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Angola

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 16.2.2005



1. Einleitung

In dieser Darstellung sind nur Daten enthalten, die sich direkt auf Angola allein beziehen. Die Vielzahl der Solidaritätsaktionen zu den portugiesischen Kolonien in Afrika, von denen meist nur die drei Angola, Guinea-Bissau und Mosambik benannt wurden, erfolgt separat.

2. Die Organisationen

Diese Darstellung berührt Aktionen von sowie Kontroversen zwischen vor allem der DKP einerseits, mit der sich der KB zwar politisch in der einseitigen Parteinahme für die MPLA, aber scheinbar nicht in gemeinsamen Aktionen verbündet, und dem KBW sowie der KPD andererseits. Von einer unabhängigen Solidaritätsbewegung konnten nur wenige Spuren dokumentiert werden.

3. Wichtige Themen und Ereignisse

Diese Darstellung beginnt mit der Herausbildung einer der Gruppen der angolanischen Unabhängigkeitsbewegung, der späteren UNITA um Roberto Holden (vgl. 1957, 1958,1963), während die Geschichte der MPLA um Agostinho Neto nicht geschildert wird, diese aber nimmt den bewaffneten Kampf auf (vgl. 4.2.1961).

In Deutschland befaßt sich der SDS mit Angola (vgl. 21.6.1969), danach erfolgt zunächst oft eine gemeinsame Betrachtung der portugiesischen Kolonien in Afrika.

Plakat: Angola

Die KPD/ML-ZB berichtet vom "Sklavenhandel" (vgl. 25.1.1971), wenig später beginnt trotz portugiesischer Drohungen eine Rundreise Netos durch die Bundesrepublik (vgl. 31.1.1971), deren Organisation und politische Folgen für die Finanziers aus Frankfurt beleuchtet werden (vgl. 1.2.1971).

Während des Besuchs des MPLA-Vertreters erscheint die Berliner 'RPK' (vgl. 5.2.1971) der KPD/AO, wobei die Projektgruppe Afrika die UNITA von Holden der MPLA quasi gleichstellt, also bereits hier die später von der VR China und vielen ML-Gruppen wie dem Kommunistischen Arbeiterbund Deutschlands (KABD) und dem Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW), aber auch der KPD selbst, vertretene Position der Existenz verschiedener Befreiungsbewegungen in Angola einnimmt, was von der MPLA nur als Affront aufgefaßt werden konnte.

Schon der Allgemeine Studentenausschuß (AStA) der Ruhruniversität Bochum (RUB), damals aus Sozialdemokratischem Hochschulbund (SHB), Spartakus - Assoziation Marxistischer Studenten (AMS) der DKP und Freiheitlichem Hochschulverband (FHV) bestehend, betonte in seiner 'Bochumer Studentenzeitung' (BSZ): "Ultralinke 'Antirevisionisten' werden Farbe bekennen müssen: für oder gegen eine antiimperialistische Aktionseinheit einschließlich der sozialistischen Länder und der KPs oder - sektiererische Abspaltung." (Vgl. Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3)

Hier deuten sich bereist die langwierigen Auseinandersetzungen an, die in der bundesdeutschen Linken um Angola geführt wurden.

Die Liga gegen den Imperialismus (LgdI) der KPD allerdings bekämpft zunächst falsche Vorstellungen in der niederländischen Solidaritätsbewegung (vgl. Jan. 1972), lehnt Boykottaufrufe an die heimische Bourgeoisie als unbrauchbares Mittel für die Unterstützung des angolanischen Befreiungskampfes ab, ohne allerdings selbst konkrete Kampfschritte zu benennen, die Aussicht auf Erfolg versprechen würden.

Die Kommunistische Gruppe(Neues Rotes Forum) Mannheim/Heidelberg, eine der wichtigsten Keimzellen des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) und nicht unmaßgeblich am Komitee Südliches Afrika (KSA) Heidelberg beteiligt, erklärt die ökonomischen Hintergründe der Unterstützung der sozialliberalen Brandt/Scheel-Regierung für die doch so wenig liberale noch gar sozialdemokratische Kolonialherrschaft (vgl. März 1972), die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund, eine weitere, allerdings eher unbedeutende Keimzelle des KBW, schildern konkret, bei Massakern welchen Ausmaßes die FDP/SPD-Regierung mit wohlfeilem Mordgerät zur Hand geht (vgl. Apr. 1972). Es verwundert angesichts dessen nicht, wenn der KB Bremen (KBB), das zweite große Standbein des späteren KBW, meist eher ein wenig zurückhaltender als die Heidelberger, dann auch für Angola den bewaffneten Kampf propagiert (vgl. 3.4.1972).

Die mittlerweile in KPD umgetaufte KPD/AO wandelt ihre Projektgruppe Afrika in ein Afrikakomitee um, äußert sich gleich in der ersten Ausgabe der neuen Zeitschrift 'Afrika kämpft' zu Angola (vgl. Juni 1972).

Die stets wachsame KPD/ML-ZB berichtet von den bundesdeutscher Militär-Beratern in Angola (vgl. 29.10.1972), die ML Dortmund (vgl. 13.11.1972) begreifen die Komplizenschaft der Bundesregierung bei den portugiesischen Kolonialverbrechen als ganz der Tradition der Sozialdemokratie entsprechend.

Die KPD hat sich mit der MPLA angefreundet, organisiert eine Veranstaltungsreihe mit ihr (vgl. 29.11.1972)-

Auch in der Schweiz wird über Angola berichtet (vgl. 18.12.1972), die KPD macht gleich noch eine Veranstaltungsreihe mit der MPLA (vgl. 20.12.1972), vertreibt auch deren Organ (vgl. 1973), besucht gemeinsam Kongresse anderer antiimperialistischer Organisationen (vgl. 6.1.1973) und berichtet wiederholt von ihr (vgl. 25.7.1973, 29.8.1973, 14.11.1973).

In Dortmund wollen sich die ehemaligen ML, die mittlerweile zum KBW gehören, aus den Reihen einer Angolagruppe vergrößern (vgl. 20.10.1973). Der KBW trägt mit Hilfe der 'bürgerlichen Presse' Neuigkeiten zu den ökonomischen Hintergründen der Kolonialherrschaft bei (vgl. 22.11.1973), seine befreundeten Schüler in Bensheim betreiben Agitation bei einem Angolagottesdienst (vgl. Jan. 1974).

Auch Anfang 1974 ist die KPD noch mit der MPLA befreundet, die Jugendorganisationen organisieren eine weitere Veranstaltungsreihe mit einer angolanischen Delegation (vgl. 13.2.1974), auch die KPD-Zentrale wird durch den Besuch der Jugendlichen beehrt (vgl. 20.2.1974), ebenso wie wenig später der KPD-Parteitag durch die MPLA (vgl. 29.6.1974). Es sieht also ganz so aus, als wenn die KPD und die MPLA quasi Bruderparteien wären, zumindest bestehen sehr enge Beziehungen und die KPD berichtet kontinuierlich über die MPLA (vgl. 10.7.1974, 24.7.1974, 21.8.1974), ohne andere Gruppen zu erwähnen.

Die Betonung der führenden Rolle der MPLA seitens der KPD führt zum Streit mit dem KBW (vgl. Okt.1974, 13.1.1975).

Diese Frontstellung ändert sich mit den beginnenden gewaltsamen Auseinandersetzungen der Gruppen (vgl. 29.4.1975). Die KPD übernimmt die Position des KBW (vgl. Aug. 1975) von der Gleichrangigkeit von FNLA, MPLA und UNITA, während der KB und die linkssozialistische bis trotzkistischen Kräfte, die auf der Grundlage des Lissabonner Aufrufs in der Portugalsolidarität tätig werden, eindeutig für die MPLA Partei ergreifen (vgl. 30.8.1975), wie der KB die Positionen des KBW (vgl. 9.9.1975, 21.10.1975) ablehnen, die allerdings auch die der Organisation für afrikanische Einheit (OAU) sind (vgl. 11.10.1975).

Die KPD, die damals vom KB als 'KPD-Faschisten' bezeichnet wird, scheint sich zumindest teilweise der MPLA-Rundreise zu verweigern (vgl.11.11.1975), wobei u.a. die mangelnde Präsenz des KB in der Ortsgruppe der Amilcar Cabral Gesellschaft im Hamburger Stammsitz des KB interessant erscheint.

Der Arbeiterbund (AB) jedenfalls hält zur MPLA, wie seine Veranstaltung in München zeigt (vgl. 14.11.1975), wenig später bekommt der KBW in Kiel vom MSB der DKP (vgl. auch Mai 1976) tüchtig eingeschenkt, hat sich doch dort sein Vertreter scheinbar nahezu dazu verstiegen, die Gleichberechtigung der drei Befreiungsbewegungen, die auch Mao tse-tung fordert (vgl. 25.11.1975), zu einer Bevorzugung der FNLA und UNITA gegenüber der MPLA zu machen, was aber offensichtlich nicht einmal der aktuellen zentralen Linie des KBW entspricht, wie der KB berichtet (vgl. 2.12.1975).
 
Für den oft KB-Nord geschimpften, Hamburg-zentrierten KB beginnt anläßlich der Angola-Solidarität - im Verein mit der Portugalsolidarität - die Phase der bundesweiten Ausdehnung, in fast allen größeren Städten bilden sich nun KB-Gruppen, wobei die Rundreisen mit der MPLA und Vertretern von anderen ausländischen Organisationen bzw. antiimperialistische Veranstaltungen nicht unwesentlich sind (vgl. 12.12.1975, 4.2.1976, 6.2.1978, 10.4.1976, 20.11.1976), auch wenn es schon einmal gilt, wie in Nürnberg, bewaffnete Nazis abzuwehren.(vgl. Apr. 1976).

Die KPD beginnt im Jahre 1975 mit der Herausbildung ihrer zur Vaterlandsverteidigung führenden Supermachtstheorie, die sich für sie auch in Angola beweist, wobei anfänglich noch USA und SU benannt werden (vgl. 2.12.1975), bald aber schon die 'Sozialimperialisten' als alleinige Urheber der Auseinandersetzungen ausgemacht sind (vgl. 1.2.1976, 10.2.1976).

Der KB kritisiert beharrlich die KBW-Positionen (vgl. 19.1.1976), die zumindest in Bonn zu Kontroversen unter den Freunden des KBW selbst führen (vgl. Feb. 1976). Der KBW antwortet sogar wiederholt in seinem Zentralorgan, der 'Kommunistischen Volkszeitung' ((KVZ - vgl. 8.4.1976, 15,4,1976), obwohl sonst die zweite Garde der nicht bundesweit tätigen ML-Organisationen, d.h. AB, KABD und KB, meist nur in den örtlichen und regionalen Beilagen für ihre jeweiligen Zentren in Hamburg, München und Stuttgart mit Aufmerksamkeit bedacht wurde.

An der Universität Kiel berichtet die DKP über die Unterstützung der Konkurrenten der MPLA durch die Reaktionäre (vgl. Feb. 1976) und übt ebenfalls Kritik am KBW (vgl.9.2.1976), der in Kiel damals immer noch einen starken Einfluß hatte, u.a. lange den Uni-AStA stellte.

In Iserlohn verläuft die Konfrontation zwischen KPD und DKP scheinbar ohne gewalttätige Auseinandersetzungen (vgl. 20.2.1976), was angesichts der offensiven Bekämpfung des 'Sozialimperialismus' durch die KPD verwunderlich erscheint, aber evtl. war das Kräfteverhältnis annähernd ausgeglichen.

Die KPD wählt nun einen geschickten Ausweg aus dem Dilemma der Frage, welche Organisation in Angola offiziell zu propagieren sei: sie führt eine Angola-Veranstaltungsreihe mit Vertretern aus dem Angola nicht einmal benachbarten Zimbabwe durch (vgl. 8.3.1976), hält sich ansonsten an die VR China (vgl. 31.3.1976).

An Angola scheiden sich erneut die Geister, für die DKP und ihre Freunde ist die VR China, sind auch die Maoisten, Verbündete der USA bzw. der CIA - wie wir aus einer Bielefelder DKP-Betriebszeitung (vgl. 22.3.1976) und vom MSB Spartakus Kiel (vgl. 1.6.1976) dokumentieren, die andere Seite in Gestalt der KPD dagegen vergleicht die von der SU unterstützte kubanische Militäraktion in Angola mit der CSSR-Invasion 1968, macht dies zur Standardfloskel ihrer Agitation Themen (vgl. Okt. 1976, 10.1.1977, 26.9.1977, Feb. 1978).

