Bangladesh

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Bangladesh [früher oft „Bangla Desh“ geschrieben], heute eines der ärmsten Länder der Erde mit jährlichen Flutkatastrophen, die oft – wie auch 1970 – Zehn- wenn nicht gar Hunderttausende von Menschenleben kosten, ohne dass dies den Medien arg der Rede oder der Politik sonderlich der Abhilfe wert wäre, wird hier vor allem hinsichtlich seiner Entstehung, d.h. der Abtrennung von Westpakistan geschildert.

Nach der Aufteilung des Territoriums, welches sich die britischen Kolonialparasiten im indischen Subkontinent zusammengeraubt hatten, in Gebiete mit muslimischer bzw. hinduistischer Bevölkerungsmehrheit, gehörte das heutige Bangladesh als Ostpakistan gemeinsam mit dem heutigen Staat Pakistan zum damaligen Staat Pakistan.

Schon früh werden, in dieser wie immer lückenhaften Darstellung, die persönlichen Aspirationen Scheih Mujibur Rahmans bekannt (vgl. 1955), aber auch die Interessen Indiens, die nicht zuletzt auch in Kaschmir mit denen Pakistans konfligieren (vgl. 1965). Während Indien aber damals eher der Sowjetunion nahestand, verfügt Mujibur Rahman offenbar auch über Kontakte zu den USA (vgl. Feb. 1971). Schon früh zeigen sich da nicht nur die KPD/ML-ZB, sondern zumindest auch die südbadischen kommunistischen Arbeiter kritisch (vgl. März 1971), wobei beide auf die Ausbeutung Ostpakistans durch Westpakistan verweisen (vgl. 26.3.1971).

Zunächst bleibt es beim Bürgerkrieg, wobei die SU offenbar für Mujibur Rahman und die Awami-Liga Partei ergreift (vgl. 4.4.1971), die Einmischung Indiens aber schon bald dräut (vgl. 5.4.1971), natürlich mit Rückendeckung aus Moskau (vgl. 9.4.1971).

Die KPD/ML-ZK verfügt über die korrekten Bruderparteien in der Region (vgl. Mai 1971). In Hameln zumindest versucht sich die DKP darin, diese Frage zu ihrem Vorteil auszunützen (vgl. 20.5.1971), galt die Awami-Liga doch damals vielen Menschen durchaus als antiimperialistische bzw. nationale Befreiungsbewegung, vor allem angesichts des von der KPD/ML-ZB antizipierten 'Völkermordes' (vgl. 25.4.1971) bzw. der vom BKA berichteten 'Blutbäder' (vgl. Juni 1971) der westpakistanischen Armee in Ostbengalen.

In Heidelberg sucht die RKJ der GIM mit ihrem ersten öffentlichen Meeting, zu dem Ernest Mandel als Unterstützung kommt, erfolgreich die öffentliche Auseinandersetzung mit der am Ort dominanten Gruppe, der KG (NRF) des späteren KBW (vgl. 4.5.1971, 10.5.1971).

Die KPD/ML-ZB dagegen bemüht sich um eine Annäherung an die Dreiweltentheorie bzw. die Vaterlandsverteidigung, möchte aber zunächst nur die Einheit Pakistans im Kampf, noch nicht gegen die Supermächte, sondern noch gegen den Imperialismus bzw. die indische Reaktion gewahrt wissen (vgl. Sept. 1971). Die konkurrierende KPD/ML-ZK berichtet derweil über die Hungerkatastrophe (vgl. 20.9.1971).

Nun eskaliert der Konflikt durch die Intervention indischer Truppen (vgl. 23.10.1971, 1.11.1971), wobei die KPD/ML-ZK zumindest in Duisburg bedächtig bleibt (vgl. Nov. 1971). Die Berliner KPD dagegen sieht Indira Ghandi eindeutig als Aggressorin (vgl. 22.11.1971), ebenso wie die KPD/ML-ZB (vgl. 22.11.1971, 27.11.1971). Bedeutend bedächtiger gibt sich da die nordbadische KG (NRF), die eher ein gänzlich befreites Bengalen unter Einbeziehung des indischen Westbengalen, vermutlich unter entscheidendem Einfluss der Naxaliten bzw. der CPI/ML, anzustreben scheint (vgl. Dez. 1971), anstatt sich an die westpakistanischen Chinafreunde noch die indischen und sowjetischen Unterstützer der Awamiliga anzulehnen zu wollen.

Aus Dortmund wird die Rolle Willy Brandts als willkommener Friedensstifter in Frage gestellt, er selber aber keineswegs etwa als Brandstifter bezichtigt (vgl. Dez. 1971), die bundesdeutschen Sportsfreunde scheinen damals noch eher etwas weit ab vom Schuß bzw. ungeübt im Bengalischen Golf, gleichen das erst später am Hindukusch bescheiden aus. Erst einmal müssen sich die heutigen Strategen des Auswärtigen Amtes der sowjetischen Anfeindungen ob der chinesischen Außenpolitik erwehren, wie u.a. die KPD kund tut (vgl. Dez. 1971), für die Indien klar der Aggressor ist (vgl. 1.12.1971), ebenso wie für die KPD/ML-ZB (vgl. 3.12.1971, 6.12.1971), während es die KG (NRF) eher auf die sowjetischen Drahtzieher abgesehen hat (vgl. 5.12.1971) und ihre südbadischen Freunde aus Freiburg wiederum das freie vereinigte Grossbengalen propagieren (vgl. 6.12.1971), auf das auch in Hamburg Hoffnungen gesetzt werden (vgl. 7.12.1971, 16.12.1971). Indien widersetzt sich offenbar gar der UNO (vgl. 8.12.1971), hat nur wenige Fürsprecher, vor allem in Form der offenbar kriegslüsternen Sowjetunion, wie die KPD/ML-ZB klarstellt (vgl. 8.12.1971), während sich die KPD/ML-ZK bei Opel Bochum selben Tags noch der Entlarvung Willy Brandts widmet.

Die KPD/ML-ZB kündet nun vom Oberkommando der indischen Militärs über die ostbengalischen Freiheitskämpfer (vgl. 17.12.1971), die dergestalt kaum noch bequem als nationale Befreiungsbewegung zu bezichtigen wären.

In München wird wiederholt gegen eine indische Aggression bzw. den indischen Überfall demonstriert (vgl. 13.2.1971, 17.12.1971, 18.12.1971), dies auch seitens der ABG gehörig reflektiert (vgl. Jan. 1972), während sich die KPD/ML-ZB angesichts der Auseinandersetzungen wieder einmal im Lob der Außenpolitik der VR China übt (vgl. Jan. 1972), die bundesdeutsche Kooperation mit Indien geisselt (vgl. 3.1.1972), welches kriegslüstern scheint (vgl. 10.1.1972), alldieweil die Mongolei gemeinsam mit der DDR offenbar den Vorreiter bei der diplomatischen Anerkennung Bangladeshs als souveränem Staat macht (vgl. 12.1.1972), wogegen selbst indische Arbeiter zu protestieren scheinen (vgl. 14.1.1972).

Die nordrheinwestfälischen Freunde des späteren KBW benennen die vereinigten und manchmal gar zerstrittenen Imperialisten als Initiatoren des Krieges, was nicht wirklich eine neue Erkenntnis bezüglich militärischer Konfrontationen ist (vgl. Apr. 1972), schießen sich dann aber doch ein bisserl auf den ostwärts dräuenden sowjetischen Imperialismus ein, sind doch noch die später teils den MLD nahen Genossen dabei (vgl. 10.4.1972).

Mit der Berichterstattung über Bangladesh aber ist es wesentlich vorbei, es geht eher um globale Geopolitik (vgl. 22.5.1972), bzw. das Dilemma der Verteidiger der chinesischen Außenpolitik, welches Trotzkisten scheinbar unbefangen für ihre Zwecke auszuschlachten trachten (vgl. Aug. 1972), während sich westfälische Gruppen, wie in Hamm durchaus der sowjetischen Schuld am Konflikt bewusst scheinen (vgl. Nov. 1972). Sich auch ihre Dortmunder Freunde bei Hoesch Dortmund bzw. auch in ganz Dortmund wiederholt der diesbezüglichen DKP-Argumentation erwehren (vgl. 6.11.1972, 17.11.1972). Die frühen bundesdeutschen Vaterlandsverteidiger in NRW, aus Aachen, Bochum und Duisburg spitzen die Debatte über den Sozialimperialismus nun unter Verweis auf Bangladesh zu (vgl. 1.5.1973), wobei die KPD nicht lang zurückstecken mag (vgl. 2.5.1973).

Nach einem gewissen zeitlichen Sprung weiß die KPD um einen ostpakistanischen Befreiungskampf (vgl. 1.10.1975), bevor zum derzeitigen beschämenden Ende dieser Darstellung Flüchtlinge aus Bangla Desh überfallen werden (vl. 15.4.1991).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

1955:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus Ostpakistan bzw. später Bangla Desh:"
Scheih Rahman hatte 1955 die Trennung der Awami-Liga von der Vereinigung aller ostbengalischen Oppositionsparteien (United Front) geführt. Für viele Ostbengalen, auch Mitglieder der Liga, hatte Rahman damit seine eigenen Machtinteressen über die des ostbengalischen Volkes gestellt."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.29,Bochum 17.4.1971,S.1f

1965:
Die KPD (vgl. 3.12.1971) berichtet über die Herrschenden in Indien (vgl. 22.11.1971):"
1965 haben sie die Kaschmirfrage zum Anlaß eines erneuten Waffengangs gegen Pakistan genommen (und sie verweigern den Einwohnern Kaschmirs die Autonomie, für die sie sich in Ostpakistan angeblich so breit machen!)."
Q: Rote Fahne Nr.31,Berlin 3.12.1971,S.6

Februar 1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus Ostpakistan bzw. später Bangla Desh über Mujibur Rahman und seine Awami-Liga (vgl. 1955, 26.3.1971):"
Bei einem Treffen mit dem US-amerikanischen Botschafter Farland im Februar soll Rahman verbindliche Zusagen der USA zur Unterstützung seiner separatistischen Bestrebungen erhalten haben."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.29,Bochum 17.4.1971,S.2

März 1971:
Der BKA Freiburg berichtet über Ostpakistan bzw. Bangla Desh (vgl. Juni 1971):"
DIE AWAMI-LIGA - EINE 'BEFREIUNGSBEWEGUNG'?

Den Haß der armen Bauern und Arbeiter Ostpakistans gegen die westpakistanischen Ausbeuter nutzten die Grundherren und Kapitalisten Ostpakistans, um die Herrschaft ihrer stärkeren westpakistanischen Konkurrenz zu beseitigen und ihre eigene Ausbeuter-Diktatur auf dem Rücken des ostpakistanischen Volkes aufzubauen.

Die Partei der reaktionären Oberschicht Ostpakistans ist die 'Awami-Liga' des Scheichs Mudschibur Rahman. Die 'Unabhängigkeits'-Bestrebungen der Awami-Liga wurden von den indischen Reaktionären von Anfang an unterstützt. Denn eine Lostrennung Bengalens von Pakistan zum gegenwärtigen Zeitpunkt heißt: Stärkung der Machtposition der indischen Reaktionäre und der imperialistischen Mächte. So war auch tatsächlich die erste Handlung der Awami-Liga-Regierung von 'Bangla Desh' im Frühjahr dieses Jahres, 'ausländische Mächte' (womit die USA und Indien gemeint waren) um ein 'Eingreifen' zu bitten. Die Awami-Führer wollten also die neugewonnene 'Unabhängigkeit' unverzüglich an die indischen Reaktionäre und die Imperialisten weiterverschachern! Der Kaufpreis: Ein angemessener Anteil für die ostbengalische Oberschicht an der Ausplünderung des bengalischen Volkes.
Q: Klassenkampf Nr.16,Freiburg 21.12.1971,S.7

März 1971:
Die GIM und ihre RKJ geben die Nr.3 ihrer 'Was Tun' (WT) (vgl. Feb. 1971, Apr. 1971) heraus mit den Artikeln "Pakistan: Ost-Bengalen: der zündende Funke für die indische Revolution?" zu Bangla Desh, "Klassenkampf in West-Bengalen. Interview mit dem Genossen Naren Bose" und "Solidarität mit der bengalischen Landarbeiter- und Bauernliga".
Quelle: Was Tun Nr. 3, März 1971, S. 13ff

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26.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
BÜRGERKRIEG IN PAKISTAN

Am Freitag, den 26.3. wurde es offensichtlich, daß die Bemühungen um einen Kompromiß zwischen West- und Ostpakistan den beiden Vertretern der herrschenden westpakistanischen Feudalclique, General Yahya Khan und dem ehemaligen Verteidigungsminister Zulfikar Ali Bhutto, nur als Verschleppungsmanöver dienten. Sie konnten während der Verhandlungen zehntausende von Soldaten von West- nach Ostpakistan bringen. Als dann am Freitag rund 70 - 80 000 Soldaten in Ostpakistan waren, schlug die Zentralregierung zu. Brutal gingen die Truppen gegen die unbewaffnete Bevölkerung vor. Sie vernichteten ganze Stadtteile ohne jede Vorwarnung. Auf dem Universitätsgelände in Dacca wurden verkohlte Leichen in den Betten der Schlafsäle gefunden. Durch massiven Terror versuchten die Militärs im Auftrag der westpakistanischen Feudalisten die Bevölkerung zu zwingen, ihre Forderung nach Unabhängigkeit aufzugeben, Mindestens 300 000 Bengalen sollen bisher ermordet worden sein.

Warum aber kam es zu diesem Bürgerkrieg?

Seit der Staatsgründung im Jahre 1947 beutet der westliche Teil Pakistans den Osten des Landes aus. Das Hauptausfuhrgut Pakistans, Jute, wird ausschließlich im Ostteil des Landes, der sich jetzt Bangla Desh (Freies Bengalen) nennt, angebaut. Doch nur 20% der Erträge der Juteausfuhr wurden wieder in Ostpakistan investiert, die übrigen 80% wurden für den Aufbau der Industrie Westpakistans verwendet. Die Jutepreise, die während des Korea-Krieges um mehr als 100% stiegen, fallen jetzt ständig, da immer mehr Kunststoffe die Jute ersetzen. Westpakistan hat in der Zeit, in der der Juteanbau noch beträchtliche Gewinne erbrachte, die Grundlagen einer Industrie aufgebaut, während die einzige Einnahmequelle Ostpakistans langsam zurückgeht und durch nichts ersetzt wurde. Auch die 'Entwicklungshilfe' wurde vor allem im Westen investiert. Ostbengalen wurde so zu einer Kolonie in der Kolonie. Seine Rohstoffexporte erbrachten die Mittel für den wirtschaftlichen Aufbau in Westpakistan - d.h. für die 80 Familien, denen Westpakistan gehört. Aus dem Westteil muß Ostbengalen dann wieder teure Industrieprodukte einführen. Selbst die geringen Ansätze einer Industrie in Ostbengalen sind fest in Händen der 80 pakistanischen Familien, die Wirtschaft und Politik des Staates bestimmen. Der Unterschied im Pro-Kopf Einkommen zwischen Westpakistan und Ostbengalen vergrößert sich daher immer mehr. 1969 hatte ein Westpakistaner ein durchschnittliches Einkommen von 464 DM im Jahr, ein Ostpakistaner von 160 DM. Der niedrige Entwicklungsstand Ostbengalens zeigte sich auch bei der Flutkatastrophe im Herbst 1970 (vgl. S12**.1970,d.Vf.). Nach Angaben Scheih Mujibur Rahmans hätten Deiche und Kanalanlagen die Katastrophe verhindern können. Diese Anlagen hätten nur rund 10% der Kosten des Tabela-Staudammes in Westpakistan ausgemacht. Der Tabela-Staudamm ist eines der größten Dammprojekte der Welt, doch seine Leistung wird noch für lange Zeit von der westpakistanischen Industrie nicht ausgenutzt werden können. Auch auf die Zentralverwaltung und die Armee haben die Bengalen praktisch keinen Einfluß. Obwohl sie 55% der Gesamtbevölkerung stellen, sind nur 10% Bengalen in der Armee und 15% in der Zentralverwaltung beschäftigt.

Als einziger Staat hat bisher Indien in dem Konflikt für Ostbengalen Stellung genommen.

Warum?

