Hamburg:
Das Berufsverbot gegen Gerd Heide vom Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer (Kaifu) in Eimsbüttel

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 17.7.2021

Vom Berufsverbot bzw. der Entlassung des der KPD nahestehenden Lehrers Gerd Heide am Gymnasium Kaiser-Friedrich Ufer in Eimsbüttel können hier bisher nur wenige Dokumente erschlossen werden. Wir bitten um Ergänzungen.

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Wir danken unseren Lesern für die Unterstützung.

Im Komitee gegen das Berufsverbot von Gerd Heide arbeiteten, nach unserer unvollständigen Quellenauswertung fast allein die örtlichen Freunde der KPD selbst sowie die Rote Garde der KPD/ML, während die Anhänger des Kommunistischen Bundes (KB) die Kampagne der KPD kritisierten.

Der KBW berichtet, scheint aber nicht eingegriffen zu haben.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

14.04.1975:
Am Hamburger Gymnasium Kaifu erscheint vermutlich in dieser Woche ein "SV-Info" zur Sozialkundearbeit in der 10c zum Thema Vietnam bei Gerd Heide, die von der Schulbehörde eingezogen wurde. Enthalten ist ein Unterschriftencoupon für die Herausgabe der Arbeiten, gegen die Disziplinierung von Gerd Heide und die Berufsverbote.
Quellen: N.N: (SV Gymn. Kaifu): SV-Info Seit Beginn des Schuljahres…, O. O. (Hamburg) o. J. (1975)

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26.04.1975:
Am Hamburger Gymnasium Kaifu gibt die Demokratische Gruppe (DG) vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Wieso greift der Staat Heide und andere fortschrittliche Lehrer an?" heraus. Eingegangen wird auf den Offenen Brief der 10c, den die DG ohne Absprache veröffentlichte, aber auch auf ein Flugblatt eines Teils der 10c, "in dem nicht die Gefahr eines Berufsverbots für Herrn Heide aufgezeigt ist".

Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung des Schülerrates Kaifu am 30.4.1975 und zum 1. Mai zur DGB-Demonstration mit anschließender Demonstration der Aktionseinheit.
Q: DG Kaifu: Wieso greift der Staat Heide und andere fortschrittliche Lehrer an?, O. O. (Hamburg) o. J. (1975)

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Mai 1975:
Die Nr. 7 des 'Rebell' - Jugendzeitung des KB (vgl. Apr. 1975, Juli 1975) erscheint mit dem Artikel "Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer (Hamburg): 'Die Bullen kommen!' - Berufsverbot mit Polizeiknüppeln durchgesetzt" gegen Gerd Heide (KPD), von der SSB GE Kaifu.
Q: Rebell Nr. 7, Hamburg Mai 1975, S. 8f

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06.05.1975:
In Hamburg gibt der Vietnamausschuß (VA) der Gymnasien Kaifu, Bismarck und Helene Lange vermutlich heute das Flugblatt "Kein Raumverbot für die Vietnam-Veranstaltung!" heraus zur für den 21.5.1975 geplanten Veranstaltung des VA, der sich am Freitag letzter Woche gründete. Eingeladen wird zur Sitzung des VA am 7.5.1975.

Berichtet vom Vorgehen der Schulbehörde gegen Gerd Heide, der noch heute aus dem Dienst entfernt werden solle.
Q: VA KFU, Bis, HLS: Kein Raumverbot für die Vietnam-Veranstaltung!, Köln o. J. (1975)

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07.05.1975:
In Hamburg rief, laut KPD, der Vietnamausschuß (VA) Gymnasium Kaiser Friedrich Ufer (Kaifu)/Bismarckgymnasium/Helene Lange Gymnasium der LgdI der KPD zur Kundgebung gegen das Berufsverbot (BV) gegen den KPD-Lehrer Gerd Heide am Kaifu auf, woraufhin ca. 200 durch die drei Schulhöfe der dicht beieinanderliegenden Gymnasien demonstrierten.
Q: Rote Fahne Nr. 19, Köln 14.5.1975, S. 6

