1. Mai 1972 in Hamburg

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Für den 1. Mai 1972 scheint der mittlerweile aus u.a. dem SALZ Hamburg hervorgegangene KB sogar um überörtliche Bündnisse mit den Bremern (vgl. Feb. 1972, Juni 1972), aber auch am Heimatort um die Aktionseinheit bemüht (vgl. Feb. 1972, 16.2.1972), wobei es fraglich erscheint, dass der KB mit jedem das Bündnis suchte, der sich selbst darum bemühte (vgl. März 1972, Apr. 1972), zumindest der in der Frage der Aktionseinheit zum 1. Mai sehr rege, unabhängige Landesverband Wasserkante der KPD/ML wird vom KB offenbar nicht beachtet.

Eine deutliche Abgrenzung nimmt der KB zumindest gegen DKP und KPD vor (vgl. Apr. 1972), hat die KPD sich doch inklusive ihres KSV passend zum 1. Mai 1972 neu in Hamburg etabliert (vgl. 1.4.1972, 14.4.1972, 26.4.1972, 27.4.1972), führt dann dort in den folgenden Jahren oft genug ihre regionalen Maidemonstrationen durch (vgl. 13.4.1972, 19.4.1972, 22.5.1972).

Zur Frage der Ostverträge, Mittelpunkt der Politik der DKP zum 1. Mai 1972 (vgl. 17.4.1972, 25.4.1972), grenzt sich der KB zwar von dieser, aber auch deutlich von den KPD/ML's, KPD/ML-ZB und KPD/ML-ZK, ab (vgl. 25.4.1972). Differenzen zum KB bekundet auch bereits die Sozialistische Studentengruppe (SSG - vgl. 25.4.1972), Keimzelle des späteren KBW Hamburg, die aber zum 1. Mai 1972 noch die Aktionen des KB mit trägt (vgl. 1.5.1972).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Februar 1972:
Anfang Februar führen, laut KB, er selbst und der KB Bremen Gespräche durch zwecks einer Koordination der Maiaktionen. Hierbei habe der KBB Selbstkritik geübt wegen seiner bisherigen Haltung zu KB bzw. SALZ Hamburg.
Quelle: Arbeiterkampf Nr.16,Hamburg März 1972

Februar 1972:
Der KB ruft, laut SSB Hamburg (Studenten), Anfang Februar verschiedene Organisationen und Gremien zur Vorbereitung einer gemeinsamen Mai-Demonstration auf. U.a. erklärte sich der SSB zur Mitarbeit bereit. Eine Aktionseinheit, die vom KB bis zum Schluß angestrebt worden sei, kam nicht zustande.
Q: Solidarität Nr.1,Hamburg 1972,S.11

16.02.1972:
In Hamburg schreibt der KB, nach eigenen Angaben, einen Brief an Betriebsräte, Vertrauensleute und linke Organisationen zwecks Durchführung einer Maidemonstration.
Q: Arbeiterkampf Nr.16,Hamburg März 1972

März 1972:
Der unabhängige, von der KPD/ML-ZK abgespaltene Landesverband Wasserkante der KPD/ML gibt eine Sondernummer "Aufforderung zur gemeinsamen 1.-Mai-Demonstration aller Hamburger ML-Organisationen" seines Organs 'Parteiaufbau' (vgl. Feb. 1972, März 1972) heraus. Direkt angesprochen werden: KB, KPD, KPD/ML-ZB, KPD/ML-ZK, Marxistisch-Leninistisches Zentrum (MLZ) und Parteiopposition.
Q: Der Funke Nr. 2, Hamburg 1972, S.26; Parteiaufbau Sdr.Nr. Aufforderung zur gemeinsamen 1.-Mai-Demonstration aller Hamburger ML-Organisationen, Hamburg März 1972

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April 1972:
Der KB / Gruppe Hamburg gibt vermutlich im April ein Flugblatt mit vier Seiten DIN A4 in einer Auflage von 30 000 mit seinem Aufruf zum 1. Mai heraus, in der er auch gegen DKP und KPD polemisiert.
Q: KB/Gruppe Hamburg: 1. Mai bleibt Kampftag!,Hamburg o. J. (1972)

April 1972:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr. 3 seines 'Druckarbeiters' (vgl. März 1972, Juli 1972) heraus mit dem Leitartikel "1. Mai '72" und dem Artikel "Heraus zum 1. Mai!".
Q: Der Druckarbeiter Nr. 3, Hamburg Apr. 1972, S. 1ff

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April 1972:
In Hamburg gibt der KB die Nr. 3 seines 'Hafenarbeiters' (vgl. März 1972, Apr. 1972) heraus. Der Leitartikel ruft auf: "Heraus zum 1. Mai".
Berichtet wird dazu auch "Die Super-'Linken' in Aktion" über die KPD/ML-ZB und KPD/ML-ZK, aber auch über die DGB- und DKP-Führung.
Q: Der Hafenarbeiter Nr. 3, Hamburg Apr. 1972

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April 1972:
Der unabhängige Landesverband Wasserkante der KPD/ML gibt sein 'Parteiaufbau' Nr. 4 (vgl. März 1972, 24.4.1972) heraus mit dem Artikel "Grundsätzliches über die propagandistische und taktische Linie zum 1. Mai" mit dem Bericht von dem Versuch der Schaffung einer ML-Aktionseinheit.

