Frankreich: Uhrenfabrik Lip in Besançon

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 12.12.2013

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Die Besetzung der Uhrenfabrik Lip in Besançon durch die Arbeiter, die dann in Eigenverantwortung die Produktion fortführten, erregte nicht nur die Aufmerksamkeit der um die 'Befreiung' gruppierten Anarchisten und der dem Konzept der Arbeiterkontrolle anhängenden Trotzkisten, wie etwa in der Gruppe Internationaler Marxisten (GIM - ) und der Jungsozialisten, wie hier aus Dortmund (vgl. 23.8.1973) dokumentiert werden kann, sondern auch der verschiedenen ML-Gruppen, wobei dies beim KBW sogleich zu internen Auseinandersetzungen führt (vgl. 11.7.1973), die vermutlich im Zusammenhang mit der sogenannten 'Kommunistischen Fraktion im KBW' standen, die wesentlich aus der KPD/ML-Zentralbüro hervorgegangen war und sich später der KPD/ML anschloß. Neben dem, vor allem durch seine Ortsgruppe kontinuierlich berichtenden KBW berichten auch die KPD/ML und die KPD wiederholt, wobei von allen dreien vor allem die KP Frankreichs angegriffen wird.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Juli 1973:
Es erscheint die 'Befreiung' - anarchistische Zeitung (vgl. Juni 1973, Sept. 1973) mit dem Artikel "Uhren zum Selbstkostenpreis" - eine Zeitungsmeldung zu Lip, Besançon in Frankreich.
Quelle: Befreiung, Mülheim Juli 1973, S. 15

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11.07.1973:
Die Nr. 1 der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ), des Zentralorgans des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW), erscheint ab heute auf Juli datiert.

Eine Zusammenfassung der Kritiken aus den einzelnen Orten wird von einem Mitglied des Ständigen Ausschuß (StA) am 12.9.1973 für das ZK des KBW erstellt, in der es u.a. heißt:"
Trotzkismus-Verdacht: Zwei Genossen der Bremer Buchladen-Zelle bemängeln, daß die Ligue Communiste (LC des VS der Vierten Internationale, d.Vf.) als ein Flügel der kommunistischen Bewegung bezeichnet wurde. Sie fordern Richtigstellung. Wesentlich massiver kommt dieser Verdacht aus der AG Weser BZ (in Bremen, d.Vf.). Im Lip-Artikel werde die Arbeiterkontrolle propagiert. Außerdem habe das NRF sich vorher schon trotzkistischer Neigungen verdächtig gemacht."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 1, Mannheim Juli 1973; KBW-StA-1 Mitglied: Die Kritik an der KVZ Nr. 1, o.O. 12.9.1973, S. 14

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14.08.1973:
In Frankreich wird die besetzte Uhrenfabrik Lip in Besançon durch 3 000 Mann der Gendarmerie Mobile geräumt.
Q: Roter Morgen Nr. 35, Dortmund 8.9.1973, S. 4

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22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus.
Eingegangen wird u.a. auf Lip Besançon in Frankreich.
Q: Rote Fahne Nr. 34, Dortmund 22.8.1973

23.08.1973:
Der UB-Ausschuß Dortmund der Jusos der SPD (vgl. 26.11.1973) verabschiedet heute zu Lip Frankreich (vgl. 31.8.1973) die folgende:"
Solidaritätsadresse: An die Belegschaft der LIP-Uhrenwerke

Die Dortmunder Jungsozialisten solidarisieren sich mit der kämpfenden Belegschaft der LIP-Uhrenwerke.

Durch die Schließung der LIP-Uhrenwerke sollte wieder einmal eine durch einseitig profitorientierte Betriebsführung hervorgerufene Krise auf dem Rücken der Lohnabhängigen ausgetragen werden. Eure beispielgebende Bereitschaft, Euren Arbeitsplatz zu verteidigen, wurde mit einer systemtypischen Reaktion beantwortet: Die Staatsmacht nahm einseitig Partei für die Interessen des europäischen Großkapitals, was sich besonders deutlich in dem massiven Einsatz bewaffneter Truppen zeigte. Euer Versuch, die starren Herrschaftsstrukturen der kapitalistischen Betriebsorganisation zu durchbrechen, hat Signalwirkung für die Arbeiterschaft Westeuropas in den sich zuspitzenden Klassenkämpfen."
Q: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos: Juso Information Nr. 4, Dortmund 1973, S. 17

