Bayer Leverkusen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


Die Datenbank MAO ist ein
vollständig selbstfinanziertes Projekt.
Unterstützen Sie uns durch:

Es können hier nur wenige Dokumente und Hinweise vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Weitere Darstellungen zu Bayer Leverkusen gibt es derzeit zur Bayer-Jugend Leverkusen.

In dieser Darstellung stehen sich wesentlich die DKP, die früh von Bayer Leverkusen berichtet (vgl. 1.5.1969, 29.5.1969), aber erst später eine Betriebszeitung herausgibt (vgl. Jan. 1970), wobei sie evtl. aus dem RC Opladen/Leverkusen verstärkt wurde (vgl. Jan. 1970), sowie erst ab ca. 1972 (vgl. 21.5.1972) die KPD bzw. ab Aug. 1973 deren KJV (später KJVD) gegenüber, wobei mit Egon Redereit (ex-Armstrong Münster) und Bernd Beste zwei der vermutlich zentral führenden KJV- bzw. KJVD-Kader bei Bayer arbeiten.

Von der SPD-Betriebsgruppe (SPD-BG) Bayer Leverkusen wird nur indirekt berichtet (vgl. März 1973, 3.3.1974), ebenso vom erst spät auftauchendem KBW (vgl. Mai 1975, 5.6.1975) und der KPD/ML (vgl. 26.5.1975).

Die Darstellung beginnt mit der Geschichte der Niederschlagung von Streiks durch den Bayer Werkschutz (vgl. 1923, 1956, Nov. 1970, März 1971), womit bereits ein wesentlicher Inhalt dieses Textes, die Repression gegen Aktivitäten der Arbeiterschaft und gegen oppositionelle Beschäftigte angeschnitten wird. Die frühen Marxisten-Leninisten, aber auch die APO, prangern die Produktion von Giftstoffen für den US-Krieg in Vietnam bzw. von Giftgas an (vgl. Juli 1968, Jan. 1970, 28.1.1970).

Die Vergütung des Bayer-Vorstands ist ein beliebtes bundesweites Thema (vgl. 28.7.1969, 18.3.1971), ebenso wie die Preisgestaltung (vgl. 19.10.1970), die Profite (vgl. 22.3.1973) und die internationalen Interessen der Bayer-Werke (vgl. 17.12.1970, 14.6.1971, Okt. 1972).

In der Chemietarifrunde (CTR) 1971 wird wiederholt gestreikt (vgl. 4.6.1971, 7.6.1971, 14.6.1971), wobei besonders die Beteiligung der Lehrlinge zu größeren Repressionen führt (vgl. 22.6.1971), dann aber doch für rechtens erklärt wird (vgl. 16.9.1971). Der Vollstreik aber bleibt aus (vgl. 21.6.1971), wobei die IG Chemie Umweltschutzgründe anführt. Umweltschutz ist auch für die DKP schon früh ein Thema (vgl. 5.7.1971).

In der CTR 1973 greift neben der DKP, die laut KPD die lineare Forderung in eine prozentuale verfälscht habe (vgl. März 1973, 22.3.1973), und SPD auch die KPD ein, wobei die von der IG Chemie herausgegebene Betriebszeitung (vgl. Feb. 1973) als eine ziemliche Besonderheit erscheint, da in unseren Materialen ansonsten kaum gewerkschaftliche Betriebszeitungen Erwähnung finden. In der Vorbereitung der Tarifauseinandersetzungen 1973 beschäftigt sich die KPD ausführlich mit dem Bayer-Werksschutz (vgl. 19.3.1973)

Die KPD berichtet von Bayer nicht nur im Zusammenhang mit dem Aufbau ihrer bundesweiten Revolutionären Gewerkschaftsopposition (RGO), sondern bildet auch örtlich ein oppositionelles Maikomitee (MK - vgl. 1.5.1973) unter Beteiligung von Bayer-Beschäftigten. Zumindest ein Mitglied der VK-Leitung zeigt sich auch solidarisch mit der KPD (vgl. 23.6.1973). Die IG Chemie reagiert mit Ausschlußverfahren aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB - vgl. 6.2.1974, Apr. 1974, 31.7.1974).

Aktiv werden bei Bayer Leverkusen auch die Vorläufer des KBW (vgl. Juni 1973) und auch das Sozialistische Büro (SBü - vgl. 9.2.1974) ist vertreten.

Die KPD beschließt die Bildung einer Betriebszelle (vgl. 27.5.1974), die aber ihre Verankerung, wie gering auch immer, vermutlich vor allem unter jüngeren Kollegen hat, obwohl die landesweite KPD ihrer Zelle Bayer Leverkusen durchaus eine hervorragende Bedeutung beimisst (vgl. 3.2.1975) und auch bei Bayer Beschäftigte für den Landtag NRW aufstellt (vgl. 19.2.1975).

Bei den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 26.5.1975) erringt die von der KPD unterstützte oppositionelle Liste einen kleinen Erfolg, um den Preis von Entlassungen der Kandidaten (vgl. 30.4.1975, 7.5.1975). Interessant ist hierbei die Konzertierte Aktion von Werksschutz und IG Chemie, die Entlassungen - was auch Verweigerung des Zutritts zum Betriebsgelände bedeutet - und Gewerkschaftsausschluß aufgrund der UVB (vgl. 26.5.1975, 2.6.1975, 7.6.1975) - was ja auch Verweigerung des Zutritts zu gewerkschaftlichen Versammlungen bedeutet - effektiv kombinieren. Die KPD bildet ein Solidaritätskomitee (vgl. 2.6.1975, 5.6.1975), während die Belegschaft von Kurzarbeit betroffen ist (vgl. 22.6.1975, 5.7.1975).

Die KPD bleibt bei Bayer aktiv (vgl. 14.1.1976, 17.5.1976, 9.6.1976, 11.8.1976) und protestiert auch international gegen die Gewerkschaftsausschlüsse (vgl. 21.6.1976), während auch der KBW öfter von Bayer berichtet, dort allerdings noch keine Zelle hat (vgl. 25.3.1976, 29.4.1976, 20.5.1976, 3.6.1976).

Anläßlich der Bundestagswahlen (BTW - vgl. 3.10.1976) kommt es zu erneuten Auseinandersetzungen zwischen KPD und DKP (vgl. 23.8.1976, 8.9.1976) während es bei Bayer zu Entlassungen kommt (vgl. 13.12.1976).

Aus Chile kommt eine Bitte um Solidarität (vgl. 11.9.1977) und nach den Betriebsratwahlen 1978 kommt es erneut zu 60 Ausschlüsse aus der IG Chemie (vgl. Sept. 1978).

Mit den verschiedenen Zulagen und betrieblichen Sozialleistungen befasst sich vor allem der KBW (vgl. 13.8.1979, 19.11.1979, 28.7.1980), der auch von der Explosion berichtet (vgl. 25.8.1980).

