Lennestadt

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 7.7.2018


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Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise zur linken Bewegung in Lennestadt im Kreis Olpe vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Einleitend für diese, wie immer lückenhafte, Darstellung, stehen die Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD) in der Sozialistischen Basisgruppe Lennestadt, einer Jugendgruppe, in Konkurrenz zur DKP und vermögen es, die Gruppe für sich zu gewinnen bzw. innerhalb dieser eine Bolschewistische Fraktion zu bilden, über diese auch im Sauerland Einfluß ausübend (vgl. 7.3.1970, 14.3.1970).

Die daraus hervorgegangene Kommunistische Jugendgruppe Lennestadt ist dann eine der wenigen Stützen der IKD bzw. von Spartacus in NRW (vgl. 26.4.1970, 24.5.1970) und unter diesen vermutlich die am weitesten entwickelte (vgl. 8.7.1970, 25.12.1970), die 1971 auch eine erfolgreiche 1. Mai-Kampagne durchführt (vgl. 27.4.1971, 30.4.1971, 1.5.1971, Juni 1971).

Bei der Spaltung von Spartacus schloß sich die Gruppe Spartacus BL an, ein führender Kader verzog nach Frankfurt.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

19.01.1970:
Der IKD-Regionalbeauftragte Ruhrgebiet berichtet aus Lennestadt (vgl. 7.3.1970):"
Gestern habe ich die X.-Gruppe besucht. Das vorgeschaltete Gespräch mit X. und Y. (einem sehr unsicheren antiautoritären Schüler) brachte nichts, wir wußten nicht, wie wir anfangen sollten.

An der Sitzung selbst nahmen ca. 10 Leute teil, darunter zwei ältere DKP-Genossen. Die beiden antiautoritären Autoritäten (aber nicht überschätzen, der Y. war in der Vordiskussion innerhalb weniger Minuten sehr unsicher über die Frage der Schülerarbeit), Y. und Z., waren nicht da. Es haben nur wenig diskutiert, X., die beiden DKPler, ein Lehrling A. (der wie alle wenig belesen ist, aber einen duften Eindruck gemacht hat). Die Diskussion mit den beiden DKPisten war ausgezeichnet. X. hat richtig schön trotzkistisch argumentiert (Argumentationen aus der 'Permanenten'), dann kam ich dazu, und die DKPler haben für alle sehr schlecht 'abgeschnitten'. Die Genossen waren für unsere Argumentation sehr zugänglich. Die Diskussion begann mit der Frage 'Integration der Arbeiterklasse in den Neokapitalismus?', ging weiter zur Rolle des Proletariats in der sozialistischen Revolution, schließlich zur Frage der Erklärung des momentanen Bewußtseins der westdeutschen Arbeiterklasse, was anhand der Einschätzung der DDR zu einer intensiven historischen Trotzkismus-Diskussion mit den DKP-Genossen führte. Das Erstaunliche an den anwesenden jungen Genossen war, daß sie - obwohl bar jeglichen Grundwissens - für die Diskussion ein sehr großes Interesse hatten. Das kann man wohl nur in der Provinz erleben. Es ist zu erwarten, daß der fast schon gefaßte Entschluß der Gruppe, nicht das von X. vorgeschlagene Grundschulungsprogramm (ähnlich Spartacus) durchzunehmen, sondern die berühmten individuellen Bedürfnisse zu diskutieren (X.: 'die können sich anscheinend nicht vorstellen, daß jemand ein individuelles Bedürfnis nach Schulung hat'), revidiert wird. Man wird sich sicher darauf einigen, mit dem Kommunistischen Manifest zu beginnen (ich hatte auf der Sitzung zum Schluß noch auf die Notwendigkeit der Schulung gedrängt). Es ist unbedingt nötig, daß I. oder ich die nächste Zeit hingehen - weil die Gruppe noch nicht sehr gefestigt ist, weil wir besser als X. mit den leicht antiautoritären Tendenzen fertig werden und weil X. alleine die DKP-Genossen nicht neutralisieren kann.

In einer anschließenden einstündigen Diskussion (X., … A. - sehr vertrauenserweckend, junger Lehrling ohne politische Kenntnisse, was sich ändern wird -, ein Mädchen (Gymnasiastin, dito ohne politische Kenntnisse), ich) haben wir vorläufigen Konsensus erzielt, daß die Diskussion mit den DKP-Genossen auf die Dauer unmöglich ist, unsere Arbeit verunmöglicht. Wir haben uns darauf geeinigt, zuerst weiter mit ihnen zu diskutieren (wenn es weiter so läuft, wie letzten Montag, kann uns das nur nützen), dann auf Grundlage einer politischen Diskussion einer speziellen Frage, wo die gesamte Gruppe eine Position ausarbeitet, den Bruch mit ihnen vollziehen.

