Flugblätter der Sektion DDR der KPD/ML

Materialien zur Analyse von Opposition

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Auf dieser Seite wollen wir nach und nach einzelne Flugblätter der Sektion DDR der KPD/ML dokumentieren. Wir bitten um Ergänzungen.

Einzelflugblätter waren neben Flugblattserien und Zeitungen wie dem "Roten Morgen", dem "Roten Stachel" und dem "Roten Blitz" wichtige Publikationsformen der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML) in der DDR.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

1. Mai 1976:
Zum 1. Mai 1976 erscheint illegal ein Flugblatt der Sektion DDR der KPD/ML mit der Parole "Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!" und der Aufforderung, die "revolutionären Sender" von Radio Tirana zu hören.
Quelle: ZK der KPD/ML: 1968/69 bis 1978/79. 10 Jahre KPD/ML. 10 Jahre Kampf für ein vereintes, unabhängiges sozialistisches Deutschland, Dortmund 1979, S. 195.

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Flugblatt der Sektion DDR der KPD/ML zum 1. Mai (Ausriss aus: 10 Jahre KPD/ML, S. 195)

1977:
Vermutlich im Jahr 1977 erscheint ein Flugblatt (12 cm x 22 cm) der Sektion DDR der KPD/ML mit dem Titel: "Intensivierung - Was bedeutet das für uns Werktätige?" Es richtet sich gegen eine ungerechte Verteilung der Gewinne. Einen Teil bekäme der "große 'Bruder'", einen anderen die "Bonzen und Manager", die "neuen Kapitalisten"; die Werktätigen bekämen bestenfalls "ein paar magere Krümel".

Berichtet wird über "Streiks" bei Autotrans in Berlin und einer Schuhfabrik im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Das Flugblatt endet mit der Parole: "Vorwärts im Kampf für ein vereintes, unabhängiges sozialistisches Deutschland!".
Q: KPD/ML, Sektion DDR: Intensivierung - Was bedeutet das für uns Werktätige? (Flugblatt), o. O., o. J. (1977).

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09.10.1977:
Anlässlich einer Veranstaltung auf dem Alexanderplatz (Berlin) am 7. Oktober 1977 soll es zu "Massenverhaftungen" durch Polizei und Stasi gekommen sein. Dazu verbreitete die "Sektion DDR der KPD/ML" zwei Tage später ein Flugblatt, das mit den Parolen endete: "Schließen wir uns zusammen gegen die Sozialfaschisten und neuen Ausbeuter! Gemeinsam sind wir stark! Vorwärts im Kampf für ein vereintes, unabhängiges und sozialistisches Deutschland, in dem es keine brutale volksfeindliche Polizeimehr geben wird!". (Im April 1978, kurz nach den Gerichtsprozessen infolge der Verhaftungen, berichtete der RM darüber und veröffentliche den Text des damaligen Flugblattes.)
Quelle: KPD/ML: Roter Morgen, Ausgabe der Sektion DDR, Jg. 2, April 1978, S. 2.

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1978:
Vermutlich Anfang des Jahres 1978 erscheint von der Sektion DDR der KPD/Marxisten-Leninisten ein Flugblatt zur Einberufung mit dem Titel: "Soldat? Soldat, hör zu!"

Sie neuen Soldaten werden aufgefordert, sich von ihren Vorgesetzten nicht einschüchtern zu lassen und für ihre Rechte zu kämpfen. Die DDR von heute sei kein Arbeiter- und Bauernstaat, sondern ein kapitalistischer Staat wie die BRD. Er diene nur den "Bonzen, Neureichen und Privilegierten". Die NVA schütze, zusammen mit Polizei, Stasi usw., die neuen Kapitalisten und Bonzen vor dem Volk. Sie sei keine Volksarmee, sondern ein "Unterdrückungsinstrument der Bonzen".

Trotz Entspannungsphrasen wachse die Kriegsgefahr. Die USA und die SU seien imperialistische Kriegstreiber. Ein Krieg zwischen den beiden Supermächten sei ein Krieg zwischen zwei Räubern, sei ein "ungerechter Krieg". Die NVA würde dann für Moskaus Machtinteressen marschieren, die deutschen Arbeiter würden sich gegenseitig abschlachten. Aber das deutsche Volk habe genug vom Krieg. "Machen wir den Bonzen klar, daß wir ihren Krieg nicht mitmachen." Die NVA dürfe nicht gestärkt werden.

Die Parolen unter dem Flugblatt lauten:
- Nieder mit den imperialistischen Kriegstreibern in Ost und West!
- Amerikanische Besatzer raus aus Westdeutschland!
- Russische Besatzer raus aus der DDR!
- Für den Austritt der DDR aus dem Warschauer Pakt und der BRD aus der NATO!
Quelle: KPD/ML, Sektion DDR: Soldat? Soldat, hör zu! (Flugblatt), o. O., o. J. (Anfang 1978).

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1980:
In Rostock erscheint ein Flugblatt der KPD/ML mit der Überschrift: "Realität in unserer Stadt contra SED-Parolen vom 'Wohl des Volkes'". (Vermutlich stammt es aus der ersten Jahreshälfte 1980, da das darin erwähnte "Jugendtreffen DDR-Kuba" vom 20.-24.8.1980 in Rostock stattfand.) Abgedruckt wurde der Text des FB 1981 in der Juni-Nummer des RM.
Quelle: KPD/ML: Roter Morgen, Ausgabe der Sektion DDR, Nr. 2, Juni 1981, S. 3.

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Letzte Änderung: 19.12.2015