"Oktober"
Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin (IKW),
ab der Nr. 10 der Revolutionären Sozialisten bzw. SozialistInnen (RS)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 22.7.2019


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Die Internationalen Kommunisten Westberlin (IKW) geben seit März 1982 die Zeitung "Oktober" heraus. In: "In eigener Sache" wird erklärt, dass die IKW "im Frühjahr 1981 durch den Austritt einer oppositionellen Gruppe aus der GIM entstanden (sind). Weitere Genossinnen und Genossen schlossen sich an. Wir sind ausgetreten und haben uns außerhalb der GIM (Gruppe Internationale Marxisten) organisiert, weil die GIM mit ihrer politischen Linie die genannten Aufgaben nicht wahrnehmen kann. Sie verfolgte eine Politik, die sich gerade umgekehrt an die dominierenden Ideologien in den gesellschaftlichen Massenbewegungen wie der Friedensbewegung und an die Linke SPD inhaltlich anpasst, um sie dann umso leichter unterstützen zu können. Vor allem der Wahlaufruf der GIM für die SPD bei den Bundestagswahlen 1980 und den Abgeordnetenhauswahlen 1981 waren Markierungspunkte der dauernden Rechtswendung dieser Organisation". (Oktober, Nr. 1/1982, S. 7)

Mit der Ausgabe 10 vom 17.2.1984 wird "Oktober" von den "Revolutionären Sozialisten" (RS) herausgegeben. Zu den "Revolutionären Sozialisten" heißt es: "Die Flugblattserie Oktober wurde bisher von den Internationalen Kommunisten Westberlin herausgegeben. Sie haben sich inzwischen mit einer anderen Gruppe zusammengeschlossen, die vom inzwischen aufgelösten Spartacusbund herkommt. Die neue Gruppe nennt sich nun Revolutionäre Sozialisten". (Oktober, Nr. 10/1984, S.1). Unklar bleibt, ob die Gruppe auch außerhalb West-Berlins aktiv war. Die Zählweise der vorherigen Ausgaben wird fortgesetzt.

Zu den programmatischen Vorstellungen der IKW wird ausgeführt: "Kapitalismus - das heißt: Produktion um des Profits willen unter Zerstörung der menschlichen Arbeitskraft und der natürlichen Lebensbedingungen der Menschen; Kapitalismus - das heißt Aufrüstung und in letzter Konsequenz Krieg. Kommunisten kämpfen dagegen für eine Gesellschaftsordnung, in dessen Mittelpunkt der Mensch und seine Bedürfnisse stehen, in der die Ökonomie gesellschaftlich und demokratisch geplant wird. Die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln ist die entscheidende Voraussetzung, um die Anarchie der kapitalistischen Produktion und das Ausbeutungssystem zu beenden. (…) Der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft ist nur im internationalen Rahmen möglich. (…)

Die Aufgabe von Kommunisten besteht heute in der politischen Isolierung der bürgerlichen Ideologien und Strömungen in der Arbeiterklasse und den gesellschaftlichen Massenbewegungen. So gilt es, in den Gewerkschaften eine Opposition gegen die Politik der Sozialpartnerschaft aufzubauen, welche die Interessen der Arbeiter und Angestellten dem Wohlergehen des Kapitals und des Staates opfert. So gilt es, in der Friedensbewegung gegen Konzepte der alternativen Vaterlandsverteidigung durch Umrüstung wie auch die Illusion des Pazifismus zu arbeiten". (ebd.)

In der Ausgabe 20 vom 13.7.1986 werden 2 Artikel aus der "Permanenten Revolution" der österreichischen "Internationalen Kommunistischen Liga" (IKL) zu Südafrika veröffentlicht. Ob es zu einer punktuellen Zusammenarbeit zwischen beiden Gruppen kam, ist z. Zt. noch offen. Die Ausgabe 26 vom November 1977 veröffentlicht Auszüge aus einer Broschüre der österreichischen Gruppe "Der nächste Schritt". Die Ausgabe 25 vom September 1988, beschäftigt sich in einem längeren Artikel mit den Autonomen. Und in der Ausgabe 13 wird der KB und seine Haltung zur "Antiapartheidbewegung" kritisiert.

Insgesamt sind die Versuche, Auseinandesetzungen bzw. ideologische Debatten mit einem Teil der westdeutschen Linken zu führen, relativ spärlich. Außer den genannten Gruppen käme die Debatte um die "Radikale Linke", die Trampert/Ebermann angestoßen hatten, hinzu. Der Diskurs sei zwar "wünschenswert", jedoch "im gegenwärtigen Stadium Konsenspapiere anzusteuern" sei "Blödsinn". "Solche Papiere sind zwangsläufig oberflächlich, widersprüchlich und verdecken vorhandene Differenzen. Auf jeden Fall tragen sie nicht zur politischen Klärung bei". (Oktober, 26.7.1989, S. 2).

