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Irak

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 28.5.2005


Materiallage

Es werden hier nur einige wenige der zahlreichen einschlägigen Dokumente des APO-Archivs vorgestellt.

Die Organisationen

Außer der Baath-Partei wird aus dem Irak lediglich die kurdische DPK erwähnt sowie die Irakische Kommunistische Partei (IKP) mit ihren beiden verfeindeten Flügeln. In der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin befasst sich im betrachteten Zeitraum vor allem die KPD mit dem Irak bzw. ihren dortigen Freunden.

Wichtige Themen und Ereignisse

Diese Darstellung beginnt mit der Gründung der IKP (vgl. 31.3.1934) gefolgt von einem Regierungswechsel (vgl. 1936). Die IKP reorganisiert sich (vgl. 1945), unterliegt der Repression (vgl. 1947) und versucht sich in Aufständen (vgl. 1948). Die Führer der IKP werden öffentlich hingerichtet (vgl. 1949), was die IKP aber nicht von der weiteren Beteiligung an Aufständen abzuhalten vermag (vgl. Dez. 1952).

Erneut werden IKP-Mitglieder hingerichtet (vgl. 1956), nach der nationalen Revolution (vgl. 14.7.1958) kann die IKP zur Abwechslung einmal zwar nicht legal, aber doch öffentlich agieren.

Innerhalb der IKP aber tobt der Kampf gegen den Sowjetrevisionismus und Sozialimperialismus (vgl. 1959), führt zur Säuberung in der IKP (vgl. Okt. 1962). Kurz darauf wird das Kassem-Regime gestürzt (vgl. Feb. 1963), erneut werden IKP-Mitglieder hingerichtet. Die moskautreue Fraktion orientiert auf einen panarabischen Sozialismus (vgl. 1964). Nach der Parteirevolte innerhalb der IKP (vgl. Sept. 1967) und der endgültigen Spaltung (vgl. Nov. 1967) treten beide Flügel nun als IKP auf.

Die Baath-Partei übernimmt die Macht (vgl. 17.7.1968), die TTIA berichtet von den Denunziationen der Moskautreuen IKP/ZK (vgl. 1969) sowie der Versammlung der IKP/ZF (vgl. Aug. 1969).

Anlässlich eines Abkommens mit der Baath-Partei tritt auch die DKP auf (vgl. 11.3.1970, Juli 1970), die später noch einmal gesondert behandelt werden wird.

Zahlreiche Meldungen behandeln die Haltung des Iraks im Palästinakonflikt (vgl. 29.6.1970, 20.7.1970) wobei der Irak für einige bundesdeutsche Linke als aufrechter antiimperialistischer Staat erscheint (vgl. 3.8.1970, 12.8.1970), der auch seine Truppen in Jordanien der PLO unterstellt (vgl. 29.8.1970, 25.9.1970), was aber den Schwarzen September nicht verhindern kann (vgl. 14.9.1970).

In Deutschland kommt es bald darauf zu ersten Kontakten zwischen der KPD und der TTIA (vgl. 15.10.1970), die sich umgehend in der Presse niederschlagen (vgl. 16.10.1970) und auch in einem Nahostkomitee (vgl. Nov.1970).

Im Irak kommt es zu Machtkämpfen und auch die Truppen werden aus Jordanien abgezogen (vgl. 26.10.1970, 18.11.1970).

Die KPD/ML-ZK erörtert die bundesdeutschen Interessen im Irak (vgl. Dez. 1970), die KPD berichtet wiederholt über ihre irakischen Freunde (vgl. 3.3.1971, 19.3.1971), stand sie damit doch offensichtlich recht einzigartig da, da keine andere Gruppe Kontakte zu irakischen Organisationen zu haben schien.

Im Irak führt die IKP/ZF den bewaffneten Kampf (vgl. 28.4.1971, 3.5.1971, 8.6.1971, 23.6.1971), die KPD/ML-ZB diskutiert die Stützpunkte des Sozialimperialismus in der Region (vgl. 14.6.1971), berichtet von der Untätigkeit des Iraks angesichts neuer Massaker Palästinensern, während nun die KPD den diesbezüglichen Druck der SU auf den Irak enthüllt (vgl. 13.7.1971). Das Heidelberger SPK erklärt die politischen Zuordnungen der Palästinensergruppen (vgl. Juli 1971), die IKP/ZF unternimmt weiterhin militärische Aktionen (vgl. 14.7.1971), wird von der KPD gelobt (vgl. 5.2.1972), die auch das Irak-Info 'Alnasier' produziert und vertreibt (vgl. März 1972). Die Heidelberger KG (NRF) erläutert die bundesdeutschen geostrategischen Interessen am Irak (vgl. 5.3.1972), die KPD prangert die Kollaboration der Baath-Partei mit dem Sozialimperialismus an (vgl. 10.4.1972) und bewirbt 'Alnasier'.

Vermutlich die TTIA ist auch bei der ATÖF zu Gast (vgl. 20.5.1972) sowie auf der Berliner Vietnamdemonstration anwesend (vgl. 23.6.1972), während die IKP/ZF im Irak mit ihrer Kampagne für die Verstaatlichung der Erdölindustrie beginnt (vgl. 1.6.1972, 12.6.1972, Feb. 1973, 1.3.1973).

Im Protest gegen das Ausländergesetz ist die TTIA ebenfalls aktiv (vgl. 27.7.1972, 31.7.1972, 4.9.1972, 9.9.1972, 10.9.1972, 17.12.1972) scheint dabei eine der wenigen Gruppen zu sein, die die KPD-Politik mittragen. Wenig anders schaut dies bei der bundesweiten Vietnamdemonstration aus (vgl. 14.1.1973).

Die TTIA bildet nun einen Bestandteil zahlreicher Aufrufe und Resolutionen der KPD und ihrer Freunde (vgl.-3.3.1973, 31.7.1973, 13.10.1973, 26.1.1974, 29.6.1974), wendet sich natürlich auch gegen das drohende Verbot der KPD (vgl. 30.4.1973, 16.5.1973, 11.12.1973) und publiziert vermutlich weiterhin ihr 'Alnasier' (vgl. Mai 1973). Das damals wohl den späteren KBW-Gruppen nahe stehende Sekretariat des Projektbereichs Internationalismus (PBI) des VDS schildert den Konflikt zwischen Irak und Kuwait sowie die Rolle der SU (vgl. Mai 1973). Die TTIA berichtet vom Putschversuch im Irak (vgl. 30.6.1973), der Eingliederung der IKP/ZK in die Regierungsfront (vgl. Juli 1973) und dem bewaffneten Vorgehen der moskautreuen IKP/ZK gegen die kurdischen Peschmergas (vgl. Okt. 1973). Für den KBW analysiert Jochen Noth die Interessen der Supermächte (vgl. 6.10.1973), die KPD hat neben 'Alnasier' (vgl. Okt. 1974) auch noch die 'Al Tahrir', berichtet sowohl aus Irakisch-Kurdistan (vgl. Apr. 1974) als auch über den Konflikt zwischen Iran und Irak (vgl. Juli 1974) und protestiert gegen den Sozialimperialismus (vgl. 22.2.1975) bzw. beide Supermächte (vgl. 1.10.1975).


Auszug aus der Datenbank Dietmar Kesten / Jürgen Schröder "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

31.03.1934:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 1936):"
Anfang der dreißiger Jahre führten die irakischen Arbeiter ihre ersten Klassenkämpfe, insbesondere bei der staatlichen Eisenbahn. Am 31.März 1934 wurde inmitten dieser Klassenkämpfe die IKP gegründet. Damit begann zugleich eine neue Epoche der nationalen Befreiungsbewegung im Irak."
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7;
Alnasier Nr.3,Berlin März 1972


1936:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 31.3.1934, 1945):"
1936 beteiligte sich die IKP an einer von fortschrittlichen Offizieren geführten nationalen Bewegung innerhalb der Monarchie, die zu einer Umbildung der Regierung führte.

Nach einer Reihe militärischer Putsche setzte der englische (britische,d.Vf.) Imperialismus die Nuri Al-Saied-Clique an die Machthebel in Bagdad."
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7

1945:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 1936, 1947):"
Während des II.Imperialistischen Weltkrieges wurde die IKP unter der Führung ihres Mitbegründers, Genossen Jousif Salman (Fahad) reorganisiert. Schon 1945 konnte der 1.Parteitag unter der Losung 'Stärkt Eure Partei, stärkt die nationale Bewegung' stattfinden."
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7

1947:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 1945, 1948):"
Obwohl die Reaktion 1947 die gesamte Parteiführung verhaftete, konnte die IKP die neue Welle des nationalen Befreiungskampfes nach dem II.Weltkrieg leiten."
Davon berichtet auch die TTIA (vgl. Mai 1973).
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7;
Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973


1948:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 1947, 14.7.1958), über die Stärke der IKP trotz Repression:"
So konnte im Jahre 1948 durch einen Volksaufstand der neue britisch-irakische Pakt zu Fall gebracht werden.

Alle Aufstände zwischen 1948 und 1956 beschränkten sich hauptsächlich auf die irakischen Städte. So blieb eine der wichtigsten Fragen der irakischen Revolution ungelöst, nämlich die Schaffung eines Bündnisses zwischen Stadt und Land, zwischen der proletarischen Avantgarde und der Hauptquelle der Revolutionsarmee, den besitzlosen Bauern.

Anfang der fünfziger Jahre hat sich die Bauernbewegung besonders aktiviert. Die Aufstände der Bauern in den Provinzen Al-Emara, Al-Kut, Arbiel und am mittleren Euphrat seien hier genannt."

