17. Juni - Tag der deutschen Einheit

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 13.6.2020

Die hier vorgestellten Dokumente und Hinweise sind zunächst geprägt von antikommunistischen Forderungen nach Wiedervereinigung, während die Anschlaggruppe sich schon früh an einer sozialistischen Deutung des Arbeiteraufstandes 1953 versuchte (vgl. 17.6.1965), wie dies später auch die Spartacisten, die Lambertisten und die GIM taten, wobei Forderungen nach einer sozialistischen Wiedervereinigung erhoben wurden.

Die KPD/ML-ZB dagegen verteidigte die DDR des Jahres 1953 energisch, agitierte "Gegen die Wiedereroberungspläne der DDR durch das westdeutsche Großkapital!" (vgl. 7.6.1971), während die KPD/ML-ZK die damalige DDR scharf kritisierte (vgl. 8.11.1971).

Die Forderungen nach einer "sozialistischen Revolution in Deutschland" bzw. einem "vereinigten sozialistischen Deutschland" aber wurden später sowohl von der KPD/ML als auch von der KPD propagiert.

Der KBW klagte "die Imperialisten" als Drahtzieher an, seine Nachfolgegruppe BWK agitierte dann wiederum gegen die westdeutsche "Kriegsvorbereitung".

Gegen die Aktionen der NPD und anderer Faschisten zum 17. Juni gab es immer wieder massive Proteste linker Gruppen, begleitet von gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

17.06.1958:
Die Uni-Spitze Heidelberg (vgl. Juni 1970) berichtet vom politischen Mandat, daß an der Uni Heidelberg der Rektor Prof. Reicke ein Schlußwort auf der politischen Feier des 17. Juni 1953 gesprochen habe.
Quelle: AStA Uni Frankfurt: AStA-Materialien zum Politischen Mandat, Frankfurt o. J. (Juni 1971), S. 3

17.06.1959:
Die Uni-Spitze Heidelberg (vgl. Juni 1970) berichtet vom politischen Mandat:"
REKTOR Prof. Hahn hatte auch schon am 17. Juni 1959 bei einer Feier das Schlußwort gesprochen".
Q: AStA Uni Frankfurt: AStA-Materialien zum Politischen Mandat, Frankfurt o. J. (Juni 1971), S. 3

16.06.1960:
Die Uni-Spitze Heidelberg (vgl. Juni 1970) berichtet vom politischen Mandat an der Uni Heidelberg:"
Am 16. Juni 1960 'widmete MAGNIFIZENZ Prof. Dr. Hahn (dieser Stimmung) ein Wort, als er nach den Fackelzügen zum Universitätsplatz vom 'Schatten der gescheiterten Gipfelkonferenz' und von der 'tiefen Enttäuschung der Völker' sprach. Aber er rief das deutsche Volk auf, auch nach der heilsamen Befreiung von Illusionen den Willen zur Wiedervereinigung nicht aufzugeben. Neben dem auf lange Zeit versperrten Weg über Verhandlungen der Großmächte sah er die verheißungsvolle 'Woge der Forderung nach Befreiung der unfreien Völker', die nicht nur die Völker Asiens und Afrikas, sondern auch Europas befreien könne. Diese Bewegung, die sich bald gegen den 'wahren Imperialismus und wahren Kolonialismus' unserer Zeit, gegen den schon ideologisch erstarrenden Kommunismus wende, werde uns auch davor bewahren, im kleinen nationalistischen Rahmen die Wiedervereinigung zu erstreben…'"
Q: AStA Uni Frankfurt: AStA-Materialien zum Politischen Mandat, Frankfurt o. J. (Juni 1971), S. 2

16.06.1961:
Die Uni-Spitze Heidelberg (vgl. Juni 1970) berichtet vom politischen Mandat aus der Uni Heidelberg:"
REKTOR Prof. Köthe sagte am 16. Juni 1961 u.a.: 'Am Vorabend dieses Tages erheben wir die Stimme vor aller Welt, daß wir die Freiheit für die ostdeutschen Landsleute fordern…'"
Q: AStA Uni Frankfurt: AStA-Materialien zum Politischen Mandat, Frankfurt o. J. (Juni 1971), S. 3

Juni 1963:
In Berlin erscheint 'Der Rote Turm' - Schüler-Echo der Schadowschule Nr. 2 vermutlich im Juni (vgl. Mai 1962, 25.11.1963) mit "Gedanken zum 17. Juni".
Q: Der Rote Turm Nr. 2, Berlin o. J. (1963), S. 7f

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17.06.1963:
Die Uni-Spitze Heidelberg (vgl. Juni 1970) berichtet vom politischen Mandat aus der Uni Heidelberg, vermutlich von heute:"
1963: 'Auf dem Universitätsplatz, der von Hunderten von Fackeln hell erleuchtet war, sprach der REKTOR der Universität Prof. Dr. Ernst die Schlußworte'; Prof. Dr. Conze, DEKAN der Philosophischen Fakultät: 'Den Zorn der Unruhe bewahren!'"
Q: AStA Uni Frankfurt: AStA-Materialien zum Politischen Mandat, Frankfurt o. J. (Juni 1971), S. 3

17.06.1964:
Die Uni-Spitze Heidelberg (vgl. Juni 1970) berichtet vom politischen Mandat aus der Uni Heidelberg, vermutlich von heute:"
1964: 'Vor der Universität wandte sich REKTOR Prof. Lindemann an die akademische Jugend und die Bürger Heidelbergs. Durch ihre Teilnahme an der Feier, so erklärte er, bekundeten sie einmütig die im Herzen verankerte Überzeugung von der Einheit unserer Nation. Man verneige sich in Ehrfurcht vor den Opfern des 17. Juni und wolle die Verbindung der Hände und Herzen halten.'"
Q: AStA Uni Frankfurt: AStA-Materialien zum Politischen Mandat, Frankfurt o. J. (Juni 1971), S. 3

17.06.1965:
Vermutlich in Berlin verteilt die Anschlaggruppe (Opposition) ein Flugblatt zum 17. Juni 1953, in dem sie abschießend analysiert: "Der 17. Juni war eine Rebellion für ein sozialistisches Deutschland!!"
Q: Anschlaggruppe (O): Zum 17. Juni, o. o. o. J.

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Juli 1966:
Der AStA der Universität Hamburg gibt sein 'Auditorium - Hamburger Studentenzeitung' Nr. 42 (vgl. Juni 1966, Dez. 1966) heraus, eingegangen wird auch auf den 17. Juni.
Q: Auditorium Nr. 42, Hamburg Juli 1966, S. 14

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September 1967:
Der Politische Arbeitskreis Schulen (PAS) Schleswig-Holstein gibt sein 'Info' heraus mit dem Artikel "17. Juni", eine Rede u.a. zur DDR von Thomas Schleiff an der Gelehrtenschule Meldorf.
Q: PAS: Info, Plön Sept. 1967, S. 18ff

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17.06.1968:
In Köln-Gürzenich findet, laut der 'Freiheit (vgl. Juli 1968), eine Feierstunde zum Gedenken des 17. Juni 1953 in der DDR unter Teilnahme von Minister Wischnewski statt.
Q: Freiheit Nr. 1, Köln Juli 1968, S. 8

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13.03.1969:
Für die 'Agit 883' berichtet Thomas Sonnenthal:"
SOZIALISMUS IN DER SED

