparolen und Forderungen der kommenden Klassenauseinandersetzungen durch die inhaltliche und organisatorische Unterstützung des gewerkschaftlichen Mai-Komitees gezeigt werden.' (Erklärung der KPD/AO und KPD/ML Westberlin).

Leider gelang die Herstellung solch einer Einheit nicht überall. Geradezu heller Wahnsinn war es, was sich in Dortmund abspielte. Zwei KPD/ML unter fast gleichen Losungen und gleicher politischer Linie und zwei Demonstrationen. Das sollen jene verantworten, die unser Angebot zur Aktionseinheit am 1. Mai ablehnten. Wie anders in Mannheim, wo die Genossen der Partei, der Roten Garde, gemeinsam mit den Genossen des KJVD (der KPD/ML-ZB, d.Vf.) demonstrierten.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Immer wieder auf Veranstaltungen, Versammlungen, Kundgebungen zum 1. Mai wurde von den Arbeitern innerhalb und außerhalb der Partei die Zersplitterung der marxistisch-leninistischen Bewegung kritisiert. Unser Ziel muß es sein, diese Zersplitterung zu überwinden. Wenn die Berliner Genossen in ihrer gemeinsamen Erklärung schrieben:
'Alle marxistisch-leninistischen Organisationen, die in dieser prinzipiellen Frage Einigkeit erzielt haben, müssen auch in anderen Fragen der Strategie und Taktik des Marxismus-Leninismus, insbesondere an Fragen des Parteiaufbaus, vorhandene Differenzen in sachlichen Diskussionen erörtern, getragen von dem Wunsch nach Einheit', so sprachen sie auch im Namen unseres Zentralkomitees.'"

Spenden gingen u.a. ein aus Hessen vom KSB/ML Marburg und aus Schleswig-Holstein von der Marxistisch Leninistischen Hochschulorganisation (MLHO) Kiel.

Auslandsberichte widmen sich u.a. der KP Indiens/ML und der KP Ostbengalens/ML aus Bangla Desh.

Laut dem Leitartikel "Lohnraub durch Steuer-Reform" plant die SPD-FDP-Regierung "gemäß den Empfehlungen ihrer kapitalistischen Auftraggeber … für das kommende Jahr mit einer zusätzlichen Belastung, wie es Regierungssprecher Ahlers formulierte, die Arbeiter und Angestellten um Milliardenbeträge zu schröpfen. Das bestehende ausbeuterische Steuersystem, das die Reichen bevorteilt und die Armen belastet, soll weiter zugunsten der Millionäre und Multimillionäre verbessert werden."

Im Artikel "Zur Währungskrise" (vgl. vor allem: 'Roter Morgen' Nr. 11 vom Dez. 1970 und Nr. 3 vom März 1971 zu: 'Zwei Wege des westdeutschen Imperialismus') wird u.a. ausgeführt:"
In der westdeutschen Bourgeoisie gibt es eine Tendenz, die den jetzigen Zustand aufrechterhalten und ausbauen will (osteuropäischer Weg) und eine Tendenz, die auf den neuen Zustand hinarbeitet (westeuropäischer Weg). In allen bedeutenderen Krisen prallen die Absichten der Vertreter beider Tendenzen aufeinander, so auch in der augenblicklichen Währungskrise. Zwei Lösungsmöglichkeiten gab es für die Krise: man konnte sie zur Aufrechterhaltung des jetzigen Systems ausnützen oder dazu, einen weiteren Schritt auf dem westeuropäischen Weg zu gehen. Die erste Möglichkeit wurde von Schiller durchgesetzt: eine Freigabe nur des Wechselkurses der DM führte de facto zu einer Aufwertung der DM gegenüber dem Dollar. Der Dollar blieb gerettet, ebenso das System von Bretton Woods. Gleichzeitig verschärften sich die Widersprüche innerhalb Westeuropas und besonders innerhalb der EWG, da die Agrarpreisordnung und der gesamte Handel innerhalb der EWG gestört wurde. Der zweite Weg hätte eine Einführung von Devisenkontrollen in allen westeuropäischen Ländern bedeutet. Das hätte dazu geführt, daß die USA, um wieder Dollars in die EWG zu kriegen, worauf sie angewiesen sind, wohl oder übel hätten abwerten müssen. Das hätte ihnen sehr geschadet und hätte gleichzeitig die EWG-Staaten dazu gezwungen, einen ersten Schritt zur Währungsunion zu gehen. Eine Schlüsselfigur in der Krise spielte der Präsident der Westdeutschen Landesbank-Girozentrale, Poullain. Nach Berichten bürgerlicher Zeitungen hat er einen ähnlichen Einfluß auf die Regierung Brandt wie früher Abs auf die CDU-Regierung. In diesem Zusammenhang dürfte es aufschlußreich sein, daß die Westdeutsche Landesbank-Girozentrale international mit folgenden Banken verflochten ist: Chase Manhattan (USA), Royal Bank of Canada, Westminster Bank (England) (Großbritannien, d.Vf.). Die führende Bank in dieser Gruppe ist eindeutig die Chase Manhattan (81 Mrd. DM Bilanz gegenüber 38 Mrd. Westdeutsche Landesbank). Diese Tatsache, zusammen mit Poullains Politik, spricht stark für die Annahme, in Poullain und seiner Bank einen typischen Vertreter des US-Kapitals in der BRD zu sehen. Woher kam der Widerstand? Wer vertrat den westeuropäischen Weg? Auf politischer Ebene die CDU/CSU, besonders klar Strauß und Stoltenberg. Auf ökonomischer Ebene z.B. der BDI … Hinter dem BDI steht der größte und mächtigste Teil des westdeutschen Kapitals. Gegen ihn setzte sich augenblicklich das Bündnis eines schwächeren Teils des westdeutschen Kapitals mit dem US-Imperialismus durch. Man kann aber mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß es sich dabei nur um einen Pyrrhussieg gehandelt haben kann. Die jetzige Entscheidung, d.h. der kurzfristige, knappe Sieg des osteuropäischen Flügels, ist für das Proletariat günstig. Je länger der nahezu unentschiedene Kampf der beiden Fraktionen andauert, umso besser für das Proletariat. Außerdem ist es günstiger, wenn die SPD als soziale Hauptstütze der Bourgeoisie im Proletariat die Regierungsgewalt innehat und damit auch das arbeiterfeindliche Krisenmanagement betreiben muß. Allerdings besteht dabei eine Gefahr: die CDU/CSU wird diese Lage demagogisch ausnützen und der Arbeiterklasse und den anderen Werktätigen vorlügen, die Ursache für die Krise und ihr Elend wäre der osteuropäische Weg, und alles würde besser mit dem westeuropäischen Weg. Wir müssen schon jetzt sehen, daß diese Demagogie sehr gefährlich ist. Dazu kommt, daß es der Logik des westeuropäischen Weges entspricht, die VR China anzuerkennen. Auch auf die dann entstehende Lage müssen wir uns und die Massen schon jetzt vorbereiten."

Kritik an diesem Artikel übt die KPD/ML-ZB (vgl. 5.6.1971).

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Apr. 1971, Juni 1971):"
LOHNRAUB DURCH STEUER'REFORM'. Von E vorgelegt und trotz ideologischer Einwände von H (HdS) verabschiedet.

1.MAI 1971 - UNTER DER ROTEN FAHNE DER ARBEITERKLASSE. Die hierzu vorliegenden Artikel wurden nach Redaktionsschluß von E (und D?) zusammengefaßt und zu einem Bericht verarbeitet, der heftige Kontroversen in der Redaktion auslösen sollte. Die Redaktion kam völlig unvorbereitet zur Sitzung (die Planung der Nummer war nicht besprochen worden) und konnte bloß feststellen, worüber zu schreiben wichtig wäre. Versuche, einen Beitrag zur Währungskrise zu schreiben, scheiterten (ich war damit befaßt). Zum IGBE-Abschluß lag nichts vor. G (ZBGK-Leiter) bekam keinen Artikel mehr zustande. Der kleine Artikel VERRATEN UND VERKAUFT stammt von mir.

ZUR WÄHRUNGSKRISE. Von Eg vorgelegt. War nicht als Artikel, sondern als Material für einen Artikel gedacht, jedoch nach Redaktionsschluß eingetroffen. Ebenso ein Beitrag aus Frankfurt, der sprachlich klar war, an dem der RM-Verantwortliche jedoch revisionistische Fehler entdeckte. Auf diese Weise kam der Beitrag von Eg in den RM. Welche Rolle D dabei gespielt hat, weiß ich nicht. Er hat sein Beteiligtsein an der Entscheidung jedenfalls nicht bestritten.

TODESANZEIGE OT. Von mir, löste ebenfalls Widerspruch aus, da er zum KJVD abgewandert war. Ich hielt dem entgegen, daß unsere Rolle bei der Spaltung noch genauer zu untersuchen sei, ob da nicht unsererseits sektiererische Fehler gemacht worden seien. E stimmte dem zu.

KLASSENKÄMPFE IN BENGALEN. Von Eg. verfaßt, von mir ins lesbare Deutsch gebracht. Änderung über Klassen in Pakistan von Mehrheit der Redaktion gegen meine Einwände durchgesetzt (Begriff Kompradorenbourgeoisie kontrovers), Teil 'Klassengegensätze in Indien' von mir hinzugefügt."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 6; Roter Morgen Nr. 5, Hamburg Mai 1971;KPD/ML-ZK-OGL Dortmund: Kritik der OGL Dortmund an der 'Theorie' von den Zwei-Wegen des westdeutschen Imperialismus und ihrer Auswirkungen auf die Praxis der Partei, Dortmund o.J. (1971);Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 43, Bochum 5.6.1971, S. 1ff

Juni 1971:
Die Nr. 6 des 'Roten Morgens' (RM) der KPD/ML-ZK (vgl. Mai 1971, Juli 1971) enthält verspätete Maiberichte, Streikberichte (vgl. 17.5.1971), einen Artikel über Ungarn und einen Bericht über den Prozeß gegen die 27 Croupiers der Spielbank Bad Neuenahr in Rheinland-Pfalz wegen deren Streik 1967.
Spenden gingen ein u.a.:
- aus Baden-Württemberg von der Ortsgruppe Karlsruhe sowie den Roten Betriebsgruppen, den Roten Stadtteilgruppen und der Ortsgruppe Freiburg,
- vom Landesverband Berlin,
- von der Zelle "Edgar Andree" Hamburg,
- aus NRW von der Ortsgruppe Dortmund.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus dem DruPa-Bereich von Burda Offenburg (vgl. Mai 1971).

Im Artikel "Die Taktik der Bourgeoisie in der heutigen Phase der Klassenkämpfe gegenüber der KPD/ML. Senator Neubauer als Bombenleger" wird ausgeführt:"
Ist, oder besser war unsere Partei, die KPD/Marxisten-Leninisten vor dem Eindringen von Agenten gefeit? Offensichtlich nicht. Vor allem in der Anfangsphase des Parteiaufbaus im Jahre 1969 war es Agenten und unsicheren Elementen noch verhältnismäßig leicht, in die Partei einzudringen, da die bolschewistischen Kaderkriterien nicht oder nur ungenügend angewandt wurden … erst im Kampf vor allem gegen den rechtsopportunistischen Kurs des Leitungsgenossen W. D., der die massenhafte Anwerbung von Mitgliedern und die Aufhebung der Kandidatenzeit zum Prinzip erheben wollte, gelang es, Linie und Ausrichtung der Partei im bolschewistischen Sinne voranzutreiben und zu festigen. Damit aber waren noch nicht die Fehler des Gründungsopportunismus beseitigt, sie wirkten sich aus. Ein typisches Beispiel für die Einschleusung eines Agenten in die Partei war der Fall Erhard Dressel in Hamburg. Dressel, vor Jahren zu einer Freiheitsstrafe für Agententätigkeit im Auftrag des Staatssicherheitsdienstes der DDR in der Bundesrepublik verurteilt, arbeitete während der Zeit der 2. Juni-Bewegung - wie er später zugab - innerhalb des SDS als Spitzel des Stasi. Zirka 5 Monate nach Parteigründung machte er sich an die KPD/ML heran. Dadurch, daß er seine Vergangenheit nicht verschwieg (außer seiner Agententätigkeit im SDS), politisch im Marxismus-Leninsmus versiert war und sich eindeutig und offen vom Revisionismus der DKP distanzierte, schlich er sich in das Vertrauen der Genossen ein. Schon bald übertrug man ihm die Leitung eines Kollektivs der Roten Garde. Damit hatte man den Bock zum Gärtner gemacht. Dressel begann mit seiner Zersetzungstätigkeit. … Schon bald kümmerte er sich nicht mehr um Anweisungen und Richtlinien der Partei, sondern begann völlig selbständig zu handeln und verschwand unabgemeldet für Wochen. … Als die Partei ihn zur Verantwortung zog, legte er eine Bilderbuch-Selbstkritik ab, stimmte seiner Rückversetzung in den Kandidatenstand zu, nur um in der Partei bleiben zu können. Das nützte ihm jedoch nichts. Er wurde kurz darauf aus der Roten Garde wie aus der Partei ausgeschlossen. Immerhin hatte seine kurze Tätigkeit der RG Hamburg schweren Schaden zugefügt. Heute ist Dressel Mitglied der DKP. … Nicht alle Agenten in der Partei entlarven sich so schnell wie Dressel, wie der Fall Hugo Lanz in Müchen anschaulich beweist. Auch die Aufnahme von Lanz in die Partei erfolgte im Zuge des Gründungsopportunismus recht sorglos, obwohl es auf Grund der Rolle die Lanz vor Gründung der OG München im Kreise der Linken spielte, Anlaß zu Bedenken hätte geben müssen. Inwieweit Lanz als Agent eingeschleust wurde …, oder ob er sich erst im Zuge seiner Entlarvung vom objektiven zum subjektiven Agenten entwickelte, ist noch nicht restlos geklärt. Auf Antrag des Parteikomitees München (Ortsgruppe) der KPD/ML wurde Hugo Lanz am 16.2.1971 von der Mitgliederversammlung aus der Partei ausgeschlossen. Als Gründe für den Ausschluß wurden genannt Unterschlagung von Parteigeldern, individualistische und fraktionistische Tätigkeit. Die Überprüfung dieser Vorwürfe durch Genossen der Zentrale ergab, daß die Vorwürfe der Münchener OG in allen Punkten gerechtfertigt sind. Hugo Lanz, der anfangs für die Herausgabe der Broschürenreihe 'Aus der marxistisch-leninistischen Weltbewegung' verantwortlich war, beging schwere Verstöße gegen die Prinzipien des demokratischen Zentralismus, indem er sich bei der Auswahl der Artikel nicht von der politischen Linie der Partei, sondern von seinem eigenen Profitinteresse leiten ließ und eine Kontrolle durch die zuständigen Parteiorgane umging. Auch der (bürokratische) Versuch der OG München, ihn durch die Einrichtung einer zentralen Redaktion besser zu kontrollieren, umging er und stellte sein Treiben, ihm genehme Broschüren, von denen er sich großen Umsatz versprach, unter dem Namen der Partei erscheinen zu lassen, nicht ein. Als Beauftragter für den Literaturvertrieb mißachtete oder sabotierte er alle zentralen Beschlüsse und baute in Konkurrenz zum Zentralen Literaturvertrieb der Partei ein 'eigenes Unternehmen' auf Bundesebene auf. Das eingenommene Geld wirtschaftete Lanz durch Kontenmanipulation in die eigene Tasche. Fest steht, daß Lanz eine Summe von mindestens 8 362, 56 DM Parteigelder unterschlagen hat. Wahrscheinlich aber handelt es sich um die doppelte Summe, da Lanz zahlreiche Belege und Unterlagen vernichtete und kaum Buch führte. … Seinen Unterschlagungen versucht er jetzt ein ideologisches Mäntelchen umzuhängen, um sich in andere Gruppen wie die der Roten Fahne Tübingen (KAB/ML, d.Vf.) einzuschleichen. … Hugo Lanz hat 7 (sieben) Genossen, die nach Vereinbarung Parteimaterialien bei ihm abholen sollten, in eine Falle gelockt und wegen Raub und Erpressung angezeigt. Als 'Beweismaterial' lieferte er der Polizei sein ganzes Wissen über die Organisationsstruktur der Partei, über personelle Verhältnisse, lieferte er politische Unterlagen zur 'Überprüfung von Fingerabdrücken'. In Presseerklärungen nennt er die KPD/ML eine 'kriminelle Vereinigung von Politgangstern'. Dieser Schritt ist ungeheuerlich. Um seine Frechheit auf die Spitze zu treiben, versucht er jetzt die Partei zu erpressen. Wie der Agent Dressel, versucht auch Lanz in der Partei zu bleiben bzw. wieder hineinzukommen. … Hier wird mit aller Deutlichkeit klar, daß es sich bei Lanz nicht um einen kleinen Fisch handelt, der sich am Parteieigentum bereichert, weil er keine Lust zum Arbeiten hatte, sondern um einen Agentprovokateur übelster Sorte. … Die neuen Maßnahmen der Bourgeoisie gegen die Kommunistische Partei sind eben diese: Man will uns zu Kriminellen abstempeln, uns durch die Verbreitung von Lügenmärchen vor dem Proletariat unglaubwürdig machen. … Wir stehen heute am Anfang eines Kampfes, in dessen Verlauf der Klassenfeind zu immer schwereren Waffen greifen wird.

Kommunisten als die Vorhut des Proletariats müssen die zukünftige Entwicklung einschätzen könne, sich schon jetzt entsprechend darauf vorbereiten. Die Bolschewisierung der Partei, der konsequente ideologische Kampf, die strikte Einhaltung der Prinzipien des demokratischen Zentralismus - das sind unsere schärfsten Waffen im Kampf gegen das schwerste Geschütz der Bourgeoisie: Die bürgerlichen Agenten, die die KP von innen her zersetzen und zerstören sollen. … Jeden Schlag den die Bourgeoisie gegen uns führt, müssen wir umkehren und als Waffe gegen sie selbst benutzen. Jeder Schlag der Bourgeoisie, wenn wir ihn richtig beantworten, hilft uns, den Massen zu zeigen, wozu der Klassfeind fähig ist, wie verrottet und morsch er ist."

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Mai 1971, Juli 1971):"
SENATOR NEUBAUER ALS BOMBENLEGER. Endfassung von E nach Redaktionsschluß. Der erste Teil (mit Ausnahme Bayern) war der Redaktion vorgelesen und gebilligt worden. Über den 2. Teil entspann sich eine heftige Auseinandersetzung um die Beurteilung der Person HL.

Ksch (By) plädierte ganz entschieden für die Theorie vom subjektiven Agenten, während W (SW), D und H (NdS) das genau ausgewiesen haben wollten.

Ich verhielt mich passiv, wollte Einzelheiten wissen, konnte mir jedoch kein genaues Bild machen. Insbesondere wollten wir wissen, was das Untersuchungsergebnis der ZK-Kommission sei. Wir erfuhren, daß Y (Wk) im Auftrag des ZK in München war und den Eindruck, daß es sich um einen Agenten handelte, bestätigt habe. Der Verdacht wurde ausgesprochen, daß evtl. noch ein zweiter Agent in der OG München sitzt.

Die Auseinandersetzung ging darum, ob bestimmte Streitigkeiten auf ideologische Ursachen zurückführbar seien oder auf das systematische Ausspielen persönlicher Widersprüche. Diese Frage wurde bis Redaktionsschluß nicht befriedigend geklärt.

BONZEN, BURDA UND BANDITEN. Von W (SW) vorgelegt. Ihn auf die Titelseite zu
setzen, war eine Verlegenheitslösung, von E vorgenommen.

STREIK IN DEN CONTI-WERKEN HANNOVER. Bericht von H (NdS), von mir
systematisiert.

HOMBERG: VERRATEN UND VERKAUFT. Von der OG Duisburg.

KLASSENJUSTIZ FÜR KAPITALISTEN UND DGB-BONZEN. Von E.

RENAULT: RENAULT-ARBEITER BESETZEN HAUPTWERK. Von mir aus 'Humanite rouge' übersetzt und durch Einzelheiten aus ZÜNDKERZE ergänzt. Nach Redaktionsschluß fertiggestellt.

'ZUR WÄHRUNGSKRISE'. In der Redaktion war heftige Kritik an dem Artikel in 5/71 geübt worden, die sowohl seine Sprache als auch seinen Inhalt betraf. Insbesondere wurde hier erstmals die 2-Wege-Theorie scharf angegriffen ('SPD gleich soziale Hauptstütze' und 'SPD günstiger für das Proletariat'), wobei sich insbesondere H (NdS): 'revisionistischer Schreiberling' hervorhob. Der Vorwurf, nicht arbeitergemäß genug zu schreiben, wurde von Ksch auch auf den Pakistan-Beitrag ausgedehnt, jedoch wurde hier eingewandt, daß die Materie eine einfachere Sprache nicht zugelassen habe (E). Die Selbstkritik in 6/71 spart die ideologischen Differenzen aus und beschränkt sich auf den Arbeitsstil, was erneut Anlaß zu heftiger Kritik wurde.

GÖTTINGEN: KAMPF GEGEN UNSOZIALE FAHRPREISE. Bericht aus Göttingen, von mir überarbeitet.

UNGARN: AUSBEUTUNGSMETHODEN DER BOURGEOISIE: Nach Vorlage eines ungarischen Genossen von mir in klares Deutsch gebracht und durch Zitate aus FAZ sowie gewisse historische Details ergänzt (z.B. Nennung von Bela Kun). Der Beitrag lag der Redaktion vor und wurde heftig diskutiert. So wurde gegen ihn eingewandt, daß sich ein staatsmonopolistischer Kapitalismus niemals in einen Konkurrenzkapitalismus zurückentwickeln könne. Die Fakten jedoch sprachen für sich. Die Einwände kamen von H (NdS) und W (SW). Die Frage wurde nicht gelöst, der Artikel aber mit Mehrheit verabschiedet.

KLASSENKAMPF UND FRIEDLICHE KOEXISTENZ. Von D schon seit langem der Redaktion vorgelegt. Die Einschätzung Chiles war zunächst kontrovers, ob Allende fortschrittlich sei oder nicht.

Ich war der Ansicht, er sei es, da als Vertreter der nationalen Bourgeoisie gegen den US-Imperialismus gerichtet.

ZIONISMUS UND SOZIALIMPERIALISMUS. In Auftrag gegeben schon einige Sitzungen zuvor an H (NdS), um zu dem Gedicht etwas mehr zu schreiben. Ein zweiter Teil wurde von der Redaktion wegen Geschwätzigkeit abgelehnt. Auch der vorliegende Beitrag wurde erheblich gekürzt.

SOWJETISCHE WAFFEN ZUR UNTERDRÜCKUNG DER VÖLKER. Von E der Redaktion vorgelegt und mehrheitlich verabschiedet. Dieser Artikel wich von der chinesischen Einschätzung ab, ich unterstützte ihn dennoch, da ich Einwände dagegen für unausgewiesen hielt.

Einen Großteil dieser Sitzung machte die Diskussion um die 1. Mai-Berichterstattung aus. Hierzu lagen Kritiken aus Mannheim, Gießen, Marburg vor. Ihre Diskussion scheiterte an genügend Exemplaren. W (SW) sandte jedem Redakteur Abzüge zu, so daß sie bei der nächsten Sitzung eingehend besprochen werden könnten."

Verkauft werden soll dieser RM u.a. in:
- Bayern vor Betrieben in Augsburg (vgl. Juni 1971) und München (vgl. Juni 1971).
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 6f; Roter Morgen Nr. 6, Hamburg Juni 1971;KPD/ML-ZK-OG-München: Der Rote Morgen: Die Stimme der Arbeiterklasse, München o.J. (Juni 1971), S. 2;Der Druckerei Arbeiter Nr. 4, München Sept. 1971, S. 9f;KPD/ML-ZK Augsburg: Kommunismus?, Augsburg o.J. (Juni 1971), S. 1f

Juli 1971:
Die Nr. 7 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) berichtet ausführlich von der Chemietarifrunde (CTR) der CPK.

Aus Bayern wird berichtet von der Chemietarifrunde (CTR) in Wassertrüdingen, von Osram Augsburg und der Kemptener Maschinenfabrik.

Aus Berlin wird auch eine Rote Garde (RG) Zelle Schering erwähnt.

Aus Hamburg wird berichtet von der Chemietarifrunde (CTR) bei den Schwarzkopfwerken, wo man selbst ein Flugblatt verteilte.

Aus Hessen wird berichtet von der Chemietarifrunde (CTR) bei Kalle Wiesbaden.

Aus Niedersachsen wird auf die Nr. 4 der 'Hamelner Arbeiterzeitung' (vgl. 20.5.1971), der Ortszeitung der DKP, eingegangen, die sich mit der KPD/ML-ZK befaßte.

Aus NRW wird berichtet von der Chemietarifrunde (CTR) bei Rütgers Duisburg-Meiderich, aus Köln (vgl. 4.6.1971) und Homberg (vgl. 3.6.1971). Die Rote Garde (RG) Wuppertal beschäftigt sich u.a. mit der Berufsschule Elberfeld. Eingegangen wird auch auf die Thyssenhütte (ATH) Duisburg.

Spenden gingen u.a. ein aus:
- Baden-Württemberg von den Ortsgruppen Freiburg, Lörrach, Mannheim und Offenburg und dem KSB/ML Freiburg;
- Bayern vom Stützpunkt Augsburg, den Roten Garden (RG) Ingolstadt und Kempten;
- Berlin vom eigenen Landesverband und dem KSB/MML an der FU;
- Bremen vom eigenen Stützpunkt;
- Hamburg vom KSB/ML;
- Hessen von der Ortsgruppe Gießen, dem Metallbezirk Ost der Ortsgruppe Frankfurt sowie aus Oberliederbach und Pohlheim;
- Niedersachsen vom eigenen Landesverband;
- NRW von der Roten Garde (RG) Bielefeld, dem KSB/ML Detmold sowie aus Bonn und Niederschelderhütte;
- Schleswig-Holstein von der MLHO Kiel.

Es erscheint Teil I der Artikelserie "Zum Kampf zweier Linien in der Gewerkschaftsfrage" (vgl. Aug. 1971). U.a. wird ausgeführt:"
Neben dem Klassengegner, der Monopolbourgeoisie, ihren Staatsorganen und ihrer Presse, starten die Revisionisten aller Schattierungen gerade in letzter Zeit konzentrierte Angriffe auf die KPD/ML. Der Schreck ist den Führern der DKP angesichts der zunehmenden Verankerung unserer Partei in den Massen, der wachsenden Zahl unserer Betriebszeitungen, unserer Erfolge zum diesjährigen 1. Mai in die Knochen gefahren. Sie erkennen, daß immer mehr fortschrittliche Menschen den Verrat der Revisionisten begreifen und sich der KPD/ML zuwenden. … Welcher Methoden bedienen sich die DKP-Führer und ihre neorevisionistischen Handlanger in anderen Organisationen im Kampf gegen unsere Partei? … So entblöden sie sich nicht u.a. zu behaupten:
1. Wir wollen heute und jetzt den bewaffneten Aufstand
2. Wir seien gegen Gewerkschaften. … Die Absicht ihrer Behauptungen zielt darauf hin uns vor der Arbeiterklasse als 'linke' Sektierer, als Spinner abzuqualifizieren. Da sie selbst aber in ihren offiziellen Organen zu einer offenen ideologischen Auseinandersetzung zu feige oder nicht fähig sind, überlassen die die 'Drecksarbeit' arbeitsteilig sogenannten 'linken' oder sich auch marxistisch-leninistisch tarnenden Organisationen wie beispielweise dem Hamburger SALZ und KAB (Sozialistisches Arbeiter- und Lehrlings-Zentrum und dem Kommunistischen Arbeiterbund). Diese neorevisionistischen Organisationen erstellten im April dieses Jahres eine Broschüre 'Was sind die Super-Linken und wie schaden sie der Sache des Proletariats?', die den DKP-Führern anscheinend so gut gefiel, daß sie sie jetzt als 'Schulungsmaterial im Kampf gegen die Linkssektierer' an ihre Funktionäre im ganzen Land verschickten. … Wie gehen nun die Herren Revisionisten und ihre SALZ-Ableger in ihrer Broschüre gegen die KPD/ML vor? Indem sie Sätze aus Verlautbarungen unserer Partei (Roter Morgen, Betriebszeitungen etc.) sinnentstellend aus dem Zusammenhang reißen oder interpretieren. Dabei kommen sie dann z.B. in der Gewerkschaftsfrage … zu dem Schluß: 'Die KPD/ML erzählt aber den Arbeitern das alte Kapitalistenmärchen, daß es auch ohne Gewerkschaften geht, und eigentlich sogar noch besser als mit Gewerkschaften'. … Worin bestehen die Unterschiede zwischen unserer Auffassung zur Gewerkschaftsfrage und der der Revisionisten der DKP und all den anderen neorevisionistischen Gruppen und Grüppchen? Einmal in der Einschätzung der Rolle des heutigen Gewerkschafsapparates, seiner Stellung in der kapitalistischen Gesellschaft. Zum anderen daraus resultierend, in der einzuschlagenen Strategie und Taktik der revolutionären Partei des Proletariats. … Für sie sind Gewerkschaften immer noch Klassenkampforganisationen der Arbeiter mit dem einzigen Fehler, daß sich einige reformistische Führer in sie hineinverirrt haben oder von den Kapitalisten hineingeschickt wurden. … Aus dieser Auffassung ergibt sich für sie … die einzuschlagende Strategie und Taktik in der Gewerkschaftsfrage: 'Es kommt darauf an, die Gewerkschaften stark zu machen, die Kampfkraft der Gewerkschaften dadurch zu erhöhen, daß möglichst viele Arbeiter in die Gewerkschaften eintreten und dort aktiv für die unmittelbaren Lebensinteressen des Proletariats arbeiten. … So bestätigt sich in Bezug auf die DKP, was Ernst Thälmann schon im Jahre 1929 über die Politik der Rechtsabweichler schrieb: 'Der Kampf zwischen Reformismus und Kommunismus erfährt seine besondere Verschärfung, weil er gleichzeitig ein Kampf gegen den Dreibund Unternehmertum, Staatsgewalt und reformistischer Gewerkschaftsbürokratie ist. Indem die Rechten sich bald nur auf den Kampf innerhalb des Rahmens der Gewerkschaften, innerhalb des Gewerkschaftslegalismus beschränken wollen, leugnen sie auch den Charakter der jetzigen Kämpfe. Sie können sich nicht als Anhänger der Schwanztheorie die Aufgabe der Organisierung der neuen revolutionären Welle stellen. Sie stellen noch immer die Frage der Eroberung der Gewerkschaften als Eroberung des Gewerkschaftsapparates.' …

Genau das aber tun auch die neorevisionistischen Führer des SALZ, des KAB und ähnlicher Organisationen, indem sie die Losung ausgeben: 'Macht die Gewerkschaften wieder zu Kampforganisationen der Arbeiterklasse'. … Nicht konkrete Analyse einer konkreten Situation, sondern die Partei als Gratisbeilage zur Gewerkschaft mit dem Auftrag, die ökonomischen Kämpfe des Proletariats zu fördern. Das aber hat mit Marxismus-Leninismus nicht das Geringste, um so mehr aber mit blankem Ökonomismus zu tun. Bezogen auf die heutigen DGB-Gewerkschaften, die ja gerade die Aufgabe haben, den ökonomischen Kampf der Arbeiter zu hemmen, ist das bewußter Verrat an der Arbeiterklasse. Zwar können wir hier im Rahmen des ROTEN MORGEN keine ausführliche Analyse der heutigen Gewerkschaft leisten, soviel aber steht fest, daß heute die Verschmelzung des Gewerkschaftsapparates und des staatlichen Machtapparates viel weiter fortgeschritten ist als in den späten 20er Jahren und daß sich in ihm die sozialfaschistischen Tendenzen verstärken. … Bereits kurz nach Kriegsende begannen die Westalliierten damit, die Gewerkschaften nach ihren Vorstellungen wiederaufzubauen. … Nach 1945 waren die reformistischen Gewerkschaftsführer von Anfang an am Aufbau der Staatsmacht beteiligt. Bis heute legten und legen sie ein eindeutiges Bekenntnis zum kapitalistischen Staat ab. … Eine stärkere Integration des Gewerkschaftsapparates mit der Staatsmacht findet aber erst - analog zur Entwicklung der Jahre 1928/1929: Beginn der Weltwirtschaftskrise - seit dem Jahre 1966/67, dem in Erscheinungtreten der ersten härteren zyklischen Krise statt. 'Konzertierte Aktion', 'Sozialpolitische Gesprächsrunde', 'Lohnleitlinien' usw. werden zur festen Einrichtung des aufeinander abgestimmten Handelns von Unternehmern, Regierung und Gewerkschaftsbürokratie. … Neben dem Verwachsen der Gewerkschaftsbürokratie mit der Staatsmacht findet im staatsmonopolistischen Kapitalismus auch ein Verwachsen dieses Apparates direkt mit dem Industrie- und Finanzkapital statt. … Wer angesichts dieser Tatsachen, angesichts der ständig fortschreitenden Verschmelzung der DGB-Bürokratie mit dem Staatsapparat und dem Industrie- und Finanzkapital davon spricht, man könne diesen Apparat durch Abwahl erobern, belügt die Arbeiterklasse genauso wie wenn er behauptet, man könne den Sturz der Bourgeoisie über den Weg der Wahlen herbeiführen. Er ist ein Revisionist, objektiv ein Verräter an den Interessen der Arbeiter."

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Juni 1971, Aug. 1971):"
CHEMIE-KAMPF. Von mir geschrieben bis zum schwarzen Strich auf S.2. Artikel lagen dazu bei der Sitzung nicht vor. Ich wurde verpflichtet, ihn zu schreiben, da das ZBGK seinem Anspruch mal wieder nicht Genüge geleistet hatte. Der Artikel löste Kontroversen aus, weil er nicht auf dem Boden der 2-Wege-Theorie stand. Andererseits wurde er als Einheit mit dem folgenden, später von G (Köln) gelieferten Artikel KAMPF DEM LOHNPREIS-DIKTAT betrachtet und insbesondere von SW als ökonomistisch angegriffen.

WAS KOSTET EIN ARBEITERVER(T)RÄTER?. Von E und W (Wk) verfaßt, wurde zwar der Redaktion vorgelegt, aber nicht diskutiert.

BOURGEOISIE ERLAUBT DKP - DKP FORDERT VERBOT DER KPD/ML. Von D der Redaktion vorgelegt und verabschiedet.

AUS BETRIEB UND GEWERKSCHAFT. Artikel STREIKS BEI SACHTLEBEN von der OG Duisburg. WERKSBERUFSSCHULE BEI SCHERING. Wurde von der Redaktion trotz Einwand, er gehört in ROTGARDIST, angenommen, da 1. dessen Erscheinen ungesichert war, 2. nicht einsichtig, wieso im ZO keine Jugendfragen behandelt werden sollten. Ich übte Selbstkritik, daß ich keinen Artikel über die Bafög-Demonstration in Dortmund mitgebracht hatte. Allmählich dämmert die Erkenntnis, daß sich der RM zu einem Gewerkschaftsblatt zurückentwickelt hat.

ZUM KAMPF ZWEIER LINIEN IN DER GEWERKSCHAFTSFRAGE. Von E verfaßt, löste Kontroversen mit J (Wb) aus, die nur IGO für richtig hielt. Die Diskussion mit J (Wb) sollte noch verstärkt zum Austrag kommen, als es um die 1. Mai-Berichte und ihre Haltung zu den SW-Kritiken ging. Sie stand noch auf der Westberliner rechtsopportunistischen Linie hinsichtlich des Bündnisses mit der KPD/AO. Mein Einwand gegen den Artikel war, daß er nicht ausdrücklich zur RF/Bochum (KPD/ML-ZB, d.Vf.) Stellung nahm. Inhaltlich fand ich an den Thesen nichts auszusetzen. Der Artikel wurde gegen die Stimme von J (Wb) verabschiedet.

GRUSSBOTSCHAFT ZUM 50. JAHRESTAG DER KP CHINAS. Laut Auskunft von E von GSch verfaßt. Wegen seines schwülstigen Stils und seiner Inhaltsleere wurde er von uns abgelehnt, jedoch keine eindeutige Aussage darüber getroffen, ob er im RM erscheinen sollte. E war für das Erscheinen mit dem Hinweis darauf, daß er sonst nur in der PR steht, was ich nicht für schlimm hielt.

NIEDER MIT DEM USA-IMPERIALISMUS. Von J (WB) vorgelegt, wurde von mir wegen mangelnder Berücksichtigung der Rolle der SU-Imperialisten kritisiert. Ein erster Teil sollte veröffentlicht werden, während der Rest erneut zur Überarbeitung zurückgegeben wurde. Er kam ohne ersichtliche Veränderung in 8/71, ohne noch einmal von der Redaktion kontrolliert worden zu sein.

URBS ODER EIN SIEG DES KOMMUNISMUS AN DER KULTURFRONT. Verfaßt von der RG-Verantwortlichen NRW, wurde in der vorliegenden Form verabschiedet, wobei ich Einwendungen gegen den Gebrauch bestimmter Fremdwörter (Multi-Media-Inszenierung) machte, jedoch wegen der Turbulenzen der Sitzung nicht mehr dazu kam, Korrekturen vorzunehmen.

Der Rahmen, den die Redaktion zu Beginn des Jahres sich für ihre Arbeit gesteckt hatte, hatte sich längst als ungenügend erwiesen. So wurde von mir bemängelt, daß z.B. über die Vorgänge in Westeuropa nichts im RM zu lesen war. Ich hielt eine Auswertung unserer Bruderorgane für unbedingt erforderlich. Handwerklerisch hatte ich auf eigene Faust seinerzeit den Renault-Artikel übersetzt.

Wegen des Vorwurfs der Koexistenz mehrerer Linien und der Kritiken an der 1. Mai-Berichterstattung, beschloß die Redaktion, die nächste Sitzung auf 4 Tage auszudehnen, da die Behandlung der ideologischen Widersprüche in der Redaktion mit der Arbeit für die jeweils anliegenden Nummer zeitlich derart kollidierte, daß keines von beiden gelingen konnte. Die Unterdrückung von ideologischen Widersprüchen in der Redaktion erschien mir bis dahin als aus der Not geboren und angesichts der Verhältnisse, unter denen wir zu arbeiten hatten, unvermeidlich. Da ich z.B. Schwierigkeiten mit dem Reformismus/Sozialfaschismus-Begriff hatte, wurde ich beauftragt, dazu einen Artikel anzufertigen, der dann diskutiert werden könnte. Die daran anschließenden Untersuchungen brachten es mit sich, daß sich mein Standpunkt zur 2-Wege-Theorie völlig wandelte. Der Drehpunkt war die Erkenntnis, daß der Reformismus unter verschärften Klassenkampfbedingungen durchgehalten notwendigerweise in den Sozialfaschismus einmündete, dieser jedoch Stück für Stück sich zum Faschismus wandeln mußte. Einen friedlichen Weg des Imperialismus auch nur für eine zeitlang konnte es von dieser Logik her nicht geben."

Verkauft werden soll dieser RM u.a. in:
- Bayern vor Betrieben in München (vgl. Juli 1971) und in Würzburg im IGM-Bereich (vgl. 12.7.1971), u.a. bei Noell-Salzgitter (vgl. 12.7.1971).
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 7f; Roter Morgen Nr. 7, Hamburg Juli 1971;KPD/ML-ZK-OG München: Was kostet ein Arbeiterver(t)räter!, München o.J. (Juli 1971), S. 1f;KPD/ML-ZK-OG Würzburg: Dreieinigkeit erzwingt Lohnstop, Würzburg o.J. (Juli 1971), S. 2;KPD/ML-ZK-OG Würzburg-RBG Noell/Salzgitter: Generalprobe für die Metalltarifrunde, Würzburg o.J. (Juli 1971), S. 2

August 1971:
Die Nr. 8 des 'Roten Morgens' (vgl. Juli 1971, 13.9.1971) der KPD/ML-ZK berichtet u.a. von den Bundesbahnunglücken und vom Spinnstoffwerk Berlin-Zehlendorf (CPK-Bereich) in einer Arbeiterkorrespondenz über die "Sklavenarbeit" der dort beschäftigten Palästinenser und Türken. Berichtet wird auch von einer von Palästinensern unterstützten Demonstration des Landesverbandes Berlin der KPD/ML-ZK.

Spenden gingen u.a. ein aus:
- Baden-Württemberg von den Ortsgruppen Heilbronn, Karlsruhe und Offenburg und den KSB/MLs Freiburg und Mannheim;
- Bayern von den Ortsgruppen München und Würzburg, den Würzburger Roten Betriebsgruppen (RBG) bei Noell-Salzgitter und Stürtz, der Roten Garde (RG) Kempten und aus Erlangen;
- Hessen von der Ortsgruppe Frankfurt, der Roten Betriebsgruppe (RBG) Samson Frankfurt und der Roten Garde (RG) Schlüchtern;
- Niedersachsen von einer Roten Schülerzelle in Hannover, aus Göttingen und Nordenham;
- NRW vom KSB/ML sowie aus Essen;
- Rheinland-Pfalz von der Ortsgruppe Worms und aus Landau;
- Schleswig-Holstein von der Roten Zelle Schleswig.

Im Leitartikel "DAS DILEMMA DER IG METALL" heißt es u.a.:"
Vorsorge für die Krise leistete die IGM schon durch das Punktsystem für Zeitlöhner in der metallverarbeitenden Branche, das noch während der Tarifverhandlungen 1970 in aller Stille vereinbart wurde. Wie beim Bergbau soll durch 'analytische Arbeitsplatzbewertung' jeweils das Maß der Streichung von 'übertariflichen Zulagen' errechnet werden. Zugleich wird damit die Arbeiterklasse in noch mehr Lohngruppen aufgesplittert. …

Durch zahlreiche weitere Maßnahmen hat die IGM bereits Vorsorge getroffen, um Widerstand gegen ihren kommenden Verrat im Keim zu ersticken. Sie weiß genau, daß die Zahl der Austritte wesentlich höher läge, müßten nicht die Arbeiter in Mitbestimmungsbetrieben um ihre Arbeitsplätze bangen. In solchen Betrieben herrscht längst Zwangsmitgliedschaft.

Schon seit Monaten spielt die IGM den Arbeitern gegenüber die Karte 'Gefährdung der Arbeitsplätze' aus, um sie zu 'wirtschaftlicher Vernunft' zu ermahnen. 'Dieses Jahr steckt nicht viel drin', so äußerte sich Albert Pfeiffer, Betriebsratsvorsitzender der Hoesch Westfalenhütte (in Dortmund, d.Vf.) auf einer Belegschaftsversammlung. Alle Register werden gezogen, um den Kollegen 'klar' zu machen, daß sie verzichten müssen. … Als weiteres Mittel hat die IGM, die noch 1970 wortradikal verlauten ließ, daß bei dieser Tarifrunde so viele Mitglieder wie noch nie zuvor im Kampf ständen, die Trennung von stahlproduzierender und metallverarbeitender Industrie vorgesehen. Die Laufzeit beider Verträge ist unterschiedlich: während der in der Metallbranche am 30. September ausläuft, endet der Vertrag der Stahlbranche erst am 31. Oktober.

Möglicherweise ist für beide Bereiche auch ein unterschiedliches Vorgehen geplant: der Betriebsratsvorsitzende von Opel/Bochum versprach sich auf einer Belegschaftsversammlung indem er von 'Verhandlungen im Aug…Oktober' redete, was auf Geheimverhandlungen während der Werksferien schließen läßt. Pfeiffer von der Westfalenhütte gab gegenüber der Dortmunder Lokalpresse an, es sei überhaupt nicht sicher, ob die Tarife überhaupt gekündigt würden.

Von vornherein läuft seitens des IGM-Apparates auch eine Gegenstrategie gegen die rechtzeitige Aufstellung von Forderungen durch Belegschaften oder untere Gewerkschaftsgremien. Während 1970 schon im Juni die 15%-Forderung als Mindestforderung von zahlreichen Betrieben aufgestellt wurde, wird jetzt alles getan, um die Arbeiter möglichst lange im Unklaren zu halten. In V-Leute-Körpern (VLK), wie bei der Maschinenfabrik Deutschland (MFD), wird gedroht: 'Wer über 8% fordert, wählt Strauß!', bei Belegschaftsversammlungen werden Sprüche gefällt wie: 'Diesmal ist nicht viel drin!' - 'Kollegen, wartet doch was das WWI (Wirtschaftswissenschaftliche Institut des DGB) als möglich errechnet!' - 'Es ist nicht opportun, jetzt schon seine Forderungen der Öffentlichkeit preiszugeben, die ja nur darauf herumhackt!' Wo sie Widerstand erwartet, organisieren sie militante SPD-Betriebsgruppen, die besonders gegen Kommunisten vorgehen.

Trotz solcher Gegenmaßnahmen unterliefen den Bonzen einige 'Pannen': So forderten die V-Leute der MFD 15% auf den Ecklohn, Lohngruppe 7. Ebenfalls 15% forderte der V-Leute-Körper von Küppersbusch in Gelsenkirchen. Am deutlichsten wurde die Forderung bei einer Belegschaftsversammlung von Opel/Bochum aufgestellt: Mit großer Mehrheit wurde eine Resolution an die IGM Bezirksleitung Essen und den Gesamtbetriebsrat von Opel verabschiedet, worin 15% - 1 DM und 1 000 DM Mindestnettolohn gefordert werden.

Diese Forderung entspricht derjenigen der KPD/ML. Als sie bei Hoesch propagiert wurde und bei vielen Kollegen Zustimmung fand, reagierte der V-Leute-Vorstand prompt: In einem Alleingang forderte er 75 Pfennig für alle Kollegen, führte dabei aber unversehens die Lohngruppe 6 als Ecklohn ein."

Es erscheint der Teil II der Artikelserie "Zum Kampf zweier Linien in der Gewerkschaftsfrage" (vgl. Juli 1971, 13.9.1971). U.a. wird ausgeführt:"
Hatten wir im 1. Teil unseres Artikels bewiesen, daß durch das Hineinwachsen des reformistisch-bürokratischen Apparates der DGB-Gewerkschaft - also nicht nur der oberen Spitzen - in den kapitalistischen Wirtschafts- und Staatsapparat, aus der früheren Klassenorganisation der Arbeiter die Gewerkschaften zu einem Teil der kapitalistischen Staatsmacht wurden, der durch organisiertes Streikbrechertum der 'friedlichen' Planung der Ware Arbeitskraft dient, so sollen wir jetzt untersuchen, welche Strategie und Taktik sich für uns daraus ergibt. Worin besteht der Hauptgegensatz in der Einstellung zur Gewerkschaftsfrage zwischen uns und den Revisionisten der DKP und den neorevisionistischen Führern des SALZ, KAB und ähnlichen Organisationen? Darin, daß sie behaupten, man könne die Gewerkschaften durch Eroberung des reaktionären Gewerkschaftsapparates durch 'kontrollieren', 'kritisieren', notfalls 'abwählen', wieder zu 'Kampforganisationen der Arbeiterklasse' machen, während wir sagen, daß dieser Weg angesichts der Verschmelzung von DGB-Apparat-Kapital und Staatsapparat nicht möglich ist. Der Gegensatz zwischen der KPD/ML und ihnen besteht nicht in der Frage, ob man den ökonomischen Kampf führen soll, sondern darin, wie dieser Kampf zu führen ist. … Schaut man sich ihre Publikationen … an, so stellt man fest, daß in ihnen sehr viel vom ökonomischen Kampf aber nie von der Notwendigkeit der Vorbereitung der Revolution, der Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates und der Errichtung der Diktatur des Proletariats die Rede ist. … Natürlich kann und darf die Erklärung dieser Notwendigkeit nicht abstrakt erfolgen, sondern man muß ausgehen und anknüpfen an die täglichen Erfahrungen und Erkenntnisse der Arbeiterklasse. Sie aber auch nur einen Moment zu vernachlässigen, würde uns geradewegs in den Sumpf des Revisionismus, des Verrats an der Arbeiterklasse führen. Der wechselseitige, unzertrennliche Zusammenhang vom ökonomischen und politischen Kampf, von Reform und Revolution, aber bedingt, daß die Arbeiterklasse grundsätzlich revolutionäre Gewerkschaften braucht, die die Aufgabe haben: 1. Den Lohnkampf 2. Den Kampf zur Aufhebung des ganzen Lohnsystems zu führen. … Beide Aufgaben, die korrekte Führung der Lohnkämpfe im Interesse der Arbeiterklasse geschweige denn der Kampf um die Aufhebung des ganzen Lohnsystems, werden vom DGB nicht erfüllt. Bei der Führung ihrer sogenannten Lohnkämpfe halten sie sich korrekt an die von der Regierung des kapitalistischen Staates 'empfohlenen' Lohnleitlinien. … Dieses Verwachsen führt aber auch zu einer schärferen Herausbildung der Klassenfronten: Auf der einen Seite die Arbeiterklasse und auf der anderen Seite die Dreieinigkeit von Bourgeoisie, Staatsmacht und Gewerkschaftsapparat. Damit verschärft sich der Widerspruch zwischen der Klassenbasis und dem Klassenauftrag der reformistischen tendenziell sozialfaschistischen Gewerkschaftsbürokratie, nicht nur den wirtschaftlichen Kampf der Arbeiterklasse, sondern auch seine Verbindung mit dem politischen Kampf zu verhindern. … Prinzipiell, langfristig, strategisch gesehen, müssen wir den Aufbau revolutionärer Gewerkschaften ins Auge fassen. … Heißt das aber nun, daß wir jetzt und sofort eine Spaltung der Gewerkschaften ins Auge fassen, daß wir zu diesem Zweck eigene Organisationen, und sei es nur als 'Keimform' bilden? Nein, das wäre falsch und im höchsten Maße sektiererisch. … Die Spaltung der Gewerkschaft ist der organisatorische Ausdruck dieses Kampfes. … Er (der Apparat, d.Vf.) ist dann zur Spaltung gezwungen in Form von Massenausschlüssen, wenn der Kampf der Kommunisten das Lager der revolutionären Arbeiter derart vergrößert hat, daß es die Herrschaft des Apparates gefährdet. Erst dann wird auch die KPD/ML daran gehen, revolutionäre Gewerkschaften aufzubauen. … Wenn also die Gründung neuer Gewerkschaften nicht auf der Tagesordnung steht, so ist auch die Bezeichnung der Roten Betriebsgruppen als 'Keimform' einer neuen Gewerkschaft, wie sie in 'Betrieb und Gewerkschaft' und auch zeitweilig im 'RM' propagiert wurde, ein Fehler, eine 'linke' Abweichung. Wir können den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen."

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Juli 1971, 13.9.1971):"
TARIFRUNDE 71 - DAS DILEMMA DER IG METALL. Wurde von mir gegen Ende der Sitzung verfaßt. Vom ZBGK lagen einige Anweisungen vor, die sich im Detail widersprachen, die ich aber einarbeiten konnte. Der Artikel wurde vom LV SW als der Gipfelpunkt des Ökonomismus im RM herausgestellt. Während ich aus NRW hörte, ich hätte die Weisungen des ZBGK, die ZK-Beschluß gewesen seien, nicht beachtet, sondern auf eigene Faust Forderungen hinzugesetzt, die auf erhebliche Kritik gestoßen seien, ferner wurde ein linksliberaler Einschlag ('Sozialfaschistische Ideologie') kritisiert, lautete die Kritik aus SW: die IGM wird zum Hauptfeind der Arbeiter hochstilisiert, ihre Auftragsrolle für die Bourgeoisie unterbewertet. Der kapitalistische Staat wird nicht erwähnt, die Rolle der Partei auf die einer Gewerkschaft reduziert. Vom Zusammenhang mit dem Imperialismus ist überhaupt keine Rede. Von dieser Kritik erfuhr ich jedoch erstmals auf der Sitzung für Nr. 10/71, da ich wegen Krankheit an 9/71 nicht beteiligt war.

POLIZEI ORGANISIERT STRAßENSCHLACHT. Wurde nach Redaktionsschluß vermutlich von E verfaßt. Wurde von SW wegen Linksradikalismus (Verherrlichung der Anarchisten) kritisiert, da keine grundsätzliche Abgrenzung vorgenommen worden sei (Kritiker BF).

DER PROFIT STEHT IM MITTELPUNKT - ZU DEM BUNDESBAHNUNGLÜCK DER LETZTEN ZEIT. Von E während der Sitzung verfaßt. Das Thema löste eine Diskussion mit H (NdS) aus, der darauf bestand, daß Eisenbahner nicht ausgebeutet werden können, da sie keinen Mehrwert produzieren. Mein Standpunkt zu dieser Frage: scholastische Diskussion, die an der Wirklichkeit vorbeigeht. Auch Bundesbahn, wenngleich feudale Relikte tragend, in Kapitalismus eingebettet, wirtschaftet nach kapitalistischen Prinzipien. Beispiel eines Betriebes: man sage dem Kranfahrer, der nach Pfeife des Drehers, der im Akkord steht, fahren muß, ohne auch nur annähernd so viel wie dieser zu verdienen: 'Der Dreher wird ausgebeutet, du nicht!' Mein Vorwurf des Sektierertums wurde von der übrigen Redaktion unterstützt.

SKLAVENARBEIT IN DER SPINNSTOFFFABRIK ZEHLENDORF. Von J (Wb) vorgelegt, fand Zustimmung der Redaktion.

NEUE KÄMPFE IN JORDANIEN. Nach Redaktionsschluß eingegangen, von wem verfaßt, weiß ich nicht.

LESERBRIEF. Wurde von der Redaktion als berechtigt anerkannt.

ZUM KAMPF ZWEIER LINIEN IN DER GEWERKSCHAFTSFRAGE II. Die Redaktion hielt es für notwendig, eindeutig zu klären, daß eine neue Gewerkschaft nicht auf der Tagesordnung steht, da der RM hier vorher eine andere Linie vertreten hatte, die insbesondere von der RF/Bochum (KPD/ML-ZB, d.Vf.) kritisiert wurde. Die genaue Begründung für die Korrektur sollte in 9/71 erfolgen.

NIEDER MIT DEM US-IMPERIALISMUS. Konnte in der Redaktion nicht mehr diskutiert werden.

Die Auseinandersetzung um die SW-Kritiken fand keine Klärung. Der Redaktion wurde mitgeteilt, daß das ZK die Mannheimer Kritik inhaltlich voll akzeptiert habe, jedoch wegen der Form eine Veröffentlichung ablehne. Das wurde von einigen Redaktionsmitgliedern, u.a. auch von mir, als ein schwerer Affront begriffen. Falls das nicht korrigiert werde, erweist sich das ZK als ein bürgerliches Hauptquartier, wie es für den Genossen H (NdS) schon feststand. Zu dieser Sitzung hatten sich die Redaktionsmitglieder vorbereitet und teilweise schriftlich eine Stellungnahme ausgearbeitet. Insbesondere die Stellungnahme von D 'DIE HAUPTSACHE IST ES, MAN VERSTEHT ZU LERNEN', führte zu einer heftigen Kontroverse. Die Mehrheit der Redaktion schloß sich dieser Stellungnahme, die die Notwendigkeit des Plans betonte und die Theorie vom kleinbürgerlichen Konkurrenzdenken als Instrument zur Unterdrückung des ideologischen Kampfes entlarvte, an und war für deren Veröffentlichung im internen Organ. Eine Stellungnahme der Redaktion, formuliert von W (SW), fand die Unterstützung der Mehrheit der Redaktion, allerdings mit teilweisen Einschränkungen. Verlangt wurde, daß die Diskussion an den 4 Tagen (die zu einem wesentlichen Teil in Kritik an der mangelnden Vorbereitung des Parteitags durch das ZK bestand) sowie die Stellungnahmen im internen Organ veröffentlicht würden. Der RM-Verantwortliche E hat gegen die massiven Vorwürfe kaum den Versuch einer Verteidigung gemacht, ja deren Berechtigung großenteils akzeptiert. Sein Einwand ging lediglich dagegen, das ZK bereits als bürgerliches Hauptquartier zu bezeichnen, er machte den Unterschied zwischen objektiver und subjektiver Rolle.

Diesen Standpunkt haben alle bis auf H (NdS) und D aus der Redaktion, auch ich sollte abgesetzt werden, jedoch wollte man mir noch eine Bewährungsfrist einräumen. Hier spielte ein Mißverständnis von E eine Rolle: ich hatte als einziger für den vollen Abdruck der Mannheimer Kritik plädiert, E jedoch hatte laut Eg notiert, ich hätte für den Abdruck der Stellungnahme von D im RM plädiert, was nicht den Tatsachen entsprach. Ferner wurde aus meinem Sondervotum zur Stellungnahme der Redaktion abgeleitet, daß ich das ZO zum Kampforgan gegen das ZK machen wolle, was ich jedoch nur für notwendig befand, wenn dieses sich als bürgerliches Hauptquartier erweisen sollte, was für mich noch nicht feststand. Jedenfalls blieb ich in der Redaktion."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 9f; Roter Morgen Nr. 8, Hamburg Aug. 1971

13.09.1971:
Der 'Rote Morgen' der KPD/ML-ZK Nr. 9 (vgl. Aug. 1971, 27.9.1971) trägt erstmals nicht nur eine Monatsangabe sondern weist ein genaues Datum auf. Hiermit beginnt eine Umstellung der bisherigen monatlichen Erscheinungsweise auf vierzehntägigen Rhythmus, der bis zur Umstellung auf wöchentliches Erscheinen (vgl. 14.1.1973) beibehalten wird.
Berichtet wird auf S. 1 von der Metalltarifrunde (MTR):"
15 statt 10% - Gegen Lohndiktat!

IGM-Boß Brenner ist entschlossen, koste es, was es wollen, gegen den Willen der Metallarbeiter die Lohnleitlinien seiner kapitalistischen Auftraggeber durchzusetzen. Deshalb der unverschämte Trick seiner Handlanger in den regionalen Tarifkommissionen, statt der von den Arbeitern geforderten 15% Lohnerhöhung, Forderungen von 9 bis 11% aufzustellen, die dann erfahrungsgemäß auf rund 7 bis 8% runtergehandelt werden sollen, was angesichts der gestiegenen Preise - rund 10% - eine glatte Lohnkürzung darstellt.
Kollegen, verhindert diesen Anschlag auf euren Lohn. Macht es wie die Klöckner-Arbeiter in Bremen: sie fordern geschlossen 16% !"

Berichtet wird u.a. von den Antifa-Aktionen am 13.8. in Berlin und in Bayern in München und der bereits am 1. Mai erfolgten Trennung des KJVD Mannheim in Baden-Württemberg von der KPD/ML-ZB. Spenden gingen ein u.a. aus:
- Baden-Württemberg von der Ortsgruppe Mannheim;
- Bayern von der Ortsgruppe Würzburg, der Roten Garde (RG) Kitzingen und aus Erlangen;
- Hessen von der Ortsgruppe Offenbach;
- NRW aus Bonn und Essen;
- Niedersachsen aus Lüchow;
- Schleswig-Holstein aus Büdelsdorf.

Es erscheint der dritte und letzte Teil der Artikelserie "Zum Kampf zweier Linien in der Gewerkschaftsfrage" (vgl. Aug. 1971). U.a. wird ausgeführt:"
Der zweite Teil unseres Artikels endete mit der Feststellung, daß die Gründung neuer Gewerkschaften, auch die 'Keime' einer solchen, in der Bundesrepublik nicht auf der Tagesordnung steht … Der erste Schritt ist der Aubau von Betriebsparteizellen. Warum ist die Betriebsparteizelle für die Verwirklichung der Aufgaben und Ziele unserer Partei so überaus wichtig? Warum kommt ihr gegenüber der Wohngebietszelle vorrangige Bedeutung zu?
1. Weil sich im Betrieb der tägliche Klassenkampf in seiner direkten Form abspielt.
2. Weil durch die Betriebsparteizelle die Verankerung der Partei im Industrieproletariat und die Anleitung des gesamten politischen und wirtschaftlichen Kampfes der Arbeiterklasse am vollkommensten gewährleistet ist.
3. Weil die Betriebsparteizellen erst die Voraussetzung für eine erfolgversprechende Arbeit unter den gewerkschaftlich organisierten Arbeitermassen schaffen.
4. Weil die Betriebsparteizellen die Gewähr dafür bieten, auch in Zeiten der Illegalität kampfstark und schlagkräftig zu bleiben.
5. Weil in Zeiten der Revolution neben den bewaffneten Kampfformationen des Proletariats die Betriebe - ihre Übernahme oder Nichtübernahme - das entscheidende Kettenglied sind, um die Macht zu erringen und die Diktatur des Proletariats zu errichten.
Deshalb ist es für unsere Partei unerläßlich, in allen Großbetrieben zuerst, später auch in Mittel- und kleineren Betrieben, Betriebsparteizellen zu bilden … Die Bedeutung der Betriebsparteizellen muß auch in der personellen Zusammensetzung der Leitungen der Orts- und Kreisverbände der Partei in der Regel zum Ausdruck kommen … Zur Zeit gibt es noch wenige Betriebsparteizellen, während die Zahl der Roten Betriebsgruppen weitaus größer ist. Dieser Zustand erklärt sich aus der Tatsache, daß die revolutionären Kader in den Betrieben, die Vorhut des Proletariats, die es für den Kommunismus zu gewinnen gilt, infolge der lang anhaltenden Wiederaufbauperiode des Kapitalismus nach dem 2. Weltkrieg, die erst 1966/67 durch die erste verstärkt in Erscheinung tretende zyklische Krise beendet wurde, infolge der langjährigen ideologischen Beeinflussung der Arbeiterklasse durch reformistisches und revisionistisches Gedankengut noch dünn gesät ist. Mit Sicherheit aber wird sich die Lage ändern, denn wir stehen in Westdeutschland am Anfang einer Periode, in der sich infolge der allgemeinen Krise des Kapitalismus, der Verschärfung der Widersprüche der Imperialisten untereinander, der Existenz einer korrekten marxistisch-leninistischen Partei, die Klassenkämpfe bedeutend verschärfen werden. Betriebsparteizellen entstanden bisher zur Hauptsache aus den unter Anleitung der Partei arbeitenden Roten Betriebsgruppen oder sie wurden geschaffen, indem die Partei Genossen in Schwerpunktbetrieben zusammenzog. Auf das Ziel Schwerpunkt in den Betrieben ist auch die Arbeit der Orts- und Stadttteilzellen auszurichten. Z.B. indem diese Zellen mit dem Ziel der Errichtung von Roten Betriebsgruppen bzw.Betriebsparteizellen ihre politische Arbeit auf bestimmte in ihrem Ortsbereich gelegenen Betriebe konzentrieren … Noch einmal zur Aufgabenbestimmung der Roten Betriebsgruppen: Sie sind von der Anlage her Massenorganisationen der Partei und dienen - wie auch die anderen Massenorganisationen der Partei, z.B. die Rote Garde - als Kaderreservoir für die Partei … Gleichzeitig ist es Aufgabe der Roten Betriebsgruppen, unter Anleitung der Betriebsparteizelle, an der Ausarbeitung der politischen Agitation und Propaganda für den Betrieb, z.B. Flugblätter, Betriebszeitungen, teilzunehmen und in die betrieblichen Kämpfe einzugreifen, mit dem Ziel, sie ideologisch, politisch und organisatorisch zu führen, wobei festzustellen ist, daß die ideoloigische und politische Seite bisher vernachlässigt wurde. Neben den Betriebsparteizellen haben die RBG's die Aufgabe, durch ihre antikapitalistische und antirevisionistische Praxis im Betrieb den fortgeschrittenen Teil der Belegschaft für den Marxismus-Leninismus zu gewinnen, d.h. an die Politik der Partei heranzuführen, zum Verständnis und zur Unterstützung der Politik der Partei zu bringen und dadurch ihren Beitrag zur Einheit und Entwicklung des revolutionären Proletariats zu leisten … Warum haben wir uns mit dem ersten Schritt, dem Aufbau von Betriebsparteizellen so ausführlich beschäftigt? Weil erst sie die Voraussetzung schaffen für die erfolgreiche Inangriffnahme des zweiten Schrittes: Der Aufbau einer revolutionären Gewerkschaftsopposition, der über die Bildung von kommunistischeFraktionen innerhalb der Gewerkschaften erfolgt. Solange wir beim Aufbau dieser Fraktionen nicht von den Betriegsparteizellen ausgehen, werden wir die in der Gewerkschaft organisierten Arbeiter nicht erfassen, organisieren und führen können."

Es erscheint auch der Artikel "Antifaschistischer Kampf und Parteiaufbau. Eine Kritik an dem Artikel 'Erklärung der Ortsgruppe Freiburg' im Roten Morgen Nr. 2/1971" (vgl. Freiburg 18.1.1971). Der Artikel, der mit 'fb' unterzeichnet ist, führt u.a. aus:"
Die vorliegende Kritik will einige Aspekte zum antifaschistischen Kampf im allgemeinen sowie zum Verhältnis von antifaschistischem Kampf und Parteiaufbau im besonderen darlegen. Im Roten Morgen 2/1971 ist eine Erklärung der Ortsgruppe Freiburg abgedruckt worden. Es handelt sich um eine Erklärung darüber, warum die Ortsgruppe Freiburg zu antifaschistischen Aktionen in Freiburg geschwiegen bzw. sich nicht beteiligt hat. Diese Erklärung ist äußerst fadenscheinig und offenbart sowohl eine sektiererische Linie im antifaschistischen Kampf als auch das Unvermögen, die Beziehung zwischen der Gewinnung der Vorhut der Arbeiterklasse und Kampf gegen den Faschismus als dialektische Einheit zu betrachten. Während sich der KJVD (Jugendorganisation der KPD/ML-ZB, d.Vf.) den Revisionisten anbiedert und ihnen hinterhertrabt, kapselt sich die Ortsgruppe Freiburg ab und überläßt ihnen das Feld. Wie ist es zu dieser Erklärung gekommen? In Freiburg veranstalteten die Faschisten der AKON, NPD, 'Aktion Widerstand' usw. eine Demonstration zum 100. Jahrestag der 'Reichsgründung', um reaktionäres und chauvinistisches Gedankengut in die Massen zu tragen. Die Ortsgruppe Freiburg weigerte sich, an einer Gegendemonstration teilzunehmen. Darüberhinaus versäumte sie es, rechtzeitig eine öffentliche Begründung für diese Haltung abzugeben. Die Ortsgruppe sagt nun, daß Kritik und Unverständnis … nur deshalb aufgetreten seien, weil die Ortsgruppe ihren Standpunkt nicht rechtzeitig öffentlich dargelegt habe. Das ist aber der erste große Irrtum. Es wird diesmal, im Gegensatz zu 1933, beim Versuch der Errichtung des Faschismus bleiben. Denn die Haupttendenz in der heutigen Welt ist Revolution. Aber beim Versuch bleibt es nur deshalb, weil die Bourgeoisie letztendlich durch den bewaffneten Kampf der revolutionären Volksmassen daran gehindert wird. In der Erklärung heißt es, 'offen faschistische Organisationen' hätten eine 'doppelte Funktion'. Es bleibt offen, welches die Hauptsache bei dieser 'doppelten Funktion' darstellt. Ein Buhmann für die herrschenden bürgerlichen Parteien sind sie zwar, aber in erster Linie sind es die Sturmtruppen für die Errichtung des Faschismus. Die Ortsgruppe Freiburg hingegen betrachtet die Neonazis in der Praxis als Buhmann der herrschenden Parteien. Damit fällt sie aber genau auf die Doppeltaktik der Bourgeoisie herein, die Neonazis als unbedeutend, dahinsiechend, als 'nicht in unsere politische Landschaft passend' (Strauß) darstellen möchte, um die Arbeiterklasse und die anderen unterdrückten Volksmassen von diesen Erzfeinden des Proletariats abzulenken, um die Massen einzuschläfern. Darauf dürfen wir aber auf keinen Fall hereinfallen, sondern müssen den Faschismus bekämpfen, in welcher Gestalt er auch auftritt. Keinesfalls können wir dulden, daß die Neonazis den Sieg des preußischen Militarismus vor 100 Jahren unbehelligt feiern. Die Teilnahme der Revisionisten an Gegendemonstrationen darf uns nicht hindern. Im Gegenteil, wir müssen mit allen Mitteln versuchen, einer solchen Aktion die richtige Richtung zu geben, die konsequent antifaschistische Linie wahrer Kommunisten durchzusetzen. Unsere Verfasser aber beweisen mit ihren Rechtfertigungsversuchen für ihre sektiererische Haltung, daß ihnen ziemlich unklar ist, wie der Kampf gegen den Faschismus zu führen ist. Da der Versuch der Errichtung des offenen Faschismus, durch welche Partei auch immer, das letztendlich einzige Mittel der Bourgeoisie im Zeitalter des Imperialismus ist, um die Herrschaft des Proletariats aufrechterhalten zu können, arbeitet die Bourgeoisie von vornherein auf dieses Ziel hin … Deshalb steht der Kampf gegen den Faschismus von vornherein auf der Tagesordnung der Partei des Proletariats. Und der Sieg über den Faschismus stellt dann die Errichtung der Diktatur des Proletariats dar, zumindest mündet er unmittelbar in sie ein. Die Erfahrungen von vor 1933 haben gezeigt, daßder Faschismus nur durch den bewaffneten Kampf der Arbeiterklasse zu besiegen ist. Die Rolle der Kommunistischen Partei, der KPD/ML, besteht dann darin, diesen bewaffneten Kampf anzuführen, wie es der Avantgarde würdig ist. Die anderen antifaschistisch und demokratisch gesonnenen Teile des Volkes werden in diesem Moment am bewaffneten Kampf teilnehmen, ohne Rücksicht auf Partei- oder Religionszugehörigkeit … Damit die KPD/ML zum führenden Kern der Arbeiterklasse wird, muß sie die Strategie und Taktik der westdeutschen Revolution erarbeiten, muß sie mit ihrer Agitation und Propaganda zunächst hauptsächlich die Fortgeschrittensten des Proletariats auf das Niveau der revolutionären Marxisten-Leninisten heben, in die Partei aufnehmen und zu Kadern heranbilden … In unserer Propaganda müssen wir den untrennbaren Zusammenhang zwischen Imperialismus, Faschismus und Krieg aufzeigen, den Arbeitern die Rolle des Staates erklären und die Notwendigkeit und Methoden der Abschaffung des bürgerlichen Systems vermitteln. Daraus folgt, daß wir auch die Methode des Aufbaus neonazistischer Gruppen, die jetzt schon mit den Terrorpraktiken von SA und SS aufwarten, anprangern müssen … Die Agitation und Propaganda gegen den Faschismus ist ein wichtiger Bestandteil unserer gesamten Agitation und Propaganda, die eben gerade der Gewinnung der Vorhut für den Kommunismus dient … Die Einheitsfront der Arbeiterklasse kann nur eine kämpferische Einheit von unten sein und ist durch eine starke marxstisch-leninistische Fraktion in der Arbeiterklasse herzustellen … Was die Einheitsfront betrifft, so macht diese, wie jedes Ding eine Entwicklung durch … Die Einheitsfront gegen den Faschismus steht von vornherein auf der Tagesordnung … Daß diese Einheitsfront weitgehend von Revisionisten und Reformisten beherrscht wird, muß für uns ein Grund mehr sein, uns an antifaschistischen Aktionen zu beteiligen, um dabei unsere Linie durchzusetzen und die Unentschiedenen für unsere Linie zu gewinnen. Somit komme ich zur Frage des Bündnisses mit anderen politischen Gruppen … Ein Bündnis mit der DKP auf organisatorischer Ebene kann genauso ein Mittel im Klassenkampf sein, wie z.B. ein organisatorisches Bündnis mit Jungdemokraten oder Jungsozialisten … Es hängt auch hierbei von unserem Standpunkt und unserer taktischen Konzeption ab, ob wir den Revisionisten hinterhertrotten oder nicht … In der Regel beteiligen sich an solchen Aktionen verschiedene antifaschistische Gruppen in Form eines taktischen Bündnisses. Allein diese Tatsache stellt bereits einen Grund dar, in ein Bündnis mit der DKP einzutreten … Wir müssen bei allen Aktionen stets den Hauptschlag festlegen und dürfen nicht eine Nebensache künstlich zur Hauptsache machen. Das tun wir aber, wenn wir auf antirevisionistischen Losungen bestehen, von der Propagierung derselben unsere Teilnahme an antifaschistischen Aktionen abhängig machen."

Die Ausführungen zur DKP werden weiter diskutiert (vgl. 27.9.1971).

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Aug. 1971, 27.9.1971):"
Bei der Sitzung war ich nicht anwesend. Für W (SW) waren BF und U in die Redaktion gekommen, durch Maßnahme des LV SW, gegen die der RM-Verantwortliche keinen Einspruch geltend gemacht hat, obgleich er das Recht dazu hatte. DER KREML VERKAUFT DIE SOUVERÄNITÄT DER DDR. Wer den Artikel verfaßt hat, weiß ich nicht.

NIXON NACH PEKING. Von E (?).

TOD DEM FASCHISMUS. Von J (Wb).

ANTIFASCHISTISCHER KAMPF UND PARTEIAUFBAU. BF behauptet, daß dieser Artikel in der Redaktion nicht diskutiert worden sei, insbesondere nicht die Passage über Bündnis mit der DKP. Er hielt zwar zunächst noch (in der Sitzung von 10/71) an seiner Meinung fest, wollte sich die Einwände jedoch noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

ZUM KAMPF ZWEIER LINIEN IN DER GEWERKSCHAFTSFRAGE III. Der Schluß dieses Artikels hat der Redaktion nicht mehr vorgelegen. E behauptete, das ZK habe dagegen Einwände erhoben.

KRITIK UND SELBSTKRITIK. Soll laut Auskunft der Gen. aus SW zwar in dieser Form verabschiedet worden sein, jedoch der wir-Stil sei nicht so von ihnen intendiert gewesen. Ich konnte mit dieser Form nichts anfangen, da man m.E. so keine Selbstkritik macht. Es hätte sich gehört, die Kritik aus Mannheim voll zum Abdruck zu bringen, eventuell auch die aus Gießen voll, zumindest aber teilweise (Passagen über Westberlin), daran hätte eine Stellungnahme der Redaktion anschließen müssen, die die unterschiedlichen Positionen der
Redakteure zum Ausdruck gebracht hätte. In der vorliegenden Form lehnte ich
die Selbstkritik daher ab, da sie damit zur Farce wurde.

WARUM FREMDWÖRTER IM RM. Uralter Artikel von Eg, dessen Abdruck Platz für die Selbstkritik wegnahm (wie auch die Abbildung des Vietcong).

DEMONSTRATION GEGEN POLIZEITERROR und VERANSTALTUNG GEGEN DAS KPD-VERBOT. Von der OG München. Letzterer Artikel scheint in der Redaktion auch nicht besprochen worden zu sein, da an seinem Erscheinen wegen des Nachfolge-Anspruchs, der darin zum Ausdruck kommt, Kritik geübt wurde."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 10; Roter Morgen Nr. 9, Hamburg 13.9.1971;KPD/ML-ZK-OGL Dortmund: Kritik der OGL Dortmund an der 'Theorie' von den Zwei-Wegen des westdeutschen Imperialismus und ihrer Auswirkungen auf die Praxis der Partei, Dortmund o.J. (1971)

27.09.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr. 10 (vgl. 13.9.1971, 11.10.1971) berichtet u.a. aus Rheinland-Pfalz über das Erscheinen der Ludwigshafener Betriebszeitung der Roten Betriebsgruppe (RBG) BASF, 'Roter Funke' Nr. 3 und zwei Flugblättern der Ortsgruppe Worms gegen die Shellansiedlung.
Aus Bayern wird berichtet von Flugblattverteilungen vor Würzburger Betrieben (vgl. 17.8.1971).

Zur Metalltarifrunde (MTR) heißt es in "TARIFRUNDE 71" u.a.:"
BÜRGERLICHE PRESSE SOLL LOHNRAUB IN DER PROPAGANDA VORBEREITEN

Die gesamte bürgerliche Presse wurde in einer seit dem 2.Weltkrieg noch nicht dagewesenen Weise zur Vorbereitung eines Lohnkampfes eingesetzt. Mit Verdrehungen, Lügen und Unterschlagungen versucht die Bourgeoisie die Kampfkraft der Metallarbeiter zu schwächen. …. Wirtschaftsführer, Bankbosse und führende Politiker kamen täglich in der Presse zu Wort. Ihr Klagen und Jammern diente dem einen Zweck, die wahre Wirtschaftssituation der Großkonzerne vor den Arbeitern zu verschleiern. Die Bankrotte der Kleinen werden in aller Ausführlichkeit breitgetreten. Der Riesenwirbel um Olympia und Voigtländer (in Braunschweig, d.Vf.) soll den Eindruck erwecken, als ginge es den Kapitalisten insgesamt höchst dreckig. Natürlich wird verschwiegen, von wem die Kleinen geschluckt werden bzw. wer an den Bankrotten verdient. Ebenso wie alles getan wird, um Unruhe über bevorstehende Massenentlassungen bei Rheinstahl, Mannesmann, Krupp und Hoesch zu vermeiden. …

Auch in diesem Metallkampf wurden trotz aller Versuche der Bonzen, Forderungen der Kollegen zu unterdrücken, klare Forderungen erhoben: Bei Klöckner/Bremen waren es 16%, bei Maschinenfabrik Deutschland (Hoesch - MFD, d.Vf.) und einigen kleineren metallverarbeitenden Betrieben in Dortmund 15%, bei Opel/Bochum forderte eine Belegschaftsversammlung 15% - 1 DM. Die KPD/ML hat ihre Forderung 15% - 1 DM, Absicherung der Effektivlöhne, 1 000 DM Mindestnettolohn, gegen Arbeitsplatzbewertung und Punktsystem, gleichen Lohn bei gleicher Arbeit in vielen Flugschriften propagiert und begründet. …

DAS WAHRE GESICHT DER IGM-BONZEN

Bei der Festlegung der IG-Metall-Forderung in den einzelnen Tarifgebieten zeigten die Gewerkschaftsbonzen dann wieder ihr gesicht. Was sie auf den Versammlungen in den Betrieben nicht wagen konnten, geschah. In den Kommissionen wurden 9 - 11% auf den Tariflohn festgesetzt. Von linearer Anwendung wollte man auch nichts mehr hören, da dann ja 'die Facharbeiter auch den Besen nehmen könnten' (Gewerkschaftsbonze Tuchmann in Dortmund)."

Im Artikel "Richtigstellung. Bündnis mit der DKP?" wird ausgeführt:"
In dem Artikel 'Antifaschistischer Kampf und Parteiaufbau' im letzten ROTEN MORGEN ist ein Fehler in der Frage von Bündnissen mit der DKP unterlaufen. Wir nehmen dies zum Anlaß, erstens diesen Fehler zu korrigieren und zweitens, den Beschluß des Zentralkomitees der in Nr. 2/1971 des ROTEN MORGEN (vgl. Feb. 1971, d.Vf.) falsch und dogmatisch interpretiert wurde, korrekt zu erläutern. 1.) In dem Artikel 'Antifaschistischer Kampf und Parteiaufbau' heißt es: 'In der Praxis sieht es nämlich so aus, daß die DKP selten allein antifaschistische Aktionen durchführt. In der Regel beteiligen sich an solchen Aktionen verschiedene antifaschistische Gruppen in Form eines taktischen Bündnisses. Allein diese Tatsache stellt bereits einen Grund dar, in ein Bündnis mit der DKP einzutreten.' Das ist falsch. Allein 'diese Tatsache' stellt überhaupt noch keinen Grund dar, ein Bündnis mit der DKP (gemeint ist die Führung) einzugehen. 'Denn dann können wir sowohl vor den anderen Gruppen unsere Linie im antifaschistischen Kampf propagieren und durchsetzen, als auch den Opportunismus der DKP entlarven'. Dazu: Unsere Linie propagieren und den Opportunismus der DKP entlarven können wir auch, oder besser noch, ohne mit der DKP ein Bündnis einzugehen. 'Diese Möglichkeit würden wir uns restlos verbauen, wenn wir mit der Forderung, antirevisionistische Losungen propagieren zu dürfen, der DKP einen Anlaß böten, entweder das Bündnis unter Protest zu verlassen oder uns zu isolieren.' Dazu: Wir bieten zur Zeit der DKP überhaupt kein Bündnis an. Folglich kann die Frage auch nicht lauten 'antirevisionistische Losungen propagieren zu dürfen'. Hier zeigt sich die Tendenz zum prinzipienlosen Zurückweichen. Keinesfalls werden wir uns auf einen Prinzipienschacher mit den DKP-Revisionisten einlassen, weil sie drohen könnten, bei einer Demonstration nicht mitzumachen.
2.) Es ist klar, daß es die KPD/ML nicht von vornherein 'prinzipiell' und für immer ablehnen kann, 'Bündnisse mit Revisionisten auf organisatorischer Ebene einzugehen'. In der Praxis des Klassenkampfes kann es vorkommen, daß wir mit allen möglichen bürgerlichen Kräften Zweckbündnisse eingehen müssen … Der Parteibeschluß, nicht so, wie im ROTEN MORGEN ausgeführt, besagt folgendes: Wir lehnen es zur Zeit, wo der Kampf gegen den Revisionismus wichtigste Bedingung und Voraussetzung zur Gewinnung der fortschrittlichsten Arbeiter ist und die KPD/ML politisch und organisatorisch noch schwach ist, ab, Bündnisangebote an die DKP-Führung zu machen. Es gibt zur Zeit auch nichts, was uns dazu zwingt."

Der Artikel "Kritik und Selbstkritik. - Die KPD/ML muß das Klassenbewußtsein der westdeutschen Arbeiterklasse entwickeln" erklärt u.a.:"
Vom April bis Juni hat die KPD/ML in die Tarifkämpfe der Chemie eingegriffen. Dabei hat sie in den meisten Fällen eine bürgerliche Politik durchgeführt. Diese Politik konnte sich um so leichter durchsetzen, als zentral eine klare Linie fehlte und auch durch den ROTEN MORGEN keine Anleitung erfolgte … Gerade der Kampf gegen den Rechtsopportunismus ist besonders wichtig, da allgemein der Rechtsopportunismus die Hauptgefahr für die Partei ist, und da auch im Zentralorgan sich eine rechtsopportunistische Tendenz zeigte. Somit ist die Untersuchung im LV Südwest ein Dokument im Kampf gegen den Rechtsopportunismus in der ganzen Partei … Der Hauptfehler war, wir haben unsere Agitation hauptsächlich auf der Grundlage des ökonomischen Kampfes entfaltet. Wir haben keine allseitigen politischen Enthüllungen gebracht, damit letztlich nur den ökonomischen Kampf unterstützt und sind so in die Gefahr geraten, zu einer besseren bürgerlichen Gewerkschaft zu werden … Die konterrevolutionären Aufgaben der Gewerkschaften haben wir nicht entlarvt: Daß die Gewerkschaften den Staat als etwas Neuatrales hinstellen und somit verschleiern, daß der Staat ein Herrschaftsinstrument der Kapitalisten ist … Die Roten Betriebsgruppen haben wir als Gewerkschaften propagiert. Wenn wir in der nächsten Tarifrunde nicht wieder in den Sack gehauen werden wollen, dann brauchen wir zum Kampf gegen Konzernherren im Betrieb eine Führung. Ohne Führung verläuft dieser Kampf im Sand. Diese Führung muß die Rote Betriebsgruppe der KPD/ML werden … Zu Beginn der Tarifrunde haben wir uns die Aufgabe gestellt, den politischen mit dem ökonomischen Kampf zu verbinden. Der Dreibund wurde entlarvt und der Kampf für den Sozialismus propagiert. Aber schon in diesem Monat hatten wir den entscheidenden Fehler gemacht. Die Verbindung von politischen und ökonomischem Kampf wurde zur Hauptseite gemacht, nicht aber, wie es richtig ist, die allseitige politische Enthüllung … So wird dann auch der ökonomische Kampf nicht mehr richtig unterstützt. In der Agitation und Propaganda wird man dann bis in den Reformismus abgleiten … Dabei wird man dann auch den Reformismus propagieren, weil man ja nur ein Ziel vor Augen hat, mit jedem Mittel einen Streik herbeizuführen … Wie entwickelt die Partei das revolutionäre Bewußtsein der Arbeiter und wie unterstützt sie den ökonomischen Kampf? Dazu muß die Partei den wissenschaftlichen Sozialismus in die Arbeiterklasse hineintragen … Dazu muß die Partei eben die allseitigen politischen Enthüllungen organisieren … Bei der Unterstützung des ökonomischen Kampfes dürfen wir uns nicht auf das Aufstellen und Propagieren von Forderungen beschränken. Sondern wir müssen die unversöhnlichen Gegensätze im ökonomischen Kampf zeigen … Wie die Beschränkung auf den ökonomischen Kampf zum Reformismus führt, so ist es Sektierertum, den ökonomischen Kampfnicht zu unterstützen. Beides müssen wir bekämpfen. Bei vielen Genossen herrscht die Theorie vor, der Lohnkampf sei der beste Ansatzpunkt zur Erziehung der Arbeiterklasse. Diese Genossen beten die Spontaneität an, weil sie glauben, die Arbeiterklasse wird durch die Erfahrung der Lohnkämpfe klassenbewußt. Dahinter steckt die Unterschätzung des bewußten Elements. Die ideologische Ursache ist unser Hochmut und unsere Überheblichkeit … Wenn wir aber glauben, der Ökonomismus sei die einzige Form des Rechtsopportunismus in der Partei, stimmt das nicht. Sondern der fehlende ideologische Kampf um die politische Linie hat auch noch zu anderen Fragen zum Rechtsopportunismus geführt. So sind das Fehlen des ideologischen Kampfes und opportunistische Auffassungen auch das Hauptaugenmerk der Entwicklung des ROTEN MORGEN seit dem letzten Herbst … So wird in dem Artikel 'Über die Verbindung von ökonomischen und politischen Kampf' kein Kampf gegen den Rechtsopportunismus im Gewande des Ökonomismus geführt … Deshalb ist es unsere Aufgabe, die korrekte marxistisch-leninistische Linie für die Verbindung von ökonomischen und politischen Kampf aufzuzeigen … einmal, um in den künftigen Lohnkämpfen wirkungsvoller den Klassenkampf entfalten zu können und zum anderen, um die rechten und 'linken' Tendenzen in den eigenen Reihen bekämpfen zu können … In dem Artikel 'politischer und ideologischer Kampf' wird so getan, als ob innerhalb der Partei alles in Ordnung sei, und nur von außerhalb die Partei in Gefahr gebracht werden kann. In Wirklichkeit sind doch die objektiven Agenten der Bourgeoisie diejenigen, welche die bürgerliche Linie in die Partei tragen, die Hauptgefahr für die Partei … Opportunisten versuchen doch immer, ihre Linie durchzusetzen, indem sie den ideologischen Kampf abblocken … Die Folge davon ist die 'Koexistenz' zweier Linien … Im Kampf um diese wichtigen und für die Revolution entscheidenden Fragen muß sich das Zentrum innerhalb der Partei herausbilden. Nur wenn dieser Kern geschaffen wird und in der Partei in den wichtigen Fragen eine Einheit auf revolutionärer Grundlage geschaffen wird, können wir erfolgreich gegen den Opportunismus innerhalb der Arbeiterbewegung kämpfen und die Einheit der Marxisten-Leninisten erringen … Wie gefährlich der Opportunismus innerhalb der Partei ist, zeigt sich gerade in der Frage des Parteiaufbaus. Der ideologische Kampf wird nicht geführt. Das Zentrum nicht planmäßig herangebildet. So entwickelt sich die Partei auch nicht planmäßig und wird so auf das Niveau der anderen ML-Organisationen herabgezogen. Und das verschleiern gerade die Genossen, die den KJVD (der KPD/ML-ZB, d.Vf.) und andere Organisationen, welche auch schon in der Theorie opportunistisch geworden sind, kritisieren, ohne aber in unserer Partei die richtige Linie zu entwickeln und durchzusetzen."

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. 13.9.1971, 11.10.1971):"
DOLLARKRISE: Von mir nach Redaktionsschluß verfaßt, da Eg es ablehnte, ihn mit mir zusammen zu schreiben (wegen unserer unterschiedlichen Auffassung zur 2-Wege-Theorie). Eg machte den Vorschlag, den im Mai abgelehnten Frankfurter Beitrag zu drucken, obgleich ich ihm darin enthaltene revisionistische Fehler gezeigt hatte. Die Frage der Aktualität störte ihn auch nicht. Der von mir verfaßte Artikel enthielt keine Stellungnahme zur DKP. Ich bat E daher telefonisch, sie einzuarbeiten und nannte ihm Details, wie ich mir das vorstellte. Er tat es nicht, sondern hängte lediglich ein Flugblatt der LL Hamburg an, das ökonomistisch war.

VORBEUGEHAFT: Von E der Redaktion vorgelegt. Obwohl kritisiert wurde, daß die Partei zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wird (wie bei den früheren Artikeln des Genres), blieb das auch hier erhalten.

DIE GRETCHENFRAGE. Von E.

CHINA GEGEN ATOMKOMPLOTT. Von E.

ZUR BERLIN-REGELUNG. Von E.

REVISIONISTISCHE SCHULMEISTEREI. Von E.

Der Hinweis darauf, daß der 4.Teil ZUM KAMPF ZWEIER LINIEN IN DER GEWERKSCHAFTSFRAGE aus technischen Gründen erst in der nächsten Nr. erscheinen könne, wurde von E nach Redaktionsschluß verfaßt.

WORMSER STADTVERWALTUNG - HANDLANGER DER KAPITALISTEN. Von BF verfaßt und von der Redaktion mit geringfügigen Änderungen verabschiedet.

KRITIK UND SELBSTKRITIK. Wurde von E in den RM gebracht. Der Artikel lag der Redaktion seit Juli vor. U und BF erhoben gegen diesen Artikel nach Erscheinen Einwände, da er längst zurückgezogen sei. Sie behaupteten, ihn schon während der Redaktionssitzung zurückgezogen zu haben. Diese Behauptung wurde von J (Wb) bestätigt. E dagegen bestritt sie. Ich selbst weiß nur folgendes: diskutiert worden war in meiner Gegenwart (ich war später erschienen) ein Artikel von BF über Ökonomismus. Dieser Artikel war nicht ausdiskutiert worden und wurde von mir nach Weggang der SW-Redakteure, als eine Entscheidung gefällt werden sollte, in Zweifel gezogen. Insbesondere Passagen, daß der RM keine politischen Enthüllungen gebracht habe, entsprach nicht den Tatsachen. Anwesend waren bei der erneuten Verlesung A und M (Layouter und Setzer, die beide heute zur Hamburger Opposition zählen), sie erhoben Einwände, daß der Artikel nicht vom Parteistandpunkt aus geschrieben sei. Ich hielt es für erforderlich, daß er mit den Genossen aus SW erneut diskutiert würde. Damit aber war der RM nicht gefüllt. E bewahrte in seinem Manuskriptberg den gedruckten Artikel, las ihn erfreut vor, wir entdeckten nichts Falsches, und damit war er beschlossen.

BÜNDNIS MIT DER DKP? Nach Redaktionsschluß, laut Auskunft von E vom ZK verfaßt.

TARIFRUNDE 71 - RUHE AN DER HEIMATFRONT. Von U (SW) verfaßt, von mir überarbeitet.

DAS BLUTBAD VON ATTICA: FRATZE DES USA-FASCHISMUS. Von E nach Redaktionsschluß.

POLIZEIAKTION NACH FEIERABEND. Arbeiterkorrespondenz, von mir überarbeitet.

WIEDER UNRUHEN IN POLEN? Von E.

Die KRITIK UND SELBSTKRITIK löste seitens der Redakteure aus SW erheblichen Protest aus, da sie längst nicht mehr dem Diskussionsstand entspräche. Einige Idealismen wie die Bezeichnung von Hochmut als Ursache für Abweichungen usw. waren insbesondere anstoßerregend. Ich unterstützte zunächst den Artikel, weil hier erstmals die Frage subjektiv/objektiv klar gelöst war, wurde jedoch durch den massiven Sturmlauf der Verfasser verunsichert. In NRW hieß es: 'Politik der harten Schläge', die in der Äußerung 'bürgerliche Politik' zum Ausdruck komme. Deswegen wurde hier der Artikel abgelehnt. Ich mußte Selbstkritik üben, weil ich das überlesen hatte. Der Theorie: hier werden Widersprüche im Volk antagonistisch hochstilisiert, konnte ich nichts entgegenhalten. Mein Verhältnis zu diesem Artikel blieb ambivalent."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 10f; Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 27.9.1971

11.10.1971:
Die Nr. 11 des 'Roten Morgens' (vgl. 27.9.1971, 25.10.1971) berichtet u.a. über die Entwicklung der Bewegung im Berliner Gesundheitswesen (vgl. 13.11.1969, 20.1.1970, 14.3.1970, 24.9.1970, 17.12.1970, 30.7.1971) sowie über dieses selbst. Über die Haltung der KPD/ML-ZK zum bundesweiten Ärztestreik berichtet auch die KPD (vgl. 5.11.1971).

Übernommen wird ein Artikel aus der 'Information' der RG Osthofen (vgl. Sept.
1971).

Im Artikel "Rote Fahne Bochum - Oder der revisionistische Wurm" wird zur KPD/ML-ZB ausgeführt:"
Wenn man sich heute mit Sympathisanten und Mitgliedern der Gruppe 'Rote Fahne' Bochum unterhält und sie fragt, wieso es denn zwei KPD/ML's gäbe, was der Unterschied zwischen ihrer Gruppe und der KPD/ML, deren Zentralorgan der 'Rote Morgen' ist, sei, erhält man ungefähr die Antwort: Ach die, das sind die Ezristen, die schwarze Linie, das sind die, die sich ins stille Kämmerlein zurückziehen und Theorie machen wollen. Und die Genossen des Zentralbüros verkünden stolz: Damals, 1968, als wir die Partei gründeten … Dabei war keiner von ihnen dabei. Nun gut, werden sie sagen, darauf kommt es auch gar nicht an. Hauptsache, wir haben die richtige Linie. Sicherlich haben sie eine Linie, nur ob es die richtige ist? Wie es jedoch zur Abspaltung ihrer Gruppe von der KPD/ML kam, das versuchen sie ihren Mitgliedern zu verschweigen. Wie alle Spalter versuchen sie die Notwendigkeit der Spaltung ideologisch zu begründen. Heute, nach anderthalb Jahren liest sich das so:
Die Auseinandersetzung entzündete sich an folgenden vier Fragen:
- Steht die Unterstützung der Kämpfe der Arbeiterklasse im Vordergrund der Arbeit der Partei - oder muß die Partei vor allem theoretisch an ihrem Programm arbeiten, solange sie sich im Aufbau befindet?
- Trägt die Partei den Sozialismus in die Arbeiterklasse - oder tun das die Intellektuellen?
- Muß der Kommunistische Jugendverband politisch von der Partei angeleitet werden, aber organisatorisch selbständig sein - oder muß der Jugendverband in der Zeit des Aufbaus von der Partei gegängelt werden?
- Muß die Partei neben ihrem politischen Kampf auch in den von rechten Sozialdemokraten geführten Gewerkschaften arbeiten und ist das der wichtigste Teil - oder soll sie auf die Spaltung der bestehenden Gewerkschaften hinarbeiten und versuchen, die Bedingungen für neue Gewerkschaften zu schaffen?

Das liest sich gut, nur stimmt es nicht. Zum Beispiel Punkt 2. Niemand in unserer Partei ist der Meinung, daß die Intellektuellen den Sozialismus in die Arbeiterklasse tragen, sondern das tut die Partei. Sie mußten schon einen Satz in der Januar-Ausgabe 1971 des ROTEN MORGEN sinnentstellend verdrehen, um zu diesem Unsinn zu kommen. Genauso ist es mit der Behauptung, wir seien der Meinung, die Jugendorganisation der Partei, die ROTE GARDE, müsse am 'Gängelband' geführt werden. Wir sind doch keine Kinder-Bewahranstalt. Sie sollen uns nachweisen, wo solch ein Schwachsinn steht. Zu Punkt 4 können sie unsere Antwort in dem Artikel 'Kampf zweier Linien in der Gewerkschaftsfrage' nachlesen. Die Frage bleibt, ob solche fiktiven, erfundenen Gründe Anlaß genug waren, eine Spaltung herbeizuführen, statt - wie wir damals vorschlugen - sie auszudiskutieren. Sie sollen doch ehrlich sein. Sie wollten die Spaltung … Doch zuerst einmal zu den Gründen, die wirklich zur Spaltung führten und die heute die Gruppe 'Rote Fahne' ihren Mitgliedern zu verschweigen sucht. Es handelt sich dabei um tatsächlich grundlegende Fragen. So stellten sie beispielsweise die These auf, daß die Partei von 'unten nach oben' aufzubauen sei. Sie lehnten es ab, bei der Entwicklung der Partei verschiedene Phasen zu unterscheiden. Sie warfen dem ROTEN MORGEN Trotzkismus vor, weil er meinte: Das Proletariat muß die anderen Klassen und Schichten führen, d.h. die anderen Klassen und Schichten müssen sich ihm unterordnen. Sie propagieren die Entfaltung einer 'massiven Praxis' und behaupteten, immer und unter allen Umständen sei im Widerspruch zwischen Theorie und Praxis die Praxis die Hauptseite und unterstellten, wer der Meinung ist, daß die Theorie die hauptsächliche Seite zwischen Theorie und Praxis sein könnte, wolle 'die Praxis liquidieren'. Nun ist das Theorie-Praxis-Verhältnis für die jungen marxistisch-leninistischen Parteien allerdings eine wichtige Frage, an die man nicht leichtfertig herangehen kann. Was an 'Theorie', was an konkreter Analyse seitens der modernen Revisionisten vorliegt, ist nicht brauchbar … Darin scheint die die Gruppe Rote Fahne allerdings anderer Meinung zu sein."

In Anlehnung an Mao Tsetung und seine Schrift 'Über den Widerspruch', in der er ein Primat der Theorie favorisiert, wenn "noch kein politischer Kurs, keine Methode, kein Plan, keine Richtlinie vorhanden ist", folgert die KPD/ML-ZK:"
Diese Gedanken Mao Tsetungs wurden von der Gruppe Rote Fahne Bochum bzw. ihrem Jugendverband, dem KJVD in 'schöpferischer Weise weiterentwickelt' … Bei ihnen werden die Bedingungen, unter denen die Theorie Hauptseite werden könnte, folgendermaßen bestimmt (Bolschewik Nr. 1, mit dem sie die Spaltung ideologisch rechtfertigen wollten):
1. "….die andere Seite des Widerspruchs zwischen Theorie und Praxis (die Praxis) muß zunächst entfaltet werden, damit die Theorie zur hauptsächlichen Seite wird …
2. Die Theorie wird erst dann zur hauptsächlichen Seite des Widerspruchs, wenn die Fragen, die aus der Praxis gestellt werden, derart überhand nehmen, daß eine weitere Arbeit unmöglich wird …
3. Wenn z.B. sich im Ruhrgebiet eine neue Partei gründen würde, und ihre Agitation und Propaganda würde sich derart entfalten, daß der Bestand unserer Gruppe nicht mehr gesichert wäre, da die Mitglieder der anderen Partei unseren Mitgliedern ideologisch überlegen wären, dann würde die Theorie zur hauptsächlichen Seite des Widerspruchs zwischen Theorie und Praxis werden, denn eine weitere Ausdehnung der Praxis ist nur dann möglich, wenn die ideologische Auseinandersetzung mit dieser Partei intensiv geführt wird."

Die KPD/ML-ZK schreibt dazu:"
Niemals und zu keinem Zeitpunkt hat die Partei behauptet, daß man die Praxis liquidieren, sich ins stille Kämmerlein zurückziehen und die Theorie ausarbeiten solle. Wenn es solche Erscheinungen des Liquidatorentums gab - und es gab sie - wurden sie entschieden bekämpft. Eine proletarische Partei greift vom Tag ihrer Gründung an, und zwar in der ersten Phase ihres Aufbaus vorrangig propagandistisch in die Massenkämpfe des Proletariats ein, mit dem Ziel: Die Vorhut des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen, was nach Stalin heißt: Kader bilden, eine Kommunistische Partei schaffen, Programm und Grundlagen der Taktik ausarbeiten. Und natürlich können die Klassenanalyse, das Programm, eine richtige politische Linie nur in enger Verbindung mit der Praxis des Klassenkampfes der breiten Massen ausgearbeitet, entwickelt, überprüft werden. Was nicht heißt, daß die im Aufbau befindliche Partei die Klassenkämpfe schon führen muß … Das alles wurde von der Gruppe Rote Fahne nicht beachtet. Wild stürzte sie sich in das, was sie Praxis nannte und war baß erstaunt, daß die Arbeiter ihren ständigen Aufrufen zum Streik nicht folgten.

