Berlin-Moabit: Stephanstraße

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 29.11.2020

Die Stephanstraße in Berlin-Moabit war in der Berliner Außerparlamentarischen Opposition und auch später in der radikalen Linke wohlbekannt, wobei die erste hier behandelte Hausnummer die 60 ist.

Der Zeitzeuge Wolfram Beyer berichtet:

"Die Stephanstr. wurde anfangs vom Republikanischen Club (RC) initiiert und nach meiner Kenntnis war der der 'Mieter'. Mit dem RC zog auch damals die IDK (Internationale der Kriegsdienstgegner) in einen Raum in der Stephanstr. 60 und machte wöchentlich Beratung für Kriegsdienstverweigerer, bzw. Deserteure und alle diejenigen die vor der Wehrpflicht in Westdeutschland nach West-Berlin flüchteten. …

In der Stefanstr. 60 stand auch der große ovale Tisch der K1 im Versammlungssaal. An diesem Tisch wurde auch das BUG-Info zusammengebastelt. Später kam der Tisch zur taz."

Die Stephanstraße wurde nicht nur die Heimstätte der nach derzeitigem Kenntnisstand frühesten bundesdeutschen Kommune, der Kommune 1 wurde, die hier nur randständig behandelt wird als Beischlafzentrale bzw. Unterschlupf für Dieter Kunzelmann (vgl. Nov. 1968) und als Ort der Weihnachtsfeier der AEG-Lehrlinge (vgl. 8.12.1968, 12.12.1968), sondern auch als Ziel der Repression (vgl. 5.3.1969).

Die Stephanstraße 60 wird aber auch als Ort der Kinderbetreuung bekannt (vgl. 29.1.1971), die IdK lädt dort für den 1. Mai 1971 zu Aktionseinheitsverhandlungen, sowie als Sitz des Sozialistischen Zentrums, in dem sich u. a. die PL/PI und die letzten zugehörigen bzw. im Auflösungsprozess befindlichen Betriebsgruppen sich zu tummeln scheinen, die u.a. bei SEL tätig sind.

In der Stephanstraße Nr. 3 aber gibt es damals noch die Stephan-Lichtspiele, diese werden nun zum beliebten Versammlungsort mit Gelegenheit zur Filmvorführung nicht nur der KPD/ML-ZB (vgl. 16.12.1971, 18.4.1972), wobei auch aus der VR China der Film 'Das Kanalsystem Rote Fahne' wiederholt zur Aufführung gelangt (vgl. 3.3.1972, 7.3.1972), sondern auch für die KPD/ML-Neue Einheit (vgl. 29.4.1972)

Die KPD als damals stärkste Kraft der Berliner radikalen Linken gründet nun in der Stephanstraße ihre erste Straßenzelle überhaupt (vgl. 22.2.1972), die eine eigene Zeitung herausbringt (vgl. 10.3.1973), ergänzt wird um einen Vietnamausschuss Stephanstraße und die Stadtteilleitung Moabit der KPD nach Kräften unterstützt, später einen Sympathisantenzirkel unterhält.

In der Stephanstraße 60 hat aber auch die MLHPol zumindest postalischen Unterschlupf gefunden (vgl. Jan. 1973). Aktiv ist dort vor allem auch die teilweise nach der Stephanstraße benannt werdende, sich selbst aber Rote Hilfe Westberlin heißende Gruppierung (vgl. 27.6.1973, 11.11.1974), eine der in den siebziger Jahren wichtigsten unabhängigen Rote-Hilfe-Organisationen der Bundesrepublik Deutschlands und Westberlins. Auch das Komitee gegen politische Disziplinierung und Entrechtung im Öffentlichen Dienst West-Berlin nutzt die Stephanstraße 60 als Adresse (vgl. März 1974, 19.3.1974, Dez. 1974).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

November 1968:
Vermutlich Mitte November 1968 erscheint die Schülerzeitung 'Radikalinski' Nr.2 (vgl. Okt. 1968, Dez. 1968) u.a. in Berlin-Spandau. Auf Seite 2 heißt es u.a."
BERECHTIGTER VORWURF von unseren lieben Mitschülern:
Ihr schreibt immer soviel vom Beischlafen, schön und gut, nur WO sollen wir uns lieben? Im Winter holt man sich doch im Wald und im Wasser den Tod! Wir haben uns etwas einfallen lassen. Es gibt jetzt den RADIKALINSKIBEISCHLAFPASS

DIESEN zeigt ihr vor, wenn ihr bei folgenden Leuten schlafen wollt. DER PASS BERECHTIGT JEDOCH NUR ZUM EINMALIGEN BEISCHLAF UND IST VOR DIESEM ABZUGEBEN! DA WIR JA 3 500 PÄSSE ausgeben müßt ihr für diese Maßnahme Verständnis haben.
DIETER KUNZELMANN: DA KOMM ICH MIR JA WIE EIN Puffvater vor.

