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Proteste vor Amerikahäusern in der BRD

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 2.12.2007

Die in verschiedenen Städten der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin befindlichen Amerikahäuser waren bei zahllosen Protesten, vor allem gegen den Vietnam- bzw. Indochinakrieg, aber auch gegen den US-Imperialismus allgemein oder dessen Rolle in anderen Ländern, wie Griechenland (vgl. 18.11.1973) oder Oman (vgl. Juni 1976) Ziel oder zumindest Zwischenstation von Demonstrationen. Hier kann nur ein kleiner Ausschnitt dieser Proteste geschildert oder erwähnt werden, bei denen es immer wieder auch zu gesetzwidrigen Aktionen kam, die in verschiedenen Städten mit Anlass zu heftigen Repressionen boten, wie u.a.:

Besetzung des Amerika_Hauses 1973 in Heidelberg

Nun zu weiteren einzelnen Amerikahäusern und den uns von dort bekannt gewordenen Protestaktionen.

Demonstration 1972: Ami go homeAus Westberlin wurden hier zahlreiche Demonstrationen und Kundgebungen erfasst, bei denen es oft zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei oder auch Übergriffen dieser kam, wie bereits einleitend für diese wie immer unvollständige Darstellung (vgl. 27.2.1969). Andere Demonstrationen mit oft mehreren Tausend TeilnehmerInnen blieben dann offenbar weitgehend von solcherlei Auseinandersetzungen verschont (vgl. 13.5.1972, 8.7.1972, 28.10.1972), bis die täglichen Proteste gegen die Eskalation der US-Bombenangriffe auf die DR Vietnam (vgl. 3.1.1973) und die folgende Demonstration (vgl. 20.1.1973) von der Polizei angegriffen werden, was aber weitere Proteste nicht verhindert (vgl. 22.1.1973, 27.1.1973, 24.2.1973, 9.4.1973, 16.10.1973, 25.1.1975), das zentral gelegene Amerikahaus bleibt Bestandteil vieler Demonstrationsrouten. In Westberlin kam es daneben aber auch zu Anschlägen auf das Amerikahaus (vgl. 16.3.1969, 5.5.1970).

In Hamburg gibt es einleitend einen Angriff aufs Amerikahaus, was vermutlich Fensterscheiben kostet (vgl. 1.2.1969) und vier Jahre später in ähnlicher Form wiederholt wird (vgl. 7.4.1973).

Während in München gar Universitätsinstitute im Amerikahaus ihre Heimat finden (vgl. 11.2.1969) und dort vermutlich auch später der Protest friedlich bleibt (vgl. 6.2.1971, 4.1.1973, 11.1.1973), sich nur der Untergrund militant äußert (vgl. 16.1.1971), kommt es in Stuttgart zu Steinwürfen (vgl. 13.4.1969), aus Ludwigshafen wird die Abgrenzung zwischen DKP und den Linksradikalen geschildert (vgl. 12.3.1971), die auch in Kiel das örtliche Amerikahaus angreifen möchten (vgl. 12.1.1973), während dasjenige in Frankfurt offenbar nicht feuerfest ist (vgl. 20.1.1973).



Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

01.02.1969:
In Hamburg besuchen, laut KPD/ML, 1 800 eine Veranstaltung im Audimax gegen Neofaschismus und Imperialismus. Danach werden Amerikahaus, PanAm und US Lines angegriffen.
=Roter Morgen Feb. 1969,Hamburg 1969

11.02.1969:
Laut 'apo press' besetzen Studenten des Instituts für Zeitungswissenschaft "das im Amerikahaus untergebrachte Institut und erklärten es zum ersten befreiten Institut der Universität München: Bahman-Nirumand-Institut", womit Bezug auf den Iran genommen wird.
=apo press Nr.6,München 18.2.1969,S.2

27.02.1969:
In Berlin findet ab 11 Uhr ab Schloß Charlottenburg eine Demonstration gegen den Besuch von USA-Präsident Nixon statt.

Die 'Agit 883' berichtet:"
Gegen 12 Uhr schlugen 4 Bullen den 19-jährigen Schüler Joachim L. ... am Amerika-Haus zusammen. Eine eingeworfene Fensterscheibe wurde ihm angelastet. Ihm wurde der rechte Arm drei Mal gebrochen. Eineinhalb Stunden mußte er auf seinen Abtransport ins Krankenhaus warten. Die Bullen, die ihn einlieferten, verschwanden ohne Hinterlassung ihrer Personalien. L ... ist Schüler an der Hermann-Hesse-Schule, Klasse 12. Er liegt z.Zt. im Elisabeth-Krankenhaus ... . Besucht ihn!! Zeugen und Fotos werden dringend gesucht! Melden im Ermittlungsausschuß (EA,d.Vf.) ... . Aussagen NUR an Triem oder Budee. Die Brüche sind äußerst kompliziert und können schwerwiegende Folgen haben."
=Agit 883 Nr.3 und 4,Berlin 27.2.1969 bzw. 6.3.1969,S.4 bzw. S.3f

