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USA - Black Panther Party (BPP) und Angela Davis

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, .3.2009

Hier werden nur einige Dokumente vorgestellt. Neben der Black Panther Party in den USA und dem Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK) treten auf bundesdeutscher Seite wesentlich einerseits die DKP und ihre SDAJ auf, die sich nahezu ausschließlich mit Angela Davis befassen und andererseits die radikalen Linken, u.a. vom Black Panther Solidaritätskomitee. Das Offenbacher Angela Davis Solidaritätskomitee des Sozialistischen Büros Offenbach (SBO) versucht beide Flügel zu vereinen.

Angela Davis

In diesem Text werden wesentlich zwei Geschichten erzählt. Die erste umfasst die politische Herausbildung und militärisch-physische Liquidierung der Black Panther Party (BPP) in den USA, mit der sich im hier dokumentierten bundesdeutschen Bereich vor allem die radikale Linke sowohl maoistischer als auch spontaneistischer und trotzkistischer Provenienz solidarisierte.

Der zweite Erzählstrang dieser Darstellung behandelt die Solidarität mit Angela Davis, die zwar wegen Kontakten zur militant-revolutionären BPP verfolgt wurde, aber doch selber der bieder-braven CPUSA angehörte bzw. sehr nahe stand, welche zum Block der auf die Sowjetunion orientierten kommunistischen Parteien gehörte, welcher seit der Kuba-Krise 1962 eher betont auf fortschrittlichen Frieden und ergänzende energische Ausdehnung der eigenen Einflusssphären setzte. Mit Angela Davis solidarisieren sich denn auch in der Bundesrepublik Deutschland Linksradikale eher selten, moskautreue Kommunisten und auch sozialistische Bürokraten dafür umso eifriger.

Diese, wie immer unvollständige, Darstellung beginnt mit dem Aufruf zu einer Black Power Demonstration in Westberlin, der vermutlich im Gefolge des Mordattentats auf Martin Luther King verbreitet wurde. Da aber auch in Westberlin ein eventuell als Nachahmungstäter Anzusehender Rudi Dutschke niederschoß, ändert sich das Thema der zu dieser Zeit angesagten Aktion (vgl. 12.4.1968).

Aus der Frankfurter GI-Arbeit, werden hier zunächst nur die Widersprüche zwischen Schwarzen und Weißen illustriert (vgl. Aug. 1969) und die beginnende Solidaritätsarbeit mit der BPP (vgl. 10.11.1969, 11.11.969, 12.11.1969, 13.11.1969, 14.11.1969, 15.11.1969), die sich bald im Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK – vgl. 1.12.1969) organisatorisch ausdrückt und zu Aktionen aufruft (vgl. 5.12.1969, 13.12.1969), diese auch bundesweit organisiert (vgl. 9.12.1969).

In Berlin fühlt sich die PROZ/ML-Fraktion, die den ML-Westberlin nahe steht, den Black Panthers nicht eng verbunden (vgl. 24.10.1969), den ML Westberlin verdanken wir auch den Einblick in die betriebliche Arbeit der BPP (vgl. Dez. 1969), aber auch in die damals bereits ausgedehnte Jugendarbeitslosigkeit unter den Schwarzen der USA. Die ML Westberlin kritisieren die BPP recht umfassend, u.a. dergestalt, sich in die Öffentlichkeitsarbeit verschiedener Konzerne wie Safeway einspannen zu lassen und generell wegen dem Versuch, innerhalb des Kapitalismus bereits konkrete Verbesserungen erringen zu wollen.

Die Bundesregierung fühlt sich offenbar trotzdem durch die Black Panther bedroht, reagiert mit Einreiseverbot (vgl. Dez. 1969, 6.1.1970), weshalb Aktionen wie in Berlin (vgl. 12.12.1969, 13.12.1969) und einer Reihe von anderen Städten (vgl. 13.12.1969, 14.12.1969, 15.12.1969, 16.12.1969, 17.12.1969, 18.12.1969, 19.12.19569, 20.12.1969) ohne BPP-Vertreter aus dem Ausland stattfinden müssen.

Auch im Ruhrgebiet gibt man sich solidarisch mit den Panthers (vgl. 17.12.1969), im Südbadischen berichtet der KJB Freiburg von den Soledad Brothers (vgl. Jan. 1970) und im Rheinland ist die APO sowohl in Köln (vgl.Jan.1970) als auch in Bonn solidarisch (vgl. 27.1.1970). Über eine zweite Rundreise von BPP-Vertretern wird hier derzeit nur aus Hamburg berichtet (vgl. 17.1.1970), wo offenbar aus diesem Anlaß auch Hintergrundinformationen verbreitet werden (vgl. 19.1.1970).

Das Frankfurter Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK) bleibt sowohl örtlich (vgl. 25.1.1970) als auch international aktiv (vgl. 18.4.1970), vermutlich in Konkurrenz zur Berliner KPD/AO (vgl. 25.5.1970), die die Panthers auch in den Betrieben propagiert (vgl. 3.6.1970).

Die Demonstration farbiger GIs in Heidelberg (vgl. 4.7.1970) wird mit zwei Berichten abgedeckt, die kaum widersprüchlicher sein können. Die DKP ist zwar bei der Teilnehmerzahl großzügiger, stellt dies aber als spontane Aktion hin während die KPD/ML-ZB engere Kontakte zum Vorbereitungskreis zu haben scheint. Nicht besonders informiert zeigt sich Gerd Langguth bzgl. des BPSK (vgl. 1.12.1969, Sept.1970). Die KPD/ML-ZK fordert Solidarität mit Bobby Seale (vgl. Okt. 1970), bekundet ihre Unterstützung für das BPSK.

Die konkurrierende KPD/ML-ZB dagegen berichtet in dieser Dokumentation als erste von Angela Davis (vgl. 13.10.1970), prangert die 'Ermordung' von über 50 Panthers an (vgl. Nov. 1970). Bald aber wird auch das BPSK wieder tätig, informiert über Angela Davis und die Soledad Brothers im Rahmen der Kampagne für Eldridge Cleaver (vgl. 22.10.1970), die durch den Besuch von Kathleen Cleaver gestärkt werden soll (vgl. 24.11.1970, 25.11.1970, 28.11.1970). In Hessen hat sich gar eine Jugendorganisation gebildet, deren Name sich vermutlich auf die Black Panther bezieht, mit denen sie sich auch zumindest in Frankfurt solidarisch zeigt (vgl. Nov. 1970, 27.11.1970), ebenso wie der dortige KSB/ML der KPD/ML-ZK in Frankfurt (vgl. Nov. 1970) und Bochum (vgl. 2.11.1970) und auch die trotzkistische RKJ in Düsseldorf (vgl. Nov. 1970).

Der KJVD der KPD/ML-ZB sieht den BGS in den Fußstapfen des FBI, sich selbst vermutlich als bundesdeutsche Entsprechung der nach seinen Angaben mindestens 50 vom FBI 'ermordeten' Black Panther (vgl. 2.11.1970). Seine Mutterpartei stellt das Vorgehen gegen die Panthers in einen größeren Bezugsrahmen (vgl. 6.11.1970). Auch in der Bundesrepublik kommt es nun in Ramstein zur Schießerei (vgl. 19.11.1970).

Die auf die DKP bzw. die KPdSU orientierten Kräfte beginnen nun ebenfalls mit der Angela Davis-Solidarität, wie wir hier in Gestalt des VDS dokumentieren (vgl. 9.11.1970), die Black Panther scheinen für diese Strömung kein Thema. Das Westberliner Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell, welches überwiegend aus dem sozialistischen bis SEW-nahen Spektrum gebildet wird, bezieht die BPP allerdings durchaus in seine Arbeit ein (vgl. 25.11.1970). Allerdings ist nach einem beständigen Anwachsen (vgl. 2.12.1970, 5.12.1970, 11.12.1970) hier bisher derzeit keine weitere Aktivität dieses Komitees zu erschließen.

Auch der Heidelberger Uni-AStA (vgl. 27.11.1970), der damals nicht zuletzt von den früheren SDS-Mitgliedern und späteren KBW-Gründern beeinflusst scheint solidarisiert sich mit den im nahe gelegenen Zweibrücken einsitzenden Black Panthers. In Frankfurt zieht die Solidarität mit den Black Panthers die Aufmerksamkeit der örtlichen Presse auf sich (vgl. 30.11.1970) und auch GI's scheinen sich zu beteiligen (vgl. Dez. 1970).

Wir dokumentieren nun die zusehends zweigleisig verlaufende Solidarität mit Angela Davis einerseits, wie sie z.B. die DKP an der Ruhruniversität Bochum (RUB) praktiziert (vgl. Dez. 1970) und mit der Black Panther Partei andererseits, von der u.a. die RKJ in Düsseldorf berichtet, die offensichtlich nicht in universitären Zusammenhängen entstand, sondern in diese erst vordringt (vgl. Dez. 1970). Anders steht es um den KSB/ML Bochum (vgl. 1.12.1970, 2.12.1970).

In Berlin ist die PL/PI im Verein mit ihrem IK der Roten Zellen (vgl. 3.12.1970, 4.12.1970, 10.12.1970) durchaus mit Angela Davis solidarisch und auch ansonsten z.B. für die BPP-Demonstration (vgl. 12.12.1970) auf die Einheit mit konkurrierenden, u.a. bei AEG mobilisierenden (vgl. 10.12.1970), Parteiaufbauansätzen wie der KPD/AO bedacht, die selber keineswegs so kollegial mit der PL/PI, die sich plakativ in blutigen Visionen der durch die Panther beförderten US-amerikanischen Revolution ergeht, gemeinsam agieren möchten (vgl. 10.12.1970, 11.1.1970, 15.12.1970).

Auch in München scheint nun die Berliner KPD/AO bestimmend für die Black Panther Solidarität (vgl. 4.12.1970), nicht mehr das früher maßgebliche Frankfurter BPSK. Bei der Vorbereitung einer Demonstration am 6.2.1971, die sowohl von ABG und RSF (vgl. 5.1.1971, 9.1.1971) als auch den Roten Zellen betrieben wird, werden zwar die KPD/ML und ihr KSB/ML (vgl. 25.1.1971) von vornherein ausgeschlossen, die DKP und der ihr nahe Initiativausschuss 'Freiheit für Angela Davis' München aber bleiben der Aktion trotzdem fern – im Gegensatz zur KPD/ML, was Anlass zu weiteren Auseinandersetzungen bietet (vgl. 8.2.1971, 10.2.1971, 11.2.1971, 12.2.1971, 15.2.1971).

Angela Davis

Im Ruhrgebiet, zunächst in Duisburg (vgl. 12.1.1971), u.a. bei Demag (vgl. Jan. 1971), aber auch an der Bochumer Uni (vgl. 10.2.1971) beginnt die KPD/ML-ZK mit einer ausgedehnten landesweiten Kampagne gegen den US-Imperialismus und auch zur Solidarität mit den Black Panthers, über die es offensichtlich bald einen Film 'Right On' gab. Solch ein Film war damals noch ein seltenes und kostbares Gut. So wird nicht zuletzt die Stadtteilarbeit der BPP auch auf vielen Veranstaltungen in NRW gemeinsam mit der Berliner Stadtteilarbeit aus der ersten Kreuzberger Bethanienkampagne dargestellt. Dies geschieht u.a. auch in Dortmund (vgl. 8.2.1971, 11.2.1971, 23.3.1971, 29.3.1971, 1.4.1971), Herford (vgl. 10.2.1971), Bielefeld (vgl. 11.2.1971), wiederum Duisburg (vgl. 11.2.1971, 12.2.1971), wobei dieses Mal u.a. bei Mannesmann mobilisiert wird. Leider können hier nur Aufrufe aber keine Berichte von der NRW-weiten Demonstration der KPD/ML-ZK (vgl. 13.2.1971) dokumentiert werden.

Die Solidaritätsbewegung mit Angela Davis entfaltet sich im Laufe des Jahres 1971 (vgl. 1971, Jan. 1971). An der FU Berlin wird die Berufung Angela Davis' zur Gastprofessorin gefordert (vgl. 13.1.1971), wobei für mich fraglich bleibt, ob sie tatsächlich Mitglied einer Black-Panther-Bewegung war. Bekannt ist zwar ein Black Power Movement und eine Black Panther Party (BPP), ob aber die BPP und CPUSA Mitgliedsüberschneidungen mit anderen Parteien erlaubten, halte ich für die CPUSA als noch weniger wahrscheinlich als für die BPP. Trotzdem wird die Behauptung einer Black Panther Bewegung für die FU erneuert (vgl. 4.3.1971) bleibt aber trotzdem äußerst fragwürdig.

Die RKJ versucht sich bundesweit in der Solidarität mit Angela Davis (vgl. 31.1.1971), auch in Frankfurt werden noch Angela Davis und die Black Panther in einem Atemzug genannt (vgl. 11.2.1971).

In NRW mobilisiert nun die DKP landesweit für die tote Rosa Luxemburg und für die von der Todesstrafe bedrohte Angela Davis (vgl. 5.3.1971), wie wir aus Dortmund dokumentieren (vgl. 1.3.1971).

In Berlin kann das BPSK sich in der RPK äußern bzgl. der in Zweibrücken Einsitzenden (vgl. 6.3.1971), für die auch in Frankfurt demonstriert wird (vgl. 6.3.1971), obwohl offenbar auch, wie mit Hilfe der durch die Black Panther mutmaßlich stark beeindruckten sozialistischen Göttinger Schüler (vgl. 11.5.1970, 16.11.1970, 1.3.1971, 6.3.1971, 12.12.1971) und auch vom BPSK (vgl. 7.6.1971) zu erfahren, auch nach Zweibrücken mobilisiert wurde. Wenig später (vgl. 26.3.1971) scheint für die Black Panther Berichterstattung der 'RPK' in Berlin das Komitee Kampf dem Imperialismus (KKI) zuständig, welches wiederum wie für diese Darstellung einleitend auf die Betriebsarbeit des Black Power Movement bzw. der BPP vermutlich nahe stehender Gruppen eingeht.

In Essen kommt es bei der Demonstration für Angela Davis zum offenen Eklat zwischen den trotzkistischen Gruppen RKJ und Spartacus einerseits und der SDAJ der DKP andererseits, die zuvor teils noch gemeinsam ein Komitee gegründet hatten (vgl. 6.3.1971). Interessant erscheint hier u.a, die Stimmabgabe des KJVD für den SDAJ-Vorschlag, aber auch die scharfe Abgrenzung der SDAJ der DKP von allem, was allzu umstürzlerisch hätte klingen können.

In Frankfurt fordern Frauen Freiheit für Angela Davis, wobei wiederum vor allem das DKP-nahe Spektrum beteiligt scheint (vgl. 13.3.1972).

Bzgl. der FU Berlin werden u.a. zu Angela Davis aber auch Eldridge Cleaver energische Proteste gegen die Berufungsfreiheit und damit natürlich auch gegen die Freiheit von Forschung und Lehre dokumentiert (vgl. 29.3.1971). Die Rote Garde berichtet von den Black Panthers (vgl. Apr. 1971), Angela Davis dagegen wird zum Thema eher reformistischer bzw. innerdeutsche Grenzen langfristig sichernder Kreise, u.a. in Nürnberg (vgl. Apr. 1971) und Niedersachsen (vgl. 14.3.1971), u.a. in Hameln (vgl. Apr. 1971) und Wolfsburg (vgl. 3.4.1971), aber auch in Hessen, z.B. in Mörfelden (vgl. 7.4.1971). Anderswo wird Solidarität sowohl mit Angela Davis als auch den Panthers geübt, wie in Gandersheim (vgl. 23.3.1971).

In Frankfurt arbeitet das BPSK nun im Komitee Kampf dem Imperialismus (KKI) mit, welches eine recht große Bandbreite verschiedener Strömungen umfasst (vgl. 6.5.1971, 11.5.1971), in den USA aber spaltet sich die Black Panther Party, wovon das BPSK ebenso berichtet wie von der Solidarität mit den Ramstein 2 (vgl. 7.6.1971). Auch in Heidelberg wird immer noch Solidarität mit den in Zweibrücken einsitzenden Panthers geübt (vgl. 15.6.1971, 29.6.1971).

Die Tötung George Jacksons wird von verschiedenen Gruppen als Mord interpretiert (vgl. 22.8.1971), wobei die KPD die Black Panthers auch als Organisatoren des Aufstandes in Attica darstellt (vgl. 14.9.1971, 16.9.1971), das SALZ Hamburg aber nur einen Zusammenhang herstellt (vgl. 17.9.1971).

Die DKP und ihre SDAJ zeigen sich weiterhin allein mit Angela Davis solidarisch, so in Hamburg (vgl. 27.9.1971), aber auch im Ruhrgebiet (vgl. 29.9.1971) und auch in Hannover, wo es zur körperlichen Auseinandersetzung zwischen der SDAJ einerseits und den beiden KPD/MLs andererseits kommt (vgl. 19.10.1971). Pikant ist das Eintreten von sowohl Fania Davis als auch der KPD/MLs für eine breite Einheitsfront, sucht die DKP diese doch, wenn überhaupt, dann offenbar nur mit liberalen und reformistischen Kräften, nicht aber mit Linksradikalen trotzkistischer oder maoistischer Ausrichtung, deren Verbot die DKP damals ja durchaus begrüßte bzw. selbst in der IGM forderte.

Die DKP bleibt beharrlich in ihrer Angela Davis-Solidarität, wie wir aus Dortmund dokumentieren (vgl. Nov. 1971), wo sich auch der AStA der PH für Angela Davis einsetzt (vgl. 8.12.1971), revolutionäre Äußerungen von Angela Davis zitierend, die der DKP sicherlich eher arg sauer aufgestoßen wären.

Für die KPD/ML-ZB scheinen die Black Panther zwar revolutionär bzw. der Solidarisierung allemal wert, aber für die Bildung innerhalb der Partei nicht geeignet, auch wenn Peter Weinfurth dies offenbar anders sieht (vgl. 11.12.1971).

Der Beginn des Prozesses gegen Angela Davis am 31.1.1972 führt zu neuen Solidaritätsaktionen, die wir u.a. aus Dortmund von einem vermutlich DKP-nahen Solidaritätskomitee (vgl. 10.1.1972, 18.1.1972, Feb. 1972) aber auch von der DKP selbst (vgl. 17.1.1972) sowie von Studierenden der Nordamerikanistik in Westberlin (vgl. 17.1.1972) dokumentieren. Auch ein Initiativausschuß zur Solidarität mit Angela Davis (vgl. Feb. 1972) scheint vor allem das übliche Bündnisspektrum der DKP zu umfassen (vgl. 14.2.1972, 20.3.1972). In den hier dokumentierten Aufrufen aus diesem politischen Spektrum, dem sich in Dortmund offenbar auch die Jusos, die SJD und die DGB-Jugend anschließen (vgl. 25.3.1972), werden die Black Panther schlichtweg nicht erwähnt.

The Black Panther Party

Der Prozess gegen Angela Davis bietet aber auch der KPD Anlass (vgl. 7.2.1972) die Spaltung der Solidaritätsbewegung bzw. deren alleinige Ausrichtung auf Angela Davis durch DKP und SEW anzuprangern, stattdessen umfassende Solidarität mit der BPP zu üben, obwohl wenn sie nur noch von 19 ermordeten Panthers spricht, statt wie zuvor die KPD/ML-ZB von mindestens 50.

In Wuppertal (vgl. 22.4.1972) scheint die DKP die Solidaritätsaktion mit Angela Davis evtl. aufgrund der angekündigten Teilnahme der trotzkistischen RKJ und der vermutlich ebenfalls immer noch trotzkistisch beeinflussten SJD abgesagt zu haben. In Essen ruft die DKP dafür in ihrer Rede am 1.Mai (vgl.1.5.1972) zur Solidaritätsaktion mit Angela Davis auf (vgl. 27.5.1972), ebenso wie das Dortmunder Solidaritätskomitee (vgl. 17.5.1972) und der DKP-Bezirk Ruhr-Westfalen (vgl. 25.5.1972), aber auch das Angela Davis Komitee Marburg (vgl. Mai 1972,

In Frankfurt findet am Wochenende des entscheidenden Prozesstages (vgl. 4.6.1972) ein bundesweiter Angela Davis-Kongreß (vgl. 9.5.1972, 25.5.1972, 25.5.1972, 3.6.1972) statt, organisiert vom Sozialistischen Büro, an dem vermutlich aus dem DKP-Spektrum nur eher wenige Beobachter teilnehmen, dafür aber vermutlich nicht nur dem Büro selbst verbundene Menschen, sondern vor allem Linksradikale aller Arten, die den Kundgebungsreden, bzw. derjenigen von Oskar Negt, teils durchaus kritisch gegenüber gestanden haben dürften (vgl. 21.6.1972). Auffällig ist, dass es in der Negtrede eher um die Strategie der Linken in der Bundesrepublik als um die Solidarität mit Angela Davis geht.

Die KPD berichtet zwar, wie auch die DKP (vgl. 13.7.1972, 22.1.1973) und die Solidaritätskomitees vom Freispruch Angela Davis' (vgl. 4.6.1972), betont im Gegensatz zu dieser aber auch die weiterhin notwendige Solidarität mit der Black Panther Party, wie dies im Raum Heidelberg immer noch mit dem in Zweibrücken sitzenden Larry Jackson geschieht (vgl. Sept. 1972).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

12.04.1968:
In Berlin wurde für heute um 15 Uhr am Lehniner Platz vom Berlin-Komitee: BLACK POWER zu einer Solidaritätsdemonstration für Black Power aufgerufen. Aufgrund des Attentats auf Rudi Dutschke aber findet zur selben Zeit am selben Ort die Protestdemonstration gegen dieses statt.
Quellen: FU-Dokumentation Bd.5,S.83;
Berlin-Komitee: BLACK POWER: Auch unsere Geduld ist zu Ende,Berlin o. J. (1968)

Bild: BPP_SK 001


August 1969:
Über die Frankfurter GI-Arbeit im August äußert sich Gerold Dommermuth vom German-American Committee Frankfurt u.a.:"
Der Stand der politischen Bildung ist niedrig, und die Armee sorgt dafür, daß es so bleibt; der einzelne Oppositionelle ist isoliert, man kennt sich nicht untereinander, es gibt keine Solidarität, die politischen Kampf erst ermöglichte.

Zwei Filmabende, die der Sozialistische Club in Zusammenarbeit mit Newsreel für GIs veranstaltete, machten sowohl die Nervösität der Armee deutlich in dem Augenblick, wo linke deutsche Gruppen in Zusammenarbeit mit radikalen amerikanischen Genossen daran gehen, politische Aufklärungsarbeit unter den GIs zu leisten, als auch die Isoliertheit der einzelnen. Angesichts der Schikanen, denen die deutschen Flugblattverteiler durch die MP ausgesetzt waren, und der hundert wachsamen Augen, die auf jedem GI ruhten, der ein solches Flugblatt nahm, der seine Sympathie für diese Sache durch ein kurzes Gespräch, ein Augenzwinkern, eine erhobene Faust zeigte - Solidarisierung gab es wie erwartet vor allem bei den 'farbigen' GIs -, war es erstaunlich, daß zum ersten Filmabend im Haus Dornbusch immerhin etwa 150 GIs erschienen waren und weitere keinen Einlaß in dem überfüllten Saal mehr fanden. Das Erscheinen war ein Akt der Zivilcourage, eine Art Mutprobe. Die meisten der erschienenen GIs sahen sich offenbar zum ersten Mal in der - wenn auch nur räumlichen - Gesellschaft Gleichgesinnter aus ihren eigenen Reihen. Die Diskussionen, die es zu einzelnen Filmen gab (gezeigt wurden u.a. der Black-Panther-Film, ein Film über ein famoses Ghetto-Sanierungsprojekt, Demonstrationsfilme), machten allerdings auch sehr bald klar, daß es unter den amerikanischen Linken in der Armee eine tiefe Kluft gibt, die nicht zufällig mit Weiß und Schwarz zusammenfiel: Die Mehrheit der Weißen äußerte sich im Sinne des gewaltlosen Protests, des zivilen Ungehorsams, während die Neger diese Beiträge scharf zurückwiesen: 'Gewaltlos sind wir seit dreihundert Jahren, Mann. Wir Afroamerikaner werden unseren eigenen politischen Weg gehen. Wenn ihr mit uns zusammenarbeiten wollt, müßt ihr erst einmal beweisen, daß ihr unsere Brüder seid!' ..."
Quelle: SC-Info Nr.11,Frankfurt o.J. (1969)

24.10.1969:
In der heutigen 'RPK' berichtet das:"
PROLETARIERINNEN ZENTRUM (PROZ-ML)
...
Wir propagieren den proletarischen Internationalismus: der glorreiche Kampf der Chinesinnen, Vietnamesinnen, Palästinenserinnen, Black Pantherinnen wird die Proletarierinnen ermutigen, ihrem Beispiel zu folgen."
Quelle: Rote Pressekorrespondenz Nr.36,Berlin 24.10.1969

10.11.1969:
In Frankfurt soll im Hörsaal VI der Universität eine Veranstaltung 'Ausbeutung der Dritten Welt' mit Beiträgen von Studenten aus Afrika und Lateinamerika sowie Asien von der Trikont-AG stattfinden.
Quelle: N.N.:Freiheit für Bobby Seale, O. o. O. J.

11.11.1969:
In Frankfurt soll im Volksbildungsheim eine Kabarettveranstaltung mit 'Floh de Cologne' als Solidaritätsveranstaltung zum Senghorprozeß stattfinden.
Quelle: N.N.:Freiheit für Bobby Seale, O. o. O. J.

12.11.1969:
In Frankfurt soll ab 10 Uhr im Festsaal des Studentenhauses eine Filmveranstaltung und danach ab 20 Uhr ein Teach-In zur Solidarität mit Bobby Seale von der Black Panther Party (BPP) USA stattfinden.
Quelle: N.N.:Freiheit für Bobby Seale, O. o. O. J.

Bild: BPP_SK 002

Bild: BPP_SK 003


13.11.1969:
In Frankfurt soll im Studentenhaus ein Seminar 'Befreiungsbewegung, Imperialismus, Weltwährungskrise' mit Elmar Altvater und Ernest Mandel stattfinden.
Quelle: N.N.:Freiheit für Bobby Seale, O. o. O. J.

14.11.1969:
In Frankfurt soll im Hörsaal VI der Universität eine Veranstaltung 'Entwicklungshilfe und Imperialismus' mit Kurt Steinhaus, Hans-Jürgen Krahl sowie Vertretern von Entwicklungsdienst und Entwicklungshilfeministerium stattfinden.
Quelle: N.N.:Freiheit für Bobby Seale, O. o. O. J.

15.11.1969:
In Frankfurt soll im Rahmen des Internationalen Vietnammoratoriums eine Demonstration ab gegen Imperialismus und politische Justiz in den USA ab Opernplatz stattfinden.
Quelle: N.N.:Freiheit für Bobby Seale, O. o. O. J.

Dezember 1969:
Innerhalb der Marxisten-Leninisten (ML) Westberlin wird im Dezember berichtet:"
Black Panther Party, Progressive Labor Party, Schwarze revolutionäre Gewerkschaftsbewegung (Detroit)

DAS PROBLEM: Schwarzer Nationalismus und Solidarität der Arbeiterklasse

Durch eine Geschichte der Versklavung und eines gewaltsamen Ausschlusses von den Möglichkeiten eines zivilisierten Lebens, erscheinen die Afroamerikaner sichtbar und unzweifelhaft, gemessen an den Standards mit denen 'zivilisierte' Gesellschaft Superiorität und Inferiorität messen (?,d.Vf.). Die rassistische Ideologie, hervorgebracht zur Rationalisierung dieser de facto Inferiorität, hatte nicht nur ihre Wirkung auf die Weißen, sie wirkte auch auf die schwarze Minderheit, die sich innerhalb dieses Systems und dessen rassistischer Ideologie definieren mußte. Das es gelang, den Schwarzen den Glauben an ihre eigene Minderwertigkeit einzupflanzen, sie zu zwingen, sich selbst gering zu schätzen, ist eines der Hauptbollwerke gegen den Befreiungskampf der Schwarzen gewesen. Die systematische Erniedrigung und der terroristische Zwang, mit dem dieses falsche Bewußtsein durchgesetzt wurde, erklären die enorme Bedeutung der PSYCHOLOGISCHEN Befreiung von den rassistischen Festlegungen, in die die Identität der Afroamerikaner gepreßt wurde.

Nur in diesem Zusammenhang kann der schwarze Nationalismus verstanden werden. Malcolm X war der Ansicht, es könne keine Klasseneinheit zwischen schwarz und weiß geben, bevor es nicht eine Einheit der Schwarzen gibt. Die nationalen Befreiungsbewegungen der dritten Welt sind zu einem Hauptfaktor im afro-amerikanischen Befreiungskampf geworden, der sich zusehends in Analogie zu diesen, als anti-imperialistischer Kampf der schwarzen Kolonien gegen das imperialistische Mutterland zu verstehen begann.

Huey Newton: 'Wir haben ein Problem in den schwarzen Kolonien, daß nur das der schwarzen Kolonien ist. Aber wir sind gewillt die Hilfe des Mutterlandes so lange anzunehmen, wie die Radikalen des Mutterlandes nicht darüber klar sind, daß wir, wie Eldridge Cleaver in 'Seele auf Eis' sagt, einen eigenen Willen haben. Wir haben diesen eigenen Willen wiedererrungen, der uns genommen wurde und wir werden darüber entscheiden, welche politische und praktische Position wir einnehmen werden.' Und dann fährt er fort: 'In der Tat sind der allmächtige Administrator mit seinen Sicherheitsagenten, weniger als Männer, weil wir sie als Schweine bezeichnen!! Ich denke schon das allein ist eine revolutionäre Sache. Das ist politische Macht. Das ist die Macht selbst. In der Tat, was ist denn Macht anderes als die Fähigkeit, Erscheinungen zu definieren und dann alles so ablaufen zu lassen, wie man es will? Wenn das schwarze Volk beginnt Dinge zu definieren und die so ablaufen zu lassen wie es es wünscht, dann nennen wir das Black Power (Schwarze Macht) ...Wir in der schwarzen Kolonie Amerikas wollen in der Lage sein, Macht über unser eigenes Schicksal zu haben. Das ist Black Power. Black Power ist Macht des Volkes.'

