Radikalinski - Überregionale Schülerzeitung aus Berlin-Spandau - Materialien zur Analyse von Opposition

Radikalinski - Überregionale Schülerzeitung aus Berlin-Spandau

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Der 'Radikalinski' aus Berlin-Spandau ist sicherlich ein Gesamtkunstwerk, welches den Geist der antiautoritären Revolte gut zum Ausdruck bringt. Leider lagen uns nicht alle hier veröffentlichten Ausgaben im Original und weitere noch gar nicht vor.

Ausdrücklich muss davor gewarnt werden, die diversen Anleitungen für Bombenbau, Drogengenuss oder gar Sexualität zu befolgen.


Flugblatt zur Einführung des Radikalinski

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

11.10.1968:
Heute beginnt in Berlin die Aktionsgemeinschaft Spandauer Schüler (AGSS) mit dem Verkauf ihrer überregionalen Schülerzeitung 'Radikalinski' (vgl. Nov. 1968), in der u.a. auch die Rote Garde Westberlin zu Wort kommt. Insgesamt werden "weit über 50 (fünfzig)" Anzeigen gegen die Zeitung erstattet.
Quelle: Radikalinski Nr. 1 und 2, Berlin o. J. (1968)

November 1968:
Vermutlich Anfang November gibt in Berlin die Aktionsgemeinschaft Spandauer Schüler (AGSS) ihre überregionale Schülerzeitung 'Radikalinski' Nr. 2 (vgl. 11.10.1968, Dez. 1968) heraus. Berichtet wird auch von der USSG Oldenburg.
Q: Radikalinski Nr. 2, Berlin o. J. (1968)

Dezember 1968:
Vermutlich Anfang Dezember gibt in Berlin die Aktionsgemeinschaft Spandauer Schüler (AGSS) ihre überregionale Schülerzeitung 'Radikalinski' Nr.3 (vgl. Nov. 1968, Apr. 1968) heraus. Berichtet wird auch von der Gründung der Basisgruppe Siemensstadt.
Q: Radikalinski Nr. 3, Berlin o. J. (1968)

Februar 1969:
Vermutlich im Februar gibt in Berlin die Aktionsgemeinschaft Spandauer Schüler (AGSS) ihre überregionale Schülerzeitung 'Radikalinski' Nr. 4 (vgl. Dez. 1968, 24.3.1969) heraus mit den Artikeln:
- "Organisiert den Widerstand! Das NB-Kollektiv distanziert sich von dem Artikel und liefert eine Stellungnahme" zum SDS und der Roten Garde (RG), die aber jetzt nur noch allgemeinpolitische Arbeit machen wolle sowie zum 'Nachrichtenblatt' (NB);
- "Leichen niesen nicht" zu den liberalen Schülern und Lehrern;
- "Seit dem 31. Dezember 68 gibt es keine Disziplinarordnung mehr!";
- "Der Idiot" zum Direktor der Luise von Gottorpschule;
- "Oberstudienrätin verführte Schüler. Keine Strafe für Fehltritt";
- "…speaking of pigs" zur 'Linkeck' sowie zum 'Streiflicht' der Lily-Braun-Schule Nr. 14, die sich beide über 'Radikalinski' äußerten;
- "Da schau her. Warum Wittke doch nicht nach Westdeutschland geht" zum Kant-Gymnasium;
- "Nicht mehr alles im Kasten" zur Privatschule Gabbes Lehranstalten;
- "Die Mühsal der Lust Linkeck?" zu deren Bericht über 'Radikalinski';
- "Das Goethe-Gymnasium erwartet die K 1" zum für den 18.12.1968 von der KSG geplanten love-in;
- "Zerschlagt die Justiz mit dem Joint in der Hand!";
- ein Bericht über 'Colloquium' Nr. 1/1969;
- ein Zeitungsbericht über die Räumung des Bezirksparlaments Steglitz; sowie
- "Es gibt auch schon linke Lehrer" zur Heinrich-Heine-Oberschule.
Q: Radikalinski Nr. 4, Berlin o. J. (1969)

24.03.1969:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Berlin eine gemeinsame Ausgabe der überregionalen Schülerzeitung 'Radikalinski' Nr. 6 (vgl. Feb. 1969) und der 'Linkeck' Nr. 8 (vgl. 27.1.1969, Apr. 1969) mit den Artikeln:
- "Hier tut sich ein Abgrund von Schmutz auf! Happy coitus to you!";
- "'Ich wünsche euch das allen!' - Vorbeugehaft" mit einem Brief aus dem UG Moabit vom 24.3.1969;
- ein Bericht über den Abbruch einer Veranstaltung mit Uwe von Trotha und Checkpoint Charlie wegen obszönen Texten;
- "Abwiegelung oder der 'anarchistische' Mythos" zu den Haftbefehlen gegen Kunzelmann und Langhans am 6.3.1969 bzw. einer Broschüres des Zentralen Ermittlungsausschuß der TU "über Ideologie und Praxis der Klassenjustiz";
- "Nicht versetzt dann 761822" zu den Zensuren, u.a. am Arndt-Gymnasium;
- Zeitungsartikel zum Ermittlungsverfahren gegen 'Radikalinski';
- "Von den Pfinsteren Pfreuden des Pfleisches" von Kurt Tucholsky;
- "Zerschlagt die Justiz" zu einer Hamburger Gerichtsverhandlung über Haschisch;
- "Der sexuelle Kampf der Jugend" von Wilhelm Reich; sowie
- "Die neue Scheiße" zu den Toiletten u.a. der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Auf der Seite 4 heißt es seitens der Radikalinski-Redaktion zur Erklärung: "Dies ist die erste Doppelnummer von RADIKALINSKI und Linkeck. Vielleicht ist es auch die letzte. LINKRAD nennt sich die ganze Scheiße. Warum wir die Nummer gemacht haben? Um Geld zu verdienen; weil wir flexibel sind; weil wir die Typen vom Linkeck gern mögen und ihnen helfen wollen usw. usw. Der ganze Mist hat ziemlich viel Arbeit gekostet. Hoffentlich hat sichs gelohnt. Die einzelnen Seiten sind jeweils von einem der beiden Redaktionskollektive erarbeitet (?) worden und sind entsprechend gekennzeichnet. Wir in unserer Eitelkeit haben natürlich bei uns immer groß und breit RADIKALISNKI reingeschmiert. Alles Kacke, FUCK YOU ALL !!!!!!!!!!"
Q: Radikalinski Nr. 6 / Linkeck Nr. 8, Berlin O. J. (1969)

Letzte Änderung: 12.01.2018