Die Darstellung endet mit einem weiteren, wenn auch vergleichsweise bescheidenen, Erfolg oppositioneller Kräfte bei den BRW 1981 (vgl. Mai 1981).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

1923:
Die KPD berichtet, "daß die Streikbewegung 1923 bei Bayer Leverkusen blutig mit Hilfe des Werkschutzes niedergeschlagen wurde".
Quelle: Rote Fahne Nr. 13, Dortmund 28.3.1973, S.2

1956:
Die KPD berichtet von Bayer Leverkusen, "bei dem Streik 1956 zur Wiederbewaffnung in der BRD unter dem Adenauer-Regime trug der Werkschutz wieder erheblichen Anteil an der Zerschlagung der Bewegung. In ihrer Jubiläumsausgabe von 1963 berichtet zudem die Werksleitung stolz von dem Eingreifen ihrer Spezialtrupps."
Q: Rote Fahne Nr. 13, Dortmund 28.3.1973, S. 2

Juli 1968:
Nach eigener Angabe erscheint im Juli 1968 die Nr. 1 der 'Freiheit' - Kommunistische Monatsschrift für Rhein und Ruhr. U.a. aus Leverkusen wird berichtet in "Bayer-Werke stellen Giftstoffe für Vietnam her" worauf bereits in einem Flugblatt hingewiesen worden sei.
Q: Freiheit Nr. 1, Köln Juli 1968, S. 7f

NRW_Freiheit007

NRW_Freiheit008


01.05.1969:
Die DKP gibt die Nr. 5 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 24.4.1969, 8.5.1969). Berichtet wird u.a. über Bayer Leverkusen.
Q: Unsere Zeit NRW Nr. 5, Essen 1.5.1969

29.05.1969:
Die DKP gibt die Nr. 9 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 22.5.1969, 5.6.1969). Berichtet wird u.a. von Bayer Leverkusen.
Q: Unsere Zeit NRW Nr. 9, Essen 29.5.1969

28.07.1969:
Vermutlich in dieser Woche erscheint bei Hoesch eine Ausgabe der 'Heissen Eisen' der DKP (vgl. Juni 1969, 2.9.1969). U.a. heißt es:"
1967 hatten Vorstandsmitglieder von Kaufhauskonzernen einen Stundenlohn von 293 DM, des Volkswagenwerkes von 248 DM und von Bayer Leverkusen 191 DM. Wie gesagt: PRO STUNDE!"
Q: Heisse Eisen, Dortmund o.J. (Juli 1969)

09.10.1969:
Die DKP gibt die Nr. 28 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 2.10.1969, 16.10.1969). Berichtet wird u.a. über Bayer Leverkusen.
Q: Unsere Zeit NRW Nr. 28, Essen 9.10.1969

Januar 1970:
In Köln erscheint die Nr. 1/70 der 'apo press' Informationsdienst für die Außerparlamentarische Opposition in Köln (vgl. Feb. 1970). Der RC Leverkusen/Opladen berichtet über Bayer Leverkusen (CPK-Bereich).
Q: Apo press Nr. 1, Köln Jan. 1970

Januar 1970:
In Köln erscheint die Nr. 1/70 der 'apo press' Informationsdienst für die Außerparlamentarische Opposition in Köln (vgl. Feb. 1970)mit den Artikeln "Chemische Kampfstoffe: Bayer Leverkusen auf den Spuren der IG-Farben" und "Giftgas, Bayer & Pressekampagne oder die erstklassige Zusammenarbeit zwischen Bayer & der örtlichen Presse" vom RC Leverkusen / Opladen.
Q: Apo press Nr. 1, Köln Jan. 1970, S. 13f

Koeln_110

Koeln_111


Januar 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP erstmals ihre 'Pille' (vgl. Feb. 1970) sowie eine Sonderausgabe heraus.
Q: Die Pille Nr. 1 und Sdr.ausg., Leverkusen Jan. 1970; Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 5, Düsseldorf 29.1.1970

28.01.1970:
Es erscheint die 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 2 (vgl. 14.1.1970, 11.2.1970) mit dem Artikel "Bayer Leverkusen: Still going strong! Entwicklung chem. Kampfstoffe in der BRD (Bayer Leverkusen)".
Q: Münchner Studentenzeitung Nr. 2, München 28.1.1970, S. 3

Muenchen_MSZ232

Muenchen_MSZ233


Februar 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Februar ihre 'Pille' Nr. 2 (vgl. Jan. 1970, März 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Die Pille Nr. 1 und 4, Leverkusen Jan. 1970 bzw. Apr. 1970

19.02.1970:
Die DKP gibt die Nr. 8 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.2.1970, 26.2.1970). Berichtet wird u.a. über Bayer Leverkusen.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr. 8, Essen 19.2.1970

März 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im März ihre 'Pille' Nr. 3 (vgl. Feb. 1970, Apr. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Die Pille Nr. 1 und 4, Leverkusen Jan. 1970 bzw. Apr. 1970

April 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr. 4 (vgl. März 1970, Mai 1970) heraus.
Q: Die Pille Nr. 4, Leverkusen Apr. 1970

Mai 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Mai ihre 'Pille' Nr. 5 (vgl. Apr. 1970, Juni 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Die Pille Nr. 4 und o.Nr. , Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

Juni 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Juni ihre 'Pille' Nr. 6 (vgl. Mai 1970, Juli 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Die Pille Nr. 4 und o.Nr. , Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

Juli 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im Juli ihre 'Pille' Nr. 7 (vgl. Juni 1970, Aug. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Die Pille Nr. 4 und o.Nr. , Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

August 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im August ihre 'Pille' Nr. 8 (vgl. Juli 1970, Sept. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Die Pille Nr. 4 und o.Nr. , Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

September 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im September ihre 'Pille' Nr. 9 (vgl. Aug. 1970, Okt. 1970) heraus, die uns leider noch nicht vorlag.
Q: Die Pille Nr. 4 und o.Nr. , Leverkusen Apr. 1970 bzw. Okt. 1970

Oktober 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille', vermutlich die Nr. 10 (vgl. Sept. 1970, Nov. 1970) heraus.
Q: Die Pille, Leverkusen Okt. 1970

19.10.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Die Farbwerke Hoechst in Frankfurt werden am 19. Okt. die Preise für Farbstoffe und Pigmente um 12% erhöhen. …Damit durch die drastische Preiserhöhung nicht die Konkurrenz aufgrund billigerer Waren mehr Geschäfte macht, haben sich die Kapitalisten mit ihren 'Konkurrenten' abgesprochen: auch die anderen Monopole der Farbstoffwerke werden die Preise erhöhen, zum gleichen Zeitpunkt und mit dem gleichen Zuwachs; Bayer Leverkusen, Sandoz AG Nürnberg und die Cassella Werke in Mainz beteiligen sich an der
'Konzertierten Aktion'."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 31, Bochum 9.9.1970, S. 5f

November 1970:
Es erscheint die Nr. 11 der 'Befreiung' (vgl. Okt. 1970, Dez. 1970) mit dem Artikel "Werkschutz. Ein weiterer Schritt zur perfekten Kontrolle des Arbeiters", u.a. zu Bayer Leverkusen.
Q: Befreiung Nr. 11, Mülheim Nov. 1970, S. 5

Befreiung_171


November 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr. 11 (vgl. Okt. 1970, Dez. 1970) heraus.
Q: Die Pille Nr. 11, Leverkusen Nov. 1970

Dezember 1970:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr. 12 (vgl. Nov. 1970, Jan. 1971) heraus.
Q: Die Pille Nr. 12, Leverkusen Dez. 1970

03.12.1970:
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Jan. 1971) berichtet:"
FREIHEIT FÜR DAS SPANISCHE VOLK!
… Diese SPD-Regierung steht genauso auf der Seite Francos wie damals Hitler -
- Sie schickt einen Wahlkonsul nach Spanien, der damals schon dort war, um die Interessen deutscher Kapitalisten zu vertreten. 1935 war Beihl für IG Farben dort, heute für Bayer Leverkusen (CPK-Bereich, d.Vf.)."
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 1, Bochum Jan. 1971, S. 8

17.12.1970:
Es erscheint der 'Marburger Betriebsbote' (MBB) Nr. 13 (vgl. 10.12.1970, 14.1.1971) in dem u.a. von Bayer Leverkusen berichtet wird.
Q: Marburger Betriebsbote Nr. 13, Marburg 17.12.1970

17.12.1970:
Eine Ausgabe der 'Zündkerze' - Betriebszeitung der Roten Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK berichtet u.a., "daß es sich bei dem Wahlkonsul nicht um irgendjemanden handelt, sondern umeinen Vertreter des westdeutschen Kapitals. Er vertritt u.a. den Bayer-Konzern (Leverkusen (CPK-Bereich, d.Vf.)) in Spanien."
Q: Zündkerze Nieder mit Franco, Bochum o.J. (17.12.1970)