Es kommt zu Zerfallserscheinungen nicht nur beim KBW in Bonn, sondern auch beim KABD, der offensichtlich die Kontrolle über die Vereinigung für internationalen Kulturaustausch (VIK), seine heimliche antiimperialistische Massenorganisation, verliert (vgl. Mai 1976). Beim KBW trifft es auch das wichtigste ihm bisher nahestehende Afrikakomitee, das Komitee Südliches Afrika (KSA) in Heidelberg, von dem ihm nur eine Minderheit verbleibt (vgl. 27.5.1976).

Die KPD/ML, von der wir ansonsten keine Äußerungen zu Angola dokumentieren, was unserer mangelhaften Dokumentenauswertung geschuldet sein mag, bezieht Position gegen den 'Sozialimperialismus' (vgl. 1.5.1976), ähnlich der KPD, die in diesen diejenigen sieht, 'die den Bürgerkrieg schüren' (vgl. 17.5.1976) und um Einflußsphären ringen (vgl. 24.5.1976).

Es kommt zumindest in Hannover auch zu Gewaltakten zwischen den verfeindeten Fraktionen der Angolasolidarität (vgl. 2.6.1976), d.h. der MLer einerseits und des KB nebst Freunden andererseits.

Endlich aber kommt für die KPD Rettung aus der Klemme der Entscheidung zwischen FNLA, MPLA oder UNITA durch die Entdeckung weiterer linker Organisationen in Angola in Form der OCA (vgl. 8.6.1976, 17.11.1976), während der KB seinen Triumph über den KBW genießt (vgl. 6.9.1976), für den Angola offensichtlich daß sei, was Waterloo für Napoleon war, wovon auch die KPD berichtet (vgl. 22.9.1976), während der KB auch die internen Folgen im Führungskern des KBW schildert (vgl. 4.10.1976), die damit beginnende erste große Spaltung des KBW, die zur Herausbildung der Komitees für Demokratie und Sozialismus (KDS) führt, also auf die Auseinandersetzungen über Angola zurückführt.

Nun melden sich aber auch noch verschiedene trotzkistische Fraktionen zu Wort, verlangen Freiheit für ihre durch die MLPA-Regierung eingekerkerten Genossen (vgl. 5.10.1976, 25.10.1976), was zu Anschuldigungen seitens des KB führt, der ihnen und auch dem KABD mit seiner These vom Neokolonialismus in Angola eine gezielte Diskreditierung der angolanischen Revolution und der MPLA unterstellt, anstatt einfach den Wunsch nach politischer Freiheit für ihre Freunde und andere Linke in Angola.

Der KB allerdings bleibt seiner neuen Liebe MPLA treu, verteidigt diese wacker, auch wenn er die Wirkung der trotzkistischen Zersetzungsarbeit der Solidaritätsfront mit der angolanischen Revolution nicht leugnet: "Es ist nicht zu verkennen, daß selbst bei aufrechten Antiimperialisten, die die Positionen der MLer und Trotzkisten ablehnen, etwas davon verfangen hat und hängengeblieben ist." (vgl. Arbeiterkampf Nr.94,Hamburg 29.11.1976)

Während der KB sich so zu Angola ganz vorbildlich konform gibt, keine Kritik an der führenden Partei seines neuen sozialistischen Vaterlandes dulden mag, betreibt er selber diese in Zimbabwe, setzt dort evtl. einfach eben mal aufs falsche Pferd (vgl. 10.1.1977).

Die OCA Angola scheint sich bei der weltweiten Spaltung der bisher auf China orientierten Parteien der albanischen Internationale anzunähern (vgl. 16.5.1977), wozu sie als Bündnispartner für die weiterhin China-treue KPD wohl kaum noch in Frage kommt.

Äußerst interessant, wenn nicht eher schon makaber, erscheint der Katzenjammer des KB (vgl. Juni 1978), der zwar äußerst wacker die MPLA gegen jede Kritik verteidigt und sich dabei selbst organisatorisch außerordentlich gestärkt hat, nun aber selbst aufgrund der offensichtlichen Orientierung Angolas an der Sowjetunion in die Krise gerät, was zu großen Einbrüchen in Mitgliederbestand und Aktivität der Verbliebenen führt.

In Angola aber werden weiterhin neue Organisationen gegründet (vgl. März 1980), deren weitere Entwicklung aber nicht dokumentiert wird.

Die Darstellung endet mit Nazi-Morden an Angolanern im gerade wiedervereinigten Deutschland (vgl. 24.11.1990, 15.6.1991).

4. Auszug aus der Datenbank Dietmar Kesten / Jürgen Schröder "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

1957: 
In Angola wird, laut Projektgruppe Afrika Berlin, die Union der Völker Nordangolas (UPNA) unter Beteiligung von Roberto Holden gegründet.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.101,Berlin 5.2.1971,S.*

1958: 
In Angola geht, laut Projektgruppe Afrika Berlin, aus der 1957 gegründeten Union der Völker Nordangolas (UPNA) der Bund der Völker Angolas (UPA) hervor, an dem auch Roberto Holden beteiligt ist.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.101,Berlin 5.2.1971,S.*

04.02.1961: 
In Angola nimmt die MPLA, laut KB, den Befreiungskampf auf.
=Arbeiterkampf Nr.74,Hamburg 16.2.1976,S.43

1963: 
In bzw. außerhalb von Angola wird, laut Projektgruppe Afrika Berlin, vom Bund der Völker Angolas (UPA) (vgl. 1958) die Revolutionäre Regierung Angolas im Exil (GRAE) gegründet.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.101,Berlin 5.2.1971,S.*

21.06.1969: 
In Frankfurt erscheint das 'SC-Info' Nr.6 (vgl. 7.6.1969, 5.7.1969), in dem u.a. eine Anzeige für die soeben erschienene SDS-Broschüren zu Angola wirbt.
=SC:Info Nr.6,Frankfurt 21.6.1969

25.01.1971: 
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
ANGOLA-SKLAVENHANDEL

Die portugiesischen Kolonialisten haben einen Vertrag mit den Rassisten in Südafrika (Azania,d.Vf.) geschlossen. Sie haben vereinbart, jährlich 100 000 schwarze Arbeiter für die Goldminen nach Pretoria zu liefern.

Die portugiesischen Kolonialisten verdienen pro Kopf der Arbeiter ca. 25 DM. Die südafrikanischen Rassisten zahlen die Löhne der Arbeiter direkt an die portugiesischen Kolonialisten. Nachdem die Arbeiter 9 Monate in Südafrika Sklavenarbeit geleistet haben, zahlt ihnen die portugiesische Regierung, nach Abzug der Steuern, die Hälfte der Lohnsumme aus. Der Rest wird auf ein Regierungskonto gezahlt, damit die Arbeiter das Geld nicht verschwenden!

Auf solche Art und Weise verdienen sich die portugiesischen Kolonialisten das Geld, daß sie für die 150 000 Soldaten zahlen müssen, die sie zur Unterdrückung der Volksbefreiungsbewegung in den Kolonien halten."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.8,Bochum 30.1.1971,S.16

31.01.1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet:"
AGOSTINO NETO IN DER BRD

Vom 31.1. bis 4.2. wird der Präsident der Volksbefreiungsorganisation von Angola (MPLA) auf Einladung des VDS und des 'Antiimperialistischen Informationsbulletins' ((AIB,d.Vf.) Marburg) zu einer Vortragsreihe in die RD kommen. In Bonn (vgl. 1.2.1971,d.Vf.), Essen (vgl. 1.2.1971,d.Vf.), Frankfurt (vgl. 1.2.1971,d.Vf.), Marburg (vgl. 1.2.1971,d.Vf.), Heidelberg (vgl. 1..1971,d.Vf.) und München (vgl. 1.2.1971,d.Vf.) wird er auf Teach-Ins über den Befreiungskampf in seinem Lande sprechen. Nach seiner Ankunft wird er zudem an einem Empfang des Parteivorstandes (PV - vgl. **.*.1971,d.Vf.) der DKP teilnehmen sowie an einer Diskussion mit kommunistischen Betriebsräten (vgl. **.*.1971,d.Vf.). Die Bundesregierung hat die Einreisevisa ohne Verzögerung ausstellen lassen, obwohl die portugiesische Regierung (vgl. **.**.197*,d.Vf.) wissen ließ, daß sie den Auftritt Netos in der BRD als unfreundlichen Akt registrieren werde.

Wir sind sicher, daß die Diskussionen mit den angolesischen Genossen hierzulande die Aufklärungsarbeit über den Kampf in den portugiesischen Kolonien und besonders das Cabora-Bassa-Projekt (in Mosambik,d.Vf.) weiter voran treiben werden.

Ultralinke 'Antirevisionisten' werden Farbe bekennen müssen: für oder gegen eine antiimperialistische Aktionseinheit einschließlich der sozialistischen Länder und der KPs oder - sektiererische Abspaltung. Dabei werden ihnen die am Ort tatsächlich mit der Waffe in der Hand kämpfenden Freiheitskämpfer aber nicht folgen."
=Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3

01.02.1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet vom 'BRD'-Besuch von Agostino Neto, Präsident der Volksbefreiungsorganisation von Angola (MPLA - vgl. 31.1.1971), während der vermutlich in dieser Woche auch ein Vortrag in Heidelberg gehalten wird.
=Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3

01.02.1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet vom 'BRD'-Besuch von Agostino Neto, Präsident der Volksbefreiungsorganisation von Angola (MPLA - vgl. 31.1.1971), während der vermutlich in dieser Woche auch ein Vortrag in München gehalten wird.
=Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3

01.02.1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet vom 'BRD'-Besuch von Agostino Neto, Präsident der Volksbefreiungsorganisation von Angola (MPLA - vgl. 31.1.1971), während der vermutlich in dieser Woche auch ein Vortrag in Frankfurt gehalten wird.

Der Frankfurter AStA hat deshalb später (vgl. Frankfurt am Main - Materialien zu Studentenbewegung und Hochschulpolitik bis Ende 1972 - 14.6.1971) Probleme wegen des Politischen Mandats:"
Die Reaktion und Rechtsopposition an den Hochschulen hat gegen Studentenschaften, die den VDS unterstützen, Prozesse angezettelt, die die zwangsweise Einstellung der Finanzierung des VDS zur Folge haben sollen, weil der VDS eben dieses politische Mandat wahrnimmt. In Frankfurt kulminiert die Auseinandersetzung in der Frage, ob die Informationsveranstaltung über den Befreiungskampf in Angola (Neto-teach-in (vgl. 1.2.1971,d.Vf.)) und die Überweisung von 3 000 DM (Reisekosten) an die Befreiungsfront von Angola (MPLA,d.Vf.) - wie das ADS (Aktionsgemeinschaft demokratischer Studenten,d.Vf.) behauptet - Veruntreuung studentischer Gelder gewesen ist."
=AStA Uni Frankfurt:AStA-Materialien zum Politischen Mandat,Frankfurt o.J. (Juni 1971),S.1;
Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3


01.02.1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet vom 'BRD'-Besuch von Agostino Neto, Präsident der Volksbefreiungsorganisation von Angola (MPLA - vgl. 31.1.1971), während der vermutlich in dieser Woche auch ein Vortrag in Marburg gehalten wird.
=Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3

01.02.1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet vom 'BRD'-Besuch von Agostino Neto, Präsident der Volksbefreiungsorganisation von Angola (MPLA - vgl. 31.1.1971), während der vermutlich in dieser Woche auch ein Vortrag in Essen gehalten wird.
=Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3

01.02.1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet vom 'BRD'-Besuch von Agostino Neto, Präsident der Volksbefreiungsorganisation von Angola (MPLA - vgl. 31.1.1971), während der vermutlich in dieser Woche auch ein Vortrag in Bonn gehalten wird.
=Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.3

05.02.1971: 
In Berlin erscheint die 'RPK' Nr.101 (vgl. 29.1.1971, 12.2.1971).
Die Berliner Projektgruppe Afrika berichtet von der Geschichte des Befreiungskampfes in Angola, wobei außer der MLPA auch die UNITA von Roberto Holden beachtet wird.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.101,Berlin 5.2.1971

Januar 1972: 
Die LgdI der KPD (vgl. 19.6.1972) berichtet vom Jahresanfang:"
VORREITER DES NEOKOLONIALISMUS

Während sich die kolonialabhängigen Völker im Gefolge der allgemeinen Schwächung des Imperialismus besonders nach dem II. imperialistischen Weltkrieg aus Jahrhunderte langer Erniedrigung erhoben haben, um den bewaffneten Kampf gegen ihre Blutsauger aufzunehmen, und sich in die weltweite Front gegen den Imperialismus einzureihen; während sich auch in den imperialistischen Hauptländern antiimperialistische Bewegungen zur Unterstützung des Befreiungskampfes der Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas herausgebildet haben - glauben einige Organisationen, diesen Kampf der unterdrückten Völker gegen ihre Kolonialherren dadurch zu unterstützen, daß sie mit den Monopolkapitalisten verhandeln.

