Düsseldorf-Reisholz:
Stahl- und Röhrenwerke bzw. Mannesmann Röhrenwerk und Mannesmann Kammerich

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Bei den zunächst zum Thyssenkonzern, bald dann zur Mannesmann-Gruppe gehörigen Stahl- und Röhrenwerken Reizholz in Düsseldorf ist zu Beginn dieser, wie immer unvollständigen Darstellung offenbar die DKP gleich nach ihrer Gründung aktiv (vgl. 10.4.1969, 3.7.1969), bald dann auch mit einer von uns separat dokumentierten Betriebszeitung (vgl. Aug. 1969). Es kommt bei den Stahl- und Röhrenwerken nicht nur zum kurzen Streik in der Dreherei (vgl. Aug. 1969, 28.8.1969), sondern auch an den Septemberstreiks 1969 beteiligt sich die Belegschaft der Stahl- und Röhrenwerke Reisholz mit einem zweitägigen illegalen Ausstand (vgl. 8.9.1969, 9.9.1969).

Die DKP berichtet nicht nur vom Septemberstreik 1969 (vgl. 18.9.1969), sondern gibt auch weiter ihre Betriebszeitung heraus (vgl. Aug. 1970, Okt. 1970, Juni 1971, März 1972, Sept. 1972, Okt. 1972), sieht sich aber bald der Konkurrenz in Gestalt der KPD/ML-ZB (vgl. Jan. 1971, 22.2.1971, 1.3.1971, 3.11.1971, 3.12.1971, 20.12.1971, 4.2.1972, März 1972, 28.4.1972, 18.9.1972) sowie ein wenig auch der KPD (vgl. 16.9.1971) ausgesetzt.

Die KPD ist damals in Düsseldorf vor allem bei Mannesmann Lierenfeld und Mannesmann Rath aktiv, berichtet zwar ab und an vom Stahl- und Röhrenwerk Reisholz, welches nun zum Mannesmann Röhrenwerk wird (vgl. 1.1.1973, 22.2.1973, März 1973, 22.8.1973), agitiert dort aber vermutlich nur auch ab und zu (vgl. 22.8.1973), was sich dann vermutlich trotz politischer Entlassungen (vgl. 15.10.1973) im Zuge der Intensivierung der konzernweiten KPD-Agitation gegen die Stillegungen bei Mannesmann ändert (vgl. Nov. 1973, 20.11.1973), wobei sich die KPD in Reisholz vermutlich vor allem auf jüngere Beschäftigte stützen kann (vgl. 6.4.1974, Mai 1974).

Auch die KPD/ML und ihre Rote Garde sind bei Mannesmann Reisholz aktiv (vgl. 27.4.1974), vermutlich aber nur in bescheidenem Umfang. Die GIM agitierte von außen (vgl. 12.10.1974). Auch der KABD verfügte über eine kleine Zelle Mannesmann Reisholz (vgl. Juni 1976).

Über die Entlassungen bei den Stahl- und Röhrenwerken und auch bei Mannesmann Kammerich Reisholz und die ltztliche Stillegung (vgl. 1.3.1977) sowie die Proteste dagegen berichten neben der DKP verschiedene, vermutlich in den Betrieben selbst nicht präsente linke Gruppen (vgl. Aug. 1975, 28.11.1976, 8.3.1977, 26.3.1977, Juni 1977, 24.6.1977, 20.9.1977, Feb. 1978), darunter auch der KABD, der damals wieder eine Zelle Mannesmann Reisholz hatte (vgl. Sept. 1976, Juli 1977) und im Solidaritätskreis mitarbeitete, ohne aber Mitglieder im Betrieb zu haben, so dass er zum Anhängsel der DKP wurde (vgl. Aug. 1977).

Der dort tätige ehemalige führende Kader der KPD/ML-ZB, Gerd Genger, steht offenbar mittlerweile der DKP nah (vgl. Juni 1977), zeichnet in seinem Kontakt zum KABD auch ein neues Bild seiner Rolle bei der Spaltung der KPD/ML (vgl. 18.6.1977, 19.6.1977).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

10.04.1969:
Die DKP gibt die Nr. 2 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 3.4.1969, 17.4.1969).
Berichtet wird u.a. aus Düsseldorf von den Stahl- und Röhrenwerken in Düsseldorf-Reisholz.
Quelle: Unsere Zeit NRW Nr. 2, Essen 10.4.1969

03.07.1969:
Die DKP bringt die Nr. 14 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.6.1969, 10.7.1969) und berichtet u.a. von Thyssen-Röhren in Düsseldorf-Reisholz.
Q: Unsere Zeit Nr. 14, Essen 3.7.1969

August 1969:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im August ihre 'Rote Presse' (vgl. Aug. 1970) heraus.
Q: Rote Presse, Düsseldorf o.J. (1969)

August 1969:
Die DKP berichtet vermutlich aus dem August von Stahl- und Röhren (S+R) Düsseldorf-Reisholz:"
Anlaß für die Kampfmaßnahme der Arbeiter im Röhrenwerk Reisholz war ein Arbeitszeitaufnehmer. Dieser sollte einen Arbeiter überprüfen, dem die Firmenleitung die Bedienung von zwei Maschinen zugedacht hatte.

Die gesamte Drehereibelegschaft war jedoch der Meinung, daß dieser Mann dazu physisch gar nicht in der Lage war.

