Borsig GmbH in Berlin-Tegel: 'Kommunistische Arbeiterpresse' der KPD

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 1.3.2017


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Die hier bisher leider nur äußerst lückenhaft (wir bitten um Ergänzungen) dokumentierte 'Kommunistische Arbeiterpresse' der KPD erschien vergleichsweise spät, erst nach der Einstellung des 'Klassenkampf - Ausgabe Borsig' der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI), deren Anhänger vermutlich teilweise zur KPD wechselten.

Vor allem in den Ausgaben des Jahres 1977 und 1978 schlägt sich die damalige Hauptstoßrichtung der KPD gegen den 'Sozialimperialismus' der Sowjetunion und seine Verbündeten, die SEW und die DDR immer wieder nieder.

Im Jahr 1979, dem letzten vor der Auflösung der KPD und dem Eintritt vieler ihrer Mitglieder in die Alternative Liste (AL), erfolgt noch die Umbenennung der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' in 'Borsig-turbo' (vgl. Feb. 1979), die Angriffe gegen die SEW aber werden fortgesetzt.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

24.08.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD erstmals ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 14.9.1971) heraus, für die Maria Bergmann verantwortlich zeichnet. Den 8 Seiten ist noch ein 'Rote Fahne' (RF) Sonderdruck beigeheftet. Eingegangen wird zunächst, anhand des Beispieles der zum Stahlbereich gehörenden, Hoesch Westfalenhütte in Dortmund, auf die Metalltarifrunde, zu der man heute und morgen Treffen durchführen will.

In einem Artikel "Aufgaben der Betriebszelle" heißt es u.a.:"
Nach AEG, Schering, Siemens und DWM hat die KPD bei Borsig … die Arbeit begonnen." Dann wird auf die Lage der Ausländer und der Lehrlinge und das Problem der Werksärzte eingegangen und fortgefahren:"
Wir wenden uns gegen die Politik der Überreste der PL/PI und ihrer Zeitung 'Klassenkampf', die abenteuerliche Aktionen auf dem Kurfürstendamm und ein paar kaputte Scheiben für wichtiger hält als den einheitlichen Kampf aller Kollegen gegen die Rationalisierungspläne der Geschäftsleitung." Neben einem Bericht vom 13.8.1971 findet sich auch noch die Ankündigung, daß die 'Rote Fahne' jeden Donnerstag vor dem Tor verkauft wird.

Der 'Rote Fahne' Sonderdruck mit dem Titel "Einheitlicher Existenzlohn für Lehrlinge!" beschäftigt sich mit der Jugendmetalltarifrunde (vgl. 1.7.1971, 27.8.1971).
Quellen: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 1, Berlin 24.8.1971; Rote Fahne Sonderdruck Einheitlicher Existenzlohn für Lehrlinge!, Berlin Aug. 1971

14.09.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 24.8.1971, 5.10.1971) mit dem Leitartikel "Die Metalltarifrunde und die Aufgaben des Vertrauenskörpers bei Borsig" u.a. zur MTR und zum VLK heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Borsig- und DWM-Kollegen diskutieren Forderungen der KPD zur Metalltarifrunde" zur Arbeiterrunde am 27.8.1971;
- "DGB-Bosse sperren junge Gewerkschafter aus" aus dem DGB-Haus am 2.9.1971; sowie
- "Es lebe der 23. Jahrestag der Gründung der Koreanischen Volksdemokratischen Republik!" zur KVDR.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 2, Berlin 14.9.1971; Rote Fahne Nr. 30, Berlin 19.11.1971, S. 2

05.10.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 3 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 14.9.1971, 18.10.1971) heraus mit dem Leitartikel "Das Geschäft mit Borsig. Riesenprofite auf der einen Seite - Massenentlassungen und Arbeitshetze auf der anderen".

Weitere Artikel sind:
- "Existenzlohn statt Akkordarbeit!", eine Arbeiterkorrespondenz;
- "Geschäftsleitung riskiert Gesundheit der Kollegen" zu en Preisen in der Kantine;
- "Jugendstunde - der Verrat an den Forderungen der Jugendgruppen wird als Beispiel 'innergewerkschaftlicher Demokratie' hingestellt!" zu den beiden Jugendstunden am 22. und 23.9.1971 mit IGM-OJA-Sekretär Foede;
- "Nieder mit dem japanischen Imperialismus!"; sowie
- "Die Tarifkommission in die Hand der Vertrauensleute! Für gleichzeitige Tarifverhandlungen!" zur Metalltarifrunde (MTR).

Aufgerufen wird zur Arbeiterrunde im Wedding am 7.10.1971 gegen die Fahrpreiserhöhungen der BVG sowie zu den Japan-Aktionen der Liga gegen den Imperialismus am 8. und 9.10.1971.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 3, Berlin 5.10.1971

18.10.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD vermutlich Anfang dieser Woche einen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 5.10.1971, 27.10.1971) heraus unter der Schlagzeile "Borsig-Wohnungen verschachert!" zum Verkauf von 1 800 Werkswohnungen an die Gesobau.