Allmählich kamen sie dahinter, daß in dieser Praxis der Wurm stecken mußte. Stillschweigend korrigierte man einige Positionen, die man zuvor noch als Grund für die Spaltung ausgegeben hatte … Erklärtes Ziel der Gruppe 'Rote Fahne' ist, unsere Partei zu zersetzen und zu zerschlagen, was eindeutig in der Broschüre 'Zwei Wege in den Sumpf des Opportunismus' (vgl. Sept. 1971, d.Vf.) zum Ausdruck kommt. Wobei sie sich nicht scheuen, Namen von Genossen unserer Partei dem Klassengegner preiszugeben. In dieser Broschüre …, die sich mit dem zur Diskussion gestellten Artikel 'Zwei Wege des westdeutschen Imperialismus 'beschäftigt, wird der Versuch der Spaltung unserer Partei unternommen … Wir wissen selbst, daß der 'Zwei-Wege-Artikel' Fehler enthält (idealistisches Herangehen, mißverständliche, teils falsche Formulierungen). Aber das ist nicht das Wesen der Sache. Das Wesen der Sache ist, daß hier das erste Mal von westdeutschen Marxisten-Leninisten der Versuch gemacht wurde, auf der Grundlage einer breit entfalteten Diskussion zu einer korrekten Einschätzung der Entwicklungstendenzen des westdeutschen Imperialismus zu kommen. Wohl nicht umsonst hat ihn die Partei der Arbeit Albaniens in ihrem theoretischen Organ 'Pruga e Partise' 5/71 bis auf den Schlußteil 'Unsere Taktik' nachgedruckt.

Die Diskussion um den 'Zwei-Wege-Artikel' ist in der Partei noch nicht abgeschlossen. Sie wird, weitergeführt, sicher zu brauchbaren Ergebnissen führen. Ein Fehler war es, daß dieser Artikel, bevor er ausdiskutiert war, schon in einigen Veröffentlichungen der Partei als Linie seinen Ausdruck fand. Nachdem die Gruppe 'Rote Fahne' Bochum mit der Methode 'sich wild in die Praxis stürzen' Schiffbruch erlitten hatte, stürzte sie sich genauso 'wild in die Theorie' oder besser, in das, was sie darunter verstehen. Das, was die Gruppe 'Rote Fahne' unter Theorie versteht, ist nicht die konkrete Analyse einer konkreten Situation, sondern das unkritische Abschreiben der 'Theorie' der modernen Revisionisten. Dabei hat sie einen neuen, den 6. Klassiker des Marxismus-Leninismus entdeckt: Walter Ulbricht. Kein 'Bolschewik', keine Broschüre, in der nicht zigmal dieser Renegat, dieser Verräter der deutschen Arbeiterklasse zitiert wird. Damit hatte schon W. D. in seinem 'Revolutionären Weg' Nr. 2 begonnen. Warum haben sie ihn jetzt ausgeschlossen, wenn sie jetzt bereit sind, seine neorevisionistischen Theorien zu übernehmen? …
In diesem Licht muß man auch die Herausgabe von Schriften Ulbrichts durch die Gruppe 'Rote Fahne' Bochum sehen, die einzig und allein den Zweck verfolgt, den revisionistischen Plunder in die Arbeiterbewegung zu tragen …. Anstatt die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung kritisch vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus zu untersuchen, schreiben sie aus den Lehrbüchern der Revisionisten ab. Das führt dazu, daß sie zum Beispiel die korrekte These von der Notwendigkeit des Sturzes des Adenauer-Regimes im 'Programm der nationalen Wiedervereinigung Deutschlands' der KPD von 1952 als linkssektiererisch bezeichnen. Der logische Schluß: Die Partei des Proletariats darf nicht mehr den revolutionären Sturz der herrschenden Klasse propagieren, da das die Massen noch nicht verstehen können. Fürwahr, ihr Weg in den Sumpf des Revisionismus ist offensichtlich … Hier wird offensichtlich, was sich auch in ihrer praktischen Arbeit, in ihren ständigen Bündnisangeboten an die DKP-Führung ausdrückt … Wie offensichtlich ihre Rolle als Handlanger der modernen Revisionisten zur Spaltung der marxistisch-leninistischen Partei und Bewegung bereits ist, beweist ihr 13.-August-Artikel in Nr. 17 der 'Roten Fahne'. Dieser Artikel könnte wortwörtlich aus dem 'Neuen Deutschland', dem Zentralorgan der SED, abgeschrieben sein. In diesem Artikel wird die 'Mauer' durch Berlin zum antifaschistischen Schutzwall emporgejubelt. Jeder marxistisch-leninistische Arbeiter in der DDR würde ihnen diesen Artikel um die Ohren schlagen, weil er besser als die Epigonen der Ulbricht-Clique weiß, warum die Mauer entstand. Sie entstand durch eben diese Politik der Ulbricht-Regierung, die, anstatt den Klassenkampf in der DDR fortzusetzen, sich der ökonomistischen Linie des materiellen Anreizes der Sowjetrevisionisten anpaßte, die, statt die ideologische Revolutionierung voranzutreiben und die Diktatur des Proletariats zu festigen, es zuließ, daß eine neue Bourgeoisie aus Partei- und Staatsfunktionären, Managern und Technokraten entstand …
Alle Mitglieder der Gruppe 'Rote Fahne' Bochum und des KJVD sollten umgehend den Kampf gegen diese neorevisionistische Linie aufnehmen und die organisatorischen Konsequenzen ziehen, sonst werden sie unweigerlich im Sumpf des Revisionismus landen."
Die KPD/ML-ZB antwortet auf diesen Artikel in ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 25.10.1971, 8.11.1971).

Der Artikel "Schluß mit dem intellektuellen Geschwätz. Gegen den Versuch, unter dem Deckmantel des Kampfes zweier Linien innerhalb der Partei und des Kampfes gegen den Ökonomismus, die Partei zu zerstören!", erklärt u.a.:"
Genossen, uns reicht's. In den beiden letzten Ausgaben des ROTEN MORGEN mußten wir lesen, daß wir einer Partei angehören, die eine 'bürgerlich, reaktionäre' Linie verfolgt, deren Hauptquartier von 'objektiven Agenten der Bourgeoisie' erobert wurde, das man niederschlagen müsse, um einen neuen 'revolutionären Kern' in 'der Partei' zu 'bilden'. Einen Kern, der sich dann endlich im Kampf gegen den Faschismus mit den DKP-Revisionisten verbindet. Wir danken dem ROTEN MORGEN, daß er uns nach dem Prinzip 'Laßt hundert Blumen blühen' in so überaus plastischer Weise den Kampf zweier Linien in der Partei vor Augen führte, so daß es uns möglich ist, die übelriechenden Sumpfblüten der Reaktion von den Blumen des Sozialismus zu unterscheiden. Wir hätten allerdings gewünscht, daß die Redaktion des ROTEN MORGEN die Artikel unter der Spalte 'Kritik und Selbstkritik' und den namentlich (fb) gekennzeichneten Artikel besser als nicht die Meinung der Redaktion gekennzeichnet hätte, um Verwirrung unter den Lesern zu vermeiden. Keineswegs aber vertreten wir die Meinung, daß solche Artikel nicht in den ROTEN MORGEN gehören, weil unsere Gegner sich vielleicht über unsere Streitigkeiten lustig machen und sie für Angriffe gegen uns ausnützen könnten … Vor nichts haben die Führer dieser reformistischen, revisionistischen und neorevisionistischen Parteien und Gruppen mehr Angst, als sich offen und hart kritisieren zu lassen. Daß solche Beiträge im ROTEN MORGEN erscheinen können, ist nicht ein Zeichen unserer Schwäche, sondern der ideologischen Stärke unserer Partei; Kritik und Selbstkritik sind ein festes Prinzip in unserer Partei. Das ändert jedoch nichts am Inhalt, an der Tendenz dieser Artikel: 'Das Hauptquartier bombardieren!' Haben wir das nicht schon einmal gehört? Damals als der objektive Agent V. M. im ZK und in Westberlin einen fraktionistischen Putschversuch unternahm. Später, als die Dickhut-Genger-Gruppe zur Spaltung der Partei schritt. Und kürzlich bei uns, als wir das Zimmer des Hamburger Fraktionisten W. L. betraten, dem es gelungen war, den KSB/ML gegen die Partei aufzubringen und der sich hinter dem Rücken der LL der er selbst angehörte, zu Vereinigungsgesprächen mit anderen Gruppen traf, und wir an der Wand den Spruch prangen sahen 'Das Hauptquartier bombardieren'. Aus Erfahrung wird man klug. Das, was sich hier in den Artikeln des Landesverbandes Südwest abzeichnet, haben wir in den letzten drei Monaten in Hamburg durchexerziert. Es begann damit, daß eine knappe Handvoll intellektueller Genossen unserer Partei ursprünglich den Kampf zweier Linien in der Partei entdeckte. Von da ab sabortierten sie die praktische Arbeit des Landesverbandes. Wollten wir uns schulen oder praktische Aufgaben der Zellen in der politischen Arbeit besprechen, kreuzten sie mit Papieren auf, die unbedingt besprochen werden mußten … Der Gipfel ihrer Erkenntnis war schließlich der, daß sie feststellten, die Arbeiterklasse könne kein Klassenbewußtsein entwickeln, nur sie, die Intellektuellen, seien dazu in der Lage. Die Arbeiter vertreten die bürgerliche Ideologie, während sie, die proletarische vertreten. Was dann betreffs der Partei zur Folge haben müßte: Sie, die Intellektuellen, müssen in jedem Fall die Führung innehaben … Wir haben keine Lust, uns mit Dogmatikern herumzuschlagen, die lediglich einige Zitate von Lenin, Stalin und MaoTsetung herbeten können, die nicht in der Lage sind, ihr jeweils angelesenes Buchwissen mit den heutigen Verhältnissen des Klassenkampfes in der Bundesrepublik nach der Methode der konkreten Analyse in Verbindung zu bringen … Worin haben die Autoren der Kritik im Roten Morgen recht? 1. Daß es in der Partei praktisch seit dem massiven Erscheinen von Betriebszeitungen im LV Südwest und später auch nach Gründung des ZBGK einen Trend zum Ökonomismus gab, wovon auch der ROTE MORGEN beeinflußt wurde. Aber wohlgemerkt, einen Trend, eine Tendenz zum Ökonomismus. Es ist bösartig und unsolidarisch zu behaupten, es habe sich dabei um eine Linie von Konterrevolutionären gehandelt, die diese in die Partei getragen hätten, um sie in den Sumpf des Opportunismus zu führen … Warum kreuzt ihr erst heute mit eurem Artikel auf? Hat doch der ROTE MORGEN bereits vor Monaten in Erkenntnis vorhandener Abweichungen den Artikel 'Über die Verbindung von ökonomischem und politischem Kampf' gebracht, der von Radio Tirana in vollem Wortlaut gesendet wurde … Sicher gibt es den Kampf zweier Linien in der Partei. Die kurze Geschichte unserer Partei zeigt eine Reihe von Beispielen dafür. Gibt es diesen Kampf nicht mehr, ist die Partei revisionistisch entartet. Und es ist notwendig, diesen Kampf gegen rechts- und 'links'opportunistische Auffassungen bewußt zu führen, darüber bestehen zwischen euch uns uns grundsätzliche Unterschiede, die zu Antagonismus führen können, wenn ihr euch nicht korrigiert und rechtzeitig Selbstkritik übt. Wir sind der Meinung, daß man beim Kampf zweier Linien innerhalb der Partei die in ihrem Wesen nach unterschiedlichen Arten von Widersprüchen, die zwischen uns und dem Feind und die im Volk richtig unterscheiden und behandeln muß, damit die Partei auf der Grundlage der Prinzipien des Marxismus-Leninismus und der Maotsetungideen ihre Einheit verstärkt … Wir sind der Meinung, daß die Widersprüche innerhalb der Partei nach dem Prinzip 'Einheit-Kritik-Einheit' und der Richtlinie 'aus früheren Fehlern lernen, um künftige zu vermeiden' und 'die Krankheit bekämpfen, um den Patienten zu retten', zu lösen sind … Und noch ein Punkt, in dem ihr recht habt: Daß der ideologische Kampf gegen Gruppen außerhalb der Partei, die sich marxistisch-leninistisch nennen, vernachlässigt wurde, daß die Gefahr - wie es sich in der Mai-Nummer des ROTEN MORGEN ausdrückte - zur prinzipienlosen Vereinigung bestand. Aber Genossen, habt ihr nicht auch den Fehler gemacht, den ihr bei uns anprangert? Was habt ihr in Südwest, wo sich das Zentrum des KAB befindet, dazu beigetragen? Die Westberliner Genossen haben einen Artikel gegen die KPD/AO für den ROTEN MORGEN geschrieben. Die Münchener Genossen haben in einer Broschüre die Roten Zellen und was da bei ihnen sonst noch existiert aufs Korn genommen. Wir haben eine umfangreiche Broschüre gegen das neorevisionistische SALZ … herausgebracht. Ihr aber und ein anderer Landesverband auch habt durch Schweigen geglänzt … Worin liegen die Ursachen für die aufgetretenen Fehler in der Partei? … Für uns aber liegen die Ursachen dieser Fehler klar auf der Hand. Sie liegen im Spontaneismus begründet … Ihr sagt: Wir müssen einen neuen 'revolutionären Kern' schaffen. Wir sind der Meinung, daß es diesen revolutionären Kern in der Partei sehr wohl gibt. Ohne ihn hätten wir keine Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten und ohne ihn hätte der Kampf gegen die rechtsopportunistische Dickhut-Genger-Gruppe nicht geführt werden können, ohne ihn hätte es keine Plattform gegeben, in der die Aufgaben der Partei für die jetzige Phase im wesentlichen korrekt bestimmt waren. Spätesten nach der Plattform aber traten die Fehler auf. Sie wurden nicht zur Grundlage der Arbeit der gesamten Partei … Inzwischen sind die Einsichten und die Möglichkeiten vorhanden, den entsprechenden Schritt zu tun. Nehmen wir ihn in Angriff. Sorgen wir jetzt dafür, daß für die Genossen, die mit zentralen Aufgaben betraut sind, die Bedingungen vorhanden sind, sie auch auszuführen. Stärken wir unseren revolutionären Kern durck korrekte Kritik und frisches Blut."
Die Kritiker nehmen mit diesem Artikel Bezug auf eine Veröffentlichung im 'Roten Morgen' Nr. 9 vom 13.9.1971 "Antifaschistischer Kampf und Parteiaufbau", der von 'fb' unterzeichnet ist.
Er ist unterzeichnet von: H.E., Packer, K.A., Bauarbeiter, H.M., Gärtnerin, A.H., Werftarbeiter, K.F., Zimmermann, S. H., Arbeiterin, P.L., Fräser, H.S., Rohrschlosser, S. H., Betriebschlosserin.

Kritisiert wird dieser Artikel u.a. in:
- Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland durch den LV Südwest der KPD/ML-ZK (vgl. 11.10.1971).
- NRW durch die späteren ML Duisburg (vgl. Feb. 1972).

Es erscheint auch die "Erklärung des ZK der KPD/ML: Den Roten Morgen von Opportunisten reinhalten". Darin wird erklärt:"
Der Artikel 'Antifaschistischer Kampf um Parteiaufbau' im ROTEN MORGEN Nr. 9/1971 verstößt in mehreren Punkten gegen Prinzipien des Marxismus-Leninismus. Am schwerwiegendsten sind die Folgerungen des Artikels in der Frage von taktischen Bündnissen mit der DKP. Hier liegt die schwerste rechtsopportunistische Abweichung gegenüber dem modernen Revisionismus im ROTEN MORGEN seit Erscheinen vor. Der Artikel muß deshalb (obwohl er durch namentliche Zeichnung indirekt als Diskussionsbeitrag eines Genossen gekennzeichnet wurde) entschieden zurückgewiesen werden. Die Ursache für die rechtsopportunistischen Folgerungen des Artikels bilden von Anfang an eine idealistische und subjektivistische Einschätzung der Klassenkräfte. Aus der Feststellung Mao Tsetung 'Die Haupttendenz in der heutigen Welt ist Revolution', die sich auf das gesamte imperialistische Weltsystem bezieht, wird mechanisch abgeleitet, daß dem Imperialismus auch in Teilen der Welt keine vorübergehenden taktischen Siege mehr gelingen können. Daraus wird weiter gefolgert, daß es dem westdeutschen Imperialismus in Zukunft nicht mehr gelingen kann, die faschistische Diktatur zu errichten … Diese Einschätzung bedeutet eine leichtfertige Unterschätzung des Gegners, die sowohl zu 'links'- als auch zurechtsopportunistischen Konsequenzen führen kann. Weiter zeigt sich das idealistische Herangehen des Autors in einer mechanistischen, automatischen Verbindung vom Faschismus mit der proletarischen Revolution … Zusammen mit der falschen Auslegung von 'Haupttendenz Revolution' ergibt sich daraus ein einziges, im voraus klares Schema der Revolution in Westdeutschland: die Bourgeoisie faschisiert ihren Staat, das Proletariat verschärft den antifaschistischen Kampf in dem Augenblick, in dem die Bourgeoisie versucht, den Faschismus zu errichten, findet die proletarische Revolution siegreich statt … So einfach geht das. Das Schema klärt die Genossen nicht im geringsten darüber auf, daß die Revolution äußerst schwierig ist, daß sie im Zickzack verläuft und durchaus andere Wege gehen kann … Eine weitere klassenanalytische Einschätzung findet sich bei der Beurteilung von NPD und 'Aktion Widerstand'. Der Autor übernimmt ohne Untersuchung die Einschätzung der DKP, daß die NPD usw. Hauptstütze der Faschisierung wäre. Das ist völlig falsch … Entgegen dem Artikel muß festgestellt werden, daß CDU und SPD die hauptsächlichen politischen Träger der Faschisierung sind und auch in der nächsten Zeit bleiben werden … Die subjektivistische Analyse führt bei der Anwendung auf die Frage des Bündnisses mit der DKP zu den schwersten rechtsopportunistischen Fehlern im ROTEN MORGEN seit seinem ersten Erscheinen im Jahre 1967 … Schließlich und endlich: Die vorgeschlagene Taktik zeugt von einem unbegreiflchen Mißtrauen in die Massen und besonders die fortschrittlichen Arbeiter. Offenbar meint der Autor, daß sie unsere antirevisionistische Propaganda 'nicht verstehen' werden. Er meint also, daß wir keine überzeugenden Argumente gegen den Sozialfaschismus besitzen. Und auf dieser Basis möchte er sie gewinnen. Wen anders als Opportunisten wird er aber auf diese Weise gewinnen? Also: fb möchte die Partei dadurch stärken, daß er sie an den modernen Revisionismus und sogar indirekt an die SPD kettet, und daß er 'Gruppen' gewinnt, auf der Basis des Verzichts auf antirevisionistische Argumente! Jedes weitere Wort erübrigt sich: Der Artikel hat der Partei, auch als Diskussionsbeitrag und als 'Kritik' gekennzeichnet, sehr geschadet. Es war ein Fehler, ihn überhaupt zu veröffentlichen."

In "Was haben die Grundeinheiten der Partei mit dem Roten Morgen zu tun?" wird auch ausgeführt:"
Es lassen sich bestimmt hunderte von beispielen aufzählen, daß die bürgerliche Presse politische Enthüllungen bringt, sie natürlich für die bürgerliche Agitation und Propaganda verwendet, und daß die betreffenden Ortsgruppen der Partei entweder dazu ganz schweigen oder diese Enthüllungen dem ROTEN MORGEN vorenthalten.

Wir wollen das mit einem halben Dutzend Beispielen belegen, es ist das, was nach kurzer Überlegung und Untersuchung herauskam.

In Bochum wurden auf einer Müllkippe 150 Fässer mit tödlichem Gift gefunden. Es besteht große Gefahr, daß das Trinkwasser vergiftet wird. Im Spiegel muß man das lesen, und noch dazu, daß die DKP uns hier etwas vormacht! Obwohl in Bochum eine aktive Ortsgruppe besteht.

In Worms war vor ein paar Wochen der 'rote Jochen', der Renommiersozialist und Demagoge Steffen, zu Gast und hat sich im Verlauf einer Diskussion vollständig als Sozialchauvinist und Opportunist entlarvt. Zudem hat er eine äußerst interessante Bemerkung über Aktionseinheit mit der DKP gemacht: 'Ich kann mir durchaus einen Fall vorstellen, wo wir mit der DKP gemeinsam vorgehen können: Gegen die ganz Verrückten, die Maoisten!' Davon berichteten die Wormser genossen kein Wort."

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. 27.9.1971, 25.10.1971):"
ÄRZTESTREIK. Von J (Wb) vorgelegt, von mir geringfügig überarbeitet. Dieser Artikel war nicht als Aufmacher von uns gedacht. E war während dieser Sitzung jedoch nur kurzfristig anwesend. Wir hatten jedoch einen Seitenplan aufgestellt, wo der Artikel zum Bundesgrenzschutz für die Titelseite vorgesehen war.

KNAST. Von BF vorgelegt.

HEIßER DRAHT. Von mir.

MIETERHÖHUNG IN WESTBERLIN: Von J (Wb) verfaßt, von mir kontrolliert.

WER HAT DIE INDONESISCHE KP VERRATEN? Von mir verfaßt und von den übrigen Redakteuren akzeptiert.

WIEDER EINE OHRFEIGE. Von mir.

SCHLUß MIT DEM INTELLEKTUELLEN GESCHWÄTZ. Dieser Artikel wurde nach Redaktionsschluß in den RM genommen, statt des Ökonomismus-Artikes, der erneut beraten und überarbeitet worden war, allerdings in seiner Endfassung nicht mehr von allen Redakteuren zur Kenntnis genommen werden konnte. Dennoch war er soweit beraten worden, daß seine Annahme gerechtfertigt schien. Der Geschwätzartikel dagegen war auf putschistische Weise in den RM gekommen und von E verfaßt worden, der das zunächst bestritt. Bei seiner Beratung in einem Arbeiterkollektiv ist der Setzer M nicht hinzugezogen worden. Als dieser Artikel besprochen wurde (Sitzung für 11/71), hatte ich ihn noch nicht gelesen. Die Argumentation von E war so, daß ich seine Gegner unterstützte. Es lag bereits eine Kritik aus Stuttgart vor, die jedoch ebenso unterschlagen wurde wie der Ökonomismusartikel, und E hatte zugesichert, sie zu drucken (sie wurde jedoch nur gesetzt).

DEN RM VON OPPORTUNISMUS REINHALTEN: Diese Erklärung des ZK lag ebenfalls nicht der Redaktion vor. Sie unterstützt den Geschwätzartikel.

SIEMENS GARTENSTADT und AUSBEUTUNG IN EINZELHANDEL. Arbeiterkorrespondenz. Von J vorgelegt.

ROTE FAHNE BOCHUM ODER DER REVISIONISTISCHE WURM. Von E verfaßt. Lag der Redaktion vor, die die Passagen über die 2-Wege-Theorie deutlicher ablehnend gefaßt haben wollte. Mit Billigung des ZK ist jedoch die alte Fassung beibehalten worden und das Faksimili 'Pruga e partisi' trotz ausdrücklicher Ablehnung durch die Redaktion eingefügt worden.

WAS HABEN DIE GRUNDEINHEITEN DER PARTEI MIT DEM RM ZU TUN? Von Bf. Änderungsvorschläge von mir wurden nach heftiger Debatte akzeptiert. Es handelt sich um die Passage: 'Es ist natürlich richtig, Fabrikenthüllungen an den RM zu geben', wo zunächst eine Ablehnung solcher Enthüllungen vorgesehen war. In der veränderten Fassung fand der Artikel die Zustimmung der Redaktion.

BUNDESGRENZSCHUTZ GEGEN STREIKENDE ARBEITER. Von wem der Artikel stammt, weiß ich nicht. Er wurde allgemein gutgeheißen.

ALTE MENSCHEN IM KAPITALISMUS. Von Bf mitgebracht. Von der Redaktion angenommen.

DIE JUSTIZ - FREUND UND HELFER DER POLIZEI. Von mir. Ich hatte es übernommen, Kurznachrichten zu schreiben, um auf diese Weise den RM abwechslungsreicher zu machen. Einige davon tauchen in späteren Nummern noch auf. Nicht erschienen war wieder einmal der Ökonomismus-Artikel. E redete sich heraus, das ZK wolle dazu eine Erklärung schreiben, beides sollte dann gemeinsam in 12/71 abgedruckt werden. Wie von W (Du) zu erfahren war, war der Artikel im ZK überhaupt nicht behandelt worden, er selbst war mit der Erklärung beauftragt worden, hatte sie jedoch nicht geschafft. Aus stand auch eine Ökonomismus-Kritik, die besonders den Artikel: 'Das Dilemma der IG Metall' (8/71) betraf. Sie war mir gegen Ende der Sitzung von 10/71 zur Bearbeitung gegeben worden. Da ich jedoch einiges für unberechtigt hielt, hätte ich erst noch eine eigene Stellungnahme verfassen müssen, wofür die Zeit nicht reichte. Diese Frage wurde auf den folgenden Sitzungen nicht mehr diskutiert. Eine Zurücknahme der kritisierten Forderung, die ich verfaßt hatte, wurde ebenfalls nicht gedruckt, obwohl ich ausdrücklich darauf hinwies."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 11f; Roter Morgen Nr. 11, Hamburg 11.10.1971;KPD/ML-ZK-OGL Dortmund: Kritik der OGL Dortmund an der 'Theorie' von den Zwei-Wegen des westdeutschen Imperialismus und ihrer Auswirkungen auf die Praxis der Partei, Dortmund o.J. (1971);N.N.: Beitrag zum ideologischen Kampf mit der Position des TKB/ML-Kiel, Duisburg Feb. 1972, S. 4;KPD/ML-ZK-LV Südwest: Analysen und Anträge des LV Süd-West, o.O. Okt. 1971

25.10.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr. 12 (vgl. 11.10.1971, Nov. 1971) berichtet u.a. vom Eingreifen von KPD/ML-ZK und RG in den Hagener Stahlbetrieben (vgl. 4.10.1971), aus Ludwigsburg, wo sowohl KPD/ML-ZK als auch RJ/ML des KAB/ML im Metallbereich arbeiten und aus eben diesem in Kiel, wo keine Gegner erwähnt werden. Erneut berichtet wird über die Shellansiedlung aus Worms (vgl. 27.9.1971). Arbeiterkorrespondenzen erscheinen von Clouth Köln, Hochtief Berlin und Hubbert und Wagner Unna.

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. 11.10.1970, 8.11.1971):"
MAULKORB FÜR METALLER. Von mir verfaßt während der Sitzung und von der Redaktion im Beisein des Layouters und Setzers gebilligt.

DKP-SCHLÄGER MIT TRÄNENGAS GEGEN KPD/ML-GENOSSEN. Erst nach Redaktionsschluß eingetroffen. Dieser Artikel fand wegen der Ausdrucksweise 'DKP-Schweine' heftige Kritik, da so der ideologische Kampf umgangen wird. Das liegt auf der selben Ebene wie die Unterstellung, Agent der Bourgeoisie zu sein, wenn jemand eine abweichende Ansicht äußert. Gerade das wurde als Politik der harten Schläge aus Furcht vor ideologischem Kampf bezeichnet. Außerdem sei es sektiererisch. Diese Ansicht, von U vorgetragen, wurde von der Redaktion geteilt. E wollte geltend machen, daß er wenig Zeit gefunden habe, den Artikel gründlich zu lesen. Das wurde jedoch nicht akzeptiert.

BRESCHNEW-DOKTRIN. Von E der Redaktion vorgelegt.

FASCHISTISCHER BRANDANSCHLAG AUF DIE KPD/ML. Von J während der Sitzung verfaßt. Von der Redaktion verabschiedet.

VERBOT DER DKP? Von mir vorgelegt, von der Redaktion gebiligt.

SPALTUNGSMANÖVER. Aus Schwungrad (Köln).

DOPPELTE AUSBEUTUNG. Von J vorgelegt. Die Genossen BF und U waren der Ansicht, daß beide Arbeiterkorrespondenzen durch eine Stellungnahme der Redaktion ergänzt werden müsse, in der Unklarheit über die Partei, wie sie darin zum Ausdruck kommen, beseitigt werden müssen. Das unterblieb mit meiner Billigung, weil wir es nicht für so wichtig hielten.

WARUM DIE IMPERIALISTEN MAO GERN IN SEINEM GRAB SÄHEN. Von wem, weiß ich nicht mehr. Vermutlich E.

COCA COLA IN POLEN. Von mir.

DER GEWERKSCHAFTSTAG DER IG METALL. Von ZBGK-Mitglied aus Frankfurt, lag der Redaktion nicht vor.

DAS WESTBERLIN-ABKOMMEN. Von OG-Frankfurt. Von der Redaktion gebilligt.

HAGEN: ARBEITER WERDEN VERHÖHNT. Erweiterte Fassung eines Artikels von ROTFRONT (Dortmund).

Nicht erschienen: Kritik der Stuttgarter Genossen am Geschwätzartikel, wobei sich E fälschlich auf mich berief.
Dabei war ich nur gegen die 3-Zeilen Notiz, die darauf hinwies, daß der Geschwätz-Artikel ohne Wissen und Billigung der Redaktion in den RM kam, denn dasselbe traf offenbar auch auf die Selbstkritik zu, die darin gebrandmarkt wurden. Nicht erschienen: Bericht über Veranstaltung in Remscheid, von einem Mitglied der OG Dortmund verfaßt und an E's Privatanschrift geschickt (nach dessen Aussage: nicht angekommen). Erneut nicht erschienen: Ökonomismus-Artikel."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 13; Roter Morgen Nr. 12, Hamburg 25.10.1971

November 1971:
Die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) Bochum der KPD/ML-ZK kündigte vermutlich für den November ein Extra des 'Roten Morgens' (RM - vgl. 25.10.1971, 8.11.1971), "Was will die KPD/ML?" an:"
Kollegen, achtet auf die Extranummer des Roten Morgen! In dieser Nummer wird eine Antwort auf die Fragen vieler Kollegen gegeben:
'Was will die KPD/ML?'"

Das Erscheinen dieser Ausgabe wird allerdings abgelehnt (vgl. 6.12.1971).
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 15; Zündkerze Nr. 12, Bochum Nov. 1971, S. 11

08.11.1971:
Der 'Rote Morgen' (RM) Nr. 13 (vgl. Nov. 1971, 22.11.1971) erscheint.

Die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) Bochum der KPD/ML-ZK (IGM-Bereich - vgl. 1.11.1971) kündigte an:"
Im Mittelpunkt dieser Ausgabe steht die Volksrepublik Albanien".

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. 25.10.1971, 22.11.1971):"
ARBEITERMACHT IN ALBANIEN. Sitzung fand ohne E statt. Von wem, weiß ich nicht. War nicht als Aufmacher geplant. Überhaupt war aus der geplanten Nummer eine Albanien-Nummer geworden. Unsere Beiträge wurden von HJK eigenmächtig vertagt, mit dem Argument, es solle eine Albanien-Nummer werden, damit man den albanischen Genossen zum Parteitag was auf den Tisch legen konnte. Mit dieser Nummer empfahl er sich als alleiniger Vertreiber albanischer Propaganda in der BRD.

GRUSSTELEGRAMM AN DIE REGIERUNG DER VR CHINA. Nach Redaktionsschluß entstanden und auf die erste Seite gebracht.

KORRUPTION IN DER UNO. Von mir aus albanischer Nachrichtenagentur.

SELTSAMER FRIEDENSENGEL. Von mir. Von Redaktion gebilligt (bestand zu diesem Zeitpunkt nur aus mir und J).

ZU DEN DKP-THESEN. Von der OG Marburg verfaßt. Lag schon bei vorheriger Sitzung vor. In meiner Abwesenheit von Redaktion (E und J) verabschiedet.

FREIFAHRT FÜR KAPITALISTEN. Wie in den RM gekommen, weiß ich nicht.

ABRÜSTUNG. Von E.

VERANSTALTUNG ÜBER DIE BEFREIUNG DER FRAU. Von RFG (Rote Frauengruppe, d.Vf.) Bochum, verabschiedet von E und J.

ALBANIENS FRAUEN - REISESBERICHT. Von RG-Verantwortlicher NRW.

GRUSSBOTSCHAFT ZUM 30. JAHRESTAG DER GRÜNDUNG DER PDAA (PAA, d.Vf.). Lag der Redaktion nicht vor.

BESUCH DER DELEGATION DER RG IN DURRES. Vermutlich von RG-Verantwortlicher NRW.

DIE AMERIKANISCHE ARBEITERKLASSE SETZT SICH ZUR WEHR. Schon für 12/71 vorgesehen, von J vorgelegt, von mir erheblich gekürzt, von J erneut überarbeitet.

Nicht erschienen: KEINEN ZOLLBREIT BODEN FÜR DIE AUSBEUTER! Aufmacher zur Krise, von mir verfaßt, von J gebilligt.

Nicht erschienen: EIN HAUSHALT DER 'KONSOLIDIERUNG'. Von Kommission in Frankfurt. Der Artikel war im Satz fertiggestellt, jedoch Kritik am Lohnsteuer-Artikel in 5/71 war gestrichen worden.

Nicht erschienen: WAS SOLL AUS WESTBERLIN WERDEN? Von J. Auch dieser Artikel lag im Satz vor."

C. Cordel vom Frankfurter Kampfbund/Marxisten-Leninisten (FKB/ML - vgl. Okt. 1972) berichtet:"
Wie war das doch mit der 'Zwei-Wege-Theorie? War da nicht auch das Hauptargument des 'ZK' gegen alle wissenschaftlich fundierte Kritik von innen und außen, 'Ruga e Partise' habe doch die Theorie auch abgedruckt, sie könne also gar nicht revisionistisch sein! (vgl. Roter Morgen 13/71, S. 5)".
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 1, Dortmund Dez. 1972, S. 55; KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 14;Roter Morgen Nr. 13, Hamburg 8.11.1971;Zündkerze Nr. 12, Bochum Nov. 1971, S. 9

22.11.1971:
Die Nr. 14 des 'Roten Morgen' (vgl. 8.11.1971, 6.12.1971) der KPD/ML-ZK berichtet neben Arbeiterkorespondenzen aus Ulm in Baden-Württemberg und von Opel Rüsselsheim in Hessen fast nur aus Bayern, aus Ingolstadt, Nürnberg, von Noell-Salzgitter in Würzburg, der Roten Garde (RG) München und der RG Burghausen und deren Arbeit im Chemiedreieck (vgl. 28.10.1971).

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. 8.11.1971, 6.12.1971):"
(E war nicht da, dafür W im Auftrag des ZK)

MOBILMACHUNG war geplant, lag bis Redaktionsschluß nicht vor. Von LV SW.

KEIN FRIEDE DEN AUSBEUTERN! Von W (Du (Duisburg, d.Vf.)), von Redaktion gebilligt.

NAZIÜBERFALL AUF ML-BUCHLADEN von Köln, von Redaktion gebilligt.

6. PARTEITAG DER PDAA (PAA Albanien, d.Vf.). Lag der Redaktion nicht vor,
verfaßt von E (von Redaktion eingeplant).

EIN HAUSHALT DER KONSOLIDIERUNG. Da das Original nicht aufzutreiben war, konnte die Kritik am Lohnsteuer-Artikel 5/71 nicht mehr eingearbeitet werden. HJK rückte die bereits die gelayoutete Seite nur nach langem Hin und Her heraus.

WAS SOLL AUS WESTBERLIN WERDEN? Lag von vorheriger Nummer vor.

OPEL ENTLÄSST STÖRENFRIEDE. Von mir, war für 13/71 vorgesehen.

NACHRUF. Von mir, war ebenfalls für 13/71 vorgesehen.

ARBEITER ZWEITER KLASSE. Von mir, lange überfällig.

KANADA. Von mir, lange überfällig.

HEROISCHER KAMPF DES IRISCHEN VOLKES. Von U überarbeiteter Artikel aus OG Bochum. Verabschiedet.

Nicht erschienen: Ökonomismus-Artikel, trotz Zusicherung durch ZK-Vertreter W (Du), der ihn nochmals überarbeitet hatte.

Nicht erschienen: Stellungnahme der Redaktion zum Geschwätz-Artikel, verfaßt von Gen. U und Bf (lag bis Redaktionsschluß nicht vor).

Dem Verlangen, 12 Seiten einzurichten, dem von HJK nur sehr widerwillig nachgekommen war, wurde nicht Rechnung getragen. Im Gegenteil: 1 Seite wurde sogar noch zusätzlich für Litvertrieb vereinnahmt, obwohl bereits an den Anzeigen in 13/71 erhebliche Kritik geäußert worden war. Auch der Bestellschein war ohne Billigung der Redaktion gedruckt worden. Somit wurde der Platz für den Ökonomismus-Artikel absichtlich verplempert. HJK gab zu, dafür verantwortlich zu sein. 'Den hätte das ZK sowieso nicht gebilligt, deswegen habe ich ihn gleich selbst herausgenommen.' Wegen dieser und anderer Eigenmächtigkeiten des Litverantwortlichen sowie seiner Äußerungen ('mittleres Unternehmen', 'auf dem PT geht es um Millionenwerte') wurde von der Redaktion ein Mißtrauensantrag gegen ihn beim ZK gestellt, das sich jedoch von vornherein auf Seiten von HJK stellte, und den Antrag mit Mehrheit ablehnte. …

In der Sitzung von Nr. 14/71 war mir völlig klargeworden, daß der ideologische Kampf von 9-11/71, der dann so jäh abbrach, nichts als ein Operettenstück, inszeniert vom RM-Verantwortlichen E, war, um den ideologischen Kampf abzuwürgen. Die mangelhafte Form der Selbstkritiken sowie des Antifaschismusartikel von Bf war zurückzuführen auf Nicht-Diskutieren in der Redaktion und Eigenmächtigkeit bei der Veröffentlichung. Ein Pappkamerad sollte abgeschossen werden können. …

Der Artikel VERBOT DER KPD/ML wurde von der Redaktion an E in Auftrag gegeben. Er wurde vor Drucklegung nicht mehr kontrolliert. Anstoß erregte, daß das Flugblatt der RG Burghausen faksimiliert wurde, ohne daß den Verkäufern Maßnahmen vermittelt wurden, falls die Polizei eingreift. Das wurde als Politik des Leichtsinns verurteilt. Inhaltlich kritisiert wurde, daß der spontanen Arbeiterbewegung revolutionäre Züge unterschoben werden.

Zu 15/71 wurde beschlossen, daß beim Layout ein Beauftragter der Redaktion (J) zugegen ist, um zu kontrollieren, daß nicht die wichtigsten Artikel erneut herausgenommen würden."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 14ff; Roter Morgen Nr. 14, Hamburg 22.11.1971

06.12.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr. 15 (vgl. 22.11.1971, 27.12.1971) berichtet u.a. ausführlich über die Tätigkeit der FRAP in Spanien und in Remscheid (vgl. 26.9.1971).
Eingegangen wird auch auf verschiedene Bauskandale, u.a. Kun, und die Manöverschäden bei Bauern in der Gegend von Riedlingen.

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer und zusammenfassend über seine Tätigkeit (vgl. Jan. 1971) berichtet der vermutlich mit dieser Ausgabe aus der KPD/ML-ZK ausscheidende Landespresseverantwortliche NRW (vgl. 22.11.1971, 27.12.1971):"
METALLER IM STREIK. Im Auftrag gegeben von der Redaktion an die Vertreter des LV SW, vermutlich vom LV SW.

ES LEBE DER KAMPF FÜR DIE DIKTATUR DES PROLETARIATS! Von E, vorgesehen für eine Sondernummer, die von der Redaktion nicht gebilligt wurde (ein darin enthaltener weiterer Artikel von E bewegte sich auf ökonomistischem Boden, dem Titel: 'Was wollen wir Kommunisten?' wurde die ganze Nummer nicht gerecht, da darüber nichts ausgesagt wurde). Der Artikel wurde von der Redaktion für die vorliegende Nummer beansprucht.

SPANIEN - DER TAG DER ABRECHNUNG NAHT. Von Eg, von der Redaktion angenommen, wobei jedoch das Schlußkapitel sowie einzelne Passagen gegen meinen Willen und ohne mich wirklich zu überzeugen, von der Mehrheit gestrichen wurde.

REMSCHEID - SPANISCH-DEUTSCHE VERANSTALTUNG. Vermutlich von OG Bochum, wegen Schwulstes von Redaktion erheblich zusammengestrichen, hier jedoch in vollem Wortlaut erneut überarbeitet.

ENVER HOXHA: VERTEIDIGT DEN ML! Die Redaktion hatte beschlossen, daß die Rede als Broschüre erscheinen soll, im RM lediglich einige wichtige Passagen (wer jedoch dafür verantwortlich ist, weiß ich nicht).

AKTION RUHRSCHIENE. Von OG Duisburg. Auch dieser Artikel war schon für Nr. 13/71 vorgesehen, wurde erneut eingeplant.

Gedicht WIE HETZE ICH ERFOLGREICH? war nicht geplant.

EIN KAPITALIST PLAUDERT AUS DER SCHULE. Von W (Du) vrgelegt, hatte schon in 13/71 stehen sollen, war aber bei E nicht eingetroffen (laut E).

Erneut ausdrücklich von Redaktion verabschiedet: Ökonomismus-Artikel und Stuttgarter Kritik am Geschwätz Artikel. Mein Zweifel an deren Richtigkeit in allen Punkten (insbesondere hinsichtlich der Frage Notwendigkeit der Partei) wurde von den übrigen Redakteuren überzeugend ausgeräumt. …

Für 15/71 waren 12 Seiten geplant. Die Kontrolle wurde umgangen, indem HJK einfach den Layouter kündigte, da er auf Seiten der Redaktion stand.

Für 15/71 hatte ich den Krisenartikel erheblich überarbeitet, jedoch fand seine Besprechung nicht mehr statt, da die Nummer bereits voll war.

Ebensowenig besprochen wurde ein Artikel über demokratischen Zentralismus (SW) sowie einer über Konspiration (SW). Als das Thema das erste Mal angeschnitten wurde, hatte E eingewandt, daß man der Bourgeoisie nicht bekannt macht, wie man sich gegen sie absichert. Dagegengehalten wurde, daß die Genossen es sonst auch nicht wissen und vielfach dagegen verstoßen.

Vorgelegen hat auch eine Kritik aus Worms an der Bundeswehrkampagne im RM 2/69, wo den ML empfohlen worden war, gerade in der Bundeswehr zu gehen und dort subversiv zu arbeiten, um die Bundeswehr in eine Volksarmee umzuwandeln. Die Wormser Genossen hatten dem entgegengehalten: 'Diesem System keinen Mann und keinen Groschen!' Die Mehrheit der Redaktion hatte entschieden, die Kritik an die Wormser Genossen zurückzugeben mit der Bitte, einen Antimilitarismus-Artikel zu schreiben.

Schon für einige Nummern hatte ein Artikel der Roten Frauengruppe (RFG, d.Vf.) Marburg vorgelegen, in dem zum Paragraphen 218 und der Kampagne Stellung genommen wurde. Dieser Beitrag ist an die Genossinnen zurückgegeben worden mit Anweisungen, wie er zu verbessern wäre. Den Auftrag, diese Anweisungen zu vermitteln, hatte W (SW) übernommen.

In ähnlicher Weise wurde ein Artikel zu Angola/Mozambique und der FRELIMO, verfaßt von E (NdS) behandelt. In dem Beitrag fehlten Auskünfte über den westdeutschen Imperialismus und Möglichkeiten, von hier aus internationale Solidarität zu üben.

Zum Druck vorgesehen war ein Beitrag über eine Türkendemonstration in Köln (für 13/71), der ebenfalls unter den Tisch fiel. Der Beitrag war bereits gesetzt. Platzgründe.

Mein mehrmaliger Versuch, eine Leserbriefspalte einzurichten, wurde von E immer wieder mit dem Argument unterdrückt, es liege nichts Wesentliches vor. Als ich einen Leserbrief einer Dortmunder Hausfrau mitbrachte (zum Artikel über den Verkauf der Souveränität der DDR), wurde seine Veröffentlichung und Beantwortung im RM von E mit dem Argument zurückgewiesen, daß es sich um eine Revisionistin handle und die Gefahr bestehe, daß dann die Revisionisten den RM mit Leserbriefen vollpflastern. Ich bestand deshalb so sehr auf einer Leserbriefspalte, weil mir das ein sinnvolleres Instrument von Kritik und Selbstkritik schien, da die Redaktion dadurch gezwungen wurde, zu Anfragen Stellung zu nehmen. Als Vorbild sah ich die Leserbriefspalte in der BSZ (Bochumer Studenten Zeitung, d.Vf.), als Klaus Dillmann deren verantwortlicher Redakteur war. E glaubte auch die Spalte 'Kritik und Selbstkritik' so behandeln zu können, daß er einzelne Redakteure damit beauftragte, z.B. U. Dem entspricht sein eigenes Verhalten in dieser Frage. Ich hatte den Eindruck, daß E den Sinn einer solchen Spalte gar nicht begriff. Dafür spricht, was im Rechenschaftsbericht des RM-Verantwortlichen an den Parteitag steht.

Abgelehnt wurde von der Redaktion (Sitzung zu 14/71) eine Stellungnahme der OG Dortmund zu Spaltungsmanövern der Gruppe RF/Bochum (KPD/ML-ZB, d.Vf.). Begründung: Flickschusterei. Die Begründung war zutreffend.

Wenn die Sitzungen durch Debatten sich soweit hingezogen hatten, daß Artikel nicht mehr geschrieben werden konnten, beauftragte E mich damit, die albanische Nachrichtenagentur, Hsinhua-Nachrichten u.ä. auf brauchbare Artikel durchzusuchen. Ein Produkt solcher 'Arbeit' ist der Dollarkrise-Artikel, weil ich von der Sache zu wenig verstand, als daß ich meine persönliche Meinung veröffentlichen wollte.

Kritiken aus Frankfurt zum Thema waren mir zu spekulativ. Die OG Frankfurt hatte sich geweigert, dazu einen Artikel zu schreiben, da schon einmal einer (5/71) zurückgewiesen worden war, ohne Begründung.

Zur Beurteilung der Redaktionsarbeit beim RM sind folgende Bedingungen zu berücksichtigen:

1. Der RM-Verantwortliche E war täglich 8 Stunden als Arbeiter tätig. Einen am Ort befindlichen Redaktionsstab besaß er nicht. Lange Zeit waren selbst Satz und Layout durch bürgerliche Druckereien zu bewerkstelligen. Versuche, Genossen darin auszubilden, kollidierten mit dem Anspruch der Druckerei, sich nicht reinreden zu lassen. Ergebnis: häufige Druckfehler, da zum Korrekturlesen kaum Zeit blieb. Das wurde erst anders, als die Partei einen eigenen Komposer hatte. Die Ausbildung von Genossen gelang schnell, doch die Ausgebildeten wurden dann wegen Fraktionismus von der LL Wasserkante aus der Partei geworfen.

2. Der Status der Redaktion war ungeregelt. Er war nicht eindeutig geklärt, wem sie verantwortlich war. Grundsätzlich galt, daß das ZO vom ZK herausgegeben wird, jedoch da dieses sich kaum um den Laden kümmerte, konnten sich unterschiedliche Auffassungen breitmachen. So z.B. die Auffassung, daß die Redaktion sich selbst verantwortlich sei. Das ZK griff dann bürokratisch ein, indem es einfach Redaktionsmitglieder ihres Postens enthob, ohne dafür eine ausreichende Begründung zu liefern. Andere Redakteure wurden von ihren LV abberufen und ersetzt.

3. Die Doppelfunktion Redaktionsmitglied/Landespressebeauftragter trug dazu bei, daß der einzelne Redakteur seiner Aufgabe nicht gerecht werden konnte. Was tat er in welcher Funktion? Hinzukommt, daß die anwesenden Redakteure zumeist in ihrem Landesverband oder in ihrer Grundorganisation noch mit weiteren Aufgaben betraut waren, die ihnen nicht die Zeit ließen, ihre Funktionen auszufüllen. Grundsätzlich galt zwar, zentrale Aufgaben gehen vor lokalen, aber da man am Ort meist den Ansprüchen der dortigen Genossen ausgesetzt war, wurde dieses Prinzip in der Regel durchbrochen. Hinzukam, daß man seiner Aufgabe als Redakteur des ZO nur gerecht werden konnte, wenn man in der Praxis am Ort eingespannt war und sich somit nicht dem Parteileben entfremdete. Genossen, denen man etwas zutraute, wurden mit Funktionen überhäuft, ohne sich dagegen wehren zu können. Meine Funktionen: RM-Redakteur, Landespresseverantwortlicher, LL-Mitglied, stellvertretender OG-Vorsitzender, Mitverantwortlicher für den Aufbau einer RBG, ROTFRONT-Redakteur, Tätigkeiten, die für mich als Redakteur unverzichtbar sind, falls ich nicht über die Köpfe der Leser hinwegschreiben will. Notwendig wäre gewesen, daß ich an der RM-Schulung teilgenommen hätte, diese fand jedoch (aus Gründen des rechtzeitigen Verkaufs) zu einem Zeitpunkt statt, wo ich als Redakteur tätig war. So konnte ich mir davon nur durch den Verantwortlichen berichten lassen. Außer dieser Tätigkeit kam noch der Umstand hinzu, daß in meiner Wohnung mehrmals in der Woche wichtige Sitzungen stattfanden, die natürlich auf meinen Arbeitsstil einwirkten. Wenn es darum ging, Kollegen zu besuchen, war ich einer derjenigen, die dafür in Frage kamen. Wenn es darum ging, Versammlungen anderer Gruppen (IGM, SPD, Belegschaftsversammlungen usw.) zu besuchen, wandete man sich zunächst in der Regel an mich, weil ich mich mit diesen Arbeitern unterhalten kann und so ähnlich aussehe. Hinzutrat chronische Geldnot und die Notwendigkeit, mich auf einen Beruf vorzubereiten. Beides zu beheben, blieb mir kaum Zeit. Auch das Umschalten der Gedanken von einem zum anderen fiel mir schwer. Die Folge war anarchistischer Arbeitsstil, häufiges Entscheiden nach Gutdünken, die Hoffnung darauf, durch zahlenmäßige Verstärkung der OG einen Teil der Aufgaben loszuwerden. Die Auseinandersetzungen mit dem LS und Teilen der OG forderten ihren zusätzlichen Tribut, so daß häufig ein opportunistisches Schlurrenlassen die Folge war.

4. In der Redaktion die Fluktuation der Mitglieder. Häufig mußten 2 Redakteure (E und ich) die Entscheidungen fällen, weil die übrigen wegen noch ungünstigerer Zugverbindungen, und weil sie Montags wieder in den Betrieb mußten, früh die Sitzung verließen. Die Versuche, durch Schulung eine ideologische Vereinheitlichung zu erreichen, waren angesichts des häufigen Personenwechsels illusorisch.

5. Ständige Verstöße gegen die Konspirativität, da sonst ein Arbeiten unmöglich gewesen wäre.

Wenn ich den Genossen der OG Dortmund von dieser Handwerkelei berichtete, zeigten sie sich zumeist entsetzt und fragten mich, wieso ich bei einem solchen Laden noch mitmache. Das LS verpflichtete mich schließlich, keine Berichte mehr an die OG zu geben. Statt dessen verlangte es selbst detaillierte Berichterstattung. Letzteres traf zu einem Zeitpunkt zu, wo wir uns in heftigen Auseinandersetzungen mit dem LS befanden. Ich sah nicht ein, welches Recht auf Information das LS haben sollte, wenn es selbst nicht in der Lage war, mich als LPV zu unterstützen.

Meine Ansicht: so wie wir in Dortmund bei der Erstellung von ROTFRONT handwerklerisch verfuhren und verfahren mußten, da Kritik zu ROTFRONT nur in Form von Einspruch gegen mißverständliche Formulierungen oder in dem Vorwurf des Linksradikalismus (begründet lediglich mit einigen Passagen, wo wir in der Tat über's Ziel hinausgeschossen hatten) kam, so war auch die Arbeit in der RM-Redaktion den Bedingungen der Partei entsprechend handwerklerisch. Die primitivsten organisatorischen Vorkehrungen blieben im Sande stecken. Nur sporadisch klappte die Weitergabe von Agitprop-Material oder gar Kritik. Wenn man etwa in einer anderen OG oder MO etwas auszusetzen fand, so wurde darauf nach dem Muster eines kleinbürgerlichen Hackprinzips reagiert und das Prinzip der Nichteinmischung in anderer Leute Verantwortungsbereich ausgegeben. Bedingt war diese Haltung nicht zuletzt durch Überforderung der Kader, die wegen der ihnen zugeschanzten Aufgaben nicht entsprechend entwickelt werden konnten und daher kein Verhältnis zur Organisation gewannen. Ihr niedriges ideologisches Niveau war der Anlaß für Putschismus oder Bürokratismus. Ich selbst tendierte hin und wieder zu ersterem. Da ich es für illusionär halte, von einer Organisation der Revolutionäre im Aufbau das Funktionieren nach Prinzipien, die grundsätzlich richtig sind, aber einen langen Erziehungsprozeß voraussetzen, zu verlangen, konnte ich mich 'realistisch' mit den Gegenbenheiten abfinden. Ich sah daher auch keine Veranlassung, meinen Posten zu verlassen, da ich niemanden sah, der es unter den gegebenen Umständen hätte besser machen können als ich. Damit ist nicht gesagt, daß ich mich selbst für sonderlich qualifiziert gehalten hätte, aber ich hielt mich für einen einigermaßen pflichtbewußten Arbeiter. Ich ging davon aus, daß die Praxis in der Praxis erworben werden muß, und daß die Theorie nur das Produkt einer Systematisierung praktisch gemachter Erfahrungen sein kann. Schulung, die mir mangelte, kam in der OG Dortmund nur selten zustande. Auch sprechen konnte ich nicht über alle Erfahrungen mit den Genossen, aus Gründen der Konspiration! Ich blieb also in der RM-Redaktion, obgleich mir das jedesmal einen tiefen Griff ins Portemonnaie bedeutete, was mir ausnahmsweise ersetzt wurde.

Die Spaltungsmöglichkeit war bereits Ende Juli in der Redaktion anläßlich der Debatte über die Vorbereitung des Parteitags erörtert worden. Ich hielt die Gefahr für sehr groß, stand jedoch im LV mit dieser Ansicht lange Zeit allein. Um meine Ansicht überzeugend vortragen zu können, fehlte mir ein schlüssiger Durchblick. Mein Verdacht war jedoch geweckt und spielte eine nicht unerhebliche Rolle bei der Auseinandersetzung um die Anträge des LS NRW zum Parteitag, insbesondere zum Antrag über den ideologischen Kampf, zur Stellungnahme des LS gegen den Genossen U (Frankfurt), zur 2-Wege-Theorie, zur Theorie über das kleinbürgerliche Konkurrenzdenken. In all diesen Produkten sah ich Mittel zur Unterdrückung des ideologischen Kampfes, ohne es im einzelnen immer ausweisen zu können. Die Krone des ganzen bildete ein Antrag der OG Bochum, der eine bestimmte Theorie über den westdeutschen Imperialismus für die Partei verbindlich machen wollte und Gegenthesen gegen die 2-Wege-Theorie als Revisionismus gebrandmarkt wissen wollte. Solche Anträge konnten angesichts der Lage der Partei nur Instrument der Spaltung sein. Wenn das jedoch eingewandt wurde, wurde es sofort verdreht in die Unterstellung, man habe die Autoren solcher Anträge für Spalter erklärt. So konnte man sich die Diskussion über die Sache ersparen."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 15ff; Roter Morgen Nr. 15, Hamburg 6.12.1971

27.12.1971:
Nachdem die letzte Nummer des 'Roten Morgens', die Nr. 15, noch recht langweilig war (vgl. 6.12.1971) erscheint nun heute eine Sondernummer und eine reguläre Nr. 16 (vgl. 17.1.1972), die diverse Solidaritätsbekundungen mit dem Restkreis der KPD/ML-ZK um Ernst Aust enthält.
Mit Ausnahme eines Briefes aus Gießen vom 5.12.1971 stammen diese alle aus Bayern, von dem vereinigten Stützpunkt von Partei und RG Ingolstadt, aus Regensburg, Kelheim und Gunzenhausen und von der RG München. Die einzige Arbeiterkorrespondenz kommt aus dem Münchner Siemenswerk (IGM-Bereich) Balanstraße. Berichtet wird über eine Demonstration des LV Bayern (vgl. 11.12.1971) in München und die Arbeit bei Audi Ingolstadt (IGM-Bereich - vgl. 29.11.1971).

Der Landespresseverantwortliche NRW berichtet (vgl. 6.12.1971):"
DAS VOLK WIRD DER POLIZEIWILLKÜR AUSGELIEFERT. Ex und hopp waren für 14 bzw. 15/71 vorgesehen.
DER BEFREIUNGSKAMPF DER ALBANISCHEN FRAU war in der Form abgelehnt worden."

Ebenfalls heute erscheint die Sondernummer "Die bolschewistische Partei ist stärker als alle Liquidatoren."
In einer "Erklärung der Redaktion" heißt es dazu:"
Die vorliegende Sondernummer des ROTEN MORGEN knüpft an die 2.Sitzung des 1. außerordentlichen Parteitages der KPD/ML an, wo der Kampf um die proletarische Linie, der Kampf um die Bolschewisierung der Partei, mit der Hinaussäuberung der Liquidatoren seinen Höhepunkt erreichte. Im ersten Teil der Sondernummer veröffentlicht das ZK einen Diskussionsbeitrag der Zentrale zur Weiterentwicklung der Plattform vom April 1970. Dieser Beitrag, der in seinen Grundzügen auf der 2. Sitzung des 1. außerordentlichen Parteitages formuliert wurde, entwickelt in negativer Abgrenzung gegen alle Liquidatoren und Opportunisten den korrekten marxistisch-leninistischen Standpunkt."

Der "Diskussionsbeitrag der Zentrale zur Weiterentwicklung der Plattform der KPD/ML vom April 1970" erklärt u.a.:"
Die KPD/ML hatte in den letzten Monaten eine Periode der inneren Krise, eine Periode härtester, ideologischer und politischer Auseinandersetzungen in den eigenen Reihen zu bestehen. Diese Auseinandersetzungen führten dazu, daß die Aktivität der Partei nach außen im Kampf gegen den Klassengegner weitgehend lahmgelegt wurde. Und daß in einer Situation, in der sich die Klassenkämpfe in Westdeutschland beträchtlich verschärfen, in der die Bourgeoisie massiv zur Unterdrückung der ökonomischen Kämpfe der Arbeiterklasse überging, während sie gleichzeitig mit aller Macht die politische Unterdrückung verschärft. Insbesondere richtet sie ihre Angriffe gegen die marxistisch-leninistische Bewegung, vor allem gegen die KPD/ML, mit dem Ziel ihrer Illegalisierung. Es ist kein Zufall, daß mit der Verschärfung der äußeren Angriffe auf die Partei auch die zersetzenden Elemente innerhalb der Partei, die opportunistischen Kräfte und die versteckten Feinde ihr destruktives Treiben verstärken. Es ist eine alte Erfahrung der kommunistischen und Arbeiterbewegung, daß in Zeiten des sich verschärfenden Klassenkampfes es auch innerhalb der Reihen der revolutionären Organisation die Spreu sich verstärkt vom Weizen scheidet. Dennoch wäre es falsch, würden wir in der Verschärfung der Angriffe von Seiten der Bourgeoisie die hauptsächliche Ursache für die Krise unserer Partei sehen. Die äußeren Bedingungen wirken nur, wie es der Genosse Mao Tsetung ausdrückte, vermittels der inneren Widersprüche. Wir haben also die Frage zu beantworten, welches die inneren Ursachen dafür sind, daß es den Liquidatoren gelingen konnte, in die Reihen der Partei Verwirrung zu tragen, sie zu spalten? … Als die KPD/ML im harten Kampf gegen den Revisionismus gegründet wurde, begann zur gleichen Zeit der Kampf um die Bolschewisierung der Partei. Im Gründungs-'Roten Morgen' wurden Stalins Bolschewisierungskriterien propagiert, die proletarische Linie konnte die Angriffe der Revisionisten der Partei zuurückschlagen. Doch dieser Kampf gegen den Einfluß der menschewistischen Linie wurde nicht konsequent fortgesetzt. Welche Fehler haben wir gemacht? Die Untersuchung dieser Frage ist noch nicht abgeschlossen. Wir können noch keine endgültige, umfassende Antwort geben. Es besteht aber Klarheit und Einigkeit darüber, daß eine entscheidende Ursache für die Spaltung hauptsächlich in den schwerwiegenden Fehlern zu suchen ist, die das Zentralkomitee unserer Partei gemacht hat. … Das ZK hat seine große Aufgabe als Führer der Partei nicht in korrekter Weise erfüllt:
- es hat den ideologischen Kampf innerhalb und außerhalb der Partei kaum angeleitet und geführt, sondern darauf vertraut, daß er sich von selbst entwickelt,
- es hat keinen entschlossenen und unnachgiebigen Kampf für die Einheit der Partei und gegen die verschiedenen Abweichungen geführt …
- es hat den bewußten, planmäßigen Aufbau der Partei in zunehmenden Maße vernachlässigt und ihn durch das Verlassen auf die spontane Entwicklung ersetzt,
- es hat die Aufgabe: Erstellung von Klassenanalyse und Programm nicht richtig angeleitet, weswegen auch hier die Partei nur sehr wenig voran kam.

Es ist kein Wunder, daß unter solchen Umständen der Kampf zweier Linien in der Partei sich auf das Äußerste verschärfte, und die fraktionistischen Tendenzen einen überaus fruchtbaren Boden finden konnten. Die Liquidatoren nützen diese Schwächen in der Partei aus, um sich selbst als die Vertreter der korrekten, proletarischen Linie herauszustellen. … Es ging ihnen in keinem Augenblick darum, unsere Partei aus der Krise herauszuführen, sondern einzig und allein um Karriere zu machen und ihre eigene liquidatorische, revisionistische Linie durchzusetzen. Sie nutzen gewisse Fehler und Unklarheiten, die in der Plattform des Zentralkomitees, welche seit 1 1/2 Jahren die Grundlage der politischen Arbeit unserer Partei bildet, enthalten sind, aus. Dort wurde das Verhältnis von wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung sowie die Rolle der Intellektuellen bürgerlicher und kleinbürgerlicher Herkunft beim Parteiaufbau teilweise zweideutig und fehlerhaft dargestellt. Woraus sie jetzt ihren bürgerlichen bzw. kleinbürgerlichen Führungsanspruch herleiten. Ferner wurde in der Plattform die Hauptaufgabe nicht korrekt bestimmt, so daß man annehmen konnte, daß gegenwärtig die Hauptaufgabe beim Parteiaufbau allein die Schaffung der revolutionären Theorie, die Ausarbeitung der Klassenanalyse sei. Woraus die Liquidatoren schlußfolgerten, daß eben dazu eine Partei nicht notwendig sei und man sich auf, sich um ein theoretisches Organ scharende Zirkel beschränken könne. Das ist natürlich falsch. Die Hauptaufgabe der Partei in der gegenwärtigen Entwicklungsperiode ist die Gewinnung der Vorhut des Proletariats für den Kommunismus. Dazu gehört: Schaffung der Partei, Heranbildung von Kadern, Ausarbeitung von Klassenanalyse und Programm. Es ist im Augenblick eine wichtige Aufgabe der Partei die Fehler der alten Plattform zu korrigieren und eine neue Plattform für den Parteiaufbau auf höherer Stufe auszuarbeiten. …

Noch zu einer anderen Sache: Es ist zu erwarten, daß aufgrund der Spaltung der Partei aus dem Zirkelgestrüpp sogenannter marxistisch-leninistische Gruppen und Grüppchen ein allgemeines Triumpfgeheul erschallen wird. Die Ideologen des Zirkelwesens, des Liga- und Bundistenkonzepts werden die Ereignisseausnutzen, um ihre antiproletarischen Zirkeltheorien neu aufzupolieren. … Die Partei wird dadurch gestärkt, daß sie sich von allen opportunistischen Elemten säubert. … Alle diese kleinbürgerlichen Gruppen dringen auf eine oder andere Weise in die Partei ein und tragen in sie den Geist des Schwankens und des Opportunismus, den Geist der Zersetzung und der Unsicherheit hinein. Sie sind es hauptsächlch, die die Quelle der Fraktionsmacherei und des Zerfalls bilden, die Quelle der Desorganisation und Sprengung der Partei von innen heraus. … Deshalb ist der schonungslose Kampf gegen solche Elemente, ihrer Verjagung aus der Partei die Vorbedingung für den erforderlichen Kampf gegen den Imperialismus. … Nachdem es den Liquidatoren nicht gelungen ist, die ganze Partei in ihre Hände zu bekommen und zu 'menschwisieren' haben sie mit Hilfe der Versöhnler die Reihen der Partei gespalten. Sie werden jetzt versuchen, unter dem Aushängeschild 'KPD/ML' eine menschewistische Partei aufzubauen. Es ist unsere Pflicht, ihren heimtückischen Versuch, die Arbeiterklasse zu täuschen und vor ihren kleinbürgerlichen Karren zu spannen, schonungslos zu entlarven. … Wir wissen, daß es gegenwärtig noch viele ehrliche Genossen gibt, darunter auch revolutionäre Arbeiter, die ihre Täuschungsmanöver noch nicht durchschaut haben und die ihnen aus diesem Grunde noch Gefolgschaft leisten. Die Ursache dafür liegt nicht zuletzt darin, daß die Liquidatoren auf einer Welle der berechtigten Kritik schwimmen konnten, denn das Zentralkomitee und die gesamte Partei haben schwerwiegende Fehler gemacht. Ökonomismus und Spontaneismus haben tatsächlich die Politik der Partei in gefährlichem Maße beeinflußt. Wir müssen aus diesem Grund durch Kritik und Selbstkritik diese Fehler überwinden und auf dieser Grundlage alle ehrlichen Genossen, die von den Liquidatoren getäuscht werden konnten, für die bolschewistische Partei zurückzugewinnen. Letzten Endes ist die Partei aber trotz dem schweren Schlag den die Spaltung für die Arbeiterbewegung und die Partei bedeutet, gestärkt aus dem Kampf gegen die Liquidatoren hervorgegangen. Eine Partei stärkt sich, indem sie sich purifiziert. Die bolschewistische Linie unserer Partei ist jetzt im Feuer des Kampfes gegen den Menschewismus gestählt. In Zukunft werden wir die bolschewistischen Prinzipien des Parteiaufbaus noch konsequenter verwirklichen, sie noch entschlossener gegen jeden Angriff verteidigen. … Wenn wir uns hier so ausführlich mit der Rolle der Liquidatoren beschäftigen, so dshalb, weil sie im Moment die Hauptgefahr für die Partei darstellen. … Die proletarische Linie in der Partei entlarvt den Angriff auf den historisch bewiesenen Grundsatz des Marxismus-Leninismus, daß das Proletariat im Kapitalismus die revolutionäre Klasse ist. … Auf der 2. Sitzung des außerordentlichen Parteitages der KPD/ML bildete die Revision dieses Grundsatzes die gemeinsame Grundlage der verschiedenen kleinbürgerlichen Schattierungen:
1. der menschewistischen Gruppen, die offen auf die sofortige Liquidierung der Partei hinarbeiten und statt des Aufbaus der Partei die Auflösung der Partei in Debattenzirkel und die Herausgabe eines theoretischen Organs planen,
2. der menschewistischen Gruppen, deren Ziel es ist, für die kleinbürgerlichen Klasseninteressen die Herrschaft in der Partei zu erobern, und die aus diesem Grunde zwar nach der Liquidierung des bolschewistischen Charakters der Partei trachten, keinesfalls aber der Liquidierung der Partei überhaupt zustimmen,
3. den Versöhnlern, die sich nur dann auf die Seite der proletarischen Linie gestellt hätten, wenn sich diese in der Mehrheitsposition befunden hätte. … Die proletarische Linie ist der Auffassung, daß sich das Klassenbewußtsein der Arbeiter spontan bildet, und zwar durch die Kämpfe, die die Arbeiter aufgrund ihrer Stellung in der sich ständig entwickelnden Gesellschaft mit Notwendigkeit immer führen. … Aber aus der Tatsache, daß die Arbeiterklasse in einer bestimmten historischen Phase kein hohes Maß an Klassenbewußtsein herausgebildet hat, darf nicht die Konsequenz gezogen werden, daß das Klassenbewußtsein prinzipiell nicht spontan in der Arbeiterklasse entsteht.
Das Klassenbewußtsein, das sich spontan in der Arbeiterklasse bildet, ist aber allgemein nur ein Bewußtsein auf der Stufe sinnlicher Erkenntnis. Dadurch daß die Partei den wissenschaftlichen Sozialismus in die Arbeiterklasse trägt …, wird dieses Bewußtsein auf die Stufe rationaler Erkenntnis gehoben. Daraus leitet sich die Pflicht der Partei ab, den wissenschaftlichen Sozialismus in die Arbeiterklasse zu tragen. … Und es ist völlig falsch, den wissenschaftlichen Sozialismus in die Arbeiterklasse zu tragen, dadurch begründen zu wollen, daß man die Arbeiterklasse zu einer unbewußten Masse herabwürdigt. … Die Vertreter der bürgerlichen Linie in der Partei behaupten aber eisern; die Partei muß das Klassenbewußtsein in die Arbeiterklasse tragen. … Warum klammert sich nun die Handvoll kleinbürgerlicher Elemente in der Partei hartnäckig an ihre These, daß die Partei das Klassenbewußtsein in die Arbeiterklasse trägt?. … Weil von der Beantwortung der Frage abhängt, ob man die Arbeiterklasse als die wirklich revolutionäre Klasse, die die Revolution von Anfang bis zum Ende führt und unter deren Führung allein der Sozialismus aufgebaut werden kann, anerkennt oder nicht. … Die Hauptaufgabe der Partei in der gegenwärtigen Phase beim Aufbau der Partei ist die Gewinnung und Schmiedung der Avantgarde des Proletariats. … Eine Partei, in der die Massenlinie liquidiert wird, das ist der eigentliche Wille der menschewistischen Gruppierungen in der Partei. Das ist eine Partei, die sich zum Vortrupp der Arbeiterklasse aufspielt, ohne ein Trupp der Arbeiterklasse zu sein. Das ist eine Partei, die den proletarischen Klassencharakter der bolschewistischen Partei abgelegt hat und den kleinbürgerlichen angenommen hat. Die Herrschaft des Kleinbürgertums in der proletarischen Partei ist auf diese Weise gesichert. … Die proletarische Linie in der Partei hält an der engen Verbindung von wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung fest. Die proletarische Linie lernt aus den bisherigen Fehlern beim Aufbau der Partei und korrigiert sie, indem sie die Verbindung von wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung auf eine qualitativ höhere Stufe hebt. Die bürgerliche Linie in der Partei nimmt den bisherigen Spontaneismus der Partei als Vorwand, um mit dem Mittel der Beschwörung der Theorie den wissenschaftlichen Sozialismus von der Arbeiterbewegung zu lösen. Wer den wissenschaftlichen Sozialismus von der Arbeiterbewegung losreißt, betreibt Liquidation der Partei. Wer die Arbeiterbewegung vom wissenschaftlichen Sozialismus isoliert, verfällt in Ökonomismus. Aber Ökonomismus und Liquidatorentum sind nur die zwei Seiten einer Medaille. … Sie revidieren damit, daß die Partei der Träger des wissenschaftlichen Sozialismus ist. … Sie revidieren, daß der Aufbau der Partei die marxistisch-leninistische Weise ist, wie der wissenschaftliche Sozialismus auf unsere Verhältnisse angewandt wird. … Unsere Liquidatoren halten von Disziplin nicht viel, eigentlich gar nichts. Sie behaupten:
Bewußte Disziplin würde heißen, daß man jeden Beschluß einsieht und für richtig hält, ansonsten brauchte man Beschlüsse nicht einzuhalten. … Wir sehen, unsere Liquidatoren wollen nicht die Einheit der Partei erreichen, sondern sie zerstören die Grundlage für die Einheit der Partei. … Fassen wir zusammen: Die offenen, wie auch die versteckten Liquidatoren leugnen die Hegemonie des Proletariats innerhalb und außerhalb der Partei. … Sie scheuen sich nicht, offen für die DKP-Revisionisten Partei zu ergreifen. … Die menschewistischen Elemente in der KPD/ML richten den Hauptschlag gegen den bolschewistischen Charakter und Aufbau der Partei. … Die heutigen Liquidatoren sind diejenigen, die morgen offen mit der Bourgeoisie paktieren."

Laut KPD (vgl. 30.6.1976, 7.7.1976) wird die führende Rolle der Intelligenz gegenüber der Arbeiterklasse propagiert. Selbst Aktionseinheiten mit der DKP seien als möglich bezeichnet worden!

Mit dieser Ausgabe befassen sich u.a. in:
- NRW die Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973) und in Dortmund die spätere Bolschewistische Linie (BL) der ehemaligen KPD/ML RM (vgl. 10.1.1972) sowie die ML Dortmund (vgl. 18.9.1972).
Q: N.N.: Aufruf an alle Marxisten-Leninisten in der ehemaligen Organisation der KPD/ML in Dortmund, Dortmund Jan. 1972, S. 7; ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 39;Rote Fahne Nr. 26 und 27, Köln 30.6.1976 bzw. 7.7.1976, S. 10 bzw. S.10;Roter Morgen Nr. 16 und Sdr.Nr. , Hamburg 27.12.1971;KPD/ML-ZK-LPV NRW: Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971, o.O. o.J., S. 15;N.N. (ML Dortmund): Vorläufige Schwerpunkte der Arbeit an 'Klassenkampf und Programm' - Untersuchungsschwerpunkte, o.O. (Dortmund) o.J. (1972), S. 1

17.01.1972:
Die Nr. 1/2 des 'Roten Morgens' (vgl. 27.12.1971, 31.1.1972) enthält neben Solidaritätsschreiben mit der Leitung um Ernst Aust vom außerordentlichen Landesparteitag des LV Berlin, von der KPD/ML Südheide/Wolfsburg, der kommissarischen Landesleitung Südwest, Genossen aus den USA und je einem Genossen aus Göttingen und Heidelberg auch einen ersten Teil einer Selbstkritik des 1. Zentralkomitees der KPD/ML (vgl. 31.1.1972). Darin wird eingegangen u.a. auf die Gründung der KPD/ML (vgl. 31.12.1968), die Gründung des KJVD (vgl. 25.4.1970) und die einige Monate später erfolgte Abspaltung der 'Rhetoclique' im Landesverband Berlin, die für einen Zirkel, der Klassenanalyse mache, eingetreten seien. Gleichzeitig habe im Landesverband Niedersachsen eine Strömung für einen gemäßigteren Intellektuellenopportunismus existiert.

Spenden sind eingegangen u.a. von den Ortsgruppen Gießen und Marburg und vom AStA der Staatlichen Akademie Bau in Berlin.
Quelle: Roter Morgen Nr. 1/2, Hamburg 17.1.1972

31.01.1972:
In der Nr. 3 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. 17.1.1972, 14.2.1972) findet sich u.a. der zweite Teil der Selbstkritik des ersten Zentralkomitees der KPD/ML, wobei die Abteilungen Organisation (Org), Zentrales Betriebs- und Gewerkschaftskomitee (ZBGK), Zentrale für Klassenanalyse (ZfKA), Roter Morgen (RM), Rote Garde (RG), KSB/ML und Ausland als durch das ZK ungenügend angeleitete und kontrollierte Organisationsbereiche erwähnt werden.
Solidaritätsbriefe kommen von einem Genossen aus München, zweien von der schwedischen KFML(R) und sechs Genossen aus Tübingen.

Bei Siemens München ist ein 'Roter Lautsprecher' erschienen, neben einem Artikel über das Tischtennisländerspiel 'BRD' gegen VR China in Lübeck wird auch von der Arbeit der PCI/ML bei Pirelli, der Befreiungsarmee in der Dominikanischen Republik und der japanischen Bruderpartei berichtet.
Q: Roter Morgen Nr. 3, Hamburg 31.1.1972

14.02.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 4 (vgl. 31.1.1972, 28.2.1972) der KPD/ML-ZK erscheint. Für Nordirland wird gefordert:"Rache für den Blutsonntag!".
Berichtet wird außer von dem mehrmonatigen 'Roter Morgen' Verkauf auf einer Baustelle in Mindelheim und den Telefonarbeitern in New York auch von den Fahrpreiskämpfen in Bonn, Essen und Köln, sowie von den Bauern der Landkreise Mühldorf, Altötting und Traunstein, die die Alpenmilch Molkerei beliefern.
Neben der Berliner Irlanddemonstration (vgl. 5.2.1972) wird auch die CP Britain/ML ('The Worker') erwähnt.
In Gießen habe Ernst Aust auf einer Versammlung der örtlichen Gruppe der KPD/ML-ZK vor 150 Teilnehmern gesprochen.
Spenden gingen u.a. ein von einer Arbeiterversammlung in Gießen, 6 Genossen aus Tübingen, Berliner Genossen und der RG Kempten.
Q: Roter Morgen Nr. 4, Hamburg 14.2.1972

28.02.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 5 (vgl. 14.2.1972, 13.3.1972) berichtet u.a. über die Bauerndemonstrationen in Weiding, München, Ostfriesland und Flensburg. Das Wohnungselend wird anhand der Schlichthäuser in den Gießener Vierteln Margarethenhütte, Eulenkopfsiedlung und Gummiinsel dargestellt. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Hausbesetzungen in Hamburg, Bremen und Frankfurt eingegangen. Erwähnt wird auch der Rote Garde Prozeß in München. Außer auf den Streik der Studenten aller Hochschulen in Madrid in Spanien wird auch berichtet vom Streik bei Babcock im französischen St. Nazaire (1 000 Beschäftigte), von der RKP Chile, einem Grußtelegramm der KP Schweiz/ML (KPS/ML), von der MLKP Kolumbien und der MLPÖ.

Im Artikel "Für die Einheit aller revolutionären Kommunisten in der KPD/ML!" wird ausgeführt:"
In Nr. 3 der Roten Fahne (Bochum) vom 7. 2. 1972 erschien ein Artikel unter der Überschrift 'Es lebe die Einheit der Maxisten-Leninisten', in dem in vollen Wortlaut eine Erklärung (Offener Brief) einiger ehemaliger Genossen des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen unserer Partei abgedruckt wurde. Wir haben den gleichen Brief erhalten und ihn im vollen Wortlaut in unserem internen Organ 'Parteiaufbau' und dem Organ unserer Massenorganisationen 'Die proletarische Linie' veröffentlicht, und unseren Mitgliedern, Kandidaten und Mitgliedern der Massenorganisationen zur Diskussion unterbreitet. … Dennoch läßt sich zur Veröffentlichung des 'Offenen Briefes' und dem Vorwort der Polit-Abteilung beim Zentralbüro der KPD/ML (der Gruppe Rote Fahne Bochum) (KPD/ML-ZB, d.Vf.) schon jetzt einiges sagen. Die 'Polit-Abteilung' schreibt: 'Wir drucken den Offenen Brief deshalb ab, weil wir der Ansicht sind, daß alle ehrlichen Bemühungen um die Einheit der Marxisten-Leninisten in Westdeutschland unterstützt werden müssen und unsere Partei ihre eigenen Fehler nur korrigieren kann, wenn sie die ideologische Diskussion in der marxistisch-leninistischen Bewegung fördert und sich aktiv daran beteiligt'. Das ist neu. Vor einem Jahr als wir im ROTEN MORGEN schrieben: 'Genossinnen und Genossen der anderen marxistisch-leninistischen Gruppen und Organisationen, laßt uns gemeinsam in sachlicher und prinzipienfester Diskussion den schädlichen Zustand des Zirkelunwesens … überwinden. … Stellen wir als ersten Schritt jede unsachliche, prinzipienlose Polemik gegeneinander ein. Beginnen wir die Diskussion um noch zu klärende Fragen mit dem Ziel der Einheit. … Damals war eure Anwort die 'Sumpfbroschüre'. Eine berechtigte Kritik an unserem Zwei-Wege-Artikel, allerdings in Form eines unsachlichen Angriffs mit selbst einer Reihe von Fehlern. Wem habt ihr damit genutzt? Niemandem. Ihr habt denjenigen, die die revisionistischen Positionen des Zwei-Wege-Artikels vertraten, die Gelegenheit gegeben, sich hinter den Fehlern und der Unsachlichkeit eurer Kritik zu verbergen, und denjenigen Genossen, die von Anfang an Bedenken gegen die Zwei-Wege-Theorie hatten, wurde dadurch die Korrektur der revisionistischen Fehler dieses Artikels erschwert. Oder war es nur Taktik? Sollte die Sumpf-Broschüre nur die Widersprüche in den Reihen unserer Partei verschärfen. Dazu hättte es dieser Broschüre nicht bedurft. Sie mußten sich zwangsläufig verschärfen, da der Vorrang des ideologischen Aufbaus der Partei nicht beachtet worden war. Dadurch, daß der bewußt geführte Kampf zweier Linien nicht genügend stattfand, sondern sich weitgehend spontan entwickelte. Dadurch, daß die ideologische Abgrenzung der Partei zu anderen Gruppen und Organisationen, die sich auf den Marxismus-Leninismus und die Maotsetungideen berufen, also auch zu euch, stark vernachlässigt wurde. … Und wir wollen doch nicht annehmen, daß ihr, nachdem wir die zeitweilig bei einigen Genossen von uns bestehende Tendenz zu einer prinzipienlosen Vereinigung korrigiert haben, euren damals vertretenen korrekten Standpunkt verlassen wollt. Dieser Eindruck drängt sich allerding auf, wenn man weiß, daß der Genosse Klaus D., der für den 'Offenen Brief' verantwortlich zeichnet, einer der stärksten Befürworter dieser Art von Vereinigung war. Was allerdings auf den Genossen G. A., der auch zu dem Kreis der Genossen gehört, die den Brief herausgegeben haben, nicht zutrifft. Schließlich gehört er zu den drei Verfassern der mit recht kritisierten Plattform des ersten ZK der KPD/ML. Keinesfalls dürfen wir zu der dringend erforderlichen Einheit aller Marxisten-Leninisten in der KPD/ML nach dem Motto kommen: Wir streichen ein bißchen ab, ihr streicht ein bißchen ab, schließlich haben wir ja alle beide Fehler gemacht. Nein, ein solches Vorgehen wäre weder vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus korrekt, noch würde es zur Einheit der Marxisten-Leninisten auf einer prinzipiellen Basis führen. Dazu bedarf es der scharfen Zurückweisung aller falschen Standpunkte und Abweichungen vom Marxismus-Leninismus und den Maotsetungideen. Dazu gehört offene, schonungslose Kritik und Selbstkritik. Wir sind bereit diese Selbstkritik zu leisten und haben bereits in der Selbstkritik unseres ersten Zentralkomitees damit begonnen. … Deshalb ist es uns auch schlicht unverständlich, wenn die Verfasser des 'Offenen Briefes' behaupten, daß es bisher 'kein Indiz für eine Zurücknahme' der im Artikel 'Bauen wir eine starke bolschewistische Partei auf' enthaltenen Fehler gibt. Wissen sie doch, daß nicht nur dieser Artikel, sondern auch die Plattform, der Zwei-Wege-Artikel und andere Abweichungen einer schonungslosen Selbstkritik unterzogen werden. Warum diese Unwahrheiten? Genauso unwahr ist es auch, wenn die Polit-Abteilung beim ZB in ihrem Vorwort zum 'Offenen Brief' erklärt: 'Um den Genossen Ernst Aust hat sich außer dem gesamten Technischen Apparat der KPD/ML (Roter Morgen) nur noch Bayern und ein Teil des Westberliner Landesverbandes der KPD/ML (Roter Morgen) gesammelt. Diese Gruppe ist der Ansicht, daß zwar verschiedene Fehler in der Politik der KPD/ML (Roter Morgen) gemacht worden sind, daß es aber keinen Anlaß dazu gibt, etwa die Grundlagen der Spaltung der KPD/ML Anfang 1970 zu überprüfen und Selbstkritik zu üben. Genossen, wer hat euch diesen Bären aufgebunden, wer hat euch erzählt, daß wir die Grundlagen der Spaltung von 1970 nicht erneut überprüfen und unsere Fehler … selbstkritisch und kritisch überprüfen. Wie kommt ihr zu der Auffassung, die KPD/ML bestünde nur noch aus dem Technischen Apparat, Bayern und einem Teil des Landesverbandes Westberlin? Was heißt hier Teil? Wenn eine Handvoll Liquidatoren, ein Bruchteil der Genossen des Landesverbandes hinausgesäubert wird, dann sprecht ihr davon, daß der Landesverband Westberlin nur noch aus einem Teil bestünde. Ähnlich war es im Landesverband Wasserkante, nur daß hier die Minderheit von Genossen, die sich aus rechtsopportunistischen Gründen von der Partei absonderte, etwas größer war. Und was die anderen Landesverbände betrifft, so schreitet die Reorganisation recht zügig voran, so hat der Landesverband Südwest schon wieder eine gewählte Leitung. Nur der Landesverband Nordrhein-Westfalen, wo ihr am stärksten seid, wurde durch die Liquidatoren weitgehend liquidiert. Was soll diese Art von Argumentation? Der Kampf um die Herstellung der Einheit der Marxisten-Leninisten … ist der Kampf um die korrekte proletarische Linie. Aber wie steht es bei euch mit dieser Linie? Habt ihr eure Organisation vorrangig aufgebaut? Wie steht es bei euch zum Beispiel mit dem bewußt geführten Kampf zweier Linien, dessen Grundlage in einer kommunistischen Partei der demokratische Zentralismus ist? Wie sieht es bei euch mit der Verwirklichung des Prinzips des demokratischen Zentralismus aus? … Warum dürfen eure Mitglieder nur nach Genehmigung durch das ZB eine Leitung wählen? Warum habt ihr kurz nach der Spaltung den Passus des Statuts außer Kraft gesetzt, nachdem ein Drittel der Mitglieder die Einberufung eines außerordentlichen Parteitags verlangen kann? … Warum werden bei euch … nicht die Klassiker des Marxismus-Leninismus geschult? Warum beschränkt ihr euch in der Schulung eurer Parteimitglieder auf Sekundär-Literatur. … Wißt ihr nicht, daß dies eine revisionistische Praxis ist? … Es gibt noch viele Fragen. Wir werden demnächst ausführlich zu euren ideologischen und politischen Aussagen Stellung nehmen. Wenn es im 'Offenen Brief' heißt, daß angeblich ein führender Vertreter unserer Partei gesagt habe, daß die 'KPD/ML' (Rote Fahne) 'eine durch und durch revisionistische Organisation' sei, so können wir dem - wenigstens was die Linie des Bolschewik und einiger von euch veröffentlichter Broschüren betrifft - nicht unbedingt widersprechen. … Wenn wir in den geplanten Abgrenzungsartikeln unserer Partei zur 'KPD/ML (Rote Fahne)', zum 'KAB', zur 'KPD/AO' und anderen euch an die erste Stelle gesetzt haben, so heißt das keineswegs, daß die revisionistischen bzw. neorevisionistischen Abweichungen bei den anderen Organisationen geringer sind. … Beginnen wir mit der sachlich geführten, ideologischen Auseinandersetzung. … Zuerst die Abgrenzung, dann die Diskussion - ausgehend vom derzeitigen Stand der Klassenkämpfe und von den Erfordernissen zur Vorbereitung der sozialistischen Rvolution - um die Lösung der vor uns stehenden Aufgaben, das ist der Weg zur Erreichung der Einheit aller revolutionären Kommunisten in der KPD/ML."
Q: Roter Morgen Nr. 5, Hamburg 28.2.1972

13.03.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 6 (vgl. 28.2.1972, 27.3.1972) beschäftigt sich u.a. mit dem Protest gegen den Tod von Pierre Overney in Frankreich (vgl. 29.2.1972), den Fahrpreiskämpfen in verschiedenen Städten (vgl. 22.1.1972) und eigenen Arbeit beim Berliner Siemens-Schaltwerk.

In "DKP lobt DGB-Bonzen und erklärt Arbeiter für rückständig und dumm" wird berichtet aus Giessen und auch aus Wetzlar. Dort ist neben DKP und KPD/ML-ZK auch die KPD/ML-ZB aktiv.

Genossen aus Kassel berichten über die Aktionen der Lehrlingsgruppe Rote Panther (RP) in der Belgiersiedlung, in die auch der MSB Spartakus der DKP von der Sozialarbeiterschule eingriff. In Neckarsulm hat die DKP die Nr. 3 ihrer Audi-Betriebszeitung 'Der Schweinwerfer' herausgegeben.
Eine Arbeiterkorrespondenz kommt von MAN Augsburg.

Im Artikel "Die Einheit aller Marxisten-Leninisten im Kampf gegen den modernen Revisionismus errringen!" wird ausgeführt:"
Das Zentralbüro der 'KPD/ML-Rote Fahne' hat in seinem Zentralorgan 'Rote Fahne' Nr. 4/1972 unter dem Titel 'Für die Einheit der Marxisten-Leninisten' eine Stellungnahme zu dem 'Offenen Brief' einer Gruppe von ehemaligen Mitgliedern und Sympathisanten der KPD/ML veröffentlicht. Den 'Offenen Brief' selbst hatte das ZB in der Nr. 3 der 'Roten Fahne'abdrucken lassen. Die Gruppe, die diesen 'Offenen Brief' herausgegeben hat, nennt sich 'Bolschewistische Linie der ehemaligen KPD/ML (Roter Morgen)'. Sie hat auch uns diesen sogenannten 'Offenen Brief' geschickt, mit der Aufforderung, ihn im Roten Morgen abzudrucken. Wir haben darauf verzichtet, diesen sogenannten 'Offenen Brief' abzudrucken, weil er nichts anderes darstellt, als den demagogischen Versuch des ehemaligen Mitglieds der KPD/ML, G. A., nachdem er als übler Karrierist und Opportunist entlarvt und aus der Partei ausgeschlossen wurde, sich nunmehr beim ZB der 'KPD/ML'-Rote Fahne anzubiedern und den Marxisten-Leninisten Westdeutschlands und Westberlins einen falschen Eindruck über die Entwicklung der KPD/ML und ihr Verhältnis zur 'KPD/ML'-Rote Fahne zu vermitteln. G. A. versucht, sich in diesem 'Offenen Brief' als Apostel der Einheit der Marxisten-Leninisten aufzuspielen, wobei es ihm nur darum geht, seine in der KPD/ML gescheiterte Karriere nun auf andere Weise fortzusetzen, und zwar unter Ausnutzung des berechtigten Wunsches vieler Marxisten-Leninisten nach Einheit aller Marxisten-Leninisten in der Bolschewistischen Partei. Worum geht es dem ZB? Ist das ZB wirklich so naiv, daß es diesen Zusammenhang nicht begreift, obgleich es doch über die Rolle des Karrieristen G.A. genügend informiert sein dürfte?. … Das Vorgehen des ZB in der erwähnten Stellungnahme läßt erhebliche Zweifel daran aufkommen, daß das ZB ehrlich und von einem korrekten Standpunkt aus an die Frage der Einheit der Marxisten-Leninisten herangeht. Warum hat sich das ZB nicht an uns gewandt, bevor es den sogenannten 'Offenen Brief' in seinem Zentralorgan abgedruckt hat, um sich über die Rolle von G. A. zu informieren? Wir hätten das ZB im einzelnen davon in Kenntnis setzen können, daß G. A. nachdem er zuvor der Hauptvertreter ökonomistischer Abweichungen in der KPD/ML war, aus reinen Karrieregründen auf dem außerordentlichen Parteitag am Ende dieses Jahres vollständig auf die Positionen der Liquidatoren übergegangen ist. … Wir hätten dem ZB klar machen können, daß es sich bei G. A., dem es leider gelungen ist, eine Gruppe von schwankenden Genossen um sich zu sammeln, um einen der übelsten Karrieristen und Opportunisten handelt, die sich in den Reihen der marxistisch-leninistischen Bewegung herumtreiben. Und wie kommt das ZB, wenn es ihm wirklich um die Einheit der Marxisten-Leninisten geht, dazu, in seinem Artikel in der 'Roten Fahne' die lügnerische Behauptung zu verbreiten, unsere Partei, die KPD/ML, sei von den Liquidatoren 'vernichtet' worden und habe sich in 'kleine' und 'kleinste' Bestandteile aufgelöst? … Ist es verwunderlich, wenn wir unter solchen Umständen Zweifel daran haben, ob die Führung eurer Organisation ehrlich an die Frage der Einheit der Marxisten-Leninisten herangeht? Trotz dieser seltsamen Methoden des ZB sind wir bereit, mit dem Ziel der Einheit der Marxisten-Leninisten in der bolschewistischen Partei, eine sachliche Diskussion mit allen Genossen in der 'KPD/ML'-Rote Fahne und auch, falls sie dazu bereit sind, mit den Führern dieser Organisation zu führen. … In der Stellungnahme des ZB findet sich ein Abschnitt, der die Überschrift 'Unsere Fehler' trägt. Dort werden einige Fehler des ZB aufgeführt, wie z.B. mangelnder ideologischer Aufbau der Partei und ungenügende Vorbereitung auf die Illegalität. Abschließend wird dann festgestellt, die gleichen Fehler seien auch die Fehler anderer ML-Organisationen. Zweifellos stimmt es, daß auch wir in der KPD/ML den ideologischen Aufbau der Partei vernachlässigt haben, und auch wir haben die Partei ungenügend auf die Illegalität vorbereitet. Aber was soll die Feststellung, die Fehler des ZB seien auch die Fehler anderer Organisationen? … Wie kann man aber davon reden, daß man den ideologischen Aufbau konsequent anpacken will, ohne dabei mit einem Sterbenswörtchen darauf einzugehen, daß daß das ZB zwar die Organisation ideologisch aufbauen will, daß es aber den Mitgliedern keinen Einfluß darauf gewähren will, in welchem Sinne der ideologische Aufbau erfolgen soll. Fürchtet das ZB, daß die Mitglieder die Frage des Klassenstandpunktes, die Frage des Inhalts, des ideologischen Aufbaus der Partei in einem anderen Sinne stellen könnten, als das ZB es wünscht? Besteht da nicht der Verdacht, daß das ZB Grund hat, seinen eigenen Mitgliedern zu mißtrauen? Ist dies nicht eine extreme Form, den Massen zu mißtrauen? … Leider gibt es zuviele dunkle Punkte in der Linie des ZB, die uns immer wieder auf diese Probleme, auf das Problem des Kampfes oder vielmehr des mangelnden Kampfes gegen den modernen Revisionismus stoßen. So zum Beispiel die Tatsache, daß in der 'KPD/ML'-Rote Fahne nicht die Original-Texte der Klassiker des Marxismus-Leninismus geschult werden, sondern lediglich Schulungs-Texte, die das ZB selbst verfaßt hat. Das ist bekanntlich eine Praktik, die auch von den Revisionisten angewendet wird, und zwar aus dem einfachen Grund, weil sie den wahren Marxismus-Leninismus fürchten wie der Teufel das Weihwasser. … Aber nehmen wir einmal einen anderen sehr dunklen Punkt in der Linie des ZB. Es handelt sich um die Frage der Entstehung der 'KPD/ML'-Rote Fahne. Bekanntlicherweise ist die 'KPD/ML'-Rote Fahne als Abspaltung eine Gruppe, deren Führer ein rechtsopportunistisches Programm zur Grundlage ihres Fraktionismus und ihrer verantwortungslosen Spaltertätigkeit gemacht hatten. … Was sagt das ZB über die Entstehung seiner Organisation, der 'KPD/ML'-Rote Fahne? Das ZB macht dazu die interessante Feststellung, daß bei der praktischen Formierung der 'KPD/ML'-Rote Fahne als einer bolschewistischen Partei, der Kampf gegen die 'Gruppe Roter Morgen', gegen den sogenannten 'Ezrismus, 'von weitaus größerer Bedeutung war, als der Kampf gegen den Revisionismus'. Wir wollen nicht bezweifeln, daß es wirklich so gewesen ist, wie das ZB festgestellt hat. Wir haben in der Tat von einem Kampf der 'KPD/ML'-Rote Fahne gegen den modernen Revisionismus nicht viel gemerkt. Aber, und diese Frage richten wir wieder insbesondere an die Mitglieder und Sympathisanten der 'KPD/ML'-Rote Fahne, ist es nicht äußerst merkwürdig, daß gerade eure Organisation offenbar die einzige 'Partei' der Welt ist, die als marxistisch-leninistisch gelten will, sich auf Mao Tsetung beruft, und die nicht vor allem im Kampf gegen die Cliquen der modernen Revisionisten entstanden ist, und die es nach Aussagen eurer Führung, auch nicht nötig hat, sich hauptsächlich im Kampf gegen die Cliquen der modernen Revisionisten zu festigen? … Das ZB ist mit anderen Worten (weiter) der Meinung: in dem den heutigen revisionistischen Parteien innewohnenden Widerspruch zwischen proletarischer und bürgerlicher Linie wurden die äußeren Bedingungen zur Hauptseite und deshalb siegte die bürgerliche Linie. Führwahr - eine sehr eingenartige Dialektik; oder hat das ZB hier vielleicht Dialektik mit Sophistik verwechselt? Das ZB soll doch einmal versuchen, mit seiner Art von 'Dialekik' die Tatsache zu erklären, daß beispielweise die Partei der Arbeit Albaniens nicht revisionistisch entartet ist, obwohl der äußere Druck vonseiten des Sowjetrevisionismus auf die Partei der Arbeit unbestreitbar sehr stark war. … Das ZB vertritt tatsächlich die Auffassung, die Politik der KPD nach 1945 und die Politik der SED sei bis zum XX. Parteitag der KPdSU 1956 vollständig korrekt gewesen. Aber das ZB vertritt nicht nur diese Auffassung - es hat sogar die opportunistischen Abweichungen in der Politik dieser Parteien, die schon vor ihrer revisionistischen Entartung aufgetreten sind, übernommen, 'schöpferisch' weiterentwickelt und versucht nun, diesen revisionistischen Plunder in die marxistisch-leninistische Bewegung einzuschmuggeln. Das bedeutendste Produkt dieser Art, welches das ZB hervorgebracht hat, ist die 'Theorie' von den Etappen der Revolution in einem imperialistischen Land, wie es die Bundesrepublik ist. Das ZB hat die revisionistischen Abweichungen der KPD nach 1945 und der SED in der Anwendung der Volksfronttaktik und der Frage der antifaschistisch-demokratischen Revolution übernommen und daraus eine revisionistische Theorie der Etappen der Revolution in Westdeutschland gemacht. Diese 'Theorie' besagt, daß wenn der Klassenkampf sich zuspitzt und die Bourgeoisie dazu übergeht, die bürgerlich-demokratische Herrschaftsform zu ersetzen - daß in einer derartigen Situation das strategische Ziel des Proletariats, der Sturz der Herrschaft der Bourgeoisie und die Errichtung der Diktatur des Proletariats, ersetzt werden müsse durch das strategische Ziel der Wiedererringung der bürgerlichen Demokratie. So macht das ZB aus der Taktik zur Schaffung der Volksfront im Kampf gegen die faschistische Herrschaft, aus der besonderen Taktik des revolutionären Sturzes des faschistischen Regimes, eine Strategie des Verzichts auf die Sozialistische Revolution. Das ZB geht jedoch noch einen Schritt weiter und verlangt von der Arbeiterklasse die Unterordnung seiner Klasseninteressen unter die sogenannten 'allgemein gesellschaftlichen Interessen'. … Das ZB verlangt von der Arbeiterklasse jedoch nicht nur, daß sie ihre Klasseninteressen 'den allgemeinen Interessen der Gesellschaft unterordnen' müsse, das ZB verlangt auch, daß die Arbeiterklasse im Kampf gegen den Faschismus ihre führende Rolle aufgeben solle. Zu diesem Zweck beruft sich das ZB - auf wen wohl? Auf niemand anderen natürlich, als auf den Renegaten Ulbricht. … Und ferner sagte Ulbricht: 'Die Kommunistische Partei ist eine Partei des Volkes, denn wir sagen im Aktionsprogramm, was getan werden muß, damit das normale Leben der Bevölkerung wieder in Gang kommt'. Diesen revisionistischen Standpunkt vertrat Ulbricht nach dem Krieg in der sowjetisch besetzten Zone und vor der Verschmelzung von SPD und KPD zur SED. Diese Verschmelzung, die von Ulbricht offenkundig bereits vom Standpunkt des Verzichtes auf die führende Rolle der Arbeiterklasse in der antifaschistisch-demokratischen Revolution betrieben wurde, führte zu dem Ergebnis der Liquidierung des bolschewistischen Charakters der Partei. Das ZB verteidigt dieses Vorgehen der Ulbricht-Clique voll und ganz. … Das ZB hat des öfteren festgestellt, daß der theoretische Kampf gegen den modernen Revisionismus heute im wesentlichen schon als beendet angesehen werden könne, daß die albanischen und die chinesischen Genossen diesen Kampf bereits geführt hätten, daß dieser Kampf heute für uns kaum mehr Bedeutung habe. Ist es nicht naheliegend, anzunehmen, daß das ZB diese Behauptung nur aus dem einen Grund aufgestellt hat, weil es gar kein Interesse daran hat, den Revisionismus ideologisch, politisch und organisatorisch zu schlagen? … Wir fordern alle Mitglieder und Sympathisaten der 'KPD/ML'-Rote Fahne auf, sich ernsthaft die Frage zu stellen, und gewissenhaft zu untersuchen, ob es sich bei der Politik des ZB nicht um den von Mitgliedern des ZB systematisch und bewußt betriebenen Versuch handelt, die marxistisch-leninistische Bewegung zu zersetzen und auf den Boden des modernen Revisionismus zu zerren. Wir erinnern daran, daß G. G. heute einer der entscheidenden Führer im ZB, früher einmal, als er noch Häuptling eines Bochumer Studentenzirkels war, den Kampf gegen den 'Maoismus' zu seiner Aufgabe erklärt hat. Kann die Politik des ZB uns davon überzeugen, daß G. G. diesen Plan inzwischen aufgegeben, daß er seinen politischen Standort gewechselt hat… ? … Wir werden uns künftig noch ausführlicher mit den Theorien des ZB, aber auch mit der praktischen Politik der 'KPD/ML'-Rote Fahne, mit ihrer Agitation und Propaganda im Betrieb und auf der Straße befassen. Wir werden dies tun, um Klarheit darüber zu schaffen, welche Kräfte in der marxistisch-leninistischen Bewegung Westdeutschlands und Westberlins wirklich bereit sind, bedingungslos den Weg des Marxismus-Leninismus und der Maotsetungideen, den revolutionären Weg der Vorbereitung und Durchführung des gewaltsamen Sturzes der Bourgeoisie und der Errichtung der Diktatur des Proletariats zu gehen. Und wir werden schonungslos diejenigen Elemente entlarven, die sich in der marxistisch-leninistischen Bewegung eingenistet haben, und die das Ziel verfolgen, die Revolutionäre in den Sumpf des Opportunismus, in den Sumpf des modernen Revisionismus zu zerren. Nur auf diese Weise wird es möglich sein, die Einheit aller wahren Marxisten-Leninisten in der bolschewistischen Partei des Proletariats zu erringen und dem modernen Revisionismus weitere Schläge zu versetzen."
Q: Roter Morgen Nr. 6, Hamburg 13.3.1972

27.03.1972:
Der 'Rote Morgen' der KPD/ML-ZK Nr. 7 (vgl. 13.3.1972, 10.4.1972) berichtet u.a. über die Aktionen gegen die Erschießung Thomas Weisbeckers (vgl. 2.3.1972) in Augsburg bzw. den staatlichen Terror. Während in Berlin (vgl. 3.3.1972), und in Bayern in Augsburg (vgl. 7.3.1972) und München (vgl. 8.3.1972) Demonstrationen stattfanden, verteilte die RG Kitzingen ein Flugblatt dazu bei dem Metallbetrieb Fehrer und für Schüler. In Augsburg wurde ein Flugblatt beschlagnahmt.
Auf der Titelseite heißt es martialisch: 'Die Polizei schlägt, würgt, tötet - Stoppt den Terror der staatlich lizensierten Killer!' und 'Zivilpolizei übt für den Bürgerkrieg - Ziehen - Zielen - Schiessen'. Im Leitartikel wird u.a. kurz über mehrere Einsätze der Polizei mit (tödlichem) Schusswaffengebrauch im März 1972 berichtet: Geschossen wurde auf Thomas Weisbecker (2.3.), Manfred Grashof (3.3.), auf ein höllandisches Auto auf der Autobahn Hamburg-Bremen (8.3.) und den Griechen Savas Nikolau (11.3.). Über Richard Epple heißt es:"
Am 1.3.: Um 20 Uhr 43 nimmt der Automechaniker Richard Epple (18) einem Streifenwagen der Tübinger Verkehrspolizei angeblich die Vorfahrt. Die Polizei gibt ein Zeichen. Richard Epple denkt jetzt wohl verdammt, keinen Führerschein dabei und gibt Gas. Mit Martinshorn und Blaulicht nimmt der Streifenwagen die Verfolgung auf. Die Jagd geht über die B 28 von Tübingen nach Herrenberg. Hier versucht die Polizei zum erstenmal mit 12 Pistolenschüssen den Verkehrssünder zu stoppen. Richard E. fährt weiter und erreicht um 21 Uhr Aftstätt. 150 Meter vor Ortsende eröffnet der Beifahrer mit einer Maschinenpistole das Feuer. 6 Kugeln treffen ein Haus, eine davon endet im Schlafzimmer eines Ehepaars. Eine Frau flüchtet erschrocken querfeldein, um von dem schießwütigen Killer nicht getroffen zu werden. Der Wagen von Richard Epple wird völlig durchsiebt, er selbst von sieben Kugeln tödlich getroffen. Motto: Auf der Flucht erschossen.