Als die Firmenleitung dann das Arbeitstempo des Kollegen kontrollieren wollte, kam es zum Solidaritätsstreik. 100 Mann legten spontan nach der Frühstückspause die Arbeit nieder. Der Arbeitszeit-Aufnehmer verließ fluchtartig seine Wirkungsstätte. Die Werksleitung zog die Maßnahme zurück. Der Betriebsrat ist inzwischen in neue Verhandlungen getreten.
Q: Unsere Zeit NRW Nr. 22, Essen 28.8.1969, S. 10

28.08.1969:
Die DKP gibt die Nr.22 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 21.8.1969, 4.9.1969). Auf Seite 10 berichtet Ja.:"
SPONTANE ANTWORT: STREIK

In zwei Streiks haben sich Arbeiter aus großen Konzernen in Nordrhein-Westfalen gegen Maßnahmen der Betriebsleitung gewehrt, die den Grad ihrer Ausbeutung noch steigern sollten. Bei den Stahl- und Röhrenwerken in Reisholz (S+R in Düsseldorf, IGM-Bereich - vgl. Aug. 1969,d.Vf.) (Thyssen-Konzern) legten 100 Mann der Dreherei die Arbeit nieder. In der zum Hoesch-Konzern gehörenden Westfalenhütte (IGM-Bereich in Dortmund - vgl. 15.7.1969,d.Vf.) streikten die Arbeiter im Walzwerk I und der Halbzeugstraße."
Q: Unsere Zeit NRW Nr. 22, Essen 28.8.1969

08.09.1969:
In Düsseldorf beginnen, laut IMSF, die etwa 500 Arbeiter des Zweigwerks Oberbilk der Stahl- und Röhrenwerke (S+R) Reisholz einen zweitägigen Streik. Die Belegschaft ist zu fast 100% in der IGM, die Betriebsgruppen von SPD und DKP treten während des Streiks nicht sichtbar in Erscheinung. Den Anfang macht die Frühschicht um 10 Uhr, die eine Forderung von 20 Pf. aufstellt, weil sie von der Fehlinformation ausgeht, daß diese Zulage auch in gleichgelagerten Konzernbetrieben gezahlt worden sei. Der Arbeitsdirektor erklärt, daß er von dem Streik überrascht sei, da das Werk mit an der Spitze der Lohnskala stehe. Die IGM Ortsverwaltung distanziert sich von dem Streik.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

09.09.1969:
In Düsseldorf-Oberbilk beenden, laut IMSF, die Kollegen des Zweigwerks der Stahl- und Röhrenwerke (S+R) Reisholz ihren zweitägigen Streik noch am Morgen. Auf dem Werkshof findet eine Versammlung statt, auf der die bisherige Forderung aufgegeben und stattdessen eine einmalige Zulage von 50 DM und Bezahlung des Streiks gefordert wird.
Der Arbeitsdirektor verkündet, daß die Streikzeit nicht bezahlt werde, gesteht aber eine Bruttozulage von 52 DM zu. Diese gilt auch für die anderen 3 nicht streikenden Stahl- und Röhren Reisholz Werke. Der Betriebsrat argumentiert später zur Bezahlung der Streikzeit, daß man keine Spenden von den Unternehmern wolle. Dies sei von den Kollegen weithin akzeptiert worden.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

18.09.1969:
Die DKP bringt die Nr.25 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 11.9.1969, 25.9.1969) und berichtet u.a. von Stahl und Röhren Düsseldorf-Reisholz sowie deren Tochter Oberbilker Stahlwerk in Düsseldorf.
Q: Unsere Zeit Nr. 25, Essen 18.9.1969

August 1970:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im August ihre 'Rote Presse' (vgl. Aug. 1969, Okt. 1970) heraus.
Q: Rote Presse, Düsseldorf o.J. (1970)

Oktober 1970:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im Oktober ihre 'Rote Presse' (vgl. Aug. 1970, Jan. 1971) heraus.
Q: Rote Presse, Düsseldorf o.J. (1970)

Januar 1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dem Januar von der DKP Düsseldorf:"
D'K'P ZUR KRISE

Als Mittel gegen verschärfte Arbeitshetze empfehlen die D'K'Pisten Mitbestimmung und Einblick des Betriebsrats in die Geschäftsbücher. So heißt es in der 'Roten Presse' (Stahl- und Röhrenwerk Reisholz, Düsseldorf) (S+R - vgl. Okt. 1970, Juni 1971, d.Vf.): 'Kann eine Gesellschaftsordnung wirklich in Ordnung sein, in der technischer Fortschritt für uns mehr und härtere Arbeit, aber höhere Profite für die Unternehmer bringt?… Da stimmt doch was nicht, wenn wir Überstunden schieben müssen, damit das Geld in der Lohntüte einigermaßen stimmt… Deshalb meinen wir Kommunisten: Wir Arbeiter müssen mitbestimmen. Was wir in der Lohntüte haben, das ist für die da oben ein offenes Geheimnis. Aber wie hoch die Profite sind, das ist top secret, das ist streng geheim. Wir meinen: Es wird Zeit, daß der Betriebsrat Einblick in die Gewinnabrechnungen nehmen kann. Das könnte für unsere nächsten Lohnforderungen sehr interessant sein.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 11, Bochum 10.2.1971, S. 7f

22.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche von S+R:"
Die Genossen aus Düsseldorf berichten uns:
Bei STAHL UND RÖHREN REISHOLZ (Betrieb der Mannesmann-Gruppe) machen sich die Auswirkungen der Krise jetzt auch bemerkbar: In den Warmbetrieben sind alle Überstunden sowie Samstags- und Sonntagsschichten gestrichen worden. Einige Kollegen, sogenannte Bummelanten, sind entlassen worden. Währenddessen wird die Arbeitshetze ständig verschärft. Die Kollegen werden von einem 'Spion' überwacht. Dieser arbeitet folgendermaßen: Sobald die Produktion läuft, zeichnet ein Schreiber die Arbeit mit auf eine Scheibe, die sich im Steuerpult - meist die Meisterbude - befindet. Treten jetzt Störungen auf, dann kann man an dieser Scheibe genau ablesen, wie lange die Störung dauerte und welcher Art sie gewesen ist. Da die Arbeiter gezwungen sind, bei Störungen weniger zu arbeiten, werden sie auch so bezahlt, also nur noch der normale Stundenlohn. Die Daten, die der Spion aufzeigt, werden in das Schichtbuch geschrieben und an die Personalbüros oder Lohnbüros weitergegeben."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 17, Bochum 3.3.1971, S. 5f