Die revolutionäre Bedeutung der Black Panther Party liegt darin, daß sie die nationalistische Bewegung gespalten hat, indem sie das kleinbürgerliche Element, das die Black Power-Bewegung dominierte, zurückdrängte und das proletarische Element stärkte, soweit es ihr als revolutionärer lumpenproletarischer Organisation möglich war.

Indem die BP den Klasseninhalt der nationalistischen Bewegung in den Vordergrund stellten, sagten sie den kleinbürgerlichen Ideologien wie dem Black Culturalism solcher Leute wie Le Roi Jones, ebenso den separatistischen Tendenzen der Black Moslems und der New Africa Bewegung, die bloße Reaktion auf den weißen Rassismus sind und somit reaktionär (den Kampf an,d.Vf.). Durch ihren ideologischen und praktischen Kampf entlarvte die BPP den Black Capitalism als Illusion einer kleinen Schicht des schwarzen Mittelstandes, die im Dienste der Strategie der herrschenden Klasse die Bewegung lähmen und spalten sollte.

Unter der Führung der nationalistischen Mittelklasseführer (Stokeley Carmichael) war es der Black Power-Bewegung nie gelungen klare Vorstellungen über Inhalte und Formen des schwarzen Befreiungskampfes zu entwickeln; das proletarische Klassenelement wurde von den Interessen der kleinbürgerlichen Führung verdrängt. Die herrschende Klasse hat schnell begriffen, daß eine nationalistische Bewegung bei aller Militanz durch Strategie des Tokenism (s. Baran/Sweezy, Monopoly Capital, 9, MC and Race Relations) im Sinne der Herrschenden zu spalten (ist,d.Vf.). Elemente dieser konterrevolutionären Doppel-Strategie der Monopol-Oligarchie sind: Das Vorantreiben der Entwicklung einer sog. schwarzen Bourgeoisie, die hauptsächlich besteht aus Teilen des Dienstleistungssektors in den schwarzen Gemeinden (Communities): Lehrer, Priester, Zahnärzte, Doktoren, Rechtsanwälte, Friseure usw., einem Teil der Versicherungsapparate und der Presse. Außerdem Professionals und Besitzern von Unternehmen mit Zulieferungsfunktion. Durch Anheben der Beschäftigungsrate der mittleren und höheren Ebenen des Staatsdienstes. Und durch rapide Ausdehnung von Schwarzen im Sport und Unterhaltungsgeschäften. Die Strategie hat zum Ziel eine schwarze Bourgeoisie zum dominierenden Faktor in den Communities zu machen, um ihr dieselbe Aufgabe zu übertragen die die weiße im kapitalistischen System hat. Indem man die Unterdrückungsfunktionen einem subalternen Verbündeten überträgt, der sich politökonomisch in völliger Abhängigkeit von der weißen Monopolbourgeoisie befindet, soll der Klassenunterdrückung zum Schein der rassistische Stachel genommen werden. Eine künstlich hochgezüchtete Bourgeoisie und ihre Ideologie soll dem Monopolkapital die rassistischen Extraprofite (jährlich 30 Billionen) garantieren helfen. Dabei kostet es die Herrschenden gar nichts, nationalistische Parolen aufzugreifen: Nixon/Ford lancieren ihre konterrevolutionäre Strategie unter Slogans wie 'Black Power' und 'Community Control' (RPK 42 (vgl. S28**.1969,d.Vf.)). Ein paar Stunden afro-amerikanischer Geschichte und Kultur können großzügig gewährt werden, der schwarze Kulturalismus läßt sich ohnehin leicht in eine Konsummasche verwandeln. Solange der Akzent der Klassen-Nationalen Befreiungsbewegung auf national gelegt wird, hat die Großbourgeoisie die größten Aussichten, die Bewegung zu integrieren. Sobald jedoch das Klassenelement gestärkt wird, sieht sie ihren Herrschaftsanspruch infragegestellt. Deshalb versucht sie, die Führer von den Massen zu trenne und aufzukaufen, um die Loyalität der Massen zu diesen Führern auszunützen, um die radikalen Teile der Bewegung besser zerschlagen zu können. Der Fall Martin Luther King illustriert diese Taktik.

Das Entstehen einer Organisation wie der BPP, die von der Bevölkerung der schwarzen Ghettos unterstützt wird, und in der Lage ist, diese für unmittelbare Ziele zu mobilisieren, ist deshalb das erste offene Anzeichen dafür, daß die Klassenherrschaft der Bourgeoisie infragegestellt ist. Gegen eine solche Organisation können die Herrschenden nur mit der manifesten Gewalt ihres faschistischen Polizeiapparates vorgehen. Sie muß liquidiert werden, bevor sie sich fest in den Massen verankern kann.

Durch ihr revolutionäres Zehn-Punkte-Programm (siehe 883 (vgl. S29**.196*,d.Vf.)) und besonders ihre Propagierung der bewaffneten Selbstverteidigung brachte die BPP die schwarzen Massen hinter sich. Ihr öffentliches, provokativ militantes Auftreten, ihre offene Organisationsform haben dieser kleinen Gruppe in kurzer Zeit eine politische Bedeutung verschafft und es ihr ermöglicht, den Kampf gegen die nationalistische Ideologie, den Integrationismus und die Onkel-Tom-Fraktion im schwarzen Mittelstand kolossal voranzutreiben. Die BPP ist in diesem Kampf für die Hegemonie des Marxismus-Leninismus in der schwarzen Befreiungsbewegung eingetreten; es scheint fast, als wäre sie darin den schwarzen Massen zu weit voraus. Keine materialistische Analyse der Kämpfe der afro-amerikanischen Völker in den USA kommt an der Tatsache vorbei, daß die Nationalismusbewegung die breiten Massen in einem starken Ausmaß erfaßt hat. Die Bereitschaft zu einem schwarz-weißen Klassenbündnis wird in der gegenwärtigen Etappe auf Seiten der Schwarzen überwuchert von einer tiefen Abneigung gegen jedes Zusammengehen mit Weißen, das für sie einen sell-out (Ausverkauf) bedeutet. Auch der Ideologie des Marxismus-Leninismus gegenüber überwiegt eher das Mißtrauen, Furcht, die kaum errungene Autonomie der Bewegung zu verlieren und einer Strategie untergeordnet zu werden, die die spezifischen und brennenden Interessen der Schwarzen einem fragwürdigen Gesamtinteresse unterstellt. Die ideologische Betonung des schwarz-weißen Klassenbündnisses, worin die weißen Radikalen den entscheidenden Fortschritt der BPP sahen, droht vielleicht, deren Basis unter den Ghettobewohnern zu gefährden. Insofern ist die Kritik der PLP am Nationalismus der BPP zwar prinzipiell richtig und objektiv wichtig, aber da sie zu sehr von der konkreten Lage der Kämpfe abstrahiert, ist sie unrealistisch. Statt in der gegenwärtigen Phase der schwarzen Befreiungskämpfe die Klassenposition zur Bedingung ihrer Weiterentwicklung zu machen, muß davon ausgegangen werden, daß der schwarze Befreiungskampf unter der Führung der schwarzen Arbeiterklasse zur Klassenposition vorangetrieben wird. Zwar wird von der PLP die BESONDERE Klassenausbeutung der Schwarzen klar erkannt; und gegenüber der NATIONALEN FORM, die dieser Kampf annehmen muß, wird sein KLASSENINHALT betont. Da jedoch die PLP diesen prozeß nicht konkret entwickelt, ausgehend von der gegenwärtigen Phase und auch die Rolle der weißen Arbeiter in diesem Kampf nicht näher bestimmt, bleibt ihre Kritik abstrakt und oberflächlich; und konnte als trotzkistisch mißverstanden werden. Angesichts der Ungleichzeitigkeit zwischen schwarzer und weißer Arbeiterklasse ist es notwendig, daß die Schwarzen den Kampf für ihre Interessen in nationalen Formen vorantreiben. Der Kampf gegen rassistische Diskriminierung in der Produktion und für die gemeinsamen Interessen der Arbeiterklasse wird seine nationalen Fesseln verlieren. (Wir werden im Zusammenhang der Analyse der Detroiter schwarzen Arbeiterbewegung darauf zurückkommen.)

Die Grenzen einer revolutionären lumpenproletarischen Organisation

Unsere Kritik an der BPP, die sich als Avantgardepartei der amerikanischen sozialistischen Bewegung begreift, ließe sich so formulieren: die BPP ist der Form nach zu wenig eine Organisation der Arbeiterklasse, im Inhalt zu internationalistisch (in der Betonung des Klassenbündnisses). Jedoch besteht ein Unterschied zwischen der klassenkämpferischen Rhetorik der Panthers und ihrer Praxis. Sie ging vor allem Bündnisse mit kleinbürgerlichen Gruppen wie den Weathermen-Anarchisten und der revisionistischen KP ein. Die Erklärung dafür ist eine objektive: der Grund sind die objektiven Grenzen einer lumpenproletarischen Organisation, die ihre Basis in den Ghettos zu bilden versucht. Ihren Hauptkampf führt sie gegen Polizisten und ist, noch bevor sie in den Massen organisatorisch Fuß fassen kann, einer planmäßigen Liquidierung ausgesetzt. Den lumpenproletarischen Charakter einer Organisation zu kritisieren heißt nicht, zu behaupten, das Lumpenproletariat sei nicht revolutionär. Aber da es keine polit-ökonomische Basis hat, kann es nicht Avantgarde einer revolutionären Bewegung sein. Das Ziel der revolutionären Teile des Lumpenproletariats, die Organisation des Proletariats zu initiieren und sich den Erfordernissen der Arbeiterklasse zu stellen, ist die Bedingung zur Entwicklung einer revolutionären Perspektive. Von ihrem Zehn-Punkte-Programm und den Statuten her ist die BPP proletarisch, insofern sie die lumpenproletarischen Tendenzen, die eine marxistisch-leninistische Kaderorganisation völlig desorganisieren müßten, einer proletarischen Disziplin unterwirft. Jedoch kommt sie wegen des demonstrativ öffentlichen Charakters ihrer Arbeit, der Verschmelzung von Volksarmee und Kaderorganisation, für schwarze Arbeiter nicht in Frage. Arbeiter können nicht in schwarzen Berets, Lederjacken und mit Gewehren herumlaufen, wenn sie nicht aus der Produktion herausfallen wollen. Die BPP ist jedoch in ihrer Organisation und Praxis noch behaftet von einer Vergangenheit in jugendlichen Straßenbanden. Für Proletarier ist der primäre Gegner unmittelbar der Klassenfeind, nicht die Bullen, Hausbesitzer, Ladenbesitzer. Strategie und Rekrutierungspolitik der Panthers wird bestimmt nicht durch die Bedingungen des Kampfes der Arbeiterklasse, sondern durch die zufälligen im Ghetto. Die Panthers mobilisieren überwiegend Arbeitslose, schwarze Hausfrauen und Schulkinder. Die Arbeitslosen bilden den organisatorischen Kern der Partei. Ihre Kampfbündnisse und -formen sind so bestimmt von einer Tradition lumpenproletarischer Bandenkämpfe in den Stadtbezirken. Sie gehen einerseits Bündnisse mit Gruppen wie den Young Patriots (weiße Rocker aus den Südstaaten) und den Young Lords (jugendliche Puertoricaner) ein. Da sie aber im Ghetto schutzlos dem Terror der Polizei ausgesetzt sind, bleibt ihnen, um sich zu schützen, nichts anderes übrig, als sich nach dem Beistand der Liberalen umzusehen, da es ihnen nicht gelingen kann, die weißen Arbeiter als Bündnispartner zu gewinnen, wie es schwarzen Arbeitern bei einem Streik in Detroit möglich war, wo weiße Arbeiter, für gemeinsame Interessen mobilisiert, ihre schwarzen Kollegen dadurch vor Denunziation schützten, daß sie vor deren Betrieb Streikposten bildeten. Es gibt mehrere Beispiele einer Klassensolidarität zwischen schwarzen und weißen Arbeitern im Arbeitskampf.

Wie wenig die Panthers in der Lage sind elementare Probleme des Befreiungskampfes materialistisch zu lösen wird an dem konkreten Problem der Frauenemanzipation klar: die schwarzen Frauen sind einer dreifachen Diskriminierung ausgesetzt, - als Angehörige einer unterdrückten Klasse, als Neger, als Frau. Als Arbeiterinnen zeigen sich die schwarzen Frauen in der Lage den Kampf dagegen zu führen: untereinander durch konkrete Solidarität und die Organisation in Betriebskampfgruppen zusammen mit den Männern, wobei sie eine durchaus autonome Position haben und den Kampf für ihre spezifischen Probleme führen; sie sind dann auch in der Lage ihre Kritik an den Männern radikal und offen zu äußern (z.B. in der Betriebszeitung 'The Movement speaks'). Die schwarzen Frauen sind gerade der Unterdrückung durch die Männer im subproletarischen Milieu noch stärker ausgeliefert. Obwohl das Problem bei den Pantherettes (den weiblichen Mitgliedern der BPP) nicht länger verdrängt werden kann, und die Panthers zu einer Selbstkritik zwang, wurden keine effektiven Lösungsmöglichkeiten gefunden. Um die Pantherettes aus einem Dasein zu erlösen, das sie zu dekorativen Statistinnen des revolutionär-romantischen Panther-Image reduzierte, demonstrieren sie nun, daß sie ebenso leiden können wie ihre männlichen Heroen, indem sie sich auch in die Gefängnisse werfen lassen. Aber ansonsten gilt nach wie vor, daß die einzige revolutionäre Position der Frauen eine liegende ist. Eine andere Erscheinung der lumpenproletarischen Organisation steht in krassem Gegensatz zu den Erfordernissen einer proletarischen Organisation: der Personenkult. Die Arbeiterklasse ist bei ihrer Organisation darauf angewiesen auf ganz unspektakuläre Weise Kader heranzubilden, die in enger Verbindung mit ihren Arbeitskollegen kontinuierlich und im Stillen ihre politische Arbeit betreiben. Prinzip dieser Arbeit muß sein andere zur verbindlichen Mitarbeit zu erziehen und sich selber dadurch entbehrlich zu machen. Jede Art von Personenkult ist ein Feind der proletarischen Organisation; weil er dazu führt, daß die Bewegung zerschlagen werden kann, indem man ihre Führer ermordet.

Es handelt sich hierbei jedoch mehr um Randphänomene. Zu prüfen ist die Perspektive der Hauptpraxis der BPP, die vier Schlüsselprogramme des community work, das von den Panthers als sozialistisches Programm und Kampagne nach dem Prinzip 'Dem Volke dienen' verstanden wird.

Community work - sozialistische Massenarbeit?

Zur Debatte stehen die Programme nicht als karitative Projekte, sondern als sozialistische Strategie. Ziel der Kampagnen: Frühstück für Schulkinder, befreite Schule, lokale Kontrolle der Polizei und medizinisches Gesundheitsprogramm ist die 'Erziehung-durch-Beispiel' der Massen zur solidarischen Selbstorganisation und die Verbreiterung und Konsolidierung der Massenbasis der BPP unter der Bevölkerung. Die Hauptanstrengungen der BPP gingen in das Breakfast for Children Programm. Die Lebensmittel dazu sind Beutegut oder stammen aus Erpressungsaktionen gegen Ladenbesitzer der Ghettos. Sie werden durch Boykottdrohungen oder andere Sanktionen gezwungen das Programm zu unterstützen. Die Boykotte scheinen zumindest kurzfristig praktikabel. Die Ladenbesitzer haben sich schnell darauf eingespielt, durch ein kleines Geschenk verschafften sie sich ein karitatives Aushängeschild, unter dem sie ihre Ausplünderung der Ghettobewohner ungestört fortsetzen können, das Schild 'we support the breakfast for children program' ist viel wirksamer als das alte 'Soul Brother'. Was für die kleinen Ladeninhaber gilt, gilt erst recht für die Kettenläden. Joe Louis Milk Co. spendet wöchentlich 500 Kartons Milch, ein Fleischkonzern 50 Pfd. Wurst wöchentlich, Safeway einer der Mammutkettenläden, Giant Food (?,d.Vf.). A+P und andere unterstützen ebenfalls das Programm der BPP. Hinter der massiven public relation Kampagne der Konzerne bleibt die Agitations- und Propagandaarbeit der BPP weit zurück. Es scheint nicht unmöglich, daß die Panthers dadurch in die Rolle eines Handlangers in einem Werbefeldzug der Konzerne in den schwarzen Ghettos gedrängt werden. Nicht nur das, indem die BPP in der Nummer vom 19. Mai 1969 des Black Panther Safeway für den revolutionären Schritt vorwärts zur Unterstützung des Volkes dankt, den der Konzern getan habe, verwirrt sie die Massen und betreibt das Geschäft der Kapitalisten. Der unmittelbare Erfolg dieser Kampagne für die BPP mag darin zu sehen sein, das eine Reihe Hausfrauen als Mitarbeiter gewonnen wurden, und ihrem militanten Image eine karitative Seite hinzugefügt zu haben
- wovon sich die KP-Strategen versprochen haben mögen, die 'Öffentlichkeit' für die BP einnehmen zu können, und das Urteil der Klassenjustiz zu mildern. Eine revolutionäre Perspektive für einen langfristigen Kampf der mobilisierten Afro-Amerikaner bietet dieses Programm nicht. Eher ist es eine symbolische Geste. Eine organisatorische Verbreiterung der Massenbasis, die in der Lage wäre der konterrevolutionären Doppelstrategie einen ernsthaften Widerstand entgegenzusetzen ist so nicht zu erreichen. Eher scheint es als würden sich die Panthers in eine heroische Märtyerrolle manövrieren. Sie ist zu schwach um die Ambivalenz eines solchen Handels mit dem Feind zu überwinden und hat auch keine Aussicht durch eine solche Arbeit in den Massen aufzugehen.

Der tatsächliche Minderheitscharakter der Organisation stellt ebenso das liberated school program in Frage. Um zu verhindern, daß es im Sinn der kleinbürgerlichen Ideologie des kulturellen Nationalismus umfunktioniert werden kann, müßte die Macht der organisierten schwarzen Arbeiterklasse in den Ghettos herrschen. Nur sie könnte im Prozeß ihrer Organisierung eine proletarische Erziehung in den Schulen der schwarzen communities durchsetzen. Eine Organisation, die auf so schwachen Füßen steht wie die BPP, die kaum Aussichten hat in der Arbeiterklasse Fuß zu fassen, ist in ihren objektiven Möglichkeiten zu begrenzt, um im Kampf gegen Staat und Monopole Machtpositionen in den communities zu erringen und zu halten und AUSZUBAUEN. Die Ford-Projekte in New York, das Schicksal der 'schwarzen Lehrpläne' an den Universitäten, zeigen wie leicht es ist die nationalistischen Forderungen zu neutralisieren, indem man sie ihres Klasseninhalts beraubt und absorbiert (siehe RPK 42). Zum Konzept der befreiten Schulen gehört die Wahl von Eltern in die Aufsichtsbehörden der Schulen, mit dem Ziel die Erziehung zu kontrollieren und in die eigenen Hände zu nehmen. Der New Yorker Schulstreik im letzten Jahr zeigt, das der erste Effekt war, daß ein scheinbarer Widerspruch zwischen Eltern und Lehrern provoziert wurde, statt dem wirklichen auf der Ebene wo sich Staats- und Geschäftsinteressen und die der Ghettobevölkerung gegenüberstehen. Selbst wenn es teilweise gelingen sollte die Ausbildung der Kinder in die eigenen Hände zu bekommen - wozu Aussichten bestehen - bleibt nach wie vor der Widerspruch zwischen den Forderungen des kapitalistischen Arbeitsmarktes und einer anti-kapitalistischen Erziehung. Zwischen dem kapitalistischen System und den isolierten sozialistischen Elementen dieser Selbstbestimmungsprinzipien im Ghetto. Das ganze läuft so hinaus auf die Frage der 'Freiräume' sozialistischen Aufbaus im Kapitalismus.

Selbstbestimmung im Kapitalismus?

Indem die BPP ihre Schlüsselprogramme als sozialistische propagiert und die Illusion fördert, man könne sie innerhalb des kapitalistischen Systems verwirklichen, verwirrt sie die Massen und bringt falsche Widersprüche hervor die die Kräfte des Volkes an der falschen Stelle absorbieren. Sie kämpft an vielen Punkten und verzettelt ihre Kräfte ohne in der Lage zu sein praktisch am Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital anzusetzen und ihn zu entfalten. Sie ist dehslb nicht in der Lage Teilerfolge, die die Massenkämpfe in den Ghettos hervorbringen werden, in den Rahmen einer revolutionären Strategie zu stellen, die die Hebel zur Umwälzung des Systems hat. So wie das liberated school program eine alte Lieblingsvorstellung der diffusen Black Power Bewegung war (siehe Stokeley Carmichael/Mailton) und sich schon damals kein Hinweis auf den KLASSEN-nationalen Inhalt und die Voraussetzungen eines solchen Projektes fand, so liegt der ganzen community-control-Geschichte das Konzept der self-determination (Selbstbestimmung) der schwarzen Kolonien, aus dem Arsenal der Black Power zugrunde. In falscher Analogie zu den nationalen Befreiungsbewegungen der dritten Welt versteht man die Ghettos als Kolonien im Mutterland, die durch Guerrillakämpfe von den Okkupatoren zu befreien sind, um das schwarze Volk von der kolonialen Fremdherrschaft zu befreien und die Selbstbestimmung einzuführen. Das unterscheidet sie von der separatistischen New-Africa Bewegung nur durch die Betonung des Anti-Imperialismus statt des Sozial-Chauvinismus und durch das demokratisch-sozialistische Prinzip der inneren Aufbaus der Selbstbestimmung. Nur dem absoluten Vorrang des rassistischen Moments vor dem Klasseninhalt verdankt diese Konzeptoin ihre Existenz. Der Nationalismus-Vorwurf, den die PLP den Panthers und vor allem anderen Teilen der schwarzen Befreiungsbewegung macht, trifft diesen Sachverhalt. Die PLP verwirft nicht das Prinzip der Selbstbestimmung unterdrückter Völker, hält aber daran fest, daß Selbstbestimmung nur erreicht werden kann, nachdem die Arbeiterklasse die Macht im Staat erobert hat und daß nur der Marxismus-Leninismus die Arbeiterklasse leiten kann (S.16, PL 7,3 (vgl. S33**.196*,d.Vf.)). Auf die Frage, ob sie schwarze und weiße Arbeiter in einen Topf werfe, antwortet die PLP mit einem 'dialektischen Ja/Nein': Nein: denn wir wissen sehr wohl, daß das schwarze Volk eine lange Geschichte der besondere Über-Ausbeutung (special super exploitation) und der besonderen rassistischen Unterdrückung mitgemacht hat. Ja: denn beide werden unterdrückt und ausgebeutet vom selben Klassenfeind, dem US-Monopolkapital. Die PLP unterwirft Reformforderungen folgenden prinzipiellen Kriterien: 'Ist der Kampf geeignet das revolutionäre Klassenbewußtsein der Massen zu heben? Zerstört oder stärkt der Kampf Illusionen über das kapitalistische System? Zeigt der Kampf wer der Klassenfeind ist und wer der Freund, oder verwirrt er die Massen dabei? Erweitert der Kampf die führende Rolle der Arbeiterklasse, treibt er die Einigung der Arbeiterklasse voran und stärkt er die revolutionäre Organisation der Arbeiterklasse?' (S.16, PL 7,3). Indem sie das community control Programm der BPP diesem Test unterwirft, findet sie es in allen Punkten negativ. Solange der fundamentale Klasseninhalt nicht die bewußte Basis für die Aktionen ist, wird es der herrschenden Klasse immer möglich sein, die Bewegung zu kooptieren. In ihrem Programm für die schwarzen Befreiungskämpfe entwickelt die PLP, daß erst wenn die Organisation verankert ist ein community program im Rahmen der Strategie der Arbeiterklasse erfolgreich sein kann. Und sie betont auch, daß erst wenn eine Führungsschicht der Arbeiterklasse aus den Fabriken hervorgehen wird, die 'Schalen des Nationalismus' von der Bewegung abfallen werden. Indem sie jedoch den Nationalismus der afro-amerikanischen Bewegung mit dem kleinbürgerlichen Nationalismus gleichsetzt, und nicht von den reaktionären nationalistischen Bewegungen der verspäteten Nationen Europas unterscheidet, unterschlägt sie die emanzipatorischen Tendenzen, die er für die Schwarzen Amerikas hat. Sie übersieht auch, daß dieser Nationalismus eine mobilisierende Rolle im Kampf der schwarzen Arbeiterklasse spielt. In den Ghettos jedoch, wenn sie keine organisatorische Verbindung haben zum Kampf der Arbeiter in den Fabriken, muß die Solidarität der Rasse zu einem Ersatz werden für die Klassensolidarität.

Eine Strategie, die auf einer solchen Basis aufbaut, ist der Doppelstrategie der Kooptation und Zerschlagung ausgeliefert. Das Projekt der community control of police läßt die Ambivalenzen und die Gefahr einer solchen Strategie ziemlich gut erkennen: Die Forderung 'schwarze Bullen für schwarze communities' und 'Dezentralisierung der Polizei' (eine Forderung unverkennbar im Stil der defätistischen KP) ist nur geeignet die Mechanik der Macht, der Klassenherrschaft zu verschleiern, zudem trägt man die Widersprüche wiederum auf die Ebene zwischen subalternen Befehlsvollstreckern auf lokaler Ebene und Community. Derartig die subjektive Rassenbasis der Solidarität gegen die objektiven Gesetze des Staatsapparates stellen zu wollen, ist fatal. Nur wenn die Arbeiterklasse den Kampf anführt, kann die Herausbildung einer schwarzen Schein-Bourgeoisie bekämpft werden, kann der reaktionäre Nationalismus der kleinbürgerlichen Schichten überwunden werden, und somit das Hauptinstrument der konterrevolutionären Strategie außer Gefecht gesetzt werden. Das erst SCHAFFT die Basis für eine Solidarität der Schwarzen als UNTEDRÜCKTE. Auf dieser Grundlage ist die Solidarität der Schwarzen als unterdrückte Rasse eine Waffe im Kampf gegen die Spalterstrategien des Monopolkapitals. Das Programm der Panthers ist allerdings eher ein Mittel der Klassenherrschaft den Makel des Rassismus zu nehmen. Die PLP faßt ihre Kritik in dem Satz zusammen 'a cop is a cop is a cop' (Ein Bulle ist ein Bulle ist ein Bulle...)

Die Bündnispolitik der BPP und ihr Vorgehen vor Gericht

Da es der BPP als lumpenproletarischer Organisation auf Basis der Ghettos nicht gelingen konnte mit einer solchen Strategie ihre Massenbasis effektiv zu verbreitern und sich organisatorisch durch Stärkung des proletarischen Elements zu konsolidieren, muß sie sich durch eine Bündnispolitik abdecken, die in krassem Gegensatz steht zu ihrem revolutionären 10 Punkte Programm. So ging sie eine Allianz ein mit kleinbürgerlichen Gruppen wie den Weathermen-Anarchisten (RYMI) (siehe RPK 39 (vgl. S33**.1969,d.Vf.)), in der sie sich wohl partiell traf durch die alte Black Power Ideologie, die davon ausging, daß die weißen Arbeiter in den USA von der imperialistischen Ausbeutung der Dritten Welt profitieren und durch ihre Privilegien, die sei gegen jede Umwälzung verteidigen werden, an die herrschende Klasse gebunden seien. Die Weathermen-Anarchisten schloßen daraus, mit einer kleinen Zahl entschlossener Desperados einen Guerilla-Krieg in den Großstädten entfachen zu müssen (wobei sie eine jämmerliche Schlappe erlitten). Im übrigen ließ sich die BPP in ihrer Bündnispolitik von dem Prinzip leiten, 'wir sind die Realität der Bewegung. Sie (die weißen Radikalen des Mutterlandes) nicht, und es ist unser Problem der Befreiung.' (Huey Newton talks to the Movement). So opportunistisch in einem Fall, so sektiererisch geht sie im anderen vor, indem sie sich weigerte einige black community Gruppen zu unterstützen, die wie im Fall der WACO in San Francisco, einen Kampf gegen das Stadtsanierungsprogramm der Regierung führten, der von den Massen unterstützt wurde - sie weigerten sich mit der Begründung 'das sind keine revolutionären Organisationen.' Da sie eine Kritik an ihrer Theorie und ihrer Praxis nicht dulden konnte, blieben ihr nur solche Gruppen wie die RYMI und die KP, die durch ein Bündnis mit den Panthers nur ihr eigenes Image aufmöbeln wollten. Die Allianz mit der seit Jahrzehnten im Nachtrab befindlichen revisionistischen KP, die bei den schwarzen Massen wegen ihrer erst integrationistischen dann separatistischen Rassenpolitik völlig diskreditiert ist, hatte zur Folge, daß sich die BPP von den Revisionisten eine massenfeindliche Linie diktieren ließ. Sie ließ sich auf eine Taktik ein, von der man glaubte sie sei endgültig gestorben, an den Niederlagen, zu denen sie der KP zur Zeit der Kommunistenhetze unter McCarthy verholfen hat. Diese Taktik beruht auf der legalistischen Vorstellung, man müsse alles tun, um das unparteiische Urteil der Justiz nicht zu beeinflussen, auf alle Fälle eine Intervention der Massen zu verhindern. Der einzige Grund, warum Newton nicht zum Tode verurteilt wurde, war, die Furcht der Herrschenden vor einem Massenaufruhr in den Ghettos. Die Taktik der KP bestand gerade darin, den Prozeß nicht zu einer politischen Kampagne zu machen, und alles zu unternehmen um eine Massenmobilisierung zu verhindern, statt von ihr Gebrauch zu machen und eine umfassende Entlarvungskampagne zu führen. Sie zwang den Massen ihre legalistische Strategie auf, indem sie im Newton Prozeß durch Berühmtheiten wie Eldridge Cleaver, die durch Publicity Kampagnen zu solchen aufgebaut wurden, die Massen dazu auffordern ließ, sich ruhig zu verhalten, statt die Massenbasis auszubauen, baute man einen Personenkult auf und setzte auf die Unterstützung der liberalen Öffentlichkeit. Die alte Strategie der KP bestimmte schließlich auch die Einheitsfrontpolitik der BP. Mit der KP, RYMI und den Liberalen unter gewaltsamem Ausschluß der PLP, wurde eine Einheitsfront gegen den Faschismus ins Leben gerufen, die auf einer Theorie G. Dimitroffs basiert, die dieser in den 30igern entwickelte, und die Linke in ein Bündnis mit den 'progressiven' Kapitalisten gegen die ultrarechte Reaktion bringen will. Diese Linie wurde auf manipulativen Veranstaltungen durchgesetzt, auf denen schon deutlich wurde, daß die BPP durch eine solche Politik ihre Basis verlor. Dieselbe manipulative und massenfeindliche Linie setzte sich in der Betriebspolitik der Panthers durch.

