Raum Heidelberg/Mannheim: 'Schulkampf'

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Der zunächst in Heidelberg erscheinende 'Schulkampf' (vgl. 12.5.1972, 30.6.1972), der bald durch die Kommunistische Schülergruppe (Neues Rotes Forum) herausgegeben wird (vgl. 1.10.1972, Feb. 1973), die sich an der Kommunistischen Gruppe (Neues Rotes Forum) bzw. dann am Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) orientiert, dehnt sich schon bald in andere Orte aus, zunächst nach Wiesloch (vgl. 14.7.1972), wenn dies auch vorübergehend erfolglos scheint (vgl. Sept. 1972, 10.2.1973). Ein überregionaler Vertrieb des 'Schulkampf' erfolgte zunächst vermutlich kaum, so dass auch uns einige Ausgaben bisher nicht vorlagen (vgl. 28.2.1973). Erst mit den verstärkten Vereinigungsbemühungen im Vorfeld der KBW-Gründung gelangte dann auch der 'Schulkampf' aus der Region Heidelberg etwa in die Buchläden Göttingens oder Hamburgs, entwickelte sich schnell zum ideologisch wohl führenden Organ der KBW-Schülergruppen.

Vor Ort erfolgt nun auch die Ausdehnung der Aktivitäten nach Karlsruhe, Mannheim und in den Kreis Bergstraße (vgl. 17.3.1973, 11.5.1973) sowie der Aufbau von Beziehungen zu anderen wichtigen KBW-Schülergruppen in Bremen, Frankfurt/Offenbach und Wiesbaden auf (vgl. 31.7.1973), grenzt sich auch deutlich vom Kommunistischen Oberschülerverband (KOV) der KPD ab (vgl. Okt. 1973), so dass der 'Schulkampf' nach dem Bekenntnis der KSG zum KBW (vgl. 10.11.1973) und der weiteren Ausdehnung nach Bruchsal (vgl. 18.11.1973) und Ludwigshafen (vgl. Jan. 1974) zur wichtigen Keimzelle eines zentralen Schülerorgans der KBW-Schülergruppen hätte werden können, wäre nicht seitens des KBW die Gründung von bundesweiten Jugend-, Schüler- und Studentengruppen verworfen worden.

Wir danken dem Freiburger Archiv Soziale Bewegungen für die freundliche Unterstützung.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

12.05.1972:
In Heidelberg gibt die Oberschülerkommission der KHG (NRF) in Zusammenarbeit mit dem AUSS erstmals den 'Schulkampf' heraus (vgl. 29.5.1972) mit dem Leitartikel "Für den Sieg der Völker Indochinas".

Weitere Artikel sind:
- "Editorial" zum AUSS Heidelberg;
- "…'mit einer Entfernung aus dem Dienst zu rechnen.'" zum Berufsverbot u.a. gegen Kommer und U. Topp;
- "Ostverträge: Alter Wein in neuen Schläuchen";
- "Unter einer Decke - SPD, Gewerkschaften und Kapitalisten gemeinsam gegen klassenbewußte Arbeiter" bei Daimler-Benz Mannheim,,
aus der 'Arbeiter-Zeitung' vom 12.4.1972;
- "'Befreiung' des Prof. Mangakis" in Griechenland;
- "Mitbestimmung im Betrieb - das 'neue' BVG" zur Veranstaltung am Bunsengymnasium am 21.4.1973; sowie
- "Jesus People".
Quellen: Neues Rotes Forum Nr. 3, Heidelberg Aug. 1972; Schulkampf Nr. 1 und 9, Heidelberg Mai 1972 bzw. o. J. (1973);Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 15, Heidelberg/Mannheim 15.5.1972, S. 5

29.05.1972:
In Heidelberg gibt die Oberschülerkommission der KHG (NRF) in Zusammenarbeit mit dem AUSS in dieser Woche den 'Schulkampf' (vgl. 12.5.1972, 14.7.1972) Nr. 2 für Juni heraus mit dem Leitartikel "Zu den Bombenanschlägen" der RAF.

Weitere Artikel sind:
- "Vietnam";
- "Angela Davis - und die Situation der Schwarzen in den USA";
- "Bund Freiheit der Wissenschaft: Stosstrupp der Reaktion" zum BFdW;
- ein Bericht aus dem Bunsengymnasium;
- "Bericht der Basisgruppe Wirtschaftsgymnasium";
- "Schulbildungsnetz in den Dörfern" in der VR China, aus der 'Peking Rundschau';
- "Bringt die Seifenblase zum platzen - Kampf dem Mitbestimmungsbetrug";
- "Gut geschmiert ist halb gewonnen - Zum Bundesliga'skandal'" im Fußball, mit "Meldungen vom nicht korrumpierten Fußball".

Eingeladen wird zur AUSS-Mitgliederversammung.
Q: Schulkampf Nr. 2, Heidelberg Juni 1972

30.06.1972:
In Heidelberg erscheint ein Extra des 'Schulkampf' (vgl. 29.5.1972, 14.7.1972) zum Heidelberger Bunsengymnasium bzw. dem dort entlassenen Assessor Ulli Topp. Gegen den presserechtlich Verantwortlichen Rolf Lebert wird Anzeige erstattet.
Q: Schulkampf Nr. 4, Heidelberg Sept. 1972, S. 4

14.07.1972:
Frühestens heute erscheint im Raum Heidelberg die auf Juli datierte Nr. 3 des 'Schulkampf' (vgl. 30.6.1972, Sept. 1972), die herausgegeben wird von der Oberschülerkommission (OSK) der KHG (NRF) in Zusammenarbeit mit dem AUSS Heidelberg und der Unabhängigen Sozialistischen Schülergruppe (USSG) Wiesloch. Die Zeitung erscheint im Verlag Neues Rotes Forum, verantwortlich zeichnet R. Lebert.
Enthalten ist eine Erklärung der USSG, die bekanntgibt, daß sie nach ungefähr einem halben Jahr Unterstützung durch die OSK nun der 'Schulkampf'-Redaktion beigetreten sei. Allerdings handelt es sich hierbei um eine recht kurze Affäre, da die nächste Nummer bereits wieder ohne USSG erscheint. In Wiesloch gibt es aber noch eine zweite Schülergruppe, die der KPD/ML-ZB nahesteht und eine "Anzeige beim Ersten Staatsanwalt" erhielt.

Berichtet wird von der Entlassung des Lehramtsassessors Ulli Topp am Heidelberger Helmholtz-Gymnasium und dem zweiwöchigen Ausschluß dreier kommunistischer Schüler vom Unterricht am Bunsengymnasium, wo es eine Basisgruppe gibt. Eine ebensolche gibt es auch am Wirtschafts- (WG), am Hölderlin- und am Thaddengymnasium. Am Kurfürst Friedrich Gymnasium (KFG) nennt man sich Projektgruppe.

Weitere Berichte behandeln Wiesloch (vgl. 28.6.1972), den AStA der Uni Mainz, der eine Broschüre über Wehrpflichtige Bundeswehrsoldaten als Verfassungsschutzspitzel herausgab, den gestrigen 'Kommentar' zu den Jugendvertreterwahlen und die Mannheimer Vietnamdemonstration am 27.6.1972. In Mannheim verteilte die OSK ein Flugblatt am Lessinggymnasium. In Mannheim nämlich besteht, nach späteren Berichten, ein loser Diskussionszirkel von Schülern aus u.a. dem Tulla-Schüler-Zentrum, der einzigen Basisgruppe in Mannheim, in der es eine zum größten Teil unorganisierte trotzkistische Fraktion und eine Fraktion der Sozialistischen Schülergruppe (SSG) Mannheim gibt. Dieser Kreis befaßt sich auch mit dem Aufbau einer Basisgruppe am Lessinggymnasium (vgl. Dez. 1972).

Der Wehrpolitische Arbeitskreis der SPD Wilhelmshaven wolle Bundeswehroffiziere als Lehrer an die Gymnasien schicken. Zum Wehrkundeerlass (WKE) erscheint die "Plattform zum Kampf gegen den Militarismus". Ein Artikel berichtet über "Bürgerkriegsmanöver und Polizeiterror in der BRD", ein anderer zu den JVW äußert sich "Zu den Jugendvertreterwahlen - über die Lage der Arbeiterjugend".

