"Marxistische Rundschau"
Theoretische Zeitschrift des Bunds Sozialistischer Arbeiter, deutsche Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale (1978/79)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 30.11.2018


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Die "Marxistische Rundschau" des BSA erschien vierteljährlich im Gervinus-Verlag, Essen. Erschienen sind die Nummern 1 bis 3 sowie die Doppelnummer 4/5. Damit wurde das Erscheinen eingestellt.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Oktober 1978:
Es erscheint die Nr. 1 der "Marxistischen Rundschau. Theoretische Zeitschrift des Bunds Sozialistischer Arbeiter. Deutsche Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale".

In der Vorbemerkung heißt es: "Die Weltkrise und die Kontinuität der marxistischen Theorie. Die Welt ist im Aufruhr. Revolutionäre Erhebungen sind in den Kolonial- und Halbkolonialländern an der Tagesordnung. In Zimbabwe, Namibia und Südafrika versetzen die schwarzen Befreiungsbewegungen dem Imperialismus tödliche Schläge. In Südamerika erheben sich die Massen gegen die brutalen imperialistischen Marionetten, wie dies am schärfsten in Peru und Nicaragua ausgedrückt ist. Im Nahen Osten sind die Tage des Iran-Regimes gezählt, und die revolutionäre Entwicklung der arabischen Massen lässt den Libanon und die von den Zionisten besetzten palästinensischen Gebiete zu den Explosionsherden eines neuen Weltkrieges werden.

Tagtäglich sinkt der US-Dollar. Die Länder, die bisher dem Imperialismus Stabilität gaben, befinden sich in einer unlösbaren Wirtschaftskrise. Turmhohe Verschuldungen durch die weltweite Inflation, durch Handelskrieg, Zahlungs- und Handelsbilanzdefizite haben der Wirtschaftsexpansion der Nachkriegszeit ein Ende bereitet. Die Arbeiterklasse in den hochindustrialisierten Ländern kämpft zur Verteidigung ihrer Arbeitsplätze, ihres Lebensstandards und gegen die Inflation. Bürgerkriegsmaßnahmen und Diktaturvorbereitungen, die Aushöhlung und systematische Zerstörung der demokratischen Grundrechte sollen die verlorene Stabilität in den sogenannten westlichen Demokratien ersetzen.

Der Zusammenhang zwischen der revolutionären Entwicklung und der weltweiten kapitalistischen Wirtschaftskrise zeigt, dass die nationalen staatlichen Lenkungsmaßnahmen an ihr Ende gekommen sind. Der unaufhaltsame Sturz des Dollar bestimmt immer mehr unser tägliches Leben.

Angesichts dieser raschen Veränderungen hat sich jede Form der Protestpolitik erschöpft. Weder Massenentlassungen, noch industrielle Zusammenbrüche oder Kriege können durch noch so massive Proteste verhindert werden. Die studentische Protestbewegung ist vollkommen zusammengebrochen, kritisches Denken an den Universitäten ist durch staatliche Unterdrückungsmaßnahmen in die Sackgasse des individuellen Terrors oder des Stalinismus gelenkt worden. Die Lösung dieser Probleme erfordert eine wissenschaftliche, universelle, die Gesamtzusammenhänge der Gesellschaft erfassende und durchleuchtende Theorie, die ihre Erkenntnis aus der Praxis, die Gesellschaft zu verändern, bezieht. Diese Theorie, der revolutionäre Marxismus, ist seit der größten revolutionären Umwandlung in diesem Jahrhundert, der Oktoberrevolution von 1917, gegen die theoretische Degeneration des Stalinismus von Leo Trotzki und der Linken Opposition und später der Vierten Internationale verteidigt und weiterentwickelt worden.

In den weltweiten revolutionären Erhebungen bestätigt sich heute die Perspektive der Weltrevolution, von der der Trotzkismus wie von der Einschätzung des Imperialismus als letztes Stadium des Kapitalismus niemals abgewichen ist. Die engstirnige und konterrevolutionäre Theorie des Stalinismus vom Aufbau des Sozialismus in einem Land, wird heute dagegen von den Eurostalinisten im nationalen Weg zum Sozialismus bis zu ihrer letzten Konsequenz geführt: Sie sind heute die wichtigsten Stützen des bürgerlichen Staatsapparats und die konsequentesten Verfechter von Haushaltskürzungen, Lohnsenkungen und Polizeistaatsmaßnahmen zur Rettung der Nation.