16.03.1969:
In Berlin verfaßt Rolf Ficker folgende Erklärung:"
ERKLÄRUNG

Ich, Rolf Ficker, hatte die Absicht, das 'Amerika-Haus' in West-Berlin, Hardenbergstr., in Brand zu setzen.
Bevor ich zu dem Grund komme, möchte ich feststellen, daß ich Linkssozialist bin. Verehre Che, Castro, Mao, Marx und Engels.
Es reicht nicht, in der Öffentlichkeit etwas gegen den verbrecherischen Krieg der USA in Vietnam zu sagen. Reden allein genügt nicht! Wir haben gelernt, daß Reden ohne Handeln unrecht ist.
Ich gebe zu, daß es Ohnmacht war, die dieser Tat zugrunde lag.
Aber sehr oft steht auf der Seite der Ohnmacht das Recht.
Es sah so aus, als ob die Revolution in der Literatur hängenbleiben würde, ohne an die Praxis heranzukommen.
Ich sah die Gefahr, vom System gefressen und verdaut zu werden, wenn ich nicht zur Gewaltaktion übergegangen wäre.
Es gibt für jede unterdrückte Minderheit das Recht auf Widerstand! Widerstand auch mit außergesetzlichen Mitteln, wenn die gesetzlichen Mittel versagen!
Wir als Deutsche sind verpflichtet, den Krieg der USA in Vietnam nicht nur zu verurteilen, sondern durch gewaltsame Aktionen der Welt zu zeigen, daß es in unserem Land noch Menschen gibt, die aus der schlechten Vergangenheit die Lehre gezogen haben.
Dieses sind wir den hingemordeten unschuldigen Menschen in der ganzen Welt
schuldig.
Haben wir alle den Mord an Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 in Westberlin oder den Mordanschlag auf Rudi Dutschke im April 1968 vergessen???
Erkennen wir endlich, wir leben weder in Westberlin noch in Westdeutschland in einer sogenannten Demokratie.
Wir befinden uns auf dem besten Wege zum Neofaschismus!
Denkt an Buchenwald und Dachau!!!"
=Agit 883 Nr.6,Berlin 20.3.1969

13.04.1969:
Auf dem Stuttgarter Ostermarsch werden, laut RJ/ML, 1 000 rote Fahnen getragen und 1 000 Sondernummern des 'Rebell' vertrieben. Beim Ostermarsch in Stuttgart kommt es zur Spaltung zwischen einem "militanten Block" und einem "von knapp 200 Leuten ... friedlich-koexistenten Block". Rund tausend Demonstranten des "militanten Blocks" ziehen zunächst zum Amerikahaus, wo sie "gegen das Gebäude einen Steinhagel losließen". Das zweite Ziel der Jugendlichen war das Gebäude der SPD-Funktionäre, das mit dem Ruf "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!" angegriffen wurde. Ein weiteres Ziel der Demonstranten war die Deutsch-Überseeische Bank. Nachher versammelte sich der Block zu einem Teach-in. Auch Vertreter des ZAK verteidigen auf diesem Teach-in die militanten Aktionen und vertreten ein "Programm der fortschrittlich und kämpferischen Jugend".
=Rebell Nr.8,Mannheim Apr. 1969

15.12.1969:
In Köln findet, laut 'apo press', eine erste Vietnamdemonstration (vgl. 20.12.1969) statt, die von SDS, GIM, SJD, AUSS, Trikontinentalem Studentenbund, KPD/ML, Rote Garde (RG) Köln und Club International (CI) organisiert ist. Die rund 1 000 Teilnehmer sollen sich u.a., besonders da kaum Polizei zugegen war, mit Steinwürfen gegen das griechische Konsulat und das Amerikahaus befaßt haben. Auch die DKP berichtet von den 'Krawallen' der 'Antiautoritären'.

Im Vorfeld der Aktion kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen der GIM und den IKD (vgl. 12.12.1969).
=Apo press Nr.1,Köln Jan. 1970;
Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.4,Essen 22.1.1970,S.11


22.04.1970:
In Heidelberg findet eine Demonstration des SDS statt. Als diese am Amerikahaus vorbeikommt, entzündet sich dort, nach einem Bericht des Innenministeriums Baden-Württemberg, in einem Bücherregal eine Nebelkerze mit Zeitzünder und verursacht einen Schaden von 300 bis 400 DM.
=Innenministerium Baden-Württemberg: Verfügung: Verbot und Auflösung der Hochschulgruppe Heidelberg des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, Stuttgart 24.6.1970, zitiert nach: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.10, Bochum 29.6.1970

05.05.1970:
Manfred Funke (vgl. Nov. 1977) berichtet vom linken Terrorismus in der 'BRD' (vgl. Berlin 28.4.1970, Berlin 14.5.1970) aus Berlin:"
Brandanschlag mit Molotow-Cocktail auf das Amerika-Haus."
=Funke, Manfred:Terrorismus,Bonn 1977,S.332