01.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich u.a. aus dieser Woche von S+R Reisholz:"
DIE LAGE DER AUSLÄNDISCHEN ARBEITER BEI MANNESMANN IN DÜSSELDORF

Über die Lage der ausländischen Kollegen bei Stahl und Röhren (Betrieb der Mannesmann Gruppe) in Düsseldorf berichten uns die Genossen folgendes:
'Die ausländischen Arbeiter wohnen in Werkswohnungen, zum größten Teil mit 4 - 6 Mann auf einem Zimmer. Das sieht dann so aus:
Die Frühschicht beginnt, die Nachtschicht ist beendet. Die Männer, die zur Frühschicht gehen, machen die Betten frei für die Männer, die von der Nachtschicht kommen. In besonders krassen Fällen: die Frühschicht ist beendet, die Spätschicht beginnt. Die Kollegen, die von der Frühschicht kommen, halten sich in den Räumen auf, in denen die Männer von der Nachtschicht schlafen. Wenn es ihnen zu laut wird, wechseln sie die Zimmer und schlafen in einem anderen Zimmer weiter.

Die Männer, die um 6 Uhr anfangen, sehr oft schon um 4 Uhr 45 an ihrem Arbeitsplatz und ziehen sich um. Sie sind so früh da, weil es in den Werkswohnungen so kalt ist, daß sie dort nicht schlafen können. Sie 'schlafen' dann in den Waschräumen der Fabrik, da diese geheizt sind. Dabei verschlafen sie dann häufig und kommen zu spät an ihren Arbeitsplatz und die deutschen Kollegen sind sauer auf sie.

Als ausländische Arbeiter jetzt aus den Warmbetrieben in andere Betriebe versetzt wurden, wo sie weniger verdienen, waren die deutschen Kollegen damit einverstanden.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 19, Bochum 10.3.1971, S. 7

Juni 1971:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im Juni ihre 'Rote Presse' (vgl. Jan. 1971, März 1972) heraus.
Q: Rote Presse, Düsseldorf o.J. (1971)

16.09.1971:
Die KPD berichtet bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 4.10.1971) von MTR bzw. STR:"
KAMPFVERANSTALTUNG DER KPD IN DÜSSELDORF

Um die Kampfentschlossenheit der Metallarbeiter in der Tarifrunde, gegen Lohnraub und Stillegungspläne der Kapitalisten, gegen Verrat und Abwiegelei der Gewerkschaftsführung zu stärken, führte die KPD in Dortmund (vgl. 10.9.1971,d.Vf.), Düsseldorf und Westberlin (vgl. 26.8.1971,d.Vf.) Kampfveranstaltungen durch.

Nachdem zuvor in Westberlin hauptsächlich Kollegen von Siemens, AEG, Borsig und DWM, in Dortmund überwiegend Hoesch-Arbeiter geschlossen für lineare Lohnerhöhungen eingetreten waren, erschienen am 16.9. in Düsseldorf bei 'Aust-Horres' vor allem zahlreiche Kollegen von Mannesmann (MM,d.Vf.).

Im einleitenden Beitrag wurden nochmals die Forderungen der KPD begründet und Schritte zu ihrer Durchsetzung angegeben. In der Hauptforderung nach 120 DM MEHR FÜR ALLE wurde klargestellt, daß bei den ständig steigenden Lebenshaltungskosten 120 DM die Mindestsumme ist, die die Arbeiterklasse in dieser Tarifrunde erkämpfen muß.

In der folgenden Diskussion wurde immer wieder die Forderung nach einer GROSSVERANSTALTUNG DER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE erhoben. Die Angst der IGM-Ortsverwaltung vor dieser Veranstaltung zeigt sich darin, daß der Termin auf den 6.Oktober (also nach dem Gewerkschaftstag (vgl. 27.9.1971,d.Vf.)) verschoben wurde. Die Meinung vieler Kollegen faßte ein oppositioneller Gewerkschafter in seinem Beitrag zusammen:

'Gegen die Stillhaltepolitik der IG-Metallspitze setzen wir den aktiven Kampf der organisierten und unorganisierten Kollegen. Ein wichtiger Schritt ist die Durchsetzung der Forderung der Klöckner-Kollegen: GROSSVERANSTALTUNG ALLER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE. In Abteilungs- und Betriebsversammlungen müssen wir die Kollegen überzeugen:

GEGEN PREISAUFTRIEB UND LOHNABBAU HILFT NUR DER EINHEITLICHE LOHNKAMPF!'

Beifall erhielt auch ein DKP-Genosse, Mitglied der VK-Leitung bei 'Stahl und Röhren' (S+R,d.Vf.) Reisholz, der im klaren Gegensatz zur verräterischen DKP-Führung, entschieden für die Großveranstaltung und für eine einheitliche, lineare Erhöhung eintrat.

Gegen Ende der Veranstaltung wurden mit überwältigender Mehrheit mehrere Protestresolutionen verabschiedet. So wurde einstimmig der faschistische Mordüberfall auf die schwarzen Revolutionäre in den Zuchthäusern von San Quentin und Attica (in den USA - vgl. 22.8.1971, 14.9.1971,d.Vf.) verurteilt. Eine andere Resolution richtete sich gegen die geplante Neuvorlage des Betriebsverfassungsgesetzes durch die SPD/FDP-Regierung. Sie endete mit der Losung:
KAMPF DEM ARBEITERFEINDLICHEN BVG!"
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 3, Dortmund Sept. 1971, S. 4; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr. 1, Düsseldorf Okt. 1971, S. 6;Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr. 3 und 4,Düsseldorf Sept. 1971, S. 4 bzw. S. 2 und 5;Rote Fahne Nr. 27, Berlin 8.10.1971, S. 4

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03.11.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr. 84 (vgl. 30.10.1971, 6.11.1971) heraus. Von der Metalltarifrunde wird u.a. berichtet von Stahl- und Röhren Düsseldorf-Reisholz.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 84, Bochum 3.11.1971

