Braunschweig - DKP-Hochschulgruppe: 'Der Kommunist' (1971-1973)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 5.3.2020


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Es kann hier nur eine Ausgabe des 'Kommunist' der Hochschulgruppe Braunschweig der DKP vorgestellt werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Juni 1971:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt die Nr. 2 ihrer Zeitung 'Der Kommunist - Ausgabe Braunschweig' (vgl. Nov. 1972) heraus mit dem Leitartikel "Bundeswehr hat wieder zugegriffen" zum Wohnheim der Höheren Fachschule für Sozialarbeit in der Grünewaldstraße 12.

Weitere Artikel sind:
- "TU-Report: Die Situation bei den Psychologen verschärft sich!";
- "Kein Geld für Vorlesung" am Institut für Mathematik;
- "Provokation der Profs: sie wählten Henze" vom BfDW zum Rektor;
- "Forschung im Dienste der Rüstung";
- "Freiheit für die KPD!" zum KPD-Verbot;
- "'Jugend braucht starke DKP' - 1. Jugendkonferenz der DKP in Hannover / Kampfdemonstration unter roten Fahnen" am 8.5.1971;
- "Mit aktiver Lohnpolitik gegen Arbeitsplatzgefährdung und für Kaufkraftsicherung";
- "Einige kritische Bemerkungen" zur Einrichtung von Fachhochschulen (FHS);
- "'Mit Spartakus - im Spartakus' Marxistischer Studentenbund gegründet" zum MSB, aus der 'UZ' Nr.22;
- "Wer gab Urbach die Bomben?" zur RAF, aus der 'UZ'.
Quelle: Der Kommunist - Ausgabe Braunschweig Nr. 2, Braunschweig Juni 1971

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25.09.1971:
Die DKP Niedersachsen beginnt in Braunschweig ihre zweitägige 2. Bezirksdelegiertenkonferenz (vgl. 6.10.1973), auf der u.a. festgestellt wird, daß man in Niedersachsen in 10 Betrieben des Fahrzeugbaus, in 7 Elektro- und Optikbetrieben, 3 Stahl- und Walzwerken, 13 Chemiebetrieben und 7 Textilbetrieben Betriebszeitungen herausgebe sowie 20 Orts- bzw. Stadtteilzeitungen und drei 'Kommunist' der Hochschulgruppen Braunschweig, Göttingen und Hannover.
Q: DKP Informationen Nr.8,Hannover 1.10.1971

November 1972:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt eine Ausgabe ihres 'Der Kommunist' (vgl. Nov. 1971, 4.12.1972) heraus.
Q: Kommunist, Braunschweig Nov. 1972

04.12.1972:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt vermutlich in dieser Woche die Dezemberausgabe ihres 'Der Kommunist' (vgl. Nov. 1972, 18.12.1972) heraus, in der sie sich u.a. mit dem Ausgang der Bundestagswahlen (BTW) (vgl. 19.11.1972) befaßt.
Q: Kommunist, Braunschweig Dez. 1972

18.12.1972:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt vermutlich in dieser Woche ein Extra ihres 'Der Kommunist' (vgl. 4.12.1972, 15.1.1973) mit einem Aufruf zur Vietnamdemonstration (vgl. 20.12.1972) heraus.
Q: Kommunist Extra, Braunschweig Dez. 1972

15.01.1973:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 1 ihres 'Der Kommunist' (vgl. 15.12.1972, Feb. 1973) mit einem Aufruf zur Vietnamdemonstration in Dortmund (vgl. 20.1.1973) heraus.
Q: Der Kommunist Nr. 1, Braunschweig 1973

Februar 1973:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt vermutlich im Februar die Nr. 2 ihres 'Der Kommunist' (vgl. 18.12.1972, Apr. 1973) heraus, die uns bisher leider nicht vorlag.
Q: Der Kommunist Nr. 1 und 3, Braunschweig 1973

April 1973:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt vermutlich im April die Nr. 3 ihres 'Der Kommunist' (vgl. Feb. 1973, Mai 1973) heraus, in der sie sich u.a. mit der 'UZ' als Tageszeitung befaßt und einen Aufruf zum 1. Mai verbreitet.
Q: Der Kommunist Nr. 3, Braunschweig 1973

Mai 1973:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt vermutlich im Mai die Nr. 4 ihres 'Der Kommunist' (vgl. Apr. 1973, Juni 1973) heraus.
Im Leitartikel heißt es:"
IST BFDW-HENZE ALS REKTOR AN DER TU NOCH TRAGBAR?