Die Presse bringt am nächsten Tag die widersprüchlichsten Meldungen. Danach soll Richard E. zwei Straßensperren durchbrochen haben, dann wieder raste er durch eine Holzbarrikade, oder zwei Polizisten, die ihn stoppen wollten, mussten beiseitespringen usw. Zeugen hatten weder Straßensperren noch springende Polizisten gesehen. Mehrere Anwohner berichteten dagegen, daß am nächsten Tag eine Straßensperre aufgebaut und photographiert wurde."

In einer Zusammenfassung der Geschehnisse und der Parteiarbeit im Jahre 1972 heißt es 1979 seitens der KPD/ML u.a.:"
Die großen Streiks der Jahre 1969/70, die gewaltigen Bauerndemonstrationen im Frühjahr 1971, der Streik von 120.000 Metallarbeitern in Baden-Württemberg Ende November 71 hatten die westdeutsche Bourgeoisie in helle Aufregung versetzt. Es reichte ihr nicht mehr die Aussperrung von 360.000 Arbeitern als Antwort auf den Metallerstreik, ab Januar 1972 verschärft sie mit riesigen Notstands- und Mobilmachungsübungen ihren Polizeiterror gegen die Werktätigen. Als Vorwand hierfür dient ihr das Wirken der sogenannten Baader-Meinhof-Gruppe. Waren bereits 1971 Georg von Rauch und Petra Schelm im Kugelhagel der Polizei gefallen, so vergeht jetzt kaum ein Tag ohne Polizeisperren und Schießereien:

Am 1.3. wird der Jugendliche Richard Epple abgeknallt, weil er ein Polizeisignal überfuhr; am 2.3. wird Thomas Weisbecker erschossen, am 3.3. Manfred Grasshoff niedergeknallt; am 5.3. Feuerüberfall der Polizei auf einen holländischen PKW; am 9.3. Polizeiüberfall auf das psychiatrische Behandlungszentrum in Frankfurt: schwerkranke Patienten werden aus den Betten gerissen, an den Haaren gezerrt, getreten, zusammengeschlagen; Betten zerrissen, Schränke aufgebrochen, medizinische Apparaturen zerstört, Krankengeschichten zerrissen, Medikamente im Zimmer verstreut und zertreten. Wie Vieh zusammengetrieben, müssen sich Ärzte und Patienten mit gespreizten Beinen wie Schwerverbrecher an die Wand stellen; am 11.3. wird der Grieche Savos Nikolan niedergeschossen.

Während die Partei die Werktätigen unter der Schlagzeile Die Polizei schlägt, würgt, tötet - Stoppt den Terror der staatlich lizensierten Killer! zum Widerstand aufruft, ergehen sich DKP und Zirkel in der Beteuerung ihrer Friedfertigkeit und der Ablehnung jedweder Gewalt, fallen sie, wie die Arbeiterbasisgruppen in München, in den Schrei aller Spießbürger und Reaktionäre nach der Staatsgewalt ein! Die Partei distanziert sich klar und entschieden vom individuellen Terror, Anarchismus, kleinbürgerlichen Putschismus und Guevarismus. Dabei differenziert sie jedoch, und als auf dem Höhepunkt des Vietnamkriegs, im weltweiten Protest gegen die Verbrechen des USA-Imperialismus, in Frankfurt und Heidelberg, dem europäischen Hauptquartier der US-amerikanischen Armee, Bomben explodieren, antwortet sie auf den hysterischen Aufschrei der Bourgeoisie und das Geifern der Springer-Presse in einem massenweise verbreiteten Exemplar des Roten Morgen: Die Mörder sitzen in Bonn!"

Der zentrale Literaturvertrieb der KPD/ML-ZK, der von H.J. Kühn geleitet wird, wird nun boykottiert (vgl. Apr. 1972, 23.5.1972).

Arbeiterkorrespondenzen berichten aus Niedersachen von der Nordsee AG Cuxhaven und Teves Gifhorn sowie aus Hessen vom Streik bei Teves Frankfurt nach Abschluß der Tarifrunde (vgl. 4.1.1972).
Leserbriefe kommen aus Fürstenfeldbruck, Bayern, Berlin und aus Hessen von den Kasseler Genossen.

Es erscheint auch die "Plattform der KPD/Marxisten-Leninisten für eine Aktionseinheit der revolutionären Organisationen am 1. Mai."

Dort heißt es:"
Wie ist der heutige Stand der revolutionären Bewegung im Weltmaßstab? … Man kann dies alles mit einem Satz Mao Tsetungs zusammenfassen: Die Haupttendenz in der heutigen Welt ist Revolution. Trifft diese Feststellung auch für die Entwicklung in unserem Lande zu, oder wird Westdeutschland und Westberlin eine Insel in den Wogen des weltweiten Aufschwungs der Revolution bleiben? Haben wir eine Periode der relativen Stabilisierung des Kapitalismus vor uns, oder erwartet uns eine Periode der tiefen politischen und ökonomischen Krise, eine Periode der zunehmenden Fäulnis und Zersetzung des monopolkapitalistischen Systems? Zweifellos trifft das Letztere zu. Niemand kann heute mehr bestreiten, daß der Kapitalismus in unserem Land bereits in eine Periode der Krise eingetreten ist, die sich erst im ersten Stadium ihrer Entwicklung befindet. Die Phase der relativen Stabilisierung des Kapitalismus ist auch in Westdeutschland und Westberlin beendet. Das Proletariat und die anderen werktätigen Klassen und Schichten in unserem Land - werden sie ruhig bleiben und sich dem immer reaktionärer und drückender werdenden Joch des Regimes der Ausbeutung und Unterdrückung geduldig beugen? Daran glaubt niemand mehr. … Mit einem Wort kann man sagen: Auch in Westdeutschland und Westberlin beginnt der Vulkan unter dem Hintern der Monopolbourgeoisie zu brodeln. Auch in Westdeutschland und Westberlin ist heute die Haupttendenz Revolution. … Die gefährlichsten Feinde der Revolution innerhalb der Arbeiterbewegung sind die modernen Revisionisten. Der moderne Revisionismus ist eine Agentur der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung, die die Aufgabe hat, die Arbeiterklasse vom revolutionären Kampf für den Sturz der Bourgeoisie und die Errichtung der Diktatur des Proletariats, vom einzig möglichen Weg zum Sieg der Revolution, vom Weg des bewaffneten Kampfes, abzulenken. Der moderne Revisionismus soll der Bourgeoisie helfen, ihr verfaultes reaktionäres Regime zu retten. … Die schonungslose Entlarvung und Diskriminierung dieser Verräter an der Sache des Proletariats gehört deshalb zu den entscheidenden Aufgaben der Kommunisten. Die Lage der revolutionären Arbeiterbewegung in Westdeutschland und Westberlin ist in der gegenwärtigen Situation durch eine große Zersplitterung der revolutionären Kräfte gekennzeichnet. Diese Zersplitterung hat hauptsächlich die Ursache, daß kleinbürgerlich-opportunistische und versteckt revisionistische Kräfte in starkem Maße in der revolutionären Bewegung vertreten sind, welche versuchen, die Bewegung zurückzuzerren und in das Fahrwasser des modernen Revisionismus zu lenken. Zu diesen Kräften gehören nicht nur die offen rechtsopportunistischen Elemente, sondern auch die Liquidatoren, die sich des öfteren mit 'linken' Phrasen zu tarnen versuchen, die jedoch in Wirklichkeit feige Kapitulanten und Revisionisten sind, welche sich vor der Verschärfung der Klassenkämpfe fürchten. Die große Zersplitterung der revolutionären Kräfte ist jedoch andererseits auch aus der Tatsache zu erklären, daß sich die revolutionäre Bewegung in den vergangenen Jahren sehr schnell und relativ stark entwickelt hat, und daß die junge Partei des Proletariats, die KPD/ML, nicht schnell genug erstarkte und sich noch nicht genügend gestählt hatte, um alle ehrlichen Revolutionäre in ihren Reihen zu vereinigen, die den Marxismus-Leninismus als die einzig wirkliche Ideologie des Proletariats und als die einzig wissenschaftliche Theorie der Revolution erkannt haben. … Der entscheidende Aspekt bei der Überwindung der Zersplitterung der revolutionären Bewegung besteht in der konsequenten Entlarvung der opportunistischen und versteckt revisionistischen Elemente innerhalb der revolutionären Bewegung, sowie in der besseren Herausarbeitung und Entwicklung des Programms unserer Partei. Es ist klar, daß die Überwindung der Zersplitterung der revolutionären Bewegung nicht in ein paar Wochen erreicht werden kann. Dennoch ist es auch jetzt schon unbedingt notwendig, die revolutionären Kräfte in der Aktion zu vereinigen und der Bourgeoisie und ihren Agenten. den modernen Revisionisten, eine starke und geschlossene revolutionäre Front entgegenzustellen. … Am 1. Mai sollen alle revolutionären Kräfte, die verschiedenen revolutionären Organisationen, alle revolutionären Arbeiter, Angestellten, Bauern, Studenten, Schüler und alle anderen revolutionären Menschen in geschlossenen und einheitlichen Aufmärschen ihre Kampfentschlossenheit demonstrieren und gemeinsam das blutrote Banner des Kampfes gegen den Imperialismus und für die sozialistische Revolution, für die Errichtung der Diktatur des Proletariats erheben:

Kampf dem westdeutschen Imperialismus!

Nieder mit dem reaktionären Regime des Monopolkapitals!
Vorwärts im Kampf für die sozialistische Revolution!

Es lebe die Diktatur des Proletariats!

Solidarität mit den heldenhaft kämpfenden Völkern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas - Kampf dem Hauptfeind der Völker, dem USA-Imperialismus! Nieder mit der zweiten Supermacht, die ebenfalls die Völker tyrannisiert, ausbeutet und ständig mit militärischer Aggression bedroht - nieder mit dem sowjetischen Sozialimperialismus!

Wir schlagen vor, daß die Aktionseinheit auf dieser klaren revolutionären Linie hergestellt wird; gegen den Imperialismus - für die sozialistische Revolution. Deshalb sollen die gemeinsamen Losungen lauten:

Nieder mit dem westdeutschen Imperialismus!
Nieder mit der Diktatur der westdeutschen Kapitalistenklasse!
Es lebe die Diktatur des Proletariats!
Völker der ganzen Welt, vereinigt euch, besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien!
Nieder mit dem sowjetischen Sozialimperialismus!

Man kann jedoch keinen wirklichen Kampf gegen den Imperialismus führen, ohne gleichzeitig konsequent gegen den modernen Revisionismus zu kämpfen. … Die schlimmsten Spalter der Arbeiterklasse das sind die modernen Revisionisten, bei uns in Westdeutschland und Westberlin vor allem repräsentiert in der DKP/SEW. Aus diesem Grunde muß es zur politischen Grundlage der Aktionseinheit gemacht werden, daß eine klare Trennungslinie zu den modernen Revisionisten gezogen wird. Es können keine revisionistischen Losungen geduldet werden, wie z.B. Losungen, die das Wesen des Imperialismus verschleiern oder Illusionen in Bezug auf die bürgerlichen Parteien, z.B. die SPD erzeugen. Ebensowenig können Losungen geduldet werden, die das Kapital in einen 'friedlichen' bzw. 'demokratischen' und in einen faschistischen oder 'ultrarechten' Flügel aufteilen und die den Massen einreden wollen, man müsse nur gegen die offen faschistischen Kräfte kämpfen und könne sich dabei mit angeblich 'friedlichen' und 'demokratischen' Teilen des Kapitals verbünden. Solche Losungen lenken die Arbeiterklasse vom Kampf gegen den Klassengegner ab und führen zur Unterordnung der Arbeiterbewegung unter 'linke' Demagogen aus dem Lager der Bourgeoisie. Ebenso wie die Aktionseinheit mit der DKP/SEW ist auch die Aktionseinheit mit eindeutig trotzkistischen Organisationen ausgeschlossen, z.B. mit Organisationen, die der sogenannten IV. Internationale angehören oder sich ihr zugehörig fühlen. Natürlich können auch keine trotzkistischen Losungen geduldet werden."

Weitere Losungen für eine Aktionseinheit sind:

- Weg mit Honecker, weg mit Brandt - alle Macht in Arbeiterhand!
- Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland,
- Sofortiger bedingungsloser und vollständiger Abzug der USA-Aggressionstruppen aus Indochina!
- Krieg den imperialistischen Kriegen!
- Hände weg von China!
- USA-Truppen raus aus Westdeutschland und Westberlin!
- Sowjetische Truppen raus aus der DDR!
- Ausländische Truppen raus aus ganz Deutschland!

Weiter werden eine Reihe von Agitationslosungen genannt, "die den Tageskämpfen der Arbeiterklasse und aller unterdrückten und ausbeuteten Werktätigen die richtige Orientierung geben. Dazu schlagen wir folgende Losungen vor:

Gegen das Kapital und seine SPD-Regierung - die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse!

Vereinigt euch im Kampf gegen Lohnabbau, Entlassungen und verschärfte Arbeitshetze!

Schluß mit Notstandsübungen, Polizeiterror und antikommunistischer Hetze!

Stoppt die Mordkommandos der Polizei!

Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz!

Kampf der arbeiterfeindlichen DGB-Bürokratie - für eine revolutionäre Gewerkschaftsbewegung!

Wehrt euch gegen Mietwucher und Wohnungselend!

Kampf der kapitalistischen Städtesanierung!

Wehrt euch gegen die unverschämten Erhöhungen der städtischen Verkehrstarife
- Kämpft für den Nulltarif!

Schluß mit Teuerung und Inflation!

Schluß mit der Verfolgung kommunistischer und anderer fortschrittlicher Organisationen!"

In einer Beilage erscheint der Artikel "Kämpft für die Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML. Erklärung von ehemaligen Mitgliedern der Gruppe 'Rote Fahne Bochum' und des KJVD". U.a. wird von den ehemaligen Anhängern der KPD/ML-ZB ausgeführt:"
Wir, ehemalige Mitglieder der Gruppe 'Rote Fahne Bochum' und des KJVD, zum Teil Mitglieder der Bundesleitung des KJVD, haben einen Antrag zur Aufnahme in eine Massenorganisation der KPD/ML gestellt. Wir wollen im folgenden darstellen, warum wir diesen Schritt vollzogen haben, warum wir meinen, daß die Linie der Gruppe 'Rote Fahne' und ihres Zentralbüros (im folgenden: ZB) revisionistisch ist. Weiter wollen wir zeigen, welche schweren Fehler wir gemacht haben und wie es dazu kommen konnte. Wir hoffen, damit allen Genossen in der revolutionären Bewegung die Möglichkeit zu geben, aus unseren Fehlern zu lernen, den Kampf zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus in der revolutionären Bewegung besser erkennen und dadurch den Revisionismus in allen seinen Spielarten besser bekämpfen zu können. Der schwerste Fehler, den wir gemacht haben, bestand zweifellos darin, daß wir die falsche Linie des ZB an verantwortlicher Stelle vertreten und verbreitet, daß wir aktiv an der Ausarbeitung des Revisionismus in der Arbeiterklasse und in der revolutionären Bewegung gearbeitet haben. Damit haben wir gleichzeitig den Kampf des ZB gegen die Partei der Arbeiterklasse, gegen die KPD/ML unterstützt. Diese unsere Handlungen haben der Revolution ohne Zweifel Schaden zugefügt. … Es ist nicht so, daß das ZB erst bei uns die falschen Anschauungen hervorgerufen hätte, sie waren bei uns vorhanden und haben sich unter dem Einfluß der Linie des ZB weiterentwickelt und verstärkt. Deshalb tragen wir auch selber die Hauptverantwortung für den Schaden, den wir der Revolution zugefügt haben. In unserer Arbeit in der ZB-Organisation sind wir auf eine Reihe von Dingen gestoßen, die wir zunächst nur für einzelne Fehler, Abweichungen usw. auf einer im Grunde korrekten Linie gehalten haben. Durch die von uns ebenfalls vertretene krasse Fehleinschätzung der Metalltarifrunde durch das ZB wurden wir auf die Notwendigkeit eines verstärkten Studiums des Marxismus-Leninismus und der Maotsetungideen sowie einer gründlichen Überprüfung der wichtigsten Dokumente des ZB gestoßen. Besonders nach dem Studium der Dokumente der Spaltung der KPD/ML im Frühjahr 1970 sind wir zu der Einsicht gekommen, daß von den heutigen Führern der Gruppe 'Rote Fahne' die Partei der Arbeiterklasse auf der Grundlage einer spontaneistischen und revisionistischen Plattform (Bolschewik 0, 1, 2) gespalten wurde. Wir sahen weiter, daß die damals vertretene Linie niemals ernsthaft kritisiert, sondern im Gegenteil weiterentwickelt und verfeinert worden ist. Von diesem Zeitpunkt an sahen wir unsere Aufgabe darin, diese falsche Linie entschieden zu bekämpfen und zu entlarven. Aus diesem Grund setzten wir uns bewußt über die Organisationsdisziplin hinweg und organisierten eine Fraktion. Wie verhielt es sich jedoch mit unserem taktischen Vorgehen? Wir glaubten, wenn wir unsere Kritiken mit einem Schlag auf den Tisch legten, dann würden viele Genossen das nicht verstehen, allein der bloße Gedanke, das ZB könnte eine grundsätzlich falsche Linie vertreten, würde sie dazu bringen, unsere Anschauungen nicht mehr zu prüfen, sondern zu verwerfen. Deshalb nahmen wir nicht den prinzipiellen Kampf gegen das ZB auf, sondern versuchten an einzelnen Punkten die Genossen auf die grundlegenden Fehler zu stoßen, vertraten aber weiter die Ansicht, daß diese Linie richtig sei. Dieses Vorgehen ist grundsätzlich falsch und hat der Revolution geschadet. Denn was waren die Folgen? In der Organisation entstand keine größere Klarheit, sondern größere Verwirrung. Das ZB konnte seine falsche Linie ungestört weiterverbreiten. Wir mußten offiziell die Organisationsdisziplin anerkennen und der Aufforderung des ZB und verschiedener Landeskomitees zustimmen, die Kritiken den Mitgliedern des KJVD vorzuenthalten. Schließlich gaben wir durch dieses Vorgehen noch dem ZB die Möglichkeit, demagogisch über die 'geheime Fraktion' herzufallen und zu einem gewissen Grad der inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Was ist das Wesen der falschen Anschauungen, die zu dieser trotzkistischen, entristischen Taktik führten? Das Wesen dieser Anschauungen ist nicht anderes als die reaktionäre Theorie von der Rückständigkeit der Massen. Nachdem wir die falsche Linie erkannt hatten, hätten wir unbedingt den offenen, schonungslosen Kampf gegen das ZB aufnehmen müssen. Diesen Fehler erkannten und kritisierten wir zunächst nur oberflächlich, haben deshalb auch nach der 'Entlarvung' der Fraktion nicht die richtigen Konsequenzen gezogen. Statt jetzt endlich den offenen Kampf aufzunehmen, wollten wir erst die Linie des ZB in allen Einzelheiten widerlegen. Objektiv bedeutete das ein Zurückweichen vor dem Revisionismus. War unsere Taktik erst rechtsopportunistisch, so schlug sie jetzt in 'linke' liquidatorische Tendenzen um. In der Konsequenz bedeutete das, daß wir uns gegenüber der KPD/ML passiv, ja ablehnend verhielten und uns selbst zum Nabel der Revolution erklärten. …

Wir wollen im folgenden in einer aus Platzgründen notwendig knappen Zusammenfassung unsere wichtigsten Kritikpunkte an der Linie des ZB darlegen. Dabei gehen wir zunächst zurück auf die Spaltung der KPD/ML im Frühjahr 1970, weil hier die Linie des ZB ihren Ausgangspunkt hat. …

Für die modernen Revisionisten war die Gründung der KPD/ML ein schwerer Schlag. So war es kein Wunder, daß sie versuchten, die junge Partei mit allen Mitteln zu zerstören. Schon früh versuchte das ehmalige ZK-Mitglied W. D. die Aufhebung der Kandidatenzeit durchzusetzen. Das aber hätte bedeutet, die Tore der Partei allen möglichen ungefestigten Genossen zu öffnen, hätte es versteckten Opportunisten ungemein erleichtert, in die Partei einzudringen und sie von innen her auszuhöhlen. Dieser Angriff wurde vom ZK abgeschlagen. Anfang 1970 wurde nachträglich deutlich, daß die Partei vor allem unter Mangel an Bewußtheit litt, daß die Partei, um die Arbeiterklasse führen zu können, um den Kampf gegen den Revisionismus auf einer höheren Stufe zu heben, vor allem ihr theoretisches und ideologisches Niveau und die Erforschung der gesellschaftlichen Wirklichkeit Westdeutschland vorantreiben mußte. Sie mußte untersuchen, welche Klassen Freunde und welche Klassen und Schichten Feinde der Arbeiterklasse sind. …

Das ZK stellt der Partei kurz zusammengefaßt folgende Aufgaben: Die grundlegende Aufgabe in der vor der Partei stehenden Phase des Parteiaufbaus ist die Gewinnung der Avantgarde des Proletariats. Um diese Aufgabe richtig lösen zu können, muß die Partei eine Klassenanalyse erstellen und auf dieser Grundlage ein Programm erarbeiten. Die Partei wird deshalb ihre Agitation und Propaganda unter den Massen nicht einstellen, ihre hauptsächliche Arbeit wird aber auf dem Gebiet der Theorie liegen. Dagegen eröffneten rechte Elemente den Kampf mit dem sogenannten 'Bolschewik 0', der mit der Aufforderung: 'Das Hauptquartier bombardieren' beginnt. Gegen diese Angriffe, die die Existenz der Partei bedrohten, veröffentlichte das ZK die 'Plattform des ZK'. Diese Plattform verteidigte gegen die Rechtsopportunisten noch einmal nachdrücklich die Rolle der Partei als bewußten Vortrupp der Arbeiterklasse. Ebenso kritisierte sie einzelne Auffassungen der 'Bolschewik'-Fraktion, so den Dogmatismus und den Empirismus, sowie die Methode der erbarmungslosen Schläge. Dies reichte jedoch bei weitem nicht aus und es kommt dazu, daß in der Plattform offen 'linke' Theorien vertreten werden, deren Weiterentwicklung auf dem a. o. PT. die Plattform der Liquidatoren zur Zerstörung der Partei bildete. In der Auseinandersetzung mit der Fraktion mit der Fraktion um den 'Bolschewik' trifft die Platform nicht die Hauptkampflinie. Denn die Auseinandersetzung um die Hauptseite Theorie oder Hauptseite Praxis, sowie die Kritik des Dogmatismus und Empirismus, also Fragen der Einstellung zum Marxismus-Leninismus, des Arbeitsstils, traf nicht das Wesen der Auseinandersetzung. Hier ging es um die Frage Marxismus-Leninismus oder Revisionismus, um die Frage Revolution oder Reform. Es ging tatsächlich um die Existenz der Partei als der bewußten Führerin der Arbeiterklasse oder ihre Verwandlung in eine reformistische 'Arbeiterpartei', eine Partei des Nachtrabs der spontanen Arbeiterbewegung. Die Plattform enthüllte nicht den revisionistischen Charakter der 'Bolschewiks' und bot daher den Genossen nicht die Möglichkeit, einen klaren Trennungsstrich zu ziehen zwischen richtig und falsch, zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus. Zum anderen wird in der Plattform die Hauptaufgabe der Partei in der ersten Phase ihrer Entwicklung falsch bestimmt. Nicht mehr um die Gewinnung der Avantgarde des Proletariats geht es jetzt, sondern in der ganzen ersten Phase soll die Theorie die Hauptseite bilden. Richtig wäre es gewesen, der Erarbeitung von Klassenanalyse und Programm für einen bestimmten, der Erarbeitung von Klassenanalyse und Programm für einen bestimmten, kurzen Zeitabschnitt in dieser Phase die erste Stelle einzuräumen. Wichtiger ist jedoch, daß die Plattform die Theorie von der Praxis trennt, in dieser Frage den Klassenstandpunkt verläßt, sie 'an sich' losgelöst von der Praxis des Klassenkampfes betrachtet und erarbeiten will. Es wird weiter die Bedeutung die Bedeutung des ideologischen Parteiaufbaus, die Notwendigkeit der Erarbeitung von Klassenanalyse und Programm mit einer unablässigen und sich ständig vertiefenden Kritik am Revisionismus innerhalb und außerhalb der Partei zu verbinden und im Kampf gegen den Revisionismus das Programm zu entwickeln, nicht der Partei als Aufgabge gestellt. Diese Fehler der Plattform machten sie insgesamt zu einem untauglichen Instrument im Kampf gegen die Linie des 'Bolschewik' wie auch als Plan für den Parteiaufbau. Kann aus all dem geschlossen werden, daß die KPD/ML zu diesem Zeitpunkt revisionistisch entartet war? Auf keinen Fall, denn neben diesen falschen Anschauungengab es richtige und diese bildeten die Hauptseite. … Es war vielmehr so, daß das ZK es nicht verstand, beim Kampf gegen den Revisionismus des 'Bolschewik' auch die linken Anschauungen zu kritisieren und daß es in der Folgezeit den Kampf zweier Linien in der Partei nicht bewußt und konsequent führte, sich versöhnlerisch verhielt. Erst seit dem außerordentlichen Parteitag setzt hier eine Wende ein. Ganz anders jedoch der 'Bolschewik'. Er nahm die 'linken' Anschauungen der Plattform als Vorwand, den Spontaneismus, die Theorielosigkeit und den Nachtrab zur Theorie zu erheben. … Es wird klar, daß die 'Hauptseite Praxis'der 'Bolschewik' 0, 1, 2 nur einen Zweck hat: Die Partei soll das Ziel, die sozialistische Revolution, aufgeben, und voll und ganz in der spontanen Bewegung aufgehen. … Hier aber wird klammheimlich versucht, den Kampf gegen den Revisionismus als eine zweitrangige Aufgabe zu bezeichnen. … Das heißt aber doch faktisch, den Kampf gegen den Revisionismus einzustellen. Auf verschiedenen Konferenzen wurde diese Auffassung (hauptsächlich gegen die Sozialdemokratie) mündlich vorgetragen. Wir sehen hier die ersten 'keimhaften' Ansätze der später vom ZB so gehegten Linie zur Sozialdemokratie. Sie tritt zum erstenmal auf, indem sie die Ein- oder Zurückstellung des Kampfes gegen den Revisionismus fordert. Sie tritt auf als Angriff auf die revolutionäre Geschichte der Partei. … Aus all dem ergibt sich: Die ZB-Organisation ist auf der Grundlage einer revisionistischen und spontaneistischen Plattform als Fraktion der KPD/ML entstanden. Mit einer solchen Linie ist die Partei gespalten worden. … Das ZB hat in Bezug auf diese Anschauungen keine öffentliche Selbstkritik geleistet. Sofern einzelne Anschauungen kritisiert wurden, sind dafür 'natürlich' nicht die Mitglieder des ZB, die bei der Spaltung führend beteiligt waren, sondern hauptsächlich P. W. verantwortlich."

Kritisiert wird weiter das Verständnis des ZB von den Etappen der Revolution. Hier gehe es dem ZB nicht "um den revolutionären Sturz des Faschismus, sondern allein um die Verteidigung der Demokratie. … Es ist klar, daß für diese 'antifaschistisch-demokratische Revolution' eine bolschewistische Partei nicht mehr nötig ist. Das ZB spricht ausdrücklich von der Umwandlung der kommunistischen Partei in eine antifaschistische Massenpartei, eine Partei des Volkes. … Das ähnelt sehr den revisionistischen Theorien der DKP. … Gerade dann, wenn die revolutionäre Krise herangereift ist, verzichtet das ZB auf die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats und kämpft für die Verteidigung und Erweiterung der demokratischen Rechte, anstatt die Massen zum Todesstoß gegen das morsche kapitalistische System zu führen. Damit hat sich das ZB gut für die kommenden Klassenkämpfe, für die Zuspitzung der Auseinandersetzung gerüstet. Es hat heute schon die theoretischen Grundlagen geschaffen, um im entscheidenden Moment 'Etappe und Hauptschlag' zu wechseln und die Revolution zu verraten."

Zur taktischen Hauptparole der KPD/ML-ZB, 'Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse' heißt es:"
Diese Parole ist keine revolutionäre Parole: Einmal, weil sie als Hauptgegner, gegen den sich die Arbeiterklasse zusammenschließen muß, nicht die Diktatur der Bourgeoisie nennt, sondern den Zusammenschluß gegen die Regierung fordert. Zweitens, weil der Inhalt dieses Zusammenschlusses keineswegs revolutionär sein kann. … Die Parole, die das strategische Ziel angeben soll (aber nicht die Hauptparole ist) lautet: 'Gegen den Kapitalismus - für den Arbeiter und Bauernstaat'). … Die Frage der Machtergreifung, die Frage des bewaffneten Umsturzes und der Zerschlagung des imperialistischen Staates wird elegant umgangen. … Was uns das ZB hier also als Parole für die sozialistische Revolution verkaufen will, ist in allen Punkten eine falsche Parole, eine revisionistische Parole, die alle wesentlichen Fragen umgeht. Die Bestimmung der Etappe der Revolution und der Zeitpunkt ihrer Änderung, der Inhalt der beiden Hauptparolen nach der Linie des ZB, lassen sich in einem Satz polemisch zusammenfassen: Statt die ganze Frage aufgrund der historischen Gegebenheiten in Westdeutschland auf die Fragestellung Reform oder Revolution zuzuspitzen, wir die Frage gestellt: Reform oder Konterrevolution? Überspitzt gesagt, wenn wir dem ZB folgen: Reformismus oder Faschismus, das ist die Alternative, die das ZB der Arbeiterklasse anzubieten hat. Statt der Diktatur des Proletariats - Reform und demokratische Erneuerung . Unter diesem Gesichtspunkt muß man auch die 'Linie zur Sozialdemokratie' betrachten. … Die SPD wird zur Paktiererpartei erklärt, um den Kampf gegen die wirklichen Paktierer, die Revisionisten, nicht oder nur unzureichend führen zu müssen. … Sie (die Revisionisten, die Vf.) sind besonders deshalb gefährlicher als die SPD, weil ihre Funktionäre und Mitglieder eben noch nicht mit dem Staat und der Monopolbourgeoisie verwachsen sind, weil wir es hier mit einem 'frischen' Opportunismus zu tun haben. … Gerade jetzt kommt es darauf an, den Hauptschlag gegen die wirklichen Paktierer, die Revisionisten, zu führen. Kein Zweifel: Die Revisionisten sind nicht bloß ein 'Anhängsel' der SPD, sondern von ihr qualitativ verschieden. Sie sind eine Agentur der Bourgeoisie in der Arbeiterklasse, nicht eine Agentur der Sozialdemokratie, wie das ZB uns weismachen will. Indem das ZB aber die Revisionisten zu einem Anhängsel der Sozialdemokratie erklärt … weicht es faktisch dem Kampf gegen den Revisionismus als der gefährlichsten Spielart des Opportunismus aus und erklärt ihn zu einer zweitrangigen Aufgabe. … Der prinzipielle Kampf gegen den modernen Revisionismus … soll nach Möglichkeit auf die lange Bank geschoben werden, wobei er sowieso eine zweitrangige Aufgabe nach der 'Widerlegung der Sozialdemokratie' ist."

Auch im Parteiaufbau mache das ZB schwerwiegende Fehler:"
Wir sehen hier, wie das ZB die Notwendigkeit, die Partei von oben nach unten aufzubauen, dem Zentralismus den Vorrang einzuräumen, demagogisch dazu ausnutzt, die Demokratie völlig abzuschaffen und die betreffenden Teile des Statuts außer Kraft zu setzen. Damit ist das ZB tatsächlich im Rahmen des demokratischen Zentralismus unangreifbar geworden. … Jeder Genosse in der ZB-Organisation weiß selbst, welche Auswirkungen das alles hat: Blinde Praxis, Einpauken der Theorien des ZB, bürokratisch entartetes Parteileben. Da ist es dann nur konsequent, wenn Kritik und Selbstkritik nicht gefragt sind. Es geht vom Nichtbeantworten von Kritiken durch die höheren Leitungen bis hin zu der unernsten Änderung der beiden Hauptparolen durch das ZB ohne einen Schimmer der Selbstkritik. Das aber ist ganz und gar die Praxis einer revisionistischen Organisation. … Wir möchten uns noch einmal ausdrücklich an die Mitglieder der ZB-Organisation und des KJVD wenden, die wir in ihrer großen Mehrzahl für ehrliche Revolutionäre halten: Prüft ernsthaft unsere Kritik, fordert die offene Diskussion über diese Fragen, und zieht die Konsequenzen aus dieser neorevisionistischen Linie!"
Q: Roter Morgen Nr. 7, Hamburg 27.3.1972; Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (Hrsg.): 1968/69 bis 1978/79. Zehn Jahre KPD/ML. 10 Jahre Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, Dortmund 1979, S. 77

10.04.1972:
Der 'Rote Morgen' (RM) Nr. 8 (vgl. 27.3.1972, 24.4.1972) der KPD/ML-ZK berichtet u.a. aus Bayern aus Bundeswehrkasernen, über eigene Betriebszeitungen in München, Würzburg und Berlin, die Roten Garden (RG) Würzburg und Kitzingen, das Eingreifen der SDAJ der DKP in die Fahrpreiskampagne in Offenbach und die Arbeit der PCI/ML Italien bei Alfa Romeo Mailand und Arese. Eine Arbeiterkorrespondenz berichtet von den PWA Nördlingen.

Geworben wird für diesen RM u.a. in:
- NRW bei Opel Bochum (IGM-Bereich - vgl. 17.4.1972).
Q: Roter Morgen Nr. 8, Hamburg 10.4.1972; Zündkerze Aufbau des Sozialismus in Albanien, Bochum o.J. (Apr. 1972), S. 2

24.04.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 9 (vgl. 10.4.1972, 1.5.1972) enthält u.a. ein gemeinsames Kommunique der KPD/ML-ZB und der KPD/ML-ZK (vgl. 6.4.1973), in dem festgestellt wird, daß eine Einheit der Marxisten-Leninisten nur durch einen scharfen und sachlichen ideologischen Kampf in erster Linie gegen den modernen Revisionismus und aber auch gegen den Trotzkismus hergestellt werden kann.

Ausgeführt wird dazu auf den Seiten 6 und 7:
"Kommunique
Hamburg/Bochum, 6. April 1972.
Bevollmächtigte Vertreter des Zentralkomitees der KPD/ML (Zentralorgan Roter Morgen) und des Zentralbüros der KPD/ML (Zentralorgan Rote Fahne) führten am 28. März, am 1. und 6 April gemeinsame Gespräche mit dem Ziel einer Aktionseinheit zum 1. Mai. Sie kamen dabei zu folgenden Ergebnissen:
1. Es ist unbedingt notwendig einen entschiedenen Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten zu führen, da ohne die Einheit der Marxisten-Leninisten keine revolutionäre Einheitsfront der Arbeiterklasse gebildet werden kann. Diese Einheit der Marxisten-Leninisten kann nur durch einen scharfen und sachlichen ideologischen Kampf gegen den modernen Revisionismus in erster Linie und gegen den Trotzkismus hergestellt werden. Diese Einheit kann nur geschmiedet werden im revolutionären Tageskampf an der Spitze der Volksmassen. Beide Organisationen gehen davon aus, daß es nur eine Kommunistische Partei (Marxisten-Leninisten in einem Lande geben kann. Diese Kommunistische Partei (Marxisten-Leninisten) ist in Westdeutschland am 31. Dezember 1968 gegründet worden. Jede der beiden Organisationen geht davon aus, daß sie die richtige politische Linie vertritt und auf dieser Grundlage im Kampf die Einheit hergestellt wird.

2. Der 1. Mai 1972 kann ein Schritt auf dem Weg zur Einheit der Marxisten-Leninisten werden, wenn hier eine konkrete Aktionseinheit der Marxisten-Leninisten hergestellt wird.

3. Die internationale Lage und die Lage in Westdeutschland zum 1. Mai 1972 wird gekennzeichnet durch die glänzende Analyse Mao Tsetung:"Die Haupttendenz in der Welt ist Revolution!" Die neuen Siege im Befreiungskampf der Völker der Welt, besonders der indochinesischen Völker, die weitere Festigung des blühenden sozialistischen Lagers und der Aufschwung der Klassenkämpfe in den Herzzonen des Imperialismus, bestimmen Lage.
Die beiden imperialistischen Supermächte treten jedoch nicht kampflos von der Bühne ab, sondern nehmen Zuflucht zu immer neuen wahnwitzigen Abenteuern im Kampf gegen die Völker und in der Vorbereitung eines neuen Interventionskrieges gegen die Volksrepublik China. Gleichzeitig werden von ihnen unterstützt und aufgepäppelt der westdeutsche Militarismus und Revanchismus und der japanische Militarismus. Diese beiden Mächte drängen ebenfalls zum Platz an der Sonne und verschärfen so die Auseinandersetzungen und Balgereien im imperialistischen Lager. Der Kampf in Westdeutschland kann nur in einer klaren Frontstellung gegen den USA-Imperialismus, den sowjetischen Sozialimperialismus und den westdeutschen Imperialismus geführt werden. Auch in Westdeutschland hat ein neuer Aufschwung des revolutionären Klassenkampfes begonnen. Das ist unvermeidlich angesichts der zunehmenden Verfaulung des westdeutschen Imperialismus. Ein deutliches Zeichen dafür sind die anschwellenden Kämpfe der Arbeiterklasse und der übrigen Werktätigen in Stadt und Land. Die westdeutsche Monopolbourgeoisie, durch die Zunahme des Kampfes in Unruhe versetzt, verstärkt die Maßnahmen zur Unterdrückung des Volkes und die Faschisierung. Sie treibt im Komplott mit den Neuen Zaren im Kreml und der revisionistischen Honecher-Stoph-Clique den Kurs der Kriegsvorbereitung voran. Gegenwärtig ist die SPD das Hauptwerkzeug des Monopolkapitals, um diese Politik der Faschisierung und der Militarisierung, der Ausplünderung und Knebelung des Werktätigen Volkes durchzusetzen. Besonders dringlich ist der Kampf gegen die Verbotsvorbereitungen gegen die Marxisten-Leninisten und gegen die Verfolgung aller fortschrittlichen Kräfte durch die Klassenjustiz. Eine besonders wichtige Aufgabe der westdeutschen Arbeiterklasse ist der Kampf gegen den Kriegspakt Bonn-Moskau. Er ist gleichzeitig ein wesentlicher Bestandteil unseres Kampfes zur Verteidigung Volkschinas und zur Unterstützung der revolutionären Befreiungsbewegungen in Südostasien, die durch die Politik der Neuen Zaren 'Frieden in Europa - Krieg in Asien' Bedroht werden.

4. Zum 1. Mai, dem revolutionären Kampftag der Arbeiterklasse, ist es besonders dringlich, den Kampf für die proletarische Einheitsfront zu verstärken. Dazu sollten Maokomitees in den Betrieben und auf Ortsebene gebildet werden, die zur Mobilisierung der Arbeiter und anderer Werktätiger zum 1. Mai und zur Vorbereitung und Durchführung der Demonstration dienen sollen. Die Marxisten-Leninisten haben die Aufgabe, sich aktiv um die Schaffung und Konsolidierung solcher Maikomitees zu bemühen und in sie den Geist der proletarischen Revolution hineinzutragen. Die Maikomitees sollten unter folgenden Losungen als Mindestplattform gebildet werden:
Einheitsfront gegen Notstand, Aufrüstung und Revanchepolitik!
Gegen das Kapital und seine SPD-Regierung die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse!
Kampf der Notstandspolitik der SPD-Regierung!
Weg mit dem reaktionären Ausländergesetz!
Weg mit dem KPD-Verbot!
Freiheit für die Marxisten-Leninisten und ihre Presse!
Kampf der Aufrüstungspolitik der SPD-Regierung!
Weg mlt dem Maulkorberlaß In der Bundeswehr!
Freiheit der politischen und gewerkschaftlichen Betätigung der Soldaten!
Voran mit dem antimilitaristischen Kampf in der Bundeswehr!
Weg mit dem Wehrkundeerlaß (WKE, d.Vf.)!
Nieder mit dem Kriegspakt Bonn-Moskau!
Kampf der Friedensheuchelei der SPD- und D"K"P Führer!
Für die sofortige und bedingungslose Anerkennung der DDR und aller Grenzen in Europa!
Hände weg von China!
Für den sofortigen, bedingungslosen und vollständigen Abzug der US-Aggressionstruppen aus Indochina!
Für den Sieg der indochinesischen Völker!
Abzug aller ausländischen Truppen, Auflösung aller ausländischen Militärstützpunkte auf fremden Territorien!
Für ein einiges, freies, sozialistisches Irland!
Raus mit den britischen Besatzern!
Kampf dem arbeiterfeindlichen Betriebsverfassungsgesetz!
Kampf dem Lohnraub!
Gegen Mietwucher, Wohnungselend und kapitalistische Städtesanierung!
Kampf dem Lohndiktat der SPD-Regierung und der DGB-Führung!
Gegen Massenentlassungen, Kurzarbeit und verschärfte Arbeitshetze!
Deutsche und ausländische Arbeiter - Eine Kampffront!
Siebenstundentag bei vollem Lohnausgleich!
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Streikrecht für Lehrlinge!

Nicht geduldet werden können Losungen, die der sozialistischen Revolution und der Diktatur des Proletariats entgegengestellt werden. Es muß die Freiheit aller beteiligten Organisationen gewährleistet sein, ihre Propaganda für den Marxismus-Leninismus, die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats, gegen den US-Imperialismus, den sowjetischen Sozialimperialismus und des westdeutschen Imperialismus ungehindert entfalten zu können. Beide Organisationen halten es für ihre Pflicht, eine aktive Propaganda in die Einheitsfront hineinzutragen für die sozialistische Revolution in Westdeutschland, in Westberlin und für die Unterstützung des Kampfes zur Wiederherstellung der Diktatur des Proletariats in der DDR. Dr Sieg der sozialistischen Revolution in allen Teilen Deutschlands ist die Voraussetzung für die Schaffung eines vereinten, unabhängigen sozialistischen Deutschland.

5. Die gemeinsamen Aktionen am 1. Mai sollten eigene, von den DGB-Kundgebungen unabhängige Demonstrationen sein. Keine Einheit kann es mit dem modernen Revisionisten und dem Trotzkismus geben. Es ist die Aufgabe, diese Feinde der Arbeiterklasse zu entlarven und einen entschiedenen Kampf zu führen, um alle fortschrittlichen Kräfte von ihnen loszulösen. Demonstrationen sollten auf einige Orte konzentriert werden. Vorläufig einigten sich die beiden Organisationen auf folgende Orte, an denen auf jeden Fall Demonstrationen durchgeführt werden sollen: Dortmund, Mannheim, Hamburg, München, Stuttgart, Hannover, Westberlin, Nürnberg.

6. Beide Seiten stellen fest, daß es trotz dieser Aktionseinheit eine Reihe wichtiger politischer und ideologischer Differenzen zwischen ihnen gibt. Diese Differenzen sollen durch die Aktionseinheit zum 1. Mai nicht verschleiert werden, machen sie aber auch nicht unmöglich. Es soll im Gegenteil durch einen scharfen und sachlichen ideologischen Kampf eine Klärung dieser Fragen nach Kräften angestrebt werden. Beide Seiten garantieren die freie Agitation und Propaganda der anderen Organisationen, solange sie nicht gegen die Aktionseinheit selbst gerichtet ist.

7. Beide Organisationen werden alle Anstrengungen unternehmen, um mit anderen marxistisch-leninistischen revolutionären und fortschrittlichen Organisationen auf der oben dargelegten politischen Grundlage als Mindestplattform eine feste Aktionseinheit zum 1. Mai zu schmieden.

ZK der KPD/ML (Zentralorgan Roter Morgen), ZB der KPD/ML (Zentralorgan Rote Fahne)."

Die KPD/ML-ZK allerdings beruft sich darauf, daß allein die durch sie verkörperte am 31.12.1968 gegründete KPD/ML rechtmäßig gebildet worden sei und alle später entstandenen ML-Gruppen 'Spalterorganisationen' seien.

Andere Artikel beschäftigen sich mit den USA, Spanien (vgl. 9.3.1972) und der Spaniendemonstration in Dortmund (vgl. 25.3.1973), und dem 'Roter Morgen' Verkauf in Hamburg-Harburg. Eine Arbeiterkorrespondenz kommt aus Niedersachsen aus Lüneburg, Leserbriefe schreiben u.a. aus Baden-Württemberg die Mannheimer Genossen.

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 19 und 38; Roter Morgen Nr. 9, Hamburg 24.4.1972

01.05.1972:
Zum 1. Mai gibt die KPD/ML-ZK eine Sondernummer ihres 'Roten Morgens' (vgl. 24.4.1972, 23.5.1972) heraus. Später heißt es in einem Artikel "Die Erfahrungen des 1. Mai 1972" u.a.:"
Die Partei hatte bewußt alle Organisationen mit Ausnahme der modernen Revisionisten von der DKP-SEW und den Trotzkisten, zur Aktionseinheit eingeladen."
Heftigst kritisiert wird diese Sondernummer durch die ML-Gruppen in NRW, u.a. die ML Dortmund (vgl. Juni 1972).
Q: Roter Morgen Mai Sondernummer und Nr. 12, Hamburg 19.6.1972; Marxistisch-leninistische Gruppen in NRW: Vietnamkampagne, Dortmund Juni 1972, S. 3

23.05.1972:
Der 'Rote Morgen' (RM) der KPD/ML-ZK Nr. 10 (vgl. 1.5.1972, 5.6.1972) teilt den Ausschluß von H.J. Kühn mit (vgl. 27.3.1972, Apr. 1972), berichtet über die Aktionen gegen das Mißtrauensvotum (vgl. 25.4.1972), die Haltung der 'FAZ' zur Chemietarifrunde (CTR der CPK - vgl. 18.4.1972), vom 1. Mai, dem Tode Philipp Müllers am 11.5.1952, von der DKP (vgl. Apr. 1972), vom Tode Otto Brenners (IGM - vgl. Apr. 1972) und im Leitartikel von den Ostverträgen (vgl. 17.5.1972).

Beworben wird eine eigene Schallplatte (vgl. Mai 1972).

Aus dem Ausland wird berichtet aus Argentinien (vgl. Apr. 1972), aus Vietnam (vgl. Apr. 1972), über Polizisten in New York in den USA (vgl. Apr. 1972), von der KP Polen (vgl. Apr. 1972), aus der DDR (vgl. Apr. 1972) und der SU (vgl. Apr. 1972).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Mannheim vom 1. Mai und von Daimler-Benz (IGM-Bereich - vgl. 25.4.1972).

Aus Bayern wird berichtet aus München vom 1. Mai, vom Hugo Lanz- bzw. Kommunistenprozeß (vgl. 29.3.1972, 19.4.1972) von den Folgen (vgl. Apr. 1972) der Iranreise von Willy Brandt (vgl. 5.3.1972) und von einer Olympiade-Skulptur (vgl. Apr. 1972) und aus Würzburg von Stürtz (DP-Bereich - vgl. 25.10.1971, Apr. 1972).

Aus Berlin wird berichtet von AEG Telefunken (IGM-Bereich - vgl. 23.4.1972).

Aus Hessen wird berichtet aus dem ÖTV-Bereich von den Straßenbahnen (vgl. 25.4.1972) in Darmstadt und Frankfurt. Leserbriefe kommen u.a. aus Hessen aus Lich mit einem Bericht aus Frankreich (vgl. 1.4.1972) und von den Marburger Genossen (vgl. Apr. 1972).

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Wolfsburg über Bauernagitation (vgl. Apr. 1972).

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund vom 1. Mai, aus dem IGM-Bereich von Hoesch (vgl. 25.4.1972) und von der Straßenbahen (ÖTV-Bereich).

Zur Frauenfrage heißt es neben zwei Frauen von bewaffnet kämpfenden Frauen aus Indochina auf Seite 5:"
'Die arbeitenden Klassen müssen sich das Recht auf ihre Emanzipation auf dem Schlachtfeld erkämpfen.' (Marx). Dies gilt auch und besonders für die Frauen der werktätigen Klassen. Denn die herrschende Klasse ist sehr bemüht, besonders die werktätigen Frauen auf den 'friedlichen Weg' von Wahlen und Bittschriften zurückzuzerren. Aber die Brutalität und Ausbeutung der herrschenden Klasse macht auch nicht vor Frauen halt, und durch Gehorsam und Untertänigkeit läßt sie sich nicht erweichen.

Schütteln wir ab das Los, das die Herrschenden uns auferlegen wollen, befreien wir uns von Furcht und Zurückhaltung in unseren eigenen Reihen. Wir können und wir werden den Klassenfeind besiegen, wenn wir unsere eigene Kraft und Stärke erkennen."

Enthalten ist auch der folgende Spendenaufruf von Verlag und Redaktion:"
SPENDENAUFRUF

Der Rote Morgen, danken euch recht herzlich für die Treue, die ihr in den Auseinandersetzungen mit den Feinden unserer Partei und ihrem Zentralorgan, dem ROTEN MORGEN, entgegengebracht habt. Durch die finanzielle Unterstützung aller Leser konnte der ROTE MORGEN trotz aller Versuche der Liquidatoren, das Erscheinen des Zentralorgans zu verhindern, regelmäßig erscheinen.

Obwohl in den letzten Wochen zahlreiche Spenden eingegangen sind, sind die finanziellen Schwierigkeiten noch sehr groß. Damit der ROTE MORGEN noch besser zum Sprachrohr der Massen und der Ziele der Partei wird, muß neben der ideologischen Festigung der Partei auch der notwendige organisatorische und technische Apparat weiter ausgebaut werden.

Wir rufen euch hiermit auf - dich, treuer ROTER-MORGEN-Leser und euch, Genossen und Genossinnen der Massenorganisationen und der Partei - stärkt euer Zentralorgan, stärkt den weiteren Aufbau der Partei! Diskutiert, wie ihr am bsten das Zentralorgan der KPD/ML stärken könnt! Jede noch so kleine Spende ist willkommen; jeder Groschen stärkt die Partei.

Wir entbieten euch unsren proletarischen Gruß
Vorwärts im weiteren Aufbau der KPD/ML!"
Q: Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 23.5.1972

05.06.1972:
Die Nr. 11 des 'Roten Morgens' (vgl. 23.5.1972, 19.6.1972) enthält den Hauptteil der Maiberichte, Arbeiterkorrespondenzen kommen von Gruner und Jahr (G+J - DP-Bereich) München, Siemens Nürnberg (IGM-Bereich) sowie aus Kulmbach von Dressin (CPK-Bereich) und der Strumpffabrik (GTB-Bereich).

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 57; Roter Morgen Nr. 11, Hamburg 5.6.1972

19.06.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 12 (vgl. 5.6.1972, 3.7.1972) beschäftigt sich u.a. mit der Auswertung des 1. Mai. Bei KWU Berlin hat ein Betriebskomitee zum Zellenaufbau die Betriebszeitung 'Roter Kraftstrom' herausgegeben, welche sich u.a. mit den Betriebsgruppen von KPD, KPD/ML-ZB und SPD befaßt. Bei Siemens in Berlin-Gartenfeld erscheint weiterhin der 'Rote Lautsprecher'. Ebenfalls aus Berlin berichtet die Rote Betriebsgruppe Schering über ihre Albanienveranstaltung, zu der sie mit einem Flugblatt vor dem Betrieb einlud.
Ein Leserbrief kommt von der RG Selb.
Q: Roter Morgen Nr. 12, Hamburg 1972

03.07.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 13 (vgl. 19.6.1972, 17.7.1972) enthält als wohl wichtigste Nachricht die Meldung, daß die Mehrheit des Thälmann Kampfbundes/ML (TKB/ML) Kiel sich wieder der KPD/ML-ZK angeschlossen habe (vgl. 28.8.1972). Weiter wird berichtet über die eigene Betriebszeitung 'Roter Funke' für das Berliner AEG Werk Sickingenstraße (IGM-Bereich), über die Ruhrzechen (IGBE-Bereich) Carl Funke und Pörtingsiepen in Essen, Ewald 1/2/3 in Herten und die Tätigkeit der KPD/ML-ZB auf der Dortmunder Zeche Hardenberg. Aus Nordenham wird über die Auswirkungen der Preußaghütte auf die Bauern berichtet.

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 15 und 46; Roter Morgen Nr. 13, Hamburg 3.7.1972

17.07.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 14 (vgl. 3.7.1972, 31.7.1972) berichtet u.a. über die Dortmunder Zechen Germania und Minister Stein (IGBE-Bereich), die Manöverschäden bei den Bauern in Gunzenhausen, Audi Ingolstadt (IGM-Bereich), die RG Nürnberg und die Berliner Veranstaltung mit Ernst Aust (vgl. 1.7.1972).
Spenden kommen u.a. von der RG Waldeck sowie von Genossen aus Tailfingen.

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).

Aus Baden-Württemberg wird in "SS marschiert" aus Stuttgart berichtet von Ian Mc Leod (vgl. 25.6.1972).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 25 und 51; Roter Morgen Nr. 14, Hamburg 17.7.1972

31.07.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 15 (vgl. 17.7.1972, Aug. 1972) berichtet über drei neue Betriebszeitungen der KPD/ML-ZK, 'Das rote Lenkrad' bei VW Wolfsburg, den 'Rot-Guss' bei Bänninger Gießen (vgl. Juli 1972) und den 'Frischen Wind' auf den Hamburger Werften, verschiedene Demonstrationen und Veranstaltungen in Bochum (vgl. 24.7.1972), Berlin (vgl. 8.7.1972), München (vgl. 4.7.1972), Hamburg (17.7.1972) und in Kiel (vgl. 3.6.1972, 27.6.1972).
Die Ortsgruppe Würzburg setzt sich mit dem verhinderten Manöver des Hammelburger Jägerbataillons in Würzburg sowie der Rolle von KAB/ML und RJ/ML im Protest dagegen auseinander.

In einer Beilage zum 2. ordentlichen Parteitag wird u.a. behauptet, daß die KPD/ML-ZK im Sommer 1971 bereits 20 bis 30 Betriebszeitungen herausgegeben habe.

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 6; Roter Morgen Nr. 15, Hamburg 31.7.1972

August 1972:
Vermutlich im August erscheint eine Sondernummer des 'Roten Morgen' (RM - vgl. 31.7.1972, Aug. 1972) der KPD/ML-ZK, "Es lebe der Kommunismus". Verbreitet wird diese Sondernummer u.a. in:
- NRW in Dortmund vor der Zeche Hansa (IGBE-Bereich - vgl. Aug. 1972).

Mit dieser Ausgabe befassen sich u.a. in:
- NRW in Bochum die Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973) und in Dortmund die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. Sept. 1972).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 5ff; N.N. (ML Dortmund): Diskussionsvorschlag, o.O. 1972, S. 2;Schlag zu! Nr. 1, Dortmund Aug. 1972, S. 10

August 1972:
Vermutlich im August erscheint eine Sondernummer des 'Roten Morgen' (RM - vgl. Aug. 1972, 14.8.1972) der KPD/ML-ZK zur Olympiade bzw. zum Roten Antikriegstag am 2.9.1972 in München und Kiel.

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 54

14.08.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 16 (vgl. Aug. 1972, 28.8.1972) berichtet u.a. aus NRW über das zweijährige Bestehen der 'Zündkerze' bei Opel Bochum (IGM-Bereich - vgl. 13.4.1972) und aus Bayern über das erstmalige Erscheinen der 'Soldatenfaust' - Zeitung der Reichenhaller Soldaten. An einer Vietnamdemonstration in Schweinfurt beteiligten sich 200 GI's. Gegen Franco und AEG demonstrierten 300 Arbeiter und Studenten.
Gespendet haben u.a. die Roten Garden Nürnberg und Würzburg. Aus München wird aus dem IGM-Bereich über den Zwangsurlaub bei Hurth, Südbremse, Zündapp, Krauss-Maffei, BMW und Siemens berichtet.

Aus Hamburg wird berichtet über ein im Hafen verteiltes Flugblatt zur Solidarität mit dem britischen Dockerstreik.

In Marburg in Hessen verteilten sowohl RG als auch SDAJ Flugblätter anläßlich des Tags der offenen Tür in der Tannenbergkaserne.

Zwei aus Tailfingen in Baden-Württemberg schrieben eine Arbeiterkorrespondenz über die Strickmaschinenfabrik Albert und Bitzer (GTB-Bereich). Es erscheint auch ein Bericht aus Wiesloch (vgl. 28.6.1972

Im Artikel "Klassenschlachten in USA" heißt es:"
Der USA-Imperialismus geht rapide seinem Untergang entgegen. Da helfen nicht die Taschenspielertricks a la Kennedy des Präsidentschaftskandidaten Mc Govern. Da helfen nicht die konterrevolutionären Machenschaften der Trotzkisten und der Revisionisten der KP der USA."

Über Großbritannien heißt es:"
ENGLISCHE ARBEITERKLASSE GEGEN ARBEITSVERPFLICHTUNG RATIONALISIERUNGSTERROR!

Docker vor dem Londoner Pentonville-Gefängnis: 'Solange die Männer da drinnen nicht frei sind und das Antistreikgesetz nicht vom Tisch ist, rühren wir keinen Finger mehr'. Überall im Land das gleiche Bild: Kampfbereitschaft. In den englischen Häfen ruht der Betrieb. Über 40 000 Hafenarbeiter streiken. Die Kohlenkumpels, die Automobilarbeiter, die Bauarbeiter und Metaller erklären durch Kurz- und Warnstreiks ihre Bereitschaft, notfalls in den Generalstreik zu treten, wenn nicht die Forderungen der Hafenarbeiter durchkommen. Die 5 Schauerleute, die aufgrund des neuen 'Antistreikgesetzes' wegen 'illegaler Streikaktionen' hinter Gitter wanderten, mußten nach kurzer Zeit wieder freigelassen werden. Vor einem Generalstreik haben die Industriebosse panische Angst. damit die Streikfront der Hafenarbeiter sich nicht zu einem Flächenbrand ausweitet, rief die Regierung am 3.8. 'vorsorglich' den nationalen Notstand aus. Mit diesem Notstand plant sie den Ernstfall. Diese Maßnahmen verstärken aber nur den Haß der britischen Arbeiter, sehen sie doch, daß die Regierung vor dem Einsatz des Militärs nicht zurückschrecken wird, um das Profitbarometer nicht sinken zu lassen. Die Arbeiter werden sich durch kein Manöver von Seiten der Regierung und der Gewerkschaftsführung von ihrem Kampf abhalten lassen."

Dieser Artikel wird u.a. in NRW bei der Zeche Hansa Dortmund (IGBE-Bereich - vgl. Aug. 1972) verbreitet.

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).
Q: ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 6; Roter Morgen Nr. 16, Hamburg 14.8.1972;Schlag zu! Nr. 1, Dortmund Aug. 1972, S. 8

28.08.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 17 (vgl. 14.8.1972, 11.9.1972) berichtet u.a. aus Gießen vom Erfolg einer Unabhängigen Betriebsratswahlliste bei Bänninger, wo im Juli erstmals der 'Rot-Guß' der KPD/ML-ZK erschienen war. Die Liste habe 170 von 683 Stimmen bekommen.

Die streikenden Kieler Lehrlinge (vgl. 27.6.1972) haben sich nun auf 2 000 vermehrt.

Im Hamburger Hafen konnten an einem Tag 60 Exemplare des 'Roten Morgen' verkauft werden, die RG Würzburg betreibt auch Stadtteil- und Schülerarbeit in Grombühl und Zellerau.

Eine Beilage enthält eine Selbstkritik von Thälmannkampfbund/ML (TKB/ML) Kiel und Rote Garde Kiel/ML (RGK/ML), nachdem bereits am 3.7.1972 der Wiederanschluß der Mehrheit des TKB/ML gemeldet werden konnte. Der TKB/ML habe versucht die Wasserkanteleitung des KSB/ML zu beeinflussen und sei deswegen ausgeschlossen worden. Er habe Sympathisantengruppen in vielen Städten gehabt, diese werden aber nicht genauer genannt. Die RGK/ML habe sich von der KPD/ML gelöst, weil sie die Zirkel fortschrittlich fand. Diese wollte sie auf nationalen Kongressen vereinigen.

Kritisiert wird diese Ausgabe u.a. von den Marxisten-Leninisten (ML) Bochum (vgl. März 1973).

Eingegangen wird auf diese Ausgabe auch in:
- Hessen durch C. Cordel vom Frankfurter Kampfbund/Marxisten-Leninisten (FKB/ML - vgl. Okt. 1972).
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 1, Dortmund Dez. 1972, S. 54; ML Bochum: Schlag zu und schon geht es los. Die KPD/ML und der Klassenkampf in der BRD, Bochum o.J. (1973), S. 29 und 60;Roter Morgen Nr. 17, Hamburg 28.8.1972

11.09.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 18 (vgl. 28.8.1972, 25.9.1972) berichtet über einige Streiks, u.a. aus NRW von Krupp Bochum (vgl. 24.7.1972) und aus Hessen von Bänninger Gießen über den 'Rot-Guß' und die GOG.

Antimilitaristisches kommt aus Baden-Württemberg aus Stetten und Göppingen und aus Bayern aus Grafenwühr, wo die Jugendaktionsgruppe The Pink eine deutsch-vietnamesische Freundschaftswoche gegen die US-Manöver auf dem Übungsplatz durchführte.

Eingehend wird auch der Rote Antikriegstag (RAKT) (vgl. 2.9.1972) in München und Kiel gewürdigt.

In Kiel in Schleswig-Holstein gibt die KPD/ML-ZK derzeit eine Stadtteilzeitung und 3 Betriebszeitungen heraus, genannt wird davon aber nur der 'Rote Brenner' für HDW.

Auch in NRW bei Hoesch Dortmund und Opel Bochum sind erstmals seit der letzten Liquidatorenwelle wieder Zeitungen herausgekommen, wobei in Dortmund der neue Titel 'Stählerne Faust' gewählt wurde, da die alte 'Rotfront' in der Hand der späteren ML Dortmund blieb.

Auch in Hamburg ist der Aktionsausschuß Hamburger Marxisten-Leninisten, der ebenfalls liquidatorisch gewesen sei, wieder eingetreten.

Aus Berlin wird eine Zeitung namens 'Siemens-Rote Garde' der RG erwähnt. Spenden kommen u.a. aus Hessen von den Roten Garden (RG) Kassel, Waldeck und Marburg, aus Baden-Württemberg von der Ortsgruppe Mannheim und aus Bayern vom SAK/ML Coburg.

Eingegangen wird auf diese Ausgabe auch in:
- Hessen durch C. Cordel vom Frankfurter Kampfbund/Marxisten-Leninisten (FKB/ML - vgl. Okt. 1972).
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 1, Dortmund Dez. 1972, S. 56f; Roter Morgen Nr. 18, Hamburg 11.9.1972

25.09.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 19 (vgl. 11.9.1972, 9.10.1972) erscheint unter der Schlagzeile "Bourgeoisie fordert KPD/ML-Verbot" und berichtet auch von der Demonstration in München (vgl. 2.9.1972) und den Fahrpreisaktionen in Würzburg am selben Tag. Ein Artikel schildert "Die Fratze der Notstands- und Kriegsolympiade". Zum Roten Antikriegstag RAKT) wird auch aufgefordert:"Kämpft die Genossen frei! und im Artikel "Freiheit für die Münchner Gefangenen!" wird die Bildung eines Initiativkomitees zur Bildung eines Solidaritätskomitees für die acht Gefangenen bekanntgegeben.

Aufgerufen wird zum "Sternmarsch nach Dortmund gegen das reaktionäre Ausländergesetz!" am 8.10.1972.

Es wird berichtet u.a. von Klöckner Haspe und der Verteilung des ersten Flugblattes der KPD/ML-ZK bei Klöckner Bremen.
Aus Brasilien wird die PC do Brasil und ihr Zentralorgan 'A classe operaria' vorgestellt. Aus Kiel wird bekanntgegeben, daß dort seit kurzem die Rote Garde vertreten sei, die echte natürlich und nicht die RG Kiel/ML. Die Rote Zelle Wiesloch habe die Aufnahme in RG beantragt.
Einen Leserbrief schreiben Marburger Genossen.
Q: Roter Morgen Nr. 19, Hamburg 25.9.1972

09.10.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 20 ihres 'Roten Morgen' (vgl. 25.9.1972, 23.10.1972) heraus, in dem u.a. zur gestrigen Demonstration in Dortmund aufgerufen und berichtet wird von Enka Wuppertal, dem Bochumer Verein von Krupp sowie den Betriebsratswahlen (BRW) bei Opel Bochum und der daran teilnehmenden GOG sowie der Festnahme von José Cumplido berichtet wird.

Im Faksimile abgedruckt werden eine Reihe Titelblätter von eigenen Betriebszeitungen. Hierbei handelt es sich aus Würzburg um den 'Roten Lautsprecher' bei Siemens und 'Die Walze' bei Stürtz (vgl. Apr. 1972), aus Kiel um den 'Roten Schraubenschlüssel' bei Hell, aus Dortmund um die 'Schlag zu' auf der Zeche Hansa (vgl. Aug. 1972), aus Hamburg um den 'Roten Handhaken' im Hafen und den 'Frischen Wind' für die Werften (vgl. Aug. 1972), aus Berlin um 'Das rote Rührwerk' bei Schering (vgl. Apr. 1972), den 'Roten Funken' bei AEG Telefunken (vgl. 26.4.1972), die 'Rote Welle' bei SEL (vgl. Aug. 1972) und den 'Borsighammer' bei Borsig (vgl. Mai 1972), aus München um das 'Rote Getriebe' bei Hurth (vgl. Sept. 1972), aus Bochum um die 'Zündkerze' bei Opel (vgl. Sept. 1972), aus Gießen um den 'Rot-Guss' bei Bänninger sowie um den 'Roten Scheinwerfer' bei Schaffstaedt (vgl. Aug. 1972). Vermutlich in Braunschweig und Wolfsburg erscheint 'Das rote Lenkrad' bei VW (vgl. Juli 1972).

Neben Artikeln über Japan und Spanien befaßt man sich ausführlich mit Sachs Schweinfurt, berichtet von der US Luftwaffenschau in Berlin (vgl. 18.9.1972) und von der Verteilung eines Flugblattes der Roten Garde Burghausen zur Betriebsversammlung beim Chemiebetrieb Wacker.
Q: Roter Morgen Nr. 20, Hamburg 9.10.1972

23.10.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 21 des 'Roten Morgen' (vgl. 9.10.1972, 6.11.1972) heraus, in dem sie von der Ausländergesetzdemonstration in Dortmund (vgl. 8.10.1972), dem GUPS/GUPA-Verbot und der Anklage gegen Ernst Aust wegen einem Flugblatt in Plön (vgl. 2.10.1972) berichtet. Das Initiativkomitee zur Bildung eines Solidaritätskomitees befasst sich nun nicht mehr nur mit den Gefangenen des RAKT, sondern auch mit dem Ausländergesetz und den Prozessen gegen Ernst Aust.

Gestreikt wurde bei Hoesch Dortmund (vgl. 2.9.1972) und AEG Kanis Essen (vgl. 10.10.1972). Die KPD/ML-ZB Witten berichtet von der Baufirma Hoffmann und Köhl über die Festnahme eines Jordaniers, eingegangen wird sowohl auf Opel Rüsselsheim als auch in "Mordanschlag auf streikenden OPEL-Arbeiter" auf den Anschlag auf Juan Luque sowie die Entlassung von Andres Lara Opel Bochum, wo die spanische Opposicion Sindical Obrera (OSO) tätig ist. In Berlin gibt die eigene Rote Stadtteilgruppe Märkisches Viertel den 'Roten Reinickendorfer' heraus, während in Neukölln die 'Rote Front' (vgl. Sept. 1972) erscheint und der KSB/ML eine Hochschulgruppe an der TU hat. In Rendsburg verteilte man Flugblätter auf der NORLA 1972. Aus Bayern wird berichtet von Bauern in Merkendorf und über die Gründung der Roten Garde Coburg, die ein Flugblatt bei Käser und Waldrich verteilte sowie 15 'Rote Morgen' bei Käser verkaufte. Spenden kommen u.a. von der Ortsgruppe Kassel, dem Stützpunkt Erding, aus Karlsruhe, Bönen, Mannheim, Marburg, Dorfen, Hanomag Kassel sowie von Genossen in Wilhelmshaven und bei Siemens Berlin.
Q: Roter Morgen Nr. 21, Hamburg 23.10.1972

06.11.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt den 'Roten Morgen' Nr. 22 (vgl. 23.10.1972, 20.11.1972) heraus. Der Artikel "Verbotsantrag in der Tasche" berichtet über die Ausländergesetzdemonstration vom 8.10.1972.
Aus NRW wird berichtet im Artikel "Der Kampf bei Opel Bochum geht weiter!" über die Entlassung von Andres Lara und aus Dortmund von den Faschisten am Haus Voss (vgl. 28.10.1972).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von Wahlveranstaltungen der DKP in Rendsburg und der SDAJ in Kiel. Die Rote Garde Kiel verteilte Flugblätter an Kasernen in Kiel, Plön und Eutin. Eingegangen wird auch auf die Bundeswehr in Erding, Arbeiterkorrespondenzen aus Bayern kommen von der Roten Garde Selb sowie vom Metallbetrieb (60 Beschäftigte) Kögelmeier in Beilugwies (? vermutlich Beilngries, d.Vf.) im Altmühltal.
Spenden kommen u.a. von der Ortsgruppe Gießen, den Roten Garden Coburg und Wiesloch, dem Stadtteilkomitee Kiel-Friedrichsort, von der Roten Stadtteilgruppe Berlin-Kreuzberg, sowie aus Freiburg, Kiel, Hamburg, Essen, Dortmund-Dorstfeld, Brackwede, Bielefeld und Korbach.
Q: Roter Morgen Nr. 22, Hamburg 6.11.1972

20.11.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt den 'Roten Morgen' Nr. 23 (vgl. 6.11.1972, 4.12.1972) heraus, in dem u.a. über die zweite Konferenz der Gewerkschaftsopposition (GO) berichtet wird, an dem sich u.a. die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) von Conti Hannover, Opel Rüsselsheim, Bänninger Gießen und Siemens Berlin beteiligen. Bekanntgegeben wird der Anschluß der Roten Garde Kiel/ML (RGK/ML) an die KPD/ML-ZK. Streikberichte kommen von KHD (vgl. 2.11.1972), dem Hafen Bremen ("6.000 Bremer Hafenarbeiter führten einen Proteststreik gegen das 5, 6 %-Angebot der Hafenbosse durch. 600 Hafenarbeiter demonstrierten zum Verwaltungsgebäude. Sie konnten eine Tarifverbesserung von 77 Pfennig pro Stunde durchsetzen.") und von der MF Hesser Stuttgart, wo 100 füreine Stunde streikten. Von der Roten Garde Waldeck kommt eine Arbeiterkorrespondenz über die Lehrlinge im Staatlichen Hotelbetrieb Bad Wildungen, man berichtet über Japan, Dortmund-Alt Schüren, die JVA Neumünster, eine DKP-Veranstaltung in Roth (vgl. 1.11.1972), aus Duisburg-Ruhrort (vgl. 14.11.1972) und die Rote Garde München befaßt sich mit den Lehrlingen im Berlepschheim.

Neben einem Leserbrief aus Bielefeld schreiben auch Genossen aus Bochum:"
Liebe Genossen;
Im RM Nr. 21 schreibt ihr auf Seite 6 von den Trotzkisten, die früher wie heute mit der Polizei zusammenarbeiten. Dafür möchten wir euch ein Beispiel nennen, damit keiner denkt, diese Behauptung sei ausgedacht. Wir gingen mit 4 Genossen auf der Bochumer Einkaufsstraße, der Kortumsstraße, wo die Trotzkisten um die Zeitung 'Der Funke' (Bund Sozialistischer Arbeiter - BSA und Sozialistischer Jugendbund - SJB, d.Vf.) einen Stand unter der Parole 'Arbeiterstimmen für die SPD' aufgebaut hatten. Wir fingen an, mit den Verteilern zu diskutieren und ihre schamlose Demagogie vom angeblich 'kleineren Übel SPD' zu entlarven. Immer mehr Passanten blieben stehen. Mitten in der heftigen Diskussion zückte eine Trotzkistin im Hintergrund einen Fotoapparat (!) und versuchte uns zu fotografieren. Nur durch Zufall sahen wir das rechtzeitig - wer achtet schon bei einer Diskussion darauf! Was die Bilder sollten, ist ja klar. Die Fotografin war übrigens dieselbe Trotzkisten, die schon früher eine Vietnamsammlung zu behindern versucht hatte, indem sie den Genossen Ho Chi Minh als Konterrevolutionär beschimpfte, weil er nicht erst den Kapitalismus aufbaute (wie es die Trotzkisten verlangen) und weil er die Bauern an der Revolution beteiligte (was sie ablehnen)."

Spenden für das Solidaritätskomitee für die spanischen Kollegen bei Opel Bochum gingen u.a. ein von dem Komitee selbst und der GOG Opel sowie von Spaniern aus Essen, bei Barmag Remscheid und von der OSO Wuppertal, von Sympathisanten in Dortmund, Genossen aus Wilhelmshaven und Schwei, von den KSB/MLs Berlin und Bochum sowie aus München, Börwang, Bochum und Bielefeld.

Unterstützt wird eine Kritik der Ortsgruppe Kiel der KPD/ML-ZB, in der der KPD/ML-ZB u.a. eine "Verfälschung des Weges der proletarischen Revolution in unserem Land" vorgeworfen wird.

Berichtet wird von einem Treffen zum Ausländergesetz, auf dem die KPD/ML eine "Plattform für Komitee gegen politische Verfolgung" vorlegte.

In Italien streikten u.a. 40.000 Hafenarbeiter.
Q: Roter Morgen Nr. 23, Hamburg 20.11.1972

04.12.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt den 'Roten Morgen' (RM) Nr. 24 (vgl. 20.11.1972, 18.12.1972) heraus, mit Berichten über KHD Ulm, Mainz, Bochum und Oberursel, Zeilerkamine Augsburg, Hoesch Dortmund (vgl. Aug. 1972), vom Stahlwerk Mannheim, dem Landeskrankenhaus Schleswig, einer Antinaziaktion in Kiel sowie Bauern in Blomdorf Oberpfalz und in Ellwangen, Dalkingen und Schwabberg. Die Betriebszelle Druck München befaßt sich mit Bruckmann und MAN-Druck. In NRW führte die KPD/ML-ZK Ende November 3 Veranstaltungen mit Ernst Aust zum Thema "Bundestagswahl - was hat sie gebracht?" durch. Diese fanden in Wattenscheid-Eppendorf (vgl. 25.11.1972), Duisburg-Beek und Bielefeld statt, wobei in Bielefeld 400 Besucher kamen. Eine Arbeiterkorrespondenz berichtet vom Bau einer neuen Sporthalle für die TU Braunschweig durch die Baufirma Grünzweig und Hartmann.

Spenden kamen u.a. von den Sozialistischen Stadtteilgruppen Berlin-Kreuzberg und Würzburg-Zellerau, den Ortsgruppen Hamburg und Augsburg, von König und Bauer Würzburg, AEG Berlin, aus Dortmund, Essen, Berlin-Charlottenburg, Bochum, Kiel, Werdohl und von Genossen aus Duisburg-Hamborn.

Die ehemalige Rote Zelle Wiesloch ist nun in die Rote Garde eingetreten. Die Gruppe Ernst Thälmann/ML Marburg, die sich letztes Jahr vom KSB/ML abspaltete hat sich aufgelöst und wieder der KPD/ML-ZK unterstellt.

Es wird auch eine Entschließung zur Metalltarifrunde der Firma Seppelfricke in Gelsenkirchen veröffentlicht:"
Wie in vielen anderen Betrieben drückt sich auch in der Firma Seppelfricke im Ruhrgebiet die Entschlossenheit und Kampfbereitschaft der Kollegen in folgenden Forderungen aus:
'Resolution:
Die anwesenden Jugendlichen auf der Jugendversammlung der Firma Seppelfricke vom 7.11.1972 stellen für die kommende Metalltarifrunde folgende Forderungen auf:
1. Ersatzlose Streichung der Lohngruppen I und II
2. Abschaffung der Altersklassenabschläge
3. Abschaffung der unterschiedlichen Urlaubsregelung.
Für die Auszubildenden fordern wir außerdem 100 DM mehr für jedes Lehrjahr.
Vorweganhebung aller Ausbildungsvergütungen auf die Höhe des dritten Lehrjahres.
Streikrecht für alle Auszubildenden.

Wir sind uns klar darüber, dass diese Forderung der Jugendlichen nur in Solidarität mit den älteren Kollegen durchgesetzt werden können. Wir werden uns aktiv für ein gemeinsames Handeln einsetzen.'"

In einer Beilage "Kämpft für die Einheit in der KPD/ML" äußert sich die ehemalige Rote Garde Kiel/ML (RGK/ML) zu ihrer Geschichte und ihrem Anschluß an die KPD/ML-ZK.
Die u.a. aus Jungarbeitern, Lehrlingen und revolutionären Studenten bestehende RGK/ML arbeite bereits seit mehreren Jahren in wichtigen Kieler Großbetrieben und den Gewerkschaften. Anfang 1971 habe sie sich dem SALZ Hamburg angenähert, Anfang 1972 dem KB Bremen. Sie habe den Kieler Lehrlingsstreik (vgl. ****.1972) aktiv unterstützt und Demonstrationen zum 1. Mai, zu Vietnam und zur Erschiessung Thomas Weisbeckers (vgl. 8.3.1972) durchgeführt. Gekämpft habe sie gegen die 'linken' Liquidatoren des Thälmann Kampfbundes/ML (vorher Marxistisch-leninistische Hochschulorganisation - MLHO Kiel). Anfang 1971 sei die MLHO bei dem Versuch die RGK/ML unter Kontrolle zu bringen gescheitert. Bereits im letzten Jahr habe man die Korrektheit der Linie der KPD/ML-ZK herausgestellt und diese im Dez. 1971 gegen die Liquidatoren verteidigt, habe allerdings im Herbst 1971 die KPD/ML-ZK noch nicht als die einzige Partei der Arbeiterklasse erkannt sondern für den fortschrittlichsten Zirkel gehalten. Danach allerdings sei man durch die Gruppe Parteiaufbau in die Irre geführt worden, was nun vorbei ist.
Eine Betriebszeitung der KPD/ML-ZK erscheint nun u.a. bei Elac Kiel. Durch den Anschluß der RGK/ML dürfte sich das organisatorische Schwergewicht der KPD/ML-ZK nach Kiel verlagert haben. Von dort stammen auch eine Reihe derjenigen Reisekader, die in der folgenden Zeit neue Ortsgruppen aufbauen.
Q: Roter Morgen Nr. 24, Berlin 4.12.1972

18.12.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 25 (vgl. 4.12.1972, 31.12.1972) heraus, der u.a. aus Kiel von den Streiks bei HDW (vgl. 2.11.1972), der Wahlveranstaltung (vgl. 18.11.1972) und einer neuen Stadtteilzeitung (vgl. Nov. 1972) berichtet.
Man befaßt sich mit verschiedenen Dortmunder Zechen und berichtet, daß in der Dortmunder Innenstadt bei einem 'Roter Morgen' Verkauf zu Vietnam 100 Exemplare abgesetzt werden konnten.
In Gießen und Umgebung ist man mit den Roten Betriebsgruppen Bänninger, Schaffstaedt und Buderus aktiv und berichtet in "Wer treibt quer?" von einem IGM-Flugblatt gegen die KPD/ML.
Eingegangen wird aber auch auf Daimler Stuttgart und die Hochschulkämpfe in Heidelberg, Frankfurt, Kiel, der Lehrerstudenten an der FU und an der Uni Regensburg.
Mit Hilfe der 'UZ' der DKP wird von Stahlbau Lavis in Offenbach berichtet. Spenden kamen u.a. aus der JVA Berlin-Tegel, von den KSB/MLs Dortmund und Berlin, der Hochschulgruppe TU Berlin, der Lehrlingsgruppe Berlin, von der Ortsgruppe Kassel, einem Kollegen von Rheinstahl Kassel, aus dem Hamburger Hafen, aus München, Eckernförde, Herten, Essen, Immenthal und Frankfurt sowie von Genossen aus Kempten.
Q: Roter Morgen Nr. 25, Hamburg 18.12.1972

31.12.1972:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 26 (vgl. 18.12.1972, 14.1.1973) heraus, der über eine Reihe von Streiks bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 14.12.1972), ENKA Wuppertal, Krupp Bochum, der Halle 17 von VW Wolfsburg, SSW Hagen und KHD (vgl. 2.11.1972) berichtet.
KPD/ML-ZB und KJVD werden auf S. 10 zur Einheit aller Marxisten-Leninisten in der KPD/ML aufgerufen und dazu, die "rechtmäßige KPD/ML und die Rote Garde zu stärken".

Aus Bochum-Gerthe wird berichtet:"Bochumer Giftskandal. Kapitalismus auf der Anklagebank", wobei auch die Giftmülldeponie Dortmund-Marten erwähnt wird.

Man befaßt sich mit den Zechen Prosper 3/4 Bottrop, Minister Stein Dortmund und Hansa Dortmund, wo man selbst die 'Schlag zu' herausgibt. Zu Wort kommt auch die Betriebsgruppe BMW München (vgl. 5.12.1972). In Gießen wurden auf einer Demonstration gegen die Manöver 70 'Rote Morgen' verkauft. Weitere Demonstrationen gab es in Lollar (vgl. 14.12.1972) und Berlin (vgl. 14.11.1972, 13.12.1972, 20.12.1972). Leserbriefe berichten von Opel Rüsselsheim und dem Komitee Hessen der PCE/ML. Eingegangen wird auch auf das Zentralkrankenhaus Gauting, auf die GOG Siemens Wernerwerk Berlin und die PH Dortmund.

Spenden kamen u.a. von der Roten Stadtteilgruppe Berlin-Kreuzberg, aus Kempten, Würzburg, Essen, Marburg, Eckernförde, Düsseldorf, Dortmund, Wattenscheid, Mannheim, Hannover und Frankfurt, von der Ortsgruppe Braunschweig, von Genossen aus Bremen, Hamburg und Augsburg, der Roten Garde Waldeck, einer Albanienveranstaltung in Berlin, einer Veranstaltung "Kapitalismus oder Kommunismus" in München und einer Veranstaltung in Mannheim.
Q: Roter Morgen Nr. 26, Hamburg 31.12.1972

14.01.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 1 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 31.12.1972, 20.1.1972) heraus, der eine ganze Reihe von Berichten über Demonstrationen in Kassel (vgl. 15.11.1972), Stuttgart (vgl. 9.12.1972), Kiel (vgl. 23.12.1972) und Veranstaltungen in Hamburg (vgl. 31.12.1972), Mannheim (vgl. 16.12.1972) und Tübingen (vgl. 16.12.1972) enthält.
Über Streiks wird berichtet von Hoesch Dortmund (vgl. 5.1.1973) und aus Duisburg von Mannesmann und Rheinstahl Meiderich. Beim Bochumer Verein von Krupp gab man einen 'Hammerschlag' heraus, Arbeiterkorrespondenzen kommen von einer Straßenbaufirma in Korbach und Schering Berlin. Berichtet wird u.a. über die Gründung der Freundschaftsgesellschaft des deutschen und spanischen Volkes (FGDSV) und daß die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Aktionseinheit mit der KPD/ML-ZK ablehne, weil diese auf der Dortmunder Ausländergesetzdemonstration am 8.10.1972 die Trotzkisten prügelte. Das ist nicht schön von der KG (NRF), geschweige denn marxistisch-leninistisch, und auch der mit ihr befreundete KB Bremen (KBB) bekommt in einem Leserbrief sein Fett weg. Er sei nämlich in der Metalltarifrunde (MTR) anfangs für 150 DM eingetreten, ebenso wie die Jugendversammlung bei Klöckner und der Vertrauensleutekörper auf dem Bremer Vulkan. Nach der Beschlußfassung der Tarifkommission habe der KBB dann nur noch die volle Durchsetzung der verräterischen 11% gefordert.

Mehrere Anhänger der KPD/ML-ZB üben Selbstkritik dahingehend, daß sie keine Kritik an der KPD/ML-ZK geleistet hätten, sondern als erste Tat der KPD/ML-ZB gleich ein Kommunique zur Gründung des KJ-Inform erschienen sei.

Manöver fanden zwischen Nürnberg und Würzburg statt, bei der 1.Gebirgsdivision (vermutlich im Kreis Garmisch-Partenkirchen) gab man eine 'Soldatenfaust' heraus, ebenso heißt in Hessen eine Zeitung des gleichnamigen antimilitaristischen Komitees in Wetzlar, die diesmal auch in Gießen verteilt wurde.

In Rüsselsheim habe man von Anfang an in der Initiativgruppe Internationales Jugendzentrum mitgearbeitet und sei für Hausbesetzungen eingetreten. Der Revolutionäre Kampf (RK) habe, im Gegensatz zur KPD/ML-ZK, Steinwürfe abgelehnt.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen u.a. ein von der Communist Party of Britain/ML (CPB/ML), den KSB/ML's Bochum und Marburg, dem Singekreis Duisburg-Nord, dem Unterstützungskollektiv Hafen Hamburg, den Ortsgruppen Hamburg und München, von Veranstaltungen in Mannheim, München und Gießen, von Borsig Berlin, der Uni Bielefeld, aus Nettetal, Werdohl und Bünde sowie von Genossen aus Kiel, Karlsruhe, Bielefeld und Gießen.
Quelle: Roter Morgen Nr. 1, Hamburg 14.1.1973

20.01.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 2 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 14.1.1973, 27.1.1973) heraus, der den Artikel "Die Rote Garde aufgebaut!" enthält.
In diesem wird die Plattform des ZK der KPD/ML vom 1.3.1970, wegen der u.a. die KPD/ML-ZB sich herausbildete, verworfen: "Das ZK der KPD/ML hat beschlossen, der Roten Garde so schnell wie möglich die volle organisatorische Selbstständigkeit zu geben … . …
Was waren die Fehler der Vergangenheit?
1. … Die Erziehung der Jugend anhand der revolutionären Praxis im Klassenkampf wird außer Betracht gelassen, gepredigt wird die reine Theorie!"
2. wurde das Prinzip der organisatorischen Selbstständigkeit verletzt und auch die Trennung zwischen Roter Garde und KSB/ML sei falsch, deshalb "hat das ZK beschlossen, sobald wie möglich den KSB/ML als Sektion der Jugendorganisation auf dem Universitätsbereich in die Rote Garde
einzugliedern."

Weiter wird die Übernahme der Mehrheit des ML Kampfbundes Ostwestfalen gemeldet (vgl. 20.12.1972).

Man berichtet von Vietnamdemonstrationen in Bonn (vgl. 14.1.1973), Stuttgart (vgl. 5.1.1973), Hamburg (vgl. 6.1.1973, 27.1.1973), Berlin und München (vgl. 11.1.1973), über das brennende Amerikahaus und die Iranveranstaltung in Frankfurt (vgl. 6.1.1973) sowie die US-Manöver. In Ludwigshafen führt man jeden Sonnabend einen Infostand in Hemshof durch, , jüngst zu Vietnam. Es kam zum Polizeieinsatz. Die Rote Garde ist bei Mannesmann Kammerich in Bielefeld tätig. In München finden Prozesse gegen die eigenen Betriebszeitungen 'Der rote Anlasser' bei BMW und 'Das rote Getriebe' bei Hurth statt.
Die Gewerkschaftsopposition ist bei der August Thyssen Hütte Duisburg tätig. Weiter befaßt man sich mit Hoesch, der Ruhrkohle AG, Krupp Bochum, AEG Gelsenkirchen-Küppersbusch, den Bauern in der Samtgemeinde Boldecker Land bei Wolfsburg sowie dem IGM Ortsverein Gießen.

Man ist mit der PCML Belgien befreundet und mit der GOG bei Opel Bochum. Für Opel kamen Spenden u.a. von den KSB/ML's Gießen und Bochum, der Hamburger Wahlveranstaltung, dem Dortmunder Arbeitertreff und Jugendlichen aus Erding.
Für den 'Roten Morgen' spendeten u.a. der Arbeitertreff Mannheim, der Rotfront-Verlag Kiel, die Wahlboykottveranstaltung Frankfurt, der KSB/ML Marburg, eine Veranstaltung in Essen sowie Genossen aus Augsburg.
Q: Roter Morgen Nr. 2, Hamburg 20.1.1973

27.01.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 3 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 20.1.1973, 3.2.1973) heraus, die wieder Ergebenheitserklärungen ehemaliger Abtrünniger enthält. Diesmal ist es aus Hessen die Ortsgruppe Wetzlar der KPD/ML-ZB, die Ortsgruppe Wetzlar des KJVD und der Stützpunkt Marburg der KPD/ML-ZB, die sich offen als Anhänger der KPD/ML-ZK erklären (vgl. Jan. 1973).

Ebenfalls veröffentlicht wird ein Beschluß des ZK der KPD/ML-ZK zur Auflösung der Roten Betriebsgruppen und der Roten Stadtteilgruppen, denn diese konnten "von den versteckten Revisionisten und Liquidatoren dazu mißbraucht werden, Arbeiter außerhalb des demokratischen Zentralismus der Partei zu organisieren".

Weitere Berichte widmen sich verschiedenen Vietnamdemonstrationen in Hamburg (vgl. 6.1.1973), Kiel (vgl. 12.1.1973), Frankfurt (vgl. 9.5.1972, 22.1.1973) und Dortmund (vgl. 20.1.1973), dem Dortmunder Kongreß zu den portugiesischen Kolonien in Afrika (vgl. 13.1.1973) und der Kieler Demonstration der Gewerkschaftsopposition (GO) (vgl. 13.1.1973).

Es kommen Meldungen und Berichte u.a. über das Duisburger Mannesmann Hüttenwerk und dessen Verkehrsbetriebe, den Aufruf der KPD/ML zur Vietnamsolidarität im Hamburger Hafen, aber auch vom Sturm dort und über die Seeleute-Tarifrunde in Hamburg, die Zeche Prosper Bottrop und die Sitzung des IGBE HV in Unna, Kalle Wiesbaden und die Panzergrenadierbrigade 13 in Wetzlar.
Q: Roter Morgen Nr. 3, Hamburg 27.1.1973

03.02.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 4 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 27.1.1973, 10.2.1973) heraus, mit Berichten über die Streiks der Müllarbeiter in Hannover und Duisburg, bei Gillette Berlin (vgl. 16.1.1973), Pohlschröder Dortmund (vgl. 18.1.1973), den Hoesch Röhrenwerken Hamm und Dortmund (vgl. 25.1.1973), von der ÖTV Hessen, dem Bergbau in Recklinghausen, in "Weiterer Verbotsantrag" von einer IGM Stadtteilversammlung in Dortmund (vgl. 1.1.1973), der Metalltarifrunde, dem Bochumer Verein, den Lehrlingen bei HDW Kiel und im DruPa Ortsverein München. Berichtet wird auch aus Bochum vom Kampf gegen das Berufsverbot (BV) von Norbert Osswald (KPD/ML-ZB), in dem sich ein Komitee gegen politische Unterdrückung engagiert (vgl. 25.1.1973). In Dortmund wurde für die "Solidarität mit K. Dillmann" von 30 Anhängern der KPD/ML's ZB und ZK ein Solidaritätskomitee zur Unterstützung aller politisch Verfolgten gegründet. Ebenfalls in Dortmund besuchten rund 200 eine Veranstaltung der Deutsch-spanischen Freundschaftsgesellschaft (FGDSV). Es wird auch berichtet von der Bestreikung isländischer Schiffe in den Häfen Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg und Kiel, wozu die ÖTV aufgerufen hatte.

Zu den RAKT-Prozessen erscheint der Artikel "Bumerang für die Bourgeoisie".

Berichtet wird von der Chemietarifrunde (CTR):"
Chemie-Kapitalisten drohen mit Preiserhöhungen

Der Vorstandsvorsitzende der Farbwerke Hoechst, Sammet, droht mit einer Preissteigerung in der Chemieindustrie, wenn auch hier in der Tarifrunde Lohnerhöhungen von 8,5 % beschlossen würden. Lohnerhöhungen von 8,5 % würden also die Stabilität gefährden. Das ist ein wink mit dem Zaunpfahl an die Regierung, sich wie im letzten und vorletzten Jahr wieder verstärkt in die Tarifrunde einzuschalten. 300 000 Chemiearbeiter haben schon einmal bewiesen, dass kein Stabilitätsgerede sie davon abhalten kann, für die Lohnerhöhungen zu kämpfen, die sie brauchen."

Man ist mit der KP Italiens/ML (PCI/ML) befreundet und befaßt sich mit der Bundeswehr. An den Hochschulen ist derzeit eine Menge los, sei es in Bochum (vgl. 23.1.1973) oder München (vgl. 25.1.1973), in Berlin an PH und TFH oder an der Uni Kiel, wo neben den KSB/ML auch noch die Roten Zellen Kiel aktiv sind. Kurz erwähnt werden auch noch die Frankfurter Gymnasien. Für den 'Roten Morgen' spendeten u.a. die Roten Garden Waldeck, Bielefeld und HDW Kiel, der KSB/ML Würzburg und Berlin, die Stadtteilgruppe Waldtal bei Marburg sowie jemand von der Technischen Hochschule Sickershausen. Spenden gingen auch ein für Vietnam, für das Solidaritätskomitee wurde vor allem auf Veranstaltungen u.a. der KSB/ML's Bochum, Gießen und Bielefeld gespendet. Für die Deutsch-spanische Streikhilfe spendete das Medizinkollektiv des KSB/ML Berlin.
Q: Roter Morgen Nr. 4, Hamburg 3.2.1973

10.02.1973:
Den Roten Morgen Nr. 5 (RM - vgl. 3.2.1973, 17.2.1973) hatte ich nicht.*****.
Er enthält u.a. eine Beilage zur KPD/ML-ZB. Diese wendet sich in dem Artikel "Will man die Revolution, dann braucht man eine revolutionäre Partei. An die Genossen der Gruppe Rote Fahne/Bochum" an die Mitglieder der KPD/ML-ZB und ihrer Jugendorganisation KJVD, und fordert sie dazu auf, ihre Organisationen zu verlassen, da die politische Linie des Zentralbüros "revisionistisch und trotzkistisch" sei.

Es erscheint eine weitere Erklärung der ehemaligen Anhänger der KPD/ML-ZB aus Hessen in Wetzlar, die nun unter Anleitung der KPD/ML-ZK arbeiten und die Zeitung 'Der Rote Leitz Arbeiter' herausgeben.
Q: Klassenkampf und Programm Nr. 3, Dortmund Apr. 1973, S. 30; Roter Morgen Nr. 5, Hamburg 10.2.1973

17.02.1973:
Den Roten Morgen Nr. 6 (vgl. 10.2.1973, 24.2.1973) hatte ich nicht.*****
Q: Roter Morgen Nr. 4, Hamburg 3.2.1973

24.02.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 7 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 17.2.1973, 3.3.1973) heraus, in dem sich wieder eine Reihe von Anhängern der KPD/ML-ZB zur KPD/ML-ZK bekennen. In Darmstadt gab es zu diesem Zweck eine Veranstaltung für ganz Hessen (vgl. 11.2.1973), zwei ehemalige ZBler berichten über den Streik Mannesmann Mülheim, zwei Mitglieder ehemaligen Bolschewistischen Linie der ehemaligen KPD/ML im Raum Dortmund sind auch mit von der Partei und, wohl das wichtigste, es erscheint ein gemeinsames Kommunique des ZK der KPD/ML-ZK und der Provisorischen Bundesleitung des KJVD: "Vorwärts mit der Roten Garde!". Eine Anzeige wirbt für die "Dokumente zur Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML", die herausgegeben wurden von der ehemaligen Ortsgruppe Essen der Gruppe Rote Fahne Bochum (d.h. der KPD/ML-ZB - vgl. März 1973).

Weitere Artikel und Meldungen befassen sich mit dem Gewerkschaftstag der IG Chemie, Clouth Köln, AEG Gelsenkirchen-Küppersbusch, dem Streik bei Seppelfricke Gelsenkirchen (vgl. 15.2.1973), Thyssen Duisburg, dem Bochumer Verein, der Uni Konstanz, Parco (Coop) Eutin, einer Neue Heimat Siedlung in Dortmund, "Akkordarbeiter in Velbert - offensiv gegen die Angriffe des Kapitals!" zum Streik bei Huf Velbert, der RAF und der Bundeswehr. Fahrpreiserhöhungen gibt es derzeit in Solingen, Remscheid, Wiesbaden, Mannheim, Kassel, Frankfurt, Düsseldorf und bei der BOGESTRA (Bochum Gelsenkirchener Straßenbahngesellschaft), die für das halbe Ruhrgebiet zuständig sei. Dort hätten in Gelsenkirchen KPD/ML-ZK und Rote Garde die Initiative für ein Roter Punkt Komitee ergriffen, zu dessen Gründung sich 50 Jugendliche (Lehrlinge, Schüler und Studenten) einfanden. Mittlerweile stehe auch die Bezirksschülervertretung dahinter.

Vietnamspenden gingen u.a. ein von der Vietnamveranstaltung in Würzburg, der Vietnamdemonstration in Hamburg (vgl. 27.1.1973) und der Veranstaltung in Hamburg zum 4.Jahrestag der Gründung der KPD/ML sowie vom Stadtteiltreff in Berlin-Kreuzberg. Für das Solidaritätskomitee wurde u.a. auf einer Sympathisantenveranstaltung in Dortmund gespendet.
Q: Roter Morgen Nr. 7, Hamburg 24.2.1973

03.03.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr. 8 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 24.2.1973, 10.3.1973) heraus, die u.a. vom Streik bei Hoesch Dortmund berichtet, wo man selbst die 'Stählerne Faust' herausgibt. Dazu heißt es aus Düsseldorf: "Die Jugendvertretung der Gerresheimer Glas AG hatte bereits weitere Solidaritätsmaßnahmen angedroht".