Geschildert wird "Das Märchen vom Borsig-Verlust" und angeprangert: "Gesobau: Senat sorgt für Riesenprofite". Aufgerufen wird zur Metalltarifrunde (MTR) und den Preiserhöhungen der BVG, der BEWAG und GASAG: "Den Kampf gegen Preistreiberei mit dem Kampf um höhere Löhne verbinden!". Das Kampfkomitee Wedding werde in den nächsten Tagen zum Feierabend Unterschriften vor dem Betrieb sammeln. Aufgerufen wird zur "Warndemonstration am 23. Oktober", angekündigt die Vietnam-Straßensammlung des Rote-Hilfe-Komitees (RHK).

Eingeladen wird zur Arbeiterrunde am 19.10.1971.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Sonderdruck Borsig-Wohnungen verschachert!, Berlin Okt. 1971

27.10.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 4 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 18.10.1971, 23.11.1971) heraus mit dem Leitartikel "Die Angriffe der Kapitalisten in der Metalltarifrunde erfordern: Die Einheit stärken - den Kampf organisieren" zur Metalltarifrunde (MTR).

Weitere Artikel sind:
- "Tariferhöhungen bei BVG, BEWAG und GASAG verhindern!";
- "Die KPD kämpft für die internationale Solidarität des Proletariats und der unterdrückten Völker!" mit Bildern der Demonstrationen zu Japan (vgl. 9.10.1971) und zur Türkei (vgl. 20.10.1971) sowie vom Vietnam-Meeting (vgl. 15.10.1971);
- "Für einen starken Jugendvertrauenskörper" zum JVK; sowie
- "Arbeiterrunde der Betriebszellen Borsig und DWM der KPD" am 19.10.1971.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 4, Berlin 27.10.1971

23.11.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 5 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 27.10.1971, 7.12.1971) heraus mit dem Leitartikel "Erpressung mit Weihnachtsgeld. Geschlossen gegen Lohnabbau kämpfen!".

Weitere Artikel sind:
- "Erpressungsversuch der Babcockkapitalisten!", eine Arbeiterkorrespondenz zum Weihnachtsgeld;
- "Kampf dem sozialdemokratischen Zwangsgesetz gegen die Arbeiter" zur Arbeiterrunde zum BVG am 12.11.1971;
- "DGB-Jugend gegen BetrVG" mit einem Bild vom 1. Mai 1971;
- "Die Belegschaft der SEAT-Werke im Ausstand" zu Spanien; sowie
- "Folgen der Arbeitshetze: Zunahme der Unfälle" zu den Arbeitsunfällen.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 5, Berlin 23.11.1971

07.12.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 6 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 23.11.1971, 4.1.1972) heraus, deren 6 Seiten noch ein zweiseitiger 'Rote Fahne' Sonderdruck beigeheftet ist. Die Verantwortung trägt Maria Bergmann. Sowohl zur Metalltarifrunde (Schuler Göppingen, Karlsruhe) als auch zum Weihnachtsgeld (Zinser Ebersbach, Concordia Sprecher Schaltgeräte Sielmingen) bezieht man sich stets auf Nordbaden-Nordwürttemberg. Außerdem wird u.a. noch zur Vietnamveranstaltung der LgdI am 10.12.1971 aufgerufen, was aber durch den 'Rote Fahne' Sonderdruck korrigiert wird, da die Veranstaltung wegen der 'Ermordung' von Georg von Rauch verschoben werden mußte (vgl. 17.12.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Nr. 6,Berlin 7.12.1971; Rote Fahne Sonderdruck Zur Ermordung Georg von Rauchs, Berlin Dez. 1971

04.01.1972:
In Berlin gibt die KPD bei Borsig die Nr. 7 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 7.12.1971, 25.1.1972) heraus, für deren 8 Seiten Maria Bergmann verantwortlich zeichnet. Eingegangen wird im Leitartikel: "Nach der Metall-Tarifrunde: Den Kampf gegen Lohnraub weiterführen - die Gewerkschaftsopposition stärken!" auf die MTR, wobei man außer von Bosch Waiblingen auch von Daimler in Berlin-Marienfelde berichtet. Anläßlich der Jugendmetalltarifrunde (JMTR) geht man auch auf die IGM JG Borsig ein. Von den betrieblichen Problemen greift man den mangelnden Unfall- und Gesundheitsschutz auf. In diesem Zusammenhange steht auch ein Artikel über Medizin in China. Bekanntgegeben wird, daß man die Verkaufszahlen der 'Roten Fahne' vor Borsig verdoppeln möchte, wie hoch diese derzeit sind wird aber nicht verraten.

