Kommunistische Studentenorganisation (KSO)
Sympathisantenorganisation des KSV an der Uni Bremen (1972-1973)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 28.6.2024

Die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) war die Sympathisantenorganisation des KSV an der Uni Bremen und gab dort u. a. ihre "Kommunistische Studentenpresse" und Flugblätter heraus.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

15.04.1972:
Vermutlich in der 2. oder 3. April-Woche gibt die Kommunistische Studentenorganisation (KSO), Sympathisantenorganisation des KSV, an der Bremer Uni ihre "Kommunistische Studentenpresse" mit der "Plattform der KSO" heraus. Darin wird u. a. erklärt: "Die Notwendigkeit einer kommunistischen Organisation an der Bremer Universität ergibt sich aus der bisherigen Politik, die die bereits existierenden Gruppen im vergangenen Semester hier getrieben haben." (S. 2)
Inhalt:
- Plattform der KSO
- Kampf den Reformillusionen
- Kampf der kapitalistischen Ausbildung. Für eine Ausbildung im Dienste des Volkes
- Hoch die internationale Solidarität

Agitiert wird u. a. gegen die Politik der "Roten Liste". Sie würden die "schlechtesten, organisationsfeindlichen Traditionen der Studentenbewegung fortsetzen und können keine kommunistische Bündnispolitik entwickeln". (ebd.) Eingeladen wird zu einem Teach-in am 27.4.72
Parolen sind:
- Kampf dem US-Imperialismus, dem Hauptfeind der Menschheit!
- Kampf dem Revisionismus!
Quelle: KSO: Kommunistische Studentenpresse (Plattform der KSO), Bremen, o. J. (15. April 1972).

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10.07.1972:
Vermutlich um den 10.7. gibt die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) an der Uni Bremen das Flugblatt "Berufs-'Praxis' (?)-Projekt" heraus. Dazu heißt es u. a. "Die Aufgabe eines Berufspraxisprojekts kann nur sein, bereits vorliegende Analysen zu spezifizieren und zu aktualisieren". (S. 2) Man müsse nun "für eine sinnvolle Behandlung der Berufspraxis kämpfen". (ebd.)
Parolen sind:
- Kampf der kapitalistischen Ausbildung!
- Für eine Ausbildung im Dienste des Volkes!
Aufgerufen wird zu einem Meeting zur Situation der Ausbildung der Naturwissenschaftler am 13.7.72.
Q: KSO: Berufs-"Praxis"(?)-Projekt, FB, Bremen, o. J. (10. Juli 1972).

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11.07.1972:
Vermutlich zum 11. oder 12.7. gibt die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) an der Uni Bremen das Flugblatt "Infothek: Wunderwaffe gegen die Bremer Planungsanarchie?" heraus. Zur "Infothek" heißt es u.a.: "Infothek, insbesondere Computerunterstützte Unterrichtstechnologie ist nur dann sinnvoll, wenn sie sich den Projekten völlig unterordnet." (S. 2)
Parolen sind:
- Kampf der kapitalistischen Ausbildung!
- Für eine Ausbildung im Dienste des Volkes!
Aufgerufen wird zu einem Meeting zur Situation der Ausbildung der Naturwissenschaftler am 13.7.72.
Q: KSO: Infothek: Wunderwaffe gegen die Bremer Planungsanarchie?, FB, Bremen, o. J. (11. Juli 1972).

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25.10.1972:
Vermutlich zum 25.10. gibt die KSO das Flugblatt zu einem Verbotsantrag gegen den KB Bremen (18. September 1972) "Solidarität mit dem KBB" heraus, der auf einem Eilantrag der CDU-Fraktion in der Bremer Bürgerschaft beruht. Aufgerufen wird zu einem Teach-In am 25.10., das der KBB, KSB und KSO veranstalten.
Parolen sind:
- Kampf der Illegalisierung sozialistischer und Kommunistischer Organisationen!
- Weg mit dem KPD-Verbot!
Quelle: KSO: Solidarität mit dem KBB, FB, Bremen, o. J. (25. Oktober 1972).

