Würzburg: Schulen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 18.10.2018


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Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise von den Schulen in Würzburg vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Die DKP berichtet einleitend von den Schülerprotesten gegen Numerus Claus und CSU-Bildungspolitik (vgl. 24.3.1970, 20.11.1970), später werden die Fachoberschüler in Würzburg bei ihrer Demonstration auch durch solche aus Schweinfurt und die RJ(ML) des KAB(ML) unterstützt (vgl. 24.3.1972).

Aktiv an den Schulen war die Rote Garde (RG) der KPD/ML-ZK, die sich vermutlich auf die Hauptschüler konzentrierte (vgl. 28.8.1972), an den Berufsschulen war die RJ(ML) bzw. danach der RJVD des KABD präsent (vgl. Okt. 1972, März 1974), während an den Oberschulen die MLSG des KABD arbeitete (vgl. 21.12.1973).

Zum vorläufigen Abschluß dieser Darstellung berichtet dann auch der KBW wiederholt von den Gymnasien bzw. über Schüler.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

24.03.1970:
In Würzburg demonstrieren, laut DKP, 2 000 Schüler der Gymnasien gegen den NC.
Quelle: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 13, Düsseldorf 26.3.1970

20.11.1970:
Die DKP berichtet vermutlich u.a. von heute:"
SCHÜLER FORDERN BESSERE BILDUNG

Eine Demonstration von 1 500 Nürnberger Oberschülern und Schülerstreiks in Nürnberg, Würzburg, Fürth, Rosenheim und Cham zeigten drei Tage vor den bayerischen Landtagswahlen (LTW) den Unwillen der bayerischen Oberschüler und Gymnasiasten über die CSU-Bildungspolitik.

Diesen Aktionen war ein dreitägiger Schülerkongreß in Weiden in der Oberpfalz vorausgegangen. 120 Delegierte aus allen Teilen Bayerns einigten sich dort im Grundsatz auf ein gemeinsames Konzept für politische Schülerarbeit. Die einzelnen Bewegungen der bayerischen Schüler sollen damit 'in eine gemeinsame Richtung gelenkt werden, um ihnen eine größere Wirkung bei der Durchsetzung von Veränderungen im Schulbereich zu verleihen'.

Die Hauptforderung lautet: 'Meinungsfreiheit und ein demokratisches Bildungssystem mit einer integrierten Gesamtschule, bei der Arbeiterkinder nicht mehr benachteiligt sind.' Die Beseitigung des Numerus Clausus (NC, d.Vf.) sowie des Lehrermangels sind weitere Ziele, die sich der Politische Arbeitskreis Oberschulen (PAO), die Presse der Jugend, der Arbeitskreis Demokratische Schule (ADS) und die Vertreter der Schülermitverwaltungen gestellt haben."
Q: Unsere Zeit Nr. 48, Düsseldorf 28.11.1970, S. 5

24.03.1972:
In Würzburg demonstrieren die Schüler der Sozialzweige der Fachoberschulen Kitzingen und Würzburgs gegen die Einführung des NC an den Fachhochschulen. Es beteiligen sich, laut und mit MLSG Schweinfurt (vgl. Apr. 1972, Mai 1972), auch ca. 100 Schüler der FOS Schweinfurt, u.a. von der Schülerinitiativgruppe.
Q: Die Linkskurve Nr. 1, Schweinfurt Apr. 1972, S. 1ff; Rotes Signal Nr. 4, Erlangen Mai 1972, S. 7f

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28.08.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr. 17 (vgl. 14.8.1972, 11.9.1972) berichtet u.a. von der RG Würzburg über deren Stadtteil- und Hauptschülerarbeit in Grombühl und Zellerau.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Hamburg 28.8.1972, S. 5

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Oktober 1972:
Die Nr. 10 des 'Rebell' der RJ/ML des KABD (vgl. Sept. 1972, Nov. 1972) berichtet u.a. in "Vorsicht Wehrkunde!" auch von Berufsschülern in Würzburg.
Q: Rebell Nr. 10, Tübingen Okt. 1972, S. 10

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01.05.1973:
In Würzburg führt die KPD/ML-ZK eine eigene Maidemonstration und eine Maiveranstaltung durch. Sie zählt bei sich 130 demonstrierende Arbeiter, Lehrlinge, Schüler und Studenten, u.a. von der CISNU Iran. Genauso viele Personen zählte sie beim DGB, der auch noch von der RJ/ML des KABD unterstützt wurde.
Q: Roter Morgen Nr. 16 und 18, Dortmund 28.4.1973 bzw. 12.5.1973