Berichtet wird von der Vietnamdemonstration (vgl. 1.1.1972).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Nr. 7, Berlin 4.1.1972

25.01.1972:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 8 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 4.1.1972, 17.2.1972) unter Verantwortung von Maria Bergmann mit 6 Seiten und einem beigehefteten zweiseitigen 'Rote Fahne' Sonderdruck heraus. Berichtet wird unter der Schlagzeile "Wir lassen uns durch Entlassungsdrohungen nicht spalten!" über eine Reihe betrieblicher Vorfälle und Probleme, in "Kampf dem Lohnraub durch Miterhöhung!" über die Mieterhöhungen in den Werkswohnungen in Tegel und Borsigwalde, aus dem Kugelhahnbau über die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen, über die "Erfolgreiche Arbeiterrunde der Betriebszelle BORSIG der KPD" zu Vietnam (vgl. 13.1.1972) und die Fahrpreiserhöhungen bei der BVG.

Der beigeheftete 'Rote Fahne' Sonderdruck beschäftigt sich unter dem Titel "Kampf dem Abbau der demokratischen Rechte des Volkes" mit dem BVG und dem Bundesgrenzschutzgesetz und ruft auf zur Kundgebung des KSV am 27.1.1972 gegen die Berufsverbote um 16 Uhr auf dem Fehrbelliner Platz.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Nr. 8, Berlin 25.1.1972; Rote Fahne Sonderdruck Kampf dem Abbau der demokratischen Rechte des Volkes, Berlin o.J. (1972)

17.02.1972:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 9 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 25.1.1972, 27.3.1972) heraus, für deren 6 Seiten Maria Bergmann verantwortlich zeichnet. Der Leitartikel "Nur Arbeitervertreter in den Betriebsrat: Raus mit Lück & Co. aus dem Betriebsrat!" behandelt die Betriebsratswahlen (BRW).

Eingegangen wird auf die Werkswohnungen, auf "Die Ausbeutung der Borsig-Lehrlinge", den Blutsonntag von Londonderry, die letzte Vietnamdemonstration (vgl. 12.2.1972) und die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 18.2.1972).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 9, Berlin 17.2.1972

27.03.1972:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 11 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 17.2.1972, 15.5.1972) heraus mit dem Leitartikel "1. Mai! Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse" mit der Einladung zur Arbeiterrunde am 28.3.1972 im Restaurant Central in der Holzhauser Straße.

Weitere Artikel sind:
- "Lück deckt Unfälle!" zu den Arbeitsunfällen;
- "Korrespondenz aus dem Einkauf: Überstunden ohne Bezahlung"; sowie
- "'Borsig heute' meint, die Kollegen seien von gestern" zur Werkszeitschrift.

Geworben wird für die 'Rote Fahne', die an allen Toren verkauft werde.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 11, Berlin 27.3.1972

15.05.1972:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 13 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 27.3.1972, 23.5.1972) heraus mit dem Leitartikel "Auch bei Borsig - Disziplinierung durch Entlassungen!", wovon zwei Umschüler betroffen sind.

Weitere Artikel sind:
- "Für fortschrittliche Jugendvertreter!" zu den Jugendvertretungswahlen (JVW);
- "Korrespondenz aus dem Einkauf. Ein Fass ohne Boden!" zu den Überstunden;
- "Moskauer Vertrag: Ein Geschäft auf Kosten der sowjetischen und deutschen Arbeiterklasse"; sowie
- "Es lebe der Sieg im Volkskrieg!" zum Indochina-Protest auf der Alliierten Truppenparade am 13.5.1972.

Aufgerufen wird zur Jugendarbeiterrunde zu den Jugendvertreterwahlen (JVW) am 15.5.1972 in der Gaststätte 'Zum Brückenkopf' am Nettelbeckplatz im Wedding.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 13, Berlin 15.5.1972

23.05.1972:
Die KPD (vgl. 31.5.1972) berichtet aus dieser Woche von den Jugendvertreterwahlen (JVW) bei Borsig Berlin bzw. ihrer 'KAP' (vgl. 15.5.1972, 3.10.1972):"
Bei Borsig sind Ansätze einer fortschrittlichen Politik der Jugendvertreter bereits vorhanden, auf die von den Kapitalisten und vom Betriebsrat wütend reagiert wird. Die Betriebszelle schreibt in ihrer Kommunistischen Arbeiterpresse Nr. 14:
'Als IGM-Jugendgruppe und Jugendvertretung für die Jugendstunde am vergangenen Freitag eine Unterschriftensammlung und eine Resolution gegen die Entlassung der beiden Umschüler vorbereiteten und es auch noch 'wagten', in der Einladung zur Jugendstunde die Prämienregelung für Lehrlinge anzuprangern, mit deren Hilfe Lehrlinge als volle Akkordarbeiter eingesetzt werden, sah Betriebsrat Drews seine Stunde gekommen. Endlich konnte er, der während des Urlaubs von Lück im BR das Regiment führt, der Geschäftsleitung beweisen, daß er mindestens ebensogute Arbeiterverräter-Qualitäten wie Lück aufzuweisen hat. (…)

Mit dem Argument, dafür sei das Arbeitsgericht und nicht die Jugendversammlung oder die Jugendvertretung zuständig, versuchte er auf der Jugendversammlung, den gemeinsamen Kampf der Lehrlinge gegen die Entlassungen abzublocken.