Nach dem Krieg um die Grenzprovinz Kaschmir zwischen Indien und Westpakistan 1965 kämpfen beide Staaten weiter um die Herrschaft über dieses Gebiet (...). Die Ostbengalen aber, für die der Kaschmir-Krieg eine Auseinandersetzung zwischen Westpakistan und Indien war, stehen Indien freundlich gegenüber. Würde es nun zur Bildung des Bangla Desh kommen, dann hätte Indien nur noch einen Gegner - Westpakistan. Die Gefahr eines neuen Krieges besteht durchaus, denn der westpakistanische Volksparteiführer Bhutto forderte bei den Wahlen im Dezember 1970 eine 'Konfrontation' mit Indien, bis der Konflikt beseitigt ist. Zum anderen ist im indischen Westbengalen, das von Indien ähnlich ausgebeutet wird wie Ostbengalen von Pakistan, die Opposition gegen die Congress-ParteiIndira Gandhis sehr stark. Die marxistisch-leninistische Volksbefreiungsbewegung, die Naxaliten, besitzen dort das Vertrauen der unterdrückten Klassen und führen den Kampf gegen die Großgrundbesitzer an. Indira Gandhi muß also mit diesen Sympathiekundgebungen diese Teile der Bevölkerung beschwichtigen. An der Grenze zu Ostbenaglen haben sich 30 000 Freiwillige gesammelt, die mit den Ostbengalen gegen die Armee kämpfen wollen.

Das Blutbad unter den Ostbengalen, die sich mit der Methode des gewaltlosen Widerstandes gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu wehren versuchten, zeigt wieder einmal deutlich, daß Ausbeuter nicht ohne Gewalt ihre Privilegien aufgeben. Das ostpakistanische Volk hat sich von Scheih Mujibur Rahman verwirren lassen. Rahman wollte alle Probleme Ostbengalens mit der nationalen Selbständigkeit lösen, die er mit einer unorganisierten Massenbewegung auf dem 'friedlichen' Weg erkämpfen wollte. Diese grobe Unterschätzung der Macht der Feinde des bengalischen Volkes hat 300 000 Opfer gekostet. So konnte die Zentralregierung mit 80 000 Soldaten den Widerstand von 70 Mio. Ostbengalen zumindest teilweise brechen. Denn hinter der Armee steht nicht nur die Zentralregierung Pakistans, sondern auch ihre imperialistischen Verbündeten. Die Militärhilfevereinbarungen zwischen den USA und Pakistan erlauben ausdrücklich den Einsatz aus Amerika gelieferter Waffen in einem Bürgerkrieg. Aufgrund dieser Verträge aus den Jahren 1954 und 1959 konnten Flugzeuge der pakistanischen Luftwaffe Napalm und andere Bomben auf ostbengalische Städte werfen. Die marxistisch-leninistische Volkspartei Ostbengalens war noch zu schwach, um in dem Kampf für nationale Unabhängigkeit die Führung zu übernehmen und durch eine richtige Einschätzung der Macht der Feinde des Volkes erfolgreich zu führen."

Drei Tage später berichtet die KPD/ML-ZB:"
DIE KÄMPFE IN OSTPAKISTAN UND DIE ROLLE DER IMPERIALISTEN

Die Lage im pakistanischen Bürgerkrieg ist nach wie vor, von Westdeutschland aus gesehen, verworren. Die Nachrichten, die uns erreichen, widersprechen sich teilweise offen.

Doch wird uns klarer:
Die Imperialisten der ganzen Welt versuchen, aus dem Aufstand in Ostpakistan Kapital zu schlagen und können sich dabei auf die Fehler der Awami-Liga in Ostpakistan stützen.

Im letzten KND haben wir schon darauf hingewiesen, daß die nationalistische AWAMI-LIGA LETZTLICH AUF ABENTEUERLICHE WEISE DAS OSTBENGALISCHE VOLK IN DEN KRIEG HINEINGEFÜHRT HAT.

Scheih Rahman hatte 1955 die Trennung der Awami-Liga von der Vereinigung aller ostbengalischen Oppositionsparteien (United Front) geführt. Für viele Ostbengalen, auch Mitglieder der Liga, hatte Rahman damit seine eigenen Machtinteressen über die des ostbengalischen Volkes gestellt. Schon lange wird ihm vorgeworfen, im Kampf für regionale Autonomie nur die Interessen der bengalischen Bourgeoisie zu vertreten.

Die pakistanische Zentralregierung wirft ihm jetzt vor, mit den amerikanischen Imperialisten kollaboriert zu haben. Bei einem Treffen mit dem US-amerikanischen Botschafter Farland im Februar soll Rahman verbindliche Zusagen der USA zur Unterstützung seiner separatistischen Bestrebungen erhalten haben. Diese Gerüchte werden glaubwürdiger, wenn man bedenkt, daß die pakistanische Zentralregierung sich aus den imperialistischen Militärbündnissen SEATO und CENTO lösen will und engere wirtschaftliche Beziehungen zur UdSSR (SU,d.Vf.) und VR China anstrebte.

RAHMAN DAGEGEN HAT AUS SEINEM ANTI-KOMMUNISMUS NIE EINEN HEHL GEMACHT. Inoffiziell soll er oft geäußert haben, daß die VR China nie zu einem Freund des pakistanischen Volkes werden könne, da sie nur die Zersplitterung des Subkontinents herbeiführen wolle. In einem Interview mit der französischen Presseagentur AFP sagte er wenige Tage vor Ausbruch des Bürgerkriegs: 'Zieht denn die westpakistanische Regierung nicht in Betracht, daß ich der einzige bin, der Ostpakistan vor dem Kommunismus retten kann? ...Wenn sie (die Zentralregierung) sich entscheidet zu kämpfen, werde ich entmachtet werden und die Naxaliten werden in meinem Namen intervenieren. Sie benutzen schon jezt meine Bilder um sich das Vertrauen des Volkes zu gewinnen und sich an die Macht zu bringen.'

Vor allem scheinen die Führer der Awami-Liga eng mit den indischen Reaktionären zusammenzuarbeiten: So wurde die 'provisorische ostpakistanische Regierung' der Awami-Liga in Indien, in Kalkutta, konstituiert.

Ein Führer der nationalistischen Bewegung in Ostpakistan erklärte: 'Wenn wir schnell siegen wollen, brauchen wir ein totales Engagement Indiens an unserer Seite'. Und er fleht um eine Intervention der imperialistischen Supermächte gegen die Regierung Westpakistans: 'Wenn die Großmächte ihren ganzen Einfluß in Islamabad (Westpakistan) gebrauchten, könnten sie dem Töten schnell ein Ende machen. Hatten sie nicht auch im Nahen Osten eingegriffen?' (Le Monde 14.4.)

Die indische reaktionäre Regierung trifft auch erste Vorbereitungen, um mit einem bewaffneten Eingreifen Ostpakistan ins imperialistische Lager zu zwingen.

So haben die indischen Reaktionäre jetzt eine Eisenbahnlinie von Indien nach Ostpakistan wiedereröffnet, die seit dem indisch-pakistanischen Grenzkrieg von 1965 geschlossen war. Mit Hilfe dieser Eisenbahn werden die indischen Reaktionäre versuchen, die kämpfenden Ostpakistaner mit Waffen zu versorgen, um Pakistan zu zersplittern und so ihre Stellung zu verbessern und sich Möglichkeiten für einen erneuten Überfall auf Pakistan zu verschaffen.

Die Volksrepublik China hat wiederholt in Neu Delhi gegen die Einmischung in den Bürgerkrieg, der nur vom pakistanischen Volk geregelt werden kann, protestiert und Pakistan seine Hilfe bei einer möglichen Aggression Indiens zugesichert."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.28 und 29,Bochum 14.4.1971 bzw. 17.4.1971,S.11ff bzw. S.1f

April 1971:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Göttingen gibt seinen 'Proletarischen Kurs' (PK - vgl. 1.3.1971, Mai 1971) Nr.4 heraus. Berichtet wird auch vom "Bürgerkrieg in Pakistan" bzw. über Bangla Desh.
Quelle: Proletarischer Kurs Nr.4,Göttingen Apr. 1971,S.4

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April 1971:
Die GIM und die RKJ geben die Nr. 4 ihrer 'Was Tun' (WT - vgl. März 1971, Mai 1971) heraus mit den Artikeln "Pakistan: Für ein vereinigtes sozialistisches Bengalen!" und "Solidarität mit der bengalischen Landarbeiter- und Bauernliga".
Q: Was Tun Nr. 4, Mannheim Apr. 1971, S. 13f

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04.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet über die 'Unterstützung der Imperialisten' durch die SU im Bangla Deshkonflikt mit Hilfe des 'Neuen Deutschland' der SED der DDR:"
In einem Appell Podgornys an Pakistans Präsidenten Yahya Khan heißt es (ND 4.4.): 'In der Sowjetunion empfindet man Besorgnis auch über die Verhaftungen und über die Verfolgung M. Rahmans und anderer Politiker, die bei den vor kurzem abgehaltenen Wahlen von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung Ostpakistans so überzeugend unterstützt wurden'."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.30,Bochum 21.4.1971,S.8

05.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet über die 'Unterstützung der Imperialisten' durch die SU und ihre Freunde im Bangla Deshkonflikt über das ND der SED der DDR:"
Im Neuen Deutschland vom 5.4. wird betont 'Indien habe sich niemals in die inneren Angelegenheiten eines ausländischen Staates eingemischt, jedoch immer die Stimme gegen Kolonialismus, Unterdrückung und für die Freiheit erhoben'."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.30,Bochum 21.4.1971,S.8

09.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom heute beendeten (vgl. 30.3.1971):"
24. PARTEITAG DER KPDSU
...
Wir wissen, daß sich die SU-Führer bei den Kämpfen in Pakistan auf die Seite der Imperialisten gestellt hat und die Interventionspläne der indischen Reaktionäre unterstützt (vgl. 4.4.1971, 5.4.1971,d.Vf.)"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.30,Bochum 21.4.1971,S.7ff

19.04.1971:
In Heidelberg gibt die Gruppe Neues Rotes Forum (NRF) die Nr. 1 der 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 30.4.1971) heraus mit dem Artikel "Bürgerkrieg in Pakistan" zu Bangla Desh.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 1, Heidelberg 19.4.1971, S. 3

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26.04.1971:
In Göttingen gibt der Kommunistische Studentenbund (KSB) seinen 'Roten Kurs' Nr. 15 (vgl. 1.4.1971, 12.5.1971) mit dem Artikel "Bürgerkrieg in Pakistan" zu Bangla Desh aus der Heidelberger 'KHZ'.
Q: Roter Kurs Nr. 15, Göttingen 26.4.1971, S. 4

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Mai 1971:
Es erscheint der 'Rote Pfeil' Nr. 15 (vgl. 1971, Juni 1971) der KSG des KAB/ML mit dem Artikel "Kämpft die Awami-Liga gegen Imperialismus und Reaktion?" zu Bangla Desh.
Q: Roter Pfeil Nr. 15, Tübingen Mai 1971, S. 22

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Mai 1971:
Der 'Rote Morgen' Nr.5 (vgl. April 1971, Juni 1971) erscheint. Auslandsberichte widmen sich u.a. der KP Indiens/ML und der KP Ostbengalens/ML aus Bangla Desh.

Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Apr. 1971, Juni 1971) u.a.:"
KLASSENKÄMPFE IN BENGALEN. Von Eg. verfaßt, von mir ins lesbare Deutsch gebracht. Änderung über Klassen in Pakistan von Mehrheit der Redaktion gegen meine Einwände durchgesetzt (Begriff Kompradorenbourgeoisie kontrovers), Teil 'Klassengegensätze in Indien' von mir hinzugefügt."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW:Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971,o.O. o.J.,S.6; Roter Morgen Nr.5,Hamburg Mai 1971

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04.05.1971:
Die RKJ berichtet "Ernest Mandel in Heidelberg: Die NRF-Fraktion, Pakistan und der proletarische Internationalismus" vom ersten öffentlichen RKJ-Meeting in der Universität Heidelberg, zu dem 1 500 kamen bzw. von der Debatte mit Joscha Schmierer über Bangla Desh.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 3, Heidelberg 15.6.1971, S. 5; Was Tun Nr. 5, Mannheim Mai 1971, S. 13;Was tun - Korrespondenz für Fachhochschulen, Universität und Zweiter Bildungsweg Nr. 2, Mannheim Juni 1971, S. 9

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10.05.1971:
An der Uni Heidelberg gibt die Gruppe Neues Rotes Forum (GNRF) das Flugblatt "Südasien-Teach-in" heraus zum heutigen Teach-In von AStA, IGFA und GNRF zu Bangla Desh, Indien und Ceylon.
Q: GNRF: Südasien-Teach-in, O. O. (Heidelberg) o. J. (10.5.1971)

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10.05.1971:
In Heidelberg führt die Gruppe NRF ein Teach-In durch, um ihre Position zu Bangla Desh zu erläutern (vgl. 4.5.1971).
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 3, Heidelberg 15.6.1971, S. 5

13.05.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Osram der KPD/ML-ZB die Nr. 11 ihres 'Rotlicht' (vgl. Apr. 1971, 4.6.1971) heraus, die u.a. einen Bericht über Bangla Desh enthält.
Q: Rotlicht Nr. 11, Berlin 13.5.1971, S. 6

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20.05.1971:
Die DKP Hameln gibt die Nr.4 des ersten Jahrganges ihrer Ortszeitung 'Hamelner Arbeiterzeitung' (vgl. Juni 1971) heraus. Mit der KPD/ML-ZK befaßt man sich u.a. so:"
EIN WORT AN DIE GENOSSEN DER GRUPPE 'KPD/ML'
...
Neuerdings versucht die KP Chinas aber auch, mit dem 'Papiertiger' ins Geschäft zu kommen. Man hat dabei nur eine neue Methode entwickelt: man spielt zusammen Ping-Pong. Man spricht plötzlich von der großen Freundschaft zwischen dem chinesischen und amerikanischen Volk. Was soll man der KP Chinas jetzt noch glauben?

In diesem Zusammenhang wollen wir die Genossen auch an die Haltung Chinas gegenüber dem faschistischen Regime in Westpakistan erinnern. Geld- und Waffengeschenke zur Unterdrückung Ostpakistans (Bangla Desh,d.Vf.). Zur Ausbeutung der Bevölkerung und Verfolgung der Kommunisten und Sozialisten."
Q: Hamelner Arbeiterzeitung Nr.4,Hameln Mai 1971

24.05.1971:
Es erscheint die Nr.10 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 10.5.1971, 7.6.1971) u.a. mit dem Artikel "Völkermord in Pakistan".
Q: Rote Fahne Nr.10,Bochum 24.5.1971, S. 7

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26.05.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.7 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 28.4.1971, 5.7.1917) heraus. Berichtet wird auch aus Bangla Desh bzw. vom "Bürgerkrieg in Pakistan".
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.7,Hamburg 26.5.1971, S. 11

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Juni 1971:
Die Marxistisch-leninistischen Schülergruppen (MLSG) des KAB/ML geben die Nr.5 ihres 'Roten Signals' (vgl. Mai 1971, Juli 1971) heraus, es wird auch berichtet aus Bangladesh über "Pakistan: Awami-Liga im Dienst der Imperialisten".
Q: Rotes Signal Nr.5,Tübingen Juni 1971,S.15ff

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Juni 1971:
Der BKA Freiburg berichtet über Ostpakistan bzw. Bangla Desh (vgl. März 1971, 1.11.1971) von der Bitte der Awami-Liga um ausländisches Eingreifen:"
Die militärisch übermächtige pakistanische Armee antwortete auf diesen volksfeindlichen Plan mit einem barbarischen Blutbad, dem im Sommer hunderttausende ostbengalischer Bauern, Arbeiter und Intellektuelle zum Opfer fielen. Unterdessen machten sich die angeblichen 'Führer des bengalischen Volkes' in Richtung Indien aus dem Staub."
Q: Klassenkampf Nr.16,Freiburg 21.12.1971,S.7

Juni 1971:
Die Nr.6 des 'Roten Morgens' (RM) der KPD/ML-ZK (vgl. Mai 1971, Juli 1971) erscheint. Von der Redaktionssitzung für diese Nummer berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl. Mai 1971, Juli 1971) u.a. "Der Vorwurf, nicht arbeitergemäß genug zu schreiben, wurde von Ksch auch auf den Pakistan-Beitrag ausgedehnt, jedoch wurde hier eingewandt, daß die Materie eine einfachere Sprache nicht zugelassen habe (E)."
Q: KPD/ML-ZK-LPV NRW:Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971,o.O. o.J.,S.6f;
Roter Morgen Nr.6,Hamburg Juni 1971

Juni 1971:
Die OG München der KPD/ML-ZK gibt zur Werbung für den Betriebsverkauf des 'Roten Morgen' (RM) Nr.6 (vgl. Juni 1971) ein Flugblatt heraus:"
DER ROTE MORGEN: DIE STIMME DER ARBEITERKLASSE
...
Inhalt:
...
- Zu den Kämpfen in Pakistan"
Q: KPD/ML-ZK-OG-München:Der Rote Morgen: Die Stimme der Arbeiterklasse,München o.J. (Juni 1971)

Juni 1971:
Die KPD/ML-ZK Augsburg gibt vermutlich im Juni ein Flugblatt ur Werbung für den 'Roten Morgen' (RM) Nr.6 (vgl. Juni 1971) heraus, das offensichtlich vor Betrieben verteilt wird:
KOMMUNISMUS?
...
Manche Kollegen wundern sich vielleicht über die Außenpolitik Chinas in der letzten Zeit. Wie kann man sich die Haltung Chinas zu Amerika oder im Ostpakistankonflikt (Bangla Desh,d.Vf.) erklären? Was sind die wirklichen Hintergründe des jüdischen Weltkongresses? Warum werden die Juden in der Sowjetunion brutal unterdrückt? Warum liefern die Sowjetführer Waffen an fremde Regierungen, die ihre Völker unterdrücken?