Berichtet wird aus Nordirland und vom 27. Juni heißt es: "DKP verhindert breite Vietnam-Solidarität".
Q: Schulkampf Nr.3 und 9, Heidelberg Juli 1972 bzw. o.J. (1973)

September 1972:
In Heidelberg erscheint der 'Schulkampf' Nr. 4 (vgl. 14.7.1972, 16.10.1972), der von der Oberschülerkommission der KHG (NRF) in Zusammenarbeit mit dem AUSS Heidelberg herausgegeben wird. Die USSG Wiesloch, die zur letzten Ausgabe der Redaktion beitrat, ist wieder ausgeschieden.
Berichtet wird im Leitartikel "Völker sind stärker als Bomben" aus Vietnam, eingegangen wird auf das Attentat bei der Olympiade in München, gefragt wird: "Was kostete die Olympiade - und wer hat sie bezahlt?".

Ein Artikel behandelt "Arbeiterklasse und Kommunistische Partei", ein weiterer lautet: "Wehrpflicht oder Berufsarmee - Zu einigen Grundfragen des antimilitaristischen Kampfes". Veröffentlicht wird auch ein "Brief eines Genossen aus der Bundeswehr".

Berichtet u.a. vom Heidelberger Bunsengymnasium über den dort entlassenen Assessor Ulli Topp und die Anzeige gegen den 'Schulkampf'(vgl. 30.6.1972).

Aus Frankenthal wird berichtet vom Prozess gegen den in Zweibrücken einsitzenden Black Panther Larry Jackson.
Q: Schulkampf Nr. 4, Heidelberg Sept. 1972

01.10.1972:
In Heidelberg wird, laut KHG (NRF), aus dem bisherigen Aktionszentrum Unabhängiger Sozialistischer Schüler (AUSS) heraus, ohne Mitgliederverluste die Kommunistische Schülergruppe (NRF) gegründet. Diese gibt nun, in Ablösung der Oberschülerkommission der KHG (NRF), weiter den 'Schulkampf' (vgl. Sept. 1972, 12.1.1973) heraus. Es wird eine Leitung der KSG (NRF) gewählt. Vertreten in der KSG (NRF) sind auch Genossen aus Wiesloch.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 19, Heidelberg/Mannheim 25.10.1972; Schulkampf Nr. 9, Heidelberg o.J. (März 1973)

16.10.1972:
Die Kommunistische Schülergruppe (NRF) Heidelberg / Wiesloch gibt in Zusammenarbeit mit der Roten Zelle Karlsruher Schüler ihren 'Schulkampf' (vgl. Sept. 1972, 13.11.1972) Nr. 5 für Oktober vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Massendemonstration gegen die Verfolgung fortschrittlicher Ausländer - Mehr als 10 000 demonstrierten in Dortmund" am 8.10.1972 mit einem Bild aus Heidelberg.

Weitere Artikel sind:
- "Kommunistische Schülergruppe (NRF) gegründet" als Ergebnis der AUSS-Generaldebatte am 23./24.9.1972 und am 30.9./1.10.1972, bei der auch Vertreter von Schülerorganisationen aus Bensheim, Neustadt / Weinstraße, Bremen, Göttingen und Karlsruhe anwesend waren. In die KSG traten auch ehemalige Mitglieder der USSG Wiesloch ein;
- "Die Reaktion auf dem Vormarsch - Der Berliner Philologenverband verlangt die völlige Zensur der Schülervertretung" zum DPV;
- "'Out, Demons, out' - Der Betrug mit den Pop-Festivals" zu Popmusik und Freizeitproblemen;
- "Verbot von GUPS und GUPA";
- "Für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei" eine Fortsetzung des Artikels "Arbeiterklasse und Kommunistische Partei" in der Nr. 4;
- "Zu den Klassensprecherwahlen am Hölderlin";
- "Zu der Wahl des Geschäftsführenden Ausschusses (GA)" am Hölderlin-Gymnasium;
- "'Politisches Forum' am Bunsen" am 9.10.1972 mit dem SPD-Bundestagskandidaten Alex Möller über die innere Situation der SPD;
- "Bunsen-KSV verabschiedet Resolution gegen Truppenbesuche bei der Bundeswehr";
- "Austritt aus der USSG Wiesloch - Gründung einer Basisgruppe am Gymnasium Wiesloch" nach den Sommerferien und zum großen Teil Eintritt in die KSG (NRF);
- "Erklärung der Roten Zelle Karlsruher Schüler zur Mitarbeit am 'Schulkampf'";
- "Entlassung U. Topps unwirksam", wobei für die Broschüre "Kampf den Berufsverboten!" der GUV (NRF) - Sektion Schulkampf geworben wird;
- "Wir lesen 'Bravo'!";
- "Elitehochschulen der Reaktion geplant" zu den Privathochschulen;
- "'Gastarbeiter - oder der gewöhnliche Kapitalismus' - Buchbesprechung: G. Wallraff: Neue Reportagen, Untersuchungen, Lehrbeispiele";
- "Demonstration gegen Abschiebungen" in Heidelberg am 5.10.1972, aus dem 'Kommentar' vom 13.10.1972;
- "Kommentar eines Deutschlehrers zu einem Klassenaufsatz"; sowie
- "Kampf den amerikanischen Kriegsverbrechen" in Indochina.
Q: Schulkampf Nr. 5, Heidelberg Okt. 1972

13.11.1972:
Die Kommunistische Schülergruppe (NRF) gibt ihren 'Schulkampf' (vgl. 16.10.1972, 24.11.1972) vermutlich in dieser Woche als Wahl-Extra für November heraus mit dem Leitartikel "Weg mit dem KPD-Verbot - KPD!! - Erklärung zu den Bundestagswahlen" (BTW) von der KG (NRF).

Weitere Artikel sind:
- "Ist die SPD das kleinere Übel?"; und
- "CDU".
Q: Schulkampf Wahl-Extra, Heidelberg Nov. 1972

24.11.1972:
Die Kommunistische Schülergruppe (NRF) gibt ihren 'Schulkampf' (vgl. 13.11.1972, 27.11.1972) vermutlich Ende dieser Woche als Extra für November heraus mit dem Leitartikel "Presseberichte im Widerspruch zur Realität" zur Universität mit den Abschnitten "Was ist in Wirklichkeit passiert?" und "Wie ist die Situation entstanden?".

Weitere Artikel sind:
- "Warum geht uns die Lage an der Uni etwas an?"; und
- "Kampf der Reaktion!".
Q: Schulkampf Extra Presseberichte im Widerspruch zur Realität, Heidelberg Nov. 1972

27.11.1972:
Die Kommunistische Schülergruppe (NRF) Heidelberg / Wiesloch gibt in Zusammenarbeit mit der Roten Zelle Karlsruher Schüler ihren 'Schulkampf' (vgl. 24.11.1972, 12.1.1973) Nr. 6/7 für November / Dezember vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Urteil im Fall Bunsen" zum Ausschluß dreier Schüler im Jan. 1972.

