III. Parteitag der KPD/ML:
Bericht über die Tätigkeit des 3. ZK / Programm und Statut (1977)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 22.3.2022

Der III. ordentliche Parteitag war für die Organisation richtungsweisend. Auf ihm wurde u. a. als "Höhepunkt" und "größter Erfolg" das "Programm der KPD/ML" verabschiedet. Die KPD/ML würde damit "zum ersten Mal seit dem Aufkommen des modernen Revisionismus in Deutschland wieder über ein wissenschaftliches Programm verfügen". Verabschiedet wurde auch ein Statut. Der Parteitag wählte zudem "die neue Zentrale Parteikommission und das 4. Zentralkomitee". Der Parteitag fand in zwei Teilen, einem nicht-öffentlichen und einem öffentlichen, Dezember 1976 und Februar 1977, statt. Die Abschlussveranstaltung war am 5.2.1977 in Ludwigshafen. Als ein weiterer "größter Erfolg" der Tätigkeit der KPD/ML wurde die "Gründung der Sektion DDR der KPD/ML" bezeichnet.

Auffällig war am Bericht des ZK, dass er die sonst überschwänglich gerühmten Mao Tsetungideen nicht mehr als korrekte Grundlage der Politik der Partei in Betracht zog. Davon zeugte auch der Bericht über die "Internationale Lage", der stets mit der Betrachtungen Maos zur Weltlage endete. Es wurden nur die Statements von Hoxha wiedergegeben. Selbst auf der Abschlusskundgebung in Ludwigshafen fielen die sonst üblichen Lobreden auf Mao weg. Er wurde nur da zitiert, wo es um seine geschichtliche Rolle ging. Überschwänglich dagegen wurde Enver Hoxha gefeiert.

1977 war das Jahr des Beginns der Debatte um die "Drei-Welten-Theorie" und der Verdienste Maos, die das Lager der Marxisten-Leninisten in der BRD und in vielen anderen Ländern spaltete ("Blockbildung"). Die Beilage im "Roten Morgen" Nr. 11/1977 zeugte davon bereits deutlich. Kurz nach dem III. Parteitag war somit die Vorstufe der Abwendung der KPD/ML von Mao Fakt geworden. Im "Roten Morgen" Nr. 31 vom 4. August 1978 hegten die chinesischen Führer bereits "Supermachtträume". Der Kopf Maos verschwand mit der Nummer 32 von der Titelseite des RM.

Kurze Zeit später schlug sich die KPD/ML vollends auf die Seite der Albaner, die die "3-Welten-Theorie" als "opportunistische Strömung" bezeichneten. Sie würde "unter der Fahne der Bekämpfung des 'russischen Sozialimperialismus' u. a. die Zusammenarbeit mit dem US-Imperialismus einfordern. Das Wesentliche an der neuen Strömung sei die "Propagierung der Klassenzusammenarbeit, das Eintreten für die Unterwerfung des Proletariats unter den Imperialismus". (KPD/ML (Roter Morgen): "Die 'Theorie der drei Welten' - eine marxistisch-leninistische Theorie? Zu den Thesen der neuen opportunistischen Strömung", 1980.

Der Parteitagsbericht mit der halbherzigen Korrektur der "Kieler Rede" von Ernst Aust vom März 1975 und des Versuchs der Bestimmung bzw. Neubestimmung eines "Hauptfeindes", "Kampf zweier Linien", "Zerschlagung von Fraktionen" sowie der ewige Grundsatz der "Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML" gaben viele Hinweise auf das Verständnis der KPD/ML vom Marxismus. Und, was ebenso wichtig war, war die fehlende kritische Urteilsfähigkeit über die politischen Verhältnisse, die etwa in den Abschnitten "Schafft rote Kampfabteilungen", "Bündnisschmiedung der Arbeiter und Bauern" oder "Die drei Hauptfronten des Klassenkampfes" zutage traten. Der III. Parteitag war somit eigentlich nur die Fortsetzung des "Außerordentlichen Parteitages" vom Dezember 1971 und dem II. Parteitag (Juli 1972). Der Unterschied zu den beiden vorhergegangenen lag einfach nur darin, dass die KPD/ML vor allem mit ihrem Programm alte Fehler überwinden wollte, etwa den "Linksopportunismus" und die Überwindung der Abweichler. Dass dem nicht so war, ist bekannt.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Oktober 1976:
Zum 3. Parteitag der KPD/ML erscheint im theoretischen Organ "Der Weg der Partei" der "Entwurf des Programms der KPD/ML", der auf dem Parteitag verabschiedet werden sollte.
Quelle: ZK der KPD/ML (Hrsg.): Der Weg der Partei, Nr. 4, Dortmund, Oktober 1976.