Viele Fragen Kollegen! Ihr braucht eine ehrliche Antwort. Ihr findet sie im 'ROTEN MORGEN', der heute vor dem Betrieb verkauft wird."
Q: KPD/ML-ZK Augsburg:Kommunismus?,Augsburg o.J. (Juni 1971)

Juli 1971:
Das SALZ Bremerhaven gibt die Nr.11 seiner 'Arbeiterstimme' (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) heraus. Berichtet wird auch aus Bangla Desh bzw. Pakistan.
Quelle: Arbeiterstimme Nr.11,Bremerhaven Juli 1971,S.8ff

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05.07.1971:
.. In Berlin gibt das Initiativkomitee (IK) der Roten Zellen der Proletarischen Linke / Parteiinitiative (PL/PI) sein Kampfblatt 'Hochschulkampf' Nr. 12 (vgl. 14.6.1971, 2.8.1971) heraus mit dem Artikel "Pakistan und die chinesische Außenpolitik. Niemals den Klassenkampf vergessen!" zu Bangla Desh.
Q: Hochschulkampf Nr. 12, Berlin 5.7.1971, S. 8f

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05.07.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.8 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 26.5.1971, 2.8.1971) heraus. In "Kapitalistische 'Menschlichkeit'" wird berichtet aus Bangla Desh.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.8,Hamburg 5.7.1971, S. 8f

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August 1971:
Die RKJ der GIM gibt ihre 'Was Tun' (WT) Nr. 7 (vgl. Juni 1971, Sept. 1971) heraus mit den Artikeln "Die Zukunft von Bangla Desh und West-Bengalen" bzw. Pakistan und "Redaktionelle Anmerkung: In Ostbengalen ist eine N.L.F. entstanden" zur National Liberation Front (NLF).
Q: Was Tun Nr. 7, Mannheim Aug. 1971, S. 18f

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30.08.1971:
Die Marxistisch-leninistischen Schülergruppen (MLSG) des KAB/ML geben vermutlich in dieser Woche die Nr.7/8 ihres 'Roten Signals' (vgl. Juli 1971, Okt. 1971) für August und September heraus, zu Bangladesh wird gewarnt: "'Freundschaftspakt' UdSSR – Indien: Bedrohung für den Frieden".
Q: Rotes Signal Nr.7/8,Tübingen Aug./Sept. 1971,S.16

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September 1971:
Die KPD/ML-ZB gibt die Nr.8 ihres theoretischen Organs 'Bolschewik' Ende Sept. 1971 (vgl. 31.5.1971) unter der Schlagzeile "VR China - Bollwerk des Friedens" heraus. Im Artikel "Zu einigen Fragen der Außenpolitik der Volksrepublik China" werden "die Beziehungen der Volksrepublik zu vier anderen Staaten untersucht. In diesen vier Fällen liegen die Probleme noch wesentlich schwieriger als im Falle des Nixon-Besuchs. Es handelt sich hier um die Unterstützung der Einheit und Unabhängigkeit Pakistans gegen die Ausdehnungspolitik der indischen Reaktion, um die Unterstützung der nationalen Unabhängigkeit Rumäniens und Jugoslawiens gegen einen sozialimperialistischen kriegerischen Überfall und um die Unterstützung des sudanesischen Volkes in seinem Kampf gegen jede imperialistische Einmischung. Um die Politik der chinesischen Volksrepublik gegenüber diesen Staaten richtig und nicht einseitig beurteilen zu können, müssen wir uns vorher einige Grundzüge der nationalen Frage im Imperialismus und von der gegenwärtigen internationalen Lage sowie einige Prinzipien der Außenpolitik sozialistischer Staaten klarmachen." China unterstütze auf der Grundlage "des antiimperialistischen Kampfes und der Außenpolitik" u.a. "Pakistan im Kampf gegen die Ausdehnungspolitik der indischen Reaktion".
Q: Bolschewik Nr.8,Bochum Sept. 1971

20.09.1971:
Bei Siemens München gibt die KPD/ML-ZK vermutlich Anfang dieser Woche erstmals ihren 'Roten Lautsprecher' (vgl. **.**.1971) datiert auf September heraus. Gefragt wird u.a.:"
SIND WIR CHINESEN?

Wir sind keine Filiale Chinas oder Albaniens, der wirklich sozialistischen Länder; wir wollen, daß die Arbeiterklasse wie dort im Bündnis mit den anderen Werktätigen und den kleinen Bauern auch bei uns die Oberhand über die Aktionäre, Spekulanten, Bankiers, Wucherer und andere Blutsauger erringt.

Bei uns sind die Vorausetzungen zur Errichtung des Sozialismus sogar ungleich besser, haben die Werktätigen erst einmal die Macht. China und Albanien waren ja bei der Rebolution vollkommen ausgeplünderte und total rückständig gehaltene Länder. In China gab es damals Hungerkatastrophen schlimmer als jetzt in Indien und Pakistan, während die Konzerne der westlichen Imperialisten unegeheure Profite aus dem Land zogen (billigste Arbeitskraft!)."
Q: Roter Lautsprecher Nr.1,München Sept. 1971

23.10.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.81 (vgl. 20.10.1971, 27.10.1971) mit dem Leitartikel "Indische Reaktionäre und Sozialimperialisten schüren Kriegsgefahr in Mittelasien" zu Bangla Desh heraus. Danach griffen indische Truppen in der letzten Zeit 19 mal ostpakistanische Grenzdörfern an:"
Diese Angriffe auf pakistanische Dörfer sind der bisherige Höhepunkt der Vorbereitungen der indischen Reaktionäre auf eine Invasion Pakistans. ... An der Absicht der indischen Reaktionäre, Pakistan zu überfallen, einen neuen Krieg in Asien anzufangen, kann ... wohl kein Zweifel sein. ... Die indischen Reaktionäre können nur deshalb so offensiv auftreten, weil sie die sowjetischen Sozialimperialisten hinter sich haben".
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.81,Bochum 23.10.1971

November 1971:
Die Nr.14 des 'Röhrenkieker' - Betriebszeitung der Roten Mannesmann-Betriebsgruppe der KPD/ML) erscheint vermutlich im November für Mannesmann in Duisburg (vgl. 11.10.1971, Sept. 1972). Ein Artikel fragt "Worum geht es in Indien und Pakistan wirklich?".
Q: Der Röhrenkieker Nr.14,Duisburg o. J. (1971),S.1 und 5ff

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November 1971:
Noch im November erscheint der 'Rote Pfeil' Nr. 19 (vgl. Okt. 1971, Dez. 1971) der KSG des KAB/ML für November/Dezember mit dem Artikel "Wer sind die Kriegstreiber in Bengalen?" zu Bangla Desh.
Q: Roter Pfeil Nr. 19, Tübingen Nov. / Dez. 1971, S. 12f

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November 1971:
Vermutlich im November erscheint eine Sondernummer "VR China - Bollwerk des Friedens" von 'Der rote Student' - Organ der Marxistisch-leninistischen Studentengruppe Mainz, Sympathisantenorganisation des KJVD (vgl. Nov. 1970, Jan. 1972) mit dem Artikel "Chinas Kampf gegen den Imperialismus. Zur Haltung der VR China im Pakistankonflikt" zu Bangla Desh.
Q: Der Rote Student Sdr. Nr. VR China - Bollwerk des Friedens, Mainz o. J. (1971), S. 16ff

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01.11.1971:
Der BKA Freiburg berichtet über Ostpakistan bzw. Bangla Desh (vgl. Juni 1971, 22.11.1971) vermutlich aus dieser Woche:"
DER ÜBERFALL DER INDISCHEN REAKTIONÄRE…

Die inneren Auseinandersetzungen in Pakistan waren für die herrschenden Kreise Indiens der willkommene Anlaß, den Traum von der Eroberung Pakistans in die Tat umzusetzen. Die Flüchtlinge aus Ostpakistan wurden zum Instrument, um im indischen Volk Stimmung gegen Pakistan zu machen und die hungernden Massen vom Kampf gegen den eigentlichen Feind abzulenken. Gleichzeitig wurden in zahlreichen Ausbildungslagern entlang der Grenze zu Ostpakistan 'Mukti Bahinis' (Partisanenkämpfer) von Indern ausgebildet, bewaffnet und zu Sabotagezwecken nach Ostpakistan eingeschleust. Die Unterstützung der Awami-Liga und der Mukti Bahini ist im indischen Staatshaushalt mit 350 Millionen DM veranschlagt! Indische Soldaten, oft als 'Mukti Bahini' verkleidet, fielen seit Anfang November regelmäßig in Ostpakistan ein, beschossen und zerstörten Lebensmittellager und Häuser, um die Unruhe in der Bevölkerung zu vergrößern. Zur gleichen Zeit, 3 Wochen vor dem 'offiziellen' Kriegsbeginn, verkündete der indische Kriegsminister Ram das Kriegsziel:
'Was die indischen Streitkräfte erobern können, werden sie um keinen Preis der Welt mehr herausgeben!' (Frankfurter Allgemeine (FAZ,d.Vf.), 4. Nov.).

Diese AGGRESSIVE EROBERUNGSPOLITIK der indischen Reaktionäre wird von der Führung der Sowjet-Union (SU,d.Vf.) massiv unterstützt. Unter dem Vorwand, einer 'Befreiungsbewegung' zu helfen, versucht sie ihre eigenen Interessen auf Kosten der betroffenen Völker durchzusetzen. Diese Politik Indiens und der Sowjetunion wurde von der Volksrepublik China von Anfang an scharf verurteilt. So erklärte Außenminister Peng-Fei: 'Es ist absolut keinem Staat erlaubt, sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen oder unter irgend einem Vorwand Subversion zu betreiben, denn die Lage muß vom pakistanischen Volk selbst gelöst werden.'

… WIRD VOM BENGALISCHEN VOLK ZERSCHLAGEN WERDEN".
Q: Klassenkampf Nr.16,Freiburg 21.12.1971,S.7

09.11.1971:
In Heidelberg gibt der Hochschulausschuss der Kommunistischen Gruppe (NRF) Heidelberg die Nr. 9 der 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. ) heraus mit dem Artikel "Klassenkampf in Indien und der Konflikt Indien - Pakistan" zum Besuch von Indira Gandhi in der BRD und zu Ost-Bengalen.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 9, Heidelberg 9.11.1971, S. 6

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22.11.1971:
In der 'Roten Fahne' (RF - vgl. 3.12.1971) berichtet die KPD:"
INDIRA GHANDIS FIEBERTRÄUME VOM GROßMACHTIMPERIUM
DIE IMPERIALISTISCHE SPALTUNG

Die Staaten Indien und Pakistan sind aus der ehemaligen britischen Kolonie Britisch-Indien hervorgegangen. Nach dem Prinzip 'teile und herrsche' wollten die imperialistischen Monopole, nachdem die staatliche Unabhängigkeit nicht mehr zu vermeiden war, sich ein Höchstmaß an Einfluß sichern und gleichzeitig ein Fortschreiten der Unabhängigkeitsbewegung zur neudemokratischen und dann zur sozialistischen Revolution verhindern. Dies erreichten sie durch die Aufhetzung einzelner Volksgruppen gegeneinander und vor allem durch das Schüren des religiösen Fanatismus, der schließlich - 1947 - zur Spaltung der Unabhängigkeitsbewegung und zur Gründung zweier verfeindeter Staaten unter der Führung der jeweiligen Bourgeoisie führte. Auch das bengalische Volk wurde dadurch gespalten: Westbengalen kam als Bundesstaat zur Indischen Union, Ostbengalen zu Pakistan (Ostbengalen gleich Ostpakistan).

Die herrschenden Kreise Indiens haben sich nie mit der Existenz Pakistans abgefunden und seit jeher im Volk gegen Pakistan Stimmung zu machen versucht. Diese chauvinistische Propaganda brauchten sie zur Rechtfertigung ihrer hemmungslosen Aufrüstung gegenüber den hungernden Volksmassen. Sie täuschten damit das Volk über seinen wahren Feind - die indische Großmachtbourgeoisie und Grundherrenklasse.

Die pakistanische Bourgeoisie ihrerseits nahm die ständige Bedrohung durch Indien zum Vorwand, das Volk seiner demokratischen Rechte zu berauben und die Ausbeutung zu verschärfen.

Die herrschende Fraktion der pakistanischen Bourgeoisie - das war seit der Staatsgründing die westpakistanische Bourgeoisie - benutzte ihre herrschende Stellung zur Ausplünderung Ostpakistans, das auf diese Weise in zwanzig Jahren wirtschaftlich völlig herunterkam. Damit setzte sich die westpakistanische Bourgeoisie aber in einen schweren Gegensatz (nicht nur zur gesamten pakistanischen Arbeiterklasse, sondern auch) zur bengalischen Bourgeoisie, die dann auch vor einem halben Jahr mit ihrem Führer Mujibur Rahman an der Spitze den westpakistanischen Herren das 'Recht' abtrotzen wollte, die bengalischen Arbeiter selber auszubeuten. Mujibur Rahman und seine Partei, die Awami-Liga, standen von Anfang an im Komplott mit den indischen Reaktionären und den USA-Imperialisten und vertrauten auf deren militärische und politische Hilfe. Sie opferte ihrem durchtriebenen und abenteuerlichen Spiel hunderttausende bengalischer Arbeiter, Bauern und Studenten, die bei den Massakern der westpakistanischen Armee ums Leben kamen. Sie betrieben schon vorher eine nationalistische, rassistische Hetze gegen alles in Ostbengalen, was nicht bengalisch war oder politisch nicht auf ihrer Seite stand und sei setzen diesen Terror bis heute fort.

Die bürgerliche französische Zeitung 'Le Monde' berichtet am 24.11.1971, daß nichtbengalische oder nicht mit der Bangla-Desh-Bewegung sympathisierende Ostpakistani gefoltert und ermordet wurden und, wenn sie sich in Flüchtlingslagern im indischen Westbengalen aufhielten, von den indischen Behörden nicht nach Ostpakistan hineingelassen wurden.

Inzwischen hat die offene militärische Intervention von Seiten Indiens begonnen. WARUM GREIFEN DIE INDISCHEN TRUPPEN EIN? Indira Gandhi vergießt Krokodilstränen wegen der ostpakistanischen Flüchtlinge und redet von einem Sicherheitsrisiko für Indien. Das ist etwas absolut Neues, daß einige Millionen Hungernde von der indischen Großbourgeoisie für ein Sicherheitsrisiko gehalten werden!

WOVOR FÜRCHTEN SICH DIESE SÄBELRASSLER?