Die Betriebspolitik der BPP

Sie ist das Ergänzungsstück der community Strategie der Panthers. Sie versucht die Betriebsarbeit zum verlängerten Arm ihrer Ghettokampagnen zu machen und die Interessen der Arbeiter hinter die Prioritäten des Kampfes der Panther zu stellen. Im Grunde ist ihre Betriebsstrategie eklektisch. Einerseits eine Anlehnung an die der KP, die eine Reform der rassistischen Gewerkschaften von innen, durch Wahl von Vertretern erreichen will, andererseits arbeitet sie auf Herausbildung geschlossener ZK's in den Betrieben hin, die mit weißen Radikalen (gemeint ist die KP) zusammenarbeiten sollen, was ein leerer Appell ist. Die PLP dagegen vertritt das Konzept offener gemischter Massenzellen in den Betrieben, als Instrumente des Kampfes für die gemeinsamen Interessen der Arbeiterklasse. Entschieden bekämpft sie jede Form des Separatismus, wie etwa die Forderung nach schwarzen Aufsehern für die schwarzen Arbeiter; sie geht davon aus, daß die Kämpfe der schwarzen Arbeiter gegen Diskriminierung im Arbeitsverhältnis, gegen schlechte Arbeitsbedingungen, geringe Löhne u.ä. im Interesse der ganzen Arbeiterklasse sind, die die Einheit der Arbeiterklasse fördern. Es ist ebenso im Interesse der weißen Arbeiter, daß die Lohndrückerei durch den Rassismus beseitigt wird, der Kampf für die Rechte der Arbeiter gegen den gemeinsamen Klassenfeind ist in den Fabriken ein solidarischer. Obwohl die BPP an der Gründung von ELRUM, einer schwarzen revolutionären Betriebsgruppe, beteiligt war, und zerstreute Vorstöße in die Produktion machte, gelang es ihr wegen ihres elitären und basisfeindlichen Charakters nicht Fuß zu fassen.

Detroit: DRUM, ELRUM, FRUM, JARUM

Aus der Perspektive der Fabriken, wo keine Stadtguerilla-Romantik Platz hat, wird die Entwicklung in den Ghettos (anders gesehen,d.Vf.) als von den BP und ihren weißen Apologeten. 'Wenn man einfach nur eine Ghetto-Analyse hat, könnte man glauben, wenn man all diese schwarzen Gesichten in den Ghettos sieht - community-Zentren, Schulen und diese schwarzen Nationalismus-Sachen, daß die Schwarzen tatsächlich etwas erreichen. Aber wenn es wirklich an die Grundlagen geht, auf der Ebene der Produktion, da wo der schwarze Arbeiter wirklich die Last, die auf dem schwarzen Volk liegt, abwirft, - da geschieht nichts.' (John Watson, Detroiter Arbeiter). In Detroit sind in kurzer Zeit Betriebsorganisationen schwarzer Arbeiter entstanden, die sich rasch ausbreiten und gezielt vorangetrieben werden. Um die Bedeutung dieser Bewegung einschätzen zu können, muß man wissen, daß der Anteil der schwarzen Arbeiter in der Autoindustrie 50% beträgt und steigende Tendenz hat; ebenso in der gesamten Schwerindustrie, wo er heute bei 30% liegt. (Immer mehr weiße Arbeiter gehen in den Dienstleistungssektor oder übernehmen Aufseherstellungen. Es ist billiger schwarze Arbeitskraft einzusetzen, als zu automatisieren.) In einigen Betrieben ist der Anteil der Schwarzen über 90%, einzelne Abteilungen sind so gut wie ganz schwarz. Hinzu kommt eine wechselseitige Abhängigkeit der Industrien untereinander und die Dezentralisation der Produktion in der Autoindustrie. Die Gründung von ELRUM (Eldon Ave Revolutionary Union Movement) in Chryslers Getriebe- und Achsenfabrik wurde ganz gezielt vorgenommen. Diese Anlage ist die einzige für Getriebe bei Chrysler. So brauchte es bloß einen Tag um Chrysler die Wirkungen eines Streiks empfindlich spüren zu lassen. Ein schwarzer Aufstand, selbst wenn er auf die Autoindustrie der Stadt Detroit begrenzt bliebe, hätte eine ungeheure Wirkung, gelingt es die Autoindustrie lahmzulegen, wanken Stahl, Gummi, Glas als nächste, und es brauchte nicht viel um auch sie lahmzulegen. Die Dachorganisation von DRUM, ELRUM, FRUM JARUM ist die League of Revolutionary Black Workers (LRBW,d.Vf.), die von einem der schwarzen Ghettos aus operiert und von der Arbeiterbevölkerung unterstützt wird, andernfalls könnte sie nicht arbeiten. Wilde Streiks sind illegal. Arbeiter, die dabei denunziert werden, werden sofort entlassen und aus den Gewerkschaften geworfen. Deshalb stellt die community die Streikposten und deckt die unabhängigen Betriebszellen, die ihrerseits die Organisation der community initiieren. Zu dem unabhängigen revolutionären Gewerkschaftsbund gehören ebenfalls eine Hochschulorganisation, eine Gruppe, die in Krankenhäusern arbeitet und eines des Newsroom. Der Bund diktiert keiner Gruppe eine bestimmte Politik, sondern gibt einen groben Rahmen ab, in dem diese vorerst operieren können. Das ZK übernimmt technische Aufgaben; dennoch besteht eine Verbindung zu allen Bereichen, von der Betriebsabteilung bis zu den umfassenden Fabrikkomplexen. Konstituierende Organe werden durch das ZK vertreten, dessen Mitglieder für bestimmte Bereiche verantwortlich sind: Herausgabe der Betriebszeitungen, Finanzen, Sicherheit, innere Angelegenheiten etc. (Guardian, Black, White together?) Das Schulungsprogramm der Gruppen legt das Hauptgewicht auf den Marxismus-Leninismus. Betont wird, daß das organisatorische Grundprinzip der Arbeit 'der Mann am Fließband' sei. Die Gruppen verfolgen eine Strategie der DOPPELMITGLIEDSCHAFT. Der Bund versteht sich als unabhängige Basis, außerhalb der rassistischen Gewerkschaften, mit dem Ziel, die Forderung nach Gleichberechtigung der Schwarzen auf dieser Grundlage durchzusetzen. Entsprechend der taktischen Situation engagiert er sich aber auch in den gemischten Gewerkschaften wie der UAW (United Auto Workers). Dem liegt die theoretische Einschätzung zugrunde, daß es zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Amerika zwei Arbeiterklassen gäbe. Ein weißes Proletariat und ein schwarzes Subproletariat, das sich auf seiner besonderen Ebene organisieren muß, um eine Veränderung auf Klassenbasis erreichen zu können. Der anti-koloniale Kampf wird als Hauptwiderspruch der gegenwärtigen Etappe aufgefaßt. 'Was die League macht, ist den Antikolonialismus und die schwarze Identitä - die zuallererst einmal gerechtfertigt sind! - in einem Kampf einzusetzen, der über diese engen Ziele hinausgeht.' (Ein Mitglied des Bundes). Sie legt ganz klar den Akzent des Kampfes auf die Klassenunterdrückung, die Ausbeutung im Arbeitsverhältnis in der Produktion und betrachtet die Organisation in den Ghettos ohne diese Basis als im Grunde machtlos. Der nationalen Form der Organisation stehen klar die Klasseninhalte des Kampfes voran. Nur in einer solchen vorläufigen nationalen Form kann sie ihren Kampf soweit vorantreiben, wie es der Lage der Schwarzen und ihrem Klassenbewußtsein entspricht. Dieser Kampf hat, wie es sich schon abzuzeichnen beginnt, eine initiierende Funktion für die Kämpfe der weißen Arbeiter und ist damit Voraussetzung für eine Gesamtoffensive auf gemeinsamer Basis."
Quelle: ML Westberlin:Info Nr.1,Berlin Dez. 1969,S.27ff

Dezember 1969:
Die Bundesregierung unternimmt, laut Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK), den Versuch, die Einreise von Mitgliedern der Black Panther Party (BPP) der USA generell zu verhindern.
Quellen: Roter Morgen Nr.9,Hamburg Okt. 1970,S.*;
Rote Zelle Nr.1,Bochum Nov. 1970,S.11

01.12.1969:
Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK – vgl. 17.1.1970) wird laut 'ZAS' Hamburg (vgl. 16.4.1970) gegründet.
Quelle: Zentralblatt für den Ausbildungssektor Nr.15,Hamburg 16.4.1970,S.6

05.12.1969:
In Frankfurt erscheint ein gefälschtes Extra der 'Frankfurter Rundschau' zur Erschießung von Fred Hampton von der Black Panther Party (BPP) USA mit einem Aufruf zur Demonstration am 13.12.1969.
Quelle: Frankfurter Rundschau Extra: Chicago: Fred Hampton von Bullen ermordet,O. O. 5.12.1969

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08.12.1969:
In Berlin werden die Mitglieder von Spartacus - IAfeKJO durch ein Rundschreiben informiert. Zu den Klassenkämpfen in den USA, speziell zur Black Panther Party, solle ein Teach In am 12.12.1969 und eine Demonstration am 13.12.1969 stattfinden.
Quelle: Spartacus - IAfeKJO:8.12.69,Berlin 8.12.1969

09.12.1969:
Das Frankfurter Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei (BPP – vgl. 1.12.1969) veröffentlicht vermutlich heute sein Flugblatt "Solidarität mit der Black Panther Partei", in dem Veranstaltungen mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA angekündigt werden für Westberlin (vgl. 12.12.1969, 13.12.1969), Heidelberg (vgl. 13.12.1969), Mannheim (vgl. 14.12.1969), Freiburg (vgl. 14.12.1969), München (vgl. 15.12.1969), Augsburg (vgl. 15.12.1969), Erlangen (vgl. 16.12.1969), Nürnberg (vgl. 16.12.1969), Bochum (vgl. 17.12.1969), Hanau (vgl. 18.12.1969), Aschaffenburg (vgl. 19.12.1969) und Frankfurt (vgl. 20.12.1969).

Abgedruckt wird auch das Programm der BPP.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969)

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Bild: BPP_SK 008


12.12.1969:
In Berlin ist für diesen Tag ein Teach-In über die Black Panther Party (BPP) in den USA mit Vertretern dieser geplant.
Quellen: Spartacus - IAfeKJO:8.12.69,Berlin 8.12.1969;
Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

13.12.1969:
In Heidelberg soll eine Vietnamdemonstration stattfinden und abends eine Veranstaltung mit Vertretern der BPP USA. Aufgerufen wird vom SDS.
Quellen: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3;
SDS-Plakat:Vietnamdemonstration,O.O. O.J.

13.12.1969:
In Berlin soll eine Solidaritätsdemonstration für die Black Panther Party (BPP) in den USA stattfinden, wobei auf der Kundgebung auch BPP-Vertreter sprechen sollten.
Quellen: Spartacus - IAfeKJO:8.12.69,Berlin 8.12.1969;
Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

13.12.1969:
In Frankfurt soll, laut SDAJ, eine Vietnamdemonstration stattfinden.

Die Demonstration, die auch Solidarität mit der Black Panther Party (BPP) USA bekunden sollte, wird offenbar verboten.
Quellen: Frankfurter Rundschau Extra: Chicago: Fred Hampton von Bullen ermordet,O. O. 5.12.,S.2;
Vesper Nr.6,Groß Gerau Dez. 1969,S.22

13.12.1969:
In Hamburg rief die 'apo press' auf zum Teach-In "Für den Sieg der Revolution in Vietnam! Von der Revolution in Vietnam lernen!" um 13 Uhr im Audimax und zur Demonstration von dort ab 15 Uhr.

Zu den Parolen gehören im Bereich der BPP USA:
Solidarität mit der Black Panther Party
Freiheit für Bobby Seale
Quellen: Apopress Nr.21,Hamburg 9.12.1969,S.1;
Zentralblatt für den Ausbildungssektor Nr.11,Hamburg 10.12.1969,S.7

Bild: ApoPress Hamburg 021

Bild: ZAS 077


14.12.1969:
In Freiburg ist für diesen Tag nachmittags eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

14.12.1969:
In Stuttgart wurde für 19 Uhr ein Teach-In mit zwei Mitgliedern der Black Panther Party (BPP) USA angekündigt.
Quelle: N.N.:Black Panther,O. O. o. J. (1969)

Bild: BPP_SK 009


14.12.1969:
In Mannheim ist für diesen Tag eine Aktion um 11 Uhr am Wasserturm mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

15.12.1969:
In München ist für diesen Tag um 13 Uhr im Hörsaal 101 der Universität eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quellen: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3;
Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei – Aufdruck Big Man in Frankfurt,Frankfurt o. J. (1969),S.1

15.12.1969:
In Augsburg ist für diesen Tag um 20 Uhr eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

16.12.1969:
In Erlangen ist für diesen Tag nachmittags in der Universität eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

16.12.1969:
In Nürnberg ist für abends eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

17.12.1969:
Vermutlich heute erscheint in Bochum das 'Vietnam-Info' Flugblatt Nr.3 (vgl. 16.12.1969, 18.12.1969), das herausgegeben wird vom AStA der RUB und aufruft:"
Solidarität mit Black Panther (BPP in den USA,d.Vf.)! Solidarität mit dem Vietnamesischen Volk! Es lebe die Vietnamesische Revolution".

In Bochum ist für heute eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quellen: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3;
Vietnam-Info Flugblatt Nr.3,Bochum o.J. (1969)

18.12.1969:
In Hanau ist für heute eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

19.12.1969:
In Aschaffenburg ist für heute eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

20.12.1969:
In Frankfurt ist für heute eine Aktion mit Vertretern der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei,Frankfurt o. J. (1969),S.3

Januar 1970:
Vermutlich Anfang 1970 veröffentlichen das Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei, welches über den Sozialistische Club Frankfurt (SCF) und die Westberliner Buchhandlung Karin Röhrbein erreichbar ist, sowie das Black Liberation Commitee (West-Berlin) von Huey P. Newton die Aufsatzsammlung "Aufsätze des Verteidigungsministers" der Black Panther Party (BPP) USA als Übersetzung der englischen Broschüre.
Quelle: Huey P. Newton: Aufsätze des Verteidigungsministers,Berlin / Frankfurt

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Januar 1970:
Der KJB Freiburg berichtet aus den USA über George Jackson (vgl. Sept. 1971), Mitglied der Black Panther Party (BPP):"
Mit einem Komplott versucht die Zuchthausverwaltung von Soledad im Januar 1970 Jackson und zwei seiner engsten Freunde einen Anschlag auf einen Wärter anzuhängen, was nach kalifornischem Recht mit dem Tode bestraft wird. In einem Buch, das über die USA hinaus internationales Aufsehen erregte, entlarvte George Jackson daraufhin dieses Komplott und klagt den kalifornischen Staat unzähliger Verbrechen an schwarzen Menschen an.

Die über die ganzen USA organisierte Solidaritätskampagne der Black Panther Party mit den Soledad-Brothers, machte es den kalifornischen Behörden unmöglich, George Jackson auf legale Weise umzubringen. Er wird in's Zuchthaus San Quentin überführt."
Quelle: Kommunistische Jugendzeitung Nr.3,Freiburg Sept. 1971,S.5f

Januar 1970:
In Köln erscheint die Nr.1/70 der 'apo press' Informationsdienst für die Außerparlamentarische Opposition in Köln (vgl. Feb. 1970). Berichtet wird u.a. über die Black Panther und das Solidaritätskomitee für die Black Panther Party, welches über den Sozialistischen Club Frankfurt zu erreichen ist.
Quelle: Apo Press Nr.1,Köln Jan. 1970

06.01.1970:
Für das Black Panther Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei (BPP) USA richtet Karl Dietrich Wolff einen Brief an Damen und Herren sowie Freunde und Genossen, in dem es seine Gründung nach dem Vorbild von ähnlichen Komitees in Skandinavien und England bekanntgibt und auch auf das Einreiseverbot der BPP-Vertreter für die Veranstaltungsreihe ab dem 12.12.1969 eingeht.
Quelle: Black Panther Solidaritätskomitee: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Genossen,Frankfurt 6.1.1970

Bild: BPP_SK 015

Bild: BPP_SK 012


17.01.1970:
Das Black Panther Party Solidaritätskomitee (BPSK – vgl. 1.12.1969) organisiert, laut 'ZAS' Hamburg (vgl. 16.4.1970), eine Rundreise von Vertretern der BPP. Auch in Hamburg findet eine Solidaritätsveranstaltung statt.
Quelle: Zentralblatt für den Ausbildungssektor Nr.15,Hamburg 16.4.1970,S.6

19.01.1970:
An der Universität Hamburg erscheint das 'Zentralblatt für den Ausbildungssektor' (ZAS) Nr.13 (vgl. 12.1.1970, 19.1.1970). Berichtet wird über die Black Panther Party (BPP) USA.
Quelle: Zentralblatt für den Ausbildungssektor Nr.13,Hamburg 19.1.1970,S.10f

Bild: ZAS Serie2 034
Bild: ZAS Serie2 035

Bild: ZAS Serie2 036
Bild: ZAS Serie2 037


25.01.1970:
In Frankfurt ist für diesen Tag um 20 Uhr im Studentenhaus in der Jügelstraße eine Veranstaltung zur Solidarität mit der Black Panther Party (BPP) USA geplant.
Quelle: Solidaritätskomitee für die Black Panther Partei: Solidarität mit der Black Panther Partei – Aufdruck Big Man in Frankfurt,Frankfurt o. J. (1969),S.1

Bild: BPP_SK 010


27.01.1970:
In Bonn erscheint die Nr.3 der 'Arbeitermacht' (vgl. 16.12.1969, 22.4.1970), die nun nicht mehr allein durch die BPG des SDS herausgegeben wird, sondern von den Gruppen BPG, Rote Zelle Pädagogik, Gruppe für eine Rote Zelle Jura, Rote Zelle Germanistik, Lotta Continua und Kommune Waldorf im SDS Bonn. Enthalten sind u.a. Materialien zur Black Panther Party.
Quelle: Arbeitermacht Nr.3,Bonn 27.1.1970

16.04.1970:
An der Universität Hamburg erscheint heute die Nr.15 des 'Zentralblatt für den Ausbildungssektor' (ZAS - vgl. 5.2.1970, 4.5.1970). Veröffentlicht wird ein Interview mit Bobby Seale.
Quelle: Zentralblatt für den Ausbildungssektor Nr.15,Hamburg 16.4.1970,S.6ff

Bild: ZAS Serie2 062 und 063

Bild: ZAS Serie2 065 und 064


18.04.1970:
In Frankfurt beginnt, laut 'apo press' Köln, ein vom Black Panther Party Solidaritätskomitee (BPSK) Frankfurt organisiertes zweitägiges Treffen der europäischen BPSK's aus Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Belgien, Schweden und der 'BRD'.
Laut BPP-SK sollte Conny Matthews reden.
Quellen: Apo press Nr.5,Köln 1.6.1970;
BPP_SK: Samstag 18. April...,O.O. O.J.

Bild: BPP_SK 014

Bild: BPP_SK 015


11.05.1970:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Göttingen die Nr.4 der 'Rote Schule' – Zentralorgan der sozialistischen Schüler und Lehramtskandidaten (vgl. 6.4.1970, 15.6.1970), herausgegeben vom Arbeitskreis Sozialistischer Schüler (ASS) oder vom Aktionszentrum Sozialistischer Schüler Göttingen, denn "das ASS" trifft sich jeden Montag im Club für Internationalismus. Berichtet wird u.a. von der Black Panther Party (BPP).
Quelle: Rote Schule Nr.4,Göttingen 1970

25.05.1970:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KPD/AO die auf Mai datierte Nr.3 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. Mai 1970, 6.6.1970) heraus, die sich u.a. mit den Black Panthers (BPP) in den USA befaßt.
Quelle: Rote Fahne Nr.3,Berlin Mai 1970

Juni 1970:
Es erscheint die Nr.7 von 'Rote Provinz' – Sozialistisches Informationsblatt für den Westharz (vgl. Mai 1970, Juli 1970). Fortgesetzt wird der Haschisch-Report, wobei auf die Regeln für die Black Panther Partei (BPP USA) verwiesen wird.
Quelle: Rote Provinz Nr.7,Bad Gandersheim Juni 1970,S.15

03.06.1970:
In Berlin gibt die KPD/AO bei AEG-Telefunken die Nr.3 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP) heraus mit einem Artikel über die US-amerikanische Black Panther Party.
Quelle: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr.3,Berlin 3.6.1970

04.07.1970:
In Heidelberg kommt es an diesem Wochenende, laut KPD/ML-ZB, zu einer Demonstration von 700 farbigen US-Soldaten für den Rückzug aller Truppen aus Indochina, die Räumung aller US-Stützpunkte in Afrika, die Abschaffung der Diskriminierung von Farbigen in der US-Armee und bessere Wohnungen für schwarze Familien. Initiatoren seien die Unsatisfied Black Soldiers aus Heidelberg, die Black Defense Group aus Karlsruhe und die Black Action Group aus Stuttgart gewesen. Zum Teil seien auch Parolen der Black Panther Party (BPP) verbreitet worden.

Laut DKP protestieren 1 000 farbige GIs, die sich auf einem Jazzkonzert trafen, gegen den Indochinakrieg.
Quellen: Unsere Zeit Nr.28,Essen 11.7.1970;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.13,Bochum 9.7.1970

September 1970:
Laut Gerd Langguth macht im Herbst 1970 in Frankfurt/M. erstmals ein Black-Panther-Solidaritätskomitee (BPSK) von sich reden. Führend sollen sein: Karl Dietrich Wolff, Daniel Cohn-Bendit, Johannes Weinreich.
Quelle: Langguth, G.:Protestbewegung,Köln 1983,S.51

Oktober 1970:
Die KPD/ML-ZK berichtet vermutlich aus dem Oktober:"
NIEDER MIT DEM US-IMPERIALISMUS!
FREIHEIT FÜR BOBBY SEALE!

Der US-Imperialismus - dieser Weltfeind Nr.1 - sieht sich inmitten der Verurteilung durch die Völker der ganzen Welt in die Enge getrieben. In Vietnam militärisch besiegt, versucht er seine eigenen Verbrechen und Niederlagen vor der eigenen Bevölkerung zu verschleiern und sie verschärft zu unterdrücken. Noch nie in der Geschichte der USA hat es eine derartige breite Volksbewegung gegen den Krieg, Rassismus und für demokratische Rechte gegeben wie heute. Die Volksmassen der USA lassen sich nicht von den faschistischen Mitteln der Nixon-Regierung einschüchtern.

Die US-Regierung hat ihren rassistischen Feldzug gegen die schwarze Befreiungs- und die Antikriegsbewegung seit dem Machtantritt Nixons (vgl. **.**.19**,d.Vf.) ständig verschärft. So betrachtet sie die Black Panther Partei (BPP,d.Vf.) als 'Bedrohung der inneren Sicherheit Amerikas' (FBI-Boß Hoover), als 'kriminell'. Dementsprechend verhalten sich auch die Staatsorgane; der politisch-parlamentarische Schein wird vollends aufgegeben, an seine Stelle tritt die paramilitärische Bekämpfung, der Terror der Polizei. Das beweisen die Überfälle auf die Büros der Black Panther, das bestätigen auch die bekanntgewordenen Pläne zum Sturm des Hauptquartiers der Partei. Vorläufiger Höhepunkt dieser Kampagne soll der Prozeß gegen die 'New York 21' und gegen Bobby Seale darstellen. Jenen wird vorgeworfen, ausgerechnet die Botanischen Gärten New Yorks in die Luft zu sprengen geplant zu haben, Bobby Seale, der Vorsitzende der Black Panther Partei, soll gar den Befehl zur Ermordung eines Mitglieds der eigenen Partei gegeben haben. Wie Tom Hayden richtig geschrieben hat, ist Bobby Seale kein politischer Gefangener: er ist Kriegsgefangener. Der Prozeß gegen ihn als Exponent der schwarzen Befreiungsbewegung in den USA muß die Solidarität aller antiimperialistischen Kräfte wachrütteln.

Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK,d.Vf.) der Bundesrepublik, das auch von der KPD/ML unterstützt wird, organisiert deshalb zu Beginn des Prozesses gegen Bobby Seale in Connecticut im November 1970 in der ganzen Bundesrepublik Solidaritätsveranstaltungen und Protestdemonstrationen. Eldridge Cleaver, der Informationsminister der Partei hat zugesagt, zu diesem Termin zu einer Vortragsreise in die Bundesrepublik zu kommen. Der FBI und die US-Regierung haben Eldridge Cleaver als Opfer eines Polizeiüberfalls zum 'kriminellen Täter' abgestempelt und ihn ins Exil in Algier (in Algerien,d.Vf.) gezwungen. Der FBI sucht ihn unter den zehn angeblich gefährlichsten Verbrechern. Eldridge Cleaver kann nur in die Bundesrepublik kommen, wenn die Bundesregierung ihm volle diplomatische Immunität zusichert.

In einer Presseerklärung des Black Panther Solidaritätskomitees heißt es dazu:
'Das Black Panther Solidaritätskomitee ist sich nach dem Versuch der Bundesregierung im Dezember 1969, die Einreise von Delegationen der Black Panther Partei überhaupt zu verhindern, darüber klar, daß die Immunität für Eldridge Cleavers Reise nur durch organisierten öffentlichen Druck erzwungen werden kann. Das Black Panther Solidaritätskomitee ruft deshalb alle Gruppen und Organisationen der außerparlamentarischen und parlamentarischen Linken auf, in möglichst vielen Institutionen die formelle Einladung Eldridge Cleavers zu bewirken. Wenn Betriebsräte und Schülermitverwaltung, Fakultäten und Allgemeinen Studentenausschüsse, Studentenparlamente und Jugendsprecher eines Betriebes, Gemeinderäte und Vertrauenskörper jeweils Einladungen aussprechen und öffentlich begründen, könnte bereits ein Teil der Ziele der Solidaritätskampagne: öffentliche weitgehende Isolierung des US-Imperialismus - erreicht werden. Das Black Panther Solidaritätskomitee bittet, die Einladungen zur Weiterleitung an Eldridge Cleaver baldmöglichst an: 6 Frankfurt/Main, Adalbertstr.6'"

In NRW verbreitet der KSB/ML der KPD/ML-ZK diesen Artikel an der Ruhruniversität Bochum (RUB).
Quellen: Roter Morgen Nr.9,Hamburg Okt. 1970,S.*;
Rote Zelle Nr.1,Bochum Nov. 1970,S.11

13.10.1970:
In den USA wird, laut KPD/ML-ZB, die farbige Bürgerrechtskämpferin Angela Davis verhaftet, unter der Beschuldigung, im August an der versuchten Befreiung eines Angeklagten durch ein Mitglied der Black Panther Party (BPP) aus dem Gericht in San Rafael (Kalifornien) beteiligt gewesen zu sein. Diese Behauptung sei allerdings völlig unbewiesen. Vorausgegangen sei eine monatelange faschistische Hetze gegen A. Davis, die der reaktionär-faschistischen republikanischen Regierung schon lange ein Dorn im Auge gewesen sei. Die Entführung war allgemein nur als rein 'kriminelle' Aktion dargestellt worden.
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.49,Bochum 11.11.1970,S.8

22.10.1970:
Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK) richtet ein Schreiben an "liebe Genossen", in dem Einladungen an Eldridge Cleaver u.a. durch die Jugendvertretung von VW Kassel, vom AStA Uni Frankfurt, dem Zentralrat der Roten Panther sowie Belegschaft und Verlagsleitung des Fischerverlags Frankfurt erwähnt werden. Beigelegt sind der Offene Brief an die Bundesregierung vom 14.9.1970, eine Mustereinladung, ein Bestellschein für Materialien, ein Papier "Über die wachsenden Schwierigkeiten der US-Imperialisten im eigenen Lande und unsere Aufgaben in Westdeutschland" sowie ein Papier zu den Soledad Brothers, "ohne daß der 'Fall' Angela Davis kaum zu verstehen ist.
Quelle: BPP-SK:liebe Genossen,Frankfurt 22.10.1970

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November 1970:
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich u.a. aus dem November:"
MACHT DER US-REGIERUNG BEDROHT
MIT NACKTER GEWALT GEGEN DIE ARBEITERKLASSE

In Amerika sind immer weniger Menschen bereit, eine Regierung zu unterstützen, die Milliarden für den Krieg in Südostasien ausgibt und zusieht, wie die Menschen im eigenen Land verhungern.

In Vietnam erleiden die USA eine Niederlage nach der anderen und auch in Amerika wehren sich die Menschen. Denn so sieht für sie die Demokratie aus, für die die US-Soldaten in Vietnam kämpfen sollen:

5 Millionen Amerikaner sind arbeitslos. Davon sind 40% Jugendliche.

Die meisten von ihnen haben erst gar keine Arbeit gefunden. Sie sind direkt von der Schulbank auf die Straße geflogen.

Fast die Hälfte der Amerikaner kann immer noch nicht lesen und schreiben. Für Schulen und Lehrer hat die US-Regierung kein Geld.