Am 13.3.1969 hielt Dr. Wessel in den Räumen des Parteivorstandes der SEW, Wilmersdorfer Str. 165, einen Vortrag zum Thema: Die Entwicklung der gesellschaftlichen Beziehungen bei der Gestaltung des Sozialismus in der DDR. Es folgt eine Diskussion. Anwesend waren ca. 30 Genossen der SEW, die sich nicht an der Diskussion beteiligten, sowie 4 ApO's, die mit Herrn Wessel umso eifriger diskutierten. Die Aktivitäten der SEW-Genossen bestanden lediglich darin, zu klatschen, nachdem Herr Wessel zu Ende geredet hatte, oder sich bemerkbar zu machen, falls ein Genosse der ApO es wagte, die DDR zu kritisieren. … In der darauf folgenden Diskussion tauchte die Frage auf, warum denn seit 1953 keine Demonstrationen mehr in der DDR stattgefunden hätten. Antwort: Alles wird in der Partei ausdiskutiert. Der Sozialismus in der DDR ist so perfekt, daß keine Demonstrationen notwendig sind. Wer in der DDR demonstriert, kann nur ein Klassenfeind sein."
Q: Agit 883 Nr. 6, Berlin 20.3.1969, S. 5

16.06.1969:
In Oldenburg hat das bisherige Revolutionäre Komitee (RK) Oldenburg, sich gerade in Revolutionäre Initiative (RI) Oldenburg umbenannt. Eines der drei Mitglieder der RI berichtet:"
Die Gruppe zerbrach an der Planung der ersten Aktion. Am 16. Juni sollte eine Demonstration gegen die Ausnutzung des Arbeiteraufstandes vom 17.6.1953 durch die herrschende Klasse … stattfinden. Ziel war das NWZ-Gebäude (Nordwestzeitung, d.Vf.). … ca. 50 Personen am Sammelpunkt … . Davon gehörte eine nicht unerhebliche Minderheit einer … rechtsradikalen Gruppe … an. … Weiterhin spielen X.X.'s (Name eines Mitglieds der RI, d. Vf.) Auffassungen von Demonstrationen (keine Flugblätter, kein Teach-In, 'Bullenkette überrennen' etc.) eine Rolle bei dem Bruch in der Gruppe."
Q: Bolschewistischen Linke der dt. Sektion der 4.Internationale-1 Sympathisant: An …(1 Bolschewistischen Linke der dt. Sektion der 4. Internationale- Mitglied), Oldenburg falsches Datum: 15.6.1969

Juni 1970:
Es erscheint die Nr. 7 von 'Rote Provinz' - Sozialistisches Informationsblatt für den Westharz (vgl. Mai 1970, Juli 1970). Eingegangen wird auch auf den 17. Juni 1953.
Q: Rote Provinz Nr. 7, Bad Gandersheim Juni 1970, S. 5

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09.06.1970:
In Berlin endet der Bericht der Leitung von Spartacus - IAfeKJO, der Überblick über den Zeitraum seit dem 24.5.1970 geben soll, mit diesem Tag. Am 17.6.1970 werde man eine Veranstaltung zum 17.6.1953 durchführen.
Q: Spartacus - IAfeKJO: Leitungsbericht für den Zeitraum vom 17.Plenum bis zum 9.6.1970, Berlin o. J. (1970)

17.06.1970:
Für die DKP berichtet Friedrich Pospiech aus Heidelberg über den Polizeiüberfall auf die Entwicklungshilfedemonstration am 19.6.1970:"
Zwei Tage zuvor jedoch, am 17. Juni, schützt sie - ebenfalls in Heidelberg - eine NPD-Demonstration, über die das 'Heidelberger Tageblatt' u.a. berichtete: 'Haß war ihre Antwort auf Andersdenkende. Wer für die Ostpolitik von Willy Brandt und Walter Scheel war, hießen sie einen Verräter, einen Lumpen…'"

Der SDS Heidelberg (vgl. 25.6.1970) berichtet in "Zundel's Polizisten schützen die Faschisten" vom NPD-Fackelmarsch.
Q: AStA Uni: Info Nr. 110, Heidelberg 23.6.1970, S. 4; Rote Kommentare Kurzarbeit bei der Schnellpresse, Heidelberg 25.6.1970, S. 5;Unsere Zeit Nr. 27, Essen 4.7.1970, S. 5 und 7

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17.06.1970:
In Berlin führt Spartacus - KJO eine Veranstaltung zum 17. Juni 1953 durch, zu der vermutlich am selben Tag mit einem Flugblatt "Tod dem Stalinismus - Es lebe der 17. Juni!" aufgerufen wurde.
Q: Spartacus - KJO: Leitungsbericht für den Zeitraum vom 17.Plenum bis zum 19.6.1970, Berlin 19.6.1970; Spartacus - KJO: Tod dem Stalinismus - Es lebe der 17. Juni!, Berlin o. J. (1970)

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28.11.1970:
In Düsseldorf beginnt der zweitägige Lehrlingskongreß der Jusos der SPD. Die Junge Garde (JG) der IAK berichtet auch:"
Als ein Vertreter der IAK auf dem Kongreß die revolutionäre Vereinigung des gesamten deutschen Proletariats forderte, als er die Jugend aufforderte, mit Ulbricht, der die Arbeiterklasse in Ostdeutschland unterdrückt, der 1953 die russischen Panzer gegen den Arbeiteraufstand begrüßte, der seine Soldaten an der Spitze der Warschauer Pakttruppen gegen die tschechoslowakischen Arbeiter aufmarschieren ließ, und der schließlich im Namen der Oktoberrevolution die eigene Arbeiterklasse der übelsten politischen Unterdrückung unterwirft, ebenso Schluß zu machen, wie mit dem Imperialismus, da vereinigte sich der KJVD mit den Jusos zu einzigen Geschrei gegen die revolutionären Marxisten. Die Nachfahren der Mörder an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht finden ihren innigsten Verbündeten in den Nachfahren des Mörders von Trotzki und Hunderttausenden von anderen bolschewistischen Revolutionären.

Nicht die sozialistische Revolution in Gesamtdeutschland, die Vereinigten sozialistischen Staaten Europas, die Weltrevolution, ist ihr Ziel: Jusos und KJVD wollen nichts anderes als die Verewigung der Herrschaft von Imperialisten und Stalinisten, die die Welt so schön unter sich aufgeteilt haben, die sich zusammengeschlossen haben zur Unterdrückung des internationalen Proletariats, gegen die sozialistische Revolution."
Q: Junge Garde Nr. 5, Bochum Dez.1970/Jan.1971, S. 5ff

08.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet (vgl. 7.11.1970):"
WEIL-PROZESS

DER VERTEIDIGER WEILS, HEYNITZ, IST EIN ALTER FASCHIST UND AGENT DES MONOPOLKAPITALS. … Heynitz tritt auch auf Veranstaltungen mit NPD und Aktion Widerstand-Leuten (AW, d. Vf.) als Redner auf, so 1970 auf einem Treffen zum '17. Juni' gemeinsam mit dem MUT-HERAUSGEBER UND AKTION-WIDERSTAND-ORGANISATOR Bernhard C. WINTZEK."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 20, Bochum 13.3.1971, S. 5f

26.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
DDR-FÜHRER: HETZE GEGEN DIE VR CHINA
(aus einem Artikel des 'Neuen Deutschland' (ND, d.Vf.) vom 26.3. 'Wie man in Peking das Andenken der Pariser Kommune schändet') …
Ein erklärtes Ziel des Weltimperialismus ist bekanntlich die Zersetzung der sozialistischen Länder von innen, nachdem seine Frontalangriffe (1953 gegen die DDR, 1956 gegen die UVR (Ungarn, d. Vf.), 1968 gegen die CSSR) gescheitert sind und er gezwungen ist, sich dem veränderten Kräfteverhältnis anzupassen. Man könnte fast meinen, die Verfasser des Pekinger Artikels beziehen ihre Ideen aus den Publikationen der Herren Brzezinski, Kahn, Kissinger und Mehnert!"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 30, Bochum 21.4.1971, S. 9f

Juni 1971:
Die KPD/ML-ZB zitiert aus der 'Reichs-Arbeiterzeitung' (RAZ der Unabhängigen Arbeiterpartei (UAP) zum 17. Juni 1953 in der DDR: "Die deutsche Geschichte ist arm an sozialistischen wie nationalen Arbeiterrevolutionen. Der 17. Juni war eine solche Arbeiterrevolution."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 49, Bochum 26.6.1971, S. 9

05.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtete von der Haltung der SPD zum 17. Juni 1953 in der DDR:"
SPD-WEICHMANN UNTERSTÜTZT MARIENBURGER REVANCHISTEN

Auch bei anderen Gelegenheiten zeigen die SPD-Führer, was unter ihrer 'Entspannungspolitik' zu verstehen ist: der ehemalige Oberbürgermeister von Hamburg, Weichmann, übersandte dem Bundestreffen der 'Marienburger' vom 5. und 6. Juni in Hamburg 'im Namen der Patenstadt Hamburg' eine Grußadresse, in der es heißt: 'Ich wünsche ihrer Tagung, die im Zeichen der neuen, auch nach dem Osten hin offenen Europa-Politik unserer Bundesregierung steht, einen erfolgreichen Verlauf.'

