Aktionskreis Leben - Gewerkschafter gegen Atom:
Flugblätter und andere Dokumente (1977-1981)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 2.10.2019


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Im Folgenden sollen Flugblätter, Aufrufe, Resolutionen und Stellungnahmen zu verschiedenen Ereignissen des "Aktionskreis Leben - Gewerkschafter gegen Atom" (AKL) aus der Zeit vom Sommer 1977 bis 1981 vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

August 1977:
Vermutlich zum Sommer erscheint der "Entwurf eines Aufrufs zum AKL", der bereits an einigen Stellen den kommenden politischen Standort des AKL enthält, etwa:
- "Stilllegung sämtlicher AKWs"
- "Exportstopp für Atomtechnologie", aber auch allgemeine Forderungen, wie: 35 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

Zugleich sieht der Aufruf die Gewerkschafter in der Pflicht, sich "zu wehren".
Quelle: AKL: Entwurf eines Aufrufs zum AKL, o. O., o. J. (August 1977).

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August 1977:
Vermutlich zum Sommer erscheint der "Aufruf. Für einen Aktionskreis Leben!" (noch ohne den Zusatz "Gewerkschafter gegen Atom"), der gegen die "sozialliberale Koalition" und die "Atomlobby der Konzerne" agitiert. U. a. wird die "sofortige Eröffnung einer freien und umfassenden Diskussion der mit der Atomenergie verbundenen Fragen" gefordert. Forderungen sind u. a.:
- "Sofortige Einstellung des Atomenergieprogramms"
- "Stilllegung sämtlicher Bau- und Betriebsgenehmigungen für Atomanlagen"
- "Exportstopp für Atomtechnologie".

Erstunterzeichner des Aufrufs sind u. a.: Heinz Brandt, Jakob Moneta.
Q: AKL: Aufruf. Für einen Aktionskreis Leben!, Frankfurt/M., o. J. (August 1980).

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22.10.1977:
Es erscheint ein Flugblatt des "Aktionskreis Leben", der von Heinz Brandt unterzeichnet ist. Agitiert wird gegen den "Aktionskreis Energie". Dazu wird ausgeführt:

"Liebe Kollegin, lieber Kollege!
In den letzten Monaten wachsen in vielen Betrieben Unmut und Sorge über das staatliche Atomenergieprogramm. Die von den Atomkraftbefürwortern immer und immer wieder propagierten Argumente, Atomenergie sichere Arbeitsplätze, sei unentbehrlich, sicher und billig, haben erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Die Bewegung der Bürgerinitiativen und die große Sympathie, auf die sie auch in Betrieben und Gewerkschaften stieß, konnte den Fahrplan eines hemmungslosen Ausbaus der gefährlichen Atomanlagen erheblich durcheinanderbringen.

Diese Erfolge stellten eine massive Herausforderung für die Gegenseite dar. Und sie bereitete sich darauf vor, wieder die Initiative in die Hand zu bekommen. Dies ist ihr vorläufig gelungen, weil sie offensichtlich und beklagenswerter Weise die willfährigen Instrumente dazu in Sozialdemokratie und Gewerkschaften gefunden hat. In einer konzertierten Aktion nahm der DGB-Vorstand seine energiepolitischen Thesen vom April dieses Jahres zurück und erklärte nun die wichtigsten Bedenken gegen den Ausbau der Atomenergie für ausgeräumt. Der sogenannte Aktionskreis Energie, d. h. die direkte Lobby der Atomindustrie in Betrieben und Gewerkschaften, mobilisierte fast 40.000 Kollegen aus dem energiewirtschaftlichen und atomindustriellen Bereich.
Nach dem Motto 'Demonstrationszeit ist Arbeitszeit' wurde diese Aktion von den Atomprofiteuren bezahlt. (…)

Die Rücknahme der Thesen vom April die jeden Weiterbau von Atomkraftwerken an die Errichtung einer Wiederaufbereitungsanlage fair nuklearen Abbrand gekoppelt hatten, bedeutet zugleich eine Verhöhnung der Mitgliedschaft. Seit April 1977 hat sich an der technischen Problematik der Wiederaufbereitung absolut nichts geändert. Sämtliche Gewerkschaftstage in diesem Herbst sind im Zeichen der 'ausgewogenen' Thesen des DGB-Vorstands gelaufen. Auf zahllosen Veranstaltungen und Diskussion wurde von Sprechern der Gewerkschaften auf diese Thesen verwiesen, die den Sicherheits- und Lebensinteressen der arbeitenden Menschen Rechnung trügen. (…)