Diese Herren von haben von 1960 bis 963 fortgesetzte Grenzverletzungen gegen China begangen, bis ihnen von der chinesischen Volksbefreiungsarmee eine schwere Niederlage zugefügt wurde. (Die Volksbefreiungsarmee zog sich nach der indischen Niederlage SOFORT auf ihre Ausgangsstellungen zurück.) 1965 (vgl. 1965, d.Vf.) nahmen sie die Kaschmirfrage zum Anlaß eines erneuten Waffengangs gegen Pakistan genommen (und sie verweigern den Einwohnern Kaschmirs die Autonomie, für die sie sich in Ostpakistan angeblich so breit machen!). Sie halten Nepal und die anderen kleinen Himalajastaaten militärisch besetzt.

Sie haben die Jahre seit der antichinesischen Aggression benutzt, um ihre Armee zu verdoppeln: sie zählt jetzt eine Million aktive Soldaten. Diese Armee ist bis an die Zähne mit modernsten Waffen ausgerüstet, die sie auf Kosten des notleidenden Volkes bei den imperialistischen Kriegskonzernen der USA, Englands (Großbritannien, d.Vf.), der Bundesrepublik und in der UdSSR (SU, d.Vf.) kaufen. Nach Berichten westdeutscher Zeitungen (Tagesspiegel, 27.11.1971) sind die Sowjet-Revisionisten gerade fieberhaft dabei, Indien mit Massensendungen von Panzern und Schützenpanzern aufzurüsten. Letzte Woche hielt sich eine Delegation der indischen Regierung in Frankreich auf, um über den Lizenzbau des Kampfflugzeugs 'Mirage' und von U-Booten zu verhandeln. Ihre Atomträume sind ein offenes Geheimnis.

DIE INDISCHEN MILITARISTEN FÜRCHTEN DIE VOLKSMASSEN

Diese Jahre der Militarisierung waren jedoch Jahre sich ständig verschärfender Not der indischen Volksmassen; die Ernährungslage hat sich weiter verschlechtert (dafür hat die 'grüne Revolution', ein Ergebnis kapitalistischer 'Entwicklungshilfe' auf dem Land, die Großgrundbesitzer noch reicher gemacht!).

Die Menge an Nahrungsgetreide pro Kopf der Bevölkerung ging in den Jahren 1961 bis 1969 von 16, 46 Unzen auf 14, 72 Unzen zurück. Nach Angaben der indischen Regierung betrug das Pro-Kopf-Jahres(!)einkommen 1961 61, 16 US-Dollar, 1969 63, 75 US-Dollar. Aber beim Lesen solcher bürgerlicher Statistiken müssen wir berücksichtigen, daß die Hälfte dieses Getreides und mehr als die Hälfte dieses Einkommens in die Mägen und auf die Konten der Reichen gehen. Allein die offene Arbeitslosigkeit hat sich nach offiziellen Angaben seit 1956 verzehnfacht. Doch gibt es in Indien auch eine verdeckte Arbeitslosigkeit, die weit größer ist als die offene. Sie drückt sich zum Beispiel darin aus, daß ein Landarbeiter nur kurze Zeit im Jahr Arbeit als Taglöhner bei einem Grundbesitzer findet, ohne daß er deshalb für den Rest des Jahres als Arbeitsloser registriert würde, oder darin, daß auf den Bahnhöfen meist soviele Gepäckträger arbeiten, daß jeder von ihnen nur höchstens einmal täglich einen Koffer zu tragen bekommt.

Die Volksfeindlichkeit dieser Lakaien des Imperialismus äußerte sich die ganzen Jahre über in einer ununterbrochenen Hetze gegen die VR China.

Inzwischen ist die Armee zum offenen Terror gegen die aufblühende kommunistische Bewegung übergegangen! Diese Bewegung hat sich unter der Führung der Kommunistischen Partei Indiens/ML (CPI/ML) zusammengeschlossen und bereits in allen indischen Unionsstaaten, vor allem aber in Westbengalen und in den Nordostregionen große Erfolge erringen können. Vorübergehend war die kommunistische Bewegung geschwächt worden durch den vollkommenen Übergang der Revisionisten ins Lager des Imperialismus.

WELCHES SIND DIE KRIEGSZIELE DER INDISCHEN REAKTIONÄRE?

Solange die Partisanenbewegung der Mukhti-Bahini, die von der indischen Armee ausgerüstet und unter deren Feuerschutz nach Ostpakistan eingeschleust wird, unter der Kontrolle der von der indischen Bourgeoisie in Kalkutta ausgehaltenen 'Exilregierung von Bangla Desh' gehalten werden kann, will Indira Ghandi sie Vorwand für die militärische Okkupation benutzen, indem sie die Mukthi-Bahini als 'Befreiungsbewegung' ausgibt. Damit will sie die militärische Aggression und Einmischung in die inneren Angelegenheiten Pakistans notdürftig verschleiern und dem ostbengalischen Volk eine politische Führung ihres Geschmacks aufzwingen; die bürgerliche, korrupte Awami Liga, diese Lobby des US-Imperialismus. Deshalb ihr erstes Nahziel: Eroberung ostpakistanischer Gebiete, auf denen dann eine solche 'Bangla Desh' Gegenregierung eingesetzt werden kann. (Diese Gegenregierung wird dann eben die indischen Truppen bei Bedarf 'zu Hilfe rufen'.)

Die indischen Reaktionäre wollen dem wachsenden Einfluß der Revolutionäre zuvorkommen. Die Kommunistische Partei Ostpakistan/ML hat breite Teile der ostpakistanischen Kämpfer dem Einfluß der Bourgeois-Demagogen vom Schlage eines Mujibur entrissen und ist dabei, die Strategie des langandauernden Volkskriegs, die einzige Perspektive der volksdemokratischen Revolution, vorzubereiten.

Mit der breit angelegten Kriegspropaganda und dem Geschwätz des 'Zusammenhaltens des ganzen indischen Volkes' in der Kriegsgefahr, hoffen die indischen Reaktionäre auch in Westbengalen und in den Nordostgebieten Indiens, wo die Revolution bereits glänzend vorankommt, konterrevolutionäre Reserven zu mobilisieren.

Durch die Zerschlagung des pakistanischen Staates hoffen sie selbst als imperialistischer Brückenkopf im vorderindischen Raum eine neue Vormachtstellung einnehmen zu können. Mit dieser neuen Position meinen sie, den US-Imperialismus und den sowjetrevisionistischen Sozialimperialismus neuen Typs bei ihrer Aufgabe, Asien mit immer neuen Aggressionen gegen die sich befreienden Völker zu überziehen, besser unterstützen zu können."

Der BKA Freiburg berichtet über Ostpakistan bzw. Bangla Desh (vgl. 1.11.1971, 6.12.1971):"
DIE URSACHEN DES KRIEGES: DIE SPALTUNG INDIENS DURCH DIE IMPERIALISTEN…

Aus der englischen Kolonie Indien entstanden 1947 zwei Staaten; Indien (indem der Hinduismus 'Staatsreligion' ist) und das vor allem von Moslems bewohnte Pakistan. Diese SPALTUNG INDIENS ist das Ergebnis des jahrzehntelangen Schürens des religiösen Fanatismus durch die englischen Kolonialherren. Denn nur durch das Aufhetzen der einzelnen Religions- und Volksgruppen gegeneinander konnten die englischen Imperialisten über eine so lange Zeit ihre Herrschaft über das ganze indische Volk behaupten.

Die gegenseitige Feindschaft der beiden Staaten war auch nach der 'Unabhängigkeits'-erklärung den imperialistischen Staaten sehr willkommen. Diesen war es so ein leichtes, die herrschenden Klassen beider Länder durch Waffenlieferungen, Kredite und durch die Anlage ausländischen Kapitals immer mehr von der Politik der imperialistischen Monopole abhängig zu machen und das pakistanische und indische Volk ungehindert auszubeuten.

…UND DIE AUSPLÜNDERUNG UND VERELENDUNG DER VOLKSMASSEN

Die imperialistischen Konzerne und die mit ihnen verbündeten indischen UND pakistanischen Großgrundherren, Großkapitalisten und Militärherren sind die wahren Feinde des pakistanischen und indischen Volkes. Sie sind es, die BEIDE Völker gleichermaßen brutal auspressen und immer mehr ins Elend stürzen.

Für die Kapitalisten, die in Indien ihr Kapital anlegen, ist 'die Rendite (der Gewinn) in Indien eine der höchsten' - so verkündete das USA-Handelsministerium! Auch die westdeutschen Monopolherren haben das erkannt und sich bis heute mit ÜBER 6 MILLIARDEN DM bei den indischen Großkapitalisten eingekauft.

Eine Handvoll indischer Großkapitalisten beherrschen heute zusammen mit ihren ausländischen Teilhabern und Geldgebern die Hälfte des ganzen indischen Privatkapitals. Sie ruinieren Millionen kleiner Handwerker und Gewerbebetriebe. Das ist eine entscheidende Ursache dafür, daß heute in Indien offiziell 100 Millionen Menschen (von 540 Millionen Einwohnern!) arbeitslos sind, zehnmal mehr wie vor 15 Jahren!

Während die Profite für die in- und ausländischen Monopolherren immer größer werden, stehen '1971 für den einzelnen Inder weniger Nahrungsmittel zur Verfügung als 1965. 1971 verdient der indische Industriearbeiter weniger als 1965.' (SPIEGEL, 29.11.1971). 250 Millionen (fast die Hälfte der Bevölkerung) sind dauernd unterernährt, 2/3 können weder lesen noch schreiben.

DAS BENGALISCHE VOLK WIRD AM SCHLIMMSTEN UNTERDRÜCKT

1947 wurde auch das bengalische Volk gespalten: Westbengalen kam zu Indien, Ostbengalen wurde als 'Ostpakistan' Teil des 2 000 km entfernten Pakistan. Obwohl die Ostbengalen 55% der pakistanischen Bevölkerung ausmachten, wurden sie von der herrschenden Klasse von westpakistanischen Großgrundbesitzern, Kapitalisten und Militärmachthabern von Anfang an vollständig von der Regierung und Verwaltung ausgeschlossen. Die westpakistanische Oberschicht bemächtigte sich des ganzen pakistanischen Staatswesens und fast aller leitenden Wirtschaftspositionen, wobei Bestechung und Vetternwirtschaft eine überragende Rolle spielten. Die von der ostpakistanischen Bevölkerung produzierte Jute (eine Bastfaser, auf die Ostpakistan ein Weltmonopol hat), wurde von dem herrschenden Klüngel Pakistans an die ausländischen Monopole verschleudert. Der Erlös daraus floß fast ausschließlich in die Taschen der westpakistanischen Kapitalisten und der korrupten Militärregierung.

Durch diese Ausplünderungspolitik wurde Ostpakistan immer ärmer: 1947 war das Einkommen eines Ostpakistaner gleich groß wie das eines Westpakistaners, jetzt beträgt es nur noch die Hälfte: durchschnittlich GANZE 200 - 300 DM IM JAHR!"

Berichtet wird auch in:
- NRW in Bochum im IGM-Bereich bei Opel durch die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) Bochum der KPD/ML-ZK (vgl. 8.12.1971) und in Dortmund im IGM-Bereich bei Hoesch durch die KPD (vgl. 17.12.1971), wo Teile des RF-Artikels nachgedruckt bzw. nacherzählt werden.
Q: Zündkerze Extra, Bochum Dez. 1971, S. 4; Klassenkampf Nr. 16, Freiburg 21.12.1971, S. 6;Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 7, Dortmund Dez. 1971, S. 6;Rote Fahne Nr. 31, Berlin 3.12.1971, S. 6f

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22.11.1971:
Es erscheint die Nr.23 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 8.11.1971, 29.11.1971) u.a. mit dem Artikel "Indien schürt den Überfall auf Pakistan".
Q: Rote Fahne Nr.23,Bochum 22.11.1971, S. 7

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27.11.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.91 (vgl. 24.11.1971, 1.12.1971) mit dem Leitartikel "Überfall der indischen Reaktionäre auf Pakistan" heraus. Danach hat Indien ohne Kriegserklärung "eine umfassende Offensive gegen Ostpakistan begonnen".
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.91,Bochum 27.11.1971

Dezember 1971:
Die MLSG des KAB/ML geben vermutlich im Dezember die Nr.11 ihres 'Roten Signals' (vgl. Nov. 1971, Feb. 1972) heraus. Zu Bangladesh wird gefragt: "Wer sind die Kriegstreiber in Bengalen?".
Q: Rotes Signal Nr.11,Tübingen 1971,S.16ff

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Dezember 1971:
In München geben KHB/ML und RSF die Nr.2 ihrer 'Kommunistischen Schüler- und Studentenzeitung' (KSZ – vgl. Nov. 1971, Jan. 1972) heraus mit dem Artikel "Indische Aggression" zu Bangla Desh.
Q: Kommunistische Schüler- und Studentenzeitung Nr. 3,München Dez. 1971, S. 1, 5f und 19

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Dezember 1971:
Die SdKB Hamburg geben ihre 'Rote Presse' – Sozialistische Hamburger Studentenzeitung Nr.2 (vgl. Nov. 1971, Jan. 1972) heraus. Berichtet wird auch über Bangla Desh.
Q: Rote Presse Nr.2,Hamburg Dez. 1971,S.20ff

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Dezember 1971:
In Regensburg gibt die Betriebsgruppe AEG Sachsenwerk der SBG erstmals ihren 'Roten Sachsenwerker' heraus. Berichtet wird auch über Bangla Desh.
Q: Roter Sachsenwerker Nr.1,Regensburg Dez. 1971,S.3

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Dezember 1971:
Die SAG Frankfurt geben die Nr.6 ihrer politischen Zeitung 'Klassenkampf' (vgl. Nov. 1971, 10.1.1972) heraus, in der sie sich u.a. mit Ostbengalen (Bangla Desh) befassen.
Q: Klassenkampf Nr.6,Frankfurt Dez. 1971

Dezember 1971:
Vermutlich im Dezember wird vermutlich innerhalb der KPD/ML-ZK in Dortmund oder bereits in der Bolschewistische Linie (BL) der ehemaligen KPD/ML RM ein Papier verfaßt:"
KRISENZEICHEN: ENTLASSUNGEN UND BANKROTTE
...
Die 'Friedens'regierung Brandt hat den Militäretat für 1972 auf über 24 Milliarden DM erhöht. Hinzu treten noch die Ausgaben für die US-Besatzer auf westdeutschem und Westberliner Boden, die in dem Maße, wie der westdeutsche Staat seine eigene Armee aufgebaut hat, für ihn immer mehr zu lästigen Tributzahlungen werden. Dasselbe gilt für die aufgezwungenen Waffenkäufe von den US-Konzernen, die verhindern, daß der westdeutsche Staat die eigene Rüstungsindustrie nach Belieben fördern kann. Selbst der Verkauf eigener Waffen ist z.Z. auf die NATO-Länder beschränkt und kann nur durch Vermittlungsgeschäft über ein NATO-Land an Drittabnehmer betrieben werden. So laufen, wenn der Schah von Persien (Iran,d.Vf.) oder Indira Gandhi (Indien,d. Vf.) von Westdeutschland Waffen kaufen möchten, die Geschäfte über Italien, dessen Wirtschaft fast völlig von Westdeutschland abhängt. Die 'Friedens'regierung Brandt, deren Kanzler 'friedens'stiftende Briefe an Yahya Khan in Pakistan abschickt und in Bonn Indira Gandhi empfängt, hat mit Entwicklungsminister Eppler und dessen Vorgänger 'Ben Wisch' (H.J. Wischnewski,d.Vf.) zahlreiche Möglichkeiten ausgeknobelt, das Handicap, nicht selbst verkaufen zu dürfen, zu umgehen."
Q: N.N.:Ohne Titel(Krisenzeichen: Entlassungen und Bankrotte...,o.O. o.J. (1971)

Dezember 1971:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 24.1.1972) berichtet:"
DER KONFLIKT INDIEN-PAKISTAN

Der Krieg zwischen Indien und Pakistan im Dezember 1971 hat viele Fragen aufgeworfen. Für die meisten fortschrittlichen Menschen ist es schwierig, zu entscheiden, mit welcher Seite sie sympathisieren sollen, wo Recht und Unrecht liegen. Anfangs fanden die bengalischen Nationalisten unter Mujibur Rahman wegen der blutigen Unterdrückung ihrer Bewegung durch das pakistanische Militärregime die Sympathien vieler Demokraten und Sozialisten. Heute hat der indische Angriff, die Abhängigkeit der bengalischen Nationalisten von der indischen Armee und die Massaker, die sich nach der pakistanischen Niederlage ereigneten, einige Zweifel am fortschrittlichen Charakter der Bangla Desh Bewegung aufkommen lassen. Die gegensätzliche Haltung der Sowjetunion (SU, d.Vf.) und der Volksrepublik China haben die Ratlosigkeit noch vergrößert.