Ich möchte nochmal betonen, daß die zwar sehr wenig belesenen Genossen der Gruppe einen politischen Ernst und ein Interesse aufwiesen, wie man es wahrscheinlich nur in der Provinz finden kann. Kontakte bestehen außer zur DKP nur zu einer antiautoritären Gruppe in Siegen; die Genossen sind aber allgemein abgestoßen (nicht sehr politische Gründe). Man darf die Gruppe heute natürlich nicht überschätzen - sie hat einen Flugblattentwurf formuliert für Berufsschulen, der stark reformistische Tendenz hatte.

X. selbst hat offensichtlich eine Menge Kenntnisse, man merkte aber sofort, gerade in der Diskussion in der Gruppe, daß er sehr selten mit anderen Leuten politisch diskutiert, so daß er sein Wissen in der Diskussion schlecht anbringen kann. Er fährt praktisch nie aus dem Sauerland raus (Köln 125 km, 125 Min., Dortmund 95 km, 73 Min.) und das merkt man. Das kann überwunden werden, indem wir dorthin kommen und versuchen, ihn mal zu Diskussionen aus Lennestadt herauszuholen (er hat einen Wagen). Ich nehme an, daß wir ihn demnächst als IKD-Kandidaten einstufen können. Ich werde einige Fragen mit ihm am nächsten Montag diskutieren (…), aber von Kandidatur noch nicht so direkt etwas sagen. befragt, wie er zum Trotzkisten geworden sei: über Literatur den Absprung zum Marxismus und Trotzkismus. Mein nimmer müdes Mißtrauen führte mich dazu, daß, wenn er ein Spitzel ist, er wahrscheinlich von der SDAJ ist. Aber seine Argumentation gegen die DKP, sein Bücherbestand, die Atmosphäre in der Gruppe - wo er mehr oder weniger klar als Trotzkist bekannt ist - beweisen, daß diese Mutmaßung unberechtigt ist."
Quelle: IKD-Regionalbeauftragter Ruhrgebiet: An IKD-Leitung, o.O. 20.1.1970

12.02.1970:
Die DKP bringt die Nr. 7 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 5.2.1970, 19.2.1970). Leserbriefe kommen auch aus Lennestadt.
Q: Unsere Zeit Nr. 7, Essen 12.2.1970

07.03.1970:
Innerhalb der IKD werden "Thesen zur Arbeit im Sauerland" (vgl. 19.1.1970, 14.3.1970) verfaßt, in denen es heißt:"
1. Die Arbeit im Sauerland ist NICHT MEHR IN ERSTER LINIE AUF DIE SOZIALISTISCHE BASISGRUPPE LENNESTADT (SBL) AUSGERICHTET.

Bei einigen Mitgliedern der SBL ist die antiautoritäre Ideologie so stark verwurzelt, daß die Perspektive, die ganze Gruppe oder 'den Kern' als Grundstock einer KJO zu gewinnen, aufgegeben werden muß. Da wir in jedem Fall nur einen Teil gewinnen können, einen bisher nicht geahnten ideologischen Kampf gegen bestimmte Vertreter der antiautoritären Linie führen müssen, müssen wir unsere Arbeit in der SBL anders aufbauen.

2. Die einzige praktische Arbeitsperspektive in Lennestadt ist die GEWERKSCHAFTSJUGEND. Zwar sind im Bereich Olpe/Lennestadt nur 120 Jugendliche gewerkschaftlich organisiert, an den Treffen beteiligen sich maximal ca. 10 Leute, aber nichtsdestoweniger ist hier der einzige Ort, unsere Perspektive zu realisieren.
Es wird wesentlich unsere Aufgabe sein, mehr Jugendliche in die Gewerkschaftsversammlungen und überhaupt erst in die Gewerkschaften zu bekommen. Aus der Projektgruppe Gewerkschaftsarbeit der SBL (X1, X2, X3, X4, 1 Metallarbeiter), die eben einzig eine politische Perspektive, ein einheitliches Arbeitsfeld hat, ist unter Einbeziehung von X5 (Stud. in Bochum) und X6 (Schül.) eine 'Bolschewistische Fraktion' (BoFra) innerhalb der SBL zu bilden.