Abgesehen davon, daß jeder weiß, in wessen Interessen die Arbeitsgerichte zu urteilen pflegen, hat Drews damit genau das Argument aufgefahren, daß die interne Anweisung der Geschäftsleitung ('Betrieblicher Notstand-Arbeitskampf') in solchen Fällen empfiehlt. (…) Ihre Rolle haben Drews und Co. 'trefflich' gespielt:
- als sie die Verbreitung der Einladung zur Jugendstunde zu verhindern suchten,
- als sie auf der Jugendstunde erst die Diskussion über die Prämien, dann die über die Entlassungen zu verhindern suchten,
- als sie sich weigerten, der Abhaltung einer weiteren Jugendstunde am heutigen Dienstag zuzustimmen, obwohl fast alle Lehrlinge, die auf der Jugendstunde am Freitag waren, mit ihrer Unterschrift die Fortsetzung der Jugendstunde forderten.
- als sie die Unterschriftensammlung unter den jugendlichen und erwachsenen Kollegen zu verhindern suchten, um den Kampf der Lehrlinge und Jungarbeiter vom Kampf der erwachsenen Kollegen zu isolieren.'"

Der Leitartikel dieser 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP) Borsig Nr. 14 lautet "Drews verbietet Jugendstunde. Den Angriffen der Kapitalisten und ihrer Stützen im Betriebsrat geschlossen entgegentreten!", eine Korrespondenz erstattet "Bericht über die Jugendstunde". Ein Bericht enthüllt: "Aktion 63: Eine kapitalistische Rationalisierungsmaßnahme!". Geworben wird: "Die ROTE FAHNE als kommunistische Wochenzeitung!".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 14, Berlin 23.5.1972

Rote Fahne Nr. 45, Dortmund 31.5.1972, S. 5

03.10.1972:
In Berlin gibt die KPD bei Borsig die Nr. 19 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 23.5.1972, 27.9.1973) heraus mit dem Leitartikel: "Jugend-Tarifrunde 72 - Lehrlinge kämpfen für einheitlichen Existenzlohn". Berichtet wird "Turbon: Babcock-Rationalisierungen gehen weiter!", in "Kampf dem Lohnraub!" vom Überstundenstop, über "'Tarifangleichung' - Betrug hinter verschlossenen Türen" und über die Aktionen gegen die US-Air Force (vgl. 16.9.1972). Eingetreten wird gegen die BVG "Für den ungehinderten Verkauf der ROTEN FAHNE" am Haupttor, gefordert wird: "Weg mit den Ausweiskontrollen!".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Nr. 19, Berlin 3.10.1972

27.09.1973:
In Berlin gibt die KPD bei Borsig die Nr. 26 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 3.10.1972, 17.9.1974) heraus mit dem Leitartikel: "Sofortige Einberufung der Betriebsversammlung". Berichtet wird über die Kürzung der Vorgabezeiten zunächst in Halle 93 und danach in der Westhalle. Zur Kantine wird geschildert "Das Geschäft mit dem Frass". Eine Korrespondenz "Die Knobelkönige" schildert die Rationalisierung anhand der Neuberechnung der Akkordzeiten für Maschinenarbeiter, widmet sich besonders den Kalkulatoren.

Beigelegt ist ein "Aufruf an alle Gewerkschafter" der Initiativen zur Gründung eines Nationalen Komitees 'Gegen politische Entlassungen, Nichtübernahmen und Unvereinbarkeitsbeschlüsse' (UVB), auf dessen Rückseite Unterschriften gegen die Entlassung von Ursula Heist bei DeTeWe abgegeben werden können.

Aufgefordert wird zur Unterzeichnung und nachmittäglichen Abgabe der Solidaritätsresolution, berichtet wird aus der Sowjetunion (SU): "Sacharow wie Breschnew - Feinde der sowjetischen Arbeiterklasse".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Nr. 26, Berlin 27.9.1973; Initiativen zur Gründung eines Nationalen Komitees 'Gegen politische Entlassungen, Nichtübernahmen und Unvereinbarkeitsbeschlüsse: Aufruf an alle Gewerkschafter, Berlin o. J. (1973)

17.09.1974:
In Berlin gibt die KPD bei Borsig ihre 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 27.9.1973, 16.10.1974) heraus mit dem Leitartikel zu den UVB: "Solidarität gegen Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!". Hierzu erscheint unter der Überschrift "Polizeiterror!" ein Bild von Hella Lippstadt.