03.12.1971:
Nach eigenen Angaben erscheint heute und morgen in Düsseldorf bei Mannesmann Werk Stahl und Röhren Reisholz die erste Ausgabe der KPD/ML-ZB und KJVD Betriebszeitung 'Roter Rohrzieher'.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 94, Bochum 8.12.1971, S. 20

20.12.1971:
Es erscheint die Nr. 25 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 6.12.1971, 10.1.1972). Darin berichtet die KPD/ML-ZB aus NRW über ihre Düsseldorfer Betriebsgruppe bei Stahl und Röhren Reisholz ('Der Rote Rohrzieher').
Q: Rote Fahne Nr. 25, Bochum 20.12.1971, S. 11

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04.02.1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) Reisholz in Düsseldorf verteilen die Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB und des KJVD, die dort die Betriebszeitung 'Der Rote Rohrzieher' herausgeben, ein Flugblatt, woraufhin, nach ihren eigenen Angaben, ein Streik ausbricht.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 2, Bochum März 1972, S. 4

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März 1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im März ihre 'Rote Presse' (vgl. Juni 1971, Sept. 1972) heraus.
Q: Rote Presse, Düsseldorf o.J. (1972)

März 1972:
Laut KPD/ML-ZB droht der Betriebsrat bei Stahl und Röhren (S+R) Reisholz in Düsseldorf (eine Mannesmann - MM Tochter) vermutlich im März damit, gegen die KPD/ML-ZB Strafanzeige zu stellen. Die Zeitung der Betriebsgruppe, 'Der Rote Rohrzieher' propagiere seit Wochen die Schmiedung der proletarischen Einheitsfront im Betrieb für die anstehenden Betriebsratswahlen (BRW).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 25, Bochum 28.3.1972

28.04.1972:
Bei KWU Berlin gibt die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB vermutlich heute eine Ausgabe ihrer 'Roten Turbine' (vgl. 19.4.1972) heraus. Berichtet wird auch:"
Bei Mannesmann / Düsseldorf hat der Betriebsrat Paddalik Strafantrag gegen den 'Roten Rohrzieher' gestellt."
Q: Rote Turbine Datum unleserlich, Berlin 2?.4.1972, S. 4

September 1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP ihre 'Rote Presse' (vgl. März 1972, Okt. 1972) heraus.
Q: Rote Presse, Düsseldorf Sept. 1972

18.09.1972:
Es erscheint die Nr. 19 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 2.9.1972, 4.10.1972). In den Betrieben laufen derzeit eine Reihe von Beleidigungsprozessen gegen Betriebszeitungen der KPD/ML-ZB an, und zwar im IGM-Bereich u.a. gegen den 'Roten Rohrzieher' bei Stahl- und Röhren (SR) Reisholz in Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr. 19, Bochum 18.9.1972, S. 12

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Oktober 1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im Oktober ihre 'Rote Presse' (vgl. Sept. 1972, 15.7.1977) heraus.
Q: Rote Presse, Düsseldorf o.J. (1972)

01.01.1973:
In Düsseldorf-Reisholz wird, laut KPD, das ehemalige Werk von Stahl und Röhren Reisholz ab heute zum Mannesmann-Werk.
Q: Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973, S. 4

22.02.1973:
Vermutlich heute wird, laut DKP, folgende Resolution gegen die 8 Entlassungen bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 20.2.1973) verfasst:"
Wir protestieren schärfstens gegen die von Hoesch geplanten Entlassungen unserer Kollegen. Wir erklären uns mit den Kollegen solidarisch und erwarten die Zurücknahme der Entlassungspläne.
Betriebsrat, Jugendvertretung, Vertrauenskörper Mannesmann (MM,d.Vf.), Düsseldorf, Werk Reisholz".
Q: Heisse Eisen, Dortmund 23.2.1973, S. 4

März 1973:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld erscheint vermutlich im März ein Flugblatt des Stufenplan-Ausschusses, in dem es u.a. heißt:"
AUFRUF AN ALLE LEHRLINGE GEGEN DIE VERABSCHIEDUNG DES STUFENPLANS

Bei Krupp in Essen kämpften die Lehrlinge erst, als der Stufenplan schon eingeführt war. da war es natürlich zu spät.

Aber bei Mannesmann-Huckingen (in Duisburg, d.Vf.) und in Solingen kämpfen die Lehrlinge schon heute gegen die Einführung des Stufenplans und bei Stahl- und Röhren Reisholz (S+R in Düsseldorf,d.Vf.) steht heute schon fest, daß der Stufenplan nicht eingeführt wird!

Kollegen! Darum rufen wir euch auf:
STEHT NICHT ZURÜCK, WENN ES NÖTIG IST!!!
LASST EUCH NICHT UNTERKRIEGEN!!!
ZWINGT DEN BETRIEBSRAT ZUR ABLEHNUNG VON ZWEI-JAHRES-LEHRVERTRÄGEN!!!"
Q: Stufenplan-Ausschuß Lierenfeld: Aufruf an alle Lehrlinge gegen die Verabschiedung des Stufenplans, o.O. (Düsseldorf) o.J.

22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus.
Aus NRW wird berichtet, daß die KPD in die laufende Streikwelle mit Flugblättern eingegriffen habe, die u.a. verteilt worden sind bei Stahl- und Röhren Düsseldorf-Reisholz.
Q: Rote Fahne Nr. 34, Dortmund 22.8.1973, S. 3

24.08.1973:
Bei den Klöcknerwerken in Düsseldorf - Vereinigte Drahtindustrie (VDI) beginnt, laut KPD, ab 10 Uhr morgens ein 'wilder' Streik für eine Teuerungszulage (TZL) u.a. in der Drahtzieherei (vgl. 27.8.1973).