Davon berichtet auch die TTIA (vgl. Mai 1973).
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7;
Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973


1949:  Die Führer der Irakischen Kommunistischen Partei (IKP - vgl. 31.3.1934, 14.7.1958) werden, laut TTIA (vgl. Mai 1973), öffentlich gehängt und tausende von Kommunisten inhaftiert.
An anderer Stelle heißt es, dass der IKP-Gründer Fahad und zwei Politbüromitglieder gehängt wurden.
=Alnasier Sdr.Nr. und Nr.5,o.O. Mai 1973 bzw. Mai 1973

Dezember 1952:  Die Irakische Kommunistische Partei (IKP - vgl. 1949, 1956) beteiligt sich, laut TTIA (vgl. Mai 1973), Ende des Jahres, also vermutlich im Dezember an dem großen Volksaufstand, der die Regierung stürzt.
=Alnasier Nr.5,o.O. Mai 1973

1956:  In Al-Hai im Süden des Irak werden Mitglieder der Irakischen Kommunistischen Partei (IKP - vgl. Dez. 1952, Feb. 1963), laut TTIA (vgl. Mai 1973), wegen ihrer Solidarität mit Ägypten hingerichtet.
=Alnasier Nr.5,o.O. Mai 1973

14.07.1958:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 1948, 1959):"
Nach der nationalen Revolution vom 14.Juli 1958 hat sich das revolutionäre Bewußtsein der Bauern gezeigt, und damit war die Möglichkeit gegeben, ein revolutionäres Bündnis zwischen den Arbeitern und Bauern als Grundlage für die revolutionäre Umwälzung im Irak zu schaffen.

Die Juli-Revolution war ein wichtiges Ereignis in der Geschichte des Irak. Sie schaffte die Monarchie ab, verkündete eine progressive Bodenreform und gestand unter massivem Druck der Massen einige bürgerliche Grundrechte, wie die gewerkschaftliche Organisierung und die Meinungsfreiheit, ein. Diese Maßnahmen begünstigten die Ausbreitung der revolutionären Bewegung unter den Volksmassen."

Die TTIA (vgl. Mai 1973) berichtet auch von der IKP (vgl. 1949, 1959), dass die zwar weiterhin illegale IKP nun eine fast offene Arbeit betreiben konnte und sehr mächtig war.
=Alnasier Sdr.Nr.,o.O. Mai 1973;
Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7


1959:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 14.7.1958, Okt. 1962):"
Die Führung unter Kassem und mit ihr die irakische Bourgeoisie sahen sich bedroht von der überwältigenden revolutionären Flut und begannen 1959 mit ihren konterrevolutionären Angriffen, die mit dem blutigen Putsch vom Februar 1963 endeten. Die starke revolutionäre Volksbewegung wäre imstande gewesen, die Angriffe der Konterrevolution abzuwehren und die Macht zu erobern, wenn nicht die überwiegende Mehrheit der IKP-Führung vom Weltrevisionismus abhängig gewesen wäre. Anstatt die Massen im ganzen Land gegen die Bourgeoisie zu mobilisieren und sie auf die Machtübernahme vorzubereiten, rief die revisionistische Führung der IKP zur Kapitulation.

Dies war nur dadurch möglich, daß sich die sowjetischen Revisionisten (SU,d.Vf.) direkt in die Angelegenheiten der IKP zum Nachteil der irakischen Arbeiterklasse einmischten. So wurden 1959 die späteren revolutionären Kader, darunter die von den Baath-Faschisten 1963 ermordeten Genossen Salam Adel, 1. Sekretär des ZK der IKP und Genosse Jamal Al-Heidery, Mitglied des Politbüros von der Führung isoliert. Damit wurde eine rechtsopportunistische Clique an die Parteispitze gesetzt, im Widerspruch zur revolutionären Gesinnung vieler Parteikader und Grundorganisationen."

Die TTIA (vgl. Mai 1973) berichtet auch von der IKP (vgl. 14.7.1958, Sept. 1967), dass der Machthaber Abdul Karim Kassem sich im Mai 1959 gegen die IKP gewandt habe. Die dagegen nötige Revolution sei von Moskau verhindert worden, woraufhin der Faschismus siegte und die Mehrzahl der Führer der IKP, u.a. der Generalsekretär Salam Adel, getötet wurden.
=Alnasier Sdr.Nr.,o.O. Mai 1973;
Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7


Oktober 1962:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 1959, Feb. 1963) über die IKP vermutlich aus dem letzten Quartal des Jahres:"
Die revolutionären Elemente in der Parteiführung wie Salam Adel und Jamal Al-Heidery versuchten, bevor es zuspät war, die Parteilinie zu korrigieren. Tatsächlich gelang es ihnen, die Parteiführung von einigen rechtsopportunistischen Elementen zu säubern, die hauptsächlich in den sozialistischen Hauptstädten ein schönes Leben führten."
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7

Februar 1963:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. Okt. 1962, 1964):"
Der Imperialismus hatte jedoch für seinen Gegenplan alles vorbereitet. Denn einige Monate später, im Februar 1963, konnte die Reaktion mit den Ölgesellschaften im Rücken, das Regime Kassems stürzen. Tapfer und heldenhaft, jedoch erfolglos, kämpften die Volksmassen mit und ohne Waffen gegen die Faschisten. Das Blutbad im ganzen Irak und insbesondere in Bagdad ist den fortschrittlichen Kräften der ganzen Welt, aber auch den Sowjetrevisionisten (SU,d.Vf.), die heute in Bagdad ein und ausgehen, wohl bekannt. Es war leider nicht möglich, die jahrzehntelange, revisionistische Parteipolitik innerhalb weniger Monate zu korrigieren, das Vertrauen der breiten Massen wieder zu gewinnen und das bürgerliche Regime Kassems zu beseitigen. Hinzu kommt, daß damals die Gefahr des Revisionismus nicht in dem Maße wie heute erkannt wurde.

Während die IKP infolge der Terrorwelle ihre besten Führer, wie Salam Adel und Jamal Al-Heidery und viele ihrer Kader verlor, konnte sich eine in Moskau lebende revisionistische Clique wieder in die Parteiführung einschleichen."

Vom Putsch gegen Kassem und der folgenden Tötung von Adel (1. Sekretär des ZK) und des Politbüromitglieds Al-Heidery berichtet auch die TTIA (vgl. Mai 1973) in ihrer Geschichte der IKP (vgl. 1956, 1964).
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7;
Alnasier Nr.5,o.O. Mai 1973


1964:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. Feb. 1963, Sept. 1967):"
In der weiteren Zeit bestimmten die Revisionisten das Parteigeschick und versuchten sogar schon 1964, ein Jahr nach dem Blutbad vom Februar 1963, die IKP aufzulösen und in die 'Sozialistische Arabische Union' des Aref-Regimes einzugliedern, dem Beispiel der ägyptischen und algerischen Parteien folgend."
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7;
Alnasier Nr.3,Berlin März 1972


September 1967:  Für die KPD (vgl. 10.4.1972) berichtet die El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa (TTI) aus dem Irak (vgl. 1964) über die IKP bzw. die Herausbildung der IKP/ZF:"
Im September 1967 konnten revolutionäre Kader von der Basis her das revisionistische Zentralkomitee endgültig entmachten und die gesamte Partei von rechten Elementen säubern. Selbstverständlich wurde diese revolutionäre Maßnahme vom alten ZK nicht anerkannt. Widerrechtlich und mit Unterstützung Moskaus (SU,d.Vf.) führt es den Namen der IKP und versucht verzweifelt, eine Front mit der Baath-Clique zu bilden, nachdem einige alte Revisionisten Ministersessel ohne Ministerialrecht erhalten haben."

Die TTIA (vgl. Mai 1973) berichtet auch von der IKP (vgl. 1959, Nov. 1967), dass bei einem Parteiaufstand im September 1967 die Führung gestürzt wurde. Die Mehrheit der professionellen Kader habe sich den Reformisten angeschlossen. Es bilden sich die IKP/Zentrale Führung (IKP/ZF) und die IKP/ZK heraus.
=Alnasier Sdr.Nr.,o.O. Mai 1973;
Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.7


November 1967:  Die TTIA (vgl. Mai 1973) berichtet von der IKP (vgl. Sept. 1967, Aug. 1969), dass im Parteikampf diesen Monat das ZK ausgeschlossen worden sei.
=Alnasier Sdr.Nr.,o.O. Mai 1973;

17.07.1968:  Die TTIA Irak (vgl. Okt. 1974) berichtet aus dem Irak (vgl. 11.3.1970), daß die Baath-Partei heute das Arefregime stürzt. Das Gefängnis Nugrat-Salman wird von der Baathpartei geschlossen.
=Alnasier Nr. 7, o.O. Okt. 1974

1969:  Die TTIA Irak (vgl. 30.4.1973) berichtet:"
So haben auch die Revisionisten im Irak 1969 durch Verrat und Denunziation 21 Genossen dem faschistischen Regime ausgeliefert."
=Komitee Hände weg von der KPD:Bulletin Nr.1,Köln o.J. (1973),S.12;
Rote Fahne Nr.19,Dortmund 9.5.1973,S.7


August 1969:  Die TTIA (vgl. Mai 1973) berichtet von der IKP (vgl. Nov. 1967), dass auf einer großen Versammlung die Führung der IKP/ZF gewählt worden sei.
=Alnasier Sdr.Nr.,o.O. Mai 1973;

11.03.1970:  Die TTIA Irak (vgl. Okt. 1974) berichtet aus dem Irak (vgl. 17.7.1968, 30.6.1973), daß die Baath-Partei heute ein Abkommen mit der irakischen Demokratischen Partei Kurdistans (DPK bzw. KDP) geschlossen habe.
=Alnasier Nr. 7, o.O. Okt. 1974

29.06.1970:  Die Nr.10 des 'KND' (vgl. 25.6.1970, 2.7.1970) erscheint.
Aus dem Nahen Osten wird über die neue 'Friedensoffensive' der USA berichtet, die gleichzeitig mit geheimen Verhandlungen über die Lieferung von Düsenjägern an Israel stattfinde. Sowohl Syrien, als auch der Irak und die al-Fatah hätten aber die amerikanischen Vorschläge durchschaut und abgelehnt.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.10,Bochum 29.6.1970

