Bielefeld: Erster Mai

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 24.4.2020


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Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise zum 1. Mai in Bielefeld vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Mai 1929:
Die KPD, Büro Bielefeld (vgl. 26.5.1975), berichtete über Carl Severing (SPD) vom 1.5.1929 und sodann frühestens aus dem Mai über den RFB der KPD:"
Kurz danach verbot er den Rotfrontkämpferbund, eine proletarische Abwehrorganisation gegen faschistische Banden. Gleichzeitig ließ Severing die Faschisten unbehelligt."
Quellen: KPD-Büro Bielefeld:Wer war Carl Severing?, Bielefeld o.J. (Mai 1975), S. 2; KPD-Büro Bielefeld:Severing - Arbeitermörder!, Bielefeld o.J. (Juni 1975), S. 2

Mai 1971:
Der 'Rote Morgen' Nr. 5 (vgl. April 1971, Juni 1971) berichtet über die Maiaktionen der KPD/ML-ZK: "Zum 1. Mai fanden zentrale und örtliche Demonstrationen, Kundgebungen und Versammlungen der KPD/ML allein oder im Bündnis mit anderen revolutionären Gruppen und Organisationen in folgenden Städten und Orten statt: Westberlin, Hamburg, Hannover, Dortmund, Frankfurt, Köln, Bielefeld, Freiburg, Mannheim, Würzburg, Ludwigshafen, Karlsruhe, Lörrach, Offenburg, Marburg, Aachen, Emmendingen und Heilbronn. …
Nebenbei, interessant war auch, daß in Vorbereitung des 1. Mai sich die bürgerliche Presse auf örtlicher Basis, wie zum Beispiel in Bielefeld, offen auf die Seite der DKP stellte und uns angriff."
Q: Roter Morgen Nr. 5, Hamburg Mai 1971

01.05.1971:
In Bielefeld wurde, laut KPD/ML-ZK, ein Rotes Maikomitee von ihrer eigenen Ortsgruppe, der RG, dem KSB/ML und verschiedenen Lehrlings-, Schüler- und Studentenorganisationen gegründet. Die RG verkaufte ihren 'Rotgardisten' an allen Berufsschulen und in 4 Städten in Ostwestfalen-Lippe (OWL). Unter den 800 Demonstranten befand sich dann, neben Italienern und Spaniern, auch der Parteistützpunkt OWL.

In Bielefeld nimmt an der Maidemonstration der KPD/ML-ZK u.a. auch die Ortsgruppe Werste der KJO Spartacus teil, die dort ein Flugblatt zum BVG verbreitet. In der eigenen Heimat sei nur eine geschlossene DGB-Feier in Bad Oeynhausen gewesen, zu der man selbst nicht hin durfte. Da die Gewerkschaftsgruppe in Oeynhausen erst seit kurzem existiere, habe man dort nichts machen können.
Q: KJO Spartacus: Nationales Internes Bulletin Nr. 7, O. O. Juni 1971; Roter Morgen Nr. 5, Hamburg Mai 1971

19.04.1972:
Die Nr. 29 des 'KND' der KPD/ML-ZB und des KJVD (vgl. 15.4.1972, 22.4.1972) erscheint. U. a. wird eingegangen auf die vom DGB angekündigten Maiaktionen in Bielefeld.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 29, Bochum 19.4.1972

11.03.1973:
Zur Maivorbereitung veranstaltet die KPD in Dortmund, nach eigenen Angaben, ein Treffen zwischen KPD, KJV, KSV, KOV, LgdI, den RFFK's und den KPD-Sympathisantengruppen. Hieran nimmt auch teil der RFFK Herford/Bielefeld.
Q: Rote Fahne Nr. 11, Dortmund 14.3.1973

23.04.1973:
Eine Extra-Ausgabe der 'Stählernen Faust' - Betriebszeitung der KPD/ML-ZK für die Hoesch-Betriebe (vgl. 12.3.1973, Juli 1974) in Dortmund erscheint:"
STRASSE FREI FÜR DEN ROTEN 1. MAI
Das Kapital, seine Regierung, die Bonzen des DGB, die Verräter in der Führung der D'K'P (DKP, d. Vf.) haben Angst bekommen.
Rote Fahnen weh'n wieder im Land! Rote Fahnen in Frankfurt (in Hessen, d. Vf.) - Kämpfe gegen Mietwucher und Wohnungsnot. Rote Fahnen auf dem Bonner Rathaus (vgl. 10.4.1973, d. Vf.). Rote Fahnen in Düsseldorf. In Hamburg, in Bielefeld wehen die roten Fahnen auf besetzten Häusern. Die Arbeiterklasse ist erwacht! Der Streik bei Hoesch ist den Bossen und Bonzen in die Knochen gefahren. Streiks bei Mannesmann in Duisburg (MM - vgl. 28.2.1973, d. Vf.), in Velbert (im IGM-Bereich bei HuF - vgl. 31.1.1973, d. Vf.), Streiks in den Druckereien, den Chemiekonzernen, den Textilfabriken.
Eine mächtige Welle brandet gegen die Bastion des Kapitals, die revolutionäre Bewegung läßt sich nicht aufhalten.
Ja, es ist wahr, wo es Ausbeutung und Unterdrückung gibt, da gibt es Widerstand und Kampf.
Kampf gegen Lohnabbau und Rationalisierung!
Kampf gegen Teuerung!
Kampf gegen politische Unterdrückung!"
Q: Stählerne Faust Extra, Dortmund 23.4.1973

26.04.1973:
Eine Maiveranstaltung der Ortsgruppe Bielefeld der LgdI der KPD war für heute angekündigt worden.
Q: Rote Fahne Nr. 14, Dortmund 4.4.1973, S. 2

01.05.1973:
In Dortmund beteiligen sich, nach eigenen Angaben, trotz des Verbots über 1 000 bis 1 500 an der zentralen bzw. NRW-weiten Maidemonstration der KPD um 12 Uhr ab Nordmarkt. Die KPD berichtet u.a.:"
ÜBER 1 000 GENOSSEN AUF DEM WEG NACH DORTMUND FESTGEHALTEN!