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07.05.1975:
In Hamburg gibt der Vietnamausschuß (VA) der Gymnasien Kaifu, Bismarck und Helene Lange vermutlich heute das Flugblatt "Jetzt reichts!" heraus mit dem Aufruf zur Protestkundgebung gegen das drohende Berufsverbot gegen Gerd Heide um 11.30 Uhr auf der Wiese vorm Kaifu.
Q: VA KFU, Bis, HLS: Jetzt reichts!, O. O. (Hamburg) o. J. (1975)

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09.05.1975:
Der KBW Hamburg (vgl. 15.5.1975) berichtet über das heute ausgesprochene "Berufsverbot für den Lehrer Gerd Heide, weil er die gerechte Sache des vietnamesischen Volkes unterstützt". Heide unterrichtet am Gymnasium Kaiser Friedrich Ufer.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 19, Hamburg 15.5.1975, S. 4

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09.05.1975:
In Hamburg gibt Gerd Heide vom Gymnasium Kaifu vermutliche heute eine "Persönliche Erklärung" ab zu den Aktionen der Schüler gegen sein drohendes Berufsverbot am 7.5.1975. Heute werde er, trotz Hausverbot, "wie gewohnt zum Unterricht gehen". Angekündigt wird für die nächste Woche eine Einladung zu einer Elternversammlung. Die Schüler werden eingeladen zur nächsten Sitzung des Komitees Kein Berufsverbot für Gerd Heide am 14.5.1975.
Q: VA KFU, Bis, HLS: Jetzt reichts!, O. O. (Hamburg) o. J. (1975)

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12.05.1975:
Vom heutigen "Polizeieinsatz gegen Schüler" am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer (Kaifu) berichtet das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg (vgl. Mai 1975).
Q: Hamburger Militärzeitung, Hamburg o. J. (1975), S. 11

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12.05.1975:
In Hamburg beginnt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide vermutlich in dieser Woche mit der Sammlung von Unterschriften gegen eine Protesterklärung.
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide: Protesterklärung, Hamburg o. J. (1975)

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13.05.1975:
In Hamburg richtet Landesschulrat Neckel am Gymnasium Kaifu einen Brief an die Eltern zum Protest gegen das Hausverbot gegen Gerd Heide.
Q: Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung - Pressestelle: Sehr geehrte Eltern!, Hamburg 13.5.1975

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13.05.1975:
In Hamburg gibt die Pressestelle der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung am Gymnasium Kaifu ein Flugblatt heraus mit der Aufforderung, Gerd Heide, der "in vielen Flugblättern massiv zum Kampf gegen die demokratische Grundordnung" aufgefordert und "Freiheit für die revolutionäre Agitation gefordert" habe, nicht zu unterstützen: "Verweist ihn an das Gericht. Das ist der richtige Weg in unserem Rechtsstaat!"
Q: Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung - Pressestelle: Liebe Schülerinnen und Schüler!, Hamburg 13.5.1975

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13.05.1975:
In Hamburg gibt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide unter Verantwortung von R. Bühler das Flugblatt "Polizei raus aus dem Kaifu!" heraus mit dem Aufruf zur Sitzung des Komitees am 14.5.1975 im Bierhaus Schulterblatt / Ecke Schanzenstraße. Auf der Rückseite richtet sich ein Brief von Sonja K., einer Mutter, und Gerd Heide an die Eltern, die zum 14.5.1975 eingeladen werden.
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide: Polizei raus aus dem Kaifu!, Hamburg o. J. (1975)

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14.05.1975:
Die KPD berichtet in "Hamburg: Fortschrittlicher Lehrer in Vorbeugehaft genommen" vom Berufsverbot (BV) gegen Gerd Heide am Gymnasium Kaiser Friedrich Ufer (Kaifu). Der Ring Bündischer Jugend (RBJ) des KB habe sich gegen Streikaktionen ausgesprochen.
Q: Rote Fahne Nr. 20, Köln 21.5.1975, S. 5