Im beigefügten Aufruf haben wir einige der wichtigsten Bedenken gegen die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hier und heute angeführt. Wir ersuchen Dich, liebe Kollegin, lieber Kollege, den Aufruf zu verbreiten sowie Information und Diskussion in Betrieb und gewerkschaftlichen Untergliederungen anzuregen. Bei der Vermittlung von Informationsmaterialien und Referenten können wir behilflich sein. Für das kommende Frühjahr strebt der Aktionskreis Leben einen Kongress Gewerkschafter gegen Atom' mit internationaler Beteiligung an."
Q: AKL: Liebe Kollegin, lieber Kollege (Brief),Frankfurt/M., 22. Oktober 1977.

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November 1977:
Vermutlich im November berichtet die "Fachgruppe Kirchliche Mitarbeiter in der ÖTV, Stuttgart" über die Großveranstaltung des DGB am 10.11.1977 in Dortmund. In einer "Resolution" an die ÖTV, Kreisverwaltung Stuttgart und den ÖTV-Bundesvorstand fordert sie "eine kritische Auseinandersetzung und die Durchführung von kritischen Veranstaltungen zu Fragen der Kernenergie", "keine Gewerkschaftsausschlüsse von AKW-Gegnern", "kein Bau von Kernkraftwerken" und die "Nutzbarmachung von alternativen, ungefährlichen Energiequellen". Gleichzeitig wird gegen die "Energiepolitik des DGB" polemisiert und gegen den "Atomfilz" agitiert, der u. a. auch Heinz 'Brandt, "entschiedener Gegner der Kernenergie", treffen würde, da gegen ihn "ein Ausschlussverfahren aus der IG Metall beantragt wurde". Dazu heißt es: "Mit der Entscheidung der Gewerkschaftsführung für die Kernenergie und durch ihr Vorgehen gegen die Gegner von Kernkraftgegnern, hat sich die Gewerkschaftsführung weitgehend auf die Seite der Energiekonzerne und deren Interessen und Konzepte gestellt".
Q: Fachgruppe Kirchliche Mitarbeiter in der ÖTV, Stuttgart: Resolution, Stuttgart (November 1977).

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16.03.1978:
Es erscheint das FB "An die Kollegen und Freunde des Aktionskreis Leben im Raum Frankfurt". Danach lädt "der Frankfurter Initiativkreis für einen Aktionskreis Leben/Gewerkschafter gegen Atom euch zur Gründungsversammlung eines örtlichen Aktionskreis Leben ein". Die Versammlung soll am 22.3. im evgl. Gemeindehaus, Ffm, Gerauer Straße stattfinden. Im Frankfurter Raum will man sich nun "enger koordinieren". Zudem gebe es z. Zt. in mehreren Städten Aktivitäten für einen AKL.
Q: AKL: "An die Kollegen und Freunde des Aktionskreis Leben im Raum Frankfurt, Frankfurt/M., 16. März 1978.

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15.05.1978:
Vermutlich Mitte Mai erscheint ein Flugblatt der "Frankfurter Gewerkschafter gegen Atom - Aktionskreis Leben, das zu einer Veranstaltung am 19.5. im Haus Dornbusch mit den Themen: "Energie und Arbeitsplätze", "Wie bringen wir den Pro-Atombeschluss des DGB vom Tisch?", "Über den 'Aktionskreis Leben'". Unterstützer des AKL sind u. a.: Heinz Brandt (IGM), Jakob Moneta (IGM), Carl Amery (Drupa/VS).
Q: AKL: Frankfurter Gewerkschafter gegen Atom, Frankfurt/M., o. J. (15. Mai 1978).

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August 1978:
Es erscheint ein Bericht mit dem Titel "Bilanz und Perspektiven des SAK. Bericht zum Aktionskreis Leben". Danach gibt es einen Vorschlag zur Gründung eines AKL-Kreises in Saarbrücken. Perspektivisch soll "eine Konferenz saarländischer AKW-Gegner" organisiert werden. Dort will die Gruppe aktiv werden. Außerdem sei für Ende September/Ende Oktober "eine Veranstaltung für den IGM-Arbeitskreis vorgesehen". Der AKL-Kreis soll dort vorgestellt werden.
Q: AKL: Bilanz und Perspektiven des SAK, Saarbrücken, August 1978.