Freunde und Genossen aus Bielefeld wurden an einer entlegenen Autobahnausfahrt festgehalten und von ca. 50 Polizisten mit Hunden bedroht. Einige der Polizisten versuchten mehrfach, Schlägereien zu provozieren."
Q: Rote Fahne Sonderdruck Jetzt erst recht: Heraus zum 1.Mai!,Dortmund o.J. (Apr. 1973); Rote Fahne Nr.14, 17, 18, 19 und 20,Dortmund 4.4.1973, 25.4.1973, 2.5.1973, 9.5.1973 bzw. 16.5.1973, S. 2, S.1, S. 1ff, S. 1f bzw. S. 1f

25.04.1974:
In Bielefeld möchte die KPD/ML (vgl. 13.4.1974) eine Veranstaltung 'DGB-Apparat - Kampfapparat für die Ordnung des Kapitals. Vorwärts beim Aufbau der revolutionären Gewerkschaftsorganisation!' (RGO) durchführen.
Q: Roter Morgen Nr. 15 und Extrablatt, Dortmund 13.4.1974 bzw. Apr. 1974, S. 8 bzw. S. 2

27.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974) heraus. Aufgerufen wird zu Maidemonstrationen auch in Bielefeld.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 27.4.1974, S. 1 und 10

30.04.1974:
In Bielefeld möchte die KPD/ML eine Maiveranstaltung durchführen.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 27.4.1974, S. 10

30.04.1974:
Der KBW (vgl. 15.5.1974) berichtet:"
Am 30. April hatte die Ortsaufbaugruppe Bielefeld des KBW eine Maiveranstaltung durchgeführt, zu der etwa 100 Teilnehmer erschienen waren. Das Hauptreferat hielt Jockel Detjen, Mitglied des ZK des KBW."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 10, Mannheim 15.5.1974, S. 12

Mai 1974:
In Bielefeld erscheint die Nr. 5/6 der 'AJZ - Bielefelder Arbeiterjugendzeitung' für Mai (vgl. März 1975) mit dem Artikel "Der Mai ist gekommen!" zur Demonstration am 1. Mai 1974.
Q: AJZ - Bielefelder Arbeiterjugendzeitung Nr. 5/6, Bielefeld Mai 1974, S. 22

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01.05.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 17.4.1974, 15.5.1974) Nr. 9 heraus. Aus Bielefeld stammt ein Bild 'Es lebe der 1. Mai!' der Projektgruppe Kunst & Politik.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 9, Mannheim 1.5.1974, S. 16

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01.05.1974:
Die Mai-Demonstration der Gewerkschaftsjugend in Bielefeld hat, laut KB, ca. 1 200 Teilnehmer. Mit eigenen Parolen nehmen daran teil: Ortsaufbaugruppe des KBW, KJV der KPD, LgdI und KABD. Eine "Aktionseinheit der Linken" kommt nicht zustande.

Laut AJZ ist unter den 1 500 Teilnehmern auch ein größerer Block des AJZ.

Die KPD/ML (vgl. 11.5.1974) berichtet:"
Dem Aufruf der KPD/ML, dem Regierungsmai den revolutionären 1. Mai entgegenzusetzen, folgten in Bielefeld etwa 70 Genossen und Kollegen.
Viele Kollegen sahen interessiert aus dem Fenster, als der AP-Trupp 'Sturmtrupp Ernst Thälmann' zum roten 1. Mai aufrief.
Auf der Abschlußkundgebung wurde unter anderem auch eine Grußadresse der PCE/ML verlesen. Auch in Bielefeld waren die Fronten klar: auf der einen Seite die rote 1. Maidemonstration unter Führung der KPD/ML, auf der anderen Seite die 'Menschlichkeits- und Fortschrittsparolen' der DGB-Jugend, hinter denen auch die Opportunisten von der GRF und dem 'K'BW herliefen."

Die KPD (vgl. 2.5.1974) berichtet:"
Rund 80 Kollegen, Freunde und Genossen von KJV, KSV und LIGA bildeten auf der DGB-Demonstration (800 - 1000 Menschen) einen Block und riefen revolutionäre Parolen, die immer wieder von vielen anderen Kollegen aufgegriffen wurden. Auf der Kundgebung schallte den DGB-Bonzen die Internationale entgegen, SPD-Oberbürgermeister Hinnendahl brach nach 5 Minuten seine Rede ab und ließ den Gewerkschaftsbonzen Schmidt sein Glück versuchen. Der beschimpfte die Oppositionellen als 'Spalter' - etwa aufgrund der Parole: 'Hinein in die Gewerkschaft - stärkt die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung'?"