Der Maoismus hat sich durch seine bedingungslose Zusammenarbeit mit den reaktionärsten Kräften des Imperialismus vom Schlage F.J. Strauß und des Schah von Persien völlig diskreditiert. Alle Tendenzen, die mit ihren Theorien vom Neokapitalismus oder vom Staatsmonopolistischen Kapitalismus dem Imperialismus eine neue Stärke und Qualität zuschrieben, zeigen ihren Bankrott in dem Maße, in dem sich staatliche Regulierungsmaßnahmen und Keynesianische Kreditpolitik als wirkungslos gegenüber dem kapitalistischen Wirtschaftszusammenbruch erweisen.

Der Erfinder des Neokapitalismus, Ernest Mandel, der durch die bürgerliche Presse dem deutschen Publikum zu Unrecht als führender trotzkistischer Theoretiker vorgestellt wird, ist seit drei Jahren damit beschäftigt, aus den Krisenerscheinungen einen lang anhaltenden Aufschwung herbeizuzaubern. Mandels Anpassung an stalinistische Theorien steht im Zusammenhang mit der Durchsetzung seiner Organisation mit GPU-Agenten, die auch die Ermordung Leo Trotzkis organisiert hatten.

Gegen diese Verfälschung des Trotzkismus hat seit 1953 das Internationale Komitee der Vierten Internationale den Kampf für den dialektischen Materialismus als der wissenschaftlichen Methode zum Aufhau revolutionärer Parteien geführt. Die Herausgabe der Marxistischen Rundschau steht in der Kontinuität dieses Kampfes. Ihr Erscheinen steht im Zusammenhang mit dem Heranreifen der Weltrevolution, der tiefen imperialistischen Krise und der Aufgabe, die heute dadurch gestellt ist: der Beseitigung dieses bankrotten Gesellschaftssystems durch die Machteroberung der Arbeiterklasse. Wir möchten alle, die sich diesem Ziel anschließen, auffordern, diese Zeitschrift zu abonnieren und durch Beiträge und Anregungen zu unterstützen".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Editorial"
- "Die Weltkrise und die Kontinuität der marxistischen Theorie
- "Franz Weber: Umarmung des Eurostalinismus. Konsequenz der revisionistischen Philosophie Ernest Mandels"
- "Gerhard Schneider: Sicherheit und die Vierte Internationale. GPU und FBI in der trotzkistischen Bewegung"
- "Franz Weber: Ölkonzerne und Eurodollar-Markt"
- "Dokument: Individueller Terror. Resolution der Dritten Konferenz der britischen Workers Revolutionary Party"

Geworben wird für die "Neue Arbeiterpresse", "Untersuchungsergebnisse des Internationalen Komitees. Der Mord an Leo Trotzki", Georges Verecken: "The GPU in the Trotskyist Movement", Jack Gale: "Zeitbombe Libanon".
Quelle: BSA: Marxistische Rundschau, 1. Jg., Nr. 1, Essen, Oktober 1978.

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Januar 1979:
Es erscheint die Nr. 2 der "Marxistischen Rundschau. Theoretische Zeitschrift des Bunds Sozialistischer Arbeiter. Deutsche Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale".
Artikel der Ausgabe sind u. a.:
- "Franz Weber: Ruhrkampf 1928. Seine Geschichte und seine Lehren"
- "Michael Berg: Bahro - Keine Alternative"
- "Gerhard Schneider: Revolution im Iran"
- "Franz Weber: Der Dollarsturz. Motor der kapitalistischen Weltkrise".
Q: BSA: Marxistische Rundschau, 2. Jg., Nr. 3, Essen, Mai 1979, S. 78.

Mai 1979:
Es erscheint die Nr. 3 der "Marxistischen Rundschau. Theoretische Zeitschrift des Bunds Sozialistischer Arbeiter. Deutsche Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale".