Wir sind zu der Auffassung gekommen, daß es sich bei der Bangla Desh Bewegung nicht um eine antiimperialistische Befreiungsbewegung handelt. In Ostbengalen geht es um einen Machtkampf zwischen der indischen und der pakistanischen herrschenden Klasse. Die indische Kapitalistenklasse, unterstützt von der Sowjetunion, Großbritannien und von großen Teilen des US-Imperialismus, ist dabei eindeutig der Aggressor. Der vorläufige Sieg der Inder bedeutet eine Schwächung der revolutionären Bewegung in Südasien. Sie verstärkt die militärische Einkreisung der Volksrepublik China, an der sich im Osten und Südosten die USA und im Norden, Westen und Süden die Sowjetunion beteiligen. Wir verurteilen deshalb die indische Aggression und die sowjetische Unterstützung für die Angreifer.

Die sowjetische und indische Unterstützung für die bengalischen Nationalisten hatte nichts zu tun mit einer selbstlosen Unterstützung des Kampfes des bengalischen Volkes für nationale Unabhängigkeit des Kampfes des bengalischen Volkes für nationale Unabhängigkeit und sozialen Fortschritt. Es ist unzweifelhaft, daß das pakistanische Militärregime das Volk in Ostpakistan grausam unterdrückte: Unter der Diktatur von 22 großen Familien hat das ganze pakistanische Volk im Osten wie im Westen zu leiden. In Bengalen, wo die Mehrheit der Pakistani lebte, wurde diese Unterdrückung noch durch das nationale Problem verschärft: Die bengalische Kultur und Sprache wurden unterdrückt, Bengalis wurden in Arme und Verwaltung diskriminiert, die Profite, die in Ostpakistan vor allem mit der Produktion des Industrierohstoffes Jute erzielt wurden, kamen ausschließlich den westpakistanischen Kapitalisten zugute. Unter dieser Diskriminierung litten nicht nur die bengalischen Arbeiter und Bauern, sondern auch das kleine und mittlere Bürgertum, das die nationale bengalische Bewegung und vor allem die Awami-Liga beherrscht. Die Versuche dieses bengalischen Bürgertums, seine Gleichstellung mit den westpakistanischen herrschenden Klassen zu erzielen, wurde ebenso grausam unterdrückt wie die revolutionäre Bewegung der Arbeiter und Bauern, die unter der Führung der Kommunisten gegen den Kapitalismus, den westpakistanischen wie den ostpakistanischen, kämpften.

In Indien herrscht unter der Führung von 75 großen Familien, von denen zwei allein 20% des in der Industrie angelegten Kapitals besitzen, ein Regime, das sich seit seinem Entstehen nur in zahlreichen grausamen Feldzügen gegen nationale und soziale Befreiungsbewegungen an der Macht halten konnte. Beide Regimes, das westpakistanische und das indische, sind stark von ausländischem Kapital abhängig und schon deshalb Feinde der Befreiung ihrer Völker. Indien ist aber nach wie vor ein wichtiges Glied in der Einkreisung Chinas. Diese gemeinsame Bedrohung durch Indien erklärt die Zusammenarbeit, die die Volksrepublik China und Pakistan eingegangen sind, trotz ihres verschiedenen sozialen Charakters und obwohl Pakistan traditionell ein enger Verbündeter des US-Imperialismus war.

Diese Zusammenarbeit hat rein defensiven Charakter und richtet sich gegen die Bedrohung der Unabhängigkeit der beiden Staaten. Diese Zusammenarbeit verhindert natürlich nicht, daß die pakistanischen Kapitalisten weiter ihr Volk im Osten wie im Westen auf das brutalste unterdrücken, daß sie wirtschaftlich auf das engste mit dem Imperialismus zusammenarbeiteten und die demokratischen und sozialistischen Kräfte ins Gefängnis warfen oder umbrachten. Ebensowenig verhinderte sie, daß die Kommunistische Partei Chinas (KPCh, d.Vf.) die marxistisch-leninistischen Befreiungsbewegungen, vor allem in Ostpakistan, unterstützte. Das Ergebnis der Zusammenarbeit war aber, daß Pakistan seine Mitarbeit in den imperialistischen Paktsystemen praktisch einstellte und so die imperialistische Einkreisung des sozialistischen Lagers schwächte.

DIE AWAMI-LIGA HAT DEN NATIONALEN BEFREIUNGSKAMPF DER BENGALI VERRATEN.

Obwohl es revolutionäre Gruppen gab, stand der nationale Widerstand gegen die westpakistanischen Kapitalisten immer unter der Führung nicht der Arbeiter und armen Bauern, sondern des kleinen und mittleren Bürgertums, das lediglich an einer Verbesserung seiner eigenen Lage im Vergleich zu den westpakistanischen herrschenden Klassen interessiert war, nicht aber an einer Befreiung des Volkes vom Kapitalismus und Imperialismus. Bis zum vorigen Jahr war sein Ziel nicht die nationale Unabhängigkeit, sondern die Erringung der politischen Macht in ganz Pakistan. Erst als angesichts der Unnachgiebigkeit des pakistanischen Militärregimes und der Verschlechterung der sozialen Lage der Massen der Druck der Massen für nationale Befreiung wuchs und das Militärregime darauf mit wachsendem Terror antwortete, setzte sich die Awami-Liga unter Mujibur Rahman als die vom kleinen Bürgertum beherrschte stärkste nationale bengalische Organisation an die Spitze der Unabhängigkeitsbewegung. Dabei war sie aber weder in der Lage noch bereit, das Volk politisch und militärisch auf den revolutionären Kampf vorzubereiten. Ohne Waffen wurde das Volk in den Kampf mit der pakistanischen Armee geschickt. Die Führer der Awami-Liga erklärten offen, daß sie sich an die Spitze der Unabhängigkeitsbewegung nur stellten, damit nicht die Kommunisten die Führung übernehmen könnten. Mujibur Rahman bezeichnete sich gern als das letzte Bollwerk gegen den Kommunismus. Er appellierte immer wieder an die Westmächte, vor allem an die USA, seine Bewegung zu unterstützen, damit der Kommunismus eingedämmt werden könne.

INDIEN GEGEN DIE BENGALISCHEN REVOLUTIONÄRE

Die Bereitschaft zum Kampf gegen die revolutionäre Bewegung in Bengalen ist auch der Hauptgrund für das Bündnis zwischen der indischen Regierung und der Awami-Liga.

Die indische Regierung führt schon seit Jahren einen Vernichtungskrieg gegen die revolutionäre Bewegung im indischen Teil von Bengalen. Der revolutionäre Kampf hat sich unter Führung der Kommunisten, ausgehend vom Dorf Naxalbari, entwickelt. In seinem Verlauf sind große Teile von Westbengalen von Großgrundbesitzern, Kapitalisten, Armee und Polizei befreit worden.

Die 'Unabhängigkeit' Ostbengalens von Pakistan unter der reaktionären Führung der Awami-Liga bedeutet für die indische Kapitalistenklasse und ihren Staat einen doppelten Vorteil:

- Sie können den pakistanischen Konkurrenten und Gegner entscheidend schwächen, ihre eigene Vormachtstellung auf der ganzen Halbinsel ausbauen und die ostpakistanische Juteproduktion in die Hand nehmen.

- Sie können die Unterdrückung der revolutionären Bewegung in ganz Bengalen nach einem einheitlichen Plan durchführen und die westbengalischen Revolutionäre von ihren Verbündeten jenseits der Staatsgrenzen abschneiden.

Die indische Regierung war an der Lostrennung Ostpakistans nur interessiert, wenn das unter einer bürgerlichen, antikommunistischen Führung geschah. Sie mußte vermeiden, daß in einem langandauernden Volkskrieg gegen das pakistanische Militärregime die Marxisten-Leninisten die Führung übernehmen und aus Bengalen eine revolutionäre Basis für die Befreiung ganz Indiens machen würden. Deshalb warteten sie nicht ab, bis das bengalische Volk in Ostpakistan sich selbst befreien konnte, sondern vertrieben in einem Blitzkrieg nach klassischen Vorbildern die pakistanischen Konkurrenten und setzten eine von ihnen abhängige Regierung im künstlich geschaffenen Staat Bangla Desh ein. Heute kann man bereits sagen, daß die Inder in Wirtschaft und Verwaltung die Westpakistani ersetzt haben. Das Volk wird entwaffnet, die Regierung der neuen 'Volks'-Republik fürchtet sich bereits vor den Massen, die sie angeblich gerade befreit hat.

DIE SOWJETUNION UND DIE IMPERIALISTEN UNTERSTÜTZEN INDIEN

Daß die indische Aggression von der Sowjetunion unterstützt wurde, bedeutet nicht, daß diese Aggression dem Sozialismus diente. Schon 1962 (vgl. 20.10.1962, d.Vf.) unterstützte die Sowjetunion den Angriffskrieg der Inder gegen die Volksrepublik China. Mit Waffenlieferungen, Wirtschaftshilfe und dem offenen Verrat an der revolutionären Bewegung in Indien versucht sich die sowjetische Regierung bei den indischen Kapitalisten einzuschmeicheln. So will sie sowohl den Einfluß der amerikanischen Konkurrenten zurückdrängen als auch den eigenen Einkreisungsring um China ausbauen. Wie die Imperialisten begründete sie ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten Indiens und Pakistans mit ihren 'Sicherheitsinteressen' (TASS-Erklärung vom 5.12.1971). Man fragt sich, wer wohl die Sicherheit der Supermacht Sowjetunion bedrohen könnte.

Im Übrigen wird die Sowjetunion trotz all ihrer Verrätereien den Einfluß der Imperialisten weder in Indien noch in 'Bangla Desh' brechen können. Nicht umsonst fuhr Mujibur Rahman nach seiner Befreiung erst einmal nach London (in Großbritannien, d.Vf.), dann nach Neu-Delhi und dann erst nach Dacca.

Die US-Imperialisten verhielten sich zwiespältig. Edward Kennedy und zahlreiche andere prominente Vertreter des amerikanischen Monopolkapitals unterstützen offen die Bangla-Desh Bewegung und kritisierten die mangelnde Unterstützung ihrer Regierung für Indien. Die US-Regierung wandte sich gegen die indische Aggression und schien so Pakistan zu unterstützen. Einerseits glaubte sie, so diplomatisch von der völligen Isolierung zu profitieren, in die sich die Sowjetunion mit ihrer Unterstützung für die Aggression international manövrierte. In der UN-Vollversammlung (vgl. 8.12.1971,d.Vf.) stimmten nur Indien und die indische Marionette Bhutan, sowie neun der engsten Verbündeten der Sowjetunion für einen sowjetischen Resolutionsantrag. Andererseits wußten die US-Imperialisten, daß sie immer auf der Seite der Gewinner standen, gleichgültig, ob die pakistanischen oder die indischen Kapitalisten gewannen.

Die Volksrepublik China hat den indischen Angriff verurteilt. Die chinesischen Revolutionäre wissen, daß die Befreiung eines Volkes nicht mit den Bajonetten fremder Armeen erkämpft werden kann. Sie sehen, daß die Einmischung Indiens in die Klassenkämpfe Pakistans Positionen der pakistanischen revolutionäre verschlechtert. Und sie sehen, daß die Schwächung Pakistans eine Stärkung der Feinde Chinas bedeutet.

Nach dem vorläufigen Sieg Indiens und der bürgerlichen Nationalisten in Ostbengalen werden die chinesischen Kommunisten ihre Unterstützung für die revolutionäre Bewegung in ganz Bengalen verstärken, damit in Bengalen die Basis für die Befreiung der ganzen indischen Halbinsel entstehen kann."
Q: Arbeiter-Zeitung Nr. 1, Mannheim/Heidelberg Jan. 1972, S. 1 und 8

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Dezember 1971:
Die KPD (vgl. 14.1.1972) berichtet vermutlich aus dem Dezember:"
KRITIK DES ANTIKOMMUNISTISCHEN MACHWERKS DER SOWJETREVISIONISTEN:
'DIE AUSSENPOLITIK DER VR CHINA'

2. INDIEN

Wir lesen: 'Die Bauernaktionen in Muschahari (Unionsstaat Bihar) und anderen Staaten Indiens werden ebenso wie seinerzeit der Aufstand in Nacksalbari (1967 (Naxalbari - vgl. Apr. 1967, d.Vf.)) von den Maoisten als 'Funke der Ideen des Vorsitzenden Mao' dargestellt, der angeblich eine breite revolutionäre Bewegung in Indien entfacht. Diese provokatorische Taktik behindert (!) die fortschrittlichen (!) Vorhaben der Regierung Indiens, bewirkt eine weitere Komplizierung der Lage und stärkt die Positionen der reaktionären Kräfte des Landes.' Die unsägliche Verkommenheit der sowjetischen Führer kommt in dieser 'Einschätzung' besonders gut zum Vorschein. Es ist geradezu ihre Pflicht, die agrar-revolutionäre Bewegung der armen Bauern, die über fast alle indischen Unionsstaaten verbreitet ist, zu denunzieren. Sie ziehen es vor, die Regierung der indischen reaktionäre zu unterstützen, um Indien zu einem militärischen Stützpunkt auszubauen, 'von dem aus die VR China bedroht und die revolutionären Völker Indochinas in Schach gehalten werden können. An diesem Punkt decken sich die Interessen der Sowjetrevisionisten mit denen des USA-Imperialismus'. (Rote Fahne 33 v. 31. Dez.1971) Um ihren gegen die Volksbefreiungsstreitkräfte gerichteten Stoß zu verbergen, fälschen sie das Regime der Großgrundbesitzer in 'Bangla Desh' in eine nationale Befreiungsbewegung um."
Q: Rote Fahne Nr. 34, Berlin 14.1.1972, S. 8f

Dezember 1971:
Vermutlich im Dezember erscheint vermutlich an der Universität Tübingen ein Flugblatt von GIM und RKJ "Zum indisch-pakistanischen Krieg" bzw. zu Bangla Desh, in dem sowohl die KSG/ML mit "ihrer gewohnt platten, vulgärmaterialistischen Argumentation" als auch der MSB Spartakus wegen seiner Parteinahme für Indien angegriffen werden.
Q: GIM / RKJ: Zum indisch-pakistanischen Krieg, O. O. (Tübingen) o. J. (1971)

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Dezember 1971:
Die Nr. 15 der 'Arbeitersache' für die Regensburger Metallindustrie (vgl. Nov. 1971, Jan. 1972) erscheint mit dem Artikel "Indien: Aggression gegen Pakistan" zu Bangla Desh.
Q: Arbeitersache Nr. 15, Regensburg Dez. 1971, S. 8

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01.12.1971:
Bei KWU Berlin gibt die KPD die Nr.6 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 9.11.1971, 20.12.1971) heraus. Berichtet wird auch vom Krieg Indiens gegen Pakistan bzw. über Bangla Desh.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Nr.6,Berlin 1.12.1971, S. 4f

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03.12.1971:
Es beginnt der indisch-pakistanische Krieg. Ostpakistan löst sich in der Folge unter der Führung von Mujibur Rahman von Pakistan und bildet den neuen Staat Bangla Desh. Laut KPD/ML-ZB, haben "die indischen Reaktionäre ihren Aggressionskrieg auf den Westens Pakistans ausgedehnt".

Die KPD (vgl. 31.5.1972) berichtet von der Unterstützung der SU für Indien.
Q: Rote Fahne Nr.45,Dortmund 31.5.1972,S.3;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.94,Bochum 8.12.1971,S.1;
Duve,Freimut:Aufbrüche. Die Chronik der Republik 1961 bis 1986,Hamburg 1986

05.12.1971:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 24.1.1972) berichtet über die Haltung der SU zum Konflikt zwischen Pakistan und Indien:"
Wie die Imperialisten begründete sie ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten Indiens und Pakistans mit ihren 'Sicherheitsinteressen' (TASS-Erklärung vom 5.12.1971)."
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.1,Mannheim/Heidelberg Jan. 1972,S.8

06.12.1971:
Es erscheint die Nr.24 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 29.11.1971, 20.12.1971) u.a. mit dem Artikel "Indien überfällt Pakistan".
Q: Rote Fahne Nr.24,Bochum 6.12.1971, S. 7

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06.12.1971:
Der BKA Freiburg berichtet über Ostpakistan bzw. Bangla Desh (vgl. 22.11.1971, 8.12.1971):"
OSTPAKISTAN: DIE INDISCHEN TRUPPEN BRINGEN KEINE FREIHEIT!

