Schweden

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Hier werden nur wenige Hinweise auf Schweden aus den Spalten der bundesdeutschen linken Presse erschlossen. Die Maoisten organisieren sich in Schweden recht früh (vgl. Juni 1965), bilden bald den KFML (vgl. 23.6.1967), der schnell zu wachsen scheint (vgl. 1.5.1968, 1.5.1969, 1.5.1970), sich bald um eine Jugendorganisation ergänzend (vgl. Juni 1969) und sich auf skandinavischer Ebene koordinierend (vgl. Juni 1970).

Schweden spielt aber auch eine wichtige Rolle in der Vietnamsolidarität, nicht nur aufgrund des Protestes der schwedischen Bevölkerung, die eine Vietnamsolidaritätsbewegung bildet (vgl. Okt. 1967, Dez. 1967, 18.4.1970, 21.11.1972) und auch ihrer Regierung (vgl. 15.11.1969, 24.9.1972, 5.1.1973, 7.1.1973, 15.1.1973, 20.1.1973, 18.2.1974) gegen den Vietnamkrieg, sondern auch als Fluchtland für die US-amerikanischen Wehrpflichtigen.

Obwohl Schweden immer wieder als Vorbild für einen liberalen Wohlfahrtsstaat gepriesen wird (vgl. 16.10.1972), wie z. B. hinsichtlich der Abtreibungsfreiheit (vgl. Sept. 1971) oder der niedrigen Klassenfrequenzen (vgl. 26.1.1972, Okt. 1972), kommt es dort doch auch zu harten Arbeitskämpfen, von denen natürlich in der 'BRD' ebenfalls berichtet wird (vgl. Dez. 1969, 4.2.1970, 15.9.1970), ebenso wie von der Krise (vgl. 25.6.1970, 15.8.1970, 22.8.1970, 19.4.1971) und den Gegenmaßnahmen der Regierung (vgl. 1.7.1970, 28.8.1970).

In der Frage des Cabora Bassa-Staudamms in Mosambik kann Schweden sich wieder als fortschrittlich gegenüber der Brandtregierung profilieren (vgl. 30.6.1970, 1.9.1970, Apr. 1971, 14.6.1971), ebenso in Chile (vgl. 15.10.1973), auch die Hafenarbeiter erweisen sich als wachsam (vgl. 20.7.1970). In Eritrea allerdings steht Schweden auf der anderen Seite (vgl. 13.2.1971) und auch die Dienstpflicht wird als reaktionäre Maßnahme gegeißelt (vgl. 15.3.1971), so daß auch in Schweden die Konflikte zu wachsen scheinen (vgl. 3.7.1971, 9.4.1973). Dies gilt auch für Tochterbetriebe schwedischer Konzerne, wie den SKF-Werken in Schweinfurt und Stuttgart (vgl. 20.11.1972). Von der verfeinerten 'Ausbeutung' bei Volvo kündet die KPD/ML bei Opel Bochum (vgl. 21.6.1976).

Die KFML ist damals offenbar mit der KPD/ML-ZK brüderlich verbunden (vgl. Sept. 1970), gewinnt aber offenbar auch innerhalb Schwedens an Gewicht (vgl. 7.9.1970) und beteiligt sich an den Wahlen (vgl. 25.9.1970, Juni 1972), verfaßt wegweisende Texte (vgl. Juni 1971). Später ist der KPD/ML-ZK vermutlich die aus einer Spaltung entstandene KFMLr nahe (vgl. 31.1.1972).

Für die Wahrnehmung der VR China in der Bundesrepublik spielte damals nicht zuletzt Jan Myrdal mit seinem Bericht aus einem chinesischen Dorf eine wichtige Rolle (vgl. 17.5.1971).

Über Freunde in Schweden verfügen auch verschiedene Trotzkisten (vgl. 3.7.1971, Mai 1975) und die Brandleristen vgl. 13.10.1973) sowie der KB (vgl. 4.1.1980), daneben sind dort auch verschiedene Gruppen aus anderen Ländern aktiv und führen Solidaritätsaktionen durch (vgl. 19.6.1971, 6.5.1972, 29.12.1975), die KPD/ML-Neue Einheit geht dorthin teilweise ins Exil (vgl. 1.5.1972).

Vermutlich vor allem über die Vietnamsolidarität findet auch die KPD Freunde in Schweden (vgl. 24.3.1973), zieht ihre Lehren aus deren Entwicklung (vgl. 22.5.1974). Im beginnenden deutschen Herbst versichert sich, nach dieser wie immer unvollständigen Quellenauswertung, die vor allem die KPD immer wieder der Solidarität aus Schweden (vgl. 7.2.1976, 24.3.1976, 13.4.1976, 25.5.1976, 2.6.1976). Die erst mit der KFMLr befreundete KPD (vgl. 29.6.1974) ist mittlerweile mit der SKP Schweden verbunden (vgl. 11.5.1976, 15.12.1976), steht diese doch ebenfalls der VR China nahe (vgl. 16.5.1977, 25.5.1977).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

1932:
In Schweden übernehmen die Sozialdemokraten, laut KJVD der späteren KPD/ML-ZB (vgl. Apr. 1970), die Macht.
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.1,Bochum Apr. 1970,S.11

Juni 1965:
Laut Schlomann/Friedlingstein gründet das ehemalige ZK Mitglied der schwedischen KP, Set Persson, die prochinesische Schwedische Kommunistische Arbeiter-Federation (SKAF).
=Schlomann/Friedlingstein:Die Maoisten,Frankfurt/M. 1970,S.192

Juni 1965:
Laut Schlomann/Friedlingstein bilden sich unter dem führenden Einfluß des Dozenten für Nationalökonomie Bo Gustafsson an der Universität in Uppsala (Schweden) erste maoistische Gruppen. Ihre bekannteste Zeitschrift ist das 'Marxistiskt Forum'. Bo Gustafsson wurde später in der 'BRD' vor allem mit seiner Schrift "Zur Stalinfrage" bekannt.
=Schlomann/Friedlingstein:Die Maoisten,Frankfurt/M. 1970,S.193

23.06.1967:
Nach einem Bericht von Schlomann/Friedlingstein wird auf einer Konferenz in Schweden, die bis zum 25. Juni andauert, unter dem führenden Einfluß von Bo Gustafsson und Frank Baude, die Organisation: Kommunistiska förbundet marxist-leninisterna (KFML) konstituiert. Das Zentralorgan heißt 'Gnistan'; das theoretische Organ: Marxistisk Forum'.
=Schlomann,Friedrich Wilhelm;Friedlingstein,Paulette:Die Maoisten,Frankfurt 1970,S.194

Oktober 1967:
In Stockholm in Schweden erscheint das 'Viet-Nam Bulletin' Nr.4 (vgl. Dez. 1967), das sich auch mit Indonesien befaßt.
=SC:Info Nr.3,Frankfurt 13.5.1969

Dezember 1967:
In Stockholm in Schweden erscheint das 'Viet-Nam Bulletin' Nr.5 (vgl. Okt. 1967), das sich auch mit Indonesien befaßt.
=SC:Info Nr.3,Frankfurt 13.5.1969

01.05.1968:
In Schweden beteiligen sich an den Demonstrationen der KFML, nach eigenen Angaben, in Malmö, Örebrö, Göteborg, Stockholm und Lulea zusammen über 6 000 Personen.
=KPD/ML-KV München:Parteiaufbau-Schulung-Klassenanalyse Eine Stellungnahme der KFML,o.O. o.J.

01.05.1969:
In Schweden führt die KFML, nach eigenen Angaben, 13 Rotfront-Demonstrationen mit zusammen über 13 000 Teilnehmern durch.
=KPD/ML-KV München:Parteiaufbau-Schulung-Klassenanalyse Eine Stellungnahme der KFML,o.O. o.J.

13.05.1969:
In Frankfurt gibt die Projektgruppe 'März' des Sozialistischen Clubs (SC bzw. SCF) ihr 'SC-Info' Nr.3 (vgl. 26.4.1969, 31.5.1969) heraus, in dem Einar Schlereth ausführlich "Indonesiens Weg zur Konterrevolution" beschreibt. Als Literaturhinweise werden von ihm u.a. genannt die schwedische 'Clarte' Nr. 2 bis 5/1967 und 5 und 6/1968.
=SC:Info Nr.3,Frankfurt 13.5.1969

Juni 1969:
Laut Schlomann/Friedlingstein konstituiert sich in Schweden im Sommer 1969 die Jugendorganisation des KFML, der Kommunistisk Ungdom Marxisten-Leninisten (KUML), mit dem Zentralorgan 'Rod Front'.
=Schlomann,Friedlingstein:Die Maoisten,Frankfurt 1970,S.204

15.11.1969:
Auf der heutigen Vietnamdemonstration in Essen verteilen der IKD-Regionalbeauftragte Ruhrgebiet und die IKD-Gruppe Köln Spartacus Flugblätter. Berichtet wird:"
Die Demonstration in Essen war von der DKP unter dem Firmenschild IdK (Internationale der Kriegsdienstgegner,d.Vf.) organisiert; waren bei Regen ca. 500 Leute da. Die Reden von Pastoren u.a. waren pazifistisch; den Höhepunkt bildete ein Buddhist mit dem Spruch: 'wir sind keine Pro-Amerikaner und keine Pro-Kommunisten - wir sind Vietnamesen'. Es waren nur wenig APO-Leute da; es wurde ein Flugblatt der KPD/ML Bochum verteilt (in der anscheinend doch nur Randelemente des dortigen SDS organisiert sind): Inhalt des Flugblatts ist es, den Beweis zu führen, daß auch kapitalistische Regierungen (Schweden) den US-Krieg verurteilen, daß das von der SPD aber nicht zu erwarten ist. 'Will das die Mehrheit des deutschen Volkes, die der Regierung Brandt in den Sattel verhalf?' '... daß alles Erdenkliche unternommen wird, damit das Gemetzel in Vietnam aufhört!'"

Bei dem oben erwähnten Flugblatt handelt es sich um zwei Seiten DIN A 4, wo es unter der Überschrift KPD/ML und ausgeschriebenem Namen der Gruppe u.a. heißt:"
Kanada und Italien erwägen bereits diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China, Schweden will gar Nordvietnam wirtschaftlich unterstützen - die Regierung Brandt hingegen läßt den Botschafter des Herrn Thieu unter Polizeischutz markige Reden schingen?