Juli 1970:  Die kurdische DPK Irak führt, laut TTIA (vgl. Mai 1973), ihren 8. Kongreß durch.
=Alnasier Sdr.Nr.,o.O. Mai 1973

20.07.1970:  Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche aus dem Nahen Osten, der ägyptische Ministerpräsident Nasser habe dem US-Friedensplan zugestimmt. Auch die SU hätte sich angeschlossen. Die syrische und die irakische Regierung hätten dagegen ihre Ablehnung des Vorschlages, der die Existenz Israels nicht antaste, bekundet.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.19,Bochum 29.7.1970

28.07.1970:  Die irakische Regierung ruft, laut KPD/ML-ZB, zur Bildung einer Einheitsfront gegen den US-Friedensplan für den Nahen Osten auf. In der irakischen Hauptstadt sollen tausende, wahrscheinlich am Sonntag, gegen die Zustimmung Nassers und Husseins zu dem Plan demonstriert haben. Die irakische Regierung habe auch ihre in Jordanien stationierten Truppen (ca. 10 000 Mann) unter das Kommando der PLO gestellt.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.20,Bochum 1.8.1970

03.08.1970:  Für diesen Tag war, laut KPD/ML-ZB, eine Konferenz der arabischen Außen- und Verteidigungsminister in der libyschen Hauptstadt Tripolis geplant, auf der über den US-Friedensplan diskutiert werden sollte. Dieser sei mittlerweile auch von Libyen angenommen worden, wo man auch sogleich begonnen habe die Ausstrahlung der PLO-Radiosendungen zu unterbinden. Die irakische Regierung halte allerdings ein Treffen mit den Unterzeichnern des US-Plans für sinnlos und nehme nicht teil. Auch Algerien habe die Teilnahme abgelehnt und Syrien sie nur erwogen um seine Ablehnung des Planes darzustellen. Zugesagt hatten ihre Teilnahme nur Ägypten, Jordanien, Libyen und der Sudan. Der Widerstand Iraks und Algeriens habe schließlich zur Verschiebung der Konferenz geführt.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.21 und 22,Bochum 5.8.1970 bzw. 8.8.1970

12.08.1970:  Die Nr.23 des 'KND' (vgl. 8.8.1970, 15.8.1970) erscheint.
Aus dem Nahen Osten wird mitgeteilt, daß die al-Fatah und die palästinensische Volksbefreiungsfront (PFLP), ebenso wie die anderen Organisationen, ihre Entschlossenheit zur Bekämpfung des US-Friedensplanes betont hätten und notfalls auch UNO-Truppen angreifen wollten. Der irakische Staatschef habe die Bildung eines arabisch-jüdischen Staates anstelle von Israel gefordert. Auch er halte einen Verhandlungsfrieden für unmöglich. Nasser habe erneut versucht die Palästinenser zu isolieren, in dem er sie als Schwärmer und Utopisten darstellte. Die SU habe die Palästinenser in der 'Nowoe Wremya' davor gewarnt, die Friedensbemühungen zu sabotieren, das sei eine offene Kampfansage der Sozialimperialisten.

Zwischen der SU und den USA hätten Beratungen stattgefunden, wie sie die UNO, noch besser als bisher, als Instrument zur Unterdrückung der Völker einsetzen könnten. Diese Zusammenarbeit von USA und SU zeige sich auch besonders im Nahen Osten.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.23,Bochum 12.8.1970

29.08.1970:  Die Nr.28 des 'KND' (vgl. 26.8.1970, 1.9.1970) erscheint.
In Jordanien habe die herrschende Feudalklasse, nach zwei vergeblichen Versuchen die Palästinenser unter Kontrolle zu bringen, nun erklären müssen, daß sie nichts gegen die Stationierung irakischer Truppen einzuwenden habe. Der Irak hatte seine dortigen 12 000 Soldaten dem Kommando der PLO unterstellt. Die jordanische Armee halte zwar immer noch einen Belagerungsgürtel um Amman, doch die Palästinenser seien momentan, zusammen mit den Irakern, so stark, daß die Jordanier sich nichts herausnehmen könnten. Nasser trete derweil den Rückzug an und habe erklärt, daß der palästinensische Widerstand mit allen Mittel geschützt werden müsse.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.28,Bochum 29.8.1970

14.09.1970:  In Jordanien findet Anfang der Woche, laut KPD/ML-ZB, ein Militärputsch statt, bei dem die bisherige zivile Regierung durch 6 Vertreter der Feudalklasse im Generalsrang ersetzt worden sei.
Vermutlich über das Ende dieser Woche heißt es von der KPD/ML-ZB:"
KAMPF DES PALÄSTINENSISCHEN VOLKES GEGEN DIE IMPERIALISTEN UND DIE ARABISCHEN REAKTIONÄRE ...
Die amerikanischen und englischen (britischen,d.Vf.) Imperialisten haben ihre Truppen im Mittelmeer in Alarm versetzt und weitere Verstärkungen herangebracht. Englische Luftlandeeinheiten auf Zypern stehen ständig bereit, und die USA haben zwei Hunschrauberträger und mehrere tausend Mann Marineinfanterie bereit. In einem Gespräch mit dem Herausgeber von Tageszeitungen hat der US-Präsident inoffiziell geäußert, im Fall einer Unterstützung des palästinensischen Volkes durch Syrien und den Irak werde er die Anwesenheit von US-Bürgern in Jordanien zum Vorwand für eine Intervention nehmen. Auch Israel hat Interventionsabsichten geäußert. Die SU hat Syrien und den Irak gewarnt, in die 'inneren Angelegenheiten' Jordaniens einzugreifen. USA und SU sind sich in ihren betreffs der palästinensischen Revolution durchaus einig.

Zu einer scharfen Differenz innerhalb der Baath-Partei ist es zwischen dem Irak, wo der rechte Flügel die Macht hat, und Syrien, wo der progressive Parteiflügel die Regierung stellt, gekommen. Während der Irak verbalradikal die Truppen in Jordanien dem Kommando der PLO unterstellte, in der entscheidenden Situation aber ruhig blieb, hat Syrien die Al-Saika, eine Organisation, die sich hauptsächlich aus in Syrien lebenden Flüchtlingen rekrutiert, zum Eingreifen ermächtigt. Das ist für die übrigen palästinensischen Organisationen, die kaum über schwere Artillerie und Panzer verfügen, eine wichtige Hilfe. Inzwischen ist es der Al-Saika gelungen, den Panzerangriff der Feudalclique gegen die nördlichen Regionen zu zerschlagen. Sie hat ihrerseits den Angriff auf Amman begonnen.

Die Ziele des palästinensischen Volkes, die das gemeinsame Oberkommando bei Beginn des Putsches formulierte, bestehen unverändert: Kampf bis zur vollständigen Niederlage des Feudalregimes. Errichtung einer Volksregierung, die fähig ist, die Situation des Volkes zu verbessern, und die die Grundlagen des politischen Kampfes gegen Israel und den Imperialismus legen kann."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.33/34 und 35,Bochum 19.9.1970 bzw. 23.9.1970,S.15f bzw. S.1f

25.09.1970:  Der 'KND' Nr.36 der KPD/ML-ZB (vgl. 23.9.1970, 30.9.1970) erscheint.
In Kairo hätten sich 6 arabische Staatschefs und 2 Ministerpräsidenten getroffen, angesichts ihrer Unfähigkeit das Problem zu lösen aber den Begriff eines Gipfeltreffens vermieden. Algerien habe die Teilnahme verweigert, da die anderen den Rogersplan nicht ablehnten und die PLO nicht unterstützten. Der PLO-Sender in Damaskus habe die Teilnehmer aufgefordert nach Hause zu fahren, da sie nicht mehr die Herrscher seien. Auch die Position der SU habe sich nun geklärt. Sie habe Syrien gezwungen seine Truppen zurückzuziehen. Dafür hätten sich, nach einer allerdings unbestätigten Meldung des PLO Senders, nun die irakischen Truppen dem Kommando der Fedayin unterstellt.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.36,Bochum 25.9.1970

09.10.1970:  Die 'RPK' Nr.85 (vgl. 2.10.1970, 16.10.1970) haben wir noch nicht ausgewertet.
Sie berichtet, laut TTIA (vgl. Mai 1973) aus dem Irak über die IKP/ZF.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.84 und 86,Berlin 2.10.1970 bzw. 16.10.1970;
Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973


15.10.1970:  An diesem Tag findet, laut KPD/AO, eine Beratung zwischen dem Ständigen Ausschuß der KPD/AO und der el-Tajmoi el-Thorie el-Iraki fi Europa-Almania (Irakische revolutionäre Gruppierung in Europa-Sektion BRD/Westberlin) (TTIA), die der Irakischen Kommunistischen Partei/Zentrale Führung (IKP/ZF) nahesteht, statt. Es wird gegenseitige Unterstützung und eine gemeinsame Resolution gegen die "Konterrevolution im Irak" beschlossen. Allerdings umfaßte die TTIA, nach Angaben eines ehemaligen Präsidenten (Jochen S.) der Liga gegen den Imperialismus (LgdI), im wesentlichen lediglich 3 Mitglieder, so daß die Unterstützung eventuell ein wenig einseitig gewesen sein dürfte, obwohl natürlich auch ein weiterer Gruppenname unter verschiedenen antiimperialistischen Flugblättern einen gewissen Eindruck macht.
=Rote Fahne Nr.12,Berlin Dez. 1970;
pers. Mitteilung Jochen Staadt,Berlin 1988;
Rote Presse Korrespondenz Nr.89,Berlin 1970,S.5


16.10.1970:  In der Nr.86 der 'RPK' (vgl. 9.10.1970, 23.10.1970) wird, laut TTIA Irak (vgl. Mai 1973), auch auf die Geschichte der IKP/ZF Irak eingegangen.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.86,Berlin 16.10.1970;
Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973


26.10.1970:  Die Nr.45 des 'KND' der KPD/ML-ZB (vgl. 24.10.1970, 31.10.1970) erscheint
Aus dem Nahen Osten wird über die Auseinandersetzungen in der syrischen Baath-Partei, die als Partei des progressiven Kleinbürgertums bezeichnet wird, berichtet. Ein Streit sei entbrannt zwischen der zivilen Fraktion, die für die Unterstützung der palästinensischen a-Saika-Gruppen und der palästinensischen Panzertruppen durch die syrische Armee eingetreten sei und einer militärischen Fraktion, die dies abgelehnt habe. Mittlerweile sei es der militärischen Fraktion gelungen ihre Gegner aus dem Offizierskorps herauszusäubern. Die Lager der a-Saika seien von syrischen Truppen umstellt worden, woraufhin ca. 1 800 Saika-Kämpfer in die befreiten Gebiete Nordjordaniens geflohen seien.