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19.11.1976:
Im "Roten Morgen" Nr. 47 vom November 1976 erscheint der "Programmentwurf der KPD/ML". Dazu heißt es:
"Soeben ist die Nummer 4 des theoretischen Organs unserer Parte: "Der Weg der Partei' erschienen. Sie enthält den 'Entwurf zum Programm der KPD/ML'. Die auf Beschluss des Zentralkomitees erfolgte Veröffentlichung des Programmentwurfs ist für unsere Partei, für die revolutionäre Bewegung und die Arbeiterklasse unseres Landes von weitreichender Bedeutung. Der Programmentwurf unserer Partei fasst die Grundlagen des Marxismus-Leninismus, die Lehren aus der Geschichte der internationalen und der deutschen Arbeiterbewegung zusammen, verteidigt sie entschieden gegen ihre vollständige Verfälschung durch den modernen Revisionismus und wendet sie auf die konkreten Bedingungen der proletarischen Revolution in Deutschland, die im Zusammenhang mit der internationalen Lage analysiert werden, an. Der Programmentwurf weist damit der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen Deutschlands den einzigen Weg ihrer Befreiung aus der kapitalistischen Lohnsklaverei: den Weg der gewaltsamen sozialistischen Revolution und der Errichtung bzw. Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats in beiden deutschen Staaten, des Kampfes für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland und der Weiterführung der Revolution bis zum weltweiten Triumph des Kommunismus."
Aufgerufen wird zur Diskussion.
Q: Roter Morgen, Nr. 47, 19. November 1976.

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Januar 1977:
Es erscheint der "Bericht über die Tätigkeit des 3. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten. Erstattet auf dem III. Parteitag der KPD/ML". Im "Kommuniqué", das am 31.12.1976 verabschiedet wurde, wird u. a. ausgeführt: "In einer begeisternden, revolutionären und kämpferischen Atmosphäre ist der III. ordentliche Parteitag der KPD/ML zusammengetreten und hat seine wichtigen Aufgaben, deren Lösung für den weiteren Aufbau unserer Partei und für die Entwicklung des Klassenkampfes des Proletariats und der Werktätigen in ganz Deutschland von historischer Bedeutung ist, mit großem Erfolg erfüllt.

Nach der Eröffnung des Parteitages durch den Genossen Ernst Aust, Vorsitzender des Zentralkomitees der KPD/ML, ehrten die Delegierten alle Kämpfer des internationalen Proletariats und der kommunistischen Weltbewegung, die, wie unser vom Klassenfeind ermordeter Genosse Günter Routhier, seit dem II. Parteitag der KPD/ML im Kampf gegen den Imperialismus gefallen sind. Der Parteitag gedachte besonders des verstorbenen Vorsitzenden des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, des großen Lehrers und Führers des Weltproletariats, Genossen Mao Tsetung.

Einhellig begrüßten die Delegierten den Rechenschaftsbericht des 3. Zentralkomitees der KPD/ML, der die nationale und internationale Lage vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus aus analysiert und die Erfahrungen des Kampfes unserer Partei - sowohl die großen Erfolge als auch die Fehler - zusammenfasst. Mit besonderer Begeisterung wurde von den Delegierten der Teil des Berichts aufgenommen, in dem Genosse Ernst Aust die Lehren aus dem Kampf unserer Partei zog und die zukünftigen Aufgaben der Partei aufzeigte. Wie der Bericht des Zentralkomitees wurde auch der Bericht über die Tätigkeit der Zentralen Parteikontrollkommission vom Parteitag einstimmig angenommen.

Höhepunkt des III. Parteitages war die Verabschiedung des Programms der KPD/ML. (…) Damit verfügt die Arbeiterklasse unseres Landes zum ersten Mal seit dem Aufkommen des modernen Revisionismus in Deutschland wieder über ein wissenschaftliches Kampfprogramm. Einstimmig wurde auch das neue Statut unserer Partei vom Parteitag verabschiedet. Das ist ein weiterer großer Erfolg des III. Parteitages. (…) Der Parteitag wählte die neue Zentrale Parteikontrollkommission und das 4. Zentralkomitee der KPD/ML.

Der III. Parteitag unserer Partei, der mit der Abschlussveranstaltung am 5. Februar in Ludwigshafen beendet werden wird, ist mit der Verabschiedung des Programms und des neuen Statuts ein wichtiger Markstein im Kampf unserer Partei, des Proletariats und der Werktätigen in beiden deutschen Staaten und in Westberlin für die sozialistische Revolution und die Errichtung der Diktatur des Proletariats, für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland. Der siegreiche Verlauf des III. Parteitages, der die marxistisch-leninistische Linie unserer Partei konsequent verteidigt, zusammengefaßt und weiterentwickelt hat, ist ein schwerer Schlag gegen den modernen Revisionismus und die Opportunisten aller Schattierungen. Er ist ein glänzender Ausdruck der festen, auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus beruhenden Einheit und Geschlossenheit unserer Partei. Die Ergebnisse des III. ordentlichen Parteitages, die mit dem Abschluss des Parteitages veröffentlicht werden, weisen unserer Partei, der Arbeiterklasse und den Werktätigen unseres Landes den Weg. Indem wir die korrekte marxistisch-leninistische Linie des III. Parteitages mit verstärkten Anstrengungen in die Tat umsetzen, werden wir mit Sicherheit große Erfolge in unserem Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland erringen.
Es lebe der III. Parteitag der KPD/ML!
Es lebe der Marxismus-Leninismus!
Vorwärts mit der KPD/ML!"