RADIKALINSKI ZU GÄNG: JEDER BRINGT SEINE BETTWÄSCHE MIT.

P. GÄNG: DAS WÄRE JA WIE IN EINER JUGENDHERBERGE!

NEUE PÄSSE UND NEUE ADRESSEN SIND DER NÄCHSTEN NUMMER ENTHALTEN.

ANSCHRIFTEN:
1) Stephanstr. 60
2) Bülowstr. 17 (Linkeck Kommune)
3) Kurfürstenstr. 140
Wer seine Räume dem love-in center zur Verfügung stellen möchte, melde sich bei der Redaktion."
Quelle: Radikalinski Nr. 2, Berlin o.J. (1968)

08.12.1968:
Bei AEG Telefunken Berlin erscheint das Flugblatt "Weihnachtsfeier der AEG-Telefunken-Lehrlinge Schwedenstrasse", welches zu diesem Fest in der Stephanstr. 60 am 12.12.1968 einlädt:"
Für einen Eintritt von 4 DM, wobei die Freundin keinen Eintritt bezahlen muß, bieten wir Tanz und Songs mit Rainer Rowald. Getränke sind frei."

Karten gibt es vor der Berufsschule sowie im Laden in der Ravenéstr. 10.
Q: N. N.: Weihnachtsfeier der AEG-Telefunken-Lehrlinge Schwedenstrasse, Berlin o. J. (Dez. 1968)

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12.12.1968:
Bei AEG Telefunken Berlin erscheint ein Flugblatt des Organisationskomitee für der Lehrlinge von AEG Telefunken Schwedenstrasse für die heutige Weihnachtsfeier in der Stephanstr. 60, welches ein Einschreiben des AEG Fachbereichs Phono- und Magnetbandgeräte vom 10.12.1968 an die Eltern dokumentiert und versichert, dass die Feier in der Kommune 1 trotzdem stattfinden werde.
Q: Organisationskomitee der Lehrlinge: Flugblatt, Berlin o. J. (12.12.1968)

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05.03.1969:
Manfred Funke (vgl. Nov. 1977) berichtet vom linken Terrorismus in der 'BRD' (vgl. Berlin 19.12.1968, Berlin 10.11.1969) aus Berlin:"
Bei der Durchsuchung der Kommune 1, Stephanstr. 60, Spreng-Brandsatz mit elektrischem Zeitzünder gefunden."
Q: Funke, Manfred: Terrorismus, Bonn 1977, S. 331

29.01.1971:
Es erscheint die Nr. 100 der 'RPK' (vgl. 22.1.1971, 5.2.1971). Anzeigen kommen u.a. von den Berliner Kinderläden Lichterfelde-West und Stephanstraße.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 100, Berlin 29.1.1971

08.04.1971:
In Berlin soll die erste der Arbeiterversammlungen der PL/PI im Sozialistischen Zentrum in der Moabiter Stephanstraße (vgl. 16.4.1971) heute zum Thema "Sind die Gewerkschaften Kampforgane der Arbeiterklasse?" stattfinden. Von der Schaubühne werde ein Theaterstück aufgeführt.

Aufgerufen wurde von der PL/PI u.a. im IGM-Bereich bei Fritz Werner (vgl. 5.4.1971), beim Osram S-Werk (vgl. 5.4.1971), bei Siemens (vgl. 5.4.1971), bei SEL (vgl. 5.4.1971) und bei VDK (vgl. 5.4.1971).
Q: Klassenkampf - Ausgaben Fritz Werner, Osram S-Werk, (Siemens), SEL und (VDK) Nr. 11, Berlin Apr. 1971

16.04.1971:
In Berlin soll die zweite der Arbeiterversammlungen der PL/PI im Sozialistischen Zentrum in der Moabiter Stephanstraße (vgl. 8.4.1971, 23.4.1971) heute zum Thema "Italien und Frankreich" mit Genossen von dort stattfinden.

Aufgerufen wurde von der PL/PI u.a. im IGM-Bereich bei Daimler-Benz Marienfelde (vgl. 12.4.1971), Fritz Werner (vgl. 5.4.1971), beim Osram S-Werk (vgl. 5.4.1971), bei Siemens (vgl. 5.4.1971), bei SEL (vgl. 5.4.1971) und bei VDK (vgl. 5.4.1971).

Bei SEL (vgl. 12.4.1971), Siemens (vgl. 12.4.1971) und Spinnstoff Zehlendorf (vgl. 12.4.1971) wird die heutige Arbeiterversammlung um 17 Uhr aber als Teil des Vietnamprotests dargestellt (vgl. 16.4.19871, 17.4.1971).
Q: Klassenkampf - Ausgaben Fritz Werner, Osram S-Werk, (Siemens), SEL und (VDK) Nr. 11 sowie Ausgaben Daimler-Benz Marienfelde, Osram S-Werk, SEL, Siemens und Spinne Nr. 12, Berlin Apr. 1971

23.04.1971:
In Berlin soll die dritte der Arbeiterversammlungen der PL/PI im Sozialistischen Zentrum in der Moabiter Stephanstraße (vgl. 16.4.1971) heute zum Thema "Kurzarbeit - Entlassungen - Lohnabbau. Die Lage der Arbeiterklasse im Kapitalismus stattfinden. Berichtet wird darüber beim Siemens Dynamowerk (vgl. 26.4.1971).