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14.05.1975:
In Hamburg geben der Edwin Hoernle Bund (Initiative für den Aufbau des Bundes sozialistischer Lehrer und Erzieher), die Rote Hilfe, die Rote Garde der KPD/ML, die Kommunistischen Oberschüler Hamburgs (KOH) und die KPD das Flugblatt "Gerd Heide in Vorbeugehaft - Sofortige Freilassung!" unter Verantwortung von R. Bühler heraus zu dessen Verhinderung der Teilnahme an der Schüler-Vollversammlung am Gymnasium Kaifu um 8 Uhr.

Aufgerufen wird zur Sitzung des Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide um 16 Uhr und zur Elternversammlung um 19.30 Uhr.
Q: Edwin Hoernle Bund, RH, RG, KOH, KPD: Gerd Heide in Vorbeugehaft - Sofortige Freilassung!, Hamburg o. J. (1975)

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14.05.1975:
In Hamburg wird vermutlich für die heutige Schüler-Vollversammlung am Gymnasium Kaifu ein Brief an die Eltern und Lehrer vorbereitet, der gegen den Polizeieinsatz am 12.5.1975 und das Berufsverbot gegen Gerd Heide protestiert.
Q: N. N.: An alle Eltern und Elternräte, an alle Lehrer…, O. O. (Hamburg) o. J. (1975)

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14.05.1975:
In Hamburg gibt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide ein Flugblatt "Resolution (Vorschlag für die Schüler-Vollversammlung)" heraus.

Auf der Rückseite laden Gerd Heide und zwei Mütter ein zur Elternversammlung um 19.30 Uhr in der Gaststätte Zum Kutscherkrug, Lappenbergsallee 46.
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide: Resolution (Vorschlag für die Schüler-Vollversammlung), Hamburg o. J. (1975)

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14.05.1975:
Die Rote Garde (RG) Hamburg der KPD/ML gibt ihre 'Die Rote Schulfront' (vgl. März 1974, 16.5.1975) als Extra für das HLG, Kaifu und Bismarckgymnasium heraus mit der Schlagzeile "Faschistischer Polizeiterror am Kaifu!" zum Einsatz gegen Gerd Heide am 12.5.1975 mit dem Aufruf zur VV um 8 Uhr auf der Wiese vorm Kaifu.
Q: Die Rote Schulfront Extra für das HLG, Kaifu und Bismarckgymnasium Faschistischer Polizeiterror am Kaifu!, Hamburg o. J. (1975)

15.05.1975:
In Hamburg gibt die BDJ/RBJ-Gruppe Bismarck-Gymnasium / Helene-Lange-Gymnasium das Flugblatt "Aus Erfahrungen lernen!" in einer Auflage von 700 Stück heraus zum gestrigen Polizeieinsatz gegen die VV, die dann aufgelöst wurde, obwohl der Vertreter des Komitees Kein Berufsverbot für Gerd Heide trotz der Polizei für die Durchführung eintrat.

Der gestern vom Komitee auf seiner Sitzung geplante Warnstreik am 16.5.1975 sei derzeit nicht erfolgreich durchführbar, dafür müßten die Eltern einbezogen werden.

Man selbst will gegen den Artikel in der 'MoPo' vom 13.5.1975 protestieren, in einer Gruppe die Elternräte ansprechen und in einer anderen Gruppe sich um juristische Fragen kümmern sowie eine Dokumentation erstellen. Eingeladen wird dafür zum Treff um 16 Uhr in der Lutterothstraße 66.
Q: BDJ/RBJ-Gruppe Bismarck-Gymnasium / Helene-Lange-Gymnasium: Aus Erfahrungen lernen!, Hamburg 15.5.1975

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15.05.1975:
In Hamburg gibt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide unter Verantwortung von R. Bühler das Flugblatt "Schüler-VV heute! Erste große Pause - Schulhof Kaifu!" heraus mit einer Resolution gegen das Berufsverbot von Gerd Heide und dem Aufruf auf der VV einen Warnstreik am 16.5.1975 zu beschließen sowie die Teilnahme an der Kundgebung am 16.5.1975 und an der Demonstration am 21.5.1975.