Amerikanische GIs haben den - von ihnen längst als sinnlos erkannten – Krieg so satt, daß sie zu Tausenden desertieren (Natürlich nicht in die BRD, die ihnen kein Asyl gewährt!) - 'unser' famoser Verteidigungsminister Schmidt fährt derweil nach Washington (vgl. S1.**.1969,d.Vf.), um sich vom Pentagon Weisungen zu holen! ...
Was hilft schon eine Unterzeichnung von Atombombensperrverträgen, wenn konventionelle Bomben ausreichen, um ein Volk auszurotten? Über die Indianerausrottung in Brasilien läßt sich bequem wehklagen, da man genau weiß, daß denen niemand mehr helfen kann, wenn sie sich nicht selbst der kommunistischen Guerrilla anschließen. In Vietnam jedoch, wo die USA ihren Indianerkrieg des 20.Jahrhunderts führen ('Ein guter Vietnamese ist ein toter Vietnamese'), kann auch die Regierung eines kapitalistischen Landes helfen, wie die Schweden beweisen, die als kleines Land sogar wirtschaftliche Repressalien der USA in Kauf nehmen!

So etwas ist jedoch von einer westdeutschen Sozialdemokratie nicht zu erwarten. Es gilt daher, das deutsche Volk von der Notwendigkeit seiner Stellungnahme zu überzeugen, um die Regierung Brandt zu zwingen, in der Vietnamfrage die Farbe zu wechseln."
=KPD/ML-Gruppe Bochum:Die 'Friedens'rede Nixons...,Bochum o.J. (15.11.1969)
Spartacus - IAfeKJO:Leitungssitzung vom 8.11.69,Berlin 8.11.1969;
IKD-Regionalbeauftragter Ruhrgebiet:Bericht über die politische Situation im Ruhrgebiet,o.O. 24.11.1969

Dezember 1969:
In Schweden beginnt, laut KFML, der Streik im Erzfeld Norrbotten, der bis Feb. 1970 andauert. Die KFML besorgte, gemeinsam mit ihrer Schüler- und Studentenorganisation Clarte über 300 000 Kr. Solidaritätstspenden.

Der KJVD der späteren KPD/ML-ZB (vgl. Apr. 1970) berichtet vermutlich über denselben Streik:"
GEGEN DIE SOZIALDEMOKRATISCHEN KAPITALISTEN

Und wird erzählt, das kapitalistische Schweden sei ein Wohlfahrtsstaat.

Es würde seinen Bürgern Freiheit gewähren. Schweden hat den höchsten Lebensstandard in der Welt. Aber in dem Moment, wo sich die Kapitalisten nach Schweden wenden, um dort einige Heilmittelchen gegen ihre eigenen 'Krankheiten' zu finden, treten 5 000 Arbeiter für 6 Wochen in einen wilden Streik. 'Wild' deshalb, weil die Arbeiter den Streik selbst organisierten, weil sie die rechten Gewerkschaftsbonzen vor dem Streik nicht gefragt hatten, weil ihr Streik gegen die in Schweden herrschenden Gesetze war.

Wer herrscht? Wem gehören die Fabriken, wem gehören die Gruben? Wenn sie unrentabel sind, gehören sie dem Staat, wenn sie Profit bringen, gehören sie den Kapitalisten. Die Gruben in Kiruna gehören dem Staat, der nicht für das Wohlergehen der Arbeiter sorgt, sondern der den Kapitalisten Steuererleichterungen verschafft, der das Eigentum der Unternehmer schützt. In einem Staat, wo die Sozialdemokraten seit 1932 (vgl. 1932,d.Vf.) die Macht haben, sind die Vorschriften, die die Arbeiter vor Staublunge schützen, lässiger als im faschistischen Südafrika (Azania,d.Vf.). Es gibt in diesem Schweden doppelt soviel Staublungenkranke wie in den USA. Die Arbeitsbedingungen sind nicht zum Aushalten, die Arbeitshetze ist nicht zu übertreffen, die Mieten dagegen machen manchmal bis zu 4/5tel des Lohnes aus. Warum streiken die Arbeiter also?

Zwar war der unmittelbare Anlaß zum Streik, im Verhältnis zu den anderen Schweinereien der Arbeiterantreiber, geringfügig gewesen; durch ein neues Akkordsystem waren nämlich die Löhne in der einen Grube mit einem Mal statt zu steigen, um etwa 30 Pfg. pro Stunde gefallen. Aber es war nicht nur wegen dieser Schweinerei, daß alle Arbeiter streikten, sondern wegen der allgemeinen Arbeitshetze.

ARBEITSHETZE, LOHNRAUB, AUSBEUTUNG

Die sozialdemokratischen Kapitalisten haben zum Beispiel in der Transportzentrale der Grube in Kiruna Nägel in Schulterhöhe in die Wand schlagen lassen, damit die Arbeiter sich nicht anlehnen und ausruhen können. Die sozialdemokratischen Kapitalisten haben ein ausgeklügeltes Ausbeutungssystem eingeführt, welches sich UMS-System nennt. Durch dieses 'System' wird das ganze Leben der Arbeiter auf der Arbeit in 1/100 000 Stundeneinheiten aufgeteilt. Alle Arbeitsvorgänge, alle Arm- und Beinbewegungen, die Rücken- und Kniebeugen, ja die Schritte am Arbeitsplatz, die Hüftbewegungen und sogar das Wahrnehmungsvermögen der Augen. Aber dabei bleiben die Hetzer nicht stehen. Sie haben sogar die Freiheit die Pinkelpausen mit der Stechuhr zu messen.

Und wehe der Arbeiter erfüllt nicht sein Soll, dann sackt sein Lohn ab.

Und diese Hetze sollen die Kollegen acht Stunden und noch länger aushalten. Sie machten nicht mehr mit. Sie streikten gegen die rechten Sozialdemokraten, diese Bonzen, die sowieso nicht mehr die Interessen von uns Arbeitern vertreten, sondern längst von den Kapitalisten eingekauft worden sind. Auch die rechten Gewerkschaftsbonzen versuchten den Streik abzuwürgen, indem sie sich weigerten, die von den Arbeitern einbezahlten Beiträge herauszurücken.

Da die anderen Arbeiter ihre Kollegen solidarisch unterstützten und für sie in vier Wochen zwei Millionen DM sammelten, konnten die Kumpel sechs Wochen im Streik ausharren.

STATT IN DIE HEISSEN GRUBEN EINZUFAHREN, DEMONSTRIERTEN DIE KOLLEGEN BEI EISIGER KÄLTE, SIE DEMONSTRIERTEN IHRE STÄRKE UND SCHÜCHTERTEN DIE KAPITALISTEN EIN.

So erstreikten sie sich dank ihrer Geschlossenheit und Solidarität 11% mehr. Wir müssen von den schwedischen Kollegen lernen:

WIR MÜSSEN UNSERE AUSBEUTER ORGANISIERT BEKÄMPFEN, AUCH WENN ES SOZIALDEMOKRATISCHE AUSBEUTER SIND! WENN ES LOHNRÄUBER WIE DER EX-NAZI UND KAPITALISTENFREUND SCHILLER 8SPOD,d.Vf.) SIND."
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.1,Bochum Apr. 1970,S.11f;
KPD/ML-KV München:Parteiaufbau-Schulung-Klassenanalyse Eine Stellungnahme der KFML,o.O. o.J.,S.*

Januar 1970:
Es erscheint die Nr.17 des 'Rebell' (vgl. Dez. 1969, Feb. 1970). Aus Schweden wird auf den Streik im Bergbaugebiet Kiruna (5000 Arbeiter 54 Tage lang), bei Volvo, Saab, ASEA, Elektrolux und SKS eingegangen.
=Rebell Nr.17,Tübingen Jan. 1970

04.02.1970:
Es erscheint das 'SDS-Info' Nr.28 (vgl. 22.12.1969). Enthalten ist die Rubrik "Der Bergarbeiterstreik in Nordschweden" mit Beiträgen von Holger Heide aus 'Sozialistische Correspondenz' Nr. 30 und S. Jonsson aus 'Clarte' 1/1969.
Quelle: SDS-Info Nr.28,Frankfurt 4.2.1970,S.26ff

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18.04.1970:
In Frankfurt beginnt, laut 'apo press' Köln, ein vom Black Panther Party Solidaritätskomitee (BPP-SK) Frankfurt organisiertes zweitägiges Treffen der europäischen BPP-SK's aus Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Belgien, Schweden und der 'BRD'.
=Apo press Nr.5,Köln 1.6.1970

01.05.1970:
In Schweden kann die KFML, nach eigenen Angaben, auf ihren 25 Maidemonstrationen in Kiruna, Malmberget, Grängersberg, Lulea, Lycksele, Östersund, Umea, Skelleftea, Gävle, Uppsala, Falun, Sala, Västeras, Örebrö, Karlstad, Stockholm, Södertälje, Linköping, Norrköping, Boras, Göteborg, Växjö, Malmö und Hälsingborg 20 000 Teilnehmer versammeln.
=KPD/ML-ZK-KV München:Parteiaufbau-Schulung-Klassenanalyse Eine Stellungnahme der KFML,o.O. o.J.

01.05.1970:
Es erscheint die Nr.1 der 'Sozialistischen Betriebskorrespondenz' (SBK) (vgl. April 1970, 1.6.1970), die sich u.a. mit Schweden befaßt.
=Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.1,Offenbach 1.5.1970

Juni 1970:
Frühestens im Juni 1970 erscheint eine Broschüre des Kreisverbandes München der KPD/ML-ZK "Parteiaufbau - Schulung - Klassenanalyse - Eine Stellungnahme der KFML" (Schweden), in der u.a. betont wird, daß die schwedische KFML mit der dänischen KFML, der HMLS Finnland und der SUF(ML) Norwegen zusammenarbeit. Verantwortlich zeichnet Hugo Lanz.
=KPD/ML-KV München:Parteiaufbau-Schulung-Klassenanalyse - Eine Stellungnahme der KFML,o.O. (München) o.J.

25.06.1970:
In der Nr.9 des 'KND' (vgl. 22.6.1970, 29.6.1970) berichtet die KPD/ML-ZB u.a. über die Verschlechterung der Lage der Arbeiterklasse in Schweden.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.9,Bochum 25.6.1970

30.06.1970:
Bei Opel Bochum erscheint eine Sondernummer der 'Zündkerze' - Betriebszeitung der Roten Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK (vgl. 10.6.1970, 20.7.1970) mit zwei Seiten DIN A 4:"
SDS HEIDELBERG VERBOTEN

Kollegen!
Der SDS Heidelberg ist verboten worden. Polizei drang in seine Zentrale und verwüstete die Räume. Kasse und Akten ließ sie mitgehen.

