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Luxemburg

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 10.11.2007

Das an der FU Berlin aus Luxemburg vor allem vom KB Luxemburg, aber auch von der Sektion des Vereinigten Sekretariats der Vierten Internationale teils auf Französisch oft aber auch auf Letzeburgerisch vorliegende Material konnte bisher nicht ausgewertet werden. So tritt hier aus Luxemburg vor allem die Spartacustendenz auf, die aber vermutlich im Lande selbst nur eine eher kleinere Rolle spielte bzw. sich eventuell später dem Vereinigten Sekretariat der Vierten internationale anschloss.

D'Rod Wullmaus _ Organ des KJB, Februar 1974
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Aus der Luxemburger Geschichte werden hier nur wenige Details erschlossen, wie die Gründung der Studentenvereinigung (vgl. 1912) und indirekt die Teilnahme am Benelux-Pakt (vgl. 1.6.1948) sowie die Mitgliedschaft in der EWG (vgl. Dez. 1969).

Innerhalb der Luxemburgischen Studentenvereinigung (ASSOS) ist die Spartacusgruppe Luxemburg offenbar stark vertreten (vgl. 27.12.1969, 8.1.1970), widmet sich auch der Gewerkschaftsarbeit (vgl. 22.3.1970). Die ASSOS scheinen dabei nicht etwa nur an der Ruhruni Bochum und anderen bundesdeutschen Hochschulen vertreten bzw. gar spartacistisch inspiriert, sondern auch in Frankreich (vgl. 9.4.1970, 16.5.1970).

Die KPD/ML-ZB verfügt offenbar über keine Freunde in Luxemburg, über die Etwas zu berichten wäre, enthüllt dafür aber die Funktion Luxemburgs als Finanzhandelsplatz (vgl. 24.10.1970), wobei Luxemburg damals finanzpolitisch der Bundesrepublik Deutschland untergeordnet gewesen zu sein scheint (vgl. 8.5.1971, 25.8.1971), gar offenbar von den Konferenzen der wichtigsten Länder ausgeschlossen (vgl. 22.9.1971). Ob deswegen dann die letztlich erfolgreichen Rachepläne gegen Deutschland vermittels RTL entwickelt wurden, kann hier derzeit nicht belegt werden.

Die lambertistischen Trotzkisten scheinen zwar ebenfalls Freunde in Luxemburg zu haben, die aber noch über keinen eigenen Namen zu verfügen scheinen (vgl. 3.7.1971). Eher belanglos bis beliebig bleiben die folgenden Einträge dieser wie immer überaus unvollständigen Darstellung, die sich Luxemburgs als rein geographischer Größe bemächtigen (vgl. Dez. 1971) bzw. von der Verquickung des internationalen Kapitals berichten (vgl. Juli 1972), obwohl Luxemburg teilweise nicht einmal separat aufgeführt wird (vgl. Juli 1972).

Der Rest dieser Darstellung wird nun nicht mehr von Trotzkisten oder Finanzmaßnahmen bestritten, sondern zunächst von einer neuen bundesdeutschen Studentenvereinigung (vgl. 9.1.1973) und dann gleich zwei ML-Formationen, die der KPD befreundet (vgl. 29.5.1973, 20.6.1973) bzw. dem KBW (vgl. 8.6.1973), während in Stuttgart ein weiterer prochinesischer Luxemburger Freundeskreis auftaucht (vgl. 23.6.1973).

Aus der nicht ganz unwichtigen Luxemburger Industrie, ist dies doch die Heimat des auch aus dem Saarland und Köln bekannten ARBED-Konzerns, berichtet hier zuerst der KBW (vgl. Juli 1973), dessen Vertreter zusammen mit ihren Luxemburger Freunden nach China fahren (vgl. 15.9.1973), in der Bundesrepublik vom luxemburgischen Generalstreik künden (vgl. 9.10.1973). Später scheint der KB Luxemburg eher der KPD nahe zu stehen (vgl. 11.6.1975), während abschließend dank der DKP auch von der KP Luxemburgs wiederholt etwas kundgetan werden kann (vgl. 6.11.1976, Jan. 1977, Okt. 1977), ist die Stahlindustrie doch international (vgl. Sept. 1978).


Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

1912:
In Luxemburg wird die Association Generale des Etudiants Luxembourgeois (ASSOS) gegründet (vgl. 27.12.1969).
=RCL:Internal Bulletin Nr.6,o.O. Feb. 1971,S.*

01.06.1948:
Der Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK) Braunschweig der KPD (vgl. 6.1.1974) berichtet:"
Den Grundstein, die Legalisierung des reaktionären Machtmonopols legte die deutsche Bourgeoisie sich mit dem Grundgesetz 1949 (GG - vgl. 23.5.1949,d.Vf.). Denn der Parlamentarische Rat wurde einberufen, nicht um der Demokratie in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen und den gesetzlichen Rahmen zu schaffen, in dem die Volksmassen nach zwölf Jahren faschistischer Diktatur und drei Jahren Besatzungsregiment ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen konnten. Er wurde auf Geheiß der von den USA, Großbritannien, Frankreich und den Beneluxstaaten ausgegebenen 'Londoner Empfehlungen' vom 1.6.1948, um einen westdeutschen Separatstaat ins Leben zu rufen, der die imperialistische Herrschaft in Westdeutschland garantieren sollte."
=Initiative Braunschweig für freie politische Betätigung:Diskussionspapiere Nr.1,Braunschweig 22.1.1974,S.9

Dezember 1969:
Die KPD/ML-ZB berichtet von den Bestrebungen für eine Währungsunion der EWG-Länder (vgl. 26.10.1970):"
Im Dezember 69 vereinbarten sie auf der Den Haager Gipfelkonferenz dieses Programm konkret anzugehen. Dazu wurde eine 'Expertenkommission' unter Leitung des luxemburgischen Regierungschefs Werner gebildet, die einen Plan für die Währungsunion vorlegen sollte. In diesem Ausschuß standen sich die Vertreter des Kapitals aus der BRD und aus Frankreich gegenüber: Frankreich wollte die Wechselkurse zwischen den EWG-Ländern möglichst sofort so festsetzen, daß sie nicht mehr verändert werden können. Die Franzosen wollten damit möglichst schnell ein Gegengewicht zum US-Dollar als Reservewährung bilden. Die BRD-Imperialisten betsanden jedoch darauf, die Wirtschafts- und Währungsunion nur parallel voranzutreiben."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.45,Bochum 26.10.1970,S.8

27.12.1969:
In Luxemburg besteht der Vorstand der Association Generale des Etudiants Luxembourgeois (ASSOS) ab heute, nach eigenen Angaben, nur noch aus Anhängern der Spartacus-Gruppe, die sich in den ASSOS gebildet hat (vgl. 8.1.1970).
=RCL:Internal Bulletin Nr.6,o.O. Feb. 1971

08.01.1970:
Aus Luxemburg berichtet ein Mitglied der Spartacus-Gruppe in der Association Generale des Etudiants Luxembourgeois (ASSOS) den IKD über die eigene Arbeit (vgl. 27.12.1969, 22.3.1970). Von den 600 Mitgliedern der ASSOS umfasse man ca. ein Sechstel, u.a. in Heidelberg, Stuttgart und München. In Luxemburg seien nun auch die Gruppen Clan und USSB trotzkistisch geworden.
=RCL:Internal Bulletin Nr.6,o.O. Feb. 1971

22.03.1970:
Aus Luxemburg berichtet ein Mitglied der Spartacus-Gruppe (vgl. 8.1.1970, Juni 1970) an die IKD u.a.: "Wir kontrollieren bereits mehrere Sektionen der LAJ" (Luxemburgische Arbeiterjugend d.h. Gewerkschaftsjugend,d.Vf.).
=Spartacus-Gruppe Luxemburg-1 Mitglied:An 1-IKD-Mitglied,Luxemburg 22.3.1970

09.04.1970:
Die IKD Gruppe Köln berichtet ihrer Leitung heute aus Bochum, daß sie dort Kontakt zu einem Mitglied der luxemburgischen Studentenorganisation ASSOS habe.
=IKD-Gruppe Köln:An die Gen. der Ltg.,Köln 9.4.1970

16.05.1970:
Über Pfingsten, also vermutlich ab heute findet eine Nationale Konferenz (NK) der Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD) statt, zu der die Leitung einen Bericht verfaßt, in dem u.a. der Kontakt zu der GSR Luxemburg (vgl. 22.3.1970) bekanntgegeben wird, die aus den ASSOS entstanden sei, über deren Pariser Gruppe auch die Bekanntschaft begann.
=IKD:Tätigkeitsbericht der Leitung für die Zeit vom 25.3. bis zur NK,o.O. o.J. (1970)