Berichtet wird: "Die BDJ-Führer lehnten gestern die Mitarbeit im Komitee und die vorgeschlagenen Kampfmaßnahmen ab".
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide: Schüler-VV heute! Erste große Pause - Schulhof Kaifu!, Hamburg o. J. (1975)

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16.05.1975:
Die Rote Garde (RG) Hamburg der KPD/ML gibt ihre 'Die Rote Schulfront' (vgl. 14.5.1975, 20.5.1975) als Extra 2 für KaiFu, HLG heraus mit der Schlagzeile: "Heute 5+6 Std Warnstreik - gegen Polizeiterror - gegen Berufsverbote - für die Durchführung einer VV" zum Protest gegen das Berufsverbot von Gerd Heide.

Aufgerufen wird zur Streikversammlung vor dem KaiFu und zur Kundgebung von 16-18 Uhr im Einkaufszentrum Osterstraße.
Q: Die Rote Schulfront Extra für KaiFu, HLG Nr. 2, Hamburg 16.5.1975

19.05.1975:
Die Rote Garde (RG) Hamburg der KPD/ML gibt vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt "Kampf der politischen Unterdrückung und dem Bullenterror am Gymnasium Kaifu!" heraus, in dem berichtet wird vom Berufsverbot gegen Gerd Heide am Gymnasium Kaifu und aufgefordert wird zur Mitarbeit im Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide.

Aufgerufen wird zur Veranstaltung der Roten Garde am 21.5.1975 um 20 Uhr im Alten Sängerheim, Oelckersallee 5, eingeladen zu den Jugendtreffs in Altona und Langenhorn.
Q: RG: Demonstriert mit uns: Kampf der politischen Unterdrückung, Hamburg o. J. (1975)

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20.05.1975:
In Hamburg gibt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide, das unterstützt wird von KPD, KJV, Kommunistische Oberschüler Hamburgs (KOH), KSV, Liga gegen den Imperialismus (LgdI), Roter Hilfe (RH), Roter Garde der KPD/ML und Edwin Hoernle Bund (Initiative für den Aufbau des Bundes sozialistischer Lehrer und Erzieher), vermutlich heute unter Verantwortung von U. Lenze die Dokumentation "Gerd Heide muß Lehrer bleiben!" heraus mit dem Inhalt:
- "Liebe Schüler, Eltern und Lehrer!";
- "Chronik der Ereignisse" vom 7.4.1975 bis zum 17.5.1975;
- "Wer indoktriniert eigentlich?";
- "Volks(ver)treter Apel auf dem Rückzug" zu dessen Auftritt im Pressezentrum am 16.5.1975, wo das Komitee Flugblätter verteilte und ihn "zur Rede" stellte;
- "Vietnam: Wahrheiten, die die Schulbehörde verbieten will!";
- "Zur Haltung des BDJ/RBJ", dessen Mitglieder sich zunächst "in vorderster Front an den Kämpfen" beteiligten, aber "von ihrer Führung zurückgepfiffen" wurden;
- "Schulbehörde & GEW-Führung Hand in Hand!";
- "Wie sieht die Unterrichtsmethode in der sozialistischen Volksrepublik China aus?" aus Claudie Broyelle, Die Hälfte des Himmels;
- "Dieser Polizeiterror hat System!" zum Polizeieinsatz am 12.5.1975;
- "Entwurf für eine Plattform für das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide.