Die DKP gibt im Verlaufe des Streiks, laut KPD, u.a. ein Extrablatt ihrer 'Auf Draht' heraus, in dem sie sich u.a. mit Jagenberg Düsseldorf und den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) Düsseldorf-Reisholz befaßt.
Q: Rote Fahne Nr. 35, Dortmund 29.8.1973; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 6/7,Dortmund Sept. 1973

15.10.1973:
Die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD gibt vermutlich in dieser Woche ihre auf Oktober datierte 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' Nr. 8 (vgl. 10.9.1973, Feb. 1974) heraus. Über politische Entlassungen wird auch berichtet von Stahl- und Röhren Düsseldorf-Reisholz.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr. 8, Dortmund Okt. 1973

November 1973:
Bei Mannesmann in Düsseldorf-Reisholz (bis 1.1.1973 Stahl- und Röhren Reisholz) wird, laut KPD, vermutlich im November ein Sonderdruck der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld gegen die Stillegungspläne von Mannesmann verteilt.
Q: Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973, S. 4

20.11.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 47 (vgl. 14.11.1973, 28.11.1973) heraus. Beim Mannesmann-Konzern stehen (Teil-)Stillegungen an im Werk Mülheim, in Düsseldorf in den Werken Oberbilk und Reisholz, in Langenfeld (700 Besch.) und bei Mannesmann Kronprinz in Langenfeld und Solingen. Proteste gab es bereits in Langenfeld-Immigrath (vgl. 30.10.1973) und durch die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld der KPD (vgl. Nov. 1973).
Q: Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973, S. 4

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KPD_Rote_Fahne_1973_47_08


06.04.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD berichtet vom heute beginnenden zweitägigen Treffen von Jungarbeitern und Lehrlingen von Mannesmann (MM) aus den Werken Düsseldorf-Lierenfeld, Düsseldorf-Reisholz, Düsseldorf-Rath, Duisburg-Huckingen, Solingen, Mülheim und Kronprinz Solingen.
Q: Kämpfende Jugend Nr.7,Dortmund 10.4.1974, S. 2

KJV352


27.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr. 17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974) heraus. Nachgedruckt werden die Titelköpfe einer Reihe von Zeitungen der KPD/ML und ihrer Roten Garde, u.a. aus Düsseldorf 'Der rote Rohrzieher' von KPD/ML und RG für Stahl und Röhren (S+R) Reisholz.
Q: Roter Morgen Nr. 17, Dortmund 27.4.1974

Mai 1974:
In Düsseldorf wird im Mai und eventuell schon früher eine Unterschriftenliste gegen die Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) der DGB Gewerkschaften unterzeichnet u.a. von Mitgliedern der IG Metall (IGM) bei Stahl- und Röhren (S+R) Reisholz.
Q: Rote Fahne Nr. 21, Dortmund 22.5.1974

12.10.1974:
In der GIM beginnt eine zweitägige zentrale B&G-Arbeitstagung zur Zusammenfassung aller in Betrieb und Gewerkschaft tätigen GIM-Mitglieder. Diese gibt es in Bitburg / Trier (3), Mannheim (6), Ludwigshafen (2), Bochum (3), Braunschweig (5), Hamburg (3), Frankfurt (3 und 3 vom Politischen Büro), Hannover (1), Köln (3), Bremen (1), Heidelberg (1), Tübingen (7), Aachen / Alsdorf (3), Bonn (3), Berlin (4), Speyer (3), Bruchsal (1), Dortmund (3), Düsseldorf (4) und Stuttgart / Esslingen / Fellbach (5).
Vom Metall-Arbeitskreis wird auch berichtet:"
Düsseldorf: Regelmäßige Intervention von außen bei Mannesmann I und II, Stahl- und Röhren und Daimler-Benz. Arbeit um Betriebszeitung bei Pierburg. Hierfür besteht ein Redaktionskollektiv. Ebenfalls Mitarbeit von betrieblichen Kontakten bei Chile-Aktivitäten. Es wird der Aufbau einer Vorfeldstruktur diskutiert."
Q: GIM: Organisationsinformationsbrief Nr. 61, O. O. 23.11.1974, S. 13

August 1975:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr. 19 (vgl. 14.4.1975, Sept. 1975) heraus. Berichtet wird auch von Mannesmann (MM - IGM-Bereich) u.a. über das Werk in Düsseldorf-Reisholz.
Q: Spartacus Nr. 19, Essen Aug. 1975

Juni 1976:
Im KABD Düsseldorf wird das Papier "Untersuchung der Ortsarbeit - Arbeit nach innen" verfasst, das uns zusammengeheftet mit dem Papier "Untersuchung in der Ortsgruppe Düsseldorf" und einem Brief aus Düsseldorf vom 14.3.1976 an die 'Lernen und kämpfen' (LuK) vorlag.

Das Papier "Untersuchung der Ortsarbeit - Arbeit nach innen" gliedert sich in die Abschnitte:
- "I. Verständnis des agitatorischen Sturms", der am 27.1.1975 in der vierköpfigen alten Mannesmann-Reisholzzelle diskutiert wurde und nie in der vierköpfigen alten Zelle Grafisches Gewerbe. Die vierköpfige Mannesmann-Zelle stellte am 14.7.1975 fest, dass er im Arbeitsplan nicht auftaucht;
- "II. Ortsleitungstätigkeit";
- "III. RVJD und KSG (U-Gruppe)";
- - "A. RJVD", mit dem es noch nie abgestimmte Arbeitspläne gab;
- - "B. KSG" zu den Berufstätigen Intellektuellen, die seit dem Herbst 1975 den KABD unterstützen, und seit dem Frühjahr durch Studenten verstärkt wurden;
- "IV. Liberalismus und Liquidatorentum" u.a. zum Austritt des Genossen, der am 14.3.1976 an die LuK schrieb, aber auch zur Mannesmann-Zelle;
- "V. Kaderpolitik", wobei auch die Untersuchung vom Frühjahr 1975 erwähnt wird; sowie
- "VI. Arbeitsstil".