Er zeigt damit deutlich, wie die 'auch nach Osten hin offene Europa-Politik' gemeint ist: auf der Tagung der Marienburger sprach nämlich als Hauptredner Prof. Fritz Münch, der z.B. noch am 6.Febr. in einem Artikel schrieb: 'Deutschland ist noch da. Die Unterschriften haben nichts geändert, die Entscheidung steht noch an.'

Dies ist keine andere Sprache als die Worte des ehemaligen Bundesministers für gesamtdeutsche Fragen, der 1952 erklärte: 'Es liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit, daß dieser Tag X rascher kommt, als die Skeptiker zu hoffen wagen. Es ist unsere Aufgabe, für alle Probleme bestmöglich vorbereitet zu sein.' (Spiegel 28/1952).

Der Tag X war der Tag der Eroberung der DDR. Und für diesen Tag bereiten sich die westdeutschen Kapitalisten gründlich vor. In Westdeutschland wurde so der 'Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands' gebildet. Dieser Beirat arbeitete 'ein detailliertes Sofortprogramm im Fall der Machtübernahme in der Sowjetzone' aus (Spiegel 28/1952). Damals standen SPD-Führer wie Wehner, DGB-Führer Ludwig Rosenberg, die beide Mitglieder des Forschungsbeirats waren, in vorderster Front des Kampfes um die Eroberung der DDR. Heute haben sie sich die Maske der friedlichen Ostpolitik angelegt, doch ihre Taten zeigen immer wieder, daß sich an dem Ziel der westdeutschen Imperialisten nichts geändert hat. 'Offenhaltung späterer Möglichkeiten' wie Schmidt auf dem SPD-Parteitag in Dortmund es 1966 formulierte."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 49, Bochum 26.6.1971, S. 11

07.06.1971:
Die Nr. 11 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 24.5.1971, 21.6.1971) erscheint. Im Artikel: "17. Juni - imperialistischer Hetztag" heißt es u. a. dass "die DDR heute kein sozialistischer Staat mehr ist. Die heutigen SED-Führer steuern einen Kurs, der zur Wiedererrichtung des Kapitalismus führt. Dennoch war die DDR 1953 ein Staat, der sich auf dem Wege des Sozialismus befand, in dem die Arbeiterklasse und das Volk die Macht hatte".

Weiter heißt es, dass es heute um "die Wiedereroberung der DDR" gehe. "Auch wenn die DDR heute kein sozialistischer Staat mehr ist, so richten sich die Wiedereroberungspläne der SPD-Führer gegen die Interessen der Arbeiterklasse in der DDR und in Westdeutschland. Diese Pläne im Dienste des westdeutschen Großkapitals liegen nicht im nationalen Interesse des deutschen Volkes. Die KPD/ML wird daher diese Pläne und Absichten, die DDR Westdeutschland einzuverleiben, immer bekämpfen.

Gegen die Wiedereroberungspläne der DDR durch das westdeutsche Großkapital!
Kampf den Kriegsvorbereitungen der SPD-Führer."

Auf den Artikel nimmt auch die OG Dortmund der KPD/ML-ZK (vgl. Nov. 1971) Bezug.
Q: Rote Fahne Nr. 11, Bochum 7.6.1971, S. 7; KPD/ML-ZK-OG Dortmund: Gruppe Rote Fahne Bochum - Offene Parteinahme für den DDR-Revisionismus, O. O. (Dortmund) o. J. (1971)

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14.06.1971:
An der FU Berlin gibt die Rotzeg vermutlich Anfang dieser Woche ihre Fachbereichszeitung 'Erkämpft das Sozialistische Studium!' (vgl. 7.6.1971, 21.6.1971) heraus mit der Einladung zum Öffentlichen Plenum des Sozialistischen Studiums zum Thema "Der 17. Juni 1953" am 16.6.1971.
Q: Erkämpft das Sozialistische Studium! Der 17. Juni 1953, O. O. (Berlin) o. J. (1971)

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15.06.1971:
In Heidelberg gibt der Hochschulausschuß der KG (NRF) die Nr. 5 der 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (KHZ - vgl. 11.6.1971, 23.6.1971) heraus mit dem Artikel "Zum 17. Juni" 1953 bzw. zur DDR.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 5, Heidelberg 15.6.1971, S. 7f

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17.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
SPD-FÜHRER ZUM 17. Juni

Die SPD-Führer haben durchgesetzt, daß am 17. Juni im Bundestag keine große Feier mit Reden abgehalten wurde, sondern daß das Zonenrandförderungsgesetz beraten wurde. Dies sollte nach ihrem Plan zeigen, daß sie keine Revanchegedanken in Bezug auf die DDR haben, sondern daß es ihnen vor allem auf 'die Menschen in beiden Teilen Deutschlands' und auf die 'menschlichen Erleichterungen' ankommt.

Doch hinter dieser Maske verbergen sich ihre Taten. Allein vier führende Funktionäre der SPD schreiben im 'Mitteldeutschen Kurier', dem Organ des Gesamtverbandes der Sowjetzonenflüchtlinge, zum 17. Juni. Und ihre Worte können nur mühsam ihre Absichten auf die Eroberung der DDR verdecken:

Bundesverteidigungsminister Schmidt, Egon Franke, Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen, Klaus Schütz, Regierender Bürgermeister von Westberlin, und Hupka, Verbindungsmann der SPD-Spitze zu den Vertriebenen. Alle reden von der deutschen Einheit, die nicht vergessen werden darf und von der Offenhaltung späterer Möglichkeiten.

Schmidt: 'Die Bemühungen um die politische Einheit Westeuropas… behindern nicht den Weg nach Europa, sondern sie verhindern, das Chancen für ganz Europa verpaßt werden.' Franke: 'Wer eine friedliche Entwicklung Europas und einen ANGEMESSENEN PLATZ FÜR DAS DEUTSCHE VOLK IN DER ZUKUNFT wünscht, kann dies nicht von rückwärts gewandten Positionen aus erreichen, sondern nur durch konstruktive Politik, die auf Vertrauen und guter Nachbarschaft aufbaut, aber gleichzeitig das Bewußtsein der ZUSAMMENGEHÖRIGKEIT DER DEUTSCHEN NATION nicht aus den Augen verliert.' (Unterstreichungen von der Red.) Und Hupka wird am deutlichsten: 'Die Bundesrepublik mit Westberlin darf nicht das endgültige Deutschland sein.'