In der Vorbemerkung heißt es: "Die Wende im Klassenkampf und die trotzkistische Bewegung. 14.000 Stimmen für ein revolutionäres sozialistisches Programm erhielt die Workers Revolutionär Party (WRP), die britische Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale bei den britischen Unterhauswahlen am 3. Mai, zu der sie 60 Kandidaten aufgestellt hatte. In einer Fernsehansprache, die von Millionen Zuschauern gesehen wurde, warnte Corin Redgrave, einer der Kandidaten der WRP,vor einem Sieg der konservativen Tory-Partei. Er charakterisierte sie als Partei des Klassenkriegs durch die Bourgeoisie, die in Zusammenarbeit mit der Armee, der Polizei und einem engen Netz von Agenten den Bürgerkrieg zur Rettung ihres bankrotten kapitalistischen Herrschaftssystems vorbereite.

Die WRP trat bei den Wahlen mit einem sozialistischen Programm zur Ersetzung des Kapitalismus vor die Arbeiterklasse und forderte die entschädigungslose Enteignung der Schlüsselindustrien, der Banken und des Bodens unter Arbeiterkontrolle sowie die Öffnung der Geschäftsbücher der Industrie zur Kontrolle durch die Gewerkschaften. Damit setzte sie der alten sozialdemokratischen Labour-Führung, die während ihrer Regierungszeit nur das Ziel hatte, das kapitalistische System auf Kosten der Arbeiterklasse mühsam am Leben zu halten, die revolutionäre Perspektive der Erringung der Arbeitermacht entgegen.

Der Sieg der Tories bei den Wahlen ist das Ergebnis dieser Politik der Labour-Regierung. Sie ordnete sich völlig den Forderungen der Banken und des Internationalen Währungsfonds unter und ebnete durch Arbeitslosigkeit, Inflation, Lohnsenkung und durch ihre Angriffe auf gewerkschaftliche Rechte den Tories den Weg. Trotzdem ist der Sieg der Konservativen keine Niederlage der Arbeiterklasse. Er zeigt eine seit dem Krieg nicht dagewesene Polarisierung der Klassenkräfte, die sich in revolutionären Kämpfen entladen wird, die tiefgreifende Folgen für den Klassenkampf in Europa haben werden.

Entscheidend ist dabei das Eingreifen der trotzkistischen Partei, des Internationalen Komitees der Vierten Internationale (IK), der einzigen Kraft in der Arbeiterbewegung, die dafür gerüstet ist, der Arbeiterklasse den Weg zum Sturz des Kapitalismus und zur Machtübernahme zu weisen. Enger als je zuvor ist heute die europäische Revolution mit der Revolution in den Entwicklungsländern verbunden. Die Revolution im Iran, selbst Ergebnis der unlösbaren Weltwirtschaftskrise, hat die Krise des Imperialismus entscheidend verschlimmert und ist zum Motor der Weltrevolution geworden. Der Sturz des Schah-Regimes hat durch den Zusammenbruch der wichtigsten Militärbasis des Imperialismus im Nahen und Mittleren Osten und die Beendigung der billigen Ausbeutung der Rohstoffe dieser Region für den Imperialismus einer ganzen Epoche ein jähes Ende bereitet. Der Kapitalismus der Nachkriegszeit war nur auf der Grundlage dieser Methoden des Imperialismus fähig, die Revolution in Europa hinauszuschieben und vor der Stärke der Arbeiterklasse durch Zugeständnisse in Form eines hohen Lebensstandards und bürgerlich-demokratischer Herrschaftsformen zurückzuweichen. All das ist jetzt am Ende Die Revolution im Iran und die Entwicklung in Großbritannien sind der Auftakt zu den größten Klassenkämpfen, in denen der Kampf um die Macht ausgefochten wird.