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September 1978:
Vermutlich im September erscheint vom "Aktionskreis Leben", Gruppe Hamburg, das Flugblatt: "Atomkraft schafft keine Arbeitsplätze". Die AKL-Gruppe Hamburg ruft zu einer Diskussion über Atomwirtschaft und Atomkraftwerke am 3.10. in Hamburg auf. Thema: "Sicherung von Arbeitsplätzen durch Atomenergie?"
Q: AKL: Atomkraft schafft keine Arbeitsplätze, Hamburg, o. J. (September 1978).

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07.09.1978:
Vom "Aktionskreis Leben. Gewerkschafter gegen Atom", Gruppe Frankfurt/M., erscheint das Flugblatt: "Prüfsteine des Aktionskreis Leben zur Wahl".

Darin heißt es u. a.: Kolleginnen und Kollegen!
Am 8.Oktober 1978 wird in Hessen der neue Landtag gewählt. Die Arbeitenden in unserem Land gehen dieses Mal illusionsloser als je zuvor in den letzten Jahrzehnten zu den Urnen. Das wird mit Schlagworten wie 'Staats- und Parteienverdrossenheit' begründet. In Wirklichkeit schlagen sich hierin langjährige Erfahrungen mit dem Staat und mit den parlamentarischen Parteien als Einsicht und Kritik nieder. Die Hoffnungen der arbeitenden Bevölkerung auf eine menschliche, soziale und gerechte Welt sind auf vielfältige Weise betrogen worden. Schlimmer, sie trägt mit Arbeitslosigkeit, Lohnabbau und Arbeitshetze heute die Lasten der Wirtschaftskrise. An erster Stelle sind die Frauen und Jugendlichen betroffen. Die Arbeitenden spüren den Abbau öffentlicher, sozialer und kultureller Leistungen. Sie sind der Hauptleidtragende der wachsenden Verseuchung der Umwelt, die mit dem bedenkenlosen Ausbau der Atomenergieproduktion eine furchtbare Dimension erhalten hat.

Die im Frankfurter Aktionskreis Leben zusammengeschlossenen Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen legen allen kandidierenden Parteien und Wählervereinigungen drei Prüfsteine vor. Sie sollen allen Kolleginnen und Kollegen eine Handreichung für ihren Wahlkampf sein. Der Aktionskreis Leben-Gewerkschafter gegen Atom kann keine umfassenden Prüfsteine für alle Fragen der Politik herausgeben. Dies widerspricht seinem Wesen als innergewerkschaftlicher Strömung mit einer begrenzten Plattform.

Der Aktionskreis Leben Frankfurt distanziert sich entschieden von den Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Landtagswahl in Hessen, weil die unzweideutige Wahlaussage für die SPD dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft und der parteipolitischen Unabhängigkeit widerspricht. Der Aktionskreis Leben kritisiert das Fehlen einer Forderung nach sofortiger Einstellung des Atomenergieprogramms der Bundesregierung sowie nach einer umfassenden politischen Ökologiekonzeption in den DGB-Prüfsteinen zur Landtagswahl. Dennoch halten es die in ihm mitarbeitenden Kolleginnen und Kollegen aus fast sämtlichen Einzelgewerkschaften des DGB für wichtig, Prüfsteine zu den Fragen aufzustellen, die heute allen Arbeitenden auf den Nägeln brennen und um deren Lösung sie kämpfen.

Kolleginnen und Kollegen, befragt die Kandidaten anhand dieser Prüfsteine, wie sie zu ihnen stehen und bezieht ihre Antwort in Eure Wahlentscheidung mit ein".

Aus den "Prüfsteinen", u. a.:
"Sofortige Einstellung des Atomenergieprogramms!", "Stillegung sämtlicher im Bau und Betrieb befindlichen Atomkraftwerke unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen!", "Recht auf einen menschenwürdige n Arbeitsplatz für jeden!", "Gesetzliche Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich!", "Keinen Abbau demokratischer Rechte!", "Sofortige Einstellung der Grohnde-Prozesse!"

"Der Aktionskreis Leben unterstützt die für den 1. Oktober geplante Demonstration gegen Atomkraftwerke in Biblis!" Aufgerufen wird zur Veranstaltung mit dem Thema: "Die Parteien auf dem Prüfstand des Aktionskreis Leben" am 26.9. 1978 in Hamburg. Eingeladen sind: CDU, SPD, DKP, FDP, FWG, GAZ, GLH, KBW. Der BBU ruft für den 22.-24.9.1978 zu einem "Plutonium-Kongress" in Hanau/Main auf. Thema: "Plutonium. Gefahren der industriellen und militärischen Nutzung".
Q: AKL: Prüfsteine des Aktionskreis Leben zur Wahl, Frankfurt/M., 7. September 1978.