Auch im Irak sei es zu Parteikämpfen innerhalb der Baath-Partei gekommen, deren Hintergrund aber noch völlig unklar sei:"
Der Vizepräsident Luftmarschall Takriti wurde zum Rücktritt gezwungen. Er soll in Algerien um politisches Asyl nachgesucht haben. Die 12 000 Mann irakischer Truppen in Jordanien haben Befehl erhalten, sich in die Heimat zurückzuziehen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.45,Bochum 26.10.1970

November 1970:  In Berlin wird ein Solidaritätskomitee (SK) für die Unterstützung der arabischen Befreiungsbewegungen gegründet, welches später der KPD/AO nahesteht. In einer Grundsatzerklärung wird Unterstützung für die FPDLP Palästina, die KP Irak/Zentrale Führung (IKP/ZF) und die PFLOAG Oman und Dhofar bekundet.
=Rote Universitätszeitung Sdr.Nr.1,Braunschweig Juni 1972

18.11.1970:  Die Nr.51 des 'KND' der KPD/ML-ZB (vgl. 14.11.1970, 21.11.1970) erscheint´.
Über Jordanien (vgl. 8.11.1970) heißt es u.a.:"
In Amman wurde bekannt, daß die Truppen der Feudalklasse die Anweisung erhalten haben, die Hauptstadt erneut einzukreisen. Weiterhin soll die jordanische Feudalklasse die im Norden des Landes stationierten irakischen Truppen aufgefordert haben, sich dem Kommando der Feudalklasse zu unterstellen oder abzuziehen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.51,Bochum 18.11.1970

Dezember 1970:  Die Nr.11 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Nov. 1970, Jan. 1971) erscheint.
Im Artikel "Zwei Wege des westdeutschen Imperialismus" wird ausgeführt:" ...
Heute ist die Lage so, daß Westdeutschland und Frankreich ihr Erdöl hauptsächlich aus Algerien, Libyen, dem Irak und dem Iran beziehen. Dabei geht besonders für Westdeutschland ein erheblicher Teil über US-Gesellschaften oder mit US-Monopolen verbundene englische Gesellschaften."
=Roter Morgen Nr.11,Hamburg Dez. 1970

03.03.1971:  Vermutlich heute gibt die Berliner KPD/AO die Nr.15 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 1.2.1971, 24.3.1971) heraus und berichtet u.a. aus dem Irak.
=Rote Fahne Nr.15,Berlin März 1971

19.03.1971:  In Berlin erscheint die 'RPK' Nr.107 (vgl. 12.3.1971, 26.3.1971).
U.a. wird von der Irakischen Kommunistischen Partei / Zentrale Führung (IKP/ZF) berichtet.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.107,Berlin 19.3.1971

28.04.1971:  Die Irakische Kommunistische Partei / Zentrale Führung (IKP/ZF - vgl. 3.5.1971) führt heute, laut TTIA (vgl. März 1972), bewaffnete Kampfaktionen in Aldiwania durch.
=Alnasier Nr.3,Berlin März 1972

03.05.1971:  Die Irakische Kommunistische Partei / Zentrale Führung (IKP/ZF - vgl. 28.4.1971, 8.6.197) führt heute, laut TTIA (vgl. März 1972), bewaffnete Kampfaktionen in Kut durch.
=Alnasier Nr.3,Berlin März 1972

08.06.1971:  Die Irakische Kommunistische Partei / Zentrale Führung (IKP/ZF - vgl. 3.5.1971, 23.6.1971) führt heute, laut TTIA (vgl. März 1972), bewaffnete Kampfaktionen im Gebiet des mittleren Euphrat durch.
=Alnasier Nr.3,Berlin März 1972

14.06.1971:  Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
SU SCHLÄGT TRUPPENABZUG IM MITTELMEER VOR

Parallel zu dem Vorschlag über eine 'Abrüstungskonferenz' der fünf Atommächte hat die sowjetische Führungsspitze den US-Imperialisten vorgeschlagen, in die SALT-Verhandlungen auch die Verhandlungen über eine Reduzierung der Seestreitkräfte der beiden Staaten, vor allem im Mittelmeer, einzubeziehen. Der sowjetische Verteidigungsminister Marschall Gretschko hat dies bei einem Besuch auf den Schiffen der sowjetischen Flotte im Mittelmeer noch einmal erklärt. Die USA und die SU haben beide im Mittelmeer in den letzten Jahren riesige Flottenverbände zusammengezogen: Mindestens 37 Überwasserschiffe und über zehn Unterseeboote der sowjetischen Flotte befinden sich dauernd im Mittelmeer. Im Mittelmeer, im Roten Meer, im Arabischen Meer und am Persischen Golf haben sich die Sowjetführer ein Stützpunktsystem, das dem der US-Imperialisten nicht nachsteht, aufgebaut. Ankerrechte in Lataika (Syrien), Alexandrien (Ägypten), Hafenrechte in Hodieda (Jemen), Aden (Südjemen) und Berbera (Somalia), Ausbau von Marinebasen in Ras Banas in Ägypten, Port Sudan im Sudan, auf der südjemenitischen Insel Sokotra, sowie Umm Quasr im Irak -das ist die Bilanz der sowjetischen Bemühungen um den Ausbau ihrer Einflußsphäre im Mittelmeer und im Nahen Osten. Der Aufmarsch der beiden Flottenverbände und die dauernden Truppenverbände zeigen deutlich das Verlangen der beiden 'Supermächte', die Welt zu kontrollieren und die Länder der Welt in ihre Einflußsphären aufzuteilen. Denn bei der Truppenmassierung im Mittelmeer geht es nicht um die Sicherheit der beiden 'Supermächte' - beide Länder haben keinen Kilometer Grenze mit dem Mittelmeer gemeinsam.

Über die VERMINDERUNG dieser Flottenstreitkräfte wollen die sowjetischen Führer jetzt mit den USA reden. Sie wollen also NICHT mit den USA ÜBER DEN ABZUG aller Truppen aus dem Mittelmeer reden, die völlig unberechtigt dort sind. Sie wollen weiterhin ihre Truppen im Mittelmeer belassen, nur wollen sie sich mit den USA einigen, die Truppenstärke nicht noch weiter hochzuschrauben, da sie das zuviel kosten würde. So entlarvt sich auch hier das Abrüstungsgerede als reines Manöver, das die Völker, vor allem am Mittelmeer, für die die beiden Flotten eine ständige Bedrohung sind, beschwichtigen soll."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.48,Bochum 23.6.1971,S.4

23.06.1971:  Die Irakische Kommunistische Partei / Zentrale Führung (IKP/ZF - vgl. 8.6.1971, 14.7.1971) zündet heute, laut TTIA (vgl. März 1972), eine Bombe im Polizeirevier in Aldurien, sprengt Iljuschinflugzeuge auf dem Militärstützpunkt Al-habbania und sprengt Gleise bei Alkaziza.
=Alnasier Nr.3,Berlin März 1972

Juli 1971:  Vermutlich im Juli erscheint 'Al - Djabha - Die Front' Nr.12 (vgl. Mai 1971, 23.7.1971), die herausgegeben wird vom Sozialistischen Palästinakomitee (SPK) Heidelberg.
Berichtet wird u.a. über die der irakischen Baathpartei nahestehende PLO sowie die darin tätige, der syrischen Baathpartei nahestehende Al-Saika.
=Al-Djabha Die Front Nr.12,Heidelberg 1971

13.07.1971:  Die KPD/ML-ZB berichtet u.a. von heute (vgl. 18.7.1971):"
JORDANIEN: NEUE ANGRIFFE GEGEN PALÄSTINENSISCHE BEFREIUNGSORGANISATIONEN´...
Von den arabischen Regierungen, die die palästinensischen Organisationen mehrmals zur Hilfe aufgefordert hatten, hat keine eingegriffen."

Die KPD (vgl. 13.8.1971) berichtet:"
DAS PALAESTINENSISCHE VOLK GEGEN ZIONISMUS, IMPERIALISMUS UND ARABISCHE REAKTION ...
Die Ablehnung des Rogersplans war und ist der entscheidende Prüfstein für die Unterstützung des antiimperialistischen Kampfes der arabischen Völker.