06.05.1970:
In Heidelberg führt der SDS Heidelberg eine Demonstration durch, die von Joscha Schmierer angemeldet wurde, und, nach einem Bericht des Innenministeriums Baden-Württemberg, u.a. darin bestand Steine und Metallstücke gegen das Amerikahaus und das Kaufhaus Horten zu schleudern, was einen Schaden von ca. 3 000 DM verursacht haben soll. Laut DKP geht es um Kambodscha.
=Unsere Zeit Nr.21,Düsseldorf 23.5.1970,S.*;
Innenministerium Baden-Württemberg: Verfügung: Verbot und Auflösung der Hochschulgruppe Heidelberg des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes,Stuttgart 24.6.1970, zitiert nach: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.10,Bochum 29.6.1970


09.05.1970:
In Berlin beteiligen sich, laut der selbst aufrufenden KPD/AO, 15 000 an der Kambodschademonstration vom Kreuzberger Mehringdamm durch Schöneberg zum Amerikahaus, dort habe ein Polizist dann einen Schuß abgegeben. Offiziell heißt die Aktion Solidaritätsdemonstration für die "Kämpfenden Völker Vietnams, Laos, Kambodschas".

Laut KPD/ML-ZB demonstrierten 8 000 Studenten, die versuchten das Amerikahaus zu stürmen und dort eine Massenschlägerei mit der Polizei provozierten. Die traurige Bilanz der Aktion seien 250 verletzte Polizisten, 2 angeschossene Menschen und 2 tote Pferde. Dem Proletariat dienten nicht militante Demonstrationen sondern die Bildung von Betriebsgruppen in den wichtigsten Betrieben, diese aufzubauen heiße den Klassenkampf bei uns voranzutreiben.

Wegen der Demonstration kommt es später zu Festnahmen von mindestens 3 Personen (vgl. 29.1.1971). Bei der KPD hat sich die Teilnehmerzahl 1975 schon auf ca. 20 000 erhöht.

Der KJVD der späteren KPD/ML-ZB (vgl. Juni 1970) berichtet:"
In Berlin schossen bei der letzten Demonstration Polizisten auf Demonstranten.

Innensenator Neubauer (SPD,d.Vf.) drohte mit dem Einsatz von Handgranaten und Maschinengewehren."

Von den Schüssen berichtet auch die OG Mannheim der KPD/ML bzw. KPD/ML-ZK (vgl. 14.5.1970).
=KPD/ML-OG Mannheim:Kampf dem US-Imperialismus!,Mannheim o.J. (Mai 1970),S.2;
KPD-ZK:Vorwärts im Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten. Kritik an der politischen Linie der KPD/ML,Köln 1975,S.214;
Rote Presse Korrespondenz Nr.65 und 100,Berlin ***1970 bzw. 29.1.1971;
Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.2,Bochum o.J. (1970),S.9;
Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken,Berlin Mai 1970;
Rote Fahne Sdr.ausg. und Nr.16,Berlin bzw. Köln Mai 1970 bzw. 21.4.1976;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.1,Bochum 15.5.1970;
Duve,Freimut:Aufbrüche. Die Chronik der Republik 1961 bis 1986,Hamburg 1986


12.05.1970:
In Köln findet, laut 'apo press', eine zweite Kambodschademonstration (vgl. 8.5.1970) statt, auf der ca. 3 000 Demonstranten von SDS, AStA der Uni, AUSS, AKS, AELA, verschiedenen Basisgruppen, Internationalismus und Spätkapitalismusanalyse Kollektiv (ISKAK), Judo, RC, SHB-PH und Trikont mobilisiert werden konnten. Der SDS gab dazu ein Flugblatt heraus, in dem u.a. die SU als revisionistisch bezeichnet wurde. Hinterher habe man sich zum Amerikahaus begeben. Als die Polizei in die Menge ritt seien Steine geflogen (vgl. 13.5.1970).

Für die DKP berichtet H. W.:"
PFERDE GEGEN DEMONSTRIERER
BEISPIELLOSE BRUTALITÄT DER POLIZEI

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit (vgl. 20.12.1969,d.Vf.) hat sich das berittene Einsatzkommando der Kölner Polizei bei einem Präventiv-Angriff auf Demonstranten durch unerhörte Brutalität 'ausgezeichnet' und seine Blutspur hinterlassen. Die Reiterstaffel und Kölns Polizeipräsident Hochstein, der selbst den Befehl zur Attacke auf Demonstranten und Passanten gab, haben sich in mehrfacher Hinsicht schuldig gemacht.

Gegen sie muß Anklage erhoben werden. Von der Landesregierung muß die sofortige Auflösung der aggressiven und gefährlichen Polizeisondertruppe verlangt werden.