Das sind die wahren Ziele der SPD-Führer, die sich hinter ihren Worten von der 'Entspannung' zu verbergen suchen. Ein einiges kapitalistische Deutschland, mit dem sich die deutschen Monopole dann auch wieder einen 'angemessenen Platz' in der Weltpolitik erkämpfen wollen."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 49, Bochum 26.6.1971, S. 10f

17.06.1971:
In Stuttgart demonstrieren, laut KAB/ML, 2 000, später 4 000, von DGB, DVA, VVN, DKP und SPD, gegen die Nazis. Laut MLSG und KSG war auch noch der AStA der Uni Stuttgart beteiligt.
Q: Rote Fahne Nr. 7, Tübingen Juli 1971; Roter Pfeil Nr. 17, Tübingen Juli 1971, S. 28;Rotes Signal Nr. 6, Tübingen Juli 1971, S. 8f

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17.06.1971:
In Bad Neustadt/Saale findet, laut RJ/ML des KAB/ML, ein Treffen von u.a. NPD und Aktion Widerstand (AW) statt. An Protesten dagegen sollen sich 50 Personen beteiligt haben. Die DGB Jugendgruppe sei für eine Demonstration des DGB-Kreisverbandes eingetreten.

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
DEMONSTRATION DER AKTION WIDERSTAND AN DER DDR-GRENZE

Daß es ihnen am 17. Juni gar nicht um das Interesse der Arbeiterklasse in der DDR ging, sondern daß ihr Ziel in der Eroberung der DDR liegt, zeigten die Faschisten deutlich am 17. Juni: so hielten Gruppen der NPD und der Aktion Widerstand am 17. Juni Versammlungen direkt an der Grenze zur DDR ab. In Bad Neustadt an der Saale drangen sie unmittelbar bis an die Grenze vor und sangen dort das Deutschlandlied, alle Strophen. So machten sie klar, daß es ihnen um 'das ganze Deutschland' geht, das Deutschland in den Grenzen von 1871."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 49, Bochum 26.6.1971, S. 10; Rebell Nr. 33, Tübingen Juli 1971, S. 3

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17.06.1971:
Bei Helmstedt will die Aktion Widerstand (AW), laut DKP, "eine sogenannte Freiheitskundgebung durchführen. Die geplante Provokation an der Grenze richtet sich erneut gegen jegliche Entspannung und Verständigung. Grenzzwischenfälle sind nicht ausgeschlossen. Die Folgen wären unübersehbar. Wir appellieren an die Landesregierung, die Provokation zu verhindern und die Kundgebung zu verbieten. Demokraten, unterstützt diesen Protest!"
Q: Kommunist Nr. 7, Göttingen Juni 1971, S. 2

18.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet u.a. über die DDR:"
FASCHISTEN ZUM 17. Juni

'17. Juni 1953 - Das Volk stand auf: Vor 18 Jahren erhob sich das Volk von Berlin, erhoben sich Brandenburger, Sachsen, Thüringer und Mecklenburger gegen die rote Diktatur der Feinde des arbeitenden Volkes.' Deutsche Nachrichten, NPD-Hauspostille vom 18. Juni 1971. …

So versuchen die Faschisten in Westdeutschland, den 'Volksaufstand' in Berlin für ihre Zwecke auszunutzen. (…) Daß es dabei jedoch um ganz anderes als die Interessen der Arbeiterklasse geht, wird deutlich, wenn man folgendes liest: 'Die Maßlosigkeit der Gewerkschaften hinsichtlich der Lohnforderungen und der Mitbestimmung führt Werksschließungen herbei: auf die gewerkschaftliche Maßlosigkeit antworten die Konzern-Leitungen mit Werksschließungen und Betriebsverlagerungen.' (Deutsche Nachrichten 18.6.)

Die Lohnforderungen der Arbeiter müssen runter, die Arbeiter sollen den Riemen enger schnallen, damit es wieder aufwärts geht mit der 'der deutschen Wirtschaft' - das ist die wahre Sprache der Faschisten. Nichts mehr zu hören von den Interessen der Arbeiterklasse, für die sie sich angeblich so einsetzen.

Die Faschisten sagen auch heute schon recht offen, wie sie sich vorstellen, daß die Arbeiterklasse von den Lohnforderungen heruntergeholt wird: 'Professor Schillers 'konzertierte Aktion' sank zu einer Vokabel ab, die keine wirtschaftspolitische Bindungskraft mehr besitzt.' 'Wir werden durch die auf uns zukommende Entwicklung gezwungen, uns zu überlegen, ob es nicht richtig ist, Unternehmertum und Arbeiterschaft an einen Tisch zu bitten und sie zu zwingen, sich zu überlegen, ob nicht über den Interessen der Unternehmer auf der einen und Arbeitnehmer auf der anderen Seite das Gemeinschaftsinteresse steht.' (Deutsche Nachrichten 18.6.)

Um die Löhne zu drücken und die Arbeiterklasse unter das Diktat der Kapitalistenklasse zu zwingen, sollen die Arbeiter und Kapitalisten zur Zwangsarbeitsgemeinschaft zusammengefaßt werden.

Hier zeigt sich auch die nahe Verwandtschaft der Faschisten mit den SPD- Führern: auch die SPD-Führer gehen mit dem Lohndiktat daran, die Löhne der Arbeiterklasse staatlich festzulegen und vor allem die gewerkschaftlichen Kämpfe der Arbeiterklasse und die Gewerkschaftsorganisation unter die Aufsicht des Staates zu stellen."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 49, Bochum 26.6.1971, S. 9f

21.06.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 15 des 'Klassenkampf - Ausgabe Borsig' für Juni als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 28.5.1971, 17.7.1971). Eingegangen wird auf den 17. Juni 1953.
Q: Klassenkampf Ausgabe Borsig Nr. 15, Berlin Juni 1971, S. 10

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Juli 1971:
Die Nr. 33 des 'Rebell' (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) der RJ/ML des KAB/ML erscheint mit einem Bildbericht zur Aktion Widerstand (AW) und deren Aktionen zum 17. Juni u.a. in Stuttgart.
Q: Rebell Nr. 33, Tübingen Juli 1971, S. 2

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13.08.1971:
In Berlin protestieren Antifaschisten durch eine Kundgebung auf dem Hermannplatz, zu der alle drei Berliner KPD/MLs, der KB/ML Westberlin und die KPD aufgerufen hatten, gegen einen 'Nazifreiheitsmarsch' der Aktion Widerstand, des Bundes Heimattreuer Jugend und der Nationalrevolutionären Jugend (NRJ).

Die KPD/ML-ZB berichtet, es planten "für Freitag, den 13.8. verschiedene faschistische Organisationen (Außerparlamentarische Mitarbeit, Nationalrevolutionäre Jugend, Bund Heimattreuer Jugend, Nationale Befreiungsfront Deutschlands usw.) … einen Freiheitsmarsch an die Mauer zum Peter Fechter Mahnmal. Vorher sollte noch eine Kundgebung auf dem Hermannplatz stattfinden. Das 'Aktionskomitee 17. Juni' … hatte Plakate in Kreuzberg und Neukölln mit einem Aufruf zur Teilnahme am Freiheitsmarsch geklebt."
Q: Rote Turbine Nr. 10, Berlin 19.8.1971, S. 11f; Rote Fahne Nr. 17, Bochum 30.8.1971, S. 2;Der Schwartzkopff Hammer Nr. 15 und 16, Berlin 11.8.1971 bzw. 24.8.1971, S. 9 bzw. S. 5f;Der Rote Gartenfelder Nr. 10, Berlin 17.8.1971, S. 11f;Das Rote System Nr. 17, Berlin 19.8.1971, S. 8f;Der NCR Arbeiter Nr. 10, Berlin 17.8.1971, S. 9f;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 61 und 62, Bochum 14.8.1971 bzw. 18.8.1971, S. 1ff bzw. S. 5;Rotlicht Nr. 16, Berlin 1.9.1971, S. 5ff

08.11.1971:
Es erscheint die Nr. 22 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 25.10.1971, 22.11.1971). Im Artikel "Haltlose Angriffe auf die KPD/ML. Zu einem Artikel im 'Roten Morgen' Nr. 11 (Teil II)" (vgl. 11.10.1971) heißt es u.a.:"
Der 'Rote Morgen' leugnet die Angriffsvorbereitungen von Seiten Westdeutschlands auf die DDR. Der 'Grund für den Mauerbau', erklärt der 'Rote Morgen', war die Massenflucht von den Arbeitern und Bauern aus ihrem 'Arbeiter- und Bauernstaat'. Die Genossen vom 'Roten Morgen' bleiben die Erklärung schuldig, warum die angebliche 'Massenflucht' 1953 ihren Höhepunkt erreichte. Damals ist von westdeutscher Seite erwiesenermaßen - durch verschiedene Fehler der SED begünstigt - die Unzufriedenheit der Arbeiter der DDR zu einem umstürzlerischen Putsch mit bewaffneter Einmischung von außen ausgenutzt worden."