Weitere Artikel sind:
- "Uni Heidelberg: Wie verlaufen die Fronten an der Uni?";
- "Bundeswehrkorrespondenz";
- "Lehrlingsausbildung: 'Willig, anpassungsfähig, höflich'" zu John Deere Mannheim, aus der 'KJZ';
- "Wie wird man Lehrling bei Siemens?" in Speyer, aus der 'KJZ';
- "Kommunistischer Arbeiterjugendbund ma / Hd gegründet" zum KAJB;
- "Berichte aus den Vietnamkomitees der einzelnen Schulen" vom Thadden-Gymnasium, Hölderlin-Gymnasium, Helmholtz-Gymnasium, Bunsen-Gymnasium, Kurfürst-Friedrich-Gymnasium (KFG) und Wirtschaftsgymnasium (WG);
- "Für die sofortige Unterzeichnung des 9-Punkte-Abkommens";
- "Demonstration von Volksschülern in Soor" in Oman;
- "Bericht über die Vietnamkampagne", die ein großer Erfolg war;
- "Vietnam-Komitee Wiesloch-Walldorf" mit den Abschnitten "Auseinandersetzung mit der 'K'PD" zur KPD und "Trotz Schikanen - gute Arbeit des Vietnamkomitees Wiesloch / Walldorf";
- "Brief an die Eltern (Flugblatt der Basisgruppe Helmholtz)";
- "Bundeswehr: 'Kritik völlig falsch am Platz' - Schulklasse aus dem Raphael-Gymnasium war bei der Bundeswehr" im Ausbildungslager Phillipsburg;
- "Vorschlag eines Aktionsprogramms für die Schulen";
- "'Schwere innere Unruhen'" zum BGS;
- "Öhringen: Bericht eines Klassenkollektivs" aus der Klassenstufe 9;
- "Antifaschistische Demonstrationen in Athen";
- "Nach den Bundestagswahlen" (BTW);
- "Mannheim: 'Humanistische Bildungsideale' unter Polizeischutz" zur 300-Jahr-Feier am Karl-Friedrich-Gymnasium (KFG) am 26.11.1972;
- "Vietnamkomitee Karlsruhe";
- ein Bericht über die erneute Kündigung von U. Topp;
- "Ein zweiter 'Schulkampf'?" zu dem 'Schulkampf'-Flugblatt "SPD Schulpolitik - Polizeiknüppel, Verbote, Rausschmisse", das der KOV in der vorletzten Oktoberwoche an manchen Heidelberg Schulen verteilte; sowie
- "Warum ist 'IN' tot? Strukturelle Notwendigkeiten oder: politische Zensur im Fernsehen".
Q: Schulkampf Nr. 6/7, Heidelberg Nov. / Dez. 1972

12.01.1973:
Heute gibt die Kommunistische Schülergruppe (NRF) ein Vietnamsonderblatt für die Schüler aus Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Bensheim, Wiesloch und Öhringen und sonstwo ihres 'Schulkampf' (vgl. 27.11.1972, 12.2.1973) heraus mit dem Leitartikel "Zentrale Vietnam-Demonstration in Bonn" der aufruft zum 14.1.1973.

Weitere Artikel sind:
- "So beteiligt sich die BRD am Völkermord";
- "Massendemonstration gegen den Vietnamkrieg" in Utrecht, Niederlande am 6.1.1973; sowie
- "Unterdrückung der politischen Opposition in Südvietnam".

Aufgerufen wird zu Vietnamveranstaltungen um 17 Uhr in Heidelberg und in Öhringen.
Q: Schulkampf Vietnamsonderblatt für die Schüler aus Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Bensheim, Wiesloch und Öhringen und sonstwo, Heidelberg o. J. (12.1.1973)

Februar 1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (NRF) stellt ihre Organisation auf Zellenstruktur um.
Q: Schulkampf Nr. 14, Heidelberg Nov. 1973

10.02.1973:
Es beginnt die zweitägige Generaldebatte der KSG (NRF) Heidelberg/Wiesloch. Dazu wird selbst u.a. bemerkt:"
Sie hat die Aufgabe, die seit der Gründung der KSG verstärkt aufgenommene Arbeit im Raum Heidelberg/Wiesloch zu überprüfen, die dabei aufgetauchten Fehler, Mängel und Schwächen offenzulegen, sie zu beheben, die nächsten wichtigsten Schritte in der politischen Arbeit anzugeben und die innere Konsolidierung der KSG (NRF) voranzutreiben. … So konnte die KSG (NRF) auf mehrere Fortschritte und Erfolge in ihrer Arbeit zurückblicken. An den Heidelberger Gymnasien, wo die Mitglieder der KSG (NRF) in Basisgruppen oder Projektgruppen mit fortschrittlichen Schülern zusammenarbeiten, war eine allmähliche Verankerung unserer politischen Linie unter den Schülern zu verzeichnen. Zur Zeit arbeiten die Genossen und Genossinnen der KSG (NRF) in Projekt- oder Basisgruppen am Bunsen-Gymnasium, am Hölderlin-Gymnasium, am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium, am Wirtschaftsgymnasium, am Helmholtz-Gymnasium und Lise-Meitner-Gymnasium. Doch hat die seit Oktober letzten Jahres verstärkt aufgenommene Arbeit im Raum Heidelberg-Wiesloch auch Mängel und Fehler gezeigt, die die Diskussion über die Verbesserung unserer Massenarbeit zur dringenden Notwendigkeit werden lassen. … Die Hauptmängel und Fehler unserer Arbeit sind von zweierlei Art. Trotz des wachsenden politischen Einflusses, den die KSG (NRF) an den Schulen ausübt, ist der Zugang zu unserer Organisation für fortschrittliche Schüler immer noch schwer. Obwohl immer mehr Schüler sich den Auffassungen der KSG (NRF) anschließen, konnten sie noch nicht organisatorisch erfaßt werden. … Dieser Zustand ist Ausdruck von Fehlern in der Massenarbeit. …

Die Mängel und Fehler unserer Arbeit hängen eng zusammen mit den 'inneren' Problemen der KSG (NRF), sie sind Ausdruck davon. Die inneren Probleme, die Schwächen und Fehler in der KSG (NRF) zeigten sich vor allem in der schlechten politischen Anleitung der Organisation. Es hat sich gezeigt, daß das im Oktober gewählte Leitungsorgan der KSG (NRF) nicht in der Lage war, die Politik der KSG (NRF) umfassend anzuleiten und entscheidend voranzutreiben. … Große Mängel zeigten sich auch in der Schulung der Mitglieder und Sympathisanten der KSG (NRF). … Die Mängel und Fehler in der Massenarbeit und die eng damit zusammenhängenden 'inneren' Probleme der KSG (NRF) sind ein Zeichen der mangelhaften Entfaltung des demokratischen Zentralismus, des Organisationsprinzips der Kommunisten, breite Demokratie auf der einen Seite, freimütige Diskussion, Gelegenheit für jedes Mitglied, seine Initiative zur Geltung zu bringen, die Wahl der Leitungsgremien von unten nach oben und andererseits Zentralismus, eine starke Leitung, Zusammenfassung der Einschätzungen und politischen Meinungen, die Herausarbeitung einer politischen Linie, die dann Grundlage des gemeinsamen Vorgehens der Organisation ist. Diese politische Linie muß Ergebnis einer breiten Diskussion in der Organisation sein, muß Ergebnis der Zusammenarbeit der Erfahrungen sein, die man täglich bei der politischen Arbeit macht, um dann in einer politischen Linie zusammengefaßten Erfahrungen wieder in die Massen zu tragen."

Weiter wird ausgeführt: "Auf der Generaldebatte der KSG (NRF) wurde einstimmig die Notwendigkeit der weiteren Entfaltung des demokratischen Zentralismus erkannt, die die notwendige Voraussetzung für die Verbesserung unserer Massenarbeit und die innere Stärkung unserer Organisation ist."

Umgestellt werden soll die KSG (NRF) auf das Zellenprinzip. "Die Umorganisierung der KSG (NRF) wurde bereits in Angriff genommen und die Fortschritte im Aufbau der Schulzellen zeigen, daß der eingeschlagene Weg zur Verbesserung unserer Massenarbeit und zur inneren Konsolidierung der KSG (NRF) richtig ist. Mit dem wachsenden Einfluß, den die KSG (NRF) im Raum Heidelberg/Wiesloch ausübt, stellt sich auch die Notwendigkeit des Aufbaus von Ortsgruppen der KSG (NRF). Am aktuellsten ist der Aufbau einer Ortsgruppe Wiesloch; schon seit der Gründung der KSG (NRF) arbeiten mehrere Genossen aus Wiesloch bei uns mit und vertreten am Gymnasium Wiesloch unsere Politik. … Auch in Mannheim, Karlsruhe und Bensheim ist unserer Meinung nach der Aufbau von Ortsgruppen nötig und muß angegangen werden."
Dort gibt es "bereits Gruppen, die eng mit der KSG (NRF) in Verbindung stehen", nämlich die KSG/Initiativgruppe Mannheim und die Roten Zellen Karlsruher Schüler.