Inhalt ist:
Kommuniqué
BERICHT ÜBER DIE TÄTIGKEIT DES 3. ZENTRALKOMITEES DER KPD/ML
Die internationale Lage
Zur Lage in Deutschland
Der Aufschwung der Klassenkämpfe in Westdeutschland
Zur Lage in der DDR
Der Kampf für die soziale und nationale Befreiung des deutschen Volkes
Feuer auf den Verrat des modernen Revisionismus
Aufbau und Kampf der Partei
Rückblick auf die Zeit seit dem II. ordentlichen Parteitag
Unser größter Erfolg
Das Programm
Weiter im ideologischen Parteiaufbau
Die korrekte Haltung im Kampf zweier Linien
Die Linie der Rechten im Zentralkomitee und der Kampf zur Zerschlagung ihrer Fraktion und Linie
Die Abweichung in der Frage der Kriegsgefahr
Die Lehren des Marxismus-Leninismus meistern
Ohne Aktion keine kommunistische Partei
Die Stärkung und Festigung der Parteiorganisationen
Fehler bei der Behandlung innerparteilicher Kritik
Die Aufnahme- und Kaderpolitik unserer Partei
Der Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML
Der Kampf der Partei für die Einheit der Nation
Die nächsten Kampfaufgaben der Partei
Jeder Betrieb unsere Festung!
Die Jugend, die reinste Flamme der Revolution
Schmiedet das Bündnis der Arbeiter und Bauern
Vorwärts im antimilitaristischen Kampf!
Schafft Rote Kampfabteilungen!
Organisiert die Frauen unter dem Banner der Revolution!
Verstärkt die revolutionäre Agitation und Propaganda!
Eng mit den Massen verbinden
Die drei Hauptfronten des Klassenkampfes
An der Spitze der Kämpfe marschieren
Das Ohr an den Massen haben

ÜBER DAS PROGRAMM DER PARTEI
Referat des Zentralkomitees zur Eröffnung der Diskussion des III. ordentlichen Parteitages über den Entwurf des Parteiprogramms der KPD/ML".
Q: Bericht über die Tätigkeit des 3. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten. Erstattet auf dem III. Ordentlichen Parteitag der KPD/ML, Dortmund, Januar 1977.

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Februar 1977:
Die KPD/ML gibt ihr neues "Programm und Statut", beschlossen auf dem 3. Parteitag im Dezember 1976/Februar 1977, heraus. In der Vorbemerkung dazu heißt es u. a.:
"Werktätige Deutschlands,
der III. ordentliche Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands hat folgendes Programm der KPD/ML beschlossen.

Das Programm unserer Partei hat den wissenschaftlichen Sozialismus, den Marxismus-Leninismus, die unvergänglichen Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao Tsetung und Enver Hoxha zur Grundlage. Es wendet den Marxismus- Leninismus als revolutionäre Methode zur Erkenntnis der Wirklichkeit und ihrer revolutionären Umgestaltung schöpferisch auf die konkreten Bedingungen in Deutschland an.

Das Programm unserer Partei stützt sich auf die heroischen Traditionen der internationalen Arbeiterbewegung: die Traditionen der revolutionären Arbeiter Frankreichs und Deutschlands des Jahres 1848, der unsterblichen Kämpfer und Märtyrer der Pariser Kommune, der Helden der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Russland, der siegreichen Völker Chinas und Albaniens, der Legionen unbekannter und ungezählter Helden, die im Kampf für den Sozialismus und die nationale Befreiung ihr Leben gaben.

Es stützt sich auf die große Tradition der von Marx und Engels begründeten revolutionären deutschen Arbeiterbewegung, der revolutionären deutschen Sozialdemokratie unter der Führung Wilhelm Liebknechts und August Bebels, der von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründeten und von Ernst Thälmann geführten ruhmreichen KPD, der Errichtung des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden, der Hunderttausenden Helden, die in der Novemberrevolution 1918, in den Kämpfen gegen Kapp und Cuno, dem Hamburger Aufstand 1923 und im Widerstand gegen den Faschismus und für die Befreiung der Arbeiterklasse, für ein sozialistisches Deutschland ihr Leben ließen. Die KPD/ML wird diesen revolutionären Kampf fortsetzen.

Die KPD/ML, steht in der Front der Bruderparteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Sie steht fest auf dem Boden der Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung und kämpft konsequent gegen alle Spielarten der bürgerlichen Weltanschauung, des theoretischen und praktischen Opportunismus, besonders gegen den modernen Revisionismus, der zur Spaltung der kommunistischen Weltbewegung, zum Verrat an der Diktatur des Proletariats und am Sozialismus führte.

Der Verrat der modernen Revisionisten, der in Deutschland zur kapitalistischen Entartung der DDR und ihrer Versklavung durch den russischen Sozialimperialismus, zur Entartung von SED, SEW und KPD in bürgerliche, revisionistische, sozialfaschistische Parteien führte, machte es notwendig, die Kommunistische Partei in Deutschland neu zu schaffen. Dies geschah durch die Gründung der KPD/ML am 31. Dezember 1968. Im vorliegenden Programm, das auf der Gründungserklärung der KPD/ML von 1968 und weiteren programmatischen Schriften der Partei, vor allem der Erklärung des Zentralkomitees "Deutschland dem deutschen Volk!" vom Dezember 1973 und der Grundsatzerklärung "Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland" vom September 1976 aufbaut, wurden noch einmal wichtige Grundlagen des Marxismus-Leninismus, wichtige Lehren der Geschichte zusammengefasst, um sie gegen die vollständige Verfälschung durch den modernen Revisionismus zu verteidigen.