Dokumentiert werden die eigene Sondernummer (vgl. März 1972) sowie:
- "Mindestplattform zum 1. Mai der KPD/ML Rote Fahne und der KPD/ML Roter Morgen";
- "Unsere Antwort darauf an die KPD/ML Rote Fahne";
- "1. Mai-Linie des KB / Hamburg"; und
- "1. Mai Linie der KPD / Hamburg".
Q: Parteiaufbau Nr. 4, Hamburg Apr. 1972, S. 17ff

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01.04.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972) berichtet vermutlich von Anfang April über die Gründung ihres Regionalkomitees (RK) Hamburg bzw. Wasserkante:"
VORWÄRTS IM NATIONALEN AUFBAU DER PARTEI!
DRITTES REGIONALKOMITEE DER KPD IN HAMBURG GEGRÜNDET!

Mit dem Kampf für den 1.Mai gegen Opportunismus und Revisionismus - für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse hat das Regionalkomitee Hamburg der KPD in diesen Tagen die Massenarbeit aufgenommen. Mit der Verteilung eines Sonderdrucks der Roten Fahne (RFSD - vgl. S2.4.1972,d*Vf.) in den Arbeitervierteln und vor wichtigen Fabriken und Werften (IGM-Bereich,d.Vf.) hat es die werktätige Bevölkerung von Hamburg mit diesem Schritt und dem Aktionsprogramm der Partei bekannt gemacht. Mit der Gründung des RK Hamburg hat das 3.Zentralkomitee die Verwirklichung des Auftrags der 4. Parteikonferenz (vgl. 5.2.1972,d.Vf.) zur Errichtung zweier neuer RKs (Hamburg und Baden-Württemberg) in Angriff genommen.

Das RK Hamburg kennzeichnet seine Aufgaben:
'Alle Kommunisten wissen, daß es das Gebot der Stunde ist, die revolutionäre Vorhut der Arbeiterklasse aufzubauen, sie nicht länger den Angriffen der Kapitalistenklasse und ihrer Handlanger in SPD, DKP und Gewerkschaften auszuliefern. Das bedeutet auch, den Opportunismus verschiedener sich kommunistisch nennender Gruppen als Wasserträger der DKP zu entlarven.'

Beim Aufbau des RK und der Zellen kann sich die Partei auf die Kooptation einer Reihe von lokalen Kadern stützen. Denn die richtige Durchführung des ideologischen Kampfes , die Anwendung der Linie von Kampf, Kritik, Umgestaltung (KKU,d.Vf.) ermöglichte es, die Mehrheit der Gruppe PROLETARISCHE FRONT zur Unterstützung der Partei zu gewinnen. Mit diesen Genossen wurde unter Anleitung des Verantwortlichen für den nationalen Aufbau ein Prozeß der ideologischen Klärung eingeleitet, der jetzt die Kooptation einiger Genossen gestattet.

Die Partei hat sich wie in diesem Fall immer bemüht, alle Gefahren des prinzipienlosen Sammelns zu vermeiden. Sie hat es jedoch abgelehnt, sich hochmütig und sektiererisch vor sympathisierenden Gruppen zu verschließen, so unterschiedlich und teilweise unentwickelt ihre politische und ideologische Klarheit auch sei. Sie durch feste Zusammenarbeit, Schulung, Erteilung von
Korrespondenten- und Untersuchungsaufgaben an die Partei heranzuführen und ihnen eine feste Perspektive im Rahmen des nationalen Parteiaufbaus und des Aufbaus befreundeter Organisationen zu bieten, das hat die KPD sich vorgenommen. Nachstehend ein Auzug aus der Erklärung der PROLETARISCHEN FRONT."

Dokumentiert wird die:"
ERKLÄRUNG DER PROLETARISCHEN FRONT

Wir begrüßen die Errichtung des Hamburger Regionalkomitees der KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS (KPD). Die Befreiung der Arbeiterklasse und aller ausgebeuteten Schichten des Volkes vom Joch kapitalistischer Knechtung und Unterdrückung kann nicht durch eine Vielzahl von Sekten und Zirkeln, sie kann nur unter der Führung des einheitlichen und festorganisierten Vortrupps des Proletariats, der revolutionären Partei der Arbeiterklasse, erkämpft werden. Dieser Kampfstab der Arbeiterklasse, der sie führt im Angriff wie im Rückzug, ihr Kraft und Orientierung gibt, ist die Kommunistische Partei.

Die Errichtung eines Regionalkomitees der KPD in Hamburg bedeutet für die Hamburger Arbeiterschaft und die gesamte Arbeiterklasse einen großartigen Schritt voran. Wir sind der festen Zuversicht, daß die KPD die großen Aufgaben erfüllen wird, die sich im Zeichen kommender Kämpfe auch hier in Hamburg stellen.