Aufgerufen wurde von der PL/PI mit einem 'Klassenkampf'-Flugblatt (vgl. 19.4.1971) und u.a. im IGM-Bereich bei Daimler-Benz Marienfelde (vgl. 12.4.1971), Fritz Werner (vgl. 5.4.1971), beim Osram S-Werk (vgl. 5.4.1971), bei Siemens (vgl. 5.4.1971), bei SEL (vgl. 5.4.1971) und bei VDK (vgl. 5.4.1971).
Q: Klassenkampf - Ausgaben Fritz Werner, Osram S-Werk, (Siemens), SEL und (VDK) Nr.11, Ausgaben Daimler-Benz Marienfelde und Osram S-Werk Nr. 12 und Flugblatt zur Arbeiterversammlung am 23.4., Berlin Apr. 1971 bzw. o.J. (1971)

19.09.1971:
Die Berliner Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) gibt ihren 'Klassenkampf Nachrichtendienst' Nr. 4 (vgl. 3.10.1971) heraus. Dieses vom Sekretariat für Agitation und Propaganda in der Stephanstraße 60 erstellte wöchentliche interne Zirkular ist insbesondere für die Agitationsverantwortlichen der Zellen gedacht.
Q: Klassenkampf Nachrichtendienst Nr. 4, Berlin 19.9.1971

01.11.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr.20 des 'Klassenkampf' für November als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 11.10.1971, Dez. 1971) in einer allgemeinen Ausgabe unter Verantwortung von R. Walkowski in der Stephanstr. 60.
Q: Klassenkampf Nr. 20, Berlin Nov. 1971

Dezember 1971:
In Berlin erscheint vermutlich die Nr. 21 des 'Klassenkampf' - vgl. 1.11.1971, März 1972) in einer allgemeinen Ausgabe und nun ohne den bisherigen Untertitel "Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative" (PL/PI) unter Verantwortung von R. Walkowski in der Stephanstr. 60.
Q: Klassenkampf Nr. 21, Berlin Dez. 1971

16.12.1971:
Die KPD/ML-ZB führt in Berlin in den Moabiter Stephan-Lichtspielen eine Großveranstaltung u.a. zur Metalltarifrunde (MTR) durch, an der, nach eigenen Angaben, 400 Kollegen u.a. von Siemens, AEG, Schwartzkopff, Osram, NCR, AEG Turbine und Daimler-Benz teilnehmen.
Q: Rote Fahne Nr. 25, Bochum 20.12.1971; Der Rote Schaltwerker Nr. 13, Berlin 4.2.1972

Februar 1972:
In Berlin erscheint erstmalig der 'Proletarische Weg' als theoretisches Organ der Proletarischen Linken (PL) für 2 DM unter Verantwortung von R. Walkowski in der Stephanstr. 60.
Q: Proletarischer Weg Nr. 1, Berlin Feb. 1972

22.02.1972:
Eine in Berlin stattfindende Mitgliederversammlung des Regionalkomitees Berlin der KPD wählt einstimmig die dritte Leitung des Regionalkomitees. Die Stadtteilgrundorganisationen werden aufgelöst, dafür werden Stadtteilleitungen in Neukölln, Kreuzberg, Moabit und Wedding eingerichtet (vgl. 25.2.1972).

Die KPD (vgl. 24.3.1972) berichtet:"
WESTBERLIN: 3.REGIONALKOMITEE EINSTIMMIG GEWÄHLT!

Am 22.Februar fand die 1.regionale Mitgliederversammlung nach Verlagerung der Parteizentrale in die BRD - in Westberlin statt.

Einstimmig wurde der Rechenschaftsbericht des 2.Regionalkomitees angenommen. Dieser Bericht faßt die Erfahrungen des Kampfes und die Schritte des Parteiaufbaus des vergangenen Jahres zusammen und legte in schöpferischer Anwendung des Rechenschaftsberichtes des ZK an die 4.Parteikonferenz (vgl. 5.2.1972,d.Vf.) auf die Bedingungen der Region Westberlin die Hauptaufgaben für die nächste Etappe fest.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Reorganisation der regionalen Parteiorganisation, die mit der Auflösung der Stadtteilgrundorganisationen, der Einrichtung von Stadtleitungen und der Gründung neuer Betriebszellen, einer Straßenzelle, sowie einer Zelle im Krankenhaus einen wichtigen Schritt zur Bolschewisierung der Partei bedeutet.

Nach demokratischer Konsultation in den Zellen wurde das 3.Regionalkomitee der KPD in Westberlin einstimmig gewählt."