Weiter befaßt man sich u.a. mit der CPK Nordrhein, den Auswirkungen der Fusion von Thyssen und Rheinstahl bei TEW Krefeld und Rheinstahl Hattingen, dem Stufenplan von Krupp, der Bundeswehr in Köln einsitzenden Jugoslawinnen und teilt mit, daß die ehemalige Rote Zelle Wiesloch nun in die Rote Garde eingetreten sei. Gefordert wird: "Freispruch für die angeklagten Schüler!".

Außerdem erscheint ein aus dem 'Kampf der Arbeiterjugend' des KJVD übernommener Artikel von dessen Provisorischer Bundesleitung, der sich mit Bad Kreuznach befaßt.
Q: Roter Morgen Nr. 8, Hamburg 3.3.1973

10.03.1973:
In der Nr. 9 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 3.3.1973, 17.3.1973) berichtet die KPD/ML-ZK u.a. über den Kongreß ihrer Gewerkschaftsopposition (GO) (vgl. 3.3.1973), von Mannesmann Duisburg-Huckingen, BGS Manövern in Hessen, den CWH in Marl, den Streiks bei AEG Küppersbusch in Gelsenkirchen (vgl. 27.2.1973), den elf Ausschlußverfahren in der Berliner IG Metall, dem Chemiebetrieb Ticona Kelsterbach, aus Schweinfurt und von Triumph Nürnberg, über das Erscheinen dreier Stadtteilzeitungen in Berlin (vgl. Feb. 1973, 24.2.1973), über die Bundeswehr, den Kongreß des Verbandes der Kriegsdienstverweigerer und die Rote Garde Dortmund. Der KSB/ML Marburg berichtet aus Gießen, die Ortsgruppe München befaßt sich mit der Abschiebung eines CISNU-Mitgliedes, man kritisiert die NRF-Strömung und fordert auf den 'Kampf der Arbeiterjugend' des KJVD zu lesen. Die Ortsgruppe Heidenheim der KPD/ML-ZB veröffentlicht ebenfalls einen Artikel, was ihr vom Landesvorstand der KPD/ML-ZB erlaubt worden war. Ein Leserbrief, vermutlich aus der ehemaligen Ortsgruppe Wetzlar der KPD/ML-ZB, befaßt sich mit dem 'Roten Morgen' Nr. 5 bzw. dessen Beilage.
Q: Roter Morgen Nr. 9, Hamburg 10.3.1973

17.03.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 10 (vgl. 10.3.1973, 24.3.1973) heraus, in dem sie u.a. vom Bundeskongreß der Gewerkschaftsopposition (vgl. 3.3.1973) berichtet.
Eigene Betriebszeitungen erschienen bei Mannesmann Duisburg (vgl. Feb. 1973) von wo vom Streik im PWW berichtet wird, und im Hamburger Hafen ('Der rote Handhaken'), wo über "Arbeitermord im Hafen" berichtet wird. Man befaßt sich u.a. mit Schering Berlin, dem DruPa Ortsverein Frankfurt, HDW Kiel und den Ausländern bzw. Türken bei MAK in Kiel-Friedrichsort.
In Wetzlar gibt das gleichnamige Antimilitaristische Komitee seine 'Soldatenfaust' heraus. Man beschäftigt sich mit der KPD, während der KSB/ML Hamburg eine Broschüre zu KPD und NRF verfaßte (vgl. 31.1.1973). In München besuchten ca. 200 eine Veranstaltung für die Wochenzeitung 'Roter Morgen', wobei auch die Münchner Agitpropgruppe Sturmtrupp Roter Morgen auftrat. Eine Rote Hilfe Gießen wurde gegründet. Diese beschäftigt sich u.a. mit Buderus Lollar. Für Spanien spendeten die Roten Garden Bielefeld, für Hoesch wurde aus Berlin-Kreuzberg gespendet und für das Solidaritätskomitee kam Geld vom Solidaritätskomitee Marburg, aus Duisburg, Mannheim und von einer Veranstaltung bei AEG Brunnenstraße Berlin, die von KPD/ML-ZK, KPD/ML-ZB und KJVD organisiert wurde.
Q: Roter Morgen Nr. 10, Hamburg 17.3.1973

24.03.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 11 (vgl. 17.3.1973, 31.3.1973) heraus, in dem sie von Opel Bochum über die Entlassung von Rudi Wischnewski berichtet (vgl. 12.3.1973). Fahrpreiskomitees gibt es u.a. in Bochum, Wattenscheid und Braunschweig. Aus Köln befaßt man sich mit dem Gesundheitswesen, gestreikt wurde in Schwäbisch Gmünd (vgl. 14.3.1973). Von Siemens Gartenfeld Berlin wird die Vereinigung des 'Roten Lautsprechers' der KPD/ML-ZK mit dem 'Roten Gartenfelder' der KPD/ML-ZB und mithin auch der Zusammenschluß der beiden Betriebsgruppen bekanntgegeben. Ebenfalls in Berlin fand eine Griechenlanddemonstration statt (vgl. 3.3.1973).
In Kempten gibt man den 'Roten Schlepper' bei Fendt heraus. Eingegangen wird auch auf die Todesfälle beim Rheinbrückenbau in Koblenz.
In München fand eine Veranstaltung (vgl. 17.3.1973) statt, in Bonn demonstrierten 700 Nürnberger gegen den Truppenübungsplatz Feucht, wobei sich auch in Mainz Protest gegen den US Truppenübungsplatz Oberolmer Wald und den Platz der Bundeswehr im Lenneberger Wald richtet. Eingegangen wird auf die Rote Hilfe Gießen, das Solidaritätskomitee Kampf der politischen Verfolgung fordert "Freiheit für Genossen B.!", der wegen dem RAKT angeklagt wird, und die politische Verfolgung in Wiesloch, die sich dort gegen Schüler und die Rote Garde richtet. Ein Leserbrief kommt aus Bielefeld. Zu Vietnam befaßt man sich mit der KPD und den NRF-Gruppen (vgl. 14.1.1973), wobei man, aufgrund der Ablehnung einer Aktionseinheit mit DKP und Trotzkisten - wie sie von den NRFlern angestrebt wird -, nun im Nationalen Vietnamkomitee (NVK) der KPD mitarbeiten will.
Q: Roter Morgen Nr. 11, Hamburg 24.3.1973

31.03.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 12 (vgl. 24.3.1973, 7.4.1973) heraus, der von den Fahrpreiskämpfen in Hannover und in Mannheim (vgl. 23.2.1973, 24.2.1973, 1.3.1973), wo 17 000 Unterschriften gesammelt wurden, berichtet. Aus Kiel befaßt man sich mit den Engländern bei HDW, einem Prozeß wegen der Weisbeckerkundgebung der RGK/ML (vgl. 8.3.1973) und einem Prozeß gegen die Roten Zellen Kiel/ML. Eines von deren Mitgliedern berichtet aus einem Kreiskrankenhaus in Schleswig-Holstein.

Aus Niedersachsen berichtet eine Genossin von Peine und Salzgitter Werk Salzgitter, eingegangen wird aber auch auf die Kämpfe in Nordhorn.

Aus NRW befaßt man sich mit der Entlassung von Rudi Wischnewski bei Opel Bochum, ein Solidaritätskomitee habe bereits 3 000 Unterschriften für eine Neuwahl des betriebsrats gesammelt.

Berichtet wird auch von einer Armaturenfabrik in Gelsenkirchen, einer Dortmunder Vietnamdemonstration (vgl. 17.3.1973) und einer Veranstaltung der DKP in Dortmund (vgl. 23.3.1973).

In Hessen ist die Chemietarifrunde (CTR) interessant, es wird in Frankfurt ein Mietstreik durchgeführt und ebendort fand auch eine Demonstration gegen eine Ausweisung statt (vgl. 23.3.1973).

Aus Bayern berichtet die Rote Garde (RG) Kitzingen über US-Truppen und ihre Berufsschularbeit (vgl. 5.2.1973). Ein Leserbrief aus Würzburg befaßt sich mit den Lehrerstudenten der Uni und GEW Hochschulgruppe und Kreisverband. In München hat man immer noch eine Ortsgruppe, aber auch Prozesse wegen dem Roten Antikriegstag (RAKT) 1972 am Hals.

Zum 1.Mai 1973 wird eine Aktionseinheit mit der KPD und der KPD/ML-ZB bzw. deren Restgruppen angestrebt.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen u.a. aus Köln, Nenzenheim, Ebingen, Altena, Essen, Herford, Bottrop und Kiel, vom KSB/ML Würzburg sowie von Genossen aus Bergheim und Bielefeld und von MAK Kiel. Vietnamspenden kamen u.a. aus Kiel, Bönen, Mannheim, Altena, Todenbüttel, Schweinfurt, Eckernförde, Berlin-Charlottenburg, Kempten und Herford, von der Roten Garde Kiel und der Darmstädter Veranstaltung (vgl. 11.2.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 12, Hamburg 31.3.1973

07.04.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 13 (vgl. 31.3.1973, 11.4.1973) heraus, in der sie von weiteren Erfolgen beim Einsammeln der Reste der KPD/ML-ZB berichten kann und zwar aus NRW (vgl. 24.3.1973) und aus Hessen aus Frankfurt, wo die Stadtteilgruppe Fechenheim der KPD/ML-ZB einen Offenen Brief an die Mitglieder der KPD/ML-ZB verfaßte, der dazu auffordert den Aufruf der KPD/ML-ZK zum Verlassen der KPD/ML-ZB (vgl. 10.2.1973) zu beherzigen. Veröffentlicht wird auch der Maiaufruf.
Berichtet wird aus Bad Segeberg in Schleswig-Holstein (vgl. 9.3.1972) und aus Bremen (vgl. 19.3.1973, 27.3.1973).
Aus Niedersachsen kommen Berichte über die Bauern, die an Stocki-Maizena in Wittingen liefern sowie von der Zelle MIAG Braunschweig (IGM-Bereich), die einen 'Roten Stapler' herausgibt und mit der Gruppe oppositioneller Gewerkschafter MIAG zusammenarbeitet.
Aus NRW befaßt man sich mit der Beschlägefabrik Stanley in Velbert (IGM-Bereich) und deren Wohnheim für die 90 Ausländerinnen (u.a. aus Spanien), mit dem Streik bei Hecker Paderborn (IGM-Bereich - vgl. 28.2.1973), den Preußag Zechen in Ibbenbüren und Mettingen (IGBE-Bereich), der Landesdelegiertenkonferenz der Roten Garde (RG), bei der viele der Teilnehmer ehemals im KJVD der KPD/ML-ZB organisiert waren und mit der Roten Garde Dortmund, die im Aktionskreis Jugendzentrum (AKJZ) mitarbeitet. In Hessen finden in Frankfurt Wohnungskämpfe statt (vgl. 28.3.1973, 31.3.1973), während in Gießen gegen den NC demonstriert wurde (vgl. 15.3.1973) und in Dietzenbach über 500 Schüler mit Unterstützung der Eltern gegen die Versetzung fortschrittlicher Lehrer streiken. Man berichtet auch aus Kassel und über die Frankfurter Vietnamdemonstration (vgl. 24.3.1973). Aus Bayern wird eingegangen auf die Luftwaffensanitäterschule in Klingholz und Bauern bei Mühldorf.
Q: Roter Morgen Nr. 13, Hamburg 7.4.1973

11.04.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt eine Sondernummer ihres 'Roten Morgens' (vgl. 7.4.1973, 21.4.1973) zum 1. Mai heraus, in der u.a. als Faksimile die Titel von 32 Zeitungen der KPD/ML-ZK und ihrer Massenorganisationen abgedruckt werden, die allerdings vermutlich weder alle noch erscheinen noch sämtliche Zellenzeitungen dieser Gruppe umfassen. Soweit erkenntlich haben wir in Klammern das jeweilige Erscheinungsdatum der abgedruckten Ausgaben angegeben. Es handelt sich hierbei aus Berlin um die 'Rote Welle' bei SEL (vgl. Aug. 1972), den 'Borsighammer' (vgl. Mai 1972), 'Das rote Rührwerk' bei Schering (vgl. Apr. 1972), den 'Roten Funken' bei AEG Telefunken (vgl. 26.4.1972), den 'Roten Wedding' (vgl. Jan. 1973), den 'Roten Reinickendorfer' (vgl. 27.9.1972) und 'Das rote Sprachrohr' für Spandau und Charlottenburg (vgl. Jan. 1973).

Aus Kiel handelt es sich um die 'Rote Penne' für die Oberschulen (vgl. Dez. 1972), den 'Frischen Fördewind' für Dietrichsdorf (vgl. Jan. 1973), die 'Studentenfaust' (vgl. Jan. 1973), das 'Rote Leuchtfeuer' für Friedrichsort (vgl. Jan. 1973) und um den 'Roten Heller' (vgl. Dez. 1972) sowie den 'Roten Schraubenschlüssel', der ebenfalls für Hell zuständig ist.

In Hamburg erschienen der 'Frische Wind' für die Werften (vgl. Aug. 1972) und 'Der Rote Handhaken' für den Hafen.
In Niedersachsen gibt es bei VW 'Das rote Lenkrad' (vgl. Juli 1972).
In NRW erschienen bei Opel Bochum die 'Zündkerze' (vgl. Sept. 1972), bei Hoesch Dortmund die 'Stählerne Faust' (vgl. Aug. 1972), auf der Zeche Hansa Dortmund die 'Schlag zu' (vgl. Aug. 1972), beim Schalker Verein in Gelsenkirchen 'Der Funke', bei Mannesmann Kammerich Bielefeld und Brackwede 'Die rote Ziehbank' (vgl. Feb. 1973) und bei Kochs Adler Bielefeld 'Der rote Greifer' (vgl. März 1973).

In Hessen gibt es den 'Rot-Guss' bei Bänninger Gießen, den 'Roten Scheinwerfer' bei Schaffstaedt Gießen (vgl. Aug. 1972), die 'Rote Hütte' bei Buderus Lollar (vgl. 17.11.1972), den 'Roten Glanzstoff' bei ENKA Kassel (vgl. März 1973) und das 'Rote Unterliederbach' in Frankfurt.

Aus Bayern kommen 'Die Walze' bei Stürtz Würzburg (vgl. Apr. 1972), der 'Rote Lautsprecher' bei Siemens Würzburg (vgl. März 1972), 'Der Haken' bei Noell Würzburg (vgl. März 1973), 'Der rote Adler' bei Triumph Adler Nürnberg (vgl. Aug. 1972) und das 'Rote Getriebe' bei Hurth München.

Obwohl von den 32 erwähnten Zeitungen lediglich 4 von der Roten Garde bzw. anderen Jugendformationen der KPD/ML-ZK herausgegeben werden, wird doch festgestellt:"
Die Jugend war schon immer, das zeigt sich auch heute wieder, die hellste und reinste Flamme der Revolution. Bei allen revolutionären Kämpfen der Arbeiterklasse stand die Jugend in der vordersten Front. Sie strebt nach Gerechtigkeit und neigt spontan zum Sozialismus."
Q: Roter Morgen Sdr.Nr. , Hamburg 11.4.1973

14.04.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 14 (vgl. 11.4.1973, 21.4.1973) heraus.

Eingegangen wird u.a. auf die Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus (STAMOKAP), die u.a. bei Jusos der SPD verbreitet ist.

Aus ungenanntem Ort kommt eine Arbeiterkorrespondenz eines Drucklehrlings (Drupa-Bereich).

Aus Bayern wird berichtet vom Fliegerhorst Erding, aus München über die Rote Hilfe (RH) und das Soziale Selbsthilfekomitee (SSK) sowie aus dem DruPa-Bereich von Bruckmann und über Drucker bei der Süddeutschen Zeitung (SZ) und aus München und dem Landkreis München über den Verlag Kindler und Schiermeyer (K+S), eine Tochter von Gruner und Jahr (G+J), u.a. über den 'Stern', die 'Capital', die 'Eltern', die 'Jasmin', die 'Schule', die 'Sesamstraße', die 'Schöner wohnen', die Lehrlinge und das Tiefdruckhaus in Unterföhring.

Aus Berlin wird berichtet aus dem DruPa-Bereich von 'Abend' und 'Tagesspiegel' sowie von der Militärparade (vgl. *+.*.1973) und einer dabei ins UG Moabit verbrachten Frau.

Aus Hamburg wird eine Veranstaltung der Roten Garde (RG) angekündigt.

Aus Hessen wird berichtet von dem eigenen 'Roten Glanzstoff' (CPK-Bereich) in Kassel.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover von einer Initiativgruppe Jugendzentrum (IGJZ), in der Lehrlinge, Jungarbeiter und Schüler tätig sind.

Aus NRW wird berichtet aus Bochum (und Gelsenkirchen - vgl. 30.3.1973) vom Fahrpreiskampf (vgl. 21.3.1973, 7.4.1973), aus Dortmund vom Rekruteneinzug (vgl. 1.4.1973) und über den Haus-Voss-Prozess (vgl. 28.10.1972) bzw. über eine DKP-Veranstaltung mit H. Kluthe. Veranstaltungen werden angekündigt für Düsseldorf und durch die OG Dortmund. Aus Duisburg wird berichtet aus dem IGM-Bereich vom Profilwalzwerk (PWW) bei Mannesmann (MM) Huckingen und von Krupp (FKH) Rheinhausen (vgl. 26.2.1973).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel über GEW, GUPS Palästina und die JVA, aus Lübeck über den Fahrpreiskampf an der Gewerbeschule (vgl. 27.3.1973), aus Rendsburg über die DKP.
Q: Roter Morgen Nr. 14, Dortmund 14.4.1973

21.04.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 14.4.1973, 28.4.1973) heraus.

Berichtet wird von der Bundesdelegiertenkonferenz des KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. 14.4.1973). Auf Seite 7 erscheint eine Erklärung zum technischen Apparat der KPD/ML-ZB.**

Angekündigt wird die Nr. 1 der 'Betrieb und Gewerkschaft' (BuG) - Zeitung der Gewerkschaftsopposition (GO - vgl. 1.5.1973).

Eingegangen wird auf die Haltung der KG(NRF) Mannheim/Heidelberg zum Thieu-Besuch in Bonn (vgl. 10.4.1973).

Aufgerufen wird zu eigenen Maidemonstrationen in Berlin, Kiel, Hamburg, Hannover, Dortmund, Frankfurt, Mannheim, Nürnberg und München.

Aus Bayern wird berichtet aus München aus dem DruPa-Bereich über Drucker und Setzer, durch die Rote Garde (RG) über die Berufsschule bzw. aus dem IGM-Bereich über BMW, MAN und (speziell aus dem ersten Lehrjahr) von der Südbremse sowie u.a. Erwähnung der Stadtteile Au und Schlachthof über einen RAKT-Prozeß, aus Würzburg über KoeBau (IGM-Bereich), den DruPa-OV und die eigene Betriebszeitung bei Stürtz im DruPa-Bereich. Vietnamspenden gingen ein aus München, Solidaritätsspenden von Stürtz Würzburg.

Aus Berlin wird berichtet von der Spaniendemonstration (vgl. 14.4.1973) und aus dem IGM-Bereich von Siemens über die eigene Zelle sowie mit Hilfe einer Arbeiterkorrespondenz aus dem Schaltwerk. Die Stadtteilzelle Charlottenburg berichtet über ihre Arbeit in den Vietnamausschüssen (VA) des NVK der KPD. Gespendet wurde in Berlin für Vietnam und durch die Rote Kugel Wedding für das Solidaritätskomitee.

Aus Hamburg gingen Solidaritätsspenden ein.

Aus Hessen wird berichtet von Opel Rüsselsheim (IGM-Bereich).

Aus Hessen und Niedersachsen wird berichtet aus dem IGM-Bereich von den Streiks bei VW in Braunschweig (vgl. 13.4.1973), Emden (vgl. 12.4.1973), Kassel (vgl. 12.4.1973), Salzgitter (vgl. 13.4.1973) und Wolfsburg (vgl. 13.4.1973).

Aus Niedersachen wird berichtet aus Braunschweig aus dem IGM-Bereich über die Bänder bei VW, aus Hannover ebenfalls von VW und aus dem CPK-Bereich von Conti über die Gewerkschaftsopposition (GO), die Lehrlinge in Limmer und das Werk Vahrenwald. Solidaritätsspenden gingen ein aus Hannover-Linden und aus Wilhelmshaven.

Aus NRW wird berichtet aus dem DruPa-Bereich über die 'Neue Rheinische Zeitung' (NRZ), aus Dortmund, über die Razzien in den NVK-Büros Bonn (vgl. 16.4.1973) und Düsseldorf (vgl. **.4.1973, d.Vf.). Aus Bielefeld wird durch die RG berichtet vom Kampf für ein JZ (vgl. 7.4.1973, 11.4.1973). Vietnamspenden gingen ein aus Bielefeld, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, von der Roten Garde (RG) Herford und aus Witten, Solidaritätsspenden durch die RG Duisburg und aus Bielefeld.

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Ludwigshafen über die BASF (CPK-Bereich) und die Redaktionen im Rheinpfalzverlag (DruPa-Bereich).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel vom DGB und aus dem IGM-Bereich über einen Prozeß bei HDW. Vietnam- und Solidaritätsspenden gingen ein aus Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 21.4.1973

28.04.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 16 (vgl. 21.4.1973, 5.5.1973) mit dem Leitartikel "Die Bourgeoisie will unser Verbot, wir kämpfen weiter, Deutschland wird rot!" heraus, in dem vom Demonstrationsverbot in NRW berichtet wird.
Aufgerufen wird zu einer weiteren Maidemonstration in Würzburg sowie zu Maiveranstaltungen in Kiel, Hamburg, Bremen, Duisburg, Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Bonn, Reutlingen, Stuttgart, Würzburg, Kempten und Bobingen.

Aufgerufen wird zur Solidarität mit der KPD.

Berichtet wird aus dem CPK-Bereich über die BASF-Tochter Phrix.

Berichtet wird in "Terrorurteil im Münchner Antikriegstags-Prozess!" über den vom 10. bis. 17.4.1973 durchgeführten Prozess zum RAKT in München gegen Heinz Baron, der zu 16 Monaten ohne Bewährung verurteilt wurde. Es erscheinen auch "Angeklagt ist die Bourgeoisie! Erklärungen des Genossen Heinz vor Gericht".

Aus Berlin wird von der CTR der CPK berichtet über Streiks bei Schering. Erwähnung findet auch die Stadtteilzelle Kreuzberg.

Aus Hessen wird berichtet von der CTR der CPK über Streiks bei Kalle Wiesbaden und Hoechst sowie aus dem IG Chemie OV Darmstadt und von den Lehrlingen bei Merck Darmstadt. Aktiv ist man selbst auch in Lollar (vgl. März 1973).

Aus NRW wird berichtet aus Bochum von Opel (IGM-Bereich) über Spanier und Ausländer allgemein bzw. über Wischnewski und die 3 500 Unterschriften für die Neuwahl des Betriebsrats, aber auch vom Prozess von Andres Lara (vgl. 2.4.1973), aus Dortmund über Pförtner bei Thyssen (IGM-Bereich) und aus Düsseldorf von der Griechenlanddemonstration (vgl. 21.4.1973).

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet von der CTR der CPK über Streiks bei Michelin Bad Kreuznach (vgl. auch 13.4.1973), BASF Ludwigshafen (u.a. über Lehrlinge) und Grünzweig und Hartmann (G+H) Ludwigshafen.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel von den Hochschulen und über die Rote Garde (RG).
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 28.4.1973

05.05.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 17 (vgl. 28.4.1973, 12.5.1973) heraus. Der Artikel "Trotz alledem - vorwärts im Kampf!" vom 30. April berichtet vom drohenden Verbot der KPD/ML und der Maidemonstration in Dortmund.
Erwähnung findet die KP Schweiz/ML (KPS/ML).

Aus Baden-Württemberg wird aus dem 'Roten Mercedes' bei Daimler Stuttgart-Untertürkheim (IGM-Bereich), herausgegeben von einer ehemaligen KPD/ML-ZB Gruppe, zitiert, wobei es u.a. um die Betriebsgruppe fortschrittliche Lehrlinge geht. Die Rote Hilfe (RH) Stuttgart befaßt sich mit Rechtsanwälten. Berichtet wird auch über Hausbesetzungen in Mannheim und aus Hirschau bei Tübingen aus dem Baugewerbe (BSE-Bereich) in Oberndorf, wo u.a. Italiener und Jugendliche arbeiten.

Aus Bayern kamen Vietnamspenden aus München.

Aus Berlin spendete die Stadtteilzelle Wedding für Vietnam.

Aus Hamburg wird berichtet von der Hausbesetzung in der Ekhofstraße in Hohenfelde, an der sich auch die RG beteiligt. Vietnamspenden kommen aus Altona.

Aus Hessen wird berichtet von der eigenen Roten Garde (RG) in Kassel und von Hausbesetzungen im Frankfurter Westend (Kettenhofweg 52). Vietnamspenden kamen aus Marburg.

Aus Niedersachsen wird berichtet von Hausbesetzungen in Buxtehude. Vietnamspenden kamen aus Braunschweig und Hannover.

Aus NRW wird die eigene Presseerklärung vom 26.4.1973 gegen das Demonstrationsverbot dokumentiert und berichtet über Hausbesetzungen in Bielefeld (AJZ) und Düsseldorf und über den Schulte/Osswaldprozeß gegen die KPD/ML-ZB. Vietnamspenden kamen vom VA Unna des NVK der KPD. Aus Dortmund wird berichtet von Hoesch (IGM-Bereich), aus Duisburg von einem Demoverbot (vgl. 27.4.1973) und aus Gelsenkirchen von einer Albanienveranstaltung (vgl. 17.4.1973).

Aus Schleswig-Holstein kamen Vietnamspenden aus Eckernförde und Kiel. Aus dem GHK-Bereich wird berichtet von Aldra Fenster Meldorf vom Streik für eine Teuerungszulage (TZL):"
Streik bei Aldra

Die Arbeiter der Veluxfertigung der Aldra-Werke in Meldorf (Kreis Dithmarschen) traten Mitte April in den Streik, als die Betriebsleitung den Akkord verschärfte. Sofort nach Streikbeginn wurden 58 Arbeiter fristlos entlassen. Die nachfolgende Schicht liess sich jedoch nicht einschüchtern, sondern forderte auf einer Streikversammlung eine Mark mehr pro Stunde. In Verhandlungen wurde ein Kompromiss von 75 Pf. mehr beschlossen und die Wiedereinstellung der entlassenen Kollegen."

Aus dem DPG-Bereich wird berichtet vom Fernmeldeamt (FMA) Kiel über Arbeiter, Angestellte und Beamte. Berichtet wird auch über Rentner in Kiel. Aus Lübeck wird aus dem IGM-Bereich berichtet von Orenstein und Koppel (O+J, 3 000 Besch.), wo man selbst das 'Rote Schaufelrad' herausgibt, u.a. über Maschinenbau, Schiffbau und die Zentrale Abarbeitung.

In einer Beilage wird eine Resolution der Delegierten der KPD/ML-ZB aus Baden-Württemberg, Hessen, NRW, Berlin und Wasserkante veröffentlicht, die die Auflösung der KPD/ML-ZB bekanntgeben. Da damit zwar nicht alle Zusammenhänge der KPD/ML-ZB aufgelöst sind, die weiter arbeitenden Gruppen aber eher den Namen Gruppe Rote Fahne Bochum denn KPD/ML für sich beanspruchen, nennen wir die KPD/ML-ZK fortan nun wieder KPD/ML (bis zur nächsten großen Spaltung 1983).

Im KJVD der KPD/ML-ZB sei die Zirkellinie, die sich nicht der KPD/ML anschließen will, als Minderheit in NRW und Baden-Württemberg vertreten. Auch der KJVD löste sich auf (vgl. 14.4.1973).

Ebenfalls aufgelöst, und sich der KPD/ML angeschlossen hat sich die Rote Arbeiterinitiative/ML Neumünster in Schleswig-Holstein.

Vermutlich u.a. mit dieser regulären Ausgabe und auch einzeln wurde ein auf Mai datiertes Extrablatt "Trotz Verbot, der 1.Mai bleibt rot!" verbreitet.

Aus Baden-Württemberg wird von der Demonstration in Mannheim und Veranstaltungen in Ludwigshafen und Mannheim berichtet.

Aus Bayern wird von den Demonstrationen in München und Nürnberg sowie der Veranstaltung in Kempten (vgl. 1.5.1973).

Aus Berlin wird berichtet von der Maidemonstration im Wedding.

Aus Hessen wird von Veranstaltungen in Kassel, Korbach, Marburg, Gießen, Wetzlar und Rüsselsheim berichtet.

Aus Niedersachsen wird von der Demonstration in Hannover berichtet.

Aus NRW wird berichtet von der Demonstration in Dortmund.
Q: Roter Morgen Nr. 17 und Extra Trotz Verbot der 1.Mai bleibt rot, Dortmund 5.5.1973 bzw. Mai 1973

12.05.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 18 (vgl. 5.5.1973, 19.5.1973) heraus. Ein Artikel betont: "Trotz Terror der Bourgeoisie - Der rote 1. Mai lebt!".
Berichtet wird von den Querelen der DKP mit der FAZ (vgl. 26.4.1973, 4.5.1973) und der Vorbereitung der GDCF China (vgl. 31.3.1973).

In einem Leserbrief auf S.7 zur KPD ist auch die Rede von Knut Mellenthin (K. M.):"
ZUR KPD/AO'

(Dieser Brief wurde uns im Durchschlag zugesandt und hier gekürzt - RM). An die Redaktion der Roten Fahne (KPD), z. H. C. Semler.
Lieber Christian,
…Als ein Dir aus Berliner SDS-Zeiten sowie von einem Auslandsaufenthalt bekannter Genosse, möchte Ich Dich an ein paar Fehler erinnern, die den Zwang der Apologie (Beschönigung von Fehlern) Eurer Organisation anscheinend aus Deinem Gedächtnis getilgt hat.
Du hast mir seinerzeit die Gründe erläutert, warum Du und die Berliner Gruppe, die wenig später die KPD/AO gegründeten, sich nicht der KPD/ML anschliessen könnten. Du nanntest dafür:
1. Es gäbe keinen Sozialimperialismus als 'gesellschaftliches System', die ökonomische Basis der UdSSR sei sozialistisch, es gäbe lediglich Züge einer imperialistischen Aussenpolitik. Deshalb sei die Linie der KPD/ML 'Kampf dem US-Imperialismus und dem sowjetischen Sozialimperialismus') falsch.
2. Die DDR sei der 'einzig intakte sozialistische Staat' im sozialistischen Lager. Deshalb sei die Linie der KPD/ML (Notwendigkeit der proletarischen Revolution in beiden deutschen Staaten) falsch. Ansonsten meintest Du, die Vorwürfe und Verleumdungen gegen die Parteigründung (KPD/ML), wie sie von dem damaligen KAB-Spalter und heutigen KB-Nord-Führer K. M. In einem Rundschreiben verbreitet wurden und welches ich von Dir erhielt, träfen wohl zu. Weiter hast Du auf Fragen von ausländischen Genossen zu Tonband-Protokoll gegeben, daß diejenigen kommunistischen Organisationen, die 'etwas taugten', die französische Ligue (also der Trotzkisten-Haufen der IV Internationale) und die italienische Unione seien, zu denen Du und Deine Gruppe freundschaftliche Beziehungen entwickelt hätten. In Deutschland müsse jetzt eine ähnliche Organisation geschaffen werden, ein Kommunistischer Bund, oder etwas ähnliches…

…Das wäre alles völlig unwichtig und kein Fetzen Papier wert, wenn Du nicht als Redakteur Eures ZO's (Zentralorgans) seit zwei Jahren verantwortlich zeichnen würdest für die impertinent-lügnerischen Tiraden gegen die KPD/ML. wird nicht von Euch die Existenzberechtigung Eurer Organisation mit der 'völligen Haltlosigkeit der KPD/ML' begründet?… Tatsachen sind zäh und Tatsache ist, daß Ihr Euren Einstand in der marxistisch-leninistischen Bewegung als wachechte Zentristen gegeben habt, daß ihr einen 'dritten Weg' zwischen der KPD/ML und dem modernen Revisionismus gesucht habt, den Weg der Aussöhnung der antagonistischen Widersprüche zwischen dem modernen Revisionismus und dem Marxismus-Leninismus. Ihr habt Eure Ablehnung der von den chinesischen und albanischen Genossen verteidigten und weiterentwickelten Generallinie der kommunistischen Weltbewegung, auf deren festem Grund die KPD/ML gegründet wurde, getarnt, in dem Ihr Eure wirklichen Positionen hinter denen der koreanischen Genossen versteckt habt. Inzwischen habt ihr eine Reihe von Punkten, vorweg in der Frage des Sozialimperialismus und jüngst auch in der Frage des Kampfes für die nationale Einheit Eure zentristische Linie aufgegeben und die Linie der KPD/ML übernommen.

Dafür werdet ihr von den Opportunisten als Sektierer angegriffen, wie einst die KPD/ML von Euch. Das spricht für Euch, das ist ein Schritt vorwärts zur Einheit. Aber habt Ihr irgendwo auch nur einen Funken Selbstkritik geleistet? Hat die Aufgabe Eurer zentristischen Positionen dazu geführt, die Existenzgrundlagen Eurer Organisation zu überprüfen? Nichts davon! Ganz im Gegenteil!…
Rotfront.
H., Sympathisant der KPD/ML.
Ich fordere Dich auf, diesen Brief in der Roten Fahne abzudrucken und zu den wesentlichen Punkten Stellung zu nehmen."

Die RM-Redaktion antwortet darauf:
"Zur KPD/AO müssen wir gerade heute folgendes feststellen: Heute, wo die Verteidigungsmaßnahmen der Bourgeoisie gegen die Marxisten-Leninisten sich rasch zuspitzen ist in zweierlei Hinsicht der Kampf zu verstärken: Zum einen können die Genossen der ebenfalls verfolgten und vom Verbot bedrohten 'KPD/AO' der Solidarität unserer Partei und der konkreten Zusammenarbeit gegen den Klassenfeind sicher sein. Wir meinen ausdrücklich, daß jetzt der Kampf um die einheitliche Aktion und um die Einheit der KPD/ML verstärkt geführt werden muß. Darum ist hier auch die zweite Aufgabe, den ideologischen Kampf gegen die opportunistischen Grundlagen des Spaltertums der 'KPD/AO' zu führen. Trotz Demonstrationsverbot in NRW, trotz Angriffen der Bourgeoisie in anderen Städten auf den Roten 1. Mai, hat die 'KPD/AO'-Führung in den meisten Fällen unser Angebot zur Aktionseinheit ausgeschlagen, so wie es J. H. bereits vorher angekündigt hat. Dennoch kam es wie in Westberlin wenigstens zu einer gemeinsamen Demonstrationsroute. Das Spaltertum der 'KPD/AO' zum 1. Mai, dem Tag der revolutionären Einheit der Arbeiterklasse, hat dennoch unserer Sache sehr geschadet. Ebenso zeigte sich in Bonn wie in Dortmund, daß die Weigerung der KPD/AO-Führer, Aktionen mit unserer Leitung abzusprechen, die Genossen und die Aktionen unverantwortlich leicht gefährdeten. Ferner stellten wir gerade auch bei der Gruppe KPD fest, daß die Führung jedes Zeichen der Solidarität mit den angeklagten Genossen unserer Partei vermissen läßt. Ein Vorgehen, daß die Klassenjustiz nur in ihrem Terror ermuntern kann. Wir sehen die opportunistischen Grundlagen gerade bei der gegenwärtigen Politik:
Rechtsopportunistisches Zurückweichen vor dem Klassenfeind, Verharmlosende Einschätzung der Faschisierung. So kritisierten KPD/AO Genossen unsere Partei in NRW, weil sie am Freitag vor dem 1. Mai Plakate klebte: Trotz Verbot - Heraus zum 1. Mai'. Das wurde als die 'übliche sektiererische Politik der KPD/ML'
bezeichnet, die - wie es einmal in der Roten Fahne stand - 'dem Verbot entgegenfiebere'. Stattdessen fielen die KPD/AO-Genossen auf das Gerücht über die angebliche Zulassung der Demonstration herein und verkündeten das als 'Sieg der KPD-Massenagitation', als Niederlage der Bourgeoisie. Die Demonstration wurde selbstverständlich verboten. Zurückweichen zeigt sich auch in Rechtfertigung gegenüber der Bourgeoisie wie in der Roten Fahne Nr. 17: Auf den Vorwurf des Spiegels, die KPD habe an den kämpferischen Antikriegtagsdemonstrationen 1972 in München teilgenommen, entgegnete die Rote Fahne: 'Wie jeder…wissen müßte, beteiligte sich die KPD an der Demonstration des Nationalen Vietnamkomitees…einer Demonstration…, die ohne jede Konfrontation verlief, in Frankfurt beteiligte sich die KPD-Sympathisantengruppe mit einem Block von 250 Menschen (?) an mehreren Demonstrationen, die zum Teil (?) von Polizei überfallen wurden…' Die Genossen der KPD/AO befinden sich in einer großen Illusion, wenn sie glauben durch weitere Distanzierung von revolutionären Aktionen, vom Marxismus-Leninismus, die Verfolgung der Bourgeoisie zu mildern, das Verbot verzögern zu können. Im Gegenteil! Die Bourgeoisie wird umso frecher, je mehr sie Schwächen, Verwirrung und Spaltung in den Reihen der revolutionären Organisationen bemerkt. Der Breshnew-Besuch verlangt eine klare Antwort der Marxisten-Leninisten. Hier wird sich in der marxistisch-leninistischen Bewegung die opportunistische Spreu vom revolutionären Weizen trennen. Beim Breshnew-Besuch ist nicht nur die ideologische Klarheit gegenüber dem Revisionismus, als der Ideologie der Todfeinde der Arbeiterbewegung, notwendig, sondern notwendig ist auch der organisierte Zusammenschluß gegenüber den zu erwartenden hektischen Reaktionen der Bourgeoisie, einschließlich der DKP. Darum: Aktionseinheit zum Empfang des Kremlzaren."

Eingegangen wird auf die Verhinderung der Maiaktionseinheit durch die KPD außerhalb Berlins.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von den Maiaktionen in Mannheim und Stuttgart sowie der Roten Garde (RG) Wiesloch und deren Prozeß.

Aus Bayern wird berichtet vom 1.Mai aus München und Würzburg sowie aus dem CPK-Bereich über die Taschentuchfabrik Walther in Kempten.

Aus Berlin wird berichtet aus dem CPK-Bereich über das eigene 'Rote Rührwerk' bei Schering, daß sich u.a. mit der Jugendvertretung (JV) Wedding und der DAG befaßte. Aus dem IGM-Bereich wird berichtet über die ehemalige KPD/ML-ZB bei Osram (vgl. 29.4.1973).

Aus Hamburg wird aufgerufen zur Demonstration (vgl. 28.5.1973) gegen den Ernst Aust Prozeß (vgl. 29.5.1973) und berichtet vom 1.Mai über Krankenschwestern an staatlichen Krankenhäusern. Aus Hamburg wird auch in "Zum ersten Mal auf sozialistischem Boden" berichtet über ein chinesisches Schiff im Hafen.

Aus Hessen wird berichtet von den Maiaktionen in Wetzlar und von Bänninger Gießen (IGM-Bereich) sowie dem IGM OV Gießen, der örtlichen IG BSE und Opel Rüsselsheim.

Aus NRW wird berichtet vom AJZ Bielefeld (vgl. 7.4.1973), aus Dortmund von der Zeche Hansa (IGBE-Bereich - vgl. 2.5.1973).

Aus NRW bzw. Rheinland-Pfalz wird auf Werner Heuzeroth aus Siegen bzw. Betzdorf eingegangen.

Es erscheint der Artikel:"
TROTZ TERROR DER BOURGEOISIE. DER ROTE 1. MAI LEBT!

Seit einigen Wochen führt die bürgerliche Klasse in Presse- berichten und Fernsehreports einen grossangelegten Hetzfeldzug gegen die Kommunisten ('Chaoten', 'Terroristen', 'Politrocker' usw.). Plötzlich werden einzelne kommunistische Aktionen groß an die Glocke gehängt, jetzt kommen Kübel, Jauche, jetzt zeigt die herrschende Klasse ihre Krallen. In Nordhein-Westfalen wurde bereits jeder Maiumzug 'von Gruppen links der DKP' verboten. In Dortmund verhinderten Tausende von Polizisten in bürgerkriegsähnlichem Aufmarsch die 1. Mai-Demonstration, prügelten am Hauptbahnhof auf illegale Demonstranten ein
(zwei Schädelbrüche, ein Unterkieferbruch, usw.), Polizisten auf Motorrädern in Tankstellen versteckt, auf Schulhöfen lagernd, Einsatzwagen, Zivile, ein Hubschrauber, Verkehrskontrollen zum Abfangen von Bussen aus anderen Städten. Die kapitalistische Staatsmacht schert sich, wo ihr die kommunistische Massenagitation bedrohlich wird, den Teufel um ihr eigenes Grundgesetz, das jedem Staatsbürger das Recht auf Versammlungen und Demonstrationen zusichert.

Auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen überall das gleiche Bild: Polizeieinheiten im Hintergrund der Umzüge oder in Innenhöfen entlang der Umzugsroute verborgen, Schnüffler, die sich mit roten Nelken im Knopfloch tarnen wollten. Politische Polizei als behagliche Begleiterseheinungen, Fotografen, einschlägiger Art. Auf den DGB-Demonstrationen tritt das Gleiche Unwesen in Gestalt von SPD-, DGB-, und D'K'P-Ordnertrupps auf, damit die wohlbestellten 'Arbeitervertreter' ihre Lügen und Phrasen vom 'Mitdenken-Mitbestimmen-Mitverantworten' verzapfen können. Warum fürchten denn die Bonzen die oppositionellen Gewerkschaftler und die Kommunisten? Weil sie einen Grund Fürchten haben, weil es in der 'Basis' rumort, weil schon genug Gewerkschaftler sich so ihre eigenen Gedanken über die Tarifabschlüsse und die 'Gewerkschaftsdemokratie' machen.

Die Bourgeoisie hat zu diesem 1. Mai gezeigt, wie sie auf die wachsende revolutionäre Bewegung zu reagieren gedenkt. Verbote, Polizeiaufmärsche, Prügel, Pressehetze, Schlägergarden von DGB und D'K'P, das ist der Mai von Seiten der Bourgeoisie. Dieser 1. Mai hat aber auch gezeigt, welche Seite heranwächst und mächtiger wird, das ist die Seite der Arbeiterbewegung, des Anwachsens der Gewerkschaftsopposition, des Erstarkens der Kommunistischen Partei, der KPD/ML. Der 1. Mai 1973 hat gezeigt, daß sich ein Roter 1. Mai 1973 nicht durch Verbot und nicht durch Terror verbieten läßt."
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 12.5.1973

19.05.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 19 (vgl. 12.5.1973, 21.5.1973) heraus, in der sie von den Verboten in NRW berichtet, vom Hungerstreik der politischen Gefangenen und von einem Prozeß gegen die KPD/ML-ZB wegen einem Flugblatt zu Fürstenfeldbruck.

Berichtet wird u.a. "Chilenische Hoechst-Arbeiter fordern Enteignung!", über polizeiliche Todesschüsse in Usbach (?) am 29.11.1972 (?), Nettlingen (vgl. 3.2.1973), Berlin, Weckbach, Stuttgart (Mc Leod) und Tübingen (Epple).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Streik bei BBC Mannheim-Käfertal (IGM-Bereich - vgl. 7.5.1973), von der Uni Heidelberg und polizeilichen Todesschüssen in Stuttgart (vgl. Zu Wort kommen ehemalige Anhänger der KPD/ML-ZB aus Freiburg und Stuttgart, die u.a. im Ausländerkomitee Stuttgart tätig sind.

Aus Bayern wird berichtet von Grundig Fürth (IGM-Bereich), u.a. über die Druckschaltung und die Galvanik sowie Putzfrauen und AusländerInnen, aus Unterfranken von der Bundeswehr (vgl. 7.5.1973), aus München über Prozesse wegen der Vietnamdemonstration vom 4.7.1972 (vgl. Apr. 1973) sowie über die Erschießung von Thomas Weisbecker durch die Polizei in Augsburg (vgl. 2.3.1972).

Aus Berlin wird berichtet vom 1. Mai, vom KSB/ML und vom Streik an der FU (vgl. 18.5.1973).

Aus Bremen wird berichtet von Gymnasiallehrerstudenten und Hochschullehrern.

Aus Hamburg wird berichtet von einer Broschüre der CPK.

Aus Hessen wird berichtet von einer Hausbesetzung in Offenbach (vgl. Mai 1973) sowie über polizeiliche Todesschüsse in Eschwege und von der Uni Marburg. In Gießen ist Mietstreik in den Studentenheimen (vgl. 1.4.1973), von Bauern wird berichtet aus Krumbach und Krofdorf bei Gießen.

Aus NRW wird berichtet von der Textiltarifrunde im Bezirk Nordrhein, u.a. in Essen (vgl. 7.5.1973) sowie vom 1. Mai in Essen und aus Dortmund über die Erschießung von Rudi Frank (vgl. 30.4.1973).

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet von der CTR der CPK bei BASF Ludwigshafen (vgl. 24.4.1973).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel vom 1.Mai , über Frauen und von der LHG-Demonstration (vgl. 16.4.1973). Berichtet wird auch vom Fahrpreiskampf in Lübeck (vgl. 28.4.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 19, Dortmund 19.5.1973

21.05.1973:
Die KPD/ML gibt vermutlich Anfang dieser Woche ein Extrablatt Mai ihres 'Roten Morgen' (RM- vgl. 19.5.1973, 26.5.1973) heraus, welches unter der Schlagzeile "Kampf der politischen Unterdrückung!" berichtet vom Breschnewbesuch in Dortmund, aber auch von der Anklage gegen Ernst Aust und aufruft zur Aktionswoche dazu vom 21.5. bis 27.5.1973 sowie zur Demonstration in Hamburg am Vorabend des Prozesses, dem 28.5.1973.
Q: Roter Morgen Extrablatt, Dortmund Mai 1973

26.05.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 20 (vgl. 21.5.1973, 2.6.1973) heraus.

Aus den USA wird berichtet in "Watergate: Verrottung des Parlamentarismus".

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg aus dem IGM-Bereich von Triumph aus der Montageabteilung u.a. über Bänder und Türken und aus dem ÖTV-Bereich vom Städtischen Krankenhaus.

Aus Bremen wird berichtet vom 1. Mai sowie den Folgen für die Gewerkschaftsjugend (vgl. 11.5.1973).

Aus Hessen wird berichtet von VW in Baunatal bei Kassel.

Aus Niedersachsen wird berichtet
Aus NRW wird berichtet aus Bielefeld von Mannesmann Brackwede (vgl. 14.5.1973), über die Bielefelder Innenstadt, Bad Salzuflen und Rheda-Wiedenbrück, aus Dortmund von Hoesch u.a. über die Jugendvertretung und die IGM-Jugendgruppe Westfalenhütte bzw. über Rolf Strojec sowie die DGB-Jugendgruppe Dortmund, die Rote Hilfe (RH) und den Aktionskreis für ein freies Jugendzentrum (AKJZ).

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet vom Streik bei der BASF Ludwigshafen (vgl. Mai 1973) und bei Rhodius vermutlich in Burgbrohl (vgl. Mai 1973).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet vom 1. Mai in Kiel.

Vermutlich gemeinsam mit dieser Ausgabe des 'Roten Morgens' und auch einzeln wird ein Extrablatt "Kampf der politischen Unterdrückung" verbreitet, welches sich vornehmlich mit den Ereignissen in Dortmund, aber auch mit Frankfurt, HuF Velbert, Mannesmann Duisburg, der Roten Garde München und den JVAs Mainz und Essen befaßt.
Q: Roter Morgen Nr. 20 und Extrablatt Kampf der politischen Unterdrückung, Dortmund 26.5.1973 bzw. Mai 1973

02.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 21 (vgl. 26.5.1973, 9.6.1973) heraus. Berichtet wird vom Breschnewbesuch in der Bonner Innenstadt (vgl. 19.5.1973) aber auch in Dortmund (vgl. 19.5.1973), sowie über die Haltung der Münchner ABGs dazu.

Berichtet wird von der Hamburger Demonstration (vgl. 28.5.1973) Hände weg von Ernst Aust, an der sich ca. 1 000, u.a. auch von der KPD, beteiligten. Diesem Ziel fühlen sich weitere Menschen verbunden aus der JVA Dortmund, der Panzergrenadier Brigade (PGB) 13 in Wetzlar, von der OG Dortmund, der RG Bonn und der Zelle Berlin-Charlottenburg.

Vietnamspenden kommen von der OG Kiel, der RG Selb, dem KSB/ML Berlin und aus Berlin, Reutlingen, Mannheim, München, Berlin-Wedding, Essen, dem Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften Kiel, Wuppertal, Nördlingen, Marburg, Bergheim, Bielefeld und Eckernförde. Eingegangen wird auch auf Türken in Frankfurt und Hof.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Streiks in Mannheim bei BBC Käfertal (vgl. 7.5.1973), MWM (vgl. 17.5.1973), den Droniswerken (vgl. 21.5.1973), Daimler, John Deere und Bopp und Reuther. Die Rote Garde Ebingen/Tailfingen berichtet aus der Albi Strickmaschinenfabrik und deren Abteilung Schloßbau, sowie aus der Textilindustrie bzw. Ernst Schöller Stiegel (vgl. 17.5.1973).

Aus Bayern wird berichtet aus Fürth über die Solidarität mit dem Eritreer Beiene (vgl. 21.5.1973).

Aus Bremen wird berichtet von der gescheiterten Aktionseinheit mit dem KBB (vgl. 21.5.1973).

Aus Hamburg wird berichtet von der Hausbesetzung in der Ekhofstraße in Hohenfelde.

Aus Hessen wird berichtet vom Streik bei BBC Lampertheim. Die RG Frankfurt-Höchst berichtet von Hoechst bzw. von den Lehrlingen und der Werksschule.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordenham (vgl. 21.5.1973).

Aus NRW wird berichtet aus Bielefeld über Uni, PH und die Rote Hilfe (RH), aus Dortmund über den den Aktionskreis für ein freies Jugendzentrum (AKJZ - vgl. 24.5.1973), aus Duisburg von Streiks bei Mannesmann (vgl. 25.5.1973) und bei Rheinstahl (vgl. 25.5.1973) und aus Essen über Rentner. Kritisiert wird die Floriangruppe aus Düsseldorf (vgl. 21.5.1973).

Berichtet wird "Island trotzt dem Imperialismus!".
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 2.6.1973

09.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 22 (vgl. 2.6.1973, 16.6.1973) heraus. Berichtet wird u.a. von der Gesellschaft der Freunde Albaniens (GdFA), die es in Berlin, München, Regensburg, Hamburg und dem Ruhrgebiet gibt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Streiks bei John Deere Mannheim und einer Baumaschinenfabrik in Heidelberg. Solidarisch mit Ernst Aust zeigten sich in Heidenheim (vgl. 28.5.1973), wo auch für das Solidaritätskomitee gespendet wurde, das Sympathisantenkollektiv (ex KPD/ML-ZB), die RG und die Rote Hilfe (RH), in Stuttgart die Rote Hilfe. Berichtet wird:"
Heidelberg: Streik für Rechte des Betriebsrats

Rund 250 Arbeiter der Firma Schmitthelm traten in den Streik, nachdem die Betriebsleitung von Jugendvertretung und Betriebsrat einen 'Tätigkeitsnachweis' verlangt hatte."

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Fluglotsenstreik (vgl. 28.5.1973) und der Solidarität mit Ernst Aust (vgl. 28.5.1973), aus Würzburg aus dem IGM-Bereich von König und Bauer (vgl. 27.5.1973). Mit Ernst Aust solidarisierte sich im DruPa-Bereich die eigene Bruckmannzelle (vgl. 28.5.1973). Für das Solidaritätskomitee wurde gespendet in Würzburg und durch die OG München.

Aus Berlin wird berichtet von der Solidarität mit Ernst Aust (vgl. 28.5.1973) im ÖTV-Bereich an der PH, auf den eigenen Arbeiterrunden in Neukölln und bei AEG Brunnen- und Schwedenstrasse sowie bei Schering und in Kreuzberg. Für das Solidaritätskomitee wurde gespendet in Berlin, u.a. durch ex-ZBler aus Moabit.

Aus Bremen wird berichtet aus Bremerhaven von einem Lehrlingsstreik auf der Seebeckwerft (vgl. 28.5.1973).

Aus Hamburg wird berichtet aus dem DruPa-Bereich von Lumoprint über Ausländer und Frauen, aus dem IGM-Bereich über die Flugzeugwerft der Deutschen Lufthansa (DLH) und die Tätigkeit des BGS dort.

Aus Hessen wird berichtet von Streiks bei der Marienhütte Großauheim und Honeywell Dörnigheim.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover vom Fluglotsenstreik (vgl. 28.5.1973) sowie aus dem Kreis Cloppenburg bzw. Nordhorn.

Aus NRW wird berichtet über die ESGs Bochum und Dortmnund (vgl. 20.5.1973), aus Bielefeld, u.a. vom antifaschistischen Kampf (vgl. Bochum von Opel, aus Düsseldorf vom Fluglotsenstreik (vgl. 28.5.1973), von Streiks in Duisburg bei Mannesmann (vgl. 25.5.1973) und Rheinstahl (vgl. 25.5.1973) sowie in Köln bei Felten und Guillaume (F+G - vgl. 28.5.1973). Aus Gelsenkirchen wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Wildfang über Ausländer. Mit Ernst Aust solidarisierte man sich in Aachen (vgl. 28.5.1973), in der RG Bonn (vgl. 28.5.1973), in Dortmund (vgl. 28.5.1973), Duisburg (vgl. 28.5.1973), Siegen-Olpe (vgl. 28.5.1973) und bei Mannesmann Mülheim (vgl. 28.5.1973).
Spenden für das Solidaritätskomitee für die politische Verfolgten gingen ein von der Schwarzen Hilfe (SH) Bochum sowie aus Duisburg, Essen und von der Dortmunder Maiveranstaltung.

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet über die Ernst Aust-Solidarität in Mainz (vgl. 28.5.1973).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus einer Kleinstadt aus einem zur IGM Verwaltungsstelle Kiel gehörenden Betrieb mit 1 300 Beschäftigten. Für das Solidaritätskomitee wurde gespendet in Neumünster. Aus Kiel wird berichtet von der Uni und der Fachhochschule für Sozialarbeit.

Berichtet wird in "Ein revisionistischer Fisch im Netz" über die Ablehnung der Ausdehnung der Hoheitsgewässer Islands durch Polen.
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 9.6.1973

16.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 23 (vgl. 9.6.1973, 23.6.1973) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Streiks bei John Deere und MWM in Mannheim, in Böblingen und bei Wafios Reutlingen, wo die Rote Garde (RG) eingriff.

Aus Bayern wird berichtet von den Unikliniken München u.a. über Privatstationen und solche dritter Klasse. Für Vietnam wurde gespendet in Würzburg.

Aus Berlin wurde für Vietnam gespendet in Kreuzberg und durch die ehemalige Zelle Borsig ('Der rote Schweißbrenner') der KPD/ML-ZB.

Aus Bremen wird berichtet durch Genossen von Klöckner:"
Judaskuss

Genossen von Klöckner/ Bremen fuhren nach der Solidaritätsdemonstration für Genossen Ernst Aust, der am folgenden tag vor Gericht stand, nach Hause. Eine ältere Dame kam ins Zugabteil und berichtete, sie sei aus der DDR, worauf sich sofort eine Diskussion über die Ausbeutersysteme 'hüben und drüben' entspann.

Die Frau, die mit 78 Jahren noch zwei Nachtwachen in der Woche als Krankenschwester machen muss, um von den 270, - DM Rente leben zu können, erzählte dabei einen Witz, der in der DDR geläufig ist und die Korruptheit der SED-Bonzen geisselt:

'Warum ist der Bruderkuss bei der Begrüssung zwischen Parteioberen in der DDR noch so gebräuchlich? - Weil sie sich dabei leichter ins Ohr flüstern können: Hast was mitgebracht? Hast was mitgebracht?'"

Aus Hamburg wird berichtet von der 'Morgenpost' bzw. der Hausbesetzung in der Ekhofstr. (vgl. 4.6.1973).

Aus Hessen wird berichtet vom Streik bei Honeywell Dörnigheim. Für Vietnam wurde in Kassel.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus dem Westermoor bei Ramsloh im Kreis Cloppenburg über den Widerstand gegen das Bombenabwurfgebiet, der u.a. getragen werde von Bauern, Schülern, Ärzten, Arbeitern der Kabelfabrik und unterstützt werde von Menschen aus Bremen, Oldenburg, Leer, Wilhelmshaven und Papenburg, u.a. von der Werft.

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund von Hoesch, u.a. über FK1 und FK2 auf der Westfalenhütte, Rolf Strojec, der Jugendvertreter sei, und über die Rote Hilfe (RH) Dortmund. Diese ist auch für Klöckner Hagen zuständig (vgl. 5.6.1973).

Für Vietnam wurde gespendet in Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 23, Dortmund 16.6.1973

23.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 24 (vgl. 16.6.1973, 30.6.1973) heraus und berichtet u.a. vom ATÖF Kongreß (vgl. 9.6.1973) in Frankfurt sowie von einem Prozeß wegen dem RAKT in München.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von ehemaligen Anhängern der KPD/ML-ZB in Heidenheim (vgl. 1.6.1973).

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg über BWL-Studenten und die IGM-Schule Lohr sowie von der Bundeswehr in Unterfranken (vgl. 11.6.1973).

Aus Berlin wird berichtet von den Unis, über Ausländer, insbesondere Türken und über die eigenen Zellen bei Osram (vgl. 11.6.1973).

Aus Bremen wird berichtet von der Vulkanwerft:"
Kampf für Teuerungszulage beim Bremer Vulkan!

Zwei Stunden demonstrierten rund 4 000 Werftarbeiter beim Bremer Vulkan durch die Strassen. Streckenweise wurde der Verkehr zum erliegen gebracht."

Aus Hessen wird der Austritt der Ortsgruppe Butzbach aus der DKP und deren Aufnahme von Kontakt mit der KPD/ML bekanntgegeben. Berichtet wird auch von Eloxal bei Wetzlar (IGM OV Wetzlar), wo neben mindestens einem Mitglied der RG auch die Sozialistische Lehrlingsgruppe (SLG) Wetzlar, die auf NRF-Linie liege, tätig sei.

Aus Niedersachsen wird berichtet über eine eigene Mai-Veranstaltung in Braunschweig, die sich mit Heinz Baron solidarisierte (vgl. 1.5.1973).

Aus NRW wird berichtet von den Unis Bonn, Köln und Düsseldorf, den Gesamthochschulen Duisburg und Essen und der PH Münster, aus Essen von Krupp (vgl. 15.6.1973), aus Recklinghausen von der Zeche General Blumenthal (vgl. 11.6.1973), aus Wuppertal vom 1. Mai, aus Lemgo sowie aus Detmold vom Protest gegen die Bundeswehr (vgl. 2.6.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 24, Dortmund 23.6.1973

30.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 25 (vgl. 23.6.1973, 7.7.1973) heraus. Betont wird unter Bezug auf Argentinien und Chile: "Es gibt keinen friedlichen Weg zum Sozialismus".

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Mannheim.
- Bayern aus München, Nenzenheim und Nürnberg sowie vom KSB/ML Würzburg und der Stadtteilzelle Würzburg-Zellerau .
- Berlin, u.a. aus Charlottenburg, vom 'Roten Wedding', von der Zelle Borsig und vom KJVD der ehemaligen KPD/ML-ZB bei Siemens.
- Hamburg.
- Hessen vom KSB/ML Gießen und der Schülergewerkschaft Marburg, aus Nauheim, Marburg und Gladenbach.
- Niedersachsen aus Hannover.
- NRW aus Bochum, Köln, Dortmund, Düsseldorf und aus Essen, u.a. von der eigenen OG.
- Schleswig-Holstein aus Neumünster und aus Kiel, u.a. vom KSB/ML und auch Dietrichsdorf und Friedrichsort.

In Baden-Württemberg zeigten sich die eigenen Albanienveranstaltungen in Ulm (vgl. 18.6.1973) und Stuttgart (vgl. 18.6.1973) solidarisch mit Ernst Aust und auch die Sympathisantengruppe Illertissen-Vöhringen (vgl. 18.6.1973).

Aus Bayern wird berichtet vom RAKT-Prozess in München.

Aus Berlin wird berichtet von Schering über Lehrlinge im 3. Lehrjahr und Akademiker.

Aus Bremen wird berichtet von Streiks auf der AG Weser (vgl. 18.6.1973), der Vulkanwerft (vgl. 14.6.1973), bei Klöckner (vgl. 25.6.1973) und in Bremerhaven auf der Seebeckwerft (vgl. Juni 1973).

Aus Hessen wird berichtet von Eloxal bei Gießen bzw. Wetzlar.

Aus Niedersachsen wird berichtet vom Streik bei Rheinstahl Emden (vgl. Juni 1973), durch das Komitee 'Soldatenfaust' vom Truppenübungsplatz Bergen-Hohne sowie aus Nordhorn und Klausheide sowie Dörpen und Ramsloh.

Aus NRW wird berichtet von General Blumenthal Recklinghausen (vgl. 18.6.1973) sowie den Zechen Pluto Wanne-Eickel und Hansa Dortmund.

Aus dem Saarland wird berichtet vom Bergbau.
Q: Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 30.6.1973

07.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 26 (vgl. 30.6.1973, 14.7.1973) heraus.
Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der RG Ebingen/Tailfingen.
- Berlin aus dem Wedding von der AEG und aus dem Siemens-Schaltwerk.
- Hessen von M.A.O. Kassel und den Niederroder (*?) Heimen der Inneren Mission Marburg.
- Schleswig-Holstein aus Kiel.

Vietnamspenden gingen ein aus der DDR sowie:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart.
- Bayern vom Vietnamkomitee Würzburg sowie von Genossen aus Kitzingen.
- Berlin vom KSB/ML an der TU, aus dem Wedding und von der Zelle Borsig.
- Hamburg.
- Hessen aus Marburg.
- NRW aus Bielefeld, Bottrop, Essen und Köln, von der RG Gelsenkirchen, der RG Recklinghausen sowie von ex-ZBlern im Ruhrgebiet.

Aus Baden-Württemberg wird die eigene OG Mannheim erwähnt.

Aus Bayern wird berichtet von der Uni München.

Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (vgl. 28.6.1973).

Aus Hamburg wird berichtet vom Fahrpreiskampf (vgl. 25.6.1973).

Aus Hessen wird berichtet vom Streik bei Bänninger Fittings Gießen (1 400 Besch.), in den die eigene Zelle mit ihrem 'Rot-Guss' eingriff. Eingegangen wird auch auf Opel Rüsselsheim und die Deutsche Bundesbahn Frankfurt. An der Universität Marburg sind sowohl der KSV der KPD als auch der eigene KSB/ML aktiv. Aus Niedersachsen wird berichtet aus dem Westermoor und Nordhorn bzw. Papenburg (vgl.7.6.1973).

Aus NRW wird berichtet aus Bochum von Opel (vgl. 25.6.1973) bzw. in "Anschlag auf kommunistische Presse" vom kommenden Prozeß gegen Wilfried Oertel, der verantwortlich war für einen Artikel über McLeod in der 'Zündkerze' für Opel vom Aug. 1972, aus Dortmund vom Studentenwerk (ÖTV-Bereich - vgl. 28.6.1973) und aus Essen u.a. vom Berufsförderungszentrum (BFZ).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel über die BI Stadtsanierung Gaarden sowie von der Uni, wo der eigene KSB/ML und die Roten Zellen des KBW tätig sind.
Q: Roter Morgen Nr. 26, Dortmund 7.7.1973

14.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 14.7.1973, 28.7.1973) heraus und berichtet u.a. von den Fluglotsen sowie in "Rote Hilfe tut not! Schluss mit den Spaltungsversuchen!" von der Spaltung der Roten Hilfen (RH) durch die KPD bzw. ihr Komitee 'Hände weg von der KPD!'. Erläutert wird zu Chile: "Unserer Stellung zur Regierung Allende".

Aus Bayern wird berichtet von Triumph Adler Nürnberg (vgl. 2.7.1973).
Aus Berlin wird berichtet vom KSB/ML.
Aus Hessen wird berichtet vom Streik bei Bänninger Gießen, wegen dem zwei KPD/MLer entlassen wurden.

Aus NRW wird berichtet von UK Wesseling (CPK-Bereich) sowie aus Gelsenkirchen von Gelsenberg (CPK- und ÖTV-Bereich), vom Schalker Verein und Rheinstahl.
Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Idar-Oberstein über die KPD.

Geworben wird für zwei broschüren zum Aust-Prozess bzw. zum Breschnewbesuch in Bonn.
Q: Roter Morgen Nr. 27, Dortmund 14.7.1973

21.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 28 (vgl. 21.7.1973, 28.7.1973) heraus mit dem Leitartikel "Brecht den Tariffrieden - Kampf dem reaktionären DGB-Apparat!

Ob bei Klöckner oder Vulkan in Bremen, ob in kleineren Betrieben wie Bänninger in Gießen - überall hat die Verschlechterung der Lebenslage den Haß auf die Kapitalisten, die Bereitschaft zum Kampf verstärkt".

Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf John Deere Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet von den RAKT-Prozessen in München sowie aus Ingolstadt durch die eigene Ortsgruppe und die Rote Garde, u.a. über die Pionierkaserne und die auch am Ort vertretene LgdI der KPD.

Aus Berlin wird berichtet über die eigene Zelle AEG Brunnenstraße (vgl. 9.7.1973).

Aus Hamburg berichtet eine Krankenhauszelle über die Berliner Stadtteile Neukölln und Zehlendorf.

Aus Hessen wird berichtet durch die RG Wetzlar vom Stufenplan für Elektroberufe, von Leitz, Berghütte und Siemens sowie von der Berufschule und der örtlichen KBW-Sympathisantengruppe. Eingegangen wird auch auf die Fluglotsen in Frankfurt.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover von AEG Telefunken (vgl. 9.7.1973) und auch von AEG Celle.

Aus NRW wird berichtet von Mannesmann (MM) Duisburg sowie aus dem BSE-Bereich in Bochum über Maurer und Lehrlinge.

Auf der ersten Seite erscheint der Artikel "Brecht den Tariffrieden. Kampf dem reaktionären DGB-Apparat!"

U.a. wird dort zur Revolutionären Gewerkschaftsopposition (RGO) ausgeführt:"
Ein entscheidendes Kampffeld, das die Verbindung der Partei mit der Klasse, die Bildung einer breiten revolutionären Kampffront verhindern soll, sind die Gewerkschaften. Immer fester nehmen Kapital und Staat die DGB-Gewerkschaften in die Hand, wird der DGB-Apparat zu einem Unterdrückungsinstrument gegen die Arbeiterklasse ausgebaut. Eines der Mittel ist dabei der Ausschlußterror. … Einher mit dem Ausschlußterror gegen Marxisten-Leninisten und klassenkämpferische Arbeiter geht die Propagierung der 'guten Kommunisten', der Führer der DKP. …
Was ist die Aufgabe der Kommunisten in dieser Situation? … Unsere Aufgabe ist … den Arbeitern zu helfen, den Trennungsstrich, den sie durch die Tat bereits zu allen Predigern der Klassenversöhnung ziehen, in einen bewußten Kampf zu lenken. Das entscheidende Kampffeld sind auch für uns die Gewerkschaften. Wir müssen dabei in geduldiger Kleinarbeit … revolutionäre Fraktionen in den DGB-Gewerkschaften bilden. Unser Ziel muß eine breite Revolutionäre Gewerkschaftsopposition sein, die fest an der Seite der KPD/ML steht. Dieser Kampf ist Teil des Kampfes für die Befreiung der Arbeiterklasse: der Erziehung und Organisierung der Massen für den bewaffneten Umsturz des imperialistischen Staates und der Errichtung der Diktatur des Proletariats."
Q: Roter Morgen Nr. 28, Dortmund 21.7.1973

28.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 21.7.1973, 4.8.1973) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf die Wieslocher Schüler und den Prozeß in Heidenheim wegen Siemens.

Aus Bayern wird berichtet von Prozessen in München und Mühldorf, wo die eigenen Sympathisanten u.a. an den Kasernen agitieren. Die Oberschulzelle der RG Nürnberg befasst sich außer mit der FOS Sozialwesen auch mit der Löheschule, an der auch die KOV-Sympathisanten der KPD tätig sind.
Aus Hamburg wird berichtet von der GEW-Demonstration (vgl. 3.7.1973) sowie aus Altona und St. Pauli.
Aus Hessen wird u.a. eingegangen auf Beamte in Frankfurt.
Aus NRW wird berichtet vom Streik bei Hella Lippstadt (vgl. 16.7.1973). Eingegangen wird auch auf die Hella-Werke in Bockum-Hövel und Paderborn sowie in Recklinghausen, wo die Rote Garde arbeite. Aus Köln wird berichtet über das Herkuleshochhaus sowie aus Nippes über die Rotam und die bei ihr wohnenden Mieter, u.a. Griechen und Türken. Aus Düsseldorf wird berichtet über die Ernennung des DKP-Ortsvorsitzenden von Garath, Götz, zum Richter.
Aus Schleswig-Holstein wird berichtet vom BGS nahe Lübeck.
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 28.7.1973

04.08.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 30 (vgl. 28.7.1973, 11.8.1973) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf John Deere Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom RAKT-Prozeß und aus Erlangen von Mauss-Bau über Maurer, Hilfsarbeiter und Ausländer.

Aus Hessen berichtet die OG Gießen/Wetzlar über Bänninger, wobei auch der KSB/ML an der Uni Gießen erwähnt wird. Eingegangen wird auch auf den Arbeiter Gesangverein Marburg.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus dem Landkreis Wesermarsch über die Bauern und die Kreisbauernvereinigung (KBV).

Aus NRW wird berichtet aus Duisburg und Münster-Hiltrup, von Hella Lippstadt, aus Bielefeld von Anker (vgl. 24.7.1973), aus Köln aus der JVA Ossendorf.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über den Roter Morgen Leserkreis (RMLK) Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 30, Dortmund 4.8.1973

11.08.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 31 (vgl. 4.8.1973, 18.8.1973) heraus. Darin grenzt sie sich scharf von der Zwei-Wege-Theorie und fordert zur DDR bzw. Berlin, dass die Mauer weg müsse.

Aus Baden-Württemberg wird aus Tübingen berichtet von Michael Latz und der KSG/ML des KABD.

Aus Bayern wird berichtet aus Burghausen (vgl. 21.7.1973).
Aus Hamburg wird berichtet vom 1.Mai.
Aus NRW wird berichtet aus Bochum von der RAF-Solidarität.
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 11.8.1973

18.08.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 32 (vgl. 11.8.1973, 25.8.1973) heraus.

Aus Bayern wird berichtet von MAN Augsburg, aus München von der Bundeswehr (vgl. Mai 1973) bzw. von Siemens sowie von Krauss-Maffei (vgl. Juli 1973) sowie in "Prozesse gegen Kitzinger Genossen stehen bevor" durch die RG Kitzingen über Gymnasium, Berufsschule und die Lehrlinge der Firma Weidt.

Aus Hessen wird berichtet von Bänninger Gießen durch die Zelle Conti aus Hannover oder Korbach.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus dem GTB-Bereich von VKS Delmenhorst über die Ausländer, speziell die Türken, und deren Wohnheim.

Aus NRW wird berichtet aus Düsseldorf von Mannesmann Lierenfeld (vgl. 6.8.1973, 10.8.1973), aus Bochum über die RAF-Fahndung (vgl. 9.8.1973) und aus Gelsenkirchen von AEG Küppersbusch.

Vermutlich mit dieser Ausgabe und auch einzeln wird ein Extrablatt August: "Vorwärts zum roten Antikriegstag!" (RAKT) verbreitet, in dem u.a. auf Nordhorn-Range eingegangen wird.
Q: Roter Morgen Nr. 32 und Extra Vorwärts zum roten Antikriegstag!, Dortmund 18.8.1973 bzw. Aug. 1973

25.08.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 33 (vgl. 18.8.1973, 1.9.1973) heraus, in dem sie u.a. berichtet über die Fluglotsen.

Aus Baden-Württemberg berichtet 1 Gen. von IBM Sindelfingen bzw. der Patentabteilung. Aus Heidelberg wird eingegangen auf Rechtsanwälte, Assistenten der Psychiatrischen Uniklinik und der Medizinischen Uniklinik. Aus Mannheim wird berichtet von John Deere.

Aus Bayern wird berichtet aus dem DruPa-OV Würzburg und dem DruPa-Bezirk Bayern sowie von den Fahrpreiserhöhungen in Würzburg (vgl. 2.9.1973).

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund über einen "Strafbefehl zum 1. Mai", aus Köln von der Kranzsuch-Demonstration (vgl. 11.8.1973), aus Gelsenkirchen von AEG Küppersbusch (vgl. 13.8.1973), über die RG Münster, von Hella Lippstadt und von Pierburg Neuß (vgl. 13.8.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 33, Dortmund 25.8.1973

01.09.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 34 (vgl. 25.8.1973, 8.9.1973) heraus.
Aus Berlin und Hamburg wird berichtet von der Begrüßung einer chinesischen Tischtennismannschaft durch die jeweilige Rote Garde (RG).

Aus Hessen wird berichtet vom Streik bei Buderus Lollar, wo man seit eineinhalb Jahren eine Zelle hat, die 'Rote Hütte' herausgibt und wo u.a. auch Südkoreaner arbeiten. In Kassel gibt es einen Prozeß wegen der Bonner Breschnewdemonstration (vgl. 19.5.1973).

Aus NRW wird berichtet von der Erschießung Erich Dobhardts in Dortmund (vgl. 21.8.1973), von den Streiks bei Opel Bochum (vgl. 22.8.1973), Ford Köln, AEG Kabel Duisburg und Mülheim, Rheinstahl Duisburg, Bielefeld und Gladbeck, Maschinenbau Wagner Dortmund, den Valwo Röhrenwerken Aachen, Varta Hagen, der MF Olbrich Bocholt (vgl. 20.8.1973), Rheinzink und Ruhrzink Datteln, von Optal, Dorn und der KFZ-Fabrik Schildberg Herne, VDO Dortmund, der Karosseriefirma Schon Duisburg (?), der MF Ratingen, Klöckner Castrop-Rauxel, Westfälische Union Hamm, GHH Oberhausen-Sterkrade und Düsseldorf sowie bei den MMRW Mülheim, von denen aus der Abteilung Sonderstahl berichtet wird.

In einem Leserbrief werden die 'sauberen Jungs' der KPD/ML gelobt, was seitens der Partei beifällig aufgenommen wird.
Q: Roter Morgen Nr. 34, Dortmund 1.9.1973

08.09.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 35 (vgl. 1.9.1973, 15.9.1973) heraus.
Solidaritätsspenden kommen aus einem Lager bei Mühlheim (?), Düsseldorf, von Mainzer Medizinstudenten, aus Rüsselsheim, Kiel, Nauheim und München.

Aus Frankreich wird berichtet von Lip Besancon (vgl. 14.8.1973).
Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der KPD/ML-ZB angehörigen Lehrern.
Aus Bayern wird berichtet vom Antikriegstag (AKT - vgl. 1.9.1973) in München sowie durch die Stadtteilzelle Schlachthof-Au München.
Aus Bremen wird berichtet von einer eigenen Veranstaltung (vgl. 27.8.1973).
Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordhorn und Klausheide.
Aus NRW wird berichtet vom Antikriegstag (AKT - vgl. 1.9.1973) in Stukenbrock, von Ford Köln über Ausländer und Türken, von Philips Aachen (vgl. 24.8.1973) und die Zelle Opel Bochum berichtet u.a. über Werkstudenten.
Q: Roter Morgen Nr. 35, Dortmund 8.9.1973

15.09.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 36 (vgl. 8.9.1973, 22.9.1973) heraus und befasst sich grundsätzlich mit der RGO.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg von Triumph-Adler (vgl. 3.9.1973), über die Verschleppung eines iranischen Studenten aus München in das Asylbewerberlager Zirndorf.

Aus Berlin wird berichtet aus dem UG Moabit.

Aus Hamburg wird berichtet von der Antikriegstagsveranstaltung (AKT - vgl. 1.9.1973).

Aus Hessen wird der Arbeiter Gesangverein Marburg erwähnt.

Aus NRW wird berichtet von Opel Bochum über Spanier, von Philips Aachen, von AEG Küppersbusch Gelsenkirchen über Lehrlinge, von Hella Lippstadt und Pierburg Neuß über Frauen, von Ford Köln u.a. über Ausländer, Türken, die Y-Halle, den Versand und die Bänder im Getriebewerk. Die Rote Garde Dortmund berichtet über Erich Dobhardt bzw. vom Borsigplatz und aus Schüren.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von Zeiss-Ikon Kiel (vgl. 22.8.1973).

Vermutlich mit dieser Nummer und auch einzeln wird ein Extra September: "Trotz Polizeiknüppel - Streikwelle rollt!" vertrieben.
Q: Roter Morgen Nr. 36 und Extra Trotz Polizeiknüppel - Streikwelle rollt!, Dortmund 15.9.1973 bzw. Sept. 1973

22.09.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 37 (vgl. 15.9.1973, 29.9.1973) heraus, in dem sie sich u.a. mit der Haltung der KPD zu den Streiks bei Ford Köln, Opel Bochum, Pierburg Neuß und Valvo Aachen befaßt.
Der Leitartikel berichtet vom "Putsch in Chile".

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Streik bei Agfa (vgl. Aug. 1973), aus Nürnberg vom Streik der Müllarbeiter (vgl. 10.9.1973) und in "Kitzinger Prozeß: Die Rote Garde lügt nicht!" durch die RG Kitzingen über Lehrlinge, u.a. bei der Landmaschinenschlosserei Weidt.

Aus Hamburg wird berichtet von der Hausbesetzung in der Ekhofstrasse und dem UG.

Aus Hessen wird berichtet über den Streik bei Teves Frankfurt-Rödelheim und aus Hofgeismar.

Aus Niedersachsen wird berichtet von Streiks der Müllarbeiter in Hannover und Wolfsburg (vgl. 10.9.1973), aus Soltau sowie aus Munsterlager aus der Ausbildungskompanie 413 des Panzerbtl 94.

Aus NRW wird berichtet aus Bonn, über die eigenen Ortsgruppen und Roten Garden in Duisburg, Düsseldorf und Neuß, aus Stukenbrock (vgl. 1.9.1973), aus Bochum vom Solidaritätskomitee für Opel, welches sich um Ausländer, speziell Spanier, kümmert, von Pierburg Neuß über ausländische Frauen, von Valvo Aachen über Jugoslawen und Türken, aus Dortmund über die eigene RG, die Innenstadt, Scharnhorst und Schüren sowie von Streiks bei der ZF Emsdetten (vgl. 3.9.1973), der Eisenhütte Prinz Rudolf Dülmen (vgl. 3.9.1973), bei den Müllarbeitern in Oberhausen (vgl. 11.9.1973),

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Niederfischbach (vgl. 3.9.1973).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von O+J Lübeck (vgl. 10.9.1973) und aus Eckernförde über Fischer und Fischfabriken.
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 22.9.1973

22.09.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 37 (vgl. 15.9.1973, 29.9.1973) heraus, in dem sie sich u.a. mit der Haltung der KPD zu den Streiks bei Ford Köln, Opel Bochum, Pierburg Neuß und Valvo Aachen befaßt.
Der Leitartikel berichtet vom "Putsch in Chile".

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Streik bei Agfa (vgl. Aug. 1973), aus Nürnberg vom Streik der Müllarbeiter (vgl. 10.9.1973) und in "Kitzinger Prozeß: Die Rote Garde lügt nicht!" durch die RG Kitzingen über Lehrlinge, u.a. bei der Landmaschinenschlosserei Weidt.

Aus Hamburg wird berichtet von der Hausbesetzung in der Ekhofstrasse und dem UG.

Aus Hessen wird berichtet über den Streik bei Teves Frankfurt-Rödelheim und aus Hofgeismar.

Aus Niedersachsen wird berichtet von Streiks der Müllarbeiter in Hannover und Wolfsburg (vgl. 10.9.1973), aus Soltau sowie aus Munsterlager aus der Ausbildungskompanie 413 des Panzerbtl 94.

Aus NRW wird berichtet aus Bonn, über die eigenen Ortsgruppen und Roten Garden in Duisburg, Düsseldorf und Neuß, aus Stukenbrock (vgl. 1.9.1973), aus Bochum vom Solidaritätskomitee für Opel, welches sich um Ausländer, speziell Spanier, kümmert, von Pierburg Neuß über ausländische Frauen, von Valvo Aachen über Jugoslawen und Türken, aus Dortmund über die eigene RG, die Innenstadt, Scharnhorst und Schüren sowie von Streiks bei der ZF Emsdetten (vgl. 3.9.1973), der Eisenhütte Prinz Rudolf Dülmen (vgl. 3.9.1973), bei den Müllarbeitern in Oberhausen (vgl. 11.9.1973),

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Niederfischbach (vgl. 3.9.1973).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von O+J Lübeck (vgl. 10.9.1973) und aus Eckernförde über Fischer und Fischfabriken.
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 22.9.1973

29.09.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 22.9.1973, 6.10.1973) heraus. Berichtet wird "Chile: Die Massen greifen zum Gewehr". In "'…von nun an gehört die Initiative der Arbeitrrklasse'" wird aus Frankreich berichtet von Lip Besancon.

Kritisiert wird das mangelnde Eintreten der KPD gegen die Supermächte. Berichtet wird von der RAF.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus dem Lager bei Daimler Sindelfingen, vom Schlachthof Baden-Baden und von der eigenen OG Mannheim (vgl. 7.9.1973).

Aus Bayern wird berichtet von BMW München-Milbertshofen aus der Lackiererei.

Aus Berlin wird berichtet von Flohr-Otis und aus der JVA Plötzensee.

Aus Bremen wird aufgerufen zur eigenen Albanienveranstaltung (vgl. 6.10.1973).

Aus Hessen wird berichtet vom Streik bei Gail Gießen (vgl. 28.8.1973). Der eigene 'Rot-Guss' bei Bänninger Gießen befaßte sich in "Giessen: Bürgerkriegsmanöver" mit einer Rauschgiftrazzia in Gießen, die als Vorbereitung für die nächste Streikwelle begriffen wird, wobei auch auf Heyco Gießen sowie Buderus Wetzlar und Lollar eingegangen wird.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordhorn.

Aus NRW wird berichtet aus Unna vom Antikriegstag (AKT - vgl. 1.9.1973), von Opel Bochum und Ford Köln, aus Essen-Altenessen, Stukenbrock, Wanne-Eickel, von Anker Bielefeld u.a. über die IGM-Jugendgruppe und die Jugendvertretung, aus Duisburg über die RM-Leserunde, aus Dortmund über den als Gefängnis benutzen Sonnenbunker und von der Chiledemonstration und aus Bochum über den KSV der KPD.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über Coop und aus Lübeck von der Chiledemonstration (vgl. 19.9.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 29.9.1973

06.10.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 39 (vgl. 29.9.1973, 13.10.1973) heraus. Der Artikel "§ 129 - Ein Angriff auf die kämpfenden Massen und die Partei" berichtet über die Prozesse gegen Rolf Pohle in München (vgl. 24.9.1973), gegen mehrere Besetzer der Ekhofstrasse in Hamburg vgl. 26.9.1973), gegen Astrid Proll in Frankfurt (vgl. 28.9.1973) aber auch gegen Norbert Osswald und Michael Schulte.

Berichtet wird "Chile: Volkskrieg gegen die Junta", über die Fluglotsen und die Haltung der KPD zu den Supermächten.

Aus Bayern wird berichtet von Liebherr Kempten (vgl. 25.9.1973).

Aus Berlin wird berichtet von Schering Werk Charlottenburg und über die ATÖF Türkei am OSI der FU Berlin.

Aus Hamburg wird berichtet von Türken in einem Krankenhaus sowie über die Hausbesetzung in der Ekhofstrasse.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt und Hanau sowie aus Gießen von der Roten Hilfe (RH) und der Uni, an der neben dem eigenen KSB/ML auch der KSV der KPD aktiv ist.

Aus NRW wird berichtet von der MTR, u.a. von Krupp, Thyssen, Mannesmann Duisburg-Huckingen und Hella Lippstadt. Berichtet wird auch aus Wuppertal, von Ford Köln und über die RG Münster.

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Mainz.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über die RG in der Schillkaserne Lütjenburg.
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 6.10.1973

13.10.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 6.10.1973, 20.10.1973) heraus. Berichtet wird u.a. über die "Bürgerliche und revisionistische Berichterstattung über Chile", die CPB/ML in Großbritannien und die Bundeswehr.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Freiburg.

Aus Bayern wird berichtet aus der IGM Straubing (vgl. 1.10.1973), von Hercules Nürnberg, über Medizinstudenten in München, Frauen und Lehrlinge in Kempten sowie die Verschleppung eines iranischen Studenten aus Fürstenfeldbruck bei München in das Lager Zirndorf.

Aus Hamburg wird berichtet über das Berufsverbot (BV) gegen die Referendare Peter Altenburg und Marita Hindemith vom KBW sowie aus dem IGM-Bereich von Blohm und Voss (B+V).

Aus Hessen wird über die zum 1.11.1973 drohende Schließung von G.G. Fittings (530 Besch.) im Kreis Eschwege (Sontra, d.Vf.) berichtet, aus Langenselbold und über die Angestellten des DGB Hessen.

Aus Niedersachsen wird berichtet von den Aluminiumwerken Hannover.

Aus NRW wird berichtet von der Zeche General Blumenthal Recklinghausen (vgl. 1.10.1973), von der CF KNapsack Hürth, über Ausländer in Bochum, von G. Wagner von ATH Duisburg (vgl. 1.10.1973) sowie aus Duisburg über die eigene Ortsgruppe, die RG und die Rote Hilfe (RH), von Mannesmann (MM) Duisburg und aus dem Metallbereich in Köln, u.a. von Ford. Aus Bochum wird berichtet vom Spreti-Prozess und aus Dortmund von einem Prozess wegen des Breschnewbesuchs.
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 13.10.1973

20.10.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 41 (vgl. 13.10.1973, 27.10.1973) heraus. Berichtet wird "Chile: Militärjunta mit Mord und Unterdrückung gegen den Widerstand des Volkes".

Aus unbekanntem Ort wird berichtet von AEG Telefunken.

Aus Bayern wird berichtet von dem nach Zirndorf verschleppten iranischen Studenten aus München, aus der JVA München-Stadelheim sowie aus Kempten von Streiks bei Allma-Saurer (vgl. 8.10.1973) und der Kemptener MF (vgl. 8.10.1973).

Aus Hamburg wird berichtet über Rentner in Duvenstedt, von der KPD-Kundgebung für die Fordarbeiter (vgl. 14.9.1973) sowie über die eigene Betriebszeitung im Hafen (vgl. 8.10.1973). Aufgerufen wird zu den eigenen Aktionen zum Hamburger Aufstand 1923 (vgl. 23.10.1973, 24.10.1973).

Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf Mannheim.

Aus Hamburg wird berichtet von der Solidarität mit den Kölner Fordarbeitern (vgl. 14.9.1973).

Aus Hessen wird berichtet vom Streik bei Hanomag Kassel (vgl. 11.10.1973) und aus der Werkzeugmacherei bei Bänninger Gießen von der politischen Entlassung des KPD/ML-Genossen Peter Schmidt, der wegen dem Roten Antikriegstag (RAKT) verurteilt wurde.

Aus Niedersachsen wird berichtet über Bauern in der Südheide, u.a. über Texaco, Maizena Wittingen, Teves Gifhorn und VW Wolfsburg.

Aus NRW wird berichtet aus Bielefeld, von der eigenen Veranstaltung in Dortmund (vgl. 19.10.1973), von ATH Duisburg, aus Recklinghausen von der Zeche General Blumenthal der BAG Herne/Recklinghausen u.a. über den zuständigen IGBE-Bezirk.

Aus Schleswig-Holstein wird zur Albanienveranstaltung in Lübeck eingeladen (vgl. 26.10.1973) aus Heide berichtet von der Rekrutenvereidigung der Bundeswehr (vgl. 25.9.1973) und von der Uni Kiel über den eigenen KSB/ML.
Q: Roter Morgen Nr. 41, Dortmund 20.10.1973

27.10.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 42 (vgl. 20.10.1973, 3.11.1973) heraus. Berichtet wird von Uli Kranzsuch.

Mit dem bei Thyssen Duisburg-Hamborn entlassenen KPD/MLer Günther Wagner erklärten sich solidarisch der SVI (vgl. 15.10.1973) und aus:
- Baden-Württemberg Menschen in Kusterdingen.
- Berlin das Kampfkomitee Bethanien (vgl. 15.10.1973).
- Bremen die Betriebszelle Klöckner.
- Hessen die Betriebszelle der RG Frankfurt (vgl. 15.10.1973).
- Niedersachsen Menschen aus Hannover und die KPD/ML Oldenburg (vgl. 15.10.1973).
- NRW Menschen aus Bochum und Dortmund, eine Demonstration in Duisburg (vgl. 15.10.1973), eine Albanienveranstaltung in Gelsenkirchen (vgl. 15.10.1973), der RMLK Brackwede (vgl. 15.10.1973), die RG Bielefeld / Brackwede (vgl. 15.10.1973), die Rote Hilfe (RH) Initiative Köln (vgl. 15.10.1973), der RMLK (vgl. 15.10.1073), eine Veranstaltung (vgl. 15.10.1973) und das Aktionskomitee der Werktätigen an den Krankenhäusern Münster (vgl. 15.10.1973).
- Schleswig-Holstein der KSB/ML Kiel (vgl. 15.10.1973).

Veranstaltungen zum Hamburger Aufstand werden angekündigt für den 27.10.1973 in Hannover und Dortmund und den 30.10.1073 in Marburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der eigenen ersten Veranstaltung in Heidelberg (vgl. 13.10.1973).

Aus Bayern wird berichtet aus Triesdorf, Würzburg, Fürstenfeldbruck, und über das nach Zirndorf verschleppte Mitglied der CISNU Iran aus München.

Aus Hamburg wird berichtet von der Hausbesetzung in der Ekhofstrasse über die Urteile gegen 6 Hausbesetzer, darunter Karl-Heinz Dellwo.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordhorn.

Aus NRW wird berichtet von AEG Küppersbusch Gelsenkirchen, aus Dortmund, über die Rote Hilfe (RH) Herten/Recklinghausen (vgl. 22.9.1973), von Ford Köln über Türken, Italiener, Jugoslawen und die KPD sowie vom Coop-Gebrauchsgüterzentrum Kamen (1 200 Besch.) sowie von ATH Duisburg über die eigene Zelle, die Elektrowerkstatt und Günther Wagner.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel über den IGM JA, die Jugendvertretungen HDW und Hell, den DGB KV, den ÖTV JKV, die IGM Verwaltungsstelle und die RG.

Beigelegt ist ein Extrablatt zu ???.
Q: Roter Morgen Nr. 42, Dortmund 27.10.1973

03.11.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 43 (vgl. 27.10.1973, 10.11.1973) heraus und berichtet von Uli Kranzusch.

Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf Daimler Sindelfingen und Bosch Stuttgart, auf Stuttgart-Bad Cannstatt, auf Reutlingen und den KSB/ML Tübingen, der 50 Unterschriften und 11 DM Spende für Mehrdad Adrom von der CISNU Iran sammelte.

Aus Bayern wird berichtet über den AKT-Prozeß in München, den nach Zirndorf verschleppten Iraner sowie von BMW (vgl. 22.10.1973).

Aus Bremen wird in "Sowjetunion: Imperialistische Handelspolitik" auch berichtet aus dem Hafen.

Aus Hamburg wird berichtet von den Aktionen zum Hamburger Aufstand (vgl. 23.10.1973), wozu auch die 'Hamburger Volkszeitung' vom 22.10.1927 dokumentiert wird und aufgerufen zur Veranstaltung gegen den Ernst-Aust-Prozeß (vgl. 3.11.1973).

Aus Hessen werden Rote Hilfe und KSB/ML Marburg erwähnt.

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund über einen "Prozess gegen 1.Mai-Demonstranten" (vgl. 7.11.1973), Bielefeld, über die RG Duisburg, die RG Detmold (vgl. 25.10.1973), von Ford Köln über die KPD, von der Preußag Ibbenbüren über den Nordschacht Mettingen. Die RG Halle (Kreis Gütersloh) berichtet von der Bundeswehr. Eingeladen wird zur Veranstaltung in Münster (vgl. 9.11.1973).

Aus dem Saarland wird berichtet vom Streik im Bergbau (vgl. 23.10.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 43, Dortmund 3.11.1973

10.11.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 44 (vgl. 3.11.1973, 17.11.1973) heraus.

Berichtet wird u.a. über Uli Kranzusch und von der Jugendorganisation der ehemaligen KPD/ML-ZB, dem "KJVD, der sich inzwischen aufgelöst und zum größten Teil der Partei unterstellt hat".

Von Veranstaltungen zum Hamburger Aufstand wird berichtet aus Bochum (vgl. 22.10.1973), Dortmund (vgl. 27.10.1973), Bremen (vgl. 22.10.1973) auch KBW anwesend), Frankfurt, Marburg (vgl. 30.10.1973) und München (vgl. 22.10.1973).

Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf die Fahrpreiserhöhungen in Mannheim und den IGM-Bezirk Stuttgart.

Aus Bayern wird berichtet aus Marktoberdorf über Walther, aus Kempten über die IGM-Jugend, aus München von BMW (vgl. 29.10.1973), aus dem Berlepschheim, aus der JVA Stadelheim und über Krankenhäuser, u.a. in Perlach und Schwabing sowie über das Uniklinikum links der Isar.

Aus Berlin wird berichtet aus dem Bezirk Tiergarten.

Aus Hamburg wird berichtet von der RG über HDW und den IGM OJA.

Aus Hessen wird berichtet von der Panzer Grenadier Brigade (PGB) 13 in
Wetzlar.

Aus NRW wird berichtet von Opel Bochum vom Arbeitsgerichtsprozess von Andres Lara (vgl. 8.11.1973), aus Duisburg von Streiks bei Mannesmann (vgl. 29.10.1973) und bei Rheinstahl Meiderich (vgl. 29.10.1973), aus Essen von Werner Lukas bzw. den Metallwerken Olsberg (vgl. 22.10.1973) und von den CWH Marl über das Luftbogenfeld, die Acyetylenproduktion und die Ätylenproduktion. Aufgerufen wird zur Bergbauveranstaltung in Recklinghausen (vgl. 10.11.1973).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der Marine in Flensburg und aufgerufen zur gestrigen Veranstaltung in Kiel (vgl. 9.11.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 10.11.1973

17.11.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 45 (vgl. 10.11.1973, 24.11.1973) heraus.
Aus Bayern wird berichtet aus der JVA München und von BMW München.

Aus Hamburg wird berichtet aus dem DruPA-OV, u.a. von Springer sowie vom Prozeß wegen der Hausbesetzung in der Ekhofstrasse.

Aus Hessen berichtet die Rote Hilfe Wetzlar über Jugendliche.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover vom Flughafen.

Aus NRW wird berichtet von Mannesmann Duisburg-Huckingen, von Ford Köln über Y-Halle (Endmontage), FK-Halle (Preßwerk), X-Halle, die Polsterei und die Osthalle (Trimmband), aus der Düsseldorfer Altstadt über Araber, Afrikaner, Tunesier, Marokkaner, Palästinenser und das Polizeigefängnis. Von Anker Bielefeld wird u.a. berichtet über die Jugendvertretung, die IGM-Jugendgruppe und die IGM-Verwaltungsstelle.
Q: Roter Morgen Nr. 45, Dortmund 17.11.1973

24.11.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 46 (vgl. 17.11.1973, 1.12.1973) heraus. Aufgerufen wird zur "Solidarität mit dem kämpfenden chilenischen Volk". Berichtet wird u.a. über Uli Kranzusch.
Spenden für das Solidaritätskomitee kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Mannheim, Schwetzingen, Reutlingen, Freiburg und Heidenheim sowie vom KSB/ML Reutlingen.
- Bayern aus Würzburg.
- Berlin von der Zelle Kreuzberg und vom Sympathisantenkollektiv Berlin.
- Hamburg.
- Hessen von einer Veranstaltung in Darmstadt, aus der Bundeswehr in Wetzlar und aus Marburg.
- NRW aus Essen, Köln, Recklinghausen, Duisburg, u.a. aus Meiderich, und von einer Veranstaltung in Gelsenkirchen.

Spenden für Ford kamen vom RMLK Kiel, aus Münster, Böblingen und Bamberg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der OG Reutlingen über Rentner, Laichingen und den KSB/ML Reutlingen.

Aus Bayern wird berichtet aus München, über Jugoslawinnen in Ingolstadt, über Lokführer in München und Würzburg und über den ins Bezirkskrankenhaus Fürth verbrachten Eritreer Beiene.

Aus Hamburg wird berichtet über den heutigen KPD-Anhänger Conni H., der sich im Frühsommer 1969 der KPD/ML angeschlossen habe und dann Vorsitzender der Landesleitung Wasserkante war.

Aus Hessen wird berichtet aus Guntershausen und von Buderus Lollar und Wetzlar, wo man selbst die 'Rote Hütte' herausgibt. Hierbei werden auch die Jugendvertretung, der IG Metall OV und die Rote Hilfe Gießen erwähnt.
Aus NRW wird berichtet vom AKJZ Dortmund (vgl. 12.11.1973), von Opel Bochum, AEG Küppersbusch Gelsenkirchen, Pierburg, Ford Köln, u.a. über Türken, und von Mannesmann Duisburg-Huckingen.

Aus unbekanntem Ort wird berichtet über ausländische Arbeiterinnen bei Isopor.
Q: Roter Morgen Nr. 46, Dortmund 24.11.1973

01.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 47 (vgl. 24.11.1973, 8.12.1973) heraus. Berichtet wird "Chile: Der Kampf der Arbeiterklasse wächst an!". Begrüßt werden die aufgrund des Putsches in Chile erfolgten jüngsten Bombenanschläge auf SEL/ITT-Niederlassungen in Berlin (vgl. 16.11.1973) und Nürnberg (vgl. 17.11.1973). Berichtet wird von den Prozessen gegen die KPD und von Opel Bochum, Kaiserslautern und Rüsselsheim, u.a. über Ausländer.

Spenden für die Solidarität mit den politischen Gefangenen kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Kusterdingen und Heilbronn.
- Bayern aus München, Nürnberg und Würzburg.
- Berlin, u.a. von Borsig.
- Hessen aus Marburg und Frankfurt.
- Niedersachsen von der Roten Hilfe (RH) Braunschweig.
- NRW aus Dortmund, Bochum, Münster, Detmold und Essen.
- Schleswig-Holstein aus Kiel.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der Südbremse über Ausländer, aus Schweinfurt über eine Solidaritätsadresse von Griechen und der eigenen Ortsgruppe und aus Nürnberg über das Städtische Krankenhaus.

Aus Berlin wird berichtet aus der Passauerstr. in Schöneberg.

Aus Bremen wird berichtet von der AG Weser (AGW - vgl. 19.11.1973) sowie von Siemens über Frauen und den KBW.

Aus Hamburg wird berichtet vom PGB 72 der Bundeswehr in Fischbek.

Aus Hessen befaßt sich der KSB/ML Marburg mit dem KSV der KPD.

Aus NRW wird von der Stahltarifrunde (STR) berichtet, sowie aus Essen, Kaarst, von der Griechenlanddemonstration in Duisburg (vgl. 24.11.1973), über die Hagensallee Duisburg, über Prozesse aus dem Dortmund wegen dem 1.5.1973 und dem Breschnewbesuch (vgl. 7.11.1973), aber auch vom AKJZ Dortmund (vgl. 17.11.1973), von Rheinstahl Dortmund, Hoesch, Mannesmann, Hella, Pierburg und Ford. Von Anker Bielefeld wird berichtet über die IGM-JG und den IGM OJA. Aus Köln-Nippes wird berichtet über Nazis und Festnahmen (vgl. 17.11.1973). Aufgerufen wird zur Veranstaltung in Recklinghausen (vgl. 1.12.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 47, Dortmund 1.12.1973

08.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 1.12.1973, 15.12.1973) heraus. Berichtet wird über Türken in Frankfurt und Konstanz und von der bundesweiten Irandemonstration (vgl. 1.12.1973).

Aus Bayern wird eine Büroadresse aus München angegeben (vgl. 26.11.1973).

Aus Berlin wird berichtet.

Aus Bremen wird eine Büroadresse angegeben (vgl. 26.11.1973).

Aus Hamburg wird eingeladen zu Veranstaltungen über Kunst (vgl. 7.12.1973) und die Bundeswehr (vgl. 14.12.1973).