3. AUFGABEN DER BOFRA sind die Forcierung der ideologischen Klärung (nach dem Manifest die Märzansprache, die Leitsätze über die Rolle der kommunistischen Partei in der proletarischen Revolution, Lukacs: Lenin) und parallel dazu die Durchsetzung weiterer Verbindlichkeiten in der Gruppe auf politischer Grundlage (Vorläufer einer KJO-Plattform mit z.B. Ausrichtung auf Aufbau der Partei, Priorität der Arbeit im proletarischen Milieu). Diese Plattform wird zum wahrscheinlichen Bruch mit den Antiautoritären führen. Es ist wichtig, daß dieser Bruch nicht nur nach theoretischen Diskussionen, sondern aufgrund einer schon vorzuweisenden Arbeit im Gewerkschaftsjugendmilieu stattfindet.

4. Vor der Arbeit in Lennestadt selbst besteht unsere Aufgabe im AUFBAU VON KONTAKTEN ZU ANDEREN GRUPPEN IM SAUERLAND, und zwar: Lüdenscheid, Siegen, ggf. Olpe, Iserlohn (näher bei Dortmund?). Nach dem 14.3. in Lüdenscheid werden wir die Bedeutung dieser Frage genauer einschätzen können.

5. KANDIDATUR VON X1 in der IKD-Gruppe RRS (Rhein-Ruhr-Sauerland, d.Vf.). Ich habe das schon vor einiger Zeit angedeutet. Aufgrund seiner isolierten Stellung im Sauerland fällt es X1 schwerer als z.B. Berliner Genossen, aktuelle politische und organisatorische Fragen im Rahmen der Perspektive der Organisation zu lösen. Das wird sich mit der Arbeit im Sauerland, die er unter Kontrolle der Organisation leistet, und der Teilnahme an den Diskussionen in der Gruppe sehr schnell beheben lassen.

Mit der Rekrutierung von X1 haben wir den ersten Schritt über die Importierung von Berliner Genossen oder Mitgliedschaft von Uralt-Trotzkisten getan. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, daß er nicht aufgrund der Arbeit unserer Gruppe, sondern aufgrund der publizistischen Aktivität von SPARTACUS zu uns gestoßen ist."
Q: IKD-Gruppe Köln-1 Mitglied: Thesen zur Arbeit im Sauerland, o.O. 7.3.1970

14.03.1970:
Das Sozialistische Zentrum (SZ) Lüdenscheid führt, laut Spartacus - IAfeKJO Berlin und IKD, eine Arbeitskonferenz aller Gruppen im Sauerland durch, auf der sich wesentlich die Rote Garde (RG) der KPD/ML und die Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD), die einen Spartacus Regionalausschuß NRW aufbauen wollen, gegenüberstehen.

Die IKD berichten intern (vgl. 7.3.1970, 16.3.1970):"
Kürzlich (am 14.3.) hat eine Arbeitskonferenz aller Sauerlandgruppen stattgefunden, zu der auch Vertreter der ROTEN GARDE und wir eingeladen waren. Hauptthema war, ob es objektive Bedingungen für die Gründung einer revolutionären Kaderpartei gebe. Die Diskussion spielte sich hauptsächlich zwischen uns und der Roten Garde ab, die die Ansicht vertrat, daß das Vorhandensein des Imperialismus die einzige Bedingung wäre. Am Ende der Diskussion wurde der Plan gefaßt, die Diskussion in dem 'Sauerland-Info' weiterzuführen. Dazu sollten Vertreter aller Gruppen in die Redaktion gehen. Während die Rote Garde das ablehnte, schickten wir einen Vertreter in die Redaktion, zu der noch Vertreter aus Lennestadt und Lüdenscheid gehören. Da wir später erkannten, daß hinter einem solchen Info eine zentristische Konzeption steht, wollen wir nach der 1. Nummer unsere Beteiligung aufkündigen."
Q: Spartacus Nr. 12/13, Berlin Apr./Mai 1970; IKD-Gruppe NRW: Beginnen wir mit dem Aufbau der Kommunistischen Jugendorganisation!, o.O. Apr. 1970;IKD: Internes Bulletin Nr. 1 Nachtrag, o.O. März 1970

25.03.1970:
Heute verfaßt die Gruppe Köln der IKD einen Bericht, in dem es u.a. heißt:"
ARBEIT IM SAUERLAND

Wir haben seit langem Kontakt zu einer Gruppe in Lennestadt, die aber vorwiegend aus Antiautoritären besteht. Dort haben wir an der Schulung (Kommunistisches Manifest) teilgenommen. Wir werden uns wahrscheinlich bald zusammen mit unseren dortigen Sympathisanten von den Antiautoritären trennen.