So hat sich in Holland (Niederlande,d.Vf.) zur Unterstützung der Befreiungsbewegung in Angola gegen das portugiesische 'Mutterland' das von den Monopolen der USA, BRD und Englands (Großbritannien,d.Vf.) unterstützt wird, ein Angola-Komitee gebildet. Das Angola-Komitee hat dazu Anfang des Jahres eine Kampagne durchgeführt, um die Einfuhr von angolanischem Kaffee nach Holland, dem zweitgrößten Abnehmer von Kaffee aus den Plantagen Angolas, zu verhindern. Die Unterstützung der Befreiungsbewegung sah dabei so aus, daß das Komitee, noch bevor es die Kampagne publik machte, zu führenden holländischen Kaffee-Monopolisten Kontakt aufnahm. Nachdem es gelang, einen zu überreden, seinen Kaffee nicht mehr aus Angola zu beziehen, machte es seinen Boykottaufruf öffentlich. Nach kurzer Zeit erklärten auch die anderen Kaffee-Monopolisten, sie würden in Zukunft keinen Kaffee mehr aus Angola einführen. Hollands Kaffee-Monopolisten wollen nun Kaffee aus Kamerun, Togo und Uganda beziehen - Länder, deren Kolonialabhängigkeit durch formal selbständige Regierungen kaschiert wird. Uns genügt der Fall Kamerun, um deutlich zu machen, was diese Boykottaktion im weltweiten antiimperialistischen Kampf bedeutet. Hier kämpft die Union der Völker Kameruns (UPC) seit mehr als zehn Jahren gegen das neokolonialistische Marionettenregime Ahijdos. Erst im vergangenen Jahr machte dieses Regime Schlagzeilen, als es einen führenden Genossen der UPC, Ernest Ouandie, der jahrelang im Untergrund gekämpft hatte, gefangennahm und hinrichtete.

Der 'Erfolg' des Angola-Komitees bestand also darin, die Unterstützung eines Kolonialregimes durch die eines neokolonialistischen Regimes eingetauscht zu haben. Das Ergebnis der Kampagne ist somit die Spaltung der antiimperialistischen Front. Ist der Nutzen für die Befreiungsfront Angolas unersichtlich, so ist der Schaden für die Befreiungsbewegung Kameruns sicher. Darüber hinaus wurde die Illusion erzeugt, als könnte die Befreiung der Völker vom Kolonialjoch durch Verhandlungen mit den monopolkapitalistischen Hintermännern der Kolonialherrn erreicht werden. Ein weiterer 'Erfolg' der Kampagne ist, viele Menschen in dem falschen Glauben zu bestärken, der Imperialismus könne reformiert werden, der konsequente Kampf gegen den Imperialismus sei daher nicht notwendig. Ein zweites Ergebnis ist also die Schwächung der antiimperialistischen Front."
=Internationale Solidarität Nr.5,Berlin 1972,S.16

März 1972: 
Vermutlich u.a. aus dem März berichtet die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 27.3.1972) über:"
DIE GESCHÄFTE MIT DER REGIERUNGSKRISE ...

Das BR-Kapital schindet in Angola Profite. Die militärische Herrschaft der Portugiesen in Afrika wird daher durch die Flugzeuge und andere Waffen aus der BRD gesichert."
=Arbeiter-Zeitung Nr.3,Mannheim/Heidelberg Apr. 1972,S.1f

April 1972: 
Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 15.12.1972) berichten:"
Durch erhöhte Intensivierung der Arbeit soll einmal die Aufrüstung der Bundeswehr und der anderen Natotruppen, wie auch gewaltige Waffenlieferungen ermöglicht werden. So konnte man deutsche Waffen im Einsatz sehen, als die portugiesische Armee im April in Angola über 40 000 Eingeborene niedermetzelte! Dient das dem Frieden und der Sicherheit der werktätigen Bevölkerung? Im Gegenteil! Die portugiesische Kolonialherrschaft sichert in Angola das Interesse des westdeutschen Kapitals, u.a. an Erzen."
=Die Rote Front Nr.5,Dortmund Dez. 1972,S.3

03.04.1972: 
Der KB Bremen (KBB) gibt vermutlich in dieser Woche die Nr.3 seiner 'Wahrheit'(vgl. 1.3.1972, 16.5.1972) heraus. Fotos mit Beschreibungen stellen u.a. dar:
- "Alle Macht kommt aus den Gewehrläufen! Diese Lehre hat das Volk von Angola beherzigt und den bewaffneten Kampf gegen die portugiesischen Kolonialherren aufgenommen."
=Wahrheit Nr.3,Bremen Apr. 1972.

Juni 1972: 
Die Nummer 1 der Zeitschrift 'Afrika kämpft' - Bulletin des Solidaritätskomitees zur Unterstützung der Völker Afrikas im Kampf gegen Rassismus, Kolonialismus, Neokolonialismus und Imperialismus erscheint in Berlin (vgl. Aug. 1972). Dieses Komiteenamens-Monstrum, im täglichen Sprachgebrauch manchmal auch einfach Afrika-Komitee genannt, steht, wie fast alle Komitees mit derartig präzisen und kurzen Namen, der KPD nahe.

Die LgdI der KPD (vgl. 19.6.1972) berichtet:"
AFRIKA KÄMPFT ---

Die erste Nr. wird Beiträge über die Entwicklung des Befreiungskampfes in Angola ... enthalten. ... Wir sehen in der Zeitschrift des Afrika-Komitees eine wichtige Ergänzung zur INTERNATIONALEN SOLIDARITÄT (IS,d.Vf.) und begrüßen ihr Erscheinen. AFRIKA KÄMPFT wird von der LIGA vertrieben."

Wir haben die Nr.1 der 'Afrika kämpft' leider nur eher flüchtig bearbeitet, Freiwillige vor!.
=Internationale Solidarität Nr.5,Berlin 1972,S.25;
Afrika kämpft Nr.1,Berlin Juni 1972


29.10.1972: 
Im IGM-Bereich bei Hoesch Phoenix rief die KPD/ML-ZB zur Kundgebung um 14 Uhr an unbekanntem Ort so auf (vgl. 25.10.1972):"
STRAUSS IN DORTMUND ....
Die sog. Völkerverständigung der SPD-Regierung ist nichts anderes als Lug und Betrug. Durch Waffenlieferungen an faschistische Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal unterstützen die Bonner Herren direkt den Völkermord (in Angola, der von Portugal beherrschten Kolonie in Afrika, stehen deutsche 'Militärberater')."
=Das Rote Schwungrad Der Kampf um höhere Löhne in der Tarifrunde,Dortmund o.J. (Okt. 1972),S.5f

13.11.1972: 
Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund geben vermutlich Anfang dieser Woche die Nr.3 von 'Die Rote Front' (vgl. 25.10.1972, 16.11.1972) heraus. U.a. heißt es:"
(revolutionäre und fortschrittliche Menschen als Kriminelle zu verhetzen, gehört zu den alten Traditionen der Sozialdemokratie, von Noske 1920 über Schuhmacher 1950 bis zu Brandt und Schmidt), ... (deshalb entwickelt Kriegsminister Schmidt den Rüstungshaushalt auf 25 Mrd. weiter und unterstützt das portugiesische Kolonialsystem in Angola)."
=Die Rote Front Nr.3,Dortmund Nov. 1972

29.11.1972: 
In der Nr.71 der 'Roten Fahne' (vgl. 21.11.1972, 6.12.1972) gibt die KPD u.a. bekannt, daß die Afrikaveranstaltungen mit einem Vertreter der MPLA Angola , die am 8.12. in Berlin, am 9.12. in München, am 10. oder 11.12. in Baden-Württemberg (Stuttgart), am 12.12. in Mainz oder Frankfurt (vgl. Frankfurt), am 14.12. in Hamburg und am 16.12. in Köln stattfinden sollen.
=Rote Fahne Nr.71,Dortmund 29.11.1972

06.12.1972: 
In der Nr.72 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 29.11.1972, 13.12.1972) beschäftigt man sich u.a. mit Angola.
=Rote Fahne Nr.72,Dortmund 6.12.1972

08.12.1972: 
Die LgdI der KPD und das Afrika-Komitee beginnen eine bis zum 15.12.1972 dauernde Reihe von Solidaritätsveranstaltungen in verschiedenen Städten der 'BRD' und in Berlin zum Befreiungskampf in Angola.
=Afrika kämpft Nr.4,Berlin Dez. 1972,S.2

08.12.1972: 
In Berlin findet eine Afrika-Veranstaltung der KPD mit einem Vertreter der MPLA Angola statt.
=Rote Fahne Nr.71 und 74/75,Dortmund 29.11.1972 bzw. 20.12.1972

09.12.1972: 
In Stuttgart findet heute oder morgen eine Afrika-Veranstaltung der KPD mit einem Vertreter der MPLA Angola statt.
=Rote Fahne Nr.71 und 74/75,Dortmund 29.11.1972 bzw. 20.12.1972

09.12.1972: 
In München findet eine Afrika-Veranstaltung der KPD mit einem Vertreter der MPLA Angola statt.
=Rote Fahne Nr.71,Dortmund 29.11.1972

12.12.1972: 
In Frankfurt findet eine Afrika-Veranstaltung der KPD mit einem Vertreter der MPLA Angola statt.
=Rote Fahne Nr.71 und 74/75,Dortmund 29.11.1972 bzw. 20.12.1972

14.12.1972: 
In Hamburg findet eine Afrika-Veranstaltung der KPD mit einem Vertreter der MPLA Angola statt.
=Rote Fahne Nr.71 und 74/75,Dortmund 29.11.1972 bzw. 20.12.1972

16.12.1972: 
In Köln besuchen, laut KPD, 500 Personen eine Veranstaltung des Nationalen Vietnamkomitees (NVK).
Von der KPD war für heute in Köln zunächst eine Afrika-Veranstaltung mit einem Vertreter der MPLA Angola angekündigt worden, von derem Stattfinden auch berichtet wird.
=Rote Fahne Nr.71 und 74/75,Dortmund 29.11.1972 bzw. 20.12.1972

18.12.1972: 
Das Züricher Afrikakomitee gibt 'Kämpfendes Afrika' Nr.11 (vgl. 27.10.1972) heraus, in der u.a. aus Angola und Mozambique berichtet wird.
=Kämpfendes Afrika Nr.11,Zürich 18.12.1972

20.12.1972: 
Die KPD gibt die Nr.74/75 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 13.12.1972, 3.1.1973) heraus, Ein Vertreter der MPLA Angola soll auf Veranstaltungen in München, Stuttgart, Frankfurt und Köln auftreten.
=Rote Fahne Nr.74/75,Dortmund 20.12.1972

1973: 
(ungefähr ab Frühjahr 1973) Vom Afrika Komitee wird die 'Angola in Arms' - Organ der Volksbewegung für die Befreiung Angolas - (MPLA) vertrieben.
=Afrika kämpft 10 (1973),S.32

06.01.1973: 
An dem heute beginnenden fünftägigen internationalen Kongreß der CIS Iran in Frankfurt nehmen, laut KPD, auch die MLPA Angola und die KPD teil.
=Rote Fahne Nr.2,Dortmund 10.1.1973