Die Polemik zur "Roten Zora" und den "Revolutionäre Zellen" gipfelt in den Sätzen: "Die Revolutionären Zellen und die Rote Zora haben mit ihrem Beitrag Krise, Krieg, Friedensbewegung eine Diskussion um neue Perspektiven eröffnet. Um es vorwegzunehmen; wir begrüßen diese Diskussion. Wir hoffen, dass dieser Teil der Neuen Linken nicht seine revolutionären Ambitionen aufgibt und kapituliert wie z. B. praktisch die gesamte maoistische Strömung, die sich heute auf den grünen parlamentarischen Spielwiesen tummelt". (Oktober, 17.2.1984, S. 1) Allerding vermisst man hier eine grundlegende Kritik an beiden Gruppierungen, bezeichnet sie sogar als "Teil der Neuen Linken" (ebd.), ohne aber das gesamte militante autonome Spektrum zu durchleuchten, Kontakte zur RAF und/oder die Anschläge der Gruppe zu verurteilen.

Hier können nur Ausgaben von 1982 bis 1990 vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

März 1982:
Die "Internationalen Kommunisten Westberlin" geben die Nr. 1 ihres: "Oktober. Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Krise bei der Neuen Heimat. Trotz Säuberung und Überprüfungen: Gemeinwirtschaft bleibt Bereicherungswirtschaft"
- "Lügen fürs Volk"
- "Tritte für Vietor"
- "… und Tritte fürs Kapital"
- "Das Gemeine an der Gemeinwirtschaft"
- "Gewerkschaftsgelder für spekulative Abenteuer in Brasilien?"
- "So mästen sich die Bauherren am sozialen Wohnungsbau"
- "Wir müssen ihnen die Suppe versalzen"

Parolen sind u. a.: "Facharbeiterlohn für alle Gewerkschaftsfunktionäre!", "Für Demokratisierung der Gewerkschaften!", "Bruch mit den Kapitalinteressen!", "Uneingeschränkte Kontrolle der Mieter und Gewerkschafter über den Neue-Heimat-Konzern!" Geworben wird für die Broschüre: "Eigentum verpflichtet zu Profit und Spekulation!" und: "Die Praktiken der Neuen Heimat!"
Quelle: IKW: Oktober, Nr. 1, West-Berlin, März 1982.

März 1982:
Es erscheint die Nr. 2 der Zeitschrift "Oktober. Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin".
Artikel der Ausgabe sind:
- "BRD 1982: Krise ohne Ende"
- "Das Beschäftigungsprogramm der Bundesregierung"
- "Das Beschäftigungsprogramm ist ein Umverteilungsprogramm"
- "Die Gewinne von heute sind die Rationalisierungen von Morgen und die Arbeitslosen von Übermorgen"
- "Und was ist mit dem staatlichen Investitionsprogramm?"
- "Über Reaganomics, Deutsche Weltmarktexpansion und das Verdienst der Deutschen Gewerkschaften"
- "Die Zumutsbarklausel"
- "Verteilung der Arbeit auf alle Hände bei vollem Lohnausgleich"
- "Die Unterkonsumtionstheorie der Gewerkschaften, ein alter Hut mit vielen
Löchern"

Gefordert wird u. a.: "Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!", "Arbeitszeitverkürzung ohne Erhöhung der Arbeitsintensität bei vollem Personalausgleich".
Q: IKW: Oktober, Nr. 2, West-Berlin, März 1982.

April 1982:
Es erscheint die Nr. 3 der Zeitschrift "Oktober. Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Die Friedensbewegung marschiert, aber in die falsche Richtung"
- "Im Lager des Imperialismus"
- "Die Sowjetunion"
- "Die Supermächteidiotie"
- "Pflugscharen statt Schwertern?"
- "Die Revolutionäre und die Nationale Volksarmee"
- "Unabhängigkeit von den Supermächten und alternative Verteidigung. Zur Politik der deutschen Friedensbewegung"
- "Die Politik der SPD"
- "Demokratische Sozialisten, Reformismus in der Opposition"
- "Alternative Vaterlandsverteidigung?"
- "Der einziger Weg"
- "Antiatombewegung in den 50er Jahren"
- "In eigener Sache"

Geworben wird für die Broschüre: "Eigentum verpflichtet zu Profit und Spekulation!" und: "Die Praktiken der Neuen Heimat!"
Q: IKW: Oktober, Nr. 3, West-Berlin, April 1982.

Mai 1982:
Es erscheint die Nr. 4 der Zeitschrift "Oktober. Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Die polnische Tragödie"
- "Solidarnosc, Kriegsrecht und westdeutsche Linke"
- "Die Politik des Imperialismus"
- "KPN, die organisierte Konterrevolution"
- Die Bedeutung und Politik der Kirche in Polen"
- "Die Notwendigkeit eines kommunistischen Aktionsprogramms für die polnische Arbeiterklasse"
- "Auszüge aus dem Programm vom Solidarnosc"
- "In eigener Sache"
- "Falklands/Malvinen: Der freie Westen führt Krieg mit sich"

Geworben wird für die Broschüre: "Eigentum verpflichtet zu Profit und Spekulation!" und: "Die Praktiken der Neuen Heimat!"
Q: IKW: Oktober, Nr. 4, West-Berlin, Mai 1982.