Die DKP berichtet:"
MAOISTEN AUF DER MAIKUNDGEBUNG

Sich 'kommunistisch' nennende Gruppen versuchten die 1. Mai-Kundgebung des DGB auf dem Alten Markt in provozierender Weise zu stören. Mit permanentem Gepfeife, Sprechchören und Absingen von Liedern versuchten sie, die Sprecher der Veranstaltung zum Abbruch ihrer Reden zu bringen.

Die Deutsche Kommunistische Partei distanziert sich eindeutig vom Treiben dieser maoistischen Grüppchen. Diese Gewerkschaftsgegner mißbrauchen den Namen der immer noch verbotenen KPD und Kampflieder der Arbeiterklasse für ihre offen gewerkschaftsfeindliche Politik.

Kommunisten waren und sind aktive Gewerkschafter, die nichts gemeinsam haben mit maoistischen Provokateuren, die in Wirklichkeit nur das Geschäft der Reaktion betreiben.

Sicherlich ist OB (Oberbürgermeister, d. Vf.) Hinnendahl nicht der geeignete Redner für den 1. Mai, auf dem unmißverständlich die Forderungen der Arbeiter und Angestellten und ihrer Gewerkschaften zur Sprache kommen müssen. Der DGB wäre gut beraten, auf solche Mai-Redner zu verzichten. Er sollte vielmehr, ja, er muß nächstes Jahr der Gewerkschaftsjugend die Möglichkeit geben, ihre Forderungen darzustellen.

Seit Jahren gab es in Bielefeld keine Mai-Demonstration mehr, seit langem war der 1. Mai nicht mehr so kämpferisch wie in diesem Jahr. Wer echte Veränderung will, wer den 1. Mai noch deutlicher als Kampftag der Arbeiter gestalten will, der bringt durch solidarische Kritik und konstruktive Mitarbeit in den Gewerkschaften die Arbeiterbewegung weiter als durch linksradikales Geschrei.

Die Kommunisten der BRD, die Deutsche Kommunistische Partei sagt: Nur die Einheit kann Erfolge ermöglichen. Nicht das Trennende zwischen Kommunisten, Sozialdemokraten und parteilosen Arbeitern darf im Vordergrund stehen, sondern das, was sie eint. Arbeitersolidarität sichert Arbeiterinteressen!"

Laut KBW (vgl. 15.5.1974), dessen OAG ein Flugblatt herausgab und am Vortag eine Veranstaltung durchführte, war es so:
Zum 1. Mai hatte der DGB zu einer gewerkschaftlichen Jugenddemonstration aufgerufen. Die Ortsaufbaugruppe hatte zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. Sie hatte die Forderungen, die auf der Demonstration auf Transparenten und in Sprechchören erscheinen sollten, vorher breit propagiert. Wir bildeten bei der Demonstration nicht einen Block, sondern gingen mit unseren Transparenten und Sprechchören in den gesamten Zug, indem wir uns in drei Gruppen aufteilten. An der Demonstration nahmen zirka 1 500 Menschen teil. Dies ist sehr viel, und es war die größte Demonstration, die seit Jahren in Bielefeld stattfand. der einheitliche Zug war absolut von fortschrittlichen Forderungen beherrscht."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 10, Mannheim 15.5.1974, S. 13; KBW-OAG Bielefeld: Heraus zum 1. Mai!, Bielefeld O. J. (1974);AJZ - Bielefelder Arbeiterjugendzeitung Nr. 5/6, Bielefeld Mai 1974, S. 22;Arbeiternachrichten, Bielefeld Mai 1974, S. 2;Roter Morgen Nr. 17 und 19, Dortmund 27.4.1974 bzw. 11.5.1974, S. 1 bzw. Beilage S. 2;Arbeiterkampf Nr. 44, Hamburg 22.5.1974, S. 10;Rote Fahne Nr. 16 und 18, Dortmund 6.4.1974 bzw. 2.5.1974, S. bzw. S. 3

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28.04.1975:
Die KPD, Büro Bielefeld (vgl. 28.4.1975), gibt spätestens Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"
DEM REGIERUNGSMAI EINE ABSAGE!

Während die Kollegen des Erwitter Zementwerkes (CPK-Bereich, d. Vf.) den Betrieb seit dem 10. März besetzt halten, um gegen Entlassungsmanöver des Seibel-Kapitalisten vorzugehen, während die Anker-Arbeiter (IGM-Bereich, d. Vf.) von Entlassung und Rationalisierung bedroht sind, während die Arbeitslosigkeit in Bielefeld ihre höchsten Ausmaße erreicht, da erdreisten sich Bundeskanzler Schmidt und DGB-Vetter am 1. Mai in Gelsenkirchen in trauter Eintracht die Arbeiter noch aufzufordern, den Gürtel enger zu schnallen, dem Krisenprogramm der SPD-Regierung zuzustimmen! Die Arbeiter und Werktätigen in unserem Land sollen beklatschen, daß sie es sind, auf deren Rücken die Krise ausgetragen werden soll!

HERAUS ZUM ROTEN 1. MAI!

Kollegen, lassen wir es nicht zu, daß gerade jetzt, vor der Wahl (LTW - vgl. 4.5.1975, d. Vf.), der 1. Mai, den jeder Arbeiter in der Welt als den internationalen Kampftag seiner Klasse feiert, dieser Tag herabgewirtschaftet wird zu einer Wahlkampfprostitution derjenigen Partei, die sich sozialdemokratisch nennt, aber schon seit Jahren, ebenso wie die CDU, die Interessen des Monopolkapitals vertritt.