Gegen die DKP/SEW- und auch KBW-Führer richtet sich der Artikel "Die Völker kämpfen… Die Völker siegen… …Der Imperialismus wird unterliegen" zu den portugiesischen Kolonien in Afrika bzw. der Unabhängigkeitserklärung Guinea Bissaus, aber auch zu Chile, wozu die LgdI einen Solidaritätsbasar durchführt, für den Verkaufsartikel bei den Verteilern abgegeben werden sollen.

Der Artikel "In trauter Eintracht…" befasst sich mit dem deutsch-französischen Verhältnis, aber auch mit der Verlegung des Französischen Gymnasiums von Tegel nach Tiergarten wegen des Fluglärms, wobei in dem alten Gebäude nun eine deutsche Grundschule ist.

Aufgerufen wird zur nationalen Veranstaltung der KPD zum IGM-Tag in Hannover (vgl. 21.9.1974), das Ankündigungsfeld für die Veranstaltung der Stadtteilleitung Reinickendorf ist auf unserem Exemplar leer. Beigelegt ist aber ein 'Rote Fahne' Sonderdruck "Gewerkschaftstag - Die Bonzen blasen zum Angriff" für Berlin, auf dem die Veranstaltungen der Stadtteilleitungen Kreuzberg, Reinickendorf und Wedding sowie der Konzernzellenleitung Siemens am 18. bzw. 19.9., aber auch die Abfahrt nach Hannover am 20.9.1974 angekündigt werden.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Solidarität gegen Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!, Berlin 17.9.1974; Rote Fahne Sonderdruck Gewerkschaftstag - Die Bonzen blasen zum Angriff, Berlin o. J. (1974)

16.10.1974:
In Berlin gibt die KPD bei Borsig ihre 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 17.9.1974, 26.11.1974) heraus mit dem Leitartikel "Prozess gegen Borsig gewonnen!" zu einem Arbeitsgerichtsprozess gegen eine Kündigung wegen Verteilens von Zeitungen trotz Krankschreibung. Weitere Artikel sind:
- "25 Jahre Volksrepublik China - 25 Jahre Klassenkampf für den Sozialismus - 25 Jahre die Arbeiterklasse an der Macht";
- "Korrespondenz: Bandstahl - Knochenmühle"; und
- der Aufruf für die Freistellung revolutionärer Kader: "5 0000 Freunde und Genossen 5 DM im Monat!".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Prozess gegen Borsig gewonnen!, Berlin 16.10.1974

26.11.1974:
In Berlin gibt die KPD bei Borsig ihre 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 16.10.1974, 22.11.1976) heraus mit dem Leitartikel "Streik steht immer noch auf der Tagesordnung" zum Streik für Weihnachtsgeld, an dem sich auch der Bandstahl beteiligte. Weitere Artikel sind:
- "Volksentscheid - Volksambulanz. Besetzung von Bethanien" (vgl. 14.11.1974);
- "Es lebe der revolutionäre Generalstreik der spanischen Arbeiterklasse gegen den Franco-Faschismus!"; und
- "Gegen Polizeiterror, bürgerliche Klassenjustiz und politische Unterdrückung" zur Erschießung des Richters von Drenkmann (vgl. 10.11.1974).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Streik steht immer noch auf der Tagesordnung, Berlin 26.11.1974

22.11.1976:
Bei Borsig Berlin gibt die Zelle der KPD ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 26.11.1974, 15.3.1977) heraus, in der sie sich u.a. mit der SEW und dem Osthandel befaßt.
Q: Rote Fahne Nr. 48, Köln 1.12.1976

15.03.1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 64 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 22.11.1976, Mai 1977) heraus, für deren 4 Seiten Johanna Mayr die Verantwortung übernimmt.
Aufmacher sind die Geheimtarifverträge für u.a. die Kranfahrer in der Westhalle. Hierzu hat die Betriebszelle Borsig der KPD eine Broschüre "Weg mit dem Geheimtarifvertrag" im Umfang von 42 Seiten A5 herausgegeben, in der u.a. Widersprüche zwischen der SEW-Betriebszeitung 'Borsignal' und dem SEW-Zentralorgan 'Die Wahrheit' aufgedeckt werden, die entstanden seien, weil die SEW natürlich im Betrieb den Kollegen nicht so viel über die, durch den Osthandel angeblich glänzende, Lage vorlügen könne wie den Kollegen anderer Betriebe in der 'Wahrheit'. Für die Geheimtarifverträge ist allerdings wohl wesentlich der SPD-Betriebsrat verantwortlich, der seit über einem Jahr mit der Geschäftsleitung verhandelte, ohne daß die Kollegen informiert wurden. Die Tarifverträge sehen u.a. eine Neufestsetzung der Löhne nach 5 Kriterien vor. In der Betriebszeitung wird auch noch die SEW wegen ihrem Verhalten im GEW Landesverband Berlin angegriffen.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Nr. 64, Berlin 15.3.1977