Außerdem haben wir zu einer Gruppe in Lüdenscheid Kontakt, deren theoretische Autoritäten auf unserer KJO-Linie liegen. … Wir wollen sehr bald darauf hinarbeiten, daß sich die Genossen in Lennestadt und Lüdenscheid, die auf unserer Linie liegen, in einer eigenen Gruppe zusammenschließen." Berichtet wird auch von der Sauerland-Konferenz (vgl. 14.3.1970, 16.3.1970). Sowohl mit der Gruppe in Lennestadt (vgl. 24.5.1970) als auch mit der in Lüdenscheid (vgl. 24.5.1970) geht die Arbeit der IKD (vgl. 26.4.1970) weiter.
Q: IKD: Internes Bulletin Nr. 1 Nachtrag, o.O. März 1970

26.04.1970:
In NRW wird ein Spartacus - Regionalausschuss gegründet, dem 4 Gruppen mit zusammen 20 bis 30 Mitgliedern aus Köln, Lüdenscheid, Lennestadt und Euskirchen beitreten (vgl. 21.3.1970, 24.5.1970).
Q: IKD-Leitung: Erklärung, o.O. 21.5.1970; KJO Spartacus: Nationales Internes Bulletin 1, o.O. 8.7.1970;KJG Wuppertal: Arbeit im Gewerkschaftsjugendmilieu, o.O. O. J. (1970);IKD-RK Rhein/Main-1 Mitglied: An die Genossen der Leitung, Frankfurt 28.4.1970

24.05.1970:
Auf der heutigen Leitungssitzung des Spartacus - Regionalausschuß (RA) NRW wird auch über die Gruppe in Lennestadt (vgl. 25.3.1970) diskutiert:"
In Lennestadt hatte unsere Gruppe den Plan gehabt, in der Basisgruppe (in der unsere Genossen arbeiten) dafür einzutreten, daß sich die Basisgruppe eine eigene Leitung wählt. Davon versprach man sich, von der organisatorischen Arbeit befreit zu sein und außerdem die politische Diskussion anzuregen. Der Plan stellte sich als praktisch undurchführbar heraus (es keine Genossen - außer unseren - die eine solche Leitungsarbeit hätten übernehmen können). Unsere Gruppe kam schließlich zu dem Schluß, daß eine unabhängige Basisgruppe keinen Sinn hat (fehlende politische Perspektive) und daß den Genossen der Basisgruppe nur die Alternative bleibt, sich entweder der KJG (Kommunistische Jugendgruppe, d.Vf.) anzuschließen (bzw. als Sympathisant an deren Schulung teilzunehmen) oder keine politische Arbeit mehr zu leisten."
Q: Spartacus-RA-NRW: Protokoll der Leitungssitzung vom 24.5.70, o.O. O. J. (1970)

08.07.1970:
Innerhalb der Vorläufergruppen der KJO Spartacus erscheint erstmals ein Nationales Internes Bulletin (vgl. 10.8.1970). Aus NRW wird berichtet, daß der Regionalausschuß von den IKD Köln aufgebaut worden sei, in Gegnerschaft zu den Revolutionären Sozialisten der GIM Köln, zur Jungen Garde der IAK Bochum, dem KJVD der KPD/ML-ZB und der SDAJ der DKP. Bei einigen Gruppen (Köln, Bonn, Bochum und mit Einschränkung auch Lüdenscheid) sei die Hauptbasis der propagandistische Kampf, während andere wie z.B. in Lennestadt schon die Praxis entfaltet hätten. Dort habe z.B. die DGB-Jugend einem antibürokratischen Flugblatt zum 1. Mai zugestimmt.
Q: Nationales Internes Bulletin, o.O. 8.7.1970

25.12.1970:
Es beginnt die zweitägige 2. Bundes DK der Vorläufer der KJO Spartacus, der Spartacus-Gruppen. Die Region NRW berichtet, einzig in Lennestadt gäbe es eine entwickelte Gewerkschaftsarbeit.
Q: KJO Spartacus: Protokoll 2. DK 25./26.12.70;in: Bulletin Nr. 6, o.O. März 1971