ERTEILEN WIR DIESEM REGIERUNGSMAI IN GELSENKIRCHEN EINE KLARE ABSAGE!

Fahrt mit nach Gelsenkirchen; dort wird unsere Partei, unter roten Fahnen, mit den revolutionären Forderungen der Arbeiterklasse, der Bourgeoisie und ihren dortigen Vertretern den Kampf ansagen, und wir werden dort für die einzig wirkliche Alternative eintreten, die den Arbeitern und Werktätigen unseres Landes bleibt: FÜR DEN SOZIALISMUS!

GEGEN KRISENWIRTSCHAFT UND POLITISCHE UNTERDRÜCKUNG - FÜR DIE SOZIALITISCHE DEUTSCHE REPUBLIK!

Abfahrt 1. Mai, 7 Uhr 30 Gesundheitsamt!

KÄMPFT MIT DER KPD
WÄHLT AM 4. MAI LISTE 9 KPD"
Q: KPD-Büro Bielefeld: Dem Regierungsmai eine Absage!, Bielefeld o. J. (Apr. 1975)

01.05.1975:
Laut KB beteiligen sich in Bielefeld ca. 2 500 an den Maiaktionen.

Die KPD, Büro Bielefeld (vgl. 28.4.1975) rief auf nach Gelsenkirchen, Abfahrt 1. Mai, 7 Uhr 30 Gesundheitsamt.
Q: Arbeiterkampf Nr. 61, Hamburg 21.5.1975, S. 19; KPD-Büro Bielefeld: Dem Regierungsmai eine Absage!, Bielefeld O. J. (Apr. 1975), S.1

26.05.1975:
Das KPD-Büro Bielefeld gibt vermutlich in dieser Woche an der Carl Severing Berufsschule ein Flugblatt heraus:"
WER WAR CARL SEVERING?

- 1924 verbietet er sämtliche Maifeiern!

- Von 1928 bis 1930 war Severing Reichsinnenminister und hat in dieser Funktion alle Maßnahmen zur Verschlechterung der Lebensbedingungen der Werktätigen unterstützt.

- Am 1. Mai 1929 billigte er voll und ganz die Ermordung von 31 Berliner Arbeitern durch die Polizei. Kurz danach (vgl. mai 1929, d.Vf.) verbot er den Rotfrontkämpferbund, eine proletarische Abwehrorganisation gegen faschistische Banden. Gleichzeitig ließ Severing die Faschisten unbehelligt.

- von 1930-1932 war er wieder preußischer Innenminister. Obwohl ihm 90 000 Polizisten unterstanden setzte er sie nicht zur Bekämpfung der immer stärkeren faschistischen Provokationen ein. Als Papen die preußische Regierung durch Putsch absetzte, lehnte er jeden Widerstand ab und ging freiwillig (vgl. 20.7.1932, d.Vf.).

Die Geschichte Carl Severings ist die Geschichte der SPD-Führung in der Weimarer Republik, die mit der Rettung des kapitalistischen Systems begann und mit der direkten und indirekten Unterstützung der Machtübernahme durch Hitler ihren Höhepunkt hatte: Im März 1933 (vgl. 21.3.1933, d.Vf.) boten die SPD-Gewerkschaftsführer Hitler offiziell die Zusammenarbeit an und marschierten zusammen mit faschistischen Schlägerbanden am 1. Mai 1933."
Q: KPD-Büro Bielefeld: Wer war Carl Severing?, Bielefeld o.J. (Mai 1975)

30.05.1975:
Die GIM gibt ihre 'Was tun' Nr. 77 (vgl. 16.5.1975, 26.6.1975) heraus mit dem Artikel "Münster / Bielefeld: Solidaritätsveranstaltungen mit der Belegschaft von Seibel & Söhne" in Erwitte, u.a. zum 1. Mai.
Q: Was tun Nr. 77, Frankfurt 30.5.1975, S. 5

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26.04.1976:
Die Gruppe Bielefeld der GIM gibt ihre 'Was tun im Betrieb - Zeitung für Bielefelder Metaller' Nr. 2 heraus mit dem Leitartikel "1. Mai in Bielefeld" mit dem Aufruf zur DGB-Demonstration.
Q: Was tun im Betrieb - Zeitung für Bielefelder Metaller Nr. 2, Bielefeld 26.4.1976, S. 1ff

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28.04.1976:
Die Zelle Anker Bielefeld des KJVD der KPD (vgl. 27.4.1976, 29.4.1976) gibt vermutlich heute ein Flugblatt heraus:"
SOFORTIGE AUSZAHLUNG DER LÖHNE!

Kollegen, die Lösung heißt nicht sozialfaschistische Diktatur einer neuen Bourgeoisie wie in der SU und der DDR. Der Weg zur Herrschaft der Arbeiterklasse führt auch nicht über die Mitbestimmung der Bonzen und der Jünger der neuen Kremlzaren (DKP, d. Vf.).

Er führt über den unerbittlichen Klassenkampf und die gewaltsame Revolution der Masse der Arbeiterklasse und des Volkes wie in China und Albanien, wo gerade die letzten Wochen gezeigt haben, wie sich die Masse der Arbeiterklasse und des Volkes erfolgreich gegen das Emporkommen einer neuen Bourgeoisie gewehrt haben.