Aus NRW wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR), u.a. bei Thyssen Duisburg, von Hella Lippstadt, von AEG Küppersbusch (vgl. 26.11.1973), von Bayer Leverkusen, vom Poliezeieinsatz Sozialwissenschaftlichen Institut der Ruhruni Bochum (RUB - vgl. 29.11.1973), von der eigenen Veranstaltung in Recklinghausen (vgl. 1.12.1973)

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet von BASF Ludwigshafen.

Aus Schleswig-Holstein wird ein Büro in Kiel angegeben (vgl. 26.11.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 48, Dortmund 8.12.1973

15.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 49 (vgl. 8.12.1973, 22.12.1973) heraus. Berichtet wird erneut über Türken in Frankfurt und Konstanz und auch über die bundesweite Irandemonstration in Köln (vgl. 1.12.1973).

Aus Baden-Württemberg wird das US-Gefängnis in Mannheim erwähnt.

Aus Bayern wird berichtet aus München, u.a. von der Südbremse (vgl. 3.12.1973), aus Nürnberg von DOMA-Bau. Die RG Kitzingen berichtet vom Gymnasium:"
Prozess in Kitzingen

Ende November fand in Kitzingen ein Prozeß gegen 4 Mitglieder der ROTEN GARDE statt, die ein Flugblatt mit dem Titel: 'Die Schule, ein Werkzeug der Bonzen' verteilt haben sollen. Das Urteil: 100 Mark Geldstrafe, ersatzweise 10 Tage Haft, Kosten des Verfahrens und Kosten einer Gegendarstellung, die der 'beleidigte' Schuldirektor Steiner in der Kitzinger Zeitung veröffentlichen will."

Berichtet wird aus Hessen aus Frankfurt von Telefonbau und Normalzeit (TN) über die Jugendvertretung, die eigene Rote Garde (RG) und den RJVD des KABD, aus Gießen über die Iran-Demonstration sowie die KBW Gruppen Kommunistische Studentenorganisation (KSO) und KB Wetzlar.
Aus Niedersachsen wird berichtet

Aus NRW wird berichtet aus Bochum, u.a. über Portugiesen bei Opel und die Entlassung von Krawutschke bei Opel (vgl. 30.11.1973), aus Dortmund über den Haus-Voss Prozess (vgl. 12.12.1973), aus Köln von KHD (vgl. 3.12.1973).

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet von BASF Ludwigshafen.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über die rund 180 Insassen der Jugendstrafanstalt (JVA) Neumünster und eingeladen zur Veranstaltung in Neumünster (vgl. 28.12.1973) und zur RG-Veranstaltung in Kiel (vgl. 17.12.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 15.12.1973

22.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 15.12.1973, 29.12.1973) heraus. Berichtet wird von der bundesweiten Textilarbeiterdemonstration (vgl. 13.12.1973).

Spenden für das Solidaritätskomitee werden gemeldet aus Duisburg, Hannover, Marburg, Berlin, Essen, Göttingen, von der Ortsgruppe Nürnberg und der RH Recklinghausen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Daimler Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet über die JVA München-Stadelheim und eingeladen zu Albanienveranstaltungen in Kitzingen (vgl. 28.12.1973) und München (vgl. 31.12.1973)

Aus Berlin wird berichtet, u.a. von Poddig Antennenbau (140 Beschäftigte), über die IGM Verwaltungsstelle, u.a. über Lehrlinge, AEG, Osram und den OJA

Aus Bremen wird berichtet von der MTR bzw. STR über die "Betriebsversammlung, Klöckner Bremen: Die Halle war voll wie selten. Der reaktionäre Betriebsrat Kintrupp kommt überhaupt nicht mehr zu Wort. Um die Kollegen zu beschwichtigen, muß der D'K'P-Betriebsrat Röpke herhalten, dessen ebenfalls angeknackstes vertrauen bei den Kollegen durch eine Entlassung vor einiger Zeit wieder aufgefrischt werden mußte. In der gesamten Diskussion wird sorgfältig vermieden, daß das Gespräch auf die Tarifrunde kommt. Die Forderung des V-Leute-Körpers nach 16% und 200 DM mehr für die Lehrlinge kommt überhaupt nicht zur Sprache. Am besten kam der Beitrag eines Kollegen an, der klar betonte, daß gerade angesichts der drohenden Krise gekämpft werden muß. 'Bange machen gilt nicht! Dabei ist es falsch zu sagen, Politik gehört nicht in den Betrieb - aber Politik im Interesse der Arbeiter muß es sein!'"

Aus Hamburg wird eingeladen zur Albanienveranstaltung (vgl. 28.12.1973) sowie zur Veranstaltung über das Buch 'Arzt in China' von J.S. Horn (vgl. 21.12.1973)

Berichtet wird aus Hessen, daß in einer Kaserne in Wetzlar 110 DM für die KPD/ML gesammelt wurden. Eingegangen wird in "Bänninger Gießen. Arbeitsgericht muss Kündigung zurücknehmen!" zur Entlassung der beiden Roten Betriebsräte auch auf den eigenen 'Rot-Guss'.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover und durch Oldenburger Sympathisanten über jugoslawische Gastarbeiter albanischer Abstammung aus dem Kosovo. Für Braunschweig wird eingeladen zu Albanienveranstaltung 31.12.1973).

Aus NRW wird berichtet über Bielefeld, von der GOG Opel Bochum (vgl. 1.12.1973) und dem Verband der Kriegsdienstverweigerer (VK) Bochum, aus Oberhausen, Köln, aus Düsseldorf über die Werkswohnungen bei Klöckner VDI. Berichtet wird auch von einer Spende von Hoesch Dortmund für die Kollegen von Mannesmann (MM) Duisburg, aus Lippstadt über Spanier bei Hella und aus Wuppertal über die JVA.
Aus Dortmund wird berichtet über Jugendliche in Neu-Scharnhorst bzw. die Verurteilung des dortigen Pfarrers wegen Verbreitung des 'Kindermanifest', von der Veranstaltung gegen den Haus-Voss-Prozeß (vgl. 11.12.1973) und von Hoesch über das KWW und die dortigen Ausländer, u.a. Araber, speziell Marokkaner und Tunesier.

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus der Jugendstrafanstalt (JVA) Bad Neuenahr.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kampen auf Sylt und aus Kiel von Hell (vgl. 10.12.1973).
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 22.12.1973

29.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 51 (vgl. 22.12.1973, 5.1.1974) heraus.
Eingegangen wird auf den außerordentlichen Parteitag (vgl. 27.11.1971)

Berichtet wird in einem Jahresüberblick u.a. über Fahrpreiskämpfe in Hannover, Heidelberg, Hamburg, München und Mannheim, den Thieu-Besuch in Bonn (vgl. 10.4.1973) sowie über Streiks bei Ford Köln, Hella Lippstadt, Opel, Pierburg, Valvo, Rheinstahl und Bänninger Gießen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über den 'Roten Mercedes' bei Daimler-Benz Stuttgart-Untertürkheim.

Aus Hamburg wird berichtet vom 'Roten Beiersdorfer' (vgl. Sept, . 1973) und über Ausländer.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel vom KJVD und TKB/ML.
Q: Roter Morgen Nr. 51, Dortmund 29.12.1973

05.01.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 1 (vgl. 29.12.1973, 12.1.1974) heraus. Büros werden u.a. angegeben für Bremen, München und Kiel.

Aus Chile kommt ein Interview mit einem Mitglied des Politbüros der RKP.

Berichtet wird von der Gesellschaft der Freunde Albaniens (GdFA - vgl. Dez. 1973) und dem Verbot des KSV der KPD.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von den Unis Heidelberg und Konstanz.

Aus Bayern wird berichtet durch einen Nürnberger Genossen über Jugendliche im Krankenhaus (ÖTV-Bereich). Aus München wird berichtet von der Uni und aus dem IGM-Bereich von Siemens (vgl. Dez. 1973).

Aus Berlin wird berichtet aus dem IGM-Bereich von AEG (vgl. Dez. 1973), von den Unis und aus dem ÖTV-Bereich über Krankenhäuser, wobei u.a. die Kinderklinik Bethanien und das Kinderkrankenhaus Charlottenburg erwähnt werden.

Aus Bremen wird berichtet aus dem KBW (vgl. 30.11.1973).

Aus Hamburg wird berichtet über die RG, die im ÖTV-AK Gesundheitswesen vertreten ist und auch Soldatenarbeit (vgl. Dez. 1973) betreibt.

Aus Hamburg-Wilhelmsburg wird berichtet:"
Hamburger Polizei schießt Jungarbeiter nieder

Im Hamburger Arbeiterviertel Wilhelmsburg (bekannt durch die Flutkatastrophe 1962, wo hier 300 Proletariert starben) schossen Polizisten auf junge Arbeiter. Der 16-jährige Manfred M., wie viele seiner Kollegen z. Z. arbeitslos, hatte mit einem Freund ein Motorrad gestohlen. bei der Verfolgung durch Polizisten hielten sie nicht an, rissen einen Polizisten nieder und flüchteten dann zu Fuß weiter. Weil Manfred M. 'Schießhaltung' einnahm, wie der Polizist später behauptete,
wurde er angeschossen. Die 'Schießhaltung' sah so aus, daß Manfred 8 Polizeikugeln in den Rücken bekam. Anschließend hetzten die Polizisten scharfe Hunde auf ihn, die ihm ein Bein zerbissen.

Die Krankenhaussympathisantengruppe der KPD/ML berichtet, daß die Unfallärzte mehr als 3 Stunden nach einer Geschoßkugel suchten. Es ist ein reiner Zufall, daß Martin noch lebt: die Kugel steckte im Rücken, Millimeter vom Herzen entfernt. Die Empörung des Krankenhauspersonals ist groß. Eine Schwester erzählte, daß vor einigen Monaten in Wilhelmsburg schon einmal ein Jugendlicher niedergeschossen wurde, weil er eine Stange Zigaretten gestohlen hatte. Oft müssen Schwestern und Ärzte den aufgehetzten Polizisten in den Arm fallen, wenn sie noch im Krankenhaus Betrunkene zusammenschlagen.

Die ganze Nacht hielten Polizisten vor der Krankentür von Manfred Wache. Ihr einziger Kommentar zu diesem kaltblütigen Mordversuch: 'Da sieht man mal, daß wir viel zu kleines Kaliber haben, wenn der nicht mal ein Ausschußloch hat. Ein faustgroßer Ausschuß ist notwendig, damit die Gangster auf der Stelle kippen.'"

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt aus dem CPK-Bereich über den eigenen 'Roten Kessel' bei Cassella (vgl. Dez. 1973) und aus Marburg von der Uni.

Aus NRW wird berichtet aus Bochum von der Verurteilung der Studentin Gabriele Kröcher wegen Mitgliedsachaft in der Roten Ruhr Armee zu acht Jahren Gefängnis, aus Bonn von vietnamesischen Studenten und durch ein RG-Mitglied aus Troisdorf/Siegburg über die dortige Kreisberufsschule.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der Uni Kiel.
Quelle: Roter Morgen Nr. 1, Dortmund 5.1.1974

12.01.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 2 (vgl. 5.1.1974, 19.1.1974) heraus.

Berichtet wird vom CISNU-Weltkongreß in Frankfurt (vgl. 3.1.1974), von der Haltung der KPD zur KP Chinas und der PdA Albaniens (PAA).

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein von Soldaten sowie aus:
- Baden-Württemberg von der eigenen OG Mannheim, aus Karlsruhe und vom ehemaligen KJVD der KPD/ML-ZB Friedrichshafen.
- Bayern aus München, u.a. von der Zelle Bruckmann (DP-Bereich) und aus dem Schlachthof von Kollegen und der eigenen Zelle, von der RG Siemens Nürnberg (IGM-Bereich) und aus Nenzenheim.
- Berlin, u.a. aus dem IGM-Bereich von AEG-Telefunken und von Siemens-Schaltwerkskollegen.
- Hamburg, u.a. aus Billstedt.
- Hessen aus Frankfurt, Kassel und Marburg.
- Niedersachsen aus Braunschweig, Göttingen, Oldenburg und aus Hannover von der Zelle Linden.
- NRW aus Bochum-Wattenscheid, Dortmund, Essen, Frechen, Hattingen, Köln, Werdohl, Wuppertal, von der RG Gelsenkirchen und von Sympathisanten in Düsseldorf.
- Schleswig-Holstein aus Flensburg und aus Kiel vom RMLK Gaarden

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Parteiveranstaltung in Böblingen/Sindelfingen (vgl. 15.12.1973).

Aus Bayern wird berichtet aus einem Betrieb in Ingolstadt und aus München vom Prozeß gegen das persische RG-Mitglied Sascha Haschemi sowie von der Parteiveranstaltung (vgl. 1.1.1974). Aufgerufen wird zur Parteiveranstaltung in Würzburg (vgl. 17.1.1974)

Aus Berlin wird berichtet aus dem IGM-Bereich seitens der RG-Zelle Osram über die SEW und das Maschinenwerk.

Aus Bremen wird aufgerufen zur Parteiveranstaltung (vgl. 19.1.1974).

Aus Hamburg befaßt sich ein Leserbrief mit der RGO, berichet wird von der Parteiveranstaltung (vgl. 1.1.1974).

Aus Hessen wird berichtet von Hoechst Frankfurt (vgl. Dez. 1973).

Aus NRW wird berichtet über Genossen in Bochum-Wattenscheid, aus Düsseldorf aus dem IGM-Bereich von VDI Oberbilk, aus dem Kreis Steinfurt über die Zeche Ibbenbüren (IGBE-Bereich) sowie aus Metelen über Arbeitslose, Bauern und die Seidenspinnerei (GTB-Bereich - vgl. 31.12.1973). Aus Troisdorf wird berichtet aus einem PVC-Betrieb (CPK-Bereich). Aufgerufen wird zur Parteiveranstaltung in Gelsenkirchen (vgl. 12.1.1974), berichtet von derjenigen in Dortmund (vgl. 1.1.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Neumünster aus dem IGM-Bereich von AEG (vgl. 1.1.1974) und aus Kiel von der Parteiveranstaltung (vgl. 1.1.1974).

Auf Seite 6 wird gefragt "Sind lange Haare fortschrittlich?" Dazu heißt es u.a.:"
Die Bourgeoisie weiß genau, daß die Jugend der aktivste und kämpferischste Teil des Volkes ist. Darum will sie verhindern, daß die Jugend erkennt, daß ihre Freiheit untrennbar mit der Freiheit des gesamten werktätigen Volkes verbunden ist … Die Kapitalisten wollen erreichen, daß der Haß auf die bestehenden Zustände sich gegen die Eltern und nicht gegen sie selbst richtet. … Es ist kein Zufall, daß auch und gerade die modernen Revisionisten (DKP, d.Vf.) lange Haare auf ihren Plakaten propagieren und versuchen die Jugend mit Beatmusik einzufangen. … Die Propagierung der bürgerlichen Jugendkultur durch die D'K'P-Revisionisten ist ein wichtiger Faktor bei ihren verzweifelten Bemühungen, die Arbeiterklasse von der sozialistischen Revolution abzuhalten, sie an das kapitalistische System zu ketten."
Q: Roter Morgen Nr. 2, Dortmund 12.1.1974

19.01.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 3 (vgl. 12.1.1974, 26.1.1974) heraus.
Eine zweiseitige Beilage widmet sich der Medizin im Sozialismus.

Erstmals wird eine Adresse eines Büros in Mannheim veröffentlicht.

Aus Bayern wird berichtet aus Görisried bei Kempten über den Truppenübungsplatz und die Atomraketenstellung der US-Army sowie über Bauern und Jugendliche. Aufgerufen wird zu Veranstaltungen in Würzburg (vgl. 25.1.1974) und Kitzingen (vgl. 25.1.1974).

Aus Hamburg wird die eigene Beteiligung an den Bürgerschaftswahlen bekanntgegeben.

Aus Hessen wird berichtet aus Willingen und aus Frankfurt von der Iran-Demonstration (vgl. 12.1.1974), den Postämtern und dem Spekulanten Rosen, der mehrere Häuser besitze, von denen eines letztes Jahr besetzt worden sei.
Der KSB/ML Frankfurt berichtet von der Uni aus den Wirtschaftswissenschaften und vom Botanischen Institut.

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund vom Osswald/Schulte-Prozeß, aus Duisburg wird aufgerufen zur Parteiveranstaltung (vgl. 21.1.1974) und berichtet aus dem IGM-Bereich von Mannesmann-Huckingen (vgl. Dez. 1973), aus Gelsenkirchen über die Parteiveranstaltung (vgl. 12.1.1974) und die der DKP (vgl. 5.1.1974), sowie über DKP und KPD/ML aus Gelsenkirchen und Recklinghausen.
Aufgerufen wird zu Veranstaltungen in Köln (vgl. 19.1.1974, 25.1.1974).

Aus Dortmund wird berichtet "Antifaschisten als Verbrecher beschimpft!", da DKPler in Gelsenkirchen die Angeklagten im Haus-Voss-Prozess als KPD/ML-Verbrecher bezeichnet hätten.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von Kieler Sympathisanten aus einem kleinen Betrieb (Quandt-Tochter) und aufgerufen zu Veranstaltungen in Kiel (vgl. 20.1.1974) und - ein wenig spät - Neumünster (vgl. 18.1.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 3, Dortmund 19.1.1974

26.01.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 4 (vgl. 19.1.1974, 2.2.1974) heraus, in dem sie sich u.a. mit der RGO befaßt.
Büros gibt es in Hamburg, München, Kiel, Bremen und Mannheim.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Postamt Tailfingen und von Jugendlichen in Heidenheim.

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Prozeß (vgl. 15.1.1974) und aus dem IGM-Bereich von Südbremse (vgl. 15.1.1974) sowei aufgerufen zur Haschemi-Demonstration (vgl. 26.1.1974) und aus Würzburg berichtet aus dem IGM-Bereich von König und Bauer (vgl. 15.1.1974).

Aus Bremen wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Klöckner:"
Erfolg bei Klöckner

Auf der Betriebsversammlung bei Klöckner in Bremen Anfang Dezember letzten Jahres ging ein jüngerer Kollege nach vorn und stellte gegen das 'Wir sitzen alle in einem Boot'-Gerede der Kapitalisten und die Demagogie der D'K'P-Revisionisten einige Forderungen der Kollegen klar. Unter anderem sagte der Kollege: 'Arbeitsdirektor Sporbeck empfiehlt uns angesichts der 'Ölkrise' mehr mit den Werksbussen zu fahren. Das empfehlen wir ihm auch, denn dann würde er sehen, wie voll die sind, das man kaum noch stehen kann. Wir brauchen mehr Werksbusse! Außerdem stellte der Kollege klar, daß die Kollegen nicht daran denken, an den Feiertagen bis in die Nacht zu arbeiten'.

Das mutige Auftreten des Kollegen und die starke Unterstützung durch den Beifall der Kollegen brachte Erfolg: Auf den überfüllten Werksbuslinien fahren jetzt morgens 2 Busse und zur Spätschicht Gelenkbusse statt der einfachen. Und Silvester 'durften' alle schon um 17.30 Uhr nach Hause gehen statt wie noch auf der Betriebsversammlung angekündigt um 22.00 Uhr. alle Kollegen haben verstanden, wo diese Änderungen herrühren. Die nächste Betriebsversammlung bei Klöckner wird bestimmt noch kämpferischer."

Aus Hamburg wird berichtet aus dem IGM-Bereich von HDW (vgl. 15.1.1974) und eingeladen zum Arbeitertreff (vgl. 1.2.1974).

Aus Hessen wird erneut berichtet von der CISNU-Demonstration in Frankfurt (vgl. 12.1.1974) sowie von den Postämtern in Darmstadt und Frankfurt.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hildesheim über die Erschießung eines Jungarbeiters (vgl. Dez. 1973) und aus Wolfsburg aus der IGM (vgl. 15.1.1974).

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund vom Haus-Voss-Prozess, aus Dortmund-Schüren, aus Duisburg aus dem IGM-Bereich von Mannesmann (MM) Huckingen und aus Köln von der DPG im Fernmeldebereich.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel von den Berufsschulen (vgl. 15.1.1974) und eingeladen zur Veranstaltung.
Q: Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 26.1.1974

02.02.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 5 (vgl. 26.1.1974, 9.2.1974) heraus. Gefordert wird "Deutschland dem deutschen Volk!".

Eingegangen wird auf die Haltung der KPD zu Spanien und die Politik des KBW im VDS.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus dem ÖD in Heidelberg, Karlsruhe und Stuttgart (vgl. 21.1.1974), über einen Fahrpreisprozeß in Mannheim (vgl. 2.2.1974) und einen Prozeß gegen Reutlinger wegen dem Roten Antikriegstag (RAKT) in München (vgl. 1.9.1972).

Aus Bayern wird berichtet aus München über die Haschemi-Solidarität in der IG Metall (vgl. 21.1.1974) sowie aus München und Würzburg über Prozesse gegen Ernst Aust.

Aus Berlin wird berichtet von der BVG.

Aus Hamburg wird berichtet aus dem ÖD und von der Bürgerschaftswahl sowie eingeladen zur Veranstaltung (vgl. 8.2.1974)

Aus Hessen wird über eine Albanienwoche in Marburg (vgl. 28.1.1974) berichtet und eine dortige Solidaritätsveranstaltung (vgl. 5.2.1974) angekündigt.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordhorn und Klausheide.

Aus NRW wird berichtet in "Hände weg von der KPD/ML!" aus Dortmund vom Osswald/Schulte-Prozeß, aus Duisburg von Mannesmann (vgl. 21.1.1974), aus Düsseldorf über Briefträger in der Innenstadt, aus Dortmund von den Arbeitern und Angestellten der Stadtverwaltung, der Bahn und der Post, aus Recklinghausen von der Zeche General Blumenthal (vgl. 21.1.1974). Eingeladen wird zu Veranstaltungen in Bochum (vgl. 9.2.1974), Mülheim (vgl. 1.2.1974) und Recklinghausen (vgl. 1.2.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus dem ÖD in Kiel, über ein Berufsverbot gegen einen Referendar in Meldorf (vgl. 21.1.1974) sowie aus Neumünster aus der IGM bei AEG (vgl. 21.1.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 5, Dortmund 2.2.1974

09.02.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 6 (vgl. 2.2.1974, 16.2.1974) heraus.
Solidarisch mit dem von Ausweisung in den Iran bedrohten Rotgardisten Sascha Haschemi in München erklärte man sich in Kiel sowie aus:
- Berlin die RM-Leserunde Kreuzberg.
- Hessen der Thomas Müntzer Verlag Weißkirchen.
- NRW die Roten Hilfen (RH) Bochum, Dortmund, Ostwestfalen, am Soziologischen Institut der Uni Bielefeld, in Essen und Recklinghausen.

Für das Solidaritätskonto wurde gespendet in Berlin, u.a. auf der Arbeiterrunde Neukölln, in Hamburg und aus:
- Baden-Württemberg vom Kollegentreff Tailfingen, aus Heidenheim und in Mannheim auf einer Veranstaltung zum 5.Jahrestag der Gründung der KPD/ML.
- Bayern durch die Bruckmannzelle München und durch den KSB/ML (vgl. Dez. 1973).
- NRW in Bonn, Essen und Gelsenkirchen, auf Veranstaltungen in Dortmund (vgl.11.12.1973) und Recklinghausen (vgl. 3.12.1973).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Freudenberg Weinheim, wo die DKP ihre 'Tribüne' herausgibt und von einer eigenen Veranstaltung in Heidenheim (vgl. 8.2.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg sowie aus dem ÖD in München und Nürnberg.

Aus Berlin wird berichtet über den eigenen Landesvorsitzenden Thomas Scheffler, der bei AEG Brunnenstraße arbeitete, wo man eine Zelle hat.

Aus Bremen wird berichtet aus dem Metallbereich und einer eigenen Veranstaltung (vgl. 19.1.1974).

Aus Hamburg wird berichtet aus dem ÖD, von der Bürgerschafstwahl über die Neue Heimat und die DKP, von der Bundeswehr (vgl. 28.1.1974) sowie durch die Rote Garde (RG) von HDW, u.a. über das Werk Finkenwerder, die gewerkschaftsoppositionelle Jugendgruppe, den KBW und den KB, in dem man die Konkurrenz sieht, wozu es heißt:"
Auch wenn der quantitative Einfluß des 'K'B gegenwärtig noch stärker ist als der der ROTEN GARDE".

Aus Hessen wird berichtet über Razzien in Frankfurt (vgl. 30.1.1974) und die Bauern in der Gemeinde Oberasphe, die durch die Verwaltungsreform zur Stadt Battenberg in Landkreis Frankenberg gehören sollen, lieber aber im Kreis Marburg-Biedenkopf leben möchten.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus dem ÖD in Hannover, über Soldaten in Aurich und VW Emden.

Aus NRW wird berichtet aus der ÖTV in Bochum-Wanne-Eickel, über Busfahrer in Köln, von Mannesmann Düsseldorf-Rath (vgl. 28.1.1974), vom Bundeswehr-Truppenübungsplatz Kohlenbissen bei Münster, vom Schulte/Osswald-Prozeß und einem Prozeß wg. des Breschnewbesuchs in Dortmund. Aufgerufen wird zur Spaniendemonstration der FRAP in Düsseldorf (vgl.16.2.1974) und zum Kongreß der RH Dortmund am 16./17.2.1974.

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus dem ÖD in Mainz.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel über den Betrieb HVV (80 Beschäftigte).
Q: Roter Morgen Nr. 6, Dortmund 9.2.1974

16.02.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 7 (vgl. 9.2.1974, 23.2.1974) heraus. Berichtet wird über die eigenen Soldatenkomitees.

Solidarisch mit Sascha Haschemi erklärte man sich in Hessen an der GHS Kassel, in NRW auf einem Teach In der Roten Hilfe in der PH Dortmund und in Bayern die Rote Hilfe e.V. der KPD München.

Aus Bayern wird berichtet aus München von Krauss-Maffei (vgl. 4.2.1974) und der JVA sowie aus Nürnberg über Lehrlinge im Bahnhof.

Aus Berlin wird berichtet über GI's der USA-Armee in Lichterfelde.

Aus Hamburg wird berichtet aus dem IGM OJA über den KB, die SDAJ der DKP und die Jugendvertretung HDW sowie von der Bürgerschaftswahl über die KPD.

Aus Hessen wird berichtet von einer eigenen Veranstaltung in Rüsselsheim zur Solidarität mit den bei Opel Bochum Entlassenen, sowie aus der Bundeswehr in Marburg.

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund in "Ein Angriff auf den Marxismus-Leninismus. ein Angriff auf die KPD/ML" vom Osswald/Schulte-Prozeß, aus der IGM Verwaltungsstelle Porz (vgl.4.2.1974), nach Düsseldorf wird eingeladen zur FRAP-Demonstration (vgl. 16.2.1974),

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel von MAK (vgl. 4.2.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 7, Dortmund 16.2.1974

23.02.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 8 (vgl. 16.2.1974, 2.3.1974) heraus. Solidaritätsunterschriften für Sascha Haschemi aus München wurden gesammelt aus:
- Bayern 500 in Coburg und über 700 in München.
Hessen 300 in Gießen/Wetzlar.
- Niedersachsen 100 in Braunschweig.
- NRW 250 in Duisburg, 400 in Bochum, 400 in Gelsenkirchen und 200 in Bielefeld.
- Schleswig-Holstein 170 in Lübeck und 360 in Kiel.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Mannheim vom Kampf gegen den Fahrpreisprozeß (vgl. 2.2.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus München über Sascha Haschemi, der sich schon Ende 1969 der RG München anschloß und sich an der ersten RG-Demonstration in München beteiligte, dann eine Lehre zum Maschinenbauer bei Hurth machte.

Aus Berlin wird berichtet von der AEG Brunnenstraße (vgl. 11.2.1974).

Aus Hamburg wird berichtet vom Bürgerschaftswahlkampf (vgl. 9.2.1974) und eingeladen zu zahlreichen Veranstaltungen (vgl. 21.2.1974, 22.2.1974, 27.2.1974, 28.2.1974, 1.3.1974, 2.3.1974).

Aus Hessen wird berichtet von der Tarifrunde im \D bei der Müllabfuhr in Frankfurt und im Rathaus Offenbach, sowie vom Kampf in Darmstadt um die Straßennutzung (vgl. 9.2.1974).

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Wolfsburg und Gifhorn von der ÖTV.

Aus NRW wird berichtet aus Duisburg von Mannesmann (vgl. 11.2.1974), aus Dortmund von Hoesch (vgl. 11.2.1974) und vom Osswald/Schulte-Prozeß (vgl. 22.2.1974), einem Berufsverbot gegen Lehrer, von der Ruhruni, über Frauen und die Landesfrauenklinik, aus Düsseldorf von der Spaniendemonstration (vgl. 16.2.1974), aus Münster von Berufsverboten (BV) gegen Lehrer und im Justizbereich (vgl. 11.2.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 8, Dortmund 23.2.1974

02.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 9 (vgl. 23.2.1974, 9.3.1974) heraus.
Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus Zürich in der Schweiz und aus:
- Bayern aus Kitzingen, München, von der Ortsgruppe Kempten, vom Arbeiterstammtisch Würzburg und dem Internationalistischen Freundeskreis Würzburg sowie aus der Zellerau;
- Berlin, Bremen und Hamburg;
- Hessen von der Ortsgruppe Marburg, von Buderus Lollar und aus Gießen und Frankfurt;
- Niedersachsen aus Holzminden und Wilhelmshaven;
- NRW von den Ortsgruppen Essen und Gelsenkirchen und aus Bochum, Köln, Alsdorf, von einem Beamten aus Dortmund;
- Schleswig-Holstein aus Flensburg und aus Kiel u.a. vom RMLK Garden sowie aus Bad Schwartau.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Verhaftung von 4 Mitgliedern der türkischen ATÖF an der Uni Stuttgart.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Antikriegstagsprozeß (AKT), über Sascha Hasschemi, über das IGM-Gewerkschaftsauschlussverfahren gegen einen Jugendvertreter bei Südbremse sowie aus dem Löwenbräukeller (vgl. 18.2.1974).

Aus Berlin wird berichtet von Osram, wo man selbst das 'Rotlicht' herausgibt, aus der B-Werkstatt und der E-Werkstatt.

Aus Bremen wird berichtet aus dem Bundesbahnausbesserungswerk (DB-AW - 1600 Besch.) Bremen:"
Kommentar überflüssig

In einer der letzten Nummern des Roten Morgens war ein Artikel über das Gesundheitswesen in China. Da sich nicht alle Genossen vorstellen können, auf welchem Stand die medizinische Versorgung in den Betrieben häufig ist, deshalb dies Beispiel:

Ich arbeite im Eisenbahnausbesserungswerk Bremen. Wenn bei uns ein Kollege während der Arbeit verletzt wird, dann müssen wir ihn häufig mit E-Karren zum Sanitäter bringen. Die staatliche-kapitalistische Bahn stellt in einem betrieb von 1600 Mann nicht mal genug Tragen, geschweige denn einen Werkswagen. Weiterer Kommentar ist wohl überflüssig.

Rotfront, ein Eisenbahnarbeiter"

Aus Hamburg wird berichtet von der Uni (vgl. 18.2.1974) und dem Bürgerschaftswahlkampf (vgl. Feb. 1974, 1.3.974, 2.3.1974).

Aus Hessen wird berichtet vom Häuserkampf in Frankfurt (vgl. 28.2.1974).

Aus NRW wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen der BoGestra in u.a. Bochum und Gelsenkirchen, u.a. aus Wattenscheid und über die KPD, aus Bochum von der Demonstration gegen den Osswald/Schulte-Prozeß (vgl. 21.2.1974), aus Dortmund von der Iran-Demonstration (vgl. 2.3.1974), aus Köln von Ford bzw. der IGM (vgl. 19.2.1974), aus Münster von den Unikliniken (vgl. Mai 1973, 18.2.1974), aus Wattenscheid von Steilmann.
Q: Roter Morgen Nr. 9, Dortmund 2.3.1974

09.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 10 (vgl. 2.3.1974, 16.3.1974) heraus.
Parteibüroadressen werden angegeben aus Kiel, Hamburg, Bremen, Mannheim und München.
Spenden für das Solidaritätskonto gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von KPD/ML-Veranstaltungen in Mannheim und Reutlingen sowie aus Heidenheim;
- Bayern vom Buchladen Roter Morgen München, aus Greding und Würzburg;
- Berlin von der Zelle AEG;
- Bremen;
- Hamburg aus Horn.
- NRW von einer KPD/ML-Veranstaltung in Bochum, aus Essen, Gelsenkirchen und Münster;
- Schleswig-Holstein vom RMLK Kiel-Gaarden.

Aus Baden-Württemberg wird aus Stuttgart berichtet von der eigenen Roten Garde und über die Deutsch Spanische Freundschaftsgesellschaft (DSFG). Die KPD befürworte in Spanien die MCE. In Bruchsal demonstrierte man mit dem Folterkomitee (vgl. 22.2.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus München von Südbremse über die Lehrlinge in Lehrwerkstatt, Dreherei und Fräserei sowie von der Demonstration für Sascha Haschemi (vgl. 28.2.1974).

Aus Berlin wird berichtet aus der Frauen-Justizvollzugsanstalt Lehrter Str. in Moabit.

Aus Hamburg wird berichtet von der Bürgerschaftswahl (BüW - vgl. 3.3.1974) sowie dem eigenen Wahlkampf (vgl. 1.3.1974).

Aus Hessen wird berichtet vom Häuserkampf in Frankfurt.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordhorn sowie aus Nordenham von Felten und Guillaume (F+G - vgl. 21.1.1974).

Aus NRW wird berichtet aus Bielefeld über die eigene Ortsgruppe und die Rote Garde, durch die Zelle Opel Bochum, aus Dortmund von der Iran-Demonstration (vgl. 2.3.1974) und vom Osswald/Schulte-Prozeß, aber auch von der Anzeige gegen Gernot Schubert wg. §90a, aus Duisburg von ATH, aus Köln über die IGM-Ausschlußverfahren bei Ford, u.a. über die KPD, aus Neuß von Pierburg über Frauen.
Q: Roter Morgen Nr. 10, Dortmund 9.3.1974

16.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 11 (vgl. 9.3.1974, 23.3.1974) heraus. Ein neues Büro gibt es in Berlin.
Berichtet wird über die RAF in Hamburg und Frankfurt sowie Rechtsanwälte in Heidelberg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom KSB/ML Tübingen und vom Gymnasium in Tailfingen.

Aus Bayern wird berichtet aus Erlangen über die Deutsch-Spanische Freundschaftsgesellschaft (DSFG) und im Transmar Kongreßhotel arbeitende Spanier. Aus München wird berichtet von der Demonstration für Sascha Haschemi (vgl. 29.2.1974).

Aus Berlin wird berichtet aus der Frauen-JVA Lehrter Straße, über Ärzte und medizinische Assistenten sowie von den Umtrieben der KPD bei AEG Brunnenstraße (vgl. Jan. 1974).

Aus Bremen wird berichtet von der AG Weser (AGW - vgl. 4.3.1974) sowie von VFW Fokker über Leiharbeiter.

Aus Hamburg wird berichtet aus der HBV (vgl. 4.3.1974) sowie von der Bürgerschaftswahl (BüW - vgl. 3.3.1974), u.a. aus dem Karolinenviertel und aus Billstedt, sowie von der KPD:"
'Bürgerlicher Wahlkampf vor leeren Bänken'- unter dieser Schlagzeile berichtete die 'Rote Fahne' Nr. 9/1974 (der KPD - vgl. 27.2.1974) über den Wahlkampf zur Hamburger Bürgerschaftswahl. … Im Anschluß an diese Berichterstattung eröffnet die 'Rote Fahne' einen scharfen ideologischen Kampf gegen unsere Partei: 'Die KPD/ML zeichnet sich in ihrem Wahlkampf dadurch aus, daß sie zwar auf unseren Veranstaltungen erscheint und dort über den 'Hauptfeind DKP' palavern will, aber auf den Veranstaltungen der bürgerlichen Parteien sind es einzig unsere Genossen, die den Volksfeinden entgegentreten. Wie bei den Kämpfen der Arbeiterklasse in den letzten Jahren ist die Sekte KPD/ML auch an den entscheidenden Stellen des Wahlkampfes abwesend'. Bleibt festzustellen, daß die Sekte KPD/ML während des Hamburger Wahlkampfes zwar auf vielen hunderttausend Flugblättern den Marxismus-Leninismus propagiert, tausende Kollegen besucht und viele hundert Sympathisantenkontakte geknüpft hat, daß sie sich allerdings nicht am 'Bürgerlichen Wahlkampf vor leeren Bänken' beteiligt hat."

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover über gefälschte KPD/ML-Flugblätter (vgl. 4.3.1974).

Aus NRW wird berichtet über die Rote Hilfe (RH) Bielefeld, die Rote Garde (RG) Bonn (vgl. 17.3.1974) und die Bonner Irandemonstration (vgl.4.3.1974), aus Dortmund vom Osswald/Schulte-Prozeß (vgl. 4.3.1974), aber auch vom prozeß gegen W. Oertel von Opel Bochum (vgl. 22.3.1974), aus Düsseldorf über die Spaniendemonstration (vgl. 16.2.1974), die Verhaftung dreier Spanier (vgl. 4.3.1974) und den Protest dagegen in Bochum (vgl. 8.3.1974), aus Duisburg von der ATH (vgl. 4.3.1974), aus Köln von der JVA Köln-Ossendorf.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der Roten Hilfe (RH) Flensburg (vgl. 4.3.1974), von einem Prozeß in Kiel (vgl. 4.3.1974) und von HDW Kiel (vgl. 4.3.1974).

Im Artikel "Die Linie der Gruppe Rote Fahne - Eine Mixtur aus Revisionismus und Trotzkismus" erklären die Verfasser:"
Am 16. März wollen die Führer der Gruppe Rote Fahne, die sich unverschämterweise 'KPD' nennt, in Düsseldorf den Programmentwurf ihrer Organisation der Öffentlichkeit vorstellen. Wir nehmen das zum Anlaß, noch einmal auf die wichtigsten, direkt gegen den Marxismus-Leninismus gerichtete Positionen dieser Partei einzugehen. Aus der Linie der GRF, die immer deutlicher antikommunistische Züge annimmt, läßt sich die in der Roten Fahne Nr. 9 aufgeworfene Frage nach der 'Bedeutung des Programms der KPD für den Klassenkampf in unserem Land' mit Sicherheit besser und erschöpfender beantworten als aus den für Düsseldorf angedrohten Tiraden der GRF-Führer. … Bereits die Gründung der GRF, die sich zunächst KPD-Aufbauorganisation nannte, war ein Akt des Antikommunismus. Diese Tatsache wird besonders an drei Punkten deutlich:
1. Die Gründung der GRF erfolgte im Kampf gegen unsere Partei, die bereits 1 Jahr zuvor im harten Kampf gegen den modernen Revisionismus gegründet worden war. Die GRF-Gründung verstieß gegen das Prinzip, daß nur EINE Kommunistische Partei die Arbeiterklasse zur proletarischen Revolution führen kann, weil sie erfolgte, obwohl eine marxistisch-leninistische Partei bestand, ohne auch nur den geringsten Versuch zu unternehmen, ihr revisionistische Entartung nachzuweisen.
2. Die GRF-Gründung war ein Anschlag auf die führende Rolle der Arbeiterklasse. … Im Gegensatz dazu hat unsere Partei von Anfang an die führende Rolle der Arbeiterklasse gegen alle Angriffe verteidigt, alle Elemente, die dieses Prinzip untergraben wollten, aus ihren Reihen gesäubert, alle Abweichungen von diesem Prinzip in schonungsloser Selbstkritik entlarvt und korrigiert. Dies geschah nicht nur im erbitterten Kampf gegen den modernen Revisionismus, sondern auch gegen alle Angriffe des Trotzkismus. …
3. Die GRF-Gründung war ein Versuch, den konsequenten Kampf gegen den modernen Revisionismus zu verhindern, um an seine Stelle das Paktieren mit dem modernen Revisionismus zu setzen. … Die GRF-Führer leugnen die alte Erfahrung der Arbeiterbewegung: Imperialismus bedeutet Krieg. Sie behaupten, die westdeutschen Imperialisten hätten ihre revanchistischen Ziele, wie die militärische Rückeroberung der DDR zugunsten einer Strategie der friedlichen Infiltration aufgegeben. Tatsache ist, daß der westdeutsche Imperialismus revanchistisch ist, daß er aber angesichts seiner relativen Schwäche gegenüber den Supermächten momentan seine aggressiven Pläne noch nicht in die Tat umsetzen kann. … Indem die GRF-Führer das Märchen vom 'friedlich gewordenen westdeutschen Imperialismus' auftischen, stoßen sie ins gleiche Horn wie Brandt und Konsorten und die DKP/SEW-Revisionisten, die mit ihrer Friedensheuchelei die Wachsamkeit der Werktätigen vor den Gefahren eines neuen imperialistischen Weltkrieges ablenken, die aggressiven Pläne der Imperialisten tarnen wollen. Von Anfang an hat unsere Partei keinen Zweifel daran gelassen, daß in Westdeutschland wie wie in allen imperialistischen Ländern die Errichtung der Diktatur des Proletariats unmittelbar auf der Tagesordnung steht. … Die Propagierung der Diktatur des Proletariats durch unsere Partei wird von der GRF als sektiererisch bekämpft. … Die starken trotzkistischen Tendenzen der GRF, wie sie schon die Verwandschaft zwischen den Ausführungen Mandels und den entsprechenden Passagen der Gründungsplattform der KPD/AO erkennen ließ, zeigen sich auch in anderen Fragen. Trotzkismus spricht auch aus der Tatsache, daß die GRF-Führer an praktisch allen wichtigen Fronten des Klassenkampfes die Spaltung zum Prinzip erhoben haben. Trotzkistisch ist die von der GRF betriebene Diffamierung der Kämpfe von Bündnispartnern des Proletariats - wie z.B. der Bauern und der Fluglotsen. Es ist sicherlich kein Zufall, daß es gerade die GRF ist, die durch Bündnisse mit offen trotzkistischen Organisationen, dem Trotzkismus das Eindringen in die revolutionäre Bewegung erleichtert. … Trotzkistisches Spaltertum beweisen die GRF-Führer, wenn sie mehr oder weniger offen die Kommunistische Partei Chinas angreifen (nur bruchstückhafte Kenntnis des Marxismus-Leninismus). … Trotzkistisch war der Versuch, Widersprüche zwischen der Volksrepublik China und der Volksrepublik Albanien zu konstruieren. In Frankreich, Holland, Italien, in der Schweiz, in Spanien u.a. arbeitet die GRF offen mit Spalterorganisationen zusammen. Einen besonderen schweren Angriff auf die Geschlossenheit der kommunistischen Weltbewegung stellt … die wiederholte Behauptung dar, die Kommunistische Weltbewegung besäße keine Generallinie, kein Programm. … Die Tatsache, daß die GRF-Führer zur Begründung dieser Behauptung keine international ungelösten strategischen Fragen angeben können, zeigt, daß es nicht um die Lösung prinzipieller Fragen geht, sondern daß die Spaltung das Prinzip ist. Die Frage ist, warum gelingt es den GRF-Führern mit dieser Mischung vom modernen Revisionismus und Trotzkismus relativ große Teile besonders der fortschrittlichen Studentenbewegung zu täuschen? Dazu wenden die GRF-Führer bestimmte Taschenspielertricks an:
1. Sie greifen unsere Partei an, indem sie behaupten, wir würden nur die Verlautbarungen der KP Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens nachbeten. … Mit dieser Demagogie knüpfen die GRF-Führer an das von fortschrittlichen Studenten in der Studentenbewegung propagierte 'kritische Wissenschaftsverständnis' an. …
2. Sie leugnen die Bedeutung des ideologischen Kampfes. Sie heben hervor, daß in der Verschärfung des ideologischen Kampfes unsere Partei sich mehrmals von Feinden des Marxismus-Leninismus getrennt hat. Sie heben die Spaltung als Ergebnis des ideologischen Kampfes hervor, ohne darauf einzugehen, daß durch die Bekämpfung falscher Positionen die Partei ideologisch gestärkt wird. …
3. Eine Hauptmethode der GRF-Führer ist es, die Praxis und die Aktion gegen den ideologischen Kampf auszuspielen. Die pausenlosen Aufrufe der GRF-Führer zu zentralen Aktionen, deren Unsinnigkeit auf der Hand liegt, verfolgen den Zweck, die Mitglieder und Sympathisanten pausenlos in Trab zu halten, um den ideologischen Kampf, die Diskussion der politischen Linie zu verhindern. Letzten Endes werden die GRF-Führer den gleichen Weg gehen, wie die Führer der ZB-Organisation (inzwischen aufgelöste Spalterorganisation) (KPD/ML-ZB, d.Vf.): die Mitglieder werden ihren Revsionismus und Trotzkismus erkennen und sie zum Teufel jagen. Unsere Partei wird sch nach Kräften bemühen, diesen Prozeß zu beschleunigen, um durch die Zerschlagung dieser Spalterorganisation, die vor allem Teile der vom moderenen Revisionismus abgestoßenen revolutionären Intelligenz vom Marxismus-Leninismus und von der KPD/ML fernhält, einen weiteren Schritt zur Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML zu verwirklichen."
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 16.3.1974

23.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 12 (vgl. 16.3.1974, 30.3.1974) heraus. U.a. wird die KP Schweiz/ML erwähnt.
Über Frauen wird berichtet aus Berlin, Hamburg und Frankfurt.
Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Schwetzingen und Heilbronn.
- Berlin von der Buchhandlung Roter Morgen.
- Hessen aus Frankfurt und von der KPD/ML Marburg.
- NRW aus Bochum, Düsseldorf und Werdohl

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die JVAs Freiburg, Rastatt und Bruchsal sowie aus Obersulmetingen, Tübingen und Laupheim.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der Bundeswehr und der eigenen Iranveranstaltung (vgl. 22.3.1974).

Aus Berlin wird berichtet über Ausländer an der TU-Berlin, vom Siemens-Schaltwerk (vgl. 11.3.1974), über Arbeitslose und die Arwowohnheime, u.a. in der Goerzallee.

Aus Bremen wird berichtet aus der IGM über Angestellte, u.a. Frauen, u.a. bei Nordmende und Krupp Atlas Electronic. Die Rote Garde Bremen berichtet vom Parseval-Gymnasium, wo auch der KBW aktiv ist.

Aus Hamburg wird berichtet über die Rote Garde, die eine 'Rote Schulfront' herausgibt, vom Gymnasium Schlankreye und dem Gymnasium Altona, an dem auch der KBW aktiv ist. Von einem Krankenhaus in Altona wird über Schwestern und Ärzte berichtet.

Aus Hessen wird berichtet aus Darmstadt von der Hausbesetzung im Hotel Traube durch Lehrlinge, Schüler und Studenten sowie aus Gießen von einer Antifa-Aktion (vgl. 8.3.1974).

Aus Niedersachsen gibt es ein neues Büro in Hannover sowie Veranstaltungen in Braunschweig (vgl. 23.3.1974) und Nordenham (vgl. 26.3.1974).

Aus NRW wird berichtet aus Münster, aus Bochum über Spanier bei Opel, von Hoesch über die Entlassung von R. Schnoor und dem ihm von der IGM Ortsverwaltung angedrohten Ausschluss (UVB) sowie vom Osswald/Schulte-Prozeß und von Prozessen gegen den Gen. Keil in Dortmund und gegen Dieter Stoll (RM-Chefredakteur) in Duisburg. Aus Gelsenkirchen wird berichtet von der DKP (vgl. 5.1.1974) und eine Veranstaltung angekündigt (vgl. 23.3.1974), aus Köln aus der JVA Ossendorf.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der NPD in Lübeck (vgl. 3.3.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 12, Dortmund 23.3.1974

30.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 13 (vgl. 23.3.1974, Apr. 1974) heraus. Kritisiert wird die Haltung der KPD zu Stalin.

Solidaritätsunterschriften mit Sascha Haschemi aus dem Iran (RG München) wurden bisher insgesamt 9756 gesammelt, davon aus:
- Baden-Württemberg 80 in Böblingen/Sindelfingen, 150 in Freiburg, 59 in Heidenheim, 142 in Mannheim, 250 in Ravensburg, 45 in Reutlingen, 58 in Stuttgart, 266 in Tübingen, 12 in Ulm und 23 in Weinheim.
- Bayern 600 in Coburg, 350 in Kempten, 50 in Kitzingen, 1 200 in München, 150 in Thalmässing / Greding / Ingolstadt und 400 in Würzburg. Dort erklärte sich bisher solidarisch der AStA der Uni (LMU) München, der AStA der Kunstakademie München und die Rote Garde Selb.
- Berlin 23 bei Siemens, 190 bei der AEG Brunnenstraße und 622 sonstwo. Dort erklärte sich bisher solidarisch der Roter Morgen Leserkreis (RMLK) Kreuzberg, das Bethanienkomitee Kreuzberg (vgl. 27.2.1974), das Rauchhaus Kreuzberg, die KPD/ML-Zelle Kreuzberg, die KPD/ML-Zelle Krankenhaus Neukölln, der Sympathisantenzirkel der KPD/ML-Zelle Charlottenburg und der Sympathisantenkreis der Betriebszelle AEG Brunnenstraße.
- Bremen 36.
- Hamburg 126;
- Hessen 70 in Darmstadt, 157 in Frankfurt, 300 in Gießen/Wetzlar, 89 in Kassel, 29 in Marburg und 49 in Rüsselsheim. Dort erklärten sich bisher solidarisch: der Thomas Müntzer Verlag Weißkirchen, ein Bundeswehrsoldat aus Hessisch Lichtenau, der Arbeitskreis Kritischer Sozialarbeiter Frankfurt und eine VV der Uni Gießen.
- Niedersachsen 100 in Braunschweig und 401 in Hannover. Dort erklärte sich bisher solidarisch der Arbeitertreff Hannover (vgl. 1.2.1974) sowie eine KPD/ML-Veranstaltung in Hannover (vgl. 15.2.1974) und die Rote Hilfe (RH) Braunschweig.
- NRW in Bielefeld 200, 602 in Bochum, 29 bei Hoesch Dortmund, 13 auf der Zeche Hansa Dortmund und 153 in Stadt, 35 in Düsseldorf, 214 in Duisburg, 122 in Essen, 582 in Gelsenkirchen, 89 in Köln, 96 bei Thyssen Niederrhein Oberhausen (TNO), 50 in Recklinghausen, 18 bei Siemens Witten, 16 in Wuppertal. Dort erklärten sich bisher solidarisch die Veranstaltung '5 Jahre KPD/ML' in Essen, zwei Jugendvertreter aus dem Recklinghausener Metallbereich, eine Veranstaltung in Bochum (vgl. 21.2.1974), die IGM-Jugendgruppe Anker Bielefeld und die Fachschaft Soziologie der Uni Bielefeld, die Abteilung Philosophie der Ruhruniversität Bochum, Menschen an der PH Dortmund sowie die Roten Hilfen (RH) Bochum, Dortmund, Ostwestfalen und Recklinghausen;
- Rheinland-Pfalz 34 in Neuwied;
- Schleswig-Holstein 50 bei der Hell GmbH Kiel, 20 auf der Lindenauwerft Kiel und 892 in der Stadt Kiel und 301 in Lübeck. Dort erklärten sich bisher solidarisch: die Albanienveranstaltung des KSB/ML Kiel der KPD/Ml, der Roter Morgen Leserkreis (RMLK) Kiel-Gaarden, eine Veranstaltung in Kiel-Elmschenhagen (vgl. 1.2.1974) und der Stadtschülerrat (SSR) Kiel.

Spenden für die Solidarität mit den politisch Verfolgten gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der Roten Hilfe Heidenheim.
- Bayern aus München und Schönwald, vom Aktionskomitee 'Streichung der Raketenstellung Görisried' und von der KPD/ML OG Kempten.
- Berlin von der KPD/ML-Zelle Krankenhaus Neukölln und aus dem Buchladen Roter Morgen.
- Hamburg vom Arbeitertreff Altona.
- Hessen aus Hattenheim.
- NRW aus Bochum, Essen, Kaarst und Münster.

Aus Bayern wird berichtet aus Augsburg von einem Prozeß und aus München von ebensolchem wegen der Bundeswehr. Aus Nürnberg wird eine Ausstellung angekündigt (vgl. 6.4.1974).

Aus Berlin wird berichtet aus der Wickelei der AEG-GF in der Brunnenstrasse:"
FÜR PROFIT ÜBER LEICHEN

Seit Jahren wird in der Wickelei der Großmaschinenfabrik der AEG in Westberlin in drei Schichten gearbeitet. Ergebnis: von 25 Kollegen haben 10 Kreislauf-, Magen- und Darmleiden. Ihnen hat der Arzt die mörderische Nachtschicht verboten. Der 3-Schicht-Betrieb wird allein von der Profitgier der AEG-Bosse diktiert, denn vom Produktionsablauf her ist sie nicht notwendig. Für 1973 hat AEG die Dividende um sage und schreibe 100% erhöht. In ihrem Streben nach Höchstprofiten gehen diese Herren über Leichen: die Lebenserwartung von Arbeitern in 3-Schicht-Betrieben liegt mit 63 Jahren 5 Jahre unter der durchschnittlichen Lebenserwartung."

Aus Bremen wird berichtet aus der IGM Bremen-Unterweser sowie einer eigenen Veranstaltung gegen die politische Unterdrückung (vgl. 16.3.1974).

Aus Hamburg wird berichtet von HDW über Lehrlinge im ersten Lehrjahr, u.a. Teilezurichter, Schiffbauer und Maschinenschlosser sowie über die IGM-Jugendgruppe Stintfang, in der der KB arbeitet.

Aus Hessen wird berichtet aus Darmstadt über die Solidarität mit den ausländischen politischen Gefangenen (vgl. 16.3.1974).

Aus NRW wird berichtet aus Köln von Ford, u.a. über die KPD und die IGM-Ortsverwaltung, aus Dortmund vom Osswald/Schulte-Prozeß (vgl. 19.3.1974) und einer weiteren §90a-Anzeige wegen einem Flugblatt zum Haus Voss gegen Wolfgang Bartels. Veranstaltungen werden angekündigt aus Bielefeld (vgl. 4.4.1974) und Köln (vgl. 14.4.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von einem Prozeß gegen Schüler und Studenten wegen der LHG-Demonstration.
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 30.3.1974

April 1974:
Die KPD/ML gibt ein Extrablatt ihres 'Roten Morgen' (vgl. 30.3.1974, Apr. 1974) zur Mitbestimmung heraus.
Q: Roter Morgen Extrablatt, Dortmund Apr. 1974

06.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 14 (vgl. Apr. 1974, 13.4.1974) heraus. Die KPD/ML spricht sich für eine Maiaktionseinheit mit der KPD aus.

Aus Baden-Württemberg wird von einer Veranstaltung in Heidenheim berichtet (vgl. 31.3.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen über die US Army und aus München vom Prozeß wegen der 'Soldatenfaust' für die Bundeswehr, die schon nach der ersten Ausgabe von Parteifeinden okkupiert worden sei. Angekündigt wird eine Veranstaltung in München (vgl. 27.4.1974).

Aus Berlin wird berichtet von den Kontaktbereichsbeamten (KOB) der Polizei.

Aus Bremen wird berichtet von der Demonstration gegen die politische Unterdrückung (vgl. 22.3.1974).

Aus Hamburg wird berichtet von der Haschemi-Veranstaltung (vgl. 23.3.1974), aus der IGM, u.a. über Frauen, von den Werften (vgl. Feb. 1974) sowie von HDW über die Entlassung zweier Jugendvertreter, von denen einer der Roten Garde angehöre. Unter den Lehrlingen sei auch der KB aktiv.

Aus Hessen wird berichtet aus Darmstadt von der Solidarität mit den ausländischen politischen Gefangenen (vgl. 23.3.1974) und es befaßt sich die eigene OG Gießen mit der KPD.

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund von Hoesch über den Verweis und angedrohten Gewerkschatsausschluss gegen Norbert Böhmer wegen seiner Solidarität mit Reimer Schnoor und vom Osswald/Schulte-Prozeß (vgl. 29.3.1974), aus Düsseldorf von der Solidarität mit den Spaniern (vgl. 30.3.1974) und von der Spedition CZ-Entsorgungs GmbH bzw. aus Dormagen von der Zinkhütte Nievenheim, aus Köln von Rohde und Schwarz (vgl. 25.3.1974). Veranstaltungen werden angekündigt für Bielefeld (vgl. 11.4.1974, 18.4.1974).

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Mainz von der Jugendzentrumsdemonstration (vgl. 16.3.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel über Lehramtsreferendare bzw. den KSB/ML an der Universität und den AJLE Kiel der GEW, und vom DGB KV bzw. dem Prozeß wegen der Veranstaltung im DGB-Haus. Ein Genosse berichtet aus dem Rathaus Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 14, Dortmund 6.4.1974

13.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 6.4.1974, 20.4.1974) heraus.

Spenden für den 1.Mai kamen von einer Veranstaltung in Heidenheim (vgl. 4.4.1974) und aus Bochum.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Mannheim.
- aus NRW von der OG Essen / Mülheim / Oberhausen, aus Bönen, von der OG Dortmund und vom Arbeitertreff der Zelle Hoesch Dortmund.
- Schleswig-Holstein aus Kiel u.a. vom RMLK Kiel-Gaarden.

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung in Tübingen (vgl. 18.4.1974) angekündigt und berichtet von Gardena Ulm (gl. 1.4.1974)

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg von einem Prozeß wegen der Fahrpreiskampfdemonstration, aus dem Raum Kitzingen über den US-Truppenübungsplatz Schwanenberg, aus Castell und über Bauern in Markt Einersheim.

Aus Berlin wird berichtet.

Aus Hamburg wird berichtet vom RAF-Prozeß.

Aus Hessen wird aus Frankfurt über den eigenen 'Roten Kessel' bei Cassella berichtet sowie vom UG Gießen, aus Marburg und von Bänninger Gießen über die MTR bzw. ein DKP-Mitglied:"
'Bravo!'

Auf der letzten Belegschaftsversammlung von Bänninger in Gießen machte es sich der Betriebsrat vor allem zur Aufgabe, den letzten Lohnraub-Abschluß in der Metallindustrie hochzujubeln. In diesem Zusammenhang sprach er auch davon, daß man eigentlich die Tarife nur noch für die in der Gewerkschaft organisierten Kollegen abschließen sollte. Die Kollegen waren angesichts dieses offenen Angriffs auf die Einheit der Arbeiter sprachlos. Von einer Seite jedoch bekam der Betriebsrat doch Beifall: ein D'K'P-Mitglied stand auf und rief 'Bravo'."

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordhorn-Range.

Aus NRW wird berichtet aus Dortmund vom Osswald/Schulte-Prozeß (vgl. 5.4.1974), durch Genossen von der Zeche General Blumenthal Recklinghausen, aus Wuppertal von Vorwerk (vgl. 1.4.1974). Angekündigt werden eigene Veranstaltungen in Bielefeld (vgl. 25.4.1974) und Detmold (vgl. 13.4.1974) sowie eine der FRAP Spanien in Gelsenkirchen (vgl. 20.4.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel durch die Rote Garde (RG) Kiel vom Anglistischen Institut der Universität Kiel. Angekündigt werden eine Veranstaltung in Kiel (vgl. 23.4.1974) sowie zwei in Lübeck (vgl. 11.4.1974, 19.4.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 13.4.1974

20.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 16 (vgl. 13.4.1974, 22.4.1974) heraus. Auf der Titelseite wird die Haltung der KPD zu Stalin kritisiert.
Von der RAF wird berichtet aus der JVA Köln-Ossendorf, der JVA Hamburg, dem Uniklinikum Eppendorf Hamburg und aus Düsseldorf.-

Spenden für den 1.Mai gingen ein aus:
- Baden-Württemberg vom RMLK Mannheim-Neckarstadt.
- Berlin von der Zelle Germanistik des KSB/ML an der FU.
- NRW aus Werdohl, Essen, Köln und Bönen.
- Schleswig-Holstein aus Kiel.
Von FRAP-Veranstaltungen oder solchen der Deutsch-Spanischen Freundschaftsgesellschaft (DSFG) am 13. oder 14.4.1974 (andere Daten in Klammern genannt) wird berichtet aus:
- Hessen aus Frankfurt und Wetzlar.
- Niedersachsen in Hannover.
- NRW aus Gelsenkirchen (vgl. 20.4.1974), Remscheid, Wuppertal, Düsseldorf / Neuß, Harsewinkel, Gütersloh, Ahlen, Gelsenkirchen, Lippstadt, Essen-Altendorf, Duisburg, Bochum, Mönchengladbach.
- Rheinland-Pfalz in Mainz.

Aus Baden-Württemberg erscheint ein Leserbrief eines ehemaligen Anhängers der KPD/ML-ZB aus Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet aus München bzw. Traunstein über den Bundeswehrprozeß.

Aus Berlin wird berichtet von der Räumung des JZ Putte (vgl. 4.4.1974), sowie dem JZ Schöneberg .

Aus Hamburg wird berichtet von einem Berufsverbot (vgl. 8.4.1974) sowie von der Roten Garde auf den Werften (vgl. 8.4.1974)

Aus Hessen wird berichtet vom Fahrpreiskampf in Kassel (vgl. 2.4.1974), aus der GEW Gießen, vom Komitee Soldatenfaust Wetzlar und der ATÖF Türkei in Frankfurt. Aufgerufen wird zu einer Veranstaltung in Frankfurt-Höchst (vgl. 26.4.1974).

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover über die Spanienveranstaltung (vgl.13.4.1974).

Aus NRW wird berichtet aus Bochum aus der GEW, aus Dortmund von der Universität über Studenten und das Institut für Arbeitsphysiologie, aus Duisburg von Mannesmann und Rheinstahl sowie der Maiveranstaltung (vgl. 9.4.1974) und aus Hattingen über die Henrichshütte, u.a. über Ausländer. Eine Veranstaltung soll in Münster stattfinden (vgl. 24.4.1974).

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Mainz über die Spanienveranstaltung (vgl.13.4.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet vom DGB Kiel, aus der Schillkaserne Lütjenburg sowie aus Neumünster über die eigene Ortsgruppe, die bei AEG Neumünster ihre Betriebszeitung herausgibt und den IGM OJA Neumünster. Eine Veranstaltung soll in Kiel stattfinden (vgl. 26.4.1974)

Aus unbekanntem Ort, evtl. Hamburg, wird berichtet aus einer Lettow-Vorbeck Kaserne.
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 20.4.1974

22.04.1974:
Die KPD/ML gibt vermutlich in dieser Woche eine Sondernummer ihres 'Roten Morgen' (vgl. 20.4.1974, 27.4.1974) mit 4 Seiten DIN A3 heraus.
Aufgerufen wird zu Maidemonstrationen in Berlin ab Brunnenstraße, Kiel-Gaarden, Hannover-Linden, Duisburg von Hamborn nach Marxloh, Dortmund ab Nordmarkt, , Schweinfurt ab Ernst-Sachs-Bad, Nürnberg und München ab Karolinenplatz.

Maiveranstaltungen sollen stattfinden in Berlin (vgl. 28.4.1974) und Dortmund (vgl. 30.4.1974), sowie Duisburg-Marxloh (vgl. 1.5.1974), München, Nürnberg und Schweinfurt (vgl. jeweils 1.5.1974).
Q: Roter Morgen Sdr.Nr. zum 1.Mai 1974, Dortmund 1974

27.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974) heraus. Aufgerufen wird zu Maidemonstrationen in Berlin, Kiel, Lübeck, Hamburg, Bremen, Hannover, Duisburg, Dortmund, Bielefeld, Mannheim, Stuttgart, Schweinfurt, Nürnberg und München.

Maiveranstaltungen sollen bzw. sollten stattfinden in:
- Baden-Württemberg in Freiburg (vgl. 29.4.1974), Friedrichshafen (vgl. 26.4.1974), Heidenheim (vgl. 27.4.1974), Mannheim (vgl. 29.4.1974), Reutlingen (vgl. 30.4.1974) und Stuttgart (vgl. 28.4.1974, 1.5.1974).
- Bayern in München (vgl. 27.4.1974) und Nürnberg (vgl. 1.5.1974).
- Berlin (vgl. 28.4.1974).
- Bremen in Bremen-Walle (vgl.1.5.1974).
Hamburg (vgl. 30.4.1974).
- Hessen in Marburg (vgl. 28.4.1974).
- Niedersachsen aus Buxtehude (vgl. 29.4.1974),
- NRW in Aachen (vgl. 27.4.1974), Bielefeld (vgl. 30.4.1974), Bochum (vgl. 29.4.1974), Dortmund-Eving (vgl. 30.4.1974), Köln- Kalk (vgl. 28.4.1974), Köln-Nippes (vgl. 27.4.1974), Köln (vgl. 1.5.1974), Mülheim (vgl. 28.4.1974) und Münster (vgl. 1.5.1974).
- Schleswig-Holstein in Lübeck-Moisling (vgl. 26.4.1974, 30.4.1974).

Maispenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Veranstaltung in Reutlingen (vgl. 5.4.1974).
- Berlin.
- Hessen aus Kassel.
- Hamburg.
- Niedersachsen aus Holzminden.
- NRW aus Bochum, u.a. vom RMLK, aus Bielefeld-Brackwede und Gelsenkirchen.

Spenden für politisch Verfolgte kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Mannheim von einer Veranstaltung (vgl. 7.3.1974) und dem Parteibüro sowie aus Stuttgart und Sindelfingen.
- Berlin, u.a. von der Zelle Borsig.
- Bremen von einer Veranstaltung (vgl. 1.4.1974) und einer Demonstration (vgl. 2.4.1974).
- Hamburg von der Ortsgruppe der KPD/ML, der Zelle Beiersdorf und einer Veranstaltung in Altona (vgl. 28.3.1974).
- Hessen vom Diskussionskreis Marburg, der Ortsgruppe Kassel und dem RMLK bei Cassella Frankfurt.
- Niedersachsen vom Arbeitertreff Hannover (vgl. 18.3.1974).
- NRW aus Bonn, Essen, Köln, von der Zelle Mannesmann Kaemmerich Bielefeld und einer Veranstaltung in Duisburg (vgl. 20.2.1974).
- Rheinland-Pfalz aus Mainz von Palästinensern sowie gemeinsam von der RG der KPD/ML und dem KSV der KPD.
- Schleswig-Holstein aus Kiel.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus München.
- Niedersachsen aus Braunschweig.
- NRW aus Bielefeld, den Heimen der Inneren Mission Bethel, Düsseldorf und Essen.

Es wird aus den Roten Hilfen (RH - vgl. 12.4.1974) berichtet.

Aus Hamburg wird berichtet von den Soldatenzellen und der Werftjugendzelle, die sich u.a. mit dem KB befasst.

Aus NRW wird berichtet von der FRAP-Spanienveranstaltungen in Gelsenkirchen (vgl. 20.4.1974) und Dortmund (vgl. 2.3.1974) sowie von den Zellen Opel Bochum, Hoesch Dortmund und Mannesmann Duisburg. Ein neues Büro gibt es in Bielefeld.

Aus Schleswig-Holstein gibt es ein neues Büro in Lübeck.

Für den Iraner Sascha Haschemi von der RG München wurden insgesamt 14 262 Unterschriften gesammelt, davon aus:
- Baden-Württemberg 184 in Freiburg, 410 in Heidelberg, 59 in Heidenheim, 100 in Karlsruhe, 248 in Mannheim/Ludwigshafen, 250 in Ravensburg, 45 in Reutlingen, 80 in Sindelfingen/Böblingen, 129 in Stuttgart, 101 in Tailfingen, 266 in Tübingen, 12 in Ulm und 23 in Weinheim.
- Bayern 600 aus Coburg, 350 aus Kempten, 348 in Kitzingen, 1 200 in München, 287 in Nürnberg, 150 in Thalmässing / Greding / Ingolstadt und 400 in Würzburg.
- Bremen 210 aus Bremen.
- Hamburg 1 072 und noch einmal 50 in der Rote Hilfe (RH) Hamburg.
- Hessen 87 in Darmstadt, 310 in Frankfurt, 375 in Gießen/Wetzlar, 89 in Kassel, 134 in Marburg, 49 in Rüsselsheim, 18 in Wiesbaden und 12 beim 'ID' in Frankfurt.
- Niedersachsen 126 in Braunschweig, 410 oder 510 in Hannover, 26 in Wilhelmshaven.
- NRW 176 in Aachen, 1 666 in Bielefeld, 308 in Bonn, 602 in Bochum, 339 in Dortmund, 35 in Düsseldorf, 241 in Duisburg, 704 in Essen/Gelsenkirchen, 142 in Köln, 36 in Münster, 255 in Oberhausen, 50 in Recklinghausen, 18 in Witten und 100 in Wuppertal.
- Rheinland-Pfalz 22 in Bad Kreuznach, 67 in Mainz, 34 in Neuwied, 30 in Trier,
- Schleswig-Holstein 50 in Heide, 1 094 in Kiel, 333 in Lübeck, 32 in Neumünster.

Mit Sascha Haschemi erklärte sich solidarisch die Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen (IAF) und aus:
- Berlin die Roter Morgen-Leserunde an der Pädagogischen Hochschule (PH).
- Hamburg die Rote Hilfe (RH) Hamburg.
- Niedersachsen der eigene Arbeitertreff Hannover (vgl. 15.3.1974).
- NRW das Arbeiterjugendzentrum (AJZ) Bielefeld.

Nachgedruckt werden die Titelköpfe einer Reihe von Zeitungen der KPD/ML und ihrer Roten Garde bzw. des KSB/ML. Falls ein Erscheinungsdatum der verwendeten Ausgabe erkennbar, so ist dies in Klammern genannt. Es handelt sich hierbei aus:
- Baden-Württemberg um den 'Roten Stern' bei Daimler Mannheim (vgl. 15.10.1973), den 'Roten Mercedes' bei Daimler Stuttgart-Untertürkheim, von dem die Nr. 2/73 verwandt wird und um den 'Roten Scheinwerfer' bei Bosch Stuttgart (vgl. März 1973).
- Bayern aus Unterfranken um die 'Rote Rakete' für Hammelburg und Veitshöchheim (vgl. Apr. 1974) aus Fürth um 'Roter Sender' bei Grundig, aus Kempten um 'Der Bohrer' bei Rott und 'Roter Schlepper' bei Fendt (vgl. Apr. 1974), aus Kitzingen um 'Das Rote Ross' bei Fehrer (vgl. Apr. 1973) und 'Der Rote Schmelztiegel' für das Gußwerk Kitzingen (vgl.Nov.1973), aus München um die 'Rote Granate' für Soldaten (vgl. Mai 1973), den 'Roter Panzer' für Krauss-Maffei, den 'Rotdruck' der Zelle Süddruck, 'Der Druckerei Arbeiter' für Bruckmann, um 'Der Rote Anlasser' der KPD/ML-Zelle Max Hoelz bei BMW, den 'Motor' bei Südbremse (vgl. Apr. 1974), das 'Rote Getriebe' (vgl. 29.1.1974), das 'Moosacher Sprachrohr' (vgl. Aug. 1973), 'Rotes Hasenbergl' für Hasenbergl, 'Das revolutionäre Bündnis' des KSB/ML München Jg. 1 Nr. 6 für Uni, TU, PH und alle Oberschulen, aus Nürnberg um den 'Rotstift' für die Oberschulen (vgl. Juni 1973), 'Der rote Adler' für Triumph-Adler (vgl. Aug. 1972) und 'Roter Lautsprecher' für Siemens (vgl. Juli 1973), aus Schweinfurt um 'Der Rote Sachs Arbeiter' Nr. 3 für Fichtel und Sachs (F+S), aus Würzburg um 'Roter Lautsprecher' für Siemens (vgl. März 1972), die 'Rote Rotation' Nr. 11 für Koenig und Bauer (Koebau), die 'Rote Straße' (vgl. März 1974) und 'Das revolutionäre Bündnis' (vgl. Jan. 1974).
- Berlin um 'Das Rote Rührwerk' für Schering (vgl. Apr. 1972), den 'Borsighammer' bei Borsig (vgl. Mai 1972), die 'Rote Welle' für SEL (vgl. Aug. 1972), um 'Der Rote Gartenfelder' für Siemens Gartenfeld (vgl. 17.1.1974), um 'Der Rote Schaltwerker' für das Siemens Schaltwerk, um 'Der Rote Lautsprecher' für Siemens-Wernerwerk und einmal allgemein für Siemens Berlin Nr. 18 des zweiten Jahrgangs (1973), die 'Rote Garde' des Siemens-Komitees der RG, die 'Rote Turbine' bei KWU, 'Der AEG Arbeiter' bei AEG Brunnenstraße (vgl. 15.3.1974) und die 'Schlag zu junger Prolet' der RG bei AEG Brunnenstraße (vgl. 10.4.1974), 'Der Rote Funke' für AEG-Telefunken, das 'Rotlicht' für Osram, 'Der NCR-Arbeiter' für NCR (vgl. 29.5.1973), 'Der Rote Wedding' (vgl. Apr. 1973) im Wedding, um 'Der Rote Kreuzberger', 'Der Rote Reinickendorfer' (vgl. Juni 1973), 'die Rote Front' für Neukölln (vgl. Feb. 1973).
- Bremen um den 'Angriff' bei Klöckner Bremen (vgl. 17.1.1974) und die 'Schlag zu' bei der AG Weser.
- Hamburg um den 'Roter Stapler' für Still-Esslingen (SE - vgl. März 1974), 'Der Rote Handhaken' für den Hafen (vgl. Feb. 1973), die 'Frischer Wind' für die Werften (vgl. Feb. 1974) und die 'Rote Garde' - Jugendzeitung für die Hamburger Werften, 'Das Bollwerk' für die Arbeiter und Angestellten der HDW (vgl. Dez. 1973), die 'Setz an' der RG für Heidenreich+Harbeck (vgl. 12.3.1974), der 'Rote Beiersdorfer' für Beiersdorf (vgl. Apr. 1974), die 'Kämpfende Station' der KPD/ML und RG für die Krankenhäuser Hamburgs (vgl. Jan. ^1974), aus Altona um die 'Barrikade' (vgl. 29.3.1974), um 'Die Rote Schulfront' (vgl. März 1974) der Roten Garde und die Soldatenzeitung 'Roter Marder' (vgl. März 1974).
- Hessen um den 'Roten Buderus Arbeiter' aus Wetzlar, für den Lennart König verantwortlich zeichnet, den 'Roten Leitz Arbeiter' aus Wetzlar, den 'Rot-Guss' bei Bänninger Gießen, die 'Zündkerze' bei Opel Rüsselsheim (vgl. Jan. 1974), den 'Roten Poststudenten' von der Postfachhochschule Dieburg, von dem die Nr. 1/74 verwandt wird, den 'Roten Kessel' bei Cassella Frankfurt (vgl. März 1974), die 'Rotfront' bei den Farbwerken Hoechst im Raum Frankfurt und die 'Rote Folie' bei Kalle Wiesbaden (vgl. März 1974).
- Niedersachsen aus Hannover um 'der rote Funke' bei AEG (vgl. 17.2.1974).
- NRW um den 'Schüler im Klassenkampf' des KSB/ML Bielefeld (vgl. Dez. 1973), 'Der Rote Greifer' der RG für Kochs Adler (vgl. Dez. 1973) und 'Roter Anker' von Anker Bielefeld (vgl. 10.1.1974) sowie die 'Rote Garde' der RG-Zelle Anker, den 'Hammerschlag' (vgl. Nov. 1973) für Krupp Bochum und die 'Zündkerze' für Opel Bochum (vgl. Sept. 1972), aus Dortmund um die 'Stählerne Faust' Nr. 1 für Hoesch, die 'Schlag zu' für die Zeche Hansa und das 'Rotes Nordstadt Sprachrohr', aus Duisburg um 'Der Rote Röhrenkieker' für Mannesmann und 'Der Rote Greifer' für Thyssen ATH-Ruhrort, aus Düsseldorf um 'Der rote Rohrzieher' von KPD/ML und RG für Stahl und Röhren (S+R) Reisholz und 'Der Rote Schraubstock' der RG für die Mannesmann Röhrenwerke (MMRW), 'Der heiße Ofen' von RG und KPD/ML für den Schalker Verein Gelsenkirchen und die 'Rote Flamme' für AEG Küppersbusch Gelsenkirchen (vgl. 28.8.1973), aus Köln um 'Rude Kappes' für Nippes (vgl. 14.1.1974), die 'Voran!' für Ford und 'Das Schwungrad' für KHD (vgl. Feb. 1974), die 'Rote Kolonne' der RG für Bayer Leverkusen, 'Das revolutionäre Bündnis' für die WWU Münster (vgl. März 1974) und die 'Rote Bazillen' für die Krankenhäuser (vgl. März 1974), aus Oberhausen um die 'Rotglut' von KPD/ML und RG für Thyssen Niederrhein Oberhausen (TNO), 'Die Rote Faust' (ex: 'Der Stempel') bei Zeche General Blumenthal Recklinghausen, 'Die Rote Fanfare' der Roten Garde für Hella Recklinghausen und 'Der heiße Reifen' für Vorwerk Wuppertal.
- Schleswig-Holstein vom Stützpunkt Flensburg um 'Der Rote Werftarbeiter', aus Kiel um 'Der Rote Heller' für Hell (vgl. Aug. 1973), 'Roter Lautsprecher' für Elac (vgl. Feb. 1974), 'Der Motor' für MAK von Krupp (vgl. Juli 1973), 'Rotes Gaarden' (vgl. Juni 1973) für Gaarden, das 'Leuchtfeuer' für Friedrichsort, die 'Befreiung' für Elmschenhagen (vgl. Jan. 1973), die 'Rote Penne' für Kieler Oberschulen (vgl. Dez. 1972), die 'Studentenfaust' für Uni, PH und FHS (vgl. 27.11.1972), aus Lübeck 'Das Rote Schaufelrad' Nr. 2 für Orenstein und Koppel (O+J) und 'Der Rote Hochofen' für die Metallhütte (vgl. Juni 1973) und aus Neumünster um 'Der rote Funke' für die Arbeiter und Angestellten von AEG.
- nicht genau bestimmbarem Ursprung um den 'Roten Anlasser' bei Audi, der in Neckarsulm oder Ingolstadt erscheint, 'Der Hauer' (Nov. 1973), vermutlich für eine Zeche in NRW, die 'Rote Spritze' einer Krankenhauszelle, 'In der Zange', eine Berufsschulzeitung und den 'Kratzbock' der Roten Garde.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 27.4.1974

04.05.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 18 (vgl. 27.4.1974, 11.5.1974) heraus.

Maispenden gingen ein aus:
- Bayern aus Augsburg.
- Berlin aus dem Roter Morgen Buchladen.
- NRW aus Dortmund und Münster
- Schleswig-Holstein von einer RG-Veranstaltung in Eckernförde und aus Kiel, u.a. von der RG und aus dem Thälmann Buchladen.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Antikriegstags (AKT)-Prozeß.

Aus Hamburg wird berichtet von der Razzia gegen KPD/ML und RG (vgl. 17.4.1974).

Aus NRW wird berichtet über Pierburg Neuss, Bauern in Dortmund und Paderborn, über die eigene Ortsgruppe Bochum, diese habe am Schauspielhaus die "Aufführung eines antikommunistischen Schmierenstücks verhindert!", in dem u.a. die RAF-Gefangenen Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin Sexparties feiern.

Berichtet wird auch über Nazis und die OGML Griechenland in Bochum, aus Düsseldorf von den Mannesmannröhrenwerken (vgl. 22.4.1974), u.a. über Ausländer, Italiener und Jugendliche, aus Köln über die Frauenjustizvollzugsanstalt (JVA), aus Mülheim von den Mannesmannröhrenwerken über die Rohrstraße und den Genossen F. Brademann, aus Neuß von Pierburg über Frauen, Ausländer und die OGML Griechenland. Aus Recklinghausen wird berichtet von Hella, u.a. über Frauen sowie durch die Zelle General Blumenthal. Offensichtlich von Heinz Baron kommt eine Korrespondenz "Jeden Montag zur Polizei…".

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus der JVA Zweibrücken.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über die Krankenhäuser in Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 4.5.1974

11.05.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 19 (vgl. 4.5.1974, 18.5.1974) heraus. Im Artikel "Der Kommunismus lässt sich nicht verbieten!" wird berichtet über den Brief des Innenministers Weyer (FDP) an die NRW-Landesregierung, in dem dieser das Verbot der KPD gefordert habe.
Aus Norwegen wird berichtet vom Auftritt Ernst Austs (vgl. 25.4.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von einer Albanienveranstaltung der Soldatenzelle der RG Reutlingen (vgl. 29.4.1974).

Aus Berlin wird berichtet aus der Ortsgruppe Schöneberg der LgdI der KPD (vgl. 29.4.1974).

Aus Hamburg wird berichtet von Beiersdorf (CPK-Bereich - vgl. 26.4.1974), von den Krankenhäusern (vgl. 29.4.1974) sowie über den KBW.

Aus Hessen wird berichtet vom Komitee Soldatenfaust Wetzlar.

Aus NRW wird berichtet vom durch Weyer angestrebten Verbot der KPD als verfassungsfeindliche Partei bzw. als kriminelle Vereinigung, was ja aber gerade im Oßwald/Schulte-Prozeß als Anklagepunkt fallengelassen werden mußte. Berichtet wird auch durch die RG Bochum über Nazis bzw. über die KPD in der Dortmunder Bittermark (vgl. 12.4.1974). Aus Bochum wird berichtet von Opel (vgl. 29.4.1974). Die Rote Garde berichtet aus Dortmund-Hombruch bzw. auch vom britischen Truppenübungsplatz in Bergen-Hohne in Niedersachsen. Aus Duisburg wird berichtet über Nazis (vgl. 29.4.1974). Aus Münster wird berichtet über Nazis (vgl.29.4.1974). Aus Recklinghausen wird berichtet von der Zeche General Blumenthal.

Eine "Beilage zum Roten 1. Mai 1974" berichtet vom 1.5.1974 bzw. Maifeiern an anderen Tagen (Datum in Klammern) aus:
- Baden-Württemberg aus Mannheim und Stuttgart.
- Bayern aus München, Nürnberg und Schweinfurt.
- Berlin (vgl. 28.4.1974, 1.5.1974), Bremen und Hamburg.
- Niedersachsen aus Hannover.
- NRW aus Bielefeld, Dortmund (vgl. 30.4.1974, 1.5.1974) und Duisburg sowie aus Köln von KHD über die Werksfeuerwehr.
- Schleswig-Holstein aus Kiel und Lübeck.
Q: Roter Morgen Nr. 19, Dortmund 11.5.1974

18.05.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 20 (vgl. 4.5.1974, 25.5.1974) heraus. Eingegangen wird auf die Stellung der KPD zum DGB, wobei besonders die Ortsleitung Stuttgart der KPD Erwähnung findet.

Maispenden kommen aus:
- Bayern von der RG Selb und aus dem Buchladen Roter Morgen München.
- Berlin, u.a. von der RG-Zelle Wedding.
- Bremen.
- Hessen von der Maiveranstaltung in Frankfurt (vgl. 26.4.1974).
- NRW von Mannesmann Mülheim (vgl. Apr. 1974) und TNO Oberhausen (vgl. Apr. 1974), aus Köln-Ehrenfeld (vgl. 29.4.1974) und von der RG Troisdorf (vgl. 29.4.1974).
- Schleswig-Holstein aus Kiel-Friedrichsort (vgl. 23.4.1974) und Schleswig.

Solidaritätsspenden kommen aus:
- Bayern aus München vom Roter Morgen-Buchladen.
- Berlin.
- NRW aus Bielefeld (vgl. Apr. 1974), von der RG Gelsenkirchen und der KPD/ML-OG Münster.

Aus Bayern wird berichtet aus München aus einer Berufsschulklasse für Maschinenschlosser.

Aus Hamburg wird berichtet über Türken, aus dem Schlachthof über Kopfschlachter sowie über die NGG-Verwaltungsstelle sowie vom Protest gegen die Nazis (vgl. 7.5.1974).

Aus NRW wird berichtet aus Bochum von Opel und der IGM-Verwaltungsstelle (vgl. 6.5.1974), aus Duisburg über Türken und von der ATH (vgl.6.5.1974), aus Köln über Sympathisanten bei Rhode und Schwarz (R+S, IGM-Bereich) sowie über türkische Studenten und die Demonstration gegen die jüngsten Verhaftungen (vgl. 11.5.1974), aus Wuppertal vom besetzten Jugendzentrum (vgl. 6.5.1974). Ein neues Büro gibt es in Dortmund. Es wird auch berichtet aus Neuß von Pierburg bzw. über DKP und SEW:"
Nur die halbe Wahrheit

Wir haben im Roten Morgen Nr. 18 über die Entlassung von 3 Betriebsräten bei Pierburg berichtet, für die ein gewisser Satolias, Mitglied der griechischen revisionistischen Partei verantwortlich war. Weder die 'UZ' noch die 'Wahrheit' (Zeitungen der D'K'P/'S'EW) kommen darum herum, die Tatsachen zu berichten, sie schreiben sogar von der unglaublichen Summe von 25 000 DM, die Satolias als Belohnung für seinen schändlichen verrat erhielt. Über eines allerdings schweigen beide Zeitungen schamhaft: daß dieser saubere Herr ein Gesinnungsgenosse von ihnen ist."

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel über Studenten, aus Neumünster von AEG (vgl. 6.5.1974) und eingeladen zur Veranstaltung in Neumünster (vgl. 29.5.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 20, Dortmund 18.5.1974

25.05.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 21 (vgl. 18.5.1974, 1.6.1974) heraus. Aus Griechenland wird kritisiert Günter Wallraffs Aktion in Athen, denn: "Das griechische Volk will nicht Pazifismus, sondern Revolution!".

Aus Hamburg oder Kiel wird berichtet von HDW, aus München oder Wetzlar über die 'Soldatenfaust' für die Bundeswehr.

Aus Baden-Württemberg wird die Eröffnung eines Buchladens in Stuttgart angekündigt (vgl. 1.6.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus München von Siemens (vgl. 13.5.1974).

Aus Hessen wird berichtet vom Giftmüll der Westab in Sprendlingen (u.a. von Hoechst) und der deswegen erfolgten Umweltdemonstration in Frankfurt. Erwähnt wird auch das Komitee Soldatenfaust Wetzlar.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover von VW.

Aus NRW wird berichtet aus Bochum von Opel (vgl. 13.5.1974), aus Dortmund-Neu-Scharnhorst in "Faschist von Genossen entwaffnet" auch über den mangelnden Kampfgeist von KBW und KPD, aus Düsseldorf von Mannesmann Rath (vgl. 13.5.1974), aus Duisburg-Hamborn über sich selbst und die KPD, aus Köln von der DKP (vgl. 15.5.1974), aus Lippstadt von Hella und aus Stolberg von Prym (vgl. 13.5.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Lübeck-Kücknitz (vgl. 13.5.1974) sowie von der Flenderwerft Lübeck über Schlosser.

Maispenden kommen aus:
- Hamburg.
- Hessen aus Marburg.
- NRW von Veranstaltungen in Düsseldorf, Duisburg und Münster sowie aus Essen .
- Schleswig-Holstein aus Lübeck.

Spenden für den 'Roten Morgen' kommen aus:
- Baden-Württemberg aus Singen.
- Bayern aus München von der Maiveranstaltung der Zelle Schlachthof / Au (vgl. Apr. 1974).
- NRW aus Köln.
- Schleswig-Holstein aus Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 25.5.1974

01.06.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 22 (vgl. 25.5.1974, 8.6.1974) heraus. Geworben wird für die 'Rote Hilfe' Nr. 24 (vgl. Mai 1974). Eine Beilage befasst sich mit dem Programmentwurf der KPD. Berichtet wird aus Bonn von einer bundesweiten Veranstaltung des Verbandes der Kriegsdienstverweigerer (VK - vgl. 23.5.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus München von der Erschiessung Günther Jendrians (vgl. 21.5.1974) sowie über rumänische Architekturstudenten, dem Berufsverbot gegen Holzer an der LMU (vgl. 20.5.1974) und einen Prozess gegen den eigenen 'Roten Anlasser' bei BMW.

Aus Berlin wird berichtet aus Moabit sowie von Osram Wedding über die Jugendvertretung sowie über Lehrlinge und Jungarbeiter.

Aus Bremen wird in "Stahlindustrie: Krisenzeichen in den Kaltwalzwerken" berichtet von Klöckner aus dem Kaltwalzwerk sowie aus dem Warmwalzwerk 2 aus der Direktversandhalle.

Aus Hamburg wird berichtet über Nazis, einen Hausbesetzungsprozess und vom Berufsverbot (BV) gegen Stefan Jensen sowie über den KPD/ML-Sympathisanten Jürgen Paulick, Referendar an der Hauptschule Bornheide, wo er u.a. in der 9. Klassenstufe unterrichtet. Von NSI Hamburg wird berichtet über Frauen sowie über die Gruppe Hamburger Kommunisten (GHK), die recht positiv dargestellt wird. Im eigenen Büro gab es eine Razzia (vgl. 22.5.1974).

Aus Hamburg bzw. Schleswig-Holstein wird auch berichtet von der Tötung von Neset Danis durch türkische Faschisten in Norderstedt, wobei auch auf die Justizvollzugsanstalten Neumünster und Köln eingegangen wird.

Aus NRW wird berichtet aus Bielefeld vom Arbeiterjugendzentrum (AJZ) Prozess, aus Dortmund von Nazis und aus Düsseldorf im Artikel "Urteile im Arsenschlamm-Prozess: Giftmüllverbrecher werden geschont!".

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus dem DGB KJA Kiel bzw. vom BSE Ortsverein und dem DGB-Kreisvorstand sowie von KruppMAK. Im Kieler Grundgesetzprozess seien ein Mitglied des eigenen KSB/ML sowie elf Mitglieder des ehemaligen AStAs, der von den Roten Zellen Kiel des KBW gestellt wurde, angeklagt. Berichtet wird auch aus Lübeck und es kommt von dort ein Leserbrief zu Opel Bochum.
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 1.6.1974

08.06.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 23 (vgl. 1.6.1974, 15.6.1974) mit Berichten über die Frankfurter Fahrpreiskämpfe (vgl. 29.5.1974) heraus, in die auch KPD und KBW eingriffen. Man selbst arbeitet im Fahrpreiskomitee Höchst.

Weitere Berichte behandeln aus Hessen die US Army in Gießen und die Entlassung von Landtagskandidaten der KPD bei der Gießener Allgemeinen Zeitung, dem Fröbelseminar Kassel und der FFG Bank in Wiesbaden, sowie den Arbeitertreff Rüsselsheim, der den Mord an Neset Danis in Norderstedt verurteilt.

Aus Bayern wird berichtet aus München von Prozessen (vgl. 27.5.1974).

Aus Hamburg wird berichtet vom Protest gegen die Tötung von Neset Danis (vgl. 31.5.1974, 1.6.1974), aus der ÖTV im Gesundheitswesen (vgl. 8.4.1974) sowie der eigenen Zeitung (vgl. 27.5.1974), von der Hauptschule Bornheide über Referendare und den KBW und auch aus dem CPK-Bereich von NSI.

Aus NRW wird berichtet aus Aachen über die in der Frauenstation 2 der Uniklinik gestorbene Marokkanerin sowie Medizinstudenten. Von Opel Bochum wird im Artikel "In sec hs Monaten - 'Normaler Abgang' von 2 000 Kollegen" auch berichtet über Ausländer und die Entlassungen von Abdul K. und Jochen B., aus Bonn von der BGS-Schule, von der ATH Duisburg-Hüttenheim über die Jugendvertretung (JV), weibliche Jugendliche und Jungwerker, aus Köln von Ford, über die Spaniendemonstration in Düsseldorf (vgl. 1.6.1974) sowie aus Münster (vgl. 17.6.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 23, Dortmund 8.6.1974

15.06.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 24 (vgl. 8.6.1974, 22.6.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Genossen Albrecht Römer, aus der der Eberhard Finck Kaserne Reutlingen, in der auch die Soldatenzelle der RG Reutlingen, u.a. in der 5./520, tätig ist. Aus Stuttgart wird berichtet von Bosch Feuerbach und einer RG-Veranstaltung. Aus Friedrichshafen berichten Genossen aus dem Saba Werk 3.

Aus Bayern wird berichtet aus München von BMW (vgl.3.6.1974) und Man-Druck (vgl. 3.6.1974).

Aus Berlin wird berichtet von Siemens über Frauen und die Wickelei.

Aus Hamburg wird eingeladen zur Veranstaltung (vgl. 14.6.1974) und berichtet von Beiersdorf (CPK-Bereich - vgl. 6.6.1974), von HDW über Maschinenschlosser im dritten Lehrjahr und arbeitslose Jugendliche.

Aus Hessen wird berichtet aus der DruPa Jugendgruppe Gießen, von der RG Rüsselsheim über eine Chile-Veranstaltung der SDAJ der DKP und aus Frankfurt über KPD und KBW.

Aus NRW wird berichtet aus Aachen erneut von der in der Uniklinik gestorbenen Marokkanerin, aber auch von Philips über Marokkaner und die Fernsehschirmepresserei, aus Duisburg aus Hamborn und von Mannesmann (vgl. 5.6.1974), aber auch vom durch die Polizei lebensgefährlich verletzten Günther Routhier (vgl. 5.6.1974), aus Herford vom 7. britischen Signalregiment sowie über Olderdissen bei Bielefeld und die Briten in Bielefeld und Nordhorn, aus Köln von Ford über Türken sowie die Himmelmacher in der Y-Halle, aus Münster von der Uniaugenklinik (vgl. 3.6.1974).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Niebüll sowie über die Realschulseminare in Heide, Pinneberg, Kiel und Lübeck und über die Gründung der Roten Hilfe (RH) Lübeck (vgl. 31.5.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 24, Dortmund 15.6.1974

22.06.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 25 (vgl. 15.6.1974, 29.6.1974) heraus.
Aus dem Ausland wird berichtet über die KPS/ML Schweiz.
Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Rechtsanwälte der RAF in Heidelberg und Stuttgart und die Verhaftung eines eigenen Genossen bei Daimler Sindelfingen (vgl. 8.5.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus München vom BMW-Prozess (vgl. 10.6.1974), von MAN-Druck und über den AB im DruPa OV sowie von Taxifahrern bzw. dem Isarfunk. Aus Kelheim wird berichtet vom kanadischen Truppenübungsplatz Siegeburg und die Bauern. Eingegangen wird auch auf die JVA Bamberg.

Aus Berlin wird berichtet vom KSB/ML, von Osram, von Taxifahrern und deren Innungsfunk sowie von Rechtsanwälten, u.a. denen der RAF.

Aus Hamburg wird berichtet aus dem Hafen (vgl.10.6.1974) und die Rechtsanwälte der RAF sowie über ein Haus am Fischmarkt, in dem Afrikaner wohnen, den Roter Morgen Verkauf auf dem Langenhorner Markt und über die bei der Hausbesetzung in der Ekhofstr. Festgenommenen.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt (Thomas Hytrek) und berichtigt der Artikel über das revolutionäre Komitee Soldatenfaust (vermutlich in Wetzlar), welches eine gleichnamige Zeitung herausgibt und in dem die eigene RG nur mitarbeitet.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Nordhorn und aus Nordenham (vgl. 3.6.1974) sowie über den Verband der Kriegsdienstverweigerer (VK) in Emden, Leer, Norden, Aurich und Wittmund (vgl. 5.6.1974).

Aus NRW berichtet aus Hiltrup, Wattenscheid und Xanten, über die Rote Hilfe (RH) Ostwestfalen, über den Verband der Kriegsdienstverweigerer (VK) Bochum und über Chilenen in Bochum, vom 1.Mai in Dortmund (vgl. 1.5.1971), aus Essen über die Ärzte der Uniklinik und aus Duisburg von Günther Routhier (vgl. 17.6.1974) und Mannesmann. Von der ESG Bochum wird die Routhier-Resolution dokumentiert, aus Dortmund zeigt ein Bild die Parolen "Rache für G. Routhier" und "Nieder mit dem Polizeiterror".

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über Bauern sowie aus Kiel-Gaarden.
Q: Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 22.6.1974

29.06.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 26 (vgl. 22.6.1974, 6.7.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird gemeinsam von der eigenen RG und dem KBW berichtet von Vorfällen in der Alphornstraße in Mannheim-Neckarstadt.

Aus Bremen berichtet ein ehemaliges Mitglied der KBW-Aufbauzelle Hafen Bremen (vgl. 28.5.1974).

Aus Hessen wird berichtet aus Wiesbaden über Rentnerinnen und aus Marburg über Klassenjustiz.

Über Klassenjustiz wird berichtet aus Bielefeld, aus Dortmund und gegen eine Rentnerin in Duisburg. Eingegangen wird auch auf die JVAs Düsseldorf und Duisburg.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel aus dem IGM-Bereich von Hell über eine Jugendvertreterin und die RGO-Gruppe. Von der Uni Kiel wird berichtet vom Grundgesetz-Prozess gegen KBW-Mitglieder, wobei auch der eigene KSB/ML eingreift. Der KSB/ML ist auch an der PH Kiel tätig.
Q: Roter Morgen Nr. 26, Dortmund 29.6.1974

06.07.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 29.6.1974, 13.7.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe.

Aus Duisburg-Neudorf wird berichtet über Lehrer und Schüler der Annette von Droste-Hülshoff Realschule. Eingegangen wird auch auf Bielefeld.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Kiel.

In einer Beilage sind Solidaritätsadressen zum Tod von Günther Routhier enthalten aus:
- Baden-Württemberg vom RMLK Mannheim-Neckarstadt
- Schleswig-Holstein aus Kiel von der Wilhelm-Leuschner-Runde und den Roter Morgen-Lesekreisen Elmschenhagen und Gaarden sowie aus Neumünster von der Ortsgruppe der KPD/ML.
Q: Roter Morgen Nr. 27, Dortmund 6.7.1974

13.07.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 28 (vgl. 6.7.1974, 20.7.1974) heraus.

Solidarisch mit der KPD/ML und gegen den 'Mord' an Günther Routhier erklärten sich aus:
- Baden-Württemberg die neugegründete Rote Hilfe Böblingen/Sindelfingen, die eigene OG Freiburg und die DSFG Freiburg
- Hessen der KSV in Frankfurt (vgl. 19.6.1974) und die Rote Hilfe in Marburg (vgl. 21.6.1974).

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart (vgl. 5.6.1974) und Reutlingen.
- Bremen und aus dem Roter Morgen Buchladen Berlin.
- Hessen aus Frankfurt und Kassel.
- NRW aus Bielefeld, Essen, Münster und Oberhausen sowie von der Arbeiterrunde bei den Mannesmann Röhrenwerken Mülheim.
- Schleswig-Holstein von der Zelle Kiel-Friedrichsort, dem Thälmann-Buchladen Kiel und von den Ortsgruppen Flensburg und Neumünster.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Heidenheim.

Aus Hessen wird berichtet von Sympathisanten des KSB/ML an der Fachhochschule (FHS) für Sozialarbeit Frankfurt und von Hoechst über die Solidarität mit Günter Routhier.

Über Repression bzw. Routhierrazzien wird berichtet gegen die LgdI Bielefeld, gegen die KPD/ML-Büros in Berlin, Hamburg und München, gegen die Roter Morgen-Buchläden in Hamburg und Kiel sowie bei TNO Oberhausen.
Eingegangen wird auch die Spanier in den JVAs Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg und Dinslaken.
Aus Bochum wird in "Weg mit dem Ausbildungsverbot!" berichtet über den 1971 presserechtlich Verantwortlichen des KSB/ML und Jura-Studenten Meinhard S., dem die Ernennung zum Gerichtsreferendar verweigert wurde. Aus Dortmund wird berichtet: "Staatsanwalt im Prozeß gegen Todesschützen von Erich Dobhardt: Erichs Tod - ein 'Kunstfehler'", aber auch vom RAKT-Prozeß gegen Heinz Baron in München (vgl. 16.7.1974).
Aus Düsseldorf wird berichtet von der JVA.
Aus Duisburg wird berichtet von Mannesmann Huckingen sowie vom eigenen 'Roten Greifer' in Duisburg Hamborn, Ruhrort und Hüttenheim.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der 2. Kompanie des Heimatschutzkommandos Putlos bei Oldenburg/Ostholstein sowie aus Kiel von der Lindenauwerft (vgl. 1.7.1974) und von der Routhiersolidarität an der Uni Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 28, Dortmund 13.7.1974

20.07.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 13.7.1974, 27.7.1974) heraus.

Ihre Solidarität wegen Günther Routhier erklärten aus:
- Baden-Württemberg die GDCF Karlsruhe
- Hessen das revolutionäre Komitee Soldatenfaust (Wetzlar) auf Initiative der KPD/ML-Fraktion einstimmig.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Solo in Sindelfingen-Mettingen, wo von ca. 800 Besch. Kleinmotoren für Rasenmäher und Mopeds produziert werden.

Der Landesverband Südwest will eine Veranstaltungsreihe gegen die verschärfte politische Unterdrückung durchführen, mit einer Veranstaltung in Baden-Württemberg, am 28.7.1974 in Mannheim und 5 Veranstaltungen in Hessen, in Gießen (vgl. 19.7.1974), Marburg (vgl. 20.7.1974), Kassel (vgl. 21.7.1974), Frankfurt (vgl. 26.7.1974) und Wiesbaden (vgl. 27.7.1974).

Aus Hamburg wird berichtet aus dem IGM-Bereich in Wandsbek von Willy Tiedke Kfz, in dessen insgesamt acht Betrieben neben ca. 40 Angestellten auch 70 bis 75 Lehrlinge beschäftigt sind, wobei auch eingegangen wird auf das 2. und 3. Lehrjahr, auf die Praktikanten und auf die Berufsschule.