Das Papier "Untersuchung in der Ortsgruppe Düsseldorf" gliedert sich neben der Einleitung, in der die drei Genossen erwähnt werden, die neben der Ortsarbeit auch höhere Leitungsfunktionen wahrnehmen, in die Abschnitte:
- "Arbeit nach außen: Zielbetrieb";
- - "Drucker-Zelle", die Anfang 1976 noch 6 Mitglieder hatte und jetzt nach 2 Austritten mit der Reisholzzelle zusammengelegt worden sei;
- - "Reisholzzelle", die aus drei, 1975 noch vier Genossen besteht;
- - "KSG", die aus 3 Studenten und 3 Berufstätigen Intellektellen besteht;
- - "Folgerungen";
- "1. und 2. Sympathisantenarbeit und Auftreten in der Öffentlichkeit", u.a. zu den 5 neuen Mitgliedern der Druckerzelle im letzten Jahr, die meist der Genosse war, der an LuK schrieb, aber auch zu der örtlichen Agitationsbroschüre;
- "3. Betriebliche Kampftaktik";
- - "Druckerzelle", die am 7.7.1975 gegründet wurde;
- - "Mannesmann-Zelle", der es an Kontakten zum Betrieb mangelte;
- "4. Politisch-ideologische Auseinandersetzung" zur von der Druckerzelle geplanten Diskussionsveranstaltung;
- "5. Einbeziehung von RJVD und KSG", u.a. zum Unterstützungskollektiv, das für die Mannesmannzelle den Hausverkauf übernahm;
- "6. Tätigkeit der Ortsleitung"; sowie
- "7. Verständnis des agitatorischen Sturms".

In dem Brief an 'Lernen und kämpfen' schildert eine Drucker seine Schwierigkeiten mit der Ehefrau, für die er keine Zeit mehr habe, und fordert mehr Verständnis für Verheiratete.
Q: KABD: Untersuchung der Ortsarbeit - Arbeit nach innen, O. O. (Düsseldorf) o. J. (1976); KABD-K.: Untersuchung in der Ortsgruppe Düsseldorf, O. O. (Düsseldorf) o. J. (1976);KABD-H: an Redaktion LuK, Düsseldorf 14.3.1976

28.06.1976:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Düsseldorf bei den Mannesmann Röhrenwerken eine Ausgabe von 'Der Rohrwerker' - Betriebszeitung der DKP für die MRW-Belegschaft unter der Überschrift " Bilanz'76: Profit für Vorstand und Aktionäre - Arbeitsplatzverlust und Existenzunsicherheit für die Arbeiter und Angestellten!" zur Hauptversammlung am 6.7.1976. Eingegangen wird auch auf die drohende Schließung des Standortes Reisholz.
Q: Der Rohrwerker Bilanz'76: Profit für Vorstand und Aktionäre - Arbeitsplatzverlust und Existenzunsicherheit für die Arbeiter und Angestellten!, Düsseldorf o. J. (1976), S. 2

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September 1976:
Im KABD Düsseldorf beginnt der "Arbeitsplan September bis Januar 77", der auch vorsieht, "3. Bildung der Metaller-Zelle" aus drei Mitgliedern und zwei noch als Kandidaten zu akzeptierenden Sympathisanten, wozu es heißt:"
Nach der Wahl wird eine Metaller-Zelle gebildet. Die Bildung dieser Zelle muß politisch und organisatorisch sorgsam vorbereitet werden. …
a) genaue Analyse der infrage kommenden Betriebe: MM, Daimler, (Calor in Verbindung mit RJVD), Pierburg (Betriebsratsmitglied), Rheinmetall.
b) Überprüfen der vorhandenen Kontakte.
c) Sammeln von Agitationsmaterial (Probleme in den Betrieben usw.)
d) Bilden einer Gruppe zur Herstellung von Flugblättern."

Zu "Unterstützungsgruppe und KSG" heißt es, dass diese mit Bildung der Metallerzelle geteilt werden soll, wonach die KSG, die auch verstärkt unter Studenten arbeiten soll, die Druckerzelle und die Unterstützungsgruppe die Metallerzelle unterstützen soll.
Q: N. N. (KABD): Arbeitsplan September bis Januar 77, Düsseldorf o. J. (1976), S. 2

20.10.1976:
In Düsseldorf tagt die Metallzelle des KABD zum ersten Mal und die drei Anwesenden diskutieren, wie mit Hilfe eines Sympathisanten bei Mannesmann Reisholz gearbeitet werden kann. Ein Kollegentreff soll am 29.10.1976 stattfinden. Kontakte bestehen zu Jagenberg und Pierburg Neuss.
Q: KABD: Protokoll der 1. Zellensitzung der Metallzelle, Düsseldorf 26.10.1976

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28.11.1976:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' (KAZ) Nr. 101 (vgl. 14.11.1976, 12.12.1976) heraus. Berichtet wird: "Bei den Stahl- und Röhrenwerken Reisholz in Düsseldorf wurde 12 % mehr Lohn und Gehalt gefordert."
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 101, München 28.11.1976, S. 3

Februar 1977:
Der KABD gibt, vermutlich im Februar vermutlich bei Mannesmann Düsseldorf-Reisholz das Flugblatt "Aufgepaßt: Stahlkapitalisten loben Ausbeutung der japanischen Stahlarbeiter" heraus zu einem Bericht der 'FAZ' vom 31.1.1977.
Q: KABD: Aufgepaßt: Stahlkapitalisten loben Ausbeutung der japanischen Stahlarbeiter, O. O. o. J. (1977)

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01.03.1977:
Der KBW berichtet:"
Am 1.3. rückten die Kapitalisten bei Mannesmann mit ihren Absichten im Werk Düsseldorf-Reisholz heraus: Im Laufe dieses Jahres sollen 1 400 Arbeiter und 400 Angestellte entlassen.
Noch am gleichen Tag versammelten sich 300 Arbeiter zu einer Protestversammlung auf dem Werkshof."
Q: Roter Stahl Demonstration von 10.000 Stahlarbeitern: Wir können und wollen die Entlassungen nicht hinnehmen, Saarbrücken 22.3.1977, S. 6

07.03.1977:
In Düsseldorf bei Mannesmann Reisholz, aber auch bei den Werken Lierenfeld und Rat, verteilt der KABD das Flugblatt "Kollegen! In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke!" mit dem Aufruf zur Demonstration gegen die Stillegung von Reisholz am 8.3.1977.