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1973:
Vermutlich 1973 gibt die die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) an der Uni Bremen eine Ausgabe "Dem Volke dienen" zum "Bremer Modell" und zur "Drittelparität" heraus. Die KSO will den "Kampf um eine Aktionseinheit aller fortschrittlichen Studenten und anderen Angehörigen der Universität führen unter den Parolen: Für die Drittelparität als Schutzbastion im Kampf gegen die kapitalistische Ausbildung. Den Kampf um die Drittelparität verbinden mit dem Kampf gegen Reformillusionen!" (S. 2)
Q: KSO: Dem Volke dienen, FB, Bremen, o. J. (1973).

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1973:
Vermutlich 1973 gibt die KSO das Flugblatt "Wer ist die NOF?" heraus.
Informiert wird u. a. über die "Neue Ordinarien Fraktion" (NOF).
Parolen sind u. a.:
- Kampf der kapitalistischen Ausbildung!
- Für eine Ausbildung im Dienste des Volkes!
Q: KSO: Wer ist die NOF?, FB, Bremen, o. J. (1973).

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1973:
Vermutlich 1973 gibt die KSO ein Flugblatt zum "Bremer Modell" heraus. Informiert wird u. a. über die "Drittelparität". Der Weg dorthin "stellt keinen Schritt auf dem Weg zum Sozialismus dar, sondern ist Abwehr gegen die Verschlechterung der Positionen, von der aus der Kampf an der Hochschule in der jetzigen Etappe geführt wird". (S. 2)
Parolen sind:
- Kampf der kapitalistischen Ausbildung!
- Für eine Ausbildung im Dienste des Volkes!
- Den Kampf um die Drittelparität verbinden mit dem Kampf gegen Reformillusionen
Q: KSO: Dem Volke dienen (zum Bremer Modell), FB, Bremen, o. J. (1973).

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1973:
Vermutlich Anfang 1973 gibt die KSO das Flugblatt "Kampfprogramm. Stärkt die Kampffront. Rein in die Kampfkomitees. Vorwärts zum Streik! Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf" heraus.
Informiert wird u. a. über den Entwurf des Bildungssenators Thape und seinen "Entwurf zur wissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an Gymnasien". (S. 1)
- Parolen sind u. a.:
- Kampf gegen die kapitalistische Ausbildung!
- Für eine Ausbildung im Dienste des Volkes!
- Keine Einführung von Klausuren!
- Weg mit der Benotung für 'Bestanden' und 'Nicht bestanden'!
- Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf!"
- Kampf der verschärften Staatsaufsicht!
Q: KSO: Kampfprogramm. Stärkt die Kampffront. Rein in die Kampfkomitees. Vorwärts zum Streik! Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf, FB, Bremen, o. J. (1973).

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16.01.1973:
Vermutlich heute oder nach dem 16.1. gibt die KSO das Flugblatt "SHB/MSB hintertreiben VV-Beschlüsse!" heraus.Informiert wird u. a. über eine Uni-VV, Berufsverbote und den AStA: Parole: Weg mit dem SHB/MSB AStA!
Q: KSO: SHB/MSB hintertreiben VV-Beschlüsse!, FB, Bremen, o. J. (16. Januar 1973).

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März 1973:
Vermutlich im März gibt die KSO das Flugblatt "Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf! Sofortige Aufnahme des Streiks!" heraus. Informiert wird u. a. über einen "Entwurf der UNI-Bürokratie". (S. 1) Danach sei der "Thape-Entwurf" eine "reaktionäre Ausrichtung der Inhalte des Studiums, die verschärfte Staatsaufsicht in den Prüfungen". (ebd.) Aufgerufen wird zum Streik: "Für aktiven Streik, der auf wöchentlichen VVs bestätigt wird". (S. 2)
Parolen sind u. a.:
- Für einheitliche Studiengänge!
- Für eine einheitliche, einphasige Lehrerausbildung!
- Volles Stimmrecht für die in den Prüfungsgremien sitzenden Studenten!
- Uneingeschränkte Öffentlichkeit!
- Keine Einführung von Klausuren!
- Für eine geschlossene Kampffront gegen die reaktionäre Politik von SPD-Bildungssenator Thape!
- Organisiert Euch in den Kampfkomitees!
Q: KSO: Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf! Sofortige Aufnahme des Streiks!, FB, Bremen, o. J. (März 1973).