Anlaß für das von der großen Koalition Baden-Württembergs von langer Hand vorbereitete Verbot war eine Demonstration gegen die Anwesenheit solcher Leute wie Mc Namara (früher US-'Verteidigungs'-Minister, hauptverantwortlich für die technische Durchführung des US-Kriegs in Vietnam, heute Weltbankpräsident, als welcher er ebenso tüchtig in die eigene Tasche wirtschaftet) und Eppler (Bundesminister für Entwicklungs'hilfe').

Diese Herrschaften berieten sich darüber, wie sie mit gemeinsamen 'Entwicklungshilfe'-Projekten die Völker der Dritten Welt noch besser ausplündern können. Im Mittelpunkt dieser Beratungen stand der Bau des Cabora-Bassa-Staudamms in der portugiesischen Kolonie Mosambik, mit dessen Hilfe die weiße Kolonialherrschaft dort verlängert werden soll.

Während die schwedische Regierung unter dem Druck der empörten Bevölkerung ihre Beteiligung daran aufkündigte, reicht es der westdeutschen Bourgeoisie nicht mehr, ihren Gegner die Schuld für kaputte Autos usw. anzuhängen, weil ihr das nicht mehr geglaubt wird. Sie weiß sich nur noch durch Polizeieinsatz zu helfen."
=Zündkerze Sdr.nr. SDS Heidelberg verboten,Bochum 30.6.1970

30.06.1970:
Zur heutigen Demonstration in Bochum gegen das Verbot des SDS Heidelberg (vgl. 24.6.1970) um 17 Uhr ab Husemannplatz rief das Aktionskomitee 25. Juni aller linken Gruppen an der Ruhruni (RUB) auf. Vermutlich während der Demonstration verbreitet das Aktionskomitee 25.Juni das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A 4 ohne Impressum:"
VERBOT DES SDS - ILLEGALER ÜBERGFIFF DER STAATSMACHT
...
Unter der Losung: 'Keine Beteiligung an Cabora Bassa' ist es schwedischen und italienischen Oppositionsgruppen gelungen, ihre Regierungen zu zwingen, bereits zugesagte Beteiligungen an diesem Staudamm-Projekt wieder zurückzunehmen. In Westdeutschland dagegen wurde der erste Versuch, die deutsche Beteiligung anzuprangern, mit einer wilden Prügelorgie durch die SPD-gelenkte Polizei beantwortet."
=Aktionskomitee 25.Juni aller linker Gruppen:Donnerstag, 25.6.,...,Bochum o.J. (30.6.1970);
Aktionskomitee 25.Juni aller linker Gruppen:Verbot des SDS Heidelberg - illegaler Übergriff der Staatsmacht,Bochum o.J. (30.6.1970)

01.07.1970:
Die schwedische Regierung schließt, laut KPD/ML-ZB, ein Abkommen mit den Bauern ab, welches diesen Preiserhöhungen im Umfang von 300 Mio. Kronen als Ersatz für die Inflation zubilligt.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.31,Bochum 9.9.1970,S.11

20.07.1970:
In Großbritannien beschließt die Regierung, laut KPD/ML-ZB, noch keine Soldaten zur Brechung des Hafenarbeiterstreiks einzusetzen. Solidarität der Hafenarbeiter sei aus Norwegen, Schweden, Frankreich und Indien bekundet worden.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.17, 18 und 19,Bochum 22.7.1970, 25.7.1970 bzw. 29.7.1970

15.08.1970:
Der 'KND' der KPD/ML-ZB Nr.24 (vgl. 12.8.1970, 19.8.1970) konstatiert in der Titel-Schlagzeile eine "Aktuelle Krise des nationalen und internationalen Kapitals". "Schwierigkeiten mit dem Außenhandel haben auch England, Dänemark, Schweden und die Türkei."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.24,Bochum 15.8.1970

22.08.1970:
Die Nr.26 des 'KND' (vgl. 19.8.1970, 26.8.1970) erscheint. Über Skandinavien wird berichtet, daß nirgends in der Welt die Inflation so galoppiere wie dort. Dazu wird u.a. ausgeführt:
"Mit der Verschärfung der Wirtschaftslage und der Klassenkämpfe in Schweden wird hoffentlich auch dem allerletzten die Illusion ausgetrieben, es gebe ja doch eine Form des Sozialdemokratismus, von dem die Arbeiterklasse und das Volk etwas zu erwarten hätten."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.26,Bochum 22.8.1970

28.08.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus Schweden (vgl. 1.7.1970):"
BETRUGSVERSUCH DER SOZIALDEMOKRATIE

Preisstopp in Schweden

Am 28. August hat die schwedische Regierung einen Preisstopp für bestimmte Lebensmittel (Getreide- und Milchprodukte, Fleisch, Wurst und Margarine) erlassen, 3 Wochen vor den Reichstagswahlen. Dieser Preisstopp ist ein übles Wahlbetrugsmanöver der schwedischen Sozialdemokratie gegenüber der Arbeiterklasse. Noch im März hat die SP-Regierung im Reichstag strikt einen Preisstopp abgelehnt:
'Die Erfahrungen zeigen, daß ein allgemeiner Preis- und Lohnstop, auch von temporärer Natur, ernste negative Konsequenzen für die Volkswirtschaft haben kann', hieß es damals. Jetzt, nachdem die Lebensmittelpreise allein seit dem 1.Juli um 5 - 6% heraufgesetzt worden sind, und die Unurhe in der Bevölkerung wächst, zieht die Regierung ein verstaubtes Gesetz von 1956 aus der Schublade, das ihr erlaubt, im Fall 'bedeutender Gefahr für ernste Steigerungen der allgemeinen Preislagen im Reich' eine Preiskontrolle einzuführen.
Ein ernsthafter Versuch, die Politik der wirtschaftlichen Expansion durch ständige durch eine (das kapitalistische System genausowenig sanierende) Preisstoppolitik zu ersetzen, ist das nicht einmal: der Preisstopp wurde verkündet, nachdem die Bauern und Händler die Preise heraufgesetzt hatten. ... Sollte die staatliche Überprüfung jetzt ergeben, daß im Handel und in den Meiereien in den letzten Monaten die außertariflichen Löhne gestiegen sind, wird die Regierung auch die Preissteigerungen akzeptieren.
Der Preisstop berührt im übrigen nicht im geringsten das Industriekapital - ein weiteres Beispiel für die demagogischen Manöver der schwedischen Sozialdemokratie.
FAZ 29.8., Rhein. Merkur 4.9."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.31,Bochum 9.9.1970,S.11

September 1970:
In Würzburg erscheint vermutlich Anfang des Monats erstmals die 'Rote Front' (vgl. **.*.1970), "vormals Organ der Marxisten-Leninisten Würzburg", nun herausgegeben durch die Ortsgruppe Würzburg der KPD/ML-ZK:"
FÜR DIE EINHEIT ALLER MARXISTEN-LENINISTEN
GEGEN KLEINBÜRGERLICHES SPALTERTUM
...
Die 'K''A'B-Spalter erkennen zwar verbal den demokratischen Zentralismus an, führen ihn aber weder in internationalem noch in nationalem Maßstab durch.

a) Internationaler Maßstab:

Ihre antileninistische Politik äußert sich u.a. darin, daß proletarischer Internationalismus für die 'K''A'B-Spalter NUR Artikelschreiben über die Situation der unterdrückten Völker bedeutet, nicht aber Kontakt zu marxistisch-leninistischen Bruder-Parteien und -Organisationen, die ihre Völker im Kampf gegen Ausbeutung und Imperialismus anführen. So hat die 'K''A'B-Clique beispielsweise keinen Kontakt zu unserer schwedischen Bruderorganisation KFML, und war infolgedessen darauf angewiesen, Berichte über die Streikbewegung in Schweden der bürgerlichen Presse zu entnehmen (vgl. S2.*.1970,d.Vf.)."
Nachgedruckt wird dieser Text auch durch den Landesverband Westberlin der KPD/ML-ZK (vgl. 14.9.1970).
=KPD/ML-ZK-LV Westberlin:Info Nr.1,Berlin Sept. 1970,S.5ff;
KPD/ML-ZK-OG Würzburg:Rote Front Nr.6,Würzburg Sept. 1970

01.09.1970:
Die Nr.29 des 'KND' (vgl. 29.8.1970, 5.9.1970) der KPD/ML-ZB berichtet u.a. von der Ostafrikareise des NRW-Ministerpräsidenten Kühn, daß dieser neuerdings den Kampf der angolanischen Befreiungsbewegungen für berechtigt halte. Dazu wird angemerkt:"
Die BRD hat, wie vor ihr auch schon Schweden und der Papst, entdeckt, daß sich das portugiesische Kolonialregime in Afrika nicht länger halten kann. Selbst die massive militärische Unterstützung, die die BRD bisher unter dem Deckmantel der NATO geliefert hat, kann den Erfolg der Freiheitskämpfer nicht aufhalten. Zudem wird die BRD von Sambia, dem größten Kupferproduzenten der Welt unter Druck gesetzt, ihre Unterstützung an Portugal endlich aufzugeben. So schließt sich die BRD dem Beispiel Schwedens an, und liefert den Befreiungsbewegungen unter dem Deckmantel der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES,d.Vf.) 'humanitäre Hilfe'. Die westdeutschen Imperialisten sind darauf angewiesen, weiterhin billige Rohstoffe aus Ostafrika zu beziehen. Zudem wollen sie sich für die Zukunft dort Absatzmärkte schaffen. Deswegen sind sie bereit, ihren ehemaligen Partner Portugal im Notfall fallenzulassen, wenn das Geschäft es verlangt. Zunächst werden die westdeutschen Imperialisten versuchen, eine Doppeltaktik zu fahren, d.h. gleichzeitig an Portugal und an die Befreiungsbewegungen zu liefern. Auch die westdeutschen Monopole, die am Cabora-Bassa Projekt (in Mosambik,d.Vf.) führend beteiligt sind, werden dem neuen Kurs Widerstand entgegensetzen. Aber es ist damit zu rechnen dass in absehbarer Zeit die SPD, ähnlich wie ihre Schwesterpartei in Schweden, den nationalen Monopolen klarmachen kann, dass es besser ist, im Moment auf Geschäfte zu verzichten, um in der Zukunft um so bessere Profite machen zu können."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.29,Bochum 1.9.1970

07.09.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
DER REVISIONISTISCHE EINFLUSS IN SCHWEDEN SCHWINDET

Die schwedische revisionistische KP verliert immer mehr an Einfluß. Der Kommunistische Jugendverband wird bei den kommenden Wahlen nicht seine 'Mutterpartei' unterstützten, sondern die Marxisten-Leninisten", womit vermutlich die KFML gemeint ist.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.33/34,Bochum 19.9.1970,S.8