Der Reiterangriff kam ohne zwingenden Anlaß und wie ein Blitz aus heiterem Himmel am Nachmittag des 12. Mai über die Demonstranten vor dem Amerika-Haus am Apostel-Kloster. Zuerst und noch schlimmer kam er aber über unbeteiligte Passanten in der Hahnenstraße, einer nachmittags stark belebten Einkaufs- und Hauptverkehrsstraße. Die Polizeireiter preschten nämlich vom Neumarkt kommend, über die linke Straßenseite heran. Die Pferde wurden dort rücksichtslos dicht an den Hauswänden vorbei über den Bürgersteig gejagt, wodurch Passanten gegen die Schaufensterscheibe eines anliegenden Geschäfts gedrückt wurden und diese entzwei brach. Mehrere Personen fielen in den Laden. Sie erlitten zum Teil schwere Schnittwunden.

'Die Passanten wurden regelrecht in das Schaufenster hineingedrängt', berichtet der Geschäftsinhaber. Weil die Folgen des 'wilden Ritts' der Polizei vorhersehbar gewesen seien, will der Geschäftsmann Strafantrag gegen die Reiterstaffel stellen.

Der ungezügelte Reiterangriff verwandelte das Bild der bis dahin im wesentlichen friedlich verlaufenen Demonstration gegen den US-Krieg in Indochina mit einem Schlag in eine Szenerie des Aufruhrs. Dabei vermischte sich der berechtigte Zorn der großen Mehrheit der Demonstranten, die in friedlicher Absicht gekommen waren, mit militanten Aktionen kleiner anarchistischer Minderheiten, die bis dahin kaum zum Zuge gekommen waren.

Nun flogen Steine, wurden die Polizisten mit Feuerlöschern attackiert, wurde gegen Roß und Reiter zurückgeschlagen, da es kaum einen Fluchtweg gab.

Die Polizei hatte die Gewalttätigkeit in die Demonstration hineingeritten! Sie hatte sinnlos eskaliert. Es gab Verletzte auf beiden Seiten und zahlreiche Festnahmen. Und es wird nachher wieder Anklagen gegen 'Demonstrationstäter' geben, obwohl die Schuldigen Uniform trugen.

Polizeipräsident Hochstein erbat am nächsten Tag auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz Entschuldigungen für seinen unverantwortlichen Reitereinsatz. Hochstein bekam gewünschte Rehabilitierung weder von der Kölner Presse noch von den Veranstaltern der Demonstration.

Für Hochstein darf es keine Entschuldigungen geben. Eine Eskalation des Polizeieinsatzes und der Anwendung polizeilicher Gewaltmittel gegen Demonstranten bei uns parallel zur Eskalation der USA-Brutalität in Indochina muß unter allen Umständen unterbunden werden."
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.21,Essen 23.5.1970,S.17;
Apo press Nr.5,Köln 1.6.1970


25.05.1970:
In Heidelberg findet eine Veranstaltung mit dem Journalisten Thilo Koch statt, zu deren Durchführung die Polizei Hiebwaffen und Wasserwerfer einsetzt, da die Gegendemonstranten, unter denen sich auch Mitglieder des SDS Heidelberg befunden haben sollen, Steine auf das Amerikahaus und die Polizei werfen und sich zum Teil mit Holzknüppeln ausgerüstet hatten.
=Innenministerium Baden-Württemberg: Verfügung: Verbot und Auflösung der Hochschulgruppe Heidelberg des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, Stuttgart 24.6.1970, zitiert nach: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.10,Bochum 29.6.1970

16.01.1971:
Manfred Funke (vgl. Nov. 1977) berichtet vom linken Terrorismus in der 'BRD' (vgl. Kassel 15.1.1971, München 29.1.1971) aus München:"
Rohrbombe im Amerika-Haus detoniert."
=Funke, Manfred:Terrorismus,Bonn 1977,S.333

06.02.1971:
Laut KSB/ML der KPD/ML-ZK findet in München "eine Massendemonstration gegen die US-Aggression in Indochina und gegen die zunehmende faschistische Unterdrückung der Arbeiterklasse und aller demokratischen Kräfte in den USA selbst statt". Ca. 2 000 Menschen nehmen an der Demonstration teil, auch "Genossen aus Spanien, Persien, der Türkei, Griechenland, Italien und aus den arabischen Ländern". Sie folgen einem Aufruf von 11 Organisationen. Zu diesem Zweck wird auch eine Aktionseinheit gebildet, an der sich, laut Rote Zellen, sie selbst, die ABG, die GUPS Palästina, die Kommunistische Jugend Spaniens (JCE), die PCE Spanien, die RSF, der Türkische Kulturbund, die Türkische Proletarische Gemeinschaft und die AELA Lateinamerika beteiligen. Laut ABG beteiligen sich ca. 3 000, darunter ein Arbeiterblock. Die DKP habe mit 150 Leuten, vorwiegend Studenten, eine Kundgebung vor dem Amerikahaus gemacht. Laut Betriebsgruppe Arri der ABG beteiligen sich nur 2 000 und bei der DKP nur 100.
=KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971);
Rotes Blatt Nr.23/24,München 1.2.1971;
Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.8,München Feb. 1971;
Rote Optik Nr.6,München März 1972;
ABG:Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen für die Zeit von Mai 1970 bis zum März 1971,o.O. (München) o.J. (1971),S.24


12.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von der DKP:"
D'K'P-WAHLVERANSTALTUNG IN LUDWIGSHAFEN

Am 12.3. sprach Kurt Bachmann, D'K'P-Vorsitzender, auf einer Wahlkundgebung in Ludwigshafen. ... Bereits vorher waren Genossen von der KPD/ML und vom KJVD da und wollten die neueste Nummer der ROTEN FAHNE (RF,d.Vf.) verkaufen, auf der Straße vor dem Pfalzbau.