Januar 1971:
Die Nr. 1 der 'Roten Fahne' des KAB/ML (vgl. Dez. 1970, Feb. 1971) berichtet u.a. über Bayer Leverkusen .
Q: Rote Fahne Nr. 1, Tübingen Jan. 1971

Januar 1971:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP ihre 'Pille' Nr. 1 (vgl. Dez. 1970, Juni 1971) heraus.
Q: Die Pille Nr. 1, Leverkusen Jan. 1971

März 1971:
Ende März erscheint die Nr. 3 der 'Roten Presse Köln' (RPK - vgl. 1.8.1970) mit dem Artikel "Nothilfe für Bayer. Braver Betriebsrat" zum bewaffneten Werkschutz bzw. dem Amoklauf des ehemaligen Bayer-Beschäftigten Hüseyin Turan.
Q: Rote Presse Köln Nr. 3, Köln März 1971, S. 9

Koeln_126


18.03.1971:
Der Kreisvorsitzende der DKP Dortmund, Werner Groß, gibt vermutlich heute das folgende zweiseitige Flugblatt heraus:"
DUKATENSCHEISSER UND DUKATENFRESSER!
…Und hier eine Liste von weiteren Dukatenfressern . . .

Aktiengesellschaft Bezüge pro Kopf in DM 1969

Bayer Leverkusen 457 441"
Q: Groß, Werner: Dukatenscheißer und Dukatenfresser!, Dortmund o.J. (März 1971)

Juni 1971:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP mehrere Extrablätter ihrer 'Pille' (vgl. Jan. 1971, März 1972) heraus.
Q: Die Pille Extrablätter, Leverkusen Juni 1971

04.06.1971:
Heute demonstrieren, laut KPD und KPD/ML-ZB, 1 000 bei Bayer Leverkusen, wo die DKP 'Die Pille' herausgibt, zum Vorstandsgebäude.
Q: Rote Fahne Nr. 21 und 2, Berlin bzw. Köln Juli 1971 bzw. 14.1.1976, S. 4 bzw. S. 6; Das Rote System Nr. 15, Berlin 22.6.1971;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 44, Bochum 9.6.1971, S. 2

07.06.1971:
Bei Bayer Leverkusen beginnt, laut KPD/ML-ZB, anläßlich der Chemietarifrunde (CTR) ein Streik in der Versandabteilung (1 000 Besch.).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 45, Bochum 12.6.1971, S. 11

14.06.1971:
Heute streiken, laut SDA, 2 000, u.a. auch 300 Lehrlinge (vgl. 22.6.1971), bei Bayer Leverkusen. Dass bei Bayer gestreikt wird meint auch die KPD.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr. 6/7, Berlin o.J. (1971); Der Röhrenkieker Nr. 11, Duisburg 1971,S.13f;Rote Fahne Nr. 21, Berlin Juli 1971, S. 4

Duisburg_Mannesmann068

Duisburg_Mannesmann069

KPD_Rote_Fahne_1971_21_06


14.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche über die Einschüchterungsversuche der Kapitalisten in der Chemietarifrunde (CTR):"
Zu demselben Zweck verkündete der Vorstandsvorsitzende von Bayer auch gerade jetzt die Stillegung einzelner Fabrikationen und die Verlagerung der Produktion ins Ausland."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 48, Bochum 23.6.1971, S. 10

21.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche von der Chemietarifrunde (CTR) der CPK:"
Zur Frage eines Kollegen von den Rütgers-Werken in Duisburg (1 100 Mann), warum nicht bei Bayer Leverkusen (35 000 Mann) gestreikt würde, sagte IG Chemie-Vorstandsmitglied Vitt: 'Es sind alle Vorbereitungen getroffen, um auch in Leverkusen zu streiken. Dabei sind aber FRAGEN DER SICHERHEIT UND DES UMWELTSCHUTZES VORRANGIG. Bis die gelöst sind dauert es bei Bayer einige Zeit.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 50, Bochum 3.7.1971, S. 4

22.06.1971:
Bei Bayer Leverkusen erhalten, laut Rote Garde bei Mannesmann Duisburg (vgl. Sept. 1971), die Lehrlinge, die am 14.6.1971 demonstrierten einen Warnbrief der Geschäftsleitung.
Q: Der Röhrenkieker Nr. 11, Duisburg 1971,S.13

05.07.1971:
Die DKP Stadtteilgruppe Dortmund-Derne, Lanstrop und Scharnhorst gibt vermutlich in dieser Woche erstmals ihren 'Roten Pfeffer rund um Scharnhorst' - Informationen der DKP für Scharnhorst, Derne, Lanstrop (vgl. 30.8.1971) heraus, in denen es u.a. heißt:"
Für die Städte am Rhein muß der Fluß das Trinkwasser liefern. Aber in diesem Rhein schwimmen pro Jahr 12 Milliarden Kubikmeter Abwässer zum Meer. Sie stammen zu 90 Prozent aus der Großindustrie. Allein die Bayerwerke bei Krefeld-Uerdingen (CPK-Bereich, evt. ist auch das Hauptwerk in Leverkusen gemeint, d.Vf.) schütten täglich soviel Abwasser in den Rhein wie eine Großstadt von 3 Millionen Einwohnern.
Q: Roter Pfeffer rund um Scharnhorst Nr. 1, Dortmund Juli 1971

17.07.1971:
In Berlin bringt die Betriebsgruppe KWU der KPD/ML-ZB die Nr. 8 ihrer 'Roten Turbine' (vgl. 22.6.1971, 5.8.1971) heraus. Aus der Chemietarifrunde (CTR) bzw. der IG Chemie (CPK) wird u.a. berichtet von Bayer Leverkusen.
Q: Rote Turbine Nr. 8, Berlin 17.7.1971

22.07.1971:
Bei Bosch Leinfelden, Reutlingen und Stuttgart gibt die RJ (ML) laut einer handschriftlichen Datierung heute ihren 'Bosch-Lehrling' Nr. 6 (vgl. Juni 1971) als Doppelnummer heraus mit einem Bericht von Bayer Leverkusen.
Q: Bosch-Lehrling Nr. 6, Stuttgart 1971, S. 6

Stuttgart_Bosch077


16.09.1971:
Das Arbeitsgericht Solingen entscheidet, laut 'Konkret', daß die Teilnahme der Bayer-Lehrlinge an einer Kundgebung der IG Chemie während der Arbeitszeit am 16.6.1971 rechtens war, womit sich das Gericht für ein Streikrecht der Lehrlinge ausspricht.
Q: Der Metallarbeiter Nr. 7, Hamburg 11.10.1971, S. 9; Konkret Nr. 21, Hamburg 7.10.1971;Klassenkampf Nr. 6, Frankfurt Dez. 1971

Metallarbeiter_Hamburg_052


01.12.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr. 92 (vgl. 27.11.1971, 4.12.1971) heraus und berichtet u.a. von Bayer Leverkusen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 92, Bochum 1.12.1971

22.11.1971:
Die RJ/ML Ortsgruppe Stuttgart gibt für die Stuttgarter Berufsschulen vermutlich in dieser Woche ihre 'Aktuelle Lehrlingspresse' Nr. 12 (vgl. 8.11.1971, 29.11.1971) heraus mit dem Artikel "Lehrlinge haben Streikrecht, wenn sie es sich nehmen!" zu Bayer Leverkusen, aus dem 'Rebell'.
Q: Aktuelle Lehrlingspresse Nr. 12, Stuttgart 1971, S. 2

Stuttgart_RJML019


März 1972:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im März ein Extrablatt ihrer 'Pille' (vgl. Juni 1971, Apr. 1972) heraus.
Q: Die Pille Extrablatt, Leverkusen o.J. (1972)

April 1972:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im April ihre 'Pille' Nr. 3 (vgl. März 1972, Sept. 1972) heraus.
Q: Die Pille Nr. 3, Leverkusen 1972