Die Löhne derjenigen, die Arbeit haben, sinken immer weiter. So liegt der durchschnittliche Jahreslohn der Arbeiter bei General Motors (GM,d.Vf.), dem Konzern, dem auch die Opel-Werke (IGM-Bereich,d.Vf.) bei uns gehören, 3 000 Dollar unter dem, was man in Amerika für ein 'anständiges' Leben braucht. Der Lohn der Fließbandarbeiter liegt sogar unter dem, was man braucht, um so gerade eben zurechtzukommen. Sie sind so arm, daß sie eigentlich von der öffentlichen Wohlfahrt unterstützt werden müßten.

Und General Motors ist der größte Konzern in Amerika - Dafür steigen die Preise immer schneller. Allein in einem Jahr, von 1969 bis 1970 um 7%.

Diese Lage kann die Regierung nicht mehr mit schönen Worten wie 'Opfer bringen für die Demokratie' vertuschen. Denn es ist zu deutlich, daß diese Opfer nur einer bringen muß: die Arbeiterklasse.

Sie aber ist nicht länger bereit, mit hohen Preisen und niedrigen Löhnen für die Profite der Kapitalisten zu zahlen.

DAS AMERIKANISCHE VOLK WEHRT SICH

Immer mehr Soldaten in Vietnam weigern sich, weiter auf die Vietcong zu schießen, die Studenten kämpfen für die Beendigung des Krieges und die Arbeiter haben in den letzten zwei Jahren mit monatelangen Streiks gegen ihre Ausplünderung durch die Kapitalisten und die Regierung gekämpft.

Bei General Electric ((GE - vgl. Okt. 1969,d.Vf.) zu diesem Konzern gehört auch die deutsche Firma AEG) haben im letzten Oktober 1 300 Arbeiter 14 Wochen lang gestreikt. Es war der erste Streik nach 1945.

Im Januar haben die Arbeiter und Angestellten bei der Eisenbahngesellschaft Union Pacific gestreikt (vgl. 30.1.1970,d.Vf.). Den ganzen März über haben die Arbeiter und Angestellten, die bei der Post arbeiten, die Arbeit niedergelegt (vgl. 16.3.1970,d.Vf.). Allein in New York waren es 50 000. Sie forderten die Beendigung des Vietnamkrieges und kämpften gegen die ständig steigenden Preise.

Im April und Mai (vgl. Apr. 1970,d.Vf.) streikten die Transportarbeiter in ganz Amerika. Sie kämpften mit Gewehren gegen Streikbrecherfahrzeuge.

In den letzten Wochen (vgl. 15.9.1970,d.Vf.) haben die 300 000 Arbeiter bei General Motors gestreikt.

Das sind nur einige Beispiele für die Kämpfe der Arbeiterklasse. Aber die meisten Arbeiter in Deutschland kennen noch nicht einmal die. Denn die deutschen Zeitungen haben kaum etwas darüber geschrieben. Denn sie passen nicht in das Bild, das wir uns von Amerika machen sollen. Gerade die SPD-Regierung erzählt uns immer wieder, daß dieses Gesellschaftssystem, in dem wir leben, auch für die Arbeiter das Beste ist. Sie sagt, daß in der sozialen Marktwirtschaft, wie sie den Kapitalismus nennt, auch die Arbeiter viel besser leben, viel mehr Wohlstand haben als in einem sozialistischen System.

Und ihr Paradebeispiel dafür war immer die USA. Dieses ganze Lügengebäude von der Sicherheit und dem Wohlstand, die der Kapitalismus den Arbeitern bietet, bricht aber vor den Tatsachen in Amerika zusammen.

Deshalb erfahren wir nichts darüber.

Und wir erfahren auch nichts darüber, was die US-Regierung tut, um Amerika für die Profite der Kapitalisten zu retten:

- Bei dem Streik der Eisenbahner ist die Regierung zum ersten Mal eingeschritten. Sie hat ein Gesetz gemacht, das den Arbeitern verbot weiterzustreiken (vgl. 8.4.1970,d.Vf.).
- Bei dem Streik der Postgewerkschaft (vgl. 23.3.1970,d.Vf.) hat Nixon den nationalen Ausnahmezustand erklärt (bei uns heißt das Notstand). Sie hat gedroht, die Arbeiter ins Gefängnis zu werfen, gegen 7 500 Arbeiter und Angestellte wurden Gerichtsverfahren eröffnet, 25 Gewerkschafter wurden verhaftet. Sie hat die Armee gegen Streikposten eingesetzt.
- Beim Streik der Transportarbeiter (vgl. 1.5.1970,d.Vf.) hat sie die Nationalgarde eingesetzt, um Streikbrecher einzuschleusen. Es kam zu einer heftigen Straßenschlacht.

Die Kapitalisten haben während dieser Zeit an die 100 000 Arbeiter ausgesperrt.

Aber Aussperrung, Verhaftungen und Einsatz der Armee sind nicht alles.

- In Ohio erschoß die Nationalgarde vier Studenten, die gegen den Krieg in Vietnam protestierten (vgl. 4.5.1970,d.Vf.).
- 50 Mitglieder der Black Panther (BPP,d.Vf.), das ist eine Organisation, in der schwarze Arbeiter und Studenten den Kampf gegen die Regierung und die Kapitalisten führen, sind bisher umgebracht worden. Polizisten, die zum größten Teil zum FBI gehören, haben sie heimtückisch ermordet.

Das sind die Maßnahmen, mit denen die Regierung gegen die kämpfenden Arbeiter vorgeht.

VERBRECHER SIND FÜR NIXON DIE KÄMPFENDEN ARBEITER

Wenn Nixon das ganze Land zum Kampf für 'Gesetz und Ordnung' aufruft, wenn er für den schonungslosen Kampf gegen das Verbrechertum eintritt, dann meint er nicht den Kampf gegen Diebe und Einbrecher.

Denn die Gesetze, die er im Zuge dieser Kampagne gemacht hat, erklären alle Arbeiter, die bereit sind, für ihre Interessen zu kämpfen, zum Verbrecher:

Die Teilnahme an wilden Streiks - ein Verbrechen.
Vor Fabriken demonstrieren - ein Verbrechen.
Einen Tarifvertrag nicht annehmen - ein Verbrechen.
Gesetz und Ordnung sagt Nixon.

Jawohl. Aber Gesetze gegen die Arbeiterklasse und Ordnung für die Kapitalisten. Denn Nixon weiß, worum es geht.

Die Demonstrationen der Studenten haben die Regierung schon erschüttert -
Die Aufstände der Schwarzen in den Ghettos haben die USA an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht -

Die Kämpfe der Arbeiterklasse aber erschüttern den ganzen Staat.

Sie machen aus dem Kampf kleiner Gruppen, die man gegeneinander ausspielen konnte, einen Kampf, in dem es nicht mehr heißt, junge gegen alte, schwarze gegen weiße, - hier heißt es, Arbeiterklasse gegen Kapitalistenklasse und immer mehr Amerikaner begreifen, daß es in diesem Kampf nur heißen kann, entweder die Kapitalisten und ihre Regierung oder wir.

Immer mehr wissen, die einzige Möglichkeit, die Lage der Arbeiterklasse wirklich zu verbessern, Amerika wirklich zu retten, ist der endgültige Sturz der Kapitalistenklasse."
Quelle: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.6,Bochum Dez. 1970,S.7

November 1970:
In Frankfurt beteiligen sich, nach eigenen Angaben, auch die Roten Panther (RP) an Demonstrationen und Veranstaltungen für Bobby Seale von der BPP USA.
Quelle: Roter Panther Nr.1,Frankfurt 1971

November 1970:
In Frankfurt kommt es, laut Gerd Langguth, anläßlich einer Black-Panther Solidaritätsveranstaltung zu militanten Auseinandersetzungen.
Quelle: Langguth,Gerd:Protestbewegung,Köln 1983,S.51

November 1970:
An der Uni Frankfurt gibt der KSB/ML der KPD/ML-ZK ein Flugblatt heraus, in dem es, laut KSG/ML des KAB/ML, u.a. heißt:"
Wir sehen: die revolutionären Volksmassen in aller Welt kämpfen gegen den Imperialismus. Die Black-Panther-Partei (BPP,d.Vf.) kämpft in ihrem Land gegen den US-Imperialismus."
Quelle: ML-Hochschulpresse Sdr.nr.,Frankfurt o.J. (1971),S.57

November 1970:
An der Uni Düsseldorf findet, laut RKJ, vermutlich im November eine Veranstaltung des Black Panther Party Solidaritätskomitees (BPSK) statt.
Quelle: RKJ-Info Nr.9,Mannheim Mitte Januar 1971,S.7

02.11.1970:
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dieser Woche vom BKA:"
AUSBAU DES BUNDESKRIMINALAMTES: GENSCHER LERNT BEI AMERIKANISCHEN MORDSCHÜTZEN
...
Bundesinnenminister Genscher (FDP,d.Vf.) hat jetzt im Namen der SPD-Regierung ein Sofortprogramm zur Verbrechensbekämpfung vorgelegt. Danach soll eine 'kriminalpolizeiliche Ermittlungstruppe' beim Bundeskriminalamt geschaffen werden. Die Zahl der Beamten beim Bundeskriminalamt soll verdoppelt werden und mit modernen Computern ausgerüstet werden. Außerdem soll der Bundesgrenzschutz (BGS,d.Vf.) in der Spionageabwehr eingesetzt werden. Der FBI in den USA, das ist das Vorbild für dieses Sofortprogramm. Bundesinnenminister Genscher war deshalb auch extra noch einmal in den USA (vgl. S2.**.1970,d.Vf.) und hat sich dort den FBI angesehen.

Der FBI hat sich bewährt - allerdings nicht zur Verbrechensbekämpfung - die Zahl der Einbrüche, Diebstähle und Morde steigt weiter.

Dafür kann der FBI dann aber Erfolge auf anderem Gebiet verbuchen. Mindestens 50 Mitglieder der Black Panther (BPP,d.Vf.), einer Organisation der schwarzen Bevölkerung, die gegen den Kapitalismus kämpft, sind von seinen Leuten erschossen worden! Die Zahl der bei Streiks und Demonstrationen verhafteten Arbeiter und Studenten ist immer weiter gestiegen."
Quelle: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.6,Bochum Dez. 1970,S.2 und 8

02.11.1970:
Vermutlich Anfang dieser Woche erscheint erstmals die 'Rote Zelle' (vgl. 1911.1970) als Zeitung des Kommunistischen Studentenbundes/ML (KSB/ML) an der Ruhr-Universität Bochum (RUB).
Aus dem 'Roten Morgen' (RM) Nr.9 (vgl. Okt. 1970) wird ein Artikel zur Black Panther Party (BPP) in den USA übernommen. In einer letzten Meldung dazu heißt es:"
Eldridge Cleaver, der Informationsminister der Black Panther Partei, aller Voraussicht nach noch in diesem Monat in Bochum sprechen. Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK,d.Vf.) bestätigte die Einladung des KSB/ML Bochum, konnte aber noch keinen festen Termin zusagen, da die Einreise Eldridge Cleavers nach wie vor ungewiß ist. ... Der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben" (vgl. 2.12.1970).
Quelle: Rote Zelle Nr.1,Bochum Nov. 1970

06.11.1970:
In den USA findet, laut KPD/ML-ZB, die Wahl von 435 Mitgliedern des Repräsentantenhauses, 35 Gouverneuren und 6 331 Parlamentariern in 45 Bundesstaaten statt, zu deren Wahlkampf sie Ende Oktober u.a. ausführt:"
Angesichts der Radikalisierung der Arbeiterklasse und der schwarzen Bevölkerung ergreift die US-Regierung unter Nixon neue vorbereitende Maßnahmen, um alle Kämpfe im Keim ersticken zu können. Über 50 Mitglieder der 'Black-Panther'-Bewegung hat die Polizei in den letzten Monaten heimtückisch ermordet."
Hierzu wurden auch gesetzliche Grundlagen geschaffen (vgl. 19.10.1970). Fortgefahren wird:"
Nahezu alle Kandidaten bemühen sich in dieser politischen Situation, die 'schweigende Mehrheit', das amerikanische Kleinbürgertum, stärker auf die Seite des Kapitals zu ziehen, um das Bündnis der Monopole mit dem Kleinbürgertum gegen die radikalen Teile der Arbeiterklasse und gegen alle 'Extremisten' zu erneuern. Alle Kandidaten der 'Demokraten' und der 'Republikaner' versprechen dem Kleinbürgertum 'Kampf für Recht und Ordnung' gegen die dauernden Streiks, Kampf gegen Pornographie, gegen das Rauschgift, gegen die steigende Kriminalität. Alle versprechen schärferes Vorgehen gegen die 'Bombenwerfer', gegen die 'Black Panther'. Dabei mischen die Kandidaten der Monopole dieses 'Versprechen' mit entsprechender sozialer Demagogie: Nixon legte während des Wahlkampfs sein 'Friedensprogramm' für Indochina vor. Die Demokraten versprechen laufend Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit, die zur Zeit bei mindestens 6% liegt, sowie gegen die ständig steigende Inflation, die das Geld des amerikanischen Volkes immer stärker auffrißt."
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.46,Bochum 31.10.1970,S.11f

09.11.1970:
Für die DKP berichtet Michael Maerks vermutlich aus dieser Woche:"
NEUE ZIELE GESETZT
IN MARBURG TAGTE DER VERBAND DEUTSCHER STUDENTENSCHAFTEN
...
In einer ... Resolution erklärte sich der VDS mit der amerikanischen (in den USA,d.Vf.) Bürgerrechtsbewegung solidarisch und verlangte Freiheit für die unter konstruierter Mordanklage eingekerkerte Angela Davis."
Quelle: Unsere Zeit Nr.47,Düsseldorf 21.11.1970,S.11

16.11.1970:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Göttingen die Nr.7 der 'Rote Schule' – Zentralorgan der sozialistischen Schüler Göttingen (vgl. 15.6.1970, 14.12.1970). Berichtet wird u.a. über die Black Panther Party (BPP).
Quelle: Rote Schule Nr.7,Göttingen 1970

19.11.1970:
Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK) berichtet aus Ramstein von der heutigen, durch einen Wachmann der US-Armee begonnenen Schießerei mit amerikanischen Zivilisten, die sich am 26.11. mit Kathleen Cleaver treffen sollten.
Quelle: BPP-SK:Kathleen Cleaver in Frankfurt,O. O. O. J.,S.2

24.11.1970:
Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK) kündigte an, dass heute um 15 Uhr 45 Kathleen Cleaver auf dem Flughafen Frankfurt eintreffen und um 18 Uhr auf einem Teach-In reden solle.

In einem Ankündigungsflugblatt werden Einladungen an Eldridge Cleaver u.a. durch die Jugendvertretung von VW Kassel erwähnt. Aufgerufen wird darin auch zur Demonstration (vgl. 28.11.1970) sowie zur Veranstaltung der Roten Panther (vgl. 27.11.1970). Eingegangen wird auch auf die Vorfälle in Ramstein (vgl. 19.11.1970).
Quelle: BPP-SK:Kathleen Cleaver in Frankfurt,O. O. O. J.

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25.11.1970:
In Westberlin wird, nach eigenen Angaben, das Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell gegründet, welches die Solidarität mit der KP USA, der Black Panther Party (BPP) und den Young Lords befördern möchte.
Mitglieder sind die Studentengewerkschaften Chemie, Psychologie und Romanistik FU, der AStA der Hochschule für Musik (HfM), der Berliner Extradienst (BED), die SPD-Initiativgruppe Tiergarten, die Deutschen Jungdemokraten (DJD) der FDP Landesverband Berlin, die SEW Hochschulgruppen Charlottenburg, FU und PH, der Sozialistische Lehrerbund (SLB), die ROTZPAS – Rote Zelle am Berliner Abendgymnasium, die GEW-Studentengruppen von HfM und PH, Evangelische (ESG) und Katholische (KHG) Studentengemeinde sowie das Schülerkomitee Nord und die Sozialistischen Schülerkomitees Charlottenburg, Neukölln und Schöneberg.

Eine der ersten Aktionen ist die Sammlung von Unterschriften für Angela Davis.
Quelle: Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell: Liebe Genossen!,Berlin 1.12.1970

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25.11.1970:
Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK – vgl. 24.11.1970) gibt in Frankfurt die gestrige Einreiseverweigerung für Kathleen Cleaver sowie die heutige Vorführung von Filmen zur BPP ab 15 Uhr im Studentenhaus bekannt.
Quelle: BPP-SK:Eldridge und Kathleen Cleaver: Botschaft an deutsche Genossen!,O. O. O. J.,S.2

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27.11.1970:
In Heidelberg erscheint erstmals ein 'Kommentar' (vgl. 11.12.1970), der die Reihe der 'Kommentare zu den Tarifverhandlungen' (vgl. 6.11.1970) fortführt. Berichtet wird auf den 2 Seiten von der Schießerei in Ramstein, wegen der jetzt Mitglieder der Black Panther Party (BPP) im US-Gefängnis Zweibrücken sitzen.
Quelle: Kommentar,Heidelberg 27.11.1970

27.11.1970:
Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK – vgl. 24.11.1970) rief für die Roten Panther in Frankfurt zur Black Panther Veranstaltung im Haus der offenen Tür im Gallusviertel, Idsteiner Str. 72 auf, die offenbar in der Kaufmännischen Berufsschule 3 nicht stattfinden durfte.
Quelle: BPP-SK:Kathleen Cleaver in Frankfurt,O. O. O. J.,S.2

28.11.1970:
Das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK – vgl. 24.11.1970) rief für Frankfurt zur Anti-US-Imperialismus-Demonstration um 15 Uhr ab Galluswarte auf.
Quelle: BPP-SK:Kathleen Cleaver in Frankfurt,O. O. O. J.

30.11.1970:
In der 'FR' erscheint heute ein Artikel über die von Frankfurt ausgehende Black-Panther-Solidaritäts-Bewegung. Dem Frankfurter Solidaritätskomitee gehören führende ex-SDS-Funktionäre an (K. D. Wolff, Daniel Cohn-Bendit, Johannes Weinrich).
Quelle: Frankfurter Rundschau,Frankfurt 30.11.1970

Dezember 1970:
An der Frankfurter Demonstration des Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK) beteiligen sich, laut KPD/ML-ZK, auch GI's.
Quelle: KPD/ML-ZK-LV Westberlin:Info Nr.8,Berlin Dez. 1970

Dezember 1970:
Die DKP Hochschulgruppe an der Ruhruniversität Bochum (RUB) gibt vermutlich im Dezember vermutlich die Nr.4 ihres 'Kommunist' (vgl. Okt. 1970, 4.1.1971) heraus. Gefordert wird "Freiheit für Angela Davis" für die in den USA Verfolgte.
Quelle: Kommunist,Bochum o.J. (1970)

Dezember 1970:
Die RKJ Düsseldorf berichtet über ihre Arbeit an der Uni Düsseldorf:"
Durch eine Veranstaltung des Black-Panther Solidaritätskomitees (vgl. Nov. 1970,d.Vf.) an der Uni Düsseldorf haben wir Kontakt zu zwei amerikanischen Genossen erhalten, die uns wiederum die Verbindung zu einem Genossen an der Uni Düsseldorf vermitteln konnten, der dort alle linken Leute kennt" (vgl. Jan. 1971).
Quelle: RKJ-Info Nr.9,Mannheim Mitte Januar 1971,S.7

01.12.1970:
Es erscheint ein Flugblatt der 'Roten Zelle' (vgl. 23.11.1970, 2.12.1970) - Zeitung des KSB/ML Bochum der KPD/ML-ZK, welches zur morgigen Black Panther Party (BPP) Solidaritätsveranstaltung aufruft.
Quelle: Rote Zelle,Bochum 1.12.1970***identisch mit morgen?

02.12.1970:
In Westberlin gibt das Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell, dem nun auch die Studentische Selbstverwaltung des Studentenheims Gelfertstraße, der Verein der türkischen Studenten in Deutschland (ATO), die Gruppe der Studenten und Assistenten der Architektur-Fakultät, sowie die Gruppe Westberlin der EDA Griechenland beigetreten sind, vermutlich Mitte dieser Woche ein Flugblatt "Verhindert den Justizmord an Angela Davis" zu deren Verfolgung in den USA heraus.
Quelle: Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell: Verhindert den Justizmord an Angela Davis,Berlin o. J.

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02.12.1970:
In Bochum findet ein teach-in zur Solidarität mit der Black Panther Party (BPP) der USA statt, zu dessen Besuch der KSB/ML der KPD/ML-ZK an der Ruhruniversität Bochum (RUB) aufrief.
Quelle: Rote Zelle Nr.1, 2 und zwei Flugblätter,Bochum Nov. 1970, Nov. 1970, 1.12.1970 bzw. 2.12.1970,S.22, S.4, S.* bzw. S.*

02.12.1970:
Es erscheint ein Flugblatt der 'Roten Zelle' (vgl. 1.12.1970, 11.12.1970) - Zeitung des KSB/ML Bochum der KPD/ML-ZK, "Solidarität mit Black Panther", welches zur heutigen Black Panther Party (BPP) Solidaritätsveranstaltung aufruft.
Quelle: Rote Zelle,Bochum 2.12.1970

03.12.1970:
In der Berliner PL/PI tagt das Komitee der Zellen (KdZ) und befaßt sich vor allem mit der Black Panther bzw. Angela Davis Kampagne von SEW, KPD/AO, PL/PI und Roten Zellen:"
In der letzten RPK erschien je ein Aufruf der PL/PI und der AO. (Die AO war nicht bereit gemeinsam etwas zu verfassen.) Das KdZ gab dem Leitenden Gremium (LG) die Anweisung, sich betreffs Kampagne auch an den KB zu wenden. Das LG konnte nicht plausibel erklären, warum das noch nicht geschehen war."
Zur Black Panther Demonstration am 12.12.1970 wird betont:"
Die Einheit mit der AO muß ... gesichert werden."
Quelle: PL/PI:Protokoll des KdZ vom 3.12.1970,Berlin o.J. (1970)

04.12.1970:
Der Aufruf der KPD/AO zu den Black Panther (BPP USA) Demonstrationen erreicht, laut RAJ, in München die Roten Zellen und über diese ABG, RSF und RAJ.
Quelle: Rotes Blatt Nr.23/24,München 1.2.1971

04.12.1970:
In Berlin riefen das Initiativkomitee (IK) der Roten Zellen und das Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK) zur vom BPP-SK und der Roten Zelle PH (Rotzeph) organisierten heutigen Filmveranstaltung im Audimax der PH in Lankwitz, Malteserallee auf.
Quelle: Initiativkomitee der Roten Zellen / Black Panther Solidaritätskomitee: Solidarität,O. O. O. J. (1970)

Bild: BPP_SK 043


05.12.1970:
In Westberlin gibt das Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell, dem nun auch der Studentenrat der Historiker an der TU, das Sozialreferat TU, die Studentengewerkschaft Chemie TU, der Aktionsrat zur Befreiung der Frau, die Rote Zelle Psychologie FU und die Sozialistische Hochschulgruppe (SHG) am OSI der FU sowie die ATÖF statt der ATO beigetreten sind, vermutlich Anfang dieser Woche sein Flugblatt "Solidarität mit Angela Davis" Nr.2 zu deren Verfolgung in den USA heraus.
Quelle: Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell: Solidarität mit Angela Davis Nr.2, O. O. o. J.

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10.12.1970:
In Berlin soll ein Teach In zur Solidarität mit der Black Panther Party (BPP) USA um 20 Uhr im Audimax der TU stattfinden. Aufgerufen wurde von der Roten Zelle Kybernetik / Elektrotechnik (Rotzkybel) sowie mit einem gemeinsamen Flugblatt vom IK der Roten Zellen und der PL/PI.
Quellen: Rotzkybel: Solidarität mit der Black Panther Party,O. O. O. J. (1970);
IK der Roten Zellen / PL/PI: Seize the time – power to the people,O. O. O. J. (1970)

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11.12.1970:
In Westberlin rief das Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell, dem nun auch die Rote Zelle Verkehr TU beigetreten ist, für heute zu seinem Teach-In über den Kampf der KP USA, der Black Panther Party (BPP) und der Young Lords um 20 Uhr im Audimax der TU auf. Referieren sollen Conrad Schuhler und Reinhard Kühnl. Zwischen den beiden vorliegenden Aufrufflugblättern schliessen sich dem Komitee noch der LSW (Liberaler Studentenbund Westberlin) sowie die Sozialistische Arbeitsgruppe an der HBK an.

Zu einem Teach-In zur selben Zeit am Freitag im Audimax riefen auch, die SEW angreifend, die RPK, der RC, Rotzing, Rotzök, Rotzeg, Rotzmat, ASta der Kirchlichen Hochschule (Kiho), Politreferat TU, INFI sowie handschriftlich ergänzt die Rotzphys auf, wenn auch mit einem falschen Datum. Da es offenbar (vgl. 15.12.1970) ein gemeinsames Teach-In der KPD/AO mit der PL/PI gab, fand dieses vermutlich am Donnerstag den 10.12.1970 statt.
Quellen: Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell: Gemeinsam kämpfen – gemeinsam siegen Nr.3, O. O. o. J.;
Komitee Aktionseinheit gegen das Rechtskartell: Aktionseinheit gegen das Rechtskartell!, O. O. o. J.;
RPK u.a.: Unterstützt den Klassenkampf in den USA!,O. O. o. J.;
KPD/AO:G.o. AEG 15.12.70,o.O. (Berlin) o.J. (1970)

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12.12.1970:
In Berlin beteiligen sich, laut und mit KPD/AO, ca. 10 000 an der Demonstration gegen den US-Imperialismus (gegen den Indochinakrieg, für die Black Panther und Angela Davis), die in der Moabiter Turmstraße bzw. am Rathaus Tiergarten begann. Auch die PL/PI (vgl. 3.12.1970) sowie das IK der Roten Zellen machen mit und rief u.a. im IGM-Bereich auf (vgl. 7.12.1970).
Aufgerufen wurde auch im Metallbereich durch die Sozialistischen Betriebsgruppen von Daimler, Gillette, NCR und SEL.

An der TU mobilisierte u.a. die Rote Zelle Kybernetik / Elektrotechnik (Rotzkybel).
Mit einem falschen Datum riefen auch die RPK, der RC, Rotzing, Rotzök, Rotzeg, Rotzmat, ASta der Kirchlichen Hochschule (Kiho), Politreferat TU, INFI sowie handschriftlich ergänzt die Rotzphys auf.

Auf der Demonstration wird in einem Flugblatt die Solidarität mit den politischen Gefangenen in Westberlin gefordert.
Quellen: N.N.: Welches sind unsere Demonstrationsziele?,O. O. O. J.;
Rotzkybel: Solidarität mit der Black Panther Party,O. O. O. J. (1970);
Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr.14,Berlin Jan. 1971;
Rote Presse Korrespondenz Nr.95,Berlin 1970,S.2;
KPD/AO:G.o. AEG 15.12.70,o.O. (Berlin) o.J. (1970);
Rote Fahne Nr.12 und 13,Berlin Dez. 1970 bzw. Jan. 1971;
Klassenkampf Nr.6,Berlin Nov. 1970;
Die Sache der Arbeiter Extrablatt,Berlino. J. (1970);
RPK u.a.: Unterstützt den Klassenkampf in den USA!,O. O. o. J.;
IK der Roten Zellen / PL/PI: Seize the time – power to the people,O. O. O. J. (1970)

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15.12.1970:
In Berlin diskutiert die Grundorganisation AEG der KPD/AO über die Black Panther Demonstration vom 12.12.1970:"
Genosse ... führte hinsichtlich des gemeinsamen Teach-Ins mit der ... PL/PI aus, daß sie in Zukunft nicht mehr als gleichberechtigter Organisator in solchen Kampagnen auftreten soll; es soll ihr aber stets ein Weg offen gehalten werden, sich zu beteiligen."
Quelle: KPD/AO:G.o. AEG 15.12.70,o.O. (Berlin) o.J. (1970)

1971:
Vermutlich 1971 wird ein "Brief an Angela Davis von den politischen Gefangenen aus griechischen Gefängnissen" formuliert.
Quelle: United National Commitee to free Angela Davis: Brief an Angela Davis von den politischen Gefangenen aus griechischen Gefängnissen,New York o. J.

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Januar 1971:
Das Angela Davis Solidaritätskomitee formuliert seinen Solidaritäts-Aufruf für Angela Davis. Später schließen sich auch die 'Links' und das Sozialistische Büro Offenbach (SBO) an.
Quelle: Solidaritäts-Aufruf für Angela Davis,Beilage zur Links

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Januar 1971:
'Der Hammer' - Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK erscheint wahrscheinlich im Januar für DEMAG in Duisburg.
Der Ausgabe ist auch ein Jugendteil der Roten Garde (RG) Jugendorganisation der KPD/ML-ZK) beigefügt. Er ruft zur Solidarität mit der Black Panther Partei (BPP) in den USA auf.
Quelle: Der Hammer Nr.1,Duisburg 1971

05.01.1971:
In München verschickt die Rote Schülerfront (RSF) ihre Einladung zur Vorbereitung (vgl. 13.1.1971) der antiimperialistischen Demonstration am 6.2.1971 an die Demokratischen Komitees, die Münchner Politischen Arbeitskreise Oberschulen (PAO), die PDJ, die 'Cece', den 'Zoom', die 'Wittelsbacher Schülerzeitung' und die Schülerzeitung des Willi-Graf-Gymnasiums (WGG).
Quelle: RSF:Internes Info Nr.11,München 11.1.1971

09.01.1971:
In München möchten die ABG, die Rote Schülerfront (RSF) und die Roten Zellen an den Universitäten ein Bündnis zur Vorbereitung der antiimperialistischen Demonstration am 6.2.1971 bilden. Die Einladung wird an ca. 30 Organisationen geschickt, nicht aber an KPD/ML, KSB/ML und Rote Garde.
Quelle: RSF:Internes Info Nr.11,München 11.1.1971

11.01.1971:
In München erscheint innerhalb der Roten Schülerfront (RSF) das 'Interne Info' Nr.11 (vgl. 30.11.1970, 26.1.1971). Von der Aktionseinheit antiimperialistischer Schüler wird das Aktionsprogramm für die antiimperialistische Kampagne, die in der Demonstration am 6.2.1971 gipfelt, vorgestellt (vgl. 5.1.1971). Dokumentiert wird u.a. die "Gemeinsame Erklärung der Arbeiterbasisgruppen und der RSF zum antiimperialistischen Kampf" und die am 2.1.1971 verfasste "Plattform für die Aktionseinheit zur Durchführung einer antiimperialistischen Demonstration Anfang Februar 1971", die neben ABG und RSF auch noch die Roten Zellen an den Universitäten unterzeichneten.
Quelle: RSF:Internes Info Nr.11,München 11.1.1971

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12.01.1971:
In Duisburg findet eine Veranstaltung und am nächsten Tage eine Demonstration der Roten Garde der KPD/ML-ZK zur Solidarität mit der Black Panther Party USA statt.
Quelle: Der Rotgardist Nr.3,***** Apr. 1971

13.01.1971:
In München möchte die Rote Schülerfront (RSF – vgl. 11.1.1971, 15.2.1971) ein Bündnis zur Vorbereitung (vgl. 5.1.1971) der antiimperialistischen Demonstration am 6.2.1971 bilden.
Quelle: RSF:Internes Info Nr.11 und 13,München 11.1.1971 bzw. 15.2.1971

13.01.1971:
Die FU-Dokumentation berichtet:"
GASTPROFESSUR FÜR ANGELA DAVIS?