Aber kaum hatten die D'K'Pisten das gesehen, kamen sie angerannt und verlangten, unsere Genossen sollten verschwinden.

Als diese sich weigerten, fingen die Revisionisten an zu prügeln. Einer jungen Genossin verdrehten sie den Arm, einem Genossen zerrissen sie die Jacke. Dabei diffamierten sie die KPD/ML und behaupteten, wir würden die Gewerkschaften bekämpfen, die Arbeiterklasse spalten und die Scheiben am Amerikahaus einschmeißen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.22,Bochum 20.3.1971,S.6f

13.05.1972:
Anläßlich der US-Militärparade findet in Berlin eine Vietnam-Demonstration statt. Die KPD (vgl. 17.5.1972) berichtet u.a.:"
An der Demonstration, die vom Steinplatz in ein Arbeiterviertel Schönebergs zog, beteiligten sich über 7 000 Menschen, von denen sich weit mehr als die Hälfte dem Block der KPD, des KSV und der Liga gegen den Imperialismus anschlossen.

Sie bekundeten während der Demonstration und auf einer Zwischenkundgebung vor dem von Hunderten von Neubauer-Polizisten bewachten Amerikahaus ihre volle Solidarität mit dem vietnamesischen Volk, in der klaren Einsicht, daß dessen Kampf gegenwärtig mit Riesenschritten dem endgültigen Sieg entgegengeht."
Rote Fahne Nr.43,Dortmund 17.5.1972

08.07.1972:
Die zweitausendköpfige Demonstration des NVK in Berlin von der Turmstraße zum Amerikahaus schwoll, laut KPD, zu einer Kundgebung mit 5 000 Leuten an.

Auch die KPD/ML-ZK berichtet von 5 000 Teilnehmern, die nur von ihr selbst und der KPD mobilisiert worden seien.
=Kommunistische Arbeiterpresse KWU Nr.14,Berlin Juli 1972,S.*;
Kommunistische Arbeiterpresse SEL Nr.2,Berlin Juni 1972,S.*;
Roter Morgen Nr.15,Hamburg 31.7.1972,S.*;
Rote Fahne Nr.49, 50 und 51,Dortmund 28.6.1972, 5.7.1972 bzw. 12.7.1972,S.*,S.* bzw. S.*;
NVK-Regionalbüro Westberlin:Alles für den Sieg des kämpfenden vietnamesischen Volkes,Berlin o.J. (1972)


28.10.1972:
In Berlin nehmen, laut KPD, über 3 000 an einer Vietnamdemonstration des NVK teil, an der Kundgebung gar 4 000. Die Route führt ab 11 Uhr von der Turmstraße Ecke Stromstraße durch Moabit und Charlottenburg zum Amerikahaus. Von der KPD wurde diese Aktion u.a. im Rahmen ihrer Wahlkampagne angekündigt, vom NVK in dessen Zeitung (vgl. 16.10.1972).

Aufgerufen wurde auch durch den KSV der KPD (vgl. 25.10.1972).
=Dem Volke dienen Nr.1,Dortmund 25.10.1972,S.1;
NVK:Alles für den Sieg des kämpfenden Volkes - Zeitung,Bonn Okt. 1972;
Rote Fahne Nr.64, 65, 66 und 67,Dortmund 11.10.1972, 18.10.1972, 25.10.1972 bzw. 31.10.1972,S.*, S.*, S.* bzw. S.*;
Afrika kämpft Nr.3,Berlin 1972,S.5


20.12.1972:
In Köln beteiligen sich, laut KPD, 400 an einer Vietnamdemonstration, in deren Verlauf Steine u.a. gegen die Niederlassungen von IBM und Pan Am und das Amerikahaus geworfen werden. Später wird, im Zusammenhang mit acht Strafverfahren (vgl. 27.6.1973) von über 500 Teilnehmern einer spontanen Vietnamkundgebung berichtet. Angeklagt werden mindestens zehn Teilnehmer (vgl. 12.12.1973, 3.9.1975), u.a. auch Thomas Luczak (vgl. 10.6.1974).

Von den Polizeiangriffen berichten auch die Vietnamausschüsse (VA) Dortmund.