15.09.1970:
Frühestens in dieser Woche erscheint die Nr.9/10 von 'Rote Provinz' – Sozialistisches Informationsblatt für den Westharz (vgl. Juli 1970) für August und September. Berichtet wird in einer Übersicht über internationale Klassenkämpfe auch aus Schweden.
Q: Rote Provinz Nr.9/10,Bad Gandersheim Aug./Sept. 1970,S.7

Gandersheim113


25.09.1970:
Der 'KND' Nr.36 der KPD/ML-ZB (vgl. 23.9.1970, 30.9.1970) erscheint. Zu den Wahlen in Schweden wird festgestellt:"
Die kleinbürgerliche Arbeiterpartei, die KPS, profitiert von dem Nichtvorhandensein einer starken ML Bewegung. Ein 'Kommunist. Verband M/L' (Kommunistiska Förbundet Marxista-Leninisterna - KFML,d.V.) beteiligte sich erfolglos am Wahlkampf: 0,4%)."
Was einerseits im gewissen Gegensatz zu einer Meldung vom 19.9.1970 steht, in der es noch geheißen hatte:"
Die schwedische revisionistische KP verliert immer mehr an Einfluß: Der Kommunistische Jugendverband wird bei den kommenden Wahlen nicht die 'Mutterpartei' unterstützen, sondern die Marxisten-Leninisten.", wobei auch die unterschiedliche Wortwahl 'die M.-L.' und 'ein K.V. M/L' interessant ist, und andererseits mögliche Illusionen der KPD/ML-ZB über die eventuelle Höhe eines 'erfolgreichen' ML-Wahlergebnisses offengelegt werden. Zum Ausgang wird festgestellt, daß den Sozialdemokraten ein Weiterregieren durch die 17 Sitze der KPS ermöglicht würde. Die KPS wolle einen parlamentarisch-demokratischen Nationalkommunismus. Insgesamt habe sich aber wenig geändert und die Konsequenz könne nur sein eine starke ML-Organisation aufzubauen.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.36,Bochum 25.9.1970

09.11.1970:
Bei Opel Bochum gibt die KPD/ML-ZK die Nr.5 ihrer 'Zündkerze' (vgl. 30.10.1970, 23.11.1970) heraus, in der es u.a. heißt:"
Wirkliche Kommunisten wissen heute, daß es keinen Sinn hat, die Kapitalisten hier und die neue Bourgeoisie in der DDR nur mit Worten zu bekämpfen. So wie einst Lenin und Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gründeten sie neue Parteien, die mit dem Marxismus-Leninismus (ML) UNSERER Zeit gewappnet sind: mit der Lehre Mao Tsetungs und Enver Hoxhas (Albanien). In allen Ländern der Welt sind diese Parteien an dem Zeichen ML zu erkennen, so in Frankreich, Italien, Belgien, Schweden usw."
=Zündkerze Nr.5,Bochum o.J. (9.11.1970)

13.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus Eritrea (vgl. 1962):"
KAMPF DES VOLKES VON ERITREA GEGEN DAS REAKTIONÄRE ÄTHIOPISCHE REGIME
...
Schweden, das Musterland des 'demokratischen Sozialismus' unterstützt das reaktionäre Regime des Kaisers Haile Selassi genau so wie die US-Imperialisten.

47 schwedische Saab-Kampfflugzeuge, die von schwedischen Technikern gewartet und von Piloten, die von schwedischen Ausbildern geschult wurden, geflogen werden, sind ständig gegen die revolutionären Armeen in Eritrea im Einsatz. Die äthiopische Polizei wurde von schwedischen Offizieren aufgebaut und speziell für den Einsatz im Inneren geschult. Schwedische Offiziere arbeiten z.T. noch heute in leitenden Positionen bei der äthiopischen Polizei."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.14,Bochum 20.2.1971,S.11f

15.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
SCHWEDEN - DIENSTPFLICHT

Einen schweren Angriff gegen die demokratischen Rechte der Werktätigen hat die schwedische Regierung durchgeführt.

Unter dem Vorwand, den Streik der schwedischen Beamten zu brechen, die seit etwa fünf Wochen für Gehaltserhöhungen von ca. 22% streiken, hat die sozialdemokratische Regierung die totale Dienstpflicht für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst (ÖD,d.Vf.) eingeführt.

Die Dienstpflicht wird für sechs Wochen gelten.

Der Streik der schwedischen Beamten, den die Bevölkerung 'Luxus-Streik' nennt, war noch vor dem Dienstpflicht-Breschluß als nicht 'gemeinschaftsgefährdend' bezeichnet worden.

Damit werden die Absichten der Sozialdemokraten klar. Die Dienstpflicht zielt gegen die Arbeiterklasse. Der jetzige Beschluß soll als Präzedenzfall für spätere Streiks gelten.

Ende des Jahres werden für große Teile der schwedischen Arbeiter Tarifverhandlungen anstehen.

Bereits im letzten Jahr haben die Arbeiter der Eisengruben von Kiruna gezeigt, daß sie sich nicht weiterhin von ihrer Gewerkschaftsspitze verraten lassen wollen.

Mit dem Präzedenzfall des Dienstpflichtgesetzes soll eine Sicherung geschaffen werden, falls die Gewerkschaftsspitze auch in diesem Jahr versagt."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.22,Bochum 20.3.1971,S.12

April 1971:
An der Universität Frankfurt gibt die Gruppe Marxistisch-Leninistischer Studenten (MLS) des KAB/ML die Nr.2 ihrer 'Was tun' (vgl. 18.1.1971) nun als Frankfurter Studentenzeitung heraus. In "SHB - Ein sozialdemokratischer Studentenbund" heißt es u.a.:"
DAS SCHWEDISCHE VORBILD

Merkt der SHB nicht, daß er sich da gründlich irrt? Doch, er merkt es". Es folgen nun Zitate aus der 'AStA Information' an der Uni Frankfurt Nr.1 (vgl. Jan. 1971) zum Cabora Bassa Staudamm in Mosambik, u.a. ein Brief der Cabora Bassa Gruppe Frankfurt an den Bundeskanzler. Dazu wird gesagt:"
Was bedeutet es, wenn solche Briefe geschrieben werden? Die SPD/FDP-Regierung, unter der der westdeutsche Imperialismus nach außen und innen seinen raschesten Aufschwung nahm, die durch Betriebsverfassungsgesetz, Berufsbildungsgesetz, Hochschulrahmengesetz etc. den Werktätigen wie der studierenden Intelligenz demokratische Rechte raubt, die durch Steuervorauszahlungen, Lohnleitlinien, Einschränkungen des sozialen Wohnungsbaus und Verschlechetrung der Krankenversorgung die soziale Lage Lage weiter Teile des Volkes verschlechtert, diese imperialistische, antidemokratische und sozialreaktionäre Regierung wird zur 'demokratischen Kraft' aufgewertet. Ihr wird empfohlen, nach dem Beispiel der schwedischen Sozialdemokraten ihre imperialistische Politik besser zu tarnen und sich von den gröbsten Auswüchsen und Verbrechen des Imperialismus zu distanzieren. Rein moralische Entrüstung über imperialistische Verbrechen ohne die Zusammenhänge aufzuzeigen, kann nur dazu dienen, den Lakaien der Imperialisten zu helfen, versteckter vorzugehen, besser zu betrügen."
=Was tun Nr.2,Frankfurt Apr. 1971

19.04.1971:
Bei Siemens München gibt die Rote Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt heraus:"
KOLLEGEN - SCHLUSS JETZT MIT DEN ILLUSIONEN!!
NICHT NUR BEI SIEMENS KRACHTS IM GETRIEBE
...
Aber nicht nur in den USA, sondern auch in England (Großbritannien,d.Vf.), Australien, Holland, Niederlande (!,d.Vf.), Schweden, Italien, Spanien und anderen Ländern herrscht Krise."
=KPD/ML-ZK-OG-München-RBG Siemens:Kollegen - Schluß jetzt mit den Illusionen!!,München o.J. (Apr. 1971)

17.05.1971:
Vermutlich in dieser Woche bringt die Rote Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK in Bochum ein Extra ihrer 'Zündkerze' (vgl. 3.5.1971, 24.5.1971) heraus:"
NOTWENDIGER KAMPF ODER PRINZIPIENLOSE SPALTUNG?
...
DIE KERNFRAGE: WER HAT DIE MACHT IM STAAT?

Gerade das beweist die chinesische Volksrepublik. Zwar geht es dem chinesischen Volk immer besser, zu hungern braucht schon lange keiner mehr, das Entscheidende aber ist: Wer hat die Macht im Staat? Sind es die Bonzen oder sind es die Arbeiter und Bauern? Hier liegt der Unterschied zwischen der DDR, Sowjetunion usw. auf der einen Seite und China und Albanien auf der anderen Seite. Und die Kulturrevolution in China war keine Theater- oder Künstlerrevolte, sie war der Kampf der Arbeiter und Bauern gegen die chinesischen Chruschtschows und Ulbrichts. (Jeder Kollege, der darüber Genaueres erfahren möchte, lese nur die Bücher des schwedischen Journalisten Jan Myrdal. Dieser war 1960 und 1969 in China. Beide Male besuchte er das gleiche Dorf Liu Ling, beide Male befragte er die Dorfbewohner. Diese Bücher sind mit die besten Beweise für einen wirklichen Arbeiter- und Bauernstaat, aber auch die besten Beweise dafür, was 'Gulasch-Kommunismus' ist und wie er bekämpft werden muß. Jan Myrdal: Bericht aus einem chinesischen Dorf (1960), China: Die Revolution geht weiter (1969)."
=Zündkerze Extra Notwendiger Kampf oder prinzipienlose Spaltung?,Bochum o.J. (1971)

Juni 1971:
Vom KAB Hamburg wird die Schrift "Über die Partei" (Texte der schwedischen und norwegischen Marxisten-Leninisten) herausgegeben.
=KAB Hamburg:Über die Partei. Texte der schwedischen und norwegischen Marxisten-Leninisten,Hamburg Juni 1971

14.06.1971:
Die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) Bochum der KPD/ML-ZK (IGM-Bereich - vgl. 1.11.1971) berichtet im Zusammenhang mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Willy Brandt (vgl. 20.10.1971) über dessen 'Friedenspolitik', vermutlich aus dieser Woche, mit Hilfe des folgenden Artikels aus uns noch unbekannter Quelle:"
MIT DER MACHETE GEKÖPFT

Mitte Juni veröffentlichte die schwedische Zeitung 'Expressen' einen Bild- und Textbericht über den Kolonialkrieg in Mosambik. Auf den Photos war zu sehen, wie lachende portugiesische Soldaten afrikanische Freiheitskämpfer mit der Machete köpften und den blutenden, abgehackten Kopf dann dem Photographen zeigten, dazu grausame Witze reißend. Diese Art der Kriegsführung werde von den portugiesischen Soldaten damit begründet, man müsse 'die Zivilisation verbreiten'. 90 Proznet der Menschen seien Analphabeten, Schulen gebe es so gut wie gar nicht, dagegen lebten die 400 000 Portugiesen im Lande wie Kolonialherren mit allen Privilegien.