Später (vgl. 25.4.1973) berichtet die KPD, daß im März 1972 in Berlin 4 neue Zellen gegründet wurden, wobei wir davon ausgehen, daß dies auf dieser Sitzung beschlossen wurde. Bei diesen Zellen handelt es sich um diejenige am Rudolf-Virchow-Krankenhaus (RVK), die ja heute schon eine Zeitung herausgibt, um eine Straßenzelle Stephanstraße in Moabit und vermutlich um die aus der Aufteilung der bisherigen Konzernzelle AEG entstehenden Werkszellen bei der AEG, was allerdings schon Anfang Februar vor sich gegangen zu sein scheint (vgl. 31.1.1972).
Q: Rote Fahne Nr. 37, 39 und 17, Berlin bzw. Dortmund 25.2.1972, 24.3.1972 bzw. 25.4.1973, S. 10, S. 2 bzw. S.*

März 1972:
In Berlin erscheint die Nr. 23 des 'Klassenkampf - Ausgabe SEL' für März (vgl. Dez. 1971, Juni 1972) nun ohne den bisherigen Untertitel "Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative" (PL/PI) unter Verantwortung von R. Walkowski in der Stephanstr. 60.
Q: Klassenkampf - Ausgabe SEL Nr. 23, Berlin März 1972

März 1972:
In Berlin richtet die KPD, nach eigenen sehr vagen Angaben, Stadtteilleitungen in Kreuzberg, Moabit, Neukölln und Wedding ein und gründet vier Zellen, u.a. in der Moabiter Stephanstraße (vgl. 10.3.1973,d.Vf.) und im Rudolf Virchow Krankenhaus (RVK) im Wedding.
Q: Rote Fahne Nr. 17, Dortmund 25.4.1973, S. 8

03.03.1972:
Für diesen Tag mobilisiert die Berliner KPD/ML-ZB zum Besuch ihrer ersten China-Filmveranstaltung (vgl. 7.3.1972), auf der 'Das Kanalsystem Rote Fahne' in den Stephan-Lichtspielen in der Moabiter Stephanstraße Nr.3 gezeigt wird:"
Vor allen Betrieben wurden dazu Karten verkauft. … Vor dem Film hielt ein Vertreter der KPD/ML eine Rede über die Politik der VR China, den Aufbau des Sozialismus und die Kulturrevolution."

Die Betriebsgruppe Siemens Gartenfeld, die gerade einen Kantinenboykott durchführte, mobilisiert u.a. mit Hinweisen auf das Kantinenwesen in der VR China.
Q: Der Rote Blitz Nr. 4, Berlin 16.3.1972; Der Rote Gartenfelder Nr. 3, Berlin 1.3.1972;Rotlicht Nr. 35, Berlin 1.3.1972;Rote Turbine Extrablatt, Berlin 2.3.1972;Rote Fahne Nr. 6, Bochum 20.3.1972, S. 6

07.03.1972:
Für diesen Tag mobilisiert die Berliner KPD/ML-ZB zum Besuch ihrer zweiten Filmveranstaltung anläßlich des Besuchs von Nixon in der VR China, auf der 'Das Kanalsystem Rote Fahne' gezeigt werden soll (vgl. 3.3.1972):"
Die zweite Veranstaltung war noch besser besucht als die erste. In dem rund 300 Plätze fassenden Kino mußte eine Reihe von Kollegen und Genossen in den Seitengängen stehen und auf den Zwischenstufen des Filmsaals sitzen."

In einem Bericht über die beiden Veranstaltungen schreibt die KPD/ML-ZB:"
In der Nähe des Kinos waren Streifenwagen aufgefahren und notierten alle Autonummern in der Umgegend". Karten wurden u.a. heute im IGM-Bereich vor dem Tor von KWU verkauft.
Q: Der Rote Blitz Nr. 4, Berlin 16.3.1972; Rotlicht Nr. 35, Berlin 1.3.1972;Rote Turbine Extrablatt, Berlin 29.2.1972, 2.3.1972 bzw. 7.3.1972

Der Rote Schaltwerker Nr. 17, Berlin 6.3.1972; Rote Fahne Nr. 6, Bochum 20.3.1972, S. 6

07.03.1972:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe bei KWU ein Extrablatt ihrer 'Roten Turbine' unter dem Titel "Die Methoden und Ziele der SPD-Betriebsräte bei Entlassungen" heraus, in dem eine weitere politische Entlassung, Walter Klitschka aus Abteilung 596, der verdächtigt wird, Kontakt zur KPD/ML-ZB zu haben, bekanntgemacht wird. Berichtet wird vom Siemens-Schaltwerk Berlin, angekündigt wird der Verkauf der eigenen 'Roten Fahne' (vgl. 9.3.1972).