21.05.1972:
An der ersten nationalen Konferenz der der KPD-nahestehenden oppositionellen Gewerkschafter (vgl. 1.10.1972) nehmen, nach eigenen Angaben, auch Kollegen von Bayer Leverkusen teil.
Q: Rote Fahne Nr. 44 und 50, Dortmund Mai 1972 bzw. 5.7.1972, S. 1f bzw. S. 4; Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr. 1, o.O. (Dortmund) o.J. (1972)

September 1972:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich im September ihre 'Pille' Nr. 6 (vgl. Apr. 1972, 9.10.1972) für Sept./Okt. heraus.
Q: Die Pille Nr. 6, Leverkusen Sept./Okt. 1972

Oktober 1972:
Die RJ/ML Hannover des KABD gibt die Nr. 1 ihres 'Roten Berufsschülers' heraus, in der es u.a. heißt:"
Die Bundeswehr hält heute schon Manöver in Portugal und der Türkei ab. Dort unterdrücken faschistische Regimes die einheimische Bevölkerung. Sie garantieren, daß westdeutsche Großkonzerne niedrigste Löhne zahlen und Höchstprofite machen. In der Türkei z.B. haben sich Daimler-Benz, Siemens, AEG, Bayer Leverkusen und andere Werke angesiedelt."
Q: Roter Berufsschüler Nr. 1, Hannover Okt. 1972

09.10.1972:
Bei Bayer Leverkusen gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Pille' (vgl. Sept. 1972) heraus.
Q: Die Pille, Leverkusen o.J. (1972)

Februar 1973:
Die KPD berichtet vermutlich aus dem Februar über den IG Chemie Bezirksleiter von Nordrhein, Walter Gläsner, "in der Betriebszeitung der IGCPK bei Bayer 'Der Bunsenbrenner' 2/1973 umschreibt er deutlich die SPD-Stabilitätspolitik gegen die Arbeiter als Leitlinie bei den kommenden Tarifauseinandersetzungen: 'Unsere Forderungen sind ein Kompromiß zwischen unserer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung und der notwendigen Weiterentwicklung der Einkommen der Arbeiter und Angestellten. Die Tarifkommission hat sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht, zumal nicht verschwiegen werden soll, daß die Forderungen der Vertrauensleute zum Teil wesentlich über den Beschluß der Tarifkommission hinausgehen!'"
Q: Rote Fahne Nr. 14, Dortmund 4.4.1973, S. 4

März 1973:
Vermutlich im März gibt die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD die Nr. 3 ihrer 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' heraus. Anläßlich der Chemietarifrunde befaßt man sich mit Bayer Leverkusen, wo auch SPD und DKP aktiv sind.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 2, Dortmund o.J. (1973)

März 1973:
Die KPD berichtet vermutlich aus dem März von der Chemietarifrunde (CTR):"
Die DKP-Betriebszeitung bei Bayer Leverkusen 'Die Pille' berichtete über die 85 Pfg.-Forderung des VK und legte den Kollegen in den Mund, daß sie damit 15 Prozent gefordert hätten."
Q: Rote Fahne Nr. 14, Dortmund 4.4.1973, S. 4

19.03.1973:
Die KPD berichtet vermutlich u.a. aus dieser Woche im Zusammenhang mit allgemeinen Ausführungen über den Werkschutz:"
Aus dem Konzern Bayer-Leverkusen, der wohl über eine der am besten ausgerüsteten Werkschutz-Truppen verfügt, schickten uns Kollegen die nachfolgende Korrespondenz, die einige Beispiele von 'Werkschutz' darstellt.

BERICHT EINES KOLLEGEN
DER WERKSCHUTZ BEI BAYER-LEVERKUSEN

Viele Kollegen sind über die Behandlung und die Methoden des Werkschutzes verärgert. Vielfach werden Kollegen zum Leiter des Werkschutzes zitiert und dort ausgefragt, weil sie sich angeblich etwas 'zuschulden kommen ließen'. Typische Beschuldigung: Diebstahl von werkseigenen Gegenständen. Darüberhinaus hat der Werkschutz aber noch die Aufgabe, den Widerstand bei aufkommenden Streiks brutal niederzuhalten. Wir haben von älteren Kollegen gehört, daß die Streikbewegung 1923 bei Bayer Leverkusen blutig mit Hilfe des Werkschutzes niedergeschlagen wurde; bei dem Streik 1956 zur Wiederbewaffnung in der BRD unter dem Adenauer-Regime trug der Werkschutz wieder erheblichen Anteil an der Zerschlagung der Bewegung. In ihrer Jubiläumsausgabe von 1963 berichtet zudem die Werksleitung stolz von dem Eingreifen ihrer Spezialtrupps.

Die Angestellten des Werkschutzes rekrutieren sich hauptsächlich aus ehemaligen Polizeibeamten, Kriminalpolizisten und Bundeswehrbeamten. Es handelt sich da um solche Kollegen, die bei ihrer ehemaligen Tätigkeit bei Polizei oder Bundeswehr zu so faschistischen Maßnahmen griffen, daß sie dort geflogen sind. Der Werkschutz ist bestens mit allen modernen Waffen und Spitzelgeräten ausgerüstet.

Wir wollen den Werkschutz an folgenden Beispielen schildern, da diese nur wenigen Kollegen bekannt sind:
1. … (vgl. Dormagen - Sept. 1972, d.Vf.)
2. Mitte 1969 wurde ein Kollege zum Werkschutz zitiert und ihm ein Buch vorgehalten, in dem sein Name stand. Das Buch hieß: 'Die linke Linke'. Da dieser Kollege als Jugendvertreter eine fortschrittliche Politik machte, hielten sie es für geeignet, eine Hausdurchsuchung vorzunehmen. Sie fanden aber bei ihm nichts.

3. Im vorigen Jahr wurde ein Kollege beim Fotokopieren von Unterlagen von einem Angestellten des Werkschutzes entdeckt. Da er in einer anderen Abteilung war, wurde er vom Werkschutz sofort verdächtigt. Er wurde verhört mit dem Ziel, Werksspionage betrieben zu haben. Auf eine anschließende Hausdurchsuchung durch den Werkschutz konnte er gar nicht einwirken. Da sie auch bei ihm nichts fanden, drohten sie ihm, beim nächsten 'Auffallen' anders vorzugehen. Das bedeutet für ihn Kündigung.

4. Im vorigen Jahr wurde ein Kollege beim Diebstahl von kleineren Werkzeugen erwischt. Der Werkschutz stellte den Kollegen sogleich zur Rede. 'Es besteht dringender Verdacht, daß noch mehr Werkzeuge in Ihrer Wohnung liegen. Entweder - machen wir es kurz und bündig - wir dürfen mit Ihrer Erlaubnis Ihre Wohnung ansehen, dann ist die Sache erledigt, oder wir müssen die Kriminalpolizei einschalten; die Konsequenzen wären für Sie: Verurteilung im Gerichtsverfahren und die sofortige Entlassung aus dem Betrieb.' Er willigte ein im guten Glauben, nicht entlassen zu werden. Doch sie fanden bei ihm Werkzeug und kündigten ihm. Den noch ausstehenden Lohn und den erwarteten Bonus - 13. Gehalt - hielten sie einfach ein.

Aus den Berichten wird auch den Kollegen aus anderen Betrieben klar, wie unser Werkschutz arbeitet. Täglich werden beim Verlassen des Betriebsgeländes Taschendurchsuchungen und Leibesvisitationen durchgeführt, um die Kollegen noch mehr einzuschüchtern. Sofern ein Kugelschreiber oder ein Radiergummi entdeckt wird, wird der Jahresbonus nach der Willkür der Werksleitung gekürzt oder gestrichen. Eine Kollegin wurde beim Herausschmuggeln von zwei Rollen Toilettenpapier erwischt und sofort entlassen. So weit geht die Entscheidung der Unternehmer. Sie nennen es 'Schutz des Eigentums'.