Mit diesem Artikel befaßt sich in NRW u.a. die OG Dortmund der KPD/ML-ZK (vgl. Nov. 1971).
Q: Rote Fahne Nr. 22, Bochum 8.11.1971, S. 6; KPD/ML-ZK-OG Dortmund: Gruppe Rote Fahne Bochum - Offene Parteinahme für den DDR-Revisionismus, O. O. (Dortmund) o. J. (1971)

23.11.1971:
In Hamburg gibt das SALZ seinen 'Metallarbeiter' Nr. 11 (vgl. 10.11.1971, 29.11.1971) heraus mit einem Leserbrief einiger Kollegen von Alfa-Laval zum 17. Juni 1953.
Q: Der Metallarbeiter Nr. 11, Hamburg 23.11.1971, S. 5

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Dezember 1971:
Vermutlich im Dezember wird vermutlich innerhalb der KPD/ML-ZK in Dortmund oder bereits in der Bolschewistische Linie (BL) der ehemaligen KPD/ML RM ein Papier verfaßt:"
KRISENZEICHEN: ENTLASSUNGEN UND BANKROTTE

Soziologische Untersuchungen, die bereits Mitte der 50er Jahre bei der relativ kampfstarken Belegschaft der Dortmunder Westfalenhütte von bürgerlichen Wissenschaftlern vorgenommen wurden und zum Gegenstand den Einfluß der Mitbestimmungsideologie auf die Arbeiter hatten, ergaben zwar ein tiefes Mißtrauen der meisten Befragten gegen den Mitbestimmungsschwindel und die Bonzokratie, jedoch war der im Vergleich zu kleinbürgerlichen Schichten relativ klare Durchblick der Arbeiter durch die gesellschaftlichen Klassenverhältnisse, wobei jedoch der Zusammenhang zwischen Kapitalistenherrschaft und kapitalistischem Staat kaum einem der befragten Kollegen in den Blick trat, von einer ausgeprägten Resignation hinsichtlich der Rolle der Arbeiterklasse als gesellschaftsumwälzender Kraft gekennzeichnet. Der Arbeiter hatte gesehen, daß ehemalige Kollegen in leitenden Funktionen ihn verraten haben. Er hatte auch zur Kenntnis genommen, daß der Aufbau des Sozialismus in der DDR immer mehr scheiterte. Nicht mehr die Arbeiterklasse hatte dort die Macht inne, sondern eine Funktionärsschicht, die sich auf die sowjetische Armee stützte und den ideologischen Kampf zur Hebung des Bewußtseins der werktätigen Massen vernachlässigte. Das trat deutlich in Erscheinung beim konterrevolutionären Putsch vom 17. Juni 1953. Die westdeutsche Demagogie dazu hatte ihre Wirkung auf die Arbeiter nicht verfehlt, zumal die KPD, die einen propagandistischen Angriff auf den westdeutschen Staat für sektiererisch erklärt hatte, kaum fähig war, den breiten Massen die Vorgänge in der DDR und die aggressive Vorgehensweise der westdeutschen reaktionäre dabei einleuchtend und selbstkritisch zu erklären. "
Q: N.N.: Ohne Titel(Krisenzeichen: Entlassungen und Bankrotte…, O. O. o. J. (1971)

01.05.1972:
Spartacus KJO Südwest gibt vermutlich heute ein Flugblatt heraus, das auf das Mißtrauensvotum und die Politik von Regierung und Gewerkschaftsführung eingeht. Der letzte Abschnitt fragt: "Friedenspolitik im Interesse der Arbeiter?" zu den Ostverträgen.

Aufgerufen wird unter Hinweis auf den 17.6.1953 in der DDR: "Keine Illusionen über bürgerliche Friedenspolitik! Vorwärts im Sinne des 17. Juni - auch am 1. Mai!".
Q: Spartacus KJO-SW: Der internationale Kampftag…, Kornwestheim o. J. (1972)

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12.06.1972:
In der Nr. 12 der 'Roten Fahne' (vgl. 29.5.1972, 19.6.1972) der KPD/ML-ZB erscheint der Artikel "Der 17. Juni 1953".
Q: Rote Fahne Nr. 12, Bochum 12.6.1972, S. 6

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17.06.1972:
Spartacus KJO Südwest gibt vermutlich zu heute das Flugblatt "Der 17. Juni - Nationaler Gedenk- und Feiertag - für wen?" heraus, u. a. zu den Ostverträgen. gefordert wird: "Arbeitermacht in ganz Deutschland!".
Q: Spartacus KJO-SW: Der 17. Juni - Nationaler Gedenk- und Feiertag - für wen?, Kornwestheim o. J. (1972)

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17.06.1972:
In Frankfurt führt das Initiativkomitee zur Freilassung der politischen Gefangenen in Osteuropa, laut Junge Garde (JG - vgl. Juli 1972), eine von 180 Menschen besuchte Veranstaltung durch. Bei der Mobilisierung habe die Junge Garde, neben IAK und 'Sozialistischer Arbeiterpolitik' (SAP), einen entscheidenden Anteil gehabt.
Q: Junge Garde Nr. 13, Bochum Juli/Aug. 1972

13.08.1972:
In Berlin versammeln sich, laut KB, 1 000 Nazis auf dem Theodor Heuß Platz, während sich 2 000 Gegendemonstranten am Kaiserdamm treffen. Laut KB Bremen protestieren ca. 800 von KPD, LgdI, KPD/ML-ZB, KPD/ML-ZK und den MLHs auf dem Theodor Heuß Platz gegen 50 bis 100 Anhänger der Aktionsgemeinschaft 17. Juni.
Q: Arbeiterkampf Nr. 22, Hamburg Okt. 1972; Wahrheit Nr. 7/8, Bremen Aug./Sept. 1972, S. 20

Juni 1973:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt vermutlich im Juni seinen 'Spartacus' Nr. 5 (vgl. 14.4.1973, Aug. 1973) heraus mit dem Artikel "17. Juni und stalinistische Geschichtsfälschung" zum 17.6.1953, mit der Werbung für die Broschüre "Der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953" vom Juni 1973.
Q: Spartacus o. Nr., Mainz o. J. (1973), S. 7f

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Juni 1973:
Der KHB/ML der ABG gibt seine 'Kommunistische Studentenzeitung' (KSZ) Nr. 15 für Juni (vgl. Mai 1973, Juli 1973) heraus. Kommentiert wird in "17. Juni - imperialistischer Hetztag" der 17.6.1953 in der DDR.
Q: Kommunistische Studentenzeitung Nr. 15, München Juni 1973, S. 19ff