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April 1973:
Vermutlich im April gibt die KSO das Flugblatt "Schulung zum 1. Mai" heraus.
Informiert wird u. a. über die Schulung zum 1. Mai. Sie soll klarmachen "aufgrund welcher theoretischer Überlegungen und praktischer Erfahrungen die KPD unter dieser Hauptparole demonstriert und wie sie ihren Kampf gegen Monopolkapital und SPD-Regierung, gegen US- und Sozialimperialismus führen wird". (S. 2) Zur 1. Sitzung soll nach Möglichkeit studiert werden:
- Maiaufruf der KPD
- RGO-Broschüre
- Rote Fahne (RGO-Artikel)
- Wahrheit Nr. 2/1973
- KAZ Nr. 3/1973
- UZ Nr. 13/73
Q: KSO: Schulung zum 1. Mai, FB, Bremen, o. J. (April 1973).

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April 1973:
Vermutlich im April gibt die KSO das Flugblatt "Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf. Vorgelegt von der KSO" heraus.
Informiert wird u. a. über den "reaktionären Entwurf zur wissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an Gymnasien". (S. 1) Der Entwurf sei eine "Verschärfung der reaktionären Ausrichtung des Studiums". (ebd.) Das "Kampfkomitee" fordert u. a. eine VV für den 26.4. Die VV möge "den sofortigen aktiven und unbefristeten Streik beschließen". (S. 3) Parole: Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf!
Q: KSO: Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf. Vorgelegt von der KSO, FB, Bremen, o. J. (April 1973).

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Mai 1973:
Vermutlich im Mai gibt die KSO das Flugblatt "Rein in die Kampfkomitees - Vorwärts zum Streik!" heraus.
Informiert über eine VV gegen den "Thape-Entwurf". Der Streik soll zunächst vom 14.5. bis zum 18.5. andauern. Gebildet werden soll ein Streikrat. Die "politische Zielrichtung des Kampfes sei: Weg mit dem reaktionären Thape-Entwurf!" (S. 2) Parole: Vorwärts zum Streik!
Q: KSO: Rein in die Kampfkomitees - Vorwärts zum Streik, FB, Bremen, o. J. (Mai 1973).

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Mai 1973:
Vermutlich im Mai gibt die KSO das Flugblatt "Den Streik fortsetzen" heraus. Informiert wird u. a. über die erste Streikwoche vom 14.-18.5. gegen den Thape-Entwurf. Aufgefordert wird zur "Weiterführung des Streiks".
Q: KSO: Den Streik fortsetzen, FB, Bremen, o. J. (Mai 1973).

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Juni 1973:
Vermutlich im Juni gibt die KSO das Flugblatt "Kommt zu den Schulungsgruppen der KSO: Die Hauptsache ist, dass man verstehen lernt" heraus.
Dazu heißt es: "Es gilt zu lernen, den Teilbereich Hochschule insgesamt in die Klassenfronten einzugliedern und von daher die Richtung unseres Kampfes zu bestimmen". (S. 2) Anhand der Schulungsbroschüren des KSV soll behandelt werden:
- Kampf dem Abbau der demokratischen Rechte des Volkes
- Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft
- Lohn-Preis-Spirale
- Kampf der kapitalistischen Ausbildung
- Kritik des Hochschulprogramms von MSB/Spartakus.
Aufgerufen wird zur ersten Sitzung der Schulungsgruppe der KSO am 14.6.
Q: KSO: Kommt zu den Schulungsgruppen der KSO: Die Hauptsache ist, dass man verstehen lernt, FB, Bremen, o. J. (Juni 1973).

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22.11.1973:
Vermutlich heute gibt die KSO das Flugblatt "Der reaktionäre AStA versucht, die politische Diskussion um die Satzung zu verhindern" heraus.
Informiert wird u. a. über den Satzungsvorschlag der KSO. SHB und MSB wollen "diesen Entwurf mit allen Mitteln unterdrücken". (S. 2)
Parolen sind:
- Sofortige Veröffentlichung des KSO-Entwurfs durch den ASTA!
- Für das allgemeine politische Mandat!
- Für den KSO-Entwurf zur Studentenschaftssatzung!
- SHB/MSB: Raus aus dem AStA!
Q: KSO: Der reaktionäre AStA versucht, die politische Diskussion um die Satzung zu verhindern, FB, Bremen, o. J. (22. November 1973).