24.10.1970:
Die Nr.44 des 'KND' (vgl. 21.10.1970, 26.10.1970) der KPD/ML-ZB erscheint.
In der Rubrik "Zusammenschluß des internationalen Finanzkapitals" heißt es über "Commerzbank und Credit Lyonnais" u.a.:"
Die nach der Bilanzsumme drittgrößte deutsche Bank, die Commerzbank, und die zweitgrößte französische Bank, Credit Lyonnais haben eine enge Zusammenarbeit vereinbart, bei der nur noch die juristische Vereinigung fehlt. Während sich die internationale Expansion der Commerzbank bisher hauptsächlich über eigene Töchter oder Beteiligungen in Afrika, England (Großbritannien,d.Vf.) und Luxemburg sowie über Korrespondenzbanken vollzog, wird mit diesem Schritt der Weg zu einem multinationalen imperialistischen Bündnis des Finanzkapitals beschritten."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.44,Bochum 24.10.1970

08.05.1971:
In der Nacht von heute auf morgen beschließt der EWG-Ministerrat, laut KPD/ML-ZB, die Freigabe des Wechselkurses der D-Mark:"
WÄHRUNGSKRISE: VERSCHÄRFTE IMPERIALISTISCHE KONKURRENZ - SPD-REGIERUNG VERSTÄRKT ANGRIFFE AUF DIE ARBEITERKLASSE

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (8./9.5.) hat sich der EWG-Ministerrat nach heftigen Auseinandersetzungen darauf geeinigt, daß die BRD und die Benelux-Länder den Wechselkurs ihrer Währungen freigeben dürfen.
...
Der Wert des Dollars wird dadurch im Verhältnis zu dem der DM fallen und die spekulativen Gelder werden abfließen. Aus dem selben Grunde haben die Niederlande, Belgien und Luxemburg im Sog des BRD-Kapitals die Freigabe beschlossen. Da auch ihre Währungen relativ stabil sind, war auch der Dollar-Zufluß in diese Länder sehr groß."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.36, 37 und 40,Bochum 12.5.1971, 15.5.1971 bzw. 26.5.1971,S.1ff, S.4ff bzw. S.9f

03.07.1971:
In Essen beginnt die, vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale organisierte, zweitägige internationale Jugendversammlung, mit, nach eigenen Angaben, 5 000 Teilnehmern, von denen allerdings die übergroße Mehrheit aus dem Ausland stammt.

Ein Aufrufflugblatt ist u.a. unterzeichnet auch von Genossen aus Luxemburg.
=Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr.38/39,Eschborn Nov./Dez. 1971;
Flugblatt zu Essen,Bochum 1971


25.08.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.64 (vgl. 21.8.1971, 28.8.1971) mit dem Leitartikel "EWG-Währungskonferenz gescheitert - verschärfter Kurs der SPD-Führer nach Innen" heraus. Danach ist die "Währungskonferenz der erweiterten EWG ... gescheitert. ... Geplant waren die Festsetzung der Paritäten innerhalb der erweiterten EWG und die gemeinsame Freigabe der Kurse gegenüber dem Dollar. Nur die Benelux-Staaten folgten der BRD und haben den Kurs freigegeben. Der BRD ist es damit gelungen, weitere Partner auf ihren Kurs zu zwingen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.64,Bochum 25.8.1971

22.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.72 (vgl. 18.9.1971, 25.9.1971) mit dem Leitartikel "Währungskonferenzen: Streit um imperialistische Vorherrschaft" heraus. Danach haben sich "mit ziemlicher Schärfe bei verschiedenen Gelegenheiten der letzten Zeit wichtige imperialistische Länder gegen die Maßnahmen der USA ausgesprochen, die zu einer weltweiten Währungskrise führten. Es fanden Konferenzen zwischen Japan und den USA, den sechs EWG-Ländern und den zehn führenden imperialistischen Ländern des Westens (EWG-Staaten außer Luxemburg) statt, auf denen die Abwertung des Dollar, sowie die Rücknahme der 10%igen Einfuhrsteuer gefordert wurde."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.72,Bochum 22.9.1971