Der Betriebsrat sieht seine ganze Aufgabe darin, bei Anhörungen von Kollegen mit dem Werkschutz beizusitzen. Mehr nicht! Wir brauchen keine Betriebsräte, die nur ihre Zeit absitzen und 2 000 DM monatlich kassieren, sondern wir müssen unsere fortschrittlichen Kollegen in den Betriebsrat wählen, damit sie sich tatkräftig für uns einsetzen. Betriebsratsvorsitzender Hans Weber, der neben seinem dicken Gehalt und Aufsichtsratsbezügen noch monatlich Rente aus seinen Häusern kassiert, ist nur die Spitze des Eisberges.

Sorgen wir dafür, daß bei den kommenden Vertrauensleutewahlen (VLW, d.Vf.) unsere Kollegen gewählt werden, die sich den Angriffen der Unternehmer widersetzen. Machen wir den Vertrauensleutekörper zu einem Kampfinstrument der Arbeiterklasse gegen den Abbau der demokratischen Rechte."
Q: Rote Fahne Nr. 13, Dortmund 28.3.1973, S. 2

22.03.1973:
Die KPD berichtet anläßlich von heute über die Chemietarifrunde (CTR der CPK - vgl. 2.4.1973) im Bezirk Nordrhein:"
CHEMIE-TARIFRUNDE: DIE LINEAREN LOHNFORDERUNGEN STEHEN! …
VK Bayer Leverkusen: 85 Pfg. für Arbeiter (das sind ca. 150 DM im Monat) …
Die DKP-Betriebszeitung bei Bayer Leverkusen 'Die Pille' (vgl. März 1973, d.Vf.) berichtete über die 85 Pfg.-Forderung des VK und legte den Kollegen in den Mund, daß sie damit 15 Prozent gefordert hätten.

Kapitalisten und IG Chemie-Führer vertrauen darauf, daß sich die Arbeiter und Angestellten von ihrer Verhandlungstaktik einlullen lassen. Die fortschrittlichen Vertrauensleute bei Bayer Leverkusen sind entschlossen, noch vor dem 2. April den Kampf in den Chemiebetrieben auf eine höhere Stufe zu heben. Für alle Chemiearbeiter kommt es jetzt darauf an, an ihren linearen Forderungen festzuhalten und durch die sofortige Organisierung von WARNSTREIKS das gemeinsame Konzept von Kapitalisten und IG Chemie-Führern zu durchkreuzen.

Arbeiterfeinde in der Tarifkommission

Hans Weber: BR-Vorsitzender bei Bayer Leverkusen, eingefleischtes SPD-Mitglied, Mitglied der kleinen Tarifkommission. Seit er BR-Vorsitzender bei Bayer ist, braucht sich die Werksleitung keine Sorgen mehr zu machen, wie sie ihre Aktien unter die Leute bringt. Der Haus- und Grundstücksbesitzer Weber macht überall wie ein Bankkapitalist Vorschläge an die Arbeiter, ihr Geld in Bayer-Aktien anzulegen. Auf Betreiben seines BR wird es demnächst als Jubiläumsgeschenke ebenfalls Bayer-Aktien geben. Eifrig verficht er auf den Versammlungen die Schaffung neuer Lohngruppen und damit die weitere Spaltung der Belegschaft. Dieser Gewerkschaftsfunktionär, der sich für die Beibehaltung des reaktionären betrieblichen (gegenüber dem gewerkschaftlichen) VK einsetzt, hat mit seiner Politik bei Bayer vorexerziert, welche Linie und welche Leute in der Tarifkommission der IGCPK Politik machen. …

Für die Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei (KFR - vgl. 28.3.1973) berichtet C. W.:"
CHEMIETARIFRUNDE …
Dort steht über die Profite der Bayer AG, des größten Chemie-Konzerns der BRD: 'Nicht nur vom Umsatz, sondern auch vom Gewinn her ist das Geschäftsjahr 1972 der Bayer AG, Leverkusen, erfreulich veflaufen.' Wenn man die ganze Bilanzmanipulation und Steuerschieberei nicht berechnet, 'ergibt sich ein Gewinn von 327 Mio. DM, was gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung von fast 25% bedeutet.' (Handelsblatt, 1. 3.).
Q: Die Rote Front Nr. 7, Dortmund/Castrop-Rauxel 1973, S. 8; Rote Fahne Nr. 14, Dortmund 4.4.1973, S. 4

27.03.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr. 22 seines 'Chemiearbeiters' (vgl. 22.2.1973, 30.3.1973) heraus, der sich u.a. mit der Chemietarifrunde 1973 (vgl. 22.3.1973) u.a. in Nordrhein (vgl. 23.2.1973) u.a. bei Bayer Leverkusen befasst.
Q: Der Chemiearbeiter Nr. 22, Hamburg März 1973, S. 4f

KB_Chemiearbeiter004_169

KB_Chemiearbeiter004_170


Mai 1973:
Die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD gibt die Nr. 3 der 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (vgl. März 1973, Juni 1973) heraus. Berichtet wird auch von der Chemieindustrie im Bezirk Nordrhein bzw. von Bayer Leverkusen.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 3, Dortmund Mai 1973

01.05.1973:
Das oppositionelle Maikomitee der KPD arbeitet u.a. auch bei Bayer Leverkusen.
Q: Rote Fahne Nr. 18, Dortmund 2.5.1973, S. 3

Juni 1973:
Die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD gibt die Nr. 4 ihrer 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (RGO) (vgl. Mai 1973, Aug. 1973) heraus. Von der Chemietarifrunde (CTR) wird berichtet aus NRW aus dem Bezirk Nordrhein bzw. von Bayer Leverkusen.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 4, Dortmund Juni 1973

Juni 1973:
Die Kommunistische Gruppe Köln (KGK) gibt vermutlich im Juni ihre 'Arbeiterpresse' Nr. 6 (vgl. Mai 1973) heraus mit einem Bericht von Bayer.
Q: Hochschulfront Nr. 12, Köln 3.7.1973, S. 7

23.06.1973:
An der Karlsruher Demonstration "Hände weg von der KPD!" nehmen, laut KPD, bei Regen über 5 000 Personen teil. Grüße kommen u.a. von dem Mitglied der VK-Leitung bei Bayer Leverkusen, Achilles.
Q: Rote Fahne Nr. 23, 24, 25, 26, 16 und 25, Dortmund 6.6.1973, 13.6.1973, 20.6.1973, 27.6.1973, 17.4.1974 bzw. 19.6.1974

26.01.1974:
In Duisburg beginnt das Regionalkomitee (RK) Rhein/Ruhr der KPD mit seiner zweitägigen Konferenz oppositioneller Gewerkschafter, an der sich über 100 beteiligen. Teilnehmer kommen auch von Bayer Leverkusen.
Q: Rote Fahne Nr. 3 und 5, Dortmund 16.1.1974 bzw. 30.1.1974; KPD-RK Rhein/Ruhr: Material zur Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in

NRW am 26./27. Januar in Duisburg Hauptreferat, o.O. o.J. (Jan. 1974)

06.02.1974:
In der Nr. 6 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 30.1.1974, 13.2.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit der IG Chemie (CPK) und berichtet u.a. aus dem Bezirk Nordrhein u.a. von Bayer Leverkusen u.a. über den Werksschutz, die Lehrlinge, den eigenen KJV, die Jugendzentrumsinitiative (JZI) und drei Ausschlußverfahren aus der CPK.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Dortmund 6.2.1974, S. 4

KPD_Rote_Fahne_1974_06_07

KPD_Rote_Fahne_1974_06_08


09.02.1974:
An der Regionaltagung NRW des Betriebs- und Gewerkschaftsarbeitskreises des Sozialistischen Büros (SBü) beteiligen sich laut Spartacusbund "etwa 55 Mann, davon die Hälfte Proletarier, der Rest kleinbürgerliche Gewerkschaftsteamer, Studenten usw."