Mai 1983:
Es erscheint die Nr. 7 der Zeitschrift "Oktober. Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin" mit dem Artikel: "Streik gegen NATO-Aufrüstung und Raketenstationierung vorbereiten". Agitiert wird gegen "die Stationierung der neuen atomaren Erstschlagwaffen", die für die "imperialistischen Natostaaten bereits beschlossene Sache ist". In Spiel gebracht wird ein "Aktionsvorschlag Generalstreik gegen Aufrüstung und für den Abzug aller Massenvernichtungswaffen vom Territorium der BRD und Westberlins" und dazu "Gewerkschaftliche Aktionsausschüsse", wozu es heißt: "Diese GEWERKSCHAFTLICHEN AKTIONSAUSCHÜSSE könnten bei einer entwickelteren Bewegung innerhalb der Betriebe und Gewerkschaften für politische Streiks gegen die Nachrüstung den Kern bezirklicher Streikkomitees darstellen. Wichtig hierbei wäre, dass die bezirklichen und regionalen Aktionsausschüsse arbeitende und nicht ausschließlich diskutierende Strukturen darstellen. Die Arbeit der GEWERKSCHAFTLICHEN AKTIONSAUSSCHÜSSE sollte sich an dem Aktionsziel BEI STATIONIERUNG - Streik ausrichten und dieses zum Mittelpunkt ihrer Mobilisierung machen". (Nr. 7, S. 1f.).
Q: IKW: Oktober, Nr. 7, West-Berlin, Mai 1983.

21.10.1983:
Es erscheint die Nr. 9 der Zeitschrift "Oktober. Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin" mit dem Artikel "Wie weiter nach der Aktionswoche? Politische Streiks können NATO-Raketen verhindern!"

Ausgeführt wird u. a.: "Der Widerstand gegen die Stationierung hat ein neues Datum erhalten: Am 21. November will Kohl eine Regierungserklärung zu der Genfer Verhandlungsfarce abgeben. Anschließend soll der Bundestag über die Erklärung debattieren und im Namen des Volkes für die Stationierung stimmen. Damit ist aber auch die Aufgabe all derer bestimmt, die diese Stationierung verhindern wollen. Es gilt vor dem 21. und am 21.11. ein solches Inferno an Protest zu entfesseln, dass der Bundestag massiv unter Druck gesetzt wird. Denn fragen will dieser Bundestag ja das Volk nicht, dann bleibt eben nur die Möglichkeit, sich aus massive Art Gehör zu verschaffen.

Das massivste Mittel sind sicherlich Streiks. Die Chancen für Streiks stehen nicht schlecht. (…) Es muss nun Ziel des betrieblichen Widerstandes sein: gewerkschaftliche Rückendeckung für betriebliche Protestaktionen und vor allem Streiks um den 21.11. herum zu erreichen. Höhepunkt des außerbetrieblichen Widerstandes könnte und sollte eine Aktion in Bonn sein, eine Volksversammlung, die auch abstimmen könnte (streng symbolisch!) und in eine BELAGERUNG jener Herren und Damen entarten sollte, die uns die Raketen bescheren wollen. Die erfolgreichen Blockaden von Bremerhaven, Nordenham, an den Andrews-Barracks und sonstwo haben gezeigt,dass eine solche Belagerung durchführbar ist."

Aufgerufen wird für den 21. November: "Auf nach Bonn!" Eine Kundgebung soll am 25.10. auf dem Oranienplatz stattfinden. Parolen sind: "Gegen die Provokationen der Faschisten! Verteidigt Ausländer und Euch selbst!", "Deutsche Arbeiter, ausländische Arbeiter gemeinsam gegen die Faschisten!", "Schluss mit der Türkeihilfe, Schluss mit dem Staatsterror gegen Asylanten!", "Volle staatsbürgerliche Rechte für Ausländer!", "Statt  Ausländer raus, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich!", "Nieder mit der NATO-Folterdiktatur in der Türkei!"

Geworben wird für den Ansteckknopf: "Bei Stationierung Streik!"
Q: IKW: Oktober, Nr. 9, West-Berlin, 21. Oktober 1983.

17.02.1984:
Es erscheint die Nr. 10 der Zeitschrift "Oktober". Herausgebe sind nun die "Revolutionären Sozialisten" (RZ). Der bisherige Untertitel: "Zeitung der Internationalen Kommunisten Westberlin" fällt weg. Zu den "Revolutionären Sozialisten" heißt es: "Die Flugblattserie Oktober wurde bisher von den Internationalen Kommunisten Westberlin herausgegeben. Sie haben sich inzwischen mit einer anderen Gruppe zusammengeschlossen, die vom inzwischen aufgelösten Spartacusbund herkommt. Die neue Gruppe nennt sich nun Revolutionäre Sozialisten".

Artikel der Ausgabe sind:
- "RS an RZ"
- "Kritik des Thesenpapiers de ROTEN ZORA und der REVOLUTIONÄREN ZELLEN (Krise, Krieg, Friedensbewegung)"
- "Nationalismus und Friedensbewegung"
- "Perspektiven des Kapitalismus, gigantische Reichtumsakkumulation oder Überproduktionskrise?"
- "Schweigen ist Gold…"
- "Abschied vom Massenarbeiter?"
- "Autarkie oder Dritter Weg?"
- "Werft sie hinaus!"
- "Wir fordern ihre Freiheit!"