22.01.1973: 
Der KSB/ML Bochum der KPD/ML-ZK gibt Anfang dieser Woche die Januar-Ausgabe seines 'Studentenkampf' heraus. Inhalt der Ausgabe ist u.a. Angola.
=Studentenkampf,Bochum Jan. 1973

25.07.1973: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.30 (vgl. 18.7.1973, 1.8.1973) heraus. In 'Afrika kämpft' befaßte sich das Afrikakomitee mit der MPLA Angola.
=Rote Fahne Nr.30,Dortmund 25.7.1973

01.08.1973: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.31 (vgl. 25.7.1973, 8.8.1973) heraus. Eingegangen wird u.a. auf Angola.
=Rote Fahne Nr.31,Dortmund 1.8.1973

29.08.1973: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.35 (vgl. 22.8.1973, 5.9.1973) heraus. Die LgdI erhielt einen Brief der MPLA Angola.
=Rote Fahne Nr.35,Dortmund 29.8.1973

20.10.1973: 
Zur heutigen Mitgliederversammlung der Ortsaufbaugruppe (OAG) Dortmund des KBW, ehemals OG Dortmund der KFR (vgl. 13.10.1973) wurde der folgende Textentwurf, datiert auf Oktober verbreitet:"
POLITISCHER BERICHT ...
In Huckarde müssen wir versuchen, aus dem Seminar-Angola-Kreis und der Jugendzentrumsgruppierung (JZ,d.Vf.), die an uns interessierten Leute für eine ernsthafte Auseinandersetzung gewinnen."
=KBW-OAG Dortmund:Politischer Bericht der provisorischen Ortsleitung an die Mitgliederversammlung am 20.10.1973,Dortmund Okt. 1973;
KBW-OAG Dortmund-OL:Rundbrief Nr.4,Dortmund 14.12.1973,S.2


14.11.1973: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.46 (vgl. 7.11.1973, 20.11.1973) heraus. Das Afrikakomitee berichtet von MPLA Angola.
=Rote Fahne Nr.46,Dortmund 14.11.1973

22.11.1973: 
Die 'Stuttgarter Zeitung' berichtet heute, laut KBW, über die Ankündigung von Investitionen der Hoechst AG Frankfurt in Portugal und dessen Kolonien Angola und Mozambique. In Angola sollen umfangreiche Öllager an der Küste entdeckt worden seien. Dies werde zu einem Aufschwung der petrochemischen Industrie in Portugal und den Kolonien führen.
Der KBW meint:"
Die Befreiungsbewegung Angolas und das Volk von Angola werden eine Ausplünderung ihrer Naturreichtümer nicht zulassen!"
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim 9.1.1974,S.1

Januar 1974: 
Vermutlich diesen Monat erscheint die Nr.15 des 'Schulkampfs' (vgl. 18.11.1973), der jetzt herausgegeben wird von der Kommunistischen Schülergruppe (KSG) Heidelberg/Mannheim/Wiesloch/Karlsruhe/Bruchsal und deren Aufbaugruppen im Kreis Bergstraße, in Schwetzingen/Hockenheim und Ludwigshafen.
Im Kreis Bergstraße wollten die KSG-Aufbaugruppe und der Sozialistische Schülerarbeitskreis (SSAK) am Alten Kurfürstlichen Gymnasium Bensheim, welcher eine Art Basisgruppe sei, einen Angolagottesdienst besuchen. Der SSAK aber sei zu schüchtern gewesen, während die KSG-Aufbaugruppe die 'KVZ' verkaufte, Wandzeitungen aufhing und einen Büchertisch betrieb.
=Schulkampf Nr.15,Heidelberg o.J. (1974)

13.02.1974: 
In Düsseldorf will der KJV der KPD heute eine Veranstaltung mit Mitgliedern der Jugendorganisation der MPLA Angola durchführen.
=Rote Fahne Nr.7,Dortmund 13.2.1974

15.02.1974: 
In Wetzlar will der KJV der KPD heute eine Veranstaltung mit Mitgliedern der Jugendorganisation der MPLA Angola durchführen.
=Rote Fahne Nr.7,Dortmund 13.2.1974

16.02.1974: 
In Hannover will der KJV der KPD heute eine Veranstaltung mit Mitgliedern der Jugendorganisation der MPLA Angola durchführen.
=Rote Fahne Nr.7,Dortmund 13.2.1974

16.02.1974: 
In Dortmund will der KJV der KPD heute eine Veranstaltung mit Mitgliedern der Jugendorganisation der MPLA Angola durchführen.
=Rote Fahne Nr.7,Dortmund 13.2.1974,S.*

17.02.1974: 
In Berlin will der KJV der KPD heute eine Veranstaltung mit Mitgliedern der Jugendorganisation der MPLA Angola durchführen.
=Rote Fahne Nr.7,Dortmund 13.2.1974

20.02.1974: 
In der Nr.8 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 13.2.1974, 27.2.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit dem Besuch der Jugendorganisation der MLPA Angola in der Zentrale der KPD.
=Rote Fahne Nr.8,Dortmund 20.2.1974

29.06.1974: 
In Köln führt die KPD eine Großveranstaltung zum Abschluß ihres 1.Parteitages (vgl. 26.6.1974) mit 6 000 Personen durch.
Anwesend sind, laut KPD, auch Vertreter der MPLA Angola.
=Rote Fahne Nr.22, 26, 27 und 29,Dortmund 29.5.1974, 26.6.1974, 3.7.1974 bzw. 17.7.1974

10.07.1974: 
In der Nr.28 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.7.1974, 17.7.1974) berichtet die KPD von der MPLA Angola.
=Rote Fahne Nr.28,Dortmund 10.7.1974

24.07.1974: 
In der Nr.30 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 17.7.1974, 31.7.1974) berichtet die KPD über Angola.
=Rote Fahne Nr.30,Dortmund 24.7.1974

21.08.1974: 
In der Nr.34 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 14.8.1974, 28.8.1974) berichtet die KPD von der MPLA Angola.
=Rote Fahne Nr.34,Dortmund 21.8.1974

Oktober 1974: 
Laut KB beginnt zwischen dem KBW und der KPD bezüglich Angola eine heftige Polemik (vgl. Aug. 1975).
Die KPD vertritt in der ihr nahestehenden Zeitung 'Afrika kämpft', die Auffassung, daß die MPLA "die führende Kraft des angolanischen Volkes, sein einziger legitimer Vertreter" ist. Polemisiert wird gegen die Theorie des KBW von der "Gleichberechtigung der drei Befreiungsbewegungen".
=Arbeiterkampf Nr.65,Hamburg 19.8.1975,S.34

13.01.1975: 
Der KBW (vgl. 23.1.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche in einem Artikel "Die Gruppe Rote Fahne (KPD) und Angola", daß sich die KPD "in die inneren Angelegenheiten des Volkes von Angola", durch ihre Parteinahme für eine der drei Befreiungsbewegungen einmische.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.3,Mannheim 23.1.1975,S.14

29.04.1975: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.60 (vgl. 2.4.1975, 21.5.1975) heraus.
In "Angola - imperialistische Söldnerhorden mit Kurs auf Bürgerkrieg!" spricht sich der KB für die Unterstützung der MPLA aus, die er als "sozialistische Befreiungsorganisation" bezeichnet. Die FNLA dagegen vertrete "die Interessen der Imperialisten und ihrer Marionette Mobuto". Sie würde "ein neokolonialistisches Staatsgebilde in Angola" anstreben. Die UNITA vertrete dagegen "eher die Interessen der weißen Siedler, die eine Zusammenarbeit mit dem Imperialismus zwar keineswegs ablehnen, die dabei allerdings an der Ausbeutung der schwarzen Bevölkerung stärker beteiligt werden wollen: die UNITA vertritt in ihrer Propaganda deswegen stark die Zusammenarbeit der Weißen und Schwarzen". Kritik wird an der VR China geübt, die die FNLA materiell unterstütze. Kritisiert wird auch der KBW, der "undifferenziert von drei Befreiungsbewegungen" in Angola spricht. Es würde genügend Material öffentlich zugänglich sein, "das den konterrevolutionären und proimperialistischen Charakter von FNLA und UNITA belegen" würde. Der KBW müsse sich nun entscheiden. Seine Angola-Berichterstattung hätte "eine eindeutige konterrevolutionäre Qualität erreicht". "Wir fordern die KBW-Führer auf, ihre Position zu überdenken und öffentlich und selbstkritisch zu korrigieren. Andernfalls wird eine weitere Isolierung des KBW von ausländischen antiimperialistischen Organisationen kaum ausbleiben."
=Arbeiterkampf Nr.60,Hamburg 29.4.1975

August 1975: 
Laut KB endet die zwischen dem KBW und der KPD geführte Polemik über Angola (vgl. Okt. 1974). Die KPD spricht nun von einem "Bürgerkrieg, der zwischen den Befreiungsbewegungen" ausgebrochen ist.
=Arbeiterkampf Nr.65,Hamburg 19.8.1975,S.34

30.08.1975: 
Zur Portugal-Solidarität (vgl. 24.8.1975) berichtet der KB. Die Vereinbarungen besagen u.a.:
- daß die politische Grundlage der Lissabonner Aufruf ist,
- daß am 27.9.1975 in Hamburg, Frankfurt, Hannover, Essen und Westberlin regionale Demonstrationen stattfinden sollen,
- daß die Solidaritätskampagne von einer Spendensammlung für die MPLA Angola begleitet wird.
Die Darstellung dieser Kampagne erfolgt unter dem Thema Portugal.
=Arbeiterkampf Sdr.Nr. zur Portugal-Solidarität und Nr.67,Hamburg Sept. 1975 bzw. 2.10.1975,S.6 bzw. S.5

09.09.1975: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.66 (vgl. Sept. 1975, 2.10.1975) heraus.
Dem Artikel "KBW zu Angola: Astreiner Rassismus" zufolge vertritt der KBW hartnäckig die These, "daß dort ein Streit zwischen 'gleichberechtigten Befreiungsbewegungen' im Gange sei und daß man sich diesem Streit gegenüber 'neutral' verhalten müßte".
=Arbeiterkampf Nr.66,Hamburg 9.9.1975

21.10.1975: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' Nr.68 (vgl. 2.10.1975, 11.11.1975) heraus.
In "KBW zu Angola - Ein Skandal!" wird ausgeführt:"
Wessen Position unterstützt der KBW aber in Angola? Darüber schweigt er aus leicht durchschaubaren Gründen. Stattdessen beschwört er die 'drei Befreiungsbewegungen', sie müßten doch endlich begreifen, daß sie bloß von den Supermächten gegeneinander aufgehetzt werden und sollten sich hübsch manierlich miteinander vertragen und gemeinsam gegen die Supermächte kämpfen. Und dies in einer Situation erbittertster Kämpfe in allen Teilen des Landes. Wenn das kein Weltschiedsrichtertum ist, und ein gottsjämmerliches noch dazu! ... Zur Rechtfertigung beruft sich die KVZ immer dennoch auf die OAU (Organisation afrikanischer Staaten) ... Nun ist die OAU sicher eine respektable Organisation, wenn es darum geht, sie gegen Angriffe des Imperialismus zu verteidigen ... (Dennoch) kann die OAU für Kommunisten keine höchste Autorität sein ... Im übrigen schweigt der KBW darüber, daß die FRELIMO Mosambiks und PAIGC Guinea-Bissaos klar die MPLA unterstützen, ebenso wie u.a. die VR Kongo/Brazzaville ... Wenn der KBW behauptet, zwischen den 'drei Befreiungsbewegungen' sei heute - im Kampf gegen den Imperialismus - tatsächlich Einheit möglich und nötig, so tritt er schlicht als Prediger von eigenen Gnaden auf. Zumindest MPLA und FNLA haben stets erklärt, daß die Gegensätze zwischen ihnen absolut unversöhnlich sind, da sie genau entgegengesetzte Ziele vertreten: die MPLA kämpft für die Errichtung einer Volksdemokratie, die FNLA will dies um jeden Preis verhindern ... Man muß es noch einmal sagen: Der KBW stützt sich ... nicht im geringsten auf die Analyse und die Strategie und Taktik irgendeiner der drei Bewegungen in Angola, sondern bloß auf sein Bücherwissen ... Der KBW weigert sich zwischen fortschrittlichen und reaktionären Kräften in Angola zu unterscheiden."
=Arbeiterkampf Nr.68,Hamburg 21.10.1975