Dezember 1971:
In Dortmund gibt die DKP vermutlich Anfang Dezember eine Ausgabe der 'Kumpel-Post' (vgl. 25.10.1971, 7.2.1972) für die Zechen Minister Stein/Hardenberg heraus:"
LETZTE MELDUNG:

Würde man die Schuttberge der BRD auf einer Ebene verteilen, entstünde ein Teppich in der Größe von Luxemburg (2 580 qkm) mit 10 cm Höhe."
=Kumpel-Post Das 'Notprogramm' der Ruhrkohle AG,Dortmund o.J. (1971)

Juli 1972:
Der der DKP nahestehende 'Mittelstandskurier' (vgl. 14.8.1972) berichtet vermutlich aus dem Juli:"
DIE VERSANDHÄUSER IN DER EWG
BUNDESDEUTSCHE KONZERNE LIEGEN AN DER SPITZE

Die Konzentrationsbewegung bei den Versandhäusern in den vergangenen drei Jahren richtete sich im allgemeinen auf den Aufkauf von Spezialfirmen und die Gründung von Tochterunternehmen innerhalb des Gemeinsamen Marktes. Die zehn größten Versandhäuser in der Europäischen Gemeinschaft sind:
Quelle (Bundesrepubik) - Umsatz 4,570 Milliarden DM im Jahre 1970 - Tochterunternehmen in Frankreich, Italien, Luxemburg, Belgien, Schweiz und Österreich - Zusammenarbeit mit V und D in den Niederlanden."
=Mittelstandskurier H.4,Köln Juli/Aug. 1972,S.12

Juli 1972:
Der der DKP nahestehende 'Mittelstandskurier' (vgl. 14.8.1972) berichtet vermutlich u.a. aus dem Juli:"
USA-KAPITAL AUF DEM VORMARSCH
ÜBERFREMDUNG ERDRÜCKT MITTELSTÄNDISCHEN EINZELHANDEL
...
AUSLÄNDISCHE BETEILIGUNGEN AM NOMINALKAPITAL DES EINZELHANDELS DER BRD
(Die angeführten Zahlen - Angaben 1968 - sind nur als ungefährer Anhaltspunkt zu betrachten, da die statistische Erfassung unvollständig ist und der Einfluß über dritte Länder in der Regel nicht berücksichtigt wird.)
Gesamte Wirtschaft darunter Einzelhandel
in Mio DM in Prozent in Mio DM in Prozent
Ausländisches Kapital
insgesamt 18 023 100,0 503,5 100,0
davon USA 7 862 34,6 191,5 38,0
Niederlande 2 409 13,4 97,0 19,3
Schweiz und
Liechtenstein 2 281 12,6 21,5 4,3
Großbritannien 1 802 10,0 18,7 3,7
Frankreich 1 088 6,0 1,2 0,2
Belgien-Luxemburg 769 4,3 1,7 0,3
Kanada 167,4 33,2"
...
Am Aktienkapital des Neckermann-Konzerns sind außerdem mit etwa 10 Prozent die General Shopping S.A. Societe Holding Internationale pour le Commerce de Detail, Luxemburg, sowie holländisches, Schweizer, amerikanisches, französisches und deutsches Kapital beteiligt. ...
Weiterer Aktionär der Intershop ist die General Shopping S.A. in Luxemburg (Aktienkapital 50 Millionen Dollar), die wiederum sehr eng mit westeuropäischen und amerikanischen Banken verbunden ist."
=Mittelstandskurier H.4,Köln Juli/Aug. 1972,S.13f

09.01.1973:
Zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 rufen, laut einer in Dortmund verbreiteten Liste, bis heute folgende Organisationen auf:
- bundesweit: Nationale Luxemburgische Studentenunion in der BRD (UNEL).
=N.N.:Aufruf Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn,Dortmund o.J. (Jan. 1973),S.2

29.05.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.22 (vgl. 23.5.1973, 6.6.1973) heraus. Veröffentlicht werden Solidaritätsadressen gegen das Verbot der KPD u.a. von der Kommunistischen Gruppe Luxemburg.
=Rote Fahne Nr.22,Dortmund 29.5.1973

08.06.1973:
In Bremen beginnt die Gründungskonferenz des KBW. Auf der Gründungskonferenz waren u.a. ausländische Gäste anwesend: Kommunistischer Bund Luxemburg, Kommunistischer Bund Wien.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973