Die PROLETARISCHE FRONT war seit ihrer Gründung im Januar 1971 (vgl. 23.1.1971, d.Vf.) ein lokaler Zirkel unter anderen. Sie hat aber rechtzeitig erkannt, daß der Kampf für den Aufbau der einheitlichen Kommunistischen Partei gleichzeitig ein Kampf gegen das Zirkelwesen und den Sektenstreit ist, die für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse immer wieder von Schaden sind. Die PF hat diese richtige Erkenntnis gegen alle schädlichen, intellektualistischen und kleinbürgerlichen Verwirrungen in ihren eigenen Reihen konsequent durchgesetzt und sich der klaren Linie des Kampfes, wie sie von der KPD entwickelt wurde, angeschlossen. Dieser Schritt der PF war eine klare Absage an die falsche und opportunistische Auffassung, man könne die Partei der Arbeiterklasse durch einzelne Grüppchen aufbauen. Das prinzipienlose Zusammenwerfen von verschiedenen Zirkeln ergibt jedoch bestenfalls die Karikatur einer Kommunistischen Partei, eine endlose Kette von erneuten Spaltereien muß die notwendige Folge sein. Auf diese Weise aber werden immer mehr Kollegen in die Arme einer Partei getrieben, die die Grundsätze des Kommunismus vollends verraten hat und selbst das Geschäft der Spaltung der Arbeiterklasse betreibt: nämlich der DKP. Deshalb gilt es im Kampf zweier Linien die Politik der Zirkel entschieden zu bekämpfen und hinter ihren Phrasen ihre revisionistische Politik zu entlarven…

Wir haben im Oktober 1971 (vgl. 22.10.1971,d.Vf.) erklärt: 'Die PF wird als Organisation Aufgabe und Ziel ihrer Arbeit als erfüllt ansehen, wenn die KPD nach ihrem strategischen Plan des Parteiaufbaus durch die Gründung eines Regionalkomitees auch hier in Hamburg ihren Kampf mit der Errichtung von Zellen in den Fabriken, Werften und Stadtteilen aufnimmt'.

In Erfüllung dieser vollständig richtigen Entscheidung erklärt deshalb, mit der Gründung des Hamburger Regionalkomitees der KPD, die Proletarische Front ihre Auflösung. Die PF hofft sehr, daß sie mit ihren notwendig schwachen Kräften als lokaler Zirkel der Arbeiterklasse und ihrer Partei in nützlicher Weise gedient hat. Wir rufen alle Mitglieder, Sympathisanten und Freunde unserer Organisation auf, sich noch geschlossener unter der Fahne der Kommunistischen Partei zu sammeln und die KPD zukünftig direkt zu unterstützen.

Je fester wir alle der Sache des Proletariats dienen, um so schneller wird das Ziel seiner Befreiung erreicht werden. Wir fassen den Willen, alles an die Erreichung dieses Zieles zu setzen, in dem Ruf zusammen:
Die Einheit der Arbeiterklasse,
die Einheit aller Klassengenossen,
die Kommunistische Partei Deutschlands - sie leben hoch!"
Q: KPD-ZK: Vorwärts im Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten. Kritik der politischen Linie der KPD/ML, Köln 1975, S. 213; Rote Fahne Nr. 40, Dortmund 7.4.1972, S. 2

03.04.1972:
In Hamburg gibt der Kommunistische Bund (KB) vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "1. Mai bleibt Kampftag" in einer Auflage von 30 000 Stück heraus mit dem Aufruf zur Demonstration ab Platz der Republik in Altona.

Geschildert werden auch das "Theater der Super-'Linken'…" bzw. der seit einigen Tagen in Hamburg auftretenden KPD "…und die Schande der DKP", die ohne den DGB keine Demonstration durchführen wolle.
Q: KB: 1. Mai bleibt Kampftag, Hamburg o. J. (1972)

13.04.1972:
Innerhalb der LgdI der KPD erscheint der Rundbrief des Zentralvorstandes Nr. 9, der zur Maikampagne u.a. bekanntgibt, die LgdI Niedersachsen soll nach Hamburg die KPD-Demonstration stärken.
Q: LgdI-ZV: Rundbrief Nr. 9, o.O. 13.4.1972

14.04.1972:
Der KSV der KPD gibt in Hamburg vermutlich Ende dieser Woche die Nr. 1 seiner 'Dem Volke dienen' - Zeitung des KSV für die Hochschulen in Hamburg (vgl. 15.5.1972) heraus mit den Artikeln "Auf zum 1. Mai in Altona!" und "Warum fordern wir die Studenten auf, am 1. Mai mit der KPD zu demonstrieren?".

Aufgerufen wird zur Maidemonstration der KPD.
Q: Dem Volke Dienen Nr. 1, Hamburg Apr. 1972, S. 1ff

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17.04.1972:
Der DKP-Kreisvorstand Hamburg-Wandsbek gibt die Nr. 8 seiner 'Wandsbeker Metall Information' (vgl. 6.3.1972, Juni 1972) für April vermutlich in dieser Woche heraus mit einem Titelbild "1. Mai: Gemeinsam für die Verträge!" und dem Aufruf zu den Mai-Aktionen am 27.4.1972 und 1.5.1972 sowie dem "Maiaufruf der DKP. Arbeiterinnen und Arbeiter! Angestellte und Beamte! Arbeitende und lernende Jugend in Stadt und Land!".
Q: Wandsbeker Metall Information Nr. 8, Hamburg Apr. 1972, S. 1, 3 und 12

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19.04.1972:
Die KPD berichtet heute:"
KOMMUNISTISCHER STUDENTENVERBAND (KSV) - KOMMUNISTISCHE STUDENTEN IM KAMPF FÜR DEN 1.MAI

Dem Maiaufruf der Partei folgend hat der Kommunistische Studentenverband an den Westberliner Universitäten und Hochschulen, an der Uni Hamburg, an der Ruhruniversität Bochum, der Uni Bonn und der PH Dortmund seine ganzen Aktivitäten auf die Mobilisierung der fortschrittlichen Studenten zu den Maidemonstrationen der KPD in Westberlin, Hamburg und Dortmund ausgerichtet.