Vertreten sind u.a. Bayer Dormagen und Leverkusen, Mannesmann Duisburg, Rütgers Duisburg, Standard Kessel Duisburg und Küppersbusch Gelsenkirchen.
Q: Spartacusbund: Internes Bulletin Nr. 6, O. O. Apr. 1974, S. 14

Spabu_IB_600


03.03.1974:
In Frankfurt organisiert die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD ein Treffen zwischen der Zelle Hoechst Frankfurt der KPD und der Zelle Bayer Leverkusen des KJV, auf dem u.a. auf die SPD-Betriebsgruppe bei Bayer eingegangen wird.
Q: Rote Fahne Nr. 10, Dortmund 6.3.1974, S. 5

KPD_Rote_Fahne_1974_10_09


April 1974:
Die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD gibt ihre 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' (RGO) Nr. 2 (vgl. 18.2.1974, Okt. 1974) heraus und berichtet u.a. über Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) u.a. in der IG Chemie (CPK) bei Bayer Leverkusen.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 2, Dortmund Apr. 1974

17.04.1974:
In der Nr. 16 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 10.4.1974, 24.4.1974) berichtet die KPD u.a. aus Leverkusen von Bayer.
Q: Rote Fahne Nr. 16, Dortmund 17.4.1974, S. 4

24.04.1974:
In der Nr. 17 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 17.4.1974, 2.5.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit der Chemietarifrunde (CTR) in Niederrhein, u.a. bei Bayer, u.a. in Leverkusen.
Q: Rote Fahne Nr. 17, Dortmund 24.4.1974; S. 4

KPD_Rote_Fahne_1974_17_07


08.05.1974:
Der KJV der KPD gibt seine 'Kämpfende Jugend' (KJ) Nr. 9 (vgl. 24.4.1974,
6.6.1974) heraus. Aus Leverkusen wird berichtet von der KPD bei Bayer.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 9, Dortmund 8.5.1974, S. 3

KJV387


27.05.1974:
In Leverkusen wird von der KPD vermutlich spätestens in dieser Woche als Parteitagsaufgebot (vgl. 26.6.1974) die Gründung einer Betriebszelle (BZ) ei Bayer, wo bisher nur eine Jugendbetriebszelle (JBZ) des KJV tätig ist, beschlossen.
Q: Rote Fahne Nr. 23, Dortmund 5.6.1974

10.07.1974:
In der Nr. 28 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.7.1974, 17.7.1974) berichtet die KPD aus Leverkusen von Bayer u.a. über die Abteilung Pharma.
Q: Rote Fahne Nr. 28, Dortmund 10.7.1974, S. 5

KPD_Rote_Fahne_1974_28_09

KPD_Rote_Fahne_1974_28_10


31.07.1974:
In der Nr. 31 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 24.7.1974, 7.8.1974) berichtet die KPD u.a. von den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) aus der IG Chemie (CPK) von Bayer Leverkusen.
Q: Rote Fahne Nr. 31, Dortmund 31.7.1974, S. 2

07.08.1974:
In der Nr. 32 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 31.7.1974, 14.8.1974) berichtet die KPD aus Leverkusen von Bayer.
Q: Rote Fahne Nr. 32, Dortmund 7.8.1974

03.02.1975:
Die KPD führt vermutlich in dieser Woche einen regionalen Parteitag in NRW durch. Von Bayer Leverkusen aus wolle man den CPK-Bereich erobern.
Q: Rote Fahne Nr. 6, Dortmund 12.2.1975

19.02.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 7 (vgl. 12.2.1975, 26.2.1975)
heraus.
Es werden die Landtagskandidaten vorgestellt, die u.a. bei Bayer Leverkusen tätig sind bzw. waren.
Q: Rote Fahne Nr. 7, Köln 19.2.1975

05.03.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 9 (vgl. 26.2.1975, 12.3.1975)
heraus und berichtet u.a. aus Leverkusen von Bayer.
Q: Rote Fahne Nr. 9, Köln 5.3.1975

30.04.1975:
Bei Bayer Leverkusen werden, laut KPD, vermutlich am Mittowch dieser Woche
die Kandidaten der oppositionelle Liste zu den Betriebsratswahlen (BRW - vgl.
26.5.1975) entlassen (vgl. 7.5.1975).
Q: Rote Fahne Nr. 18, Köln 7.5.1975

Mai 1975:
Die KPD berichtet vermutlich aus dem Mai von Bayer Leverkusen, daß der KBW die Solidarität mit dem entlassenen BR-Kandidaten (vgl. 30.4.1975) hintertreibe.
Q: Rote Fahne Nr. 22, Köln 4.6.1975, S. 4

07.05.1975:
In Leverkusen will die KPD gegen die Entlassung (vgl. 30.4.1975) der Kandidaten der oppositionellen Liste zu den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 26.5.1975) bei Bayer (CPK-Bereich) demonstrieren.

Laut und ohne KBW (vgl. 26.6.1975) beteiligen sich im Rahmen der 'Front gegen Imperialismus und Sozialimperialismus' an der Protestdemonstration 30 Personen, die selbst zugeben, teilweise aus Düsseldorf und Köln angereist zu seien.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975, S. 5; Rote Fahne Nr. 18, Köln 7.5.1975, S. 5

KPD_Rote_Fahne_1975_18_09


26.05.1975:
Bei Bayer Leverkusen finden, laut KPD, vermutlich in dieser Woche die Betriebsratswahlen (BRW) statt, bei denen auch ihr Anhänger Bernd Schönau mit 495 Stimmen in den BR einzieht. Davon berichtet auch der KB. Die KPD/ML habe zum Wahlboykott aufgerufen.

Die Zelle Bayer Leverkusen des KJVD der KPD (vgl. Apr. 1977) berichtet vom Ausschluß (UVB) der gesamten Liste 2 aus der IG Chemie noch während der BRW.

Der KBW (vgl. 26.6.1975) berichtet, daß die Liste 'Klassenbewußte Arbeiter in den Betriebsrat' mit drei Kandidaten der KPD zwar 500 Stimmen und einen Sitz erhalten habe, der Kandidat aber entlassen worden sei, wogegen auch die Demonstration der KPD (vgl. 7.5.1975) nichts ausrichtete.

Die Oppositionellen Gewerkschafter hätten keinen Sitz erhalten.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 26.6.1975, S. 5; KJVD-Zelle Bayer Leverkusen: KJVD enthüllt. Neue 'Ausbildungs'Programme - Bayers Geschäft mit der Arbeitslosigkeit, Leverkusen Apr. 1977, S. 12;Rote Fahne Nr. 22 und 2, Köln 4.6.1975 bzw. 14.1.1976, S. 4 bzw. S. 6;Arbeiterkampf Nr. 65, Hamburg 19.8.1975

KVZ1975_25_09

KVZ1975_25_10

KPD_Rote_Fahne_1975_22_08


02.06.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD gibt vermutlich Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"…
Bei Bayer (CPK-Bereich in Leverkusen, d.Vf.) wurde eine ganze oppositionelle Liste aus dem Betrieb entlassen, mit dem Werkschutz aus dem Betrieb entfernt, und aus der IG Chemie ausgeschlossen (vgl. 30.4.1975, d.Vf.).