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11.06.1973:
Die Liga den Imperialismus - Ortsgruppe Münster und die Ortsaufbaugruppe Warendorf geben vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Nieder mit der braunen Pest!" gegen die für den 17.6.1973 angekündigte NPD-Demonstration in Minden heraus.
Q: LgdI-OG Münster, LgdI-OAG Warendorf: Nieder mit der braunen Pest!, Köln o. J. (1973)

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17.06.1973:
Der DDR-Arbeitskreis des MSB an der Uni Heidelberg gibt das Flugblatt "Volksaufstand oder Konterrevolution?" heraus zum 17. Juni 1953.
Q: MSB-DDR AK: Volksaufstand oder Konterrevolution?, O. O. (Heidelberg) 17.6.1973

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17.06.1973:
In Lüneburg wird, laut und mit KPD, eine Veranstaltung mit von Thadden (NPD) verhindert (vgl. 29.9.1973).
Q: Rote Fahne Nr. 40, Dortmund 3.10.1973, S. 2

17.06.1973:
Zum Protest gegen die NPD-Demonstration in Minden rief die Liga gegen den Imperialismus der KPD auch in Münster und Warendorf (vgl. 11.6.1973) auf.
Q: LgdI-OG Münster, LgdI-OAG Warendorf: Nieder mit der braunen Pest!, Köln o. J. (1973)

23.05.1974:
In der GIM erscheint ein 'Organisationsinformationsbrief' (OIB - vgl. 8.4.1974, 21.6.1974) mit dem Beitrag "Betrifft Kampagne zum 17. Juni" wozu die GIM Großveranstaltungen in Hamburg, Berlin oder Frankfurt durchführen will und dazu an Sozialistisches Osteuropakomitee, Spartacusbund (SpB) und Sozialistisches Büro (SBü) herangetreten sei. Berichtet wird: "Das Sozialistische Osteuropa Komitee arbeitet bisher mit dem VS zusammen; mit der GIM wurde sie bisher abgelehnt, wahrscheinlich haben wir keinen allzu vertrauenswürdigen Eindruck gemacht."
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief, O. O. 23.5.1974, S. 11a

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07.06.1974:
Die Gruppe Hamburg der GIM gibt die Nr. 2 ihrer 'Arbeitereinheit' - Zeitung für die Hamburger Metaller (vgl. 26.4.1974, 8.7.1974) heraus mit dem Artikel "17. Juni 1953: Arbeiter gegen stalinistische Unterdrückung".
Q: Arbeitereinheit Nr. 2, Hamburg 7.6.1974, S. 3ff

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17.06.1974:
Laut KB stören Kommunisten und Antifaschisten erfolgreich "eine Gedenkkundgebung der NPD zum 17. Juni in Karlsruhe". Der KABD ist ca. mit 180 Personen anwesend.
Q: Arbeiterkampf Nr. 46, Hamburg Juli 1974, S. 26

17.06.1974:
In Münster möchte die KPD/ML eine Veranstaltung zur nationalen Frage durchführen.
Q: Roter Morgen Nr. 23, Dortmund 8.6.1974

01.07.1974:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr. 6 (vgl. 1.6.1974, Aug. 1974) heraus mit dem Artikel "17. Juni - Tag der deutschen Einheit?" aus 'Das Echo' der OG Gelsenkirchen für AEG Küppersbusch.
Q: Spartacus Nr. 6, Essen 1.7.1974, S. 4

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14.06.1975:
In Koblenz beteiligen sich, laut Spartacusbund (SpB), 20 an einer Kundgebung und 15 an einer Veranstaltung der Jungen Nationaldemokraten (JN) der NPD zum 17. Juni. Dagegen führen SpB, GIM, LgdI der KPD eine Kundgebung mit 30 Leute und zusammen mit den KPD-Sympathisanten Neuwied eine Veranstaltung durch. Der KBW schickte nur zwei KVZ-Verkäufer zur JN-Kundgebung.
Q: Spartacus Nr. 18, Essen 28.6.1975, S. 4

16.06.1975:
In Berlin führt die CDU eine Demonstration durch Charlottenburg zum 17. Juni mit 3 bis 4 000 Menschen durch. Der Spartacusbund betreibt Agitation und Propaganda, nachdem sich GIM, KB, KBW, KPD und SAG einer Aktionseinheit verweigerten.
Q: Spartacus Nr. 18, Essen 28.6.1975, S. 4

16.06.1975:
In Berlin geben, laut KPD, die ML in der SEW vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt zur Frage des vereinigten sozialistischen Deutschland heraus.
Q: Rote Fahne Nr. 25, Köln 25.6.1975, S. 11

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16.06.1975:
In Münster beteiligen sich, laut Spartacusbund (SpB), vermutlich heute 300 an einer Kundgebung und 150 an einem Schweigemarsch von Kuratorium Unteilbares Deutschland, CDU und NPD zum 17. Juni.
Q: Spartacus Nr. 18, Essen 28.6.1975

17.06.1975:
In Bonn beteiligen sich, laut Spartacusbund (SpB), 3 000 an der Demonstration von NPD und Vereinigte Rechte zum 17. Juni. 100 bis 150 Antifaschisten rufen bei der Kundgebung Sprechchöre.
Q: Spartacus Nr. 18, Essen 28.6.1975, S. 4

17.06.1975:
Anläßlich dieses Tages, aber nicht unbedingt an ihm, das genaue Datum ist uns unbekannt, führt die Darmstädter Juso-AG Eberstadt, laut 'Sozialistische Arbeiterpolitik', eine Veranstaltung "8. Mai 45 - 17. Juni 53: Unterdrückung und Chance des Sozialismus in Deutschland" durch.
Q: Sozialistische Arbeiterpolitik Nr. 39, Bochum Juli/Aug. 1975

17.06.1975:
In Oldenburg gibt der KB ein Flugblatt "Öffentliche Erklärung des Kommunistischen Bundes - an den Rektor der Carl von Ossietzky-Universität. Schluss mit den Provokationen des NHB! Freie politische Entfaltung für alle Antifaschisten!" heraus, in dem von der antifaschistischen Veranstaltung am 11.6.1975 gegen die Veranstaltung des NHB berichtet und ein Verbot aller NHB-Veranstaltungen gefordert wird.
Q: KB: Öffentliche Erklärung des Kommunistischen Bundes - an den Rektor der Carl von Ossietzky-Universität. Schluss mit den Provokationen des NHB! Freie politische Entfaltung für alle Antifaschisten!, Oldenburg 17.6.1975

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17.06.1975:
In Bonn prügeln, laut KPD, ca. 400 Nazis und die Polizei gemeinsam auf gegen den Naziauftritt protestierende KPD-Anhänger ein.
Q: Rote Fahne Nr. 25, Köln 25.6.1975, S. 3

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17.06.1975:
In Köln führt die KPD/ML, laut KPD, vermutlich heute eine Anti-NPD-Demonstration in Nippes durch, die u.a. zur Ausweisung von Paul Pittam (vgl. 23.6.1975) führt.
Q: Rote Fahne Nr. 27, Köln 9.7.1975, S. 2

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17.06.1975:
In Münster beteiligen sich, laut Spartacusbund (SpB), 40 an seiner ersten Veranstaltung am Ort zum Thema Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni. An einem Schweigemarsch von CDU und Kuratorium Unteilbares Deutschland (KUD) nehmen 150 teil, an der Kundgebung 300.
Q: Spartacus Nr. 18, Essen 28.6.1975, S. 4

19.06.1975:
Die Ortsgruppe Hamburg der GIM gibt die Nr. 12 ihrer 'Arbeitereinheit' - Hamburger Metaller-Zeitung (vgl. 11.6.1975, 30.6.1975) heraus mit dem Artikel "Die Lehre des 17. Juni: Stalinismus Nein! - Sozialismus ja!" zum 17.6.1953 in der DDR.
Q: Arbeitereinheit Nr. 12, Hamburg 19.6.1975, S. 2f