Außerdem wird zum Besuch der heute stattfindenden China-Filmveranstaltung aufgerufen, zu der vermutlich morgens und nachmittags vor dem Tor Karten verkauft werden sollen.
Q: Rote Turbine Extrablatt, Berlin 7.3.1972

07.03.1972:
In Berlin erscheint die Nr. 3 von 'Der Funke' (vgl. 11.4.1972), Zeitung der Jugendbetriebsgruppe Siemens-Wernerwerk des KJVD der KPD/ML-ZB, die auf ihren 8 Seiten unter Verantwortung von Horst Kwiatkowski u.a. zum Besuch der heute stattfindenden China-Filmveranstaltung der KPD/ML-ZB und des KJVD aufruft.
Q: Der Funke Nr. 3, Berlin 7.3.1972

18.04.1972:
In Berlin führen KPD/ML-ZB und KJVD eine Veranstaltung zum 1.Mai und zu den Betriebsratswahlen (BRW) in Moabit, Stephanlichtspiele, Stephanstraße 3 durch. In der dort verabschiedeten Resolution heißt es:"
Keine Gemeinsamkeit kann es … geben mit der 'KPD' - vormals KPD- Aufbauorganisation - die die Kriegspolitik der Bonner Imperialisten als 'friedliche Infiltration' bezeichnet und nicht sehen will, daß die SPD-Regierung mit ihren Maßnahmen dem Faschismus den Weg bereitet."
Q: Der Rote Gartenfelder Nr. 10, o.Nr. bzw. o.Nr., Berlin 14.4.1972, o.J. (17.4.1972) bzw. 24.4.1972; Rotlicht Nr. 42, Berlin 17.4.1972;KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML, Berlin o.J. (18.4.1972);Der NCR-Arbeiter Nr. 11, Berlin 14.4.1972;Der Rote Schaltwerker Ausgabe heraus zum 1. Mai, Berlin o.J. (1972)

29.04.1972:
In Berlin möchte die KPD/ML-NE heute eine Maiveranstaltung in den Stephan-Lichtspielen in Moabit durchführen.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung, Berlin 26.4.1972

Juni 1972:
In Berlin erscheint die Nr. 26 des 'Klassenkampf - Ausgabe SEL' (vgl. März 1972, Aug. 1972) vermutlich im Juni unter Verantwortung von M. Peschke in der Stephanstr. 60.
Q: Klassenkampf - Ausgabe SEL Nr. 26, Berlin o. J. (1972)

Juni 1972:
In Berlin erscheint die Nr. 22 des 'Klassenkampf' als Zeitung der Proletarischen Linken (PL - vgl. Juli 1972) unter Verantwortung von R. Walkowski im SZ Stephanstr. 60.
Q: Klassenkampf Nr. 22, Berlin Juni 1972

Juli 1972:
In Berlin erscheint die Nr. 23 des 'Klassenkampf' als Zeitung der Proletarischen Linken (PL - vgl. Juni 1972, Aug. 1972) unter Verantwortung von R. Walkowski im SZ Stephanstr. 60.
Q: Klassenkampf Nr. 23, Berlin Juli 1972

28.07.1972:
An einer Protestaktion des NVK auf dem Deutsch-amerikanischen Volksfest in Berlin nehmen, laut KPD, 400 Menschen teil.
Es beteiligt sich auch der VA Moabit Stephanstraße.
Q: Rote Fahne Nr. 55 und 17, Dortmund 9.8.1972 bzw. 25.4.1973, S. * bzw. S. 8; VA Stephanstrasse: Ein Jahr Nationales Vietnamkomitee - Ein Jahr Vietnamausschuss Moabit Stephanstraße, O. O. (Berlin) Juni 1973, S. 11

August 1972:
In Berlin erscheint die Nr. 27 des 'Klassenkampf - Ausgabe SEL' (vgl. Juni 1972, Sept. 1972) vermutlich im August unter Verantwortung von M. Peschke in der Stephanstr. 60.
Q: Klassenkampf - Ausgabe SEL Nr. 27, Berlin o. J. (1972)

September 1972:
In Berlin erscheint bei SEL vermutlich im September erstmals 'Der neue Klassenkampf - Zeitung der SEL-Arbeiter' (vgl. Aug. 1972, Okt. 1972) unter Verantwortung von H. Bär in der Moabiter Stephanstr. 60.
Q: Der neue Klassenkampf o. Nr., Berlin o.J. (1972)

09.10.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt das NVK eine Zeitung 'Alles für den Sieg des kämpfenden vietnamesischen Volkes' (vgl. 9.10.1972, 23.10.1973) heraus mit dem Artikel "Moabit / Stephanstrasse. Aus dem Wochenablauf eines Vietnam-Ausschusses".
Q: Alles für den Sieg des kämpfenden vietnamesischen Volkes - Zeitung Sonderausgabe Westberlin Der Kampf des ganzen vietnamesischen Volkes, Bonn Okt. 1972, S. 4