Aus NRW wird eingegangen auf die Kommunistische Initiative (KI) Köln. Aus Duisburg wird berichtet von Thyssen Schwelgern sowie von Mannesmann, u.a. über Türken. Aus Bielefeld wird berichtet von der Berufsschule.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über Bauern in Flensburg, Lensahn und Schwarzenbek, aus Neumünster von der eigenen AEG-Betriebszeitung 'Roter Funke'. Aus Kiel wird berichtet von einer Veranstaltung des AStA der Uni und der Roten Zellen des KBW zum Grundgesetzprozess sowie von der Fachschaftsgruppe Psychologie an der Uni, dem RM-Leserkreis Friedrichsort und einer Veranstaltung des KSB/ML Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 20.7.1974

27.07.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 30 (vgl. 20.7.1974, 3.8.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Erschiessung von Hans-Jürgen Remizko in Mannheim-Käfertal.
In Reutlingen soll eine Rote Hilfe (RH) gegründet werden (vgl. 25.7.1974), von dort wird auch von Lehrern in Stollach berichtet. Tätig ist auch die KPD/ML dort (vgl. 19.7.1974), ebenso wie in Tübingen (vgl. 18.7.1974).

Berichtet wird aus Dortmund von der Zeche Gneisenau (vgl. 17.7.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 30, Dortmund 27.7.1974

03.08.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 31 (vgl. 27.7.1974, 10.8.1974) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Freiburg.
- Bayern aus Augsburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus der JVA Mannheim, von den Jugendlichen in Mannheim-Käfertal und aus Reutlingen.

Aus Bayern wird berichtet über Klassenjustiz in München und einen Rechtsanwalt in Nürnberg.

Aus Bremen wird in "Das war Arbeitermord!" berichtet von einem Arbeitsunfall bei den LDW.

Es wird eine Erklärung von Gernot Schubert, Verleger des 'Roten Morgen' abgedruckt, die sich richtet: "An den Staatsanwalt Greiser (Dortmund) und die Richter Weiß (Dortmund), Rosenmüller (Duisburg) u.a." und sich auf den Strafbefehl für Günter Routhier-Artikel bezieht.

Aus Dortmund wird zu Norbert Böhmer aufgefordert "Hoesch - Kampf der drohenden Entlassung des Genossen Norbert B.!".
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 3.8.1974

10.08.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 32 (vgl. 3.8.1974, 17.8.1974) heraus.

Der Artikel "Hände weg vom Roten Morgen!" berichtet über die bundesweite Beschlagnahmung der letzten Ausgabe wegen des Offenen Briefs von Gernot Schubert. Ein Artikel schildert die "Anklage gegen die Genossen Ernst Aust und Gernot Schubert".

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung in Karlsruhe (vgl. 12.8.1974) angekündigt.

Aus Bayern wird berichtet von MAN-Druck München über den Betriebsrat H. Heiner, die Druck-Berufsschule, Bruckmann und BMW. Bei BMW München wurde der 'Rote Anlasser' beschlagnahmt.

Aus Dortmund wird eine Veranstaltung der Betriebszelle Hoesch angekündigt (vgl. 17.8.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 10.8.1974

17.08.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 33 (vgl. 10.8.1974, 24.8.1974) heraus. Ein Artikel lautet "5 Ausgaben des ROTEN MORGEN beschlagnahmt, Parteibüros durchsucht, Verkäufer festgenommen… - 'Wenn der Feind uns bekämpft, ist das gut und nicht schlecht!'"

Berichtet wird vom FIS Iran-Kongreß in Frankfurt (vgl. 2.8.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Daimler Sindelfingen im Artikel: "Genosse Volker widerlegt Lügen der Daimler-Benz Kapitalisten." Darin heißt es:"
Vor zwei Jahren, am 2. September 1972, demonstrierten in München 6.000 Menschen unter Führung der KPD/ML am Roten Antikriegstag gegen den imperialistischen Krieg. Zwei Jahre später, am 8. Mai 1974, kommt die politische Polizei zu Daimler-Benz nach Sindelfingen. Sie holen Genossen Volker N. von der Vesper (Brotzeit, d. Vf.) weg, drohen ihm mit gewaltsamer Festnahme und schleppen ihn zur erkennungsdienstlichen Behandlung ins Kripolabor nach Böblingen.

Dort werden ihm Fotos gezeigt, die beweisen sollen, dass er an der Antikriegstagsdemonstration teilgenommen hat. Zwei Wochen später versuchen die Daimler-Kapitalisten, den Genossen aus dem Betrieb zu ekeln. Ein Gespräch wird geführt, er bekommt eine Verwarnung. Aber Genosse Volker und die Partei führen sofort den Kampf.

"Das Rote Band", die Betriebszeitung der KPD/ML, veröffentlicht einen Offenen Brief des Genossen, in dem er jedes einzelne Argument der Kapitalisten widerlegt: Er schreibt u. a: … Die drei wesentlichen genannten Begründungen waren: 1. Die schlechte Konjunkturlage, 2. Zu häufiges Kranksein, 3. Mehrfache Unpünktlichkeit und mangelndes Interesse an der Arbeit. Zum ersten ist festzustellen, es ist eine Tatsache, dass vom 20, bis 24. Mai etliche Leute neu eingestellt worden sind. Sie aber klagen am 20. über schlechte Konjunktur. Die Abteilung Kantine ist knapp an Fahrern, was sich besonders in der Woche vom 17. bis 22. Juni bemerkbar macht.

Zum zweiten ist klar, dass Fehlzeiten wegen Krankheit nicht offiziell als Begründung für innerbetriebliche Disziplinierungsmaßnahmen oder sogar für die mir angedrohte fristlose Entlassung genannt werden dürfen- das verstieße sogar gegen die Gesetze dieses kapitalistischen Staates. Das aber als eine Begründung für die Versetzung überhaupt zu nennen und mich dann in die Lackiererei zu versetzen, einen Arbeitsplatz mit bekanntermaßen hohem Krankenstand und entsprechend gesundheitsschädigender Arbeit - das zeigt, wie herbeigesucht und zynisch diese Gründe waren.

Zum dritten: Unzureichende Arbeitsleistung - befragen sie einmal meine Kollegen aus der Abteilung Kantine, dann können Sie dieses Argument streichen. Und weil die Kapitalisten die angebliche Unpünktlichkeit nicht beweisen können, haben sie stattdessen die Krankenfehlzeiten von 1973 hervorgekramt …

Als Kommunist hat Genosse Volker allerdings gegen die Abschaffung des Achtstundentags und die Dauerüberstunden gekämpft. Sein revolutionärer Kampf, die Tatsache, dass er Kommunist ist, das ist der wirkliche Grund für seine Entlassung, für die Anklage durch die Bourgeoisie. Aus Angst vor dem Kommunisten Volker, verhängten die Daimler-Kapitalisten Hausverbot. Der Genosse ließ sich aber dadurch nicht einschüchtern. 'Das Rote Band' berichtet:  Fast 2 Stunden konnte Genosse Volker mit seinen Kollegen in 3d (Betriebsabteilung, d. Vf.) reden, auch der Tross von schleimig freundlichen bis offen mit der Polizei drohenden Bütteln der Kapitalisten konnte daran nichts ändern. Im Gegenteil: Nachdem sie vergeblich versucht hatten, Volker von seinen Kollegen fernzuhalten, mussten sie sogar jeden einzelnen Kollegen von allen drei Spritzanlagen der Reihe nach ablösen lassen, damit er Gelegenheit habe, sich von Volker zu verabschieden."

Eingegangen wird auch auf die JVA Mannheim. Angekündigt eine Thälmann-Veranstaltung in Mannheim (vgl. 18.8.1974).

An den 6 Veranstaltungen des Landesverbandes Südwest gegen die verschärfte politische Unterdrückung, die vom 19.7.1974 bis 28.7.1974 in Gießen (vgl. 19.7.1974), Marburg (vgl. 20.7.1974), Kassel (vgl. 21.7.1974), Frankfurt (vgl. 26.7.1974) und Wiesbaden (vgl. 27.7.1974) in Hessen und in Baden-Württemberg in Mannheim (vgl. 28.7.1974) durchgeführt wurden, beteiligten sich zusammen ca. 250 Personen.

Aus Hessen wird berichtet von der Entlassung des KPD-Landtagskandidaten Heribert Planz bei der Gießener Allgemeinen Zeitung und die Haltung von DruPa OV und DGB KV dazu.

Aus NRW wird u.a. berichtet von Siemens Witten über Frauen und die Mattenlegerei, in der ein KPD/ML-Mitglied tätig ist. Aus Dortmund wird berichtet von der Zeche Gneisenau (vgl. 17.8.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 33, Dortmund 17.8.1974

24.08.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 34 (vgl. 17.8.1974, 31.8.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die JVA Stuttgart-Stammheim und die Erschiessung des Lehrlings Richard Epple durch die Polizei bei Tübingen.

Aus Bayern wird berichtet über Solidarität mit Sascha Haschemi in München. Angekündigt werden Antikriegstagsaktionen in München (vgl. 31.8.1974).

Aus Hessen wird berichtet von Opel Rüsselsheim, u.a. über Frauen und Ausländer und aus Marburg.

Vermutlich dieser Ausgabe ist ein Extrablatt August zum Roten Antikriegstag (RAKT) am 1.9.1974 beigelegt, in dem zu Demonstrationen in Kiel, Berlin, Gelsenkirchen, Mannheim und München aufgerufen wird.
Q: Roter Morgen Nr. 34 und Extra, Dortmund 24.8.1974 bzw. Aug. 1974

31.08.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 35 (vgl. 24.8.1974, 7.9.1974) heraus. Berichtet wird über "Anzeigen gegen Genossen" wobei es gegen Gernot Schubert und Dieter Stoll geht.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Heidelberg und den JVA in Mannheim, Stuttgart-Stammheim, Ludwigsburg und Rastatt sowie über Bauern in Villingen.

Aus Hessen wird berichtet aus Offenbach, der Schmiede bei Hanomag-Henschel in Kassel, den bei der Gießener Allgemeinen Zeitung entlassenen KPDler Heribert Planz, den DPG Bezirksverband Hessen und über Bauern bei Bebra.

Aus Bochum wird in "Die Polizei, dein Freund und Helfer?" berichtet über die von einem Zivilpolizisten totgefahrene 12jährige Sabine.

Eine Veranstaltung zum Roten Antikriegstag (RAKT) wird angekündigt für Darmstadt (vgl. 1.9.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 35, Dortmund 31.8.1974

07.09.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 36 (vgl. 31.8.1974, 14.9.1974) heraus.

Vom Roten Antikriegstag (RAKT) wird berichtet aus Kiel (vgl. 31.8.1974), Berlin (vgl. 1.9.1974), Gelsenkirchen (vgl. 1.9.1974) und München (vgl. 31.8.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Ludwigsburg und aus Tübingen über das Solidaritätskomitee für J. Lang, die JVA Mannheim und die JVA Bruchsal, in der der Genosse Ulrich Luther einsäße.

Aus Bayern wird berichtet vom Krankenhaus Erlangen.

Aus Hessen wird berichtet aus Stadt Allendorf von Hirschberg Glas (170 Besch.) und der Nußnougatfabrik, aus Rüsselsheim von der eigenen 'Zündkerze' bei Opel vom Werkschutz und über die JVA Butzbach.
Q: Roter Morgen Nr. 36, Dortmund 7.9.1974

14.09.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 37 (vgl. 7.9.1974, 21.9.1974) heraus. Berichtet wird vom Roter-Morgen-Prozeß (vgl. 19.9.1974) und geworben für die Rote Hilfe-Broschüre "Unterdrückte von heute - Sieger von morgen!" (vgl. 21.8.1974).

Solidaritätsspenden kamen aus:
- Baden-Württemberg vom RMLK Mannheim-Neckarstadt und Mannheim, Heidenheim und Friedrichshafen sowie Veranstaltungen in Mannheim und Heidelberg (vgl. 9.7.1974) und der OG Freiburg.
- Bayern von der Roten Garde Würzburg / Schweinfurt / Kitzingen und dem KSB/ML Würzburg, aus Coburg, Kitzingen (vgl. 15.7.1974) und München und von der Ortsgruppe Schweinfurt.
- Berlin von einer Veranstaltung (vgl. 1.7.1974).
- Hessen aus Frankfurt, vom KSB/ML, der OG, dem RMLK Cassella und einer Veranstaltung (vgl. 5.7.1974), aus Gießen vom KSB/ML und dem AJLE der GEW, aus Wiesbaden, aus Darmstadt vom RFFK der KPD, sowie aus Marburg von der eigenen OG.
- aus Niedersachsen von einer Veranstaltung in Hannover (vgl. 9.7.1974).
- Schleswig-Holstein von Veranstaltungen in Kiel (vgl. 4.7.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Gründung der Roten Hilfe (RH) Friedrichshafen (vgl. 1.9.1974), über die JVA Mannheim und Ludwigsburg.

Aus Bayern wird berichtet über die Bauerndemonstration in München

Aus Dortmund kommt eine Korrespondenz: "K-14-Beamte spionieren sogar in meiner alten Schule!".
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 14.9.1974

21.09.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 14.9.1974, 28.9.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird berichtet von der Gründung der Roten Hilfe (RH) Mannheim/Ludwigshafen. Eingegangen wird auch auf die JVA Bruchsal und Mannheim. Genossen aus Singen und Hohentwiel befassen sich mit Rielasingen, Tailfingen, Konstanz und Fahr Gottmadingen.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel von KPD/ML und RG, sowie aus Darmstadt von KPD und KPD/ML. Erwähnt werden auch die JVA Schwalmstadt und Frankfurt-Preungesheim.

Aus Dortmund wird berichtet über die Explosion auf der Zeche Gneisenau (vgl. 17.7.1974).

Angekündigt wird der RAKT-Prozess gegen Heinz Baron in München (vgl. 8.10.1974, 11.10.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 21.9.1974

28.09.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 39 (vgl. 21.9.1974, 5.10.1974) heraus mit dem Leitartikel "11. Gewerkschaftstag der IG Metall. Verschärfter Kurs gegen die Arbeiterklasse" (vgl. 15.9.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die RAF in Heidelberg. Chinaveranstaltungen werden angekündigt für Karlsruhe (vgl. 30.9.1974), Stuttgart (vgl. 21.9.1974 (!)). Die Frage "Was will die KPD/ML?" soll heute in Singen beantwortet werden. Die Rote Hilfe Stuttgart solidarisiert sich mit Jörg Lang (vgl. 2.10.1974).

Aus Hamburg wird eine Chinaveranstaltung (vgl. 12.10.1974) angekündigt.

Aus NRW wird eine Chinaveranstaltung in Köln (vgl. 27.9.1974) angekündigt.

Aus Niedersachsen wird eine Chinaveranstaltung in Hannover (vgl. 27.9.1974) angekündigt.
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 28.9.1974

05.10.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 28.9.1974, 12.10.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über den KPD-Buchladen in Tübingen.

Aus Bayern wird eine Chinaveranstaltung in Nürnberg (vgl. 10.10.1974) angekündigt und berichtet vom RAKT-Prozess gegen Heinz Baron (vgl. 8.10.1974). Aus Fürth wird berichtet über das US Munitionsdepot im Zennwald bei Burgfahrnbach sowie über Kreppendorf, Bernbach und Siegelsdorf.

Aus Berlin werden Chinaveranstaltungen (vgl. 5.10.1974, 6.10.1974, 13.10.1974) angekündigt.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt aus der Lebensmittelabteilung des Kaufhof Zeil. Für Marburg wird eine Chinaveranstaltung (vgl. 4.10.1974) angekündigt.

Aus NRW wird eine Chinaveranstaltung in Essen (vgl. 6.10.1974) und eine Veranstaltung zum Baron-Prozeß in Dortmund (vgl. 4.10.1974) angekündigt. Aus Bochum wird berichtet: "Er verteidigte Kommunisten im Arbeitsgericht: Ausbildungsverbot für Genossen Meinhard S.".

Aus Dortmund wird berichtet über drei Strafbefehle über zusammen 7 500 DM wegen dem 'Roten Morgen' Nr. 27, 30 und 31 gegen den Verleger und die Verantwortlichen.
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 5.10.1974

12.10.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 41 (vgl. 5.10.1974, 19.10.1974) heraus. Spenden für den 'Roten Morgen' kommen aus:
- aus Baden-Württemberg aus dem Buchladen Roter Morgen Stuttgart und von einer Veranstaltung in Mannheim (vgl. 18.8.1974).
- aus Bayern aus Würzburg, von der Ortsgruppe Kempten, von Sympathisanten aus Nürnberg, aus München aus dem Roter ;Morgen Buchladen und vom Arbeitertreff in Moisling.
- Hessen aus Darmstadt und aus Frankfurt von einer Antifa-Demonstration (vgl. 16.6.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Roten Antikriegstags (RAKT) 1972 in München Prozeß gegen Klaus Kercher aus Tübingen. In Karlsruhe will man eine Arbeiterrunde zur RAF (vgl. 14.10.1974) durchführen.

Aus Bayern wird berichtet von der NPD in Hof (vgl. 20.9.1974). Aus Kempten wird berichtet über eine nach der Verweigerung ihrer Versetzung nach Vöhringen nicht mehr besoldete Lehrerin, die dazu einen Leserbrief an den 'Bohrer' der KPD/ML bei Rott schrieb. In München beginnt am 1.10.1974 ein Prozess gegen Rainer Junck vom RM-Buchladen wegen Hausfriedensbruch beim RAKT-Prozess gegen u.a. Sascha Haschemi.

Aus Berlin wird eine Chinaveranstaltung (vgl. 12.10.1974) angekündigt.

Aus Bremen wird berichtet vom Film "Die Chinesen in Paris", dessen örtliche Premiere am 27.9.1974 von 50 bis 60 Genossen gesprengt wurde. In "Lehrlinge der AG Weser Werft. Gegen die Spaltungsmanöver der Revisionisten - revolutionärer Kampf gegen politische Entlassungen" wird berichtet von der AG Weser Bremen, wo sich das gewerkschaftsoppositionelle AG-Weser-Komitee eng mit der GOG Vulkan verbünden will.

Aus Hamburg wird eine Chinaveranstaltung (vgl. 12.10.1974) angekündigt.

Aus Hessen wird berichtet aus Marburg (vgl. 24.9.1974) und aus Wiesbaden. Bei Hanomag und Rheinstahl Kassel gibt man selbst den 'Hammer' heraus, der sich u.a. mit der Zusammenlegung der drei Werke befaßte. Für Frankfurt wird eine Chinaveranstaltung (vgl. 13.10.1974) angekündigt.

Aus NRW wird eine Chinaveranstaltung in Bielefeld (vgl. 12.10.1974) angekündigt.
Q: Roter Morgen Nr. 41, Dortmund 12.10.1974

19.10.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 42 (vgl. 12.10.1974, 26.10.1974) heraus.
Über den Hungerstreik der RAF und die Solidarität damit wird berichtet aus Frankfurt, Berlin, der JVA Berlin-Moabit und aus Hannover.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Panzer Bataillon 210 (7.PzGrenDiv) in Ulm.

Aus München wird berichtet vom RAKT-Prozeß gegen Heinz Baron (vgl. 8.10.1974, 15.10.1974) sowie über Bauern in Kühbach, die gegen das NATO-Manöver Reforger V protestieren.

Aus Bremen wird berichtet von einer Veranstaltung zum 25. Jahrestag der VR China, an der 150 Menschen teilnahmen.

Aus Hessen wird berichtet von Rheinstahl-Lokbau in Kassel. Veranstaltungen zu den Landtagswahlen (LTW) werden angekündigt für Marburg (vgl. 22.10.1974) und Wiesbaden (vgl. 26.10.1974).

Im Artikel "Die Widersprüche in der Gruppe Rote Fahne verschärfen sich zusehends" wird auf S.4 u.a. ausgeführt:"
Die Widersprüche in der Gruppe Rote Fahne (GRF), die sich ohne jede Legitimation KPD nennt, verschärfen sich zur Zeit zusehends. Das wurde bereits während der Vorbereitungen dieser Organisation auf ihrem sogenannten 1. Parteitag (vgl. 26.6.1976, d.Vf.) deutlich. Der von den GRF-Führern vorgelegte Programmentwurf stieß innerhalb der Organisation offensichtlich auf heftige und breite Kritik. Diese Kritik der Mitglieder und Sympathisanten der GRF scheint sich auf die zutiefst reaktionären Angriffe der GRF-Führer auf den Genossen Stalin und die revolutionäre Arbeiterbewegung; auf die Verharmlosung des Kapitalismus im allgemeinen … (zu beziehen) und auf die Verharmlosung des Imperialismus im besonderen, vor allem die Leugnung derUnvermeidbarkeit des imperialistischen Krieges und die Tatsache, daß kein Wort über die Rolle des imperialistischen Staatsapparates verloren wird; auf die Angriffe der GRF-Führer auf die führende Rolle der Arbeiterklasse. Besondere Verwirrung scheint die von den GRF-Führern ausgegebene Linie zu stiften, nach der die SPD nach wie vor der Hauptfeind in der Arbeiterbewegung sein soll, mit der die GRF-Führer den konsequenten Kampf gegen den modernen Revisionismus verhindern wollen. … Trotz der breiten Kritik an dem von ihnen vorgelegten Programmentwurf zogen die GRF-Führer ihren Parteitag über die Bühne, um ihren bereits breit angekündigten Düsseldorfer Auftritt zu retten. Sie stellten die Delegierten dieses sogenannten Parteitages damit vor die Alternative, entweder durch eine Ablehnung des Entwurfs die inneren Widersprüche ihrer Organisation nach außen zu dokumentieren oder dem Programmentwurf zuzustimmen. Sie verabschiedeten somit ein Programm, daß sie in wesentlichen Punkten überhaupt noch nicht kannten; denn der sogenannte Parteitag beschloß … die Grundfragen des Marxismus-Leninismus und des Weges der proletarischen Revolution in unserem Lande berührenden Punkten Änderungen, die er aber nur naturgemäß nur in allgemeinster, vager Form angeben konnte.

So waren bei der Verabschiedung des Programmes wesentliche Teile nur in der Zusicherung der GRF-Führer existent, man werde Änderungen und Ergänzungen vornehmen. … Der von den GRF-Führern vorgelegte Programmentwurf, hat ihnen eine große Schlappe beschert. … Den Samen, für den nun von ihnen attackierten Rechtsopportunismus haben sie selbst ausgestreut und sie streuen ihn auch weiterhin aus. … Die GRF-Führer jammern über antikommunistische Fraktionen in der Liga (LgdI, d.Vf.). Die gibt es allerdings. So wurde kürzlich in Bochum ein Kommunist aus der Liga ausgeschlossen. Scheinheilig wurde er von den dortigen Liga-Führern zu einer Diskussion, zu einer Stellungnahme zu verschiedenen Punkten aufgefordert. In Wirklichkeit war das Ausschlußpapier längst geschrieben. Das ist allerdings antikommunistischer Fraktionismus. … Wir sind allerdings auch ganz sicher, daß die revolutionären Mitglieder und Sympathisanten der GRF erkennen werden, daß die größten und skrupellosesten Vertreter des Rechtsopportunismus die Führer ihrer Organisation sind. Das werden alle Ablenkungsmanöver der GRF-Führer nicht verhindern können."
Q: Roter Morgen Nr. 42, Dortmund 19.10.1974

26.10.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 43 (vgl. 19.10.1974, 2.11.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom RAKT 1972 München Prozeß gegen Klaus Kercher aus Tübingen (vgl. 18.10.1974), der zu 16 Monaten ohne Bewährung verurteilt wurde. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Karlsruhe (vgl. 28.10.1974).

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Anschlag auf das Parteibüro bzw. den Buchladen Roter Morgen.

Aus Hessen wird berichtet von der Haltung des KBW in Frankfurt gegenüber der Polizei.

Aus Dortmund wird berichtet im Artikel "'Du kannst dich vertrauensvoll an den Betriebsrat wenden…'" berichtet über eine Kranfahrerin bei Hoesch-Phönix. Berichtet wird auch durch die Zelle Hoesch von der Stahltarifrunde (STR). Berichtet wird auch über den RAKT-Prozess gegen Heinz Baron aus Dortmund (vgl. 18.10.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 43, Dortmund 26.10.1974

02.11.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 44 (vgl. 26.10.1974, 9.11.1974) heraus.

Solidaritätsspenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Veranstaltung in Heidenheim (vgl. 6.8.1974).
- Bayern aus München, u.a. aus dem Buchladen Roter Morgen, und aus Regensburg sowie von einem Fussballspiel der RG Kitzingen gegen die RG Würzburg, von Schülern aus Würzburg, Schwesternhelferinnen aus Würzburg und von einer Sammlung in der Mensa der Uni Würzburg.
- Hessen von Veranstaltungen in Kassel (vgl. 21.7.1974) und Frankfurt (vgl. 8.8.1974) und der OG Marburg.
- NRW von einer Veranstaltung in Dortmund (vgl. 9.8.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von einer RAF-Hungerstreik Kundgebung in Friedrichshafen, aus Mannheim und von Jugendlichen in Karlsruhe.

Aus Hessen wird berichtet von den Landtagswahlen (vgl. 27.10.1974) und einer diesbezüglichen KPD-Veranstaltung in Frankfurt (vgl. 26.10.1974), aus Gießen und von der Posthochschule in Dieburg, wo der KSB/ML seinen 'Roten Poststudenten' herausgibt und man über mindestens ein Mitglied im Ortsverein der DPG verfügt.
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 2.11.1974

09.11.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 45 (vgl. 2.11.1974, 16.11.1974) heraus.

Eingegangen wird auf die Ergebnisse von KPD und KBW bei den Landtagswahlen (LTW) in Bayern und Hessen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Kampf der Bauern und Winzer des Kaiserstuhls gegen das AKW Wyhl bei Freiburg. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Karlsruhe (vgl. 11.11.1974).

Aus Hessen wird berichtet aus Wiesbaden, aus Darmstadt in "Ehemalige GRF-Sympathisanten in Darmstadt: 'Für die Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML'" vom Übertritt von 4 Mitgliedern des RFFK der KPD zur KPD/ML (vgl. Okt. 1974), wodurch die restliche KPD in Darmstadt nun noch aus 2 Landtagswahl-Ersatzkandidaten bestehe, und aus Frankfurt vom Jugendzentrum Bockenheim (vgl. 18.10.1974), dem RAF-Hungerstreik und von einem Dozenten am Fachbereich Sozialarbeit der FHS, mit dem sich sowohl KSB/ML als auch Rote Hilfe solidarisieren.

Aus Bochum wird berichtet von den SWB: "Kommunistischer Arbeiter gekündigt - Kollegen solidarisieren sich", aus Dortmund wird berichtet von der Belegschaftsversammlung bei Hoesch.

Geworben wird für die 'Rote Hilfe' Nr. 27 (vgl. Nov. 1974).
Q: Roter Morgen Nr. 45, Dortmund 9.11.1974

16.11.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 46 (vgl. 9.11.1974, 23.11.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Rechtsanwälten in Heidelberg, sowie aus Rheinland-Pfalz vom giftigen Kartoffelsalat bei Grenz Neuhofen, der u.a. in Heidelberg und an Stuttgarter Schulen Verbreitung fand. Eine Albanienveranstaltung wird angekündigt für Ebingen/Tailfingen (vgl. 25.11.1974).

Aus Bayern wird eine Albanienveranstaltung angekündigt für Nürnberg (vgl. 24.11.1974).

Aus Hessen wird berichtet vom Kreisjugendring Biedenkopf, der auch für Marburg zuständig ist. Albanienveranstaltungen werden angekündigt für Gießen (vgl. 24.11.1974) und Marburg (vgl. 16.11.1974), wo es auch noch einen freitäglichen Diskussionskreis (vgl. 22.11.1974) gibt.
Q: Roter Morgen Nr. 46, Dortmund 16.11.1974

23.11.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 47 (vgl. 16.11.1974, 30.11.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Friedrichshafen, von Berufsverboten (BV) gegen Lehrer und Referendare bzw. 2 Mitglieder der GdFA in Reutlingen und ein Mitglied der GDCF Tübingen. Über Solidaritätsaktionen mit dem RAF-Hungerstreik wird berichtet aus Stuttgart (vgl. 8.11.1974, 15.11.1974), Heidelberg (vgl. 11.11.1974) und Mannheim (vgl. 14.11.1974). Albanienveranstaltungen werden angekündigt für Freiburg (vgl. 29.11.1974), Karlsruhe (vgl. 25.11.1974) und Stuttgart (vgl. 23.11.1974, 30.11.1974).

Aus Bayern wird über Solidaritätsaktionen mit dem RAF-Hungerstreik berichtet aus München (vgl. 11.11.1974). Albanienveranstaltungen werden angekündigt für Nürnberg (vgl. 24.11.1974) und Schweinfurt (vgl. 25.11.1974). Von einer Volksschule in Aindling im Kreis Aichach-Friedberg sowie aus der Nähe von Augsburg wird berichtet von Berufsverboten bzw. Entlassungen aus dem Schuldienst, gegen die die GEW Augsburg nicht protestierte. Grund war KPD/ML-Anhängerschaft des Ehemannes bzw. Auffinden einer Adresse nach Flugblattverteilung zu G. Routhier bei MAN. Aus München wird berichtet von Hanns Marzini (vgl. 12.10.1974).

Aus Berlin wird über Solidaritätsaktionen mit dem RAF-Hungerstreik (vgl. 11.11.1974, 14.11.1974) berichtet. Eine Veranstaltung in der TU sei von 5 000 besucht worden.

In Bremen wird eine Albanienveranstaltung (vgl. 27.11.1974) und eine Albanienausstellung (vgl. 22.11.1974) angekündigt.

Aus Hessen wird berichtet über im UG Frankfurt-Preungesheim einsitzende Türken und in der JVA ebendort einsitzende RAF-Hungerstreikende, die es auch in der JVA Darmstadt gibt. Über Solidaritätsaktionen mit dem RAF-Hungerstreik wird berichtet aus Frankfurt (vgl. 10.11.1974, 13.11.1974, 22.11.1974) und Marburg, wo 200 Studenten der Uni dem Aufruf von KSV und KSB/ML, KPD/ML und Roter Hilfe gefolgt seien. Albanienveranstaltungen werden angekündigt für Frankfurt für Hoechst (vgl. 1.12.1974), Gießen (vgl. 25.11.1974) und Marburg (vgl. 15.11.1974, 16.11.1974, 22.11.1974, 30.11.1974).

Aus NRW wird über Solidaritätsaktionen mit dem RAF-Hungerstreik berichtet aus Bielefeld (vgl. 11.11.1974), Bochum (vgl. 11.11.1974), 13.11.1974), Dortmund (vgl. 2.11.1974, 16.11.1974) und Duisburg-Kaiserberg. Albanienveranstaltungen werden angekündigt für Bielefeld (vgl. 29.11.1974) und Münster (vgl. 22.11.1974, 28.11.1974).

Aus Niedersachsen wird eine Albanienveranstaltung angekündigt in Hannover (vgl. 29.11.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 47, Dortmund 23.11.1974

30.11.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 23.11.1974, 7.12.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Kampf gegen das AKW Wyhl bei Freiburg (vgl. 10.11.1974), von der Festnahme zweier Genossen in Friedrichshafen (vgl. 30.11.1974). Eine Albanienveranstaltung wird angekündigt für Mannheim (vgl. 29.11.1974).

Aus Hessen wird berichtet von den im UG Frankfurt-Preungesheim einsitzenden Türken.

Aus NRW wird berichtet aus Bochum und Dortmund über NPD-Kundgebungen vgl. 23.11.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 48, Dortmund 30.11.1974

07.12.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 49 (vgl. 30.11.1974, 14.12.1974) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg von einer Veranstaltung in Heidenheim (vgl. 27.8.1974) und vom Roter Morgen Buchladen Stuttgart.
- Bayern von Buchladen Roter Morgen München, vom RM-Verkauf in Würzburg-Zellerau und aus Würzburg-Oberdürrbach.
- Hessen von Buderus Lollar und einer Veranstaltung in Frankfurt (vgl. 4.11.1974).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Razzien in Heidelberg, Tübingen und im KPD/ML-Büro in Stuttgart sowie:"
Mannheim:
Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat angekündigt, daß gegen die Jugendlichen, die Augenzeugen des Polizeimords an dem Arbeiter Hans-Jürgen Remiszko waren, Anklage erhoben werden soll wegen Landfriedensbruch, Widerstand, Raufhandel und Körperverletzung. Bei einem der Zeugen, der jetzt angeklagt wird und damals angeschossen wurde, wird zum Beispiel behauptet, der Schußkanal in seinem Bein beweise, daß er gerade getreten haben müsse…".
Eine Veranstaltung wird angekündigt für Karlsruhe (vgl. 9.12.1974).

Aus Bayern wird berichtet über Razzien in München sowie über die KPD/ML-Ortsgruppe und die Rote Garde München, die Verleumdungen gegen Sascha haschemi entgegentraten. Aus Würzburg wird in "Spitzel Mühlrath blamiert sich" berichtet von einem Mitglied des politischen Kommissariats (K14).

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt über Razzien im Nordend in der Heidestr.13 und bei der Wohnbau GmbH, sowie über weibliche Lehrlinge der LAW. In Gießen gab der KSB/ML ein Flugblatt zur VV in der Humanmedizin heraus.

Aus Dortmund wird berichtet von der Holger Meins-Demonstration (vgl. 16.11.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 7.12.1974

14.12.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 7.12.1974,
21.12.1974) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Roten Garde (RG) Reutlingen über Arbeitslose und die Berufsaufbauschule (BAS).

Aus Bayern wird berichtet aus München über den Prozess von Franz-Josef Strauss (FJS) gegen Hankofer (DKP), aber auch von einem Prozess wegen §218-Protest (vgl. 2.6.1973), einem Ehrengerichtsverfahren gegen die Rechsanwältin Erika Fischer, die Sascha Haschemi vertrat, sowie von der Einstellung der Ermittlungen zum Tod von Günther Jendrian.

Aus Bremen wird berichtet von Löwenthal (vgl. 29.11.1974).

Aus Hessen wird berichtet von der Roten Garde (RG) Rüsselsheim über eine Demonstration für das Jugendzentrum (JZ).

Aus Bochum wird von Opel berichtet über Klassenjustiz (vgl. 19.11.1974) und in "Faschistischer Anschlag auf Verteiler der 'Zündkerze' von Kollegen verhindert" von einem Messerangriff bei Opel.
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 14.12.1974

21.12.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 51 (vgl. 14.12.1974, 28.12.1974) heraus.

Aus Bayern wird berichtet von der Albanienveranstaltung in Nürnberg und aus München vom Arbeitsgerichtsprozeß von MAN-Druck gegen Herrman Heiner sowie von einem Prozess gegen Peter K., dessen Aufzeichnungen während eines Prozesses beschlagnahmt worden waren. Ein Bild zeigt den KSB/ML München.

Aus Bremen wird berichtet vom Bundesbahn-Ausbesserungswerk (DB-AW - vgl. Dez. 1974).

Aus Bochum wird berichtet vom Scheuch-Prozess gegen ehemalige Studenten der RUB (vgl. 22.11.1974).

Aus Dortmund wird berichtet von den IGM-UVB bei Hoesch Phönix gegen den Kollegen S.: "Offener Brief gegen Ausschlußantrag - IGM-Apparat nicht auf unserer Seite".
Q: Roter Morgen Nr. 51, Dortmund 21.12.1974

28.12.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 52 (vgl. 21.12.1974, 4.1.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der JVA Mannheim und aus Heidelberg über das Wohnheim CA in dem auch türkische Personen leben.

Aus Bayern wird berichtet aus Coburg von einem Polizeiangriff auf Zeitungsverkäufer der KPD und der KPD/ML vor Kaufhof und aus München von einem RAKT-Prozess.

Aus Bremen wird berichtet in "Faschistischer Terror in Bremen. Die Behörden wussten Bescheid!" (vgl. 7.12.1974).

Aus Hessen wird berichtet von einer Frankfurter Demonstration zum RAF-Hungerstreik (vgl. 14.11.1974).

Aus NRW wird berichtet im Artikel "Offener Brief der GOG-Opel/Bochum - Ein Angriff gegen die Partei", aber auch von der PH Dortmund (vgl. 12.12.1974).
Q: Roter Morgen Nr. 52, Dortmund 28.12.1974

04.01.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 1 (vgl. 28.12.1974, 11.1.1975) heraus. Büroadressen werden bekanntgegeben aus:
- Baden-Württemberg in Mannheim und Stuttgart.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom KSB/ML Tübingen (vgl. Dez. 1974) und aus Reutlingen von einem Prozeß gegen Lothar K..

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Prozess wegen dem NPD-Parteitag (vgl. 12.10.1974), u.a. gegen Hanns Marzini (vgl. 28.1.1975) sowie von einem Prozess gegen einen Zuschauer beim Haschemi-Prozess.

Aus Bremen kommt eine Korrespondenz von einem Patienten aus einem Krankenhaus.

Aus Hessen wird berichtet aus Marburg von den Beschäftigten im Kaufhaus Ahrens und auf den Baustellen drumherum, wo u.a. Ausländer arbeiten.
Quelle: Roter Morgen Nr. 1, Dortmund 4.1.1975

11.01.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 2 (vgl. 4.1.1975, 18.1.1975) heraus.

Aus Bayern wird berichtet von der Sylvesterfeier in München (vgl. 31.12.1974) sowie von Südbremse über die ausländischen bzw. griechischen und türkischen Beschäftigten, von denen 400 bis 500 (von insgesamt rund 2 500 Beschäftigten) entlassen werden sollen, und die eigene Betriebszelle, aus Nürnberg von den UVB in der ÖTV gegen den Vorsitzenden des Jugendarbeitskreis an den Städtischen Krankenanstalten und dessen Auflösung.

Aus Dortmund wird berichtet aus dem Landeskrankenhaus (vgl. Dez. 1974).
Q: Roter Morgen Nr. 2, Dortmund 11.1.1975

18.01.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 3 (vgl. 11.1.1975, 25.1.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Aktionseinheit gegen die Klassenjustiz in Karlsruhe von KPD, KPD/ML und Folterkomitee und von der Gründung der Roten Garde (RG) Singen (vgl. 18.1.1975). Angekündigt wird eine Veranstaltung in Karlsruhe (vgl. 20.1.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus Kempten von der erkämpften Nachzahlung für eine zwangsbeurlaubte Lehrerin, aus München vom RAKT-Prozess (vgl. 25.1.1975) sowie aus Augsburg, München und Selb von je einem Routhier-Prozess.

Aus Bremen berichtet ein Patient aus einem Krankenhaus.

Aus Hessen wird berichtet von der RG Wiesbaden über Lermer Apparatebau (250 Besch.).
Q: Roter Morgen Nr. 3, Dortmund 18.1.1975

25.01.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 4 (vgl. 18.1.1975, 1.2.1975) heraus. Berichtet wird: "Ilegalisierungsversuche gegen die RH - Prozesswelle gegen Genossen M. Banos".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Klassenjustiz in Stuttgart.

Aus Bayern wird berichtet aus München in "Polizist erschiesst Jugendlichen" über Ernst Wiesneth sowie aus dem DruPa-Bereich von Bruckmann (vgl. Jan. 1975), aber auch vom RAKT-Prozess sowie dem NPD-Prozess (vgl. 25.1.1975).

Aus Bremen wird berichtet vom Besuch auf einem chinesischen Frachter.

Aus Hessen wird aus Marburg erneut von den Baustellen um das Kaufhaus Ahrens berichtet, die von der Kasseler Zweigniederlassung eines großen Baukonzerns geführt werden. Eingegangen wird u.a. auf die Wohnbaracken und die ausländischen, u.a. italienischen Arbeiter.

Aus Dortmund wird berichtet vom Goethe-Gymnasiuzm über einen Referendar im Artikel "Ausbildungsverbot gegen Genossen Ulrich - Kollegen beschließen Protestresolution", wobei es sich um die Lehramtsanwärter in seinem Seminar handelte. KPD/ML und Rote Garde kämpfen gegen das Ausbildungsverbot.

Aus Witten wird berichtet über einen Referendar, der Berufsverbot (BV) erhalten solle, was von der DKP unterstützt werde.
Q: Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 25.1.1975

01.02.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 5 (vgl. 25.1.1975, 8.2.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung in Karlsruhe (vgl. 3.2.1975) angekündigt.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom RAKT-Prozess (vgl. 25.1.1975), zu dem sich auch in Albanien Radio Tirana äußerte, aus Kempten von der Haschemi-Solidaritätsveranstaltung mit rund 30 Anwesenden, darunter zwei Mitglieder des Vietnamausschuss der KPD, aus Würzburg von einem Prozess wegen des Protests gegen die Fahrpreiserhöhungen.

Aus Hessen wird berichtet vom PEF-Prozeß in Frankfurt, in dem als Belastungszeuge auch Hugo Lanz auftreten solle, und wie die DKP in Darmstadt den Besuch von Franz Josef Strauß für sich ausnutzen wollte.

Aus Bochum wird im Artikel "Arbeitsgerichtsprozeß Opel / Bochum - Opels Prozesstaktik durchkreuzt" berichtet über die politische Entlassung von Jochen Beyer, der auch aus der IGM ausgeschlossen wurde aufgrund des UVB. Den Prozess besuchten am ersten Verhandlungstag 40, die abendliche KPD/ML-Veranstaltung 30 Freunde und Genossen.

Aus Dortmund wird berichtet von Hoesch mit einem Artikel aus der 'Stählernen Faust' über "Unfallgefahr auf den Kränen" und von der drohenden Entlassung der kommunistischen Kranführerin Hella S., die einen Arbeitsunfall verursachte.
Q: Roter Morgen Nr. 5, Dortmund 1.2.1975

08.02.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 6 (vgl. 1.2.1975, 15.2.1975) heraus. Berichtet wird "Gegen den Roten Morgen - Strafbefehele über 10 000 DM", wobei von den drei Strafbefehlen Gernot Schubert und Karin Wagner betroffen sind, weil die KPD/ML in ihm die RAF-Bombenattentate auf die US-Headquarters in Frankfurt und Heidelberg (vgl. 14.5.1972) nützlich gefunden hatte.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Mannheim von einer Veranstaltung (vgl. 29.11.1974) und aus dem Büro, aus Stuttgart von Veranstaltungen (vgl. 6.12.1974, 31.12.1974) und aus dem Buchladen Roter Morgen, von der RG Böblingen, sowie aus Reutlingen, Radolfzell und Friedrichshafen.
- Bayern aus Kempten (vgl. 31.12.1974) und aus Föching, Kreis Miesbach.
- Hessen von einer Veranstaltung in Frankfurt (vgl. 10.12.1974) und aus Marburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der ersten Veranstaltung der RG Singen (vgl. 18.1.1974). Erwähnt wird auch der RMLK Tailfingen. Das Antimilitaristische Komitee (AMK) 'Schlagwetter' in Neckarelz erklärt sich solidarisch mit Sascha Haschemi.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom RAKT-Prozess, u.a. über die Rote Garde und die Stadteilzelle schlachthof / Au, von der SDAJ-Demonstration gegen die Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 25.1.1975), von einem Prozess gegen KPD/MLer (vgl. 2.1.1975) und von Hanns Marzini. In München standen sieben KPD/MLer vor Gericht, die gegen ihre Strafbefehle über je 900 DM wegen Flugblattverteilung bei einer Kundgebung zum RAKT-Prozess Widerspruch eingelegt hatten. Die Strafbefehle werden bestätigt.

Auf der Titelseite heißt es:"
Mordanschlag

Am Abend des 29.1.75 gegen 20 Uhr wurde in Bremen auf den Betriebsrat der Vulkan-Werft Heinz Scholz, Sympathisant der Gruppe Rote Fahne Dortmund, ein Mordanschlag verübt. Ein maskierter Mann stach von hinten zweimal mit einem Messer auf Heinz Scholz ein, als er wie jeden Mittwoch Abend nach einer Sitzung einer gewerkschaftsoppositionellen Gruppe nach Hause fahren wollte."
Dazu erscheint auch der Artikel "Bremer Vulkan. Mordanschlag auf Heinz Scholz".

Aus Hessen wird berichtet von einem Messerangriff auf einen Verteiler der eigenen 'Zündkerze' bei Opel Rüsselsheim. Erwähnt wird auch der eigene Diskussionskreis in Marburg. Aus Gießen befaßt sich der eigene KSB/ML mit indonesischen Studierenden.

Aus Dortmund wird berichtet vom KSB/ML (vgl. 24.1.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 6, Dortmund 8.2.1975

15.02.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 7 (vgl. 8.2.1975, 22.2.1975) heraus, in dem sie im Leitartikel von der Gründung der bzw. ihrer Roten Hilfe Deutschlands (RHD) berichtet (vgl. 26.1.1975).

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung in Karlsruhe (vgl. 17.2.1975) angekündigt.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom RAKT-Prozess.

Ein "Genosse aus dem Bremer Hafen" berichtet über das "Großfeuer bei Mobil-Oil in Bremen" am 24.1.1975, während dessen die Hafenarbeiter weiterarbeiten mußten.

Aus Witten wird berichtet von Siemens über die Rote Betriebsrätin Annette Schnoor und den IGM Metall Ortsvorstand.
Q: Roter Morgen Nr. 7, Dortmund 15.2.1975

22.02.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 8 (vgl. 15.2.1975, 1.3.1975) heraus.

Spenden für Kambodscha gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der RG Singen (vgl. 18.1.1975).

Spenden für die FRAP Spanien gingen ein aus Oberhausen und von der Roten Garde Erding.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom RAKT-Prozess (vgl. 12.2.1975), den dort bis 1971 ansässigen Hanfried Brenner und über einen Przess gegen Zuschauer beim RAKT-Prozess, über den auch bei einer Veranstaltung der KPD-anhestehenden ÖTV-Soldatengruppe München berichtet wurde. Über den Bauernkrieg wird auch berichtet aus Ingolstadt.

Aus Bremen berichtet ein Genosse in "Erfolgreicher Kampf gegen IGM-Bonzen Scholz" von Klöckner über den Prozeß zwischen Scholz und Jochen Kretschmann. Eine Genossin berichtet in "Warnstreik in Bremen" vom 6.2.1975 aus einem Metallbetrieb.

Aus Hessen wird berichtet aus Darmstadt über Klassenjustiz und Austritte aus der LgdI der KPD. Aus dieser seien zwei Mitglieder ausgeschlossen worden und zwei weitere ausgetreten, wobei der Streitpunkt eine Teilnahme des Spartacusbundes (SpB) an einer KPD-Demonstration war.

Aus Bochum wird berichtet, dass Siggi M. eine Schadensersatzforderung der Duisburger Polizei über 1 900 DM erhalten habe, weil er bei der Beerdigung Günter Routhiers mehrere Polizisten verletzte.
Q: Roter Morgen Nr. 8, Dortmund 22.2.1975

01.03.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 9 (vgl. 22.2.1975, 8.3.1975) heraus. Über mangelhafte Autoreifen wird berichtet von Conti Hannover und Metzeler München.

Geworben wird für ein Extrablatt der 'Roten Hilfe' der RHD zu ihrer Gründung.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Kampf der Bauern bei Freiburg in Wyhl, Kaiserstuhl und Sasbach gegen das AKW Wyhl und über eine eigene Veranstaltung in Karlsruhe, von wo auch schon die nächste angekündigt wird (vgl. 3.3.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus dem Bayrischen Wald aus Bodenmais und Zwiesel im Landkreis Regen über die Arbeitslosigkeit, aber auch von Schott Zwiesel (ca. 2 000 Beschäftigte).

Aus Hessen wird berichtet von Bänninger Gießen über den Roten Betriebsrat (RBR) Uli Leicht, der derzeit auch für die KPD/ML in Bochum bei den Landtagswahlen (LTW) NRW kandidiert. Bei Bänninger erzielte die Rote Liste (2 MLer, 6 Parteilose), die sich auch um die ausländischen Beschäftigten kümmert, mit 170 von 683 Stimmen 2 Sitze, während 400 nicht wählten. Aus Gießen wird auch berichtet von der Landjugend in Fronhausen (vgl. 14.1.1975). Aus Frankfurt wird berichtet vom Prozeß gegen die Türken Dagyeli und Subasi, die dort einsitzen, eigentlich aber aus Stuttgart und Konstanz stammen. Die ATÖF, der sie angehören, wird nicht erwähnt.
Q: Roter Morgen Nr. 9, Dortmund 1.3.1975

08.03.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 10 (vgl. 1.3.1975, 15.3.1975) heraus.

Berichtet wird "Sowjetische Spionagegeräte vor der isländischen Küste".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Wyhl bei Freiburg über den Kampf der Arbeiter und Bauern (Winzer), Frauen und Jugendlichen gegen das AKW, in den neben der Polizei auch KPD und KBW eingreifen. Erwähnung findet hierbei auch Breisach. Auf die DKP wird eingegangen anhand des Frauentages und Vorfällen in Karlsruhe.

Aus Bayern wird berichtet aus Wunsiedel von einem Routhier-Prozess (vgl. 20.2.1975) und aus Kempten von einem Strafbefehl wegen Verteidigung eines Megaphons.

Aus Hessen wird berichtet aus Rüsselsheim von Opel von der Tötung eines Griechen durch die Polizei und vom eigenen RMLK (vgl. 26.2.1975). In Marburg besuchte man die Freunde der KPD (vgl. 19.2.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 10, Dortmund 8.3.1975

15.03.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 11 (vgl. 8.3.1975, 22.3.1975) heraus.

In einem 'Roter Morgen' Prozeß gegen Gernot Schubert, über den im Artikel "'Kapitalistenstaat' - ein verbotenes Wort" berichtet wird, geht es um Äußerungen zu Berlin, Ford Köln und das AKW Wyhl bei Freiburg.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart.
- Bayern aus Kitzingen von der 6-Jahresfeier.
- Hessen aus Frankfurt von einer Veranstaltung (vgl. 31.12.1974), aus der JVA Butzbach und aus Gießen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Audi Neckarsulm (vgl. 3.3.1975) und Berufsverboten (BV) in Reutlingen (vgl. 27.2.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Routhier-Strafbefehl.

Aus Hessen wird berichtet von Berufsverboten (BV) für Lehramtsanwärter (LAA) der KPD/ML an den Gesamtschulen (GS) Schwalbach und Hattersheim. An der GS Hattersheim unterrichtet der LAA in der 10. Realschulklasse. In Schwalbach empörten sich die Schüler. Die eigene Rote Garde (RG) rief mit einem Flugblatt vor beiden GS zu einer Veranstaltung auf, die dann auch von Lehrern von anderen Schulen besucht wurde.

Von Opel Bochum wird berichtet im Artikel "KPD/ML aus GOG ausgeschlossen". In Dortmund wurde der presserechtlich Verantwortliche der KPD/ML wegen Beleidigung der Richter im Osswald/Schulte-Prozeß zu einer Geldstrafe von 1 000 DM verurteilt. Aus Duisburg erscheint zu Günter Routhier der Artikel: "Kampf gegen Mord an Gen. Günter geht weiter".
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 15.3.1975

22.03.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 12 (vgl. 15.3.1975, 29.3.1975) heraus.

Auf die Lorenz-Entführung wird eingegangen auch anhand des Kampfes gegen das AKW Wyhl bei Freiburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Paragraph 218 Demonstration in Karlsruhe (vgl. 1.3.1975), der Berufsverbotedemonstration in Reutlingen (vgl. 15.3.1975), vom Kampf der Bauern und Winzer des Kaiserstuhls gegen das AKW Wyhl bei Freiburg und über den Rechtsanwalt Croissant in Stuttgart.

Aus Bayern wird in "Straußrede in Sonthofen. Hetzpropaganda für den Faschismus" berichtet über Franz Josef Strauss (FJS) von der CDU. Aus München wird berichtet vom Haschemi-Prozess, aus Würzburg über zwei Routhier-Strafbefehle wegen eines Berichts der 'Roten Lehrlingsfront'.

Aus Hessen wird berichtet aus Marburg vom gemeinsamen Kampf für die VR China (vgl. 28.2.1975) und aus einem Krankenhaus im Raum Frankfurt über die Lage der internierten RentnerInnen.

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet aus Mainz von der eigenen RG (vgl. 7.3.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 12, Dortmund 22.3.1975

29.03.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 13 (vgl. 22.3.1975, 5.4.1975) heraus.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von der Klassenjustiz (vgl. 19.3.1975) und von der 'Soldatenfaust' Wetzlar.
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 29.3.1975

05.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 14 (vgl. 29.3.1975, 12.4.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Stuttgart vom Kampf gegen die NPD (vgl. 17.3.1975) und über den verfolgten Genossen Klaus Kercher aus Reutlingen. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Friedrichshafen.

Berichtet wird über "Lohnraub und Arbeitshetze für Bremer Hafenarbeiter".

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von der Inhaftierung von Brigitte Heinrich (Lehrbeauftragte am Fachbereich Sozialwissenschaften der Uni), die nun in der JVA Mainz einsitzt, und von VW in Baunatal bei Kassel.

Die Frankfurter Marxisten-Leninisten (FML - vgl. 20.4.1975) erklären, unterstützt u.a. von den ML Aachen und den ML Bochum:"
Auch im Roten Morgen 14/1975 wird die opportunistische Linie gegenwärtig den Hauptschlag gegen die Bourgeoisie zu richten nicht revidiert."

Zitiert wird von Seite 4:"
Nein, jeder Krieg zwischen den zwei Supermächten, sollte er ausbrechen und die Bundesrepublik in ihn hineingezogen werden, wäre für uns deutsche Werktätige von Anfang an ein antifaschistischer, antiimperialistischer Befreiungskampf, in dem wir uns mit jedem verbünden, der bereit ist, mit uns gemeinsam jeden Angreifer, jeden Besatzer, vom Boden unserer Heimat zu verjagen; den wir führen mit dem Ziel, jeden Imperialismus, auch den westdeutschen, zu zerschlagen und das Banner der sozialistischen Revolution über ganz Deutschland zu hissen."

Laut den FML "wird im Roten Morgen Nr. 14/1975 gesagt, nachdem die Funktion der bürgerlichen Armee als Unterdrückungsinstrument gegen das Volk und als Aggressionsinstrument dargelegt wurde; 'aber niemals (!!), in keinem (!) Falle ist sie ein Intrument zur Verteidigung der nationalen Rechte, der Unabhängigkeit unseres Volkes' (S.7)."

Die Arbeitskonferenz der Roten Zellen (RZ/AK - vgl. 2.6.1975) berichtet, dass heute Ernst Aust als erster im 'Roten Morgen' die Vaterlandsverteidigung propagiert (vgl. 26.4.1975).
Q: Marxistische Studentenzeitung Nr. 5, München 2.6.1975; Frankfurter Marxisten-Leninisten: Marxisten-Leninisten zum 1. und 8. Mai 1975, Bochum 1975, S. 11f;Roter Morgen Nr. 14, Dortmund 5.4.1975

12.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 5.4.1975, 19.4.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Friedrichshafen.
- Bayern aus Stockdorf, Kreis Starnberg, und aus Baldingen (Nördlingen).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Tübingen vom DKP-Betriebsrat bei Emil Adolff und das Eintreten der örtlichen DKP in ihrem 'Roten Pfeffer' für die Polizei. Aus der JVA Mannheim wird berichtet über dort einsitzende Mitglieder der RAF und des SPK Heidelberg. Eingegangen wird auch auf den Kampf gegen das AKW in Wyhl bei Freiburg, wobei auch das Illertal Erwähnung findet.

Aus Bayern wird berichtet aus München über jugendliche Arbeitslose und das BGJ, die Elisabethen-Berufsschule, die Schulen für Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen, für deren Absolventinnen die Stellen fehlen, während sich die Schulverwaltung um die Meisterschule für Mode sorge. Angekündigt wird eine Veranstaltung in München zu den Betriebsratswahlen (vgl. 15.4.1975).
Die Rote Garde Erding bzw. die RG-Zelle Erding berichtet über eine Polizeikontrolle in Grünck sowie über Protestparolen gegen den §218 in Freising.

Aus Hessen wird berichtet von der Chemietarifrunde bei Hoechst und dem Zuzugsverbot für Ausländer in Frankfurt und Groß Gerau. In Marburg war der eigene KSB/ML aktiv (vgl. 9.4.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 12.4.1975

19.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 16 (vgl. 12.4.1975, 26.4.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Audi Neckarsulm. Angekündigt werden Veranstaltungen in Singen (vgl. 18.4.1975, 30.4.1975).

Aus Bayern wird berichtet, dass es nun auch bei Audi Ingolstadt Entlassungen geben wird. Aus München wird berichtet, dass Sascha Haschemi der Pass verweigert werde. Der wegen dem RAKT verurteilte Peter Bayer sitzt nun in der Jugend-JVA Ebrach, Landkreis Bamberg.

Aus Berlin wird eine Veranstaltung angekündigt (vgl. 25.4.1975).

Aus Hessen wird berichtet von VW Baunatal bei Kassel. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Kassel (vgl. 27.4.1975).

Aus Bochum wird im Artikel "Ami-Konzern Opel - Knochenmühle" auch über den Ausschuss von Jochen Beyer aus der GOG berichtet.

Vermutlich mit dieser Ausgabe und auch einzeln wurde eine Sondernummer zum "Roten 1. Mai 75" verbreitet, in der zu Demonstrationen in Kiel, Hamburg, Berlin, Hannover, Duisburg, Dortmund, Mannheim, Stuttgart und München aufgerufen wird.
Q: Roter Morgen Nr. 16 und Sdr.Nr. Zum Roten 1. Mai 75, Dortmund 19.4.1975 bzw. o.J. (1975)

26.04.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 17 (vgl. 19.4.1975, 3.5.1975) heraus. Berichtet wird: "Anklageschrift gegen Genossen G. Schubert".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Audi Neckarsulm und aus Mannheim von der Indochinademonstration (vgl. 19.4.1975) berichtet.
Maiveranstaltungen werden angekündigt in Friedrichshafen (vgl. 26.4.1975) und Stuttgart (vgl. 1.5.1975). Maidemonstrationen werden angekündigt für Mannheim und Stuttgart. Eine Maiveranstaltung für Mannheim (vgl. 1.5.1975) soll in Ludwigshafen stattfinden.

Maiveranstaltungen werden angekündigt aus Bayern in Kempten (vgl. 25.4.1975) und Würzburg (vgl. 29.4.1975). Maidemonstrationen werden angekündigt in Nürnberg und München. In München soll es am 1. Mai auch noch eine Veranstaltung geben. Es erscheint ein Interview mit dem wegen dem RAKT verurteilten Peter Bayer aus der Jugend-JVA Ebrach, Landkreis Bamberg. Hubert Lehmann soll in die JVA Niederschönenfeld, Donauwörth.

Eine Demonstration und eine Maiveranstaltung werden angekündigt in Berlin (vgl. 25.4.1975).

Eine Maiveranstaltung wird angekündigt in Bremen (vgl. 1.5.1975).

Eine Maidemonstration und eine Maiveranstaltung (vgl. 1.5.1975) wird angekündigt in Hamburg.

Aus Hessen wird berichtet von der RG in Gießen und Frankfurt. Maiveranstaltungen werden angekündigt in Darmstadt (vgl. 30.4.1975), Marburg (vgl. 28.4.1974) und Wiesbaden (vgl. 30.4.1975).

Maiveranstaltungen werden angekündigt aus Niedersachsen in Buxtehude (vgl. 29.4.1975), Wilhelmshaven (vgl. 29.4.1975). Eine Maidemonstration und eine Maiveranstaltung (vgl. 1.5.1975) wird angekündigt in Hannover.

Maiveranstaltungen werden angekündigt aus NRW in Bielefeld (vgl. 29.4.1975), Bochum (vgl. 24.4.1975), Duisburg (vgl. 29.4.1975), Köln (vgl. 28.4.1975) und Münster (vgl. 25.4.1975). Maidemonstrationen werden angekündigt für Dortmund und Duisburg.

Maiveranstaltungen werden angekündigt aus Schleswig-Holstein in Lübeck (vgl. 29.4.1975). Eine Maidemonstration wird angekündigt in Kiel.
Abgedruckt werden die Faksimiles der Titelblätter einer Reihe von Zellenzeitungen der KPD/ML und ihrer Massenorganisationen RG und KSB/ML.

Bei diesen Zeitungen handelt es sich aus:
- Baden-Württemberg um den 'Roten Anlasser' bei Audi Neckarsulm (NSU), die 'Kämpfende Station' von KPD/ML und RG an den Städtischen Krankenanstalten Mannheim und 'Das revolutionäre Bündnis' des KSB/ML Tübingen. Seit dem letzten 1. Mai sollen in Baden-Württemberg neu erschienen sein die 'Schlag zu Prolet' bei Daimler Wörth, 'Der Rote Zünder' bei Bosch Stuttgart-Feuerbach und 'Das Rote Band' bei Daimler Sindelfingen;
- Bayern aus Kempten um den 'Roten Fräser' bei Allma-Saurer, den 'Roten Schlepper' für Fendt und den 'Bohrer' für Rott, aus Kitzingen um den 'Roten Schmelztiegel' für das Gusswerk, aus München um den 'Roten Druckereiarbeiter' für Bruckmann, den 'Motor' für Südbremse und den 'Roten Anlasser' für BMW, das 'Rote Hasenbergl', die 'Studentenfaust' des KSB/ML für Uni, TU, PH und die Oberschulen sowie die 'Rote Granate' der Roten Garde für die Bundeswehr, aus Nürnberg um die 'Rote Spritze' für die Städtischen Krankenanstalten und den 'Rotstift' der Roten Garde für die Oberschulen, aus Schweinfurt um den 'Roten Sachs-Arbeiter' für Fichtel und Sachs, aus Würzburg um den 'Roten Lautsprecher' bei Siemens sowie 'Die Walze' für Stürtz, die 'Rote Rotation' für Koebau, die 'Rote Straße' für Zellerau und 'Das revolutionäre Bündnis' des KSB/ML, aus Unterfranken um die 'Rote Rakete' der Roten Garde für die Bundeswehr in Hammelburg und Veitshöchheim;
- Bremen um die 'Schlag zu' für die AG Weser und 'Der rote Bahnräumer' für das DB-AW.
- Hessen um 'Das Rote Merckblatt' in Darmstadt, 'Die Rote Folie' bei Kalle Wiesbaden, 'Die Zündkerze' bei Opel Rüsselsheim, den 'Roten Leitz Arbeiter' aus Wetzlar, den 'Roten Kessel' bei Cassella Frankfurt, die 'Rot Front!' bei Hoechst Frankfurt, den 'Rot-Guss' bei Bänninger Gießen und den 'Roten Poststudenten' in Dieburg. Seit dem letzten 1. Mai sollen in Hessen neu erschienen sein die 'Rot Front!' bei Hoechst Frankfurt (die es allerdings zuvor schon einmal gab) und 'Der Hammer' bei Hanomag Kassel.
- NRW u.a. um den 'Der Rote Schraubstock' der RG für Mannesmann Düsseldorf-Rath.

Die Arbeitskonferenz der Roten Zellen (RZ/AK - vgl. 2.6.1975) berichtet, dass heute im 'Roten Morgen' die gesamte KPD/ML die Linie der Vaterlandsverteidigung übernimmt (vgl. 5.4.1975, 30.4.1975).
Q: Marxistische Studentenzeitung Nr. 5, München 2.6.1975; Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 26.4.1975

03.05.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 18 (vgl. 26.4.1975, 10.5.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe-Oberreut von der DKP und aus Karlsruhe vom gemeinsamen Vorgehen mit der KPD gegen die NPD. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Mannheim, eingegangen wird auch auf den Rechtsanwalt Croissant in Stuttgart.

Aus Bayern wird berichtet von der Demonstration gegen das AKW Grafenrheinfeld (vgl. 19.4.1975) sowie von den Verurteilten des RAKT, die ihre Haft in Ebrach bzw. Niederschönenfeld/Donauwörth antreten sollten, was Peter Bayer aber verweigerte.

Aus Bremen wird berichtet aus dem Hafen (vgl. Apr. 1975) und eine Genossin berichtet vom § 218 bzw. den Abtreibungen ihrer Mutter. In "4 Wochen Jugendarrest" wird berichtet vom Prozeß in Osterholz-Scharmbeck gegen eine Genossin, die vor der AG Weser gegen den Tod von Günther Routhier agitiert hatte.

Aus Hessen wird berichtet von Rheinstahl Kassel (vgl. 16.4.1975) und vom Kampf der Lehrer und Schüler an der GS Hattersheim gegen die Berufsverbote (BV) und über Klassenjustiz in Wiesbaden.

Aus Dortmund wird berichtet von einem Strafbefehl über 2 500 DM gegen Michael Banos für Flugblätter der Roten Hilfe.
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 3.5.1975

10.05.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 19 (vgl. 3.5.1975, 17.5.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Mannheim und Heidenheim.
- Bayern aus Würzburg-Zellerau.
- Hessen aus Kelkheim und Gießen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe, wo nun die eigenen Veranstaltungen in Daxlanden, der RMLK und die KVZ-LKs in Südstadt und Durlach jeweils in den Veranstaltungsrubriken der bürgerlichen Presse angekündigt werden. Eingegangen wird auch auf die Kandidatur eines Religionslehrers für die KPD bei den Kommunalwahlen in Stuttgart (Gebert). Über Klassenjustiz wird berichtet aus Mannheim. Berichtet wird auch von den Maiaktionen in Mannheim und Stuttgart.

Aus Bayern wird berichtet von den Maiaktionen in München und Nürnberg und aus München von der Solidarität mit Sascha Haschemi von acht der elf Teilnehmer einer Sitzung der Gewerkschaftsjugend. Berichtet wird aus München auch von zwei Prozessen gegen einen KPD/MLer am selben Tag. Peter Bayer solle doch nicht nach Ebrach, sondern in die JVA München-Stadelheim.

Aus Berlin wird berichtet von den Maiaktionen.

Aus Bremen wird berichtet von den Maiaktionen und ein Patient berichtet aus einem Krankenhaus.

Aus Hamburg wird berichtet von den Maiaktionen.

Aus Hessen wird berichtet von der NPD in Frankfurt (vgl. 12.4.1975) und den Maiaktionen in Wiesbaden.

Aus Niedersachsen wird berichtet von den Maiaktionen in Hannover.

Aus NRW wird berichtet von den Maiaktionen in Dortmund und Duisburg und aus Bochum von einem 'Mordanschlag' der DKP (vgl. 29.4.1975).

Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet von den Maiaktionen in Ludwigshafen.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von den Maiaktionen in Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 19, Dortmund 10.5.1975

17.05.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 20 (vgl. 10.5.1975, 24.5.1975) heraus.

Spenden für Kambodscha kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Böblingen, vom RMLK Mannheim, vom KSB/ML Tübingen, der RG Singen (vgl. 18.1.1975), dem RMLK Ebingen und von Daimler-Benz in Ulm (?).
- Hessen aus Kassel, aus Neu Isenburg, aus Marburg vom KSB/ML, der KPD/ML OG und der Diskussionsrunde, vom KSB/ML Gießen, von einer Albanienveranstaltung in Darmstadt und vom RMLK Rüsselsheim.
- Bayern von der Rote Garde Zelle Erding.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe von der Maiveranstaltung des KBW (vgl. 30.4.1975), über Südbaden, den RAF-Prozeß in Stuttgart-Stammheim und über die JVA Ludwigsburg.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der Maiveranstaltung der Roten Garde, die eine Resolution für Sascha Haschemi verabschiedete sowie von einem Prozeß wegen einer Aktion gegen den Film "Die Chinesen in Paris".

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt (vgl. 10.5.1975).

Aus Dortmund wird berichtet von Prozessen gegen Norbert B. (vgl. 5.5.1975) und Karin Wagner (vgl. 6.5.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 20, Dortmund 17.5.1975

24.05.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 21 (vgl. 17.5.1975, 31.5.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Prozeß wegen den Vorfällen in der JVA Mannheim, aus Stuttgart-Stammheim und über Klassenjustiz in Karlsruhe.

Aus Bayern wird berichtet aus Fürth in "Streik bei Dynamit Nobel. 28 türkische Arbeiter verhaftet". Bei Nobel (2 400 Beschäftigte) seien DKP und KPD von den türkischen Kollegen um Unterstützung gebeten worden, hätten aber beide den Kampf sabotiert. Aus München wird berichtet vom MSB Spartakus bzw. der DKP (vgl. 6.5.1975). Eingeladen wird zum Rote Garde-Jugendtreff München, mittwochs 19 Uhr in der Balan-Bierhalle nahe dem Reisenheimer Platz. Bernd Reiser solle wegen dem RAKT ein Jahr in die JVA Ebrach.

Aus Berlin berichtet ein ehemaliger Insasse des KZ Birkenau.

Aus Hessen wird berichtet vom 1. Mai in Wiesbaden, über Klassenjustiz in Marburg gegen KPD/ML, RG und RHD und aus Frankfurt von Cassella über die eigenen Schlosser und die der Fremdfirmen.
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 24.5.1975

31.05.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 22 (vgl. 24.5.1975, 7.6.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Stuttgart-Stammheim und über die Pumpenfabrik Allweiler (800 Besch.) in Radolfzell (IGM Ortsverein Singen), wo ein Roter Betriebsrat (Lagerarbeiter) als 6. von 19 gewählt wurde. Um den Besuch der chinesischen Badmintonmannschaft in Eßlingen kümmert sich u.a. die GDCF Reutlingen.

Aus Bayern wird berichtet von Dynamit Nobel Fürth (vgl. 24.5.1975) sowie aus München von den RAKT-Prozessen (vgl. 2.5.1975, 20.5.1975).

Aus Hessen wird berichtet über den Panzerbau bei Rheinstahl-Henschel in Kassel. Von Merck Darmstadt wird auf die Haltung des KBW zu den DKPlern im Betriebsrat eingegangen.

Aus Dortmund wird berichtet von einer Rote Hilfe-Veranstaltung (vgl. 24.4.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 31.5.1975

07.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 23 (vgl. 31.5.1975, 14.6.1975) heraus.

Aus Ägypten wird berichtet über die Kritik an der SU im Artikel: "Trotz Moskaus Protesten gegen ägyptische Satire. 'Hoch lebe die Delegation!' wird wieder aufgeführt."

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg von der Maiveranstaltung der eigenen OG Freiburg und aus dem Roter Morgen Buchladen Stuttgart.
- Bayern aus Kempten und Kitzingen.
- Hessen von der Maiveranstaltung der eigenen OG Frankfurt.

Aus Bayern wird berichtet von der Roten Garde Erding über ihre Spanienveranstaltungen für die FRAP in Erding und Wasserburg, aus Aichach von einem Prozess (vgl. 11.6.1975) und aus München von einem §90a-Prozess (vgl. 23.6.1975) und einem weiteren Prozess (vgl. 11.6.1975).

Aus Hessen wird berichtet aus Rüsselsheim von der Festnahme des KPD/MLers und Referendars am Max Planck Gymnasium, Richard Droege, gegen dessen Berufsverbot (BV) sich auch seine Schüler empören. Erwähnt werden hierbei auch Lehrer aus Darmstadt. Von den Marburger Behringwerken (Hoechst) wird auf die BCG-Produktion eingegangen.

Aus Bochum wird berichtet von einem Polizeiübergriff. Aus Dortmund wird berichtet von SEL (vgl. 23.5.1975) und aus dem Bergbau sowie vom Prozess gegen W. Herzog (vgl. 11.6.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 23, Dortmund 7.6.1975

14.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 24 (vgl. 7.6.1975, 21.6.1975) heraus.

Aus Ägypten wird berichtet über die Wiedereröffnung des Suez-Kanals. Berichtet wird auch über "Die KP Indoensiens an ihrem 55. Jahrestag. 'Das revisionistische Gift zerschmettern'".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Anwendung des Paragraphen 129a in Stuttgart, über Klassenjustiz gegen Rechtsanwälte in Stuttgart, von der RHD Friedrichshafen, von einem Fußballturnier in Eriskirch (vgl. 24.5.1975), sowie vom eigenen Stützpunkt Karlsruhe (18.5.1975, 28.5.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Prozess (vgl. 23.5.1975) und aus Fürth aufgerufen zur heutigen "Demonstration in Nürnberg. Solidarität mit den verhafteten Türken".

Aus Hessen wird berichtet von den Äußerungen des MSB Spartakus zur Schule in der DDR und den eigenen Referendar Richard Droege in Rüsselsheim, für den sich die RG einsetzt.

Aus NRW wird berichtet im Artikel "Anzeige wegen Wahlbrief des Genossen Ernst Aust!", wobei auch auf ein neues Verfahren gegen Gernot Schubert eingegangen wird.
Q: Roter Morgen Nr. 24, Dortmund 14.6.1975

21.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 25 (vgl. 14.6.1975, 28.6.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Heidelberg von der Inhaftierung von 5 KBWlern und von einem Diskussionsabend der RHD Konstanz.

Aus Bayern wird berichtet von Dynamit Nobel Fürth über die Abschiebung der Türken und die Demonstration in Nürnberg (vgl. 14.6.1975), aber auch aus dem GdED-Bereich von der Deutschen Bundesbahn aus dem Landkreis Miesbach über das "Eisenbahnunglück in Warngau. Katastrophe nach Fahrplan". Von Büchertischverboten wird berichtet von der LMU München, vor allem aber von der Uni Würzburg, wo KSV und KSB/ML eine Aktionseinheit dagegen bildeten. In "Polizei holt Genossen Hubert Lehmann ins Gefängnis" wird berichtet aus Greding, Landkreis Roth. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Donauwörth.

Aus Hessen wird berichtet über die Streckenposten der Deutschen Bundesbahn zwischen Frankfurt und Kassel. Bei Merck Darmstadt erscheine nun wieder 'Das Rote Merckblatt', welches früher einmal von der KPD/ML-ZB herausgegeben wurde. Die KPD/ML-ZBler hätten sich vor anderthalb Jahren wieder der KPD/ML angeschlossen. Dies trifft aber sowohl bundesweit betrachtet als auch auf Darmstadt bezogen nur auf einen Teil der ehemaligen Angehörigen der KPD/ML-ZB zu. Berichtet wird auch:"
Ausländische Kolleginnen - 'billige ' Ware für den Staat

Wie ich erfahren habe, sind im Bundeswehrkrankenhaus in Gießen jetzt ca. 10 - 15 koreanische Krankenschwestern eingestellt worden. In Gießen herrscht zur Zeit genau wie anderswo eine starke Arbeitslosigkeit. Im Moment sind allein 3 000 Jugendliche arbeitslos, und es gibt viele, die gerne Krankenpfleger erlernen würden. Der Staat hat die koreanischen Krankenschwestern eingestellt, weil er sie niedriger bezahlen kann als die deutschen Jugendlichen und er nutzt ihre Unkenntnis über die Gesetze, über die Lebensgewohnheiten usw. aus und versucht damit auch gleichzeitig einen Keil zwischen die deutschen und die ausländischen Kollegen zu treiben. In diesem Krankenhaus herrscht der Kommandostil der Bundeswehr auch bei den Zivilangestellten. Der Staat erhofft sich, daß die Koreanerinnen, gerade weil sie Ausländer sind und noch viel weniger Rechte haben als die deutschen Kollegen, sich das eher gefallen lassen.

Es stimmt eben, was die KPD/ML im letzten Extrablatt des ROTEN MORGEN schreibt: Arbeitslosigkeit ist ein Grundübel des Kapitalismus. Die Kapitalisten interessiert nur ihr Profit und dafür behandeln sie unsere ausländischen Kollegen wie 'billig Ware'.

Deutsche und ausländische Arbeiter - eine Klasse, eine Kampffront! Rot Front!"

Aus Bochum wird berichtet über eine Anklageschrift wegen Körperverletzung beim Trauermarsch für Günter Routhier.

Aus Schleswig-Holstein berichtet vom Büchertischverbot an der Uni Kiel.
Q: Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 21.6.1975

28.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 26 (vgl. 21.6.1975, 5.7.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen über Arbeitslose und Coop, aus Stuttgart über Klassenjustiz und aus Sindelfingen über das Berufsverbot (BV) gegen Lehrer Karl Heinz Deusch (KPD/ML, früher in einer längst aufgelösten Organisation tätig), gegen das sich seine Schüler einsetzen. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Freiburg (vgl. 3.7.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus Freising und Erding (vgl. Juni 1975) sowie Aichach (vgl. 11.6.1975). Aus Würzburg heißt es:"
Mit einem Flugblatt antworteten die Partei und die Rote Garde auf ein erneutes 'Volksfest der amerikanischen Besatzertruppen. In dem Flugblatt wird entlarvt, daß solche Feste nichts als ein Köder sind, um die Wachsamkeit und die Kampfbereitschaft gegen die aggressiven Truppen des US-Imperialismus und die drohende Kriegsgefahr durch die beiden Supermächte einzuschläfern."
Aus Nürnberg wird berichtet von einer Sammlung von 20 DM für die Routhierprozesse durch Sympathisanten und Rotgardisten. Aus der JVA Niederschönfeld bei Donauwörth schreibt Hubert Lehmann.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel, von der Panzergrenadierbrigade (PGB) 13 in Wetzlar, dem Eintreten der Schüler in Rüsselsheim gegen das Berufsverbot (BV) von Richard Droege (KPD/ML) und aus Frankfurt vom Prozeß gegen Georg Schmidt (vgl. 5.6.1975).

Aus Bochum wird berichtet von einer Oman-Veranstaltung (vgl. 20.6.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 26, Dortmund 28.6.1975

05.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 28.6.1975, 12.7.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart.
- Bayern von einer Hochzeitsfeier in Haimbach-Greding und aus Kempten.
- Hessen aus der JVA Butzbach.

In "Chemieindustrie: Kurzarbeit und Rationalisierung" wird berichtet von Bayer Leverkusen und aus Frankfurt von Cassella.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Landesregierung, Rechtsanwälten in Stuttgart und aus Heidelberg von den, vom KBW geführten, Aktionen gegen die Fahrpreiserhöhungen. Aus Reutlingen wird berichtet aus einer Strickwarenfabrik und den dort beschäftigten Ausländerinnen (u.a. aus Italien). Für die GDCF Reutlingen interessiert sich auch die KPD. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Friedrichshafen (vgl. 4.7.1975).

Aus Bayern wird in "Italienischer Koch von der Polizei zusammengeschlagen" berichtet aus Nürnberg.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 21.6.1975). Die RG Marburg verteilte ein Flugblatt zum Tag der Offenen Tür in der Tannenbergkaserne.

Aus Dortmund wird berichtet von der Teilbelegschaftsversammlung im Kaltwalzwerk (KWW) der Hoesch-Westfalenhütte (vgl. 15.6.1975).

Die im heutigen RM abgedruckte Rede von Ernst Aust wird u.a. vom KB kommentiert (vgl. 22.7.1975).
Q: Arbeiterkampf Nr. 64, Hamburg 22.7.1975; Roter Morgen Nr. 27, Dortmund 5.7.1975

12.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 28 (vgl. 5.7.1975, 19.7.1975) heraus. Ein Artikel "Prozeßlawinen gegen den ROTEN MORGEN - Angriff auf die kommunistische Presse" berichtet von den Prozessen gegen Gernot Schubert und Dieter Stoll in Dortmund (vgl. 15.7.1975, 3.9.1975). In Dortmund ergingen auch Strafbefehle gegen Gernot Schubert und Karin Wagner über 900 bzw. 600 DM wegen dem Roten Morgen Nr. 42/1974 bzw. dem Artikel über den Köner Kommunistenprozeß, gegen die Einspruch eingelegt wurde.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg. Aus der GDCF Reutlingen wurden zwei Mitglieder der RG der KPD/ML ausgeschlossen. In Friedrichshafen geht die Polizei gegen den Verkauf des 'Roten Morgen' und der 'KVZ' des KBW vor, wobei einem aber zum Glück die RHD hilft.

Aus Bayern wird in "Wochenlanger Streik in Bayern. Fliesenleger gegen offenen Lohnraub" berichtet aus dem BSE-Bereich, u.a. von Lehfer & Co in Schweinfurt, und in "Türkische Kollegen werden abgeschoben. Ein Angriff auf alle ausländischen Arbeiter" von Dynamit Nobel Fürth, u.a. über die KPD. In "Giftgassalarm bei München. Statt Giftbrandbekämpfung Bürgerkriegsmanöver" wird aus dem Landkreis München berichtet aus Feldkirchen, wo bei der Hausladen KG die Explosion stattfand, aber auch aus Grub, Hausen und Landsham.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von den Fahrpreiserhöhungen und aus der JVA Darmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 28, Dortmund 12.7.1975

19.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 12.7.1975, 26.7.1975) heraus.
Solidaritätsspenden kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Karlsruhe und Lörrach.
- bayern aus dem Roter Morgen Buchladen München.
- Hessen von der eigenen OG Marburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe und über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg.

Aus Bayern wird berichtet aus Fürth in "Nach Streik bei Dynamit Nobel. Erneut 15 türkische Kollegen abgeschoben", und in "München. Kommunistischer Heimleiter entlassen" aus dem Jugendfreizeitheim Kleinhadern, dessen nachfolgerin eine bkannte DKPlerin werde, deren Anhänger in mindestens 8 von 29 JHFs in München als Erzieher tätig seien und die auch im Personalrat der JFHs zusammen mit einem 'Gewerkschaftsbonzen' die Mehrheit habe. Über prozesse wird aus München berichtet von einem gegen sechs KPD-Anhänger wegen einer Vietnamsammlung, die 5 000 DM geldstrafe erhielten, sowie gegen 5 KPD/ML-Anhänger die Flugblätter gegen die Verschleppung von Werner Lukas verteilt hatten und zu Geldstrafen zwischen 100 und 300 DM verurteilt wurden.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt vom Einsatz des Giftgases Chemical Mace durch die Polizei gegen Kinder und Sozialarbeiter des Spielplatzes Marburger Straße in Bockenheim. Gegen die Fahrpreiserhöhungen seien KPD und KPD/ML aktiv. Aus Wiesbaden wird berichtet über Klassenjustiz gegen eine Rentnerin. Eingegangen wird auch auf die JVA Darmstadt. In Marburg führte man eine Veranstaltung durch (vgl. 26.6.1975).

Berichtet wird auch "Uni Druckerei Bochum - Streik bis die Kündigung vom Tisch ist".
Aus Dortmund wird berichtet von den Roter-Morgen-Prozessen (vgl. 15.7.1975), zu denen sich auch die RHD solidarisiert. Strafbefehle erhielten Wolfgang H. über 1 125 DM wegen Verteilung eines Flugblatts zum Kölner Antifaschistenrpozess, sowie Anna und Peter Schulte über je 900 DM wegen Widerstands beim DFG/VK-Kongress in Bochum (vgl. 23.5.1974).
Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Rath über Lehrlinge und die Rote Garde-Zeitung 'Der Rote Schraubstock'.
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 19.7.1975

26.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 30 (vgl. 19.7.1975, 2.8.1975) heraus.

Spenden für die KPD/ML gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Wyhl-Veranstaltung in Freiburg, der eigenen OG Reutlingen und von einer RG-Veranstaltung in Singen.
- Bayern aus Würzburg.
- Hessen von einer Veranstaltung in Frankfurt-Sindlingen und dem RMLK Wiesbaden.

Solidaritätsspenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Konstanz und von einer Veranstaltung der OG Mannheim;
- Bayern aus Kempten, Würzburg und aus München vom Buchladen Roter Morgen.
- Hessen vom KSB/ML Darmstadt, von einer Veranstaltung der OG Frankfurt und von einer Albanienveranstaltung in Wiesbaden, aus Kassel und Wiesbaden sowie vom Diskussionskreis Marburg und vom Komitee Soldatenfaust Wetzlar.

Kambodschaspenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der eigenen OG Reutlingen, dem eigenen Sympathisantenkreis Freiburg und aus Stuttgart.
- Bayern aus Grafenrheinfeld.
- Hessen aus Kassel und Rüsselsheim.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg und Stuttgart und über Klassenjustiz in Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet über je einen §90a-Prozess wegen Günter Routhier in München (vgl. 1.8.1975) und Würzburg (vgl. 4.8.1975). Aufgerufen wird zur Haschemi-Veranstaltung in München (vgl. 26.7.1975).

Aus Hessen wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Frankfurt und die Haltung der dortigen KPD zum Prozeß gegen den 'Roten Morgen'. Berichtet wird über die JVAs Butzbach und Frankfurt-Preungesheim.

Aus Bochum wird berichtet von der RUB: "AStA kündigt Drucker". Aus Dortmund wird berichtet vom Roter-Morgen-Prozess (vgl. 15.7.1975).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über Türken in Kiel, die den Kampf bei Dynamit Nobel Fürth recht gut kannten.
Q: Roter Morgen Nr. 30, Dortmund 26.7.1975

02.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 31 (vgl. 26.7.1975, 9.8.1975) heraus. In "Das 8. schwere Bahnunglück in diesem Jahr. Profit zählt für sie mehr als Menschenleben" wird berichtet von der Strecke Hamburg-Cuxhaven, aber auch aus dem Kreis Starnberg und aus Barsinghausen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen von einem durch KPD/ML, RHD und RG verhinderten Berufsverbot (BV) gegen den Lehrer Horst Groos, wogegen das Komitee gegen die Berufsverbote 2 000 Unterschriften gesammelt habe, sowie von Klassenjustiz gegen Griechen. Aus Friedrichshafen wird berichtet von einem eigenen politischen Frühschoppen, der außer von den eigenen Genossen auch von 4 Deutschen und 2 Italienern besucht worden sei. Eingegangen wird aus Friedrichshafen auch auf Schüler und arbeitslose Ausländer. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Freiburg (vgl. 7.8.1975).

Aus Bayern wird ein RAKT-Prozess gegen Volker Nieber angekündigt für den 13.8.1975 in München und berichtet von der dortigen LMU:"
Weil er am Streik der Psychologie-Studenten gegen ihre schlechten Studienbedingungen teilgenommen hat, soll Stephan Eckert von der Universität gewiesen werden. Gegen diese drohende Relegation nahmen der KSB/ML und der KSV in einer Aktionseinheit den Kampf auf."
Der Artikel "Fortschrittliche Studenten kämpfen gegen reaktionäre Mediziner. Professor Witt muss weg!" berichtet vom Krankenhaus Harlaching sowie von der LMU über die Fachschaftsinitiative Medizin, in der neben dem KSB/ML auch der KSV aktiv ist.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel über die KPD.

Aus Bochum-Gerthe wird berichtet "Urteil im Bochumer Giftmüllprozess - 'Bewährung' für tausendfachen Mordversuch".
Aus Dortmund wird berichtet von Roter-Morgen-prozessen (vgl. 5.8.1975, 3.9.1975).
Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Rath (vgl. 5.7.1975).

In einer Beilage Nr. 1 zur Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit wird über Rote Betriebsräte berichtet u.a. aus Düsseldorf von Mannesmann Rath ('Der Rote Schraubstock').
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 2.8.1975

09.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 32 (vgl. 2.8.1975, 16.8.1975) heraus.

Berichtet wird über die Schließung einer Aktionseinheit zum Roten Antikriegstag (RAKT) zwischen KPD, KPD/ML und den ML Aachen, den ML Bochum und den Frankfurter ML (FML), die gemeinsam eine Demonstration in Frankfurt (vgl. 30.8.1975) und - nur KPD und KPD/ML - eine Kundgebung in Berlin (vgl. 1.9.1975) durchführen wollen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Arbeitslose in Friedrichshafen und über GI-Umtriebe in Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet München von der Verhaftung von Bernd Reisser in der Küche der Uniklinik und seiner Verbringung in die JVA Stadelheim.

Aus Hessen wird berichtet über Klassenjustiz in Erbach und Michelstadt im Odenwaldkreis (ODW).

Aus Schwelm wird berichtet über Rentnerinnen, Frauen, Volksschüler, jugendliche Arbeitslose und jugendliche Zwangsarbeiter auf dem Friedhof.
Q: Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 9.8.1975

16.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 33 (vgl. 9.8.1975, 23.8.1975) heraus, in der sie den Übertritt von sechs Mitgliedern des KABD aus Bremen und Tübingen (hier handelt es sich um 3 Mitglieder der KSG/ML) zur KPD/ML melden kann.

Aufgerufen wird zum RAKT in Frankfurt (vgl. 30.8.1975) und Berlin (vgl. 1.9.1975) sowie zum Kongreß der Roten Garde in Offenbach (vgl. 30.8.1975).

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Calw und Stuttgart, vom KSB/ML Reutlingen und von einer Veranstaltung in Freiburg.
- Bayern aus Dachau und aus München von der Zelle Bruckmann und vom Zeltlager der Roten Garde.
- Hessen von der RG Gießen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Berufsverbot gegen die Lehrerin Renate Groos (KPD/ML). Über Klassenjustiz wird berichtet aus Stuttgart gegen Angehörige der ehemaligen KPD/ML-ZB und aus Friedrichshafen gegen KPD/ML und KBW.

Aus Hessen wird berichtet aus Wiesbaden, wo außer einem selber auch die KPD tätig ist. Der Stützpunkt Frankfurt der RHD berichtet von Prozessen wegen der Fahrpreisaktionen des KBW.

Von Rheinstahl Brackwede wird berichtet: "Bielefeld - Gerichtsbeschluss gegen 'Die Rote Presse'".
Q: Roter Morgen Nr. 33 und 44, Dortmund 16.8.1975 bzw. 1.11.1975

23.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 34 (vgl. 16.8.1975, 30.8.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen (vgl. 5.7.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München durch einen Brief von Bernd Reisser aus der JVA Stadelheim, u.a. über einen Afghanen und Afrikaner. Aus Würzburg wird berichtet:"
Weil in der Zeitung 'Die Rote Lehrlingsfront' der Mord an Genossen Günter Routhier angeprangert wurde, verurteilte ein Würzburger Gericht den presserechtlich Verantwortlichen dieser Nummer und einen Genossen, der sie angeblich verteilt haben soll, zu je 900 DM Geldstrafe. Außerdem wurde die Beschlagnahmung der eingezogenen Exemplare der Lehrlingszeitung angeordnet. Zum Prozeß waren 50 Zuschauer gekommen. Die Partei hat vor und nach dem Prozeß ein Flugblatt verteilt."
Aus Augsburg wird berichtet vom Berufsverbot gegen RA Gildemeier:"
Gegen Rechtsanwalt Gildemeier, Mitglied des Zentralvorstands der 'Roten Hilfe' und Kandidat der GRF (KPD) verfaßte die Staatsanwaltschaft München eine Anschuldigungsschrift, in dem ihm seine Mitgliedschaft in der GRF vorgeworfen wird und stellte gleichzeitig einen Antrag auf Berufs- und Vertretungsverbot."

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt über städtische Arbeiter und Kinder in Innenstadt und Bockenheim, wobei auch Bezug auf Wyhl genommen wird. Erwähnt wird auch die RHD Darmstadt.

Eingegangen wird auch auf die in Wiesbaden ansässige Europäische Arbeiterpartei (EAP), deren Wurzeln in den USA bei der Progressive Labour Party (PLP) USA und der, dem Vereinigten Sekretariat (VS) der Vierten Internationale freundschaftlich verbundenen, Socialist Workers Party (SWP) USA gesucht werden.
Q: Roter Morgen Nr. 34, Dortmund 23.8.1975

30.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 35 (vgl. 23.8.1975, 6.9.1975) heraus.

In einem 'Roter Morgen' Prozeß geht es u.a. um die Begrüssung der RAF-Bomben in den US Headquarters in Frankfurt und Heidelberg.

Aus Bayern wird berichtet aus München aus dem NGG-Bereich in "Kurzarbeit - kein Geld vom Arbeitsamt" vom Zweigwerk Allach der Diamalt AG. Eine Korrrespondenz schildert eine anklage wegen der §218-Protestaktion gegen Kardinal Döpfner (vgl. 2.6.1973). Erwähnung findet auch Dynamit Nobel Fürth. In "Senatsdirektor verübt Mordversuch" heisst es auch:"
Ein Nürnberger Landgerichtsdirketor wurde freigesprochen nachdem er einen Verkehrsunfall verursacht hat, bei dem vier Menschen verletzt wurden, wegen 'vorübergehender Bewußtlosigkeit'".

Aus Hessen wird berichtet aus Gießen (vgl. 21.8.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 35, Dortmund 30.8.1975

06.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 36 (vgl. 30.8.1975, 13.9.1975) heraus. Im Artikel aus dem GdED-Bereich zur Deutschen Bundesbahn (DB): "Entlassungen und Stillegungen bei der Bahn" findet auch das Bahnunglück in Warngau Erwähnung. Es erscheint auch ein Interview mit Sascha Haschemi, der im Untergrund lebt.

Eingegangen wird im Artikel "Erhöhung der Rentabilität heißt Steigerung des Profits. Jetzt sollen zwei für vier arbeiten" auch auf Hoechst Frankfurt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Heilbronn über Insassen und (jugendliche) Beschäftigte eines Altersheims sowie die RAF in Stuttgart-Stammheim.

Aus Hamburg wird berichtet über Altona sowie über Polizeiterror, u.a. in Harburg und im Polizeipräsidium.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von der Demonstration zum Roten Antikriegstag (RAKT) (vgl. 30.8.1975) und dem Kongreß der RG in Offenbach (vgl. 30.8.1975).

Aus Duisburg wird berichtet von Mannesmann, u.a. über die Schweißstrecke und die Walzstraße 4 sowie über Klassenjustiz, die auch die KPD in Düsseldorf und Duisburg traf.
Q: Roter Morgen Nr. 36, Dortmund 6.9.1975

13.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 37 (vgl. 6.9.1975, 20.9.1975) heraus.

Berichtet wird über die Demonstrationen für die 5 vom Todesurteil in Spanien bedrohten Anhänger der FRAP, die in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München stattfanden (vgl. 6.9.1975), sowie über die Veranstaltung in Berlin (vgl. 5.9.1975).

Eingegangen wird erneut auf den Roten Antikriegstag (RAKT) in Frankfurt (vgl. 30.8.1975). Sowohl hierzu, als auch zum Paragraph 218, wo er mit seinem Volksentscheid die Aktionseinheit mit GIM, DKP und SPD suche, wird auf den KBW eingegangen, wobei Vorgänge bei Hoesch Dortmund und in Bad Kreuznach sowie die 'KVZ-OBL' Frankfurt Erwähnung finden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Gründung der Roten Garde (RG) Ravensburg. Auf der Gründungsveranstaltung hätten sich unter den 25 Leuten zahlreiche KBWler befunden.

Aus Bayern wird berichtet über die Verlegung von Bernd Reisser in die JVA Ebrach.
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 13.9.1975

20.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 13.9.1975, 27.9.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der eigenen OG Friedrichshafen, aus Heidelberg, Stuttgart, Freiburg und aus dem Parteibüro Mannheim.
- Bayern aus München, u.a. vom KSB/ML München.
- Hessen aus Frankfurt, Marburg (vgl. 8.8.1975) und Gießen sowie von der RG Wiesbaden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Kampf gegen die (US-) Rauschgiftdealer (Haschisch) in Böblingen, wo ein Jungarbeiter Dealer verprügelte und daraufhin ein Mordanschlag auf KPD/MLer erfolgt sei. Die örtliche RG ist u.a. an der Berufsschule tätig, eingegangen wird auch auf IBM Sindelfingen.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 3.9.1975) sowie von Peter Bayer über die Solidarität, die er u.a. aus seinem Heimatort Greding, Landkreis Roth, erfahre. In "Verschärfte Haftbedingungen für unseren Genossen. Sofortige Aufhebung der Isolation von Hubert Lehmann!" wird berichtet aus der JVA Niederschönenfeld bei Donauwörth. Die KPD/ML und die RHD München kämpfen gegen die Isolationshaft.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel (vgl. 1.9.1975) und über die Solidarität mit der FRAP Spanien in Frankfurt. Von der Klassenjustiz betroffen seien Professoren und Studenten (u.a. von der KPD) aus Frankfurt wegen Günther Routhier, sie schlägt aber auch in Marburg zu (vgl. 4.9.1975). Erwähnt wird auch die JVA Schwalmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 20.9.1975

27.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 39 (vgl. 20.9.1975, 4.10.1975) heraus.

Zur Bombe im Hamburger Hauptbahnhof, die angeblich von der RAF stammt, wird festgehalten, daß man derlei Anschläge nicht billigen kann, im Gegensatz z.B. zu den nützlichen Aktionen der RAF gegen die US Headquarters in Frankfurt und Heidelberg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die FRAP-Spanien Solidarität mit einer Demonstration in Heidelberg (200 Personen) sowie Kundgebungen in Mannheim und Friedrichshafen. Bekanntgegeben wird die Gründung der RG Eriskirch (vgl. 3.9.1975). Bei John Deere Mannheim (7 500 Besch.) ist auch die SDAJ der DKP tätig. Eingegangen wird auch auf die Schwäbische Alb.

Aus Bayern wird berichtet aus München über die Zerstörung des spanischen Fremdenverkehrsamtes, aus Augsburg von einem §218-Prozess gegen eine Mitarbeiterin von Pro Familia und aus Kempten von einem Prozess gegen die KPD/ML (vgl. 10.9.1975).

Aus Hessen wird berichtet über die FRAP-Spanien-Solidarität in Frankfurt und den Besuch von Soares (Portugal). Eingegangen wird auch auf die Frankfurter Günther Routhier Prozesse sowie auf die JVAs Darmstadt und Schwalmstadt und auf Kassel.
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 27.9.1975

04.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 27.9.1975, 11.10.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom AKW Wyhl und die Jugendlichen im Ballett des Staatstheaters Karlsruhe. Die FRAP behauptet, der Anschlag auf das US Headquarter in Heidelberg sei nicht von der RAF verübt worden (?). Gegen die FRAP-Prozesse in Spanien fanden Demonstrationen statt in Freiburg (KPD und KPD/ML) und Karlsruhe.

Aus Bayern wird berichtet von der Spaniensolidarität über eine Demonstration in München, eine Kundgebung in Kitzingen und 180 verkaufte Postkarten in Würzburg. Berichtet wird auch aus Fürth:"
Zwei Genossen hatten dem wegen seiner Teilnahme am Streik der türkischen Arbeiter bei Dynamit Nobel inhaftierten türkischen Kollegen Tarhan regelmäßig geschrieben und ihm den ROTEN MORGEN geschickt. Gegen beide Genossen wurde jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen 'übler Nachrede' u. a. eingeleitet. Außerdem erhielten sie eine Benachrichtigung, daß insgesamt 8 Nummern des ROTEN MORGEN, 4 Nummern der 'Roten Fahne' und 2 Nummern der ROTEN GARDE beschlagnahmt wurden."

Aus Hessen wird berichtet vom AKW Biblis, aus Kassel (vgl. 12.9.1975, 18.9.1975), von der FRAP-Spanien-Solidarität in Frankfurt und über Klassenjustiz in Darmstadt.

Aus Düsseldorf wird berichtet vom 'UZ'-Pressefest der DKP im Mannesmannviertel Rath. Als KPD und KPD/ML den Stand der EAP angriffen habe die DKP diesen verteidigt, der Stand der KPD/ML sei unbehelligt geblieben. Berichtet wird in diesem Zusammenhang auch von Mannesmannkollegen sowie der Arbeit der Roten Garde an der Berufsschule.
Aus Hückelhoven wird berichtet über die Zeche Sophia Jacoba u.a. aus dem Untertagebereich und aus Wassenberg-Bergmannssiedlung.
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 4.10.1975

11.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 41 (vgl. 4.10.1975, 18.10.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg vom Buchladen Roter Morgen Stuttgart.
- Bayern aus München und von Sympathisanten in Kitzingen.

Berichtet wird auch "10 Jahre faschistische Diktatur in Indonesien. Heroischer bewaffneter Kampf der indonesischen Kommunisten".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Gesellschaft für Kernforschung (GFK) Karlsruhe und die RAF in Stuttgart-Stammheim. In Stuttgart besuchten ca. 80 eine China-Filmveranstaltung.

Aus Hessen wird berichtet über die FRAP-Solidarität in Kassel (vgl. 27.9.1975) sowie aus den JVAs Darmstadt und Dieburg.
Q: Roter Morgen Nr. 41, Dortmund 11.10.1975

18.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 42 (vgl. 11.10.1975, 25.10.1975) heraus.

Spanien-Spenden gingen ein aus Bayern vom Stammtisch Kitzingen, aus Spanien und aus Kiel von KSB/ML und Rote Garde West.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus Würzburg.

Spenden für politisch Verfolgte gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Karlsruhe, vom KSB/ML und der OG Reutlingen sowie der OG Freiburg;
- Bayern von Veranstaltungen in Kempten und München (vgl. 2.7.1975) sowie aus Nürnberg.
- Hessen von der OG Kassel, einer Veranstaltung in Frankfurt, der Frankfurter Abschiedsveranstaltung für Heinz Baron und der RG Cassella Frankfurt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Internationalen Bootsausstellung in Friedrichshafen und der Spaniendemonstration in Karlsruhe (vgl. 2.10.1975).