Sofort nach seiner Veröffentlichung zu Beginn des Jahres 1970 verkündete die Regierung der Sowjetunion (SU - vgl. Jan. 1970,d.Vf.) ihre Zustimmung. Zugleich übte sie mit der Drohung auf Entzug der militärischen und wirtschaftlichen 'Hilfe' Druck auf die Regierungen solcher Länder wie Ägypten, Syrien und den Irak aus, und zwang diese, sich den Zielen des 'Rogersplans' zu beugen."
=Rote Fahne Nr.23,Berlin 13.8.1971,S.3;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.55,Bochum 21.7.1971,S.12f


14.07.1971:  Die Irakische Kommunistische Partei / Zentrale Führung (IKP/ZF - vgl. 23.6.1971) führt heute, laut TTIA (vgl. März 1972), bewaffnete Kampfaktionen im Sumpfgebiet Ghammuja durch.
=Alnasier Nr.3,Berlin März 1972

05.02.1972:  Die KPD (vgl. 11.2.1972) berichtet von ihrer heute und morgen angeblich in Berlin stattfindenden vierten Parteikonferenz (vgl. Nov. 1970), die sicherlich woanders und zu einem anderem Zeitpunkt stattfand u.a.:"
In der Berichtsperiode hat auch die Irakische Kommunistische Partei (Zentrale Führung (IKP/ZF,d.Vf.)) Fortschritte auf dem Wege der proletarischen Revolution gemacht."
=Rote Fahne Nr.36 Berlin 11.2.1972

März 1972:  Die TTIA (El-Tajmoi El-Thorie El Iraki Fi Europa-Al-Mania), d.h. die Irakische Revolutionäre Gruppierung in Europa - Sektion BRD/Westberlin, gibt die Nr.3 ihres Irak-Infos 'Alnasier' (vgl. **.**.197*, Mai 1973) heraus, welches bei der LgdI der KPD gedruckt wird und in Berlin erscheint.

Dargestellt wird u.a. die Geschichte der Irakischen KP (IKP) seit 1934 (vgl. 31.3.1934) und die Herausbildung der IKP/Zentrale Führung, die von der TTIA unterstützt wird im Kampf gegen die Revisionisten. Von der IKP/ZF wird u.a. über eine Reihe bewaffneter Aktionen berichtet (vgl. 28.4.1971, 14.7.1971).
=Alnasier Nr.3,Berlin März 1972

05.03.1972:  Ab 5.März hält sich Willy Brandt (SPD) im Iran auf.

Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 27.3.1972) berichtet:"
BLUTIGER TERROR IM IRAN FÜR BRD-KAPITAL ...
Die herrschende Clique im Iran sicherte den Verkauf von zehn Millionen Tonnen Rohöl zur Auffüllung der westdeutschen Ölreserven zu. Damit soll auch im Konkurrenzkampf mit den arabischen Staaten (Libyen, Irak) diesen ein Teil ihres Marktes genommen und sie in eine schlechte Verhandlungsposition gedrängt werden."
=Arbeiter-Zeitung Nr.3,Mannheim/Heidelberg Apr. 1972,S.11f

10.04.1972:  Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet:"
IRAK

Am 10.April dieses Jahres schloß die Regierung der Sowjetunion (SU,d.Vf.) mit dem reaktionären Baath-Regime von Bagdad (Irak) einen Vertrag, der nicht nur den Warenaustausch zwischen beiden Ländern steigern soll (dieser betrug 1968 125 Mio. DM, 1970 bereits 192 Mio. DM), sondern dieser Vertrag sichert den Sozialimperialisten der Sowjetregierung einen Flottenstützpunkt im Süden des Iraks und dem Regime von Bagdad verschafft er neben etwas Spielraum gegen die westlichen Ölmonopole Waffen gegen die aufständischen Bauern im Süden (...) und die um ihre Unabhängigkeit kämpfenden Kurden.

Mit verschiedenen innenpolitischen Manövern hatte die Baathregierung in jüngster Zeit versucht, die Volksmassen zu täuschen. So forderten sie lautstark und im Chor mit der Organisation der Erdölproduzierenden Länder (OPEC), 20 Prozent des Ölinvestitionskapitals, außerdem behaupteten sie, in neu erschlossenen Ölvorkommen hätte die nationale irakische Gesellschaft sich einen bestimmten Besitzanteil am Öl gesichert. Nichts ist davon wahr. Das Öl gehört weiterhin von der Quelle an den Ölkonzernen, die 20 Prozentforderung hatte keine Folgen, sie sollte nur die Massen täuschen.

Noch immer herrschen die britischen Ölmonopole relativ unumschränkt im Irak, sie bestimmten auch, daß die Baathclique in Bagdad leer ausging bei der Eroberung der Bahrein-Inseln im persischen Golf, und daß das Schahregime (Iran,d.Vf.) diese früher autonomen Scheichtümer einsteckte.

Im Irak brachen nach der Einnahme der reichen Erdölinseln (vgl. S6.**.197*,d.Vf.) Widersprüche zwischen den Handlangern der britischen Ölmonopole und des Sozialimperialismus auf. Diese Machtkämpfe führten zu Zugeständnissen an die Sowjetunion.

Der Versuch der Sowjetunion, seit geraumer Zeit im arabischen Raum in Konkurrenz zu den westlichen imperialistischen Mächten sich festen Zugang zu den Reichtümern dieser Länder zu verschaffen, vornehmlich dem Öl, führt dazu, daß die Regime der arabischen Länder für sich in diesem Geschäft größeren Spielraum erhandeln können als vorher. Innerhalb der Regierungen kommt es zu Widersprüchen zwischen den von den verschiedenen Imperialisten bestochenen Fraktionen der Bourgeoisie. Innerhalb dieser Konkurrenz haben die sowjetischen Sozialimperialisten einen Vorteil: über den Einfluß der revisionistischen kommunistischen Parteien unterstützen sie die reaktionären Regierungen und versuchen so, die Massen vom Kampf gegen den Imperialismus abzuhalten. Sie versuchten (in einigen arabischen Ländern mit Erfolg, ...), die kommunistischen Parteien und deren Massenorganisationen aufzulösen und die Mitglieder in die offiziellen Staatsparteien einzureihen.

Die Politik der sowjetischen Sozialimperialisten, ihre Konkurrenz zu den anderen imperialistischen Ländern hat zwei Zielsetzungen:

1. Stärkung der reaktionären Regime gegen die westlichen Imperialisten, um selber in diesen Ländern Einfluß zu gewinnen, um die Bourgeoisie an sich zu binden, um selber Bodenschätze und Arbeitskraft dieser Völker schrankenlos ausbeuten zu können.

2. Die Sozialimperialisten arbeiten mit den westlichen Imperialisten zusammen, wenn es darum geht, strategische Pläne gegen die Befreiungsversuche der arabischen Volksmassen zu schmieden. So unterstützten sie den 'Rogersplan' der US-Imperialisten, der sich gegen die arabischen Befreiungsbewegungen richtete, die am weitesten fortgeschritten waren, die der Palästinenser, der von Oman-Dhofar und gegen die Republik Südjemen.

Die soziale Demagogie der Sozialimperialisten und ihrer Parteien täuscht nicht mehr darüber hinweg, daß ihre Politik in allen Punkten (ebenso wie die Politik der anderen Imperialisten) gegen die Interessen der arabischen Volksmassen gerichtet ist. Diese Interessen sind:
- Verfügungsgewalt über den Ölreichtum
- Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie
- Befreiung der von Israel geraubten und besetzten arabischen Gebiete.

Die Antwort der fortschrittlichen und patriotischen Kräfte im Irak auf diesen neuen Schachzug der reaktionären Baathregierung und der Sozialimperialisten ist die Schaffung einer Allianz, in der unter Führung der Kommunistischen Partei des Irak/Zentrale Führung (IKP/ZF) verschiedene sozialdemokratische oder fortschrittliche kleinbürgerliche Parteien wie auch der ehemalige linke Flügel der Baathpartei organisiert sind. (Die revisionistische, im Moskauer Exil existierende Partei beteiligt sich natürlich nicht an dieser Allianz).

Diese Allianz, deren wichtigste Prinzipien der Kampf um eine demokratische Republik Irak und die Garantie der Autonomie Kurdistans sind, wir die Keimzelle einer nationalen Befreiungsfront sein.

Wir drucken daher einen Artikel, der sich mit der Geschichte des Irak und seiner kommunistischen Partei, die im übrigen die älteste kommunistische Partei Arabiens ist, befaßt.

Die Genossen der Organisation El-Tajmoi El-Thorie El-Iraki fi Europa haben uns folgenden Artikel geschrieben (Die TTI organisiert irakische Genossen und Sympathisanten der Irakischen Kommunistischen Partei-Zentrale Führung im Ausland.)"

Es folgt eine historische Darstellung (vgl. 31.3.1934, Sept. 1967) sowie die Schlußbemerkung:"
NACH MEHREREN VERHAFTUNGSWELLEN UND UNTER SCHWERSTEN ARBEITSBEDINGUNGEN KONNTE SICH DIE IKP/ZF WIEDER REORGANISIEREN UND DAS LAND MIT SEINEN ARMEN BAUERN STÄRKER IN DIE REVOLUTIONÄRE BEWEGUNG EINBEZIEHEN.

MEHR INFORMATIONEN ÜBER DEN KAMPF DES IRAKISCHEN VOLKES IN ALNASIER-'IRAK- INFO' (vgl. **.**.197*, **.**:197*,d.Vf.)."
=Rote Fahne Nr.42,Dortmund 3.5.1972,S.6f

20.05.1972:  In Saarbrücken beginnt ein zweitägiges Seminar der türkischen ATöF, an dem, laut KJVD der KPD/ML-ZB, 250 - 300 Türken, Griechen, Iraner, Iraker und Palästinenser teilnehmen.
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.5,Bochum Juni 1972

01.06.1972:  Die TTIA Irak (vgl. Mai 1973) berichtet von der Erdölkampagne der IKP/ZF (vgl. 12.6.1972), dass die IKP/ZF Anfang Juni ihr erstes Flugblatt unter dem Titel "Schützen wir die Verstaatlichung und leisten wir dem Faschismus Widerstand!" herausgab.
=Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973

12.06.1972:  Die TTIA Irak (vgl. Mai 1973) berichtet von der Erdölkampagne der IKP/ZF (vgl. 1.6.1972, Feb. 1973) vermutlich aus dieser Woche, dass die IKP/ZF knapp zwei Wochen später ihr zweites Flugblatt unter dem Titel "Nieder mit den faschistischen, imperialistischen Verschwörungen zur Umgehung der Verstaatlichung" herausgab.
=Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973

23.06.1972:  An einer Vietnamdemonstration in Berlin, mit, laut KPD, etwa 2 000 Teilnehmern beteiligen sich: KPD, LgdI, KSV, KPD/ML-ZB, KJVD, KSG/ML des KAB/ML, EKKE und ETA Griechenland, GUPS Palästina, Iraker und die Patriotische Einheitsfront (PEF) der Türkei.
=Rote Fahne Nr.49,Dortmund 28.6.1972

27.07.1972:  Laut KPD/ML-ZB hat sich in Berlin "auf Initiative der CISNU, einer Vereinigung Persischer Studenten in Westberlin, und der Initiativgruppe zur Unterstützung ausländischer Demokraten und Kommunisten ein Ausschuß zum Kampf gegen das reaktionäre Ausländergesetz gebildet. Diesem Ausschuß gehören demokratische und marxistisch-leninistische Organisationen aus Griechenland, der Türkei, dem Iran, Palästina und aus Westberlin an. Die KPD/ML und der KJVD haben sich ebenfalls aktiv an diesem Ausschuß beteiligt".