27.04.1971:
Im Kreis Olpe wird, laut internem Bericht der Ortsgruppe Lennestadt der KJO Spartacus, an 3 Betrieben und einer Berufsschule ein Flugblatt der beiden einzigen Jugendgruppen des DGB im Kreise, die beide unter ihrer Kontrolle seien, verteilt. Aufgerufen wird zur DGB-Veranstaltung am 30.4.1971 und zur Demonstration der IGBE am 1. Mai.
Q: KJO Spartacus: Nationales Internes Bulletin Nr. 7, o.O. Juni 1971

30.04.1971:
Die Maiveranstaltung des DGB Kreisverbandes Olpe wird, laut internem Bericht der KJO Spartacus Ortsgruppe Lennestadt, von 700 Personen besucht. Die DKP habe ein Flugblatt verteilt, man selbst eine Rede halten dürfen, da man ja den DGB KJA unter Kontrolle habe.
Q: KJO Spartacus: Nationales Internes Bulletin Nr. 7, o.O. Juni 1971

01.05.1971:
Im Kreis Olpe oder in Siegen wird die Maikundgebung, laut internem Bericht der Ortsgruppe Lennestadt der KJO Spartacus, von 220 Personen besucht. Der eigene Block habe 20 Personen umfaßt, die u.a. aus den Gewerkschaftsjugendgruppen Olpe (6 Teiln.) und Lennestadt kamen. Nicht erschienen sei die Siegener Gruppe und auch die Attendorner waren nicht da. Bei denen wisse man aber sowieso nicht so genau, ob sie nun zur KPD/ML oder zur KPD/AO zu rechnen seien.
Q: KJO Spartacus: Nationales Internes Bulletin Nr. 7, o.O. Juni 1971

Juni 1971:
Innerhalb der KJO Spartacus erscheint das 'Interne Bulletin' Nr. 7 (vgl. März 1971, 17.10.1971) mit dem Text "1. Mai 1971 in NRW" mit einem Bericht aus Lennestadt und mit einem Bericht vom 1. Mai aus Lennestadt.
Q: KJO Spartacus: Internes Bulletin Nr. 7, O. O. Juni 1971, S. 37 und 57f

Spartacus_IB_267

Spartacus_IB_277

Spartacus_IB_278


28.10.1971:
Innerhalb der KJO Spartacus erscheint ein Rundbrief "RB der Zentralen Leitung zur Konspiration bei der Gewerkschaftsarbeit", in dem betont wird, diese sei notwendig, da momentan Ausschlußandrohungen gegen je ein Organisationsmitglied in Rheinhausen und in Lennestadt (Kreis Olpe) erfolgt seien.
Q: KJO Spartacus: RB der Zentralen Leitung zur Konspiration bei der Gewerkschaftsarbeit, o.O. 28.10.1971

Januar 1972:
Das RK Rhein/Ruhr des KJV der KPD (vgl. Juni 1973) berichtet vermutlich aus dem Januar:"
In Lennestadt (Sauerland) griff die DGB-Jugendgruppe bei der Einführung des 'neuen' Betriebsverfassungsgesetzes die Friedens- und Schweigepflicht scharf an. Sie führte als Beispiel den Kampf von Lennestädter Lehrlingen und Jungarbeitern gegen Überstundenschinderei und berufsfremde Arbeiten in einigen Klein- und Mittelbetrieben an, die wegen ihrer Aktivitäten auf der Grundlage des Friedenspflichtsparagraphen gemaßregelt wurden.

Die Reaktion der Gewerkschaftsführung: Landesbezirksjugendausschuß (LBJA, d.Vf.), Kreisjugendausschuß (KJA, d.Vf.) und Kreisverwaltung des DGB drohten mit der Auflösung der Jugendgruppe und mit Ausschluß der führenden Kollegen, falls die Forderungen und die entsprechende Situation (?, d.Vf.) nicht sofort zurückgenommen wurden."
Q: KJV-RK Rhein/Ruhr: Jugendarbeitsschutz - Schutz der Jugend? Schutz der Ausbeutung!, Dortmund 1973, S. 15

Juli 1976:
Bei dem Textilbetrieb Tobueren in Lennestadt kommt es, laut SAG, vermutlich im Juli zu 100 Entlassungen.
Q: Sozialistische Arbeiter Zeitung Nr. 7, Frankfurt 25.8.1976

Letzte Änderung: 08.07.2018