Berichtet wird:"
Anderenorts (VFW Speyer) sind durch gemeinsame Demonstrationen und Kundgebungen von Metallern und Bevölkerung die Bosse gezwungen worden, 900 Arbeitsplätze zu erhalten."
Gefordert wird u.a.: "Keinerlei Entlassungen! Weder in Reisholz, noch in Lierenfeld oder Rath! Ausbau der bestehenden Werke, keine Konzentration auf nur einen Betrieb!".

Aufgerufen wird:"
Kollegen aller 3 Werke: Kommt zur Demonstration am Dienstag um 10 Uhr in Reisholz!
Kollegen aller 3 Werke: Weitere gemeinsame Aktionen müssen folgen!".
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977, S. 9; KABD: Kollegen In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke! Kollegen!, Düsseldorf o. J. (1977)

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08.03.1977:
In Düsseldorf demonstrieren, laut SAG, 1 500 Beschäftigte der Mannesmann Röhrenwerke (MMRW) Reisholz und der Mannesmann (MM) Kaemmerich Reisholz während der Arbeitszeit gegen 1 800 Entlassungen.
Der KBW berichtet:"
Die Mannesmann Arbeiter nehmen das nicht hin. Am 8.3. haben 1 500 Mannesmannarbeiter frühmorgens gestreikt und eine Demonstration durch Düsseldorf durchgeführt. Auf dieser Demonstration wurde die Forderung: KEINE ENTLASSUNGEN erhoben."
Q: Roter Stahl Demonstration von 10.000 Stahlarbeitern: Wir können und wollen die Entlassungen nicht hinnehmen, Saarbrücken 22.3.1977, S. 6; Sozialistische Arbeiterzeitung Nr. 19, Frankfurt 16.3.1977

14.03.1977:
In Düsseldorf bei Mannesmann Reisholz, aber auch bei Mannesmann Lierenfeld und Rath verteilt der KABD, vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke! Kollegen!" mit dem Aufruf zur Demonstration gegen die Stillegung von Reisholz am 23.3.1977, in dem es auch heißt:"
Von ultralinken Sektierern wie KPD/ML und 'KPD' oder rechten Bremsern, …, lassen wir uns nicht beeinflussen."
Aufgerufen wird:"
Kollegen von Rath, Lierenfeld und Reisholz, wehren wir uns gemeinsam!".
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977, S. 9; KABD: In unserer Einheit liegt unsere Kraft und Stärke! Kollegen!, Düsseldorf o. J. (1977)

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21.03.1977:
Der KBW Köln gibt seine Zeitung 'Einheit' für F&G und ARBED (vgl. 6.2.1976) heraus mit einer "Chronik des Kampfes der Mannesmann-Arbeiter" in Düsseldorf vom 11.12.1976 bis 11.3.1977.
Q: Einheit - F&G und ARBED Zwischen den Kapitalisten und Arbeitern kann es keine 'Einigung' geben!, Köln 21.3.1977, S. 4

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22.03.1977:
Der KABD Duisburg gibt die 'Aus einem Guss' - Von Kollegen für Kollegen der Mannesmannhüttenwerke Huckingen Nr. 2 heraus mit dem Artikel "Solidarität mit Reisholz-Kollegen!" mit dem Aufruf zur Demonstration in Düsseldorf am 26.3.1977.
Q: Aus einem Guss Nr. 2, Duisburg 22.3.1977, S. 1 und 4

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26.03.1977:
In Düsseldorf demonstrieren, laut AB, Beschäftigte der Mannesmann Röhrenwerke (MMRW) und der Mannesmann Kammerich AG, die beide im Stadtteil Reisholz liegen, gegen Entlassungen, wobei sie auch von Beschäftigten der Gerresheimer Glas, der Düsseldorfer Waggonfabrik und Mannesmann Hilden unterstützt werden.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 119, München 23.8.1977, S. 2; Roter Stahl Demonstration von 10.000 Stahlarbeitern: Wir können und wollen die Entlassungen nicht hinnehmen, Saarbrücken 22.3.1977, S. 6

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28.03.1977:
Die Kommunistischen Studentengruppen (KSG) Düsseldorf des KABD geben vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Schlag auf Schlag Massenentlassungen" heraus, in dem es einleitend heißt:"
Felten und Guillaume: Bis Jahresende 1.200 Arbeiter in Köln und Nürnberg
Neunkircher Eisenwerk: 1.000 Entlassungen beantragt
Saarhütten: Massenentlassungen geplant.
Stahlwerke Röchling Burbach: 1.500 Arbeiter sollen auf die Straße fliegen
Thyssen-Niederrhein AG: 2.500 Arbeitsplätze sollen vernichtet werden."
Im weiteren wird berichtet von Mannesmann Reisholz über die Demonstrationen am 9.3.1977 und 26.3.1977. Mannesmann wolle sich auf die deutschen Standorte Duisburg-Huckingen, Düsseldorf-Rath und Mülheim konzentrieren und nach Brasilien verlagern.
Aufgefordert wird, am Büchertisch eine Solidaritätserklärung mit den Mannesmann-Kollegen zu unterschreiben.
Q: KSG: Schlag auf Schlag Massenentlassungen, Düsseldorf o. J. (1977)