Eingeladen wird zur nächsten Komiteesitzung am 21.5.1975 und zu den Sitzungen des Edwin Hoernle Bundes (Initiative für den Aufbau des Bundes sozialistischer Lehrer und Erzieher).
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide: Gerd Heide muß Lehrer bleiben!, Hamburg o. J. (1975)

20.05.1975:
Die Rote Garde (RG) Hamburg der KPD/ML gibt ihre 'Die Rote Schulfront' (vgl. 16.5.1975) als Extra 3 heraus mit der Schlagzeile "Kampf der politischen Unterdrückung! Keine Verweise am Kaifu!" wegen der Proteste gegen das Berufsverbot von Gerd Heide. Aufgerufen wird zur "Veranstaltung der Roten Garde gegen politische Unterdrückung in Betrieb, Gewerkschaften und Schule!" am 21.5.1975. "Dort wird über den Kampf am Kaifu gesprochen!"
Q: Die Rote Schulfront Extra Nr. 3, Hamburg 20.5.1975

21.05.1975:
Die Rote Garde (RG) Hamburg der KPD/ML rief auf zur "Veranstaltung der Roten Garde gegen politische Unterdrückung in Betrieb, Gewerkschaften und Schule!" um 19 Uhr Zum alten Sängerheim, Oelkersallee, auf der auch über den Protest gegen das Berufsverbot von Gerd Heide am Gymnasium Kaifu gesprochen werden soll.
Q: Die Rote Schulfront Extra Nr. 3, Hamburg 20.5.1975, S. 3

22.05.1975:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet über die heutige GEW-Hauptversammlung zur Satzung.
Laut KPD (vgl. 28.5.1975) werden von den fast 5 000 Teilnehmern u.a. die Ausschlußverfahren aufgrund der UVB gegen u.a. Mitglieder des E. Hoernlebundes, Initiative zum BSLE der KPD, diskutiert. 1700 von 3600 stimmberechtigten Mitgliedern lehnen den Satzungsentwurf bzw. die Übernahme der Bundessatzung ab.

Vermutlich auf der Versammlung verbreiten Gerd Heide und Jochen Hiltmann eine "Persönliche Erklärung" zum Berufsverbot gegen Heide, der Hetze gegen Hiltmann und den Ausschlußanträgen gegen die beiden wegen ihrer Tätigkeit für den Edwin Hoernle Bund. Aufgerufen wird zur Veranstaltung am 7.6.1975.

Oppositionelle Kollegen der GEW - Schulkreis 42 verbreiten zur Versammlung das Flugblatt "Keine Abschaffung der HV!", in dem auch auf Günther Routhier und den Polizeieinsatz am Gymnasium Kaifu eingegangen wird.

Die Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe (GUV) Hamburg des KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet, daß der KB eingetreten sei für die Ablehnung der Mainzer und Kölner Beschlüsse, er "aber konnte keinen Masseneinfluß erlangen, weil er diese Position verband mit der Beibehaltung der der Hauptversammlung und seine Linie geprägt war von dem Wunsch, Freiräume der Gewerkschaftsbasis gegenüber den Vorstandsangriffen auszugrenzen, statt die GEW zur Kampforganisation zu machen. Er lehnte eine einheitliche GEW-Bundesorganisation generell ab".
Der Landesvorstand sei auf die Linie der DKP und der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Lehrer (ASL) der SPD eingeschwenkt.
Q: Hiltmann, J. & Heide, G.: Persönliche Erklärung, O. O. (Hamburg) o. J. (1975); Kommunistische Volkszeitung Nr. 21, Mannheim 29.5.1975, S. 6;Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 21, Hamburg 29.5.1975, S. 4;Oppositionelle Kollegen der GEW - Schulkreis 42: Keine Abschaffung der HV!, Hamburg o. J. (1975);Rote Fahne Nr. 21, Köln 28.5.1975, S. 8

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22.05.1975:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage Hamburg zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 22 (vgl. 15.5.1975, 29.5.1975) heraus mit einem Bildbericht "Schüler protestieren gegen Heides Suspendierung" zum Berufsverbot gegen Gerd Heide am Gymnasium Kaifu.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 22, Hamburg 22.5.1975, S. 4

