Schweiz: Revolutionäre Marxistische Liga (RML):
"Spanien nach Burgos" (1973)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 21.9.2021

Von der "Revolutionären Marxistischen Liga" (RML) aus der Schweiz erscheint im Dezember 1973 die Broschüre "Spanien nach Burgos".

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Dezember 1973:
Von der "Revolutionären Marxistischen Liga" (RML) der Schweiz erscheint in Lausanne die Broschüre "Spanien nach Burgos".

In der Einleitung heißt es u. a.: "Die lange Welle der revolutionären Kämpfe der Zeit nach der russischen Oktoberrevolution endeten in Westeuropa mit einer schweren Niederlage der Arbeiterklasse. Seit der kampflosen Niederschlagung der deutschen Arbeiterklasse und dem Zerfall der mächtigsten europäischen KP, der KPD, schien es klar, dass Europa einer Auseinandersetzung entgegentrieb, die auf die Fragestellung Sozialismus oder Barbarei hinauslief. In zwei der wichtigsten Länder sollte dieser Kampf schnell folgen. Fast gleichzeitig entstanden in Frankreich wie auch in Spanien vorrevolutionäre Situationen. Die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse stieg dauernd an, da alle die Möglichkeit der Ausweitung der Nazi-Losung und ihrer Bedeutung für die europäische Arbeiterklasse klar vor Augen hatten. In Frankreich blieb die KPF weit hinter der Entwicklung zurück. Statt die antikapitalistische Dynamik der Massenkämpfe zu fordern und zu unterstützen, tat sie das Gegenteil und bildete mit der SP und der heruntergekommenen radikalen bürgerlichen Partei einen 'demokratischen' Wahlblock, die sogenannte Volksfront. (…) So erhielt das Bürgertum die Möglichkeit, seine Kräfte zu sammeln, während die Arbeiter auf Taten ihrer Partei hofften, die alles versprach. So endete die Volksfront mit einer Erdrosselung der Arbeiterkämpfe mithilfe der KP-SP und einer neuen repressiven bürgerlichen Regierung.

In der Zeit, als die Demobilisierung in Frankreich schon wieder voll in Gang war, und die Bourgeoise wieder hart zugriff, begann in Spanien der letzte Kampf, den das europäische Proletariat vor dem Krieg führte. Nachdem der spanischen Revolution von der stalinistischen Komintern während vieler entscheidender Jahre die notwendige Unterstützung im Kampf gegen die Bourgeoisie nicht gewahrt wurde mit dem Hinweis auf den notwendigen Flirt mit dem Bürgertum in Frankreich, konnte sich in dieser Unsicherheit der Faschismus verstärken und zum Angriff blasen. Den Kampf dagegen führten die Stalinisten mit bürgerlichen Forderungen. Stalin ging soweit, dem Ministerpräsidenten Caballero zu schreiben, das Privateigentum bleibe garantiert. (…)

Der heldenhafte Kampf der spanischen Arbeiterklasse und Bauern ist der letzte Kampf gewesen, der in Europa eine starke internationalistische Solidaritätsbewegung auslöste. Selbst aus dem faschistischen Deutschland fanden sich Leute ein, um die sozialistische Revolution in Spanien zu verteidigen. (…) Von den Erfahrungen in Spanien vor dem 2. Weltkrieg ist in Europa wenig übriggeblieben. Die Arbeiterklasse, die aus dem Krieg hervorkam, war durch den Faschismus geprägt, durch den Abbruch der revolutionären Kampftradition und vor allem durch das alles lähmende Massenelend. (…) Eine revolutionäre Organisation, die sich zum Ziel macht, die internationale Revolution vorwärtszutreiben, die IV. Internationale, hatte wenig Möglichkeiten, die Traditionen der sozialistischen Weltrevolution, die im Oktober 1917 Realität zu werden begann, in der Arbeiterklasse Westeuropas weiterzuführen.

Dagegen überlebte aber der spanische Faschismus mit General Franco den Krieg. An einem der wirtschaftlich und sozial schwächsten Punkte Europas konnte man es sich nicht leisten, zur bürgerlich-demokratischen Tagesordnung überzugehen. Der Franquismus wurde zwar seiner Bandenhaftigkeit entledigt, es blieb aber die alles zerdrückende Diktatur. Doch Spaniens Arbeiter schließen wieder an die Kämpfe der 30er Jahre an. Seit Mitte der 60er Jahre brechen immer breitere Massenkämpfe aus. Die Politisierung der Bewegung geht äußerst schnell vorwärts. Eine breite Arbeitervorhut bildet sich, die an die Seite der Forderung 'Gegen die Diktatur' den Kampf für den Sozialismus stellt. (…) Wichtig ist, dass wir als revolutionäre Marxisten bewusst wieder an die besten Traditionen der revolutionären Welle der Nachoktoberzeit anknüpfen".

Hinzugefügt wird, dass an vorderster Front der Klassenauseinandersetzungen die "LCR" (Liga Communista Revolucionaria) stehen würde, die "sympathisierende Organisation der IV. Internationale".

Inhalt:
"I Einleitung
II Der Zerfall des Franco-Regimes
III Burgos
   a) Brief aus Spanien
   b) Baskenland und die nationale Frage
IV Die Gewerkschaftswahlen
V Spanien 1971: nach Burgos
VI Der Streik bei SEAT
   a) Chronologie
   b) Text des gemeinsamen Flugblattes
   c) Erklärung der LCR
VII Für ein neues Burgos!
VIII Eine neue Welle von Kämpfen
   a) El Ferrol
   b) Bausektor
   c) Gesamtarbeitsverträge
   d) Die Studentenrevolten
IX Interview mit der LCR: Weitere Kämpfe stehen bevor!
X Der Weg der ETA vom kleinbürgerlichen Nationalismus zum revolutionären Marxismus
XI Das schwächste Glied der imperialistischen Kette in Europa
XII 9-Punkte-Programm der Liga Comunista Revolucionaria".

Geworben wird u. a. für die "Bresche. Organ der Revolutionären Marxistischen Liga", für "Combate" der "Liga Comunista Revolucionaria".
Quelle: RML: Spanien nach Burgos, Lausanne, Dezember 1973.

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Letzte Änderung: 23.09.2021