In Karlsruhe gibt es Schulkollektive zumindest am Goethe und am Fichte Gymnasium, am Fichte auch noch eine Basisgruppe. Die Initiativgruppe zum Aufbau einer Kommunistischen Schülergruppe Mannheim, die aus der Schülersympathisantengruppe Mannheim der KG (NRF) entstand, arbeitet in den Projektgruppen am Tulla, am Lessing und am Lieselottegymnasium mit.

Aufgenommen werden soll die organisierte Arbeit auch an den Heidelberger Privatgymnasien Raphael und Englisches Institut.

"In Westdeutschland gibt es eine starke kommunistische Bewegung unter den Schülern. … Doch die Verbindung zwischen den Gruppen insgesamt ist schlecht und die politische Auseinandersetzung unter ihnen kaum entwickelt. Mit einer Reihe von kommunistischen Schülergruppen steht die KSG (NRF) in Verbindung und führt die Auseinandersetzung um die kommunistische Politik an der Schule. Diese Auseinandersetzung führt die KSG (NRF) mit dem Ziel des Aufbaus eines nationalen kommunistischen Schülerverbandes."
Q: Schulkampf Nr. 9, Heidelberg März 1973, S. 9

12.02.1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (NRF) Heidelberg / Wiesloch gibt in Zusammenarbeit mit der Roten Zelle Karlsruher Schüler und der KSG/IG Mannheim ihren 'Schulkampf' (vgl. 12.1.1973, 28.2.1973) Nr. 8 für Februar vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Nach der Unterzeichnung des Vietnamabkommens: Dem vollständigen Sieg entgegen".

Weitere Artikel sind:
- "Zur Metalltarifrunde" (MTR);
- "Schülerstreik in Mailand" in Italien;
- "'…Utopisten, hirnlose Spinner…'" zur LMTR;
- "Schülerdemonstration in Frankfurt" am 29.1.1973;
- "Brief eines Kriegsdienstverweigerers" (KDV) bzw. EDL aus einem Heidelberg Krankenhaus;
- "John Heartfield: 'Todeskonjunktur'" mit einem Plakat;
- "Zensur eines Wandbretts in Bensheim" an der Geschwister-Scholl-Schule;
- "Die Rolle der Jugend in der albanischen Revolution";
- "Siemens verklagt Cabora-Bassa-Gegner!!" bzw. Mitglieder der Aktion Dritte Welt (ADW) wegen Hausfriedensbruchs;
- "Bericht vom Lessing-Gymnasium in Mannheim" über das Vietnamkomitee;
- "Strafverfahren gegen die kommunistische Presse", auch gegen den 'Schulkampf' bzw. Rolf Lebert wegen einem Artikel zu Ulli Topp;
- "Schädlinge" aus 'Südwestdeutsche Schulblätter';
- "Hahn im Korb" zum Kultusminister Wilhelm Hahn;
- "Gesundheitspolitik in China" aus der 'Wahrheit' Bremen;
- "5 Monate Gefängnis für Forderung nach Diskussion" an der Uni Heidelberg im Breitling-Prozeß;
- "Wahlen zum Studentenparlament in MA u. HD" bei denen die KHG in Mannheim 12 von 25 und in Heidelberg 38 von 80 Sitzen errang; sowie
- "25 000 demonstrierten gegen die US-Aggression" in Vietnam am 14.1.1973 in Bonn.

Beigelegt ist ein Fragebogen zwecks Verbesserung des 'Schulkampf'.
Q: Schulkampf Nr. 8, Heidelberg Feb. 1973

28.02.1973:
Heute gibt die Kommunistische Schülergruppe (NRF) eine Sondernummer ihres 'Schulkampf' (vgl. 12.2.1973, 17.3.1973) heraus, die sich u.a. mit dem Numerus Clausus (NC) befasst.
Q: Schulkampf Nr. 9, Heidelberg o.J. (1973), S. 4

17.03.1973:
Frühestens heute gibt die Kommunistische Schülergruppe (NRF) die Nr. 9 ihres 'Schulkampf' (vgl. 28.2.1973, Apr. 1973) heraus.
Dieser berichtet über die Fahrpreiskampagne und den Schülerstreik dazu in Mannheim (vgl. 1.3.1973 bis 4.3.1973), wobei bekanntgegeben wird, daß bereits 22 000 Unterschriften gesammelt worden seien. In Mannheim wurde eine Initiativgruppe zum Aufbau einer KSG gegründet, aber auch die Projektgruppe Tulla-Gymnasium. Aus Mannheim wird auch berichtet von der Jugendzentrumsdemonstration (vgl. 3.2.1973).

Gemeldet wird auch die Verhaftung des Schülers G.S. in Wiesloch (vgl. 16.3.1973) und der Rauswurf dreier Schüler am Heidelberger Bunsengymnasium (vgl. 14.7.1972). Eingegangen wird auch auf die Elternversammlung am Gymnasium Wiesloch (vgl. 27.2.1973), berichtet wird aus Wiesloch auch von der Gründung des Initiativkomitees Aktion Jugendzentrum in Selbstverwaltung durch u.a. KSG (NRF) und KAJB (NRF).

Berichtet wird von den Berufsverboten (BV), die KSG (NRF) unterstützt das Heidelberger Komitee gegen die Berufsverbote und gegen die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst, und von der Demonstration gegen diese bzw. den Schieß-Erlaß (vgl. 13.3.1973).

Aus dem hessischen Kreis Bergstraße wird vom NC-Streik berichtet (vgl. 14.2.1973), aus Karlsruhe durch das Fichte-Schulkollektiv und das Schulkollektiv Goethe-Gymnasium, aus Heidelberg von der Basisgruppe am Lise Meitner Gymnasium, der Projektgruppe am Bunsengymnasium ('Bunsenbrenner'), der Projektgruppe am Raphael Gymnasium ('Der Rote Rosenkranz') und der Basisgruppe am Englischen Institut ('Der Rotstift').

An der Fachhochschule Nürtingen ist der NPD'ler Kosiek unbehelligt als Dozent tätig.

Man selbst führte eine Generaldebatte durch (vgl. 10.2.1973), die Auflage des 'Schulkampf', der außer in Heidelberg auch in Karlsruhe, Mannheim, Wiesloch, Öhringen und Bensheim vertrieben wird, soll von 2 000 auf 2 500 gesteigert werden.

Ein Artikel äußert sich "Zur Lage der Palästinenser", ein weiterer Artikel behandelt die BWHS bzw. die "Bundeswehrhochschulen - Brutstätten des Militarismus". Gefragt wird: "Was steckt hinter der Weltwährungskrise?", berichtet wird über "12 Jahre Gefängnis für Horst Mahler" und aus Dortmund vom Streik bei Hoesch (vgl. 8.2.1973) sowie von Jagenberg Düsseldorf, HuF Velbert und Klöckner Bremen.

Bekanntgegeben werden die Termine der eigenen Schulungen sowie des Grünen Kinos im Release Haus, Brunnengasse 22-24.
Q: Schulkampf Nr. 9, Heidelberg o.J. (1973)

April 1973:
Im Raum Heidelberg gibt die Kommunistische Schülergruppe (NRF) die Nr. 10 ihres 'Schulkampf' (vgl. 17.3.1973, 11.5.1973) heraus mit dem Leitartikel "Demonstration gegen die Berufsverbote im öffentlichen Dienst" am 14.4.1973 in Stuttgart.