20.06.1973:
In der Nr.25 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 13.6.1973, 27.6.1973) erscheint ein Aufruf zur Demonstration "Hände weg von der KPD!" am 23.6.1973 in Karlsruhe. Dieser Aufruf wird u.a. unterstützt von der KG Luxemburg (KGL).
=Rote Fahne Nr.25,Dortmund 20.6.1973

23.06.1973:
An der Stuttgarter Kambodschademonstration beteiligen sich, laut RJ/ML und KABD, ca. 2500 Personen.
Neben dem KABD, der die Initiative ergriffen habe, sollen auch CISNU und die Gesellschaft für luxemburgisch-chinesische Freundschaft da gewesen sein. Stattgefunden habe das Ganze im Rahmen einer Woche der internationalen Solidarität (vgl. 1.7.1973) anläßlich des 10. Jahrestages der 'Polemik über die Generallinie'.
=Rote Fahne Nr.6 und 7,Tübingen Juni bzw. Juli 1973;
Der Rotstift Nr.8,Ulm Juli/Aug. 1973


Juli 1973:
Für den KBW berichtet C.D. aus Luxemburg (vgl. 9.10.1973):"
Bereits im Juli und August hatten die Arbeiter des ARBED-Werkes Belval aus Protest gegen die Verschärfung der Arbeitshetze mehrmals die Arbeit niederlegt. Die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer fielen ihnen dabei in den Rücken, indem sie die Kampfmaßnahmen für illegal erklärten."
=Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.15

15.09.1973:
Der KBW berichtet u.a. von heute:"
CHINA: DIE BESEITIGUNG DER '3 AB'

DIE ARBEITER DER SCHANGHAIER PETROCHEMISCHEN FABRIK SCHÜTZEN DIE UMWELT

In der ersten Septemberhälfte besuchte eine Reisegruppe von Mitgliedern des Kommunistischen Bundes Luxemburg (KBL,d.Vf.), des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands und der befreundeten Kommunistischen Hochschulgruppen die Volksrepublik China."
=Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.16

09.10.1973:
Für den KBW berichtet C.D. (vgl. Juli 1973):"
LUXEMBURG, 9. OKTOBER: GENERALSTREIK

Der Luxemburger Arbeiterverband (LAV) hatte den 9. Oktober zum gewerkschaftlichen Aktionstag proklamiert und alle Arbeiter zum Streik und zur Demonstration gegen die Regierung aufgerufen.

Bereits im Juli und August hatten die Arbeiter des ARBED-Werkes Belval aus Protest gegen die Verschärfung der Arbeitshetze mehrmals die Arbeit niederlegt. Die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer fielen ihnen dabei in den Rücken, indem sie die Kampfmaßnahmen für illegal erklärten.

Sie wollten den gewerkschaftlichen Aktionstag dazu benutzen, um ihre gesellschaftspolitischen Reformen unter den Arbeitern zu propagieren und die Arbeiter vom Lohnkampf abzulenken. Die Marxisten-Leninisten hatten deshalb in ihrer Agitation versucht, dem sozialdemokratischen Aktionsprogramm für den 9. Oktober gewerkschaftliche Forderungen für die anstehende Tarifrunde entgegenzusetzen, auf deren Grundlage die Einheit aller Kollegen gegen ihre Ausbeuter hergestellt werden konnte. Die Taktik der sozialdemokratischen Führung bestand darin, die Auseinandersetzung zwischen den Kapitalisten und den Arbeitern aus dem Betrieb zu bringen und sie in eine Auseinandersetzung zwischen Arbeitern und christlich-sozialer Regierung umzumünzen, um damit die Parlamentswahlen im kommenden März vorzubereiten und die Position der Luxemburger Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP) zu stärken.

Den Marxisten-Leninisten gelang es überall dort, wo ihre Betriebskollektive arbeiten, gewerkschaftliche Forderungen für die nächste Tarifrunde zu verankern. Ihr Einfluß war aber noch zu gering, um diese Forderungen auch in der gewerkschaftlichen Vertragskommission durchzusetzen. Immerhin wurde die Vertragskommission gezwungen, die Lohnerhöhungsforderung in Prozent zugunsten einer Forderung in Franken fallenzulassen. Diese Forderung liegt ungefähr um 30 Mark niedriger als die, welche die Kollegen in einzelnen Betrieben bereits aufgestellt hatten und die vom Kommunistischen Bund Luxemburg (KBL,d.Vf.) aufgegriffen worden war.