Gefordert wird: "Weg mit der Anklage gegen Benny Härlin und Michael Klöckner!"
Q: RS: Oktober, West-Berlin, 17. Februar 1984.

23.04.1984:
Es erscheint die Nr. 11 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionäre Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "Wo steht die Friedensbewegung? Antikapitalistische Kraft oder patriotische Volksbewegung?"
- "Die Konservativen"
- "Die Patrioten"
- "Die Antiimperialisten"
- "Droht den Deutschen die Überdeutschung?"
- "Kritik der sowjetischen Aussen- und Militärpolitik"
Q: RS: Oktober, Nr. 11, West-Berlin, 23. April 1984.

03.11.1984:
Es erscheint die Nr. 12 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionäre Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "Revolution und Konterrevolution in Mittelamerika"
- "Im Zangengriff von EG und USA"
- "Die Cont(R)adoraininitiative"
- "El Salvador: Sieg statt Verhandlungslösung"
- "Kirche in Nicaragua"
- "… Wir sind immer noch im Krieg"
- "Ists Blauäugigkeit oder Berechnung? Die Grünen und die Dritte Welt"
- "Solidarität"
- "Aus unserer Serie: Mit der Geschichte auf Du und Du. Der Pfaffe und sein Hurensohn"
- "Bei jeder Schweinerei ist die SPD dabei"
- "Warum unser Willy der schönste Bräutigam ist"
- "Tanz auf zwei Hochzeiten"
- "Viele kleine Sozialdemo-/bürokraten"
- "Ein Traumpartner?"

Parolen sind: "BRD und USA-Hände weg von Nicaragua!", "Kein zweites Grenada!", "Verteidigt Kuba und Nicaragua!", "Für die Vereinigten sozialistischen Staaten von Mittelamerika!"
Q: RS: Oktober, Nr. 12, West-Berlin, 3. November 1984.

Juni 1985:
Es erscheint eine Ausgabe des "Oktober" der Revolutionäre Sozialisten (RS), die laut Ausgabe 26 eine "Sondernummer" ist.
Artikel der Ausgabe sind:
"THESEN ZUR CHARAKTERISIERUNG DER BÜROKRATISCH-DEFORMIERTEN ARBEITERSTAATEN
Die Schwierigkeiten der Analyse
Die ökonomische Funktionsweise
Der Zwangsarbeit entspricht der Zwangskonsum
Reformpläne und Fraktionierungen
Der Klassencharakter des Staates
Die Stabilität der Bürokratie
Eine neue Klasse?
Was heißt Übergangsgesellschaft?
Die Diktatur des Proletariats und die politische Macht
Die Herausbildung der bürokratischen Entartung und ihrer ideologischen Konsequenzen
Die Theorie der permanenten Revolution
Neue Entwicklung seit dem Il. Weltkrieg
Der Fall Jugoslawien
Politische Konsequenzen
Der Klassencharakter demokratischer Losungen

THESEN ZUR BEWAFFNUNG DER SOWJETUNION MIT MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN
Proletarische Diktatur und Miliz
Verteidigung durch Vernichtung des Proletariats?
Sozialismus in einem Land, Militärstruktur und Kriegsdoktrin
Übernahme der Abschreckung
Klassenkampf im Atomkrieg?
Die (Un)Logik der Abschreckung"
Der Hauptfeind steht im eigenen Land".
Q: RS: Oktober (Sondernummer), West-Berlin, Juni 1985.

21.09.1985:
Es erscheint die Nr. 13 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "Südafrikas Zukunft ist schwarz und rot".

Hier geht es u. a. um die Apartheid und den Kampf dagegen. U. a. wird erklärt: "Die Wurzeln der Anti-Apartheidbewegung liegen im religiös-pazifistischen Kampf für die elementarsten Rechte. Mit dem Massaker von Sharpeville, das Regierungstruppen an wehrlosen Demonstranten verübten, kam der Umschwung. ANC-Führer wie der seit über 20 Jahren eingekerkerte Nelson Mandela erkannten, dass sich das Rassistenregime nicht unter politischem Druck zu Reformen bereiterklären würde.

Zwar versuchen heute die westlichen Regierungen, mit Bischof Tutu den schwarzen Befreiungskampf in den Rahmen zivilen Ungehorsams einzuzwängen. Aber Folter, Mord und Ausnahmezustand bedeuten für die schwarzen Massen eine tägliche Lektion in Sachen Gewaltfreiheit. Mit jedem Schlag, den die arroganten Rassisten mit ihren Nilpferdpeitschen austeilen, steigen Wut und Mut der Unterdrückten. Aber Wut und Mut allein reichen nicht für den Sieg. Der Afrikanische Nationalkongreß (ANC) vereinigt in seinen Reihen Schwarze, Mischlinge, Inder und auch Weiße. Er arbeitet damit bewußt gegen das Prinzip des Teile und Herrsche, mit dem die Regierung von Pretoria die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausspielt.