29.08.1973:
Der KBW Ortsgruppe Göttingen gibt den 'Metallarbeiter' Nr. 10 (vgl. 26.7.1973, 11.9.1973) heraus mit dem Artikel "Lip / Besançon. Arbeiter halten seit zwei Monaten Fabrik in der Hand".
Q: Der Metallarbeiter Nr. 10, Göttingen 29.8.1973, S. 3f

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31.08.1973:
An den UB-Ausschuß Dortmund der Jusos der SPD (vgl. 26.11.1973) richtet sich heute von LIP Frankreich (vgl. 23.8.1973) das folgende:"
ANTWORTSCHREIBEN (ÜBERSETZUNG)
Besançon, den 31.8.1973

Liebe Freunde,
wir bedanken uns sehr herzlich für Eure moralische Unterstützung, die uns tief berührt in dieser Zeit des Kampfes, den wir führen.

Solche Bekundungen zeigen uns, daß wir in unserem Kampf nicht allein sind und daß Ihr zu allen jenen Arbeitern gehört, die mit uns kämpfen für eine ehrenvolle und nicht für eine unwahre Gerechtigkeit, wie manche Regierungsvertreter sie uns beweisen.

Nochmals vielen Dank, liebe Freunde, und herzliche Grüße
Die Arbeiter von LIP"
Q: SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos: Juso Information Nr. 4, Dortmund 1973, S. 17

September 1973:
Die Branchenzelle Bergbau der Ortsaufbaugruppe Dortmund des KBW (vgl. 15.10.1973) berichtet vermutlich aus dem September:"
LIP-ARBEITER KÄMPFEN WEITER

Die Arbeitnehmer der französischen Uhrenfabrik Lip haben in Besançon beschlossen, den Arbeitskampf fortzusetzen. In einer Abstimmung sprachen sich rund 800 der insgesamt 1148 Arbeiter für die Fortsetzung des Streiks aus, nur 174 stimmten für die Wiederaufnahme der Arbeit.

Die Belegschaft hatte darüber zu entscheiden, ob die Verhandlungen auf der Grundlage der ursprünglichen Forderung nach der Erhaltung der Arbeitsplätze aller Beschäftigten weitergeführt werden sollen, oder ob der Sanierungsplan des Regierungsbeauftragten Henry Giraud angenommen wird, der die Entlassung von 159 Betriebsangehörigen vorsieht."
Q: Roter Kumpel: 50 Arbeitsunfälle pro Schicht, Dortmund o.J. (1973)

September 1973:
Es erscheint die 'Befreiung' - anarchistische Zeitung (vgl. Juli 1973, 22.10.1973) mit dem Artikel "Lip" zur Fabrikbesetzung in Besançon, Frankreich.
Q: Befreiung, Mülheim Sept. 1973, S. 11ff

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03.09.1973:
Die Rote Fahne Organisation (RFO) Saarland gibt bei Röchling Völklingen vermutlich in dieser Woche ihre 'Rote Fahne' (vgl. 9.7.1973, 13.10.1973) heraus, in der vom Streik bei Lip Frankreich berichtet wird.
Q: Rote Fahne - Röchling, Völklingen Sept. 1973, S. 5f

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07.09.1973:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Bremen gibt frühestens Ende dieser Woche seine 'Kämpfende Jugend' Nr. 8/9 (vgl. 29.6.1973, Okt. 1973) für August / September heraus mit dem Artikel "Besançon / Frankreich - Uhrenkonzern Lip: Arbeiter nehmen Fabrik in die Hand".
Q: Kämpfende Jugend Nr. 8/9, Bremen Aug. / Sept. 1973, S. 5

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10.09.1973:
Die Kommunistische Gruppe Hamburg (KGH) des KBW gibt ihre 'Hamburger Arbeiterzeitung' (HAZ) Nr. 5 (vgl. 26.7.1973) heraus mit dem Artikel "Der Kampf der LIP-Arbeiter" in Frankreich.
Q: Hamburger Arbeiterzeitung Nr. 5, Hamburg 10.9.1973, S. 13 und 16