Der Ersatzbetriebsrat und Jugendvertreter I. Clemens wurde fristlos entlassen (vgl. S2.**.197*, d.Vf.)."
Angekündigt wird u.a. eine Veranstaltung des Bayer-Solidaritätskomitees in Leverkusen (vgl. 5.6.1975).
Q: KPD-RK NRW: Einheitsfront gegen politische Entlassungen,

Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!, Dortmund o.J. (1975), S.2

05.06.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 22 (vgl. 29.5.1975, 12.6.1975) heraus. Aus Leverkusen berichtet die OAG aus dem CPK-Bereich von Bayer und dessen Töchtern Agfa und Kronos Titan, d.h. insgesamt 54 000 Bayer-Beschäftigten in Leverkusen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 22, Mannheim 5.6.1975, S. 4

KVZ1975_22_07


05.06.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD (vgl. 2.6.1975) rief auf zur Veranstaltung gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse (UVB) und Berufsverbote (BV):"
BAYER-SOLIDARITÄTSKOMITEE: 19 Uhr, Donnerstag, 5.6., Leverkusen-Wiesdorf, Gaststätte Liese (Kölner/Manforterstr.)".
Q: KPD-RK NRW:Einheitsfront gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!, Dortmund o.J. (1975), S. 2

07.06.1975:
In Berlin gibt die Initiative gegen Gewerkschaftsausschluß, politische Entlassung und Berufsverbot! der KPD ihre Zeitung Nr. 5 (vgl. 9.4.1975) heraus mit dem Leitartikel "Betriebsratswahlen 1975: Der Kampf der Opposition in den Grossbetrieben" zu den BRW, wozu es u.a. heißt:"
1) Bei Bayer Leverkusen ist erstmals seit 1956 eine gesamte Liste entlassen worden (siehe Flugblatt …). Dieser unerhörte Vorfall wurde von der IGCPK durch Einleitung der Gewerkschaftsausschlüsse begleitet. Der Werkschutz transportierte die Kollegen unter Anwendung physischer
Gewalt vom Werksgelände - Eine einstweilige Verfügung wurde vom Richter mit der frechen Begründung abgelehnt: 'Was haben diese Entlassungen denn mit der Betriebsratswahl zu tun?'"

Dokumentiert wird das Flugblatt "Klassenbewußte Arbeiter in den Betriebsrat!" der Liste 2 von Bayer Leverkusen zu den Entlassungen am 30.4.1975.
Q: Initiative gegen Gewerkschaftsausschluß, politische Entlassung und Berufsverbot! Nr. 5, Berlin 7.6.1975, S. 2ff

BSLE370


11.06.1975:
In der Nr. 23 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 4.6.1975, 18.6.1975) berichtet die KPD u.a. von Bayer Leverkusen.
Q: Rote Fahne Nr. 23, Köln 11.6.1975, S. 1 und 4

KPD_Rote_Fahne_1975_23_02

KPD_Rote_Fahne_1975_23_07


20.06.1975:
Der KOV der KPD gibt seinen 'Schulkampf' Nr. 4 (vgl. 19.4.1975) heraus. Eingetreten wird "Für freie politische Betätigung in Betrieb und Gewerkschaft, in Ausbildung und Beruf!" wobei berichtet wird von Dynamit Nobel Fürth, Ford Köln und Bayer Leverkusen.
Q: Schulkampf Nr. 4, Dortmund 20.6.1975, S. 8

KOV_Schulkampf190


22.06.1975:
Der Spartacusbund - Ortsgruppe Darmstadt (vgl. 20.6.1975) berichtet:"
Seit dem 22. Juni arbeiten bei Bayer in Leverkusen 16.000 Kollegen kurz. Mit den Bayer-Werken in Dormagen und Uerdingen ist knapp ein Drittel der gesamten Belegschaft von Kurzarbeit betroffen. Sie sollen erst in 4 Wochen wieder voll arbeiten."
Q: Rote Retorte Nr. 6, Darmstadt 20.6.1975, S. 4

05.07.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 27 (vgl. 28.6.1975, 12.7.1975) heraus und berichtet in "Chemieindustrie: Kurzarbeit und Rationalisierung" auch von Bayer Leverkusen.
Q: Roter Morgen Nr. 27, Dortmund 5.7.1975, S. 3

RM_1975_27_03


14.01.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 2 (vgl. 7.1.1976, 21.1.1976) heraus. Aus Leverkusen wird u.a. berichtet von Bayer (CPK-Bereich, 1974: 40 000 Besch.), u.a. auch über die anderen Werke in Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Wuppertal-Elberfeld, über Werkswohnungen u.a. der Bayer Wohnungen GmbH und der GeWoGe, bei der es sich um eine Bayer-Tochter handele, über Rentner, Poliklinik, psychologischen Dienst, Krankenhäuser, Krankenkassen, Werksschutz, die hundertprozentige Tochter Agfa Gevaert AG und die verdeckte hundertprozentige Tochter Titan AG, über die SPD und die CPK-Verwaltungsstelle. Vom Streik 1971 (vgl. 4.6.1971) u.a. über die Lehrlinge, von den Betriebsratswahlen (BRW) 1975 (vgl. 26.5.1975) und der Gründung der Jugendbetriebszelle des KJV der KPD (vgl. Aug. 1973).
Q: Rote Fahne Nr. 2, Köln 14.1.1976, S. 6

KPD_Rote_Fahne_1976_02_11

KPD_Rote_Fahne_1976_02_12


25.03.1976:
Die Ortsgruppe Leverkusen des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 12 (vgl. 18.3.1976, 1.4.1976) eine Ortsbeilage Leverkusen (vgl. 18.3.1976, 1.4.1976) heraus mit dem Artikel "Bayer: Befristete Arbeitsverträge schalten Kündigungsschutz aus" und "Bayer. Lohnkürzung durch weniger Jahresbonus".
Q: Ortsbeilage Leverkusen zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 12, Leverkusen o. J. (1976), S. 1

Leverkusen_KVZ036

Leverkusen_KVZ037


29.04.1976:
Die Ortsgruppe Leverkusen des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 17 (vgl. 22.4.1976, 6.5.1976) eine Ortsbeilage Leverkusen (vgl. 22.4.1976, 13.5.1976) heraus mit dem Leitartikel "Die Forderung der IG-Chemie Nordrhein-Westfalen öffnet dem Lohnabbau Tür und Tor" zur Chemietarifrunde (CTR), wobei berichtet wird von Bayer, und dem Artikel "Preisgleitklausel: Sabotage an der Arbeiterbewegung", der auf Bayer eingeht.
Q: Ortsbeilage Leverkusen zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 19, Leverkusen o. J. (1976), S. 1f

Leverkusen_KVZ050

Leverkusen_KVZ051


17.05.1976:
Die KPD Ortsleitung (OL) Köln gibt, laut KPD, vermutlich in dieser Woche in Leverkusen eine Ausgabe der 'KPD-Betriebszeitung für Bayer-Kollegen' (vgl. **.*.1976, **.**.197*) heraus, in der sie sich u.a. mit den Lehrlingen in der Werksberufsschule, der SPD, den Werken Leverkusen und Dormagen, der Kantine, der Küche, den Fremdfirmen und dem Produktionsbereich Pharma befaßt.
Q: Rote Fahne Nr. 21, Köln 26.5.1976, S. 6

KPD_Rote_Fahne_1976_21_11

KPD_Rote_Fahne_1976_21_12


20.05.1976:
Die Ortsgruppe Leverkusen des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 20 (vgl. 13.5.1976, 27.5.1976) eine Ortsbeilage Leverkusen (vgl. 13.5.1976, 3.6.1976) heraus mit dem Leitartikel "Bayer: Monat für Monat Lohnkürzung".
Q: Ortsbeilage Leverkusen zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 20, Leverkusen o. J. (1976), S. 1

Leverkusen_KVZ064

Leverkusen_KVZ065


03.06.1976:
Die Ortsgruppe Leverkusen des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 22 (vgl. 27.5.1976, 10.6.1976) eine Ortsbeilage Leverkusen (vgl. 27.5.1976, 10.6.1976) heraus mit dem Artikel "Bayer. Gesundheitswesen gegen die Arbeiter", aus der Stadtteilzelle Manfort.
Q: Ortsbeilage Leverkusen zur Kommunistischen Volkszeitung Nr. 22, Leverkusen o. J. (1976), S. 2