Berichtet wird auch in:
- NRW durch das KPD-RK NRW und die RH e.V.-LV NRW (vgl. 6.10.1975).
=KPD-RK NRW, RH e.V.-LV NRW:Freiheit für Horst Mahler!,Dortmund o.J. (1975),S.2;
VAs Dortmund:Sofortige Unterzeichnung des 9-Punkteabkommens durch die USA-Regierung,Dortmund o.J. (Jan. 1973),S.2;
Rote Fahne Nr.1, 26, 51/52 und 25,Dortmund 3.1.1973, 27.6.1973, 19.12.1973 bzw. 19.6.1974


03.01.1973:
Vor dem Berliner Amerikahaus, wo seit Beginn der Bombardierung der DR Vietnam (DRV) ständig demonstriert wird, beginnt die Polizei, laut KPD, Mitte der Woche mit der Verhaftung bzw. Festnahme von Demonstranten.
=Rote Fahne Nr.2,Dortmund 10.1.1973

04.01.1973:
In München beteiligen sich, laut und mit KHB/ML der ABG, 500 an einer Kundgebung des Vietnamkomitees für Frieden und Befreiungskampf (VKfFuB) vor dem Amerikahaus und an einer Demonstration zum Sendlinger Tor Platz.
=Kommunistische Studenten Zeitung Nr.11,München Jan. 1973

11.01.1973:
In München beteiligen sich, laut und mit KHB/ML der ABG, 3 000 an einer Vietnamdemonstration, die aufgrund einer Initiative der Jusos der SPD zustandekam. Hierzu hätten diese eine "völlig korrekte Erklärung ihres Bundesvorstandes" gehabt, was sie aber nicht daran gehindert habe, sich zu Beginn der Demonstration über Lautsprecher von den ABG zu distanzieren.

Laut KB Bremen demonstrieren 1 600 zum Amerikahaus.
=Wahrheit Nr.1,Bremen Jan. 1973;
Kommunistische Studenten Zeitung Nr.11,München Jan. 1973


12.01.1973:
In Kiel beteiligen sich, laut KPD/ML-ZK, rund 700 an einer Vietnam-Demonstration durch Gaarden und die Innenstadt. Die Hauptmasse sei von einem selbst gestellt worden, die Leitung hätten aber der AStA der Uni und die Roten Zellen Kiel (RZK) gehabt, die gegen einen Sturm auf das Amerikahaus waren, ganz im Gegensatz zur KPD/ML-ZK.
=Roter Morgen Nr.3,Hamburg 27.1.1973

20.01.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr.2 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 14.1.1973, 27.1.1973) heraus und berichtet u.a. über das brennende Amerikahaus in Frankfurt.
=Roter Morgen Nr.2,Hamburg 20.1.1973

20.01.1973:
Zur heutigen Amtseinführung von US-Präsident Nixon betreibt in Berlin, nach eigenen Angaben, das Nationale Vietnamkomitee (NVK) der KPD zunächst Agitation und Propaganda und organisiert danach eine Demonstration vom Wittenbergplatz zum Amerikahaus, an der sich, laut KPD, 1 500 beteiligen. Laut KPD wird die Demonstration von der Polizei überfallen (vgl. 22.1.1973).
=Kommunistische Arbeiterpresse SEL Nr.9,Berlin Jan. 1973;
Rote Fahne Nr.4,Dortmund 24.1.1973


22.01.1973:
In Berlin veranstalten, laut KPD, 500 Personen eine Kundgebung vor dem Amerikahaus, um einerseits gegen die US-Politik in Vietnam und andererseits gegen den Überfall der Polizei auf die Demonstration vom 20.1.1973 zu protestieren.
=Rote Fahne Nr.4,Dortmund 24.1.1973

27.01.1973:
In Berlin führt, laut KPD, u.a. ihr Nationales Vietnam Komitee (NVK) eine Kundgebung vor dem Amerikahaus durch, aus der sich eine spontane Demonstration mit ca. 1 000 Teilnehmern durch die Innenstadt zur TU entwickelt.
=Rote Fahne Nr.5,Dortmund 31.1.1973

24.02.1973:
In Berlin findet, laut und mit KPD, an diesem Wochenende eine Indochina-Demonstration zum Amerikahaus statt.
=Rote Fahne Nr.9,Dortmund 28.2.1973

07.04.1973:
Die KPD berichtet aus Hamburg von einer Vietnamdemonstration gegen den Thieu-Besuch:"
Am Samstagabend protestierten im Anschluß an eine Versammlung der Liga (LgdI,d.Vf.) die Teilnehmer gegen den Thieu-Besuch, indem sie zum Amerika-Haus zogen und bei dieser Einrichtung des amerikanischen Kulturimperialismus die Scheiben einwarfen."
=Rote Fahne Nr.15,Dortmund 11.4.1973,S.6

09.04.1973:
Die KPD berichtet aus Berlin von der Vietnamdemonstration gegen den Thieu-Besuch:"
Über 2 000 Menschen beteiligten sich an der Demonstration des Regionalen Büros des NVK.