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12.09.1973:
Der KBW gibt die Nr. 2 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ vgl. 11.7.1973, 26.9.1973) heraus und berichtet aus Frankreich von Lip Besançon.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 2, Mannheim 12.9.1973, S. 15

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24.09.1973:
Bei Stahlbetrieben in Bochum, Dortmund und Hagen gibt die GIM die Nr. 7 der bisher für Hoesch Dortmund erschienenen 'Solidarität' (vgl. 2.7.1973, 22.10.1973) heraus. Der Artikel "Lip - Arbeiter übernehmen die Produktion" berichtet, daß im Juli und August in Frankreich die Arbeiter "die Uhrenfabrik Lip in Besançon besetzt hielten". Weiter wird ausgeführt:"
Durch eigenständige Weiterproduktion zeigten sie, daß eine Fabrik ohne Unternehmer und Antreiber funktionieren kann. Weiter zeigten die Lip-Arbeiter, wie man Konkurse verhindern kann, Geschäftsmanipulationen, die auch die deutschen Arbeiter immer wieder treffen (Baufirma Kun). Anfang Juni wurde der Lip-Belegschaft mitgeteilt, daß ihnen ein Teil des Junigehaltes und die Juliferien nicht bezahlt werden sollten -Zahlungsunfähigkeit! Vorher war noch schnell Geld von den Betriebskonten verschwunden. Vom Standpunkt der Schweizer Uhrenfirma, die die Lip-Geschäftsleitung kontrolliert, war es eben unerträglich, sich einen französischen Konkurrenten zu 'halten'. Doch die Arbeiter besetzten daraufhin die Fabrik: Die Unternehmer brauchen uns, wir brauchen sie nicht!60 000 Uhren werden aus dem Werk geschafft und verkauft, um die Löhne weiter auszahlen zu können. Um ihre Selbstverwaltung zu schützen, versteckten sie Betriebsunterlagen und Maschinen. Mit den, in der Fabrik verbleibenden Maschinen wurde dann die Uhrenproduktion wieder aufgenommen. Obwohl die Besetzung von Lip in ganz Frankreich Sympathie fand, ging die Regierung mit brutaler Gewalt vor: 3 000 (!!) Mann der Armee (!!) überfielen Lip. Eine für den Kapitalismus gefährliche Situation entstand. Der Funke von Lip hätte auch auf andere Fabriken übergreifen können. Da mußte der Staat sich eben auf die Seite des Kapitals schlagen, denn wo kämen wir denn hin, wenn…

Wie könnte nun die Zukunft von Lip aussehen?

Die Regierung macht sich diesbezüglich keine Gedanken, sie hat ja schon Soldaten nach Lip geschickt. Die sozialdemokratische Opposition forderte entweder eine Arbeitergenossenschaft, die Arbeiter sollen also ihre Ausbeutung selbst organisieren, oder die Übergabe der, vom Staat sanierten Firma an Privatleute, welch ein königliches Geschenk! Nur ein verstaatlichter Betrieb, unter der wirksamen Kontrolle der Lip-Arbeiter, wäre für die Arbeiter eine annehmbare Möglichkeit. Doch dies wäre ein, für die Bourgeoisie gefährliches Beispiel - zur Nachahmung empfohlen. Der Kampf um Lip geht weiter! Solidarität mit den Lip-Arbeitern!"
Q: Solidarität Nr. 7, Dortmund 24.9.1973

26.09.1973:
In der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr.3 (vgl. 12.9.1973, 10.10.1973) berichtet der KBW auch aus Frankreich von Lip.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 3, Mannheim 26.9.1973, S. 16

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29.09.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 38 (vgl. 22.9.1973, 6.10.1973) heraus. In "'…von nun an gehört die Initiative der Arbeiterklasse'" wird aus Frankreich berichtet von Lip Besançon.
Q: Roter Morgen Nr. 38, Dortmund 29.9.1973, S. 4