Mai 1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 15.3.1977, Juni 1977) heraus, die sich unter der Schlagzeile "Schmidts Propagandaschau blieb ohne Erfolg!" u.a. mit dem Auftreten von Helmut Schmidt und dem Berliner Bürgermeister Stobbe auf der Betriebsversammlung und den damit zusammenhängenden Aktivitäten des Werksschutzes befaßt. Der Anschlag auf den Gammastrahler im Isotopenbunker vor fast 4 Wochen sei der KPD in die Schuhe geschoben worden, was natürlich nicht stimme. Neben einem Bericht vom 1.Mai greift man noch Breschnew und die SEW an und mobilisiert zur Veranstaltung "Was will die Sowjetunion heute?" am 28.5.1977.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Schmidts Propagandaschau blieb ohne Erfolg!, Berlin Mai 1977

Juni 1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Mai 1977, 13.8.1977) heraus, die sich unter der Schlagzeile "'Entspannungs'- und 'Friedens'-Schwindel - die Kriegsgefahr wächst!" mit der KSZE befasst und im weiteren mit den Jugendvertreterwahlen (JVW - ab 1.8.1977 kommen die neuen Lehrlinge) und der Uraufführung von 'Bahnbrecher' (vgl. 3.7.1977) und in "Osthandel sichert Überstunden" mit den Auswirkungen des Osthandels im Betrieb befaßt, wobei die SEW für dessen Propagierung und ihr Stillhalten gegenüber der Geschäftsleitung angegriffen wird.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig 'Entspannungs'- und 'Friedens'-Schwindel - die Kriegsgefahr wächst!, Berlin Juni 1977

13.08.1977:
Zum 16. Jahrestag des Mauerbaus der DDR gibt die KPD bei Borsig Berlin eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Juni 1977, 1.9.1977) unter der Schlagzeile "Die Lehren des 13. August 1961 und des 21. August 1968 - Für ein unabhängiges, vereintes und sozialistisches Deutschland!" heraus, die sich auch noch mit den (sozial)-imperialistischen Umtrieben am Horn von Afrika bzw. in Äthiopien und Somalia, der Mitbestimmung und anläßlich der Jugendvertreterwahlen (JVW) mit der Jugendarbeitslosigkeit befaßt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Die Lehren des 13. August 1961 und des 21. August 1968 - Für ein unabhängiges, vereintes und sozialistisches Deutschland!, Berlin o.J. (1977)

01.09.1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD zu der heute stattfinden Betriebsversammlung eine zweiseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 13.8.1977, 5.9.1977) heraus, die sich unter der Schlagzeile "Schluss mit Kurzarbeit und Entlassungen!" vor allem mit der Lage in verschiedenen Abteilungen und unter den Leiharbeitern befaßt, aber auch die SEW angreift.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Schluss mit Kurzarbeit und Entlassungen!, Berlin 1.9.1977

05.09.1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD in dieser Woche eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 1.9.1977, 24.10.1977) heraus, die sich unter der Schlagzeile "Zur Betriebsversammlung: Kurzarbeit und Entlassungen dienen der Profitsanierung" mit der Betriebsversammlung (vgl. 1.9.1977), den Finanzen der IG Metall und dem zweiten Parteitag der KPD befaßt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Zur Betriebsversammlung: Kurzarbeit und Entlassungen dienen der Profitsanierung, Berlin Sept. 1977

24.10.1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD vermutlich in dieser Woche eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Sept. 1977, 31.10.1977) unter der Schlagzeile "Gegen den Abbau demokratischer Rechte unter dem Vorwand der Terroristenbekämpfung" heraus, die uns leider nur beschädigt vorlag. Enthalten sind ein Korrespondenz und ein Kollegenbericht sowie ein Artikel "60 Jahre große sozialistische Oktoberrevolution", der zu der entsprechenden KPD-Veranstaltung (vgl. 29.10.1977) einlädt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Gegen den Abbau demokratischer Rechte unter dem Vorwand der Terroristenbekämpfung, Berlin Vorlage beschädigt: (1977)

31.10.1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD einen zweiseitigen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 24.10.1977, 17.11.1977) heraus, der sich mit dem zuvor erschienenen, undatierten "Offenen Brief an die Vertrauensleute und Kollegen von Borsig" befaßt, der von Fritz Se. unterzeichnet war. Dessen Kritik an den Zuständen in der Westhalle findet auch die KPD richtig.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Sonderdruck, Berlin 31.10.1977

17.11.1977:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD eine vierseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 31.10.1977, Dez. 1977) unter der Schlagzeile "Sofortige Zurücknahme der Entlassung von Fritz S." heraus, der angeblich der KPD angehöre. Weitere Artikel widmen sich, im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung dem Polizeistaat, wogegen man Aktionseinheiten bilden müsse (vgl. 9.12.1977), den Aufsichtsratswahlen und der pro-AKW-Demonstration in Dortmund (vgl. 10.11.1977).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Sofortige Zurücknahme der Entlassung von Fritz S., Berlin 17.11.1977