Aus Bayern wird berichtet über die Verlegung von Hubert Lehmann in die JugendJVA Aichach und von Bernd Reisser in der JVA Ebrach.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel von Hanomag und der Klassenjustiz (vgl. 29.9.1975) und von der Buchmesse in Frankfurt, auf der auch die KPD/ML-nahen Verlage Gesellschaft für die Verbreitung des wissenschaftlichen Sozialismus (GEWISO), der Rotfrontverlag Kiel und der Verlag Kommunistische Texte (VKT) Münster vertreten sind, was, im Gegensatz zum Spanienstand, gern gesehen wird. Die RHD OG Marburg führte eine Kundgebung vor der JVA Schwalmstadt durch. Erwähnt werden auch die JVAs Darmstadt und Dieburg.
Q: Roter Morgen Nr. 42, Dortmund 18.10.1975

25.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 43 (vgl. 18.10.1975, 1.11.1975) heraus und berichtet über Laos und die SEATO, aber auch: "Island. Raubfischerei der westdeutschen Imperialisten".

Spenden für Vietnam und Kambodscha gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Veranstaltung in Mannheim, den Maiveranstaltungen in Reutlingen und Karlsruhe, von der RG Singen und aus Stuttgart, Mannheim und Immenstadt;
- Bayern aus Kempten, Kitzingen und München.
- Hessen aus Darmstadt vom KSB/ML und dem Sympathisantenkreis der KPD/ML;
- NRW aus Bochum, Dortmund, vom Stammtisch der Mannesmannzelle Duisburg, vom KSB/ML Bochum, vom Kollegentreff an der Uniklinik Münster.

Aus dem CPK-Bereich wird in "Enka Glanzstoff. Massenentlassungen und Stillegungen geplant" berichtet über die Werke Wuppertal-Barmen, Waldniel und Obernburg sowie in Belgien und den Niederlanden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Spaniendemonstration in Friedrichshafen (vgl. 11.10.1975). In Karlsruhe sei vor kurzem eine Rote Garde (RG) gegründet worden, die bereits eine Veranstaltung mit 14 Leuten durchführte. Berichtet wird auch aus einer Druckerei in Stuttgart. Die RG Singen verteilte ein Flugblatt zur Entlassung des Roten Betriebsrates Bernd Baasch bei der Firma Allweiler in Radolfzell. Eingegangen wird auch auf den Kampf der Bauern und Winzer des Kaiserstuhls gegen das AKW Wyhl bei Freiburg.

Aus Bayern wird berichtet aus München über die Spanienkundgebung (vgl. 30.9.1975) und in "Brief des Ausländeramtes bestätigt. Sascha soll abgeschoben werden" über Sascha Haschemi sowie in "Freispruich in der nächsten Instanz ist sicher. Polizeimörder erhielt 9 Monate auf Bewährung" vom Tod von Erich Wiesneth. In "Schuld ist einzig und allein der kapitalistische Staat. Todesursache: 'Herzversagen nach Tablettenvergiftung'" wird berichtet von den Städtischen Krankenanstalten Nürnberg. Aus Würzburg wird berichtet von Prozessen wegen dem Büchertischverbot an der Uni gegen 2 KSB/MLer und 3 KSVler.

Aus Hessen wird berichtet von der Spaniendemonstration in Kassel (vgl. 4.10.1975) und der Frankfurter Buchmesse, wo man selbst gegen die Stände Spaniens und der SU protestierte.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Schortens:"
Heidmühle
Am 5. und 12.10. fanden die beiden ersten beiden Jugendtreffs der Roten Garde in Heidmühle statt. Auf den beiden treffen wurden über 100 DM für die FRAP gesammelt und eine Resolution gegen die Ermordung der spanischen Genossen verabschiedet."

Berichtet wird aus NRW über die Metro-Supermärkte (HBV-Bereich) in Dortmund, Duisburg und Mülheim sowie die im Juli 1975 stillgelegten und der Metro angeschlossenen Intra-Supermärkte in Dortmund und Duisburg.

Aus Düsseldorf wird berichtet von einer Spanienkundgebung (vgl. 3.10.1975), aus Duisburg wird berichtet von Klassenjustiz bei Mannesmann und vom Prozeß gegen Beate Kohnke. Aus Bochum wird berichtet über Großbetriebe und einen Prozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 43, Dortmund 25.10.1975

01.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 44 (vgl. 25.10.1975, 8.11.1975) heraus. Zu einem Artikel "Bundeskongreß des MSB Spartakus. Auszeichnung für Kampf gegen 'Maoisten'" finden sich die Titelblätter von 'Das revolutionäre Bündnis' München und Würzburg, der 'Rote Poststudent' von der Posthochschule Dieburg und 'Der rote Ingenieurstudent' vermutlich von der TFH Berlin.

Spenden für verschiedene Zwecke gingen ein aus:
- Baden-Württemberg vom Landesverband der RG, einem Lehrlingswochenende der RG Reutlingen und einem Arbeiterstammtisch in Karlsruhe (vgl. 27.8.1975).
- Bayern aus Holzolling, Kreis Miesbach, aus Nürnberg und aus München, u.a. vom Zeltlager der Roten Garde.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der RG Heidenheim, der Pfingstfreizeit in Karlsruhe (vgl. 18.5.1975) sowie von Veranstaltungen in Mannheim und Karlsruhe.
- Bayern aus Selb und Würzburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Manöver bei Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Heilbronn. In Karlsruhe verteilte man ein Flugblatt für die Mieter der Volkswohnung in Oberreut-Feldlage. Erneut berichtet wird von der Spaniensolidarität in Ravensburg (vgl. 11.10.1975). In Tübingen, wo ja bereits drei KSG/ML-Mitglieder vom KABD zur KPD/ML übertraten (vgl. 16.8.1975), schloß sich noch ein ehemaliges KSG/ML-Mitglied dem KSB/ML an. Auf einer Veranstaltung des KSB/ML hätten gar ca. 50 KSG/MLer der Resolution des KSB/ML zum Roten Antikriegstag (RAKT) zugestimmt. Eingegangen wird auch auf die Isolationshaft der RAF in der JVA Stuttgart-Stammheim.

Aus Bayern wird berichtet von Siemens Würzburg (vgl. Okt. 1975) sowie aus München von einem Prozeß gegen einen Verwaltungsansgestellten, der sich für Kriegsdienstverweigerer (KDV) eingesetzt hatte. Berichtet wird auch über Sascha Haschemi.
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 1.11.1975

08.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 45 (vgl. 1.11.1975, 15.11.1975) heraus.

Spenden für Kambodscha gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der Maiveranstaltung in Mannheim bzw. Ludwigshafen-Oppau (vgl. 1.5.1975);
- Bayern aus München
- Hessen von einer Veranstaltung der Zelle Hoechst der OG Frankfurt, dem KSV der KPD aus Marburg und aus Hanau.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart;
- Hessen von der RG Wiesbaden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Daimler Sindelfingen.

Aus Bayern wird berichtet aus München über Sascha Haschemi und die Rote Garde sowie aus Augsburg über Rechtsanwalt Gildemeier von der KPD.

Aus Hessen wird berichtet von der Uni Frankfurt (vgl. 23.10.1975), aus Stadt Allendorf (vgl. 29.9.1975) und aus Marburg (vgl. 10.10.1975).

Aus Dortmund berichtet eine Beschäftigte der DEKRA.
Aus Duisburg wird berichtet vom Routhier-Prozess gegen die Professoren der KPD, gegen den die KPD gegenüber dem Gericht, vor Karstadt eine Kundgebung mit 150 bis 200 Leuten durchgeführt habe, die von der Polizei überfallen wurde.
Aus Witten wird berichtet von Siemens über eine Jugendvertreterin und die Rote Betriebsrätin Annette Schnorr sowie den eigenen 'Roter Lautsprecher', von dem ein Extrablatt zur Betriebsversammlung erschien.
Q: Roter Morgen Nr. 45, Dortmund 8.11.1975

15.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 46 (vgl. 8.11.1975, 22.11.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Ludwigsburg vom Streik bei Hüller wegen dem Weihnachtsgeld und vom Bodensee von den Fährhäfen Konstanz, Staad und Meersburg sowie vom LKA Stuttgart. In den Mieterkonflikt in der Volkswohnung in Karlsruhe-Oberreut-Feldlage greift neben KPD/ML und RG auch die DKP ein.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der Haschemie-Solidarität (vgl. 8.11.1975).

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt, wo der eigene KSB/ML und der KSV der KPD ein gemeinsames Flugblatt gegen das Berufsverbot (BV) gegen den Professor Schneider der KPD verteilten. Aus Bad Vilbel wird in "Schorsch Schmidt im Gefängnis. Marianne Schmidt droht Entlassung" berichtet von einer Referendarin an der Schule für Lernbehinderte, erwähnt werden dabei auch Hoechst Frankfurt, die Klassenjustiz in Frankfurt und die JVAs Schwalmstadt und Dieburg. In Viernheim (Kreis Bergstraße) streikten 410 beim Autozulieferer Walker um ihr Weihnachtsgeld.

Von der Stahltarifrunde (STR) wird berichtet von MM Duisburg, ATH Duisburg, Rheinstahl Duisburg-Meiderich, der IGM-Ortsverwaltung Duisburg, Hoesch Dortmund, u.a. von der Westfalenhütte, und von Krupp Bochum. Aus Bochum wird berichtet von einem zweitägigen Streik bei Dr. C. Otto und Company Ziegel, aus Dortmund von einem erfolgreichen Streik bei Pohlschröder gegen die Kürzung des Weihnachtsgelds. Aus Köln-Nippes wird berichtet über Frauen und einen versuchten 'Polizeimord'.
Aus Krefeld wird berichtet von der Gründung der RG Krefeld (vgl. 31.10.1975), aus Dortmund über die Fahrpreiserhöhungen, gegen die nicht nur die Rote Garde u.a. in Scharnhorst auftritt, sondern auch der KBW. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Bonn über DFG und VK, aus Bielefeld, Gelsenkirchen, aus Köln von PEF Türkeiprozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 46, Dortmund 15.11.1975

22.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 47 (vgl. 15.11.1975, 29.11.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung angekündigt in Friedrichshafen (vgl. 30.11.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus Passau über einen Prozess wegen Kirchenkritik. Eingeladen wird zur Albanienveranstaltung in Nürnberg (vgl. 29.11.1975).

Aus Hessen wird berichtet von der Uni Marburg, an der neben dem eigenen KSB/ML auch der KSV der KPD und der MSB Spartakus der DKP tätig sind. Eingegangen wird auch die Putzfrauen bei der LVA Hessen. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Rüsselsheim (vgl. 7.12.1975).

Aus NRW wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM von ATH Duisburg und ATH Bahn- und Hafen Duisburg, von den ESW Bochum, den Stahlwerken Bochum, Thyssen Niederrhein (TN), Krupp (FKH) Rheinhausen.
Aus Brackwede wird berichtet von den Möllerwerken über die Rote Garde, deren Arbeitertreff, über Laborhelfer und die Keilriemenproduktion. Aus Dortmund-Rahm wird berichtet vom Bauspielplatz über Kinder und Betreuer.
Aus Duisburg wird berichtet vom Hanfried Brenner Prozess, aus Münster von H. Baron, u.a. über die JVA Dortmund. Von KHD Köln wird berichtet über das eigene 'Schwungrad', das sich mit den Angestellten in der Großmotorenkonstruktion befaßte. Von Siemens Witten wird berichtet über die Rote Betriebsrätin und die Mattenlegerei. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Münster sowie aus Bonn über den VK.
Q: Roter Morgen Nr. 47, Dortmund 22.11.1975

29.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 22.11.1975, 6.12.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe, wo die Mieter kämpfen und auch die Klassenjustiz zuschlägt, und über das Berufsverbot (BV) gegen Horst Groos in Sondelfingen bei Reutlingen, gegen das sich die Schüler und das Komitee gegen die Berufsverbote Reutlingen einsetzen sowie die Personalversammlungen der Lehrer in Reutlingen und Tübingen aussprachen. Die KPD/ML gab dazu ein Flugblatt heraus.

Aus Bayern wird berichtet vom Unfall im AKW Gundremmingen. Mit Sascha Haschemi solidarisierte sich auch der AStA der Hochschule für Politik (HfP) München.

Aus Bremen wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM bei Klöckner über Arbeiter, Angestellte sowie Lehrlinge und über ein Extra des eigenen 'Angriff' (vgl. 17.11.1973).

Aus Hessen wird berichtet von der Solidarität des AStA der FHS Darmstadt mit Sascha Haschemi sowie über Klassenjustiz in Darmstadt.

Aus NRW wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM über den eigenen 'Roten Greifer' bei ATH Duisburg-Hamborn, Ruhrort und Meiderich, den eigenen 'Röhrenkieker' bei Mannesmann Duisburg-Huckingen, die 'Stählerne Faust' bei Hoesch Dortmund, den 'Hammerschlag' bei Krupp Bochum und von den Stahlwerken Bochum (SWB).

Berichtet wird auch aus Halle / Werther (vgl. 13.10.1975), aus Bochum von der Ruhruniversität Bochum über die Arbeiter in der Feinmechanischen Werkstatt, die Abteilung Wissenschaft und Forschung der ÖTV und die ÖTV-Jugend Bochum-Wattenscheid, aus Essen von einer Zeche (IGBE-Bereich) über Unter- und Übertagebereich sowie die Kohlenschrämmer.
Die Zelle Blumenthal Recklinghausen berichtet über den Untertagebereich, die Busfahrer und die DKP.
Über Klassenjustiz wird berichtet von Opel Bochum, aus dem Gefängniskrankenhaus Bochum, aus Dortmund und Hamm sowie von Siemens Witten.
Q: Roter Morgen Nr. 48, Dortmund 29.11.1975

06.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 49 (vgl. 29.11.1975, 13.12.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus dem Parteibüro Mannheim.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der RG Karlsruhe über Jungarbeiter allgemein und bei Heinkel Maschinen- und Apparatebau im Besonderen. Bei Coop Schwaben in Stuttgart verteilte die KPD/ML ein Flugblatt zur Betriebsversammlung, in dem u.a. auf die Coop Bäckereien in Reutlingen (bereits geschlossen) und Ludwigsburg eingegangen wird. Die RG Sindelfingen konnte ein ehemaliges Mitglied der MLSG Böblingen/Sindelfingen des KABD rekrutieren (vgl. 13.11.1975). Erwähnt wird auch die eigene OG Mannheim/Ludwigshafen. Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz soll demonstriert werden in Stuttgart (vgl. 13.12.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München von Sascha Haschemi, wobei auch auf seine Lehre als Maschinenbauer bei Hurth eingegangen wird, aber auch in "Erneuter Polizeimord in München: Jugendlicher von hinten erschossen" über Christian Tatzko.

Aus Hessen wird eingegangen auf die JVA Darmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 6.12.1975

13.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 6.12.1975, 20.12.1975) heraus.

Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz wird heute gemeinsam von KPD und KPD/ML demonstriert in Berlin, Hamburg, Dortmund und Stuttgart. Die Verlagsinitiative dagegen ist u.a. in Frankfurt tätig. Aus dem GdED-Bereich wird in "60 000 Entlassungen bei der Bahn geplant" berichtet von der Deutschen Bundesbahn (DB), u.a. über die 300 Streckenarbeiter auf der Strecke Hannover - Würzburg, von denen nach Aussage des DB-Präsidenten 270 entlassen werden könnten.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der RG Singen/Radolfzell (vgl. 27.11.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München über Sascha Haschemi (vgl. 6.12.1975) sowie über einen Prozess wegen Widerstands während eines Prozesses gegen eine Soldatenzeitung bei der Bundeswehr.

Aus Hessen wird berichtet vom Textilbetrieb Eles Bleidenstadt (GTB OV Frankfurt) und dem eigenen KSB/ML an der Uni Marburg.

Über Klassenjustiz wird berichtet aus Duisburg über den eigenen 'Röhrenkieker' bei Mannesmann, aus Gelsenkirchen von der u.a. bei der Firma Matheisen aktiven Roten Garde, der Berufsschule und dem Gymnasium, welches nahe dem Gericht gelegen.
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 13.12.1975

20.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 51 (vgl. 13.12.1975, 27.12.1975) heraus.

Von den Demonstrationen von KPD und KPD/ML gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz am 13.12.1975 in Berlin, Hamburg, Dortmund, Stuttgart und München wird kundgetan, daß sich daran insgesamt mehrere tausend Personen beteiligten.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom KSB/ML an der Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen, wo auch der MSB Spartakus der DKP vertreten ist nd aus einem Mannheimer Betrieb, in dem u.a. Türken arbeiten.

Aus Bayern wird berichtet aus München von Bruckmann mit Hilfe des eigenen 'Der Druckerei Arbeiter' in "Mandruck vor der Auflösung" und in "RM 25/74 im Laden ausgehängt. 7 Monate wegen eines ROTEN MORGEN" vom Prozess gegen Rainer Junck vom eigenen Buchladen sowie aus Schweinfurt von F&S in "Fichtel und Sachs. Arbeiter werden wie Sklaven verschachert" vom Verkauf von 74% der Aktien an GKN und durch einen Brief von Hubert Lehmann aus der JVA Aichach.

Aus Hessen wird berichtet aus den JVAs Butzbach und Dieburg und in "Giftmüllprozeß in Hessen. Plaumann ist nur ein kleiner Fisch" über die Spedition Plaumann in Hanau, die Giftmüll u.a. für Hoechst u.a. auf die Deponie Eisert in Großkrotzenburg transportiert.
Q: Roter Morgen Nr. 51, Dortmund 20.12.1975

27.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 52 (vgl. 20.12.1975, 3.1.1976) heraus.

Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz sprachen sich aus in:
- Baden-Württemberg die Teilnehmer einer gemeinsamen Kundgebung von KSB/ML und KSV der KPD in der Uni Freiburg sowie Verlage in Heidelberg.
- Bayern in München die Fachschaft Architektur an der TU, die Internationale Buchhandlung und der Verlag 20. Mai sowie in Würzburg die Studiobühne.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Stuttgart (vgl. 13.12.1975), vom RMLK an der Uni Tübingen über die CARP, aus Karlsruhe von einem Kronenkorkenbetrieb, von der RG Leutkirch über Rentner. Eine Veranstaltung wird angekündigt für Reutlingen (vgl. 7.1.1976).

Aus Bayern wird berichtet aus München über Lehrlinge bei Südbremse mit Hilfe des eigenen 'Motor'. Angekündigt wird der RAKT-Prozess gegen Klaus Kercher. In "Bürgermedaille für Völkermörder" wird aus Fürth berichtet über die Ehrung von Henry Kissinger. In "Nato: Herr in fremden Häusern" wird berichtet über Bundeswehrmanöver von einem Soldaten aus dem Raum Würzburg.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt u.a. vom eigenen 'Roten Kessel' bei Cassella und von Studenten für das Höhere Lehramt in Marburg.
Q: Roter Morgen Nr. 52, Dortmund 27.12.1975

03.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 1 (vgl. 27.12.1975, 10.1.1976) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen:
- aus Bayern aus München, Nürnberg und Würzburg-Oberdürrbach sowie vom Landesverband.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg aus dem Großhandel für Schaufensterfiguren über dessen Kunden in "Polizei übt Kopfschuss".

Aus Düsseldorf wird berichtet über 'Der rote Schraubstock', die Betriebszeitung der KPD/ML und der RG bei Mannesmann-Rath und den dortigen Roten Betriebsrat, von KHD Köln über das 'Schwungrad' (vgl. Apr. 1975).

Mit der "Grußadresse des ZK der KPD/ML zum 57. Jahrestag der Gründung der KPD, zum 7. Jahrestag der Gründung der KPD/ML und zum Neuen Jahr" befaßt sich auch die KPD (vgl. 7.1.1976, 14.1.1976). Hingewiesen wird von der KPD u.a. auf die Widersprüche dieses Textes mit der Gründungserklärung der KPD/ML-Sektion DDR (vgl. 2.2.1976). Von den Folgen (vgl. 3.1.1976) berichtet die KPD u.a. aus Baden-Württemberg aus Tübingen und aus Niedersachsen aus Braunschweig.
Quellen: Roter Morgen Nr. 1, Dortmund 3.1.1976; Rote Fahne Nr. 1, 2, 4 und 9, Köln 7.1.1976, 14.1.1976, 28.1.1976 bzw. 3.3.1976, S. *, S. *. S.6 bzw. S.10

10.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 2 (vgl. 3.1.1976, 17.1.1976) heraus.

In "Schikanen gegen politische Gefangene. Weihnachtsurlaub am 22.12. gestrichen" wird berichtet aus den JVAs Aichach, Dieburg, Ebrach, München-Stadelheim und Münster.

Aus Duisburg wird berichtet von der ATH und deren Betriebsratsvorsitzenden Weihs.
Q: Roter Morgen Nr. 2, Dortmund 10.1.1976

17.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 3 (vgl. 10.1.1976, 24.1.1976) heraus.

Die Initiative von Verlegern, Buchhändlern und Kulturschaffenden gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz (SRÄ) wird u.a. unterstützt aus:
- Bayern vom Landesverband der Deutschen Jungdemorkaten (SDJD - Judos der FDP) sowie aus München von der Buchhandlung Basis, von EPOG und dem Münchner Rationaltheater.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern aus Kitzingen von einer Tombola.

Solidaritätsspenden kamen aus:
- Bayern aus Durach (Oberallgäu) und Würzburg.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der RHD-Solidarität für Klaus Kercher und in "Hof. Ein Monat Gefängnis" über eine Haftstrafe in der Jugendvollzugsanstalt Bamberg für ein Günter Routhier Flugblatt.

Über Klassenjustiz wird berichtet aus Düsseldorf, Essen, Köln und Münster.

U.a. wird Stellung genommen zu den Vorwürfen der KPD wegen der eigenen "Grußadresse" (vgl. 3.1.1976).

Aus Norddeutschland wird berichtet von der Sturmflut (vgl. 3.1.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 3, Dortmund 17.1.1976; Rote Fahne Nr. 5, Köln 4.2.1976, S. 6

24.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 4 (vgl. 17.1.1976, 31.1.1976) heraus. Gegen die Raubfischerei wird gefordert: "Britische Piraten raus aus Islands Gewässern".

Spanienspenden kamen aus:
- Bayern von der Roten Garde Erding, aus Kitzingen und Schweinfurt.

Im Bericht über DEMAG Kalldorf wird die teilweise Verlagerung der Maschinen nach Nürnberg erwähnt. Aus München wird von einem Freispruch in einem Routhier-Prozess berichtet.

Aus Duisburg wird berichtet über Klassernjustiz sowie von Mannesmann Huckingen (vgl. Feb. 1974, Dez. 1975).

U.a. wird Stellung genommen zu den Vorwürfen der KPD wegen der eigenen "Grußadresse" (vgl. 3.1.1976).
Q: Rote Fahne Nr. 5, Köln 4.2.1976, S. 6; Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 24.1.1976

31.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 5 (vgl. 24.1.1976, 7.2.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg von der Iransolidarität sowie aus der JVA Ebrach.
Q: Roter Morgen Nr. 5, Dortmund 31.1.1976

11.02.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 4.2.1977, 18.2.1977) Nr. 6 heraus, der sich mit ihrem Dritten Parteitag befasst. Von diesem berichtet auch ein Maurer aus München.
Q: Roter Morgen Nr. 6, Dortmund 11.2.1977

14.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 7 (vgl. 7.2.1976, 21.2.1976) heraus.
Spenden für den RM kamen aus:
- Bayern aus München und Nördlingen.
- Berlin von der Roten Garde und von der Zelle Siemens Schaltwerk.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern von der RG Kitzingen.

Zur Gründung der Sektion DDR kommen Grüße u.a. von der Sympathisantengruppe Herne, die vorher mit der KPD sympathisierte sowie aus der JVA Münster von Heinz Baron.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 29.1.1976) sowie aus Greding.
Q: Roter Morgen Nr. 7, Dortmund 14.2.1976

21.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 8 (vgl. 14.2.1976, 28.2.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 12.2.1976), aus Augsburg von einem Routhier-Prozess, aus Pödeldorf, Landkreis Bamberg vom Protest gegen einen US-Schießplatz und aus Nürnberg aus dem HBV-Bereich von Aldi sowie in einer Korrespondenz über die "Jusos und 14. Strafrechtsänderungsgesetz" (SRÄ). Zum Chemical Mace bzw. der Chemischen Keule wird auch ein Leserbrief an die 'Frankfurter Rundschau' aus München dokumentiert.

Aus Duisburg wird berichtet von der Solidarität mit der PEF Türkei (vgl. 9.2.1976) sowie vom eigenen Arbeitertreff in Duisburg-Nord (vgl. 6.2.1976).
Über Klassenjustiz wird berichtet aus Oberhausen und Duisburg, aus der JVA Essen wird berichtet, dass dort Karl-Heinz Dellwo gefoltert werde. Von KHD Köln wird berichtet vom Motorenbau sowie von mit 600 Stimmen gewählten Roten Betriebsräten. Aus Witten wird berichtet von Siemens (vgl. 9.2.1976) und eine DDR-Veranstaltung angekündigt (vgl. 21.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 8, Dortmund 21.2.1976

28.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 9 (vgl. 21.2.1976, 6.3.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Prozess gegen einen Genossen aus Kempten sowie aus Nürnberg in "Entlassungsgrund: Sprachfehler" von den Städtischen Krankenanstalten über Vorschüler und Krankenpflegehilfeschüler.
Q: Roter Morgen Nr. 9, Dortmund 28.2.1976

06.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 10 (vgl. 28.2.1976, 13.3.1976) heraus. Berichtet wird vom Fischereikrieg über "Verstärkte Aktionen des isländischen Volkes".

Aus Bayern wird berichtet vom Dynamit Nobel Fürth-Prozess.

Aus Duisburg wird berichtet über Türken in der JVA Ruhrort, von ATH über die Heißbetriebe, Tieföfen, die Sinteranlage und die Schlosser sowie über die IG Metall-Vertrauensleutewahlen bei ATH Hamborn, u.a. über den eigenen 'Roten Greifer', die Schicht 586 und den Reparaturbetrieb.
Aus Witten wird berichtet von der DDR-Veranstaltung (vgl. 21.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 10, Dortmund 6.3.1976

13.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 11 (vgl. 6.3.1976, 20.3.1976) heraus. In "Werkschutz. Kampftruppe gegen die Arbeiterklasse" wird auch berichtet von BMW München.

Aus Bayern wird in "Arbeitsunfähigkeit durch Unfall - um Unfallrente betrogen" aus dem BSE-Bereich berichtet aus München. Eingeladen wird zur RM-Veranstaltung in München.

Aus dem Landkreis Wesermarsch wird berichtet vom AKW Esenshamm.

Aus Düsseldorf wird berichtet über Mannesmann-Lierenfeld (vgl. 1.3.1976) und Mannesmann-Rath (vgl. 1.3.1976).
Aus Duisburg wird berichtet von den Routhierprozessen über Polizeiterror bzw. über den ATH-Werksschutz, das 14. Kommissariat und die Polizeischule Münster sowie die Stahlindustrie in Form von ATH, Krupp und Mannesmann.
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 13.3.1976

20.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 12 (vgl. 13.3.1976, 27.3.1976) heraus.
Solidaritätsspenden kamen aus:
- Baden-Württemberg von der Roten Garde Reutlingen.
- Berlin vom Buchladen, der Roten Garde Wedding, der RM-Leserunde Wedding und der Zelle Siemens-Schaltwerk.
- Hessen vom KSB/ML Studententreff Frankfurt (vgl. 5.2.1976).

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Reutlingen-Altenburg.
- Berlin von der Roten Garde Wedding und der Zelle Siemens-Schaltwerk.
- NRW aus Dortmund.
- Schleswig-Holstein vom RMLK Kiel-Friedrichsort und dem RMLK Schleswig.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg von der Dynamit Nobel-Fürth Demonstration (vgl. 6.3.1976).

Aus Hessen wird berichtet vom KSB/ML Studententreff Frankfurt (vgl. 11.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 12, Dortmund 20.3.1976

27.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 13 (vgl. 20.3.1976, 3.4.1976) heraus. In "IGM-Betriebsräte. Retter der kapitalistischen Krisen- und Kriegswirtschaft?" wird berichtet von einem Brief der Betriebsratsvorsitzenden und -stellvertreter von u.a. Blohm & Voss Hamburg, Rheinstahl AG, MaK Kiel und Krauss-Maffei München an Bundeskanzler Schmidt.

Über JVAs wird berichtet aus Dieburg, München-Stadelheim, Duisburg-Ruhrort und Münster.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Bayern vom Buchladen München und aus Roth.

Vom AKW Wyhl wird berichtet über das 'Offenbacher Papier': "Ein Erpressungsmanöver der Landesregierung".
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 27.3.1976

03.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 14 (vgl. 27.3.1976, 10.4.1976) heraus. Über AKWs wird berichtet aus Wyhl bei Freiburg.

Aus Bayern erscheint ein Interview mit der Studiobühne Würzburg, in dem auch auf die Firma Koenig & Bauer sowie im Jahre 1973 den AStA tragende MG eingegangen wird, es wird berichtet über den in München-Stadelheim inhaftierten Sascha Haschemi und von den Roter-Morgen-Veranstaltungen in München (vgl. 26.3.1976) und auch in Nürnberg:"
Zum Abschluß der ROTEN-MORGEN-Kampagne fand in Nürnberg eine Veranstaltung zum ROTEN MORGEN statt. Es waren ca. 40 Freunde und Genossen anwesend. Der neugegründete AP-Trupp unterstützte die Veranstaltung durch revolutionäre Lieder der Arbeiterbewegung. Zum Abschluß der Veranstaltung, die bei allen Besuchern großen Anklang fand, wurden 120 DM zur Unterstützung des ROTEN MORGEN gesammelt."

Aus Hessen wird berichtet aus Darmstadt (vgl. 19.3.1976), von der JVA Dieburg und von Opel Rüsselsheim (IGM-Bereich - vgl. 23.3.1976).

Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Lierenfeld (vgl. März 1976) und über Klassenjustiz. Aus Duisburg wird berichtet über Routhierprozesse sowie die Türken in der JVA Ruhrort.
Aus Witten wird berichtet von Siemens, wo sich der 'Rote Lautsprecher' u.a. mit Frauen befasste.
Q: Roter Morgen Nr. 14, Dortmund 3.4.1976

10.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 3.4.1976, 17.4.1976) heraus. Zu Ägypten wird berichtet über den Sadat-Besuch im Artikel "Sadat in Bonn. Hände weg von Ägypten!".

Enthalten ist u.a. auch der Maiaufruf. Zitiert wird daraus u.a. in:
- NRW bei Opel Bochum (IGM-Bereich - vgl. 22.4.1976).

Spenden für die Sektion DDR kamen aus:
- Bayern von der RG-Zelle Erding, vom RMLK Nürnberg, aus Neuburg und Nördlingen.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern aus Schwabhausen (Kreis Dachau) und aus München.

Aus Bayern wird in "Keine Abschibeung der türkischen Kollegen" berichtet von Dynamit Nobel Fürth sowie aus München vom RAKT-Prozess gegen Klaus Singer.
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 10.4.1976; Zündkerze Nr. 3, Bochum Apr. 1976, S. 2f

17.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 16 (vgl. 10.4.1976, 24.4.1976) heraus.
Über Arbeitsgerichtsprozesse gegen Rote Betriebsräte wird berichtet von der AG Weser Bremen, aus Düsseldorf von den Mannesmann-Röhrenwerken, aus Witten von Siemens und aus Kiel von HDW.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus München.

Aus der Nähe von Nürnberg wird in "Polizeimanöver gegen Demonstranten" berichtet über die Bereitschaftspolizei.
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 17.4.1976

24.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 17 (vgl. 17.4.1976, 1.5.1976) heraus. Damit befasst sich auch die KPD (vgl. 28.4.1976). Im Artikel "Straßenkampfausbildung der Bundeswehr. Bürgerkriegsarmee gegen das Volk" wird auch die Kampftruppenschule 1 in Hammelburg erwähnt.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 10.4.1976). Zu Maiaktionen wird aufgerufen in München (vgl. 30.4.1976) und Nürnberg.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 24.4.1976; Rote Fahne Nr. 17, Köln 28.4.1976

01.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 18 (vgl. 24.4.1976, 8.5.1976) heraus.
Von den eigenen Zeitungen werden u.a. erwähnt aus:
- Bayern aus Erding / Freising um ''s rote Provinzblatt' der Roten Garde, Kempten 'Der Bohrer' für Rott, aus München 'Der Motor' für Südbremse, der 'Rote Anlasser' für BMW und 'Der Druckerei Arbeiter' für Bruckmann sowie 'Das revolutionäre Bündnis' des KSB/ML und 'Der rote Rechtskommentar' des KSB/ML für den Fachbereich Jura der LMU, aus Nürnberg die 'Rote Spritze' für die Städtischen Krankenanstalten und der 'Rotstift' für die Oberschulen, aus Schweinfurt 'Der Rote Sachsarbeiter' für Fichtel & Sachs und aus Würzburg 'Der Rote Lautsprecher' für Siemens und 'Die Rote Rotation' für Koenig und Bauer sowie die 'Rote Straße' für Zellerau.
- Berlin 'Der rote Schaltwerker' für das Siemens-Schaltwerk.
- NRW aus Düsseldorf 'Der rote Schraubstock' von KPD/ML und RG bei Mannesmann Rath sowie die seit dem letzten 1. Mai erstmals erschienene 'Rebellion' der RG für Mannesmann Lierenfeld, aus Duisburg um 'Der rote Greifer' für ATH Hamborn, Ruhrort und Hüttenheim sowie den 'Röhrenkieker' für Mannesmann.
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 1.5.1976

08.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 19 (vgl. 1.5.1976, 15.5.1976) heraus. In "Druckereiarbeiterstreik. Empörung über Aussperrung" wird aus dem DruPa-Bereich berichtet aus Hannover, u.a. von Madsack, und aus Mannheim, im Faksimile werden 'Der Druckerei Arbeiter' für Bruckmann München und der 'Rotdruck' für Hamburger Druckbetriebe abgebildet.

Berichtet wird auch: "Abkommen der VR China mit Ägypten. Unterstützung der arabischen Völker".

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg (vgl. 24.4.1976), aus München vom 1. Mai, vom Haschemi-Prozeß und dem RAKT-Prozeß gegen Klaus Singer.
Q: Roter Morgen Nr. 19, Dortmund 8.5.1976

15.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 20 (vgl. 8.5.1976, 22.5.1976) heraus. Im Leitartikel "Der Staat - ein Instrument der Kapitalisten. Polizeiterror gegen streikenden Druckarbeiter" wird aus dem DruPa-Bereich berichtet aus Berlin, Heilbronn, München, und Neumünster. In "Druckreiarbeiterstreik. Berichte über Polizeieinsätze" wird berichtet aus Köln, u.a. vom Druckhaus Deutz, aus München von der Verhinderung der Auslieferung des 'Münchner Merkur' und des 'Werbespiegel', aber auch vom Buchgewerbehaus (BGH) und der SZ, wo Solidarität geübt wurde.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Haschemi-Prozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 20, Dortmund 15.5.1976

22.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 21 (vgl. 15.5.1976, 29.5.1976) heraus.

Solidaritätsspenden kamen aus Brunsbüttel, aus München, u.a. von einer Veranstaltung, aus Schweinfurt und Essen. Sonstige Spenden kamen auch von der Wanderung der RG Kitzingen.

Berichtet wird über den Druckerstreik der DruPa auch aus München, u.a. von Oldenbourg und aus Kleinbetrieben. Karin Wagner befasst sich in ihrer rede gegen die Isolationshaft mit der JVA Stuttgart-Stammheim.

Aus München wird berichtet vom Haschemi-Prozess, aus Würzburg vom Routhier-Prozeß gegen die 'Rote Lehrlingsfront' (vgl. 22.4.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 22.5.1976

29.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 22 (vgl. 22.5.1976, 5.6.1976) heraus. Berichtet wird über die CPB/ML bzw. deren Zentralorgan im Artikel "'The Worker' - Britische Imperialisten raus aus Irland!".

Berichtet wird vom Druckerstreik der DruPa auch aus München von Bruckmannn, wo man den 'Druckerei Arbeiter' herausgibt, und vom Pressehaus Bayerstraße (PHB).

Aus München wird berichtet von einem Prozess gegen einen Besucher des RAKT-Prozesses gegen Klaus Kercher.
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 29.5.1976

07.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 23 (vgl. 31.5.1975, 14.6.1975) heraus.

Aus Ägypten wird berichtet über die Kritik an der SU im Artikel: "Trotz Moskaus Protesten gegen ägyptische Satire. 'Hoch lebe die Delegation!' wird wieder aufgeführt."

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg von der Maiveranstaltung der eigenen OG Freiburg und aus dem Roter Morgen Buchladen Stuttgart.
- Bayern aus Kempten und Kitzingen.
- Hessen von der Maiveranstaltung der eigenen OG Frankfurt.

Aus Bayern wird berichtet von der Roten Garde Erding über ihre Spanienveranstaltungen für die FRAP in Erding und Wasserburg, aus Aichach von einem Prozess (vgl. 11.6.1975) und aus München von einem §90a-Prozess (vgl. 23.6.1975) und einem weiteren Prozess (vgl. 11.6.1975).

Aus Hessen wird berichtet aus Rüsselsheim von der Festnahme des KPD/MLers und Referendars am Max Planck Gymnasium, Richard Droege, gegen dessen Berufsverbot (BV) sich auch seine Schüler empören. Erwähnt werden hierbei auch Lehrer aus Darmstadt. Von den Marburger Behringwerken (Hoechst) wird auf die BCG-Produktion eingegangen.

Aus Bochum wird berichtet von einem Polizeiübergriff. Aus Dortmund wird berichtet von SEL (vgl. 23.5.1975) und aus dem Bergbau sowie vom Prozess gegen W. Herzog (vgl. 11.6.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 23, Dortmund 7.6.1975

14.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 24 (vgl. 7.6.1975, 21.6.1975) heraus.

Aus Ägypten wird berichtet über die Wiedereröffnung des Suez-Kanals. Berichtet wird auch über "Die KP Indoensiens an ihrem 55. Jahrestag. 'Das revisionistische Gift zerschmettern'".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Anwendung des Paragraphen 129a in Stuttgart, über Klassenjustiz gegen Rechtsanwälte in Stuttgart, von der RHD Friedrichshafen, von einem Fußballturnier in Eriskirch (vgl. 24.5.1975), sowie vom eigenen Stützpunkt Karlsruhe (18.5.1975, 28.5.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Prozess (vgl. 23.5.1975) und aus Fürth aufgerufen zur heutigen "Demonstration in Nürnberg. Solidarität mit den verhafteten Türken".

Aus Hessen wird berichtet von den Äußerungen des MSB Spartakus zur Schule in der DDR und den eigenen Referendar Richard Droege in Rüsselsheim, für den sich die RG einsetzt.

Aus NRW wird berichtet im Artikel "Anzeige wegen Wahlbrief des Genossen Ernst Aust!", wobei auch auf ein neues Verfahren gegen Gernot Schubert eingegangen wird.
Q: Roter Morgen Nr. 24, Dortmund 14.6.1975

19.06.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 25 (vgl. 12.6.1976, 26.6.1976) heraus.

Berichtet wird auch "Indonesiens arme Stadtbevölkerung. Mit Messern und Steinen gegen die Polizei".

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg in "Nach Entlassung aus Betrieb und Schule. Lehrlinge kämpfen für ihren Schulsprecher" von der Berufsschule, aus Nürnberg von einem Prozess gegen den Verkauf der 'Roten fahne' der KPD in den Mensen der Hochschulen, aus München von Siemens über den eigenen 'Roten Lautsprecher' und die DKP, über den Prozess zum Tod von Erich Wiesneth und von einem Prozess gegen den KSB/ML:"
Freigesprochen wurde der presserechtlich Verantwortliche der KPD/ML, den der RCDS-Führer und Denunziant Günter Dörr angezeigt hatte. Dörr war in einem Flugblatt des KSB/ML als Helfershelfer der Polizei entlarvt worden, der bereits mehrmals Fotos von revolutionären Studenten ausgeliefert und schon 19 Beschwerden und Anzeigen gegen fortschrittliche Studenten gemacht hatte."
Q: Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 19.6.1976

28.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 26 (vgl. 21.6.1975, 5.7.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen über Arbeitslose und Coop, aus Stuttgart über Klassenjustiz und aus Sindelfingen über das Berufsverbot (BV) gegen Lehrer Karl Heinz Deusch (KPD/ML, früher in einer längst aufgelösten Organisation tätig), gegen das sich seine Schüler einsetzen. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Freiburg (vgl. 3.7.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus Freising und Erding (vgl. Juni 1975) sowie Aichach (vgl. 11.6.1975). Aus Würzburg heißt es:"
Mit einem Flugblatt antworteten die Partei und die Rote Garde auf ein erneutes 'Volksfest der amerikanischen Besatzertruppen. In dem Flugblatt wird entlarvt, daß solche Feste nichts als ein Köder sind, um die Wachsamkeit und die Kampfbereitschaft gegen die aggressiven Truppen des US-Imperialismus und die drohende Kriegsgefahr durch die beiden Supermächte einzuschläfern."
Aus Nürnberg wird berichtet von einer Sammlung von 20 DM für die Routhierprozesse durch Sympathisanten und Rotgardisten. Aus der JVA Niederschönfeld bei Donauwörth schreibt Hubert Lehmann.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel, von der Panzergrenadierbrigade (PGB) 13 in Wetzlar, dem Eintreten der Schüler in Rüsselsheim gegen das Berufsverbot (BV) von Richard Droege (KPD/ML) und aus Frankfurt vom Prozeß gegen Georg Schmidt (vgl. 5.6.1975).

Aus Bochum wird berichtet von einer Oman-Veranstaltung (vgl. 20.6.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 26, Dortmund 28.6.1975

05.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 28.6.1975, 12.7.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart.
- Bayern von einer Hochzeitsfeier in Haimbach-Greding und aus Kempten.
- Hessen aus der JVA Butzbach.

In "Chemieindustrie: Kurzarbeit und Rationalisierung" wird berichtet von Bayer Leverkusen und aus Frankfurt von Cassella.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Landesregierung, Rechtsanwälten in Stuttgart und aus Heidelberg von den, vom KBW geführten, Aktionen gegen die Fahrpreiserhöhungen. Aus Reutlingen wird berichtet aus einer Strickwarenfabrik und den dort beschäftigten Ausländerinnen (u.a. aus Italien). Für die GDCF Reutlingen interessiert sich auch die KPD. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Friedrichshafen (vgl. 4.7.1975).

Aus Bayern wird in "Italienischer Koch von der Polizei zusammengeschlagen" berichtet aus Nürnberg.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 21.6.1975). Die RG Marburg verteilte ein Flugblatt zum Tag der Offenen Tür in der Tannenbergkaserne.

Aus Dortmund wird berichtet von der Teilbelegschaftsversammlung im Kaltwalzwerk (KWW) der Hoesch-Westfalenhütte (vgl. 15.6.1975).

Die im heutigen RM abgedruckte Rede von Ernst Aust wird u.a. vom KB kommentiert (vgl. 22.7.1975).
Q: Arbeiterkampf Nr. 64, Hamburg 22.7.1975; Roter Morgen Nr. 27, Dortmund 5.7.1975

12.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 28 (vgl. 5.7.1975, 19.7.1975) heraus. Ein Artikel "Prozeßlawinen gegen den ROTEN MORGEN - Angriff auf die kommunistische Presse" berichtet von den Prozessen gegen Gernot Schubert und Dieter Stoll in Dortmund (vgl. 15.7.1975, 3.9.1975). In Dortmund ergingen auch Strafbefehle gegen Gernot Schubert und Karin Wagner über 900 bzw. 600 DM wegen dem Roten Morgen Nr. 42/1974 bzw. dem Artikel über den Köner Kommunistenprozeß, gegen die Einspruch eingelegt wurde.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg. Aus der GDCF Reutlingen wurden zwei Mitglieder der RG der KPD/ML ausgeschlossen. In Friedrichshafen geht die Polizei gegen den Verkauf des 'Roten Morgen' und der 'KVZ' des KBW vor, wobei einem aber zum Glück die RHD hilft.

Aus Bayern wird in "Wochenlanger Streik in Bayern. Fliesenleger gegen offenen Lohnraub" berichtet aus dem BSE-Bereich, u.a. von Lehfer & Co in Schweinfurt, und in "Türkische Kollegen werden abgeschoben. Ein Angriff auf alle ausländischen Arbeiter" von Dynamit Nobel Fürth, u.a. über die KPD. In "Giftgassalarm bei München. Statt Giftbrandbekämpfung Bürgerkriegsmanöver" wird aus dem Landkreis München berichtet aus Feldkirchen, wo bei der Hausladen KG die Explosion stattfand, aber auch aus Grub, Hausen und Landsham.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von den Fahrpreiserhöhungen und aus der JVA Darmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 28, Dortmund 12.7.1975

19.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 12.7.1975, 26.7.1975) heraus.
Solidaritätsspenden kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Karlsruhe und Lörrach.
- bayern aus dem Roter Morgen Buchladen München.
- Hessen von der eigenen OG Marburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe und über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg.

Aus Bayern wird berichtet aus Fürth in "Nach Streik bei Dynamit Nobel. Erneut 15 türkische Kollegen abgeschoben", und in "München. Kommunistischer Heimleiter entlassen" aus dem Jugendfreizeitheim Kleinhadern, dessen nachfolgerin eine bkannte DKPlerin werde, deren Anhänger in mindestens 8 von 29 JHFs in München als Erzieher tätig seien und die auch im Personalrat der JFHs zusammen mit einem 'Gewerkschaftsbonzen' die Mehrheit habe. Über prozesse wird aus München berichtet von einem gegen sechs KPD-Anhänger wegen einer Vietnamsammlung, die 5 000 DM geldstrafe erhielten, sowie gegen 5 KPD/ML-Anhänger die Flugblätter gegen die Verschleppung von Werner Lukas verteilt hatten und zu Geldstrafen zwischen 100 und 300 DM verurteilt wurden.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt vom Einsatz des Giftgases Chemical Mace durch die Polizei gegen Kinder und Sozialarbeiter des Spielplatzes Marburger Straße in Bockenheim. Gegen die Fahrpreiserhöhungen seien KPD und KPD/ML aktiv. Aus Wiesbaden wird berichtet über Klassenjustiz gegen eine Rentnerin. Eingegangen wird auch auf die JVA Darmstadt. In Marburg führte man eine Veranstaltung durch (vgl. 26.6.1975).

Berichtet wird auch "Uni Druckerei Bochum - Streik bis die Kündigung vom Tisch ist".
Aus Dortmund wird berichtet von den Roter-Morgen-Prozessen (vgl. 15.7.1975), zu denen sich auch die RHD solidarisiert. Strafbefehle erhielten Wolfgang H. über 1 125 DM wegen Verteilung eines Flugblatts zum Kölner Antifaschistenrpozess, sowie Anna und Peter Schulte über je 900 DM wegen Widerstands beim DFG/VK-Kongress in Bochum (vgl. 23.5.1974).
Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Rath über Lehrlinge und die Rote Garde-Zeitung 'Der Rote Schraubstock'.
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 19.7.1975

26.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 30 (vgl. 19.7.1975, 2.8.1975) heraus.

Spenden für die KPD/ML gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Wyhl-Veranstaltung in Freiburg, der eigenen OG Reutlingen und von einer RG-Veranstaltung in Singen.
- Bayern aus Würzburg.
- Hessen von einer Veranstaltung in Frankfurt-Sindlingen und dem RMLK Wiesbaden.

Solidaritätsspenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Konstanz und von einer Veranstaltung der OG Mannheim;
- Bayern aus Kempten, Würzburg und aus München vom Buchladen Roter Morgen.
- Hessen vom KSB/ML Darmstadt, von einer Veranstaltung der OG Frankfurt und von einer Albanienveranstaltung in Wiesbaden, aus Kassel und Wiesbaden sowie vom Diskussionskreis Marburg und vom Komitee Soldatenfaust Wetzlar.

Kambodschaspenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der eigenen OG Reutlingen, dem eigenen Sympathisantenkreis Freiburg und aus Stuttgart.
- Bayern aus Grafenrheinfeld.
- Hessen aus Kassel und Rüsselsheim.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg und Stuttgart und über Klassenjustiz in Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet über je einen §90a-Prozess wegen Günter Routhier in München (vgl. 1.8.1975) und Würzburg (vgl. 4.8.1975). Aufgerufen wird zur Haschemi-Veranstaltung in München (vgl. 26.7.1975).

Aus Hessen wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Frankfurt und die Haltung der dortigen KPD zum Prozeß gegen den 'Roten Morgen'. Berichtet wird über die JVAs Butzbach und Frankfurt-Preungesheim.

Aus Bochum wird berichtet von der RUB: "AStA kündigt Drucker". Aus Dortmund wird berichtet vom Roter-Morgen-Prozess (vgl. 15.7.1975).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über Türken in Kiel, die den Kampf bei Dynamit Nobel Fürth recht gut kannten.
Q: Roter Morgen Nr. 30, Dortmund 26.7.1975

02.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 31 (vgl. 26.7.1975, 9.8.1975) heraus. In "Das 8. schwere Bahnunglück in diesem Jahr. Profit zählt für sie mehr als Menschenleben" wird berichtet von der Strecke Hamburg-Cuxhaven, aber auch aus dem Kreis Starnberg und aus Barsinghausen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen von einem durch KPD/ML, RHD und RG verhinderten Berufsverbot (BV) gegen den Lehrer Horst Groos, wogegen das Komitee gegen die Berufsverbote 2 000 Unterschriften gesammelt habe, sowie von Klassenjustiz gegen Griechen. Aus Friedrichshafen wird berichtet von einem eigenen politischen Frühschoppen, der außer von den eigenen Genossen auch von 4 Deutschen und 2 Italienern besucht worden sei. Eingegangen wird aus Friedrichshafen auch auf Schüler und arbeitslose Ausländer. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Freiburg (vgl. 7.8.1975).

Aus Bayern wird ein RAKT-Prozess gegen Volker Nieber angekündigt für den 13.8.1975 in München und berichtet von der dortigen LMU:"
Weil er am Streik der Psychologie-Studenten gegen ihre schlechten Studienbedingungen teilgenommen hat, soll Stephan Eckert von der Universität gewiesen werden. Gegen diese drohende Relegation nahmen der KSB/ML und der KSV in einer Aktionseinheit den Kampf auf."
Der Artikel "Fortschrittliche Studenten kämpfen gegen reaktionäre Mediziner. Professor Witt muss weg!" berichtet vom Krankenhaus Harlaching sowie von der LMU über die Fachschaftsinitiative Medizin, in der neben dem KSB/ML auch der KSV aktiv ist.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel über die KPD.

Aus Bochum-Gerthe wird berichtet "Urteil im Bochumer Giftmüllprozess - 'Bewährung' für tausendfachen Mordversuch".
Aus Dortmund wird berichtet von Roter-Morgen-prozessen (vgl. 5.8.1975, 3.9.1975).
Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Rath (vgl. 5.7.1975).

In einer Beilage Nr. 1 zur Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit wird über Rote Betriebsräte berichtet u.a. aus Düsseldorf von Mannesmann Rath ('Der Rote Schraubstock').
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 2.8.1975

09.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 32 (vgl. 2.8.1975, 16.8.1975) heraus.

Berichtet wird über die Schließung einer Aktionseinheit zum Roten Antikriegstag (RAKT) zwischen KPD, KPD/ML und den ML Aachen, den ML Bochum und den Frankfurter ML (FML), die gemeinsam eine Demonstration in Frankfurt (vgl. 30.8.1975) und - nur KPD und KPD/ML - eine Kundgebung in Berlin (vgl. 1.9.1975) durchführen wollen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Arbeitslose in Friedrichshafen und über GI-Umtriebe in Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet München von der Verhaftung von Bernd Reisser in der Küche der Uniklinik und seiner Verbringung in die JVA Stadelheim.

Aus Hessen wird berichtet über Klassenjustiz in Erbach und Michelstadt im Odenwaldkreis (ODW).

Aus Schwelm wird berichtet über Rentnerinnen, Frauen, Volksschüler, jugendliche Arbeitslose und jugendliche Zwangsarbeiter auf dem Friedhof.
Q: Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 9.8.1975

16.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 33 (vgl. 9.8.1975, 23.8.1975) heraus, in der sie den Übertritt von sechs Mitgliedern des KABD aus Bremen und Tübingen (hier handelt es sich um 3 Mitglieder der KSG/ML) zur KPD/ML melden kann.

Aufgerufen wird zum RAKT in Frankfurt (vgl. 30.8.1975) und Berlin (vgl. 1.9.1975) sowie zum Kongreß der Roten Garde in Offenbach (vgl. 30.8.1975).

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Calw und Stuttgart, vom KSB/ML Reutlingen und von einer Veranstaltung in Freiburg.
- Bayern aus Dachau und aus München von der Zelle Bruckmann und vom Zeltlager der Roten Garde.
- Hessen von der RG Gießen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Berufsverbot gegen die Lehrerin Renate Groos (KPD/ML). Über Klassenjustiz wird berichtet aus Stuttgart gegen Angehörige der ehemaligen KPD/ML-ZB und aus Friedrichshafen gegen KPD/ML und KBW.

Aus Hessen wird berichtet aus Wiesbaden, wo außer einem selber auch die KPD tätig ist. Der Stützpunkt Frankfurt der RHD berichtet von Prozessen wegen der Fahrpreisaktionen des KBW.

Von Rheinstahl Brackwede wird berichtet: "Bielefeld - Gerichtsbeschluss gegen 'Die Rote Presse'".
Q: Roter Morgen Nr. 33 und 44, Dortmund 16.8.1975 bzw. 1.11.1975

23.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 34 (vgl. 16.8.1975, 30.8.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen (vgl. 5.7.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München durch einen Brief von Bernd Reisser aus der JVA Stadelheim, u.a. über einen Afghanen und Afrikaner. Aus Würzburg wird berichtet:"
Weil in der Zeitung 'Die Rote Lehrlingsfront' der Mord an Genossen Günter Routhier angeprangert wurde, verurteilte ein Würzburger Gericht den presserechtlich Verantwortlichen dieser Nummer und einen Genossen, der sie angeblich verteilt haben soll, zu je 900 DM Geldstrafe. Außerdem wurde die Beschlagnahmung der eingezogenen Exemplare der Lehrlingszeitung angeordnet. Zum Prozeß waren 50 Zuschauer gekommen. Die Partei hat vor und nach dem Prozeß ein Flugblatt verteilt."
Aus Augsburg wird berichtet vom Berufsverbot gegen RA Gildemeier:"
Gegen Rechtsanwalt Gildemeier, Mitglied des Zentralvorstands der 'Roten Hilfe' und Kandidat der GRF (KPD) verfaßte die Staatsanwaltschaft München eine Anschuldigungsschrift, in dem ihm seine Mitgliedschaft in der GRF vorgeworfen wird und stellte gleichzeitig einen Antrag auf Berufs- und Vertretungsverbot."

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt über städtische Arbeiter und Kinder in Innenstadt und Bockenheim, wobei auch Bezug auf Wyhl genommen wird. Erwähnt wird auch die RHD Darmstadt.

Eingegangen wird auch auf die in Wiesbaden ansässige Europäische Arbeiterpartei (EAP), deren Wurzeln in den USA bei der Progressive Labour Party (PLP) USA und der, dem Vereinigten Sekretariat (VS) der Vierten Internationale freundschaftlich verbundenen, Socialist Workers Party (SWP) USA gesucht werden.
Q: Roter Morgen Nr. 34, Dortmund 23.8.1975

30.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 35 (vgl. 23.8.1975, 6.9.1975) heraus.

In einem 'Roter Morgen' Prozeß geht es u.a. um die Begrüssung der RAF-Bomben in den US Headquarters in Frankfurt und Heidelberg.

Aus Bayern wird berichtet aus München aus dem NGG-Bereich in "Kurzarbeit - kein Geld vom Arbeitsamt" vom Zweigwerk Allach der Diamalt AG. Eine Korrrespondenz schildert eine anklage wegen der §218-Protestaktion gegen Kardinal Döpfner (vgl. 2.6.1973). Erwähnung findet auch Dynamit Nobel Fürth. In "Senatsdirektor verübt Mordversuch" heisst es auch:"
Ein Nürnberger Landgerichtsdirketor wurde freigesprochen nachdem er einen Verkehrsunfall verursacht hat, bei dem vier Menschen verletzt wurden, wegen 'vorübergehender Bewußtlosigkeit'".

Aus Hessen wird berichtet aus Gießen (vgl. 21.8.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 35, Dortmund 30.8.1975

06.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 36 (vgl. 30.8.1975, 13.9.1975) heraus. Im Artikel aus dem GdED-Bereich zur Deutschen Bundesbahn (DB): "Entlassungen und Stillegungen bei der Bahn" findet auch das Bahnunglück in Warngau Erwähnung. Es erscheint auch ein Interview mit Sascha Haschemi, der im Untergrund lebt.

Eingegangen wird im Artikel "Erhöhung der Rentabilität heißt Steigerung des Profits. Jetzt sollen zwei für vier arbeiten" auch auf Hoechst Frankfurt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Heilbronn über Insassen und (jugendliche) Beschäftigte eines Altersheims sowie die RAF in Stuttgart-Stammheim.

Aus Hamburg wird berichtet über Altona sowie über Polizeiterror, u.a. in Harburg und im Polizeipräsidium.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von der Demonstration zum Roten Antikriegstag (RAKT) (vgl. 30.8.1975) und dem Kongreß der RG in Offenbach (vgl. 30.8.1975).

Aus Duisburg wird berichtet von Mannesmann, u.a. über die Schweißstrecke und die Walzstraße 4 sowie über Klassenjustiz, die auch die KPD in Düsseldorf und Duisburg traf.
Q: Roter Morgen Nr. 36, Dortmund 6.9.1975

13.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 37 (vgl. 6.9.1975, 20.9.1975) heraus.

Berichtet wird über die Demonstrationen für die 5 vom Todesurteil in Spanien bedrohten Anhänger der FRAP, die in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München stattfanden (vgl. 6.9.1975), sowie über die Veranstaltung in Berlin (vgl. 5.9.1975).

Eingegangen wird erneut auf den Roten Antikriegstag (RAKT) in Frankfurt (vgl. 30.8.1975). Sowohl hierzu, als auch zum Paragraph 218, wo er mit seinem Volksentscheid die Aktionseinheit mit GIM, DKP und SPD suche, wird auf den KBW eingegangen, wobei Vorgänge bei Hoesch Dortmund und in Bad Kreuznach sowie die 'KVZ-OBL' Frankfurt Erwähnung finden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Gründung der Roten Garde (RG) Ravensburg. Auf der Gründungsveranstaltung hätten sich unter den 25 Leuten zahlreiche KBWler befunden.

Aus Bayern wird berichtet über die Verlegung von Bernd Reisser in die JVA Ebrach.
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 13.9.1975

20.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 13.9.1975, 27.9.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der eigenen OG Friedrichshafen, aus Heidelberg, Stuttgart, Freiburg und aus dem Parteibüro Mannheim.
- Bayern aus München, u.a. vom KSB/ML München.
- Hessen aus Frankfurt, Marburg (vgl. 8.8.1975) und Gießen sowie von der RG Wiesbaden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Kampf gegen die (US-) Rauschgiftdealer (Haschisch) in Böblingen, wo ein Jungarbeiter Dealer verprügelte und daraufhin ein Mordanschlag auf KPD/MLer erfolgt sei. Die örtliche RG ist u.a. an der Berufsschule tätig, eingegangen wird auch auf IBM Sindelfingen.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 3.9.1975) sowie von Peter Bayer über die Solidarität, die er u.a. aus seinem Heimatort Greding, Landkreis Roth, erfahre. In "Verschärfte Haftbedingungen für unseren Genossen. Sofortige Aufhebung der Isolation von Hubert Lehmann!" wird berichtet aus der JVA Niederschönenfeld bei Donauwörth. Die KPD/ML und die RHD München kämpfen gegen die Isolationshaft.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel (vgl. 1.9.1975) und über die Solidarität mit der FRAP Spanien in Frankfurt. Von der Klassenjustiz betroffen seien Professoren und Studenten (u.a. von der KPD) aus Frankfurt wegen Günther Routhier, sie schlägt aber auch in Marburg zu (vgl. 4.9.1975). Erwähnt wird auch die JVA Schwalmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 20.9.1975

27.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 39 (vgl. 20.9.1975, 4.10.1975) heraus.

Zur Bombe im Hamburger Hauptbahnhof, die angeblich von der RAF stammt, wird festgehalten, daß man derlei Anschläge nicht billigen kann, im Gegensatz z.B. zu den nützlichen Aktionen der RAF gegen die US Headquarters in Frankfurt und Heidelberg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die FRAP-Spanien Solidarität mit einer Demonstration in Heidelberg (200 Personen) sowie Kundgebungen in Mannheim und Friedrichshafen. Bekanntgegeben wird die Gründung der RG Eriskirch (vgl. 3.9.1975). Bei John Deere Mannheim (7 500 Besch.) ist auch die SDAJ der DKP tätig. Eingegangen wird auch auf die Schwäbische Alb.

Aus Bayern wird berichtet aus München über die Zerstörung des spanischen Fremdenverkehrsamtes, aus Augsburg von einem §218-Prozess gegen eine Mitarbeiterin von Pro Familia und aus Kempten von einem Prozess gegen die KPD/ML (vgl. 10.9.1975).

Aus Hessen wird berichtet über die FRAP-Spanien-Solidarität in Frankfurt und den Besuch von Soares (Portugal). Eingegangen wird auch auf die Frankfurter Günther Routhier Prozesse sowie auf die JVAs Darmstadt und Schwalmstadt und auf Kassel.
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 27.9.1975

04.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 27.9.1975, 11.10.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom AKW Wyhl und die Jugendlichen im Ballett des Staatstheaters Karlsruhe. Die FRAP behauptet, der Anschlag auf das US Headquarter in Heidelberg sei nicht von der RAF verübt worden (?). Gegen die FRAP-Prozesse in Spanien fanden Demonstrationen statt in Freiburg (KPD und KPD/ML) und Karlsruhe.

Aus Bayern wird berichtet von der Spaniensolidarität über eine Demonstration in München, eine Kundgebung in Kitzingen und 180 verkaufte Postkarten in Würzburg. Berichtet wird auch aus Fürth:"
Zwei Genossen hatten dem wegen seiner Teilnahme am Streik der türkischen Arbeiter bei Dynamit Nobel inhaftierten türkischen Kollegen Tarhan regelmäßig geschrieben und ihm den ROTEN MORGEN geschickt. Gegen beide Genossen wurde jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen 'übler Nachrede' u. a. eingeleitet. Außerdem erhielten sie eine Benachrichtigung, daß insgesamt 8 Nummern des ROTEN MORGEN, 4 Nummern der 'Roten Fahne' und 2 Nummern der ROTEN GARDE beschlagnahmt wurden."

Aus Hessen wird berichtet vom AKW Biblis, aus Kassel (vgl. 12.9.1975, 18.9.1975), von der FRAP-Spanien-Solidarität in Frankfurt und über Klassenjustiz in Darmstadt.

Aus Düsseldorf wird berichtet vom 'UZ'-Pressefest der DKP im Mannesmannviertel Rath. Als KPD und KPD/ML den Stand der EAP angriffen habe die DKP diesen verteidigt, der Stand der KPD/ML sei unbehelligt geblieben. Berichtet wird in diesem Zusammenhang auch von Mannesmannkollegen sowie der Arbeit der Roten Garde an der Berufsschule.
Aus Hückelhoven wird berichtet über die Zeche Sophia Jacoba u.a. aus dem Untertagebereich und aus Wassenberg-Bergmannssiedlung.
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 4.10.1975

11.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 41 (vgl. 4.10.1975, 18.10.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg vom Buchladen Roter Morgen Stuttgart.
- Bayern aus München und von Sympathisanten in Kitzingen.

Berichtet wird auch "10 Jahre faschistische Diktatur in Indonesien. Heroischer bewaffneter Kampf der indonesischen Kommunisten".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Gesellschaft für Kernforschung (GFK) Karlsruhe und die RAF in Stuttgart-Stammheim. In Stuttgart besuchten ca. 80 eine China-Filmveranstaltung.

Aus Hessen wird berichtet über die FRAP-Solidarität in Kassel (vgl. 27.9.1975) sowie aus den JVAs Darmstadt und Dieburg.
Q: Roter Morgen Nr. 41, Dortmund 11.10.1975

18.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 42 (vgl. 11.10.1975, 25.10.1975) heraus.

Spanien-Spenden gingen ein aus Bayern vom Stammtisch Kitzingen, aus Spanien und aus Kiel von KSB/ML und Rote Garde West.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus Würzburg.

Spenden für politisch Verfolgte gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Karlsruhe, vom KSB/ML und der OG Reutlingen sowie der OG Freiburg;
- Bayern von Veranstaltungen in Kempten und München (vgl. 2.7.1975) sowie aus Nürnberg.
- Hessen von der OG Kassel, einer Veranstaltung in Frankfurt, der Frankfurter Abschiedsveranstaltung für Heinz Baron und der RG Cassella Frankfurt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Internationalen Bootsausstellung in Friedrichshafen und der Spaniendemonstration in Karlsruhe (vgl. 2.10.1975).

Aus Bayern wird berichtet über die Verlegung von Hubert Lehmann in die JugendJVA Aichach und von Bernd Reisser in der JVA Ebrach.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel von Hanomag und der Klassenjustiz (vgl. 29.9.1975) und von der Buchmesse in Frankfurt, auf der auch die KPD/ML-nahen Verlage Gesellschaft für die Verbreitung des wissenschaftlichen Sozialismus (GEWISO), der Rotfrontverlag Kiel und der Verlag Kommunistische Texte (VKT) Münster vertreten sind, was, im Gegensatz zum Spanienstand, gern gesehen wird. Die RHD OG Marburg führte eine Kundgebung vor der JVA Schwalmstadt durch. Erwähnt werden auch die JVAs Darmstadt und Dieburg.
Q: Roter Morgen Nr. 42, Dortmund 18.10.1975

25.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 43 (vgl. 18.10.1975, 1.11.1975) heraus und berichtet über Laos und die SEATO, aber auch: "Island. Raubfischerei der westdeutschen Imperialisten".

Spenden für Vietnam und Kambodscha gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Veranstaltung in Mannheim, den Maiveranstaltungen in Reutlingen und Karlsruhe, von der RG Singen und aus Stuttgart, Mannheim und Immenstadt;
- Bayern aus Kempten, Kitzingen und München.
- Hessen aus Darmstadt vom KSB/ML und dem Sympathisantenkreis der KPD/ML;
- NRW aus Bochum, Dortmund, vom Stammtisch der Mannesmannzelle Duisburg, vom KSB/ML Bochum, vom Kollegentreff an der Uniklinik Münster.

Aus dem CPK-Bereich wird in "Enka Glanzstoff. Massenentlassungen und Stillegungen geplant" berichtet über die Werke Wuppertal-Barmen, Waldniel und Obernburg sowie in Belgien und den Niederlanden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Spaniendemonstration in Friedrichshafen (vgl. 11.10.1975). In Karlsruhe sei vor kurzem eine Rote Garde (RG) gegründet worden, die bereits eine Veranstaltung mit 14 Leuten durchführte. Berichtet wird auch aus einer Druckerei in Stuttgart. Die RG Singen verteilte ein Flugblatt zur Entlassung des Roten Betriebsrates Bernd Baasch bei der Firma Allweiler in Radolfzell. Eingegangen wird auch auf den Kampf der Bauern und Winzer des Kaiserstuhls gegen das AKW Wyhl bei Freiburg.

Aus Bayern wird berichtet aus München über die Spanienkundgebung (vgl. 30.9.1975) und in "Brief des Ausländeramtes bestätigt. Sascha soll abgeschoben werden" über Sascha Haschemi sowie in "Freispruich in der nächsten Instanz ist sicher. Polizeimörder erhielt 9 Monate auf Bewährung" vom Tod von Erich Wiesneth. In "Schuld ist einzig und allein der kapitalistische Staat. Todesursache: 'Herzversagen nach Tablettenvergiftung'" wird berichtet von den Städtischen Krankenanstalten Nürnberg. Aus Würzburg wird berichtet von Prozessen wegen dem Büchertischverbot an der Uni gegen 2 KSB/MLer und 3 KSVler.

Aus Hessen wird berichtet von der Spaniendemonstration in Kassel (vgl. 4.10.1975) und der Frankfurter Buchmesse, wo man selbst gegen die Stände Spaniens und der SU protestierte.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Schortens:"
Heidmühle
Am 5. und 12.10. fanden die beiden ersten beiden Jugendtreffs der Roten Garde in Heidmühle statt. Auf den beiden treffen wurden über 100 DM für die FRAP gesammelt und eine Resolution gegen die Ermordung der spanischen Genossen verabschiedet."

Berichtet wird aus NRW über die Metro-Supermärkte (HBV-Bereich) in Dortmund, Duisburg und Mülheim sowie die im Juli 1975 stillgelegten und der Metro angeschlossenen Intra-Supermärkte in Dortmund und Duisburg.

Aus Düsseldorf wird berichtet von einer Spanienkundgebung (vgl. 3.10.1975), aus Duisburg wird berichtet von Klassenjustiz bei Mannesmann und vom Prozeß gegen Beate Kohnke. Aus Bochum wird berichtet über Großbetriebe und einen Prozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 43, Dortmund 25.10.1975

01.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 44 (vgl. 25.10.1975, 8.11.1975) heraus. Zu einem Artikel "Bundeskongreß des MSB Spartakus. Auszeichnung für Kampf gegen 'Maoisten'" finden sich die Titelblätter von 'Das revolutionäre Bündnis' München und Würzburg, der 'Rote Poststudent' von der Posthochschule Dieburg und 'Der rote Ingenieurstudent' vermutlich von der TFH Berlin.

Spenden für verschiedene Zwecke gingen ein aus:
- Baden-Württemberg vom Landesverband der RG, einem Lehrlingswochenende der RG Reutlingen und einem Arbeiterstammtisch in Karlsruhe (vgl. 27.8.1975).
- Bayern aus Holzolling, Kreis Miesbach, aus Nürnberg und aus München, u.a. vom Zeltlager der Roten Garde.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der RG Heidenheim, der Pfingstfreizeit in Karlsruhe (vgl. 18.5.1975) sowie von Veranstaltungen in Mannheim und Karlsruhe.
- Bayern aus Selb und Würzburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Manöver bei Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Heilbronn. In Karlsruhe verteilte man ein Flugblatt für die Mieter der Volkswohnung in Oberreut-Feldlage. Erneut berichtet wird von der Spaniensolidarität in Ravensburg (vgl. 11.10.1975). In Tübingen, wo ja bereits drei KSG/ML-Mitglieder vom KABD zur KPD/ML übertraten (vgl. 16.8.1975), schloß sich noch ein ehemaliges KSG/ML-Mitglied dem KSB/ML an. Auf einer Veranstaltung des KSB/ML hätten gar ca. 50 KSG/MLer der Resolution des KSB/ML zum Roten Antikriegstag (RAKT) zugestimmt. Eingegangen wird auch auf die Isolationshaft der RAF in der JVA Stuttgart-Stammheim.

Aus Bayern wird berichtet von Siemens Würzburg (vgl. Okt. 1975) sowie aus München von einem Prozeß gegen einen Verwaltungsansgestellten, der sich für Kriegsdienstverweigerer (KDV) eingesetzt hatte. Berichtet wird auch über Sascha Haschemi.
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 1.11.1975

08.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 45 (vgl. 1.11.1975, 15.11.1975) heraus.

Spenden für Kambodscha gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der Maiveranstaltung in Mannheim bzw. Ludwigshafen-Oppau (vgl. 1.5.1975);
- Bayern aus München
- Hessen von einer Veranstaltung der Zelle Hoechst der OG Frankfurt, dem KSV der KPD aus Marburg und aus Hanau.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart;
- Hessen von der RG Wiesbaden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Daimler Sindelfingen.

Aus Bayern wird berichtet aus München über Sascha Haschemi und die Rote Garde sowie aus Augsburg über Rechtsanwalt Gildemeier von der KPD.

Aus Hessen wird berichtet von der Uni Frankfurt (vgl. 23.10.1975), aus Stadt Allendorf (vgl. 29.9.1975) und aus Marburg (vgl. 10.10.1975).

Aus Dortmund berichtet eine Beschäftigte der DEKRA.
Aus Duisburg wird berichtet vom Routhier-Prozess gegen die Professoren der KPD, gegen den die KPD gegenüber dem Gericht, vor Karstadt eine Kundgebung mit 150 bis 200 Leuten durchgeführt habe, die von der Polizei überfallen wurde.
Aus Witten wird berichtet von Siemens über eine Jugendvertreterin und die Rote Betriebsrätin Annette Schnorr sowie den eigenen 'Roter Lautsprecher', von dem ein Extrablatt zur Betriebsversammlung erschien.
Q: Roter Morgen Nr. 45, Dortmund 8.11.1975

15.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 46 (vgl. 8.11.1975, 22.11.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Ludwigsburg vom Streik bei Hüller wegen dem Weihnachtsgeld und vom Bodensee von den Fährhäfen Konstanz, Staad und Meersburg sowie vom LKA Stuttgart. In den Mieterkonflikt in der Volkswohnung in Karlsruhe-Oberreut-Feldlage greift neben KPD/ML und RG auch die DKP ein.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der Haschemie-Solidarität (vgl. 8.11.1975).

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt, wo der eigene KSB/ML und der KSV der KPD ein gemeinsames Flugblatt gegen das Berufsverbot (BV) gegen den Professor Schneider der KPD verteilten. Aus Bad Vilbel wird in "Schorsch Schmidt im Gefängnis. Marianne Schmidt droht Entlassung" berichtet von einer Referendarin an der Schule für Lernbehinderte, erwähnt werden dabei auch Hoechst Frankfurt, die Klassenjustiz in Frankfurt und die JVAs Schwalmstadt und Dieburg. In Viernheim (Kreis Bergstraße) streikten 410 beim Autozulieferer Walker um ihr Weihnachtsgeld.

Von der Stahltarifrunde (STR) wird berichtet von MM Duisburg, ATH Duisburg, Rheinstahl Duisburg-Meiderich, der IGM-Ortsverwaltung Duisburg, Hoesch Dortmund, u.a. von der Westfalenhütte, und von Krupp Bochum. Aus Bochum wird berichtet von einem zweitägigen Streik bei Dr. C. Otto und Company Ziegel, aus Dortmund von einem erfolgreichen Streik bei Pohlschröder gegen die Kürzung des Weihnachtsgelds. Aus Köln-Nippes wird berichtet über Frauen und einen versuchten 'Polizeimord'.
Aus Krefeld wird berichtet von der Gründung der RG Krefeld (vgl. 31.10.1975), aus Dortmund über die Fahrpreiserhöhungen, gegen die nicht nur die Rote Garde u.a. in Scharnhorst auftritt, sondern auch der KBW. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Bonn über DFG und VK, aus Bielefeld, Gelsenkirchen, aus Köln von PEF Türkeiprozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 46, Dortmund 15.11.1975

22.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 47 (vgl. 15.11.1975, 29.11.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung angekündigt in Friedrichshafen (vgl. 30.11.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus Passau über einen Prozess wegen Kirchenkritik. Eingeladen wird zur Albanienveranstaltung in Nürnberg (vgl. 29.11.1975).

Aus Hessen wird berichtet von der Uni Marburg, an der neben dem eigenen KSB/ML auch der KSV der KPD und der MSB Spartakus der DKP tätig sind. Eingegangen wird auch die Putzfrauen bei der LVA Hessen. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Rüsselsheim (vgl. 7.12.1975).

Aus NRW wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM von ATH Duisburg und ATH Bahn- und Hafen Duisburg, von den ESW Bochum, den Stahlwerken Bochum, Thyssen Niederrhein (TN), Krupp (FKH) Rheinhausen.
Aus Brackwede wird berichtet von den Möllerwerken über die Rote Garde, deren Arbeitertreff, über Laborhelfer und die Keilriemenproduktion. Aus Dortmund-Rahm wird berichtet vom Bauspielplatz über Kinder und Betreuer.
Aus Duisburg wird berichtet vom Hanfried Brenner Prozess, aus Münster von H. Baron, u.a. über die JVA Dortmund. Von KHD Köln wird berichtet über das eigene 'Schwungrad', das sich mit den Angestellten in der Großmotorenkonstruktion befaßte. Von Siemens Witten wird berichtet über die Rote Betriebsrätin und die Mattenlegerei. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Münster sowie aus Bonn über den VK.
Q: Roter Morgen Nr. 47, Dortmund 22.11.1975

29.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 22.11.1975, 6.12.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe, wo die Mieter kämpfen und auch die Klassenjustiz zuschlägt, und über das Berufsverbot (BV) gegen Horst Groos in Sondelfingen bei Reutlingen, gegen das sich die Schüler und das Komitee gegen die Berufsverbote Reutlingen einsetzen sowie die Personalversammlungen der Lehrer in Reutlingen und Tübingen aussprachen. Die KPD/ML gab dazu ein Flugblatt heraus.

Aus Bayern wird berichtet vom Unfall im AKW Gundremmingen. Mit Sascha Haschemi solidarisierte sich auch der AStA der Hochschule für Politik (HfP) München.

Aus Bremen wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM bei Klöckner über Arbeiter, Angestellte sowie Lehrlinge und über ein Extra des eigenen 'Angriff' (vgl. 17.11.1973).

Aus Hessen wird berichtet von der Solidarität des AStA der FHS Darmstadt mit Sascha Haschemi sowie über Klassenjustiz in Darmstadt.

Aus NRW wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM über den eigenen 'Roten Greifer' bei ATH Duisburg-Hamborn, Ruhrort und Meiderich, den eigenen 'Röhrenkieker' bei Mannesmann Duisburg-Huckingen, die 'Stählerne Faust' bei Hoesch Dortmund, den 'Hammerschlag' bei Krupp Bochum und von den Stahlwerken Bochum (SWB).

Berichtet wird auch aus Halle / Werther (vgl. 13.10.1975), aus Bochum von der Ruhruniversität Bochum über die Arbeiter in der Feinmechanischen Werkstatt, die Abteilung Wissenschaft und Forschung der ÖTV und die ÖTV-Jugend Bochum-Wattenscheid, aus Essen von einer Zeche (IGBE-Bereich) über Unter- und Übertagebereich sowie die Kohlenschrämmer.
Die Zelle Blumenthal Recklinghausen berichtet über den Untertagebereich, die Busfahrer und die DKP.
Über Klassenjustiz wird berichtet von Opel Bochum, aus dem Gefängniskrankenhaus Bochum, aus Dortmund und Hamm sowie von Siemens Witten.
Q: Roter Morgen Nr. 48, Dortmund 29.11.1975

06.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 49 (vgl. 29.11.1975, 13.12.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus dem Parteibüro Mannheim.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der RG Karlsruhe über Jungarbeiter allgemein und bei Heinkel Maschinen- und Apparatebau im Besonderen. Bei Coop Schwaben in Stuttgart verteilte die KPD/ML ein Flugblatt zur Betriebsversammlung, in dem u.a. auf die Coop Bäckereien in Reutlingen (bereits geschlossen) und Ludwigsburg eingegangen wird. Die RG Sindelfingen konnte ein ehemaliges Mitglied der MLSG Böblingen/Sindelfingen des KABD rekrutieren (vgl. 13.11.1975). Erwähnt wird auch die eigene OG Mannheim/Ludwigshafen. Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz soll demonstriert werden in Stuttgart (vgl. 13.12.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München von Sascha Haschemi, wobei auch auf seine Lehre als Maschinenbauer bei Hurth eingegangen wird, aber auch in "Erneuter Polizeimord in München: Jugendlicher von hinten erschossen" über Christian Tatzko.

Aus Hessen wird eingegangen auf die JVA Darmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 6.12.1975

13.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 6.12.1975, 20.12.1975) heraus.

Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz wird heute gemeinsam von KPD und KPD/ML demonstriert in Berlin, Hamburg, Dortmund und Stuttgart. Die Verlagsinitiative dagegen ist u.a. in Frankfurt tätig. Aus dem GdED-Bereich wird in "60 000 Entlassungen bei der Bahn geplant" berichtet von der Deutschen Bundesbahn (DB), u.a. über die 300 Streckenarbeiter auf der Strecke Hannover - Würzburg, von denen nach Aussage des DB-Präsidenten 270 entlassen werden könnten.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der RG Singen/Radolfzell (vgl. 27.11.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München über Sascha Haschemi (vgl. 6.12.1975) sowie über einen Prozess wegen Widerstands während eines Prozesses gegen eine Soldatenzeitung bei der Bundeswehr.

Aus Hessen wird berichtet vom Textilbetrieb Eles Bleidenstadt (GTB OV Frankfurt) und dem eigenen KSB/ML an der Uni Marburg.

Über Klassenjustiz wird berichtet aus Duisburg über den eigenen 'Röhrenkieker' bei Mannesmann, aus Gelsenkirchen von der u.a. bei der Firma Matheisen aktiven Roten Garde, der Berufsschule und dem Gymnasium, welches nahe dem Gericht gelegen.
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 13.12.1975

20.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 51 (vgl. 13.12.1975, 27.12.1975) heraus.

Von den Demonstrationen von KPD und KPD/ML gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz am 13.12.1975 in Berlin, Hamburg, Dortmund, Stuttgart und München wird kundgetan, daß sich daran insgesamt mehrere tausend Personen beteiligten.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom KSB/ML an der Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen, wo auch der MSB Spartakus der DKP vertreten ist nd aus einem Mannheimer Betrieb, in dem u.a. Türken arbeiten.

Aus Bayern wird berichtet aus München von Bruckmann mit Hilfe des eigenen 'Der Druckerei Arbeiter' in "Mandruck vor der Auflösung" und in "RM 25/74 im Laden ausgehängt. 7 Monate wegen eines ROTEN MORGEN" vom Prozess gegen Rainer Junck vom eigenen Buchladen sowie aus Schweinfurt von F&S in "Fichtel und Sachs. Arbeiter werden wie Sklaven verschachert" vom Verkauf von 74% der Aktien an GKN und durch einen Brief von Hubert Lehmann aus der JVA Aichach.

Aus Hessen wird berichtet aus den JVAs Butzbach und Dieburg und in "Giftmüllprozeß in Hessen. Plaumann ist nur ein kleiner Fisch" über die Spedition Plaumann in Hanau, die Giftmüll u.a. für Hoechst u.a. auf die Deponie Eisert in Großkrotzenburg transportiert.
Q: Roter Morgen Nr. 51, Dortmund 20.12.1975

27.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 52 (vgl. 20.12.1975, 3.1.1976) heraus.

Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz sprachen sich aus in:
- Baden-Württemberg die Teilnehmer einer gemeinsamen Kundgebung von KSB/ML und KSV der KPD in der Uni Freiburg sowie Verlage in Heidelberg.
- Bayern in München die Fachschaft Architektur an der TU, die Internationale Buchhandlung und der Verlag 20. Mai sowie in Würzburg die Studiobühne.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Stuttgart (vgl. 13.12.1975), vom RMLK an der Uni Tübingen über die CARP, aus Karlsruhe von einem Kronenkorkenbetrieb, von der RG Leutkirch über Rentner. Eine Veranstaltung wird angekündigt für Reutlingen (vgl. 7.1.1976).

Aus Bayern wird berichtet aus München über Lehrlinge bei Südbremse mit Hilfe des eigenen 'Motor'. Angekündigt wird der RAKT-Prozess gegen Klaus Kercher. In "Bürgermedaille für Völkermörder" wird aus Fürth berichtet über die Ehrung von Henry Kissinger. In "Nato: Herr in fremden Häusern" wird berichtet über Bundeswehrmanöver von einem Soldaten aus dem Raum Würzburg.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt u.a. vom eigenen 'Roten Kessel' bei Cassella und von Studenten für das Höhere Lehramt in Marburg.
Q: Roter Morgen Nr. 52, Dortmund 27.12.1975

03.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 1 (vgl. 27.12.1975, 10.1.1976) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen:
- aus Bayern aus München, Nürnberg und Würzburg-Oberdürrbach sowie vom Landesverband.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg aus dem Großhandel für Schaufensterfiguren über dessen Kunden in "Polizei übt Kopfschuss".

Aus Düsseldorf wird berichtet über 'Der rote Schraubstock', die Betriebszeitung der KPD/ML und der RG bei Mannesmann-Rath und den dortigen Roten Betriebsrat, von KHD Köln über das 'Schwungrad' (vgl. Apr. 1975).

Mit der "Grußadresse des ZK der KPD/ML zum 57. Jahrestag der Gründung der KPD, zum 7. Jahrestag der Gründung der KPD/ML und zum Neuen Jahr" befaßt sich auch die KPD (vgl. 7.1.1976, 14.1.1976). Hingewiesen wird von der KPD u.a. auf die Widersprüche dieses Textes mit der Gründungserklärung der KPD/ML-Sektion DDR (vgl. 2.2.1976). Von den Folgen (vgl. 3.1.1976) berichtet die KPD u.a. aus Baden-Württemberg aus Tübingen und aus Niedersachsen aus Braunschweig.
Quellen: Roter Morgen Nr. 1, Dortmund 3.1.1976; Rote Fahne Nr. 1, 2, 4 und 9, Köln 7.1.1976, 14.1.1976, 28.1.1976 bzw. 3.3.1976, S. *, S. *. S.6 bzw. S.10

10.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 2 (vgl. 3.1.1976, 17.1.1976) heraus.

In "Schikanen gegen politische Gefangene. Weihnachtsurlaub am 22.12. gestrichen" wird berichtet aus den JVAs Aichach, Dieburg, Ebrach, München-Stadelheim und Münster.

Aus Duisburg wird berichtet von der ATH und deren Betriebsratsvorsitzenden Weihs.
Q: Roter Morgen Nr. 2, Dortmund 10.1.1976

17.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 3 (vgl. 10.1.1976, 24.1.1976) heraus.

Die Initiative von Verlegern, Buchhändlern und Kulturschaffenden gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz (SRÄ) wird u.a. unterstützt aus:
- Bayern vom Landesverband der Deutschen Jungdemorkaten (SDJD - Judos der FDP) sowie aus München von der Buchhandlung Basis, von EPOG und dem Münchner Rationaltheater.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern aus Kitzingen von einer Tombola.

Solidaritätsspenden kamen aus:
- Bayern aus Durach (Oberallgäu) und Würzburg.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der RHD-Solidarität für Klaus Kercher und in "Hof. Ein Monat Gefängnis" über eine Haftstrafe in der Jugendvollzugsanstalt Bamberg für ein Günter Routhier Flugblatt.

Über Klassenjustiz wird berichtet aus Düsseldorf, Essen, Köln und Münster.

U.a. wird Stellung genommen zu den Vorwürfen der KPD wegen der eigenen "Grußadresse" (vgl. 3.1.1976).

Aus Norddeutschland wird berichtet von der Sturmflut (vgl. 3.1.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 3, Dortmund 17.1.1976; Rote Fahne Nr. 5, Köln 4.2.1976, S. 6

24.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 4 (vgl. 17.1.1976, 31.1.1976) heraus. Gegen die Raubfischerei wird gefordert: "Britische Piraten raus aus Islands Gewässern".

Spanienspenden kamen aus:
- Bayern von der Roten Garde Erding, aus Kitzingen und Schweinfurt.

Im Bericht über DEMAG Kalldorf wird die teilweise Verlagerung der Maschinen nach Nürnberg erwähnt. Aus München wird von einem Freispruch in einem Routhier-Prozess berichtet.

Aus Duisburg wird berichtet über Klassernjustiz sowie von Mannesmann Huckingen (vgl. Feb. 1974, Dez. 1975).

U.a. wird Stellung genommen zu den Vorwürfen der KPD wegen der eigenen "Grußadresse" (vgl. 3.1.1976).
Q: Rote Fahne Nr. 5, Köln 4.2.1976, S. 6; Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 24.1.1976

31.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 5 (vgl. 24.1.1976, 7.2.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg von der Iransolidarität sowie aus der JVA Ebrach.
Q: Roter Morgen Nr. 5, Dortmund 31.1.1976

11.02.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 4.2.1977, 18.2.1977) Nr. 6 heraus, der sich mit ihrem Dritten Parteitag befasst. Von diesem berichtet auch ein Maurer aus München.
Q: Roter Morgen Nr. 6, Dortmund 11.2.1977

14.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 7 (vgl. 7.2.1976, 21.2.1976) heraus.
Spenden für den RM kamen aus:
- Bayern aus München und Nördlingen.
- Berlin von der Roten Garde und von der Zelle Siemens Schaltwerk.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern von der RG Kitzingen.

Zur Gründung der Sektion DDR kommen Grüße u.a. von der Sympathisantengruppe Herne, die vorher mit der KPD sympathisierte sowie aus der JVA Münster von Heinz Baron.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 29.1.1976) sowie aus Greding.
Q: Roter Morgen Nr. 7, Dortmund 14.2.1976

21.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 8 (vgl. 14.2.1976, 28.2.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 12.2.1976), aus Augsburg von einem Routhier-Prozess, aus Pödeldorf, Landkreis Bamberg vom Protest gegen einen US-Schießplatz und aus Nürnberg aus dem HBV-Bereich von Aldi sowie in einer Korrespondenz über die "Jusos und 14. Strafrechtsänderungsgesetz" (SRÄ). Zum Chemical Mace bzw. der Chemischen Keule wird auch ein Leserbrief an die 'Frankfurter Rundschau' aus München dokumentiert.

Aus Duisburg wird berichtet von der Solidarität mit der PEF Türkei (vgl. 9.2.1976) sowie vom eigenen Arbeitertreff in Duisburg-Nord (vgl. 6.2.1976).
Über Klassenjustiz wird berichtet aus Oberhausen und Duisburg, aus der JVA Essen wird berichtet, dass dort Karl-Heinz Dellwo gefoltert werde. Von KHD Köln wird berichtet vom Motorenbau sowie von mit 600 Stimmen gewählten Roten Betriebsräten. Aus Witten wird berichtet von Siemens (vgl. 9.2.1976) und eine DDR-Veranstaltung angekündigt (vgl. 21.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 8, Dortmund 21.2.1976

28.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 9 (vgl. 21.2.1976, 6.3.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Prozess gegen einen Genossen aus Kempten sowie aus Nürnberg in "Entlassungsgrund: Sprachfehler" von den Städtischen Krankenanstalten über Vorschüler und Krankenpflegehilfeschüler.
Q: Roter Morgen Nr. 9, Dortmund 28.2.1976

06.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 10 (vgl. 28.2.1976, 13.3.1976) heraus. Berichtet wird vom Fischereikrieg über "Verstärkte Aktionen des isländischen Volkes".

Aus Bayern wird berichtet vom Dynamit Nobel Fürth-Prozess.

Aus Duisburg wird berichtet über Türken in der JVA Ruhrort, von ATH über die Heißbetriebe, Tieföfen, die Sinteranlage und die Schlosser sowie über die IG Metall-Vertrauensleutewahlen bei ATH Hamborn, u.a. über den eigenen 'Roten Greifer', die Schicht 586 und den Reparaturbetrieb.
Aus Witten wird berichtet von der DDR-Veranstaltung (vgl. 21.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 10, Dortmund 6.3.1976

13.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 11 (vgl. 6.3.1976, 20.3.1976) heraus. In "Werkschutz. Kampftruppe gegen die Arbeiterklasse" wird auch berichtet von BMW München.

Aus Bayern wird in "Arbeitsunfähigkeit durch Unfall - um Unfallrente betrogen" aus dem BSE-Bereich berichtet aus München. Eingeladen wird zur RM-Veranstaltung in München.

Aus dem Landkreis Wesermarsch wird berichtet vom AKW Esenshamm.

Aus Düsseldorf wird berichtet über Mannesmann-Lierenfeld (vgl. 1.3.1976) und Mannesmann-Rath (vgl. 1.3.1976).
Aus Duisburg wird berichtet von den Routhierprozessen über Polizeiterror bzw. über den ATH-Werksschutz, das 14. Kommissariat und die Polizeischule Münster sowie die Stahlindustrie in Form von ATH, Krupp und Mannesmann.
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 13.3.1976

20.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 12 (vgl. 13.3.1976, 27.3.1976) heraus.
Solidaritätsspenden kamen aus:
- Baden-Württemberg von der Roten Garde Reutlingen.
- Berlin vom Buchladen, der Roten Garde Wedding, der RM-Leserunde Wedding und der Zelle Siemens-Schaltwerk.
- Hessen vom KSB/ML Studententreff Frankfurt (vgl. 5.2.1976).

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Reutlingen-Altenburg.
- Berlin von der Roten Garde Wedding und der Zelle Siemens-Schaltwerk.
- NRW aus Dortmund.
- Schleswig-Holstein vom RMLK Kiel-Friedrichsort und dem RMLK Schleswig.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg von der Dynamit Nobel-Fürth Demonstration (vgl. 6.3.1976).

Aus Hessen wird berichtet vom KSB/ML Studententreff Frankfurt (vgl. 11.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 12, Dortmund 20.3.1976

27.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 13 (vgl. 20.3.1976, 3.4.1976) heraus. In "IGM-Betriebsräte. Retter der kapitalistischen Krisen- und Kriegswirtschaft?" wird berichtet von einem Brief der Betriebsratsvorsitzenden und -stellvertreter von u.a. Blohm & Voss Hamburg, Rheinstahl AG, MaK Kiel und Krauss-Maffei München an Bundeskanzler Schmidt.

Über JVAs wird berichtet aus Dieburg, München-Stadelheim, Duisburg-Ruhrort und Münster.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Bayern vom Buchladen München und aus Roth.

Vom AKW Wyhl wird berichtet über das 'Offenbacher Papier': "Ein Erpressungsmanöver der Landesregierung".
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 27.3.1976

03.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 14 (vgl. 27.3.1976, 10.4.1976) heraus. Über AKWs wird berichtet aus Wyhl bei Freiburg.

Aus Bayern erscheint ein Interview mit der Studiobühne Würzburg, in dem auch auf die Firma Koenig & Bauer sowie im Jahre 1973 den AStA tragende MG eingegangen wird, es wird berichtet über den in München-Stadelheim inhaftierten Sascha Haschemi und von den Roter-Morgen-Veranstaltungen in München (vgl. 26.3.1976) und auch in Nürnberg:"
Zum Abschluß der ROTEN-MORGEN-Kampagne fand in Nürnberg eine Veranstaltung zum ROTEN MORGEN statt. Es waren ca. 40 Freunde und Genossen anwesend. Der neugegründete AP-Trupp unterstützte die Veranstaltung durch revolutionäre Lieder der Arbeiterbewegung. Zum Abschluß der Veranstaltung, die bei allen Besuchern großen Anklang fand, wurden 120 DM zur Unterstützung des ROTEN MORGEN gesammelt."

Aus Hessen wird berichtet aus Darmstadt (vgl. 19.3.1976), von der JVA Dieburg und von Opel Rüsselsheim (IGM-Bereich - vgl. 23.3.1976).

Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Lierenfeld (vgl. März 1976) und über Klassenjustiz. Aus Duisburg wird berichtet über Routhierprozesse sowie die Türken in der JVA Ruhrort.
Aus Witten wird berichtet von Siemens, wo sich der 'Rote Lautsprecher' u.a. mit Frauen befasste.
Q: Roter Morgen Nr. 14, Dortmund 3.4.1976

10.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 3.4.1976, 17.4.1976) heraus. Zu Ägypten wird berichtet über den Sadat-Besuch im Artikel "Sadat in Bonn. Hände weg von Ägypten!".

Enthalten ist u.a. auch der Maiaufruf. Zitiert wird daraus u.a. in:
- NRW bei Opel Bochum (IGM-Bereich - vgl. 22.4.1976).

Spenden für die Sektion DDR kamen aus:
- Bayern von der RG-Zelle Erding, vom RMLK Nürnberg, aus Neuburg und Nördlingen.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern aus Schwabhausen (Kreis Dachau) und aus München.

Aus Bayern wird in "Keine Abschibeung der türkischen Kollegen" berichtet von Dynamit Nobel Fürth sowie aus München vom RAKT-Prozess gegen Klaus Singer.
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 10.4.1976; Zündkerze Nr. 3, Bochum Apr. 1976, S. 2f

17.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 16 (vgl. 10.4.1976, 24.4.1976) heraus.
Über Arbeitsgerichtsprozesse gegen Rote Betriebsräte wird berichtet von der AG Weser Bremen, aus Düsseldorf von den Mannesmann-Röhrenwerken, aus Witten von Siemens und aus Kiel von HDW.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus München.

Aus der Nähe von Nürnberg wird in "Polizeimanöver gegen Demonstranten" berichtet über die Bereitschaftspolizei.
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 17.4.1976

24.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 17 (vgl. 17.4.1976, 1.5.1976) heraus. Damit befasst sich auch die KPD (vgl. 28.4.1976). Im Artikel "Straßenkampfausbildung der Bundeswehr. Bürgerkriegsarmee gegen das Volk" wird auch die Kampftruppenschule 1 in Hammelburg erwähnt.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 10.4.1976). Zu Maiaktionen wird aufgerufen in München (vgl. 30.4.1976) und Nürnberg.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 24.4.1976; Rote Fahne Nr. 17, Köln 28.4.1976

01.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 18 (vgl. 24.4.1976, 8.5.1976) heraus.
Von den eigenen Zeitungen werden u.a. erwähnt aus:
- Bayern aus Erding / Freising um ''s rote Provinzblatt' der Roten Garde, Kempten 'Der Bohrer' für Rott, aus München 'Der Motor' für Südbremse, der 'Rote Anlasser' für BMW und 'Der Druckerei Arbeiter' für Bruckmann sowie 'Das revolutionäre Bündnis' des KSB/ML und 'Der rote Rechtskommentar' des KSB/ML für den Fachbereich Jura der LMU, aus Nürnberg die 'Rote Spritze' für die Städtischen Krankenanstalten und der 'Rotstift' für die Oberschulen, aus Schweinfurt 'Der Rote Sachsarbeiter' für Fichtel & Sachs und aus Würzburg 'Der Rote Lautsprecher' für Siemens und 'Die Rote Rotation' für Koenig und Bauer sowie die 'Rote Straße' für Zellerau.
- Berlin 'Der rote Schaltwerker' für das Siemens-Schaltwerk.
- NRW aus Düsseldorf 'Der rote Schraubstock' von KPD/ML und RG bei Mannesmann Rath sowie die seit dem letzten 1. Mai erstmals erschienene 'Rebellion' der RG für Mannesmann Lierenfeld, aus Duisburg um 'Der rote Greifer' für ATH Hamborn, Ruhrort und Hüttenheim sowie den 'Röhrenkieker' für Mannesmann.
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 1.5.1976

08.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 19 (vgl. 1.5.1976, 15.5.1976) heraus. In "Druckereiarbeiterstreik. Empörung über Aussperrung" wird aus dem DruPa-Bereich berichtet aus Hannover, u.a. von Madsack, und aus Mannheim, im Faksimile werden 'Der Druckerei Arbeiter' für Bruckmann München und der 'Rotdruck' für Hamburger Druckbetriebe abgebildet.

Berichtet wird auch: "Abkommen der VR China mit Ägypten. Unterstützung der arabischen Völker".

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg (vgl. 24.4.1976), aus München vom 1. Mai, vom Haschemi-Prozeß und dem RAKT-Prozeß gegen Klaus Singer.
Q: Roter Morgen Nr. 19, Dortmund 8.5.1976

15.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 20 (vgl. 8.5.1976, 22.5.1976) heraus. Im Leitartikel "Der Staat - ein Instrument der Kapitalisten. Polizeiterror gegen streikenden Druckarbeiter" wird aus dem DruPa-Bereich berichtet aus Berlin, Heilbronn, München, und Neumünster. In "Druckreiarbeiterstreik. Berichte über Polizeieinsätze" wird berichtet aus Köln, u.a. vom Druckhaus Deutz, aus München von der Verhinderung der Auslieferung des 'Münchner Merkur' und des 'Werbespiegel', aber auch vom Buchgewerbehaus (BGH) und der SZ, wo Solidarität geübt wurde.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Haschemi-Prozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 20, Dortmund 15.5.1976

22.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 21 (vgl. 15.5.1976, 29.5.1976) heraus.

Solidaritätsspenden kamen aus Brunsbüttel, aus München, u.a. von einer Veranstaltung, aus Schweinfurt und Essen. Sonstige Spenden kamen auch von der Wanderung der RG Kitzingen.

Berichtet wird über den Druckerstreik der DruPa auch aus München, u.a. von Oldenbourg und aus Kleinbetrieben. Karin Wagner befasst sich in ihrer rede gegen die Isolationshaft mit der JVA Stuttgart-Stammheim.

Aus München wird berichtet vom Haschemi-Prozess, aus Würzburg vom Routhier-Prozeß gegen die 'Rote Lehrlingsfront' (vgl. 22.4.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 22.5.1976

29.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 22 (vgl. 22.5.1976, 5.6.1976) heraus. Berichtet wird über die CPB/ML bzw. deren Zentralorgan im Artikel "'The Worker' - Britische Imperialisten raus aus Irland!".

Berichtet wird vom Druckerstreik der DruPa auch aus München von Bruckmannn, wo man den 'Druckerei Arbeiter' herausgibt, und vom Pressehaus Bayerstraße (PHB).

Aus München wird berichtet von einem Prozess gegen einen Besucher des RAKT-Prozesses gegen Klaus Kercher.
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 29.5.1976

07.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 23 (vgl. 31.5.1975, 14.6.1975) heraus.

Aus Ägypten wird berichtet über die Kritik an der SU im Artikel: "Trotz Moskaus Protesten gegen ägyptische Satire. 'Hoch lebe die Delegation!' wird wieder aufgeführt."

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg von der Maiveranstaltung der eigenen OG Freiburg und aus dem Roter Morgen Buchladen Stuttgart.
- Bayern aus Kempten und Kitzingen.
- Hessen von der Maiveranstaltung der eigenen OG Frankfurt.