Das Mitglied des Bundes Freiheit der Wissenschaft (BFdW, d. Vf.) und Rektor der TU Braunschweig greift zu jedem Mittel, sei es legal oder illegal, um freie Meinungsäußerung an der Uni zu unterdrücken.
Mit Plakatierungsverboten, Behinderung von Büchertischen, Polizeieinsatzmaßnahmen und Strafandrohungen gegen Studenten hat er sich eindeutig an die Spitze der reaktionären Hochschullehrer gesetzt. War ihm bisher das Vorschaltgesetz, das Berufsverbot (BV, d. Vf.), das geplante NHG (Niedersächsisches Hochschulgesetz, d. Vf.) nicht Garantie genug dafür, jede Art von demokratischer Betätigung an der Hochschule zu unterdrücken, greift er jetzt in Einzelaktionen zu Maßnahmen, die die Erinnerung an Bücherverbrennungen, die Vorgänge an der Uni Athen (in Griechenland, d. Vf.) und andere faschistische Methoden der Meinungsunterdrückung wach werden lassen.

Im Bildungsbereich wird also, das läßt sich ersehen, zu ähnlichen Maßnahmen der Meinungsunterdrückung gegriffen, wie sie in den Betrieben der BRD durch das Verbot der KPD, das reaktionäre BVG (Betriebsverfassungsgesetz, d. Vf.), und den Rausschmiß fortschrittlicher Jugendvertreter (JV, d. Vf.) seit langem üblich sind.
Das geplante NHG und das HSRG (HRG - Hochschulrahmengesetz, d. Vf.) lassen befürchten, daß die Unterdrückungsmaßnahmen Henzes staatlich sanktioniert werden. Die Absicht, die verfaßte Studentenschaft zu zerschlagen, Mitbestimmungsrecht im Bildungsbereich zu verhindern, Leistungsdruck zu verschärfen, Regelstudienzeit einzuführen, zeigen, daß auch die SPD-Führung und der sich fortschrittlich gebärdende von Oertzen den Auftrag der Monopole treu erfüllen.
Daher sind die Henzes, Löwenthals und andere nur der sichtbare Teil eines Kataloges von Maßnahmen, die die politische Disziplinierung der arbeitenden und lernenden Bevölkerung vorantreiben.

Daß dabei einige kleinbürgerliche Anarchisten vom Schlage des 'K'SV (KSV der KPD, d. Vf.), des 'K'SB (KSB des KB Braunschweig bzw. bald des KBW, d. Vf.) und andere Hilfestellung leisten, sei hier nur am Rande vermerkt. Die SPD/FDP Regierung ist ursprünglich mit der Forderung angetreten, mehr Demokratie zu wahren. Heute, nach fast drei Jahren, merkt man davon weniger denn je.

In den Verträgen mit den sozialistischen Ländern nimmt die friedliche Auseinandersetzung der Systeme einen breiten Raum ein. In der BRD sieht die Verwirklichung dieser Verträge so aus, daß man Kommunisten und andere Demokraten mit Berufsverboten (BV, d. Vf.) belegt und solche Reaktionäre wie Henze ungestört wirken läßt.
Als einzige Partei hat die marxistische Arbeiterpartei der BRD, die DKP, die Situation im Bildungsbereich richtig eingeschätzt."

Es folgen längere Passagen aus den Vorschlägen der DKP "Für eine demokratische Hochschulreform, vor allem zur Mitbestimmung und es wird so fortgefahren:"
In diesem Kampf behaupten nun auch einige sich links nennende Gruppierungen den Studenten in ihrem berechtigtem Kampf eine richtige Perspektive zu geben. Für sie, insbesondere für den sogenannten 'K'SV ist nun der 'Revisionismus' der DKP und des MSB (MSB Spartakus, d. Vf.) der Hauptfeind."

Aufgerufen wird zum 'UZ' und Betriebszeitungs-Pressefest (vgl. 30.6.1973).

Weitere Artikel sind "Weg mit dem reaktionären Niedersächsischen Hochschulgesetz!" (NHG, d. Vf.) und "Auf allen Gebieten: Konsequente Friedenspolitik" zum Breschnew-Besuch.
Q: Der Kommunist Nr. 4, Braunschweig 1973

Juni 1973:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt vermutlich im Juni die Nr. 5 ihres 'Der Kommunist' (vgl. Mai 1973) heraus, welches die letzte uns derzeit vorliegende Ausgabe ist.
Q: Der Kommunist Nr. 5, Braunschweig 1973

Letzte Änderung: 05.03.2020