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06.10.1978:
Der "Aktionskreis Leben. Gewerkschafter gegen Atom", Gruppe Frankfurt/M., ruft zu einem möglichen Vorbereitungstreffen zu einer bundesweiten Arbeitstagung für den 9./10.12. auf: "An alle Aktionskreise Leben in der BRD und Westberlin".
Als Tagungsordnungspunkte sind vorgesehen:
- "Informations- und Erfahrungsaustausch"
- "Bilanz der bisherigen Aktivitäten"
- "Unsere künftige Arbeitsstruktur, das Info, Kommunikation untereinander"
- "Selbstverständnisdiskussion, Plattform unserer Arbeit und Aktualisierung des Aufrufs"
- "Konkrete Aktionsperspektiven auf bundesweiter und internationaler Ebene"

Erklärt wird noch, dass es um eine gute Vorbereitung der Konferenz geht.
Q: AKL: An alle Aktionskreise Leben in der BRD und Westberlin, Frankfurt/M., 6. Oktober 1978.

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Februar 1979:
Vom "Aktionskreis Leben. Gewerkschafter gegen Atom" erscheint ein Flugblatt mit dem Titel: "Stahlstreik und die Folgen für uns".

Aufgerufen wird zu einer Veranstaltung in Frankfurt/M. am 17.2. zu den Themen: "Welchen Einfluss hat der Stahlabschluss auf die anderen Tarifabschlüsse in der BRD / Welche Möglichkeiten bleiben uns nach der Festschreibung der 40-Stunden-Woche gegen Arbeitsplatzabbau als Folge von Rationalisierungen zu kämpfen / Wie können wir unsere Forderungen in den Gewerkschaften durchsetzen / Was sind die Perspektiven unserer betrieblichen und gewerkschaftlichen Arbeit".

Eingeladen sind Kollegen aus den Streikbetrieben der Stahlindustrie: Mannesmann, Thyssen, Hoesch und Klöckner, dazu Redakteure der Zeitung "Revier". Einleitend will Jakob Moneta für den AKL einen Beitrag halten.
Q: AKL: Stahlstreik und die Folgen für uns, Offenbach, Februar 1979.

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März 1979:
Vermutlich im März erscheint vom "Aktionskreis Leben" das Flugblatt: "Gewerkschafter gegen Atom", das über den AKL und seine Programmatik informiert.

Im Abschnitt "Was will der Aktionskreis Leben?" heißt es u. a.: "Seit Ende 1977 kursiert in den DGB-Gewerkschaften ein Aufruf zur Bildung eines Aktionskreises Leben Gewerkschafter gegen Atom. Dieser Aufruf ist inzwischen von weit über 10.000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern unterschrieben worden. (…) Der Aktionskreis Leben (AKL) unterstützt nach Kräften den Widerstand gegen die geplante Atommüllfabrik in Gorleben. Die im AKL mitarbeitenden Kolleginnen und Kollegen teilen nicht die DGB-offizielle Position in der Atomfrage. Sie teilen nicht die Ansicht, dass Atomenergie sicher, sauber, billig und unverzichtbar sei. (…) Der AKL tritt innerhalb des DGB und seiner Einzelgewerkschaften für eine Politik ein, die sich die Wachstumsideologie der Profitwirtschaft nicht zu eigen macht. (…) Der AKL setzt sich deshalb für eine grundlegende Kurskorrektur des DGB und seiner Einzelgewerkschaften in der Wahrnehmung ihrer ureigenen Aufgaben ein. Wir fordern ein gewerkschaftliches Aktionsprogramm zur Durchsetzung und Sicherung menschenwürdiger Arbeits- und Lebensbedingungen".

Forderungen sind u. a.:
- "Sofortige Einstellung des Atomenergieprogramms!"
- "Stilllegung sämtlicher im Bau und Betrieb befindlichen Atomkraftwerke unter größtmöglicher Sicherheitsvorkehrungen!", "Exportstopp für Atomtechnologie!".
- ""Nein zur Atommüllfabrik in Gorleben!", "Arbeit für alle!", "35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!".

Geworben wird für das Info Nr. 10. Kontakte zum AKL: Aschaffenburg, Augsburg, West-Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Düsseldorf, Duisburg, Eßlingen, Frankfurt/M., Freiburg, Hamburg; Köln, Lüneburg, Mainz, Nürnberg, Rüsselsheim, Saarbrücken.
Q: AKL: Gewerkschafter gegen Atom,. Offenbach, (März 1979).