Leverkusen_KVZ067


09.06.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 23 (vgl. 2.6.1976, 16.6.1976) heraus und berichtet u.a. aus Leverkusen von Bayer u.a. über die Chemietarifrunde (CTR der CPK), den oppositionellen Betriebsrat Bernd Schönau (KPD), die Werkswohnungen, die Lehrlinge und die Angestellten.
Q: Rote Fahne Nr. 23, Köln 9.6.1976, S. 4

KPD_Rote_Fahne_1976_23_07

KPD_Rote_Fahne_1976_23_08


21.06.1976:
Vermutlich in dieser Woche findet, laut KPD, eine Veranstaltung "Freiheit in der BRD" des Brüsseler SPD-Kreises wegen den 'häßlichen Deutschen' statt. Dazu erscheint eine Broschüre der KPD "Die KPD informiert: Politische Unterdrückung in der BRD und Westberlin", über Berufsverbote (BV), politische Entlassungen und Gewerkschaftsausschlüsse (UVB), die sich u.a. mit Bayer Leverkusen befaßt. Die Broschüre wird auf einer Pressekonferenz im Internationalen-Presse-Centrum (IPC) in Brüssel vorgestellt.
Q: Rote Fahne Nr. 26, Köln 30.6.1976, S. 3

11.08.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 32 (vgl. 4.8.1976, 18.8.1976) heraus und berichtet von Bayer in Dormagen und in Leverkusen, u.a. über Frauen in der Verpackung.
Q: Rote Fahne Nr. 32, Köln 11.8.1976, S. 4

KPD_Rote_Fahne_1976_32_07


23.08.1976:
Vermutlich in dieser Woche betreibt die KPD, nach eigenen Angaben, bei Bayer Leverkusen Agitation zu den Bundestagswahlen (BTW - vgl. 3.10.1976).
Q: Rote Fahne Nr. 35, Köln 1.9.1976, S. 8

KPD_Rote_Fahne_1976_35_15


08.09.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 36 (vgl. 1.9.1976, 15.9.1976) heraus und berichtet u.a. über die Zustimmung der DKP-Mitglieder Hammer und Eggert zum Gewerkschaftsausschluß gegen Bernd Schönau bei Bayer Leverkusen und aus Leverkusen von Bayer u.a. über Türken und den Werksschutz.
Q: Rote Fahne Nr. 36, Köln 8.9.1976, S. 2 und 6

KPD_Rote_Fahne_1976_36_11


13.12.1976:
Die KPD (vgl. 22.12.1976) berichtet vermutlich spätestens aus dieser Woche über die angekündigte Stillegung der Perlonproduktion in den Bayer-Werken Leverkusen und Dormagen, was zu rund 1 000 Entlassungen führen werde.
Q: Rote Fahne Nr. 51/52, Köln 22.12.1976, S. 5

KPD_Rote_Fahne_1976_51_10


31.08.1977:
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr. 30 (vgl. 17.8.1977, 14.9.1977) heraus und berichtet u.a. vom Arbeitsschutz bei Bayer Leverkusen.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr. 30, Frankfurt 31.8.1977

11.09.1977:
Heute erscheint ein Extra der 'Chile Solidarität' (vgl. 1.1.1977) - Zeitung zur Unterstützung des chilenischen Widerstands mit dem Artikel "'…denn es darf nicht vergessen werden, dass auch die Arbeiter in Deutschland unsere Klassenbrüder sind.'" zum unter der Überschrift "Bayer-Arbeiter bitten deutsche Kollegen um Solidarität" dokumentierten Brief aus Peru an die IG Chemie bei Bayer Leverkusen.
Q: Chile Solidarität Extra, Freiburg 11.9.1977, S. 8

Chile100


September 1978:
In Berlin erscheint die 'Betrieb und Gewerkschaft' - Zeitung für die Arbeiter und Angestellten der chemischen Industrie Nr. 48 (vgl. Apr. 1977, März 1979) mit dem Artikel "Bayer Leverkusen: 60 fortschrittliche Gewerkschafter aus der IG Chemie ausgeschlossen" wegen Kandidatur zu den Betriebsratswahlen (BRW) auf der Liste "Gewerkschafter für einen besseren Betriebsrat".
Q: Betrieb und Gewerkschaft Nr. 48, Berlin Sept. 1978, S. 8

Berlin_Schering142


13.08.1979:
In Frankfurt gibt die Zelle Hoechst des KBW ihre 'Kommunistische Volkszeitung - Betriebsausgabe' (vgl. 23.7.1979, 10.9.1979) heraus mit dem Artikel "Tariflohn und übertarifliche Zulage bei Bayer".
Q: Kommunistische Volkszeitung - Betriebausgabe Hoechst, Frankfurt 13.8.1979, S. 2f

Frankfurt_Hoechst284

Frankfurt_Hoechst285


19.11.1979:
In Frankfurt gibt die Zelle Hoechst des KBW ihre 'Kommunistische Volkszeitung für die Belegschaft der Hoechst AG' (vgl. 5.11.1979, 3.12.1979) heraus mit dem Artikel "Bayer Betriebsrenten - viel Spaltung für wenig Geld".
Q: Kommunistische Volkszeitung für die Belegschaft der Hoechst AG, Frankfurt 19.11.1979, S. 2

Frankfurt_Hoechst316


Dezember 1979:
Bei Hoechst Offenbach erscheint die 'Arbeiter-Zeitung' (AZ - vgl. Aug. 1979, März 1980) Nr. 14 mit dem Artikel "Feiertagszuschlag am 17. Juni" der bei Bayer Leverkusen gezahlt wird.
Q: Arbeiter-Zeitung für die Belegschaft der Hoechst AG Werk Offenbach Nr. 14, Frankfurt Dez. 1979, S. 5

Offenbach_Hoechst017


28.07.1980:
Die Zelle Lüneburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Volkszeitung für die Beschäftigten von Fibrit' (vgl. 14.7.1980, 11.8.1980) heraus mit dem Artikel "Monatslohn Hoechst und Bayern: Auf was man sich nicht einlassen kann, was man nutzen kann".
Q: Kommunistische Volkszeitung für die Beschäftigten von Fibrit, Hamburg 28.7.1980

Lueneburg_Fibrit042


25.08.1980:
Die Zelle Lüneburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Volkszeitung für die Beschäftigten von Fibrit' (vgl. 11.8.1980, 8.9.1980) heraus mit dem Artikel "Nachreaktion soll Ursache gewesen" für die Explosion bei Bayer Leverkusen.
Q: Kommunistische Volkszeitung für die Beschäftigten von Fibrit, Hamburg 25.8.1980, S. 1

Lueneburg_Fibrit049


Mai 1981:
Laut KB erhält bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei Bayer Leverkusen vermutlich im Mai die oppositionelle 'Liste für durchschaubare Betriebsratsarbeit' zwei Sitze. Zunächst allerdings vermeldete der KB die Erringung von vier Sitzen durch 1 482 Stimmen.

Die KPD (vgl. Juni 1981) berichtet:"
Vier Betriebsräte konnte die oppositionelle Liste 'Kolleginnen und Kollegen für eine durchschaubare Betriebsratsarbeit' im Chemiegroßbetrieb Bayer erreichen. Sie erzielte sowohl im Arbeiter- als auch im Angestelltenbereich je 2 Sitze. Die Liste erhielt 1 482 Stimmen. Gegen 10 der elf Kandidaten wurden schon vor der Wahl Ausschlußverfahren eingeleitet (der elfte war bereits ausgeschlossen)."
Q: Arbeiterkampf Nr. 202 und 204, Hamburg 25.5.1981 bzw. 22.6.1981, S.37 bzw. 19; Harte Bandagen Nach den Betriebsratswahlen: Gewerkschaftsausschlüsse, Hamburg Juni 1981, S. 3

Letzte Änderung: 25.09.2018