Düsseldorf:
'Das rote Rohr' - Zellen-Zeitung des KJVD für die Arbeiterjugendlichen bei Mannesmann / Lierenfeld (1975-1977)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 20.12.2018


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Es können hier nur wenige Ausgaben des 'Roten Rohr' des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD) der KPD für Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

28.08.1975:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 9.2.1976) Nr. 1 heraus mit dem Leitartikel "Nieder mit der D'K'P-Agentur des Sozialimperialismus - Hauptkriegstreiber!" zum 'UZ'-Pressefest der DKP mit dem Aufruf zur Demonstration gegen den imperialistischen Krieg am 30.8.1975 in Frankfurt.

Weitere Artikel sind:
- "Wer den Frieden will, muß gegen die Supermächte kämpfen" zur KSZE; und
- "Jugendvertrauensleute-Wahlen '75" zu den JVLW.
Quelle: Das rote Rohr Nr. 1, Düsseldorf 28.8.1975

09.02.1976:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 28.8.1975, 12.2.1976) als Sonderdruck "Keine Entlassung von Waldemar Uhlke und Uwe Toll!" heraus zu deren Nichtübernahme nach der Lehre.

Eingeladen wird zum Montagstreff von KPD und KJVD.
Q: Das rote Rohr Sonderdruck Keine Entlassung von Waldemar Uhlke und Uwe Toll!, Düsseldorf 9.2.1976

12.02.1976:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 9.2.1976, 18.2.1976) heraus:"
WEITER GEGEN WALDIS RAUSWURF!

BEWEIS NR. 1 - ZUSPÄTKOMMEN
BEWEIS NR. 2 - ZIGARETTENASCHE AUF DEN BODEN
BEWEIS NR. 3 - KLEBEN EINES AUFKLEBERS MIT DER AUFSCHRIFT GEGEN DIE ENTLASSUNG VON UWE UND WALDEMAR. DIESES 'VERBRECHEN' S O L L ER BEGANGEN HABEN!
BEWEIS NR. 4 - SICH ALS 'VOLKSREDNER' BETÄTIGT ZU HABEN!

Weiterhin wird in der Schrift von Mannesmann als Beweis für die Begründung der Nichtübernahme angeführt, daß sich Waldi mit der Essensausgeberin gestritten hat. Zugegeben, das Verhalten von Waldemar gegenüber der Essensausgeberin war nicht richtig. Richtig ist auch, daß er oft zu spät kam. Daß Zigarettenasche auf den Boden streuen, Kleben eines Aufklebers (angeblich), Streit mit einer Kollegin, zuspätkommen kein Grund für eine Nichtübernahme und einer Beurlaubung ist, liegt klar auf der Hand. Näher auf den wahren Grund gehen die Mannesmann-Kapitalisten mit dem 'Beweis' - Volksredner - ein. Volksredner, weil er den Lehrlingen gesagt hat, welche gerechten Forderungen er vertritt:
- STREIKRECHT FÜR LEHRLINGE!
- 700 M EXISTENZLOHN!
- WEG MIT DER PROBEZEIT!
- KEINE STILLEGUNG VON LIERENFELD!
- ÜBERNAHME ALLER LEHRLINGE INS ARBEITSVERHÄLTNIS!

DAS IST DER WAHRE GRUND: Waldemar soll aus dem Betrieb, weil er für die Kollegen und Lehrlinge eintritt, weil er ihre Forderungen vertritt.

Wenn Waldemar fliegt, betrifft das nicht nur ihn, sondern in der Hauptsache alle Kollegen und Lehrlinge von Mannesmann. Seine bevorstehende Entlassung geht ALLE Kollegen und Lehrlinge an. Sie ist nicht seine Privatsache!

DESHALB TRETET EIN GEGEN DIE BEVORSTEHENDE ENTLASSUNG, GEGEN SEINE BEURLAUBUNG, DIE DER ERSTE SCHRITT ZUR ENTLASSUNG IST!

DIE NEUESTEN UND WICHTIGSTEN EREIGNISSE!
- Auf einer Versammlung von Lehrlingen hinderte Richter Waldemar am Reden, wurde auf einmal die Stereo-Anlage angestellt. Richter drohte den Lehrlingen, daß zuspätkommen ein Entlassungsgrund sei. Die Lehrlinge sollen eingeschüchtert werden, das ist der einzigste Zweck dieser Versammlung.
- Meister Schmidtgen hat Jadasch nach seiner politischen Gesinnung gefragt - und Hinterkeuser fragte den Kollegen Toll das gleiche. Beide sollen 'auf Probe' für drei Monate übernommen werden. Deutlicher können die MM-Kapitalisten ihre Gesinnungsschnüffelei nicht zeigen - sie haben panische Angst davor, daß immer mehr Kollegen sich für ihre Interessen zusammenschließen und mutig kämpfen wie ihre kommunistischen Jugendvertreter!

- Waldi war beim Betriebsrat! Dessen Lüge, er 'wüßte von nichts' war Rettig wohl inzwischen doch zu plump - das einzige, was er am Dienstag zu sagen wußte, war: 'kein Kommentar!' DAZU ist ein Kommentar überflüssig - Rettig und Co. haben die MM-Kollegen IMMER verraten und ihre mutigsten Vertreter rausschmeißen geholfen! (Rettig hat am Dienstag direkt beim Werkschutz angerufen!)