Auch in der Bundesrepublik zeigt die Entwicklung in den vergangenen Monaten, dass die durch den Boom lange aufrechterhaltene Stabilität zwischen den Klassen jetzt ihrem Ende zugeht. Besonders deutlich seit dem Stahlarbeiterstreik zeichnet sich eine Wende ab, die in den wachsenden Oppositionsbewegungen in den Gewerkschaften, in der Bewegung breiter Teile der Bevölkerung gegen die Atomkraftwerke, in den Stimmengewinnen bei den Landtagswahlen in Hessen, Westberlin und Rheinland-Pfalz zum Ausdruck kommt. Das weltweite Voranschreiten der Arbeiterklasse gegen einen geschwächten Imperialismus, wie wir es heute erleben, schafft objektiv die besten Bedingungen dafür, die Niederlagen der Arbeiterklasse der zwanziger und dreißiger Jahre und den Verrat der sozialdemokratischen und stalinistischen Führungen in ihr Gegenteil zu verkehren und die Arbeitermacht zu errichten. Voraussetzung dafür ist eine revolutionäre marxistische Führung, die das höchste theoretische Bewußtsein über die Bewegungsgesetze des Kapitalismus und des Klassenkampfs einer ganzen Epoche verkörpert.

40 Jahre nach der Gründung der Vierten Internationale durch Leo Trotzki sind damit auch die Bedingungen für die trotzkistische Bewegung - in der schwärzesten Periode der Arbeiterbewegung gegen den Verrat des Stalinismus gegründet und jahrzehntelang relativ isoliert von der Arbeiterklasse - herangereift, die Führung der kommenden Kämpfe zu übernehmen. Allein im Trotzkismus ist die Kontinuität der marxistischen Bewegung verkörpert, die durch den Stalinismus und den Sieg des Faschismus in Deutschland verschüttet war und jetzt durch das Voranschreiten der Weltrevolution wieder lebendig wird. Diese Kontinuität wurde durch den mehr als 25jährigen Kampf aufrechterhalten und neu begründet, den das IK gegen alle Versuche des Revisionismus seit Anfang der 50er Jahre, die trotzkistische Bewegung zu liquidieren, geführt hat; seit 1953 gegen Pablo und die Kräfte um Ernest Mandel und Pierre Frank und seit 1963 vor allem gegen den verstorbenen Joseph Hansen, der durch die Untersuchungen des IK als Agent der GPU und des FBI entlarvt werden konnte.

Gegen den Empirismus Mandels, der unter dem Eindruck des Booms der 50er und 60er Jahre zu dem Schluß kam, dass der Kapitalismus ein neues Stadium, den Neo-Kapitalismus erreicht habe, konnte das IK durch seinen Kampf für die marxistische Theorie, in dessen Zentrum der dialektische Materialismus als Erkenntnistheorie des Marxismus steht, die Widersprüche des Kapitalismus, die sich im Boom versteckt ansammelten, analysieren und damit die jetzige Periode des Kampfs um die Macht vorbereiten. Durch den Kampf für die Entwicklung des Marxismus gegen das revisionistische Liquidatorentum und seine empiristische und pragmatische Anpassung an die vollendete Tatsache konnte das IK die Grundlage für die politische und ideologische Unabhängigkeit der Arbeiterklasse schaffen, die die entscheidende Voraussetzung für ihren Sieg ist. Die Revisionisten, die den von Trotzki in seinen letzten Lebensjahren aufgenommenen Kampf gegen die bürgerliche Ideologie in der amerikanischen Socialist Workers Party (SWP) zurückwiesen, haben die marxistischen Prinzipien jeder kleinbürgerlichen Protestbewegung untergeordnet und hunderten von Agenten Tür und Tor geöffnet, die heute nachgewiesenermaßen in der SWP ihr Unwesen treiben können.