In einer Reihe weiterer Universitäten, an denen der KSV seine Arbeit noch nicht aufgenommen hat, werden mit dem KSV sympathisierende Organisationen die Losungen der Partei unter der Masse der Studenten propagieren und zu den zentralen Demonstrationen der Partei aufrufen. So werden … aufrufen, das Kommunistische Studentenkollektiv (KSK,d.Vf.) an der PH Lüneburg und eine Sympathisantengruppe an der Bremer Uni zur Demonstration in Hamburg.

GEGEN REFORMISMUS UND REVISIONISMUS - FÜR DIE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE - KPD!
FÜR DAS FESTE BÜNDNIS DER ARBEITERKLASSE MIT ALLEN UNTERDRÜCKTEN SCHICHTEN DES VOLKES IM KAMPF FÜR DIE SOZIALISTISCHE REVOLUTION!
VORWÄRTS BEIM NATIONALEN AUFBAU DES KSV!
VORWÄRTS ZUM 1.MAI!"
Q: Rote Fahne Nr. 41, Dortmund 19.4.1972, S. 5

24.04.1972:
In Hamburg erscheint der 'Metallarbeiter' des KB Nr. 3 (vgl. März 1972, 15.5.1972) für April vermutlich in dieser Woche mit dem Leitartikel "Heraus zum 1. Mai" mit dem Aufruf zur Demonstration ab Platz der Republik in Altona.
Q: Der Metallarbeiter Nr. 3, Hamburg Apr. 1972, S. 1ff

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24.04.1972:
Der unabhängige Landesverband Wasserkante der KPD/ML gibt vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe seines 'Parteiaufbau' (vgl. Apr. 1972, Mai 1972) unter der Schlagzeile "Eins, zwei, drei… Demonstrationen" zum 1. Mai heraus.
Q: Parteiaufbau Eins, zwei, drei… Demonstrationen, Hamburg o. J. (1972)

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25.04.1972:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.16 seines 'Chemiearbeiters' (vgl. 30.3.1972, 23.5.1972) heraus. Die Auflage wird mit 4 800 angegeben. Aufgerufen wird zum 1. Mai, wobei die KPD sowie die KPD/ML-ZB und die KPD/ML-ZK scharf angegriffen werden - zur Einschätzung der Ostverträge als Kriegsverträge heißt es "Man muß sich fragen, ob diese Leute aus einer NPD-Zeitung abgeschrieben haben." -, aber auch die DKP und die DGB-Führung.
Q: Der Chemiearbeiter Nr.16,Hamburg 25.4.1972

25.04.1972:
Die DKP-Hochschulgruppe Hamburg gibt ein Extra ihres 'Kommunist' (vgl. 21.4.1972, 8.5.1972) mit einem Umfang von 4 Seiten DIN A 4 unter dem Titel "Den Frieden sichern! Jetzt ratifizieren!" heraus. Aufgerufen wird zum 1.Mai zur Maidemonstration des DGB KJA, der Jugendveranstaltung und der DKP-Veranstaltung. Vermutlich aus Berlin übernommen ist der folgende Artikel, in dem auf den KB/ML eingegangen wird, den es in Hamburg nicht gibt. Gemeint dürfte damit der KB sein, während es sich bei der KPD/FU um die KPD handelt:"
1.MAI - KAMPFTAG DER ARBEITERKLASSE - ODER SPIELWIESE INTELLEKTUELLER SPINNER?

Am 1.Mai haben die verschiedensten Splittergrüppchen (KPD/ML, KB/ML, KPD/FU) jede für sich - aber natürlich unter der Losung der Einheit der Arbeiterklasse - zu Demonstrationen aufgerufen. Eine will dabei sogar 'die einheitliche rote Front zum Sturz der Diktatur der Bourgeoisie schaffen.' Dieser Gruppe, der KPD/Freie Universität geht es bei der Einheit der Arbeiterklasse dazu noch darum, daß 'sich die fortschrittlichen Kollegen gerade am 1.Mai von den Reformisten' - damit sind die Gewerkschafter gemeint - 'trennen, um entschieden …' usw.

Der KB/ML - weder in der Arbeiterklasse noch in den Gewerkschaften verankert - wundert sich, daß die Gewerkschaften auf ein Einheitsangebot nicht eingegangen sind. Nach x-maligen gewerkschaftsfeindlichen und spalterischen Aktionen, nach unehrlichen Bündnisangeboten - auch diesmal ist man scheinbar wieder an den DGB herangetreten, er solle unter der Losung 'Für die Entwicklung der innergewerkschaftlichen Demokratie' (Flugblatt zum 1.Mai) alle seine Mitglieder auf die Straße rufen - wundert man sich: 'Dieser Vorstoß hat wenig Resonanz gefunden.'(!)

Die Ursachen dieser Bewegungen - darauf haben wir schon häufig hingewiesen - liegen im verstärkten Druck des Kapitals auf die kleinbürgerlichen Schichten. Dieser Druck gepaart mit Unerfahrenheit im Klassenkampf, mit Ungeduld und mit der traditionellen Unfähigkeit dieser Schichten zu Solidarität und Organisation sind der Boden dieser Gruppen.

Die objektive Funktion dieser 'studentischen Avantgarden des Proletariats' oder der 'selbsternannten Proletarier' ist entgegen ihrem teilweise guten Willen die Desorientierung und Spaltung des Kampfes von Teilen der Studenten und - sofern sie sie überhaupt erreichen - der Arbeiter.