'Mosambik ist eine einzige Strafkolonie, in der die Portugiesen die Wärter sind und die Einheimischen die Gefangenen', schrieb 'Expressen'. Daß es angesichts dieser Verhältnisse zum Aufstand kam, sei logisch gewesen. 'Bisher ist dieser Krieg in Afrika vergessen gewesen', schrieb die Zeitung. 'Jetzt endlich beginnt man in Europa zu begreifen, welch ein Tragödie sich dort abspeilt, und wie die Europäer wieder die Imperialisten und Kolonialherren sind.' Das ergänzten jetzt mit einem Satz die nach Schweden geflüchteten portugiesischen Offiziere: 'My-Lai-Massaker gibt es nicht nur in Vietnam, die gibt es auch in unseren afrikanischen Kolonien...'

Massaker wie in Vietnam seien gang und gäbe. Ganze Dörfer würden von den Soldaten niedergebrannt, wenn sich herausstelle, daß hier Partisanen Unterschlupf gefunden haben. Portugal verwende seine von der NATO gelieferten Waffen, um den Freiheitskampf mit Napalm und Sprengbomben niederzuzwingen und portugiesische Offizere würden im Rahmen der NATO-Übungen in den USA ausgebildet. Alle NATO-Mitglieder hätten durch ihre Unterstützung Portugals eine Mitverantwortung für das, was in Afrika geschieht, sagten die geflücheten Offiziere."
=Zündkerze Nr.12,Bochum Nov. 1971,S.14

19.06.1971:
Es beginnt die zweitägige Gründung der Patriotischen Einheitsfront (PEF) für eine demokratische Türkei in Europa, von der die PEF selbst berichtet:"
Gegen den Faschismus in der Türkei haben sich alle türkischen demokratischen und progressiven Kräfte in der BRD, West-Berlin, Frankreich, England (Großbritannien,d.Vf.) Österreich, der Schweiz, Holland (Niederlande,d.Vf.), Schweden und Norwegen nach einer zweitägigen Sitzung (vom 19.-20.6.1971) in Braunschweig (in Niedersachsen - 'BRD',d.Vf.) zur PATRIOTISCHEN EINHEITSFRONT FÜR EINE DEMOKRATISCHE TÜRKEI - IN EUROPA zusammengeschlossen."
=Rote Blätter Nr.7,Göttingen 6.7.1971,S.6f

03.07.1971:
In Essen beginnt die, vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale organisierte, zweitägige internationale Jugendversammlung, mit, nach eigenen Angaben, 5 000 Teilnehmern, von denen allerdings die übergroße Mehrheit aus dem Ausland stammt.

Ein Aufrufflugblatt ist u.a. unterzeichnet von Genossen aus Schweden.
=Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr.38/39,Eschborn Nov./Dez. 1971;
Flugblatt zu Essen,Bochum 1971

03.07.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus dem Prismakino in Bochum:"
Am 3.7.1971 veranstaltete das ZB der KPD/ML und das KJ-Inform (KJI des KJVD, d.Vf.) eine Feier zum 50. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas. An dieser Veranstaltung nahmen über 500 Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet teil, sowie viele Genossen und Freunde aus Westdeutschland und Westberlin.

Die KPD/ML-ZB berichtet in einer Broschüre bzw. Sondernummer des 'KND' vom 10.7.1971 u.a.:"
Es hat das Wort der Vertreter des KJ-Inform des Kommunistischen Jugendverband Deutschlands: (Beifall)'
...
In allen westeuropäischen Ländern, sogar in den 'friedlichsten' unter ihnen, wie Schweden, Holland (Niederlande,d.Vf.) und der Schweiz, erwacht die Arbeiterklasse immer mehr. Obwohl sich der Klassenkampf zumeist noch auf der ökonomischen Ebene bewegt, schwillt er doch ständig an und die Arbeiterklasse gewinnt ein immer höheres politisches Bewußtsein."
=Rote Fahne Nr.14,Bochum 19.7.1971;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.48, 49, 51 und Sdr.Nr.,Bochum 23.6.1971,

26.6.1971, 10.7.1971 bzw. 10.7.1971,S.9, S.15, S.12 bzw. S.1ff;
Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.7 und 8,Bochum Juli 1971 bzw. Aug. 1971

September 1971:
Das 'Ruhr-Park Info', Betriebszeitung der Roten Ruhr-Park Gruppe (RRG) der KPD/ML-ZK, Nr.8 erscheint in Bochum (vgl. Apr. 1971). Zum Paragraphen 218 heißt es u.a. auch:"
ABTREIBUNG - DAS GESCHÄFT MIT PARAGRAPH 218
...
Abtreibung sollte ebenfalls kostenlos vorgenommen werden, wie es in den sozialistischen Ländern ebenso der Fall ist, wie in England ((Großbritannien,d.Vf.) dort zahlen nur Ausländer dafür) und Schweden. Was z.B. im kapitalistischen England möglich ist, das sollte doch auch in der kapitalistischen BRD möglich sein!"
=Ruhr Park Info Nr.8,Bochum Sept. 1971

01.12.1971:
An der PH Dortmund erscheint die 'AStA-Information - DOS (Dortmunder Studentenzeitung)' Nr.3 (vgl. 24.11.1971, 8.12.1971). Im ersten Artikel heißt es:"
AN ALLE, DIE NOCH AUS VOLLEM HERZEN AN DIE VERWIRKLICHUNG DES GRUNDGESETZES IN DER BRD GLAUBEN (Siehe auch VDS-Press vom 27.10.1971)
...
Folgende Fälle sind bekannt geworden:
...
- Der Lehrer Alfred Dreckmann wurde wegen seiner Mitgliedschaft in der DKP vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft aus der westdeutsch-schwedischen Kommission zur Demokratisierung des Bildungswesens abberufen."
=AStA der PH Dortmund:AStA-Information Nr.3,Dortmund 1.12.1971

26.01.1972:
An der PH Dortmund erscheint die Nr.7 'AStA-Information, DOS - Dortmunder Studentenzeitung' (vgl. 19.1.1972 2.2.1972). Berichtet wird u.a. über:"
DIE NEUE LEHRERAUSBILDUNG
...
BIS 1980 (!) KEINE ERHöHUNG DER STUDENTENZAHL AN DER PH RUHR!

Die Begründung für diese sensationelle Entscheidung:

ES IST DAVON AUSZUGEHEN, DASS GENÜGEND LEHRER VORHANDEN SIND.

Natürlich sind genügend Lehrer vorhanden, wenn man von der angeblichen Klassenfrequenz von 40 Schülern (in Schweden: 25!) ausgeht.

JEDER KOMMILITONE der in einer Schulklasse mit einer derartigen Klassenstärke schon einmal unterrichtet hat, kennt die chaotischen Zustände und die großen Anforderungen, die an jeden Schüler und auch an den Lehrer gestellt werden!"
=AStA PH Dortmund:AStA-Information Nr.7,Dortmund 26.1.1972

31.01.1972:
In der Nr.3 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. 17.1.1972, 14.2.1972) findet sich u.a. der zweite Teil der Selbstkritik des ersten Zentralkomitees der KPD/ML. Solidaritätsbriefe kommen u.a. von zwei Genossen der schwedischen KFML(R).
=Roter Morgen Nr.3,Hamburg 31.1.1972

01.05.1972:
Die KPD/ML-NE demonstriert im Wedding ab Leopoldplatz. Der KB Bremen berichtet:"
Die KPD/ML(Neue Einheit) machte die vierte Demonstration, und zwar nicht nur an erster Stelle gegen Sozial- und US-Imperialismus, sondern auch 'gegen das DGB-Kapital' und alle Arbeiterverräter aller Länder." Laut KPD/ML-Neue Einheit wird ihre Demonstration von der Polizei angegriffen. Die ca. 300 Teilnehmer der Demonstration beantworten den Polizeieinsatz "durch den geschlossenen Widerstand der Demonstration, die den Angreifern auf's Haupt schlagen". Auf der Abschlußkundgebung am Brunnenplatz wird die Demonstration erneut angegriffen, werden "eine Hetzjagd und ein Kesseltreiben gegen die einzelnen Demonstranten veranstaltet". Im Verlaufe der Demonstration werden eine Reihe Anhänger der KPD/ML-NE von der Polizei festgenommen, u.a. Thomas Ochsenfarth, Martin Weise und Wolfgang Schneider. Sie werden später u.a. wegen "versuchten Totschlags" bzw. wegen "schwerer Körperverletzung" angeklagt. Nach der 1.Mai-Demonstration beginnt für die KPD/ML-NE eine Phase der Illegalität, die auch dazu führt, daß sie sich als Organisation noch kaum in der Öffentlichkeit zeigt und in ihrer Publikationstätigkeit fast ganz auf die Bewältigung der Folgen dieser Demonstration, die u.a. auch den 'Agenten' der KPD und KPD/ML-ZK als 'hinterlistige Falle' angelastet werden, beschränkt ist. Gegen die beginnenden Prozesse gegen Weise, Schneider und Ochsenfarth bildet sich ein Justizkomitee der KPD/ML-NE. Im Herbst 1972 taucht das KPD/ML-NE-Mitglied Bernd Muckenschnabel - von einer Gefängnisstrafe bedroht - unter. Das ZK setzt sich zumindest teilweise nach Südschweden ab.