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25.11.1973:
Vermutlich um den 25.11. herum gibt die die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) an der Uni Bremen das Flugblatt "'Bremer Konsens' - Maske für volksfeindliche Wissenschaft und politische Disziplinierung" heraus. U. a. wird dazu erklärt: "Der Bremer Konsens ist also nichts weiter als eine Variante der SPD zur Niederhaltung der Kämpfe an den Hochschulen, er ist der Schleier, hinter dem die kapitalistische Wissenschaft und Ausbildung ungestört ihren volksfeindlichen Geschäften nachzugehen". (S. 1) Aufgerufen wird zu einem "Tribunal gegen imperialistische Wissenschaft und Polizeiuniversität" am 29.11. (S. 2)
Q: KSO: "Bremer Konsens" - Maske für volksfeindliche Wissenschaft und politische Disziplinierung, FB, Bremen, o. J. (25. November 1973).

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Dezember 1973:
Vermutlich im Dezember gibt die KSO das Flugblatt "Antrag der KSO an die Lehrer-VV" heraus. Informiert wird u. a. über die "Besoldung für alle Lehrer. Aufgerufen wird zu einem eintägigen Warnstreik am 11.12.
Parolen sind u. a.:
- Kampf der politischen Disziplinierung!
- Kampf den reaktionären Staatseingriffen des SPD-Senats!
- Solidarität mit dem Kampf der Lehrer!
Unterstützt den Vorschlag der KSO!
Q: KSO: Antrag der KSO an die Lehrer VV, FB, Bremen, o. J. (Dezember 1973).

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Dezember 1977:
Vermutlich im Dezember gibt die KSO das Flugblatt "Keine Disziplinierung von Prof. Jens Scheer" heraus. Informiert wird u. a. über die Verfolgung gegen Jens Scheer, dem "Hausverbot" droht.
Parolen sind u. a.:
- Kein Disziplinarverfahren gegen Professor Jens Scheer!
- Für freie politische Betätigung in Ausbildung und Beruf!
- Weg mit dem Berufsverbot
Q: KSO: Keine Disziplinierung von Prof. Jens Scheer, FB, Bremen, o. J. (1977)

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05.12.1977:
Vermutlich heute geben das Regionalkomitee Wasserkante des KSV und die KSO (Sympathisantenorganisation des KSV) an der Uni Bremen das Flugblatt "Die reaktionäre Offensive der SPD gegen kommunistische und fortschrittliche Studenten und Dezenten rollt: Bremer Uni - Schritt für Schritt zur Polizeiuniversität" heraus.
Informiert wird u. a. über einen Spruch des Uni-Kanzlers Maß: "Wir werden jetzt mit allen Mitteln gegen Euch vorgehen". Dieser habe gegen Jens Scheer "ein Disziplinarverfahren eingeleitet, da sich Scheer an einer spontanen Protestversammlung gegen die Gründungsveranstaltung der Spitzel- und Denunziantenbande RCDS beteiligt hatte". (S. 1) Aufgerufen wird zu einer VV (5.12.) unter dem Thema: "Kampf den reaktionären Staatseingriffen, Kampf der politischen Disziplinierung durch den SPD-Senat". (S. 2) Am 11.12. soll ein eintägiger Warnstreik stattfinden.
Parolen sind u. a.:
- Kampf der politischen Disziplinierung fortschrittlicher und kommunistischer Studenten und Dozenten!
- Kampf den reaktionären Staatseingriffen des SPD-Senats!
Q: KSV/KSO: Die reaktionäre Offensive der SPD gegen kommunistische und fortschrittliche Studenten und Dezenten rollt: Bremer Uni, Schritt für Schritt zur Polizeiuniversität, FB, Bremen, o. J. (5. Dezember 1977).

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Letzte Änderung: 28.06.2024