In Bezug auf den Generalstreik vom 9.Oktober propagierten die Marxisten-Leninisten deshalb die Parole: 'Den 9.Oktober zu einer mächtigen Waffe im Lohnkampf machen.'

Am 9.Oktober streikten fast 80% der Arbeiter der Schwerindustrie und rund 50% der Arbeiter der Metallindustrie. Am Nachmittag des 9.Oktober bekundeten über 30 000 Arbeiter in einer Protestdemonstration ihre Unzufriedenheit mit den Zuständen in Luxemburg. Dies war die größte Demonstration in Luxemburg seit 1936. Der 9. Oktober war aber lediglich der erste Schritt der luxemburgischen Arbeiterklasse auf dem Weg der neuen Entfaltung der Klassenkämpfe."
=Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.15

11.06.1975:
In der Nr.23 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 4.6.1975, 18.6.1975) berichtet die KPD u.a. über den KB Luxemburg.
=Rote Fahne Nr.23,Köln 11.6.1975

06.11.1976:
Zwischen den Kommunistischen Parteien Belgiens, Frankreichs, Luxemburgs und der DKP findet eine Beratung über die Lage in der westeuropäischen Stahlindustrie statt. verabschiedet wird folgende:"
Gemeinsame Erklärung der Kommunistischen Parteien Frankreichs, Belgiens, Luxemburgs und der Deutschen Kommunistischen Partei während ihres Treffens vom 6. November 1976.

Die Vertreter der kommunistischen Parteien Frankreichs, Belgiens, Luxemburgs und der Deutschen Kommunistischen Partei trafen sich am 6. November 1976 in Luxemburg. Sie stellten fest, daß die tiefgreifende Krise, die heute alle kapitalistische Länder erfaßt, große Auswirkungen auf die westeuropäische Stahlindustrie hat und mit schweren Konsequenzen für die Arbeiter und die Völker der betroffenen Länder verbunden ist. Einige Riesenmonopole, die diesen Industriezweig beherrschen, versuchen, die Krise, für die sie selbst verantwortlich sind, in ihrem Interesse zu nutzen. Unter dem Vorwand der Rationalisierung haben sie einen großen Prozeß der übernationalen Konzentration der Produktion und des Kapitals eingeleitet. In diesem Zusammenhang und entgegen den internationalen Vereinbarungen sowie den Regeln der EWG haben die Stahlmagnaten aus der Bundesrepublik, Belgien, Holland (Niederlande,d.Vf.) und Luxemburg mit der Bildung eines regelrechten Kartells begonnen, das ihnen die Vorherrschaft in Westeuropa sichern soll. Die Thyssen und andere westdeutsche Stahlbarone, die gestern die Stützen und Nutznießer der Hitler-Aggression waren, sind heute Ausdruck der anmaßenden Erneuerung des westdeutschen Imperialismus. Die Völker Europas haben schon einmal fürchterliche Erfahrungen mit der Praktizierung solcher Vorherrschaftspläne gemacht.

Die Konzentrationsprozesse in der Stahlindustrie bedeuten eine erhebliche Gefährdung der Unabhängigkeit der betroffenen Nationen. Die Monopole verschärfen in ihren Kartellbestrebungen die hemmungslose Ausplünderung der öffentlichen Mittel und werden dabei von den Regierungen und Institutionen der EWG aktiv unterstützt. Um ihre Profitraten zu erhalten und zu vergrößern, verschärfen diese Konzerngruppen immer mehr die Lebensbedingungen und die Kaufkraft und bringen Unsicherheit und Sorgen in Millionen von Familien. Sie schließen Betriebe, praktizieren verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit und Ausbeutung der Stahlarbeiter. Sie bewirken hiermit die Verödung und den Niedergang ganzer Regionen. Sie versuchen unter verschiedenen Vorwänden, die Arbeiterklassen der einzelnen Länder gegeneinander auszuspielen.

Für sie steht der Profit über den Menschen. Sie betreiben eine ungeheure Verschwendung an menschlicher Arbeitskraft, an Wissen und Fähigkeiten, an modernen Produktionsmitteln und Rohstoffen.

Die kommunistischen Parteien Belgiens, Frankreichs, Luxemburgs und der Bundesrepublik verurteilen auf das schärfste eine solche Politik. Wenn die Arbeiterklasse und die Völker das Feld den Machenschaften der Stahlmagnaten überlassen, würde das zu einer gefährlichen Einschränkung der Entwicklung eines Schlüsselsektors ihrer nationalen Volkswirtschaften führen.