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28.06.1975:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr. 18 (vgl. 28.5.1975, Aug. 1975) heraus mit dem Artikel "Faschistische Provokationen zum 17. Juni", mit der Einleitung "Der SPARTACUSBUND war die einzige linke Organisation, die in mehreren Städten - so insbesondere in Westberlin, Bonn, Koblenz, Münster und Kiel - sich 1. tatkräftig der antikommunistischen Hetze von CDU (Berlin, Münster) und NPD (Bonn, Münster, Koblenz) entgegenstellte und 2. in Flugschriften (Berlin, Kiel) über die wahren Ursachen und Geschehnisse am 17. Juni 1953" und den Berichten "Berlin: Gegen die Propaganda der CDU" (vgl. 16.6.1975), "Münster: Kommunisten gegen Blut- und Bodenpropaganda der CDU" (vgl. 17.6.1975), "Koblenz: Faschistische Propaganda nach maoistischem Bankrott" (vgl. 14.6.1975) und "Bonn: Tod dem Faschismus!" (vgl. 17.6.1975).
Q: Spartacus Nr. 18, Essen 28.6.1975, S. 4

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31.05.1976:
Die KPD/ML Dortmund gibt vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt heraus mit der Einladung zu ihren freitäglichen Arbeitertreffs ab 4.6.1976 und zur öffentlichen Schulung der Stellungnahme des Präsidiums der KPD/ML: "Zu wichtigen Fragen der Strategie und Taktik der sozialistischen Revolution in Deutschland" am 17.6.1976.
Q: KPD/ML: Arbeitertreff KPD/ML, Dortmund o. J. (1976)

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12.06.1976:
Gegen die Demonstration der Vereinigten Rechten in Bonn rief der Spartacusbund (SpB - vgl. 1.6.1976) zur Aktionseinheit auf.
Q: Spartacus Nr. 28, Essen 1.6.1976, S. 13

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16.06.1976:
Gegen die Demonstration der NPD in Duisburg zum 17. Juni 1953 rief der Spartacusbund (SpB - vgl. 1.6.1976) zur Aktionseinheit auf.
Q: Spartacus Nr. 28, Essen 1.6.1976, S. 13

13.06.1977:
Die Tendenz Neuer Kurs (TNK) und die OG Essen des Spartacusbund (SpB) geben 'Spartacus' (vgl. 25.4.1977, 15.6.1977) als Sondernummer heraus mit dem Artikel "17. Juni 1953: Weder Stalinismus noch Kapitalismus Arbeitermacht in ganz Deutschland!" zur DDR.
Q: Spartacus Sondernummer, Berlin 13.6.1977, S. 15f

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16.06.1977:
Am Vorabend des 17. Juni führt in Frankfurt, laut KB, die antifaschistische Aktionseinheit eine Demonstration mit 100 Teilnehmern durch, in deren Anschluß eine mitten auf dem Römerberg gelegene kleinere Kirche besetzt wurde.
Q: Arbeiterkampf Nr. 107, Hamburg 27.6.1977, S. 25

17.06.1977:
Laut KB führte die NPD in Frankfurt (vgl. 16.6.1977) "eine zentrale Demonstration und Kundgebung mit ca. 3 000 Anhängern aus dem ganzen Bundesgebiet durch … Immerhin gelang es jedoch, mit über 1 000 Antifaschisten, mehr zu mobilisieren, als bisher zu solchen Anlässen in Frankfurt möglich war. Die Frankfurter KB-Gruppe wandte sich sofort, nachdem der Nazi-Aufmarsch publik geworden war, an alle demokratischen Kräfte mit der Aufforderung, über gemeinsame Protestaktionen zu beraten und für ein Verbot der Kundgebung einzutreten … Immerhin war die kleine antifaschistische Aktionseinheit aus KB und Spartacusbund (SpB), d.Vf.) doch der Auslöser für eine relativ breite öffentliche Diskussion um den NPD-Aufmarsch … Diesmal waren es wieder KBW und SAG, die ihre - angesichts ihrer wirklichen Mobilisierungsfähigkeit jämmerliche Großmäuligkeit (Zerschlagt die zentrale Nazi-Demo u. ä.) mit blutigen Köpfen bezahlen mußten und erneut das Scheitern dieser Linie dokumentieren."
Laut KPD/ML steht den 3 000 Nazis u.a. der KBW entgegen.

Laut AB beteiligen sich 5 000 an den Aktionen der NPD, dagegen demonstrieren 1 000. Die KPD habe der NPD applaudiert, als diese von der Bedrohung aus dem Osten sprach. Die VVN führt eine Kundgebung durch, zu der sich, gemeinsam mit der DKP, 300 versammeln.

Laut SAG beteiligen sich 3 000 an der bundesweiten Demonstration der NPD. Auf dem Römerberg demonstrieren 1 500 dagegen.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung o.Nr. (25), Frankfurt O. J. (1977); Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 115, München 28.6.1977, S. 7;Roter Morgen Nr. 25, Dortmund 24.6.1977, S. 5;Arbeiterkampf Nr. 107, Hamburg 27.6.1977, S. 25

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17.06.1978:
An der Demonstration in Frankfurt gegen das Deutschlandtreffen der NPD beteiligen sich, laut MLD, ca. 6 000 Menschen, darunter auch Gruppierungen wie KPD, MLD und KBW. Es kommt zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Der KBW rief in Frankfurt zu einer Kundgebung und Demonstration auf. Die Kundgebung soll unter dem Motto stehen: "17 Juni - Tag der Reaktion, des Revanchismus und Faschismus", die Demonstration: "Nieder mit Reaktion und Faschismus! Nieder mit Rassismus und Chauvinismus! Proletarier aller Länder vereinigt euch!"
An der Demonstration am Frankfurter Römer nehmen, laut KBW, auch u.a. SAG und sog. Undogmatische Linke teil.

Laut KB gelang es, den "zentralen Nazi-Aufmarsch zum 17. Juni in dieser Stadt zu verhindern". Ca. 10 000 Antifaschisten versammeln sich. Die Demonstration wird u.a. getragen von AStA Uni Frankfurt, KB, SAG, Frauengruppen und Schülern. Desweiteren nehmen auch KBW und SBü an der Demonstration teil. Während der Demonstration kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Laut und mit Spartacusbund (SpB) demonstrieren 8 000.
Q: Arbeiterkampf Nr. 132, Hamburg 26.6.1978, S. 5; Kommunistische Volkszeitung Nr. 26, Frankfurt 26.6.1978, S. 10;KVZ-Bezirksausgabe Frankfurt Nr. 26, Frankfurt 26.6.1978;Die Neue Welt Extrablatt, Frankfurt 30.6.1978, S. 1f;Spartacus Nr. 46, Berlin Juni / Juli 1978, S. 14f

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23.04.1979:
Der KB / Gruppe Frankfurt gibt die Broschüre "Nazi-Terror im Rhein/Main-Gebiet - Dokumentation" heraus mit dem - "Aufruf der GLH Franfurt und der 'Initiative Rock gegen rechts' zum 17. Juni 1979: Kein Nazi-Aufmarsch am 17. Juni!".
Q: KB: Nazi-Terror im Rhein/Main-Gebiet - Dokumentation, Frankfurt 23.4.1979, S. 30f

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Juni 1979:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr. 53 (vgl. Mai 1979, 29.6.1979) heraus mit dem Artikel "17. Juni in Frankfurt: Antifaschistischer K(r)ampf".
Q: Spartacus Nr. 53, Berlin Juni 1979, S. 1 und 14