Jedoch strebt er keine sozialistische Lösung an. (…)

Die ANC-Führung setzt darauf, die Botha-Regierung durch Guerillakampf, europäische und amerikanische Sanktionen und den Druck aufgeklärter einheimischer Unternehmer in die Zange zu nehmen. Andere Organisationen wie die AZAPO vom Black Consciousness Movement haben eine eher sozialistische Zielrichtung. Gleichzeitig aber versuchen sie nicht wie der ANC, auch nichtschwarze Bevölkerungsteile für den Kampf gegen das Apartheidsystem zu gewinnen.(…)

Keine Phrase von afrikanischem Sozialismus kann nun mehr verhüllen, dass diese Länder das Kolonialjoch nur gegen neokoloniale Abhängigkeit eintauschten. An der Spitze der Befreiungsbewegungen wie FRELIMO oder MPLA kämpfte eine kleinbürgerliche Elite darum, sich auf die Posten der weißen Herren zu setzen.

An die Macht gekommen, handelte sie als Agent einer sich langsam herausbildenden Bourgeoisie, indem sie versuchte, eine Staatswirtschaft zu entwickeln. Dies nannte sie Sozialismus. Der Versuch scheiterte an ihrer Abhängigkeit vom imperialistischen Weltmarkt. Am Ende standen Hunger, Korruption und die Unterdrückung von Minderheitsvölkern wie den Matabele in Mugabes Simbabwe. Eine siegreiche sozialistische Revolution in Südafrika könnte diesen Ländern eine Zukunft geben. Die materiellen Voraussetzungen dafür sind da. (…)

Agitiert wird noch gegen SPD, Grüne, KB und Kirchen: "Die westdeutsche Antiapartheidbewegung fordert von der Bundesregierung stärkeren Druck, sprich Sanktionen. Wenn aber die westlichen Regierungen tatsächlich verstärkten Druck auf Pretoria ausüben würden, dann sicherlich nicht im Interesse der Unterdrückten".
Q: RS: Oktober, Nr. 13, West-Berlin, 21. September 1985.

18.10.1985:
Es erscheint die Nr. 14 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionäre Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "Von Brokdorf II zur Koalition mit der SPD"
- "Der Staat sind wir"
- "Zur Lage der Partei"
- "Alternativen"
- "Zurück zu den Ursprüngen"
- "Das Noske-Syndrom"
- "Und die Linke?"
- "Die Ökosozialisten Ebermann/Tramperts Buch über die Zukunft der Grünen"
- "Umweltzerstörung, Vergeudung von Naturreserven, Hunger in der Dritten Welt"
- "Gewerkschaften"
- "Ökosozialistische Perspektive"
- "Die Grünen und ihre Nation"
- "Die Entspannungspolitiker in der AL"
- "In der Tradition der Sozialdemokratie"
- "Für ein Räte-Deutschland in einem sozialistischen Europa!"
- "Bedenken(swertes)"
- "Die AG Berlin und Deutschlandpolitik in der AL"
Q: RS: Oktober, Nr. 14, West-Berlin, 18. Oktober 1985.

28.01.1986:
Es erscheint die Nr. 15 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionäre Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "Gegen Zionismus und Antisemitismus"
- "Der Antisemitismus lebt …"
- "… der Zionismus auch"
- "Lichtblicke"

Gefordert wird: "Schluss mit der Okkupation!", Schluss mit der rassistischen Diskriminierung der unter zionistischer Herrschaft lebenden Palästinenser!", "Für das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes!" (…) "GEGEN ANTISEMITISMUS UND ZIONISMUS".
Q: RS: Oktober, Nr. 15, West-Berlin, 28. Januar 1986.

25.02.1986:
Es erscheint die Nr. 16 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "Mauer an Lummer verkauft. DDR macht asylantendicht!"
Hier geht um Migranten, deren Asylantrag abgelehnt wurde, und die "nach ihrer erzwungenen Rückkehr gleich auf dem Flughafen festgenommen werden. So greifen die Abschiebungen mit Kriegsvorbereitungen gegen die Sowjetunion Hand in Hand. (…) Am Anfang des Monats haben sich die DDR-Bürokraten offiziell dazu verpflichtet, auch Asylbewerbern aus anderen Ländern die Durchreise zu verweigern. (…) Am Anfang des Monats haben sich die DDR-Bürokraten offiziell dazu verpflichtet, auch Asylbewerbern aus anderen Ländern die Durchreise in die BRD zu verweigern. (…)

Parole dazu: "Verteidigung der sozialen Errungenschaften der DDR gegen den Imperialismus und Kampf gegen die bürokratische Herrschaft gehören zusammen".
Q: RS: Oktober, Nr. 16, West-Berlin, 25. Februar 1986.

06.03.1986:
Es erscheint die Nr. 17 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionäre Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!"
- "Die Wende zum Schlimmeren"
- "Alle in einem Boot: Eine Sklavengaleere"
- "Waffengleichheit, Faustkeil contra Maschinengewehr"
- "Gewerkschaftskampf: Dampf im Kessel"
- "Auge um Auge, Zahn um Zahn!"

Erklärt wird: "Politische Streiks zur Vorbereitung des Generalstreiks!"
Q: RS: Oktober, Nr. 17, West-Berlin,6. März 1986.