Wir fordern alle Studenten auf, an den Spalterdemonstrationen nicht teilzunehmen. Beteiligt Euch an der Demonstration des Kreisjugendausschusses des DGB".
Q: Kommunist Extra,Hamburg 25.4.1972

25.04.1972:
In der Hamburger Zeitschrift 'Rote Presse' Nr.3 (vgl. 1.6.1972), die von der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg herausgegeben wird, erscheint der Aufruf "1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse." Darin wird u.a. ausgeführt:"
In diesem Jahr kommt es in Hamburg zu der makabren Situation, daß 3 verschiedene Demonstrationen von Organisationen vorbereitet werden, die sich selbst als kommunistisch begreifen. Daß in diesem Jahr keine einheitliche Mai-Demonstration und kein gemeinsamer Aufruf kommunistischer Organisationen zustande kommen konnte, entspringt der Zersplitterung, dem Sektierertum und der ideologischen Zerfahrenheit innerhalb der kommunistischen Bewegung. … Wenn wir als sozialistische Studentengruppe die 1. Mai-Demonstration des KB unterstützen, tun wir das, obwohl auch in prinzipiellen Fragen grundlegende Differenzen bestehen. Wir unterstützen diese Demonstration, weil uns lediglich bei der vom KB vorgelegten Plattform eine Grundlage für sinnvolle Diskussion über die aktuellen Aufgaben der Arbeiterbewegung gegeben zu sein scheint. … Abgesehen von allen Differenzen untereinander haben sowohl KPD als auch KPD/ML(ZB) und KPD/ML(ZK) in den Mittelpunkt ihrer Agitation den Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten gestellt. Dagegen vertreten wir die Auffassung, daß im Mittelpunkt der Agitation und Propaganda zum 1. Mai solche Parolen und Losungen zu stehen haben, die auf der Basis der Erfahrungen des ökonomischen Kampfes der Arbeiter durch Hereintragen der politischen Dimension in die Kämpfe des Proletariats den antagonistischen Charakter des Widerspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital aufzeigen, die Einsicht in den Klassencharakter des Staates und in die Notwendigkeit des Sturzes der Bourgeoisie-Diktatur entwickeln können. Zum 1. Mai gilt es, die Vereinheitlichung der Arbeiterklasse im Kampf gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse, im Kampf gegen die bürgerliche und sozialdemokratische Ideologien in den Reihen der Arbeiterbewegung voranzutreiben. … Wir unterstützen die 1. Mai-Demonstration des KB deshalb, weil er als einziger Zirkel in Hamburg zumindest den Versuch unternimmt, auf der Grundlage der tatsächlichen Klassenkämpfe Aufgaben und Losungen seiner Politik zu bestimmen."

Erläutert wird auch, warum die SSG die Maidemonstration des KB unterstützt.
Q: Rote Presse Nr. 3, Hamburg 25.4.1972

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26.04.1972:
Vermutlich das Regionalkomitee Wasserkante des KSV der KPD gibt vermutlich Mitte dieser Woche das Flugblatt heraus, das zur Maidemonstration der KPD und zur Maiveranstaltung des KSV (vgl. 27.4.1972) aufruft.
Q: KSV-RK Wasserkante: 1. Mai 1972. 2. Gegen Reformismus und Revisionismus - Für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse - KPD, Hamburg o. J. (1972)

27.04.1972:
Das Regionalkomitee Wasserkante des KSV der KPD rief auf zu seiner Maiveranstaltung um 18 Uhr 30 im Hörsaal Phil A auf mit den drei Flugblättern:
- "1. Mai 1972. Gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Werktätigen durch Monopolkapital und SPD-Regierung";
- "1. Mai 1972. 2. Gegen Reformismus und Revisionismus - Für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse - KPD"; und
- "1. Mai 1972. Für das feste Bündnis der Arbeiterklasse mit allen unterdrückten Schichten des Volkes im Kampf für die Sozialistische Revolution!".
Q: KSV-<RK Wasserkante>: 1. Mai 1972. Gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Werktätigen durch Monopolkapital und SPD-Regierung, Hamburg o. J. (1972); KSV-<RK Wasserkante>: 1. Mai 1972. 2. Gegen Reformismus und Revisionismus - Für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse - KPD, Hamburg o. J. (1972);KSV-<RK Wasserkante>: 1. Mai 1972. Für das feste Bündnis der Arbeiterklasse mit allen unterdrückten Schichten des Volkes im Kampf für die Sozialistische Revolution!, Hamburg o. J. (1972)

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27.04.1972:
Die KPD ruft mit einem 'Rote Fahne Sonderdruck Hamburg' zum 1. Mai auf.
Q: KPD: Rote Fahne Sonderdruck Hamburg, Hamburg 27.4.1972

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Mai 1972:
In Hamburg erscheint der 'Metallarbeiter' des KB Nr.3 (vgl. März 1972, Juli 1972) mit einer Auflage von 10 000. Berichtet wird u.a. aus Hamburg vom 1. Mai.
Q: Der Metallarbeiter Nr.3,Hamburg Mai 1972,S.10

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Mai 1972:
Bei Philips Aachen gibt die Betriebszelle der KPD vermutlich im Mai ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' Nr. 2 (vgl. Apr. 1972, 6.6.1972) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai u.a. aus Hamburg.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Philips Nr.2,Aachen o. J. 1972

01.05.1972:
In Hamburg beteiligen sich, laut KB, 4 000 an der KB-Demonstration, auf der allerdings auch die SSG (NRF-Linie) im eigenen Block vertreten war. Laut KB sollte von ihm "ein Aktionsbündnis aller fortschrittlichen Kräfte angestrengt werden. Die Resonanz unserer Bemühungen war sehr gering. Statt dessen riefen später einige Gruppen und Organisationen zu 'eigenen' Mai-Demonstrationen auf und ignorierten damit die Bemühungen des KB um einheitliches Vorgehen aller derjenigen Kräfte, die den 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse durch öffentliche Demonstration zum Ausdruck bringen wollte. So gab es in Hamburg 2 Demonstrationen, genau genommen sogar 5. Die größte Demonstration war die des KB und seiner Bündnisorganisationen. Seinem Aufruf folgten insgesamt 4. 000 Menschen zum Platz der Republik in Altona." Ich fand die Zahl schwer zu schätzen.