Aus Bayern wird berichtet von der Roten Garde Erding über ihre Spanienveranstaltungen für die FRAP in Erding und Wasserburg, aus Aichach von einem Prozess (vgl. 11.6.1975) und aus München von einem §90a-Prozess (vgl. 23.6.1975) und einem weiteren Prozess (vgl. 11.6.1975).

Aus Hessen wird berichtet aus Rüsselsheim von der Festnahme des KPD/MLers und Referendars am Max Planck Gymnasium, Richard Droege, gegen dessen Berufsverbot (BV) sich auch seine Schüler empören. Erwähnt werden hierbei auch Lehrer aus Darmstadt. Von den Marburger Behringwerken (Hoechst) wird auf die BCG-Produktion eingegangen.

Aus Bochum wird berichtet von einem Polizeiübergriff. Aus Dortmund wird berichtet von SEL (vgl. 23.5.1975) und aus dem Bergbau sowie vom Prozess gegen W. Herzog (vgl. 11.6.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 23, Dortmund 7.6.1975

14.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 24 (vgl. 7.6.1975, 21.6.1975) heraus.

Aus Ägypten wird berichtet über die Wiedereröffnung des Suez-Kanals. Berichtet wird auch über "Die KP Indoensiens an ihrem 55. Jahrestag. 'Das revisionistische Gift zerschmettern'".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Anwendung des Paragraphen 129a in Stuttgart, über Klassenjustiz gegen Rechtsanwälte in Stuttgart, von der RHD Friedrichshafen, von einem Fußballturnier in Eriskirch (vgl. 24.5.1975), sowie vom eigenen Stützpunkt Karlsruhe (18.5.1975, 28.5.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Prozess (vgl. 23.5.1975) und aus Fürth aufgerufen zur heutigen "Demonstration in Nürnberg. Solidarität mit den verhafteten Türken".

Aus Hessen wird berichtet von den Äußerungen des MSB Spartakus zur Schule in der DDR und den eigenen Referendar Richard Droege in Rüsselsheim, für den sich die RG einsetzt.

Aus NRW wird berichtet im Artikel "Anzeige wegen Wahlbrief des Genossen Ernst Aust!", wobei auch auf ein neues Verfahren gegen Gernot Schubert eingegangen wird.
Q: Roter Morgen Nr. 24, Dortmund 14.6.1975

19.06.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 25 (vgl. 12.6.1976, 26.6.1976) heraus.

Berichtet wird auch "Indonesiens arme Stadtbevölkerung. Mit Messern und Steinen gegen die Polizei".

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg in "Nach Entlassung aus Betrieb und Schule. Lehrlinge kämpfen für ihren Schulsprecher" von der Berufsschule, aus Nürnberg von einem Prozess gegen den Verkauf der 'Roten fahne' der KPD in den Mensen der Hochschulen, aus München von Siemens über den eigenen 'Roten Lautsprecher' und die DKP, über den Prozess zum Tod von Erich Wiesneth und von einem Prozess gegen den KSB/ML:"
Freigesprochen wurde der presserechtlich Verantwortliche der KPD/ML, den der RCDS-Führer und Denunziant Günter Dörr angezeigt hatte. Dörr war in einem Flugblatt des KSB/ML als Helfershelfer der Polizei entlarvt worden, der bereits mehrmals Fotos von revolutionären Studenten ausgeliefert und schon 19 Beschwerden und Anzeigen gegen fortschrittliche Studenten gemacht hatte."
Q: Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 19.6.1976

28.06.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 26 (vgl. 21.6.1975, 5.7.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen über Arbeitslose und Coop, aus Stuttgart über Klassenjustiz und aus Sindelfingen über das Berufsverbot (BV) gegen Lehrer Karl Heinz Deusch (KPD/ML, früher in einer längst aufgelösten Organisation tätig), gegen das sich seine Schüler einsetzen. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Freiburg (vgl. 3.7.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus Freising und Erding (vgl. Juni 1975) sowie Aichach (vgl. 11.6.1975). Aus Würzburg heißt es:"
Mit einem Flugblatt antworteten die Partei und die Rote Garde auf ein erneutes 'Volksfest der amerikanischen Besatzertruppen. In dem Flugblatt wird entlarvt, daß solche Feste nichts als ein Köder sind, um die Wachsamkeit und die Kampfbereitschaft gegen die aggressiven Truppen des US-Imperialismus und die drohende Kriegsgefahr durch die beiden Supermächte einzuschläfern."
Aus Nürnberg wird berichtet von einer Sammlung von 20 DM für die Routhierprozesse durch Sympathisanten und Rotgardisten. Aus der JVA Niederschönfeld bei Donauwörth schreibt Hubert Lehmann.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel, von der Panzergrenadierbrigade (PGB) 13 in Wetzlar, dem Eintreten der Schüler in Rüsselsheim gegen das Berufsverbot (BV) von Richard Droege (KPD/ML) und aus Frankfurt vom Prozeß gegen Georg Schmidt (vgl. 5.6.1975).

Aus Bochum wird berichtet von einer Oman-Veranstaltung (vgl. 20.6.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 26, Dortmund 28.6.1975

05.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 28.6.1975, 12.7.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart.
- Bayern von einer Hochzeitsfeier in Haimbach-Greding und aus Kempten.
- Hessen aus der JVA Butzbach.

In "Chemieindustrie: Kurzarbeit und Rationalisierung" wird berichtet von Bayer Leverkusen und aus Frankfurt von Cassella.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Landesregierung, Rechtsanwälten in Stuttgart und aus Heidelberg von den, vom KBW geführten, Aktionen gegen die Fahrpreiserhöhungen. Aus Reutlingen wird berichtet aus einer Strickwarenfabrik und den dort beschäftigten Ausländerinnen (u.a. aus Italien). Für die GDCF Reutlingen interessiert sich auch die KPD. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Friedrichshafen (vgl. 4.7.1975).

Aus Bayern wird in "Italienischer Koch von der Polizei zusammengeschlagen" berichtet aus Nürnberg.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von den Fahrpreiserhöhungen (vgl. 21.6.1975). Die RG Marburg verteilte ein Flugblatt zum Tag der Offenen Tür in der Tannenbergkaserne.

Aus Dortmund wird berichtet von der Teilbelegschaftsversammlung im Kaltwalzwerk (KWW) der Hoesch-Westfalenhütte (vgl. 15.6.1975).

Die im heutigen RM abgedruckte Rede von Ernst Aust wird u.a. vom KB kommentiert (vgl. 22.7.1975).
Q: Arbeiterkampf Nr. 64, Hamburg 22.7.1975; Roter Morgen Nr. 27, Dortmund 5.7.1975

12.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 28 (vgl. 5.7.1975, 19.7.1975) heraus. Ein Artikel "Prozeßlawinen gegen den ROTEN MORGEN - Angriff auf die kommunistische Presse" berichtet von den Prozessen gegen Gernot Schubert und Dieter Stoll in Dortmund (vgl. 15.7.1975, 3.9.1975). In Dortmund ergingen auch Strafbefehle gegen Gernot Schubert und Karin Wagner über 900 bzw. 600 DM wegen dem Roten Morgen Nr. 42/1974 bzw. dem Artikel über den Köner Kommunistenprozeß, gegen die Einspruch eingelegt wurde.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg. Aus der GDCF Reutlingen wurden zwei Mitglieder der RG der KPD/ML ausgeschlossen. In Friedrichshafen geht die Polizei gegen den Verkauf des 'Roten Morgen' und der 'KVZ' des KBW vor, wobei einem aber zum Glück die RHD hilft.

Aus Bayern wird in "Wochenlanger Streik in Bayern. Fliesenleger gegen offenen Lohnraub" berichtet aus dem BSE-Bereich, u.a. von Lehfer & Co in Schweinfurt, und in "Türkische Kollegen werden abgeschoben. Ein Angriff auf alle ausländischen Arbeiter" von Dynamit Nobel Fürth, u.a. über die KPD. In "Giftgassalarm bei München. Statt Giftbrandbekämpfung Bürgerkriegsmanöver" wird aus dem Landkreis München berichtet aus Feldkirchen, wo bei der Hausladen KG die Explosion stattfand, aber auch aus Grub, Hausen und Landsham.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von den Fahrpreiserhöhungen und aus der JVA Darmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 28, Dortmund 12.7.1975

19.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 12.7.1975, 26.7.1975) heraus.
Solidaritätsspenden kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Karlsruhe und Lörrach.
- bayern aus dem Roter Morgen Buchladen München.
- Hessen von der eigenen OG Marburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe und über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg.

Aus Bayern wird berichtet aus Fürth in "Nach Streik bei Dynamit Nobel. Erneut 15 türkische Kollegen abgeschoben", und in "München. Kommunistischer Heimleiter entlassen" aus dem Jugendfreizeitheim Kleinhadern, dessen nachfolgerin eine bkannte DKPlerin werde, deren Anhänger in mindestens 8 von 29 JHFs in München als Erzieher tätig seien und die auch im Personalrat der JFHs zusammen mit einem 'Gewerkschaftsbonzen' die Mehrheit habe. Über prozesse wird aus München berichtet von einem gegen sechs KPD-Anhänger wegen einer Vietnamsammlung, die 5 000 DM geldstrafe erhielten, sowie gegen 5 KPD/ML-Anhänger die Flugblätter gegen die Verschleppung von Werner Lukas verteilt hatten und zu Geldstrafen zwischen 100 und 300 DM verurteilt wurden.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt vom Einsatz des Giftgases Chemical Mace durch die Polizei gegen Kinder und Sozialarbeiter des Spielplatzes Marburger Straße in Bockenheim. Gegen die Fahrpreiserhöhungen seien KPD und KPD/ML aktiv. Aus Wiesbaden wird berichtet über Klassenjustiz gegen eine Rentnerin. Eingegangen wird auch auf die JVA Darmstadt. In Marburg führte man eine Veranstaltung durch (vgl. 26.6.1975).

Berichtet wird auch "Uni Druckerei Bochum - Streik bis die Kündigung vom Tisch ist".
Aus Dortmund wird berichtet von den Roter-Morgen-Prozessen (vgl. 15.7.1975), zu denen sich auch die RHD solidarisiert. Strafbefehle erhielten Wolfgang H. über 1 125 DM wegen Verteilung eines Flugblatts zum Kölner Antifaschistenrpozess, sowie Anna und Peter Schulte über je 900 DM wegen Widerstands beim DFG/VK-Kongress in Bochum (vgl. 23.5.1974).
Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Rath über Lehrlinge und die Rote Garde-Zeitung 'Der Rote Schraubstock'.
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 19.7.1975

26.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 30 (vgl. 19.7.1975, 2.8.1975) heraus.

Spenden für die KPD/ML gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Wyhl-Veranstaltung in Freiburg, der eigenen OG Reutlingen und von einer RG-Veranstaltung in Singen.
- Bayern aus Würzburg.
- Hessen von einer Veranstaltung in Frankfurt-Sindlingen und dem RMLK Wiesbaden.

Solidaritätsspenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Konstanz und von einer Veranstaltung der OG Mannheim;
- Bayern aus Kempten, Würzburg und aus München vom Buchladen Roter Morgen.
- Hessen vom KSB/ML Darmstadt, von einer Veranstaltung der OG Frankfurt und von einer Albanienveranstaltung in Wiesbaden, aus Kassel und Wiesbaden sowie vom Diskussionskreis Marburg und vom Komitee Soldatenfaust Wetzlar.

Kambodschaspenden gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der eigenen OG Reutlingen, dem eigenen Sympathisantenkreis Freiburg und aus Stuttgart.
- Bayern aus Grafenrheinfeld.
- Hessen aus Kassel und Rüsselsheim.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg und Stuttgart und über Klassenjustiz in Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet über je einen §90a-Prozess wegen Günter Routhier in München (vgl. 1.8.1975) und Würzburg (vgl. 4.8.1975). Aufgerufen wird zur Haschemi-Veranstaltung in München (vgl. 26.7.1975).

Aus Hessen wird berichtet über die Fahrpreiserhöhungen in Frankfurt und die Haltung der dortigen KPD zum Prozeß gegen den 'Roten Morgen'. Berichtet wird über die JVAs Butzbach und Frankfurt-Preungesheim.

Aus Bochum wird berichtet von der RUB: "AStA kündigt Drucker". Aus Dortmund wird berichtet vom Roter-Morgen-Prozess (vgl. 15.7.1975).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet über Türken in Kiel, die den Kampf bei Dynamit Nobel Fürth recht gut kannten.
Q: Roter Morgen Nr. 30, Dortmund 26.7.1975

02.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 31 (vgl. 26.7.1975, 9.8.1975) heraus. In "Das 8. schwere Bahnunglück in diesem Jahr. Profit zählt für sie mehr als Menschenleben" wird berichtet von der Strecke Hamburg-Cuxhaven, aber auch aus dem Kreis Starnberg und aus Barsinghausen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen von einem durch KPD/ML, RHD und RG verhinderten Berufsverbot (BV) gegen den Lehrer Horst Groos, wogegen das Komitee gegen die Berufsverbote 2 000 Unterschriften gesammelt habe, sowie von Klassenjustiz gegen Griechen. Aus Friedrichshafen wird berichtet von einem eigenen politischen Frühschoppen, der außer von den eigenen Genossen auch von 4 Deutschen und 2 Italienern besucht worden sei. Eingegangen wird aus Friedrichshafen auch auf Schüler und arbeitslose Ausländer. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Freiburg (vgl. 7.8.1975).

Aus Bayern wird ein RAKT-Prozess gegen Volker Nieber angekündigt für den 13.8.1975 in München und berichtet von der dortigen LMU:"
Weil er am Streik der Psychologie-Studenten gegen ihre schlechten Studienbedingungen teilgenommen hat, soll Stephan Eckert von der Universität gewiesen werden. Gegen diese drohende Relegation nahmen der KSB/ML und der KSV in einer Aktionseinheit den Kampf auf."
Der Artikel "Fortschrittliche Studenten kämpfen gegen reaktionäre Mediziner. Professor Witt muss weg!" berichtet vom Krankenhaus Harlaching sowie von der LMU über die Fachschaftsinitiative Medizin, in der neben dem KSB/ML auch der KSV aktiv ist.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel über die KPD.

Aus Bochum-Gerthe wird berichtet "Urteil im Bochumer Giftmüllprozess - 'Bewährung' für tausendfachen Mordversuch".
Aus Dortmund wird berichtet von Roter-Morgen-prozessen (vgl. 5.8.1975, 3.9.1975).
Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Rath (vgl. 5.7.1975).

In einer Beilage Nr. 1 zur Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit wird über Rote Betriebsräte berichtet u.a. aus Düsseldorf von Mannesmann Rath ('Der Rote Schraubstock').
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 2.8.1975

09.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 32 (vgl. 2.8.1975, 16.8.1975) heraus.

Berichtet wird über die Schließung einer Aktionseinheit zum Roten Antikriegstag (RAKT) zwischen KPD, KPD/ML und den ML Aachen, den ML Bochum und den Frankfurter ML (FML), die gemeinsam eine Demonstration in Frankfurt (vgl. 30.8.1975) und - nur KPD und KPD/ML - eine Kundgebung in Berlin (vgl. 1.9.1975) durchführen wollen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Arbeitslose in Friedrichshafen und über GI-Umtriebe in Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet München von der Verhaftung von Bernd Reisser in der Küche der Uniklinik und seiner Verbringung in die JVA Stadelheim.

Aus Hessen wird berichtet über Klassenjustiz in Erbach und Michelstadt im Odenwaldkreis (ODW).

Aus Schwelm wird berichtet über Rentnerinnen, Frauen, Volksschüler, jugendliche Arbeitslose und jugendliche Zwangsarbeiter auf dem Friedhof.
Q: Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 9.8.1975

16.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 33 (vgl. 9.8.1975, 23.8.1975) heraus, in der sie den Übertritt von sechs Mitgliedern des KABD aus Bremen und Tübingen (hier handelt es sich um 3 Mitglieder der KSG/ML) zur KPD/ML melden kann.

Aufgerufen wird zum RAKT in Frankfurt (vgl. 30.8.1975) und Berlin (vgl. 1.9.1975) sowie zum Kongreß der Roten Garde in Offenbach (vgl. 30.8.1975).

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Calw und Stuttgart, vom KSB/ML Reutlingen und von einer Veranstaltung in Freiburg.
- Bayern aus Dachau und aus München von der Zelle Bruckmann und vom Zeltlager der Roten Garde.
- Hessen von der RG Gießen.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Berufsverbot gegen die Lehrerin Renate Groos (KPD/ML). Über Klassenjustiz wird berichtet aus Stuttgart gegen Angehörige der ehemaligen KPD/ML-ZB und aus Friedrichshafen gegen KPD/ML und KBW.

Aus Hessen wird berichtet aus Wiesbaden, wo außer einem selber auch die KPD tätig ist. Der Stützpunkt Frankfurt der RHD berichtet von Prozessen wegen der Fahrpreisaktionen des KBW.

Von Rheinstahl Brackwede wird berichtet: "Bielefeld - Gerichtsbeschluss gegen 'Die Rote Presse'".
Q: Roter Morgen Nr. 33 und 44, Dortmund 16.8.1975 bzw. 1.11.1975

23.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 34 (vgl. 16.8.1975, 30.8.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Reutlingen (vgl. 5.7.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München durch einen Brief von Bernd Reisser aus der JVA Stadelheim, u.a. über einen Afghanen und Afrikaner. Aus Würzburg wird berichtet:"
Weil in der Zeitung 'Die Rote Lehrlingsfront' der Mord an Genossen Günter Routhier angeprangert wurde, verurteilte ein Würzburger Gericht den presserechtlich Verantwortlichen dieser Nummer und einen Genossen, der sie angeblich verteilt haben soll, zu je 900 DM Geldstrafe. Außerdem wurde die Beschlagnahmung der eingezogenen Exemplare der Lehrlingszeitung angeordnet. Zum Prozeß waren 50 Zuschauer gekommen. Die Partei hat vor und nach dem Prozeß ein Flugblatt verteilt."
Aus Augsburg wird berichtet vom Berufsverbot gegen RA Gildemeier:"
Gegen Rechtsanwalt Gildemeier, Mitglied des Zentralvorstands der 'Roten Hilfe' und Kandidat der GRF (KPD) verfaßte die Staatsanwaltschaft München eine Anschuldigungsschrift, in dem ihm seine Mitgliedschaft in der GRF vorgeworfen wird und stellte gleichzeitig einen Antrag auf Berufs- und Vertretungsverbot."

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt über städtische Arbeiter und Kinder in Innenstadt und Bockenheim, wobei auch Bezug auf Wyhl genommen wird. Erwähnt wird auch die RHD Darmstadt.

Eingegangen wird auch auf die in Wiesbaden ansässige Europäische Arbeiterpartei (EAP), deren Wurzeln in den USA bei der Progressive Labour Party (PLP) USA und der, dem Vereinigten Sekretariat (VS) der Vierten Internationale freundschaftlich verbundenen, Socialist Workers Party (SWP) USA gesucht werden.
Q: Roter Morgen Nr. 34, Dortmund 23.8.1975

30.08.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 35 (vgl. 23.8.1975, 6.9.1975) heraus.

In einem 'Roter Morgen' Prozeß geht es u.a. um die Begrüssung der RAF-Bomben in den US Headquarters in Frankfurt und Heidelberg.

Aus Bayern wird berichtet aus München aus dem NGG-Bereich in "Kurzarbeit - kein Geld vom Arbeitsamt" vom Zweigwerk Allach der Diamalt AG. Eine Korrrespondenz schildert eine anklage wegen der §218-Protestaktion gegen Kardinal Döpfner (vgl. 2.6.1973). Erwähnung findet auch Dynamit Nobel Fürth. In "Senatsdirektor verübt Mordversuch" heisst es auch:"
Ein Nürnberger Landgerichtsdirketor wurde freigesprochen nachdem er einen Verkehrsunfall verursacht hat, bei dem vier Menschen verletzt wurden, wegen 'vorübergehender Bewußtlosigkeit'".

Aus Hessen wird berichtet aus Gießen (vgl. 21.8.1975).
Q: Roter Morgen Nr. 35, Dortmund 30.8.1975

06.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 36 (vgl. 30.8.1975, 13.9.1975) heraus. Im Artikel aus dem GdED-Bereich zur Deutschen Bundesbahn (DB): "Entlassungen und Stillegungen bei der Bahn" findet auch das Bahnunglück in Warngau Erwähnung. Es erscheint auch ein Interview mit Sascha Haschemi, der im Untergrund lebt.

Eingegangen wird im Artikel "Erhöhung der Rentabilität heißt Steigerung des Profits. Jetzt sollen zwei für vier arbeiten" auch auf Hoechst Frankfurt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Heilbronn über Insassen und (jugendliche) Beschäftigte eines Altersheims sowie die RAF in Stuttgart-Stammheim.

Aus Hamburg wird berichtet über Altona sowie über Polizeiterror, u.a. in Harburg und im Polizeipräsidium.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von der Demonstration zum Roten Antikriegstag (RAKT) (vgl. 30.8.1975) und dem Kongreß der RG in Offenbach (vgl. 30.8.1975).

Aus Duisburg wird berichtet von Mannesmann, u.a. über die Schweißstrecke und die Walzstraße 4 sowie über Klassenjustiz, die auch die KPD in Düsseldorf und Duisburg traf.
Q: Roter Morgen Nr. 36, Dortmund 6.9.1975

13.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 37 (vgl. 6.9.1975, 20.9.1975) heraus.

Berichtet wird über die Demonstrationen für die 5 vom Todesurteil in Spanien bedrohten Anhänger der FRAP, die in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München stattfanden (vgl. 6.9.1975), sowie über die Veranstaltung in Berlin (vgl. 5.9.1975).

Eingegangen wird erneut auf den Roten Antikriegstag (RAKT) in Frankfurt (vgl. 30.8.1975). Sowohl hierzu, als auch zum Paragraph 218, wo er mit seinem Volksentscheid die Aktionseinheit mit GIM, DKP und SPD suche, wird auf den KBW eingegangen, wobei Vorgänge bei Hoesch Dortmund und in Bad Kreuznach sowie die 'KVZ-OBL' Frankfurt Erwähnung finden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Gründung der Roten Garde (RG) Ravensburg. Auf der Gründungsveranstaltung hätten sich unter den 25 Leuten zahlreiche KBWler befunden.

Aus Bayern wird berichtet über die Verlegung von Bernd Reisser in die JVA Ebrach.
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 13.9.1975

20.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 13.9.1975, 27.9.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der eigenen OG Friedrichshafen, aus Heidelberg, Stuttgart, Freiburg und aus dem Parteibüro Mannheim.
- Bayern aus München, u.a. vom KSB/ML München.
- Hessen aus Frankfurt, Marburg (vgl. 8.8.1975) und Gießen sowie von der RG Wiesbaden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Kampf gegen die (US-) Rauschgiftdealer (Haschisch) in Böblingen, wo ein Jungarbeiter Dealer verprügelte und daraufhin ein Mordanschlag auf KPD/MLer erfolgt sei. Die örtliche RG ist u.a. an der Berufsschule tätig, eingegangen wird auch auf IBM Sindelfingen.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 3.9.1975) sowie von Peter Bayer über die Solidarität, die er u.a. aus seinem Heimatort Greding, Landkreis Roth, erfahre. In "Verschärfte Haftbedingungen für unseren Genossen. Sofortige Aufhebung der Isolation von Hubert Lehmann!" wird berichtet aus der JVA Niederschönenfeld bei Donauwörth. Die KPD/ML und die RHD München kämpfen gegen die Isolationshaft.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel (vgl. 1.9.1975) und über die Solidarität mit der FRAP Spanien in Frankfurt. Von der Klassenjustiz betroffen seien Professoren und Studenten (u.a. von der KPD) aus Frankfurt wegen Günther Routhier, sie schlägt aber auch in Marburg zu (vgl. 4.9.1975). Erwähnt wird auch die JVA Schwalmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 20.9.1975

27.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 39 (vgl. 20.9.1975, 4.10.1975) heraus.

Zur Bombe im Hamburger Hauptbahnhof, die angeblich von der RAF stammt, wird festgehalten, daß man derlei Anschläge nicht billigen kann, im Gegensatz z.B. zu den nützlichen Aktionen der RAF gegen die US Headquarters in Frankfurt und Heidelberg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die FRAP-Spanien Solidarität mit einer Demonstration in Heidelberg (200 Personen) sowie Kundgebungen in Mannheim und Friedrichshafen. Bekanntgegeben wird die Gründung der RG Eriskirch (vgl. 3.9.1975). Bei John Deere Mannheim (7 500 Besch.) ist auch die SDAJ der DKP tätig. Eingegangen wird auch auf die Schwäbische Alb.

Aus Bayern wird berichtet aus München über die Zerstörung des spanischen Fremdenverkehrsamtes, aus Augsburg von einem §218-Prozess gegen eine Mitarbeiterin von Pro Familia und aus Kempten von einem Prozess gegen die KPD/ML (vgl. 10.9.1975).

Aus Hessen wird berichtet über die FRAP-Spanien-Solidarität in Frankfurt und den Besuch von Soares (Portugal). Eingegangen wird auch auf die Frankfurter Günther Routhier Prozesse sowie auf die JVAs Darmstadt und Schwalmstadt und auf Kassel.
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 27.9.1975

04.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 27.9.1975, 11.10.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom AKW Wyhl und die Jugendlichen im Ballett des Staatstheaters Karlsruhe. Die FRAP behauptet, der Anschlag auf das US Headquarter in Heidelberg sei nicht von der RAF verübt worden (?). Gegen die FRAP-Prozesse in Spanien fanden Demonstrationen statt in Freiburg (KPD und KPD/ML) und Karlsruhe.

Aus Bayern wird berichtet von der Spaniensolidarität über eine Demonstration in München, eine Kundgebung in Kitzingen und 180 verkaufte Postkarten in Würzburg. Berichtet wird auch aus Fürth:"
Zwei Genossen hatten dem wegen seiner Teilnahme am Streik der türkischen Arbeiter bei Dynamit Nobel inhaftierten türkischen Kollegen Tarhan regelmäßig geschrieben und ihm den ROTEN MORGEN geschickt. Gegen beide Genossen wurde jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen 'übler Nachrede' u. a. eingeleitet. Außerdem erhielten sie eine Benachrichtigung, daß insgesamt 8 Nummern des ROTEN MORGEN, 4 Nummern der 'Roten Fahne' und 2 Nummern der ROTEN GARDE beschlagnahmt wurden."

Aus Hessen wird berichtet vom AKW Biblis, aus Kassel (vgl. 12.9.1975, 18.9.1975), von der FRAP-Spanien-Solidarität in Frankfurt und über Klassenjustiz in Darmstadt.

Aus Düsseldorf wird berichtet vom 'UZ'-Pressefest der DKP im Mannesmannviertel Rath. Als KPD und KPD/ML den Stand der EAP angriffen habe die DKP diesen verteidigt, der Stand der KPD/ML sei unbehelligt geblieben. Berichtet wird in diesem Zusammenhang auch von Mannesmannkollegen sowie der Arbeit der Roten Garde an der Berufsschule.
Aus Hückelhoven wird berichtet über die Zeche Sophia Jacoba u.a. aus dem Untertagebereich und aus Wassenberg-Bergmannssiedlung.
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 4.10.1975

11.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 41 (vgl. 4.10.1975, 18.10.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg vom Buchladen Roter Morgen Stuttgart.
- Bayern aus München und von Sympathisanten in Kitzingen.

Berichtet wird auch "10 Jahre faschistische Diktatur in Indonesien. Heroischer bewaffneter Kampf der indonesischen Kommunisten".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über die Gesellschaft für Kernforschung (GFK) Karlsruhe und die RAF in Stuttgart-Stammheim. In Stuttgart besuchten ca. 80 eine China-Filmveranstaltung.

Aus Hessen wird berichtet über die FRAP-Solidarität in Kassel (vgl. 27.9.1975) sowie aus den JVAs Darmstadt und Dieburg.
Q: Roter Morgen Nr. 41, Dortmund 11.10.1975

18.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 42 (vgl. 11.10.1975, 25.10.1975) heraus.

Spanien-Spenden gingen ein aus Bayern vom Stammtisch Kitzingen, aus Spanien und aus Kiel von KSB/ML und Rote Garde West.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus Würzburg.

Spenden für politisch Verfolgte gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Karlsruhe, vom KSB/ML und der OG Reutlingen sowie der OG Freiburg;
- Bayern von Veranstaltungen in Kempten und München (vgl. 2.7.1975) sowie aus Nürnberg.
- Hessen von der OG Kassel, einer Veranstaltung in Frankfurt, der Frankfurter Abschiedsveranstaltung für Heinz Baron und der RG Cassella Frankfurt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Internationalen Bootsausstellung in Friedrichshafen und der Spaniendemonstration in Karlsruhe (vgl. 2.10.1975).

Aus Bayern wird berichtet über die Verlegung von Hubert Lehmann in die JugendJVA Aichach und von Bernd Reisser in der JVA Ebrach.

Aus Hessen wird berichtet aus Kassel von Hanomag und der Klassenjustiz (vgl. 29.9.1975) und von der Buchmesse in Frankfurt, auf der auch die KPD/ML-nahen Verlage Gesellschaft für die Verbreitung des wissenschaftlichen Sozialismus (GEWISO), der Rotfrontverlag Kiel und der Verlag Kommunistische Texte (VKT) Münster vertreten sind, was, im Gegensatz zum Spanienstand, gern gesehen wird. Die RHD OG Marburg führte eine Kundgebung vor der JVA Schwalmstadt durch. Erwähnt werden auch die JVAs Darmstadt und Dieburg.
Q: Roter Morgen Nr. 42, Dortmund 18.10.1975

25.10.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 43 (vgl. 18.10.1975, 1.11.1975) heraus und berichtet über Laos und die SEATO, aber auch: "Island. Raubfischerei der westdeutschen Imperialisten".

Spenden für Vietnam und Kambodscha gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von einer Veranstaltung in Mannheim, den Maiveranstaltungen in Reutlingen und Karlsruhe, von der RG Singen und aus Stuttgart, Mannheim und Immenstadt;
- Bayern aus Kempten, Kitzingen und München.
- Hessen aus Darmstadt vom KSB/ML und dem Sympathisantenkreis der KPD/ML;
- NRW aus Bochum, Dortmund, vom Stammtisch der Mannesmannzelle Duisburg, vom KSB/ML Bochum, vom Kollegentreff an der Uniklinik Münster.

Aus dem CPK-Bereich wird in "Enka Glanzstoff. Massenentlassungen und Stillegungen geplant" berichtet über die Werke Wuppertal-Barmen, Waldniel und Obernburg sowie in Belgien und den Niederlanden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Spaniendemonstration in Friedrichshafen (vgl. 11.10.1975). In Karlsruhe sei vor kurzem eine Rote Garde (RG) gegründet worden, die bereits eine Veranstaltung mit 14 Leuten durchführte. Berichtet wird auch aus einer Druckerei in Stuttgart. Die RG Singen verteilte ein Flugblatt zur Entlassung des Roten Betriebsrates Bernd Baasch bei der Firma Allweiler in Radolfzell. Eingegangen wird auch auf den Kampf der Bauern und Winzer des Kaiserstuhls gegen das AKW Wyhl bei Freiburg.

Aus Bayern wird berichtet aus München über die Spanienkundgebung (vgl. 30.9.1975) und in "Brief des Ausländeramtes bestätigt. Sascha soll abgeschoben werden" über Sascha Haschemi sowie in "Freispruich in der nächsten Instanz ist sicher. Polizeimörder erhielt 9 Monate auf Bewährung" vom Tod von Erich Wiesneth. In "Schuld ist einzig und allein der kapitalistische Staat. Todesursache: 'Herzversagen nach Tablettenvergiftung'" wird berichtet von den Städtischen Krankenanstalten Nürnberg. Aus Würzburg wird berichtet von Prozessen wegen dem Büchertischverbot an der Uni gegen 2 KSB/MLer und 3 KSVler.

Aus Hessen wird berichtet von der Spaniendemonstration in Kassel (vgl. 4.10.1975) und der Frankfurter Buchmesse, wo man selbst gegen die Stände Spaniens und der SU protestierte.

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Schortens:"
Heidmühle
Am 5. und 12.10. fanden die beiden ersten beiden Jugendtreffs der Roten Garde in Heidmühle statt. Auf den beiden treffen wurden über 100 DM für die FRAP gesammelt und eine Resolution gegen die Ermordung der spanischen Genossen verabschiedet."

Berichtet wird aus NRW über die Metro-Supermärkte (HBV-Bereich) in Dortmund, Duisburg und Mülheim sowie die im Juli 1975 stillgelegten und der Metro angeschlossenen Intra-Supermärkte in Dortmund und Duisburg.

Aus Düsseldorf wird berichtet von einer Spanienkundgebung (vgl. 3.10.1975), aus Duisburg wird berichtet von Klassenjustiz bei Mannesmann und vom Prozeß gegen Beate Kohnke. Aus Bochum wird berichtet über Großbetriebe und einen Prozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 43, Dortmund 25.10.1975

01.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 44 (vgl. 25.10.1975, 8.11.1975) heraus. Zu einem Artikel "Bundeskongreß des MSB Spartakus. Auszeichnung für Kampf gegen 'Maoisten'" finden sich die Titelblätter von 'Das revolutionäre Bündnis' München und Würzburg, der 'Rote Poststudent' von der Posthochschule Dieburg und 'Der rote Ingenieurstudent' vermutlich von der TFH Berlin.

Spenden für verschiedene Zwecke gingen ein aus:
- Baden-Württemberg vom Landesverband der RG, einem Lehrlingswochenende der RG Reutlingen und einem Arbeiterstammtisch in Karlsruhe (vgl. 27.8.1975).
- Bayern aus Holzolling, Kreis Miesbach, aus Nürnberg und aus München, u.a. vom Zeltlager der Roten Garde.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der RG Heidenheim, der Pfingstfreizeit in Karlsruhe (vgl. 18.5.1975) sowie von Veranstaltungen in Mannheim und Karlsruhe.
- Bayern aus Selb und Würzburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet über Manöver bei Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Heilbronn. In Karlsruhe verteilte man ein Flugblatt für die Mieter der Volkswohnung in Oberreut-Feldlage. Erneut berichtet wird von der Spaniensolidarität in Ravensburg (vgl. 11.10.1975). In Tübingen, wo ja bereits drei KSG/ML-Mitglieder vom KABD zur KPD/ML übertraten (vgl. 16.8.1975), schloß sich noch ein ehemaliges KSG/ML-Mitglied dem KSB/ML an. Auf einer Veranstaltung des KSB/ML hätten gar ca. 50 KSG/MLer der Resolution des KSB/ML zum Roten Antikriegstag (RAKT) zugestimmt. Eingegangen wird auch auf die Isolationshaft der RAF in der JVA Stuttgart-Stammheim.

Aus Bayern wird berichtet von Siemens Würzburg (vgl. Okt. 1975) sowie aus München von einem Prozeß gegen einen Verwaltungsansgestellten, der sich für Kriegsdienstverweigerer (KDV) eingesetzt hatte. Berichtet wird auch über Sascha Haschemi.
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 1.11.1975

08.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 45 (vgl. 1.11.1975, 15.11.1975) heraus.

Spenden für Kambodscha gingen ein aus:
- Baden-Württemberg von der Maiveranstaltung in Mannheim bzw. Ludwigshafen-Oppau (vgl. 1.5.1975);
- Bayern aus München
- Hessen von einer Veranstaltung der Zelle Hoechst der OG Frankfurt, dem KSV der KPD aus Marburg und aus Hanau.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus Stuttgart;
- Hessen von der RG Wiesbaden.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Daimler Sindelfingen.

Aus Bayern wird berichtet aus München über Sascha Haschemi und die Rote Garde sowie aus Augsburg über Rechtsanwalt Gildemeier von der KPD.

Aus Hessen wird berichtet von der Uni Frankfurt (vgl. 23.10.1975), aus Stadt Allendorf (vgl. 29.9.1975) und aus Marburg (vgl. 10.10.1975).

Aus Dortmund berichtet eine Beschäftigte der DEKRA.
Aus Duisburg wird berichtet vom Routhier-Prozess gegen die Professoren der KPD, gegen den die KPD gegenüber dem Gericht, vor Karstadt eine Kundgebung mit 150 bis 200 Leuten durchgeführt habe, die von der Polizei überfallen wurde.
Aus Witten wird berichtet von Siemens über eine Jugendvertreterin und die Rote Betriebsrätin Annette Schnorr sowie den eigenen 'Roter Lautsprecher', von dem ein Extrablatt zur Betriebsversammlung erschien.
Q: Roter Morgen Nr. 45, Dortmund 8.11.1975

15.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 46 (vgl. 8.11.1975, 22.11.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Ludwigsburg vom Streik bei Hüller wegen dem Weihnachtsgeld und vom Bodensee von den Fährhäfen Konstanz, Staad und Meersburg sowie vom LKA Stuttgart. In den Mieterkonflikt in der Volkswohnung in Karlsruhe-Oberreut-Feldlage greift neben KPD/ML und RG auch die DKP ein.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der Haschemie-Solidarität (vgl. 8.11.1975).

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt, wo der eigene KSB/ML und der KSV der KPD ein gemeinsames Flugblatt gegen das Berufsverbot (BV) gegen den Professor Schneider der KPD verteilten. Aus Bad Vilbel wird in "Schorsch Schmidt im Gefängnis. Marianne Schmidt droht Entlassung" berichtet von einer Referendarin an der Schule für Lernbehinderte, erwähnt werden dabei auch Hoechst Frankfurt, die Klassenjustiz in Frankfurt und die JVAs Schwalmstadt und Dieburg. In Viernheim (Kreis Bergstraße) streikten 410 beim Autozulieferer Walker um ihr Weihnachtsgeld.

Von der Stahltarifrunde (STR) wird berichtet von MM Duisburg, ATH Duisburg, Rheinstahl Duisburg-Meiderich, der IGM-Ortsverwaltung Duisburg, Hoesch Dortmund, u.a. von der Westfalenhütte, und von Krupp Bochum. Aus Bochum wird berichtet von einem zweitägigen Streik bei Dr. C. Otto und Company Ziegel, aus Dortmund von einem erfolgreichen Streik bei Pohlschröder gegen die Kürzung des Weihnachtsgelds. Aus Köln-Nippes wird berichtet über Frauen und einen versuchten 'Polizeimord'.
Aus Krefeld wird berichtet von der Gründung der RG Krefeld (vgl. 31.10.1975), aus Dortmund über die Fahrpreiserhöhungen, gegen die nicht nur die Rote Garde u.a. in Scharnhorst auftritt, sondern auch der KBW. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Bonn über DFG und VK, aus Bielefeld, Gelsenkirchen, aus Köln von PEF Türkeiprozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 46, Dortmund 15.11.1975

22.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 47 (vgl. 15.11.1975, 29.11.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung angekündigt in Friedrichshafen (vgl. 30.11.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus Passau über einen Prozess wegen Kirchenkritik. Eingeladen wird zur Albanienveranstaltung in Nürnberg (vgl. 29.11.1975).

Aus Hessen wird berichtet von der Uni Marburg, an der neben dem eigenen KSB/ML auch der KSV der KPD und der MSB Spartakus der DKP tätig sind. Eingegangen wird auch die Putzfrauen bei der LVA Hessen. Angekündigt wird eine Veranstaltung in Rüsselsheim (vgl. 7.12.1975).

Aus NRW wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM von ATH Duisburg und ATH Bahn- und Hafen Duisburg, von den ESW Bochum, den Stahlwerken Bochum, Thyssen Niederrhein (TN), Krupp (FKH) Rheinhausen.
Aus Brackwede wird berichtet von den Möllerwerken über die Rote Garde, deren Arbeitertreff, über Laborhelfer und die Keilriemenproduktion. Aus Dortmund-Rahm wird berichtet vom Bauspielplatz über Kinder und Betreuer.
Aus Duisburg wird berichtet vom Hanfried Brenner Prozess, aus Münster von H. Baron, u.a. über die JVA Dortmund. Von KHD Köln wird berichtet über das eigene 'Schwungrad', das sich mit den Angestellten in der Großmotorenkonstruktion befaßte. Von Siemens Witten wird berichtet über die Rote Betriebsrätin und die Mattenlegerei. Über Klassenjustiz wird berichtet aus Münster sowie aus Bonn über den VK.
Q: Roter Morgen Nr. 47, Dortmund 22.11.1975

29.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 22.11.1975, 6.12.1975) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Karlsruhe, wo die Mieter kämpfen und auch die Klassenjustiz zuschlägt, und über das Berufsverbot (BV) gegen Horst Groos in Sondelfingen bei Reutlingen, gegen das sich die Schüler und das Komitee gegen die Berufsverbote Reutlingen einsetzen sowie die Personalversammlungen der Lehrer in Reutlingen und Tübingen aussprachen. Die KPD/ML gab dazu ein Flugblatt heraus.

Aus Bayern wird berichtet vom Unfall im AKW Gundremmingen. Mit Sascha Haschemi solidarisierte sich auch der AStA der Hochschule für Politik (HfP) München.

Aus Bremen wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM bei Klöckner über Arbeiter, Angestellte sowie Lehrlinge und über ein Extra des eigenen 'Angriff' (vgl. 17.11.1973).

Aus Hessen wird berichtet von der Solidarität des AStA der FHS Darmstadt mit Sascha Haschemi sowie über Klassenjustiz in Darmstadt.

Aus NRW wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM über den eigenen 'Roten Greifer' bei ATH Duisburg-Hamborn, Ruhrort und Meiderich, den eigenen 'Röhrenkieker' bei Mannesmann Duisburg-Huckingen, die 'Stählerne Faust' bei Hoesch Dortmund, den 'Hammerschlag' bei Krupp Bochum und von den Stahlwerken Bochum (SWB).

Berichtet wird auch aus Halle / Werther (vgl. 13.10.1975), aus Bochum von der Ruhruniversität Bochum über die Arbeiter in der Feinmechanischen Werkstatt, die Abteilung Wissenschaft und Forschung der ÖTV und die ÖTV-Jugend Bochum-Wattenscheid, aus Essen von einer Zeche (IGBE-Bereich) über Unter- und Übertagebereich sowie die Kohlenschrämmer.
Die Zelle Blumenthal Recklinghausen berichtet über den Untertagebereich, die Busfahrer und die DKP.
Über Klassenjustiz wird berichtet von Opel Bochum, aus dem Gefängniskrankenhaus Bochum, aus Dortmund und Hamm sowie von Siemens Witten.
Q: Roter Morgen Nr. 48, Dortmund 29.11.1975

06.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 49 (vgl. 29.11.1975, 13.12.1975) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' gingen ein aus:
- Baden-Württemberg aus dem Parteibüro Mannheim.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der RG Karlsruhe über Jungarbeiter allgemein und bei Heinkel Maschinen- und Apparatebau im Besonderen. Bei Coop Schwaben in Stuttgart verteilte die KPD/ML ein Flugblatt zur Betriebsversammlung, in dem u.a. auf die Coop Bäckereien in Reutlingen (bereits geschlossen) und Ludwigsburg eingegangen wird. Die RG Sindelfingen konnte ein ehemaliges Mitglied der MLSG Böblingen/Sindelfingen des KABD rekrutieren (vgl. 13.11.1975). Erwähnt wird auch die eigene OG Mannheim/Ludwigshafen. Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz soll demonstriert werden in Stuttgart (vgl. 13.12.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München von Sascha Haschemi, wobei auch auf seine Lehre als Maschinenbauer bei Hurth eingegangen wird, aber auch in "Erneuter Polizeimord in München: Jugendlicher von hinten erschossen" über Christian Tatzko.

Aus Hessen wird eingegangen auf die JVA Darmstadt.
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 6.12.1975

13.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 6.12.1975, 20.12.1975) heraus.

Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz wird heute gemeinsam von KPD und KPD/ML demonstriert in Berlin, Hamburg, Dortmund und Stuttgart. Die Verlagsinitiative dagegen ist u.a. in Frankfurt tätig. Aus dem GdED-Bereich wird in "60 000 Entlassungen bei der Bahn geplant" berichtet von der Deutschen Bundesbahn (DB), u.a. über die 300 Streckenarbeiter auf der Strecke Hannover - Würzburg, von denen nach Aussage des DB-Präsidenten 270 entlassen werden könnten.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der RG Singen/Radolfzell (vgl. 27.11.1975).

Aus Bayern wird berichtet aus München über Sascha Haschemi (vgl. 6.12.1975) sowie über einen Prozess wegen Widerstands während eines Prozesses gegen eine Soldatenzeitung bei der Bundeswehr.

Aus Hessen wird berichtet vom Textilbetrieb Eles Bleidenstadt (GTB OV Frankfurt) und dem eigenen KSB/ML an der Uni Marburg.

Über Klassenjustiz wird berichtet aus Duisburg über den eigenen 'Röhrenkieker' bei Mannesmann, aus Gelsenkirchen von der u.a. bei der Firma Matheisen aktiven Roten Garde, der Berufsschule und dem Gymnasium, welches nahe dem Gericht gelegen.
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 13.12.1975

20.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 51 (vgl. 13.12.1975, 27.12.1975) heraus.

Von den Demonstrationen von KPD und KPD/ML gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz am 13.12.1975 in Berlin, Hamburg, Dortmund, Stuttgart und München wird kundgetan, daß sich daran insgesamt mehrere tausend Personen beteiligten.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom KSB/ML an der Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen, wo auch der MSB Spartakus der DKP vertreten ist nd aus einem Mannheimer Betrieb, in dem u.a. Türken arbeiten.

Aus Bayern wird berichtet aus München von Bruckmann mit Hilfe des eigenen 'Der Druckerei Arbeiter' in "Mandruck vor der Auflösung" und in "RM 25/74 im Laden ausgehängt. 7 Monate wegen eines ROTEN MORGEN" vom Prozess gegen Rainer Junck vom eigenen Buchladen sowie aus Schweinfurt von F&S in "Fichtel und Sachs. Arbeiter werden wie Sklaven verschachert" vom Verkauf von 74% der Aktien an GKN und durch einen Brief von Hubert Lehmann aus der JVA Aichach.

Aus Hessen wird berichtet aus den JVAs Butzbach und Dieburg und in "Giftmüllprozeß in Hessen. Plaumann ist nur ein kleiner Fisch" über die Spedition Plaumann in Hanau, die Giftmüll u.a. für Hoechst u.a. auf die Deponie Eisert in Großkrotzenburg transportiert.
Q: Roter Morgen Nr. 51, Dortmund 20.12.1975

27.12.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 52 (vgl. 20.12.1975, 3.1.1976) heraus.

Gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz sprachen sich aus in:
- Baden-Württemberg die Teilnehmer einer gemeinsamen Kundgebung von KSB/ML und KSV der KPD in der Uni Freiburg sowie Verlage in Heidelberg.
- Bayern in München die Fachschaft Architektur an der TU, die Internationale Buchhandlung und der Verlag 20. Mai sowie in Würzburg die Studiobühne.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Stuttgart (vgl. 13.12.1975), vom RMLK an der Uni Tübingen über die CARP, aus Karlsruhe von einem Kronenkorkenbetrieb, von der RG Leutkirch über Rentner. Eine Veranstaltung wird angekündigt für Reutlingen (vgl. 7.1.1976).

Aus Bayern wird berichtet aus München über Lehrlinge bei Südbremse mit Hilfe des eigenen 'Motor'. Angekündigt wird der RAKT-Prozess gegen Klaus Kercher. In "Bürgermedaille für Völkermörder" wird aus Fürth berichtet über die Ehrung von Henry Kissinger. In "Nato: Herr in fremden Häusern" wird berichtet über Bundeswehrmanöver von einem Soldaten aus dem Raum Würzburg.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt u.a. vom eigenen 'Roten Kessel' bei Cassella und von Studenten für das Höhere Lehramt in Marburg.
Q: Roter Morgen Nr. 52, Dortmund 27.12.1975

03.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 1 (vgl. 27.12.1975, 10.1.1976) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen:
- aus Bayern aus München, Nürnberg und Würzburg-Oberdürrbach sowie vom Landesverband.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg aus dem Großhandel für Schaufensterfiguren über dessen Kunden in "Polizei übt Kopfschuss".

Aus Düsseldorf wird berichtet über 'Der rote Schraubstock', die Betriebszeitung der KPD/ML und der RG bei Mannesmann-Rath und den dortigen Roten Betriebsrat, von KHD Köln über das 'Schwungrad' (vgl. Apr. 1975).

Mit der "Grußadresse des ZK der KPD/ML zum 57. Jahrestag der Gründung der KPD, zum 7. Jahrestag der Gründung der KPD/ML und zum Neuen Jahr" befaßt sich auch die KPD (vgl. 7.1.1976, 14.1.1976). Hingewiesen wird von der KPD u.a. auf die Widersprüche dieses Textes mit der Gründungserklärung der KPD/ML-Sektion DDR (vgl. 2.2.1976). Von den Folgen (vgl. 3.1.1976) berichtet die KPD u.a. aus Baden-Württemberg aus Tübingen und aus Niedersachsen aus Braunschweig.
Quellen: Roter Morgen Nr. 1, Dortmund 3.1.1976; Rote Fahne Nr. 1, 2, 4 und 9, Köln 7.1.1976, 14.1.1976, 28.1.1976 bzw. 3.3.1976, S. *, S. *. S.6 bzw. S.10

10.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 2 (vgl. 3.1.1976, 17.1.1976) heraus.

In "Schikanen gegen politische Gefangene. Weihnachtsurlaub am 22.12. gestrichen" wird berichtet aus den JVAs Aichach, Dieburg, Ebrach, München-Stadelheim und Münster.

Aus Duisburg wird berichtet von der ATH und deren Betriebsratsvorsitzenden Weihs.
Q: Roter Morgen Nr. 2, Dortmund 10.1.1976

17.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 3 (vgl. 10.1.1976, 24.1.1976) heraus.

Die Initiative von Verlegern, Buchhändlern und Kulturschaffenden gegen das 13. Strafrechtsänderungsgesetz (SRÄ) wird u.a. unterstützt aus:
- Bayern vom Landesverband der Deutschen Jungdemorkaten (SDJD - Judos der FDP) sowie aus München von der Buchhandlung Basis, von EPOG und dem Münchner Rationaltheater.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern aus Kitzingen von einer Tombola.

Solidaritätsspenden kamen aus:
- Bayern aus Durach (Oberallgäu) und Würzburg.

Aus Bayern wird berichtet aus München von der RHD-Solidarität für Klaus Kercher und in "Hof. Ein Monat Gefängnis" über eine Haftstrafe in der Jugendvollzugsanstalt Bamberg für ein Günter Routhier Flugblatt.

Über Klassenjustiz wird berichtet aus Düsseldorf, Essen, Köln und Münster.

U.a. wird Stellung genommen zu den Vorwürfen der KPD wegen der eigenen "Grußadresse" (vgl. 3.1.1976).

Aus Norddeutschland wird berichtet von der Sturmflut (vgl. 3.1.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 3, Dortmund 17.1.1976; Rote Fahne Nr. 5, Köln 4.2.1976, S. 6

24.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 4 (vgl. 17.1.1976, 31.1.1976) heraus. Gegen die Raubfischerei wird gefordert: "Britische Piraten raus aus Islands Gewässern".

Spanienspenden kamen aus:
- Bayern von der Roten Garde Erding, aus Kitzingen und Schweinfurt.

Im Bericht über DEMAG Kalldorf wird die teilweise Verlagerung der Maschinen nach Nürnberg erwähnt. Aus München wird von einem Freispruch in einem Routhier-Prozess berichtet.

Aus Duisburg wird berichtet über Klassernjustiz sowie von Mannesmann Huckingen (vgl. Feb. 1974, Dez. 1975).

U.a. wird Stellung genommen zu den Vorwürfen der KPD wegen der eigenen "Grußadresse" (vgl. 3.1.1976).
Q: Rote Fahne Nr. 5, Köln 4.2.1976, S. 6; Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 24.1.1976

31.01.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 5 (vgl. 24.1.1976, 7.2.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg von der Iransolidarität sowie aus der JVA Ebrach.
Q: Roter Morgen Nr. 5, Dortmund 31.1.1976

11.02.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 4.2.1977, 18.2.1977) Nr. 6 heraus, der sich mit ihrem Dritten Parteitag befasst. Von diesem berichtet auch ein Maurer aus München.
Q: Roter Morgen Nr. 6, Dortmund 11.2.1977

14.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 7 (vgl. 7.2.1976, 21.2.1976) heraus.
Spenden für den RM kamen aus:
- Bayern aus München und Nördlingen.
- Berlin von der Roten Garde und von der Zelle Siemens Schaltwerk.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern von der RG Kitzingen.

Zur Gründung der Sektion DDR kommen Grüße u.a. von der Sympathisantengruppe Herne, die vorher mit der KPD sympathisierte sowie aus der JVA Münster von Heinz Baron.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 29.1.1976) sowie aus Greding.
Q: Roter Morgen Nr. 7, Dortmund 14.2.1976

21.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 8 (vgl. 14.2.1976, 28.2.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 12.2.1976), aus Augsburg von einem Routhier-Prozess, aus Pödeldorf, Landkreis Bamberg vom Protest gegen einen US-Schießplatz und aus Nürnberg aus dem HBV-Bereich von Aldi sowie in einer Korrespondenz über die "Jusos und 14. Strafrechtsänderungsgesetz" (SRÄ). Zum Chemical Mace bzw. der Chemischen Keule wird auch ein Leserbrief an die 'Frankfurter Rundschau' aus München dokumentiert.

Aus Duisburg wird berichtet von der Solidarität mit der PEF Türkei (vgl. 9.2.1976) sowie vom eigenen Arbeitertreff in Duisburg-Nord (vgl. 6.2.1976).
Über Klassenjustiz wird berichtet aus Oberhausen und Duisburg, aus der JVA Essen wird berichtet, dass dort Karl-Heinz Dellwo gefoltert werde. Von KHD Köln wird berichtet vom Motorenbau sowie von mit 600 Stimmen gewählten Roten Betriebsräten. Aus Witten wird berichtet von Siemens (vgl. 9.2.1976) und eine DDR-Veranstaltung angekündigt (vgl. 21.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 8, Dortmund 21.2.1976

28.02.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 9 (vgl. 21.2.1976, 6.3.1976) heraus.

Aus Bayern wird berichtet aus München von einem Prozess gegen einen Genossen aus Kempten sowie aus Nürnberg in "Entlassungsgrund: Sprachfehler" von den Städtischen Krankenanstalten über Vorschüler und Krankenpflegehilfeschüler.
Q: Roter Morgen Nr. 9, Dortmund 28.2.1976

06.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 10 (vgl. 28.2.1976, 13.3.1976) heraus. Berichtet wird vom Fischereikrieg über "Verstärkte Aktionen des isländischen Volkes".

Aus Bayern wird berichtet vom Dynamit Nobel Fürth-Prozess.

Aus Duisburg wird berichtet über Türken in der JVA Ruhrort, von ATH über die Heißbetriebe, Tieföfen, die Sinteranlage und die Schlosser sowie über die IG Metall-Vertrauensleutewahlen bei ATH Hamborn, u.a. über den eigenen 'Roten Greifer', die Schicht 586 und den Reparaturbetrieb.
Aus Witten wird berichtet von der DDR-Veranstaltung (vgl. 21.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 10, Dortmund 6.3.1976

13.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 11 (vgl. 6.3.1976, 20.3.1976) heraus. In "Werkschutz. Kampftruppe gegen die Arbeiterklasse" wird auch berichtet von BMW München.

Aus Bayern wird in "Arbeitsunfähigkeit durch Unfall - um Unfallrente betrogen" aus dem BSE-Bereich berichtet aus München. Eingeladen wird zur RM-Veranstaltung in München.

Aus dem Landkreis Wesermarsch wird berichtet vom AKW Esenshamm.

Aus Düsseldorf wird berichtet über Mannesmann-Lierenfeld (vgl. 1.3.1976) und Mannesmann-Rath (vgl. 1.3.1976).
Aus Duisburg wird berichtet von den Routhierprozessen über Polizeiterror bzw. über den ATH-Werksschutz, das 14. Kommissariat und die Polizeischule Münster sowie die Stahlindustrie in Form von ATH, Krupp und Mannesmann.
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 13.3.1976

20.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 12 (vgl. 13.3.1976, 27.3.1976) heraus.
Solidaritätsspenden kamen aus:
- Baden-Württemberg von der Roten Garde Reutlingen.
- Berlin vom Buchladen, der Roten Garde Wedding, der RM-Leserunde Wedding und der Zelle Siemens-Schaltwerk.
- Hessen vom KSB/ML Studententreff Frankfurt (vgl. 5.2.1976).

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Baden-Württemberg aus Reutlingen-Altenburg.
- Berlin von der Roten Garde Wedding und der Zelle Siemens-Schaltwerk.
- NRW aus Dortmund.
- Schleswig-Holstein vom RMLK Kiel-Friedrichsort und dem RMLK Schleswig.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg von der Dynamit Nobel-Fürth Demonstration (vgl. 6.3.1976).

Aus Hessen wird berichtet vom KSB/ML Studententreff Frankfurt (vgl. 11.2.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 12, Dortmund 20.3.1976

27.03.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 13 (vgl. 20.3.1976, 3.4.1976) heraus. In "IGM-Betriebsräte. Retter der kapitalistischen Krisen- und Kriegswirtschaft?" wird berichtet von einem Brief der Betriebsratsvorsitzenden und -stellvertreter von u.a. Blohm & Voss Hamburg, Rheinstahl AG, MaK Kiel und Krauss-Maffei München an Bundeskanzler Schmidt.

Über JVAs wird berichtet aus Dieburg, München-Stadelheim, Duisburg-Ruhrort und Münster.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen aus:
- Bayern vom Buchladen München und aus Roth.

Vom AKW Wyhl wird berichtet über das 'Offenbacher Papier': "Ein Erpressungsmanöver der Landesregierung".
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 27.3.1976

03.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 14 (vgl. 27.3.1976, 10.4.1976) heraus. Über AKWs wird berichtet aus Wyhl bei Freiburg.

Aus Bayern erscheint ein Interview mit der Studiobühne Würzburg, in dem auch auf die Firma Koenig & Bauer sowie im Jahre 1973 den AStA tragende MG eingegangen wird, es wird berichtet über den in München-Stadelheim inhaftierten Sascha Haschemi und von den Roter-Morgen-Veranstaltungen in München (vgl. 26.3.1976) und auch in Nürnberg:"
Zum Abschluß der ROTEN-MORGEN-Kampagne fand in Nürnberg eine Veranstaltung zum ROTEN MORGEN statt. Es waren ca. 40 Freunde und Genossen anwesend. Der neugegründete AP-Trupp unterstützte die Veranstaltung durch revolutionäre Lieder der Arbeiterbewegung. Zum Abschluß der Veranstaltung, die bei allen Besuchern großen Anklang fand, wurden 120 DM zur Unterstützung des ROTEN MORGEN gesammelt."

Aus Hessen wird berichtet aus Darmstadt (vgl. 19.3.1976), von der JVA Dieburg und von Opel Rüsselsheim (IGM-Bereich - vgl. 23.3.1976).

Aus Düsseldorf wird berichtet von Mannesmann-Lierenfeld (vgl. März 1976) und über Klassenjustiz. Aus Duisburg wird berichtet über Routhierprozesse sowie die Türken in der JVA Ruhrort.
Aus Witten wird berichtet von Siemens, wo sich der 'Rote Lautsprecher' u.a. mit Frauen befasste.
Q: Roter Morgen Nr. 14, Dortmund 3.4.1976

10.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 3.4.1976, 17.4.1976) heraus. Zu Ägypten wird berichtet über den Sadat-Besuch im Artikel "Sadat in Bonn. Hände weg von Ägypten!".

Enthalten ist u.a. auch der Maiaufruf. Zitiert wird daraus u.a. in:
- NRW bei Opel Bochum (IGM-Bereich - vgl. 22.4.1976).

Spenden für die Sektion DDR kamen aus:
- Bayern von der RG-Zelle Erding, vom RMLK Nürnberg, aus Neuburg und Nördlingen.

Spenden für die KPD/ML kamen aus:
- Bayern aus Schwabhausen (Kreis Dachau) und aus München.

Aus Bayern wird in "Keine Abschibeung der türkischen Kollegen" berichtet von Dynamit Nobel Fürth sowie aus München vom RAKT-Prozess gegen Klaus Singer.
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 10.4.1976; Zündkerze Nr. 3, Bochum Apr. 1976, S. 2f

17.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 16 (vgl. 10.4.1976, 24.4.1976) heraus.
Über Arbeitsgerichtsprozesse gegen Rote Betriebsräte wird berichtet von der AG Weser Bremen, aus Düsseldorf von den Mannesmann-Röhrenwerken, aus Witten von Siemens und aus Kiel von HDW.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus München.

Aus der Nähe von Nürnberg wird in "Polizeimanöver gegen Demonstranten" berichtet über die Bereitschaftspolizei.
Q: Roter Morgen Nr. 16, Dortmund 17.4.1976

24.04.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 17 (vgl. 17.4.1976, 1.5.1976) heraus. Damit befasst sich auch die KPD (vgl. 28.4.1976). Im Artikel "Straßenkampfausbildung der Bundeswehr. Bürgerkriegsarmee gegen das Volk" wird auch die Kampftruppenschule 1 in Hammelburg erwähnt.

Aus Bayern wird berichtet aus Kitzingen (vgl. 10.4.1976). Zu Maiaktionen wird aufgerufen in München (vgl. 30.4.1976) und Nürnberg.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 24.4.1976; Rote Fahne Nr. 17, Köln 28.4.1976

01.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 18 (vgl. 24.4.1976, 8.5.1976) heraus.
Von den eigenen Zeitungen werden u.a. erwähnt aus:
- Bayern aus Erding / Freising um ''s rote Provinzblatt' der Roten Garde, Kempten 'Der Bohrer' für Rott, aus München 'Der Motor' für Südbremse, der 'Rote Anlasser' für BMW und 'Der Druckerei Arbeiter' für Bruckmann sowie 'Das revolutionäre Bündnis' des KSB/ML und 'Der rote Rechtskommentar' des KSB/ML für den Fachbereich Jura der LMU, aus Nürnberg die 'Rote Spritze' für die Städtischen Krankenanstalten und der 'Rotstift' für die Oberschulen, aus Schweinfurt 'Der Rote Sachsarbeiter' für Fichtel & Sachs und aus Würzburg 'Der Rote Lautsprecher' für Siemens und 'Die Rote Rotation' für Koenig und Bauer sowie die 'Rote Straße' für Zellerau.
- Berlin 'Der rote Schaltwerker' für das Siemens-Schaltwerk.
- NRW aus Düsseldorf 'Der rote Schraubstock' von KPD/ML und RG bei Mannesmann Rath sowie die seit dem letzten 1. Mai erstmals erschienene 'Rebellion' der RG für Mannesmann Lierenfeld, aus Duisburg um 'Der rote Greifer' für ATH Hamborn, Ruhrort und Hüttenheim sowie den 'Röhrenkieker' für Mannesmann.
Q: Roter Morgen Nr. 18, Dortmund 1.5.1976

08.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 19 (vgl. 1.5.1976, 15.5.1976) heraus. In "Druckereiarbeiterstreik. Empörung über Aussperrung" wird aus dem DruPa-Bereich berichtet aus Hannover, u.a. von Madsack, und aus Mannheim, im Faksimile werden 'Der Druckerei Arbeiter' für Bruckmann München und der 'Rotdruck' für Hamburger Druckbetriebe abgebildet.

Berichtet wird auch: "Abkommen der VR China mit Ägypten. Unterstützung der arabischen Völker".

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg (vgl. 24.4.1976), aus München vom 1. Mai, vom Haschemi-Prozeß und dem RAKT-Prozeß gegen Klaus Singer.
Q: Roter Morgen Nr. 19, Dortmund 8.5.1976

15.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 20 (vgl. 8.5.1976, 22.5.1976) heraus. Im Leitartikel "Der Staat - ein Instrument der Kapitalisten. Polizeiterror gegen streikenden Druckarbeiter" wird aus dem DruPa-Bereich berichtet aus Berlin, Heilbronn, München, und Neumünster. In "Druckreiarbeiterstreik. Berichte über Polizeieinsätze" wird berichtet aus Köln, u.a. vom Druckhaus Deutz, aus München von der Verhinderung der Auslieferung des 'Münchner Merkur' und des 'Werbespiegel', aber auch vom Buchgewerbehaus (BGH) und der SZ, wo Solidarität geübt wurde.

Aus Bayern wird berichtet aus München vom Haschemi-Prozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 20, Dortmund 15.5.1976

22.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 21 (vgl. 15.5.1976, 29.5.1976) heraus.

Solidaritätsspenden kamen aus Brunsbüttel, aus München, u.a. von einer Veranstaltung, aus Schweinfurt und Essen. Sonstige Spenden kamen auch von der Wanderung der RG Kitzingen.

Berichtet wird über den Druckerstreik der DruPa auch aus München, u.a. von Oldenbourg und aus Kleinbetrieben. Karin Wagner befasst sich in ihrer rede gegen die Isolationshaft mit der JVA Stuttgart-Stammheim.

Aus München wird berichtet vom Haschemi-Prozess, aus Würzburg vom Routhier-Prozeß gegen die 'Rote Lehrlingsfront' (vgl. 22.4.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 21, Dortmund 22.5.1976

29.05.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 22 (vgl. 22.5.1976, 5.6.1976) heraus. Berichtet wird über die CPB/ML bzw. deren Zentralorgan im Artikel "'The Worker' - Britische Imperialisten raus aus Irland!".

Berichtet wird vom Druckerstreik der DruPa auch aus München von Bruckmannn, wo man den 'Druckerei Arbeiter' herausgibt, und vom Pressehaus Bayerstraße (PHB).

Aus München wird berichtet von einem Prozess gegen einen Besucher des RAKT-Prozesses gegen Klaus Kercher.
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 29.5.1976

19.06.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 25 (vgl. 12.6.1976, 26.6.1976) heraus.

Berichtet wird auch "Indonesiens arme Stadtbevölkerung. Mit Messern und Steinen gegen die Polizei".

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg in "Nach Entlassung aus Betrieb und Schule. Lehrlinge kämpfen für ihren Schulsprecher" von der Berufsschule, aus Nürnberg von einem Prozess gegen den Verkauf der 'Roten fahne' der KPD in den Mensen der Hochschulen, aus München von Siemens über den eigenen 'Roten Lautsprecher' und die DKP, über den Prozess zum Tod von Erich Wiesneth und von einem Prozess gegen den KSB/ML:"
Freigesprochen wurde der presserechtlich Verantwortliche der KPD/ML, den der RCDS-Führer und Denunziant Günter Dörr angezeigt hatte. Dörr war in einem Flugblatt des KSB/ML als Helfershelfer der Polizei entlarvt worden, der bereits mehrmals Fotos von revolutionären Studenten ausgeliefert und schon 19 Beschwerden und Anzeigen gegen fortschrittliche Studenten gemacht hatte."
Quelle: Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 19.6.1976

26.06.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 26 (vgl. 19.6.1976, 3.7.1976) heraus. In "Bundeswehr. Ausbildung für Faschisten aus Chile" wird berichtet von der Führungsakademie Hamburg, aber auch von der Kampftruppenschule Hammelburg und der Sixt von Arnim Kaserne Wetzlar.

Aus Bayern wird berichtet aus Würzburg durch eine Rote-Hilfe Genossin in "Sittlichkeitsverbrecher. Wer reich ist, kann mit Nachsicht rechnen". Aufgerufen wird zur PAC-Veransatltung in München (vgl. 26.6.1976).

Aus dem Landkreis Wesermarsch wird berichtet vom AKW Esenshamm: "Gefahren verschwiegen".
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 13.3.1976

03.07.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 26.6.1976, 10.7.1976) heraus.
Aus Bayern wird in "Arbeitsdirektoren. Experten für Ausbeutung" berichtet von einer IGM-Landeskonferenz mit Judith, wobei auch auf Mannesmann Duisburg eingegangen wird. Berichtet wird aus München von der Azanianveranstaltung (vgl. 26.6.1976) sowie aus Coburg von einem Routhierprozeß.
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 13.3.1976

10.07.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 28 (vgl. 3.7.1976, 17.7.1976) heraus. In "Ausländer in der Bundesrepublik. Patrioten werden verfolgt - Faschisten geschützt" wird berichtet von den Verurteilten des Kölner PEF-Türkei-Prozesses, deren Asylanhörung in Zirndorf vertagt worden sei.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg von AEG über die Gießereien sowie vom Hitzestreik, an dem sich 300 beteiligten. Sowie aus Landsberg von dem dort in der JVA einsitzenden Sascha Haschemi.
Q: Roter Morgen Nr. 27, Dortmund 10.7.1976

17.07.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 10.7.1976, 24.7.1976) heraus. In "Dürre in der Bundesrepublik. Monopole sahnen ab - Ruin für viele Bauern" wird berichtet über Bauern im Saarland und im Raum Würzburg.

Spenden für die KPD/ML kamen aus Bayern aus Oberschleißheim. Spenden für die Sektion DDR kamen aus Bayern aus München von einer Grundschulung und aus Kitzingen, u.a. vom Stammtisch. Roter Morgen Spenden kamen aus Bayern von einem Kulturabend in München und vom Stützpunkt Kitzingen. Spenden für den PAC Azania kamen aus Kitzingen von einer Feier.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg von AEG über die Gießereien sowie vom Hitzestreik, an dem sich 300 beteiligten.
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 17.7.1976

31.07.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 31 (vgl. 10.7.1976, 7.8.1976) heraus.

Spenden für den Roten Morgen kamen aus:
- Bayern aus München, von der Ortsgruppe Kitzingen, aus Albertshofen, Kreis Kitzingen, aus Nürnberg, u.a. vom Stammtisch, aus Altenkunstadt, Kreis Lichtenfels und aus Weil, vermutlich dasjenige im Landkreis Landsberg.

Es ergeht eine "Warnung" vor Werner Lukas, der 1972/73 in Bayern für KPD/ML-Schriften verantwortlich zeichnete und zuletzt in München agierte.
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 31.7.1976

07.08.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 31.7.1976, 14.8.1976) Nr. 32 heraus.

Aus Bayern wird in "Offen gesagt… Barbarisch!" berichtet über eine in Klingenberg, Kreis Miltenberg, gestorbene Studentin, die statt einer Arztbehandlung einem Exorzismus durch einen katholischen Priester unterzogen wurde. Aus Nürnberg berichtet eine Genossin in "Wer krank ist, wird auf die Straße geworfen" aus einer Metallwarenfabrik mit ca. 100 meist ausländischen Arbeitern, u.a. aus Griechenland.

Aus Hessen wird berichtet vom AKW "Vor der Bevölkerung vertuscht - Schwere Schäden am KKW Biblis".

Das KPD-RK NRW (vgl. 9.8.1976) berichtet über den enthaltenen Offenen Brief an die KPD, darin heiße es, es seien "die Grundlagen für Gespräche um die Einheit, wie sie im letzten Jahr begonnen haben, im Kampf wiederherzustellen".
Q: KPD (RK NRW): Offener Brief an die Mitglieder und Sympathisanten der KPD/ML, Dortmund o.J. (1976), S. 3; Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 7.8.1976

14.08.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 7.8.1976, 21.8.1976) Nr. 33 heraus. In "'Spiegel'-Interview mit Polizeiminister. 'Feuer frei' für die Polizei…" zum Polizeigesetz wird auf S. 5 auch berichtet über Erich Wiesneth:"
In München machten Polizisten Jagd auf einen Jugendlichen, der ein Auto gestohlen hatte, umzingelten ihn mit ihren Streifenwagen und erschossen den wehrlosen Jugendlichen anschließend kaltblütig."
Q: Roter Morgen Nr. 33, Dortmund 14.8.1976

21.08.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 14.8.1976, 28.8.1976) Nr. 34 heraus. Aufgerufen wird zu Antikriegstagsdemonstrationen (AKT) in Berlin, Duisburg-Hamborn, Frankfurt, Hamburg, Hannover und München.

Solidaritätsspenden kommen u.a. von der Ortsgruppe Nürnberg.
Q: Roter Morgen Nr. 34, Dortmund 21.8.1976

28.08.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 21.8.1976, 4.9.1976) Nr. 35 heraus. In "Razzia gegen Buchläden" (vgl. 18.8.1976) wird berichtet über die Suche nach einer Zeitschrift mit einem Beitrag zum Tod von Ulrike Meinhof (RAF) in Buchläden in Berlin, Bochum, Hamburg, Heidelberg, Köln, Münster und Tübingen.

Aus Bayern wird berichtet aus München in "Münchner Polizei durchwühlt Gepäck" über die Handgepäckaufbewahrung im Hauptbahnhof und in "Russische Militärspionage. Der grosse Coup platzte vorzeitig…" von Agente der SU bzw. MBB, sowie aus Erlangen:"
Anfang August standen elf Genossen des KSV (Studentenverband der GRF) vor Gericht, weil sie in der Mensa der Universität Erlangen einen Büchertisch aufgebaut und die 'Rote Fahne' verkauft hatten. Den Genossen war schon vorher in einem Zivilrechtsprozeß der weitere Verkauf der 'Roten Fahne' in der Mensa bei Androhung einer halben Million Geldstrafe bzw. einer 6-monatigen Gefängnisstrafe verboten worden. Jetzt wurden sechs von ihnen wegen 'Hausfriedensbruch' in diesem Strafprozeß zu insgesamt 8 800 DM verurteilt.

Aus Hessen wird berichtet vom AKW "Vor der Bevölkerung geheimgehalten - Katastrophenabwehr-Plan in Biblis".
Q: Roter Morgen Nr. 35, Dortmund 28.8.1976

04.09.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 28.8.1976, 11.9.1976) Nr. 36 heraus. Angekündigt werden Veranstaltungen zur eigenen Grundsatzerklärung (GSE) auch in München (vgl. 30.9.1976). Berichtet wird von den Antikriegstagsdemonstrationen (AKT) auch aus München.

Aus Bayern wird berichtet aus München in "Nach neuem Zeitungsaufkauf. Springer gehören von 5 Münchner Zeitungen 3!" aus dem DruPa-Bereich von der 'Bild' und aus dem Pressehaus Bayerstrasse (PHB), wo der 'Münchner Merkur' und die 'TZ' erscheinen.
Q: Roter Morgen Nr. 36, Dortmund 4.9.1976

18.09.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 11.9.1976, 25.9.1976) heraus. Aufgerufen wird zu MAO-Trauermärschen am 17.9.1976 auch in München.

Im Beileidstelegramm des ZK der KPD/ML zum Tode Mao Tse-tungs heißt es u.a.:"
Genosse Mao Tse-tung war der größte Marxist-Leninist unserer Zeit. Sein für alle Zeiten unsterbliches Werk ist die Fortsetzung des Werkes von Marx, Engels, Lenin und Stalin."
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 18.9.1976; RG Münster-zwei ex-Mitglieder: Zur Mao-Tse-tung-Diskussion der KPD/ML, o.O. (Münster) Okt. 1978, S. 1

25.09.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 18.9.1976, 2.10.1976) Nr. 39 heraus. Angekündigt werden Veranstaltungen zur eigenen Grundsatzerklärung (GSE) auch in Augsburg (vgl. 2.10.1976), Kempten (vgl. 25.9.1976), München (vgl. 30.9.1976) und Nürnberg (vgl. 26.9.1976).

Von Mao Tsetung Trauerfeiern wird berichtet aus Bayern aus Kempten, München, Nürnberg und Würzburg.

Spenden für die Sektion DDR gingen auch ein aus Nördlingen und aus München u.a. vom Buchladen. Solidaritätsspenden gingen auch ein von einer Veranstaltung in Würzburg. Roter Morgen Spenden gingen auch ein vom Pfingstzeltlager Kitzingen / Würzburg. Spenden für den PAC Azania gingen auch ein aus München u.a. vom Buchladen, für Polen auch aus München.

Aus Bayern wird berichtet aus Nürnberg in "'Krankenpflegeschule Nürnberg sucht Auszubildende' - ein unverschämter Bluff" von den Städtischen Krankenanstalten.
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 25.9.1976

02.10.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 25.9.1976, 9.10.1976) Nr. 40 heraus. In "Neugliederung des Krupp-Imperiums angekündigt. Tausenden Krupp-Kollegen droht die Entlassung" wird auch eingegangen auf die Maxhütte.

Spenden für den Roten Morgen kamen auch aus München. Eingeladen wird zur Veranstaltung in Augsburg (vgl. 2.10.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 2.10.1976

09.10.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 2.10.1976, 16.10.1976) Nr. 41 heraus.
Aus Bayern wird berichtet aus München von der eigenen Veranstaltung (vgl. (vgl. 30.9.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 41, Dortmund 9.10.1976

16.10.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 9.10.1976, 23.10.1976) Nr. 42 heraus.
Roter Morgen Spenden kamen auch aus München.
Q: Roter Morgen Nr. 42, Dortmund 16.10.1976

23.10.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 16.10.1976, 30.10.1976) Nr. 43 heraus. Aus Bayern wird berichtet von SKF Schweinfurt (vgl. 12.10.1976) und aus München von einem RAKT-Prozess.
Q: Roter Morgen Nr. 43, Dortmund 23.10.1976

30.10.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 44 (vgl. 23.10.1976, 6.11.1976) heraus. Laut KPD (vgl. 5.1.1977) wird darin im Zuge der Ablehnung der Politik der VR China nicht mehr Radio Peking propagiert.

Spenden für die KPD/ML kamen auch von einer Veranstaltung in Bayern sowie aus Nürnberg, u.a. von der Grundsatzerklärungsveranstaltung. Für Polen spendete die Ortsgruppe Kempten, für Azania wurde gespendet in Laudenbach / Allgäu.

Aus Bayern wird berichtet aus Schweinfurt in "SKF-Arbeiter kämpfen gegen Entlassungen" und aus Kitzingen:"
Ihre Geburtstagsfeier haben eine Genossin und ein Genosse aus Kitzingen dazu benutzt, von ihrer Reise in die Volksrepublik Albanien zu berichten. Etwa 35 Genossen und Sympathisanten waren gekommen. Einige von ihnen hörten zum ersten Mal Näheres über den Aufbau des Sozialismus in Albanien. Nach dem Reisebericht wurde eine Landkarte von Albanien versteigert. Die Versteigerung und eine anschließende Sammlung ergaben 125 DM, die für die Grundsatzerklärung der KPD/ML gespendet wurden."
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 30.10.1976; Rote Fahne Nr. 1, Köln 5.1.1977, S. 6

06.11.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 45 (vgl. 30.10.1976, 13.11.1976) heraus. Berichtet wird vom AKW Brokdorf (vgl. 30.10.1976).

Laut KPD (vgl. 5.1.1977) findet sich nun keine Werbung für Schriften aus der VR China mehr.

Angekündigt wird eine Albanienveranstaltung in Nürnberg (vgl. 13.111.1976). Aus München wird berichtet von einem RAKT-Prozess.
Q: Roter Morgen Nr. 45, Dortmund 6.11.1976; Rote Fahne Nr. 1, Köln 5.1.1977, S. 6

19.11.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 47 (vgl. 12.11.1976, 26.11.1976) heraus. Berichtet wird aus Brokdorf (vgl. 5.11.1976, 13.11.1976).

Gespendet wurde für die KPD/ML auf Veranstaltungen auch in Kempten. Solidaritätsspenden kommen auch von der RG Coburg.

Angekündigt wird eine Albanienveranstaltung in Würzburg (vgl. 19.11.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 47, Dortmund 19.11.1976

26.11.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 19.11.1976, 3.12.1976) heraus. Berichtet wird aus Brokdorf (vgl. 13.11.1976).
Q: Roter Morgen Nr. 48, Dortmund 26.11.1976

03.12.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 49 (vgl. 26.11.1976, 10.12.1976) heraus. Berichtet wird vom AKW Brokdorf in einem Interview mit Genossin Ulla Woitalla, Ehefrau des am 13.11.1976 lebensgefährlich Verletzten Bernd Woitalla, Betriebsrat von HDW Kiel. Dazu erscheint auch ein "Interview mit einem Arztgenossen". Vom 13.11.1976 gibt es auch Bilder. Demonstriert wurde gegen das AKW Brokdorf in Kiel (vgl. 23.11.1976).

Aus Würzburg wird berichtet über die DKP-Zeitung in der Zellerau bzw. eine durch die DKP verfälschte KPD/ML-Parole.
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 3.12.1976

10.12.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 3.12.1976, 17.12.1976) heraus. Berichtet wird vom AKW Brokdorf (vgl. 13.11.1976): "Schlußfolgerungen der Polizei aus dem Einsatz in Brokdorf - In Zukunft noch brutaler".

Laut KPD (vgl. 5.1.1977) wird darin mit dem Abdruck der Fabel von Huhn und Esel die Politik der VR China kritisiert.
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 10.12.1976; Rote Fahne Nr. 1, Köln 5.1.1977, S. 6

17.12.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 10.12.1976, 24.12.1976) Nr. 51 heraus. Berichtet wird vom AKW Rehling, gegen das sich die Augsburger Initiative gegen das AKW in Rehling und die RG Augsburg wenden sowie vom AKW Wyhl. Über die Nürnberger Wehrsportgruppe Hoffmann wird berichtet von deren Auftritt in Tübingen.

Spenden für den Roten Morgen kamen auch aus Würzburg und von der Ortsgruppe Kempten.

Aus Bayern wird berichtet:"
In Albertshofen bei Kitzingen fand kürzlich ein Diavortrag über Albanien statt. Die Besucher des Vortrags, die bei Hausbesuchen eingeladen worden waren, waren sehr interessiert am Aufbau des Sozialismus in Albanien und daran, auf welchem Weg der Sozialismus hier erreicht werden kann."
Q: Roter Morgen Nr. 51, Dortmund 17.12.1976

24.12.1976:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 52/53 (vgl. 17.12.1976, 7.1.1977) heraus. Berichtet wird im Jahresrückblick vom AKW Brokdorf (vgl. 13.11.1976), wozu von der BUU auch der "Aufruf der Bürgerinitiative Unterelbe" zu Zeugenberichten veröffentlicht wird. Berichtet wird in Zusammenhang mit dem AKW Brokdorf auch aus Wippingen von der dort geplanten Wiederaufbereitungsanlage (WAA): "Natotruppen sollen Baustelle sichern".

Angekündigt werden Veranstaltungen zum eigenen 8. Jahrestag am 31.12.1976 in Nürnberg und München.

Aus Bayern wird berichtet aus München von BMW vom Protest gegen die Beitragserhöhung der IGM.
Q: Roter Morgen Nr. 52/53, Dortmund 24.12.1976

07.01.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 1 (vgl. 24.12.1976, 14.1.1977) heraus. Berichtet wird von den Veranstaltungen zum eigenen achtjährigen Bestehen (vgl. 31.12.1976) auch aus München.

Von AEG wird berichtet über die Stillegung der Werke Vechta und Zeil (Kreis Haßberge) sowie Entlassungen in Nürnberg und Oldenburg.

Über Fahrpreiserhöhungen wird auch berichtet aus Nürnberg und Würzburg.

Aus Nürnberg wird zur ÖDTR zitiert aus Die Rote Spritze' von den Städtischen Krankenanstalten. Aus München wird berichtet von BMW über "Gaunertricks der IGM-Bonzen". In "Initiative gegen Truppenübungsplatz am Main" wird berichtet aus Escherndorf und Nordheim, Kreis Kitzingen.
Quelle: Roter Morgen Nr. 1, Dortmund 7.1.1977

21.01.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 3 (vgl. 14.1.1977, 28.1.1977) heraus.
Berichtet wird "Island. Die Werktätigen verteidigen ihre Lebensinteressen".

In "Verfahren gegen fortschrittliche Rechtsanwälte. Angriff auf die Verteidigung in politischen Prozessen" wird berichtet über die Rechtsanwälte Gildemeier aus Augsburg und Groenewoldt aus Hamburg.

Unter der Überschrift "Entstanden aus dem Kampf in Brokdorf" werden vorgestellt das "Spottlied gegen Stoltenberg" und die "Brokdorf-Ballade". Berichtet wird vom Kampf gegen das AKW Brokdorf über "Faschistenterror gegen Bürgerinitiative" am 9.1.1977 gegen die BUU Hamburg-Altona.

Spenden für die KPD/ML kamen auch aus München, Nürnberg und Würzburg.

Aus Bayern wird berichtet aus dem Kreis Kitzingen in "Kein Mülldeponie in Mainstockheim!".
Q: Roter Morgen Nr. 3, Dortmund 21.1.1977

28.01.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 4 (vgl. 21.1.1977, 4.2.1977) heraus.
Solidaritätsspenden kamen auch aus München.

Berichtet wird vom Kampf gegen das AKW Brokdorf aus Hamburg von der Demonstration (vgl. 22.1.1977), aber auch aus Itzehoe von der Norddeutschen Rundschau: "Staatsanwalt droht Journalisten mit Beugehaft" über die verlangte Herausgabe von Filmnegativen.

Aus München wird berichtet von einem Prozeß (vgl. 13.10.1976). In "'Die Frau versäumt ja nichts mehr.'" berichten Genossen aus Westberlin über ihre in einer Nervenklinik in Kaufbeuren misshandelte Tante.
Q: Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 28.1.1977

04.02.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 28.1.1977, 11.2.1977) Nr. 5 heraus.

Spenden für die KPD/ML kamen aus Stuttgart und Würzburg. Spenden für den Roten Morgen kamen aus Augsburg, München und Wilhelmsthal (Kreis Kronach).

Berichtet wird vom Störfall im AKW "Gundremmingen - Die Lüge von der 'sicheren Atomenergie'". Aus Nürnberg wird berichtet aus der ÖTV (vgl. 10.1.1977), aus Kitzingen wird berichtet von Fichtel + Sachs.
Q: Roter Morgen Nr. 5, Dortmund 4.2.1977

11.02.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 4.2.1977, 18.2.1977) Nr. 6 heraus, der sich mit ihrem Dritten Parteitag befasst. Von diesem berichtet auch ein Maurer aus München.
Q: Roter Morgen Nr. 6, Dortmund 11.2.1977

25.02.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 8 (vgl. 18.2.1977, 4.3.1977) heraus.

Spenden für die Sektion DDR kamen auch von der Sylvesterfeier in Kitzingen. In Neuburg / Donau spendeten Soldaten für den Roten Morgen.

In "Von der Polizei ermordet" wird berichtet über Ernst Wiesneth aus München, Robert Neumann aus Hamburg-Farmsen und Erich Dobhardt aus Dortmund. Berichtet wird aus Augsburg vom AKW-Protest in "Demonstration gegen das geplante KKW in Rehling".
Q: Roter Morgen Nr. 8, Dortmund 25.2.1977

11.03.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 10 (vgl. 4.3.1977, 18.3.1977) heraus.

Spenden für den 'Roten Morgen' kamen auch aus München und Nördlingen.
Q: Roter Morgen Nr. 10, Dortmund 11.3.1977

18.03.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 11.3.1977, 25.3.1977) Nr. 11 heraus. Spenden für die Sektion DDR kamen aus Bayern aus München, u.a. vom Buchladen 'Roter Morgen'. Solidaritätsspenden kamen auch aus München für den Kampf in Brokdorf.

Berichtet wird aus Bayern in "Schüler wehren sich gegen Abbau der Lehrmittelfreiheit" vom Theodor-Heuß-Gymnasium in Nördlingen, aber auch aus Würzburg:"
Auch in Würzburg entfalteten die Genossen der Partei zahlreiche Aktivitäten, nachdem sie von der Verschleppung Bernd Hübners in die DDR gehört hatten. Für die Agitation und Propaganda in der Innenstadt wurden ein Stand angefertigt und ein großes Plakat gemalt, auf dem Honecker, geschützt von den Panzern der sowjetischen Sozialimperialisten, mit der Peitsche in der Hand in den Grenzen der DDR zu sehen ist. In den folgenden zwei Wochen steckten die Genossen in der Zellerau, einem Arbeiterviertel, über 2.000 Flugblätter. Ebenso viele wurden vor der Berufsschule und den Betrieben verteilt. Nach der Steckaktion hielten die Genossen in der Zellerau zahlreiche Kundgebungen ab, um Unterschriften zu sammeln. Innerhalb kurzer Zeit hatten so über hundert Menschen die Protestresolution unterschrieben."
Q: Roter Morgen Nr. 11, Dortmund 18.3.1977

25.03.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 18.3.1977, 1.4.1977) Nr. 12 heraus. Berichtet wird in "Krank durch Akkordarbeit" aus einem Krankenhaus in Nürnberg u.a. über jugoslawische Frauen, die auch bei Quelle (HBV-Bereich) als Büglerinnen arbeiten.
Q: Roter Morgen Nr. 12, Dortmund 25.3.1977, S. 4

01.04.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM - vgl. 25.3.1977, 8.4.1977) Nr. 13 heraus. Berichtet wird in "Bundeswehr - Bürgerkriegsarmee gegen die Werktätigen" von der Kampftruppenschule Hammelburg, sowie in "Chronologie des Bürgerkrieges" u.a. vom Jagdbombergeschwader (Jabo G) 34 Memminger Berg aus dem Jahr 1968:"
Aufgabe ist die Sicherung der Kaserne gegen anrückende Demonstranten, mit denen die Feuerwehr nicht mehr fertig wird. Befehl: 'Demonstranten, die über das Tor klettern, sind zu erschießen.'", vom Raketenbataillon 22 in Schwalmstadt, den Kasernen Aurich und Gießen, der Ausbildungskompanie 408 in Münster und der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg (vgl. Nov. 1973) sowie von 1969:"
'Schneesturm': In Paderborn wird der Militäreinsatz gegen Demonstranten geprobt, zur gleichen Zeit üben Bundeswehreinheiten bei Hannover Streikzerschlagung und Stürmung einer Fabrik. In nur geringer Entfernung demonstrieren Hanomag-Arbeiter gegen die Stillegung ihres Betriebes."
Q: Roter Morgen Nr. 13, Dortmund 1.4.1977

15.04.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 8.4.1977, 22.4.1977) heraus. Berichtet wird "20 Jahre EWG. Block der kapitalistischen Monopole und neokolonialistische Grossmacht". Unter der Überschrift "Marxistisch-leninistische Parteien zur EWG" finden sich Erklärungen der PAA Albanien, der britischen CPB/ML sowie eine Gemeinsame Erklärung der marxistisch-leninistischen Parteien und Organisationen von Dänemark, Finnland, Faröer Inseln, Island, Norwegen und Schweden.
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 15.4.1977

24.06.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 25 (vgl. 17.6.1977, 1.7.1977) heraus. Enthalten ist auch eine Korrespondenz der Roten Garde Bergstraße zum Kampf gegen das AKW Biblis.
Q: Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 24.6.1977

27.07.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 29 (vgl. 22.7.1977, 5.8.1977) heraus. Berichtet wird vom AKW "Biblis: Block C stillgelegt".
Q: Roter Morgen Nr. 29, Dortmund 27.7.1977

05.08.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 31 (vgl. 29.7.1977, 12.8.1977) heraus. Aus Grohnde wird berichtet: "Faschistische 'Bürgerwehr' gegen KKW-Gegner".
Q: Roter Morgen Nr. 31, Dortmund 5.8.1977

16.09.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 37 (vgl. 9.9.1977, 23.9.1977) heraus. Berichtet wird: "Betonzaun um KKW Kalkar".
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 16.9.1977

23.09.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 38 (vgl. 9.9.1977, 30.9.1977) heraus mit dem Leitartikel "Nach der Schleyer-Entführung. Bonner Hetze gegen 'Sympathisantenszene'. Der Angriff geht gegen die Werktätigen".

Berichtet wird aus Kalkar vom Verbot der Demonstration am Bauplatz und einem Aufgebot von 10 000 Polizisten.
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 23.9.1977, S. 12

30.09.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 39 (vgl. 23.9.1977, 7.10.1977) heraus. Berichtet wird aus Kalkar: "Bürgerkriegsübung der Polizei - Tausende Werktätige wie Schwerverbrecher behandelt".
Q: Roter Morgen Nr. 39, Dortmund 30.9.1977

04.11.1977:
Es erscheint der 'Rote Morgen' der KPD/ML Mr. 44 (vgl. 28.10.1977, 11.11.1977) mit dem "Interview mit Frau Weißbecker. Die Polizeilügen über den Tod von T. Weissbecker müssen entlarvt werden" zur Wiederaufnahme des Verfahrens.
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 4.11.1977, S. 7

25.11.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 47 (vgl. 18.11.1977, 2.12.1977) heraus. Berichtet wird auch über Ägypten im Artikel "Sadat in Israel. Kniefall vor den Zionisten".
Q: Roter Morgen Nr. 47, Dortmund 25.11.1977, S. 10

09.12.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 25.11.1977, 16.12.1977) heraus. Berichtet wird auch über Ägypten im Artikel über das Zentralorgan der PAA Albanien: "'Zeri i Popullit'. Die gerechte Sache der arabischen Völker ist unbezwingbar."
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 9.12.1977, S. 7

16.12.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 9.12.1977, 23.12.1977) heraus. Berichtet wird "Fischereiabkommen mit Island abgelaufen. Fisch soll um die Hälfte teurer werden".
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 16.12.1977

23.12.1977:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 48 (vgl. 16.12.1977) heraus. Berichtet wird auch über Ägypten und Israel im Artikel: "'Friedensgespräche in Kairo. Vorbereitung neuer Angriffe gegen die arabischen Völker".
Q: Roter Morgen Nr. 51/52, Dortmund 9.12.1977, S. 1 und 10

10.02.1978:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 6 heraus mit den Artikeln:
- "'Terroristische Aktion'" zum Streik der Fluglotsen; und
- "Offen gesagt. Die großen läßt man laufen" zum Bauunternehmer Hubmann in München.
Q: Roter Morgen nr. 6, Dortmund 10.2.1978

02.06.1978:
Im 'Roten Morgen', Nr. 22 erscheint der Artikel: "Bundeswehr auf der Zeche Consolidation." Ausgeführt wird:

"Kein Zutritt, hieß es im April dieses Jahres auf der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen. Stutzig geworden durch dieses Schild und demonstrativ aufgebauten NATO-Stacheldraht, besah sich ein Leser des Roten Morgen das Zechengelände genauer - und stellt fest, dass eine Feldjägereinheit auf der Zeche eine Übung durchführte.

Worum es bei solchen Bundeswehrübungen auf Betriebsgelände geht, hatte eine Übung auf der stillgelegten Zeche Pluto in Recklinghausen, die ebenfalls im April stattfand, gezeigt. Dort hatten Iserlohner Feldjäger mit Maschinengewehr und Granaten den Sturm auf ein besetztes Zechengelände - also den Bürgerkrieg gegen Arbeiter - geprobt."
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 2.6.1978, S. 16

29.09.1978:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 39 (vgl. 22.9.1978, 6.10.1978) heraus.

In einem Papier aus Münster (vgl. 28.10.1978) heißt es dazu:"
Nun ist bekannt, daß das Programm der KPD/ML von 1977 '…die unvergänglichen Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao Tse-tung und Enver Hoxha zur Grundlage' (Programm S.1) hat. (Deutlich wird der Einfluß der Mao Tse-tung-Ideen unter anderem besonders in dem Kapitel IV. der Sozialismus, S. 83-89)

Ernst Aust sagt über dieses Programm im RM 39/78:
'…daß mit dem III. Parteitag, mit der Verabschiedung des Programms der Partei, die Linie der Partei im wesentlichen festgelegt und ausgearbeitet ist, daß die Partei nicht nur über eine revolutionäre Linie verfügt, sondern daß auch tatsächlich auf dieser revolutionären Linie die Einheit der Partei basiert.'
Kein Wort darüber, daß dieses Programm schleunigst überarbeitet werden muß, um die Lehren Maos daraus zu entfernen!!"
Q: RG Münster-zwei ex-Mitglieder: Zur Mao-Tse-tung-Diskussion der KPD/ML, o.O. (Münster) Okt. 1978, S. 4

27.10.1978:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 43 (vgl. 20.10.1978, 3.11.1978) heraus.

Laut einem Papier aus Münster (vgl. 28.10.1978) heißt es darin:"
Im RM vom 27.10.1978 (43) findet sich in dem Artikel über eine 'Wissenschaftliche Tagung in Tirana' (S.11) folgender Absatz: 'Die Mao-Tse-tung-Ideen sind die ideologische Grundlage des chinesischen Revisionismus und die sogenannte 'Theorie der drei Welten' ist das klarste, ganz offen konterrevolutionäre Produkt der Mao-Tse-tung-Ideen - diese These wurde in verschiedenen Referaten der albanischen Genossen mit unserer Ansicht nach großer Überzeugungskraft vertreten… Die Tagung in Tirana und die Auffassungen, die die albanischen Genossen dort zum Charakter und zu den Grundlagen des chinesischen Revisionismus zum Ausdruck brachten, werden mit Sicherheit die Diskussion dieser Fragen in unserer Partei beeinflussen und vorantreiben.'"
Q: RG Münster-zwei ex-Mitglieder: Zur Mao-Tse-tung-Diskussion der KPD/ML, o.O. (Münster) Okt. 1978, S. 12

29.06.1979:
Im 'Roten Morgen' Nr. 26 der KPD/ML (vgl. 22.6.1979, 6.7.1979) erscheint das Referat von Ernst Aust auf dem 3. ZK-Plenum, welches sich mit 'Problemen beim Aufbau der Front gegen Reaktion und Faschismus' befaßt. Damit geht er, laut KB, "Zurück zum Sektierertum!" Der KB berichtet:"
Kaum hat die KPD/ML vor ein paar Monaten die Abkehr von ihrem traditionellen Sektierertum angekündigt, schon wird wieder zum Rückzug geblasen! … In diesen paar Monaten war einiges geschehen: Bekannte MLer im Betrieb, in der Berufsschule etc. wurden plötzlich richtig menschlich und ansprechbar, sogar zu nichtpolitischen Themen; die KPD/ML rief zur Teilnahme an den Mai-Demonstrationen des DGB auf, was sie jahrelang als schlimmsten Opportunismus der Zirkel gebrandmarkt hatte; MLer tauchten in Antifa-Komitees und ganz zaghaft sogar schon bei Diskussionen um alternative Wahllisten auf. KPD/ML-Chef Aust habe, so berichten MLer, diese Entwicklung von Anfang an nur widerwillig geduldet. Jetzt ist er zur Gegenoffensive angetreten … Im 'Roten Morgen' vom 29. Juni befaßte Aust sich mit 'Problemen beim Aufbau der Front gegen Reaktion und Faschismus': Einige Genossen scheuten sich, zügig an den Aufbau der sogenannten 'Front gegen Reaktion und Faschismus' … zu gehen und eigene örtliche Komites o.ä. zu bilden. Stattdessen wollten diese Leute lieber in den bestehenden Antifa-Komitees mitarbeiten. Das aber sei grundfalsch; denn diese Komitees stünden alle unter der Führung verschiedener revisionistischer Zirkel. In diesen Komitees dürfte daher ein anständiger Kommunist nicht einmal mitarbeiten …
Im selben RM widmete sich Aust auch der Frage der RGO und der Gewerkschaftsarbeit der KPD/ML. Nach der verkündeten Abwendung vom Sektierertum hatten offenbar einige MLer entdeckt, daß es unter den sozialdemokratischen und DKP-Kollegen fortschrittliche Menschen gibt, mit denen man eng zusammenarbeiten sollte. Irrtum, sagt Aust jetzt. Die fortschrittlichen Kollegen sind überhaupt nicht fortschrittlich, sondern wollen die Arbeiterklasse vom revolutionären Kampf für die Errichtung des Sozialismus abhalten. Die KPD/ML dürfe sich nicht auf diese nur scheinbar fortschrittlichen Kollegen orientieren, sondern auf die ganz normale Arbeiterklasse" (vgl. 9.7.1979).
Q: Arbeiterkampf Nr. 157, Hamburg 9.7.1979, S. 55

06.07.1979:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 29.6.1979, 13.7.1979) heraus.
Veröffentlicht werden die Ausführungen von Ernst Aust auf dem 3. ZK-Plenum zu 'Die Grünen, die Bunten, die Spontis und wir'. Der KB wertet dies als Teil des Rücjzuges ins Sektierertum und berichtet:"
Es hatte, wie Aust knapp andeutet, einige Genossen gegeben, die Lenin völlig mißverstanden hatten und tatsächlich in alternativen Wahllisten mitarbeiten wollten. Es war auch gefordert worden, die KPD/ML solle solche Listen unterstützen. Aust wehrt diesen Angriff souverän ab … Was uns hier empfohlen wird, ist der Verzicht auf die führende Rolle der Partei, ist ein Aufgehen im kleinbürgerlich-revisionistischen Zirkelsumpf. Die KPD/ML brauche solche Bündnisse gar nicht; denn es gebe ja bereits die 'Front gegen Reaktion und Faschismus' … die breite Teile des Kleinbürgertums umfaßt und von ihrem Charakter her eine Volksfrontorganisation ist. Bei den Grünen und Bunten Listen handele es sich insgesamt um Zusammenschlüsse von Kleinbürgern, um ihre privilegierte Stellung als solche zu verteidigen. Das seien Zirkel wie der KB oder die GRF (KPD, d.Vf.) … Spontis, Feministinnen, Homos, Randgruppenideologen u.v.a.m."
Q: Arbeiterkampf Nr. 157, Hamburg 9.7.1979, S. 55

Letzte Änderung: 10.04.2017