Dezember 1977:
Bei Borsig Berlin widmet sich die KPD in ihrer vierseitigen 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 17.11.1977, Jan. 1978) unter der Schlagzeile "Welche Betriebsräte brauchen wir?" ganz den Betriebsratswahlen (BRW) im März 1978, bei denen man die Ausländer miteinbeziehen und sich vor SPD und SEW hüten müsse. Die SEW habe schon 1975 bei der AEG Brunnenstraße die dortige Liste 'Alternative', die für ihre 500 Stimmen 3 Sitze bekommen hatte, bekämpft.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Welche Betriebsräte brauchen wir?, Berlin Dez. 1977

Januar 1978:
Bei Borsig Berlin erscheint vermutlich im Januar eine zweiseitige 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) der KPD mit dem Titel "Für eine kämpferische Alternative im Betriebsrat!" (vgl. Dez. 1977, Feb. 1978) zu den Betriebsratswahlen (BRW).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Für eine kämpferische Alternative im Betriebsrat!, Berlin o. J. (1978)

Februar 1978:
Bei Borsig Berlin erscheint vermutlich im Februar eine vierseitige 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Jan. 1978, März 1978) der KPD mit dem Titel "Keine Stimme an Lück, Fieber und Drews", in der über die politische Entlassung des Kollegen Dithmars The. berichtet wird. Beigelegt ist ein einseitiges Flugblatt der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der Zelle Borsig der KPD unter dem Titel "Lück, Fieber ve Drews'e oglarimizi kaptirmiyalimi".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Keine Stimme an Lück, Fieber und Drews, Berlin o. J. (1978); Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Lück, Fieber ve Drews'e oglarimizi kaptirmiyalimi, Berlin o. J. (1978)

März 1978:
Bei Borsig Berlin erscheint eine vierseitige Ausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Feb. 1978, Mai 1978) der KPD unter der Schlagzeile "Die Durchsetzung unserer Forderungen in die eigenen Hände nehmen!" zum Ergebnis der Wahlen, welche allerdings aus naheliegenden Gründen keine der gewählten Personen herausstellt und sich auch mit dem Ergebnis nicht sonderlich anfreunden kann. Diese Ausgabe beschäftigt sich auch noch mit der Betriebsversammlung, wo es wieder einmal um die Leiharbeiter ging. Weiterer Kritikpunkt ist die werksärztliche Versorgung. Beigeheftet ist noch ein Flugblatt des Regionalkomitees der KPD "Schluß mit der Aussperrung", welches sich außer auf die Metallindustrie in Nordbaden-Nordwürttemberg auch noch auf die Druckindustrie bezieht.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Borsig Die Durchsetzung unserer Forderungen in die eigenen Hände nehmen!, Berlin März 1978

Mai 1978:
Bei Borsig Berlin erscheint eine sechsseitige Ausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP) der KPD (vgl. März 1978, Aug. 1978), die sich unter der Schlagzeile "Sofortige Wiedereinstellung von Michael S." vor allem mit den politischen Entlassungen, von denen zwei konkret benannt werden, befaßt. Neben einem Aufruf zu den Palästinaveranstaltungen und Betrieblichem geht man auch noch auf den Breschnewbesuch ein.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Borsig Sofortige Wiedereinstellung von Michael S., Berlin Mai 1978

August 1978:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD eine sechsseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Mai 1978, Sept. 1978) heraus, die sich unter der Schlagzeile "Jetzt reicht's! Arbeiter und Angestellte gemeinsam gegen Entlassungen!" mit den anstehenden Entlassungen befaßt. Hierbei handelt es sich ausnahmsweise einmal nicht um politische sondern um ganz 'normale'. Gefordert wird dagegen eine Aktionseinheit zu bilden aus den Parteien SPD und SEW und den anderen Vereinigungen, von denen es bei Borsig etliche gäbe. Ansonsten beschäftigt man sich noch mit Rudolf Bahro.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Jetzt reicht's! Arbeiter und Angestellte gemeinsam gegen Entlassungen!, Berlin Aug. 1978

September 1978:
Bei Borsig Berlin bringt die KPD eine vierseitige 'Kommunistische Arbeiterpresse' (vgl. Aug. 1978, Okt. 1978) unter der Schlagzeile "Vollständige Offenlegung der Entlassungspläne!" heraus, für die nicht mehr wie bisher Johanna Mayr sondern nun Wolfgang Kaiser verantwortlich zeichnet.