Weitere Artikel sind:
- "Komitee gegen die Berufsverbote in Karlsruhe… …und Mannheim gegründet" am 15.3.1973 bzw. 13.3.1973;
- "Vietnam: Erneutes Eingreifen der US-Imperialisten abwehren!";
- "Massenmord an politischen Gefangenen" in Südvietnam;
- "Die Tigerkäfig-Gefangenen" in Südvietnam;
- "Die 'wirkliche Alternative': eine Fehlgeburt" zur DKP-Schülergruppe Mannheim, die die 'Schulfront' herausgibt, wobei auch auf die Fahrpreiserhöhungen eingegangen wird;
- "Mozambique: Aufbau eines Schulwesens in den befreiten Gebieten";
- "Wir fordern: Keine Fahrpreiserhöhung in Heidelberg!" bei der HSB;
- "Aus Fehlern lernen!" zu den Fahrpreiserhöhungen in Mannheim;
- "Sozialistische Schüler Krefelds: Kritik am Aktionsprogramm der KSG/NRF";
- "Das Programm der Westdeutschen Kommunisten und die Aufgaben der Schülerbewegung", wobei auch auf die Kritik aus Krefeld eingegangen wird;
- "Veranstaltung gegen den Numerus Clausus" am Wirtschaftsgymnasium Bensheim;
- "Informationsstand des Vietnamkomitees Karlsruher Schüler";
- ein Presseartikel zum Wehrpflichtgesetz in Frankreich;
- "Kommentar" mit Auszügen aus dem 'Kommentar' für Freudenberg Weinheim, für Daimler-Benz Mannheim, für die Kollegen von Teroson, Febolit und V-Dia und für die Druckindustrie;
- "Sieg der Arbeiter bei Mannesmann" in Duisburg
- Berichte aus den Schulen vom Helmholtz-Gymnasium über das Schwarze Brett, vom Hölderlin-Gymnasium und vom Gymnasium Wiesloch.
- "MA: Prozessdrohung am Lessing";
- "Wiesbaden: Polizei zerschlägt Schülerversammlung" am 2.3.1973 an Dilthey- und Leibnizschule; sowie
- "Die französischen Schüler kämpfen gegen das 'Gesetz Debre'" zum Wehrpflichtgesetz.
Q: Schulkampf Nr. 10, Heidelberg Apr. 1973

11.05.1973:
Heute geben die Kommunistische Schülergruppe (NRF) Heidelberg / Wiesloch und die Roten Zellen Karlsruher Schüler ein Extra ihres 'Schulkampf' (vgl. Apr. 1973, 14.5.1973) zum gestrigen Streik gegen das Landeshochschulgesetz (LHG) heraus.
Q: Schulkampf Extra Gestern morgen …, Heidelberg o. J. (11.5.1973)

14.05.1973:
Vermutlich in dieser Woche gibt im Raum Heidelberg die KSG (NRF) die Nr. 11 ihres 'Schulkampfs' (vgl. 11.5.1973, 16.5.1973) für heraus, die unter der Schlagzeile "Weg mit allen Schulstrafen!" ausführlich über den Schülerstreik gegen das Hochschulgesetz in Heidelberg, u.a. am Bunsengymnasium, am Helmholtzgymnasium, am Kurfürst-Friedrich Gymnasium (KFG), am Lise Meitner Gymnasium, am Wirtschaftsgymnasium, und am Hölderlingymnasium, wo 'Der Rote Faden' Nr. 1 erschien, in Neckargemünd, Wiesloch und Öhringen berichtet (vgl. 10.5.1973).

Berichtet wird ebenfalls von der Stuttgarter Berufsverbotedemonstration (vgl. 14.4.1973), vom 1. Mai in Heidelberg und Mannheim (vgl. 30.4.1973, 1.5.1973) sowie dem Auftauchen der Schülerunion an den Heidelberger Gymnasien Helmholtz und Bunsen, vom Markgrafengymnasium in Karlsruhe-Durlach, einer neuen Projektgruppe am Carl Benz Gymnasium in Mannheim, die eine Berufsverbotekampagne durchführte, und vom Kampf gegen den Bombenabwurfplatz in Nordhorn Range sowie vom §218.

Die Filmkritik "Empörung ohne Perspektive:" behandelt 'Der unsichtbare Aufstand'. Der Artikel "Säuberung der Gewerkschaften" berichtet über Ausschlüsse (UVB) aus Göttingen gegen Thomas Klingeberg (IGM - vgl. 13.2.1973) sowie aus München gegen Hans Zintl (DruPa - vgl. 5.10.1972) und Herbert Wagner (IGM bei Zündapp - vgl. 19.2.1973). Ein Artikel widmet sich den "Polizeiaktionen gegen die Gruppe 'Rote Fahne' (KPD)", ein weiterer behandelt "Die Watergate-Affäre", berichtet wird auch über "Altstadtsanierung - Sanierung der Profite". Die Buchbesprechung widmet sich dem Streikbericht von Mannesmann Duisburg-Huckingen, 'Wir gehen nach vorn!'.

Bekanntgegeben wird die Gründung des Heidelberger Arbeitskreises für ein Jugendzentrum in Selbstverwaltung und dessen nächster Termin (vgl. 26.5.1973). Die Aktion Demokratische Hochschule (ADH) der Uni Heidelberg wolle sich auf die PH und die Oberschulen ausdehnen, wozu bereits bei Boehringer Mannheim um finanzielle Hilfe angefragt worden sei. Internationale Berichte behandeln Australien, Dänemark, Frankreich, den Libanon, Somalia, Venezuela und Vietnam.
Q: Schulkampf Nr. 11, Heidelberg Mai 1973

16.05.1973:
Vermutlich heute geben die Kommunistische Schülergruppe (NRF) Heidelberg / Wiesloch und die Roten Zellen Karlsruher Schüler ein Extra "Polizeiaktion gegen die Gruppe Rote Fahne (KPD)" ihres 'Schulkampf' (vgl. 14.5.1973, 2.7.1973) heraus.

Enthalten sind auch die Artikel:
- "Erneute Schnellgerichtsverfahren gegen Studenten"; sowie
- "'Wilde' Streiks in MA/HD" bei Schmitthelm, Mecano, Schnellpresse und der BASF.

Aufgerufen wird zur Vietnam-Veranstaltung um 20 Uhr in der neuen Universität Heidelberg.
Q: Schulkampf Extra Polizeiaktion gegen die Gruppe Rote Fahne (KPD), Heidelberg o. J. (1973)

02.07.1973:
Vermutlich Anfang dieser Woche gibt die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Heidelberg / Mannheim / Wiesloch (ex KSG (NRF)) in Zusammenarbeit mit den Roten Zellen Karlsruher Schüler die Nr. 12 ihres 'Schulkampfs' (vgl. 16.5.1973, Okt. 1973) heraus mit folgendem Leitartikel:"
KEINE FAHRPREISERHÖHUNG BEI DER HSB

Wie wohl inzwischen Allen bekannt ist kostet die Benutzung der Straßenbahn und Busse ab ersten August wesentlich mehr. Die Stadtverwaltung, die 99% der Aktien der HSB-Aktiengesellschaft besitzt, beschloß dies auf einer Gemeinderatssitzung mit 24 : 4 Stimmen. Die Gegenstimmen sind jedoch nur eine Farce, wenn man sieht, daß die CDU-Stadträtin Zutt , die gegen die Fahrpreiserhöhungen gestimmt hätte sich schon wenig später auf einer Versammlung gegen eine Protestresolution wandte.
Die Fahrpreiserhöhungen bei der HSB sind nur ein Teil des 'Notprogramms' der HSB. Gleichzeitig werden immer mehr Linien zu den Außenbezirken eingestellt und auf dem Rücken der HSB-Belegschaft Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt. Trotz andauernder gegenteiliger Beteuerungen des sozialdemokratischen Stadtrats wird die Demontage des öffentlichen Nahverkehrs verstärkt vorangetrieben.
Viele Schiller meinen, man müsse jetzt etwas dagegen unternehmen und der HSB und der Stadt zeigen, daß wir nicht gewillt sind, die Maßnahmen Sie, denken dabei an die erfolgreiche Rote-Punkte-Aktion 69. Ist eine Rote-Punkte-Aktion im jetzigen Augenblick sinnvoll ?