Der Fachbereichsrat Philosophie und Sozialwissenschaften beschließt einstimmig, der farbigen Dozentin und Marcuse-Schülerin Angela Davis eine Gastprofessur an der Freien Universität anzubieten. Frau Davis, eine führende Repräsentantin der amerikanischen Studentenbewegung in den sechziger Jahren, ist Mitglied der Black-Panther-Bewegung und Mitglied der Kommunistischen Partei der USA. Sie ist in Kalifornien wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord angeklagt und aus ihrer kurzen Lehrtätigkeit an der Universität von Los Angeles entlassen worden (siehe die 'FAZ' vom 4. Juni). Zur Zeit befindet sich Angela Davis in Untersuchungshaft, wo sie an ihrer Dissertation über Kants Analyse der Gewalt in der Französischen Revolution arbeitet. Das Präsidialamt ist noch unschlüssig, ob der Lehrauftrag tatsächlich Angela Davis angeboten werden soll."
Quelle: Jahn, P. / Kleinert, A. / Staadt, J. :Ffreie Universität Berlin 1948-1973. Teil VI. Berlin ????,S.102f

25.01.1971:
Laut KSB/ML München der KPD/ML-ZK gibt er Ende Januar, also vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt zur Demonstration am 6.2.1971 gegen den US-Imperialismus heraus.
Quelle: KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971)

31.01.1971:
Innerhalb der Revolutionär-Kommunistischen Jugend (RKJ) der GIM erscheint das 'RKJ-Info' Nr.11 (vgl. 20.1.1971, Feb. 1971)
Enthalten ist u.a. ein Flugblatt für Angela Davis (USA).
Quelle: RKJ:Info Nr.11,Hamburg 31.1.1971

06.02.1971:
Laut KSB/ML der KPD/ML-ZK findet in München "eine Massendemonstration gegen die US-Aggression in Indochina und gegen die zunehmende faschistische Unterdrückung der Arbeiterklasse und aller demokratischen Kräfte in den USA selbst statt". Ca. 2 000 Menschen nehmen an der Demonstration teil, auch "Genossen aus Spanien, Persien, der Türkei, Griechenland, Italien und aus den arabischen Ländern". Sie folgen einem Aufruf von 11 Organisationen. Zu diesem Zweck wird auch eine Aktionseinheit gebildet, an der sich, laut Rote Zellen, sie selbst, die ABG, die GUPS Palästina, die Kommunistische Jugend Spaniens (JCE), die PCE Spanien, die RSF, der Türkische Kulturbund, die Türkische Proletarische Gemeinschaft und die AELA Lateinamerika beteiligen. Laut RSF (vgl. 15.2.1971) machen ABG, RZ, RSF, GUPS, PCE, JCE, Palästinakomitee, die HBV-Fachgruppe Buchhandel, die CISNU Iran und das KUPSG (Komitee zur Unterstützung der spanischen politischen Gefangenen) mit. Die RSF richtet wegen der Nichtteilnahme am Bündnis ein Schreiben an den Initiativausschuß 'Freiheit für Angela Davis' München.

Laut ABG beteiligen sich ca. 3 000, darunter ein Arbeiterblock. Die DKP habe mit 150 Leuten, vorwiegend Studenten, eine Kundgebung vor dem Amerikahaus gemacht. Laut Betriebsgruppe Arri der ABG beteiligen sich nur 2 000 und bei der DKP nur 100. Mit der Aktion befaßt sich auch das ZK der ABG (vgl. März 1971).

Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen KPD/ML-ZK und Roten Zellen (vgl. 8.2.1971).
Die Rote Schülerfront (RSF) bemüht sich um ein Bündnis im Schülerbereich (vgl. 5.1.1971, 13.1.1971), aber auch um das allgemeine Bündnis (vgl. 9.1.1971), verkauft eine Broschüre "Verbrechen des US-Imperialismus" sowie eine weitere Dokumentation und will drei Flugblätter verteilen sowie Infostände durchführen vor dem Wittelsbacher Gymnasium, dem Maxgymnasium und dem Elsa-Brandström Gymnasium (EBG).

Die RSF hält auf der Schlußkundgebung eine Rede, in der sie zu ihrem Marxismuszirkel einlädt und sich als Urheber der Aktionseinheit antiimperialistischer Schüler Münchens bekennt.
Quellen: RSF:Internes Info Nr.11, 12 und 13, München 11.1.1971, 26.1.1971 bzw. 15.2.1971;
KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971);
Rotes Blatt Nr.23/24,München 1.2.1971;
Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.8,München Feb. 1971;
Rote Optik Nr.6,München März 1972;
ABG:Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen für die Zeit von Mai 1970 bis zum März 1971,o.O. (München) o.J. (1971),S.24

08.02.1971:
Nach eigenen Angaben erscheint in München ein Flugblatt des KSB/ML der KPD/ML-ZK: "Kampf dem Revisionismus und Rechtsopportunismus der Agenten der DKP in ABG und Roten Zellen". Danach haben bei der Demonstration am 6.2. Mitglieder des Fünfergremiums der Roten Zellen München Fahnen, Fahnenstangen und Transparente der KPD/ML-ZK stark beschädigt. Daran beteiligten sich "diverse Elemente der RotzÖk, der RotzMed sowie deren ausgeschlossene ehemalige Politkommission und der ehemalige Studentenführer Achim Jaudas" (vgl. 10.2.1971).
Quelle: KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (1971)

08.02.1971:
Vermutlich erscheint zu Beginn dieser Woche ein Flugblatt der Roten Garde Dortmund (RG der KPD/ML-ZK) mit einer Seite DIN A4 unter Verantwortung von Sabine Dreyer, Dortmund:"
ROTE GARDE (JUGENDORGANISATION DER KPD/ML)

Die US-Imperialisten begehen täglich neue Verbrechen an den Völkern der Welt. Schon seit langen Jahren unterdrücken sie die Befreiungskämpfe aller Völker gegen Ausbeutung und Unternehmen zahlreiche Aggressionen.

Das jüngste Beispiel ist der über zwei Wochen geleugnete Überfall auf Laos. Dieser erneute Angriff hat das Ziel, den Kampf des vietnamesischen Volkes und der anderen Völker Indochinas für die endgültige Abschaffung des Kolonialismus, den Sieg der Demokratie und den sozialistischen Aufbau ihrer Länder zu ersticken.

Trotz des Einsatzes der modernsten Militärmaschinerie kann ihnen das aber nicht gelingen, denn: 'Das Volk und nur das Volk ist die Triebkraft, die die Weltgeschichte macht!' (Mao Tsetung).

Aber auch das amerikanische Volk, das ebenfalls von den US-Imperialisten ausgeplündert wird, erkennt mehr und mehr den wahren Charakter seiner Unterdrücker.

Wir alle haben von den riesigen Demonstrationen der amerikanischen Volksmassen gehört. Wir alle haben auch gehört, mit welchen faschistischen Methoden die amerikanische Kapitalistenklasse den Widerstand des Volkes zusammenschießen läßt.

Allein im letzten Jahr wurden zahlreiche Arbeiter und Studenten ermordet.

Mitglieder der Black-Panther-Partei (BPP,d.Vf.), die das schwarze Proletariat organisieren, wurden sogar im eigenen Bett von den Nixon-Schergen erschossen. Was ist ihr 'Verbrechen'?

Sie führten das schwarze Proletariat in den Kampf für Freiheit und Brot, gegen Unterdrückung und Ausbeutung.

Dieser Kampf ist für die GESAMTE amerikanische Arbeiterklasse, ob weiß oder Schwarz, ein Beispiel.

Deshalb wirft die Nixon-Regierung die Führer des Widerstandes ins Gefängnis. Das ist mit Bobby Seale passiert. Das ist mit Angela Davis passiert. Ihnen drohen der elektrische Stuhl oder die Gaskammer!

DIE BRUTALE UNTERDRÜCKUNG DER BLACK-PANTHER-PARTEI UND DER VERNICHTUNGSKRIEG
GEGEN DIE VÖLKER INDOCHINAS SIND ZWEI SEITEN DERSELBEN MEDAILLE!

Wie der Widerstand der Unterdrückten und Ausgebeuteten in Vietnam und den USA zunimmt, zeigen zwei Filme

1.Film: Der Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes
2.Film: Right on! (Die Black-Panther-Partei organisiert die Volksmassen).

Kommt alle und diskutiert.

DONNERSTAG, 11.2., 20 UHR, IM STUDIOKINO DES F.-HENSSLER-HAUSES (FHH,d.Vf.)

Am Samstag, dem 13.2., um 15 Uhr, führt die Rote Garde in Duisburg-Hochfeld, Brückenplatz eine Demonstration gegen den Imperialismus durch. Näheres erfahrt ihr in der Filmveranstaltung."
Quellen: RG Dortmund:Rote Garde (Jugendorganisation der KPD/ML),o.O. o.J. (1971);
Rote Garde Dortmund:Was hat die Rote Garde bisher in Dortmund getan?,Dortmund o.J. (1971),S.1

10.02.1971:
Der KSB/ML Bochum der KPD/ML-ZK ruft mit einem Flugblatt zur landesweiten Demonstration in Duisburg gegen den US-Imperialismus und für die Black Panther Party (BPP) auf (vgl. 13.2.1971).
Quelle: KSB/ML Bochum:*******,Bochum 10.2.1971

10.02.1971:
In München erscheint, laut KSB/ML der KPD/ML-ZK, vermutlich heute die "Erklärung des Fünfer-Gremiums der Roten Zellen zu den Vorfällen auf der Demonstration am 6.2.1971." (vgl. 8.2.1971, 11.2.1971). Danach haben sich KPD/ML-ZK, KSB/ML München und Mitglieder der Roten Garde (RG) nicht an Bündnisabsprachen gehalten. Streitpunkt ist vor allem ein Transparent von KPD/ML-ZK, KSB/ML München und Rote Garde, 'Einheitsfront gegen US-Imperialismus und sowjetischen Sozialimperialismus'. Die Träger der Transparente wurden gezwungen, das Transparent zu entfernen. In der Erklärung heißt es"
Die Vertreter der KPD/ML und des KSB/ML entblödeten sich nicht, alle übrigen Teilnehmer der Demonstration als Ulbricht-Lakaien zu bezeichnen und die ABG als Schwanz der DKP zu beschimpfen.
Quelle: KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971)

10.02.1971:
In Herford ruft die Rote Garde (RG) Herford der KPD/ML-ZK heute zu einer heutigen Filmveranstaltung auf. Es sollen Filme zu Palästina, zur Black Panther Party (BPP) in den USA und zur Bethanienkampagne der KPD/ML-ZK in Berlin gezeigt werden.
Quelle: RG Herford:***********,Herford o.J. (10.2.1971)

11.02.1971:
In München tritt, laut 'Rotem Blatt', das Fünfergremium der Roten Zellen zurück, welches bisher die Redaktion des 'Roten Blattes' (vgl. 1.2.1971, 16.3.1971) bildete.

Laut KSB/ML München der KPD/ML-ZK ist eine "schleichende Krise in den Roten Zellen offen ausgebrochen". Hintergrund ist wohl ein "konterrevolutionärer Anschlag mehrerer Rotzellisten während der antiimperialistischen Demonstration auf die Parole des KSB/ML: Einheitsfront gegen US- und Sozialimperialismus" (vgl. 6.2.1971, 8.2.1971, 12.2.1971).
Der KSB/ML meint, daß "ein neues Fünfer-Gremium keinen Schritt weiter hilft" und ruft dazu auf, den KSB/ML zu unterstützen.
Quellen: KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971);
Rotes Blatt Nr.25/26/27,München 16.3.1971

11.02.1971:
Die Rote Garde Dortmund (RG der KPD/ML-ZK) will heute auf einer Veranstaltung im FHH (Freizeithei* Hörde) zwei Filme zeigen, und zwar - Der Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes,
- Right on (Die Black-Panther-Partei organisiert die Volksmassen).

Nach eigenen Angaben ruft die Rote Garde Dortmund (RG der KPD/ML-ZK) zu dieser Veranstaltung mit ihrem dritten und vierten Flugblatt auf, uns aber lag bisher nur eines (vgl. 8.2.1971) vor.
Quellen: Rote Garde Dortmund:Was hat die Rote Garde bisher in Dortmund getan?,Dortmund o.J. (1971),S.1;
RG Dortmund:Rote Garde (Jugendorganisation der KPD/ML),o.O. o.J. (1971),S.1

11.02.1971:
In Frankfurt findet heute um 17 Uhr ab Opernplatz eine Laos-Demonstration statt. Der u.a. vom SHB gestellte AStA der Uni ruft dazu in seinem 'AStA-Info' Nr.3 (vgl. Jan. 1971) unter dem Titel "Hände weg von Laos" auf:"
In einer Zeit, in der die Weltöffentlichkeit durch drei Mondmänner in Atem gehalten werden soll, in der die Nixon-Clique ein Programm der nationalen Reformen verspricht und immer wieder den Rückzug der amerikanischen Truppen aus Indochina verkündet - nichts anderes als demagogische Schachzüge, um von den Verbrechen des Imperialismus gegen die Völker Indochinas und gegen die demokratische und sozialistische Opposition im Innern (Angela Davis, Bobby Seale) abzulenken -, hofft man ungestört die Aggression in Indochina durch den Einmarsch in Laos weiter zu eskalieren. Wer wie ADS/RCDS und die reaktionäre Professorenschaft auf der letzten Konventssitzung zu dem Einmarsch in Laos keine Stellung bezieht, unterstützt diese perfide US-Aggression. Der AStA und das Studentenparlament rufen alle Demokraten und Sozialisten auf zu einer Solidaritätsdemonstration gegen den Einmarsch in Laos."
Quelle: Was tun Nr.2,Frankfurt Apr. 1971,S.19

11.02.1971:
In Bielefeld ruft die Rote Garde (RG) Bielefeld der KPD/ML-ZK heute zu einer heutigen Filmveranstaltung auf. Es sollen Filme zu Palästina, zur Black Panther Party (BPP) in den USA und zur Bethanienkampagne der KPD/ML-ZK in Berlin gezeigt werden.
Quelle: RG Bielefeld:***********,Bielefeld o.J. (11.2.1971)

11.02.1971:
In Duisburg gibt die Rote Garde (RG) der KPD/ML-ZK ein Flugblatt mit einem Aufruf zu einer landesweiten Demonstration in Duisburg-Hochfeld gegen den US-Imperialismus (vgl. 13.2.1971) heraus.
Quelle: Rote Garde Duisburg:************,Duisburg 11.2.1971

12.02.1971:
Laut KPD/ML-ZK bei Mannesmann Huckingen (vgl. 8.2.1971) sollen an diesem Tag von der Roten Garde in Duisburg zwei Filme auf einer Veranstaltung 'Freiheit für Bobby Seale' gezeigt werden (vgl. 13.2.1971):
1. Über die Stadtteilarbeit der Black Panther in den USA,
2. Der Befreiungskampf in Südvietnam.
Quelle: Der Röhrenkieker Nr. 3,Duisburg 1971

12.02.1971:
Der KSB/ML München der KPD/ML-ZK gibt vermutlich heute ein Flugblatt "Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen" zur Vietnamdemonstration am 6.2.1971, deren Vorbereitung (vgl. 25.1.1971) und deren Folgen für die Roten Zellen (vgl. 11.2.1971) heraus.

Laut KSB/ML hat sich in "den letzten Wochen der ideologische Kampf zwischen KPD/ML einerseits, Arbeiter-Basis-Gruppen und Roten Zellen andererseits immer mehr verschärft". ABG und Rote Zellen vertreten "eine revisionistische Linie und spalten die Reihen der Arbeiter und fortschrittlicher Kräfte".
Quelle: KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971)

13.02.1971:
In Duisburg-Hochfeld wollen die KPD/ML-ZK, die Rote Garde (RG) und der KSB/ML eine landesweite Demonstration gegen den US-Imperialismus und zur Solidarität mit der Black Panther Party (BPP) durchführen. Aufgerufen wurde u.a. von den Roten Garden Duisburg (vgl. 11.2.1971) und Dortmund (vgl. 8.2.1971) und dem KSB/ML Bochum (vgl. 10.2.1971) sowie bei Mannesmann Duisburg-Huckingen (vgl. 8.2.1971)
Quellen: RG Dortmund:Rote Garde (Jugendorganisation der KPD/ML),o.O. o.J. (1971),S.1;
Rote Garde Duisburg:************,Duisburg 11.2.1971;
Der Röhrenkieker Nr. 3,Duisburg 1971;
KSB/ML Bochum:*******,Bochum 10.2.1971;
RG Dortmund:(Aufruf zu Vietnamveranstaltungen am 11.2. in Dortmund und am 13.2. in Duisburg),Dortmund o. J. (1971)

15.02.1971:
In der Münchner RSF erscheint das 'Interne Info' Nr.13 (vgl. 26.1.1971, 1.3.1971). Dokumentiert wird u.a. die Vorbereitung (vgl. 9.1.1971) und Durchführung der Indochinademonstration vom 6.2.1971.
Quelle: RSF:Internes Info Nr.13,München 15.2.1971

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01.03.1971:
Vermutlich Anfang dieser Woche erscheint in Göttingen ein Extra der 'Rote Schule' – Zentralorgan der sozialistischen Schüler Göttingen (vgl. Jan. 1971, 12.12.1971) vom Aktionszentrum Sozialistischer Schüler (ASS), bei dem es sich um einen Nachdruck des Informationsbriefes Nr.2 des Black Panther Party-Solidaritätskomitee (BPSK) mit dem Aufruf zum Treffen in Zweibrücken am 6.3.1971 handelt.
Quelle: Rote Schule Extra,Göttingen o. J. (1971)

01.03.1971:
Auf dem Verbundwerk Gneisenau Dortmund gibt die DKP Betriebsgruppe vermutlich in dieser Woche erstmals ihr 'Signal' (vgl. 8.3.1971) heraus.
Aufgerufen wird zu einer Veranstaltung und Demonstration für Rosa Luxemburg und Angela Davis am 5.3.1971, zu der der Parteivorstand (PV) der DKP aufruft.
Quelle: Signal Nr.1,Dortmund o.J. (1971)

01.03.1971:
In Dortmund gibt die DKP-Betriebsgruppe der Zeche Hansa spätestens in dieser Woche ihre 'Informationen' (vgl. Mai 1969, 8.3.1971) heraus. Aufgerufen wird zur zentralen Rosa Luxemburg / Angela Davis Demonstration in Dortmund (vgl. 5.3.1971).
Quelle: DKP-Betriebsgruppe Hansa:Informationen Schluss mit dem verbrecherischen Krieg in Vietnam!,Dortmund o.J. (1971)

01.03.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Feb. 1971, 8.3.1971) heraus. Aufgerufen wird zu einer Veranstaltung und Demonstration für Rosa Luxemburg und Angela Davis am 5.3.1971, zu der der Parteivorstand (PV) der DKP aufruft.
Quelle: Heisse Eisen Unternehmerseite Arbeiterseite,Dortmund o.J. (1971)

04.03.1971:
Die FU-Dokumentation berichtet:"
MITGLIEDER DER BLACK-PANTHER-BEWEGUNG IM FU-VORLESUNGSVERZEICHNIS

Im Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester wird Angela Davis als Lehrbeauftragte der FU bereits geführt (über ihre Einladung an die FU vgl. 13. Jan. 1971). Das Thema ihrer Vorlesung soll lauten: 'Zum Problem der Gewalt von Kant bis Benjamin'. Daneben soll auch der ehemalige Propagandachef der 'Black-Panther-Bewegung', Eldrige Cleaver, der zur Zeit im algerischen Exil lebt, an der FU beschäftigt werden (am 2. Dezember war eine Einladung für ihn beschlossen worden). Da diese Einladungen noch nicht durch den Wissenschaftssenator bestätigt wurden, fordert dieser einen Tag später den Präsidenten der FU auf, ihm unverzüglich die Druckfahnen des FU-Verzeichnisses vorzulegen, damit noch vor dem Abdruck des Verzeichnisses eine rechtliche Prüfung der darin vorgesehenen Angaben vorgenommen werden könne. - In Bonn werden die Einladungen von Davis und Cleaver inzwischen (am 5. März) vom Bundestag erörtert. Dohnanyi bestätigt, daß Davis von Vizepräsident Wesel am 1. Februar an die FU eingeladen worden sei. Eldrige Cleaver soll noch nicht eingeladen worden sein.
Quelle: Jahn, P. / Kleinert, A. / Staadt, J. :Freie Universität Berlin 1948-1973. Teil VI. Berlin ????,S.116

05.03.1971:
Die DKP rief bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich) und der Zeche Hansa Dortmund (IGBE-Bereich) in NRW auf:"
IM GEDENKEN AN ROSA LUXEMBURG
FREIHEIT FÜR ANGELA DAVIS (in den USA,d.Vf.)

Der Parteivorstand der Deutschen Kommunistischen Partei veranstaltet gemeinsam mit dem Bezirksvorstand Ruhr-Westfalen anläßlich des 100. Geburtstages von Rosa Luxemburg eine KUNDGEBUNG IN DER DORTMUNDER KLEINEN WESTFALENHALLE

Die Kundgebung findet statt am Freitag, dem 5. März 1971, um 20 Uhr.

Dem Gedenken an Rosa Luxemburg widmen wir eine Demonstration, die vor der Kundgebung um 18 Uhr am Alten Markt (Bläserbrunnen) beginnt."

Laut der 'Westfälischer Rundschau' soll das DKP-Vorstandsmitglied Manfred Kapluk vor ca. 2 000 Zuhörern zu den Aktionen gegen die Fahrpreiserhöhungen erklärt haben, "daß die DKP mit ihrer Teilnahme an den Demonstrationen zur Offensive an der Ruhr übergegangen sei".
Quellen: Westfälische Rundschau-Lokalteil Dortmund,Dortmund 8.3.1971;
Heisse Eisen Unternehmerseite Arbeiterseite,Dortmund o.J. (1971),S.3;
DKP-Betriebsgruppe Hansa:Informationen Schluss mit dem verbrecherischen Krieg in Vietnam!,Dortmund o.J. (1971),S.3;
Signal Nr.1,Dortmund o.J. (1971),S.3

06.03.1971:
In der Berliner 'RPK' Nr.105 (vgl. 26.2.1971, 12.3.1971), äußert sich u.a. das Komitee Kampf dem Imperialismus (KKI) zu Indochina, das Black-Panther-Solidaritätskomitee (BPSK) zu den GI's in Ramstein bzw. im US-Knast Zweibrücken.
Quelle: Rote Presse Korrespondenz Nr.105,Berlin 6.3.1971

06.03.1971:
In Frankfurt beteiligen sich, laut RP, fast 2 000 junge Arbeiter, Schüler und Studenten an einer Black Panther Demonstration für Bobby Seale und die zwei im US-Gefängnis Zweibrücken.
Quelle: Roter Panther Nr.2/3,Frankfurt 1971

06.03.1971:
Das Black Panther Party-Solidaritätskomitee (BPSK) hatte einen Aufruf zur heutigen Demonstration in Zweibrücken veröffentlicht, der u.a. auch in Göttingen durch das Aktionszentrum Sozialistischer Schüler (ASS – vgl. 1.3.1971) verbreitet wurde.
Quellen: Rote Schule Extra,Göttingen o. J. (1971);
Black Panther Party-Solidaritätskomitee: Informationsbrief Nr.2,Frankfurt 1971;
Black Panther Party-Solidaritätskomitee: Solidaritätstag 6. März,Frankfurt o. J.

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13.03.1971:
In Frankfurt soll eine Frauen- und Kinderdemonstration für Angela Davis von der Bockenheimer Warte zum US-Generalkonsulat in der Siesmayerstraße stattfinden, zu der u.a. der Frankfurter Arbeitskreis Frauen der DKP, die Gruppe Frankfurt der Demokratischen Frauen Spaniens und die Frauensektion des Komitees für die Beseitigung der Diktatur der Griechenland, die VVN Frankfurt und der Fachgruppenvorstand der HBV-Fachgruppe Buchhandel aufrufen.
Quelle: Maria Sriepl u.a.: Freiheit für Angela Davis,Frankfurt 1971

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23.03.1971:
In Kreiensen erscheint erstmals die 'Alternative' (vgl. 14.4.1971). Der Leitartikel befasst sich mit den Prozessen gegen Angela Davis und Bobby Seale von der Black Panther Partei (BPP USA).
Quelle: Alternative Nr.1,Kreiensen 23.3.1971

Bild: Kreiensen_Alternative_1971_03_23_Nr_1

Bild: Kreiensen_Alternative_123


23.03.1971:
Heute erscheint ein Flugblatt Roten Garde (RG der KPD/ML-ZK) Dortmund mit zwei Seiten DIN A4:"
ROTE GARDE - JUGENDORGANISATION DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS/MARXISTEN-LENINISTEN (KPD/ML)

'Die Jugend ist die aktivste und lebendigste Kraft in der Geschichte. Sie ist am meisten begierig zu lernen, am wenigsten konservativ im Denken und dies besonders im Zeitalter des Sozialismus'

Kolleginnen und Kollegen!

Leser des ROTGARDIST!

Genossinnen und Genossen!

Sicher habt ihr Euch schon oft gefragt: 'Wo kann ich Näheres über die ROTE GARDE und ihren Aktivitäten erfahren?'

Neben den Sitzungen für Sympathisanten im Fritz-Henßler-Haus (FHH,d.Vf.), freitags um 19 Uhr (Raum 116), führt die ROTE GARDE in einigen Abständen auch Veranstaltungen durch, auf denen man sich gezielt über die ROTE GARDE informieren kann. Eine solche Veranstaltung findet am

1.APRIL UM 19 UHR IM 'HAUS HERZOG' (KNEIPE) AM BORSIGPLATZ

statt.

Macht Euch diesen Termin, wenn es irgendwie möglich ist, frei und informiert auch Eure Bekannten, deren Adresse wir nicht haben, davon!

Dort werden wir unter anderem folgende FILME zeigen:

1. Stadttteilarbeit der KPD/ML in Berlin(West)-Kreuzberg,

2. Right on! (Film über die Stadtteilarbeit der Black Panther Partei (BPP,d.Vf.) in den USA)."
Quelle: RG Dortmund:Rote Garde - Jugendorganisation der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML),Dortmund 23.3.1971

06.03.1971:
Die RKJ Marl der GIM berichtet:
ANGELA DAVIS: SOLIDARITÄTSAKTION IN ESSEN

1. DIE VORGESCHICHTE

Während in den USA die revolutionäre Kommunistin Angela Davis auf ihre Verurteilung durch die Klassenjustiz wartet (siehe Was Tun 2/71), finden in vielen Städten der Welt Demonstrationen und Aktionen gegen den US-Imperialismus und für Solidarität mit Angela Davis und anderen revolutionären Gefangenen in den USA statt.

Um auch in der Kernstadt des Ruhrgebiets, in Essen, den Kampf für die Solidarität mit Angela Davis führen zu können, schlossen sich Anfang Februar einige sozialistische Gruppen zu einem Angela-Davis-Initiativkomitee zusammen: SDAJ (Jugendorganisation der DKP,d.Vf.), KJVD (Jugendorganisation der KPD/ML-ZB,d.Vf.), IdK-DFG und die RKJ-Gruppe Marl.

Geplant wurde für den 6. März ein Teach-In zum Thema 'Angela Davis und der US-Imperialismus' mit einer anschließenden Demonstration zum Essener Kennedy-Platz. Um auf die Aktion hinzuweisen, und zur Teilnahme aufzufordern, wurden Informationsflugblätter vor Betrieben, Schulen und Berufsschulen verteilt.

Innerhalb des Initiativkomitees versuchte die SDAJ verzweifelt, den Termin für die Aktion hinauszuschieben, mit dem Hintergedanken, das Initiativkomitee für ihre Zwecke auszunutzen. Als außer den Vertretern des KJVD und ihnen keiner für den SDAJ-Vorschlag stimmte, traten sie aus dem Initiativkomitee aus, beteiligten sich auch nicht an den Vorbereitungsarbeiten.

Die inhaltliche Arbeit des Komitees: das Ausarbeiten der Flugblätter und die Strukturierung der geplanten Veranstaltung wurde hauptsächlich von den Mitgliedern der RKJ geleistet. Die Vertreter des KJVD beschränkten sich darauf, die Erwähnung 'der revolutionären Partei des Proletariats' zu fordern.