04.11.1975: 
Zimbabwe-Veranstaltung des KBW in Hamburg mit einem Vertreter der ZANU. Laut KB war diese Veranstaltung die letzte einer Reihe, auf der die Ausführungen des ZANU-Sprechers "wie Keulenschläge auf die Häupter anwesender KBW-Größen" wirkten, als der ZANU-Sprecher u.a. erklärte, daß "die ZANU uneingeschränkt und ausschließlich die MPLA" unterstützt, daß sie "ausdrücklich vor einer Einheit mit dem Imperialismus und seinen Marionetten (FNLA und UNITA)" warnt, daß "die ZANU in Angola nur eine wirkliche Befreiungsbewegung, die MPLA" kennt, daß "für die ZANU (die) zu Befreiungsbewegungen hochgejubelten FNLA und UNITA nicht anderes, als Marionetten des Imperialismus" sind.
=Arbeiterkampf Nr.69,Hamburg 11.11.1975,S.7

10.11.1975: 
Vermutlich in dieser Woche setzt sich, laut KPD, die OAU bezüglich Angolas für die Zusammenarbeit von FNLA, MPLA und UNITA ein.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.2,Köln 18.11.1975

11.11.1975: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.69 (vgl. 21.10.1975, 2.12.1975) heraus. In der Amilcar-Cabral Gesellschaft (ACG) für Solidarität mit Guinea-Bissau sollen derzeit heftige Auseinandersetzungen stattfinden:"
Bisher scheint sich innerhalb von Liga/KPD kein einheitlicher Standpunkt durchgesetzt zu haben. Ein Teil hat sich bereit erklärt, die gefaßten Beschlüsse umzusetzen (!) und sich an der MPLA-Kampagne zu beteiligen ... Ein anderer Teil der Liga-Vögel scheint bewußt auf die Spaltung der ACG hinzuarbeiten. So hat die fast nur aus Liga-Mitgliedern bestehende Hamburger Ortsgruppe beschlossen, den Vorstandsbeschluß bezüglich Angola abzulehnen und sich daher auch nicht an der MPLA-Kampagne zu beteiligen."
=Arbeiterkampf Nr.69,Hamburg 11.11.1975

14.11.1975: 
In München will der AB eine Angolaveranstaltung mit Vertretern der MPLA in der Mensa im Olympiadorf durchführen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.73,München 2.11.1975

21.11.1975: 
In Kiel führt der MSB Spartakus der DKP eine Veranstaltung gegen die Maoisten, speziell den KBW, durch:"
DER STEIN, DEN SIE ERHEBEN, FÄLLT AUF IHRE EIGENEN FÜSSE ...

Zu Chile wagte keiner seiner Redner etwas zu sagen. ...
Jedoch zu Angola hatte man einiges zu sagen und verhedderte sich natürlich prompt wieder in Pekinger Außenpolitik. Weltweit unterstützen alle fortschrittlichen Kräfte die MPLA, während die VR China Militärberater zur FNLA und UNITA schickt, zu den gleichen Organisationen, auf die auch das internationale Großkapital setzt, weil diese Grüppchen das 'freie Unternehmertum' fordern, und bei denen sowohl der CIA (der USA,d.Vf.) wie auch Südafrika (Azania,d.Vf.) mitmischen - kein Wunder, denn Angola birgt Bodenschätze ungeheuren Ausmaßes. Aber da half dem KBW-Sprecher kein Winden und sich Drehen, er mußte entgegen seiner Parteilinie zugeben, daß die MPLA eine fortschrittliche Bewegung ist, was er jedoch sofort wieder einschränkte, denn: ihr größter Fehler sei es, keine Einheit mit FNLA und UNITA einzugehen! Soll die MPLA sich denn auch noch mit Südafrika, dem CIA und dem internationalen Großkapital zusammentun, um deren Interessen in Angola durchzusetzen? Merkwürdige Forderung, die der KBW da aufstellt!"
=Diamath Extra,Kiel Dez. 1975,S4.ff

25.11.1975: 
Die KPD gibt ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.3 (vgl. 18.11.1975, 2.12.1975) heraus. Eingegangen wird u.a. auf die OAU und Angola sowie das Eintreten Mao Tse-tungs für die Zusammenarbeit von FNLA, MPLA und UNITA in Angola.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.3,Köln 25.11.1975

02.12.1975: 
Die KPD gibt ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.4 (vgl. 25.11.1975, 9.12.1975) heraus und thematisiert u.a. die Umtriebe der USA und SU in Angola.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.4,Köln 2.12.1975

02.12.1975: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.70 (vgl. 11.11.1975,
21.12.1975) heraus.
  In "KBW zu Angola: Weiter in den Sumpf" heißt es:"
Bei seiner Verleumdungskampagne gegen die angolanische Befreiungsbewegung, die MPLA, hat sich der KBW eine neue Variante ausgedacht: Er ist in das Kostüm eines besorgten Freundes der MPLA geschlüpft, um seine Lügen und hanebüchenen Ratschläge besser verkaufen zu können ... Der KBW hat es bisher stets abgelehnt, zwischen den drei Befreiungsbewegungen Angolas (er bezeichnet auch die pro-imperialistischen Truppen der FNLA und UNITA als Befreiungsbewegungen) zu differenzieren und Sympathie für eine von ihnen zu bekunden ... Nunmehr behauptet der KBW jedoch, es sei die MPLA selbst, die ausdrücklich auf eine Politik der nationalen Einheit verzichtet ... Was sich der KBW damit geleistet hat, ist noch um einiges schweinischer als seine bisherigen Äußerungen zu Angola. Wenn der KBW ehrliche Sympathie für die MPLA hätte, so würde er eine derart schwerwiegende Behauptung wie 'Verzicht auf eine Politik der nationalen Einheit' zumindest zu beweisen versuchen ... Der KBW ist nicht in der Lage, seine Behauptungen durch Tatsachen zu untermauern, daß für die MPLA eine 'Einheit' mit FNLA und UNITA möglich und sinnvoll wäre. Die Erklärungen der MPLA, daß es sich bei FNLA und UNITA nicht um Befreiungsbewegungen handelt, sondern um konterrevolutionäre, proimperialistische Marionetten-Organisationen, hat der KBW gar nicht zur Kenntnis genommen. Stattdessen hat er diese Kennzeichnung von FNLA und UNITA lügenhaft als angebliche Erfindungen der Sowjetunion (SU,d.Vf.) oder des KB-Nord diffamiert ... Der KBW kann nicht erklären, warum sämtliche Befreiungsbewegungen die MPLA einseitig unterstützen, warum Staaten wie Nord- und Südvietnam sowie Korea die MPLA-Regierung anerkannt haben. Sie alle befinden sich ja nach Meinung des KBW auf dem falschen Weg. Recht haben dagegen nach Meinung des KBW die reaktionären Staaten, die die MPLA zu einem Pakt mit FNLA und UNITA, das heißt faktisch zur Preisgabe des Befreiungskampfes zwingen wollen. Da der KBW diesen Widerspruch nicht klären kann, verschweigt er ihn entweder völlig oder  geht jedenfalls nicht inhaltlich darauf ein ... Immer deutlicher führt diese Politik dieser Art von Linken direkt an die Seite von Imperialismus und Reaktion. Und es ist kaum zu hoffen, daß Angola das einzige und letzte Beispiel dieser Art bleiben wird."
=Arbeiterkampf Nr.70,Hamburg 2.12.1975

12.12.1975: 
Laut KB findet heute in Heidelberg "die erste Veranstaltung unserer Organisation in der traditionellen Hochburg des KBW" statt. Ca. 30 Menschen nehmen an einer Portugal/Angola Veranstaltung teil.
=Arbeiterkampf Nr.71,Hamburg 21.12.1975,S.46

19.01.1976: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.72 (vgl. 21.12.1975, 2.2.1976) heraus.
Der KBW baue zu Angola "seine reaktionären Thesen" aus:"
Der kleinbürgerliche Unfug des KBW besteht jedoch darin, daß er diese Differenzierung unter den afrikanischen Staaten nicht als ein notwendiges Produkt gesellschaftlicher Zustände, Widersprüche und Entwicklungen dieser Staaten selbst begreifen kann, sondern als bedauerliches Ergebnis einer äußeren Einmischung konkret besonders des russischen Sozialimperialismus. Diese These des KBW ist ein reaktionärer Angriff auf alle fortschrittlichen afrikanischen Staaten und Befreiungsbewegungen, die sich eindeutig für die Unterstützung der MPLA ausgesprochen haben und die vom KBW praktisch als willenlose Opfer sozialimperialistischer Einmischung verleumdet werden."
=Arbeiterkampf Nr.72,Hamburg 19.1.1976;

21.01.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.3 (vgl. 14.1.1976, 28.1.1976) heraus.
Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Haltung der OAU zu Angola.
=Rote Fahne Nr.3,Köln 21.1.1976

Februar 1976: 
Vermutlich in den ersten Tagen des Februar finden Studentenparlamentswahlen (StPW) an der Uni Kiel statt.
Die DKP Hochschulgruppe Kiel meint, über Publikationen der Studenten für das Grundgesetz (StfdGG) oder des RCDS der CDU, berichtend:"
BETRACHTUNGEN ZUR WAHL AN DER UNIVERSITÄT ...

Ein Hoch auf die 'freie westliche Welt' auch im 'Asthma-Info', Enthusiasmus für den Mord an Regimegegnern im Iran und Spanien, Schützenhilfe für die so 'prowestlichen' Söldner aus My Lai, Belgisch-Kongo (Zaire,d.Vf.) und Südafrika (Azania,d.Vf.), die in Angola den Kreuzzug für den 'freien Westen' führen, von den Konzernen vereidigt auf die jederzeitige tapfere Verteidigung der Rohstoffe, so wahr ihnen der CIA (der USA,d.Vf.) helfe."
=Kommunist Nr.2,Kiel 1976,S.8

Februar 1976: 
Die Kommunistische Studentengruppe (KSG) Bonn, die bisher mit dem KBW zusammenarbeitete, gibt, laut Spartacusbund (SpB), vermutlich im Februar eine Broschüre zu ihrer Angola-Position heraus, wo sie Differenzen zum KBW hat.
=Spartacus Nr.26,Essen 15.3.1976

01.02.1976: 
Das RK NRW des KJVD der KPD gibt das folgende Flugblatt heraus:"
Klaus Öllerer freigesprochen! Anklage wegen Wehrkraftzersetzung zusammengebrochen: ...
Kein Wort von den Erfahrungen in Angola, wo die Sozialimperialisten weiterhin alles tun, um Angolaner gegen Angolaner kämpfen zu lassen!"
=KJVD-RK NRW:Die bürgerliche 'Sicherheitspolitik' kann unsere nationale Verteidigung niemals sichern!,Köln 1.2.1976

04.02.1976: 
Laut KB findet in Frankfurt zur Aufnahme des Befreiungskampfes in Angola am 4.2.1961 "eine Solidaritätsveranstaltung statt, zu der eine breite Aktionseinheit von CISNU, GIM, KB, Lotta Continua, MIR-Vertretung in der BRD, Portugal-Nachrichten, RK und SZ aufgerufen hatte." Es kommen ca. 500 Leute.
=Arbeiterkampf Nr.74,Hamburg 16.2.1976,S.43

06.02.1976: 
Laut KB organisiert in Bochum der Bund Afrikanischer Studenten (BAS) eine Solidaritätsveranstaltung für den Kampf des angolanischen Volkes mit ca. 120 Teilnehmern.
=Arbeiterkampf Nr.74,Hamburg 16.2.1976,S.42

09.02.1976: 
Die DKP Hochschulgruppe Kiel gibt vermutlich in dieser Woche die Nr.2 ihres 'Kommunist' (vgl. Jan. 1976, 24.5.1976) unter der Schlagzeile "Angola - Kampf der Supermächte?" heraus.