Die Demonstranten zogen vom U-Bahnhof Kurfürstenstraße zum Amerikahaus. Sie riefen:

Thieu - Henker aus Saigon, raus aus Bonn!
Nixon - Mörder, Thieu - Henker, Brandt - Komplize!

Da die massenhaft aufgebotene Neubauer-Polizei wieder gedroht hatte, den Lautsprecherwagen zu beschlagnahmen, wenn Staatsoberhäupter beleidigt würden, zogen sich die Demonstranten nach der Kundgebung geschlossen zur Technischen Universität zurück und machten es der Polizei unmöglich, eine Provokation zu landen."
=Rote Fahne Nr.15,Dortmund 11.4.1973,S.6;
KPD-RK Westberlin:Maizeitung Nr.2,Berlin 1973


16.10.1973:
In Berlin nehmen, laut KPD, über 1 000 an ihrer Vietnam/Kranzusch/Nahost-Demonstration (vgl. 14.10.1973) ab U-Bahn Kurfürstenstraße und der Kundgebung vor dem Amerikahaus teil. Aufgerufen wurde auch durch die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD (vgl. 10.10.1973).
=Rote Hilfe Nr.1,Dortmund o.J. (1973),S.3;
Rote Fahne Nr.40, 41 und 42,Dortmund 3.10.1973, 10.10.1973 bzw. 17.10.1973;
Kommunistische Arbeiterpresse Krone Nr.6,Berlin 10.10.1973


18.11.1973:
In Berlin beteiligen sich, laut KPD, 2 500 Personen an einer Griechenland Demonstration durch die Innenstadt zum Amerikahaus. Laut und mit KBW sind es 2 000 bis 3 500 (vgl. 21.11.1973).
=Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973;
Kommunistische Volkszeitung Nr.8,Mannheim 5.12.1973


25.01.1975:
In Berlin will u.a. die KPD eine Vietnam-Demonstration zum 2. Jahrestag des Pariser Friedensabkommens ab Klausener Platz und eine Veranstaltung zum selben Thema in der TU durchführen. An der Demonstration beteiligen sich, laut KPD, anfangs 4 000 zum Ende 5 000. Eine Kundgebung wird vor dem Amerikahaus abgehalten.
=Rote Fahne Nr.2, 3, 4 und 5,Dortmund 15.1.1975, 22.1.1975, 29.1.1975 bzw.5.2.1975,S.*, S.*, S.* bzw. S.8;

09.09.1975:
Das Solidaritätskomitee (manchmal: Köln-Kalk) Freispruch im Kölner Vietnamprozeß der RH e.V. der KPD (vgl. 10.9.1975, 15.9.1975) verbreitet zum Vietnamprozeß wegen der Demonstration vom 20.12.1972 den folgenden:"
BERICHT ÜBER DEN VERLAUF DER ZWEITEN WOCHE IM VIETNAMPROZESS (9. u. 11.9.)
...
Die Zeugenvernehmung der Staatsanwaltschaft

Zuerst trat ein Herr Jonas vom Stadtbauamt Köln auf. Er hatte die Schäden am stadteigenen Amerikahaus zu beheben. Es kam bei der Befragung heraus, daß erst eine Woche vor der Demonstration die Scheiben des Amerika-Hauses durch nicht-splitterndes Sicherheitsglas ersetzt worden seien. Er hatte die Unverschämtheit zu behaupten, er wisse nicht mehr, warum damals das Amerika-Haus angegriffen worden ist, mußte aber zugeben, daß seit Jahren immer wieder das Amerikahaus in Köln das Zentrum der Aktivitäten von Demonstranten war, die gegen den Krieg in Indochina protestiert haben. Diese Schäden sind auch dann stets aus den Steuergroschen der Kölner Bürger bezahlt worden. Dies war für den Zeugen Jonas eine Selbstverständlichkeit, während an diesem Punkte die Angeklagten darauf hinwiesen, daß das schon eine freche Parteinahme der Stadt für die US-Aggressionen ist, wenn sie dieser Völkermörderbande ein Haus vermietet un auch noch nicht einmal verlangt, daß sie sich selber versichern.

Der Richter meinte noch, 'das würde doch auch geschehen bei einem Haus, das der VR China zur Verfügung gestellt würde.' Nur, 'ein solches Haus gibt es ja nicht zufällig nicht in der Stadt Köln', erwiderte ein Angeklagter, 'weil eben die BRD voll auf der Seite des US-Imperialismus in diesem Krieg gestanden hat.'

Weiter trat auf der Leiter der polizeilichen Demonstrationsbegleitung Gaensicke. Er will Rüdiger Müller und v.d.Lancken beim Steinewerfen gesehen haben. Bei ihm ergab sich infolge der veränderten politischen Lage eine Wandlung in seiner Aussage, auf die Angeklagte wie Verteidiger nicht eingestellt waren. Während er beim ersten Prozeß noch offen antikommunistisch auftrat (Müller habe einen 'Stalinbart') empfand er nun angeblich die Demonstrationsabsicht als 'moralisch voll gerechtfertigt' und versuchte sich als den aufrechten Polizeibeamten herauszustellen. Er erklärte die amerikanischen Bombenwürfe zur 'Barbarei', im nächsten Satz aber die Steinwürfe zur 'gleichen Barbarei', womit er voll und ganz den Wünschen des Gerichts entgegenkam.