Wichtigstes Thema sind wiederum die Entlassungen und die dadurch drohende Arbeitslosigkeit, wozu sich auch die SPD in ihrem 'Empor' geäußert habe. Hinweise werden gegeben für das Verhalten bei Kündigungen. Eine IGM Mitgliederversammlung soll am 20.9.1978 stattfinden. Außer zu Rudolf Bahro wird auch noch zur SEW Stellung bezogen, der ihre Befürwortung der AKWs in der SU angelastet wird.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Vollständige Offenlegung der Entlassungspläne!, Berlin Sept. 1978

Oktober 1978:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD eine vierseitige 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Sept. 1978, Nov. 1978) unter der Schlagzeile "'Alternative Liste' in Westberlin gegründet!" heraus, die sich außer mit der Gründung der AL (vgl. 5.10.1978), der IGM Mitgliederversammlung bei Borsig (vgl. 20.9.1978) und dem Zwangsurlaub über Weihnachten auch noch mit den IGM-Beiträgen befaßt, wobei man über die Position von Willi Hoss bei Daimler Stuttgart-Untertürkheim berichtet, die man doch bedenkenswert findet.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Borsig 'Alternative Liste' in Westberlin gegründet!, Berlin Okt. 1978

November 1978:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD eine sechsseitige Ausgabe ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Okt. 1978, Jan. 1979) heraus mit dem Leitartikel "Freiheit für Rudolf Bahro!". Wegen der Solidarität mit Bahro sei Karl Ludwig aus der DKP Betriebsgruppe Henschel Kassel ausgeschlossen worden, Solidarität mit Bahro sei u.a. bekundet worden aus der Fertigmontage bei VW Wolfsburg, von Voith Bremen, der DGB Kreisjugendkonferenz Dortmund, der Abteilung Jugend des DGB Bundesvorstandes und der Universität Bremen. Bei Borsig selbst werden schon wieder Geheimtarifverträge abgeschlossen (vgl. 15.3.1977), dem Kesselbau droht die Verlagerung nach Venezuela, außerdem ist schon das zweite Mal eine Kulturgruppe aus der SU zu Gast, obwohl die Geschäftsleitung doch sonst immer so antikommunistisch ist. Natürlich könne man dieses Phänomen im Zusammenhang mit den Ostgeschäften betrachten. Eingegangen wird auch auf den Iran und den Streik in der Stahlindustrie.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Freiheit für Rudolf Bahro!, Berlin Nov. 1978

Januar 1979:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD zum letzten Male ihre Betriebszeitung unter dem Namen 'Kommunistische Arbeiterpresse' heraus (vgl. Nov. 1978, Feb. 1979). mit sechs Seiten und dem Leitartikel "Für vollständige Unabhängigkeit des Iran!" heraus. Weitere Artikel widmen sich der AL (vgl. 11.12.1978) und der IGM Mitgliederversammlung (vgl. 14.12.1978). Betriebliche Angelegenheiten beziehen sich auf das Weihnachtsgeld, die Überstunden, das Stahlwerk und die Kantinenabteilung.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Borsig Für vollständige Unabhängigkeit des Iran!, Berlin Jan. 1979

Februar 1979:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD-Betriebszelle ihre Betriebszeitung erstmals unter den Namen 'Borsig-turbo' (vgl. Jan. 1979, 19.3.1979) heraus, wodurch die zukünftige größere Betriebsbezogenheit zum Ausdruck gebracht werden solle. Auf den 8 Seiten beschäftigt man sich u.a. mit dem Berliner Wahlkampf (vgl. 17.2.1979, 19.2.1979), dem 46.Jahrestag der Hitlerschen Machtergreifung (vgl. 30.1.1979), dem IGM-Ausschluß gegen Zeynel B. bei der AEG Brunnenstraße (vgl. 5.12.1978), mit den Leiharbeitern, den Entlassungen, den Vertrauensleutewahlen der 1 700 IGM Mitglieder und mit Kampuchea.
Q: Borsig-turbo Nr. 1, Berlin Feb. 1979

19.03.1979:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 2 ihres 'Borsig-turbo' (vgl. Jan. 1979) mit 6 Seiten heraus. Die Nummer ist auf März datiert berichtet aber bereits über das Ergebnis der Wahlen vom 18.3.1979, ist also heute oder später erschienen. Die AL mit ihren 1 200 Mitgliedern sei nun in den Bezirksverordnetenversammlungen Kreuzberg, Tiergarten, Schöneberg und Wilmersdorf vertreten. Die SEW wird angegriffen, weil sie gegen die AL gehetzt habe. Desweiteren beschäftigt man sich mit betrieblichen Dingen (u.a. den Abteilungsversammlungen und den Leiharbeitern) und dem Konflikt zwischen China und Vietnam.
Q: Borsig-turbo Nr. 2, Berlin März 1979

Juli 1979:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die sechsseitige Nr. 4 ihres 'Borsig-turbo' mit dem Leitartikel "Trotz neuer Aufträge - weitere Arbeitsplätze in Gefahr!" heraus, die sich außer mit betrieblichen Angelegenheiten auf ihren 6 Seiten auch noch mit der Ölkrise, den Vietnamflüchtlingen und dem Stahlstreik in NRW befaßt.
Q: Borsig-turbo Nr. 4, Berlin Juli 1979

Letzte Änderung: 01.03.2017