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26.05.1975:
In Hamburg geben KPD, KJVD, KSV, RH, LgdI, Indochina-Hilfe und der Edwin-Hoernle-Bund vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Kampf den politischen Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüssen und Berufsverboten!" heraus, das vom Berufsverbot gegen Gerd Heide berichtet und aufruft zur Demonstration am 28.5.1975 und zum Vietnamfest am 30.5.1975.
Q: KPD, KJVD, KSV, RH, LgdI, ICH, Edwin-Hoernle-Bund: Kampf den politischen Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüssen und Berufsverboten!, Hamburg o. J. (1975)

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26.05.1975:
Die Rote Garde (RG) Hamburg der KPD/ML gibt vermutlich Anfang dieser Woche ein Flugblatt "Demonstriert mit uns: Kampf der politischen Unterdrückung" heraus, in dem berichtet wird vom Berufsverbot gegen Gerd Heide am Gymnasium Kaifu und von der Jugendvertretung bei HDW.

Aufgerufen wird zur Demonstration am 28.5.1975 um 16 Uhr ab Gymnasium Kaifu und zur Veranstaltung der Roten Garde am 28.5.1975 um 20 Uhr im Alten Sängerheim, Oelckersallee 5.
Q: RG: Demonstriert mit uns: Kampf der politischen Unterdrückung, Hamburg o. J. (1975)

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28.05.1975:
In Hamburg riefen zur Demonstration um 16 Uhr ab Gymnasium Kaifu gegen politische Unterdrückung bzw. gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote die Rote Garde (vgl. 26.5.1975), die Freunde der KPD (vgl. 26.5.1975), das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide (vgl. 28.5.975) und der KSV (vgl. 28.5.1975) auf.
Q: KSV-Zelle PI: Gerd Heide muß Lehrer bleiben!, Hamburg 18.5.1975, S. 2; RG: Demonstriert mit uns: Kampf der politischen Unterdrückung, Hamburg o. J. (1975), S. 2;KPD, KJVD, KSV, RH, LgdI, ICH, Edwin-Hoernle-Bund: Kampf den politischen Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüssen und Berufsverboten!, Hamburg o. J. (1975), S. 2;KSV-Zelle PI: Gerd Heide muß Lehrer bleiben!, Hamburg 28.5.1975

28.05.1975:
In Hamburg gibt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide seine Zeitung 'HLS BIS KFU Kurier' Nr. 1 (vgl. 16.6.1975) heraus mit dem Aufruf zur Demonstration um 16 Uhr und den Artikeln:
- "BDJ-RBJ und SSB die Hosen voll - tun keinem weh!";
- "Schulbehörde und Senat sind ein Gangstersyndikat!" mit Berichten der 'MoPo' zur Gesamtschule Steilshoop, der Volks- und Realschule Schottmüllerstraße und der schule Krohnstieg in Fuhlsbüttel.

Aufgerufen wird zum Vietnamfest am 30.5.1975.
Q: HLS BIS KFU Kurier Nr. 1, Hamburg o. J. 1975

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28.05.1975:
An der Universität Hamburg gibt die KSV-Zelle PI das Flugblatt "Gerd Heide muß Lehrer bleiben!" heraus mit dem Aufruf zur Demonstration um 16 Uhr ab dem Gymnasium Kaifu und der Einladung zum Vietnamfest am 30.5.1975.
Q: KSV-Zelle PI: Gerd Heide muß Lehrer bleiben!, Hamburg 28.5.1975

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29.05.1975:
In Hamburg verfassen am Gymnasium Kaifu 9 Eltern einen Brief an die Eltern, der eine Eltern-Schüler-Lehrer-VV zum Fall Gerd Heide vorschlägt.
Q: Friebe, E und H. u. a.: Liebe Eltern, Hamburg 29.5.1975

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30.05.1975:
In Hamburg wurde vom Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide (vgl. 28.5.1975), vom KSV (vgl. 28.5.1975) und von den Freunden der KPD (vgl. 26.5.1975) aufgerufen zum Vietnamfest auf der Wiese vor dem Gymnasium Kaifu.
Q: HLS BIS KFU Kurier Nr. 1, Hamburg o. J. 1975, S. 4; KSV-Zelle PI: Gerd Heide muß Lehrer bleiben!, Hamburg 28.5.1975;KPD, KJVD, KSV, RH, LgdI, ICH, Edwin-Hoernle-Bund: Kampf den politischen Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüssen und Berufsverboten!, Hamburg o. J. (1975), S. 2