Mit diesem Programm wendet sich die KPD/ML an die Arbeiterklasse und die Werktätigen Deutschlands, mit dem Aufruf, sich auf dieser Grundlage zusammenzuschließen, um in der gewaltsamen sozialistischen Revolution die kapitalistische Ausbeuterordnung in Ost- und Westdeutschland zu zerschlagen und die Diktatur des Proletariats zu errichten und ein vereintes, unabhängiges sozialistisches Deutschland aufzubauen". (S. 1ff.)

Der Inhalt des Programms und Statuts gliedert sich wie folgt:

I. DER KAPITALISMUS, SEIN WESEN, SEIN NOTWENDIGER UNTERGANG
- Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitalismus
- Der Imperialismus als höchstes und letztes Stadium des Kapitalismus

II. DIE ALLGEMEINE KRISE DES KAPITALISMUS UND DIE ENTWICKLUNG DER WELTREVOLUTION
- Der erste Weltkrieg und die erste Etappe der allgemeinen Krise des Kapitalismus
-- Methoden des Imperialismus zur Verhinderung der proletarischen Revolution
- Der zweite Weltkrieg und die zweite Etappe der allgemeinen Krise des Kapitalismus
-- Der zweite Weltkrieg
-- Die zweite Etappe der allgemeinen Krise des Kapitalismus nach dem zweiten Weltkrieg
- Die wesentlichen Widersprüche in der heutigen Welt
-- Der Widerspruch zwischen Proletariat und Bourgeoisie in den kapitalistischen (einschließlich den revisionistischen) Ländern
-- Der Widerspruch zwischen den sozialistischen Ländern einerseits und dem Imperialismus, einschließlich des Sozialimperialismus, andererseits
-- Der Widerspruch zwischen den unterdrückten Völkern und Nationen einerseits und dem Imperialismus (besonders den beiden imperialistischen Supermächten) andererseits
-- Widersprüche zwischen den imperialistischen Staaten und Finanzgruppen
-- Die Haupttendenz in der heutigen Welt ist die Revolution und der Sieg des Sozialismus

III. DAS ENDZIEL: DER KOMMUNISMUS DER SOZIALISMUS

IV. DER SOZIALISMUS
- Die Umwälzung der Gesellschaft durch die sozialistische Revolution
- Fortbestehen von Klassen und Klassenkampf und die Diktatur des Proletariats
- Die sozialistische Demokratie

V. DIE AGENTUREN DES KAPITALS IM LAGER DER ARBEITERKLASSE
- Die Arbeiteraristokratie, soziale Grundlage des Opportunismus in der Arbeiterbewegung
- Die Sozialdemokratie, der alte Revisionismus
- Der moderne Revisionismus, der gegenwärtige Hauptfeind im Lager der Arbeiterklasse
- Andere Formen des Opportunismus

VI. GRUNDLAGEN DER REVOLUTION IN DEUTSCHLAND
- Die Entwicklung Deutschlands vor dem zweiten Weltkrieg
- Die Entwicklung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg
-- Das Potsdamer Abkommen und der Kampf des deutschen Volkes
-- Der vollständige Bruch des Potsdamer Abkommens und die Spaltung der deutschen Nation durch die Westmächte und die deutschen Imperialisten unter der Führung des US-Imperialismus
-- Der Wiederaufstieg des deutschen Imperialismus in Westdeutschland bis zum Ende der relativen Stabilisierung
-- Die Entwicklung der DDR
- Die gegenwärtige Lage in Deutschland
-- Das kapitalistische System in der Bundesrepublik und Westberlin
-- Das kapitalistische System in der Deutschen Demokratischen Republik
-- Die deutsche Nation existiert
-- Der Aufschwung der revolutionären Arbeiterbewegung in Deutschland und die Gründung der KPD/ML
- Die Klassen in Deutschland
-- Die Klassen in der Bundesrepublik und Westberlin
-- Die Klassen in der Deutschen Demokratischen Republik

VII. DER WEG ZUM ZIEL
- Die Notwendigkeit der gewaltsamen sozialistischen Revolution
- Die Notwendigkeit der Führung durch die Kommunistische Partei
- Die revolutionäre Einheitsfront
-- Gegen die Kriegspolitik des Imperialismus, besonders der beiden imperialistischen Supermächte
-- Für die Einheit und Unabhängigkeit der deutschen Nation
-- Gegen Faschismus und Sozialfaschismus, für die Verteidigung bzw. Erkämpfung demokratischer Rechte
-- Gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Werktätigen
- Die Volksbewaffnung

VIII. IN DER SIEGREICHEN REVOLUTION WIRD DIE ARBEITERKLASSE FOLGENDES PROGRAMM VERWIRKLICHEN


STATUT DER KPD/ML

I.PARTEIMITGLIEDSCHAFT, PFLICHTEN UND RECHTE DES PARTEIMITGLIEDS
II. DER PARTEIAUFBAU UND DIE INNERPARTEILICHE DEMOKRATIE
III. DIE PARTEIORGANE".
Q: Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten: Programm und Statut der KPD/ML, 1. Auflage, Dortmund 1977.

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Februar 1977:
Bei Mannesmann Duisburg-Huckingen gibt die KPD/ML ihren "Röhrenkieker" für Februar mit dem Leitartikel "Gewerkschaftsbeitragserhöhung: Keinen Pfennig mehr für die Bonzen!" heraus. Darin befindet sich auch der Artikel: "III. Parteitag der KPD/ML erfolgreich beendet!".
Q: Röhrenkieker Gewerkschaftsbeitragserhöhung: Keinen Pfennig mehr für die Bonzen!, Duisburg, Februar 1977.

