Weinheim:
Der Protest gegen das Berufsverbot von Jürgen Hautz am Gymnasium Weinheim (1973)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 26.1.2019


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Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise zu dem offenbar erfolgreichen Protest gegen das drohende Berufsverbot von Jürgen Hautz am Gymnasium Weinheim, am dem u.a. die Anhänger des späteren KBW beteiligt waren, vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

19.03.1973:
Das Komitee gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst Heidelberg gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 2 seiner Zeitung 'Kampf dem Berufsverbot' (vgl. 19.2.1973, 29.4.1973) heraus mit dem Artikel "Gewerkschaftsresolutionen gegen das Berufsverbot" zum Protest gegen die Berufsverbote u.a. vom IG Chemie-Jugendausschuß für den Raum Mannheim, Weinheim und Heidelberg.
Quelle: Kampf dem Berufsverbot Nr. 2, Heidelberg o. J. (1973), S. 2

01.06.1973:
In Weinheim wird gegen das Berufsverbot gegen Jürgen Hautz am dortigen Gymnasium, laut KHG HD/MA/KR, eine Aktionseinheit zwischen der Politischen Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium, dem Berufsverbotekomitee Weinheim und dem Berufsverbotekomitee Heidelberg geschlossen.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr. 27, Heidelberg 6.7.1973, S. 9

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04.06.1973:
Im Komitee gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst Heidelberg wird vermutlich in dieser Woche ein Rundbrief verfasst, der auch vom Fall Hautz in Weinheim berichtet.
Q: N. N.: Liebe Mitglieder!, O. O. (Heidelberg) O. J. (1973), S. 1

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04.06.1973:
In Weinheim erscheint vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Berufsverbot am Weinheimer Gymnasium", das herausgegeben wird von der Aktionseinheit für die sofortige Wiedereinstellung von Jürgen Hautz. Angekündigt wird eine Veranstaltung am 7.6.1973.
Q: Aktionseinheit für die sofortige Wiedereinstellung von Jürgen Hautz: Berufsverbot am Weinheimer Gymnasium, Weinheim O. J. (1973)

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17.06.1973:
In Weinheim erscheint mit Stand von heute die Broschüre "Kampf der politischen Entrechtung im öffentlichen Dienst. Dokumentation zum Berufsverbot am Weinheimer Gymnasium. Politische Entlassung des Lehrers Jürgen Hautz - Teil 1" zum Preis von 1,- DM, die herausgegeben wird vom Aktionskomitee zur sofortigen Wiedereinstellung des Lehrers Jürgen Hautz, der Politischen Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium Weinheim (die auch die Redaktion übernimmt) sowie den Komitees gegen politische Entrechtung in Weinheim und Heidelberg.

Enthalten sind in unserem Exemplar die Texte:
- "Plattform des Aktionskomitee zur sofortigen Wiedereinstellung von Jürgen Hautz;
- "Zur Lage am Weinheimer Gymnasium";
- "Die politische Grundlage des Schieß-Erlasses";
- "Der Schieß-Erlass im Wortlaut";
- "Gewerkschaftsresolutionen gegen das Berufsverbot" vom AjLE des GEW-Bezirks Weinheim und der GEW-Hochschulgruppe Heidelberg;
- "…die bisher einzige Stellungnahme der bürgerlichen Presse. Rhein-Neckar-Zeitung vom 9.6.73";
- ein Brief von Hautz an seine Schüler, den die 'Weinheimer Nachrichten' nicht abdruckten;
- "Erfolgreiche Solidaritätsveranstaltung!!!!", zu der am 7.6.1973 fast 100 Menschen kamen;
- "Auszug aus der Predigt des Religionslehrers Hautz";
- "Der Fall Jürgen Hautz - ein erneutes Beispiel für die verschärfte politische Entrechtung im öffentlichen Dienst"; sowie
- das Entlassungsschreiben des evangelischen Oberkirchenrats Karlsruhe gegen Hautz.
Q: Kampf der politischen Entrechtung im öffentlichen Dienst. Dokumentation zum Berufsverbot am Weinheimer Gymnasium. Politische Entlassung des Lehrers Jürgen Hautz - Teil 1, Weinheim O. J. (1973)