NVK777


20.10.1972:
Beim Tag der Offenen Tür der US-Army in Berlin agitiert auch der VA Moabit Stephanstzraße des NVK der KPD.
Q: VA Stephanstrasse: Ein Jahr Nationales Vietnamkomitee - Ein Jahr Vietnamausschuss Moabit Stephanstraße, O. O. (Berlin) Juni 1973, S. 11f

24.12.1972:
In Berlin beteiligen sich, laut KOV (vgl. Jan. 1973), auch Oberschüler an der Vietnamagitation vor Kirchen in proletarischen Stadtteilen. Es beteiligt sich auch der VA Moabit Stephanstraße.
Q: Schulkampf Nr. 4, Berlin Jan. 1973, S. 7; VA Stephanstrasse: Ein Jahr Nationales Vietnamkomitee - Ein Jahr Vietnamausschuss Moabit Stephanstraße, O. O. (Berlin) Juni 1973, S. 17

Januar 1973:
An der FU Berlin gibt die MLHPol einen Sdr.druck 3 ihrer 'MLHPol Zeitung' (vgl. 13.11.1972, 29.1.1973) unter Verantwortung von Rosa Leviné, Stephanstr. 60 und dem Titel "Der Kampf der Metaller und die Politik der Kommunisten" heraus.
Q: MLHPol Zeitung Sdr.druck 3, Berlin Jan. 1973

10.03.1973:
Die erste Straßenzelle der KPD, für die Stephanstraße in Berlin-Moabit, gibt zum ersten Male ihre 'Kommunistische Presse für die Werktätigen des Wohnbereichs' (vgl. 23.1.1974) heraus mit dem Leitartikel "Die Aufgaben der Straßenzelle".

Weitere Artikel sind:
- "Mieterhöhung: Profiterhöhung";
- "CDU von 10 bis 10: Volksfeinde spielen Volksfreunde" zur heutigen Werbekampagne der CDU in Moabit;
- "1 Stundenlohn für Vietnam!" mit der Aufforderung an den Infotischen des Vietnamausschusses Stephanstraße Mi. und Fr. 15-17 Uhr bei Hertie Turmstraße und Sa. 10-12 Uhr bei Bolle Stendaler Ecke Rathenower Straße zu spenden;
- "Voran die Rote Fahne!" mit der Einladung zum Treff mittwochs 18-19 Uhr im Tucher Siechen in der Rathenower Str. 44 und der Ankündigung des Verkaufs samstags 10.30-12 Uhr Stephanstraße / Ecke Rathenower Straße.
Q: Kommunistische Presse für die Werktätigen des Wohnbereichs - Stephanstr. Nr. 1, Berlin 10.3.1973; Rote Fahne Nr. 11 und 35, Dortmund 14.3.1973 bzw. 29.8.1973, S. 2 bzw. S. 8

14.03.1973:
Die KPD gibt die Nr. 11 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 7.3.1973, 20.3.1973) heraus. Aus Berlin wird u.a. auch von der ersten Straßenzelle der KPD berichtet (vgl. 10.3.1973), die in Moabit tätig ist. Dort arbeite man außer in der Stephanstraße auch im Gebiet Rostocker- und Bredowstraße, wobei jeweils ein Vietnamausschuß (VA) und ein Komitee gegen die 15-prozentige Mieterhöhung gegründet werden konnten. Die Gründungsversammlung der Ortsgruppe der LgdI sei von über 100 Personen besucht worden.
Q: Rote Fahne Nr. 11, Dortmund 14.3.1973, S. 2

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KPD_Rote_Fahne_1973_11_04


Juni 1973:
In Berlin erscheint die Broschüre "Ein Jahr Nationales Vietnamkomitee - Ein Jahr Vietnamausschuss Moabit Stephanstraße" mit einem Titelbild vom 1. Mai und den Abschnitten:
- "Einleitung";
- "Erklärung zur Unterstützung des kämpfenden vietnamesischen Volkes bis zum endgültigen Sieg über die USA-Aggression" (vgl. 5.6.1972), die auch vom VA Moabit unterzeichnet ist;
- - "Die Ausweitung des Vietnamkrieges durch die USA-Imperialisten";
- - "Die entscheidenden Waffen des vietnamesischen Volkes: Volkskrieg und nationale Einheitsfront";
- - "Die Führer der Sowjetunion versuchen, den Sieg im Volkskrieg zu sabotieren";
- - "Unterstützen wir die Antikriegsbewegung in den USA!";
- - "Gegen die Unterstützung der Vietnam-Aggression durch den BRD-Imperialismus!";
- - "Weg mit den pazifistischen Illusionen!";
- ein Bericht von der Gründung des NVK (vgl. 17.6.1972);
- "Die Gründung unseres Ausschusses" im Juni 1972;
- "Die tägliche Arbeit";
- "Antiimperialistischer Kampf: zwei erfolgreiche Aktionen";
- - "Deutsch-Amerikanisches Volksfest" (vgl. 28.7.1972);
- - "'Tag der offenen Tür' der US-Army" (vgl. 21.10.1972);
- "Erste nationale Demonstration: München - Olympische Spiele" (vgl. 26.8.1972);
- "Erneute Ausweitung des Bombenterrors - die antiimperialistische Front wächst!" u.a. zur Kirchenagitation am 24.2.1972 und zur Demonstration am 14.1.1973;
- "In unserem Stadtteil: Volksfeinde spielen Volksfreunde" zur Werbekampagne "CDU von 10 bis 10";
- "Thieu der Henker aus Saigon: raus aus Bonn!" (vgl. 10.4.1973);
- der 'Rundbrief' Nr. 1 des VA vom April 1973;
- "1. Mai - internationaler Kampftag der Arbeiterklasse";
- "Breschnew & Brandt: Zwei Friedensheuchler reichen sich die Hände!" (vgl. 19.5.1973);
- "Brief eines ehemaligen VA-Mitglieds aus Malaysia", wo dieser an einem Krankenhaus arbeitet;
- "Chronik";
- "Anhang";
- - "Worterklärungen";
- - "Ein großer Sieg an der diplomatischen Front. Vietnamabkommen; sowie
- "Unterstützt die Vietnamhilfe Alles für den Sieg!".