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02.02.1977:
Bei Mannesmann Kammerich Brackwede gibt die KPD/ML ihre Betriebszeitung: "Die Rote Ziehbank" für Februar, vermutlich Mitte dieser Woche heraus. Aufgerufen wird zur Abschlussveranstaltung des III. Parteitags der KPD/ML am 5.2.1977, wozu es Bus-Abfahrten aus Bielefeld und aus Brackwede gibt.
Q: Die Rote Ziehbank: Schwerer Unfall in Halle 37: Beinahe erschlagen, Bielefeld Februar 1977.

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05.02.1977:
Auf dem III. ordentlichen Parteitag der KPD/ML sind, laut KB, auch Vertreter der Parteien anwesend, die sich um die Schaffung einer an Albanien orientierten Internationalen bemühen.
Q: Arbeiterkampf Nr. 104, Hamburg 16.5.1977, S. 58.

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11.02.1977:
Es erscheint der "Rote Morgen" Nr. 6/1977 mit der Schlagzeile: III. Parteitag der KPD/ML erfolgreich abgeschlossen". Zur öffentlichen Abschlussveranstaltung sollen ca. "3.300" Menschen anwesend gewesen sein. Die KPD/ML, die sich selbst feierte, kritisierte, dass "die westdeutschen Imperialisten" einer "Delegation der Partei der Arbeit Albaniens (…) die Einreise verweigerten. Eine "Grußadresse des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens" wurde verlesen. Veröffentlicht wurde auch das "Kommuniqué des III. Ordentlichen Parteitages der KPD/ML" und eine "Resolution der auf der Abschlussveranstaltung des III. Parteitages der KPD/ML vertretenen marxistisch-leninistischen Parteien und Organisationen". Die Hauptrede hält Ernst Aust. Auf der Abschlussveranstaltung spricht Gernot Schubert.
Grußbotschaften kommen u. a. von:
- Rote Garde, Jugendorganisation der KPD/ML
- Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens
- Kommunistische Partei Argentiniens/ML
- Revolutionäre Kommunistische Partei Chiles
- Kommunistische Partei Italiens/ML
- Kommunistische Partei Portugal (Wieder aufgebaut)
- Kommunistische Partei Spaniens/ML
- Marxistisch-leninistische Organisation des Iran (Toufahn)
- Kommunistische Partei Brasiliens/ML
- Marxistisch-leninistische Partei Ecuadors/ML
- Kommunistische Einheitsliga (Marxisten-Leninisten) Islands
- Kommunistische Partei Japans (Linke)
- Revolutionäre Marxistische Partei Kongos-Kinshasa
Q: Roter Morgen, Nr. 6, Dortmund, 11. Februar 1977.

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18.02.1977:
Der "Rote Morgen" Nr. 7 erscheint.
Veröffentlicht werden weitere Grußadressen an den III. Parteitag der KPD/ML:
- Grußadresse der Kommunistischen Partei Polens
- Grußadresse der Kommunistischen Partei Belgiens/Marxisten-Leninisten
- Grußadresse der Generalunion der afghanischen Studenten im Ausland
- Grußadresse der Marxistisch-Leninistischen Partei der Niederlande
Q: Roter Morgen, Nr. 7, Dortmund, 18. Februar 1977.

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18.02.1977:
In "Die Rote Garde. Jugendorganisation der KPD/ML" wird auch zum III. Parteitag der KPD/ML Stellung bezogen". Die Ausgabe 2/1977 ist eine "Beilage" zum "Roten Morgen", 7/1977.
Q: Die Rote Garde, Jg. 3, Nr. 2, Dortmund, Februar 1977.

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23.02.1977:
Zum III. Parteitag der KPD/ML richtet "Radio Tirana" eine Grußbotschaft.
Darin heißt es u. a.: "Die Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten kam zu ihrem Parteitag mit einer reichen Bilanz revolutionärer Kämpfe und wichtiger Siege. In der Zeitspanne seit ihrem 2.Parteitag hat sich die KPD/ML politisch, ideologisch und organisatorisch gestärkt. Sie hat ihre Verbindungen zu den Massen erweitert, sich umfangreich an deren Klassenschlachten gegen die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung beteiligt und sie auch mutig angeleitet. In dieser Zeitspanne ist die Zahl der Parteimitglieder um ein Vielfaches angewachsen, was das zunehmende Ansehen und den verstärkten Einfluß der KPD/ML unter den werktätigen Massen zeigt. (…) Ferner erzielte die Partei mit der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML Anfang vergangenen Jahres einen der bedeutendsten Siege. Auf ihrem 3.Parteitag analysierte die KPD/ML eingehend die Lage im Inneren in beiden Teilen Deutschlands und die internationale Lage und bestimmte die wichtigsten Aufgaben im Kampf für die sozialistische Revolution in beiden Teilen Deutschlands für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland. (…)