Laut KOB Hamburg war die Hauptparole "Gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse die einheitliche Kampffront der Arbeiterklasse". An der Abschlußkundgebung sollen 3. 000 Menschen teilgenommen haben. "Bis auf eine Sozialistische Studentengruppe, die sich der Demonstration im eigenen Block und mit eigenen Parolen anschloß … marschierten die Demonstranten unter den Parolen, wie sie in der Mai-Plattform des KB dargelegt wurden."

An der Demonstration der KPD/ML's sollen sich an einer Stelle des 'Arbeiterkampf' 100, an anderer Stelle der selben Nummer 400 beteiligt haben, wobei letztere Zahl meinem Augenschein und dem des KOB entspricht. Der KOB berichtet noch, daß die Hauptparole sich gegen die Ostverträge als 'Kriegspakt Bonn-Moskau' richtete.

An der Demonstration des Aktionszentrums der Gewerkschaftsjugend sollen sich 3 500 beteiligt haben, die sich für die Ratifizierung der Ostverträge einsetzten. Auch das entspricht meinem Augenschein.

Die KPD-Demonstration um 11 Uhr ab Holstenplatz wird vom KB auf 263 Teilnehmer geschätzt, der Kommunistische Oberschülerbund (KOB) des KB zählte dort ca. 250 Teilnehmer, was auch meinem Augenschein entspricht.
Aus Braunschweig reisen dazu, laut KB Braunschweig, LgdI, HO und SOSO an. Laut KPD (vgl. 19.4.1972) riefen auch das Kommunistische Studentenkollektiv (KSK) Lüneburg sowie eine KSV-Sympathisantengruppe an der Uni Bremen auf. Laut OSK des KSV kam auch die SSO Hannover.

Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet:"
Die Hamburger Genossen, deren Regionalkomitee erst seit wenigen Wochen arbeitet, führten eine Maidemonstration durch, an der sich 400 Menschen beteiligten. Die sorgfältig ausgesuchte Marschroute führte durch die proletarischen Viertel Altonas, vom Holstenplatz zum Spritzenplatz. Die kurzen Zwischenkundgebungen, zu denen der eindrucksvolle Zug mehrfach den Marsch unterbrach, zogen immer wieder viele Bewohner an, so daß die zahlreichen Agitproptrupps erfolgreiche Arbeit leisten konnten: Noch einmal konnte das Flugblatt zur Gründung des Regionalkomitees massenhaft verteilt werden, ebenso der Mai-Aufruf in türkischer und spanischer Sprache. Die Genossen berichteten uns voller Freude von einem besonders regen Verkauf der Roten Fahne, bei dem es z.T. zu ausführlichen Gesprächen kam.

Auf der Schlußkundgebung erläuterte ein Parteigenosse nochmals die Linie der KPD gegen Reformismus und Revisionismus, mit der sie sich in die internationale Kampffront der Arbeiterklasse gegen den USA-Imperialismus und gegen den sowjetischen Sozialimperialismus (SU, d.Vf.) einrieht. Als zweiter Redner sprach ein holländischer (niederländischer, d.Vf.) Genosse, der die Lage der holländischen Arbeiter darstellte und den Fortschritt der organisatorischen Arbeit beschrieb. Die beiden Reden erhielten - auch von den um den Platz herum Stehenden - großen Beifall."

Laut KPD/ML-ZK sollen sich 100 bis 200 an der Demonstration der KPD, 2 bis 3 000 an der des KB und ca. 500 an der Demonstration durch Altona von u.a. KPD/ML-ZK und KJVD der KPD/ML-ZB beteiligt haben.

In Hamburg gab das Hamburger Aktionszentrum (HAZ), in dem die Revolutionären Anarchisten Hamburgs und das Marxistisch-Leninistische Zentrum (MLZ) mitarbeiten, eine "HAZ-Erklärung zum 1.Mai 1972", die fordert, daß "neue Formen des politischen Kampfes in Hamburg in Gang kommen". Darunter wird "die militante Kampfbereitschaft aller Unterdrückten" verstanden. Laut KB führte dies zu folgendem Resultat:"
In einer fünften Mai-Demonstration … zogen 30 Demonstranten anarchistischer und anderer Gruppen zum Hamburger Untersuchungsgefängnis." Laut dem im HAZ vertretenen Marxistisch-Leninistischen Zentrum (MLZ) war allerdings der 1.Mai die erste größere Aktivität des HAZ seit der Gründung im Herbst 1971 (vgl. Nov. 1971).