DIE LETZTEN BEIDEN ROTE-PUNKT-AKTIONEN

Die jetzigen Fahrpreiserhöhungen und Fahrplanverdünnung stehen nicht allein. Sie sind die Fortsetzung der Politik des SPD-Stadtrats, den öffentlichen Nahverkehr schrittweise einzuschränken. Und das HSB-Unternehmen, das, wie fast ,alle Verkehrsbetriebe wenig Profit abwirft, dadurch zu einer Geldquelle zu machen, daß die Preise ins Ungeheure erhöht werden. Schon 69 traf diese Politik auf die breite Empörung fast der gesamten Bevölkerung von Heidelberg. Der Empörung wurde Ausdruck gegeben in der teilweise aktiven Beteiligung der Bevölkerung an der, von den fortschrittlichen Studenten ins Leben gerufenen Rote Punkte-Aktion. Sie führte zum Boykott der HSB, der durch die Ausweichungsmöglichkeiten auf Rote Punkt-Autos möglich wurde. Warum gelang es 69 durchzusetzen, daß die Fahrpreiserhöhungen zurückgenommen wurden? 69 war die Empörung sehr breit gewesen und hatte vor allem in den Betrieben ihre Basis. Der DGB mußte sich hinter die Arbeiter stellen und es war abzusehen, daß die Unruhe in den Betrieben wachsen würde, wenn die Stadtbürokratie nicht nachgeben sollte. Als sich nach Tagen zeigte, daß die breite Protestbewegung nicht abnahm, sondern sich ausweitete, gab es für die Sozialdemokraten im Stadtrat keine andere Wahl mehr: die Fahrpreiserhöhung mußte zurückgenommen werden.

Anders 71.Die Rote Punkte-Aktion wurde isoliert von Studenten und Schülern durchgeführt. Dem Kampf in den Betrieben wurde zu wenig Bedeutung zugemessen, es wurden keine Anstrengungen unternommen, die Bewegung von den Betrieben her zuentfalten. So konnten die Studenten in ihren Aktionen zwar auf die Sympathie der Arbeiter und Werktätigen rechnen, aber durch deren passive Haltung konnte der Kampf ohne sie, deren Kampf einzig und allein den nötigen Druck auf die Stadtbürokratie ausüben konnte nicht gewonnen werden. Das Fehlschlagen der Rote Punkt-Aktion 71 lag nicht an der mangelhaften Durchführung des Rote Punkt-Verkehrs, sondern an der Isolation der Aktionen der Studenten und Schüler.

UNSER NÄCHSTES VORGEHEN

Wie wir aus den letzten Rote Punkte-Aktionen gelernt haben, können nur dann die Politiker und der Stadtrat gezwungen werden, ihre massenfeindlichen Beschlüsse zurückzunehmen wenn sich die Arbeiter und die anderen Werktätigen organisiert zur Wehr setzen und die Fahrpreiserhöhungen durch Streiks und Demonstrationen bekämpfen. Damit ist schon begonnen worden.
Aus Betrieben, Stadtteilen, Schulen und Hochschulen kommen Resolutionen, von Lehrlings - und Jugendarbeitsgruppen werden Forderungen an die Gewerkschaftsführung laut. Demonstrationen während der Arbeitszeit durchzuführen. Wir, die Schüler, dürfen uns nicht dazu verleiten lassen, anzunehmen, daß wir eine führende Rolle im Kampf gegen die HSB-Fahrpreiserhöhungen spielen können. Deshalb wäre es auch falsch, eine Planung von Schülerseite durchzuführen, wenn diese Planung nicht die aktuelle Lage in den Betrieben mit einbezieht und sie darauf abgestimmt wird.

Generell kann man sagen, daß es illusionär wäre, schon jetzt Aktionen, zB eine Blockade, zu planen, wenn noch gar nicht abzusehen ist, wie sich die Lage in den Betrieben entwickelt. Das bedeutet jedoch nicht, daß die Schüler jeden Schritt des Kampfes der Arbeiter kopieren müßten. Die Schüler sollten auf jeden Fall so oft und so stark wie möglich ihrem Protest Ausdruck verleihen, So wie zB am Mittwoch, 26.6. als Schüler die Straßenbahn kurz blockierten, Flugblätter verteilten und mit den Fahrgästen diskutierten, sich aber zurückzogen, als sie den Verkehr wirklich blockierten. Denn dies war auch nicht der Sinn dieser Aktion.
Das erste Ziel jedoch, das immer für jeden gelten muß, ist, eine möglichst große Masse von Menschen zu mobilisieren. Dies muß auf allen denkbaren Wegen geschehen, über KSVs, VVs, Elternbeiratssitzungen usw. Dem Stadtrat muß am 5.7. mit einer großen Demonstration der Protest der Heidelberger Bevölkerung gezeigt werden.

Machen wir die Protestbewegung so stark wie möglich, festigen wir die Kampffront auf allen Gebieten, damit die Stadtbürokratie die radikale Ablehnung der Fahrpreiserhöhungen nicht überhören kann.

Daß dies momentan noch nicht der Fall ist, sah man eindeutig auf dem Bürgerforum am vergangenen Freitag, wo Zundel und Co sich recht unbehelligt zurückziehen konnte, als die Bürger nicht wollten, wie er.
2 Tage vor dem Bürgerforum fand eine Veranstaltung des Kommunistischen Bundes Westdeutschland statt, zu der über 650 Menschen kamen. Nach einer begeisternden Rede eines Genossen von Harvester über den Kampf gegen den Lohnabbau und einem Referat über die volksfeindlichen Maßnahmen der Stadtbürokratie, dargestellt am Beispiel der HSB-Fahrpreiserhöhung, wurde über folgende Resolution diskutiert und abgestimmt:
Resolution 'KEINE FAHRPREISERHÖHUNG BEI DER HSB

Ab 1. August sollen die Fahrpreise der Heidelberger Straßen- und Bergbahn AG wieder erhöht werden. Die beschlossenen Fährpreiserhöhungen gehen von 12,5% bei der Mehrfahrtenkarte (70 statt 62,5 pf.) bis zu 63,5% bei den Schüler- und Studentenmonatskarten. Am 14.6. hat der Gemeinderat diese Erhöhung mit 24 gegen 4 Stimmen beschlossen.
Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem vorgelegten Generalverkehrsplan.
Die Fahrpreiserhöhung trifft in einer Zeit allgemeiner Preissteigerung empfindlich die werktätige Bevölkerung, die zum größten Teil auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Auch diejenigen Familien sind betroffen, die über ein Kraftfahrzeug verfügen; denn die Familienmitglieder - Hausfrauen, Schüler, Lehrlinge, Rentner und Studenten - müssen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Die HSB wird auf Kosten der Fahrgäste und der Belegschaft rationalisiert. Die Fahrpläne werden verdünnt. Immer seltener fahren die Straßenbahnen. Während der Hauptverkehrszeit sind die Wagen überfüllt. Für die Belegschaft bedeutet die Rationalisierung den drohenden Verlust der Arbeitsplätze und für die Weiterbeschäftigten verschärfte Arbeitshetze, z.B. wegen der schärferen Kalkulation der Fahrzeiten.

Die vom Gemeinderat beschlossene Fahrpreiserhöhung bedeutet einen weiteren Angriff auf die Lebensbedingungen der werktätigen Bevölkerung. überall steigen die Preise, der Preisanstieg liegt inzwischen bei 9% gegenüber dem Vorjahr. Die letzten Lohn- und Gehaltserhöhungen blieben nach Abzug der gestiegenen Steuer- und Sozialabgaben unter den allgemeinen Preissteigerungsraten für die Lebenshaltung. Während die Preise steigen, der Lohn real abgebaut wird, explodieren die Gewinne der Unternehmer. Die Arbeiter und Angestellten halten nicht mehr still. Das Haushaltsgeld wird immer knapper, gleichzeitig steigert sich ständig die Arbeitshetze in den Betrieben. Die Forderung nach sofortiger Lohnerhöhung erfasst immer breitere Teile der Werktätigen.

Das 'Stabilitätsprogramm' der SPD/FDP-Regierung und die staatliche Preistreiberei nützen nur den Kapitalisten und ihren Profiten. Für das Volk springen immer nur neue Belastungen heraus.