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11.06.1979:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 155 (vgl. 28.5.1979, 25.6.1979) heraus. Folgende Gruppen haben sich dem Bündnis Rock gegen Rechts angeschlossen:
- überregional oder Herkunft nicht ersichtlich die AG für Sozialdemokraten im Bildungsbereich, GIM, SBü, SOZDL, SAG, SJD-Die Falken, alle Rote Hilfen, MIR Chile und die Antifa-Kommission des KB;
- aus Berlin die Alternative Liste (AL), der Bund der politisch, rassisch, religiös Verfolgten, die Rote Hilfe und der LV des Bund deutscher Pfadfinder (BDP), das Aktionskomitee Breufsverbote/FU (AK/FU), die 'Radikal', der Verein der *** Arbeiterjugend e.V. und das Agit-Druckerkollektiv;
- aus Bremen der Arbeitsausschuß der Alternativen Liste (AL) Bremen, der Buchladen im Ostertor, die Initiative gegen Reaktion und Faschismus Bremen, das 'Info Bremer Undogmatischer Gruppen' und der Initiativkreis grüne/bunte Liste Bremerhaven;
- aus Hamburg die Bunte Liste (BL) und der Verein der fortschrittlichen Arbeiter aus der Türkei Hamburg e.V.;
- aus Hessen der LV des BDP, die Grüne Liste Hessen (GLH), die Grüne Liste Umweltschutz (GLU) LV Hessen, Sozialistisches Zentrum (SZ) Marburg, BI's gegen Atomanlagen (AKW) Offenbach, Frankfurt Nordend-Bornheim, - westliche Vororte, Fulda, Marburg, Buchladen Roter Stern Marburg, 'Roter Gallier' Stadtteilzeitung Frankfurt-Gallus, 'Andere Zeitung' Frankfurt, 'Pflasterstrand' Frankfurt, Marburg und Bremen, 'Graswurzel-Revolution' Marburg, das Komitee zur Unterstützung der politischen Gefangenen in Chile/Frankfurt und das Komitee gegen die Grauen Wölfe Frankfurt;
- aus NRW die Initiative für eine Bunte Liste Münster;
und aus Rheinland-Pfalz die Anti-AKW BI Radioaktiv Mainz (S.4).

Rock gegen Rechts soll am 16./17. Juni in Frankfurt stattfinden. Es ist als Antifaschistisches Festival konzipiert, das sich vor allem gegen das geplante Deutschlandtreffen der NPD richten soll.
Q: Arbeiterkampf Nr. 155, Hamburg 11.6.1979

15.06.1979:
Die Kommunistische Liga (KL) gibt ihre Zeitung 'Revolution' (vgl. Apr. 1979, Juli 1979) als Extra "Der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR" heraus.
Q: Revolution Extra Der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, Frankfurt 15.6.1979

16.06.1979:
Laut KB "ist es in diesem Jahr zum ersten Mal gelungen, diese zentrale Kundgebung der Faschisten in Frankfurt zu verhindern". Ca. 40 000 Menschen erzwangen am 16./17. Juni "auf den Straßen Frankfurts ein Verbot des NPD-Aufmarsches und durchbrachen damit das gleichzeitig verhängte Demonstrationsverbot gegen den DGB und das Aktionsbündnis Rock gegen rechts in der Innenstadt. Ca. 60 000 nahmen anschließend an einem mitreißenden Rock-Konzert teil, das unüberhörbar den Anspruch einer neuen antifaschistischen Massenbewegung verkündete". Das Festival wurde veranstaltet von einem Aktionsbündnis Rock gegen Rechts.

Von Gegen die Strömung (GDS) erschien das Flugblatt "Ausländische und Deutsche Antifaschisten in einer Front! Gemeinsamer Aufruf von ATIF, TÖK/YD, GDS zum Naziaufmarsch am 16. Juni 1979 in Frankfurt".
Q: Arbeiterkampf Nr. 156, Hamburg 25.6.1979, S. 6; GDS: Verzeichnis der Veröffentlichungen von GDS 1974-1983 und der gemeinsamen Schriften, Frankfurt 1984, S. 44;Klassenkampf Nr. 9, Frankfurt Juli 1979, S. 11f

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Dezember 1979:
Bei Hoechst Offenbach erscheint die 'Arbeiter-Zeitung' (AZ - vgl. Aug. 1979, März 1980) Nr. 14 mit dem Artikel "Feiertagszuschlag am 17. Juni" der bei Bayer Leverkusen gezahlt wird.
Q: Arbeiter-Zeitung für die Belegschaft der Hoechst AG Werk Offenbach Nr. 14, Frankfurt Dez. 1979, S. 5

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16.06.1980:
In Berlin gibt der KBW die 'Kommunistische Volkszeitung für die Belegschaft von Bosch' (vgl. 19.5.1980, 3.11.1980) heraus mit dem Artikel "17. Juni 1953: Imperialisten schüren den Aufstand" in der DDR.
Q: Kommunistische Volkszeitung für die Belegschaft von Bosch Funktionärskonferenz der Westberliner IG-Metall über CAD-System, Berlin 16.6.1980, S. 1

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17.06.1980:
Der KBW berichtet aus Frankfurt und Philippstal: "17. Juni - DGB-Kundgebungen gegen Faschismus - Faschistenaufmarsch verhindert".
Q: Kommunistische Volkszeitung für die Beschäftigten von Fibrit, Hamburg 30.6.1980, S. 1

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17.06.1981:
Laut KB verhindern zwischen 1 500 und 2 000 Antifaschisten das am 17. Juni in Hamburg angekündigte Deutschlandtreffen der NPD

An einer Antifaschistischen Koordination in Hamburg beteiligen sich u.a. DKP, VVN, BWK, SBü, Bunte Liste (BuLi), Grüne, Z, Schüler gegen Rechts (SgR), FAU, Vertreter des links-kirchlichen Spektrums und türkische Organisationen.
Q: Arbeiterkampf Nr. 204, Hamburg 22.6.1981, S. 20

Mai 1983:
In Soltau erscheint der 'Provinz-Bote' (vgl. Apr. 1983, Aug. 1983) als Extrablatt "NPD-Parteitag" zum 1./2.10.1983. Enthalten ist auch der Artikel "17. Juni: Grossdeutscher Propagandatag!".
Q: Provinz-Bote Extrablatt NPD-Parteitag, Soltau Mai 1983

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21.05.1983:
Das ZK des BWK gibt in der Reihe "Politische Berichte Extra" die von der Landesleitung Bremen / Niedersachsen verfaßte Broschüre "17. Juni deutscher Nationalfeiertag zum Zwecke der Kriegsvorbereitung" zum Preis von 25 Pfennig heraus mit den Abschnitten:
- "Einleitung";
- "Deutsches Reich 1870/71: Das Vielvölkergefängnis und Arbeiterzuchthaus wird errichtet";
- "Das deutsche Vaterland verlangt nach Kanonenfutter - die SPD liefert's";
- "Weimarer Republik: 'Grenzrevision', 'Lebensraum' - offizielle Staatsideologie";
- - "'Lebensraum'";
- "Das '3. Reich' löst die 'deutsche Frage': Volksgemeinschaft und Völkermord";
- "'Vertriebenenrevanchismus'";
- "Gleich nach der Niederlage ein neues Kriegsziel: die 'deutsche Wiedervereinigung'";
- "Der 'Tag X'" zum 17. Juni 1953, wozu die inneren Widersprüche der DDR erwähnt werden, es aber auch heißt: "Der 'Arbeiteraufstand', den die '17.-Juni'-Festredner aller Parteien Jahr für Jahr beschwören, war jedoch zu einem beträchtlichen Teil das Werk westlicher Subversion und Wühlarbeit.";
- ein Abschnitt zum bundesdeutschen Soldatengesetz.
Q: Politische Berichte Extra 17. Juni deutscher Nationalfeiertag zum Zwecke der Kriegsvorbereitung, Köln 21.5.1983

Letzte Änderung: 13.06.2020