02.06.1975:
In Hamburg gibt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!" heraus mit dem Aufruf des Komitees Gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote zur Veranstaltung am 7.6.1975 im Curiohaus.
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide: Gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!, Hamburg o. J. (1975)

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09.06.1975:
In Hamburg geben die Arbeitsgruppen gegen Berufsverbot und Polizeieinsatz am Kaifu vermutlich in dieser Woche eine "Information" in einer Auflage von 1000 Stück heraus mit den Artikeln:
- "Für ungehinderte Schülerarbeit - Weg mit den VV-Verboten!" wofür Klage eingereicht wurde;
- "Rechtliche Schritte gegen das Verbot der Vollversammlungen" zum Antrag vom 20.5.1975 auf eine einstweilige Anordnung;
- "Presseauswertung" mit dem nicht veröffentlichten Brief an die 'MoPo';
- "Aus dem Brief von Landesschulrat Neckel: Lügen von höchster Stelle";
- "Objektive Berichterstattung bei Springer?";
- "Stellungnahme von Dr. Genz".

Eingeladen wird zum Treffen der Redaktion des 'Krokodil' am 13.6.1975.
Q: Arbeitsgruppen gegen Berufsverbot und Polizeieinsatz am Kaifu: Information Für ungehinderte Schülerarbeit, Hamburg o. J. (1975)

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09.06.1975:
In Hamburg geben das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide und der Edwin Hoernle Bund (Initiative für den Aufbau des BSLE) vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Sparmaßnahmen und Berufsverbote - Zwei Seiten einer Medaille!" unter Verantwortung von R. Bühler heraus mit dem Aufruf zur Demonstration am 12.6.1975 und zur Veranstaltung gegen Sparmaßnahmen und Berufsverbote mit Gerd Heide am 18.6.1975. Erklärt wird: "Was haben die Sparmaßnahmen des SPD-Senats mit dem Rausschmiss fortschrittlicher und kommunistischer Lehrer zu tun?"
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide, Edwin Hoernle Bund: Sparmaßnahmen und Berufsverbote - Zwei Seiten einer Medaille!, Hamburg o. J. (1975)

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12.06.1975:
In Hamburg riefen zur Demonstration der Sozialpädagogikstudenten, Lehrerstudenten, Schüler und Eltern gegen Sparmaßnahmen auch das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide und der Edwin Hoernle Bund (Initiative für den Aufbau des BSLE) auf (vgl. 9.6.1975).
Q: Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide, Edwin Hoernle Bund: Sparmaßnahmen und Berufsverbote - Zwei Seiten einer Medaille!, Hamburg o. J. (1975), S. 1

13.06.1975:
In Hamburg geben die Arbeitsgruppen gegen Berufsverbot und Polizeieinsatz am Kaifu ein Flugblatt in einer Auflage von 1000 Stück heraus zur von den Schulsprechern des Bismarck-Gymnasiums und des Helene-Lange-Gymnasium beantragten einstweiligen Anordnung gegen das Verbot der VV zum Berufsverbot gegen Gerd Heide, die am 5.6.1975 abgelehnt wurde. Aufgerufen wird zu Spenden für die Kosten.
Q: Arbeitsgruppen gegen Berufsverbot und Polizeieinsatz am Kaifu: Information Für ungehinderte Schülerarbeit, Hamburg 13.6.1975

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16.06.1975:
In Hamburg gibt das Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide seine Zeitung 'HLS Bis Kaifu Kurier' Nr. 2 (vgl. 28.5.1975) vermutlich Anfang dieser Woche heraus mit dem Aufruf zur Demonstration gegen die Sparmaßnahmen und zur Veranstaltung gegen Sparmaßnahmen und Berufsverbote mit Gerd Heide am 18.6.1975 sowie den Artikeln:
- "Verbotenen Wahrheiten verbreiten! Zum Kampf gegen das Berufsverbot für Gerd Heide";
- "Genz kneift den Schwanz ein! Keine Disziplinierungen am Kaifu?";
- "Korrespondenz einer Mutter über den Elternabend der 10c" am 27.5.1975.