Im Artikel "Der 'KBW' und Angola" heißt es:"
Die Haltung des KBW zum antiimperialistischen Kampf in Angola - im besonderen seine Haltung zur einzigen legitimen Befreiungskraft, der MPLA, gründet sich auf die maoistische Theorie der Supermächte. Da China schon lange die Sowjetunion als den Hauptfeind der Völker bezeichnet - und die SU die MPLA politisch, moralisch und materiell unterstützt, macht der KBW einen Eiertanz:

Da er sich isolieren würde, wenn er die MPLA als Gegner bezeichnen würde, wendet er den Trick an, die drei in Angola bestehenden Gruppierungen, die fortschrittlich-sozialistische MPLA, die von Mobuto (Zaire) ausgehaltene FNLA und die Söldnergruppe UNITA als gleichberechtigte Befreiungsbewegungen zu bezeichnen. Auch die Pekinger Führung spricht von drei gleichberechtigten Befreiungsbewegungen und davon, daß es eigentlich keinen grundsätzlichen Interessenunterschied zwischen den drei Befreiungsbewegungen gäbe. Die Auseinandersetzungen werden interpretiert als Auseinandersetzungen der beiden Supermächte, wobei sich diese Interpretation direkt gegen die MPLA richtet.So schreibt die amtliche Nachrichtenagentur 'Neues China': 'Um die Kontrolle über Angola zu gewinnen, haben die sowjetischen Sozialimperialisten auf die schmutzige Maßnahme zurückgegriffen, die darin besteht, Uneinigkeit zwischen den Befreiungsbewegungen zu stiften. Sie haben große Mengen Waffen geliefert um den Bürgerkrieg anzustiften und die Einheit des angolanischen Volkes zu untergraben.'

Diese Haltung ist eindeutig ein Verrat am Internationalismus; denn die einzige Kraft (die MPLA), die sich zum Ziel gesetzt hat, frei von imperialistischer Ausbeutung, die Volksmacht des angolanischen Volkes zu errichten, wird bezichtigt, die Einheit des angolanischen Volkes zu untergraben und einen Bürgerkrieg angezettelt zu haben.

Lassen wir die MPLA selbst zu Worte kommen: 'Zu behaupten, daß es in Angola drei Befreiungsbewegungen gebe, bedeutet, daß man gerade die wahre Ursache des Kampfes nicht verstehen will ... Wir sind eine breite antiimperialistische Einheitsfront. Wir wollen die neue Gesellschaft errichten, gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Die anderen Bewegungen, mit ihrer beschränkten Sicht, sind Verteidiger und Agenten des Imperialismus, sind eindeutig Konterrevolutionäre ... Die Differenzen zwischen den Bewegungen entspringen dem tiefen antagonistischen Widerspruch, der uns trennt. Irgendeine Versöhnung zwischen uns und der FNLA und UNITA ist völlig unmöglich.' (O Secula 4.10.1975)

Hier von Gleichberechtigung zu reden, ist schon Verrat, ein Verbrechen am antiimperialistischen Kampf ist es aber, daß die Pekinger Machthaber die FNLA mit Waffen unterstützen und nicht nur das: So verkündete Holden Roberto wiederholt: 'Alle meine Söldner sind von Chinesen ausgebildet worden'. (ND, (Neues Deutschland,d.Vf.) 19.1.1975) Um diese Parteinahme der Pekinger Clique drückt sich der KBW herum.

Er lobt wieder besseres Wissen die 'Neutralität' der VR China, und damit die Neutralität im Klassenkampf. Das ist typisch für eine Gruppe, die hier in der BRD sowieso mit den realen Klassenkämpfen nichts zu tun hat. Schon Neutralität allein bedeutet Parteinahme für die Konterrevolution."
=Kommunist Nr.2,Kiel 1976

10.02.1976: 
Die KPD gibt die Nr.6 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl.
3.2.1976, 17.2.1976) heraus.
Auslandsmeldungen behandeln u.a. die SU in Angola.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.6,Köln 10.2.1976

17.02.1976: 
Die KPD gibt die Nr.7 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl.
10.2.1976, 24.2.1976) heraus.

Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Haltung der OAU zu Angola.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.7,Köln 17.2.1976

20.02.1976: 
In Iserlohn besuchen, laut KPD, ein paar DKPler, zwei vom K14, KBW-Sympathisanten sowie die OG Iserlohn der LgdI der KPD eine DKP-Veranstaltung "Was will die Sowjetunion (SU,d.Vf.) in Angola?". Die LgdI OG habe Transparente aufgehängt und Flugblätter ausgelegt. Ein Altgenosse der DKP sei für die LgdI eingetreten.
=Rote Fahne Nr.9,Köln 3.3.1976

08.03.1976: 
In Bochum findet, laut und mit KPD, vermutlich in dieser Woche eine Angolaveranstaltung der LgdI der KPD mit Vertretern der NUZIS Zimbabwe und der SASUG Azania statt, auf der 170 DM gespendet werden.
=Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976

08.03.1976: 
In Bielefeld findet, laut und mit KPD, vermutlich in dieser Woche eine Angolaveranstaltung der LgdI der KPD mit einem Vertreter der NUZIS Zimbabwe statt, auf der 150 DM gespendet werden.
=Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976

22.03.1976: 
Bei Rheinstahl Bielefeld-Brackwede gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihren 'Querträger' (Dez. 1975, Dez. 1976) heraus.

Zur KPD/ML und deren Betriebszeitung 'Rote Presse' heißt es:"
ROTE PRESSE ...
China arbeitet eng mit der Mordbande CIA zusammen - zuletzt erwiesen in Angola. Der Befreiungskampf interessierte die Chinesen wenig - wichtig war es dort, mit den USA zusammen die Unterstützung der sozialistischen Länder zu bekämpfen."
=Der Querträger,Bielefeld März 1976

31.03.1976: 
Die KPD und die LgdI (vgl. 17.5.1976) berichten:"
Am 31.3.1976 erklärte der UNO-Botschafter der VR China in der Sitzung des Sicherheitsrates zur Angolafrage - nachdem er die bewaffnete Aggression und Intervention Südafrikas gegen das angolanische Volk verurteilt hatte:

'Gleichzeitig verurteilen wir scharf die sowjetischen Sozialimperialisten für ihre Aggression und Intervention in Angola und wir halten entschieden daran fest, daß das sowjetische militärische Personal und ihre ausländischen Söldner sich unmittelbar und vollständig aus Angola zurückziehen müssen.

Die ernste Situation in Angola wurde hervorgerufen durch die fieberhafte Rivalität zwischen den beiden Supermächten. Mittlerweile wird ihre Rivalität in den Süden Afrikas getragen und sie gewinnt an Intensität. Wir sind verpflichtet darauf hinzuweisen, daß die Aggression der sowjetischen Sozialimperialisten und ihrer Söldnertruppen gegen Angola ein ernstes Ereignis darstellt, beispiellos in der Geschichte der afrikanischen nationalen Befreiungsorganisationen nach dem Zweiten Weltkrieg!

Sie ist Bestandteil ihrer fieberhaften Rivalität mit der anderen Supermacht um Welthegemonie und speziell im südlichen Atlantik, und sie bedeutet einen wichtigen Plan bei der Verwirklichung ihrer globalen Offensivstrategie.' (HNA, 2.4.1976)."
=Aufruf der KPD und Liga gegen den Imperialismus: Zimbabwe, Azania, Namibia -Sieg im Volkskrieg,Köln o.J. (Mai 1976),S.2

April 1976: 
In Nürnberg führt der KB, laut AB, vermutlich im April eine Afrika-Veranstaltung zur Unterstützung der MPLA Angola und der ZANU Zimbabwe durch. Teilnehmen wollen auch Mitglieder der neonazistischen Wehrsportgruppe (WSG) Hoffmann, die aber rausgeschmissen werden.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.86,München 2.5.1976

08.04.1976: 
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.14 (vgl. 1.4.1976, 15.4.1976) heraus.
Mit dem KB wird sich u.a. über die MPLA Angola auseinandergesetzt.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 8.4.1976

10.04.1976: 
Laut KB beginnt mit einer Großveranstaltung in Hamburg eine Rundreise von Vertretern verschiedener afrikanischer Befreiungsbewegungen durch die 'BRD'. Diese Solidaritätskampagne wird vom KB und der angolanischen Befreiungsbewegung MPLA/Sektion BRD organisiert. Teilnehmer sind Vertreter von MPLA Angola, ZANU Zimbabwe, FPOLISARIO Westsahara, SWAPO Namibia, ELF bzw. Organisation der Eritreer in Westeuropa, ANC Azania, FRELIMO Mosambik.
=KB:Einige Grundfragen der Afrikanischen Revolution,Hamburg 1976,S.5

14.04.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.15 (vgl. 7.4.1976, 21.4.1976) heraus und berichtet u.a. über die Beziehungen zwischen China und Angola bzw. der UNO.
=Rote Fahne Nr.15,Köln 14.4.1976

15.04.1976: 
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.15 (vgl. 8.4.1976, 22.4.1976) heraus.
U.a. nimmt der KBW zu einem "Offenen Brief an die Mitglieder und Anhänger des KBW zu Angola" vom KB Stellung. In dem Artikel vertritt er die Auffassung, daß die "Sowjetunion in Angola mit zur Konterrevolution gehöre".
=Kommunistische Volkszeitung Nr.15,Mannheim 15.4.1976

Mai 1976: 
Der KB berichtet über die Arbeit des KABD in der Vereinigung für internationalen Kulturaustausch (VIK), die Anhänger des KABD in der VIK seien in einem Rundbrief aufgefordert worden, die VIK zu verlassen, und "ihre Kräfte direkt in den Dienst des Parteiaufbaus (zu) stellen und das heißt, für die Unterstützungsarbeit für den KABD (zu gewinnen). Daraufhin gaben die meisten Sympathisanten des KABD auf der jährlichen Mitgliedertagung der VIK im Mai ihren Austritt bekannt.

Das bedeutet unmittelbar den Zusammenbruch zahlreicher Ortsgruppen der VIK (Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe, Düsseldorf, Esslingen, Ludwigsburg, Kassel) und über kurz oder lang möglicherweise überhaupt das Ende der VIK.

Der Hintergrund ist folgender: insbesondere an der Angola-Frage waren in der VIK Auseinandersetzungen aufgebrochen, wobei es dem KABD immer weniger gelang, seine Linie durchzusetzen. Es wurde schließlich mehrheitlich die Unterstützung der MPLA beschlossen (und auch praktiziert), im totalen Widerspruch zur Position des KABD (Gleichberechtigung der drei Befreiungsbewegungen) ... Damit war für die KABD-Führung eine weitere Mitarbeit ihrer Sympathisanten in der VIK nicht mehr sinnvoll, was sehr deutlich ihr schiefes Verständnis von Massenorganisationen zum Ausdruck bringt ...

Die 'Vereinigung Internationaler Kulturaustausch' (VIK) wurde 1973 vom KABD ins Leben gerufen. Damit sollte in erster Linie das spezielle Intellektuellen-Problem des KABD gelöst werden."
=Arbeiterkampf Nr.82,Hamburg 14.6.1976,S.46

Mai 1976: 
Der MSB Spartakus Kiel der DKP gibt vermutlich ungefähr im Mai eine Broschüre "Offener Brief an die Mitglieder und Anhänger des KBW Eure Haltung zu Angola oder Maoismus gleich Konterrevolution" heraus.
=MSB Spartakus:Offener Brief an die Mitglieder und Anhänger des KBW Eure Haltung zu Angola oder Maoismus gleich Konterrevolution,Kiel o.J. (1976)

01.05.1976: 
Die KPD/ML rief gegen den am 4.5.1976 gegen sie beginnenden 'Roter Morgen' (RM) Prozeß in Dortmund für heute zu einer Veranstaltung um 16 Uhr im Saalbau in Dortmund-Mengede (vermutlich gleichzeitig als 1.Mai-Veranstaltung) mit einem Text auf, der bei Opel Bochum (IGM-Bereich - vgl. 22.4.1976) sowie vermutlich auch als Flugblatt verbreitet wird:"
FREIHEIT FÜR DEN ROTEN MORGEN! ...