Der Ausschuß habe eine Plattform verabschiedet, "die eine positive Grundlage des Kampfes gegen das reaktionäre Ausländergesetz nicht nur in Westberlin, sondern auch in Westdeutschland sein soll".

Unter anderem heißt es in der Plattform, laut KPD/ML-ZB"
Nieder mit dem US-Imperialismus - Dem Hauptfeind aller Völker! Nieder mit dem westdeutschen Imperialismus! Tod dem Faschismus in der Türkei, in Griechenland, Spanien, Portugal, Persien und im Irak! Nieder mit dem Zionismus und der arabischen Reaktion! Es lebe die internationale Solidarität!"

Die KPD verbreitet folgende Version:"
Die Hauptforderungen, unter denen sich die unterzeichnenden Organisationen zusammengeschlossen haben, sind: ...
- TOD DEM FASCHISMUS IN DER TÜRKEI, IN GRIECHENLAND, IN SPANIEN, PORTUGAL, PERSIEN UND IM IRAK!
- NIEDER MIT DEM ZIONISMUS UND DER ARABISCHEN REAKTION!"

Das Berliner Komitee Kampf den reaktionären Ausländergesetzen wird entweder damit heute oder in den nächsten Tagen, auf jeden Fall aber vor dem 9.8.1972 gegründet. Ihm gehören, laut KPD und KPD/ML-ZB, u.a. an: TTIA Irak.
Die selben Gruppen geben auch sowohl eine Plattform als auch ein Flugblatt unter dem Titel "Kampf den reaktionären Ausländergesetzen" heraus.

Kritisiert bzw. erweitert oder diskutiert wird diese Plattform u.a. in:
- NRW durch das Koordinationskomitee zum Kampf gegen das reaktionäre Ausländergesetz und die politische Unterdrückung (vgl. Sept. 1972) und die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. Aug. 1972).
=Berliner Komitee Kampf den reaktionären Ausländergesetzen:Kampf den reaktionären Ausländergesetzen, Berlin o.J. (1972);
Berliner Komitee Kampf den reaktionären Ausländergesetzen:Plattform Kampf den reaktionären Ausländergesetzen, Berlin o.J. (1972);
Rote Fahne Nr.55,Dortmund 9.8.1972,S.2;
Rote Fahne Nr.16,Bochum 7.8.1972,S.7;
Klassenkampf und Programm Nr.1,Dortmund Dez. 1972,S.26, 37 und 40f


31.07.1972:  Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund verfassen vermutlich spätestens in dieser Woche zum Kampf gegen die Ausländergesetze die folgende 'Dortmunder Plattform':"
PLATTFORM FÜR DEN KAMPF GEGEN DAS AUSLÄNDERGESETZ UND DIE POLITISCHE UNTERDRÜCKUNG ...
TOD DEM FASCHISMUS IN DER TÜRKEI, IN GRIECHENLAND, SPANIEN, PORTUGAL, PERSIEN UND IM IRAK!

NIEDER MIT DEM ZIONISMUS UND DER ARABISCHEN REAKTION!"
=Klassenkampf und Programm Nr.1,Dortmund Dez. 1972,S.30ff;
N.N. (ML Dortmund):Plattform für den Kampf gegen das Ausländergesetz und die politische Unterdrückung,o.O. (Dortmund) o.J. (1972)


04.09.1972:  Vermutlich Anfang dieser Woche gibt in Dortmund das Vorbereitende Komitee Huckarde Kampf dem Ausländergesetz und der politischen Unterdrückung - Mitglied des Dortmunder Komitees 'Kampf dem reaktionären Ausländergesetz und der politischen Unterdrückung' das folgende Flugblatt heraus:"
AUFRUF ZUM KAMPF GEGEN DAS REAKTIONÄRE AUSLÄNDERGESETZ".

In einem Kasten erscheinen die Parolen:"
NIEDER MIT DEM WESTDEUTSCHEN IMPERIALISMUS!

TOD DEM FASCHISMUS IN DER TÜRKEI, GRIECHENLAND, SPANIEN, PERSIEN UND IM IRAK!

ES LEBE DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!

DEUTSCHE UND AUSLÄNDISCHE ARBEITER - EINE KAMPFFRONT!"
=Vorbereitendes Komitee Huckarde:Kampf dem Ausländergesetz und der politischen Unterdrückung:Aufruf zum Kampf gegen das reaktionäre Ausländergesetz,Dortmund o.J. (Sept. 1972)

04.09.1972:  In Dortmund erscheint vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt des Vorbereitenden Komitees Dortmunder Hochschulen Kampf dem Ausländergesetz und der politischen Unterdrückung, Mitglied des Dortmunder Komitees 'Kampf dem Ausländergesetz und der politischen Unterdrückung'"
AUFRUF ZUM KAMPF GEGEN DAS REAKTIONÄRE AUSLÄNDERGESETZ".
In einem Kasten stehen die Parolen:"
NIEDER MIT DEM WESTDEUTSCHEN IMPERIALISMUS!

TOD DEM FASCHISMUS IN DER TÜRKEI, GRIECHENLAND, SPANIEN, PERSIEN UND IM IRAK

ES LEBE DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT

DEUTSCHE UND AUSLÄNDISCHE ARBEITER UND STUDENTEN - EINE KAMPFFRONT!"
=Vorbereitendes Komitee Dortmunder Hochschulen Kampf dem Ausländergesetz und der politischen Unterdrückung:Aufruf zum Kampf gegen das reaktionäre Ausländergesetz,Dortmund o.J. (1972)

09.09.1972:  In Köln wird von vermutlich der KPD Nahestehenden der folgende Text verfaßt, der uns als siebenseitiger Spiritcarbonabzug vorliegt (vgl. 10.9.1972):"
PLATTFORM DES NATIONALEN KOMITEES KAMPF DEN REAKTIONÄREN AUSLÄNDERGESETZEN ...
TOD DEM FASCHISMUS IN DER TÜRKEI, IN GRIECHENLAND, SPANIEN, PORTUGAL, PERSIEN, IRAK UND IN ÄTHIOPIEN!

NIEDER MIT DEM ZUÖIONISMUS UND DER ARABISCHEN REAKTION!"
=N.N.:Plattform des Nationalen Komitee: Kampf den reaktionären Ausländergesetzen,Köln 9.9.1972

10.09.1972:  Das KPD-nahe Nationale Komitee "Kampf den reaktionären Ausländergesetzen" (vgl. 9.9.1972) wird gegründet. Es kann sich auf ein Komitee in Hamburg, ein regionales Komitee in NRW und einen Regionalausschuß in Berlin, der vermutlich aus Teilen des ursprünglichen Ausschuß entstand (vgl. 27.7.1972 - detaillierte Unterlagen zur Berliner Ausländergesetzkampagne lagern im APO-Archiv) stützen.

Die KPD/ML-ZB meint:" ...
- Obwohl selbst von den anwesenden ausländischen Organisationen lediglich drei: eine Absplitterung der Patriotischen Einheitsfront der Türkei, die griechische EKKE und die arabische Studentenorganisation TTIA (Irak,d.Vf.), welche nur kleine Teile der fortschrittlichen Kräfte ihrer Nationalitäten vertreten, überhaupt entscheidungsfähig und bereit waren, sofort ein nationales Komitee zu gründen, obwohl selbst die Mehrzahl der anwesenden ausländischen Gruppen dies nicht konnten oder wollten (die spanische F.R.A.P., die Griechischen Marxisten-Leninisten, der Vertreter der persischen (iranischen,d.Vf.) CISNU- Leitung und der Trikontinentale Studentenverein) - trotz dieser offenkundigen Tatsachen, peitschten die KPD-Führer die sofortige Gründung eines Komitees durch".
=Rote Fahne Nr.19,Bochum 18.9.1972,S.11;
Rote Fahne Nr.60,Dortmund 13.9.1972,S.2


17.12.1972:  In Köln findet eine Delegiertenkonferenz des KPD-gesteuerten Nationalen Komitees "Kampf den reaktionären Ausländergesetzen" statt. Vertreten sind auch aus dem Irak IKP/ZF und TTIA.
=Rote Fahne Nr.74/75,Dortmund 20.12.1972

14.01.1973:  Zentrale Vietnamdemonstration in Bonn (vgl. 7.1.1973, 20.1.1973).