Ein Unterschriftencoupon tritt ein für eine Eltern-Lehrer-Schüler-VV. Berichtet wird, dass Eltern Klage gegen den Verantwortlichen für den Polizeieinsatz eingeleitet haben.
Q: HLS Bis Kaifu Kurier Nr. 2, Hamburg o. J. (1975)

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16.06.1975:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Hamburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Schülerzeitung' Nr. 3 (KSZ - vgl. 15.4.1975) heraus mit dem Artikel "Berufsverbot für Gerd Heide" am Gymnasium Kaiser-Friedrich Ufer (Kaifu), vom Kaifu.
Q: Kommunistische Schülerzeitung Nr. 3, Hamburg 16.6.1975, S. 3f

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04.08.1975:
In Hamburg gibt der Edwin Hoernle Bund (EHB) der KPD vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Die Kampffront gegen die Berufsverbote verbreitern!" unter Verantwortung von Gerd Heide heraus zur Veranstaltung des Liberalen Schülerbundes (LSB) am 12.8.1975 mit einem gemeinsamen Resolutionsentwurf von EHB und LSB zu den Berufsverboten und GEW-Ausschlüssen gegen Kurt Groenewold, Gerd Heide und Jochen Hiltmann. Eingeladen wird zum Komitee Kein Berufsverbot für Gerd Heide.
Q: Edwin Hoernle Bund: Die Kampffront gegen die Berufsverbote verbreitern!, Hamburg o. J. (1975)

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12.08.1975:
In Hamburg will der Liberale Schülerbund (LSB) eine Veranstaltung "Kampf den Berufsverboten" im Hamburg-Haus Eiimsbüttel, Doormannsweg 12, durchführen. Reden sollen Kurt Groenewold, Gerd Heide und Jochen Hiltmann, ein Vertreter der KPD und ein Vertreter des LSB.
Q: Edwin Hoernle Bund: Die Kampffront gegen die Berufsverbote verbreitern!, Hamburg o. J. (1975), S. 4

20.09.1976:
In der GEW Hamburg besuchen, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ca. 100 die Mitgliederversammlung der Fachgruppe Gymnasien, deren Vorstand in Hand der DKP sei. Die KPD war u.a. durch Gerd Heide vom Gymnasium Kaiser Friedrich Ufer (Kaifu) vertreten. Der KB habe die Abstimmung über eine Resolution gegen die DKP verhindert.
Q: Rote Fahne Nr. 39, Köln 29.9.1976, S. 5

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04.02.1977:
Die KPD (vgl. 9.2.1977) berichtet aus Hamburg, daß der vom Berufsverbot (BV) bedrohte Gerd Heide nunmehr nicht nur Mitglied in der GEW Fachgruppe Gymnasien und dem Vorstand des E. Hoernlebund, der Hamburger Initiative für einen BSLE, sondern auch Mitglied im Elternrat einer benachbarten Schule sei, deren Oberstufe heute mit der seiner eigenen Schule zusammengelegt wurde.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Köln 9.2.1977, S. 6

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28.03.1977:
In Hamburg gibt der Edwin Hoernle Bund (EHB) der KPD vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Gerd Heide - 2 Jahre ohne Anklage suspendiert! Strafprozess soll jetzt Gründe für das Berufsverbot nachliefern!" heraus zum Strafprozeß gegen Gerd Heide am 4.4.1977.
Q: Edwin Hoernle Bund: Gerd Heide - 2 Jahre ohne Anklage suspendiert! Strafprozess soll jetzt Gründe für das Berufsverbot nachliefern!, Köln o. J. (1977)

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Letzte Änderung: 13.10.2021