Gemeinsam mit der rechten Presse stehen sie heute folgerichtig an der Spitze der Verleumdungskampagnen gegen die iranische Revolution und ihre Führung durch Khomeiny und die Revolutionskomitees und gegen die Palästinensische Befreiungsorganisation. Mit ihrer Forderung nach freien Wahlen zu einer Verfassunggebenden Versammlung im Iran stehen sie bei aller radikalen Rhetorik in Wirklichkeit auf der Seite der rechten Bourgeoisie und verlangen nichts anderes als die Einführung einer bürgerlichen Demokratie. Das sogenannte Vereinigte Sekretariat von Mandel mit seiner deutschen Sektion Gruppe Internationale Marxisten ist deshalb das Ergebnis der völligen theoretischen und praktischen Unterordnung unter den Klassenfeind. Das IK geht stattdessen durch seinen Kampf gegen den Revisionismus und alle Formen des Einflusses der feindlichen Klassenkräfte auf die revolutionäre Bewegung heute Seite an Seite mit den nationalen Befreiungsbewegungen und jeder Bewegung der Arbeiterklasse in den Industrieländern zur Verteidigung ihrer Errungenschaften und hat damit die Grundlagen für den Aufbau der neuen Weltpartei der Sozialistischen Revolution gelegt".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Editorial"
- "Die Wende im Klassenkampf und die trotzkistische Bewegung"
- "Entlarvt, Hansens FBI-Netz. Erklärung des Internationalen Komitees der Vierten Internationalen Komitees der Vierten Internationale"
- "Hände weg von Vietnam! Sofortiger Rückzug der chinesischen Truppen! Erklärung des Internationalen Komitees der Vierten International"
- "Franz Weber: Geschichte und Lehren des Stahlarbeiterstreiks 1978/79
- "Verlauf des Streiks"
- "Wachsende Mobilisierung"
- "Vermittlung"
- "Sieg und Unruhe"
- "Stärke und Verwirrung"
- "Der Ausverkauf"
- "II. Lehren des Streiks"
- "Wirtschaftskrise und Gewerkschaftsbürokratie"
- "Schmidt-Regierung"
- "DKP und die UZ"
- "Zentristen und Revisionisten"
- "Kampf um die Macht"
- "Die Euromärsche 78"
- "Revolutionäre Partei"

Geworben wird für: "Neue Arbeiterpresse", Revolution im Iran", "Untersuchungsergebnisse des Internationalen Komitees. Der Mord an Leo Trotzki", Georges Verecken: "The GPU in the Trotskyist Movement", für "Joseph Hansen als Doppelagent entlarvt", weiter für: "The News Line", hg. "Workers Revolutionary Party Großbritannien", Leo Trotzki: "Marxismus und Gewerkschaft" und für das eigene Organ. Und für die Broschüre: "Chile. Verrat des Stalinismus". Eingeladen wird zum "Marxistischen Schulungslager, Sommer 1979".
Q: BSA: Marxistische Rundschau, 2. Jg., Nr. 3, Essen, Mai 1979.

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Dezember 1979:
Es erscheint die Doppelnummer 4/5 der "Marxistischen Rundschau. Theoretische Zeitschrift des Bunds Sozialistischer Arbeiter. Deutsche Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale". Es ist wohl die letzte Nummer der Zeitschrift.

In der Vorbemerkung heiß es u. a.: "Mit großen Veranstaltungen auf allen Kontinenten beging das Internationale Komitee der Vierten Internationale den 100. Geburtstag von Leo Trotzki, des neben Lenin bedeutendsten Führers der Oktoberrevolution, Erbauers der Roten Armee und Organisators des Siegs im Bürgerkrieg von 1918-1921, des unnachgiebigen Kämpfers gegen die stalinistische Bürokratie und Führers der Linken Opposition gegen den Stalinismus, des Gründers der Vierten Internationale, der neuen Weltpartei der sozialistischen Revolution. Dabei ging es nicht darum, Trotzki als große Persönlichkeit zu würdigen oder einer Symbolik von 100 Jahren Genüge zu leisten, sondern einer neuen Generation die immense historische Bedeutung vor Augen zu führen, die heute in der ungebrochenen Kontinuität der marxistischen Theorie und des Bolschewismus, verkörpert in der Person Leo Trotzkis liegt, und die allein vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale weitergeführt wird.

Denn das Jahr 1979 war zugleich das Jahr der größten revolutionären Veränderungen seit der Oktober-Revolution. Mit den Revolutionen im Iran und in Nicaragua hat der US-Imperialismus Bastionen verloren, die ihm jahrzehntelang die politische und wirtschaftliche Kontrolle über die billigen Rohstoffe und die Massen der unterentwickelten Länder ermöglicht hatten. Der machtvolle Kampf der nationalen Befreiungsbewegungen in Palästina und im südlichen Afrika hat weitere wichtige Stützpunkte des Imperialismus in Form der zionistischen und rassistischen Regime in diesen Regionen untergraben. Zugleich wird die Arbeiterklasse in den wirtschaftlichen und politischen Zentren des Kapitalismus durch den Angriff auf ihren Lebensstandard und ihre demokratischen Rechte in den Kampf um die Macht geworfen.