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29.09.1973:
Für den KBW berichtet D.T. aus Frankreich von Lip Besançon (vgl. 13.10.1973):"
Am 29. September waren 100 000 Menschen nach Besançon gekommen und hatten sich an der Solidaritätsdemonstration mit den LIP-Kollegen beteiligt. Das zeigt das große Interesse, das die französische Arbeiterklasse und die übrigen Werktätigen an einem Erfolg der LIP-Kollegen haben. Sie erklärten auf ihren Transparenten: 'LIP wird siegen - sonst kommen wir wieder.'"
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 4 und 5, Mannheim 10.10.1973 bzw. 24.10.1973, S. 16 bzw. S. 15

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Oktober 1973:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Bremen gibt seine 'Kämpfende Jugend' Nr. 10 (vgl. 7.9.1973, Dez. 1973) heraus mit dem Artikel "Frankreich. Lip / Besançon: Der Kampf geht weiter".
Q: Kämpfende Jugend Nr. 10, Bremen Okt. 1973, S. 5

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10.10.1973:
Der KBW gibt seine KVZ Nr. 4 (vgl. 26.9.1973, 24.10.1973) heraus. Es erscheinen Leserbriefe:"
'Der Artikel (über den Kampf der LIP-Arbeiter in KVZ Nr. 2) macht gut klar, daß die Übernahme der Fabrik durch die Arbeiter eine bestimmte Kampfmaßnahme ist. Er hätte sich aber noch ausdrücklicher mit dem Problem beschäftigen müssen, warum LIP nichts mit 'Genossenschafts-Konzepten' zu tun hat und warum diese Konzepte falsch sind. So etwas ist immerhin noch in vielen Köpfen verbreitet, wie die Beispiele Voigtländer Braunschweig und Süßmuth-Glashütte (in Immenhausen, d. Vf.) zeigen.' (Ortsgruppe Göttingen, Hochschulzelle)"
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 4, Mannheim 10.10.1973

13.10.1973:
Für den KBW berichtet D.T. aus Frankreich von Lip Besançon u.a. von heute (vgl. 29.9.1973):"
LIP/Besançon
VERHANDLUNGEN GESCHEITERT

Die französische Regierung hat die Verhandlungen für die Wiederaufnahme der Arbeit bei dem französischen Uhrenkonzern LIP scheitern lassen. Der Unterhändler der französischen Regierung, der Unternehmer Giraud, ist von seinem Mandat zurückgetreten. (Giraud besitzt verschiedene Betriebe und will neben dem Schweizer Uhrenkonzern Ebauches Teilhaber einer neuzugründenden Gesellschaft LIP werden.) Der französische Ministerpräsident Messmer erklärte, damit habe sich die Angelegenheit LIP erledigt und der Industrieminister Charbonnel sagte: 'Ich sehe nicht, welche Worte der Hoffnung ich geben kann.'

Am Freitag, dem 13.Oktober, hatte die Mehrheit der LIP-Kollegen noch einmal ihre ursprünglichen Forderungen bekräftigt: 'Keine Entlassungen, Garantie der erreichten Sozialleistungen.' 624 Kollegen sprachen sich für das Festhalten dieser Forderungen aus, während 174 für die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit entsprechend den Vorschlägen des staatlichen Unterhändlers Giraud waren. Giraud hatte sich einverstanden erklärt, die Fabrik wieder zu öffnen, wenn die Belegschaft der Entlassung von 159 Kollegen zustimmen würde. Nachdem etwa 250 Kollegen sich bei den staatlichen Behörden als arbeitslos gemeldet und den Kampf für die Wiedereinstellung bei LIP aufgegeben haben, außerdem etwa 60 Kollegen aus dem Arbeitsprozeß ausscheiden und Rentner werden sollen, hat der Unterhändler Giraud sich bereiterklärt, bis auf 159 Kollegen alle anderen weiter zu beschäftigen. Ursprünglich hatte er gefordert, daß knapp die Hälfte der Belegschaft entlassen werden müßte.

Nicht geklärt waren außerdem in diesem Vorschlage die Frage der Grantie der erreichten Sozialleistungen sowie die Wahrung des Lebensniveaus der 60 Frührentner.

Die Gewerkschaft CFDT, die über den größten Einfluß bei LIP verfügt, hatte die Ablehnung dieses Vorschlags empfohlen und war für das Festhalten der ursprünglichen Forderungen eingetreten. Die Gewerkschaft CGT war für die Wiederaufnahme der Arbeit eingetreten, wobei die Bedingungen noch genauer geklärt werden müßten.