KAMPF DER AUSPLÜNDERUNG DES VOLKES DURCH DEN KAPITALISTISCHEN STAAT!
GEGEN STAATLICHE PREISTREIBEREI UND GEGEN LOHNABBAU!
FÜR EINE SOFORTIGE ERHÖHUNG DER LÖHNE, GEHÄLTEP UND RENTEN!
KEINE FAHRPREISERHÖHUNU BEI DER HSB!
SCHLUß MIT DER DEMONTAGE DES ÖFFENTLICHEN NAHVERKEHRS!
ZAHLT DAS HSB-DEFIZIT AUS DEN UNTERNEHMER-PROFITEN!

ALLE ZUR ZENTRALEN DEMONSTRATION AM 5.7.'

Außerdem wurde beschlossen, daß diese Resolution auf dem Bürgerforum zur Diskussion gestellt werden sollte.

Dies führte zum totalen Untergang Zundels und seiner Komplicen au dem Bürgerforum, weil unter keinen Umständen zugelassen werden sollte, den momentan wichtigsten Punkt des Generalverkehrsplans, der das Thema der Zundel-Show war, zu behandeln, obwohl dies fast der gesamte Saal verlangte. Zundel & Co wurden zusehends nervöser, als aus allen Ecken der Stadthalle Forderungen nach der Resolution kamen, und mußte schließlich zeitweise die Mikrophone im Saal abschalten lassen.
Dies und der Zynismus der Veranstalter, mit dem sie die Forderungen der Teilnehmer übergingen, steigerte natürlich den Zorn der Bürger. So blieb Zundel & Co nach rund einer Stunde des Ausweichens und des Abwiegelns nichts anderes übrig, als die Veranstaltung zu schließen.

Da die meisten wußten, daß vor der Stadthalle Polizei stand, war es vernünftig, die Stadthalle zu verlassen, als Zundel die Teilnehmer dazu aufforderte. Der Reporter des Süddeutschen Rundfunks, der eine Übertragung des Bürgerforums machte, schloß traurig mit den Worten, daß hier eine kleine Minderheit es den am Generalverkehrsplan interessiert und nicht an der Straßenbahn interessierten Bürgern unmöglich gemacht habe, ihre Fragen zu diskutieren. Die lauten Sprechchöre der Teilnehmer wurden selbstverständlich vorher ausgeblendet…

Selbst denjenigen, die vorher noch etwas von Zundel gehalten hatten, wurde spätestens jetzt klar. daß die Bürgerforen nur eine Alibi-Funktion für Zundel und seine Pläne haben sollen und wirkliche Forderungen der Bürger eiskalt übergangen werden."

Berichtet wird vom Streikverbot für Schüler seitens des Oberschulamtes Nordbaden am 9.5.1973, aber auch in Bremen, wobei auch auf die Berufsschule Bezug genommen wird, von den Karlsruher Aktionen gegen das Hochschulgesetz (vgl. 17.5.1973) und der zentralen Demonstration zum selben Thema in Stuttgart (vgl. 7.6.1973).

Solidaritätserklärungen zu diesem Kampf hat man vom Kommunistischen Oberschülerbund (KOB) Bremen, dem Zentralen Gremium der Kommunistischen Schülergruppe (KSG) Wiesbaden und der Zentralen Leitung der Initiativgruppe zum Aufbau einer Kommunistischen Schülergruppe Frankfurt/Offenbach erhalten.

Vor ca. 3 Wochen habe man ein Fußballturnier durchgeführt, an dem Mannschaften der KSG Mannheim/Heidelberg, der Roten Zellen Karlsruher Schüler, des KAJB Wiesloch und der Schülerbasisgruppe Hockenheim teilnahmen. Diese Meldung steht zwar einerseits im Widerspruch zum Titel, wo die KSG ja KSG Mannheim/Heidelberg/Wiesloch heißt (eine Ortsgruppe Wiesloch wird erst später gebildet - vgl. 10.11.1973) und andererseits auch im Widerspruch zu der Meldung, daß vorletzte Woche erst die KSG Mannheim gegründet worden sei, was nach späteren Angaben im Juli stattfand.

Weitere Berichte des 'Schulkampf' behandeln die Gründung des KBW, Nordhorn-Range, den Fall Wienand bzw. Steiner, John Deere Mannheim und Harvester Heidelberg, VW Wolfsburg und die Wohnsituation der Italiener, die verhinderte Ausweisung der türkischen Familie Arsoy in Heidelberg, die Marineausstellung in Mannheim (vgl. 30.5.1973), die Verfolgung der Schülerbasisgruppe Miltenberg (vgl. 2.4.1973), die Basisgruppe Wiesloch, die die Nr.1 ihres Organs 'Gerbers Unruh' herausgab, das Heidelberger Bunsengymnasium ('Bunsenbrenner') und das Helmholtzgymnasium, wo es eine Basisgruppe ('Linkskurve') und ein Unterstufenkollektiv gibt sowie aus Heidelberg das Hölderlingymnasium, die Projektgruppe Kurfürst Friedrich Gymnasium und die Basisgruppe am Englischen Institut.

Aufgerufen wird: "Unterstützen wir Kambodscha!" und zu den portugiesischen Kolonien Angola, Mosambik und Guinea-Bissau sowie Azania und Namibia aufgefordert zur "Solidarität mit den Völkern des südlichen Afrika und Guinea-B. (Bissau,d.Vf.) in ihrem Kampf gegen Rassismus und Imperialismus". Berichtet wird auch über Albanien und Peru.
Q: Schulkampf Nr. 12, Heidelberg O. J. (1973)

Oktober 1973:
Im Großraum Mannheim/Heidelberg gibt die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Heidelberg-Mannheim-Wiesloch in Zusammenarbeit mit den Roten Zellen Karlsruher Schüler des KBW die Nr. 13 ihres 'Schulkampfs' (vgl. 2.7.1973, 18.11.1973) heraus. Diese berichtet u.a. über die Religionsnoten (vgl. 21.8.1973), über den Schulversuch (Oberstufenreform - OSR) und die Gründung ihrer eigenen Aufbaugruppe im hessischen Kreis Bergstraße.

Anläßlich der Besprechung des "KOV-Aktionsprogramms" im Artikel "Getretener Quark wird breit, nicht stark" wird u.a. bemerkt: "(Nennenswert ist im Grunde nur seine Arbeit in Westberlin, Düsseldorf, Münster, Wiesloch und Karlsruhe-Durlach) … Die Heidelberger (Sympathisanten-, d.Vf.) Gruppe ist ein besonderes Beispiel für den sektenhaften Charakter dieser Organisation. Mit den Kämpfen an den Schulen hat sie nichts, … zu tun, ist … entstanden … aus einem diffusen 'Freundeskreis' (Schulkampf-Freundeskreis, d.Vf.) und … fristet so ihr Dasein wesentlich als Flugblatt-Unterschrift."

Der KOV antwortet auf diesen Artikel (vgl. Nov. 1973).

Eingegangen wird weiter auf die Oberstufenreform (OSR) am Beispiel des Heidelberger Kurfürst Friedrich Gymnasiums (KFG), auf Chile, die Projektgruppe am Heidelberger Bunsengymnasium ('Bunsenbrenner'), wo auch gerade Klassensprecherwahlen sind, die Basisgruppe ('Der rote Faden') Hölderlingymnasium Heidelberg, die Basisgruppe Helmholtzgymnasium ('Linkskurve') Heidelberg, die hessischen Rahmenrichtlinien (RRL), wobei die befreundete Kommunistische Schülergruppe Frankfurt erwähnt wird, und auf einen Streik am Bielefelder Westfalenkolleg.

Weiter gibt es ein Interview mit einem Mitglied der KBW Betriebszelle International Harvester Heidelberg, man befaßt sich mit der Elterninitiative an der Geschwister Scholl Grundschule 2 in Mannheim, berichtet über "Miserable Zustände an den Berufsschulen" u.a. an der Gewerbeschule 2 Heidelberg, der Bruchsaler Bereitschaftspolizei, die von Realschülern und Oberschülern aus dem Raum Bruchsal, Heidelberg und Karlsruhe besucht wurde, und von den über Jugendvertreterentlassungen, u.a. bei V-Dia Heidelberg und BBC und John Deere in Mannheim, aber auch von der Einberufung zum Wehrdienst, wie geschehen bei der Frankfurter Flughafen AG und in Dillenburg.