Trotzkis große Vision der sozialistischen Weltrevolution, die sich auf die Erkenntnisse der marxistischen Theorie stützte, auf die Lehren Lenins und die Erfahrungen der Oktoberrevolution 1917, wird jetzt im Kampf der Massen auf der ganzen Welt in die Tat umgesetzt. Die Triebkraft hinter diesen Umwälzungen ist die kapitalistische Weltwirtschaftskrise. Der Zusammenbruch des Dollar und ein Goldpreis, der auf immer neue Höhen gejagt wird, sind Ausdruck des raschen Zusammenbrechens der letzten Reste des Weltwirtschaftssystems der Nachkriegszeit, mit dem das historisch überholte kapitalistische Produktionssystem, das längst in Konflikt mit den Produktivkräften geraten ist. noch eine Zeitlang überlebte. Die Periode, in der der Imperialismus durch sein Diktat der Rohstoffpreise noch einmal wirtschaftlich expandieren konnte, ist jetzt endgültig zuende. Die steigenden Ölpreise sind der letzte Auslöser eines scharfen wirtschaftlichen Niedergangs, der den totalen wirtschaftlichen Kollaps der unterentwickelten Länder bedeutet und von den USA aus seine Wellen in alle kapitalistischen Metropolen tragen wird. Wirtschaftliche Vereinbarungen werden durch den rücksichtslosen Kampf aller gegen alle ersetzt, bei dem es nur noch darum geht, konkurrierende Länder auszuschalten und durch hektische Kriegsvorbereitungen zu versuchen, das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

Die Siege der bewaffneten Massen im Iran und in Nicaragua waren zugleich auch Siege über die opportunistischen und nationalistischen Theorien des Stalinismus vom Sozialismus in einem Land und der friedlichen Koexistenz. Lenin führte sein ganzes Leben den Kampf gegen alle Formen dieses national--beschränkten Denkens und schuf mit der bolschewistischen Partei einen Kader auf der Grundlage eines dialektisch--materialistischen und damit internationalistischen wissenschaftlichen Verständnisses. Trotzki setzte dieses Werk fort in seinem Kampf gegen die stalinistischen Bürokratie, die unter Bedingungen der Isolation und der wirtschaftlichen Rückständigkeit als Auswuchs des ersten Arbeiterstaats in Erscheinung trat.

Trotzkis große Errungenschaft, die Gründung der Vierten Internationale, war untrennbar von seiner wissenschaftlichen Analyse der Weltrevolution. Trotzki betonte stets die Notwendigkeit, vom Ganzen der Weltentwicklung und des weltweiten Klassenkampfs auszugehen und von da die Entwicklung in den gegenseitig verknüpften Ländern zu begreifen. Es ist eine unwiderlegbare historische Tatsache, dass alle theoretischen Errungenschaften von Marx, Engels und Lenin in seinem Lebenswerk weitergeführt werden.

Trotzkis Ermordung am 20. August 1940 war der Höhepunkt der großen Niederlagen, die die Arbeiterklasse in den zwanziger und dreißiger Jahren hinnehmen mußte. Als er 1937 in Mexiko, dem letzten Ort seines Exils ankam, betonte er, dass die revolutionäre Partei auf dem amerikanischen Kontinent nur auf der Grundlage des dialektischen Materialismus aufgebaut werden könne. Der Kampf, den er gegen die vorherrschende Methode des philosophischen Pragmatismus der kleinbürgerlichen Fraktion um Burnham und Shachtman in der amerikanischen Sozialist Workers Party in seinen letzten Lebensjahren führen mußte, ist für uns sein wichtigstes Vermächtnis. Nur weil dieser Kampf für den dialektischen Materialismus von der Führung der Soeialist Workers Party nicht weitergeführt wurde, erlag sie Ende der 50er Jahre schließlich dem Pablismus und konnte nach der Spaltung vom Internationalen Komitee 1963 zu einem reinen Instrument des FBI und CIA degenerieren, die heute die gesamte Führung der SWP fest in der Hand halten.