Kollegen!

DIESE ENTLASSUNG GEHT GEGEN UNS ALLE! VERHINDERN WIR WALDI'S RAUSSCHMISS!

TREFFPUNKT: Do. und Fr. nach der Arbeit 'Bürgerstuben' Erkratherstraße".
Q: Das rote Rohr Weiter gegen Waldi's Rauswurf!, Düsseldorf 12.2.1976

18.02.1976:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 12.2.1976, 15.3.1976) Nr. 3 heraus mit dem Leitartikel "Gegen Stillegungspläne und die politische Unterdrückung bei MM - keine Entlassung von Waldi!" mit einer Solidaritätsadresse der Roten Garde (RG).

Weitere Artikel sind:
- "Wofür kämpfen wir Kommunisten?";
- "Korrespondenz eines Jungarbeiters von der letzten 'S'DAJ-Fete" zur SDAJ-Jugendfete am 23.1.1976;
- "14. Strafrechtsänderungsreform: Ein Maulkorb für die Arbeiter - ein Schlag gegen die revolutionäre Lehre des Marxismus-Leninismus!" zur 14. SRÄ; sowie
- "Supermacht UdSSR - raus aus Angola!".

Eingeladen wird zum Montagstreff von KPD und KJVD und zur Marxistischen Arbeiterschulung (MASCH) der KPD.

Beigeheftet ist das Flugblatt "Die bürgerliche 'Sicherheitspolitik' kann unsere nationale Verteidigung niemals sichern!" des KJVD-RK NRW vom 1.2.1976 zum Prozeß gegen Klaus Öllerer in Lüneburg.
Q: Das rote Rohr Nr. 3, Düsseldorf 18.2.1976; KJVD-RK NRW: Die bürgerliche 'Sicherheitspolitik' kann unsere nationale Verteidigung niemals sichern!, Köln 1.2.1976

15.03.1976:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 18.2.1976, 18.3.1976) heraus mit der Schlagzeile "Keine Stimme den Arbeiterverrätern! Wählt fortschrittliche Jugendliche in die Jugendvertretung!" zu den Jugendvertretungswahlen (JVW).

Eingeladen wird zum Montagstreff der Zellen von KJVD und KPD. Aufgerufen wird, auf der Jugendversammlung am 18.3.1976 Rechenschaft von der Jugendvertretung zu fordern.
Q: Das rote Rohr Keine Stimme den Arbeiterverrätern! Wählt fortschrittliche Jugendliche in die Jugendvertretung!, Düsseldorf 15.3.1976

18.03.1976:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 15.3.1976, 4.5.1976) als Sonderdruck "Für eine klassenbewußte Jugendvertretung!" zu den Jugendvertreterwahlen (JVW) heraus.

Beigeheftet ist das Flugblatt "Angola: Supermächte raus" des Landesverbandes NRW der Liga gegen den Imperialismus mit dem Aufruf zur Veranstaltung am 21.3.1976.
Q: Das rote Rohr Sonderdruck Für eine klassenbewußte Jugendvertretung!, Düsseldorf 18.3.1976; LgdI-LV NRW: Angola: Supermächte raus, Bochum o. J. (1976)

04.05.1976:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 18.3.1976, 28.10.1977) Nr. 4 heraus mit dem Leitartikel "Nur klassenbewußte Kandidaten wählen! - Keine Stimme den Arbeiterverrätern!" zu den Jugendvertretungswahlen (JVW).

Weitere Artikel sind:
- "Was war wirklich los auf dem 'SDAJ-Festival'?" am 24.4.1976;
- "Der Rohrwerker" zur März-Ausgabe der DKP-Betriebszeitung; sowie
- "Moskaus Lügen haben kurze Beine" zur Sowjetunion.

Aufgerufen wird zum 'Rote Fahne-Fest' am 9.5.1976.
Q: Das rote Rohr Nr. 4, Düsseldorf 4.5.1976

28.10.1977:
In Düsseldorf gibt die Zelle des KJVD bei Mannesmann Lierenfeld ihre Zeitung 'Das rote Rohr' (vgl. 4.5.1976) heraus mit dem Leitartikel "Gegen die Sparpläne von MM! Keine Schichtausbildung! Sofort neue Maschinen u. Werkbänke!" zur letzten Jugendversammlung.

Weitere Artikel sind:
- "Solidaritätsfront gegen Verbotsdrohungen gegen KBW, KPD, KPD/ML und KB wächst!";
- "Jugendversammlung gegen SDAJ-Machtpolitik in der Gewerkschaft!" zu Vulkan Bremen; sowie
- "Vor 60 Jahren Große Sozialistische Oktoberrevolution. Die Sowjetunion einst: Hoffnung aller Unterdrückten - heute: Feind aller Völker!" mit dem Aufruf zur Veranstaltung der KPD in Dortmund am 5.11.1977.
Q: Das rote Rohr Gegen die Sparpläne von MM! Keine Schichtausbildung! Sofort neue Maschinen u. Werkbänke!, Düsseldorf 28.10.1977

Letzte Änderung: 20.12.2018