Mit Hilfe der 'Peking Rundschau' wird berichtet "China: Lehrer in den Bergen". Die Buchbesprechung widmet sich dem Roman 'Kämpfende Jugend' von Walter Schönstedt (Oberbaumverlag). In der Schweiz drohen Schulverweise.
Q: Schulkampf Nr. 13, Heidelberg Okt. 1973; Schulkampf Nr. 11, Dortmund Nov. 1973, S. 10f

November 1973:
Der KOV der KPD gibt seinen 'Schulkampf' Nr. 11 (vgl. Okt. 1973, 17.12.1973) heraus. Enthalten ist auch der Artikel "Unken aus dem Zirkelsumpf: Quark, Quark! Zur Kritik der KBW-Schülergruppen am Aktionsprogramm des KOV", der sich mit dem Artikel der KSG Heidelberg in deren 'Schulkampf' Nr. 13 (vgl. Okt. 1973) und auch auf das KFG Heidelberg eingeht.
Q: Schulkampf Nr. 11, Dortmund Nov. 1973, S. 10f

KOV_Schulkampf417

KOV_Schulkampf418

KOV_Schulkampf416


10.11.1973:
In Heidelberg beginnt, nach eigenen Angaben, die zweitägige Generalmitgliederversammlung der Kommunistischen Schülergruppe (KSG). Nachdem im Juli eine Ortsgruppe in Mannheim gebildet wurde (vgl. 31.7.1973) wird nun auch eine Ortsgruppe Wiesloch konstituiert und auch die Roten Zellen Karlsruher Schüler werden eine Ortsgruppe der KSG. Man erkennt das KBW-Programm als Leitlinie an und wählt einen siebenköpfigen Zentralen Ausschuß.
Q: Schulkampf Nr. 14, Heidelberg Nov. 1973

18.11.1973:
Frühestens heute gibt die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Heidelberg/Mannheim/Wiesloch/Karlsruhe die Nr. 14 ihres 'Schulkampfs' (vgl. Okt. 1973, Jan. 1974) heraus.

Berichtet wird über die eigene Mitgliederversammlung (vgl. 10.11.1973), die Heidelberger Chiledemonstration (vgl. 17.11.1973), man befaßt sich u.a. mit dem "Betrug mit den Noten", mit Griechenland, der CDU bzw. ihrem Wirtschaftsrat in Baden-Württemberg und der Schülerunion sowie dem Jahrbuch am Heidelberger Bunsengymnasium, den Mannheimer Obdachlosen, für die sich die reaktionäre 'Vereinigte Mannheimer Schülerpresse' nur vorgeblich einsetze, dem entlassenen Jugendvertreter des Großkraftwerk Mannheim (GKM), den Fahrpreisprozessen in Mannheim, dem Mietstreik im Heidelberger Studentenheim Klausenpfad, den 5 Prozessen gegen Wieslocher Schüler und dem dortigen Jugendzentrum, wo jetzt auch die DKP mitmischt sowie mit der Gesamtschule Lampertheim, wo der Verfassungsschutz kam. Von der KSG-Aufbaugruppe Bergstraße kommt "Kritik am Schulkampf Nr. 13".

Aus Mannheim geht man auf die Projektgruppe Tullagymnasium und das Mollgymnasium ein, aus Heidelberg auf das Wirtschaftsgymnasium, die Projektgruppe Raphaelgymnasium und die Basisgruppen am Hölderlin- ('Der rote Faden') und Helmholtzgymnasium ('Linkskurve').

In Bruchsal gibt es jetzt eine Initiativgruppe für eine Kommunistische Schülergruppe. Diese berichtet, daß am dortigen Schönborngymnasium eine 18-köpfige Unabhängige Schülergruppe bereits nach ca. einer Woche wieder aufgelöst wurde.

Gefordert wird zur OSR: "Weg mit der Oberstufenreform". Aus Frankreich wird berichtet vom Schulkampf in Lyon, aus den USA vom Lehrerstreik, aus der VR China mit Hilfe der 'KVZ' über "Hochschulen im Dienste des Volkes", aus Japan über die Forscherstadt Tsucuba Academic City.

Aus Braunschweig wird berichtet von der Bundeswehr (vgl. 26.6.1973). Die Buchbesprechung behandelt 'Vaterlandslose Gesellen' von Adam Scharrer (Oberbaumverlag). Ein Leserbrief behandelt den Religionsunterricht. Aufgerufen wird zum Besuch der KHG-Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne 'Wissenschaft im Klassenkampf'.
Q: Schulkampf Nr. 14, Heidelberg Nov. 1973

Januar 1974:
Vermutlich diesen Monat erscheint die Nr. 15 des 'Schulkampfs' (vgl. 18.11.1973), der jetzt herausgegeben wird von der Kommunistischen Schülergruppe (KSG) Heidelberg/Mannheim/Wiesloch/Karlsruhe/Bruchsal und deren Aufbaugruppen im Kreis Bergstraße, in Schwetzingen/Hockenheim und Ludwigshafen. Die Auflage wird mit 3 000 angegeben.
Berichtet wird u.a. vom Streik in Wiesloch (vgl. 7.12.1973) und einer Veranstaltung zur Oberstufenreform (OSR) in Heidelberg (vgl. 13.12.1973).
In Ludwigshafen führte die Basisgruppe am Geschwister Scholl Gymnasium eine Chileveranstaltung mit 60 Leuten durch.

In Bruchsal wurde die bisherige Initiativgruppe für eine KSG zur Ortsgruppe, sie verfügt über eine Basisgruppe am Justus Knecht Gymnasium.

Auch die bisherigen Sympathisanten Hockenheim/Schwetzingen, die vermutlich mit der Schülerbasisgruppe Hockenheim verwandt sind, sind nun zur Aufbaugruppe geworden.

Im Kreis Bergstraße in Hessen wollten die KSG-Aufbaugruppe und der Sozialistische Schülerarbeitskreis (SSAK) am Alten Kurfürstlichen Gymnasium Bensheim, welcher eine Art Basisgruppe sei, einen Angolagottesdienst besuchen. Der SSAK aber sei zu schüchtern gewesen, während die KSG-Aufbaugruppe die 'KVZ' verkaufte, Wandzeitungen aufhing und einen Büchertisch betrieb. Außerdem arbeitet die Aufbaugruppe Bergstraße u.a. auch noch in Bensheim am Wirtschaftsgymnasium und der Handelsschule.

Aus Heidelberg befaßt man sich mit dem Helmholtzgymnasium, der Basisgruppe am Lise Meitner Gymnasium und der Oberstufenreform (OSR) bzw. der Projektgruppe am Kurfürst Friedrich Gymnasium ('Roter Kurfürst') sowie mit der Therapieorganisation Hydra.

Aus Mannheim werden die KSG-Zelle Tulla, aus Karlsruhe die Zelle Fichte erwähnt.

Berichtet wird auch aus Baden-Württemberg vom Gymnasium Furtwangen, aus Schleswig-Holstein vom Gymnasium und Heide sowie aus Hessen vom Klinger in Frankfurt. Man befaßt sich mit Bertolt Brecht, dem Fernsehprogramm für Jugendliche, Chile, Hongkong, der Ausbildung in China, aber auch der Tibetfrage und den Kämpfen gegen Lehrermangel an der Hamburger Grundschule Arnkielstraße sowie mit Hilfe der 'KVZ' mit den "Möglichkeiten fortschrittlicher Lehrerarbeit". Die Buchbesprechung widmet sich "Sport in der Klassengesellschaft" von Gerhard Vinnai, anhand Chinas wird dargestellt der "Sport im Sozialismus".
Q: Schulkampf Nr. 15, Heidelberg o.J. (1974)

Letzte Änderung: 03.12.2018