2. DIE AKTION

Am Samstag, den 6. März hatten sich um 13 Uhr in der Aula der kaufmännischen Unterrichtsanstalten Essen rund 150 Teach-In-Teilnehmer versammelt. Nach der Einführung über den Fall Angela Davis zeigte ein RKJ-Genosse in einem Referat die wirtschaftliche Situation der USA auf. Er betonte die zunehmende Krise der imperialistischen Wirtschaft und besonders die dadurch ausgelöste Verschärfung des Klassenkampfes in den USA. Nach einem Essener Arbeiterdichter und einem Pfarrer belegte ein weiterer RKJ-Genosse die verbrecherische Außenpolitik des US-Imperialismus und zog die Verbindung zwischen dem Fall Angela Davis, den Befreiungsbewegungen der Dritten Welt und dem Kampf gegen den Kapitalismus in Westdeutschland. Zuletzt sprach ein Genosse von Spartacus (KJO Spartacus,d.Vf.) über die Aufgaben der Sozialisten in der Bundesrepublik. Um 14 Uhr sollte die Demonstration beginnen, doch plötzlich weigerten sich die anwesenden SDAJler mitzumarschieren, wenn RKJ- und Spartacus-Transparente gezeigt würden. Kategorisch forderten sie nicht nur das Einrollen der Gruppentransparente, sondern z.B. auch solcher mit der Aufschrift: Kampf dem US-Imperialismus, Kampf dem Kapitalismus in der BRD. Trotz heftiger Diskussionen blieben sie bei ihrer Forderung. Daher zogen dann die Blöcke der Revolutionär-Kommunistischen Jugend und des Spartacus, die Leute der SDAJ und einen Rote-Fahne-Verkäufer des KJVD hinter sich lassend, in die Innenstadt Essens.

Unterwegs schwoll der Demonstrationszug von anfangs ca. 100 auf rund 200 Genossen an, etwa zur Hälfte bei Spartacus, die anderen in dem Block der RKJ, der die Demonstration anführte.

Während manche Essener lautstark ihre antikommunistischen Ressentiments loswurden, gab es viele, die ihre Zustimmung bekundeten. Auf dem Kennedy-Platz sprach ein Genosse der RKJ, wobei er besonders auf die hervorragende Rolle der IV.Internationale im Kampf gegen den Imperialismus einging. Nach der Rede eines Spartacus-Sprechers wurde die Demonstration mit dem Gesang der Internationale beendet. Einige ältere Arbeiter kamen spontan und sangen mit geballter Faust mit.

3. AUSBLICK

Die relativ geringe Beteiligung an dieser Solidaritätsaktion (im Gegensatz z.B. zu der Essener Springer-Blockade 1968) zeigt klar die Notwendigkeit für uns auf, den Kampf gegen den westdeutschen Kapitalismus mit dem antiimperialistischen Kampf zu verbinden. Aber diese Aktion zeigt auch, daß weder die opportunistische DKP-SDAJ noch der linksstalinistische KJVD diese Aufgabe erfüllen können. Bemerkenswert ist noch, daß die DKP versuchte, die Demonstration von der Polizei auflösen zu lassen. So war die Essener Aktion ein voller Erfolg der Politik der RKJ. Durch die vor und während der Aktion geknüpften Kontakte wird in der nächsten Zeit ein Initiativkomitee für die Gründung einer RKJ-Gruppe Essen entstehen."
Quelle: Was Tun Nr.3,März 1971,S.10

26.03.1971:
In Berlin erscheint die 'RPK' Nr. 108 (vgl. 19.3.1971, 2.4.1971). Das Komitee Kampf dem Imperialismus (KKI) berichtet aus Detroit USA von der League of Revolutionary Black Workers (LofRBW) und ihrem Kollektiv Dodge Revolutionary Union Movement (DRUM).
Quelle: Rote Presse Korrespondenz Nr.108,Berlin 26.3.1971

29.03.1971:
Die FU-Dokumentation dokumentiert:"
STEIN HÄRTER ALS HOLZ
...
Spät kommt sie, doch sie kommt: die Entscheidung des Berliner Wissenschaftssenators Professor Werner Stein, den orthodoxen Marxisten Hans Heinz Holz nicht nach Berlin zu rufen. Steins Haltung verdient Respekt. Gegen unverhüllte Drohungen linksextremistischer Gruppen hat er dem Frankfurter Dozenten Wellmer den Vorzug gegeben.

Das Präsidialamt der früher Freien Universität hingegen hat - wieder einmal - zu erkennen gegeben, daß es sachgerechte und legale Entscheidungen nicht zu tolerieren gedenkt. Obwohl die Mehrheit der befragten Gutachter für Wellmer votierte, sprechen die FU-Präsidialen von der 'schwersten Krise', die Stein nun angeblich heraufbeschworen habe.

Genehm sind der FU-Spitze nur Ideologen mit dem 'richtigen' politischen Bewußtsein. Vor Holz waren schon die militante Kommunistin Angela Davis und der Black-Panther-Führer Eldrige Cleaver als Lehrbeauftragte auserkoren worden.

Senator Stein scheint endlich gewillt zu sein, diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Erst kürzlich entschied das Kuratorium auf seinen Antrag hin, die Pressemitteilungen der FU nicht mehr bei einer der SEW nahestehenden Druckerei vervielfältigen zu lassen. Stein, der wohl wieder mit dem Amt des Wissenschaftssenators beauftragt wird, kann auch der Unterstützung der CDU-Opposition sicher sein, wenn er in den nächsten vier Jahren die Freiheit von Forschung und Lehre an der FU wiederherstellt und den linksextremistischen Unterwanderungsversuchen einen Riegel vorschiebt. An Nachholbedarf mangelt es ihm dabei bestimmt nicht.
(Die Welt, 29. März 1971)"
Quelle: Jahn, P. / Kleinert, A. / Staadt, J. :Freie Universität Berlin 1948-1973. Teil VI. Berlin ????

29.03.1971:
Vermutlich erscheint zu Beginn dieser Woche das folgende Flugblatt der Roten Garde Dortmund (RG der KPD/ML-ZK) unter Verantwortung von Reinhard Wagner, 46 Dortmund-Barop, Stockumerstr. 370:"
'Die Jugend ist die aktivste und lebendigste Kraft in der Geschichte. Sie ist am meisten begierig zu lernen, am wenigsten konservativ im Denken und dies besonders im Zeitalter des Sozialismus'.

ROTE GARDE JUGENDORGANISATION DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS/MARXISTEN-LENINISTEN

WAS HAT DIE ROTE GARDE BISHER IN DORTMUND GETAN?

Bei den Protestaktionen gegen die Fahrpreiserhöhungen trat erstmals auch in Dortmund die ROTE GARDE deutlich in Erscheinung. Sie ist hier noch sehr jung. Die ersten Flugblätter, die zum Aufbau der ROTEN GARDE aufriefen, wurden im Dezember 1970 vor der Berufsschule verteilt. Auf dem ersten (vgl. 7.12.1970,d.Vf.) wurde erläutert, was die ROTE GARDE ist und was sie will, das zweite (vgl. 14.12.1970,d.Vf.) erschien anläßlich des Baskenprozesses in Spanien und rief zur Demonstration in Bochum auf, ein drittes und viertes Flugblatt luden zu Filmen über den Vietnamkrieg und die Black Panther Partei (BPP in den USA - vgl. 8.2.1971, 11.2.1971,d.Vf.) ein. Bei dieser Veranstaltung ergaben sich die ersten Schwierigkeiten; nachdem uns der Raum zunächst umsonst zur Verfügung gestellt wurde (unter einem Tarnnamen), knöpfte uns die SPD-hörige Heimleitung 100 DM Miete ab, als ihr bekannt wurde, wer der Veranstalter war.
...
Die ROTE GARDE Dortmund hat sich in ihrer Arbeit zwei Schwerpunkte gesetzt, die eng miteinander verbunden sind.

Einerseits wird sie die Arbeit beim Aufbau von Roten Betriebsgruppen der KPD/ML unterstützen und selbst Jugendbetriebsgruppen gründen, zum anderen wird sie ihre Mitglieder befähigen, den ideologischen Kampf auch in anderen Jugendgruppen zu eröffnen, um die revolutionären Kräfte für ihre Betriebsarbeit zu gewinnen.

Als Mittel dazu werden uns dienen: Besprechung der Probleme der Jugendlichen am Arbeitsplatz, Behandlung weiterer aktueller Themen (Zeitungsnotizen), planmäßiges Vorgehen gegen verschärfte Ausbeutung der Arbeiterjugend, Kampf gegen den Militarismus, Massenschulungen über Gewerkschaftsfragen, Imperialismus, Geschichte der Arbeiterbewegung anhand von Literatur und Filmen, Aktivistenschulungen über den Marxismus-Leninismus, Propagierung des Marxismus-Leninismus unter der Jugend, Erarbeitung von Berichten und Artikeln für den ROTGARDIST. Weitere Einzelheiten erfahrt ihr bei der:

VERANSTALTUNG DER ROTEN GARDE AM 1.APRIL 1971 UM 19 UHR IM 'HAUS HERZOG',BORSIGPLATZ.

Dort werden wir unter anderem folgende Filme zeigen: 'Stadtteilarbeit der KPD/ML in Berlin-Kreuzberg' und 'Right on' (Ein Film über die Stadtteilarbeit der Black Panther Partei in den USA).

Gerade diese Veranstaltung ist mit ein wichtiger Schritt zur Lösung unserer aktuellen Hauptaufgabe, der Vorbereitung und Durchführung zum 1.Mai, dem Kampftag der Arbeiterklasse, die KPD/ML und ROTE GARDE gegen die Arbeiterverräter des DGB und seinen Festredner Heinz Kühn. Sie wird zeigen ob auch die Dortmunder Arbeiterjugend vereint und entschlossen dabei mithelfen wird, den 1.Mai wieder zu einem roten 1.Mai zu machen!

DESHALB, JUNGARBEITER, LEHRLINGE, SCHÜLER: FÜR DIE SACHE DER ARBEITERJUGEND! VEREINIGT EUCH IN DER ROTEN GARDE!

Lest: DER ROTGARDIST, Zentralorgan der ROTEN GARDE,

Lest: ROTER MORGEN, Zentralorgan der KPD/ML.

Achtet auf unsere Verkäufer vor Betrieben, Berufsschulen und in der Innenstadt! Wendet euch an unsere Kontaktadresse."
Quelle: Rote Garde Dortmund:Was hat die Rote Garde bisher in Dortmund getan?,Dortmund o.J. (1971)

14.03.1971:
Der Bezirksvorstand Niedersachsen der DKP führt seine 11. Tagung (vgl. 1.11.1970, 17.7.1971) durch, auf er sich u.a. mit Angela Davis in den USA solidarisiert.
Quelle: DKP Informationen Nr.3,Hannover 18.3.1971

April 1971:
In der Nr.3 ihres Organs 'Der Rotgardist' (vgl. Feb. 1971, Juli 1971) erwähnt die Rote Garde (RG) der KPD/ML-ZK die Black Panther (BPP) in den USA.
Quelle: Der Rotgardist Nr.3,Hamburg Apr. 1971

April 1971:
Die Nr.2 der 'fakts' (Nürnberger Fachhochschulpresse) erscheint (vgl. Nov. 1970, Juni 1971). Der Inhalt ist u.a.:
- Freiheit für Angela Davis.
Quelle: fakts Nr.2,Nürnberg Apr. 1971

April 1971:
Die DKP berichtet aus Hameln:"
Informationsstände gegen den Krieg in Vietnam und für die Freilassung von Angela Davis (in den USA,d.Vf.) wurden an zwei Sonnabenden im April vom Sozialistischen Zentrum (SZ,d.Vf.) Hameln, von der DKP und von der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ,d.Vf.) gemeinsam durchgeführt. Dabei wurden für die Freilassung von Angela Davis rund 100 Unterschriften am Stand und zusätzlich etwa 40 von anderen Personen gesammelt."
Quelle: Hamelner Arbeiterzeitung Nr.4,Hameln Mai 1971,S.6

01.04.1971:
Heute soll eine Veranstaltung der Roten Garde (RG der KPD/ML-ZK) Dortmund stattfinden, zu der mit zwei Flugblättern (vgl. 23.3.1971, 29.3.1971) aufgerufen wurde. Im Haus Herzog am Borsigplatz sollen Filme gezeigt werden über die Stadtteilarbeit der KPD/ML in Berlin-Kreuzberg und 'Right On' Black-Panther Partei (BPP in den USA) Film.
Quellen: Rote Garde Dortmund:Was hat die Rote Garde bisher in Dortmund getan?,Dortmund o.J. (1971),S.2;
RG Dortmund:Rote Garde - Jugendorganisation der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML),Dortmund 23.3.1971,S.1f

03.04.1971:
In Wolfsburg führen, laut Arbeitskreis Wolfsburger Lehrlinge (AWL), DKP, SDAJ, die Marxistische Schülerassoziation (MSA) der DKP als Kampagne für Demokratie und Abrüstung (eine 1969 eingegangene Gruppe) eine Demonstration für sofortigen Frieden in Vietnam, gegen das Rechtskartell, für eine Europäische Sicherheitskonferenz und die Ratifizierung der Moskauer Verträge durch, an der sich der AWL nicht beteiligt. Dieser betont dagegen: "Die Revolution in Vietnam unterstützen heißt den Klassenkampf im eigenen Land führen".
"Dieser Klassenkampf kann aber nur von den Arbeitern geführt werden und nicht von einer Einheitsfront, die Teile des Kapitals einschließt, wie es die DKP macht."
Mit den Forderungen nach der Sicherheitskonferenz und gegen das Rechtskartell mache die DKP den Fehler, "sich in die Zeit einer Machtübernahme durch den Faschismus zu setzen, was objektiv falsch ist. Vielmehr unterstützt das Kapital momentan die Politik der SPD-Regierung. ... Da der AWL immer für eine klare politische Linie eingetreten ist, hat er sich an dieser Demonstration nicht beteiligt. Statt Friede, Freude, Eierkuchen müssen unsere Parolen lauten:
Für den Sieg der Völker Indochinas
Unterstützt die amerikanischen Revolutionäre
Unterstützt die Black Panther Party
Kampf dem US-Imperialismus und all seinen Lakaien"

Laut und mit DKP führt die Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA) im Rahmen ihrer Aktionswoche (vgl. 2.4.1971) einen Infostand in der Kaufhofpassage durch. Nachmittags findet eine Kundgebung und danach eine Demonstration statt.
Quellen: Roter Wolf Nr.4,Wolfsburg 1971,S.4f;
Solidarischer Kampf Nr.2,Wolfsburg o.J. (1971),S.8ff

07.04.1971:
Die RJ/ML Ortsgruppe Walldorf/Mörfelden verfaßt ihren letzten Bericht an das ZK, für die Zeit vom 9.2.1971 bis heute:"...
F. Andere Gruppen am Ort
...
4. SDAJ Mörfelden (der DKP,d.Vf.)
Diese Gruppe führte vor einigen Wochen eine Versammlung unter dem Thema 'Freiheit für Angela Davis' durch."
Quelle: RJ/ML-OG W/M:Bericht der Ortsgruppe Walldorf/Mörfelden für die Zeit vom 9.2.-7.4.71,o.O. o.J. (1971)

06.05.1971:
In Frankfurt soll eine Iran-Demonstration um 17 Uhr 30 ab Schweizer-Platz in Sachsenhausen und ein Teach-In zum selben Thema um 18 Uhr 30 im Uni-Hörsaal VI stattfinden. Aufgerufen wird mit einem DIN A 3 Flugblatt:"
DEMONSTRATION
SOLIDARITÄT MIT DEM IRANISCHEN VOLK!
...
Unterzeichnet ist das Flugblatt u.a. vom Komitee Kampf dem Imperialismus (KKI). Im KKI arbeiten mit: Revolutionärer Kampf (RK), Rote Zelle Pädagogik (Rotzpäd), Rote Panther (RP), Roter Gallus, Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK), KSB/ML der KPD/ML-ZK, die Gruppe marxistische-leninistischer Studenten (MLS) des KAB/ML, die Marxistische Aufbauorganisation (MAO), die Sozialistische Arbeitergruppe (SAG), Sozialistische Schüler, Weiberrat, Trikont und CISNU.
Quelle: Komitee Kampf dem Imperialismus Frankfurt u.a.:Demonstration Solidarität mit dem iranischen Volk!,o.O. (Frankfurt) o.J. (1971)

11.05.1971:
In Frankfurt will das Komitee Kampf dem Imperialismus (KKI) (vgl. 6.5.1971) heute um 14 Uhr mit einem Teach-in über den Volkskrieg, "Was können wir aus der indochinesischen Revolution lernen?", eine Woche des antiimperialistischen Kampfes (vgl. 13.5.1971) beginnen.
Im KKI arbeiten mit: Revolutionärer Kampf (RK), Rote Zelle Pädagogik (Rotzpäd), Rote Panther (RP), Roter Gallus, Black Panther Solidaritätskomitee (BPSK), KSB/ML der KPD/ML-ZK, die Gruppe marxistische-leninistischer Studenten (MLS) des KAB/ML, die Marxistische Aufbauorganisation (MAO), die Sozialistische Arbeitergruppe (SAG), Sozialistische Schüler, Weiberrat, Trikont und CISNU Iran.
Quelle: KKI Frankfurt:Woche des antiimperialistischen Kampfes!,o.O. (Frankfurt) o.J. (1971)

07.06.1971:
Das Black Panther Solidaritätskomitee gibt vermutlich in dieser Woche seinen dritten Informationsbrief heraus, der als Nr.1 der Reihe 'Antiimperialistischer Kampf – Materialien & Diskussion' erscheint.
Berichtet wird von der Spaltung der BPP, vom Protest in Zweibrücken und aufgerufen zu den Prozessen der Ramstein 2.
Quelle: Antiimperialistischer Kampf – Materialien & Diskussion Nr.1,Frankfurt 1971

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15.06.1971:
In Heidelberg gibt der Hochschulausschuß der KG (NRF) die Nr.5 seiner 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (KHZ) heraus (vgl. 29.6.1971), die sich u.a. mit dem Prozeß gegen den Black Panther L.Jackson in Zweibrücken befaßt.
Quelle: Kommunistische Hochschulzeitung Nr.5,Heidelberg 15.6.1971

29.06.1971:
In Heidelberg gibt die KG (NRF) die Nr. 6 ihrer 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (vgl. 15.6.1971, 21.11.1971) heraus.
Der Kampf für die Freilassung der Ramstein 2 wird unterstützt vom Black Panther Solidaritätskomitee Frankfurt und Schülergruppen aus Zweibrücken.
Quelle: Kommunistische Hochschulzeitung Nr.6,Heidelberg 29.6.1971

22.08.1971:
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf (IGM-Bereich - vgl. 4.10.1971) zitiert aus einer Protestresolution ihrer Düsseldorfer Versammlung im IGM-Bereich (vgl.
16.9.1971):"
Am 22.August wurde im kalifornischen Zuchthaus in San Quentin der revolutionäre Negerführer George Jackson hinterrücks von Angehörigen der Nationalgarde erschossen. Ihm und zwei seiner engsten Freunde versuchte die Zuchthausverwaltung von Soldedad einen Anschlag auf einen Wärter anzuhängen, was ihn auf den elektrischen Stuhl bringen sollte. Damit versuchte die amerikanische Klassenjustiz Jackson auf legale Weise umzubringen, weil sie befürchten mußte, daß er als Entlastungszeuge in dem Prozeß gegen Angela Davis die faschistische Entwicklung in den USA anprangern und die amerikanische Regierung der Verbrechen an den schwarzen Menschen anklagen würde."

Der KJB Freiburg (vgl. Sept. 1971) berichtet:"
MORD AN GEORGE JACKSON

Während sich die US-Imperialisten bei ihren neuesten Verbrechen gegen die indochinesischen Völker blutige Köpfe holen, verschärft der Staatsapparat im Kernland des Imperialismus, den USA, ihren Polizei- und Justizterror gegen die Schwarzen, vor allem die schwarzen Arbeiter und ihre revolutionäre Partei, die Black Panther Party (BPP,d.Vf.).

Die Schwarzen, die eine regelmäßige Arbeit haben, arbeiten in den schwersten, schmutzigsten und am schlechtesten bezahlten 'Jobs'! Besonders kleine und mittlere Betriebe (vor allem Dienstleistungsbetriebe) können nur existieren, weil sie Farbige zu Hungerlöhnen einstellen, die geringfügig über den Sätzen der staatlichen Wohlfahrt liegen. Die Konkurrenz der schwarzen Arbeiter untereinander ist groß, denn die Arbeit ist knapp. Verliert jemand seine Arbeit, so bekommt er nicht automatisch staatliche Unterstützung. Diese wird vielmehr selten und unregelmäßig gegeben (zumeist nicht in Form von barem Geld, sondern von monatlichen Lebensmittelpaketen). Bei entscheidend niedrigeren Löhnen sind die Lebensmittelkosten und die Mieten in den Ghettos zumeist höher als in den Wohnvierteln der weißen Arbeiterklasse, obwohl die Lebensmittel in den Ghettos schlechter sind. In Harlem werden z.B. jedes Jahr Dutzende von schwarzen Babys von Ratten getötet, aber weder die Hausbesitzer noch die Regierung tun etwas dagegen; die Regierung hat vielmehr große Summen aus dem Etat für die Rattenvernichtung gestrichen.

In einer derartigen Umwelt wächst George Jackson heran. Als er 18 Jahre alt ist, meinen Polizisten nach Aussagen von Zeugen, er habe eine Tankstelle überfallen und 70 Dollar geraubt. Obwohl schon zu dieser Zeit feststeht, daß Jackson die Tat nicht begangen hat, gesteht er sie unter Druck und auf den 'Rat' seines Pflichtverteidigers. Mit einem für die USA durchaus üblichem Terrorurteil wird er daraufhin zu einer Strafe verurteilt, die zwischen einem Jahr und lebenslänglich Zuchthaus liegt. Diese Art der Strafe stellt die Länge der Strafe in das Ermessen der Zuchthausbehörde und macht es möglich, daß jemand für einen Diebstahl von wenigen Dollar sein Leben im Zuchthaus verbringen muß.

Im Zuchthaus kommt George Jackson in Kontakt mit der Black Panther Party, die den Kampf gegen den US-Kapitalismus und US-Imperialismus aufgenommen hat als die wirklichen Ursachen der Unterdrückung der Schwarzen. Hier bildet sich George Jackson im Selbststudium zu einem der führenden Sprecher der farbigen Gefangenen aus. Gleichzeitig mit einer Organisierung schwarzer Gefangener gegen den Terror der Wärter versucht er zu verhindern, daß es den Wärtern immer wieder gelingt, weiße Gefangene gegen schwarze aufzustacheln und er hat damit Erfolg.

Für die Strafvollzugsbehörde Kaliforniens, die die schlimmsten, in vieler Hinsicht den faschistischen KZs gleichenden Zuchthäuser der USA verwaltet, wird Jackson zu einer Gefahr (vgl. Jan. 1970,d.Vf.). ...

In dem Prozeß gegen Angela Davis war George Jackson als Entlastungszeuge benannt. Sein Bruder Jonathan hatte im letzten Jahr versucht, ihn und seine beiden anderen Soledad-Brothers aus dem Zuchthaus zu befreien. In der hieraus entstandenen Schießerei starben 4 Menschen. Um von ihrer eigenen Schießwütigkeit abzulenken, begann die kalifornische Polizei eine Menschenjagd auf Angela Davis, und konstruierte eine durch nichts bewiesene Mordanklage gegen sie. Die kalifornische Polizei, Strafvollzug und Justiz mußten befürchten, daß Angela Davis und George Jackson den Prozeß gegen Angela Davis zum Tribunal gegen die faschistischen Entwicklungen im kalifornischen Staat machen würden.

Die Soledad-Brothers waren für die Zuchthausbehörden eine Gefahr, weil sie die Insassen der kalifornischen Strafanstalten zu völlig neuen Menschen umerzogen; die politisch bewußt und entschlossen waren, gegen Behörden und Staat zu kämpfen. Aus diesem Grunde mußte George Jackson sterben.

Wie George Jackson umgebracht wurde, wird wohl nie bekannt werden. Die Verwaltung des Zuchthauses von San Quentin (das als ausbruchssicher gilt), gab jedoch Versionen des Todes von George Jackson, die sich selbst entlarven. Jackson soll im Haar eine über 20 cm lange Pistole verborgen gehabt haben, die sein Rechtsanwalt angeblich trotz Leibesvisitation und elektronischen Kontrollanlagen ins Zuchthaus geschmuggelt haben soll. Nach einer Schießerei, deren Anfang ungewiß ist, soll Jackson versucht haben, über einen ca. 700 m breiten, von Maschinengewehrtürmen bewachten Hof zu laufen und eine 6 m hohe Mauer zu überspringen. Wahr ist, daß Jackson erschossen wurde, und seine Leiche auf diesem Hof lag. In seinem Buch schrieb er, daß er nicht lebend aus den Zuchthäusern Kaliforniens kommen werde.

Seine Gedanken und vor allem das Beispiel, das er durch seinen tapferen Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen gegeben hat, seine klare Einsicht in die Notwendigkeit, den amerikanischen Imperialismus mit Gewalt zu zerschlagen, machen ihn zu einem großen Vorbild für den weiteren Kampf der Schwarzen in den USA."

Berichtet wird auch durch die KPD (vgl. 10.9.1971, 14.6.1972).
Quellen: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr.1,Düsseldorf Okt. 1971,S.4;
Kommunistische Jugendzeitung Nr.3,Freiburg Sept. 1971,S.1ff;
Rote Fahne Nr.25, 27 und 47,Berlin bzw. Dortmund 10.9.1971, 8.10.1971 bzw. 14.6.1972,S.*, S.4 bzw. S.6

14.09.1971:
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf (IGM-Bereich - vgl. 4.10.1971) zitiert aus einer Protestresolution ihrer Düsseldorfer Versammlung im IGM-Bereich (vgl. 16.9.1971):"
SCHARFER PROTEST GEGEN DEN POLIZEIÜBERFALL IN ATTICA (USA)

Am 14.9. starben in Attica, im Staat New York, über 30 politische Gefangene und 9 Geiseln unter dem Kugelhagel von über 1 000 militärisch ausgerüsteten Polizisten und Nationalgardisten. Dieser brutale Überfall richtete sich nicht gegen eine Meuterei von irgendwelchen Gefangenen, sondern gegen einen Aufstand von politischen Gefangenen unter Führung von Mitgliedern der Black-Panther-Partei (BPP,d.Vf.) für die Freilassung aller politischen Gefangenen in den USA. Das Blutbad, das die Polizei und die faschistische Nationalgarde dabei anrichtete, ist kein Einzelfall."

Die KPD (vgl. 14.6.1972) berichtet auch:"
unter den ersten in Attica, die den stürmenden Polizisten und Nationalgardisten zum Opfer fielen, war der Sprecher der Revolte Elliot Barker."
Quellen: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr.1,Düsseldorf Okt. 1971,S.4;
Rote Fahne Nr.27, 36 und 47,Berlin 8.10.1971, 11.2.1972 bzw. 14.6.1972,S.4, S.4 bzw. S.5

16.09.1971:
Die KPD berichtet bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 4.10.1971) von MTR bzw. STR:"
KAMPFVERANSTALTUNG DER KPD IN DÜSSELDORF
...
Die KPD bei Klöckner Düsseldorf veröffentlicht auch den folgenden Text:"
Einstimmig verabschiedete Entschließung der Versammelten bei der Veranstaltung der KPD zur Tarifrunde in Düsseldorf

'SCHARFER PROTEST GEGEN DEN POLIZEIÜBERFALL IN ATTICA (USA)

Am 14.9. starben in Attica, im Staat New York, über 30 politische Gefangene und 9 Geiseln unter dem Kugelhagel von über 1 000 militärisch ausgerüsteten Polizisten und Nationalgardisten. Dieser brutale Überfall richtete sich nicht gegen eine Meuterei von irgendwelchen Gefangenen, sondern gegen einen Aufstand von politischen Gefangenen unter Führung von Mitgliedern der Black-Panther-Partei (BPP,d.Vf.) für die Freilassung aller politischen Gefangenen in den USA. Das Blutbad, das die Polizei und die faschistische Nationalgarde dabei anrichtete, ist kein Einzelfall.

Am 22.August wurde im kalifornischen Zuchthaus in San Quentin der revolutionäre Negerführer George Jackson hinterrücks von Angehörigen der Nationalgarde erschossen. Ihm und zwei seiner engsten Freunde versuchte die Zuchthausverwaltung von Soldedad einen Anschlag auf einen Wärter anzuhängen, was ihn auf den elektrischen Stuhl bringen sollte. Damit versuchte die amerikanische Klassenjustiz Jackson auf legale Weise umzubringen, weil sie befürchten mußte, daß er als Entlastungszeuge in dem Prozeß gegen Angela Davis die faschistische Entwicklung in den USA anprangern und die amerikanische Regierung der Verbrechen an den schwarzen Menschen anklagen würde.

Die Angriffe von Polizei und Klassenjustiz richten sich vor allem gegen die revolutionäre Vorhut der Schwarzen, die Black-Panther-Partei, die die Organisierung der proletarischen Massen für den Kampf gegen die Kapitalistenklasse und ihren Staatsapparat in Angriff genommen hat. Über 20 Mitglieder dieser Organisation wurden bisher ermordet, 350 verschwanden in den KZs der Klassenjustiz.

Unter der Losung:

FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN!

SOLIDARITÄT MIT DER BLACK-PANTHER-PARTEI!

verurteilen die hier Anwesenden aufs schärfste die faschistischen Morde von San Quentin und von Attica'"
Quellen: Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr.1,Düsseldorf Okt. 1971,S.6;
Rote Fahne Nr.27,Berlin 8.10.1971,S.4

17.09.1971:
Das SALZ Hamburg gibt ein Extrablatt seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 11.8.1971) mit dem Titel "Massenmord in Attica" heraus, dessen Auflage mit 30 000 angegeben wird. Berichtet wird auch über George Jackson von der Black Panther Party (BPP).
Quelle: Kommunistische Arbeiter Zeitung Extrablatt,Hamburg 17.9.1971

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Bild: Hamburg_SALZ 110


27.09.1971:
Zur Angela Davis Demonstration in Hamburg rief die SDAJ der DKP auf.
Quelle: Heisses Eisen,Hamburg o.J. (1971)

29.09.1971:
Der DKP Bezirk Ruhr-Westfalen gibt eine 'Presseinformation' (vgl. 28.9.1971, 30.9.1971) "DKP-Initiative für Angela Davis" (USA) heraus.
Quelle: DKP-Bezirk Ruhr-Westfalen:Presseinformation,Essen 29.9.1971

19.10.1971:
Laut KPD/ML-ZB findet in Hannover eine Veranstaltung "Freiheit für Angela Davis" der SDAJ der DKP statt. Zwischen der KPD/ML-ZK und der KPD/ML-ZB kommt es zu dieser Veranstaltung zu einer Aktionseinheit. Eine gemeinsame Resolution wird erarbeitet, die der Versammlung zur Abstimmung vorgelegt werden sollte. Beteiligt sind auch der KJVD der KPD/ML-ZB, die Betriebsgruppen und Jugendbetriebsgruppen von Conti und Hanomag sowie der SDS/ML der KPD/ML-ZK.