2 Wochen brauchte die indische Armee, um Ostpakistan zu erobern. Die Inder bezeichnen sich als 'Befreier' des Volkes Ostbengalens (gleich Ostpakistans) und sie waren auch die ersten, die die angeblich 'volksdemokratische' Republik Bangla Desh diplomatisch anerkannten. ...
Durch die indische 'Befreiung' wird sich am Elend der Ostbengalen nichts ändern. Den Arbeitern und armen Bauern der indischen Nachbarprovinz Westbengalen geht es kein bißchen besser als ihren Brüdern im Osten. Westbengalen ist (laut SPIEGEL) 'der Vorhof der Hölle' und 'der ärmste Teilstaat Indiens'. ... Die neue 'Volksrepublik Bangla Desh' wird ein Marionettenstaat der indischen Reaktionäre und der imperialistischen Monopole sein. Die Arbeiter und die armen Bauern Ostbengalens werden weiter hungern, am Elend der Volksmassen wird sich nichts ändern. Nur die Ausbeuter sind jetzt andere: Statt der westpakistanischen jetzt die indischen und ostbengalischen Kapitalisten und Großgrundbesitzer im Verein mit den imperialistischen Monopolverbänden. Doch das Volk Ostpakistans hat schon aufgehört, der Ausbeutung und Unterdrückung seines Landes noch länger tatenlos zuzusehen. Die Befreiung der Volksmassen ganz Bengalens vom Joch der indischen und imperialistischen Monopole ist das Ziel der revolutionären Bewegung Bengalens. In diesem Kampf steht das Volk Westbengalens nicht allein. Seit langem kämpft die Arbeiterklasse Westbengalens im Bündnis mit den revolutionären Bauern in einem Volkskrieg für die Errichtung der Volksdemokratie. gerade das Beispiel dieser Befreiungsbewegung (Naxaliten,d.Vf.) zeigt den Weg, den auch die erstarkende revolutionäre Bewegung Ostpakistans gehen wird!"
Q: Klassenkampf Nr.16,Freiburg 21.12.1971,S.1 und 6f

07.12.1971:
Die Sympathisanten des Kommunistischen Bundes an den Hamburger Hochschulen (SdKB) geben ein Flugblatt "Bangla Desh – Befreiungskampf oder imperialistisches Komplott?" heraus, welches eine revolutionäre Umwälzung gegen die Awami-Liga durch die Naxaliten und die Nationale Awami Partei (NAP) ankündigt. Die Auflage beträgt 4 000.
Q: SdKB: Bangla Desh – Befreiungskampf oder imperialistisches Komplott?,Hamburg 7.12.1971

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08.12.1971:
Der BKA Freiburg berichtet über Ostpakistan bzw. Bangla Desh (vgl. 6.12.1971):"
Am 8.Dezember forderte die Vollversammlung der UNO mit 104 GEGEN 11 STIMMEN den sofortigen Waffenstillstand und den Rückzug aller Truppen hinter die Grenzen. Die indische Regierung erklärte sofort, sie werde sich auf keinen Fall an diesen Beschluß halten. Stattdessen setzten die indischen Reaktionäre unter der Führung der Indira Gandhi-Regierung ihren Überfall auf Pakistan fort.
"
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 24.1.1972) berichtet:"
In der UN-Vollversammlung stimmte nur Indien und die indische Marionette Bhutan, sowie neun der engsten Verbündeten der Sowjetunion für einen sowjetischen Resolutionsantrag."

Die KPD (vgl. 24.5.1972) berichtet über gestern bzw. die SU:"
Das hartnäckige Veto der UdSSR im UNO-Sicherheitsrat gegen einen Waffenstillstand und den Truppenabzug zwischen Indien und Pakistan konnte nicht verhindern, daß am 7.Dezember 1971 die UNO-Vollversammlung mit überwältigender Mehrheit von 104 Ländern den Antrag annahm, den Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan zu fordern."
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.1,Mannheim/Heidelberg Jan. 1972,S.8;
Klassenkampf Nr.16,Freiburg 21.12.1971,S.1;
Rote Fahne Nr.44,Dortmund 24.5.1972,S.8

08.12.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.94 (vgl. 4.12.1971, 11.12.1971) mit dem Leitartikel "Sozialimperialisten drohen mit Eingreifen gegen Pakistan" (vgl. 3.12.1971) heraus.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.94,Bochum 8.12.1971

08.12.1971:
Bei Opel Bochum gibt die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK ein auf Dezember datiertes Extra ihrer 'Zündkerze' (vgl. 22.11.1971, 13.4.1972) heraus.
In einem Artikel wird eingegangen auf:"
UNSERE PROBLEME UND DIE PROBLEME DER KPD/ML
ODER: WIE KOMMEN DIE ARBEITER NACH OBEN?
...
Willy Brandt bekam neulich (vgl. 20.10.1971,d.Vf.) den Friedensnobelpreis. Kurz danach (vgl. 30.10.1971,d.Vf.) kündigte seine Regieung allerdings eine Mobilmachungsübung an. Das paßt verdammt schlecht ins Bild! Kurz danach trafen sich 'Friedensengel' Brandt und 'Friedensengel' Indira Ghandi (vgl. 10.11.1971,d.Vf.): das Ergebnis dieses Friedensgesprächs haben wir jetzt in Pakistan (vgl. 22.11.1971,d.Vf.). Auch das paßt schlecht ins Bild!"
Q: Zündkerze Extra,Bochum Dez. 1971

09.12.1971:
In Heidelberg erscheint die Nr. 11 der 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 9.12.1971, 11.12.1971) der KHG (NRF) mit dem Artikel "Indische Aggression gegen Pakistan" zu Bangla Desh.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 11, Heidelberg 9.12.1971, S. 8

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11.12.1971:
Frühestens heute gibt die RKJ der GIM die Nr. 11/12 ihrer 'Was Tun' (WT - vgl. Nov. 1971, Jan. 1971) für Dezember heraus mit dem Artikel "Der indisch-pakistanische Krieg: Vom Krieg der Bourgeoisie zum Krieg gegen die Bourgeoisie" zu Bangla Desh.
Q: Was Tun Nr. 11/12, Mannheim Dez. 1971, S. 27f

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13.12.1971:
Die Stadtteilgruppe der ABG München gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 4 ihres 'Roten Anzeigers' (vgl. 15.11.1971, 17.1.1972) für Haidhausen heraus. Zu Bangla Desh erscheint der Artikel "Indien überfällt Pakistan".
Q: Roter Anzeiger - Ausgabe Haidhausen Nr. 4, München Dez. 1971, S. 2

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13.12.1971:
Vermutlich in dieser Woche gibt in München die Betriebsgruppe Arri der ABG die Nr.3 ihrer 'Roten Optik' (vgl. 22.11.1971, 17.1.1972) heraus. Aufgerufen wird auch zur Bangla Desh bzw. Indiendemonstration am 17.12.1971.
Q: Rote Optik Nr.3,München Dez. 1971,S.8

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14.12.1971:
Der KB Göttingen gibt die Nr. 6 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 12.11.1971, 31.1.1972) heraus mit dem Leitartikel "Indien entfesselt Krieg im Dienste der Imperialisten" zu Bangla Desh.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 6, Göttingen 14.12.1971, S. 1f

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16.12.1971:
Es erscheint der Berliner 'Hochschulkampf' Nr. 22 (vgl. 6.12.1971, 24.1.1972) der früher der PL/PI befreundeten Roten Zellen mit dem Artikel "Pakistan. Volkskrieg in Bengalen" zu Bangla Desh, wozu auch das "Kampfprogramm ostpakistanischer Genossen" dokumentiert wird.
Q: Hochschulkampf Nr. 22, Berlin 16.12.1971, S. 10

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16.12.1971:
Die Sympathisanten des Kommunistischen Bundes an den Hamburger Hochschulen (SdKB) geben ein Flugblatt "Für den Sieg des Volkskriegs in Bengalen!" heraus, die Auflage beträgt 4 000. Aufgerufen wird zum eigenen Bangla Desh Teach-In von 14 bis 16 Uhr im PI-Hörsaal. Q: SdKB: Für den Sieg des Volkskriegs in Bengalen!,Hamburg 16.12.1971

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17.12.1971:
In Heidelberg gibt die Kommunistische Hochschulgruppe (Neues Rotes Forum) (KHG/NRF) das Flugblatt "Der Aggressionskrieg der indischen Großbourgeoisie" zu Bangla Desh heraus.
Q: KHG (NRF): Der Aggressionskrieg der indischen Großbourgeoisie, O. O. (Heidelberg) 17.12.1971

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17.12.1971:
Das Oberkommando der indischen Streitkräfte befiehlt, laut KPD/ML-ZB, den Freiheitskämpfern Ostpakistans, Dacca zu räumen und an ihre Standorte zurückzukehren. Diese Tatsache wird als "ein Aufmarsch indischer Truppen und ihrer Kollaborateure" gewertet. So könne von einem "freien Bengalen überhaupt nicht die Rede sein, da es sich praktisch um eine Kolonie Indiens handelt". Dies mache auch ein Geheimvertrag zwischen Indien und ihren Marionetten in Bangla Desh deutlich. "Nach diesen Verträgen wird Bangla Desh keine selbständige Armee haben. Seine Truppen unterstehen dem Oberkommando der indischen Armee. Die Regierung von Bangla Desh muß bei allen wirtschaftlichen Entscheidungen zuerst in Neu Dehli nachfragen. Die Regierung von Bangla Desh darf keine gegen Indien gerichtete Außenpolitik treiben. … Bangla Desh muß in der UNO immer mit Indien stimmen. Diese Verträge zeigen die totale Abhängigkeit Bangla Deshs, die vor allem außenpolitisch sichtbar wird: Indien will im Auftrag der Imperialisten einen festen Verbündeten gegen die VR China haben, auf den sie sich jeder Zeit absolut verlassen können."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.1,Bochum 5.1.1972

17.12.1971:
In München findet heute, laut ABG, die erste Demonstration gegen den indischen Überfall auf Pakistan statt (vgl. 18.12.1971). Zuvor wird in der Uni ein Teach In durchgeführt. Als Abschluß dient eine Kundgebung vor dem indischen Konsulat auf der Münchner Freiheit. Die KPD/ML-ZK beteiligt sich, laut ABG, heute oder morgen mit ganzen 5 Leuten an den Aktionen. Später wird eine Dokumentation dazu erstellt (vgl. Jan. 1972).
Auf der Demonstration verteilen ABG, KHB/ML und RSF vermutlich ihr Flugblatt "Stoppt die indische Aggression gegen Pakistan".
Q: Auf Draht Nr.9,München Dez. 1971,S.5; Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.19 und 25/26,München Jan. 1972 bzw. Juli/Aug. 1972; Metallarbeiter Nr.13,München 1971; Rote Optik Nr.3,München Dez. 1971,S.8; Roter Anzeiger - Ausgabe Haidhausen Nr.4,München Dez. 1971,S.2; Roter Anzeiger Nr.5,München Jan. 1972; Roter Widerdruck Nr.5 und 6,München Dez. 1971 bzw. Jan. 1972,S.8 bzw. S.9; ABG,KHB/ML,RSF:Dokumentation zur Demonstration gegen die indische Aggression gegen Pakistan,München 1972; ABG,KHB/ML,RSF: Stoppt die indische Aggression gegen Pakistan,München o. J.

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18.12.1971:
In München wird, laut ABG, heute erneut gegen den indischen Überfall auf Pakistan demonstriert. Sowohl heute als auch gestern sollen jeweils mehrere hundert teilgenommen haben. Bei diesen handelte es sich um ABG, KHB/ML, RSF, pakistanische Kollegen und Studenten.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.19,München Jan. 1972;
Roter Widerdruck Nr.6,München Jan. 1972

20.12.1971:
Vermutlich heute gibt in Berlin die KPD die zweite Dezemberausgabe (Nr.30) ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. 6.12.1971, Jan. 1972) heraus, die sich u.a. mit dem Krieg zwischen Indien und Pakistan befaßt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr.30,Berlin Dez. 1971, S. 6

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20.12.1971:
Bei Mannesmann Düsseldorf gibt die KPD vermutlich Anfang dieser Woche die Nr.8 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 1.12.1971, Jan. 1972) für Dezember heraus. Zu Bangla Desh wird gefragt: "Was sind die Kriegsziele der indischen Reaktionäre?".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr.8,Düsseldorf Dez. 1971,S.6

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27.12.1971:
In Heidelberg erscheint die Nr. 6 des 'Neuen Roten Forums' (vgl. 29.11.1971, Feb. 1972) mit dem Artikel "Analyse der KP Indiens (ML) zur gegenwärtigen Lage in Indien und Pakistan" zu Bangla Desh.
Q: Neues Rotes Forum Nr. 6, Heidelberg Dez. 1971, S. 58ff

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Januar 1972:
Vermutlich im Januar erscheint der 'Rote Pfeil' Nr. 1 (vgl. Dez. 1971, Mai 1972) der KSG des KAB/ML mit dem Artikel "Sozialimperialisten auf dem Vormarsch in Südasien. Die Welt verurteilt die indisch-sowjetische Aggression gegen Pakistan" zu Bangla Desh.
Q: Roter Pfeil Nr. 1, Tübingen o. J. (1972), S. 8

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Januar 1972:
Vermutlich im Januar gibt die RKJ der GIM die Nr. 1 ihrer 'Was Tun' (WT - vgl. 11.12.1971, Feb. 1972) heraus mit den Artikeln "Pakistan nach dem Krieg" u.a. zu Bangla Desh; sowie "Teach-In mit Tariq Ali" aus Pakistan in Berlin und Hamburg.
Q: Was Tun Nr. 1, Mannheim 1972, S. 21ff

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Januar 1972:
Der Kommunistische Bund Osnabrück (KBO) gibt die Nr. 1 des ersten Jahrganges seiner 'Roten Fahne' (RF - vgl. Feb. 1972) heraus. In "Indien entfesselt Krieg im Dienste der Imperialisten" wird berichtet aus Bangla Desh.
Q: Rote Fahne Nr. 1, Osnabrück Jan. 1972, S. 5

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Januar 1972:
Der Kommunistische Oberschulbund (KOB) des KB gibt die Nr. 2 seines 'Sozialistischen Schülerforums' (SSF - vgl. Dez. 1971, 6.3.1972) heraus. Gefragt wird "Bangla-Desh: Befreites Land oder Marionettenstaat?".
Q: Sozialistisches Schülerforum Nr. 2, Hamburg Jan. 1972, S. 9f

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Januar 1972:
Die RJ/ML Saarbrücken des KAB/ML gibt ihre Jungarbeiter- und Lehrlingszeitung 'Kämpfende Jugend' Nr. 6 (vgl. Dez. 1971, 23.1.1972) für die Saarbrücker Berufsschulen heraus mit dem Artikel "Indien strebt Grossmachtstellung in Südasien an" zu Bangla Desh.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 6, Saarbrücken Jan. 1972, S. 7

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Januar 1972:
In München geben KHB/ML und RSF die Nr. 4 ihrer 'Kommunistischen Schüler- und Studentenzeitung' (KSZ – vgl. Dez. 1971, März 1972) für Januar und Februar heraus mit dem Artikel "Kolonialmacht Indien" zu Bangla Desh, wobei auch von den Münchener Demonstrationen (vgl. 17.12.1971, 18.12.1971) berichtet wird.
Q: Kommunistische Schüler- und Studentenzeitung Nr. 4, München Jan./Feb. 1972, S. 24ff

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Januar 1972:
In Schweinfurt erscheint die Fichtel und Sachs Betriebszeitung von KAB/ML und RJ/ML 'Roter Torpedo' Nr.6 (vgl. Sept. 1971, Feb. 1972). Berichtet wird auch aus Bangla Desh.
Q: Roter Torpedo Nr.6,Scheinfurt Jan. 1972,S.9f