DIE TAKTIK DER CFDT- UND CGT-FÜHRUNGEN

Nach der Abstimmung haben die Gewerkschaften angekündigt, im Sinne des Ergebnisses weiterzumachen. Angesichts der Erklärungen der Regierung und des Rücktritts des staatlichen Unterhändlers Giraud sieht das aber nicht so aus, daß jetzt der breite Kampf der französischen Werktätigen entwickelt wird. Auf dem Boden des Kampfes für die eigenen Interessen kann der besondere Kampf der LIP-Arbeiter am stärksten unterstützt werden. Obgleich große Teile der französischen Arbeiterklasse kampfbereit sind und zum Beispiel die Beschäftigten der Eisenbahn in einer breiten Streikaktion ihrer Forderung nach Erhalt ihres Lebensniveaus angesichts der ständigen Preissteigerungen Nachdruck verliehen haben, suchen die Gewerkschaftsführer jetzt erneut den Weg der Verhandlungen mit der Regierung. Das haben die Vorsitzenden der CFDT und der CGT nach der Abstimmung der LIP-Kollegen erklärt. … (vgl. 29.9.1973, d.Vf.)

Die französischen Arbeiter und die übrigen Werktätigen wissen, daß man kämpfen muß, wenn man siegen will. Die Gewerkschaftsführer der CFDT und der CGT verspielen den Sieg, wenn sie jetzt erneut verhandeln ohne sich auf einen breiten Kampf der Arbeiter zu stützen. Die französische Regierung wird Zugeständnisse in Worten machen aber nicht in Taten. Zur Änderung ihrer Haltung wird sie nur bereit sein unter dem tatsächlichen Druck des Kampfes der französischen Arbeiterklasse und der übrigen Werktätigen."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 5, Mannheim 24.10.1973, S. 15

17.10.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 42 (vgl. 10.10.1973, 24.10.1973) heraus. Eingegangen wird auf Lip in Frankreich.
Q: Rote Fahne Nr. 42, Dortmund 17.10.1973

17.10.1973:
Die Roten Zellen Kiel (RZK) geben die Nr. 5 (vgl. 9.7.1973, Nov. 1973) ihrer 'Kommunistischen Studentenzeitung' heraus. Berichtet wird aus Besançon über "Die streikenden LIP-Arbeiter".
Q: Kommunistische Studentenzeitung Nr. 5, Kiel 17.10.1973, S. 11

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22.10.1973:
Vermutlich in dieser Woche erscheint die 'Befreiung' - anarchistische Zeitung (vgl. Sept. 1973, Dez. 1973) für Oktober / November mit dem Artikel "Lip" zur Fabrikbesetzung in Besançon, Frankreich.
Q: Befreiung, Mülheim Okt. / Nov. 1973, S. 9

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November 1973:
Die Rote Schülerfront (RSF) der ABG gibt die Nr. 8 ihrer Münchner Schülerzeitung 'Roter Weg' für November (vgl. Juli 1973, 26.11.1973) heraus. Berichtet wird aus Frankreich von Lip.
Q: Roter Weg Ausgabe München Nr. 8, München Nov. 1973, S. 25

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28.11.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 48 (vgl. 20.11.1973, 5.12.1973) heraus.
Berichtet wird über Lip.
Q: Rote Fahne Nr. 48, Dortmund 28.11.1973

Dezember 1973:
Es erscheint die 'Befreiung' - anarchistische Zeitung (vgl. 21.10.1973, 21.1.1974) mit dem Artikel "Lip!" zur Fabrikbesetzung in Besançon, Frankreich.
Q: Befreiung, Köln Dez. 1973, S. 6

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März 1974:
Der SDS Hannover gibt erstmals sein 'Info' heraus mit den Artikeln "Der Kampf der Lip-Arbeiter" in Besançon, Frankreich; sowie "Zu einer Diskussion mit Lip-Arbeitern in Hannover" auf der auch der KBW auftrat.
Q: SDS Hannover: Info Nr. 1, Hannover März 1974, S. 38ff

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