KOLLEGEN, DEMONSTRIERT AM 1. MAI NICHT MIT DEN APOSTELN DES KAPITALS, DIE 'SOZIALE SICHERHEIT UND VOLLBESCHÄFTIGUNG' HEUCHELN, SONDERN DEMONSTRIERT MIT DER KPD FÜR EIN UNABHÄNGIGES, VEREINETS UND SOZIALISTISCHES DEUTSCHLAND, FÜR DIE SOZIALISTISCHE REVOLUTION, FÜR DIE DIKTATUR DES PROLETARIATS!"
Q: KJVD-Zelle Anker Bielefeld: Sofortige Auszahlung der Löhne!, O. O. (Bielefeld) o. J. (Apr. 1976), S. 2

28.04.1976:
Bei Rheinstahl Bielefeld-Brackwede gibt die KPD/ML die Nr. 4 ihrer Betriebszeitung 'Die Rote Presse' (vgl. 22.4.1976, Juni 1976) für Mai vermutlich heute heraus mit dem Leitartikel "Heraus zum Roten 1. Mai!".
Aufgerufen wird zur Roten 1. Mai-Demonstration in Dortmund und zur Veranstaltung am 29.4.1976 in der Gaststätte Zum Eggetal in der Artur-ladebeck-Straße Ecke Eggenweg.
Q: Die Rote Presse Nr. 4, Bielefeld Mai 1976, S. 1f und 8

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29.04.1976:
In Bielefeld führt die KPD eine Maiveranstaltung durch. Der KJVD der KPD bei Anker (IGM-Bereich - vgl. 3.5.1976) berichtet:"
PROTESTRESOLUTION

'Kolleginnen und Kollegen!

Die Teilnehmer der Veranstaltung der KPD und der LIGA gegen den Imperialismus (LgdI, d.Vf.) zum 1. Mai versichern Euch ihre volle Solidarität und verurteilen mit Euch aufs Schärfste das verbrecherische Vorgehen von Kapitalisten, Banken und Gewerkschaftsbonzen, die eine besonders üble Rolle spielen. Die Anker-Pleite zeigt uns, daß alles Gerede von Gerechtigkeit und sozialer Sicherung Seifenblasen und Lügen im Interesse des Kapitals sind und die nun vor den Augen aller zerplatzen.

Die Tatsache, daß die meisten von Euch auf die Straße fliegen, während die Kapitalisten durch die neue Gesellschaft ihr Schäfchen ins Trockene gebracht
haben -

die Tatsache, daß Ihr in Ungewißheit auf die letzten Euch zustehenden Löhne
wartet, während die Kapitalisten und Bonzen bestimmt keine Existenszsorgen
haben -

die Tatsache, daß Euch der zustehende Urlaub für die letzten Monate gestrichen worden ist, während die Kramers und zur Nieden auch weiterhin zur Jagd gehen können - beweisen:

Die Rede von dem einen Boot, in dem wir alle sitzen sollen, die Lügen von der sozialen Sicherheit, die angeblich für alle gelten soll, sind immer nur Täuschungsmanöver gewesen, damit Ihr Eure Ausbeutung ruhig hinnehmt. Auch jetzt sollt Ihr nach dem Willen der Kapitalisten und IGM-Bonzen ruhig und fleißig weiterarbeiten, sodaß auch noch die letzten Profite gesichert werden. Selbst als Arbeitslose sollt Ihr noch mit dem Kapitalismus zufrieden sein. Kollegen, das Latein der Mitbestimmung vom Schlage der IGM-SPD-DKP-Bonzen ist am Ende. Übrig bleibt die nackte Wirklichkeit des Kapitalismus! Kollegen, kein bedauerlicher Ausrutscher oder eine Fehlplanung, wie die IGM-Bonzen beteuern, hat Euch heimgesucht, sondern das ist die Logik des menschenfeindlichen Kapitalismus, der den Arbeiter periodisch auf die Straße schmeißt und ihn als unnützes Material liegenläßt, wenn er nicht mehr ausgebeutet werden kann. Die Antwort auf dieses menschenfeindliche System darf nicht sein, sich zu ergeben, stillzuhalten, sondern unerbittlicher Klassenkampf gegen das Kapital und seine Handlanger, bis zur sozialistischen Revolution und der Diktatur des Proletariats über die Herren, die uns heute knechten. Kollegen, wir unterstützen mit aller Kraft die Forderungen:
SOFORTIGE AUSZAHLUNG ALLER FÄLLIGEN LÖHNE UND TARIFLICHEN NACHZAHLUNGEN!
SOFORTIGE GEWÄHRUNG DES FÄLLIGEN URLAUBS!
WEITERZAHLUNG DER FÄLLIGEN LÖHNE BIS ZUR BEREITSTELLUNG GLEICHWERTIGER NEUER ARBEITSPLÄTZE!'

Diese Resolution wurde am Donnerstag Abend von mehr als 50 Freunden, Kollegen und Genossen der KPD und der LIGA gegen den Imperialismus einstimmig verabschiedet."
Q: Kassensturz Extrablatt Nr. 3, o.O. (Bielefeld) 3.5.1976, S. 1; Rote Fahne Nr. 16, 17 und 18, Köln 21.4.1976, 28.4.1976 bzw. 5.5.1976;Rote Fahne Pressedienst Nr. 18, Köln 4.5.1976

29.04.1976:
Die Zelle Anker Bielefeld des KJVD der KPD (vgl. 28.4.1976, 3.5.1976) gibt heute oder morgen ein Flugblatt "SOZIALE SICHERUNG: DIE BOSSE UND BONZEN ZEIGEN IHR WAHRES GESICHT!" heraus.
Q: KJVD-Zelle Anker Bielefeld: Soziale Sicherung: Die Bosse und Bonzen zeigen ihr wahres Gesicht!, O. O. (Bielefeld) o. J. (Apr. 1976), S. 2

