Außerparlamentarische Opposition. Informationen für Demokratie und Abrüstung, Jg. 6, Nr. 55, Offenbach, Ende Februar 1968

28.02.1968:
Ende Februar erscheint die Nr. 55 der Zeitschrift: "Außerparlamentarische Opposition. Informationen für Demokratie und Abrüstung". Einleitend wird erklärt, dass zurzeit ein "großangelegtes Manöver zur Irreführung der öffentlichen Meinung" laufen würde. In der Presse würde die Wortwahl lauten: "Terror und Aufruhr herrscht in der Bundesrepublik." Der Staat müsse gegen "rote Banditen" und "linke Partisanen" "hart durchgreifen und den Terror mit staatlicher Gewalt brechen". "Die Große Koalition und die ihr nahestehende Presse sieht offenbar die Stunde gekommen für den Großangriff nicht nur auf den Protest der Schüler und Studenten, sondern auf die außerparlamentarischen demokratische Opposition überhaupt." Zu Steinwürfen auf Berliner Springer-Filialen wird anmerkt, dass die "Urheber jener Steinwürfe" unbekannt seien. Die Sprecher der APO hätten sich "von ihnen distanziert". Die Methode des Staates indes sei bekannt, "wie auch die sozialistische Bewegung" sich in ihrer Geschichte "immer solchen Agenten der Provokation ausgesetzt" sahen, "als deren Auftraggeber sich später in der Regel die Polizeibehörden oder Agenten des Obrigkeitsstaates herausstellten". Zum "Terror der Studenten in der "Springer-Presse" und im "Bayern-Kurier" ist angemerkt: "In dieser Situation kann die außerparlamentarische Opposition den gegebenen Bestand an demokratischen Regelungen erhalten und die Voraussetzungen für eine weitere Demokratisierung herstellen, wenn sie sich vor der Flucht in isolierenden Scheinradikalismus ebenso wie der Fixierung auf die bloße (studentische) Generationsrevolte hütet und statt dessen zielstrebig das Gesamtpotenzial an Demokraten zur politischen Aktion führt."

Artikel der Ausgabe sind:
- "Staatsgewalt und Protest", über einen Beitrag von Helmut Schauer zur "Bundestagssitzung über 'Unruhe' unter der Jugend und den Studenten"
- "Arbeiterfunktionäre erklären Solidarität mit Studenten und Schülern", über eine Solidaritätsadresse zum Ostermarsch 68 von Betriebsräten, BR-Vorsitzenden, Gewerkschaftssekretär und Bevollmächtigte (Dortmund, 9.2.)
- "Die Zeichen standen auf Sturm", über einen Beitrag von Guggomos zu Aktionen und Demos in West-Berlin am 17. und 18.2.
- "Bekanntmachung", über einen Text der Kampagne
- "Krieg in Vietnam", u. a. über einen Beitrag von Sartre: "Dieser Krieg ist Völkermord"
- "Parteien", u. a. über Beiträge zum "Aktionsprogramm" der CDU, den "Sozialdemokratischen Perspektiven im Übergang zu den siebziger Jahren, "Anmerkungen zum SPD-Programm"
- "NATO-Flugplatz Nörvenich", über den Flugplatz
- "Zur Militärpolitik der BRD", über einen Beiträge von Klaus Ehrler
- "Immer mehr Geld für die Rüstung", über die "Gesamtausgaben in der Welt" (160 Milliarden)
- "Eine französische Studie über europäische Friedensordnung", über eine Studie des "Europa-Archiv"
- "Zum Atomwaffen-Sperrvertrag", über einen Beitrag von Arno Klönne
- "Aus der Opposition", u. a. über Aktionen am 30.1.68 der "Aktion Januar 68" in München, das "Sozialistische Zentrum" in Offenbach, die Auftaktkundgebung der Kampagne in Mannheim, Aktionen gegen Springer, den Aufruf der Gewerkschaftsjugend zum Sternmarsch auf Bonn und über Demonstrationstage zum 4.12.67 in den USA
Q: Kampagne für Demokratie und Abrüstung (Hrsg.): Außerparlamentarische Opposition. Informationen für Demokratie und Abrüstung, Jg. 6, Nr. 55, Offenbach, Ende Februar 1968.

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