Im Verlag Neue Einheit der KPD/ML-NE erscheinen vermutlich noch diesen Monat "Dokumente zum revolutionären 1. Mai".
=Neue Einheit Nr.1,Berlin 1972,S.35;
Wahrheit Nr.4,Bremen 1972,S.5

06.05.1972:
Die LgdI der KPD berichtet von der Solidarität türkischer Patrioten (vgl. 6.5.1972) am Wochenende in Schweden:"
In Schweden wurde die türkische Botschaft in Stockholm vorübergehend besetzt. In einem Kommunique verurteilten die Demonstranten 'den türkischen Faschismus und den amerikanischen Imperialismus'."
=Internationale Solidarität Nr.4,Berlin Mai 1972,S.5

Juni 1972:
Wahrscheinlich Ende Juni/Anfang Juli 1972 erscheint vom Polit.- und Org.-Büro der KPD/ML-ZB herausgegeben, ein Rahmenplan, der "Die Aufgaben der KPD/ML zu den Neuwahlen" umreißt. Zu einer eventuellen eigenen Beteiligung an den vorgezogenen Wahlen wird u.a. formuliert:"
Allgemein gilt, daß die Schwäche der Partei Wahlbündnisse besonders notwendig macht und einen schwerpunktmäßigen Einsatz der Kräfte erfordert. Dies entspricht übrigens auch den Erfahrungen der ML in Westeuropa. Die schwedischen ML haben sich 1970 an den Reichstagswahlen beteiligt, mit einer schwerpunktmäßigen Konzentration auf Göteborg, das proletarische Zentrum in Südschweden, das auch ein Zentrum der schwedischen Streiks Anfang 1970 war, die etwa unseren Septemberstreiks entsprachen".
=KPD/ML-ZB:Die Aufgaben der KPD/ML zu den Neuwahlen (Rahmenplan),o.O. (Bochum) o.J. (1972)

24.09.1972:
Laut IGBE (vgl. 15.12.1971, 15.5.1972) soll heute in Hannover ihr 10. Gewerkschaftskongreß (vgl. 30.9.1971) beginnen (vgl. 3.1.1972), der am 28.9.1972 abgeschlossen sein soll. Innerhalb der DKP wird u.a. berichtet:"
DER 10. IGBE-KONGRESS IN HANNOVER, 24./28.8.1972
...
WERNER WEBER (Bezirk Ruhr-Ost/Dortmund): ... Wir sollten aber auch der guten Tradition der Arbeiterbewegung folgen. Wir sollten von diesem Kongreß aus unserer Pflicht zur internationalen Solidarität nachkommen. Wir sollten wie die schwedische sozialdemokratische Regierung uns dem weltweiten Protest gegen den schmutzigen amerikanischen Krieg in Vietnam anschließen und fordern: Schluß mit der Bombardierung Vietnams!

Ich glaube, unsere Kollegen der IG Chemie (CPK - vgl. 15.9.1972,d.Vf.) waren in Dortmund letzte Woche sehr gut beraten, als sie eine solche Entschließung annahmen."
=Einheit Nr.24, 10, 15 und 19,Bochum 15.12.1971, 15.5.1972, 1.8.1972 bzw. 1.10.1972,S.1, S.3, S.4 und 6ff bzw. S.1ff;
N.N. (DKP):Der 10. IGBE-Kongreß in Hannover, 24./28.8.1972,o.O. o.J. (1972)

Oktober 1972:
Die DKP Stadtteilgruppe Dortmund-Derne, Lanstrop und Scharnhorst gibt vermutlich im Oktober ihren 'Roten Pfeffer rund um Scharnhorst' (vgl. 13.3.1972, 1.11.1972) heraus. Traute Sander berichtet über:"
BUNDESDEUTSCHES BILDUNGSNIVEAU

In der DDR und auch in Schweden gilt dies Gesetz: 25 Kinder und nicht mehr gehören in eine Schulklasse, wenn der Unterricht Erfolg haben soll. In Scharnhorst an der Kautsky-Schule wäre kürzlich beinahe der Fortschritt ausgebrochen: eine 2. Klasse kam durch Umschulungen und andere Umstände auf 25 Schüler."
=Roter Pfeffer rund um Scharnhorst Mieten um 40% erhöht,Dortmund o.J. (1972)

16.10.1972:
Die SSG Hamburg gibt die Nr. 6/7 ihrer 'Roten Presse' (vgl. 3.10.1972, 30.10.1972) heraus. Gefragt wird auch: "Schweden ein 'Wohlfahrtsstaat'?".
Q: Rote Presse Nr. 6/7,Hamburg 16.10.1972,S.11

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20.11.1972:
Der KABD (vgl. 27.11.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Die SKF, Kugellagerfabrik GmbH, Schweinfurt, Tochtergesellschaft des schwedischen SKF-Konzerns, hat seit 1970 die Beschäftigtenzahl von 17 000 auf 15 800 verringert. Jetzt sieht die Konzernleitung einen weiteren Belegschaftsabbau vor. Bis Ende 1973 soll die Zahl der Beschäftigten auf rund 14 500 gesenkt werden.
=Kommunistische Pressekorrespondenz Nr.47,Tübingen 27.11.1972,S.5

21.11.1972:
Die SSG Hamburg gibt die Nr.9/10 ihrer 'Roten Presse' (vgl. 30.10.1972, 12.12.1972) heraus. Mit Hilfe der KFML(R) Schweden wird berichtet aus Kambodscha: "Breschnjew macht Profite am Krieg in Indochina".
Q: Rote Presse Nr.9/10,Hamburg 21.11.1972,S.11

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05.01.1973:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' Nr.1 (vgl. 20.12.1972, 8.1.1973) heraus. der IGM (vgl. 2.1.1973) und folgendem Text:"
WELTPROTEST GEGEN USA-BOMBENTERROR IN VIETNAM

Olaf Palme, schwedischer Ministerpräsident, beschuldigt Nixon des Kriegsverbrechens, Heinrich Böll und über 100 Schriftsteller aus der Bundesrepublik fordern von Kanzler Brandt sich schärfstens von Nixons Krieg in Vietnam zu distanzieren. Die Jungsozialisten (Jusos der SPD,d.Vf.), die DKP, die IG Metall, zahlreiche andere Verbände und Einzelpersonen fordern: Schluß mit dem Krieg in Vietnam. Doch noch ist dem Kriegsverbrecher Nixon nicht das Handwerk gelegt. Darum gilt es den Protest gegen den Krieg der USA zu verstärken. Es gilt dem kämpfenden und leidenden Volk Vietnams zu helfen. Die DKP-Betriebsgruppe ruft auf: Übt Solidarität mit Vietnam, spendet für die 'Hilfsaktion Vietnam e.V.'."
=Heisse Eisen Nr.1,Dortmund 5.1.1973

07.01.1973:
In Dortmund findet eine Sitzung vermutlich der Sympathisantengruppe des KOV der KPD (vgl. 9.1.1973) statt. Der einzige Tagesordnungspunkt ist die Vietnam-Kampagne (VK):"
ALLGEMEIN:

Daß die VK jetzt mit größtmöglicher Intensität geführt werden muß, erklärt sich vor allem aus der Sabotierung des 9-Punkte-Abkommens und der schließlichen Wiederaufnahme des Bombenterrors durch die USA-Imperialisten. Seit der Wiederaufnahme des Bombenterrors ist der Vietnam-Krieg in eine entscheidende Phase getreten.

Sogar die bürgerliche Presse (z.B. der 'Spiegel') und auch bürgerliche Regierungen (z.B. Schweden) mußten diesen Terror verurteilen.
...
EIN WICHTIGER HEBEL ZUR MOBILISIERUNG UND WEITEREN UNTERSUCHUNGSARBEIT IST DIE BEZIRKS-SMV

Dazu wird - wenn möglich - zum Freitag, 12.1.. um 18 Uhr eine BSMV-VV einberufen (endgültiger Termin: Dienstag). Einladungen gehen noch am Montag raus, verantwortlich: Y.

Die VK wird als Tagesordnungspunkt mitaufgeführt. Zu dieser VV bereitet sich jeder auf die unten genannten inhaltlichen Schwerpunkte vor.

Speziell bereiten sich vor:
...
B.: Rolle der BRD (auch Brandt), auch gegenüber anderen demokratischen Regierungen (z.B. Schweden)."
=N.N.:Protokoll der Sitzung vom 7.1.1973,Dortmund o.J. (Jan. 1973)

15.01.1973:
Anfang bis Mitte dieser Woche gibt der AStA der PH Dortmund seine 'DOS' - Dortmunder Studentenzeitung Nr.18 (vgl. 15.12.1972, 29.1.1973) heraus. Im ersten Artikel heißt es u.a.:"
SOLIDARITÄT MIT DEM VIETNAMESISCHEN BEFREIUNGSKAMPF!
...
Selbst der schwedische Regierungschef Olaf Palme (vgl. S5.**.197*,d.Vf.) hat sich gegen den Bombenterror der US-Regierung gewandt.

Auch in der BRD und Westberlin verurteilen große Teile der Bevölkerung die Verbrechen der USA. Dagegen hat sich 'unser Friedenskanzler' Brandt bisher noch nicht gegen den Völkermord der USA in Vietnam gewandt."
=DOS Nr.18,Dortmund o.J. (Jan. 1973)

20.01.1973:
Dortmunder Vietnamdemonstration der Initiative Internationale Vietnam Solidarität (IIVS) um 11 Uhr auf dem Mehrzweckplatz Ebersstr./Münsterstr.

Die Ortsgruppen Dortmund der KPD/ML-ZK, ihrer Roten Garde (RG) und ihres KSB/ML verteilen ein Flugblatt:"
STOPPT DEN VÖLKERMORD!
...
Das vietnamesische Volk sieht sich heute in seinem Kampf umgeben von einer breiten internationalen Solidarität. Die australischen Hafenarbeiter entladen aus Protest gegen die Wiederaufnahme des Bombenterrors keine amerikanischen Schiffe mehr. Nobelpreisträger verurteilen den Völkermord in Vietnam. Die dänische Regierung; der schwedische Ministerpräsident und zahlreiche andere Persönlichkeiten im politischen und kulturellen Leben vergleichen die US-Politik mit dem einzigen, was noch einen Vergleich zuläßt: Mit der Politik des Massenmordes und der verbrannten Erde eines Adolf Hitlers."
=KPD/ML-ZK-, RG-, KSB/ML-OG Dortmund:Stoppt den Völkermord,Dortmund 20.1.1973