Ca. 8 000 Teilnehmer marschieren, laut KPD, in dem Block von KPD, NVK, LgdI, KJV, KSV, KOV, der TTIA Irak und der Organisation afghanischer Studenten im Ausland.
=Rote Fahne Nr.2 und 3,Dortmund 10.1.1973 bzw. 17.1.1973

Februar 1973:  Die TTIA Irak (vgl. Mai 1973) berichtet von der Erdölkampagne der IKP/ZF (vgl. 12.6.1972, 1.3.1973), dass die IKP/ZF in der Ausgabe Februar 1973 ihres Organs 'Tariq Al-Shab' (Volksbewegung) erneut die Beibehaltung der Verstaatlichung gefordert habe.
=Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973

01.03.1973:  Die TTIA Irak (vgl. Mai 1973) berichtet von der Erdölkampagne der IKP/ZF (vgl. Feb. 1973), dass die IKP/ZF heute ihr drittes Flugblatt für die Beibehaltung der Verstaatlichung herausgegeben habe.
=Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973

03.03.1973:  In Berlin beteiligen sich, laut und mit KPD/ML-ZK, über 1 000 an einer Griechenlanddemonstration, neben Griechen u.a. auch Türken und Iraker. Laut KPD nehmen über 1 000 an der Demonstration vom Sophie Charlotte Platz zum Wittenbergplatz teil, an der sich neben griechischen, türkischen und irakischen Organisationen sowohl die KPD und ihre Massenorganisation sowie NVK und LgdI, als auch die KPD/ML-ZK beteiligen.
=Rote Fahne Nr.10,Dortmund 7.3.1973;
Roter Morgen Nr.11,Hamburg 24.3.1973


30.04.1973:  Die TTIA Irak verfaßt vermutlich in dieser Woche die folgende Solidaritätserklärung:"
SOLIDARITÄTSERKLÄRUNG DER TTIA (IRAKISCHE REVOLUTIONÄRE ORGANISATION IN EUROPA)

In den letzten Jahren hat die revolutionäre und kommunistische Bewegung in der ganzen Welt einen neuen Aufschwung genommen und den Imperialisten Niederlage auf Niederlage bereitet. Dies zwingt die Bourgeoisie, in der ganzen Welt Lügen und Verleumdungen zu verbreiten, um ihren Einfluß auf die Völker aufrechtzuerhalten. In der BRD und Westberlin geht in den letzten Wochen eine unglaubliche Hetzkampagne gegen die KPD und ihre Massenorganisationen durch die gesamte bürgerliche Presse. Die KPD hat in den letzten Jahren durch umfangreiche Unterstützung und Propagierung des Kampfes der unterdrückten Völker die Organisierung von Tausenden von Menschen im NATIONALEN VIETNAMKOMITEE (NVK,d.Vf.) und der LIGA GEGEN DEN IMPERIALISMUS (LgdI,d.Vf.) ihre aufrechte internationale Solidarität bewiesen.

Gleichzeitig hat die KPD immer mehr Erfolge bei der Organisierung des Kampfes der Arbeiterklasse und der anderen unterdrückten Schichten des Volkes gegen die imperialistische Politik der SPD-Regierung. Das ist der wahre Grund für diese Hetzkampagne. Die DKP/SEW-Revisionisten haben diese Pressehetze voll und ganz mitgemacht und der Bourgeoisie die besten Argumente geliefert. So haben auch die Revisionisten im Irak 1969 (vgl. 1969,d.Vf.) durch Verrat und Denunziation 21 Genossen dem faschistischen Regime ausgeliefert. Sie haben die Zusammenarbeit entwickelt und heute sitzen zwei revisionistische Minister im Kabinett des Faschisten El Bakr. Angesichts dieser weltweiten Zusammenarbeit der Revisionisten mit den reaktionärsten Kräften gegen die Kommunisten rufen wir alle fortschrittlichen Menschen und Organisationen in Deutschland auf, sich zusammenzuschließen gegen den gemeinsamen Feind, um den Versuch der Illegalisierung der KPD zurückzuschlagen. Die TTIA solidarisiert sich mit der KPD und allen Organisationen, die von den Verbotsdrohungen betroffen sind und versichert Euch, daß die Genossen der Irakischen Kommunistischen Partei, Zentrale Führung (IKP/ZF,d.Vf.) im Irak und den anderen arabischen Ländern und unsere Genossen in Europa fest auf Eurer Seite stehen.

- NIEDER MIT DEM KOMPLOTT DER REAKTIONÄRE UND REVISIONISTEN GEGEN DIE KPD UND ANDERE FORTSCHRITTLICHE ORGANISATIONEN!

- ES LEBE DER KAMPF DER DEUTSCHEN ARBEITERKLASSE UNTER FÜHRUNG IHRER PARTEI, DER KPD!

- HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!"

Veröffentlicht wird dieser Text u.a. durch die KPD (vgl. 9.5.1973) und durch das Komitee Hände weg von der KPD (vgl. 23.6.1973).
=Komitee Hände weg von der KPD:Bulletin Nr.1,Köln o.J. (1973),S.12;
Rote Fahne Nr.19,Dortmund 9.5.1973,S.7


Mai 1973:  Es erscheint eine Sondernummer Mai von 'Alnasier - Irak Info' (vgl. März 1972, Mai 1973), die kein Impressum trägt und - neben der Erwähnung der Projektgruppe Internationalismus Mainz - keine Herausgeber nennt. Vertreten aber werden die Positionen der Irakischen KP/Zentrale Führung (IKP/ZF), die in der 'BRD' und Berlin durch die TTIA (El-Tajmoj-el-thorie el-Iraki fi europa almania) vertreten und durch die KPD unterstützt werden.
Berichtet wird von der kurdischen DPK Irak (vgl. Juli 1970), von der IKP (vgl. 31.3.1934, 1949, 14.7.1958, 1959) bzw. der IKP/ZF (vgl. Sept. 1967, Nov. 1967, Aug. 1969).
=Alnasier Sdr.Nr.,o.O. Mai 1973

Mai 1973:  Es erscheint die Nummer 5 von 'Alnasier - Irak Info' (vgl. Mai 1973, Okt. 1974), vermutlich seitens der TTIA.
Berichtet wird von der Erdölkampagne der IKP/ZF (vgl. 1.6.1972, 1.3.1973) sowie von der Geschichte der IKP (vgl. 1945, 1964), die auch in der 'RPK' geschildert wurde (vgl. 9.10.1970, 16.10.1970).
=Alnasier Nr. 5, o.O. Mai 1973

Mai 1973:  Das Sekretariat des Projektbereichs Internationalismus (PBI) des VDS verfaßt spätestens im Mai den folgenden Text, wobei wir ca. jeden zweiten Satz korrigiert haben:"
STELLUNGNAHME DES SEKRETARIATS DES PROJEKTBEREICHS INTERNATIONALISMUS BEZÜGLICH DER ALLGEMEINEN SITUATION AM PERSISCHEN GOLF. ...
Dieses Gebiet hat ca. 40% der Erdölreserven der Welt. 100% des militärischen Nachschubbedarfs an Öl der USA in Fernostasien und 90% des Ölbedarfs der japanischen und 50% der westdeutschen Industrie wird durch diese Region versorgt. Deshalb ist eindeutig klar, daß eine Niederlage des Imperialismus in diesem Gebiet seine Existenz gefährdet. Aus diesem Grund soll es unsere Aufgabe sein, über die Fortschritte der Volksfront und die Entwicklung der antiimperialistischen Kräfte in den Randgebieten des Golfes wie in Dhofar, Oman, Iran, Irak, eine breit angelegte politische Aufklärungsarbeit zu leisten, und sie in den antiimperialistischen Kampf in der BRD einzubeziehen. ...

Die SU hat bisher keine eigene Ölkonsortien am Golf und versucht durch ihre Verbündeten wie Indien und Irak in diesem Gebiet Fuß zu fassen. Dies geht von ihrer expansiven Politik und der Erweiterung ihrer Einflußsphäre vom Indischen Ozean bis auf den persischen Golf aus. ...

Zur Zeit kann sich die SU noch größtenteils mit Erdöl selbst versorgen. Da aber die größten Reserven im Nahen Osten liegen und die hochindustrialisierten Länder, zu denen die SU immer mehr gehört, auf diese Energiequelle zunehmend angewiesen sind, ist das folgende Zitat eines sowjetischen Politikers nicht zum Erstaunen (Zit. nach der Kuweiter Zeitung Al Kai Amm, Ende März 1972): 'Obwohl das arabische Erdöl rein formal das Eigentum der Araber ist, ist es doch ein internationales Eigentum.'

Auch der Konflikt zwischen Irak und Kuweit, bei dem es um alte Grenzforderungen des Irak ging, dürfte ohne Waffenlieferungen und die sonstige politische Unterstützung der SU an den Irak kaum erklärlich sein."

Verbreitet wird dieser Text auch in:
- NRW durch den AStA der PH Dortmund (vgl. 21.5.1973).
=DOS Nr.20,Dortmund o.J. (1973),S.9ff

16.05.1973:  Vermutlich frühestens heute wird die die folgende Resolution verabschiedet, die u.a. durch die KPD (vgl. 23.5.1973) und das Komitee Hände weg von der KPD (vgl. 23.6.1973) veröffentlicht wird:"
AUS DER GEMEINSAMEN PROTESTRESOLUTION

...Die unterzeichnenden Organisationen betrachten die Verfolgungsmaßnahmen gegen die KPD, ihre Massenorganisationen, die Liga gegen den Imperialismus (LgdI,d.Vf.) und das Nationale Vietnamkomitee (NVK,d.Vf.) als weiteren verschärften Angriff auf die gesamte antiimperialistische Bewegung in der BRD und gegen die gemeinsame Kampffront deutscher und ausländischer Arbeiter zur Durchsetzung der volksfeindlichen Ziele des BRD-Imperialismus. Sie verurteilen den Polizeiterror gegen die KPD und erklären sich mit ihrem Kampf gegen die weitere Illegalisierung und Kriminalisierung solidarisch. Sie fordern die sofortige Freilassung von Jürgen Horlemann, Ulrich Kranzusch und allen anderen widerrechtlich inhaftierten politischen Gefangenen. Sie versichern, daß sie alles in ihren Kräften stehende tun werden, um gemeinsam mit den betroffenen Organisationen diese erneuten Angriffe des Staatsapparates zu vereiteln...