18.04.1986:
Es erscheint die Nr. 18 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "Hände weg von Libyen. Schluss mit den Ausländerkontrollen!"

Der Artikel der Ausgabe beschäftigt sich mit Libyen und Aktionen der USA gegen Libyen. Dazu heißt es: "Die imperialistischen Interventionen der letzten Jahre haben nicht zuletzt auch die Aufgabe, die Bevölkerung psychologisch auf größere Kriege vorzubereiten. Die einzige Möglichkeit solche Barbareien, wie die Überfälle auf Libyen oder auf Grenada und weitere noch größere Konflikte zu verhindern, ist die Eskalation des Kampfes gegen die herrschende Klasse hier". Parolen sind: "Kein Frieden mit der Bundeswehr!", "Nieder mit der NATO!", "Krieg dem Krieg!"
Q: RS: Oktober, Nr. 18, West-Berlin, 18. April 1986.

15.05.1986:
Es erscheint die Nr. 19 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "Nach Tschernobyl: Bundesregierung verspricht: Jedes Jahr ein neues AKW". Hier geht es u. a. um die Tschernobyl-Katastrophe: "Die Lehre aus der Katastrophe von Tschernobyl kann nur heißen: "Sofortige Abschaltung aller KKWs!"

Weitere Artikel sind:
- "Die Bundesregierung: AKWs um jeden Preis"
- "Entschädigungslose Enteignung der Energiekonzerne"
- "SPD/Grüne: Abschaltszenarien statt Konsequenzen"
- "Öffnet die Kühlhäuser. Lebensmittel dorthin, wo sie gebraucht werden, in die Sowjetunion, nach Polen und in die anderen betroffenen Länder!"
- "Offenlegung aller Katastrophenpläne!"
- "Schluss mit der Kriminalisierung der Kernkraftgegner!"

Parolen sind u. a.: "Stoppt den Schnellen Brüter!", "Stoppt die WAA!", "Stoppt die deutsche Atombombe!"
Q: RS: Oktober, Nr. 19, West-Berlin, 15. Mai 1986.

13.07.1986:
Es erscheint die Nr. 20 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vorbemerkung"
- "Gefahren und Perspektiven für die südafrikanische Revolution"
- "IKL: Südafrika: Für die schwarze Arbeitermacht!"
- "IKL: Südafrika auf Reformkurs?"

In der "Vorbemerkung" zu den Artikeln der IKL heißt es u. a.:"In dieser Oktober-Nummer drucken wir einen Südafrika-Artikel aus der Permanenten Revolution, der Zeitung der österreichischen Internationalen Kommunistischen Liga (IKL) ab. Wir halten die zentralen Aussagen dieses Artikels für richtig und erhoffen uns eine lebhafte Diskussion mit der interessierten Linken - auch über die Aufgaben einer Solidaritätsbewegung hier (…) Wir wollen nicht Worte auf die Goldwaage legen, und haben daher den Artikel nicht überarbeitet oder sonst verändert. (…)

Trotzdem wollen wir auf eine in unseren Augen problematische Tendenz des Papiers hinweisen: Wir sehen augenblicklich zwei Hauptgefahren für die südafrikanische Revolution. Die eine Gefahr, die Volksfrontpolitik, die die Apartheid abschaffen und den Kapitalismus retten will, wird in dem IKL-Dokument eingehend behandelt.

Die andere Gefahr sehen wir darin, dass der schwarze Widerstand in einem Blutbad historischen Ausmaßes ertränkt werden könnte. Der Apartheidsstaat ist leider noch vollständig intakt, die Polizei und Armee mit Waffen aus der BRD bestens bestückt. Die schwarzen Townships sind nach militärischen Gesichtspunkten von der herrschenden Klasse angelegt und können zu KZs für Millionen werden. Nicht zuletzt ist der weiße Rassismus ein Massenphänomen: die weißen Vorarbeiter in den Bergwerken und Industrien verdienen nicht nur vier mal soviel wie die schwarzen Halbsklaven, sie gehen auch oft mit einem Revolver an ihren Arbeitsplatz.

Auf der anderen Seite sind die rassischen Unterschiede zwischen und innerhalb der Schwarzen, Mischlinge und Inder leider nicht, wie im Papier optimistisch geschrieben wird auch praktisch überwunden worden. Im Gegenteil, die ohnmächtige Wut über die eigene Rechtlosigkeit bricht sich nicht nur in der (legitimen) Gewalt aufgebrachter Gettojugendlicher gegen schwarze Polizeispitzel Bahn, sondern auch in Auseinandersetzungen zwischen Indern und Schwarzen (so in Durban). Ebenso gelang es Leuten wie Buthelezi, ethnische Konflikte innerhalb der Schwarzen zu bewaffneten Auseinandersetzungen hochzuputschen.