Die Taktik des Gerichts scheint nunmehr klar: Es gibt nach, wo es nichts mehr zu gewinnen gibt (das Amerika-Haus dann unbestritten als 'krimineller Untermieter der Stadt Köln' bezeichnet werden) und versteift sich auf die Steinwürfe und sonstige 'Gewalttaten', deren Feststellung hinreicht, um das Urteil zu bestätigen.

Für den weiteren Verlauf des Prozesses bedeutet das: Die Frage der revolutionären Gewalt muß klarer als bisher vor den Massen und im Gericht beantwortet werden, zunächst in der Weise, daß die Steinwürfe auf IBM, Amerika-Haus und PanAm aus deren spezieller Funktion begründet werden."

Veröffentlicht wird auch ein:"
AUSZUG AUS DEN EINLASSUNGEN DER ANGEKLAGTEN
...
Nicht die Gewaltanwendung der US-Imperialisten wird etwa verurteilt, sondern den Demonstranten wird untergeschoben, daß sie diesen Anlaß benutzten um endlich wieder mal Krawall machen zu können. Also der Schluß liegt dann doch auf der Hand: die Demonstranten sind die wirklichen Schuldigen. Mit dem weiteren Hinweis darauf, daß im Grundgesetz (GG,d.Vf.) jegliche Anwendung von Gewalt seitens der Volksmassen abgelehnt wird, wird gleichzeitig deutlich gemact, daß wir zum damaligen Zeitpunkt auch gar kein Recht gehabt hätten, Steine gegen das Amerikahaus zu werfen. Die gewählte Regierung vertritt den öffentlichen Willen - wie sich Richter Kaumanns ausdrückte - also muß dieser auch respektiert werden. Auf welcher Seite allerdings die Brandt-Regierung (SPD/FDP,d.Vf.) im Dezember 1972 gestanden hat bewies sie durch ihr Schweigen zur Bombardierungspolitik. Dies rief selbst in der US-hörigen deutschen Presse einen milden Sturm der Empörung hervor - was aber bei unserer Presse an diesem Punkte schon eine gewaltige Tat darstellte."
=Nachrichtendienst Vietnamprozeß Nr.2,Köln o.J. (Sept. 1975),S.2ff

04.10.1975:
Das Solidaritätskomitee (manchmal: Köln-Kalk) Freispruch im Kölner Vietnamprozeß (vgl. 3.10.1975, 7.10.1975) rief in seinem 'Nachrichtendienst Vietnamprozeß' (vgl. 30.9.1975) auf zum Solidaritätsfest in Köln-Süd, Unter den Eichen, ohne eine Uhrzeit anzugeben. Beigeheftet allerdings war ein Flugblatt der Vereinigung Sozialistischer Kulturschaffender (VSK) der KPD, in dem es u.a. heißt:"
Das Komitee 'Freispruch für die Angeklagten im Kölner Vietnamprozeß' und die VSK (Vereinigung sozialistischer Kulturschaffender) laden ein zum SOLIDARITÄTSFEST
SAMSTAG, 4.10. 15 UHR AN DER EICHE

Seit dem 3.September findet vor der 6.Strafkammer des Kölner Landgerichts die Berufungsverhandlung gegen zehn Antiimperialisten und Kommunisten statt. Sie waren im Prozeß erster Instanz wegen ihrer Beteiligung an einer Demonstration der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) gegen die erneute Bombardierung der Städte Nordvietnams zu Haftstrafen von insgesamt sieben Jahren und neun Monaten - zum größten Teil ohne Bewährung - verurteilt worden.

Am 20.Dezember 1972 hatte die KPD zu einer Protestdemonstration aufgerufen, in deren Verlauf einige Steine gegen das Amerika-Haus und das IBM-Haus geworden wurden.

WEG MIT DIESEM SCHANDURTEIL"
=Indochinahilfe, KPD, KJVD, KSV, KOV, LgdI, RH e.V.:Laos ganz befreit - Spendet für den Wiederaufbau,Bochum o.J. (1975),S.2;
Solidaritätskomitee Freispruch im Kölner Vietnamprozeß:Nachrichtendienst Vietnamprozeß Nr.4,Köln o.J. (1975);
VSK:Solidaritätsfest,Köln o.J. (1975)


Juni 1976:
Nach einem Bericht des KBW (vgl. 24.10.1976) führt anläßlich des 11. Jahrestages der Aufnahme des bewaffneten Befreiungskampfes unter der Führung der Volksfront für die Befreiung Omans (PFLO) das Nahost-Komitee Westberlin eine Solidaritätskundgebung vor dem Amerikahaus und dem British Center durch.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.25,Mannheim 24.10.1976,S.12

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