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01.03.1979:
Vom "Aktionskreis Leben" (Hamburg) erscheint das Flugblatt: "Das Märchen von der Energielücke". Agitiert wird gegen den "Aktionskreis Energie", gegen die "Atomfilze - Gesamtbetriebsratsvorsitzende und Betriebsratsvorsitzende von KWU, MAN, Gutehoffnungshütte und viele andere". Aufgerufen wird zu einem Treffen des AKL am 6.3.1979 in Hamburg zum Thema: "Energielücke. Widerstand gegen die WAA Gorleben".
Q: AKL: Das Märchen von der Energielücke (Flugblatt), Hamburg, (1. März 1979).

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23.04.1979:
Vom Hamburger "Aktionskreis Leben" erscheint ein Aufruf zur 1. Mai-Veranstaltung in Hamburg am 1. Mai. Im Anschluss an die Demo und Kundgebung des DGB soll der Film: "Verdammt zum Erfolg", über die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague (Frankreich) gezeigt werden. "Außerdem wollen wir über Bilanz und Perspektiven des AKL berichten und diskutieren".

Zum AKL heißt es noch: "Der AKL tritt innerhalb der Gewerkschaften für die Erhaltung und Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse aller arbeitenden Menschen ein. Inzwischen haben weit über 10.000 Gewerkschafter den Aufruf des Aktionskreises unterschrieben um dem Risiko der Atomwirtschaft auch in den Gewerkschaften entgegenzutreten. Zum 1. Mai fordern wir:
- sofortige Einstellung des Atomenergieprogramms
- keine Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben oder anderswo
- beschleunigte Entwicklung und Anwendung von Menschen- und umweltfreundliche Energiequellen
- Schaffung von gesellschaftlich sinnvollen Arbeitsplätzen
- gegen Arbeitslosigkeit kein Atomprogramm sondern
- 35 Stundenwoche bei vollem Lohn und entsprechenden Neueinstellungen".

Zusätzlich werden noch zwei "Presseerklärungen" veröffentlicht: der IG Drupa und des Kreisjugendausschuss des DGB.
Q: AKL: FB zum 1. Mai, Hamburg, 23. April 1979.

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Oktober 1979:
Die Hamburger Gruppe des "Aktionskreis Leben" ruft zur Demo in Bonn am 14.10. 1979 auf. Der Kreis ruft weiter dazu auf: "Wir Hamburger Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen fordern alle Kollegen und Kolleginnen dazu auf, gerade in dieser entscheidenden Phase den Protest gegen die Atomkraftwerke massiv zu äußern und sich der Demonstration am 14. Oktober in Bonn anzuschließen. Wir sehen in der Politik der Bundesregierung, der AKW-Betreiber und der Ölkonzerne einen Angriff auf unsere Lebensbedingungen:
- Weg mit dem Atomprogramm
- Keine Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben oder anderswo!
- Sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke!"
Q: AKL: Aufruf zur Demonstration in Bonn am 14.10.79 (FB), Hamburg, Oktober 1979.

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März 1981:
Von der Hamburger Gruppe des "Aktionskreis Leben" erscheint vermutlich noch Ende März, spätestens aber im April ein "Brokdorfinfo", das über die Brokdorfdemo am 28.2.1981 berichtet.
Artikel des Infos sind:
- "Die Aktion muss jetzt ausgewertet werden"
- "Was zeigte diese Demonstration?"
- "Welche Rolle spielen Parteien und Gewerkschaften in der Bewegung?"
- "Mobilisierung unter Gewerkschaftern"
- "Kundgebung sollte der Einheit nützen'"
- "Demonstration zum Bauplatz und Kundgebung'"
- "Brokdorfchronik 1981"
- "Überfall der Polizei auf den Gewerkschafterblock"
- "Die juristische Auseinandersetzung"
- "Was bedeutet die Demonstration vom 28.2.1981 für den AKL und die weitere Arbeit gegen das Atomenergieprogramm in den Gewerkschaften?"

Parolen sind: "Kein Atomkraftwerk in Brokdorf und auch nicht anderswo!", "Einstellung aller Straf- und Ermittlungsverfahren gegen AKW-Gegner!", "Weg mit dem Atomprogramm der BRD!"
Q: AKL: Brokdorfinfo, Hamburg, o. J. (März/April 1981).

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Letzte Änderung: 02.10.2019