Ludwigsburg: Faschismus und Antifaschismus

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 6.10.2018


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Zu Anfang der 1970er Jahre kam es in Ludwigsburg zu verschiedenen Aktionen faschistischer Gruppen, gegen die wiederholt die Demokratische Volksaktion (DVA) auftrat, die dem KAB/ML nahestand.

Später wird dann auch der Spartacusbund (SpB) gegen den Kampfbund deutscher Soldaten (vgl. 27.9.1975) aktiv.

Zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung töten faschistische Skinheads dann einen Basketballfan (vgl. 21.1.1990).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

03.03.1971:
In Ludwigsburg soll, laut MLSG (vgl. Apr. 1971), das erste Treffen des Freiheitlichen Schülerbundes (FSB) der Aktion Widerstand (AW) stattfinden. Zu dessen Leidwesen aber hätten sich 50 Antifaschisten von der Demokratischen Volksaktion (DVA) eingefunden.
Quelle: Rotes Signal Nr. 3, Tübingen Apr. 1971, S. 8f

MLSG238

MLSG239


29.05.1971:
In Ludwigsburg beteiligen sich, laut MLSG (vgl. Juni 1971), rund 150 Faschisten an einem Fackelmarsch u.a. der Wikingjugend.
Q: Rotes Signal Nr. 5, Tübingen Juni 1971, S. 5

MLSG022


05.11.1971:
In Ludwigsburg führt die DVU, laut KAB/ML, eine Kundgebung durch (vgl. 7.11.1971). Laut und mit MLSG (vgl. Nov. 1971), demonstrieren rund 500 dagegen.
Q: Rote Fahne Nr. 12, Tübingen Dez. 1971; Rotes Signal Nr. 10, Tübingen Nov. 1971, S. 5f

MLSG110

MLSG111


07.11.1971:
In Ludwigsburg veranstaltet, laut KAB/ML, ein Komitee für eine demokratische und antifaschistische Aktion eine Demonstration und eine Kundgebung mit über 300 Teilnehmern (vgl. 5.11.1971).
Q: Rote Fahne Nr. 12, Tübingen Dez. 1971

16.01.1972:
Die NPD führt heute, laut RJ/ML, in Nürtingen ihren Landtagswahlkongreß für Baden-Württemberg durch. An einer Gegendemonstration von u.a. RJ/ML, gewerkschaftlichen und christlichen Gruppen, VVN, Demokratische Volksaktion Ludwigsburg und der Demokratischen Front Tübingen sollen sich 500 beteiligt haben. Laut KAB/ML waren es gar über 500, die von einer Antifaschistischen Aktionseinheit Kirchheim/Nürtingen obigen sowie auch noch Schülergruppen, RJ/ML und DKP organisiert worden sei, die hierbei von der Demokratischen Front Tübingen und den Demokratischen Volksaktionen (DVA) Ludwigsburg und Stuttgart unterstützt worden seien. Den KPD/ML-ZK Studenten sei, ebenso wie der DKP, die Verteilung eines eigenen Flugblattes untersagt worden.
Q: Rote Fahne Nr. 2, Tübingen Feb. 1972; Rebell Nr. 3, Tübingen März 1972

27.09.1975:
Laut Spartacusbund (SpB) Sympathisantengruppe Ludwigsburg beteiligen sich dort 30 an einer Demonstration des Kampfbundes Deutscher Soldaten (KDS). Der IGM OJA und die DKP hätten dagegen nur Flugblätter verteilt, die VVN eine Kundgebung gemacht.

Berichtet wird auch durch die GIM (vgl. 2.10.1975).
Q: Spartacus Nr. 22, Essen Nov. 1975; Was tun Nr. 86, Frankfurt 2.10.1975, S. 3

GIM_Was_tun_1975_233


10.01.1977:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 96 (vgl. 13.12.1976, 24.1.1977) heraus und berichtet u.a. über Erwin Schönborn und die Zentralstelle zur Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg.
Q: Arbeiterkampf Nr. 96, Hamburg 10.1.1977

09.11.1978:
Zur Reichskristallnacht am 9.11.1938 wird in Ludwigsburg, laut KB, eine Ausstellung gezeigt.
Q: Arbeiterkampf Nr. 143, Hamburg 27.11.1978, S. 25

21.10.1990:
Im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK berichtet G.JANTHOR@LDB am 2.1.1994:"
Ludwigsburg: Skinheads greifen Basketball-Fans an. EBERHARD ARNOLD (23) wird von einem Molotow-Cocktail getroffen, stuerzt brennend vor die S-Bahn und stirbt!"
Q: Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-G.JANTHOR@LDB: Morde von rechts 1/3, 2.1.1994

Letzte Änderung: 06.10.2018