Am Morgen vor der Veranstaltung verteilen die Jugendbetriebsgruppen des KJVD vor Hanomag und Conti in Hannover Flugblätter, in denen sie die Arbeiterjugend zum Kampf unter den Parolen: 'Freiheit für Angela Davis' und 'Kampf dem Verbot der KPD/ML' aufriefen.

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Vor Beginn der Veranstaltung, wo unsere Flugblätter und die Resolution verteilt und in vielen Diskussionen erklärt wurden, deutete sich schon an, daß es auf der Versammlung heiß hergehen würde. Viele Unorganisierte und Mitglieder studentischer Zirkel stimmten unserem Flugblatt und der Resolution zu, während auf der anderen Seite DKPler ihre üblichen Beschimpfungen ... vom Stapel ließen und uns schon jetzt Prügel androhten. In einer heftigen Diskussion gab ein DKP-Genosse auch zu, daß die Anträge an den IGM-Tag, die Bundesregierung zur Verfolgung und zum Verbot der KPD/ML aufzufordern, von DKP-Vertretern unterstützt worden seien. ... Im brechend gefüllten Audimax der Universität sollte es aber dann nach dem Willen der DKP-Führer ganz schnell gehen: Unser Antrag, reden zu dürfen, den wir auch unter den Anwesenden verteilt hatten, wurde gar nicht behandelt - dies sei eine Informationsveranstaltung, fremde Beiträge seien nicht zugelassen ... außerdem sei die Zeit knapp, hinterher sollte ja noch demonstriert werden. ... Erst bei der Rede von Fania Davis kam Bewegung in die Anwesenden. Sie forderte zum Ende ihrer Rede auf, eine breite Einheitsfront zu bilden, die Menschen unterschiedlicher politischer Auffassungen vereinigt und gerade das hatten wir in unseren Flugblättern entlarvt, daß die DKP-Führer an einer solchen Einheitsfront gar nicht interessiert sind. Das war der Moment für unser Eingreifen. Mit dem Megaphon entlarvt ein Genosse das Verhalten der DKP-Führer, die hier Anträge und Resolutionen mit allen Mitteln unterdrücken wollten. Noch ehe das Publikum begriff, was los war, hatten sich bereits DKPler, SDAJler und Spartakisten auf uns gestürzt und versuchten uns aus dem Saal zu drängen - als das nichts half, fingen sie an zu schlagen. Aber da kamen sie bei unseren Genossen schlecht an. Während der Genosse mit dem Megaphon von kräftigen Genossen gegen Schlägertrupps abgeschirmt wurde und sich allmählich gegen die stärkeren DKP-Lautsprecher durchsetzen konnte, zogen unter den Pfiffen des Publikums die Revisionisten auch bei der Schlägerei den Kürzeren. Genossen anderer Organisationen griffen auf unserer Seite ein, und nach kurzer Zeit waren die revisionistischen Schlägertrupps aus dem Saal verschwunden. Weit über zwei Drittel der Anwesenden waren im Saal geblieben und folgen jetzt der Rede unseres Genossen mit Beifall. Er zeigte auf, wie die DKP-Führer sich mit dieser Taktik selbst entlarvt hatten: Statt die Einheitsfront herzustellen, verhindern sie sie durch Schlägereien. Aus Angst vor der politischen Stärke der KPD/ML, aus Angst in einer Diskussion als solide Stützen der SPD-Regierung entlarvt zu werden, nahmen sie zu handgreiflichen Argumenten Zuflucht und entlarvten sich damit besser, als wir es hätten tun können. Ihre eigenen Behauptungen, sie hätten gegen die Verbotsanträge gestimmt, straften sie durch ihr Verhalten - für alle Anwesenden deutlich erkennbar - Lügen."

Eine Resolution wird von den Anwesenden angenommen, die die Solidarität mit Angela Davis zum Inhalt hat. Verurteilt wird die auf dem 10. ordentlichen Gewerkschaftstag der IGM (vgl. 27.9.1971,d.Vf.) verabschiedete Entschließung Nr.14, in der eine Strafverfolgung und ein Verbot der 'Maoisten' gefordert wird.
"Ein großer Teil der Anwesenden folgte dann dem Aufruf unseres Redners, sich hinter dem Transparent der KPD/ML der Demonstration anzuschließen. Die Demonstration wurde zu einem eindrucksvollen Beweis für die Kraft der Partei und des Jugendverbandes, die sich hier eindeutig als die führende Kraft herausstellten: Hinter dem Transparent der Partei, das spontan von einem Genossen der Partei und einem Rotgardisten gemeinsam getragen wurde, formierte sich etwa der halbe Demonstrationszug: Partei, Jugendverband, Rote Garde, SDS/ML, studentische Zirkel, die ganzen Unorganisierten und auch einzelne SDAJ- und Spartakus-Mitglieder, die empört über die Taktik der DKP-Führung und darüber, daß keine Marxisten-Leninisten zu der Veranstaltung geladen worden waren. ... Fania Davis, die schon vorher darauf bestanden hatte, ein Flugblatt von uns zu bekommen, obwohl die sie begleitenden DKPler versuchten, unsere Flugblattverteiler wegzudrängen, streckte zum Gruß die Faust empor, als der Block der Partei und des Jugendverbandes vorbeizog und zeigte damit, daß sie sehr wohl erkannt hatte, daß die Politik der KPD/ML und des KJVD eine praktische Solidarität mit ihrer Schwester und vor allem mit dem Kampf ihrer Schwester bedeutet. ... Dieser Erfolg hat uns allen neuen Schwung gegeben und unsere Reihen fester geschlossen. Wir haben daraus gelernt, daß wir ein noch viel größeres Vertrauen in die Linie der Partei, die sich hier im praktischen Kampf als die richtige durchgesetzt hat, und in die Massen, die sich in großer Geschlossenheit hinter die Partei stellten, haben müssen. Wir haben gesehen, wie wir die Revisionisten praktisch bekämpfen und schlagen können und haben gelernt, daß wir in Zukunft viel konsequenter, viel aktiver, viel offener die Auseinandersetzung mit den Massen führen müssen."

Parolen waren u.a.:
- Nieder mit dem US-Imperialismus!
- Freiheit für Angela Davis!
- Kampf der imperialistischen Politik der SPD-Regierung!
- Kampf dem Lohndikat der SPD-Regierung!
- Kampf den Notstandsvorbereitungen!
- Freiheit für Angela Davis - Freiheit für die KPD.
Quellen: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.82,Bochum 27.10.1971,S.10ff;
Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.11,Bochum Nov. 1971

November 1971:
Der DKP Kreisvorstand Dortmund gibt vermutlich im November erstmals seinen 'Blick auf Dortmund' (vgl. 17.1.1972) - Informationen, Hinweise, Ratschläge der DKP für demokratische Kommunalpolitik heraus.
Vermutlich aus der 'Elan' der SDAJ stammt der folgende Artikel von Hans-Jörg Hennecke:"S.5*
SEIT ZEHN MONATEN IN HAFT

WELTWEITER KAMPF FÜR ANGELA DAVIS' FREIHEIT WÄCHST

'Täglich erhalte ich Hunderte und Aberhunderte von Briefen. Angesichts all der Schwestern und Brüder, die auf den Straßen kämpfen, kann ich meine Entschlossenheit, den Kampf fortzusetzen, einfach nicht verlieren.'

Angela Davis' Widerstandswille ist ungebrochen. Obwohl alle Anträge und Forderungen, die Ankläge fallen zu lassen oder Angela gegen eine Kaution auf freien Fuß zu sitzen, abgelehnt wurden. Obwohl sie unter Bedingungen gefangengehalten wird, die ihr Verteidiger, Howard Moore als 'Strafe, die ihr noch vor der Gerichtsverhandlung auferlegt wurde', bezeichnet.

Henri Winston, Vorsitzender der KP der USA, berichtete nach einem Besuch bei Angela Einzelheiten. Angelas Zelle hat nicht ein einziges Fenster. Ganze 30 Minuten ist es ihr pro Woche erlaubt, unter schärfster Bewachung auf dem Gefängnishof spazierenzugehen. Von allen übrigen Gefangenen wird sie streng isoliert.

Seit nahezu elf Monaten lebt Angela Davis unter derartigen Bedingungen. Ein Ende des Prozesses oder ihrer Haft ist nicht absehbar. Die Herrschenden der USA spekulieren offensichtlich darauf, daß das Interesse der Weltöffentlichkeit erlahmt und den Weg für ein Terrorurteil freimacht. Aber hier haben sie sich verrechnet. Die weltweite Solidarität für die farbige amerikanische Kommunistin nimmt weiter zu. Nach wie vor erhält Angela Tausende von Briefen und Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt. Überall bilden sich Solidaritätskomitees, wie beispielsweise im Kreis Düsseldorf-Mettmann, wo Mitglieder der Gewerkschaftsjugend, der Jungdemokraten, Jungsozialisten (Judos der FDP bzw. Jusos der SPD,d.Vf.) und SDAJ eine Jugendinitiative 'Rettet Angela Davis' gebildet haben. Diese Jugendinitiative hat eine umfangreiche Dokumentation zum Thema 'Angela Davis - ein Justizmord droht' herausgegeben (zu beziehen bei Wolfgang Rüttger, 402 Mettmann, Laubacher Str. 13).

Der Kampf für Angelas Freiheit kostet aber auch Geld. Deshalb unser Appell: Spendet Geld auf das Sonderkonto 'Solidarität für Angela Davis', Helmut Bublitz, Bank für Gemeinwirtschaft, Gelsenkirchen".
Quelle: Blick auf Dortmund Wer wir sind und was wir wollen,Dortmund o.J. (1971)

08.12.1971:
Die Nr.4 der 'AStA-Information, DOS - Dortmunder Studentenzeitung' (vgl. 1.12.1971, 15.12.1971) erscheint durch den AStA der PH Dortmund.
Der letzte Artikel lautet:"
ANGELA DAVIS

Angela Davis ist 27 Jahre alt, Philosophie-Professorin, Mitglied der Kommunistischen Partei der USA, aktive Bürgerrechtskämpferin, sympathisiert mit der Black-Panther-Partei (BPP,d.Vf.).

Die Kommunistin Angela Davis wartet in den USA auf ihren Prozeß. Sie wird des Mordes und der erpresserischen Entführung angeklagt. Hierfür gibt es jedoch keinerlei Beweise. Dem amerikanischen System geht es nur darum, mit Hilfe der Justiz Andersdenkende auszulöschen.

Im folgenden eine Erklärung von Angela Davis: 'Die reaktionäre Justiz unseres Landes verfolgt mich, weil ich eine kommunistische Revolutionärin bin, die zusammen mit Millionen unterdrückter Menschen der ganzen Welt an einer revolutionären Bewegung teilnimmt und alle Bedingungen beseitigen will, die unserer Freiheit im Wege stehen.

REVOLUTIONÄR - VERBRECHER?

Weshalb fordert der amerikanische Staat mein Leben? Nicht, weil ich die gefährlichste Verbrecherin bin, als die er mich hinstellt, nicht weil die erlogenen Beschuldigungen, für die es keinerlei Beweise gibt, zutreffen, sondern deshalb, weil in seiner verdrehten Vorstellung ein Revolutionär von vornherein ein Verbrecher ist.

VÖLKERMORD

Unsere Feinde sehen sich mit der wachsenden Erkenntnis des Volkes konfrontiert, daß die konzentrierten Anstrengungen, Revolutionäre zu liquidieren, nur eine weitere Form des täglichen Völkermordes sind, der auf das Konto der Brutalität der Polizei und der elenden Lebensbedingungen in den Ghettos und den Wohngebieten an den Stadträndern kommt. Die Volksmassen werden ihre Verpflichtungen erfüllen, alle Männer und Frauen zu schützen und zu verteidigen, die ihr Leben dem Kampf für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Freiheit gewidmet haben. Möge es keinen Zweifel daran geben - der Sieg wird bald unser sein.'"
Quelle: AStA PH Dortmund:AStA-Information Nr.4,Dortmund 8.12.1971

11.12.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.95 (vgl. 8.12.1971, 15.12.1971) heraus.
Es wird auch berichtet, es habe "der Parteifeind, Provokateur und Bankrotteur P. Weinfurth in diesen Tagen ein 'Literaturangebot Winter 71/72' der Öffentlichkeit bekanntgemacht. Dieses Literaturangebot beweist nichts anderes, als den vollständigen, restlosen und auf seine Art einzigartigen politischen Bankrott P. W.'s. Unter der Überschrift 'IX Neuerscheinungen - Aus der internationalen kommunistischen Bewegung' finden wir: Breshnjew 24. Parteitag), Das entwickelte gesellschaftliche System des Sozialismus in der DDR von 1970, Diskussion zwischen Sartre und Il Manifesto, Zengakuren, Tupamaros, Black Panther, Marighela und Baader-Meinhof (Rote Armee Fraktion). Wenn P. W. sich bisher als berufsmäßiger Spalter und krimineller Provokateur betätigte, so ist er heute dabei, die antikommunistische, volksfeindliche Schund- und Hetzliteratur des Klassenfeindes unter die Leute zu bringen. Das fußt auf seiner erklärten Absicht, die von der Geschichte längst über die Feinde der Arbeiterklasse gefällten Urteile wieder in Frage zu stellen, Verwirrung in der marxistisch-leninistischen Bewegung zu stiften und aus diesem günstigen Klima den Nutzen für seine spalterische und Agententätigkeit zu ziehen."
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.95,Bochum 11.12.1971

12.12.1971:
In Göttingen erscheint die Nr.1 der 'Rote Schule' (vgl. 1.3.1971) – Organ des Sozialistischen Schülerbundes Göttingen (SSG). Kritisiert wird in konsequenter Kleinschreibung u.a. die frühere 'Rote Schule':"
Das ASS hatte es nicht geschafft, die Funktionen der RS klar zu bestimmen, z.B. wurde die Zeitung in den 'BLACK-PANTHER-NUMMERN' dazu mißbraucht, die undurchdachte Identifikation der ASS-Mitglieder mit der BPP zum Ausdruck zu bringen. Nie jedoch war sie Mittel des Schulkampfes"."
Quelle: Rote Schule Nr.1,Göttingen 12.12.1971,S.2

10.01.1972:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Dortmund ein Flugblatt des Solidaritätskomitees Freiheit für Angela Davis unter Verantwortung von Ilse Langenfeld, 46 Dortmund-Kirchhörde, Am Truxhof 31a:"
FREIHEIT FÜR ANGELA DAVIS

26. Januar 1972: Angela hat Geburtstag - zum zweiten Mal in einem amerikanischen Zuchthaus.

VERHINDERN SIE DEN JUSTIZMORD AN ANGELA DAVIS!

Während sich die Mörder von My Lai, Medina und Calley in Freiheit befinden oder lediglich unter Hausarrest stehen, werden die konsequenten Vertreter des anderen Amerika in tageslichtlosen Isolierzellen gefangengehalten. Für ihr Schicksal steht heute ein Name: ANGELA DAVIS.

Richter Arnason hat erklärt, daß der immer wieder verschobene Prozeß am 31. Januar in der kalifornischen Kleinstadt San Jose beginnen soll. San Jose ist eine Hochburg weißer Rassisten. Hier kann Angela keinen gerechten Prozeß bekommen. Angela schwebt in Lebensgefahr. Was die Nixon-Regierung will, ist der 'legale' Mord an Angela Davis. Helfen sie mit, gemeinsam mit der weltweiten Solidaritätsbewegung Angela Davis vor der Gaskammer zu retten. Mehr als 3 000 Dortmunder Bürger haben sich bisher in einem Aufruf für die Freilassung von Angela Davis durch ihre Unterschrift eingesetzt."
Aufgerufen wird zur Veranstaltung am 18.1.1972.
Quelle: Solidaritätskomitee Freiheit für Angela Davis:Freiheit für Angela Davis,Dortmund o.J. (Jan. 1972)

17.01.1972:
Am John F. Kennedy Institut der FU Berlin gibt die Initiativgruppe Angela Davis vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt heraus.
Quelle: Initiativgruppe Angela Davis:Flugblatt,O. O. O. J.

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17.01.1972:
Die DKP gibt vermutlich in dieser Woche ihren 'Blick auf Dortmund' (vgl. Nov. 1971, 31.1.1972) - Informationen, Hinweise, Ratschläge der DKP für demokratische Kommunalpolitik heraus. Gefordert wird u.a.:"
RETTET ANGELA DAVIS!

Angela Davis, schwarze Amerikanerin, Kommunistin, Professorin, wird seit über einem Jahr im US-Gefängnis von San Rafael in Kalifornien in strengster Einzelhaft gehalten. Sie ist hinter Gefängnismauern, weil sie mit ihrer ganzen Kraft für die Rechte der Neger, gegen Ausbeutung, Arbeitslosigkeit und die Macht der Monopole kämpft.

Angela Davis droht der Tod in der Gaskammer. Fallt den Mördern in den Arm! Übt Solidarität mit Angela Davis und allen, die in den Gefängnissen sitzen, weil sie gegen Rassendiskrminierung und den Krieg in Indochina eintreten.

Protestschreiben senden an die Botschaft der USA".
Quelle: Blick auf Dortmund Rat der Stadt Dortmund kein höheres Wesen,Dortmund o.J. (Jan. 1972)

18.01.1972:
In Dortmund will Solidaritätskomitee Freiheit für Angela Davis (vgl. 10.1.1972) um 20 Uhr und 22 Uhr 30 den Film "Angela Davis - das Portrait einer Revolutionärin" im Bunker, Wittelsbacher Str./Ecke Landgrafenstraße zeigen.
Quelle: Solidaritätskomitee Freiheit für Angela Davis:Freiheit für Angela Davis,Dortmund o.J. (Jan. 1972)

Februar 1972:
Vermutlich im Februar erscheint ein Aufruf des Initiativausschuß 'Freiheit für Angela Davis':"
SOLIDARITÄT MIT ANGELA DAVIS

Spiro Agnew, Vizepräsident der USA:
'Wir können es uns leisten, sie die Kriegsdienstgegner und Bürgerrechtskämpfer aus unserer Gesellschaft asuzustoßen, ohne mehr Bedauern darüber zu empfinden, als wenn wir verfaulte Äpfel aus einer Tonne entfernen.'

Am 21.August 1971 wurde George Jackson, einer der schwarzen Bürgerrechtler und Mitkämpfer von Angela Davis, am Vorabend seines Prozesses im berüchtigsten Zuchtshaus der USA in St. Quentin ermordet.

Während seiner elfjährigen Haft wurde George Jackson ein bewußter Kämpfer gegen Unterdrückung und Rassismus. Der kalifornische Gouverneur Reagan und seine Clique hatten erkannt, daß ein einigermaßen fair geführter Prozeß nur mit einem Freispruch von George Jackson enden konnte. Den wollten sie verhindern. Nach mehrmaligen Mordversuchen an George Jackson im Zuchthaus von San Quentin wurde er jetzt, einen Tag vor der Gerichtsverhandlung, in seiner Zelle getötet (vgl. **.*.1972,d.Vf.). Die Gefängnisbehörden gaben an, er sei bei einer Gefangenenrevolte ums Leben gekommen. In Wahrheit wurde seine bevorstehende Freilassung durch diesen Mord verhindert. Die kalifornischen Behörden sahen darin eine Möglichkeit, sich aus dem Dilemma zu befreien

HELFT ANGELA DAVIS!

Der immer wieder hinausgeschobene Prozeß soll, wie Richter Arnason bekanntgab, am 28. Februar in der kalifornischen Kleinstadt San Jose beginnen. San Jose ist Hochburg der weißen Rassisten. San Jose ist jene Stadt der USA, in der im Jahre 1933 die letzten Schwarzen auf dem Wege zum Gefängnis auf offener Straße gelyncht (wurden,d.Vf.). Diese Vergangenheit ist hier bis zum heutigen Tage lebendig. Der Antrag der Verteidigung, den Prozeß nach San Francisco zu verlegen, um somit die geringste Chance wahrzunehmen, einen für die desolaten Rechtsverhältnisse noch fairen Prozeß zu erreichen und Angela aus dem gefährlichen Einflußbereich des kalifornischen Gouverneurs Reagan zu retten, ist abgelehnt worden.

Seit dem 13.Oktober 1970 befand sich die farbige Bürgerrechtskämpferin und Kommunistin im Zuchthaus von San Rafael. Ihr wird illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. In Wahrheit wird sie angeklagt, weil sie sich für die Rechte der farbigen Bevölkerung in den USA und für die Beendigung des Vietnamkrieges eingesetzt hat. Angela Davis ist heute Symbol der weltweiten antiimperialistischen Bewegung. Amerikas Reaktionäre fürchten diese Frau.

Die internationale Solidarität für Angela Davis hat das Oberste Gericht in Kalifornien gezwungen, Angela Davis gegen Kaution (350 000 DM) auf freien Fuß zu setzen. Sie hat erreicht, daß die Schuldvorwürfe gegen Angela Davis nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Angela Davis' Ankläger stehen vor einer großen Niederlage. Der kalifornische Reagan kündigte an, daß er versuchen wird, die Freilassung von Angela Davis wieder rückgängig zu machen. Reagan hofft, daß es ihm gelingt, den überraschenden Beschluß des Supreme Court aufzuheben, der die Todesstrafe in Kalifornien abgeschafft hat.

Angela Davis: 'Meine Freilassung ist ohne Zweifel ein wirklicher Sieg des Volkes, das überall gekämpft hat. Es ist ein echter Sieg, aber ein größerer Sieg muß jetzt noch erreicht werden.'

Fania Davis-Jordan, die Schwester der amerikanischen Bürgerrechtskämpferin, erklärte:

'Der Kampf ist noch nicht gewonnen - er geht jetzt weiter, bis Angela freigesprochen ist'.

Jetzt kommt es für alle demokratischen Kräfte darauf an, die vollständige Absetzung des Prozesses zu erkämpfen.

Somit fordern wir alle demokratischen Kräfte der BRD auf, diesen Kampf mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

DENN IHR KAMPF IST AUCH UNSER KAMPF

Diesen Aufruf unterzeichneten bisher u.a. aus:
- NRW aus Dortmund Hans H. Hücking, Lehrer und Naturfreundejugend (NFJ).
Quelle: Initiativausschuß Freiheit für Angela Davis:Solidarität,Leichlingen o.J. (1972)

Februar 1972:
Das Solidaritätskomitee "Freiheit für Angela Davis" Dortmund gibt vermutlich im Februar ein zweiseitiges Flugblatt unter Verantwortung von Ilse Langenfeld heraus. Der Druck erfolgte in der Schreibstube des Dortmunder DKP-Vorsitzenden Groß:"
Der nachstehende Aufruf 'Freiheit für Angela Davis' wurde bereits von über 3 500 Dortmunder Bürgern unterzeichnet.

AUFRUF

FREIHEIT FÜR ANGELA DAVIS!

Seit über einem Jahr sitzt in San Rafael (Kalifornien) eine junge Amerikanerin im Gefängnis. Unter der Anschuldigung 'Beihilfe zum Mord' soll ihr jetzt der Prozeß gemacht werden. Sie ist unschuldig!

Die Anklage beruht auf der Behauptung, Angela Davis habe Waffen gekauft, die später bei dem Überfall auf das Gerichtssgebäude des Marine County von einem jungen Mann, der zeitweilig Angelas Leibwächter war, verwendet worden seien. Es konnte bisher kein einziger Beweis erbracht werden, daß Angela Davis von dieser Verzweiflungstat gewußt oder gar die Waffen dazu geliefert hätte. Offensichtlich ist: Angela Davis wird von den amerikanischen Justizbehörden mit dem Tode bedroht, weil sie als Farbige, fortschrittliche Wissenschaftlerin, als Bürgerrechtskämpferin und Kommunistin aktiv gegen Rassismus, Unterdrückung und gegen den Krieg der USA in Indochina kämpfte und kämpft.

Während sich die Mörder von My Lai, die Offiziere Medina und Calley in Freiheit befinden, werden die Vertreter des anderen Amerika in tageslichtlosen Isolierzellen gefangengehalten. Für ihr aller Schicksal steht heute ein Name: Angela Davis!

Das in den USA geltende Recht, gegen Zahlung einer Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden, - das selbst jedem Schwerverbrecher zusteht - wurde im Fall Angela Davis von den Justizbehörden verweigert. Jetzt hilft nur noch eines: Weltweite Solidarität! Helfen Sie mit, Angela Davis vor der Gaskammer zu retten!

Unterstützen Sie durch Ihre Unterschrift den Kampf für die Befreiung von Angela Davis!"
Quelle: Solidaritätskomitee "Freiheit für Angela Davis" Dortmund:Freiheit für Angela Davis,Dortmund o.J. (1972)

07.02.1972:
Die KPD (vgl. 11.2.1972) berichtet vermutlich u.a. aus dieser Woche vom Angela Davis-Prozeß (vgl. 5.6.1972):"
SOLIDARITÄT MIT DEN EINGEKERKERTEN REVOLUTIONÄREN IN DEN USA

In diesen Tagen beginnt der Prozeß gegen Angela Davis, Mitglied der amerikanischen KP (CPUSA,d.Vf.). Die revisionistischen Parteien in aller Welt, besonders DKP und SEW, nutzen die Gelegenheit zu großangelegten Solidaritätsaktionen. 'Das Klassengericht wird zugedeckt mit Briefen und Protest', so die revisionistische Wochenzeitung UZ.

Mit der Kampagne soll der Eindruck erweckt werden, die politische Bewegung der Schwarzen in den USA sei eine Bürgerrechtsbewegung und diese Bewegung würde von Angela Davis und der revisionistischen Partei der USA geführt. 'Ihr Verbrechen besteht darin, Bürgerrechte gefordert zu haben', behauptet die Westberliner 'Wahrheit' und unterschlägt damit wichtige Tatsachen:

Der Kampf der Schwarzen um Bürgerrechte hat sich von den Straßen des Südens in die Lobbys der Parlamente verlagert, wo bürgerliche schwarze Parlamentarier mit ihren weißen Kollegen um Vorrechte einer kleiner schwarzen Minderheit gegen die schwarzen Volksmassen handeln.

Die Schwarzen in den USA haben schon seit fast drei Jahrzehnten die Hoffnung auf die KP der USA aufgegeben. Die bedeutenden schwarzen Führer der letzten Jahre, die den Kapitalismus als eigentliche Ursache des Rassismus angegriffen haben, und die das Vertrauen der schwarzen Volksmassen hatten und haben, kamen, wie der bedeutendste unter ihnen, Malcolm X, über den Umweg religiöser Sekten zu dieser richtigen Einsicht. Die Biographie dieses großen Schwarzen mit all ihren Umwegen ist beispielhaft dafür, daß die revisionistische Partei der USA weder Einfluß auf die Bürgerrechtsbewegung hatte, noch auf die aus der Bürgerrechtsbewegung kommenden Revolutionäre. Ihren letzten Einfluß auf den Kampf der Schwarzen verlor die KP USA im zweiten imperialistischen Weltkrieg, als sie Burgfrieden mit allen, auch den reaktionärsten Kräften der Bourgeoisie schloß und sich daran beteiligte, massenhafte Demonstrationen und Streiks der Schwarzen um Bürgerrechte und bessere Lebensbedingungen abzuwürgen, wie bei den Harlemer Unruhen 1943 (vgl. 1943,d.Vf.).

Gerade die bis in die Bedeutungslosigkeit zurückgewichene revisionistische Partei und die Tatsache, daß die KP USA keinen wirklichen Kampf gegen den Rassismus geführt hat, veranlaßte die fortschrittlichsten Teile der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, eine eigene, schwarze Vorhutorganisation zu gründen: die Black Panther Partei (BPP,d.Vf.).

Nicht die revisionistische KP USA, in der Angela Davis Mitglied ist, hat die Kämpfe geführt, die der eigentliche Grund für die Festnahme Angela Davis sind. Vielmehr war Angela Davis persönlich führend in Komitees zur Befreiung schwarzer Revolutionäre aus der Black Panther Partei, wie den Soledad Brothers, Bobby Seale oder Ericka Huggins. Ihre Freundschaft zu dem Black Panther George Jackson (...) und der Briefwechsel mit Ruchel Magee, ihrem späteren Mitangeklagten (beides Insassen des Zuchthauses San Quentin und scharfe Ankläger der faschistischen Zustände in den US-Gefängnissen) sollen für die kalifornische Regierung als Indizien für eine Verschwörung dienen. Auf diese Weise will die Bourgeoisie der USA sich einer Frau entledigen, die in vorderster Linie gegen den Faschismus in den amerikanischen Zuchthäusern gekämpft hat.

Angela Davis hat immer klar gemacht, wie sie den Kampf um ihre Freiheit geführt wissen will: 'Es ist wichtig, den Kampf um meine Freiheit mit dem um die Freiheit der anderen schwarzen Gefangenen zu verbinden. Ich halte daran fest, daß der Kampf um die Freiheit aller schwarzen Frauen und Männer geführt werden muß!' (Angela Davis)

Wer mit der Forderung nach Freiheit für Angela Davis nicht die Forderung nach der Freilassung aller politischer Gefangener verbindet, der beteiligt sich an den Spaltungmanövern der US-Imperialisten.

Das Interesse der amerikanischen Bourgeoisie ist klar: die schwarzen Revolutionäre der Black Panther Partei umzubringen, die Partei zu zerschlagen. Wo das nicht mit Waffengewalt gelingt, versucht sie es mit dem Instrument der Verleumdung und Spaltung. Als Angela davis von den Gangstern der amerikanischen Bundespolizei FBI auf die Fahndungsliste gesetzt wurde, verfolgten diese eine doppelte Absicht: erstens sollte Angela Davis zur Kriminellen gestempelt und es somit Polizei und Justiz leicht gemacht werden, eine schwarze Kämpferin mundtot zu machen, und zweitens sollte von dem Justiz- und Polizeiterror abgelenkt werden, dem die Black Panther Partei ausgesetzt war und ist.