Die KPD/ML stellt sich die Aufgabe, die Arbeiterklasse und die übrigen werktätigen Massen dazu zu erziehen, dass sie bei ihren Kämpfen für wirtschaftliche Forderungen ihre revolutionäre Einheit weiter verstärken, daß diese Kämpfe den Rahmen der Tagesforderungen sprengen, damit der Kapitalismus geschwächt wird und die Kämpfe mit der Perspektive der sozialistischen Revolution verbunden werden. (,,,) Bei den internationalen Fragen bestimmte die KPD/ML klar ihre Linie des entschlossenen frontalen Kampfes gegen die beiden größten und gefährlichsten Feinde der Revolution, des Sozialismus und der Völker, den USA-Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus. Während die KPD/ML die beiden Supermächte bekämpft, bekämpft sie entschlossen den westdeutschen Imperialismus, seine revanchistische Politik und betrachtet ihn als Hauptfeind in Westdeutschland. (…)

Die KPD/ML kämpft und arbeitet als Teil- und Vorhutabteilung der internationalen kommunistischen, marxistisch-leninistischen Bewegung. (…) Die albanischen Kommunisten, das albanische Volk solidarisieren sich vollständig mit dem revolutionären Kampf der KPD/ML. Sie werden immer an ihrer Seite stehen, an der Seite aller wahren marxistisch-leninistischen Parteien in ihrem entschlossenen Kampf gegen die reaktionäre Bourgeoisie, den USA-Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus sowie gegen den modernen Revisionismus."
Q: Radio Tirana: Ausgewählte Sendungen, Nr. 5, Kiel, 1977, S. 35ff.

23.02.1977:
Bei Thyssen (Rheinstahl) Bielefeld-Brackwede gibt die KPD/ML die Nr. 2 ihrer Betriebszeitung "Die Rote Presse" für Februar vermutlich Mitte dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Das ist das Ergebnis der Thyssen Fusion: Verstärkte Ausbeutung und Unterdrückung!"
Berichtet wird auch über den III. Parteitag der KPD/ML: "Begeisternde Abschlussveranstaltung zum III. Parteitag der KPD/ML".
Q: Die Rote Presse Nr. 2, Bielefeld, Februar 1977.

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25.02.1977:
Der "Rote Morgen" Nr. 7 erscheint. Der "Rote Morgen" veröffentlicht Auszüge aus einem Beitrag von "Zeri i Popullit" zum III. Parteitag der KPD/ML. "Radio Tirana" Nr. 4" berichtet in 3 Sendungen "ausführlich über den III. Parteitag der KPD/ML und die öffentliche Abschlussveranstaltung des Parteitages in Ludwigshafen".
"Die erste Sendung brachte Auszüge aus dem Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees. Die zweite Sendung berichtete mit Originalmitschnitten über die Rede des Genossen Ernst Aust auf der Abschlussveranstaltung zum III. Parteitag und die Grußadresse des ZK der PAA an den III. Parteitag der KPD/ML. In der dritten Sendung wurde-ebenfalls mit Originalmitschnitten-über die Grußadressen berichtet, die die auf der Abschlussveranstaltung anwesenden Delegationen der Bruderparteien- und Organisationen an den III. Parteitag der KPD/ML richteten".
Q: Roter Morgen, Nr. 8, Dortmund, 25. Februar 1977.

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28.02.1977:
Im Hamburger Hafen gibt die KPD/ML ihren "Roten Handhaken" vermutlich in dieser Woche mit dem Leitartikel "Regelung zur Wochenend-Freizeit: Nur der Samstag darf freier Tag sein!" heraus. Berichtet wird auch über den III. Parteitag der KPD/ML: "Es lebe der III. Parteitag der KPD/ML!".
Q: Der rote Handhaken. Regelung zur Wochenend-Freizeit: Nur der Samstag darf freier Tag sein!, Hamburg o. J. (1977).

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09.03.1977:
In der "Roten Fahne" Nr. 10/1977 nimmt die KPD zum Parteitag der KPD/ML und zur der Rede von Ernst Aust Stellung: "Das strategische Konzept von den Drei Welten. Die marxistisch-leninistische Analyse der heutigen Weltlage".
Q: KPD: Rote Fahne, Nr. 10 vom 24.10.1977.

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21.03.1977:
Bei Mannesmann Kammerich Brackwede gibt die KPD/ML ihre Betriebszeitung "Die Rote Ziehbank" vermutlich in dieser Woche mit dem Leitartikel "Rationalisierungsterror!" heraus. Berichtet wird auch vom III. Parteitag der KPD/ML: "III. Parteitag der KPD/ML erfolgreich abgeschlossen!"
Q: Die Rote Ziehbank: Rationalisierungsterror!, Bielefeld, o. J. (1977).

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April 1977:
In der März/April-Ausgabe der "Neuen Welt. Zentralorgan der MLD" wird auch zum III. Parteitag der KPD/ML Stellung bezogen: "Die KPD/ML hat einen für sie günstigen Zeitpunkt für ihre Abwendung von China gefunden, kann sie nun doch ihr opportunistisches Nachäffen chinesischer Positionen damit rechtfertigen, dass ihre Vorbilder nun von 'Revisionisten' gestürzt seien und Mao-Tsetung tot ist."
Q: MLD: Die Neue Welt, 2. Jg., Nr. 2, Frankfurt, April 1977, S. 17.

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29.04.1977:
Im "Roten Morgen" Nr. 17 erscheint eine Anzeige für das "Programm und Statut der KPD/ML", beschlossen auf dem III. Parteitag der KPD/ML.
Q: Roter Morgen, 11. Jg., Nr. 17, Dortmund, 29.4.1977, S. 8.