21.12.1973:
Zum ersten Mal nach dem Sommerzeltlager treffen sich heute wieder die nordbayrischen MLSG-Freunde zu einem dreitägigen Seminar mit ca. 70 Teilnehmern u.a. aus Aschaffenburg, Coburg, Erlangen, Schweinfurt und Würzburg.
Q: Rotes Signal Nr. 1/2, Erlangen Jan./Feb. 1974, S. 25f

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März 1974:
Die Nr. 3 des 'Rebell' (vgl. Feb. 1974, April 1974) berichtet aus Würzburg von Koebau über die Entlassung des Jugendvertreters Toni. Der RJVD gibt dort seinen 'Roten Greifer' heraus, mit dem und mit dem 'Wecker', der Zeitung des RJVD für die Berufsschulen, er dagegen protestierte.
Q: Rebell Nr. 3, Tübingen März 1974, S. 3

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14.09.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.37 (vgl. 7.9.1974, 21.9.1974) heraus. Solidaritätsspenden kamen aus Bayern von der Roten Garde Würzburg / Schweinfurt / Kitzingen und dem KSB/ML Würzburg.
Q: Roter Morgen Nr. 37, Dortmund 14.9.1974

02.11.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 44 (vgl. 26.10.1974, 9.11.1974) heraus. Solidaritätsspenden gingen u.a. ein von einem Fussballspiel der RG Kitzingen gegen die RG Würzburg, von Schülern aus Würzburg, Schwesternhelferinnen aus Würzburg und von einer Sammlung in der Mensa der Uni Würzburg.
Q: Roter Morgen Nr. 44, Dortmund 2.11.1974

März 1977:
In der Landesschülervertretung (LSV) Bayern kommt es, laut AB, vermutlich im März zu Auseinandersetzungen zwischen der Schülerunion (SU) der CSU und dem BDP/BDJ des AB. Während der BDP/BDJ dafür eintritt, die gesamte Jugend an den Schüleraktionen zu beteiligen, fährt die SU zumindest in Würzburg und Scheinfeld (vgl. dort) einen anderen Kurs. Die SDAJ der DKP habe gegen den BDP/BDJ gehetzt und zum Eintritt in ihre eigenen Reihen aufgefordert.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 109, München 3.4.1977

März 1977:
In Würzburg organisiert die Schülerunion (SU) der CSU, laut AB, vermutlich diesen Monat eine Demonstration nur für die Gymnasien.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 109, München 3.4.1977

21.08.1977:
Der Bezirk Unterfranken des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'KVZ' Nr. 34 (vgl. 14.8.1977, 28.8.1977) heraus. aus Würzburg-Höchberg vom Toom-Markt über einen Schüler bzw. "Ferienarbeit - für 44 Stunden 220 DM".
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Unterfranken Nr. 34, Würzburg 21.8.1977, S. 2

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19.09.1977:
Der Bezirk Unterfranken des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'KVZ' Nr. 38 (vgl. 4.9.1977, 25.9.1977) heraus. Geschildert wird "Das Geschäft mit der Schulunterdrückung". Berichtet wird aus Würzburg über in den Ferien bei Stürtz arbeitende Schüler und Studenten, aber auch über "Schulanfang: Ausplünderung und Unterdrückung", wobei eine Arbeiterin der Uniklinik berichtet und auch auf die 11. Klasse des Friedrich-Koenig-Gymnasium (FKG) eingegangen wird.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Unterfranken Nr. 38, Würzburg 19.9.1977, S. 1

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17.10.1977:
Der Bezirk Unterfranken des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'KVZ' Nr. 42 (vgl. 25.9.1977, 23.10.1977) heraus. Aus Würzburg wird berichtet vom Volksbegehren für Lernmittel- und Schulwegkostenfreiheit, was ein sozialdemokratisches Manöver sei, da die entsprechende Maßnahme bereits zurückgenommen worden sei. Am Mozart-Gymnasium Würzburg protestierten 107 Schüler gegen die Abschiebung koreanischer Schwesternschülerinnen von den Unikliniken.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Unterfranken Nr. 42, Würzburg 17.10.1977, S. 1f

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31.10.1977:
Der Bezirk Unterfranken des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'KVZ' Nr. 44 (vgl. 23.10.1977, 27.2.1978) heraus. Aus Würzburg wird berichtet vom Friedrich-König Gymnasium über die Schulsprecherwahlen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Unterfranken Nr. 44, Würzburg 31.10.1977, S. 2

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Letzte Änderung: 18.10.2018