Über tausend Mitglieder der Black Panther Partei waren bis dahin verhaftet worden, neunzehn ihrer Mitglieder von der Polizei ermordet, darunter leitende Funktionäre wie Fred Hampton und Mark Clark, die von der Chicagoer Polizei im Schlaf überrumpelt und erschossen wurden (vgl. S5.**.19**,d.Vf.). Die Staatsanwaltschaften und Gerichte aller US-Staaten, besonders aber die in Kalifornien haben mit den Mitteln der erfundenen Anklagen, falschen Beweisen und bestochenen Zeugen gegen Mitglieder der Black Panther Partei in kurzer Zeit 125 Verschwörungsprozesse angezettelt; über 150 Anklagen wegen angeblichem Mord oder Totschlag, ebenfalls 150 Anklagen wegen unerlaubtem Waffenbesitz, 130 erfundene Anklagen wegen Diebstahls, 35 wegen 'Herumlungern', 40 wegen Widerstand, weitere 30 andere lügenhafte Anklagen wurden gegen Mitglieder der Black Panther Partei erhoben. Diese Anklagen sind nicht leichtzunehmen. Weiß man doch vom Fall George Jackson, daß Schwarze in den USA bereits wegen des bloßen Verdachts, ein paar Dollar gestohlen zu haben, zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt werden können.

Diese Kampagne von Justizterror wird unterstützt durch Polizeiüberfälle auf Mitglieder und Sympathisanten der Black Panther Partei, und von Ermordungen in den Zuchthäusern, wie die von George Jackson (vgl. S5.**.19**,d.Vf.) oder Elliot Barker (einem der Führer des Aufstandes von Attica (vgl. 14.9.1971,d.Vf.)), die beide von Zuchthauswärtern kaltblütig ermordet wurden.

Diese Unterdrückung der Black Panther Partei muß in jeder ernstgemeinten Solidaritätsaktion für Angela Davis aufgezeigt und angeprangert werden. Die Solidaritätsaktionen der Revisionisten, die nur die Person Angela Davis zum Mittelpunkt haben, werden unglaubwürdig und sind deshalb Teil des Spaltungsversuchs der Imperialisten.

Im Fall Ruchel Magee, dem Mitangeklagten von Angela Davis wäre der Spaltungsversuch der US-Rassisten beinahe geglückt. Der Mitangeklagte von Angela Davis, Ruchel Magee, wurde ebenso wie die Genossen der Black Panther Partei von den Revisionisten von ihrer Solidaritätskampagne ausgeschlossen. Ruchel Magee ist Sympathisant der Black Panther Partei und sitzt als Lebenslänglicher im Zuchthaus von San Quentin. Sein Prozeß wurde von den kalifornischen Faschisten vom Angela Davis Prozeß abgespalten, denn über ihn hat die faschistische Gesetzgebung bereits das Todesurteil verhängt. Mit 23 auf einen bloßen Verdacht hin, er habe zehn (10) Dollar geraubt und weil der rassistische Pflichtverteidiger erklärte, Magee sei schuldig, wurde er zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, in dem er jetzt seit sieben Jahren ist. Magee war als Zeuge im Gerichtssaal, als der siebzehnjährige Jonathan Jackson versuchte, mit Waffengewalt einen Richter, einen Staatsanwalt und drei Geschworene als Geiseln zu nehmen (vgl. **.**.1970,d.Vf.), um dem Angeklagten McClain und den Zeugen Magee und Christams (alle drei Insassen des Zuchthauses San Quentin, alle drei Schwarze) so die Gelegenheit zu erzwingen, vor einem kalifornischen Rundfunksender die faschistischen Zustände in den Strafanstalten Amerikas anzuprangern. Polizisten und Gefängniswärter eröffneten das Feuer sofort auf Geiseln und Gefangene, dabei wurden Jonathan Jackson, McClain, Christmas und der Richter getötet. Ruchel Magee als einzigem Überlebenden wurde der Tod des Richters in die Schuhe geschoben. Da nach dem kalifornischen Recht ein 'Lebenslänglicher', der eine Person, die nicht im Zuchthaus sitzt, angreift oder gar tötet, zum Tode verurteilt werden muß, steht Ruchel Magees Urteil fest. Die amerikanische Bourgeoisie will Ruchel Magee, der ähnlich wie der bereits ermordete George Jackson ein entschiedener und in den Zuchthäusern bekannter Kämpfer gegen den Rassismus und die faschistische Unterdrückung war; und dies im Schatten der weltweiten Publizität des Angela Davis Prozesses.

Wir Kommunisten dürfen nicht zulassen, daß die Konterrevolution bestimmt, mit wem Solidarität geübt wird und mit wem nicht. Wir werden uns nicht von der Solidarität sowohl für Angela Davis, wie für Ruchel Magee, wie für die inhaftierten Black Panther abbringen lassen. Wir werden unsere Solidarität unter den Parolen der Black Panther Partei demonstrieren:

Freiheit für Angela Davis!
Freiheit für Ruchel Magee!
Freiheit für Bobby Seale und Ericka Huggins!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!"
Quelle: Rote Fahne Nr.36,Berlin 11.2.1972,S.4

14.02.1972:
In NRW ersheint vermutlich Mitte Februar das folgende Flugblatt unterzeichnet von einer Reihe von Personen, wobei weitere Unterschriften an das Büro NRW der Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA), 43 Essen-Rellinghausen, Kaninenbergstraße 24 zu senden sind:"
AUFRUF ZUR 'FRÜHJAHRSKAMPAGNE 1972 FÜR ABRÜSTUNG, SICHERHEIT UND INTERNATIONALE SOLIDARITÄT'
...
- FÜR DEN ABZUG ALLER US-TRUPPEN AUS INDOCHINA! - EINSTELLUNG JEDER UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE BUNDESREGIERUNG! - FREIHEIT FÜR ANGELA DAVIS UND ALLE VERFOLGTEN AMERIKANISCHEN DEMOKRATEN!"
Ein Teil des Flugblattes dient als Unterschriftencoupon zur Unterstützung des Aufrufes.
Quelle: KfDA-Büro NRW:Aufruf zur 'Frühjahrskampagne 1972 für Abrüstung, Sicherheit und internationale Solidarität',o.O. (Essen) o.J. (1972)

20.03.1972:
In Dortmund erscheint vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt, das unter der Schlagzeile "Wir fordern Freispruch für Angela Davis!" und der Verantwortung von Friedhelm Böcker zur Kundgebung am 25.3.1972 aufruft. Ein Herausgeber ist nicht ausdrücklich angegeben, die Kundgebung aber wird von der Naturfreundejugend (NFJ) veranstaltet. Im Text heißt es:"
WER IST ANGELA DAVIS?

Sie ist 28 Jahre alt, Philosophieprofessorin, Kommunist, aktive Bürgerrechtskämpferin.

WAS HAT SIE GETAN?

Ihr wird vorgeworfen, für einen Befreiungsversuch von farbigen Gefangenen die Waffen beschafft zu haben.

ES GIBT KEINE BEWEISE!

Angela Davis ist unschuldig.

IHRE RICHTER:

12 weiße Geschworene sollen nun richten über Angela Davis. Einige von ihnen erklärten bereits, daß Angela Davis schuldig sei. Kommunisten sind immer schuldig.

Gegen eine Kaution von über 100 Tausend Dollar wurde sie nach 13 Monaten Haft in einer Einzelzelle entlassen. Ein Farmer hatte seine Farm als Pfand für die Bürgschaft angeboten. Er erhielt über 100 Morddrohungen.

WAS KÖNNEN WIR TUN?

Wir können den Protest der ganzen Welt gegen diesen Prozeß unterstützen, indem wir durch unsere Unterschrift den Freispruch von Angela Davis fordern.

HAT ES ERFOLG?

Die bisherigen Proteste haben die Freilassung erreicht. Weitere Proteste erreichen den Freispruch.

WO STEHT DIE GEFAHR?

Ihre Freunde in aller Welt erklären, Amerika (die USA,d.Vf.) sei durch staatlichen Terror und gesellschaftliche Repression ein faschisierter oder ein faschistischer Staat geworden."

Enthalten ist ein Unterschriftenkoupon.
Quelle: Böcker, Friedhelm:Wir fordern Freispruch für Angela Davis!,Dortmund o.J. (1972)

25.03.1972:
In Dortmund wurde zu einer Kundgebung für Angela Davis in den USA aufgerufen (vgl. 20.3.1972), deren Veranstalter die Naturfreundejugend (NFJ) sei und die unterstützt werde vom Stadtjugendjugendring (SJR), der DGB-Jugend, den Jusos der SPD, den SJD - Die Falken der SPD und der SDAJ der DKP. Stattfinden soll die Aktion um 14 Uhr auf dem Alten Markt.
Quelle: Böcker, Friedhelm:Wir fordern Freispruch für Angela Davis!,Dortmund o.J. (1972)

April 1972:
Die Nr.4 der 'fakts' (Nürnberger Fachhochschulpresse) erscheint (vgl. Juni 1971, Juni 1972). Der Inhalt ist u.a.:
- Angela Davis: Die Realität der Unterdrückung,
Quelle: fakts Nr.4,Nürnberg Apr. 1972

22.04.1972:
Laut einem Bericht der trotzkistischen Jungen Garde (JG) der IAK hatte die SDAJ in Wuppertal für diesen Tag eine Angela Davis Demonstration vorbereitet, an der sich auch Falken und KJO Spartacus beteiligen wollten. Die SDAJ aber habe die Aktion kurzfristig abgesagt.
Quelle: Die Junge Garde Nr.12,Bochum Mai 1972

Mai 1972:
In Marburg ruft das Angela Davis Komitee vermutlich im Mai in einem Flugblatt zur Veranstaltung mit Amadeo Richardson am selben Tage auf.
Quelle: Angela Davis Komitee: Amadeo Richardson heute in Marburg,Marburg o. J. (1972)

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01.05.1972:
In Essen demonstrieren, laut KB, 3 500 am 1.Mai 1972.

Von der heutigen Maiveranstaltung der DKP in der Essener Grugahalle lag uns die folgende Kopie von einem Rede-Typoskript im Umfang von 12 Seiten DIN A4 vor:"
Genossinnen und Genossen!

Liebe Kollegen und Freunde!

Die heutigen machtvollen Demonstrationen und Kundgebung, vom Deutschen Gewerkschaftsbund unter dem Motto 'Für eine bessere Welt' einberufen, standen überall im Zeichen der Forderung: die Rechtskräfte in unserem Lande, die CDU/CSU und ihren Wurmfortsatz NPD zu stoppen und durch die unverzügliche Ratifizierung der Verträge von Moskau und Warschau (mit der SU bzw. Polen,d.Vf.) einen wesentlichen Beitrag zur Entspannung zu leisten.

Die DKP ist der Meinung, eine bessere Welt, das kann nur eine Welt sein, in der den Rüstungs- und Profitgeiern das Handwerk gelegt ist, in der das arbeitende Volk in Frieden und Sicherheit eine neue Gesellschaftsordnung schaffen kann, in der Ausbeutung, Unterdrückung und Kriegsabenteuer als die größte Umweltverseuchung auf den Müllhaufen der Geschichte abgelagert werden.

Darum gilt unsere Solidarität, unser erster Gruß den für den Frieden in ihrem gepeinigten Land, gegen die amerikanische Aggression in Vietnam kämpfenden und siegenden Befreiungsstreitkräften!

Unser Gruß gilt zugleich dem besseren Amerika, den antiimperialistischen Streitern. Und für viele sei genannt: das Mitglied der Kommunistischen Partei (CPUSA,d.Vf.), unsere Genossin Angela Davis.

Wir wissen, daß sich Solidarität nicht in Worten erschöpfen darf. Darum können wir bereits heute bekanntgeben, daß die DKP gemeinsam mit anderen demokratischen Kräften zu einer Demonstration und Kundgebung aufruft, die hier in Essen, am 27.Mai für die Freiheit von Angela Davis eintritt und am 6.Juni eine Kundgebung im Ruhrgebiet durchführt, die Freiheit für das spanische Volk fordert."
Quellen: Arbeiterkampf Nr.19,Hamburg Juni 1972,S.9;
N.N. (DKP Essen):Genossinnen und Genossen! Liebe Kollegen und Freunde!,o.O. (Essen) o.J. (1.5.1972)

09.05.1972:
Das Angela Davis Solidaritätskomitee veröffentlicht eine Information Nr. 1 zum Solidaritätskongreß "Am Beispiel Angela Davis" (vgl. 1.6.1972).
Quelle: Angela Davis Solidaritätskomitee: Information Nr.1 zum Solidaritätskongreß "Am Beispiel Angela Davis",Offenbach 9.5.1972

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17.05.1972:
In Dortmund verfaßt das Solidaritätskomitee "Freiheit für Angela Davis" p/a Ilse Langenfeld, 46 Dortmund-Kirchhörde, Am Truxhof 31 a das folgende Schreiben von einer Seite DIN A, welches uns als Brennmatrizenabzug vorlag:"
Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde!

Das Solidaritätskomitee "Freiheit für Angela Davis" dankt Ihnen für Ihre Unterstützung, die uns durch Ihre Unterschrift zuteil geworden ist.

Die Bewegung um die junge Amerikanerin umfaßt inzwischen immer breitere Teile der Bevölkerung des gesamten Bundesgebiets. Eine Reihe von Solidaritätsaktionen haben in vielen Großstädten stattgefunden, besonders auch im Hinblick auf den zur Zeit laufenden Prozeß in den USA, der immer deutlicher die Unhaltbarkeit der manipulierten Anklage gegen Angela Davis offenbart.

Um dieser Bewegung auch im Ruhrgebiet in der Öffentlichkeit Gewicht zu verleihen und die Bevölkerung zur Wachsamkeit und zum Protest gegen diese amerikanische Justiz aufzurufen, sprechen wir Sie und mit Ihnen alle demokratischen Kräfte an, gemeinsam dem beigefügten Aufruf Folge zu leisten.

Wir erwarten zu dieser Kundgebung Herrn Professor Dr.Dr. Bartsch und die schwarze amerikanische Bürgerrechtskämpferin Caarlene Mitchell, die im Auftrag von Angela Davis zu allen Freunden sprechen wird, die sich für ihre Freilassung eingesetzt haben.

Wir würden uns freuen, wenn Sie an dieser Veranstaltung teilnehmen würden. Bitte rufen sie uns unter obenstehender Nummer an oder füllen Sie den anhängenden Abschnitt aus."

Bei besagter Veranstaltung handelt es sich um die landesweite Demonstration am 27.5.1972, zu der auch aus Dortmund Busse abfahren.
Quelle: Solidaritätskomitee Freiheit für Angela Davis:Sehr geehrte Damen und Herren,Dortmund 17.5.1972

25.05.1972:
Der DKP Bezirk Ruhr-Westfalen gibt eine 'Presseinformation' (vgl. 17.5.1972, 13.6.1972) zur landesweiten Angela Davis Demonstration in Essen (vgl. 27.5.1972) heraus.
Quelle: DKP-Bezirk Ruhr-Westfalen:Presseinformation,Essen 25.5.1972

25.05.1972:
Das Angela Davis Solidaritätskomitee veröffentlicht eine Presseinformation zum Solidaritätskongreß "Am Beispiel Angela Davis" (vgl. 25.5.1972, 3.6.1972).
Quelle: Angela Davis Solidaritätskomitee: Presseinformation,Offenbach 25.5.1972

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27.05.1972:
In Essen wollen, laut und mit DKP, die Solidaritätsausschüsse 'Freiheit für Angela Davis' NRW bzw. die Arbeiterinitiative Ruhr - Freiheit für Angela Davis eine Demonstration vom Kennedyplatz zum Kennedyplatz durchführen. Die Aktion für die in den USA verfolgte A. Davis steht unter dem Motto "Freiheit für Angela Davis - Frieden für Vietnam".

Aufgerufen wird u.a. durch ein Flugblatt "Freiheit für Angela Davis", welches u.a. vom Initiativ-Ausschuß "Freiheit für Angela Davis", der Arbeiter-Initiative Ruhr-Westfalen "Freiheit für Angela Davis", dem Solidaritäts-Ausschuß Essen und dem Solidaritäts-Komitee Dortmund "Freiheit für Angela Davis" unterzeichnet ist.

In einem Aufruf o.g. genannter Gruppen heißt es:"
FREIHEIT FÜR ANGELA DAVIS

Ihren Namen kennt man von Sachalin bis Santiago, vom Nordkap bis Pretoria: Angela Davis. Die mutige Frau, die vor den Schranken eines vom FBI inszenierten Schauprozesses die Nixonregierung des Kriegsverbrechens in Vietnam und der Verbrechen an der eigenen Bevölkerung in den USA anklagt. Die Dozentin der Philosophie, die leidenschaftliche Kämpferin gegen Rassismus und Unterdrückung, die Kommunistin Angela Davis wurde zum Symbol für das andere, das demokratische Amerika.

In San Jose in Kalifornien will die blutige Reaktion der USA das Gewissen des eigenen Volkes ersticken, so wie im Fall Sacco und Vanzetti, wie bei Ethel und Julius Rosenberg. Doch um Angela Davis scharen sich Millionen in allen Erdteilen. Die Solidarität erzwang nach 16monatiger Kerkerhaft die vorläufige Haftaussetzung Angelas. Doch die Reaktion fürchtet diese Frau. Sie wollen ihren Kopf. Denn sie wollen die Bürgerrechtsbewegung in den USA treffen. Sie wollen die Neger terrorisieren. Die Arbeiter unterdrücken. Die Volksbewegung gegen den schmutzigen Krieg in Vietnam einschüchtern. Sie wissen, daß Angela Davis zur Stimme der jungen Generation in den USA wurde.

Darum steht Angela Davis vor Gericht. Darum fordern wir: Freiheit für Angela Davis! Freiheit für alle gefangenen Demokraten!

Solidarität für Angela Davis, das ist Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus. Kampf gegen den schmutzigen Krieg in Vietnam. Kampf gegen Rassismus und Unterdrückung. Solidarität mit Angela Davis, das ist Kampf gegen alle volksfeindlichen Regime, ob in Saigon, Griechenland, Spanien, Portugal, Südafrika (Azania,d.Vf.) oder Lateinamerika.

Solidarität mit Angela Davis, das ist aber auch Kampf für mehr Demokratie im eigenen Land. Das ist Kampf gegen Berufsverbote (BV,d.Vf.), gegen Antikommunismus, gegen die Rechtskräfte um Strauß (CSU,d.Vf.) und Barzel (CDU,d.Vf.).

Das vereinigte nationale Komitee der USA für die Freiheit von Angela Davis hat für den 27. Mai zu Massendemonstrationen aufgerufen. Der 27. Mai wird in den USA, in allen Ländern der Erde und auch in der Bundesrepublik im Zeichen der Solidarität mit Angela Davis stehen.

Wir rufen alle Demokraten, alle Gegner der US-Aggression in Vietnam, wir rufen Arbeiter und Angestellte, wir rufen die junge Generation: Solidarität mit Angela Davis!

HERAUS ZUR DEMONSTRATION AM 27. MAI IN ESSEN

DEMONSTRATION: 13 UHR AB KENNEDYPLATZ.
Für den Initiativ-Ausschuß 'Freiheit für Angela Davis': Prof. Dr. Dr. Renate Reimeck, Prof. Dr. Hans Werner Bartsch, Dietrich Kittner.
Für die Arbeiter-Initiative Ruhr-Westfalen 'Freiheit für Angela Davis':
Helmut Bublitz, Betriebsrat, Heinz Lukrawka, Betriebsratsvorsitzender.

KUNDGEBUNG: 14 UHR 30 KENNEDYPLATZ.

Für den Solidaritäts-Ausschuß Essen: Walter Lill.
Für das Solidaritäts-Komitee Dortmund 'Freiheit für Angela Davis': Friedhelm Böcker, Bezirksjugendleiter der Naturfreundejugend (NFJ,d.Vf.).
Franz-Josef Degenhardt, Max von der Grün."

Busse fahren u.a. ab in Dortmund.

Aufgerufen wird auch in:
- Dortmund im IGM-Bereich durch die DKP bei Hoesch (IGM-Bereich - vgl. 17.5.1972) und durch das Solidaritätskomitee "Freiheit für Angela Davis" (vgl. 17.5.1972);
- in Essen auf der Maiveranstaltung der DKP (vgl. 1.5.1972).
Quellen: DKP-Bezirk Ruhr-Westfalen:Presseinformation,Essen 25.5.1972;
Initiativ-Ausschuß "Freiheit für Angela Davis", Arbeiter-Initiative Ruhr-Westfalen "Freiheit für Angela Davis", Solidaritäts-Ausschuß Essen, Solidaritäts-Komitee Dortmund "Freiheit für Angela Davis" u.a.:Freiheit für Angela Davis,Essen o.J. (1972);
Heisse Eisen Bad als Leichenhalle,Dortmund Mai 1972,S.3;
N.N. (DKP Essen):Genossinnen und Genossen! Liebe Kollegen und Freunde!,o.O. (Essen) o.J. (1.5.1972),S.2

27.05.1972:
In Dortmund gab das Solidaritätskomitee "Freiheit für Angela Davis" (vgl. 17.5.1972) bekannt, daß zur landesweiten Angela Davis-Demonstration in Dortmund um 12 Uhr 30 Busse ab dem Busbahnhof fahren.
Quelle: Solidaritätskomitee Freiheit für Angela Davis:Sehr geehrte Damen und Herren, Dortmund 17.5.1972,S.1

01.06.1972:
Das Angela Davis Solidaritätskomitee veröffentlicht eine Presseinformation zum Solidaritätskongreß "Am Beispiel Angela Davis" (vgl. 25.5.1972, 3.6.1972). Quelle: Angela Davis Solidaritätskomitee: Presseinformation,Offenbach 1.6.1972

03.06.1972:
In Frankfurt beginnt der zweitägige Solidaritätskongreß "Am Beispiel Angela Davis", mit, laut 'SBK', fast 10 000 Teilnehmern. U.a. sprechen Herbert Marcuse, Wolfgang Abendroth und Oskar Negt. O. Negt erteilt u.a. der RAF eine klare Absage. Vor allem die Frankfurter Spontis greifen Negt deshalb, laut SBü, in der Folgezeit heftig an.

Grußbotschaften kommen von Ernest Mandel, Ernst Bloch und Angela Davis sowie der PRR Südvietnam.

Eine Kundgebungsrede ist auch von dem Gelsenkirchener Betriebsrat Willi Scherer gehalten worden. Der KB zählt auf der Demonstration 7 bis 8 000, auf der Kundgebung gar 10 000 Teilnehmer. Zu dieser vom Sozialistischen Büro initiierten Aktion rief auch der KSV Frankfurt auf.

Auf dem Kongress wird aufgerufen sofort Briefe und telegramme an die Richter zu schicken.
Quellen: Kommunistische Hochschulpresse Nr.4,Frankfurt 12.6.1972;
Arbeiterkampf Nr.20,Hamburg Juli 1972;
Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.4,Offenbach 15.6.1972;
Komitee für Grundrechte und Demokratie:Tradition heißt nicht, Asche aufheben, sondern die Flamme am Brennen halten,Sensbachtal 1985,S.206;
Angela Davis Solidaritätskomitee: Am Beispiel Angela Davis Solidaritätskongreß Frankfurt am Main 3./4. Juni 1972,Offenbach o. J.;
Angela Davis Solidaritätskomitee: Am Beispiel Angela Davis Solidaritätskongreß Frankfurt am Main 3./4. Juni 1972 – Kongreß-Programm,Offenbach o. J.;
Angela Davis Solidaritätskomitee: Was können wir jetzt für Angela Davis tun?,Offenbach o. J.

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04.06.1972:
Angela Davis wird freigesprochen. Auch das Angela Davis Solidaritätskomitee schickt ein Telegramm.

Die KPD (vgl. 14.6.1972) berichtet vom Angela Davis Prozeß (vgl. 7.2.1972):"
'ES GIBT DOCH NOCH RICHTER IN DEN USA'

Angela Davis wurde freigesprochen. Sollen wir daraus lernen, daß das Rechtssystem der USA 'das bestmögliche' ist, wie es ein rassistischer Richter im Prozeß gegen die Genossen von George Jackson ausdrückte? Oder haben die Massenproteste für Angela davis in aller Welt diesen Freispruch erzwungen? George Jackson, für dessen unerschrockenen Kampf gegen das amerikanische unmenschliche Rechtssystem Angela Davis solidarisch eingetreten war, George Jackson ist tot (vgl. 22.8.1971,d.Vf.) - ermordet von faschistischen Gefängniswärtern im Auftrag (zumindest im Interesse) der herrschenden Clique von Kalifornien (...).

Sein Prozeß kann nicht mehr geführt werden, er wurde hingerichtet, bevor er die Möglichkeit der eigenen Verteidigung erhielt. Die US-Bourgeoisie und ihre Handlanger wollten ihm auf keinen Fall Gelegenheit geben, aus einer Verhandlung ein Tribunal gegen die faschistische Polizei und ihre Gefängnisse zu machen.

Der Bruder Jonathan Jackson, der mit dem verzweifelten Versuch der Geiselnahme (vgl. **.**.1970,d.Vf.) diese Gelegenheit für seinen Bruder erzwingen wollte, Jonathan ist ebenfalls tot, erschossen von faschistischen Polizisten, deren Auftrag lautete, keine Menschenleben (auch nicht die Unbeteiligter) zu schonen, um neuer Entlarvung und Anprangerung zu entgehen.

Die Mitangeklagten George Jacksons, Bleeta Drumgo und John Cluchette, wurden zwar von der Anklage des Mordes an einem Gefängniswächter freigesprochen, aber das nützt weder ihnen, noch schadet es dem amerikanischen Unrechtssystem, sie sind Gefangene und werden es bleiben. Der Mitangeklagte von Angela Davis, Ruchell Magee (...) hatte noch keinen Prozeß, für ihn muß der Kampf weiter geführt werden ebenso wie für die beiden Soledad-Bothers Drumgo und Cluchette, und zwar um ihre sofortige Freilassung, um die Aufhebung der ursprünglichen Terrorurteile, die sie wegen des mutmaßlichen oder auch wirklichen Diebstahls von wenigen Dollar (bei Magee waren es 10, bei George Jackson 70 Dollar) lebenslänglich ins Zuchthaus gebracht hatten.

Diejenigen, deren lauthals vorgetragenen 'Solidaritätskampagnen' jetzt abschlaffen, sind dem Schachzug der amerikanischen Bourgeoisie aufgesessen, der mit dem spektakulären Angela-Davis-Prozeß alle Verbrechen gegen das schwarze Volk verdecken sollte. Sie haben vergessen, welches die 'normale' Behandlung für diejenigen ist, die gegen diese Verbrechen aufstanden:

unter den ersten in Attica (vgl. 14.9.1971,d.Vf.), die den stürmenden Polizisten und Nationalgardisten zum Opfer fielen, war der Sprecher der Revolte Elliot Barker.

Das amerikanische Unrechtssystem ist nicht besser sondern etwas klüger geworden. Es verteilt seine Schläge nicht mehr blindwütig, sondern differenziert. Gerade deshalb muß unsere Solidarität mit den kämpfenden amerikanischen Genossen umfassend und unteilbar sein."
Quellen: Rote Fahne Nr.47,Dortmund 14.6.1972,S.6;
Angela Davis Solidaritätskomitee: Telegramm,,Offenbach 5.6.1972

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05.06.1972:
In Marburg berichtet das Angela Davis Komitee in einem Flugblatt von ihrem gestrigen Freispruch.
Quelle: Angela Davis Komitee: Angela ist frei,Marburg o. J. (1972)

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21.06.1972:
Die KPD gibt die Nr.48 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 14.6.1972, 28.6.1972) heraus und befaßt sich darin u.a. mit der Negtrede auf dem Angela Daviskongreß.
Quelle: Rote Fahne Nr.48,Dortmund 21.6.1972

22.06.1972:
Die KHG's (NRF) Heidelberg und Mannheim geben die Nr.17 ihrer 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (vgl. 2.6.1972, 7.7.1972) heraus. Thema ist u.a. Angela Davis.
Quelle: Kommunistische Hochschulzeitung Nr.17,Heidelberg/Mannheim 22.6.1972

13.07.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP, laut KPD/ML-ZB (vgl. 14.7.1972) heute, ihre 'Heisse Eisen' Nr.11 (vgl. 6.7.1972, 19.7.1972) auf Juli datiert heraus. Es werden u.a. eine Reihe von zentralen Artikeln der DKP nachgedruckt, u.a. über die Freilassung von Angela Davis in den USA.
Quelle: Heisse Eisen Nr.11,Dortmund Juli 1972

September 1972:
In Heidelberg erscheint der 'Schulkampf' Nr.4 (vgl. 14.7.1972, 17.3.1973), der von der Oberschülerkommission der KHG (NRF) in Zusammenarbeit mit dem AUSS Heidelberg herausgegeben wird. Die USSG Wiesloch, die zur letzten Ausgabe der Redaktion beitrat, ist wieder ausgeschieden.
Berichtet wird u.a. über den in Zweibrücken einsitzenden Black Panther Larry Jackson.
Quelle: Schulkampf Nr.4,Heidelberg Sept. 1972

22.01.1973:
Das Referat für Organisationspolitik beim Parteivorstand (PV) gab zu den heute beginnenden Parteiwahlen die folgende Broschüre in die Organisation:"
RICHTLINIEN FÜR DIE WAHLEN DER VORSTÄNDE IN DEN GRUNDORGANISATIONEN DER DEUTSCHEN KOMMUNISTISCHEN PARTEI 1973

RICHTLINIEN DES PARTEIVORSTANDES
...
Die weltweite Solidarität mit der Forderung nach Freilassung von Angela Davis (in den USA,d.Vf.) führte zu einem vollen Erfolg."
Quelle: DKP-PV:Richtlinien für die Wahlen der Vorstände in den Grundorganisationen der Deutschen Kommunistischen Partei 1973,Düsseldorf o.J.

Letzte Änderungen: 7.4.2009

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