Nur die Begrenzung der brutalen Vorherrschaft der Monopole kann den Bestand, die Wiederbelebung und die weitere Entwicklung der Stahlindustrie garantieren. Es ist schon jetzt möglich, die Arbeitslosigkeit zu stoppen, ebenso die Umsetzung, Herabstufung und die Lohneinbußen, wenn die Massenkaufkraft erhöht wird, wenn die sozialen Bedürfnisse befriedigt werden. Tatsächlich muß und kann heute die Stahlproduktion ausgeweitet werden, um den wirklichen Bedürfnissen der Völker gerecht zu werden.

Angesichts der vereinten Anstrengungen der Stahlmilliardäre rufen die kommunistischen Parteien die Arbeiter und Völker dazu auf, in großer Einmütigkeit ihren Kampf zu verstärken, um die Pläne des Großkapitals zu vereiteln und ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Sie unterstützen alle Kämpfe der Arbeiterklasse und ihrer Organisationen, die in diese Richtung gehen. In diesem Sinne haben sie beschlossen, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Sie sind übereingekommen, gemeinsame Initiativen zu entwickeln, um das neue Kartell und die Kapitalisten der Stahlindustrie an der Verwirklichung ihrer Pläne zu hindern und um den Protesten der Arbeiter, der Demokraten und Patrioten größtes Gewicht zu verleihen.

Die kommunistischen Parteien der Bundesrepublik Deutschland, Belgiens, Frankreichs und Luxemburg rufen zu einem internationalen Meeting der Stahlwerker auf, das im Januar 1977 (vgl. Jan. 1977,d.Vf.) in Lothringen stattfinden wird.

Indem sie an alle Arbeiter und demokratischen Kräfte appellieren, sich ihren Aktionen anzuschließen, sind die kommunistischen Parteien überzeugt, wirksam für die Zurückdrängung und Brechung der Macht der Monopole in Westeuropa zu arbeiten und damit einen Beitrag zu leisten für das Zustandekommen eines Europas der Werktätigen."

Verbreitet wird diese Erklärung u.a. bei Hoesch Dortmund (vgl. Okt. 1977).
=DKP-KV Dortmund:Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl,Dortmund o.J. (1977),S.58f

Januar 1977:
In Lothringen wollen die KPs Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs sowie die DKP ein Stahlarbeitertreffen durchführen (vgl. 6.11.1976).
=DKP-KV Dortmund:Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl,Dortmund o.J. (1977), S.59

Oktober 1977:
Der DKP Kreisvorstand Dortmund gibt vermutlich im Oktober eine Broschüre heraus:"
HOESCH - NICHT NUR EIN NAME FÜR STAHL
...
Bereits am 31.1.1976 haben Stahlindustrielle aus Holland (Estel-Hoogovens), Belgien/Luxemburg (Arbed) und der Bundesrepublik (Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie) ihre Pläne bekanntgegeben, eine internationale Wirtschaftsvereinigung der Stahlindustrie zu gründen, deren Hauptaufgabe in erster Linie die Schaffung von sog. 'Rationalisierungsgruppen' sein soll, nach dem Vorbild der heute schon in der Bundesrepublik bestehenden Rationalisierungsgruppen: diese verpflichten die Unternehmen zur 'gegenseitigen Ankündigung von Investitionen und... zur gemeinsamen Beratung von Investitionsvorhaben.' (FAZ 10.2.1976) Dies führt zwangsläufig zu sog. 'Quotenkartellen', in denen den einzelnen Konzerne jeweils die Mengen der speziellen Sorten zugewiesen werden, die sie produzieren sollen."
=DKP-KV Dortmund:Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl,Dortmund o.J. (1977)

September 1978:
In Dortmund geben die DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix eine Dokumentation "Heisse Eisen 1968-1978" heraus:"...
Diese Dokumentation ist den Stahlarbeitern in Holland (Niederlande,d.Vf.), Luxemburg, Italien, Belgien, Frankreich, unseren Kollegen im Saarland gewidmet, die gemeinsam mit uns gegen die Machenschaften der multinationalen Konzerne kämpfen."
=DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix:Heisse Eisen 1968-1978,Dortmund o.J. (1978)

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