24.03.1973:
Ca. 2 000 Mitglieder und Sympathisanten von NVK, LgdI und KPD kommen, nach eigenen Angaben, in Frankfurt zu einer BRD-weiten Demonstration um 11 Uhr 30 ab Römerberg zusammen, um ihre "Solidarität mit dem Kampf der indochinesischen Völker" zum Ausdruck zu bringen. Dieselbe Teilnehmerzahl verbreitet auch die ebenfalls anwesende KPD/ML-ZK. Sowohl vom Meeting als auch der Demonstration berichtet die KPD u.a.:"
Das Zentralkomitee der schwedischen FNL-Gruppen und das Dänische Vietnam-Komitee sandten der Versammlung herzliche Kampfesgrüße. Die dänische Vertreterin betonte die Notwendigkeit der weiteren Unterstützung des Kampfes der indochinesischen Völker und entlarvte die verdeckte Unterstützung, die die sozialdemokratischen Regierungen dem USA-Imperialismus und den Thieu-Faschisten zukommen lassen."
=Roter Morgen Nr.13,Hamburg 7.4.1973;
Rote Presse Korrespondenz Nr.9/10,Berlin ***1973,S.10;
NVK:Unterstützt die Vietnam-Hilfe - Alles für den Sieg,Bonn o.J. (1973);
VA Dortmunder Oberschüler:Solidaritätsfest des Vietnamausschusses Dortmunder Oberschüler,Dortmund o.J. (1973);
Rote Fahne Nr.12 und 13,Dortmund 21.3.1973 bzw. 28.3.1973,S.1 bzw. S.1 und 6

03.04.1973:
Die Nr.2 der 'Solidarität' - Informationsblatt der GIM – Gruppe Internationale Marxisten erscheint in Dortmund (vgl. 20.3.1973, 23.4.1973). Der Artikel "Zum 1. Mai" führt u.a. aus:"
Die letzten Jahre waren auch in Europa gekennzeichnet durch die Verschärfung des Klassenkampfes. In Frankreich, England (Großbritannien,d.Vf.), Italien, Belgien, Holland (Niederlande,d.Vf.), Spanien, der BRD und selbst in den als sozial stabil bezeichneten skandinavischen Ländern wie Dänemark und Schweden befanden sich hunderttausende Arbeiter im Streik."
=Solidarität Nr.2,Dortmund 3.4.1973

09.04.1973:
Die Nr.4 der 'Arbeiter-Zeitung' der KG(NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 5.3.1973, 25.4.1973) erscheint vermutlich in dieser Woche. Berichtet wird u.a. von der Gründung der KP Schwedens.
=Arbeiter-Zeitung Nr.4,Mannheim Apr. 1973

August 1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Aachen des AB (vgl. 27.8.1973) berichtet vermutlich u.a. aus dem August über die KSZE:"
EUROPÄISCHE UNSICHERHEITSKONFERENZ
...
Rumänien, Jugoslawien, Schweden und die Schweiz drängten darauf, auf der Konferenz die Sicherheit Europas zu diskutieren. Malta und einige andere Länder forderten, die Sicherheit im Mittelmeer in die Tagesordnung aufzunnehmen. Aber weder die USA noch die Sowjetunion zeigten die Bereitschaft, diese Fragen zu diskutieren, die sich doch wahrhaftig auf die europäische Sicherheit beziehen."
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.2/3,Aachen Juli/Aug. 1973,S.13f

13.10.1973:
Die Gruppe Arbeiterstimme (ARSTI) beginnt mit ihrer zweitägigen Jahreskonferenz (vgl. 21.10.1972). Anwesend sind nach eigenen Angaben Mitglieder, Sympathisanten und Gäste u.a. aus Schweden.
=Arbeiterstimme Nr.4 und 5,Nürnberg 22.9.1973 bzw. 3.12.1973

15.10.1973:
Der KBW berichtet u.a. aus heutigem Anlaß:"
BOTSCHAFT VERWEIGERT ASYL
BRD-BOTSCHAFT STÜTZT MILITÄRJUNTA

Unmittelbar nach dem Putsch in Chile veranstaltete die SPD in mehreren Städten Veranstaltungen. In ihren Flugblättern, mit denen die SPD zu Veranstaltungen aufrief, heißt es: 'Unsere Solidarität gehört der arbeitenden bevölkerung in Chile'. Wie es mit den Taten aussieht, war aus einem Beitrag der sendung REPORT im 1.Fernsehprogramm (ARD,d.Vf.) vom 15.10. zu erfahren. Im Gegensatz zu den Botschaftsresidenzen von Finnland, Holland (Niederlande, d.Vf.), Schweden oder der Schweiz, um nur einige zu nennen, gewährt die deutsche Botschaft keinerlei Schutz für chilenische Volksfrontanhänger und andere Verfolgte der Militärjunta. Auf entsprechende Fragen reagierte der deutsche Botschafter gegenüber den Reportern äußerst gereizt und nervös, und berief sich auf diplomatische Gepflogenheiten und das 'Völkergewohnheitsrecht'. Aber das Verhalten der deutschen Botschaft entspricht nicht nur den Gewohnheiten der Imperialisten, die das chilenische Faschistenregime unterstützen und nicht das Völkerrecht. Die Verweigerung des 'Rechts auf einstweilige Zuflucht' für Verfolgte, zeigt, daß die deutsche Botschaft nur dem einen dient: Der Vertretung westdeutscher Kapitalinteressen in Chile und dafür ist die faschistische Diktatur nur günstig.

Daran hat auch eine SPD-Regierung nichts geändert. Während der gesamten Regierungszeit der chilenischen Volksfrontregierung wurde der deutsche Botschafter einmal vorstellig: zum Schutz deutscher Unternehmen vor Verstaatlichungsmaßnahmen."
=Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.10

26.11.1973:
Der UB Dortmund der Jusos der SPD gibt vermutlich in dieser Woche seine 'Juso Information' Nr.4 (vgl. 23.7.1973, 3.12.1973) heraus. Von Peter-Paul Walter und Hans-W. Fischer stammt ein:"
OFFENES ANTWORTSCHREIBEN DER AG APLERBECK AN IHRE BESORGTEN EVINGER FREUNDE
...
Das Verhalten der französischen und schwedischen Sozialdemokraten, besonders des Gen. Olof Palme, mit Kommunisten zu paktieren, ist sicherlich schärfstens zu verurteilen.
...
Eure AG Aplerbeck"
=SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.4,Dortmund 1973

30.11.1973:
Der KSB Bremen gibt die Nr.16 seiner 'Unter dem Roten Banner' (vgl. 24.10.1973, 30.1.1974) heraus, in der er sich u.a. mit Schweden befaßt.
=Unter dem Roten Banner Nr.16,Bremen 30.11.1973

18.02.1974:
Die Ortsgruppe (OG) Dortmund der Roten Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt vermutlich heute ein Flugblatt heraus:"
FREISPRUCH FÜR DIE ANGEKLAGTEN IM DORTMUNDER VIETNAMPROZESS!
SOLIDARITÄT HILFT SIEGEN!
DEN VÖLKERMORD KANN MAN NICHT VERGESSEN MACHEN!

Es war auf dem Höhepunkt der amerikanischen Bombenangriffe auf Vietnam. Während Nixons Bomberflotte Fabriken, Wohnviertel, Schulen und Krankenhäuser in Hanoi und Haiphong ausradierte, erhoben sich überall Stimmen des Protestes. Schwedens Ministerpräsident Palme z.B. nannte die Bombenangriffe 'Greueltaten, die mit den Verbrechen der Nationalsozialisten in Oradour, Lidice und Treblinka vergleichbar sind.' Aber bei uns in der BRD, einem Land, das faschistische Terrorherrschaft und Bomberherrschaft gegen Zivilisten kennt, bei uns schweigt die Regierung, schweigt - und zahlt: 'Devisenausgleichszahlungen, direkte 'Militärhilfe' für den Kriegsverbrecher Nixon aus unseren Steuergeldern!"
=RH e.V.-OG Dortmund:Freispruch für die Angeklagten im Dortmunder Vietnamprozeß!,Dortmund o.J. (Feb. 1974)

22.05.1974:
In der Nr.21 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 15.5.1974, 29.5.1974) meint die KPD, die LgdI müsse für die Revolution eintreten, was sonst drohe könne man an den FNL-Gruppen in Schweden sehen, die jetzt sozialdemokratisch seien.
=Rote Fahne Nr.21,Dortmund 22.5.1974

29.06.1974:
In Köln führt die KPD eine Großveranstaltung zum Abschluß ihres 1.Parteitages (vgl. 26.6.1974) mit 6 000 Personen durch.
Anwesend sind, laut KPD, auch Vertretungen u.a. der KFML R Schweden.
=Rote Fahne Nr.22, 26, 27 und 29,Dortmund 29.5.1974, 26.6.1974, 3.7.1974 bzw. 17.7.1974

18.10.1974:
In Bonn geben KPD, KJV, KOV, KSV und LgdI heute ein Flugblatt heraus:"
DER PROZESS GEGEN DIE SIEBEN ANTIFASCHISTEN UND KOMMUNISTEN DARF NICHT STATTFINDEN!
...
12.OKTOBER 1971

Der japanische Kaiser Hirohito besucht die BRD und andere westeuropäische Länder. In Dänemark, England (Großbritannien,d.Vf.), Schweden und den Niederlanden wurde der Massenmörder Hirohito von Tausenden angeprangert."
=KPD, KSV, KOV, KJV, LgdI:Der Prozeß gegen die sieben Antifaschisten und Kommunisten darf nicht stattfinden!,o.O. (Bonn) o.J. (18.10.1974)

Mai 1975:
Die Nr.9 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Feb. 1975, Juni 1975) für Mai/Juni erscheint vermutlich im Mai. Berichtet wird von den Schwesterzeitungen, u.a. der 'Offensiv' in Schweden.
=Voran Nr.9,Köln Mai/Juni 1975

02.11.1975:
In Stockholm in Schweden hält, laut KPD, Ernst Aust (KPD/ML) eine positive Rede, die aber von der KPD/ML totgeschwiegen werde, da er dort den Sozialimperialismus als gefährlicher als den US-Imperialismus oder gar den BRD-Imperialismus eingeschätzt habe.
=Rote Fahne Nr.26,Köln 30.6.1976,S.10

18.11.1975:
Die KPD gibt ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.2 (vgl. 11.11.1975, 25.11.1975) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Beziehungen zwischen Schweden und China.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.2,Köln 18.11.1975

25.11.1975:
Die KPD gibt ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.3 (vgl. 18.11.1975, 2.12.1975) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Angriffe der SU auf Japan, Schweden und Norwegen.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.3,Köln 25.11.1975

29.12.1975:
In Stockholm in Schweden wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein Hungerstreik gegen die zehn Todesurteile im Iran (vgl. 29.12.1975) durchgeführt.
=Rote Fahne Nr.1,Köln 7.1.1976

07.02.1976:
Zum bundesweiten Forum bzw. "Meeting gegen politische Unterdrückung in Kulturinstitutionen und Massenmedien" der Vereinigung Sozialistischer Kulturschaffender (VSK) unter Schirmherrschaft von Ernst Bloch im Congress Centrum Hamburg (CCH) kommen, laut KPD, 1 000 bzw. nahezu 1 000 Personen u.a. aus Berlin und Würzburg in Bayern. Anwesend ist auch Jan Myrdal aus Schweden.