Auf diese Gefahr muss man politisch antworten, was die IKL unterlassen hat. Integrierte Massenorganisationen wie Gewerkschaften und Räte können der Spaltung im Lager der Unterdrückten entgegenarbeiten. Gleichzeitig ist es unbedingt notwendig, das Lager der Weißen zu spalten. Das bedeutet gerade nicht, sich mit den angeblich so liberalen weißen Kapitalisten an den Verhandlungstisch zu setzen, sondern z.B. aktiv die Organisierung nichtrassistischer Weißer in den mehrheitlich schwarzen Gewerkschaften zu fördern. Der PR Artikel erwähnt zwar als Beispiel den Übertritt von 75 weißen VW-Arbeitern, unterläßt es aber diesen Vorgang positiv zu bewerten. Man darf sich natürlich keinen Illusionen darüber hingeben, die Herrenmenschen-Mentalität der weißen Arbeiteraristokratie heute massenhaft brechen zu können. Aber im kommenden Bürgerkrieg wird es einen wesentlichen Unterschied machen, ob der weiße Vorarbeiter bis zur letzten Patrone für die Aufrechterhaltung der Apartheid-kämpft oder nicht.

Ende letzten Jahres kamen bei einem Bombenanschlag auf einen Supermarkt sieben weiße Urlauber um. Wir halten eine solche Tat politisch nicht für gerechtfertigt, auch wenn sie angesichts der täglich erfahrenen Unterdrückung und hunderten ermordeten Schwarzen subjektiv verständlich ist. Solche Aktionen erleichtern unnötig den weißen faschistischen Organisationen das Geschäft. Es darf nicht geschehen, dass im kommenden Bürgerkrieg eine weitgehend unbewaffnete und teilweise gespaltene schwarze Mehrheit einer einigen und zum letzten bereiten weißen Minderheit ins Messer rennt!"
Q: RS: Oktober, Nr. 20, West-Berlin, 13. Juli 1986.

24.09.1986:
Es erscheint die Nr. 21 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "§ 16 Grundgesetz: Abs 2: Politisch Verfolgte genießen Asylrecht, Abs. 3: Über die Grenzen kommt keiner!'"

Agitiert wird u. a. gegen die "Methode Angst vor Überfremdung". Parolen sind u. a.: "Aufhebung aller inspirierenden Maßnahmen (Arbeitsfront, Wohnheimzwang etc.)!", "Sklavenhändler in den Knast!", "Gewerkschaftliche Organisierung auch der illegalisiert Arbeitenden!", "Volles Asylrecht für alle Flüchtlinge!", "Volle Staatsbürgerrechte für die in BRD und Westberlin lebenden Ausländer!"
Q: RS: Oktober, Nr. 21, West-Berlin, 24. September 1986.

November 1987:
Es erscheint die Nr. 22 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "Reform des CIF im Rahmen der neuen Weltwirtschaftsordnung: Der (scheinbar) neue Kassenknüller aus der Traumfabrik der Realpolitiker"
- "Die neue Weltwirtschaftsordnung (NWWO)"
- "Die Reform des CIF"
- "Weltwirtschaft und Schuldenkrise"
- "Die Internationalisierung des Kredits"
- "Die Verschuldung der neokolonialen Länder"
- "Der Machtverfall der Vereinigten Staaten"
- "Wirtschaftliche und politische Aussichten"
- "Die Linke und die neokoloniale Frage"
- "Schuldenstreichung und soziale Revolution"
Q: RS: Oktober, Nr. 22, West-Berlin, November 1987.

01.05.1988:
Es erscheint die Nr. 24 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "Für eine Kürzung von Momper und Pagels, ganz ohne Ausgleich!"
Parolen sind:
- "Weder Momper noch Pagels!"
- "Für kämpferische Gewerkschaften!"
- "Verteilung der Arbeit auf alle bei vollem Lohnausgleich!"
- "Gegen die Internationale des Kapitals der internationale Kampf der Arbeiterklasse!"
- "Für die sozialistische Räterepublik!"
Q: RSS: Oktober, Nr. 24, West-Berlin, 1. Mai 1988.

September 1988:
Es erscheint die Nr. 25 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS), die sich mit den Autonomen beschäftigt. Titel: "Das reformistische Schaf im autonomen Wolfspelz. Autonome Theorie(n) zwischen vorkapitalistischer Idylle und antikapitalistischem Reformismus".

Inhalt der Ausgabe:
"0. Vorbemerkung
I. Zum Klassenbegriff (von Hitparaden und teuflischen Plänen)
1. Große Klasse
2. Motorsport und ein teuflischer Verdacht
3. Marionettentheater und Hinterlist
4. Klassenbegriff und Ideologieverdacht
5. Krise und Klassenkampf oder gradualistischer Aktionsbrei
6. Klassenbegriff und sozialistische Gesellschaft

II. Vom Spurenverwischen (kritische Notiz zu einem historischen Vergleich-NS-System und Bretton Woods)

III. Subsistenzmacke oder revolutionärer Krisenbegriff
1. Der Stein der Weisen und kühne Visionen
2. All around the World: Subsistenzwirtschaft
3. Subsistenzwirtschaft und Krise

IV. Früher war alles besser (Bemerkungen zum Aufsatz Massenarmut und Existenzrecht. Geschichte der sozialen Bewegungen 1789/1848 in: Autonomie Nr. 14)
1. Kommunismus ist jederzeit möglich?
2. Vorkapitalistische Idylle als Perspektive
3. Die Unterklassen zwischen antikapitalistischer Revolte und faschistischer Reaktion

V. Sprechblasen
1. Militante Debatte."
Q: RS: Oktober, Nr. 25, West-Berlin, September 1988.

November 1988:
Es erscheint die Nr. 26 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS). Die Ausgabe veröffentlicht Auszüge aus einer Schrift der österreichischen Gruppe "Der nächste Schritt" mit dem Titel: "Wohin geht die Sowjetunion?"
Q: RS: Oktober, Nr. 26, West-Berlin, November 1988.