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November 1977:
Im November 1977 erscheint in Gelsenkirchen die Broschüre "Parteimythos und Wirklichkeit" von zwei ausgeschlossenen Mitgliedern des 3. Zentralkomitees der KPD/ML". Untertitel: "5 Jahre KPD/ML-Politik - unfähig, sich aus dem opportunistischen Sumpf zu erheben". Die Autoren gehörten der KPD/ML von 1970 bis 1974 an; von 1972 bis August 1973 waren sie Mitglieder des 3. Zentralkomitees.
In der Broschüre setzten sich die Autoren auch mit dem III. Parteitag und dem Rechenschaftsbericht des ZK auseinander.
Q: Zwei ausgeschlossene Mitglieder des 3. ZK der KPD/ML: Parteimythos und Wirklichkeit. 5 Jahre KPD/ML-Politik-unfähig, sich aus dem opportunistischen Sumpf zu erheben, Gelsenkirchen, November 1977, S.

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Januar 1978:
In der DDR-Ausgabe des "Roten Morgen" wird auch über den III. Parteitag der KPD/ML berichtet. In der "Grußbotschaft der Sektion DDR an den III. Parteitag wird u. a. ausgeführt: "Unsere Sektion wird die Linie des Zentralkomitees unserer Partei entsprechend alles tun, um die Partei und unsere Arbeit in der DDR zu verbreitern und zu verbessern. Es lebe der III. Parteitag der KPD/ML! Es lebe das Zentralkomitee unserer Partei mit dem Genossen Ernst Aust an der Spitze! Vorwärts im Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!"
Q: Roter Morgen, Ausgabe DDR, 2. Jg., Januar 1978

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29.09.1978:
Die KPD/ML gibt ihren "Roten Morgen" Nr. 39 heraus. Veröffentlicht werden Auszüge aus dem Referat von Ernst Aust auf dem III. Parteitag der KPD/ML: "Propaganda oder Kampfpartei? Kampf dem ultralinken Sektierertum!"
Aust erklärt u. a.: "Die Hauptschuld, die Hauptverantwortung für die-noch lange nicht überwundene-Losgelöstheit von den Massen, trägt das ultralinke Sektierertum. Dieses Sektierertum stellt derzeit immer noch die Hauptgefahr in der Partei dar!"
Q: Roter Morgen, Nr. 39, Dortmund, 29. September 1978.

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28.10.1978:
Frühestens heute wird, auf Oktober datiert, vermutlich von ehemaligen Mitgliedern der KPD/ML aus Münster das Papier "Zur Mao-Tse-tung-Diskussion der KPD/ML" mit 12 Seiten DIN A 4 auf Spiritcarbon-Matrize sowie einem Deckblatt veröffentlicht:
WELCHE BEDEUTUNG HATTE MAO TSE-TUNG FÜR DIE GRÜNDUNG UND DIE ENTWICKLUNG DER KPD/ML?
Zum III. Parteitag heißt es u. a.: "Nun ist bekannt, dass das Programm der KPD/ML von 1977 die unvergänglichen Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao Tse-tung und Enver Hoxha zur Grundlage hat". Ernst Aust sagt über dieses Programm im RM 39/78: "Hierzu können wir feststellen, dass mit dem III. Parteitag, mit der Verabschiedung des Programms der Partei, die Linie der Partei im wesentlichen festgelegt und ausgearbeitet ist, daß die Partei nicht nur über eine revolutionäre Linie verfügt, sondern daß auch tatsächlich auf dieser revolutionären Linie die Einheit der Partei basiert".

"Kein Wort darüber, dass dieses Programm schleunigst überarbeitet werden muss, um die Lehren Maos daraus zu entfernen! Wir meinen, daß ein solches Vorgehen und eine solche Haltung zu der eigenen Vergangenheit und zu den eigenen Fehlern jeden Genossen der KPD/ML und der Roten Garde nachdenklich stimmen und bereit machen muss, sich kritisch und selbständig mit diesen Positionen auseinanderzusetzen".
Q: RG Münster-zwei ex-Mitglieder: Zur Mao-Tse-tung-Diskussion der KPD/ML, o.O. (Münster), Oktober 1978.

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1979:
Das Zentralkomitee der KPD/ML gibt den Bildband: "Zehn Jahre Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland - 1968/69 bis 1978/79 - Zehn Jahre KPD/ML" heraus. Zum III. Parteitag wird ausgeführt: "Für den 5. Februar (1977, d. V f.) ruft das auf dem III. Parteitag der KPD/ML neugewählte Zentralkomitee der Partei zu einer großen Abschlusskundgebung des III. Parteitages in Ludwigshafen auf.

Auch eine Reihe von Delegationen marxistisch-leninistischer Bruderparteien sind eingeladen und haben ihr Kommen angekündigt, darunter die Delegation der Partei der Arbeit Albaniens mit dem Genossen Foto Cami, Mitglied des Zentralkomitees der PAA und Professor an der Staatsuniversität von Tirana, an der Spitze. Am 28. Januar verweigert das Auswärtige Amt in Bonn der Delegation die Einreise in die Bundesrepublik. Bonn, das Diktatoren, Potentaten, Faschisten und Massenmörder wie den persischen Schah mit offenen Armen empfängt, das nichts dagegen hat, dass höchste sowjetische und DDR-Parteifunktionäre die Parteitage der DKP besuchen, verweigert den Vertretern eines vom Hitler-Faschismus überfallenen Landes die Einreise.