Eingeladen wird zu den eigenen Sitzungen im Siechen-Bier, Rathenower Straße 44.
Q: VA Stephanstrasse: Ein Jahr Nationales Vietnamkomitee - Ein Jahr Vietnamausschuss Moabit Stephanstraße, O. O. (Berlin) Juni 1973

27.06.1973:
In Berlin führen, laut KPD, ihr Rote Hilfe Komitee (RHK) und die Rote Hilfe Stephanstraße gemeinsam Kundgebungen vor dem Untersuchungsgefängnis und der Frauenhaftanstalt in der Lehrter Straße durch.
Q: Rote Fahne Nr. 27, Dortmund 4.7.1973

05.07.1973:
In Berlin-Moabit will die KPD gemeinsam mit LgdI und dem Komitee Hände weg von der KPD eine Veranstaltung durchführen, zur KPD und den jüngsten Streiks. Der Titel lautet: "Einladung der Stadtteilleitung Moabit der KPD und ihrer Zellen", wobei es sich bei letzteren um die Betriebszelle KWU und die Straßenzelle Stephanstraße handelt. Diese Straßenzelle arbeite bzw. arbeitete in verschiedenen Massenorganisationen, wie der LgdI Ortsgruppe Moabit, den Vietnamausschüssen (VA) Stephanstraße und Bredowstraße, dem Nationalen Komitee Kampf den reaktionären Ausländergesetzen, dem Kampfkomitee gegen die Fahrpreiserhöhungen, zu der Kita in der Rathenower Str. und am Allgemeinen Krankenhaus (AK) Moabit. Für Rentner gebe es eine Kaffeerunde.
Q: Einladung der Stadtteilleitung Moabit der KPD und ihrer Zellen, Berlin o.J. (1973)

07.08.1973:
Die Berliner Werkszelle Siemens Wernerwerk Gebäude 1 der KPD gibt ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) Nr. 5 (vgl. 16.9.1974) heraus mit der "Korrespondenz eines alten Genossen (aus Kommunistische Presse 7, Strassenzelle Stephanstrasse)" über die Rote Hilfe in der Weimarer Republik.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Siemens Wernerwerk Gebäude 1 Nr. 5, Berlin 7.8.1973, S. 8

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08.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.32 (vgl. 1.8.1973, 15.8.1973) heraus. Aus Berlin wird u.a. berichtet über Rentner in der Moabiter Stephanstraße.
Q: Rote Fahne Nr. 32, Dortmund 8.8.1973, S. 2

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22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus. Die Zelle Stephanstraße Moabit berichtet aus dem Haus Stendaler Str. 8.
Q: Rote Fahne Nr. 34, Dortmund 22.8.1973, S. 5

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03.10.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 40 (vgl. 26.9.1973, 10.10.1973) heraus. Der Vietnamausschuß (VA) Moabit-Stephanstraße des NVK berichtet über ein Polizeirevier.
Q: Rote Fahne Nr. 40, Dortmund 3.10.1973, S. 6

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03.12.1973:
Das NVK gibt die Nr. 11 seiner Zeitung 'Alles für den Sieg der kämpfenden Völker Indochinas' (vgl. 5.11.1973, Jan. 1974) für Dezember vermutlich in dieser Woche heraus mit einem Bildbericht vom VA Berlin Moabit Stephanstraße.
Q: Alles für den Sieg der kämpfenden Völker Indochinas - Zeitung Nr. 11, Bonn Dez. 1973, S. 2

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23.01.1974:
Die Straßenzelle Stephanstraße Berlin-Moabit der KPD gibt ihre 'Kommunistische Presse für die Werktätigen des Wohnbereichs' Nr. 14 (vgl. 10.3.1973, 11.3.1974) heraus mit dem Leitartikel "Bericht der Strassenzelle: Eine menschenwürdige Wohnung für alle Werktätigen".