Die D'K'P (DKP,d.Vf.) wurde 1968 (vgl. **.*.1968,d.Vf.) im Zuge der 'neuen Ostpolitik' im Amtszimmer Heinemanns aus der Taufe gehoben. Sie nennt sich kommunistisch. Aber das ist nur Tarnung. In Wirklichkeit kämpft sie als Agentur der Bourgeoisie gegen den Kommunismus, gegen die Arbeiterklasse. Man sieht das jetzt wieder, wo die UZ, die Zeitung der D'K'P-Revisionisten, die gewaltsame Einmischung der Kremlzaren (SU,d.Vf.) in Angola mit cubanischen Truppen gegen die Unabhängigkeit und Freiheit des angolanischen Volkes als 'proletarischen Internationalismus' bejubelt."
=Zündkerze Nr.3,Bochum Apr. 1976,S.7f

17.05.1976: 
Die KPD und die LgdI geben vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt zur Afrikawoche ab 24.5.1976 heraus:"
AUFRUF DER KPD UND LIGA GEGEN DEN IMPERIALISMUS:

ZIMBABWE, AZANIA, NAMIBIA - SIEG IM VOLKSKRIEG ...
Die sowjetischen Sozialimperialisten versuchen sich an die Stelle des USA-Imperialismus im südlichen Afrika zu drängen. Dazu diente nicht nur ihre Einmischung in Angola, dafür spalten und intrigieren sie und setzen sich unter dem Deckmantel der Unterstützung des Befreiungskampfes für das Rassistenregime in Südafrika ein. ... Die große Gefahr, die von dieser Politik ausgeht, hat sich erstmals voll in Angola gezeigt. Hier nutzen die sowjetischen Sozialimperialisten die Widersprüche aus, die zwischen den drei Befreiungsbewegungen bestanden, erklärten eine von ihnen willkürlich als die 'einzig revolutionäre' und schürten den Bürgerkrieg. Während sie vorher den Befreiungsbewegungen ausreichende Waffen für den Kampf gegen die portugiesischen Kolonialisten verweigert hatten, rüsteten sie eine der Befreiungsbewegungen umfassend mit schweren Waffen für den Bruderkrieg aus, entsandten 12 000 kubanische Söldner, die die angolanischen Volksmassen abschlachteten. Es gelang ihnen, die Tatsache auszunutzen, daß eine der anderen Befreiungsbewegungen die südafrikanischen Rassisten ins Land rief und dadurch die Unterstützung einer Reihe afrikanischer Staaten für die von ihnen unterstützte Befreiungsbewegung zu gewinnen. Dieser Erfolg hat ihren Hunger auf die Länder des südlichen Afrika noch mehr gesteigert; hier wollen sie das Beispiel Angolas wiederholen.

Ein Vertreter der Nkomogruppe aus Zimbabwe sprach auf dem 25.Parteitag der KPdSU in Moskau (vgl. 2.2.1976,d.Vf.) aus, was sich die Sozialimperialisten bei jeder Befreiungsbewegung wünschen: nach Angola könne auch Zimbabwe seine Befreiung nur durch die militärische Hilfe der Sowjetunion erlangen. ... (vgl. 31.3.1976,d.Vf.) ...
Die umfassende politische und materielle Unterstützung des Kampfes der Völker im südlichen Afrika schließt unbedingt ein, sich von all den Kräften zu distanzieren, die die Solidarität mit dem südlichen Afrika im Munde führen, in Wirklichkeit aber die kolonialistischen Ziele des sowjetischen Sozialimperialismus meinen, die DKP/SEW und ihre Anhängsel. Sind sie es nicht gewesen, die begeistert die Intervention der Sowjetunion in Angola begrüßt haben, wie sie im übrigen jede Aggression ihrer Moskauer Oberherren bejubeln?"
=Aufruf der KPD und Liga gegen den Imperialismus: Zimbabwe, Azania, Namibia -Sieg im Volkskrieg,Köln o.J. (Mai 1976)

24.05.1976: 
Die KPD und LgdI geben vermutlich überörtlich in NRW vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"
ZIMBABWE, AZANIA, NAMIBIA - SIEG IM VOLKSKRIEG! ...
Die sowjetischen Sozialimperialisten versuchen sich an die Stelle des USA-Imperialimus im südlichen Afrika zu drängen. Dazu diente nicht nur ihre Einmischung in Angola, dafür spalten und intrigieren sie und setzen sich unter dem Deckmantel der Unterstützung des Befreiungskampfes für das Rassistenregime in Südafrika ein."
=KPD, LgdI:Zimbabwe, Azania, Namibia - Sieg im Volkskrieg!,Dortmund o.J. (1976)

27.05.1976: 
Über die Spaltung des KSA Heidelberg berichtet der KB in einem Artikel "Frecher Rechtsputsch! KBW spaltet Afrika-Solidarität", in dem es heißt:"
Nachdem die Vertreter des KBW im Heidelberger 'Komitee Südliches Afrika' mit ihren berüchtigten proimperialistischen Thesen zu Angola hoffnungslos in die Minderheit geraten waren und nachdem diese Provokateure es nicht verhindern konnten, daß das KSA mehrheitlich die Unterstützung der MPLA beschloß und praktizierte, organisierte die KBW-Minderheitsfraktion - mit aktiver Unterstützung der Ortsgruppe und der Leitung des KBW - einen Putsch.

Am 27. Mai erklärten fünf KBW'ler die anderen 19 KSA-Mitglieder für 'ausgeschlossen'. Sie selbst seien nunmehr allein das KSA. In der folgenden Nacht plünderte der KBW sämtliches Archiv-, Büro- und Literatur-Material des KSA; der KBW stahl die Schlüssel zu den KSA-Räumen und zum Postfach der KSA. Als Höhepunkt seiner kriminellen Handlungen verweigerte der KBW die Herausgabe der gemeinsamen Spendengelder des KSA, wodurch insbesondere die Weiterleitung der für die MPLA gesammelten Spenden akut gefährdet ist. Zur Vollendung seines Putsches brachte der KBW eine gefälschte Ausgabe der 'Afrika-Zeitung' (Organ des KSA) heraus, in der seine Provokation gerechtfertigt und verschleiert werden soll: die KSA-Mehrheit habe das Statut des KSA verletzt; denn dieses sieht den Kampf gegen den Imperialismus vor; die Mehrheit habe aber eine pro-imperialistische Haltung eingenommen ... Wir begrüßen die rasche Solidarisierung mehrerer Heidelberger-Gruppen mit der KSA-Mehrheit ... Ungeachtet aller politischen Meinungsverschiedenheiten unterstützen wir uneingeschränkt die Forderung des KSA nach sofortiger Rückgabe aller geklauten Materialien und Gelder und fordern alle antiimperialistischen Gruppen auf, sich mit dem KSA zu solidarisieren."
=Arbeiterkampf Nr.82,Hamburg 14.6.1976,S.48

01.06.1976: 
Der MSB Spartakus Kiel der DKP gibt vermutlich heute eine auf Juni datierte Ausgabe seiner 'Uni aktuell' (vgl. 12.1.1976, 18.10.1976) heraus.
In "Peking und die Faschisten - einig" wird ein Telegramm der chinesischen Botschaft in Chile über den Waffenverkaufs China an Chile (vgl. 28.10.1975) veröffentlicht und dazu ausgeführt:"
Der MSB Spartakus veröffentlicht hier ein Telegramm der VR China an das Chile Pinochets. Es beweist die Prinzipienlosigkeit der Politik der chinesischen Regierung und zeigt, wohin blinder Antisowjetismus nur führen kann: in die Arme der äußersten Reaktion. Dies zeigte sich bereits in Dutzenden Fällen. Erst zuletzt in der Haltung Chinas zu Angola, wo die Pekinger Führer in gemeinsamer Front mit dem US-Imperialismus (USA,d.Vf.) und den südafrikanischen Rassisten (Azania,d.Vf.) gegen die MPLA kämpften. Die Kumpanei der VR China mit dem Pinochet-Regime stellt in dieser Entwicklung lediglich noch einen traurigen Höhepunkt dar."
=Uni aktuell,Kiel Juni 1976

02.06.1976: 
In Hannover veranstalten die ausländischen Studentenvereine, laut KB, in der TU einen Internationalen Abend. Vom KB heißt es dazu:"
Trotz massiven Widerstands der ausländischen Nachbeter der chinesischen Außenpolitik bestanden die fortschrittlichen Studentenvereine darauf, den Sieg des revolutionären Befreiungskampfes des angolanischen Volkes unter Führung der MPLA in den Mittelpunkt der Veranstaltung zu stellen.

Sowohl die 'ML'- Abspaltung der iranischen Studentenorganisation CISNU, als auch die afghanischen und türkischen ML-Studenten im Verein mit ihren westdeutschen Kumpanen (KBW, KPD, KPD/ML) rächten sich dann während der Veranstaltung, indem sie den Büchertisch des KB im Vorraum, wo wir besonders Afrika-Broschüren etc. anboten, kurz und klein schlugen ...

Die CISNU (Hannover), die Afrikanische Studentenorganisation Hannover (ASTOH) und der KB haben inzwischen eine gemeinsame öffentliche Erklärung herausgegeben, wo sie über die unverschämte Aktion der MLer informierten und zum offenen Bruch mit ihnen innerhalb der antiimperialistischen Bewegung aufrufen."
=Arbeiterkampf Nr.84,Hamburg 12.7.1976,S.59;
Rote Fahne Pressedienst Nr.21,Köln 25.5.1976


08.06.1976: 
Die KPD gibt ihren 'Rote Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.22 (vgl. 1.6.1976, 15.6.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Umtriebe der SU in Angola, wobei u.a. die Gruppen OCA und Revolta Activa erwähnt werden.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.23,Köln 8.6.1976

06.09.1976: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.88 (vgl. 23.8.1976, 20.9.1976) heraus.
Im Artikel "Chile-Solidarität; KBW sucht sein zweites Angola" heißt es u.a.:"
Kaum hat sich der KBW mit seinen konterrevolutionären Standpunkten und putschistischen Praktiken zu Angola weitgehend aus der Afrika-Solidarität hinausmanövriert, versucht er nun mit der Chile-Solidarität ein Gleiches",
=Arbeiterkampf Nr.88,Hamburg 6.9.1976

22.09.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.38 (vgl. 15.9.1976, 29.9.1976) heraus.
Im Bundestags-Wahlkampf (BTW) habe der KBW Plakate der KPD überklebt, nicht aber die der DKP:"
Der ideologische Hauptgegner des KBW in diesem Wahlkampf ist - ... - die Linie des Kampfes für die nationale und soziale Befreiung des deutschen Volkes."