Die DKP ruft zur Demonstration des DGB KJA um 13 Uhr 30 ab Wandsbeker Chaussee mit Abschlußkundgebung um 15 Uhr auf dem Hansaplatz, zur Jugendveranstaltung über "Jugendprobleme während der Arbeit und in der Freizeit" um 16 Uhr im Musiksaal des Gewerkschaftshauses (mit Kulturprogramm) und zur eigenen Maiveranstaltung um 18 Uhr in der Festhalle von Planten und Blomen auf.
Q: Kommunist Extra, Hamburg 25.4.1972, S.4; HAZ: Erklärung zum 1. Mai 1972, Hamburg 1972;Der Funke Nr. 3, Hamburg 1972, S.13;Solidarität Nr. 1, Hamburg 1972;Roter Morgen Nr. 11, Hamburg 5.6.1972;Sozialistisches Schüler Forum Nr. 5, Hamburg 1972, S.12;Der Chemiearbeiter Nr.16 und 17,Hamburg 25.4.1972 bzw. 23.5.1972,S.6ff bzw. S. 10;Arbeiterkampf Nr. 19, Hamburg Juni 1972, S.9;Kommunistische Schülerpresse Nr. 4, Berlin Mai 1972, S.9;Rote Fahne Nr. 40, 41, 42 und 43, Dortmund 7.4.1972, 19.4.1972, 3.5.1972 bzw. 17.5.1972, S.1, S.1 und 5, S.3 bzw. S.3;Rote Presse Korrespondenz Nr. 166, Berlin ****1972, S.2;Rote Universitätszeitung Sdr.Nr. 1, Braunschweig Juni 1972

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01.05.1972:
Der unabhängige Landesverband Wasserkante der KPD/ML gibt zu heute eine Sondernummer zum 1. Mai seines 'Parteiaufbau' (vgl. Mai 1972, 8.5.1972) unter der Schlagzeile "Was bringen die Ostverträge der Arbeiterklasse?" heraus.
Q: Parteiaufbau Sondernummer Was bringen die Ostverträge der Arbeiterklasse?, Hamburg o. J. (1972)

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15.05.1972:
In Hamburg erscheint der 'Metallarbeiter' des KB Nr. 3 (vgl. 24.4.1972, Juli 1972) für Mai vermutlich in dieser Woche mit dem Artikel "1. Mai 1972 in Hamburg".
Q: Der Metallarbeiter Nr. 3, Hamburg Mai 1972, S. 10

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22.05.1972:
Das RK Wasserkante der KPD berichtet der 'Roten Fahne' (vgl. 31.5.1972) vermutlich in dieser Woche:"
FEINDE DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI - WASSERTRÄGER VON SPD- UND DKP-FÜHRUNG

Unsere Partei hat mit der zentralen Mailosung die Stoßrichtung ihres Kampfes um die Mehrheit der Arbeiterklasse festgelegt. Gegen Reformismus und Revisionismus, d.h. den klassenbewußten Arbeitern und der revolutionären Intelligenz klarzumachen:

Wer den Klassenkampf will, muß sich entscheiden zwischen der KPD auf der einen Seite, der SPD und DKP auf der anderen!

Im Kampf zweier Linien gibt es keinen dritten Weg. Wir haben mehrfach analysiert wie die zentrale These der Zirkel von der Notwendigkeit der antifaschistischen Einheitsfront gegen CDU/CSU ins Lager des Revisionismus führt.

Das Regionalkomitee Hamburg der KPD hat mit seiner Gründung entschlossen den Kampf aufgenommen gegen den relativ starken lokalen Zirkel KB-Hamburg. Es schreibt uns über die Politik dieser Gruppe:
JAMMERMARXISTEN

Am 1.Mai, als SPD-, DGB- und DKP-Führung wieder auf eine Demonstration verzichteten, rief der KB, wie er es selbst darstellt: stellvertretend für DGB- und DKP-Führung, zu einer Demonstration auf:

'Gegen die schrittweise Faschisierung und Militarisierung von Staat und Gesellschaft' und 'Gegen die faschistische Formierung der Kapitalistenklasse - Stoppt ihre Agenten Strauß (FJS,d.Vf.), Barzel und Springer' - so lauten zwei Hauptparolen des KB-Maiaufrufs. Dabei ist es nur folgerichtig, daß der KB bis fast in den Wortlaut endgültig den DKP/SEW-Phrasen verfallen ist, daß der KB die SPD gegenüber der CDU/CSU als 'kleineres Übel' bezeichnet, auch wenn er zugleich selbst beruhigend beteuert, daß dies nicht 'gleichzusetzen sei mit einer kritiklosen (!) und kampflosen Hinnahme dieser Partei und ihrer Regierungspolitik.'

Der KB feiert das Scheitern des Mißtrauensantrages der CDU-Reaktionäre gegen die SPD-Regierung als 'Sieg der Arbeiterklasse und der Kommunisten'.

Natürlich will die Arbeiterklasse keine CDU/CSU-Regierung. Den Abscheu der Kollegen gegen eine CDU-Regierung nutzen aber eben diese Leute dazu aus, die SPD als 'arbeiterfreundliche' Partei anzupreisen und über all ihre arbeiterfeindlichen Maßnahmen der letzten Jahre hinwegzutäuschen. Wer darum die von den SPD-Betriebsräten und Gewerkschaftsführungen angezettelten Demonstrationen und Streiks gegen den CDU-Mißtrauensantrag nicht vor allem als Ausdruck dafür begreift, wie stark noch das Gift des Reformismus in großen Teilen der Arbeiterklasse steckt, sie stattdessen in einen 'Erfolg der Kommunisten' ummünzt, der zeigt nur, wie weit er sich schon den Positionen des Reformismus und Revisionismus genähert hat.