18.06.1973:
Die Komitees gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst Weinheim, Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe geben vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe ihrer Zeitung 'Kampf der politischen Entrechtung im Öffentlichen Dienst' (vgl. 29.4.1973, 10.9.1973) für Juni heraus mit dem Artikel "Berufsverbot am Weinheimer Gymnasium" von der Aktionseinheit für die Wiedereinstellung von Jürgen Hautz mit dem Aufruf zur Veranstaltung am 29.6.1973.
Q: =Kampf der politischen Entrechtung im Öffentlichen Dienst Lohndiktat - kein Streikrecht, Heidelberg Juni 1973, S. 1f

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18.06.1973:
In Weinheim erscheint vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Berufsverbot am Weinheimer Gymnasium", das herausgegeben wird vom Aktionskomitee für die sofortige Wiedereinstellung von Jürgen Hautz, der Politischen Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium Weinheim sowie den Komitees gegen politische Entrechtung in Weinheim und Heidelberg. Aufgerufen wird zur Solidaritätsveranstaltung am 29.6.1973 in Heidelberg und zur Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Mannheim am 2.7.1973.

Geworben wird für die Dokumentation.
Q: Aktionskomitee für die sofortige Wiedereinstellung von Jürgen Hautz u.a.: Berufsverbot am Weinheimer Gymnasium, Weinheim O. J. (1973)

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25.06.1973:
In Weinheim geben das Aktionskomitee für die sofortige Wiedereinstellung von J. Hautz, die Politische Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium Weinheim und die Komitees gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung Weinheim und Heidelberg vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Die Kampagne zur sofortigen Wiedereinstellung von Jürgen Hautz weitet sich aus: auch die Direktion des Weinheimer Gymnasiums kann den Fall nicht länger totschweigen" heraus mit dem Aufruf zur Güteverhandlung am 2.7.1973, den Veranstaltungen am 29.6. und 10.7. und den Infoständen in der Stadt am 30.6.1973.
Q: Aktionskomitee für die sofortige Wiedereinstellung von J. Hautz u.a.: Die Kampagne zur sofortigen Wiedereinstellung von Jürgen Hautz weitet sich aus: auch die Direktion des Weinheimer Gymnasiums kann den Fall nicht länger totschweigen, Weinheim o. J. (1973)

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06.07.1973:
Im Komitee gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst Heidelberg erscheint ein Rundbrief mit der Einladung zur Mitgliederversammlung am 13.7.1973, die u.a. den Fall Hautz behandeln soll, wozu es auch heißt:"
Der Fall des Weinheimer Religionslehrers Jürgen Hautz wird Euch inzwischen allen bekannt sein, und ihr werdet wissen, daß das Heidelberger Komitee Mitglied einer Aktionseinheit in Weinheim ist. Diese Konstruktion halten wir inzwischen für einen Fehler: die Kampagne hat ihr Zentrum eindeutig in Weinheim und muß es auch haben. Der Fall Hautz hat die Verhältnisse in Weinheim ziemlich zum Tanzen gebracht, u.a. deswegen, weil der Direktor des Weinheimer Gymnasiums ein stadtbekannter Reaktionär ist."
Q: Komitee gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst: Liebe Mitglieder, Heidelberg 6.7.1973

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10.09.1973:
Die Komitees gegen die Berufsverbote und die politische Entrechtung im Öffentlichen Dienst Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim und Weinheim geben vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe ihrer Zeitung 'Kampf der politischen Entrechtung im Öffentlichen Dienst' (vgl. 18.6.1973, 6.11.1973) heraus mit dem Artikel "Erfolg im Kampf gegen das Berufsverbot für Jürgen Hautz" vom Komitee Weinheim.
Q: Kampf der politischen Entrechtung im Öffentlichen Dienst Berufsverbot '73 noch einheitlicher - noch 'Rechtsstaatlicher' - noch klarer in der Stoßrichtung, Mannheim o. J. (1973), S. 3

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Letzte Änderung: 26.01.2019