Das ist ein feindseliger Akt gegen das albanische wie das deutsche Volk, ein feindseliger Akt, der zahlreiche Proteste hervorruft. Mit der öffentlichen Abschlußveranstaltung am 5. Februar in Ludwigshafen findet der III. Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten einen begeisternden revolutionären Ausklang. Über 3.300 Genossen, Freunde und Kollegen sind aus allen Teilen der Bundesrepublik und aus Westberlin gekommen, um an dieser großen und eindrucksvollen Veranstaltung der Partei teilzunehmen. Die Veranstaltung ist geprägt durch die vorausgegangene, erfolgreiche Arbeit des III. Parteitages: durch die einstimmig erfolgte Verabschiedung des Programms, des überarbeiteten Statuts und des Rechenschaftsberichts des 3. Zentralkomitees der Partei, der Wahl eines neuen Zentralkomitees und der Zentralen Parteikontrollkommission.

Zwar gelingt es dem Parteitag noch nicht in voller Klarheit, die während der Periode seit dem II. Parteitag aufgetretenen 'links'sektiererischen Fehler zu erkennen, doch gerade die im Rechenschaftsbericht enthaltene und vom Genossen Ernst Aust vorgetragene Ausrichtung "Die nächsten Kampfaufgaben der Partei" schaffen die Voraussetzung für ihre Überwindung. Durch die Teilnahme und die Redebeiträge der Delegationen von Bruderparteien- und- Organisationen aus Argentinien, Chile, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und dem Iran, durch die Grußadressen marxistisch-leninistischer Parteien, die aus allen Teilen der Welt an den III. Parteitag gerichtet sind, wird die Veranstaltung gleichzeitig zu einer Manifestation des proletarischen Internationalismus. Mit großer Begeisterung wird die Grußadresse des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens von den Teilnehmern der Veranstaltung begrüßt.

Die auf der Veranstaltung durch Delegationen vertretenen Parteien protestieren in einer Resolution schärfstens gegen die von der Regierung der Bundesrepublik verweigerte Einreisegenehmigung für die Delegation der Partei der Arbeit Albaniens und bekräftigen gleichzeitig ihre Solidarität mit der marxistisch-leninistischen Linie der Partei der Arbeit Albaniens und der Sozialistischen Volksrepublik Albanien, dem Leuchtfeuer des Sozialismus für die Proletarier und unterdrückten Völker aller Länder. Im Verlauf der Veranstaltung gedenken die Teilnehmer in einer Schweigeminute der im Kampf gefallenen Genossen.

Mit starkem Beifall werden auch die Grüße der Genossen der Sektion DDR der Partei an den Parteitag aufgenommen. Umrahmt von Beiträgen der Agitproptrupps, der Roten Pioniere und des Spielmannszuges nimmt die Veranstaltung in einer kämpferischen, von Freude und Begeisterung geprägten Atmosphäre ihren Verlauf. Der Höhepunkt der öffentlichen Abschlußveranstaltung zum III. Parteitag ist für alle Anwesenden die Rede des Genossen Ernst Aust, Vorsitzender der KPD/ML. Diese Rede, in der Genosse Ernst Aust die marxistisch-leninistischen Prinzipien, die die Grundlage der Linie unserer Partei bilden, erneut bekräftigt und gegen alle Angriffe des Revisionismus und Opportunismus verteidigt, wird durch die revolutionäre Begeisterung, die sie bei allen Freunden und Genossen auslöst, zu einer Manifestation der revolutionären Einheit und Geschlossenheit der Reihen der Partei und der um die Partei zusammengeschlossenen Revolutionäre.

Die Veranstaltung klingt aus mit dem gemeinsamen Gesang der Internationale. Zwar wird auf diesem Parteitag bereits die revisionistische "Theorie der drei Welten", der Versuch, sich im Kampf gegen eine Supermacht auf die andere zu stützen, zurückgewiesen, doch wird die Rolle, die Mao Tse-tung in diesem Zusammenhang spielte, der revisionistische Charakter der sogenannten Mao-Tse-tung-Ideen noch nicht erkannt. Genossen des Politbüros der Partei bemühen sich in dieser Zeit, in der chinesischen Botschaft in Wien - das Aufsuchen der Bonner Botschaft der VR China ist den Genossen verboten, da Peking um sein gutes Verhältnis zum westdeutschen Imperialismus fürchtet - zu einer brüderlichen Aussprache von Genossen zu Genossen zu kommen und Fragen, die die Generallinie der kommunistischen Parteien berühren, wie die "Theorie der drei Welten", zu diskutieren. Die Antwort ist - der Chruschtschow-Revisionisten würdig: Wir verbitten uns jede Kritik; und davon abgeleitet der Vorwurf der Chinafeindlichkeit. Das Zentralkomitee der Partei sieht daraufhin keine andere Möglichkeit mehr: In einer Beilage zum "Roten Morgen" Nr. 11/1977 weist sie die "Theorie der drei Weiten" als antimarxistisch-leninistisch zurück, entlarvt ihren reaktionären Charakter und fordert zum Kampf gegen diese neue Spielart des Revisionismus auf."
Q: Zentralkomitee der KPD/ML: Zehn Jahre Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland - 1968/69 bis 1978/79 - Zehn Jahre KPD/ML, Dortmund 1979

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Letzte Änderung: 22.03.2022