Würzburg: König & Bauer (Koebau)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 20.10.2018


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Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise zu dem Würzburger Metallbetrieb König & Bauer (Koebau) vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Aktiv im Betrieb war zunächst die KPD/ML-ZK, die dort eine Betriebszeitung 'Rote Rotation' herausgab. Etwas später trat auch der RJVD des KABD mit seiner Zeitung 'Roter Greifer' bei Koebau auf.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

28.08.1972:
In Würzburg erscheint die Nr. 1 der 'Roten Rotation' (vgl. 2.10.1972), der Betriebszeitung der KPD/ML-ZK für Koebau mit dem Leitartikel "Frauen Freiwild für die Bosse" zu Vergewaltigungen und Belästigungen durch Vorgesetzte.

Weitere Artikel sind:
- "China heute wie 'Bild' es uns vormachen will";
- "Wir schuften - die Kapitalisten säckeln";
- "Der rote Koebau-Witz";
- "Gegen Lohnraub durch Fahrpreiserhöhung! mit dem Aufruf zum Nulltarif-Fahren ab 1.9.1972 und zur Veranstaltung am 1.9.1972 sowie zur Demonstration am 2.9.1972; sowie
- "Werk I+ Werk II = Eine Kampffront".
Quelle: Rote Rotation Nr. 1, Würzburg Aug. 1972

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02.10.1972:
In Würzburg erscheint die Nr. 2 der auf Oktober datierten 'Roten Rotation' (vgl. 28.8.1972, 27.5.1973), der Betriebszeitung der KPD/ML-ZK für Koebau, für die Werner Lukas in München die Verantwortung übernimmt noch in dieser Woche. Berichtet wird über die Entlassungen älterer Kollegen bei gleichzeitiger Neueinstellung jüngerer.

Es gibt einen Roten Betriebsrat, der über eine Postlagerkarte erreicht werden kann. Gegen die Fahrpreiserhöhungen wird der Nulltarif gefordert. Neben Betriebsberichten und einem Leserbrief wird für die Ausländergesetz-Demonstration in Dortmund am 8.10., mit organisierter Abfahrt aus Würzburg, und eine Veranstaltung mit Ernst Aust am 10.10. mobilisiert. Eingegangen wird auch das letzte Woche verteilte Flugblatt einer Arbeiterinitiative Würzburg, die uns bisher unbekannt geblieben ist. Erwähnt werden auch die anderen Würzburger Betriebszeitungen der KPD/ML-ZK: 'Die Walze' bei Stürtz, der 'Rote Lautsprecher' bei Siemens und 'Der Haken' bei Noell.
Q: Rote Rotation Nr. 2, Würzburg Okt. 1972

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21.04.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 15 (vgl. 14.4.1973, 28.4.1973) heraus und berichtet u.a. aus Würzburg über KoeBau (IGM-Bereich), den DruPa-OV und die eigene Betriebszeitung bei Stürtz im DruPa-Bereich. Es gingen ein Solidaritätsspenden von Stürtz Würzburg.
Q: Roter Morgen Nr. 15, Dortmund 21.4.1973; S. 3

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27.05.1973:
Bei König und Bauer (Koebau) in Würzburg gibt die KPD/ML die Nr. 9 ihrer 'Roten Rotation' (vgl. 28.8.1972) heraus, die, nach eigenen Angaben (vgl. 9.6.1973), außer aus den Werken 1 und 2 auch aus der Uni und dem Stadtteil Oberzell sowie von dem Theaterstück der Studiobühne berichtet.
Q: Roter Morgen Nr. 22, Dortmund 9.6.1973, S. 5

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15.01.1974:
Die KPD/ML berichtet vermutlich aus dieser Woche von König und Bauer (Koebau) Würzburg:"
Gefeuert

Würzburg: Bei Koebau wurde der Jugendvertreter Toni, der sich für die Interessen der Kollegen eingesetzt hatte, entlassen - d.h. die Kapitalisten wendeten die Kniffe des BVG an und weigerten sich, ihn nach der Lehre weiter zu beschäftigten. Die IGM, die doch sonst so zetert, wenn Jugendvertreter entlassen werden - vorausgesetzt, sie lassen sich von den IGM-Bonzen einschüchtern und einwickeln - stimmte der Entlassung zu. Auch hier hat der Kampf um eine Wiedereinstellung begonnen."
Q: Roter Morgen Nr. 4, Dortmund 26.1.1974, S. 3

März 1974:
Die Nr. 3 des 'Rebell' (vgl. Feb. 1974, April 1974) berichtet aus Würzburg von Koebau über die Entlassung des Jugendvertreters Toni. Der RJVD gibt dort seinen 'Roten Greifer' heraus, mit dem und mit dem 'Wecker', der Zeitung des RJVD für die Berufsschulen, er dagegen protestierte.
Q: Rebell Nr. 3, Tübingen März 1974, S. 3

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25.09.1977:
Der Bezirk Unterfranken des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'KVZ' Nr. 39 (vgl. 19.9.1977, 17.10.1977) heraus. Berichtet wird aus Würzburg:"
Das Geschäft bei König & Bauer läuft für die Kapitalisten ausgezeichnet: mit 125,4 Mio Umsatz erreichte K & B das bisher größte Auftragspolster in seiner Geschichte. Für 1977 erwarten die Kapitalisten einen Umsatz von etwa 135 Mio gegenüber 126,8 Mio im Vorjahr, das ist eine Steigerung von 6,4 %. König & Bauer hat mehr vor, sie wollen weiter expandieren, das Grundkapital soll von 12 Mio aufgestockt werden."
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Unterfranken Nr. 39, Würzburg 25.9.1977, S. 1

Letzte Änderung: 20.10.2018