EKKE (Griechenland,d.Vf.)
TTIA (Irak,d.Vf.)
Äthiopischer Studentenverband (ÄSV,d.Vf.)
Revolutionäre der Türkei
Afghanische Studentenvereinigung (AfSV,d.Vf.)
CISNU (Iran,d.Vf.), Westberlin"

Nicht ganz klar ist, ob es sich bei den unterzeichnenden Organisationen jeweils um die zentrale Führung oder - wie bei der CISNU - um die Berliner Leitung handelt.
=Komitee Hände weg von der KPD:Bulletin Nr.1,Köln o.J. (1973),S.13;
Rote Fahne Nr.21,Dortmund 23.5.1973,S.8


30.06.1973:  Die TTIA Irak (vgl. Okt. 1974) berichtet aus dem Irak (vgl. 11.3.1970, Juli 1973), dass der Polizeichef Nathem Kzar heute einen Putschversuch unternimmt.
=Alnasier Nr. 7, o.O. Okt. 1974

Juli 1973:  Die TTIA Irak (vgl. Okt. 1974) berichtet aus dem Irak (vgl. 30.6.1973, Okt. 1973), dass die ZK-Fraktion der IKP der 'progressiven und nationalistischen Front' der Regierung beitritt.
=Alnasier Nr. 7, o.O. Okt. 1974

11.07.1973:  Die KPD gibt die Nr.28 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 4.7.1973, 18.7.1973) heraus. Berichtet wird u.a. aus dem Irak.
=Rote Fahne Nr.28,Dortmund 11.7.1973

31.07.1973:  In Berlin beteiligen sich, laut KPD, fast 1 000 Personen an einem Solidaritätsmeeting der LgdI mit den Befreiungsbewegungen im Nahen und Mittleren Osten. Anwesend sind u.a. Vertreter von EKKE Griechenland und TTIA Irak.
=Rote Fahne Nr.32,Dortmund 8.8.1973

Oktober 1973:  Die TTIA Irak (vgl. Okt. 1974) berichtet aus dem Irak (vgl. Juli 1973), dass die ZK-Fraktion der IKP Waffen vom Staat erhalte und den Kampf gegen die Peschmergas in Kurdistan aufgenommen habe.
=Alnasier Nr. 7, o.O. Okt. 1974

06.10.1973:  Für den KBW berichtet J.N.:"
DAS INTERESSE DER SUPERMÄCHTE IM NAHOST-KRIEG ...
Die Sowjetunion versucht vor allem die arabischen Republiken Ägypten, Syrien und den Irak von sich abhängig zu halten. In ihrem Konkurrenzkampf mit den USA nutzt die SU den Widerspruch zwischen den israelischen Aggressoren und den arabischen Völkern und Staaten aus, um die arabischen Republiken durch Waffenverkäufe und eine marktschreierische Propaganda an sich zu binden. Auch nutzt sie die Bestrebungen dieser Länder, ihre Wirtschaft von der Herrschaft der imperialistischen Monopole zu befreien, um sich an deren Stelle zu setzen. Sie ist der Feind jeder revolutionären Bewegung, die die wirkliche Unabhängigkeit der nahöstlichen Völker anstrebt. ...

So wird Persien bei Überfällen gegen den Irak und die Befreiungsbewegungen am Golf ebenso unterstützt wie Saudi-Arabien bei seiner Aggression gegen die Demokratische Volksrepublik Jemen und Israel bei seinen Angriffskriegen gegen seine Nachbarstaaten und das palästinensische Volk."
=Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.1f

13.10.1973:  Auf Initiative der KPD beginnt ein zweitägiges Treffen kommunistischer Parteien zu Fragen der Abrüstung, an dem sich die KP der Schweiz, die KEN/ML Niederlande, die AMADA Belgien, die EKKE Griechenland und die TTIA (wohl als Vertreterin der Irakischen KP/Zentrale Führung - IKP/ZF) beteiligen.
=Rote Fahne Nr.44,Dortmund 31.10.1973

11.12.1973:  Am 11. Dezember kommt es in West-Berlin zur ersten Demonstration gegen das drohende Verbot des KSV der KPD (vgl. 4.12.1973, 12.12.1973), an der sich bis zu 2 500 Menschen beteiligen.
Laut KPD beteiligen sich u.a. die TTIA Irak, die ATÖF Türkei, die CISNU Iran und die griechischen Organisationen EKKE, AASPE und der Verein griechischer Studenten und Akademiker.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.41/42/43,Dortmund 1973,S.2ff;
Rote Fahne Nr.50,Dortmund 12.12.1973


26.01.1974:  In Berlin besuchen, laut und mit KPD, über 2 000 die Vietnamveranstaltung zum Vietnamtag der KPD und ihrer Freunde mit W. Burchett, die bereits gestern vorbereitet wurde (vgl. 25.1.1974). Anwesend sind u.a. auch Vertreter der PRR Südvietnam, der DR Vietnam, von Vietnam Veterans Against the War (VVAW) / Wintersoldier USA, des dänischen Vietnamkomitees, des Nationalen Vietnam Komitees (NVK) der Niederlande, des Palästinakomitees der Niederlande, der PCI/ML Italien, der EKKE und des AASPE Griechenland, der Äthiopischen Studenten Union (ÄSU), der CISNU Iran, der TTIA Irak und der FRAP Spanien.
=Rote Fahne Nr.5,Dortmund 30.1.1974

25.02.1974:  In München führt die aus dem Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) hervorgegangene KPD-Sympathisantengruppe, nach eigenen Angaben, vermutlich in dieser Woche ein Fest im Rahmen der 'Rote Fahne' Kampagne mit 400 Besuchern, u.a. aus Irak durch.
=Rote Fahne Nr.10,Dortmund 6.3.1974

April 1974:  Das Komitee zur Unterstützung der kämpfenden Völker im nahen und mittleren Osten der LgdI der KPD gibt seine 'Al-Tahrir' Nr. 3 (vgl. Juni 1974) heraus. Berichtet wird u.a. aus dem Irak von der DPK Kurdistan und auch von der IKP/ZF, deren Aktivitäten ebenfalls nur aus Irakisch-Kurdistan geschildert werden.
=Al-Tahrir Nr.3,o.O. Apr. 1974

10.04.1974:  In der Nr.15 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.4.1974, 17.4.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit der TTIA Irak in Berlin.
=Rote Fahne Nr.15,Dortmund 10.4.1974

29.06.1974:  In Köln führt die KPD eine Großveranstaltung zum Abschluß ihres 1.Parteitages (vgl. 26.6.1974) mit 6 000 Personen durch.
Anwesend sind, laut KPD, Vertretungen u.a. der IKP/ZF Irak.
=Rote Fahne Nr.22, 26, 27 und 29,Dortmund 29.5.1974, 26.6.1974, 3.7.1974 bzw. 17.7.1974

Juli 1974:  Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt vermutlich im Juli die Broschüre "So wie es ist - bleibt es nicht! - Dokumentation zu den CISNU-Demonstrationsprozessen" anläßlich der verbotenen bundesweiten Demonstration in Köln (vgl. 1.12.1973) heraus, wobei uns unklar blieb, ob diese Broschüre bundesweit oder nur in NRW vertrieben wurde. U.a. heißt es:"
Iranische Truppen kämpften 1973 und 1974 (vgl. S9.**.1973, **.*.1974,d.Vf.) im Streit um Kuwait gegen den Irak. ...
Nicht allein, daß der Iran über eigene, riesige Erdölschätze verfügt, liegt er doch außerdem in einer Region, die insgesamt reich an Erdölvorkommen ist: Irak, Bahrein, Quatar, Kuweit Abu Dhabi, Saudi-Arabien, um nur die wichtigsten arabischen Länder und Scheichtümer am persischen Golf zu nennen."
=RH e.V.:So wie es ist - bleibt es nicht!,Dortmund o.J. (1974)

Oktober 1974:  Es erscheint die Nummer 7 von 'Alnasier - Irak Info' (vgl. Mai 1973), vermutlich seitens der TTIA.
Berichtet wird außer über die Kurdische Studenten Union im Irak u.a. auch aus der Geschichte des Irak (vgl. 1.7.7.1968, Okt. 1973).
=Alnasier Nr. 7, o.O. Okt. 1974

22.02.1975:  In Köln führt die LgdI der KPD, laut KPD, Kundgebungen vor Stützpunkten der SU wegen dem Irak durch. Konkret genannt werden die SU-Handelsmission und das Reisebüro am Friesenplatz. Redner ist u.a. B. Engel, Landtagskandidat der KPD in Köln-Nippes.
=Rote Fahne Nr.8,Köln 26.2.1975

01.10.1975:  Vermutlich zum heutigen Einberufungstermin erscheint das folgende Flugblatt des ZK des KJVD der KPD"
ARBEITER UND SOLDATEN - GEGEN DIE BEIDEN HAUPTKRIEGSTREIBER! ...
Überall, wo der gerechte Freiheitskampf der unterentwickelt gehaltenen Länder niedergemacht werden soll, wie in Chile, Pakistan, Irak, im Nahen Osten, haben die beiden Supermächte ihre blutigen Finger im Spiel."
=KJVD-ZK:Arbeiter und Soldaten - gegen die beiden Hauptkriegstreiber!,Köln o.J. (1975)

06.01.1976:  Die KPD gibt ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.1 (vgl. 23.12.1975, 13.1.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Beziehungen zwischen Irak und Israel.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.1,Köln 6.1.1976

11.05.1976:  Die KPD gibt die Nr.19 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD) (vgl. 4.5.1976, 18.5.1976) heraus.
Vom 1.Mai wird u.a. berichtet aus dem Irak.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.19,Köln 11.5.1976

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