Daraus hätten sich Widersprüche im KBW ergeben:"
So gingen nicht nur Sympathisanten des KBW in antiimperialistischen Komitees anläßlich der Angolafrage zu revisionistischen Positionen über".
=Rote Fahne Nr.38,Köln 22.9.1976

Oktober 1976: 
Das der KPD nahestehende Nahost-Mittelost-Komitee gibt im Oktober einen Aufruf heraus, in dem es u.a. heißt:"
so heißt das nichts anderes, als daß Breschnew eine sozialimperialistische Lösung für den Libanon vorbereitet, wie man sie bereits aus Angola und der CSSR kennt."
=KPD-OL Dortmund:Für die Unabhängigkeit und Einheit des Libanon!,Dortmund o.J. (Okt. 1976),S.2

04.10.1976: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.90 (vgl. 20.9.1976, 18.10.1976) heraus.
Der Artikel "KBW: Wo gehobelt wird, fallen Späne!" beschäftigt sich u.a. mit der Funktionserhebung der 'KVZ' Redakteure Burkhardt Braunbehrens (B.B.), Wilfried Maier (W.M.) und Eddi Riethmüller (E.R.) Der KB formuliert u.a.:"
Maiers Nachfolger als Chefredakteur der KVZ wurde H. J. Hager. Er ist u.a. der Verfasser einer ungeheuerlichen Geschichtsfälschung über den angolanischen Befreiungskampf ... und liefert wohl die beste Gewähr für die skrupellose Durchsetzung jeder gewünschten Dummheit und Lüge der KVZ. ...
Hinter dem 'Kampf zweier Linien' im KBW stecken unserer bisherigen Einschätzung nach vor allem zwei Hauptpunkte:

1. Der Versuch, einer bisher insgesamt eher kleinbürgerlich-liberalen, rechtsopportunistischen Organisation einen 'ML'-Kurs aufzuzwingen - beispielsweise die konterrevolutionären, nur durch krasse Geschichtsfälschung abgestützten Thesen des KBW zu Angola".
=Arbeiterkampf Nr.90,Hamburg 4.10.1976

05.10.1976: 
Die TLD richtet einen Brief "An das Zentrale Komitee des Spartacusbund" (SpB), in dem bezüglich Angola ausgeführt wird, daß die TLD dort die Revolta Activa um Joaquin Pinto de Andrade unterstütze, die dem linken Flügel der MPLA entspreche. Dem VS der Vierten Internationale nahestehend sei dagegen die Grupo Revolucao Socialista (GRS).
=TLD:An das Zentrale Komitee des Spartacusbund,o.O 5.10.1976

25.10.1976: 
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.32 (vgl. 15.9.1976, 20.12.1976) heraus.
Zusammen mit der TLD (vgl. 5.10.1976) habe man eine Aktionseinheit "Freiheit für die gefangenen Genossen in Angola" gebildet.
=Spartacus Nr.32,Essen 25.10.1976

27.10.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.43 (vgl. 20.10.1976, 3.11.1976) heraus.
Auslandsmeldungen behandeln u.a. die SU in Angola.
=Rote Fahne Nr.43,Köln 27.10.1976

17.11.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.46 (vgl. 10.11.1976, 24.11.1976) heraus.
Auslandsmeldungen behandeln u.a. die OCA Angola sowie die Beziehungen zwischen Jugoslawien und Angola.
=Rote Fahne Nr.46,Köln 17.11.1976

20.11.1976: 
Laut KB findet in Stuttgart eine Veranstaltung des MIR Chile statt. Es wurden Grußbotschaften des Chile-Komitees Stuttgart, der Vereinigung Internationaler Kulturaustausch (VIK), der GIM, der MPLA Angola, des Antimilitaristischen Arbeitskreises (AMAK) und der KB Sympathisantengruppe Stuttgart verlesen." Diese unterstützten auch, laut KB, die Veranstaltung, zu der ca. 130 Menschen kamen.
=Arbeiterkampf Nr.95 und 98,Hamburg 13.12.1976 bzw. 7.2.1977,S.26 bzw. S.47

29.11.1976: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.94 (vgl. 15.11.1976, 13.12.1976) heraus.
In "MLer und Trotzkisten gegen VR Angola. Wilde Hetze und stümperhafte Fälschungen" heißt es:"
Die Hetze gegen die Volksrepublik Angola, die sich ihre Unabhängigkeit und sozialistische Perspektive unter so schweren Opfern erkämpft hat, wie keine der anderen ehemaligen portugiesischen Kolonien, gehört mittlerweile zur normalen Berichterstattung eines Teils der westdeutschen Linken. Eine systematische Verleumdungskampagne wird von Gruppen wie der KPD und dem KBW angeführt, deren Auslassungen über die Volksrepublik Angola nunmehr durchgängig faschistische Dimensionen erreicht haben. Unter der demagogischen Parole der 'Fortsetzung des Befreiungskampfes des angolanischen Volkes' (KBW) werden die Reste der CIA-Marionetten FNLA/UNITA als die wahren Vertreter des angolanischen Volkes unterstützt und die Liquidierung der MPLA als 'sozialfaschistische Marionettenclique Moskaus' (KPD) propagiert. Für einen nicht unerheblichen Teil der westdeutschen Linken ist diese wilde Hetze von KBW und KPD, die vor allem der militanten Ausrichtung der verbliebenen Mitglieder dieser Gruppen gegen den Sozialimperialismus dient, zwar ein starker Tobak und unglaubwürdig, aber dennoch nicht wirkungslos geblieben. An diese Kreise wenden sich KABD und vor allem die trotzkistischen Organisationen GIM und Spartacusbund, die - profitierend von dieser Vergiftung der Solidarität mit der MPLA - eine geschicktere und subtilere Diskreditierung der angolanischen Revolution betreiben. Sie erfinden entweder 'neokolonialistische' (KABD) oder 'stalinistische' Tendenzen (Trotzkisten) in der MPLA und beklagen alle laut eine angebliche Repression gegen eine - von ihnen eigens erfundene - angolanische Linke. Insgesamt ist die Verleumdungskampagne gegen die VR Angola das logische und notwendige Resultat der proimperialistischen Propaganda der westdeutschen Nachbeter der chinesischen Außenpolitik, wie sie während der imperialistischen Aggression gegen die VR Angola 1975-76 von diesen Kreisen betrieben wurde ... Der politische Gleichschritt der ansonsten eher spinnefeindlichen Brüder aus der trotzkistischen und ML-Szene und die Maßlosigkeit ihrer Hetze und Schmähungen gegen ein revolutionär-demokratisches Land wie die VR Angola, diese willkommene Unterstützung imperialistischer Propaganda, ist eine neue Erscheinung in der westdeutschen imperialistischen Bewegung. Es ist nicht zu verkennen, daß selbst bei aufrechten Antiimperialisten, die die Positionen der MLer und Trotzkisten ablehnen, etwas davon verfangen hat und hängengeblieben ist."
=Arbeiterkampf Nr.94,Hamburg 29.11.1976

30.11.1976: 
Die KPD gibt ihren 'Rote Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.40 (vgl. 16.11.1976, 14.12.1976) heraus.
Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Beziehungen zwischen Angola und der VR China bzw. der SU.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.40,Köln 30.11.1976

10.01.1977: 
Im heutigen 'Arbeiterkampf' (AK) des KB erscheint ein Artikel zu Zimbabwe.

Die KPD (vgl. 19.1.1977) berichtet, daß der KB dort Widersprüche innerhalb der ZANU sowie zwischen ZANU und ZIPA behandelt habe und deswegen von der ZANU kritisiert worden sei. Die KPD schreibt: "Die ZANU-Führung ist nach Meinung des KB käuflich." Verwiesen wird dabei auf die Politik der SU in Angola und dem KB wird vorgeworfen eine "Schnüffelei in den inneren Angelegenheiten anderer - deutscher und ausländischer - Organisationen, wie es der KGB nicht besser könnte".
=Arbeiterkampf Nr.96,Hamburg 10.1.1977;
Rote Fahne Nr.3,Köln 19.1.1977,S.8


24.01.1977: 
Das KPD-RK NRW (vgl. 24.1.1977) gibt vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"
FÜNF JAHRE 'RADIKALENERLASS' ...
In der Praxis machen die Revisionisten zwar ein lautes Geschrei um die Berufsverbote, aber sie beteiligen sich selbst an der politischen Unterdrückung. ... Sie sind eine Agentur des sowjetischen Sozialimperialismus, begrüßen jede Aggression der neuen Zaren wie in der CSSR oder Angola".
=KPD-RK NRW:Fünf Jahre Radikalenerlaß,Dortmund o.J. (Jan. 1977)

16.05.1977: 
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.104 (vgl. 29.4.1977, 31.5.1977) heraus.
Der Artikel "ML-Internationale: Ein totgeborenes Kind!" berichtetr:"
Nach dem 7. Parteitag der PdAA hat sich ein fester Block von europäischen ML-Parteien herausgebildet, die sich immer klarer von der chinesischen Außenpolitik abgrenzen und die sehr bestrebt sind, als Vorform einer neuen Internationale möglichst häufig öffentlich in Erscheinung zu treten."
Zum albanischen Block soll auch die OCA Angola gehören.
=Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977

26.09.1977: 
Die KPD-OL Köln gibt spätestens in dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"
LEBERS 'VERTEIDIGUNGSPOLITIK' NÜTZT DEN KRIEGSVORBEREITUNGEN DER BEIDEN SUPERMÄCHTE ...

Und dennoch versuchen Schmidt und Leber weiszumachen, die Entspannungspolitik habe Fortschritte gemacht. Was ist aber mit der imperialistischen Aggression der Sowjetunion (SU,d.Vf.) in Angola und in Zaire? ...

Weder in Korea und Vietnam, noch in  der CSSR und in Angola haben Atomwaffen die Gesetzesmäßigkeit von imperialistischen Kriegen aufgehoben. Die wirkliche Bedeutung dieser Theorie lag immer nur darin, die Völker einzuschüchtern und zur freiwilligen Unterwerfung unter ihre Feinde zu zwingen. ...

Die modernen Revisonisten der D'K'P geben sich besonders 'friedfertig' und 'gewaltlos'. Genauer besehen sind sie aber nicht gegen Krieg und Gewalt überhaupt. Sie treten vielmehr gegen den gerechten Krieg auf und versuchen den imperialistischen, ungerechten Krieg der Sozialimperialisten wie in der CSSR oder in Angola als gerecht hinzustellen."
=KPD-OL Köln:Lebers 'Verteidigungspolitik' nützt den Kriegsvorbereitungen der beiden Supermächte,Köln o.J. (1977)

Februar 1978: 
Das KPD-RK NRW gibt vermutlich im Februar das folgende Flugblatt heraus:"
SOLIDARITÄT MIT DEM KAMPF DER ZIVILDIENSTLEISTENDEN! ...
So hat die DKP noch jede Schandtat der Sozialimperialisten: sei es der Überfall auf die CSSR (vgl. 21.8.1968,d.Vf.), die Unterjochung ganz Osteuropas, sei es die erneute koloniale Abhängigkeit des angolanischen Volkes, als eine Politik 'zur Sicherung des Friedens und des Fortschritts' ausgegeben."
=KPD-RK NRW:Solidarität mit dem Kampf der Zivildienstleistenden!,Dortmund o.J. (1978)

Juni 1978: 
Nach eigenen Angaben versucht das Leitende Gremium (LG) des KB eine "Einleitung der Krisendebatte" im KB in Gang zu setzen. Diese "Krisendebatte" beginnt mit dem Abdruck einer Austrittserklärung eines Genossen, sowie der Antwort des LG darauf:"
In dieser zweiten Phase der Krisendebatte verschob sich gewissermaßen der Schwerpunkt der Diskussion: hauptsächlich diskutiert wurden jetzt die Ursachen und Bedingungen der Krise, herausgearbeitet worden ist die Unterscheidung zwischen objektiven Faktoren für die Krise - objektiv in der Hinsicht, daß sie für uns kaum oder gar nicht beeinflußbar sind oder werden können - und zum anderen der Aufdeckung tatsächlicher Mängel und Fehler in der Organisation. Hinsichtlich der objektiven Faktoren ist hauptsächlich folgendes genannt worden ... die Anlehnung Angolas und anderer fortschrittlicher Staaten an die Sowjetunion"
=Unser Weg Nr.26,Hamburg März 1979

März 1980: 
Die Nr.2 der 'Internationalen Informationen' (vgl. Sept. 1979, Juni 1980) erscheint. Sie werden von den Redaktionen von 'Rote Fahne' (RF der MLPÖ), 'GDS' und 'WBK' in Berlin herausgegeben.
Inhalt ist u.a.:
- Organisationsgründungen u.a. in Angola.
=GDS:Verzeichnis der Veröffentlichungen von GDS 1974-1983,Frankfurt 1984,S.58

24.11.1990: 
Im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK berichtet G.JANTHOR@LDB am 2.1.1994:"
Eberswalde (ex-DDR): 50 bewaffnete Skinheads überfallen den 'Hüttengasthof' - die letzte Kneipe in der Stadt, in der an Schwarze noch Bier ausgeschenkt wurde. Der Angolaner AMADEU ANTONIO wird nach dem Überfall bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert und stirbt Tage spaeter an seinen schweren Verletzungen."
=Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-G.JANTHOR@LDB:Morde von rechts 1/3,2.1.1994

15.06.1991: 
Im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK berichtet G.JANTHOR@LDB am
2.1.1994:"
Friedrichshafen: der Angolaner AGOSTINHO (34) wird von einem DVU-Ordner erstochen."

R.ZIPPEL@EAST-END berichtet am 2.1.1994 im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK:"
Anfang Juni:
- in Friedrichshafen am Bodensee sticht ein Skinhead einen 34jährigen Angolaner nieder".
=Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-R.ZIPPEL@EAST-END:Noch mehr Opfer_1,2.1.1994;
Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-G.JANTHOR@LDB:Morde von rechts 1/3,2.1.1994

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