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30.04.1976:
Die DKP Bielefeld will ein 'UZ'-Pressefest im Haus des Handwerks durchführen.
Q: Der Querträger, Bielefeld März 1976, S. 3

01.05.1976:
1. Mai Demonstration in Dortmund.
Laut KB nehmen ca. 2 500 Menschen an einer vom DGB organisierten Kundgebung teil, "davon (nach eigenen Angaben) 90 vom KBW und mehrere hundert Anhänger der KPD, zusammen mit starken Gruppen türkischer Arbeiter (mobilisiert von ATÖF, türkische ML-Studenten)". Sie organisierten nach der Demo "eine eigene Demonstration mit 900 Leuten". "Die KPD/ML demonstrierte mit starken Gruppen portugiesischer Arbeiter (mobilisiert von der UDP!) und anderen Ausländer-Gruppen in einem anderen Dortmunder Stadtteil. Diese Demo hatte 500 Beteiligte."

Laut KPD sollte um 12 Uhr die gemeinsame Maidemonstration von KPD und KPD/ML beginnen. Die KPD demonstriert aber allein mit fast bzw. über 2 000 Personen, u.a. aus Bielefeld.
Q: Rote Fahne Nr. 16, 17, 18 und 19, Köln 21.4.1976, 28.4.1976, 5.5.1976 bzw. 12.5.1976, S. 3, S. *, S. 1, 3 und 7 bzw. S. 11; Rote Fahne Pressedienst Nr. 18, Köln 4.5.1976;Arbeiterkampf Nr. 80, Hamburg 14.5.1976, Beilage;Kassensturz Extrablatt Nr. 3, O. O. (Bielefeld) 3.5.1976, S. 1

01.05.1976:
1. Mai Demonstration in Bielefeld.
Laut KB nehmen ca. 6 000 Menschen an einer DGB-Demonstration teil:"
Eine Frauengruppe aus dem Zentrum initiierte einen Frauenblock, an dem sich auch die 'Aktion' (Bündnis von Frauengruppen, an dem auch wir beteiligt sind), der etwa 150 Frauen umfaßte, beteiligte. Im weiteren beschränkte sich unsere Gruppe darauf, mitzumarschieren und die Presse zu verkaufen. Der KBW bildete ebenfalls keinen Block, sondern verstreute sich in kleinen Grüppchen auf den Zug. Die KPD/ML führte mit 20 Anhängern am Rande der Demo eine Kundgebung auf."

Aufgerufen wurde auch durch den KJVD der KPD bei Anker (IGM-Bereich - vgl. 28.4.1976, 29.4.1976). Er berichtet am 4.5.1976, u.a. von einem Maifest der SPD, und so 3.5.1976:"
Auf dem oppositionellen Block in Bielefeld, an dem sich weit über 100 Kollegen beteiligten, und auf der Roten 1. Mai Demonstration in Dortmund demonstrierten wir gegen Monopolkapital, Schmidt-Regierung und Gewerkschaftsführung - Für die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse."
Q: Arbeiterkampf Nr. 80, Hamburg 14.5.1976, Beilage; KJVD-Zelle Anker Bielefeld: Sofortige Auszahlung der Löhne!, o.O. (Bielefeld) O. J. (Apr. 1976), S2;KJVD-Zelle Anker Bielefeld: Soziale Sicherung: Die Bosse und Bonzen zeigen ihr wahres Gesicht!, o.O. (Bielefeld) O. J. (Apr. 1976), S. 2;KJVD-Zelle Anker Bielefeld: Wo ein Kot ist, da sammeln sich die Fliegen!, o.O. (Bielefeld) O. J. (Mai 1976), S. 2;Kassensturz Extrablatt Nr. 3, o.O. (Bielefeld) 3.5.1976, S. 1

04.05.1976:
Die Zelle Anker Bielefeld des KJVD der KPD (vgl. 3.5.1976) gibt frühestens heute ein Flugblatt heraus:"
WO EIN KOT IST, DA SAMMELN SICH DIE FLIEGEN!

Und so entlarvt sich das Gesabber der bürgerlichen Politiker als eine reine Wahlpropaganda. Alle drängen sich nun nach vorn un wollen nun schon immer ein Herz für die Probleme der Arbeiter, besonders für die der Anker-Kollegen, gehabt haben. Man werde alles dafür tun, um Arbeitsplätze zu sichern. Kollegen! Welch ein Hohn!! Koschnik, stellvertretender Vorsitzender der SPD, kam am ersten Mai wieder mit dem Märchen von der verfehlten Unternehmerpolitik rüber und stellte, wie konnte es anders sein, die 'Verdienste' der SPD/FDP Regierung heraus. Wir fragen uns, welche er denn damit meint - etwa die 1,5 Millionen Arbeitslosen??"
Q: KJVD-Zelle Anker Bielefeld: Wo ein Kot ist, da sammeln sich die Fliegen!, o.O. (Bielefeld) O. J. (Mai 1976), S. 2

25.04.1977:
Bei Mannesmann Kammerich Brackwede gibt die KPD/ML ihre Betriebszeitung 'Die Rote Ziehbank' (vgl. 21.3.1977, 3.10.1977) vermutlich in dieser Woche als Extra für April heraus. Aufgerufen wird zur Roten 1. Maidemonstration in Dortmund, wozu es Abfahrten aus Bielefeld und Brackwede gibt.
Q: Die Rote Ziehbank Extra Solidarität mit den Kollegen von Reisholz, Bielefeld Apr. 1977, S. 1 und 3