Weitere Artikel sind:
- "Beteiligt euch an der Fotodokumentation! Kampf der Verschlechterung unserer Lebensbedingungen!";
- "Für die Erhaltung der Kinderklinik Charlottenburg als Akutkrankenhaus";
- "Gegen Lohnraub hilft nur Streik" zu den Tarifrunden in der Druckindustrie (DTR), der Metallindustrie (MTR) und im Öffentlichen Dienst (ÖDTR);
- "Interview mit dem entlassenen Betriebsrat der Liste 2" von Krone, Uwe Tietz, aus der 'Roten Fahne';
- "Sozialistisch in Worten - arbeiterfeindlich in Taten" zur SEW;
- "Sozialdemokratisch in Worten…" zur SPD;
- ein Artikel zu Oman und Dhofar.

Aufgerufen wird zur Beteiligung an der "Fotodokumentation: Kampf der Verschlechterung unserer Lebensbedingungen durch die Kapitalistenklasse und den SPD-Senat!" und zur Vietnamdemonstration und Veranstaltung am 26.1.1974, wozu die Ortsgruppe Moabit der Liga und die Vietnamausschüsse Bredowstraße und Stephanstraße am 25.1.1974 eine Mobilisierungsveranstaltung durchführen.
Q: Kommunistische Presse für die Werktätigen des Wohnbereichs - Stephanstr. Nr. 14, Berlin 23.1.1974

März 1974:
Das Komitee gegen politische Disziplinierung und Entrechtung im Öffentlichen Dienst West-Berlin gibt seine 'Für freie politische Betätigung im Öffentlichen Dienst' Nr. 3 (vgl. Jan. 1974, Juni 1974) unter Verantwortung von Renate Müller in der Stephanstr. 60 heraus.
Q: Für freie politische Betätigung im Öffentlichen Dienst Nr. 3, Berlin März 1974

11.03.1974:
Die Straßenzelle Stephanstraße Berlin-Moabit der KPD gibt ihre 'Kommunistische Presse für die Werktätigen des Wohnbereichs' Nr. 15 (vgl. 23.1.1974) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Wirtschaftpolitik der Brandt-Regierung: Lohnraub, Arbeitshetze, Teuerung".

Weitere Artikel sind:
- "SPD saniert - Mosch kassiert" zur Waldstraße 35-38 und Beusselstraße 411 und 42;
- eine "Korrespondenz zum Streik" in der ÖDTR aus dem Bezirksamt Steglitz;
- "Am Beispiel Kirchstraße lernen!" zur Kirchstraße 4 und 5;
- "Korrespondenz eines Mitgliedes des Vietnamausschusses Stephanstraße".

Aufgerufen wird zur Großveranstaltung zum 1. Parteitag der KPD am 16.3.1974 in Düsseldorf. Bekanntgegeben werden die Termine des Rote-Fahne-Freundeskreises (RFFK), der Ortsgruppe Moabit der Roten Hilfe e. V., des Vietnamausschuß Stephanstraße und des Kampfkomitees Keine Streichung von Betten am Krankenhaus Moabit".
Q: Kommunistische Presse für die Werktätigen des Wohnbereichs - Stephanstr. Nr. 15, Berlin 1974

19.03.1974:
In Berlin möchte heute das Komitee gegen politische Disziplinierung und Entrechtung im Öffentlichen Dienst West-Berlin in der FHSS eine "Protestveranstaltung gegen politische Disziplinierung der Pädagogen im Kreuzberger Kinderhaus" durchführen, wozu am 16.3.1974 ein gleichnamiges Flugblatt erschien, für welches Rosa Levine in der Stephanstr.60 verantwortlich zeichnet.
Q: Komitee gegen politische Disziplinierung und Entrechtung im Öffentlichen Dienst West-Berlin: Protestveranstaltung gegen politische Disziplinierung der Pädagogen im Kreuzberger Kinderhaus ,Berlin 16.3.1974

24.07.1974:
In der Nr. 30 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 17.7.1974, 31.7.1974) berichtet die KPD u.a. über Parteitagsspenden. Diese gingen u.a. aus Moabit u.a. vom Sympathisantenzirkel Stephanstraße.
Q: Rote Fahne Nr. 30, Dortmund 24.7.1974

Dezember 1974:
Das Komitee gegen politische Disziplinierung und Entrechtung im Öffentlichen Dienst West-Berlin gibt seine 'Für freie politische Betätigung im Öffentlichen Dienst' Nr. 6 (vgl. Sept. 1974) unter Verantwortung von Harry B. Leonhardt in der Stephanstr. 60 heraus.
Q: Für freie politische Betätigung im Öffentlichen Dienst Nr. 6, Berlin Dez. 1974

Letzte Änderung: 29.11.2020