Aufgerufen wurde auch zu einer Demonstration der KPD gegen politische Unterdrückung.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.4 und 6,Köln 27.1.1976 bzw. 10.2.1976;
Rote Fahne Nr.3, 4, 5 und 6,Köln 21.1.1976, 28.1.1976, 4.2.1976 bzw. 11.2.1976,S.*, S.*, S.* bzw. S.3

12.03.1976:
In Berlin findet, laut und mit KPD, eine Veranstaltung der Gesellschaft für neue Literatur mit Gästen aus Schweden, u.a. Jan Myrdal statt.
=Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976

24.03.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.12 (vgl. 17.3.1976, 31.3.1976) heraus. Berichtet wird vom März-Plenum des ZK (vgl. März 1976). Eingegangen wird auch auf den Protest in Schweden gegen die bundesdeutschen Berufsverbote (BV).
=Rote Fahne Nr.12,Köln 24.3.1976

13.04.1976:
In Stockholm in Schweden findet, laut KPD, eine Veranstaltung der Sär demokratiska fre-och rättigheter in Västyskland (Aktionsgruppe für demokratische Freiheit und Rechte in Westdeutschland) gegen die politische Unterdrückung in der BRD, u.a. durch die 13. und 14. Strafrechtsänderung (SRÄ), mit 1 000 Personen, u.a. Gerd Heide (KPD) aus Hamburg und Ingeborg Drewitz statt. Ossip K. Flechtheim war durch Krankheit verhindert.
Reden werden u.a. gehalten von Gerd Heide und Jan Myrdal.
=Rote Fahne Nr.16 und 17,Köln 21.4.1976 bzw. 28.4.1976

11.05.1976:
Die KPD gibt die Nr.19 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD) (vgl. 4.5.1976, 18.5.1976) heraus. Vom 1.Mai wird u.a. berichtet über die SKP Schweden.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.19,Köln 11.5.1976

13.05.1976:
In Göteborg in Schweden beginnt, laut KPD, der 'Erste internationale Kongreß gegen Atomenergie' mit TeilnehmerInnen aus Skandinavien, den USA, Japan, Neuseeland und der Schweiz, der bis zum 16.5.1976 dauert. Aus der 'BRD' sei nur ihr Professor Jens Scheer aus Bremen anwesend gewesen.
=Rote Fahne Nr.21,Köln 26.5.1976

14.05.1976:
Der WDR berichtet heute, laut KPD, über eine Podiumsdiskussion in Schweden über Berufsverbote (BV) und politische Unterdrückung in der 'BRD', an der auch NRW-Justizminister Posser (SPD) teilnahm, wobei er, laut KPD und Rh e.V. " dreist vor der schwedischen Öffentlichkeit behauptete: Es gibt keine politische Unterdrückung in der BRD, das Programm der KPD darf ungehindert verbreitet werden."
=Rote Fahne Nr.20,Köln 19.5.1976;
KPD-RK NRW, RH e.V.:Freispruch für Thomas Luczak!,Dortmund o.J. (15.7.1976),S.2

24.05.1976:
In Berlin findet, laut KPD, vermutlich in dieser Woche eine Ausstellung schwedischer Politagitprop-Plakate statt.
=Rote Fahne Nr.22,Köln 2.6.1976

25.05.1976:
Die KPD gibt die Nr.21 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD) (vgl. 18.5.1976, 1.6.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. den Protest in Schweden gegen die politische Unterdrückung in der 'BRD', wie z.B. den Paragraphen 88a.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.21,Köln 25.5.1976

26.05.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.21 (vgl. 19.5.1976, 2.6.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Chinafilme des schwedischen Regisseurs Joris Ivens.
=Rote Fahne Nr.21,Köln 26.5.1976

02.06.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.22 (vgl. 26.5.1976, 9.6.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. den Protest im Ausland, besonders in Schweden, gegen die politische Unterdrückung in der 'BRD'.
=Rote Fahne Nr.22,Köln 2.6.1976

21.06.1976:
Die Nr.4 der 'Zündkerze' - Betriebszeitung der KPD/ML für Opel-Bochum (vgl. 22.4.1976, Dez. 1977) erscheint vermutlich in dieser Woche:"
'HUMANISIERUNG AM ARBEITSPLATZ'
...
IM KAPITALISMUS: HUMANISIERUNG GLEICH VERSCHÄRFTE AUSBEUTUNG

Das wird deutlich, wenn man sich die Ergebnisse zur Humanisierung der Arbeitswelt ansieht: Volvo hat in den letzten Jahren festgestellt, daß es wesentlich günstiger für seine Produtkion ist, wenn in bestimmten Teilbereichen von Fließbandarbeit abgesehen wird. Es stellte sich nämlich nach einigen Versuchen heraus, daß die Kollegen, die nicht mehr an Fließbändern eingesetzt wurden, wesentlich mehr produzierten, als soclhe, die weiter am Fließband arbeiteten. D.h.: der Kapitalist hatte neue Methoden gefunden, die Arbeiter noch mehr auszupressen, denn von nun an stiegen die Arbeitshetze und die Produktionsziffern.

Die westdeutschen Autoproduzenten konnten diese Stärkung der Konkurrenz in Schweden nicht mit ansehen und investierten 'in die Bemühungen zur Humanisierung am Arbeitsplatz'. So konnten im April (vgl. Apr. 1976,d.Vf.) alle Autofirmen in Essen stolz verkünden, daß auch in ihren Werken Gruppen arbeiten, die neue Methoden der Produktionssteigerung ausprobierten. Alle Firmen legten dabei besonderen Wert auf Untersuchungen, die prüften, ob Fließbandarbeit durch 'produktivere' Arbeit ersetzt werden kann. VW, einer der größten Autohersteller, konnte als erster Erfolge aufweisen. Z.B. wurde früher das Nähen von Wagensitzen am Fließband durchgeführt. Damals wurden zur Fertigung eines Sitzes 32 Minuten benötigt. Heute fertigt eine Kollegin in allen Arbeitsgängen den Sitz selbständig in 27 Minuten. Die Fließbandarbeit wurde in diesem Bereich sofort durch andere ersetzt, die den Kapitalisten ohne Merhaufwand höheren Profit bringt. Dieses Beispiel zeigt deutlich: Erforschung wissenschaftlicher Methoden zur Humanisierung des Arbeitsplatzes bedeutet, Verschärfung der Ausbeutung und Erhöhung des Profits."
=Zündkerze Nr.4,Bochum Juni 1976

07.09.1976:
Die KPD gibt ihren 'Rote Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.34 (vgl. 24.8.1976, 21.9.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln Demonstrationen zur CSSR-Invasion 1968 u.a. in Schweden.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.34,Köln 7.9.1976

15.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.50 (vgl. 8.12.1976, 22.12.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. die SKP Schweden.
=Rote Fahne Nr.50,Köln 15.12.1976

16.05.1977:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.104 (vgl. 29.4.1977, 31.5.1977) heraus. Der Artikel "ML-Internationale: Ein totgeborenes Kind!" geht zunächst davon aus, daß Enver Hoxha auf dem 7.Parteitag der PAA erklärte, daß "eine Situation eintreten (kann), in der man sogar zu einer großen Beratung der Vertreter aller marxistisch-leninistischen kommunistischen und Arbeiterparteien gelangt". Dem Artikel folgend soll es angesichts der Differenzen zur chinesischen Außenpolitik zu einer Blockbildung im ML-Lager gekommen sein. Zum chinesischen Block sollen u.a. gehören die KPD und die SKP (Schweden).
=Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977

25.05.1977:
Laut KB hielt die KPD Ende Mai in Westberlin eine Konferenz "zum Thema 'Die Sowjetunion heute - eine imperialistische Supermacht' ab.
Eingeladen hatte die von der KPD herausgegebene Zeitschrift 'Befreiung' ... Unter den illustren Gästen waren u.a. T. Brunila von der Organisation Marxistisch-Leninistische Gruppen Finnlands, C. Ricardo (von der halbfaschistischen portugiesischen PCP/ML), Y. Dageli (bekannter türkischer Vaterlandsverteidiger) und der Schwede Nils Holmberg (Mitglied oder Sympathisant der vaterländischen SKP).
Weitere Gäste waren R. Biel (Großbritannien), E. Brund und J. Hersch (Dänemark), Dr. F. Girling (GB), R. Hensman (Sri Lanka/GB), St. Lindgren (Schweden), J. Maubert (Frankreich), P. Meyns (BRD), Nishino und Sakuma aus Japan, Prof. Sharma aus Indien".
=Arbeiterkampf Nr.107,Hamburg 27.6.1977,S.59

Oktober 1977:
Der DKP Kreisvorstand Dortmund gibt vermutlich im Oktober eine Broschüre heraus:"
HOESCH - NICHT NUR EIN NAME FÜR STAHL
HOESCH-ANALYSE
von Arbeitern, Angestellten und Wissenschaftlern

'HOESCH - EIN NAME FÜR STAHL'
...
1924 - 1929: Hoesch vergrößert seinen Herrschaftsbereich durch den Erwerb oder die Beteiligung an vierzehn Betrieben vor allem der Weiterverarbeitung von Stahl, durch die Beteiligung an einer norwegischen und drei schwedischen Erzgruben, durch die Bildung der Schmiedag AG usw."
=DKP-KV Dortmund:Hoesch - Nicht nur ein Name für Stahl,Dortmund o.J. (1977)

04.01.1980:
Nach einem Bericht des KB beginnt sein 1. Kongreß, der bis zum 6.1.1980 dauert. U.a. nimmt an dem Kongreß teil aus Schweden die Tyksland-Gruppe. Grüße bzw. Grußtelegramme werden auch von verlesen vom Förbundet Kommunist Schweden.
=Unser Weg Nr.32,Hamburg 1980;
Arbeiterkampf Nr.169,Hamburg 14.1.1980,S.46ff

18.07.1985:
Die KPD (ex KPD/ML) berichtet anläßlich des Antikriegstages (AKT - vgl. 1.9.1985):"
EUREKA

Am 18. Juli wurde in Paris die 'Europäische Technologiegemeinschaft' (Eureka) von den EG-Staaten und der Schweiz, Österreich, Schweden und Norwegen gegründet."
=Stählerne Faust,Dortmund 29.8.1985,S.4


Letzte Änderungen: 23.1.2011

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