26.07.1989:
Es erscheint die Nr. 28 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "Zum Entwurf einer politischen Grundlage für den Kreis Radikale Linke von R. Trampert und T. Ebermann".

Zum Diskussionszirkel "Radikale Linke" wird u. a. ausgeführt: "Der Diskussionszirkel Radikale Linke verdankt seine Entstehung letztlich zwei politischen Entwicklungen: Zum einen der Wandlung der Grünen von einer kleinbürgerlichen Bewegungspartei zum Juniorpartner der SPD, mit der zusammen sie in Berlin Zimmermanns Sicherheitsgesetze übernahm und die Bullen gegen Linke einsetzte. Zum anderen der Krise von DKP/SEW, die sich beim Spagat zwischen SED, Gorbatschow und dem westdeutschen antimonopolistischen Kapital einen Bänderriss zugezogen hat. (…)

Ziel des Entwurfes ist nun, eine neue Heimat für diese und andere entwurzelte Linke zu schaffen. Über die jeweilige politische Vergangenheit soll nicht groß debattiert werden; der Entwurf fasst den kleinsten gemeinsamen Nenner des heterogenen Kreises zusammen. Nur: Vergeben und Vergessen können vielleicht die Harmonie einer Familienfeier garantieren. Aber bekanntlich dauern Familienfeiern auch meistens nur ein Wochenende. Notwendig ist es vielmehr, revolutionäre Antworten auf die von Sozialdemokraten, Grünen und Stalinisten mitverursachte Misere zu formulieren und auf eine wirkliche Einigung von radikalen Linken auf kommunistischer Grundlage hinzuwirken. Deshalb haben wir diese Kritik des Entwurfs geschrieben. Ebermann und Trampert wollen mit ihrem Papier eine Linke Opposition gegen den Konsens der kapitalistischen Modernisierung (Fülbert) vorbereiten. (…)

Ein linksradikaler Diskussionszusammenhang ist durchaus wünschenswert, aber:
- im gegenwärtigen Stadium Konsenspapiere anzusteuern, ist Blödsinn. Solche Papiere sind zwangsläufig oberflächlich, widersprüchlich und verdecken vorhandene Differenzen. Auf jedem Fall tragen sie nicht zur politischen Klärung bei.
- sinnvoll erscheint uns nur eine kontinuierliche und strukturierte Diskussion um zentrale politische Fragen (z .B. Verhältnis zum bürgerlichen Staat, Patriarchat, Perspektiven des AntiFaKampfes, Möglichkeiten der Gegenwehr gegen die Kapitaloffensive im Rahmen von Europa 92, Klassencharakter der osteuropäischen Staaten und der SU) zu organisieren".
Q: RS: Oktober, Nr. 28, West-Berlin, 26. Juli 1989.

18.12.1989:
Es erscheint die Nr. 29 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS) mit der Schlagzeile: "Nie wieder Vereinigung unterm Kapital!" Agitiert wird gegen die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten. Aufgerufen wird zur Demo gegen die Wiedervereinigung am 3.2.1990 in Stuttgart.
Q: RS: Oktober, Nr. 29, West-Berlin, 18. Dezember 1989.

10.04.1990:
Es erscheint die Nr. 31 der Zeitschrift "Oktober" der Revolutionären Sozialisten (RS).
Artikel der Ausgabe sind:
- "Nein zur kapitalistischen Wiedervereinigung!"
- "Was ist, was war Sozialismus?"
- "Die Nachkriegszeit"
- "Von der Zwangsvereinigung zum 17. Juni"
- "Sozialismus in einem halben Land"
- "SPD und Ostverträge"
- "Neuer Nationalismus von links"
- "Hat die Planwirtschaft versagt?"
- "Thesen zur bürgerlich-stalinistischen Planwirtschaft"
- "Hat sich der Kapitalismus bewährt?"
- "Planwirtschaft und Rätedemokratie"
- "Räte contra Selbstverwaltung"
- "Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW)"
- "Wo stehen wir heute?"
- "Wirtschaftliche Perspektiven"
- "Kampf gegen Joint Ventures"
- "100.000 Leute müssen um ihren Job bangen/Neue Pläne von VW"
- "Das Beispiel Polen"
- "Gegen die Herrschaft"
- "Die Sache mit den Mieten"
- "Stoppt die Nazis!"
- "Die Gewerkschaftsfrage"
- "ArbeiterInnenkontrolle und Räte"
- "Zum Tode von Gertrud Hippe und Oskar Hippe"
Q: RS: Oktober, Nr. 31, West-Berlin, 10. April 1990.

Letzte Änderung: 22.07.2019