So war es dann in der Tat nur noch ein Problem des richtigen Reimens, wenn eine der meistgeübten Parolen auf den KB-Maidemonstrationen folgende war: 'Im Parlament herrscht Korruption - wartet nur, wir kommen schon!'

So hat man das auf Maidemonstrationen mitgeführte DGB-Transparent 'Für eine bessere Welt' zu verstehen: Für eine bessere Welt im bürgerlichen Parlament! Da haben in der Tat die DKP-Führer noch einfallsreicher ihre revisionistische Verkommenheit demonstriert, wenn sie vor den Hamburger Betrieben zu Solidaritätstelegrammen an Brandt auffordern ließen.

Täuschung der Massen über die Rolle von SPD-Regierung als Agentur der Monopole und der DKP-Führung als Agentur der neuen Bourgeoisie in der SU und der DDR, das ist das Wesen der KB-Politik.

Gegen unsere Partei und ihre revolutionären Losungen zum 1.Mai stellte der KB fest, der 1.Mai sei kein 'spezieller Kampftag der Kommunisten, sondern ein Kampftag der gesamten Arbeiterklasse'. Wer sonst soll sich für diese äußerst originelle Feststellung bedanken, als eben jene Leute, die ein Interesse daran haben, kommunistische Forderungen von der Arbeiterklasse und ihrem Kampftag fernzuhalten?

Ein weiterer Hinweis darauf, wie sehr sich die Gruppe KB bereits zum offenen Revisionismus bekennt, war ihr Verhalten angesichts der erneuten Verschärfung der USA-imperialistischen Aggression gegen das vietnamesische Volk.

Auch diesmal wieder Ablehnung der Einheitsfront mit der KPD, die DKP-Führung jedoch anwinseln und gemeinsame Aktion. Gegen die antiimperialistische Demonstration wandte er sich deshalb, weil es ihm falsch erschien, den sowjetischen Sozialimperialismus als Feind der unterdrückten Völker ebenfalls anzuprangern.

HIER ZEIGT SICH, OPPORTUNISMUS IN DEN FRAGEN DES PARTEIAUFBAUS UND DES KLASSENKAMPFS IM EIGENEN LANDE FÜHRT ZUM OPPORTUNISMUS AUCH IN DEN FRAGEN DES PROLETARISCHEN INTERNATIONALISMUS.

Umsein Ausscheren aus der gemeinsamen antiimperialistischen Front vor seinen eigenen Mitgliedern zu 'rechtfertigen', verstieg er sich schließlich zu der Auffassung, die Blockade der Demokratischen Republik Vietnam (DRV,d.Vf.) 'genüge noch nicht' für eine Demonstration. Als er sich selbst in seiner Liebesdienerei vor der DKP durch deren Absage getäuscht sah (die Revisionisten führten eine Demonstration mit 200 Teilnehmern durch (vgl. 17.5.1972,d.Vf.)) blieb ihm nichts weiter übrig als Tage später zusammen mit einer Studentengruppe zu einer weiteren Demonstration aufzurufen.

Auf diesem Hintergrund haben wir die nervöse Unruhe zu sehen, mit der KB-Mitglieder vor den Hamburger Betrieben herumlaufen, um die Kollegen mit parteifeindlicher Hetze und Lügen vor der KPD zu 'warnen'. Der KB hat ebenso wie das gesamte Zirkel- und Sektenwesen in der Bundesrepublik vollständig ausgespielt. Solange sie aber - wenn auch noch so gering - Verwirrung stiften und mit 'Theorien' hausieren gehen, die Kommunistische Partei könne durch die 'immer enger werdende Zusammenarbeit der verschiedenen Zirkel' aufgebaut werden, solange wird unsere Partei gegen solche 'Vervielfachung des Opportunismus' den schonungslosen Kampf führen und sie als Wasserträger der Revisionisten entlarven."
Q: Rote Fahne Nr.45,Dortmund 31.5.1972,S.4

Juni 1972:
Das SALZ Cuxhaven gibt die Broschüre "Der Aufbau der Partei des Proletariats erfordert den Kampf gegen den Revisionismus und die Theorie vom Zirkelzusammenschluss! - Erklärung des Sozialistischen Arbeiter- und Lehrlingszentrums (S.A.L.Z.) Cuxhaven zur Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Kommunistischen Bund (KB)" heraus mit dem Anhang "Mitteilung an alle Genossen des KB / Gruppe Hamburg Zur 1. Mai-Kampagne!", der beiliegt der "Brief zum 1. Mai" vom 16.2.1972, der an 91 Anschriften ging.
Q: SALZ Cuxhaven: Der Aufbau der Partei des Proletariats erfordert den Kampf gegen den Revisionismus und die Theorie vom Zirkelzusammenschluss!, Cuxhaven Juni 1972, S. 16ff

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Juni 1972:
Die Marxistisch-Leninistische Organisation zum Parteiaufbau (MLOzP), früher als unabhängiger Landesverband Wasserkante der KPD/ML in Hamburg aktiv, gibt den 'Parteiaufbau' Nr. 6 (vgl. 8.5.1972, Juli 1972) mit dem Leitartikel "Der KB-Hamburg ein offener Feind der ML-Bewegung" zu dessen Verhalten u.a. am 1. Mai heraus.
Q: Parteiaufbau Nr. 6, Hamburg Juni 1972, S. 1f

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Letzte Änderung: 01.05.2019