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Januar 1972:
Vom der KPD/ML-ZB nahestehenden Verlag Kommunistische Texte (VKT) Münster herausgegeben erscheint die Schrift R. D. Senanayake: 'Tibet - Beispiel der friedliebenden Politik der Volksrepublik China'. Die Schrift ist eine Übersetzung der englischen Originalausgabe 'Inside Story of Tibet'. Die Übersetzung besorgte der Ost-Asien Korrespondent Rainer Werning. Im Vorwort formuliert der VKT u.a.:"
Die Beispiele Pakistan und Tibet zeigen überdeutlich, daß die VR China nach außen wie auch im Inneren eine friedliebende Politik betreibt. Während die indischen Expansionisten im Bunde mit den sowjetischen Sozialimperialisten versuchen, die Länder Südostasiens unter ihr Joch zu zwingen und so eine große Gefahr für den Frieden in diesem Teil Asiens darstellen, erweist sich die Volksrepublik China seit ihrem Bestehen als Bollwerk des Friedens und des Sozialismus." Die Schrift, die in der Reihe 'Schriften zur internationalen revolutionären Bewegung' als Nr.1 erscheint, hat 43 Seiten.
Q: Senanayake,R. D.:Tibet - Beispiel der friedliebenden Politik der Volksrepublik China,Münster Jan. 1972

Januar 1972:
Bei KHD Ulm gibt die DKP, laut KAB/ML, eine Ausgabe ihrer 'Linkskurve' heraus, die sich u.a. mit dem Konflikt zwischen Indien und Pakistan befaßt.
Q: Das rote Band Nr.1,Ulm Jan. 1972

Januar 1972:
Die Oberschülerkommission (OSK) bei der Zentralen Leitung des KSV der KPD gibt erstmals ihre 'Kommunistische Schülerpresse' (KSP vgl. Feb. 1972) heraus, zu Bangla Desh wird bekanntgegeben: "Das Volk wird siegen!".
Q: Kommunistische Schülerpresse Nr.1,Berlin Jan. 1972,S.6 und 8

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Januar 1972:
Wahrscheinlich im Januar 1972 erscheint die Broschüre der Arbeiter-Basis-Gruppen, des Kommunistischen Hochschulbundes/Marxisten-Leninisten und der Roten Schülerfront: "Dokumentation zur Demonstration gegen die indische Aggression gegen Pakistan" (vgl. 17.12.1971).
Q: ABG,KHB/ML,RSF:Dokumentation zur Demonstration gegen die indische Aggression gegen Pakistan,München 1972

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03.01.1972:
Laut KPD/ML-ZB, die der 'FAZ' Glauben schenkt, haben in Neu-Dehli Indien und die 'BRD' ein neues Fünf-Jahresabkommen über technische Zusammenarbeit abgeschlossen. So will Bonn eine Reihe technischer Projekte in Indien weiter fördern und ausbauen. Laut KPD/ML-ZB zeige dies, das reaktionäre Komplott "bei dem Kampf um die Zersplitterung Pakistans" (vgl. 17.12.1971).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.1,Bochum 5.1.1972

10.01.1972:
In der ersten Nummer der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB in diesem Jahr (vgl. 20.12.1971, 24.1.1972) berichtet diese u.a.: "'Und jetzt Sind-Desh'. Bangla Desh - Marionette Indiens. Der nächste Krieg gegen Pakistan wird vorbereitet".
Q: Rote Fahne Nr.1,Bochum 10.1.1972, S. 2

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12.01.1972:
Die 'WAZ' berichtet, daß die DDR und die Mongolische Volksrepublik Bangla Desh anerkennen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.4,Bochum 15.1.1972,S.*

19.01.1972:
Der AStA der FAU Erlangen-Nürnberg gibt seine 'Faust-Informationen' Nr.15 (vgl. 26.10.1971, 15.5.1972) heraus. Erörtert werden anhand von Bangla Desh "Klassenkampf und nationale Frage in Pakistan".
Q: Faust-Informationen Nr.15,Erlangen 19.1.1972,S.10f

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21.01.1972:
In Bad Gandersheim bzw. Kreiensen erscheint die 'Alternative' - Schülerzeitung - Nr.9 (vgl. 16.11.1971, 3.5.1972). Berichtet wird aus Bangla Desh, bzw. über Indien und Pakistan.
Q: Alternative Nr.9,Kreiensen 21.1.1972,S.2f

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24.01.1972:
Die KPD/ML-ZB gibt die Nr.2 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 10.1.1972, 7.2.1972) heraus. Artikel sind u.a.:
"Wir unterstützen den Kampf des pakistanischen Volkes - Brief indischer Arbeiter an Indira Gandhi."
Q: Rote Fahne Nr.2,Bochum 24.1.1972, S. 9

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25.01.1972:
Heute gibt in Regensburg die Betriebsgruppe für die Druckindustrie der Sozialistischen Betriebsgruppe (SBG) Regensburg erstmals ihren 'Roten Widerdruck' (vgl. 14.2.1972) heraus. Zu Bangla Desh wird geschildert die "Aggression gegen Pakistan".
Q: Roter Widerdruck Nr. 1, Regensburg Jan. 1972, S. 9

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Februar 1972:
Die MLSG des KAB/ML geben die Nr.1 ihres 'Roten Signals' (vgl. Dez. 1971, Feb. 1972) heraus. Berichtet wird auch aus Bangla Desh in "Indische Imperialisten auf dem Vormarsch. DKP unterstützt indische Verbrechen".
Q: Rotes Signal Nr.1,Tübingen Feb. 1972,S.21f

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Februar 1972:
Im Hamburger Verlag Rote Presse erscheint, herausgegeben von der Internationalismuskommission der früheren Sympathisanten des Kommunistischen Bundes (SdKB) bzw. bald der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) vermutlich Anfang Februar die Broschüre "Nixons Pekingreise. Bankrotterklärung des US-Imperialismus. Interview mit Tschou En-Lai aus: Sunday Times vom 5. Dezember 1971" heraus. Das Interview enthält auch die Zwischenüberschrift: "Warum Indien den Krieg mit Pakistan bereuen wird" zu Bangla Desh.
Q: Internationalismuskommission: Nixons Pekingreise. Bankrotterklärung des US-Imperialismus, Hamburg o. J. (1972), S. 19ff

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01.02.1972:
Die GIM Berlin gibt vermutlich Anfang des Monats ihre 'Permanente Revolution aktuell' Nr. 1 (vgl. 25.2.1972) für Februar heraus mit dem Artikel "Bangla Desh - was nun?".
Q: Permanente Revolution aktuell Nr. 1, Berlin Feb. 1972, S. 21ff

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01.02.1972:
Der KB Bremen gibt Ende Januar oder Anfang Februar seine Zeitung erstmals unter dem neuen Titel 'Wahrheit' (vgl. Dez. 1971, 1.3.1972) auf Februar datiert heraus mit dem Artikel "Krieg zwischen Indien und Pakistan" zu Bangla Desh.
Q: Wahrheit Nr. 1, Bremen Feb. 1972, S. 9f

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18.02.1972:
In Göttingen gibt die Kommunistische Schülerfront (KSF – vgl. 12.12.1971) vermutlich heute erstmals ihren 'Schulkampf' (vgl. 28.4.1972) als Zentralorgan heraus. Berichtet wird u.a. über Bangla Desh bzw. Indien und Pakistan.
Q: Schulkampf Nr.1,Göttingen o. J.,S.1

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03.03.1972:
Es erscheint der Berliner 'Hochschulkampf' Nr. 24/25 (vgl. 26.1.1972) der früher der PL/PI befreundeten Roten Zellen mit dem Artikel "Schach dem Scheich" zu Bangla Desh.
Q: Hochschulkampf Nr. 24/25, Berlin 3.3.1972, S. 17

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April 1972:
Vermutlich spätestens im April erscheint eine Broschüre des Aktionsausschusses Marxistisch-Leninistischer Gruppen in NRW zum 1. Mai 1972: "Aufruf der Marxisten-Leninisten zum ROTEN 1. MAI 72 - Im Kampf gegen imperialistische Unterdrückung und revisionistischen Verrat die Kommunistische Partei schaffen!" in der es u.a. heißt:"
Die Reaktionäre, die die Herrschaft in Indien einkassiert haben, werden sowohl von amerikanischen und englischen (britischen,d.Vf.) Imperialisten als auch von den Sozialimperialisten unterstützt. Der reaktionäre Bruderkrieg, der in Ostpakistan angestiftet wurde, wurde von indischen Reaktionären provoziert und trotz elendem Leid von Millionen Menschen ausgebreitet. Der Kampf in Bengalen ist kein revolutionärer Krieg, der gegen den Imperialismus und das Grundherrentum gerichtet ist, sondern er ist ein reaktionärer Krieg, der das Ziel hat, aus Ostpakistan einen reaktionären Stützpunkt gegen China zu schaffen. Die 'Bangla Desh' Bewegung ist eine reaktionäre Bewegung, die für Interessen der Grundherren und Großbourgeoisie in Ostpakistan kämpft, ihre Interessen decken sich mit denen des Imperialismus. Diese Bewegung repräsentiert nicht das bengalische Volk.

Daß alle Imperialisten Mujibur Rahman unterstützt haben, zeigt, daß die Bewegung kein nationaler Befreiungskampf ist. Die indischen Reaktionäre, die von den Sozialimperialisten genährt und gerüstet werden, greifen Pakistan an. Ihre Ziele sind es, die Besatzung des ostpakistanischen Bodens und den Stützpunkt gegen die VR China auf diesem besetzten Gebiet zu erhalten. Aber die Völker der Welt unterstützen nicht die indischen Reaktionäre, die von den Sozialimperialisten unterstützt werden, sondern das pakistanische Volk, das gegen die imperialistische Intervention kämpft.

Der Traum von der Einkreisung der VR China und von der Unterdrückung der nationalen Befreiungsbewegung in Asien geht völlig pleite."
Q: Aktionsausschuss Marxistisch-Lenistischer Gruppen in NRW:Aufruf der Marxisten-Leninisten zum ROTEN 1. MAI 72 - Im Kampf gegen imperialistische Unterdrückung und revisionistischen Verrat die Kommunistische Partei schaffen!,Dortmund o.J. (1972)

10.04.1972:
Vermutlich in dieser Woche erscheint ein Fluglatt des Aktionsausschusses Marxistisch-Leninistischer Gruppen in NRW, in dem u.a. die ML Dortmund mitarbeiten (vgl. Apr. 1972, 24.4.1972):"
1.MAI 1972: WEM NUTZEN DIE OSTVERTRÄGE WIRKLICH?
...
SIND DIE NEUEN KREML-FÜHRER FÜR DEN FRIEDEN?

Auch hier zählen nicht Worte, sondern die Taten: Haben die neuen Kreml-Herren die Tschechoslowakei (CSSR,d.Vf.) überfallen um den Frieden zu sichern - oder um die tschechoslowakischen Völker unter ihrer imperialistischen Knute zu halten? Haben sie die Grenzgebiete der Volksrepublik China überfallen und hunderttausende Truppen (einschließlich Atomdivisionen) an der Grenze Chinas stationiert und den Frieden zu sichern - oder weil ihnen das sozialistische China ein Dorn im Auge ist, weil sie es mit allen Mitteln vernichten wollen? Haben sie den Überfall der indischen Ghandi-Clique auf Pakistan etwa deshalb unterstützt, um den Frieden und die Freiheit der Völker Asiens zu 'verteidigen' oder um für sich und ihre indischen Marionetten eine neue Kolonie zu erobern und um ihre Bedrohung der VR China zu verstärken? Ihre Taten entlarven die Friedensheuchelei der sowjetischen Sozialimperialisten."
Q: Aktionsausschuß Marxistisch-Lenistischer Gruppen in NRW:1.Mai 1972: Wem nutzen die Ostverträge wirklich?,Dortmund o.J. (1972)

Mai 1972:
In Heidelberg erscheint vermutlich Anfang Mai das 'Neue Rote Forum' (NRF) Nr. 2 (vgl. Feb. 1972, Aug. 1972). Der Artikel "Zur Außenpolitik der VR China" enthält auch die Abschnitte:
- "Vorbemerkung";
- "Die Politik der VR China gegenüber Pakistan"; sowie
- "China und Bangla Desh - Aus der Sicht Kalkuttas".
Q: Neues Rotes Forum Nr. 2, Heidelberg Mai 1972, S. 52ff

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22.05.1972:
Die KPD (vgl. 24.5.1972) berichtet aus der SU:"
ES GIBT KEINE SICHERHEIT IN EUROPA, SOLANGE ES KEINE SICHERHEIT IN DER WELT VOR IMPERIALISTISCHEN AGGRESSIONEN GIBT!
NIXON IN MOSKAU
...
Das hartnäckige Veto der UdSSR im UNO-Sicherheitsrat gegen einen Waffenstillstand und den Truppenabzug zwischen Indien und Pakistan konnte nicht verhindern, daß am 7.Dezember 1971 die UNO-Vollversammlung mit überwältigender Mehrheit von 104 Ländern den Antrag annahm, den Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan zu fordern (vgl. 8.12.1971,d.Vf.).
...
Wie in der Frage einer Weltabrüstungskonferenz, so unterstützen die sowjetischen Sozialimperialisten die US-imperialistische Taktik, in Europa ihre Rüstungsausgaben zu senken, um die so eingesparten Summen umso besser für Aufrüstung und Aggression an anderer Stelle zu verwenden. Welchen Zielen diese Manöver dienen, verrät die Politik der sowjetischen Sozialimperialisten in der jüngeren Vergangenheit:
- der sowjetische Aggressionsversuch am Ussuri (vgl. S8.**.197*,d.Vf.) war Ausdruck der Absicht, die VR China einzukreisen und unter Druck zu setzen;
- die Unterstützung der indischen Aggression gegen Pakistan durch die SU ist Ausdruck ihres Ringens mit dem US-Imperialismus um die Beherrschung des Indischen Ozeans und der angrenzen Länder
...
Durch ihre Unterstützung der arabischen Reaktionäre gegen die kämpfenden Palästinenser, durch ihre militärische Invasion in der CSSR (vgl. 21.8.1968,d.Vf.), durch ihre Unterstützung der indischen Expansionisten gegen die VR China 1965 (vgl. 1965,d.Vf.) und gegen Pakistan 1971 (vgl. 3.12.1971,d.Vf.), durch die Breschnew-Theorie von der begrenzten Souveränität, einer durchweg imperialistischen Doktrin, haben sich die SU-Führer vor vielen antiimperialistisch gesinnten Menschen entlarvt, haben sie gezeigt, daß ihre Politik imperialistisch ist."
Q: Rote Fahne Nr.44, 45 und 46,Dortmund 24.5.1972, 31.5.1972 und 7.6.1972,S.1 und 8, S.1 und 3 bzw. S.3

Juni 1972:
Es erscheint der 'Rote Pfeil' Nr. 4 (vgl. Mai 1972, Juli 1972) der KSG(ML) des KAB/ML mit dem Artikel "Sowjetrevisionisten verraten Prinzipien des Weltfriedens" zu Bangla Desh.
Q: Roter Pfeil Nr. 4, Tübingen Juni 1972, S. 17

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August 1972:
Vermutlich im August gibt die RKJ der GIM die Nr.7/8 ihrer 'Was Tun' (WT) (vgl. Juni 1972, Okt. 1972) heraus. Berichtet wird über die KPD/ML-ZB:"
WELCHE SORGEN SICH DIE KPD/ML (ROTE FAHNE) UM VIETNAM MACHT
...
'Diesen Kampf (der Vietnamesen;Red.) unterstüzt die VR China vorbehaltlos. Denn die VR China unterstützt den Kampf ALLER (im Original unterstrichen!) Länder um Unabhängigkeit, aller Nationen um befreiung und aller Völker für die Revolution.' Wir möchten konkretisieren: so den Kampf der Bengalen um Unabhängigkeit (Bangla Desh,d.Vf.), den Kampf der Kameruner und Eritreer um Befreiung und den Kampf der Ceylonesen für die Revolution. 'Deshalb will die VR China durch Waffenlieferungen und andere Hilfe keinen Einfluß nehmen', und um nicht in den Geruch des Bösen zu kommen, hält sie sich mit Waffenlieferungen für Vietnam bescheiden zurück, und damit andere nicht durch Waffenlieferungen Einfluß nehmen, behindert sie ab und zu mal etwas den Nachschub aus der Sowjetunion.