25.04.1977:
Bei Thyssen (Rheinstahl) Bielefeld-Brackwede gibt die KPD/ML die Nr. 4 ihrer Betriebszeitung 'Die Rote Presse' (vgl. März 1977, Mai 1977) vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Nieder mit dem Regierungs-Mai! Heraus zum Roten 1. Mai!" mit dem Aufruf zur Veranstaltung am 29.4.1977 in der Gaststätte Alt-Schildesche.
Q: Die Rote Presse Nr. 4, Bielefeld 1977, S. 1f

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01.05.1977:
Zum 1. Mai in NRW meint der KB:"
Die Positionen der Linken haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verbessert … Der politische Einfluß des KB hat sich gegenüber dem Vorjahr auf recht viele Städte im Ruhrgebiet ausdehnen können, die einzelnen örtlichen Gruppen und Sympathisanten-Kollektive sind aber noch sehr schwach und können noch nicht als wesentlicher politischer Faktor in Erscheinung treten. Gewachsen ist unser Einfluß vor allem im Norden dieses Bundeslandes und der Mobilisierungserfolg in Bielefeld ist dabei hervorstechendes Merkmal; demgegenüber stagnierte unser Einfluß in Bochum, unserer ältesten NRW-Ortsgruppe. An von uns mitgetragenen Mai-Veranstaltungen in NRW haben wenig mehr als 1 500 Menschen teilgenommen."
Q: Arbeiterkampf Nr. 104, Hamburg 16.5.1977, S. 11

01.05.1977:
1. Mai Demonstration in Bielefeld.
Laut KB kommen ca. 2 000 - 3 000 Menschen zu der DGB-Demo:"
Während der Hauptrede (des ex-DGB Chefs Rosenberg) zog der linke Block (Mai-AE) geschlossen mit 700 bis 800 Teilnehmern zur eigenen Kundgebung ab. Auf ihr sprechen nacheinander ein Vertreter des KB, ein Vertreter der AKW-Gegner, eine Vertreterin der Frauen und eine Vertreterin von 'AKAFRIK' (Aktionskomitee Afrika). Diese Gruppen hatten zuvor mit weiteren örtlichen Initiativen eine Aktionseinheit zum 1. Mai hergestellt und gemeinsam mobilisiert. Heftig dagegen hat das SB (SBü, d.Vf.) geschossen. Ihm gelang es dann leider, die Basisgruppen an der Uni wieder aus der AE herauszubrechen. Nach der Kundgebung organisierte die AE ein Straßenfest, was durchlaufend von vielen Hundert Menschen besucht wurde. Negativ muß angemerkt werden, daß diese erfolgreiche Mobilisierung und die Initiative zur Bildung einer Mai-AE gegen den tendenziellen Widerstand unserer Ortsgruppe von der Leitung des KB durchgesetzt werden mußte. Unsere Bielefelder Genossen schätzten die Möglichkeiten beim Aufbau einer AE anfangs sehr negativ ein."
Q: Arbeiterkampf Nr. 104, Hamburg 16.5.1977, S. 11

April 1978:
Die erste Nummer der 'RGO-Nachrichten' der RGO der KPD/ML (vgl. Mai 1978) erscheint. Die Ausgabe enthält auch den "Maiaufruf der RGO - Arbeitereinheit gegen Bosse und Bonzen! Heraus zum Roten 1. Mai."
Maidemonstrationen der RGO sollen stattfinden in Bremen, Dortmund, Duisburg, Hamburg, Hannover, Kiel, Köln, Nürnberg, Stuttgart, Westberlin, Ludwigshafen, Bielefeld, Frankfurt und München. Sie stehen unter den Losungen:
- Gegen den Regierungsmai - Heraus zum Roten 1. Mai!
- Arbeitereinheit gegen Bosse und Bonzen!
- Konsequenter Kampf für mehr Lohn!
- Kompromißlose Verteidigung unserer Arbeitsplätze!
- Voller Lohnausgleich bei Kurzarbeit!
- 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
- Arbeitslosengeld für die gesamte Dauer der Arbeitslosigkeit!
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
- Streikrecht für Lehrlinge! Existenzlohn für Lehrlinge!
- Gegen Reaktion und Faschismus!
- Für freie politische und gewerkschaftliche Betätigung!
- Weg mit dem reaktionären Betriebsverfassungsgesetz!
- Volle Durchsetzung des Streikrechts!
- Verbot der Aussperrung in allen Formen!
- Weg mit dem reaktionären Ausländergesetz!
- Gegen die Diktatur der DGB-Bonzen! Für mehr Mitgliederrechte!
- Weg mit den Unvereinbarkeitsbeschlüssen!
- Runter mit den Gewerkschaftsbeiträgen!
- Wer der Mitbestimmung traut, hat auf Sand gebaut!
- Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!
- Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!
Die Ausgabe enthält weiter einen Aufruf der "KPD/ML … zur Teilnahme an den RGO-Demonstrationen" zum 1. Mai 1978. Danach hat "das Zentralkomitee der KPD/ML in seinem Mai-Aufruf zur Unterstützung der RGO-Demonstrationen aufgerufen". "Der Aufbau und die Stärkung der RGO als proletarische Einheitsfrontorganisation gegen Unternehmerterror und Arbeiterverrat ist ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Kampfkraft der Arbeiterklasse. Das Zentralkomitee der KPD/ML ruft alle Mitglieder und Freunde unserer Partei, alle klassenbewußten Arbeiter auf: Keine Teilnahme am Regierungsmai! Reiht Euch ein in die Roten 1. Mai-Demonstrationen der RGO!"
Q: RGO: Nachrichten Nr. 1, Essen Apr. 1978