Trotzkis Anweisung wurde allein vom Internationalen Komitee befolgt. Die Entlarvung des Revisionismus als Zentrum der Provokateure und Mörder der imperialistischen Geheimdienste durch die Ergebnisse der Untersuchungen über Sicherheit und die Vierte Internationale ist der höchste Punkt, den die Kontinuität des Marxismus durch die trotzkistische Bewegung heute erreicht hat. Damit ist der Weg frei gemacht für die Ausbildung eines Kaders in den gesamten Traditionen und in der Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus-Trotzkismus. Er ist die Grundlage und Voraussetzung dafür, dass die weltweiten Kämpfe der Massen, die wir heute erleben, zum Sieg der sozialistischen Revolution im Weltmaßstab weitergeführt werden können".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Editorial"
- "100 Jahre Trotzki"
- "Internationales Komitee der Vierten Internationale: Trotzkis Tod und die Agenten in der Vierten Internationale"
- "Die Bürokratie. Eine parasitäre Kaste"
- "Die Vorbereitung des Mordes an Trotzki"
- "Verteidigung des Marxismus"
- "Revisionisten lehnen Verantwortung ab"
- "Joseph Hansen. GPU-Agent"
- "Kontakt mit dem FBI"
- "US-Interessen am Vorabend des 2. Weltkriegs"
- "Taktvoll behandeln"
- "Der Doppelagent"
- "Hansens internationaler Agentenring"
- "Internationales Komitee der Vierten Internationale: Die merkwürdige Gruppe vom Carleton-College, Minnesota"
- "Antikommunistisches Elite-College"
- "Politische Inzucht"
- "Der Niedergang der Socialist Workers Party"
- "Die Bedeutung der Kuba-Frage"
- "Wie die CIA Agenten auswählen"
- "Politisches Komitee der Workers League, USA: Warnung vor der SWP/CIA-Verschwörung gegen die Revolution von Nicaragua. Offener Brief der Workers League (USA) an die Sandinistische Befreiungsfront vom 30. November 1979"
- "Gefahr für die Revolution in Nicaragua"
- "Doppelagent Hansen"
- "Wie Fausto Amador als Trotzkist aufgebaut wurde"
- "Krise im VS über Amador"
- "Verteidigungskampagne gegen die Revolution"
- "Hoffnung auf Niederlage der Sandinistas"
- "Amador wird zurückgezogen"
- "Neue Agententeams treffen ein"
- "Kursänderung des Imperialismus"
- "Ein wiederkehrendes Muster"
- "Michael Berg: Iran und die Prinzipien des Trotzkismus"
- "Verleumdung in den Massenmedien"
- "GIM hetzt gegen Khomeini"
- "Das Neue in der Form des Alten"
- "Die Frage der nationalen Minderheiten"
- "Die Sicherheitsfrage"
- "Hansens Agentenring am Werk"
- "Die Tradition des Marxismus"
- "A. Dragstedt: Die Spartacist-Gruppe und die iranische Revolution"
- "Charles Parkins: Rassismus und Gewerkschaften im zionistisch besetzten Palästina"
- "Die Histadrut. Eine zionistische Einrichtung"
- "Sozialistischer Zionismus"
- "Zionismus und bürgerliche Reaktion"
- "Die Macht der Histadrut-Bürokratie"
- "Normalisierung und Klassenkampf"
- "Schwarze Juden"
- "Die arabischen Arbeiter im besetzten Palästina"
- "Veränderung in der israelischen Arbeiterbewegung"
- "Einige Schlussfolgerungen. Für die arabisch-jüdische Einheit ist eine Führung nötig"
- "Frank Elliot: Albert Einsteins Entdeckungen - eine Bestätigung des Dialektischen Materialismus"
- "Einheitliche Auffassung über Materie, Zeit und Raum"
- "Die Relativitätstheorie und das Newtonsche Weltbild"
- "Materie und Bewegung"
- "Quantenmechanik und die Natur der Materie"
- "Die Allgemeine Relativitätstheorie"

Geworben wird u. a. für: Leo Trotzki: "Marxismus und Gewerkschaft", M. Banda: "Wohin geht Thornett?", Georges Vereeken: "The GPU in the Trotskyist Movement", "Joseph Hansen als Doppelagent entlarvt".
Q: BSA: Marxistische Rundschau, 2. Jg., Nr. 4/5, Essen, Dezember 1979.

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Letzte Änderung: 30.11.2018