Denn die will mit ihren Waffenlieferungen an Vietnam nur schaden: 'Hierfür ist den SU-Imperialisten jedes Komplott mit den US-Imperialisten recht. Zusammen wollen sie den Vormarsch des Volkes bei der Befreiung des Landes zunichte machen ... und die Verjagung der US-Aggressoren verhindern.' Die Vietnamesen kämpfen also einen erbitterten Zwei-Fronten-Krieg gegen die beiden mächtigsten Militärmächte der Welt. Offensichtlich sind die Russen arg schwach in Geographie, denn ihre Waffenlieferungen landen immer bei den Befreiungsstreitkräften.
...
Aber kein Grund zur Sorge, die Tage dieser sauberen Herrschaften im Kreml scheinen gezählt; denn: 'Diese Politik wird immer mehr von den Völkern durchschaut. Als die SU-Imperialisten die indischen Reaktionäre zum Überfall auf Pakistan anstifteten, da standen die SU-Führer und ihre engsten Lakaien in Osteuropa völlig isoliert da: In der UNO stimmten 104 Völker für die Verurteilung des Überfalls, auf der anderen Seite der Barrikade (!! so steht's da !!) standen die SU und 10 ihrer engsten Lakaien.' Wen das nicht vom Stuhl haut, dem ist nicht zu helfen. Die Barrikade, Symbol der unversöhnlichen Klassenschranke, zieht sich also zwischen der UdSSR und ihren 'engsten Lakaien' einerseits und den 104 Völkern, die die Politik der SU-Führer durchschaut haben, andererseits - den USA, der VR China und allen anderen.

Die US-Imperialisten sind offensichtlich gegenüber den SU-Imperialisten die weniger schlimmen, denn sie lassen sich wenigstens in der UNO durch ihr Volk vertreten. Und während sich das Volk der VR China und das Volk der USA auf den Barrikaden der UNO gegen die Kremlherren verbünden, stoppen in Vietnam SU-Imperialisten und US-Imperialisten 'zusammen den Vormarsch des Volkes zur Befreiung des Landes.'

DIE GENOSSEN DER KPD/ML (ROTE FAHNE) SOLLEN ENDLICH DAFÜR SORGEN, DASS IHRE LEITUNG IHRE MITTLERWEILE SCHLICHT KONTERREVOLUTIONÄRE LINIE ZUM INDOCHINAKRIEG REVIDIERT ODER DEN LADEN VERLASSEN!"
Q: Was Tun Nr.7/8,Mannheim 1972

November 1972:
Die Proletarische Linke (PL) Hamm verfasst, nach eigenen Angaben, diesen Monat ein Papier, welches von den ML Dortmund, ML Hagen und der PL Hamm in deren gemeinsamen Organ (vgl. Dez. 1972) veröffentlicht wird:"
ZUM DEMOKRATISCHEN KAMPF
...
Fortschrittliche Menschen, die vom Revisionismus beeinflußt sind oder die die Politik der Revisionisten nicht durchschauen, können wir nur für einen antiimperialistischen Kampf gewinnen, wenn wir konkret die Politik des Revisionismus (Sozialimperialismus) und die materielle Basis der gesellschaftlichen Produktion, auf der diese beruht, untersuchen und entlarven. Ebenso die Politik der Revisionisten in der BRD, wie sie einen konsequenten antiimperialistischen Kampf verhindern und spalten. Entsprechend wichtig ist es also, sich über die Schandtaten des Sozialimperialismus (CSSR, Pakistan usw.) und die Schandtaten der BRD-Revisionisten (Verfolgung der Marxisten-Leninisten in Betrieben, Gewerkschaften, Schulen, Spaltung der Streikfront usw.) nicht nur beispielhaft auf der Grundlage einer Plattform zu 'empören', sondern die Politik der Revisionisten historisch-materialistisch zu untersuchen und die Auseinandersetzung mit fortschrittlichen, revisionistisch-beeinflußten Menschen Schritt für Schritt zu führen. Dabei hängt das revolutionäre, anti-revisionistische Wesen einer Plattform nicht vom bloßen Aufzählen des Verrats der Revisionisten im Weltmaßstab ab, sondern davon, wie konkret aus dem Beispiel der Volksbefreiungskriege der revolutionäre Weg für die Zerschlagung 1. des BRD-Imperialismus und 2. des imperialistischen Weltsystems entwickelt wird."
Q: Klassenkampf und Programm Nr.1,Dortmund Dez. 1972,S.9ff

06.11.1972:
Bei Hoesch Dortmund geben die DKP-Betriebsgruppen vermutlich spätestens in^ dieser Woche eine zehnseitige Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 18.10.1972, 13.11.1972) heraus, die uns noch nicht vorlag.

Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 13.11.1972) berichten:"
'KOMMENTAR ZUR WAHLAUSGABE VON 'HEISSE EISEN', BETRIEBSZEITUNG DER DKP- BETRIEBSGRUPPEN HOESCH

WARUM VERSCHONT DIE DKP DIE SPD?
...
Warum aber führt die DKP den Kampf nicht genauso gegen die zweite große bürgerliche Partei, die SPD?

Wir meinen, daß dahinter die falsche Theorie vom Rechtskartell steckt, die die DKP vertritt. ... Sie leugnet, daß im Kapitalismus, der sich aus dem Stadium der freien Konkurrenz entwickelt hat in ein monopolistischs, in dem einige wenige riesige Konzerne die Konkurrenz fast vollkommen ausschalten (in der BRD folgende Industriemonopole):
Auto - VW, Daimler, BMW
Elektro - Siemens, AEG, Telefunken
Stahl - Thyssen, Mannesmann, Krupp, Hoesch
Chemie - Bayer, BASF, Hoeschst
Rüstung - Rheinstahl, Klöckner, Messerschmitt, Bölckow-Blohm
Energie - Ruhrkohle, RWE, Veba),
daß diese Monopole notwendig eine imperialistische Politik machen, d.h. auf dem Weltmarkt den Kampf um Rohstoffe und Absatzmärkte aufnehmen mit allen Mitteln der Erpressung, Unterdrückung, Räuberei und mit Krieg. Sie müssen diesen Kampf bis zum letzten führen, um bestehen zu können, um besser und billiger sein zu können, sodaß sie den Markt beherrschen mit ihren Produkten. Deshalb ist der Kapitalismus im Stadium des Imperialismus auch so gefährlich für die friedliebenden Völker (wir haben es in den letzten Jahren allein bei sieben Kriegen erlebt: Vietnam, Biafra, Palästina, Pakistan, Angola/Mozambique, CSSR), deshalb muß er vernichtet werden."
Q: Die Rote Front Nr.3,Dortmund Nov. 1972,S.6

17.11.1972:
In Dortmund will die DKP um 19 Uhr 30 eine Wahlversammlung mit ihrem Vorsitzenden und Spitzenkandidaten in NRW, Kurt Bachmann, im Parkhaus Barop durchführen.
Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 4.12.1972) erstatten:"
BERICHT ÜBER DIE DKP-VERANSTALTUNG IN BAROP:
PROPAGANDA FÜR DEN SOWJETISCHEN IMPERIALISMUS - VERLEUMDUNG DES KOMMUNISMUS
...
Weiterhin behauptete Bachmann, daß die Ostverträge den Frieden sichertern, weil 'in der Geschichte der Völker die Ursachen für Kriege schon immer Grenzfragen gewesen' seien. Hier entfernt er sich sehr wohl von der marxistisch-leninistischen Theorie und von der Geschichte der Menschheit. Wir Kommunisten haben schon immer vertreten, daß die Ursachen der Kriege in der Profitgier der Besitzenden und Herrschenden liegen, die sowjetischen Interessen in Ostpakistan und die amerikanischen Ölinteressen in Palästina geben davon ein beredtes Zeugnis. Wenn Bachmann es nötig hat, die Wirklichkeit so zu entstellen, dann wohl nur, um im Interesse der sowjetischen Imperialisten hier die Propagandatrommel für die Ostverträge rühren zu können."
Q: Die Rote Front Nr.4,Dortmund Dez. 1972,S.3f;
DKP Dortmund-Block, Friedrich:Ich rate Ihnen: DKP wählen!,Dortmund o.J. (Nov. 1972),S.2

01.01.1973:
Der KB Bremen (vgl. 25.1.1973) berichtet:"
Am 1. Januar wurden zwei Demonstranten von der Polizei erschossen, als sie aus Protest gegen die amerikanischen Terrorangriffe auf nordvietnamesische Städte versuchten, vor dem Gebäude des amerikanischen Informationsbüros (USIS) die Fahne Nordvietnams zu hissen. Aus Protest gegen diese Maßnahme der Regierung Mujibur Rahman wurde ein eintägiger Generalstreik durchgeführt, der das öffentliche Leben in weiten Teilen des Landes lähmte. Auf Protestkundgebungen und Demonstrationen forderten die Menschen den Rücktritt der Regierung Rahmans und den Abzug 'aller ausländischen Truppen' aus Bangladesh."
Q: Wahrheit Nr. 1, Bremen Jan. 1973, S. 1

10.01.1973:
In der 'Roten Fahne' der KPD Nr. 2 (vgl. 3.1.1973, 17.1.1973) wird berichtet u.a. aus Bangla Desh.
Q: Rote Fahne Nr. 2, Dortmund 10.1.1973, S. 6

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09.02.1973:
Die KHG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt die Nr. 22 ihrer 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 31.1.1973, 12.2.1973) heraus mit dem Artikel "Imperialistische Politik in Südasien" zu Bangla Desh, Indien und Pakistan.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 21, Heidelberg 9.2.1973, S. 10f

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01.05.1973:
Von den ML Aachen, ML Bochum und ML Duisburg wurde die Broschüre "Was will Breschnew in Bonn? Kampf dem imperialistischen Komplott Bonn - Moskau" herausgegeben. Enthalten ist auch der folgende Artikel:"
DIE SOWJETUNION HEUTE - EINE IMPERIALISTISCHE MACHT
...
Mehr als 80% der Ausrüstungen der indischen Armee sind sowjetische Fabrikation. Ihr Ziel ist, Indien dazu zu benutzen, ihre hegemonistischen Interessen auch auf diesen Raum ausstrecken zu können. Dies zeigte die Aggression Indiens gegen Pakistan deutlich, die mit allseitiger militärischer, ökonomischer und politischer Hilfe und Unterstützung der Sowjetrevisionisten verübt wurde. ... Wie kann man aber von leninistischer Außenpolitik eine Staates sprechen, wenn dieser Staat gegen ein soueveränes Land offen Aggressionen unternimmt, wie im Falle der CSSR, wenn es zur Aggression gegen ein anderes Land aufhetzt, wie im Falle der indischen Aggression gegen Pakistan. ...
Zum bevorstehenden Breschnew-Besuch ist die revisionistische 'UZ', Zeitung der DKP, voll von historischen Rückblicken, in denen die Verdienste der früher sozialistischen SU um Frieden in Europa und zur Niederringung des Hitler-Faschismus in eine Reihe gestellt werden mit Lobpreisungen ihrer jetzigen imperialistischen Manöver. Der große Name der sozialistischen Sowjetunion Lenins und Stalins (wobei Stalin selbst zu erwähnen geflissentlich vermieden wird) muß herhalten für die revisionistische Demagogie, um den westdeutschen Arbeitern Sozialimperialismus als Sozialismus zu verkaufen! Dabei nutzen die revisionistischen DKP-Führer aus, daß noch bei vielen Arbeitern und anderen Fortschrittlichen die Erinnerung an die sozialistische SU wach ist. Sie feiern die zum Sozialimperialismus entartete UdSSR als große Friedensmacht, um die zahllosen Verbrechen der Kreml-Führer, ihre militärischen Angriffe gegen die CSSR, gegen China, Pakistan, die Ausbeutung der osteuropäischen Länder, die faschistische Unterdrückung der Werktätigen in der UdSSR zu verteidigen und zu verwischen. Damit unterstützen sie die imperialistische Aggressions- und Kriegspolitik der SU. Damit diskreditieren sie das Ziel, Arbeiterklasse, den Sozialismus, damit leisten sie den westdeutschen Monopolherren den wichtigen Dienst, die Arbeiterklasse vom Kampf für wirklichen Sozialismus und Frieden abzuhalten."

Auch die KFR im Ruhrgebiet verbreitet diesen Artikel in Dortmund und Castrop-Rauxel (vgl. 25.5.1973).
Q: ML Aachen, ML Bochum, ML Duisburg:Was will Breschnew in Bonn? Kampf dem imperialistischen Komplott Bonn-Moskau, Bochum 1973;
Die Rote Front Nr.10,Dortmund Mai 1973,S.5f

02.05.1973:
Die KPD kündigt heute an (vgl. 25.4.1973, 19.5.1973):"
WIR WERDEN BRESCHNEW VOR DORTMUNDS ARBEITERN ENTLARVEN!
...
Die sowjetischen Sozialimperialisten erklären die Ausplünderung der Völker Osteuropas als 'internationale Arbeitsteilung im sozialistischen Lager', ihre ständigen Truppenstationierungen 'dienen der Sicherung des Friedens', ihre Besetzung der Tschechoslowakei (CSSR,d.Vf.) entsprang 'berechtigter Sorge um die sozialistischen Errungenschaften', ihre Unterstützung des indischen Aggressionskriegs (gegen Pakistan,d.Vf.) war eine internationalistische Pflicht den von Indien ausgehaltenen Marionetten-Guerrilleros der Mukdi Bahini gegenüber".
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1973,S.4

Dezember 1973:
Der KHB/ML der ABG gibt seine 'Kommunistische Studentenzeitung' (KSZ) Nr.19 (vgl. Nov. 1973) heraus mit dem Artikel "Bangla Desh. Das Volk kämpft", der uns nur unvollständig vorlag.
Q: Kommunistische Studentenzeitung Nr.19,München Dez. 1973, S. 26

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01.10.1975:
Vermutlich zum heutigen Einberufungstermin erscheint ein Flugblatt des ZK des KJVD der KPD:"
ARBEITER UND SOLDATEN - GEGEN DIE BEIDEN HAUPTKRIEGSTREIBER!
...
Diejenigen, die am meisten von Frieden reden, der USA-Imperialismus und der sowjetische Sozialimperialismus (SU,d.Vf.), diese beiden imperialistischen Supermächte sind die Hauptkriegstreiber!

Die USA-Imperialisten haben jahrzehntelang in Indochina Völkermord betrieben! Überall, wo der gerechte Freiheitskampf der unterentwickelt gehaltenen Länder niedergemacht werden soll, wie in Chile, Pakistan, Irak, im Nahen Osten, haben die beiden Supermächte ihre blutigen Finger im Spiel."
Q: KJVD-ZK:Arbeiter und Soldaten - gegen die beiden Hauptkriegstreiber!,Köln o.J. (1975)

06.04.1976:
Die KPD gibt die Nr.14 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl. 30.3.1976, 13.4.1976) heraus. Berichtet wird u.a. von den Beziehungen zwischen Indien und Bangla Desh.
Q: Rote Fahne Pressedienst Nr.14,Köln 6.4.1976

12.01.1977:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 2 (vgl. 5.1.1977, 19.1.1977) heraus, in der u.a. berichtet wird über das Vorgehen der SU u.a. gegen Bangla Desh.
Q: Rote Fahne Nr. 2, Köln 12.1.1977

Januar 1980:
Probably in the beginning of the year 'Baaz Ghasht' No. 1/1980 (see Aug. 1977) is published in Berlin by the Organization of Progressive Pakistanis (OPP) with the article "A Prisoner Speaks" from Abdur-Rab of Bangladesh.
Q: Baaz Gasht Nr. 1, Berlin 1980, S. 13ff

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15.04.1991:
R.ZIPPEL@EAST-END berichtet am 2.1.1994 im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK vermutlich aus dieser Woche über Ereignisse Mitte April:"
- in Tambach/Dietharz werden vier Flüchtlinge aus Bangladesh bei einem Überfall verletzt und ausgeraubt".
Q: Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-R.ZIPPEL@EAST-END:Noch mehr Opfer_1,2.1.1994

Letzte Änderung: 16.02.2017