24.04.1978:
Bei Thyssen (Rheinstahl) Bielefeld-Brackwede gibt die KPD/ML die Nr. 3 ihrer Betriebszeitung 'Die Rote Presse' (vgl. 7.4.1978, Juni 1978) für April vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Gegen den Regierungsmai! Reiht Euch ein, in die 1. Mai-Demonstration der RGO!" in Bielefeld. Eingeladen wird zur Veranstaltung am 1.5.1978.
Q: Die Rote Presse Nr. 3, Bielefeld Apr. 1978, S. 1f und 8

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01.05.1978:
1. Mai in Bielefeld. Laut KB beteiligen sich ca. 2 000 Menschen an der DGB-Demonstration, "davon 300 bis 400 Linke. Die meisten davon hatten sich um die 'Rote Kapelle' eingereiht … AJZ, IHB, AKAFRIK, KB, CISNU (Iran, d.Vf.), Liederwerkstatt, Rote Kapelle, Delegierte der BGen der Uni veranstalteten ein Mai-Fest, welches durchgehend mit 300 Personen, in Spitzenzeiten mit 500 Personen besucht war. Die KPD, die anfangs das Fest unterstützte, stieg später aus, weil die Mehrheit der Gruppen gegen das Aufhängen ihrer - an reaktionären Vorstellungen anknüpfenden - Sowjetunion-Ausstellung war … An einer RGO-Demonstration (der KPD/ML, d. Vf.) in Bielefeld beteiligten sich 50 Anhänger."

Laut KPD/ML demonstrieren 350 mit ihr und kaum 600 mit dem DGB.
Q: Arbeiterkampf Nr. 129, Hamburg 16.5.1978, S. 14; Die Rote Presse Nr. 3 und 4, Bielefeld Apr. 1978 bzw. Juni 1978, S. 1f und 8 bzw. S. 4;Die Rote Ziehbank Voller Urlaub für alle Kollegen!, Bielefeld Mai 1978, S. 4

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Juni 1978:
Bei Thyssen (Rheinstahl) Bielefeld-Brackwede gibt die KPD/ML die Nr. 4 ihrer Betriebszeitung 'Die Rote Presse' (vgl. 24.4.1978, 25.9.1978) heraus mit dem Artikel "Roter 1. Mai in Bielefeld", an dem etwa 350 Deutsche und Türken teilnahmen.
Q: Die Rote Presse Nr. 4, Bielefeld Juni 1978, S. 4

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23.04.1979:
Bei Mannesmann Kammerich Brackwede gibt die KPD/ML ihre Betriebszeitung 'Die Rote Ziehbank' (vgl. Juni 1978, Mai 1982) für April vermutlich in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Aufruf des Zentralkomitees der KPD/ML: Heraus zum 1. Mai!" mit dem Aufruf zur DGB-Demonstration und zur Veranstaltung am 30.4.1979.
Q: Die Rote Ziehbank Aufruf des Zentralkomitees der KPD/ML: Heraus zum 1. Mai!, Bielefeld Apr. 1979, S. 1

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30.04.1979:
Bei Thyssen Bielefeld-Brackwede gibt die KPD/ML die Nr. 2 ihrer Betriebszeitung 'Die Rote Presse' (vgl. Feb. 1979, 4.6.1979) vermutlich heute heraus mit dem Leitartikel "Heraus zum 1. Mai!" mit dem Aufruf des ZK der KPD/ML und dem eigenen Aufruf zur DGB-Demonstration am 1.5.1979.
Q: Die Rote Presse Nr. 2, Bielefeld 1979, S. 1f

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01.05.1979:
Laut KB beteiligen sich in Bielefeld an einer DGB-Demonstration ca. 3 000 Menschen:"
Die Bunte Liste hatte zu einer oppositionellen Beteiligung aufgerufen, was von vielen Menschen unterstützt wurde. Für den Nachmittag hatte die Bunte Liste zu einem Fest aufgerufen, ebenfalls von vielen Initiativen unterstützt, das mit 2 000 Besuchern die größte Veranstaltung der Linken seit Jahren war."
Q: Arbeiterkampf Nr. 153, Hamburg 14.5.1979, S. 15

01.05.1980:
Laut KB beteiligen sich an einer 1. Mai-Demonstration des DGB in Bielefeld ca. 5 000 Menschen. "Die Linke hatte kaum mobilisiert. Einen alternativen Block gab es nicht, Frauenforderungen und Anti-AKW-Parolen tauchten nur vereinzelt auf."
Q: Arbeiterkampf Nr. 176, Hamburg 5.5.1980, S. 5

Mai 1982:
Bei Mannesmann Kammerich Brackwede gibt die KPD/ML ihre Betriebszeitung 'Die Rote Ziehbank' (vgl. 23.4.1979) Nr. 1 heraus mit dem Artikel "1. Mai - ein Arbeitstag?".
Q: Die Rote Ziehbank Nr. 1, Bielefeld Mai 1982, S. 4

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Letzte Änderung: 25.04.2020