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25.04.1977:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Reisholz und auch bei Mannesmann Lierenfeld verteilt der KABD, nach internen Angaben, vermutlich in dieser Woche seine 'Mitteilungen für Kollegen für Kollegen von MRW und KAR Reisholz' unter der Schlagzeile "Zuckerbrot + Peitsche!" zur Aufsichtsratssitzung am Dienstag mit dem Aufruf zum 1. Mai.
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977, S. 9; Mitteilungen für Kollegen für Kollegen von MRW und KAR Reisholz' Zuckerbrot + Peitsche!, Düsseldorf o. J. (1977)

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Juni 1977:
Laut MLPD (2) tritt Gerd Genger (ehemals ZB der KPD/ML-ZB) ca. im Sommer 1977 als Mitglied der DKP Betriebsgruppe im Düsseldorfer Mannesmann (MM) Betrieb Kammerich-Reisholz auf.
Q: MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, I. Teil, Stuttgart 1985, S. 273

Juni 1977:
Bei Mannesmann Duisburg-Huckingen gibt die KPD/ML ihren 'Röhrenkieker' (vgl. Feb. 1977, 20.6.1977) heraus. Enthalten ist aus Düsseldorf eine:"
Letzte Meldung - Reisholz:
Für 2 Stunden streikten letzten Donnerstag mehr als die Hälfte der Kollegen! Während der Verhandlungen von Werksvorstand und Betriebsrat protestierten sie lautstark gegen die geplante Betriebsschließung."
Q: Röhrenkieker Gegen Kurzarbeit und Entlassungen! Für die kompromisslose Verteidigung unseres Lohns und unserer Arbeitsplätze!, Duisburg Juni 1977, S. 7

02.06.1977:
In Düsseldorf-Reisholz bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) und Mannesmann Kammerich wird, laut AB, drei Stunden lang gestreikt.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 115 und 119, München 28.6.1977

07.06.1977:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Reisholz verteilt der KABD, nach internen Angaben, heute den Aufruf "Im Kampf voran - die Rote Fahne" zur Werbekampagne für seine 'Rote Fahne'.
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977, S. 9; KABD: Im Kampf voran - die Rote Fahne, O. O. o. J. (1977)

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18.06.1977:
In der Mannesmann Reisholz-Zelle des KABD-Düsseldorf verfasst der Zellenleiter Ha. das Papier "Einschätzung zur momentanen Sit. MM / Solikreis / DKP / Genger!", in dem die Diskussionen mit Gerd Ludwig Flatow, Franz Wennig und Willi Dickhut über Gerd Genger geschildert werden, die Gegner für einen Agenten halten, was Hannes dann auch indirekt an Achten (DKP) übermittelte. Genger stellte Hannes dann am 15.6.1977 beim Solidaritätskreis zur Rede, wobei der 'Revolutionäre Weg' 5 diskutiert wird. Genger habe an der letzten DKP-Betriebsgruppensitzung teilgenommen. Hannes vermutet bei ihm eine syndikalistische Einstellung, wobei Achten versuche, Genger an die DKP zu binden. Gefolgert wird zum Kampf im Betrieb:"
Um direkten Einfluß zu gewinnen, muß man mit den aktiven Kollegen die noch zusammengefaßt werden müssen, zusammenarbeiten. Dazu gehören als erstes Achten und als zweites Genger. Um die kommt man nicht herum. Jede Aktivität die auch durchgeführt werden soll, jeder Streik geht momentan nicht ohne Achten und damit Genger. Deshalb ist jeder Beschluß die Kampftaktik im Betrieb als Aktionseinheit ohne Genger durchzuführen unmöglich."
Q: KABD-Ha.: Einschätzung zur momentanen Sit. MM / Solikreis / DKP / Genger!, O.O. 18.6.1977

19.06.1977:
In der Mannesmann Reisholz-Zelle des KABD-Düsseldorf verfasst der Zellenleiter Ha. über heute ein "Gedächtnisprotokoll vom Gespräch mit G. Genger!", das uns handschriftlich vorlag.
Es wird über das aktuelle Vorgehen von Hannes gegen Genger diskutiert, aber auch über den 'Revolutionären Weg' 5, die B 1 des SDS Bochum, die Spaltung der KPD/ML 1970 und den Selbstmord von Jürgen Ossenberg, Frankfurt, der laut Genger nicht bewiesen sei. Genger habe Selbstkritik geübt bzgl. der Spaltung der KPD/ML und seinen Anwürfen gegen Flatow.
Q: KABD-Ha.: Gedächtnisprotokoll vom Gespräch mit G. Genger!, O.O. o. J. (1977)

24.06.1977:
Bei Mannesmann Düsseldorf-Reisholz erscheint das Flugblatt "50-Stunden-Wache Reisholz muß erhalten bleiben!" des Solidaritätskreises 'Reisholz muß erhalten bleiben' mit dem Aufruf zur Veranstaltung um 18 Uhr 30 im evangelischen Gemeindehaus Reisholz mit dem Film "Kalldorf kontra Mannesmann" zu Stübbe-DEMAG Kalletal. Ein Bild zeigt den Solidaritätskreis.
Q: Solidaritätskreis Reisholz muß erhalten bleiben: 50-Stunden-Wache Reisholz muß erhalten bleiben!, Düsseldorf o. J. (1977)

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Juli 1977:
Vermutlich im Juli erscheint eine Ausgabe der Zeitung 'Reisholz muß bleiben' des Solidaritätskreises 'Reisholz muß erhalten bleiben' mit dem Leitartikel "Durch Sozialplan arbeitslos? Der Sozialplan kann den Kampf um den Erhalt von Reisholz nicht ersetzen!" zum 4. Entwurf des Sozialplan vom 15.6.1977.

Weitere Artikel sind:
- "Wir unterstützen Euch weiter" zum Solidaritätskreis;
- "Gemeinsame Aktionen von Belegschaft und Bevölkerung haben Schließung verhindert!" zu VFW Speyer;
- ein Bildbericht von der 50-Stunden-Mahnwache vom 22. bis 24.6.1977;
- "Rhein/Ruhr 1985: 750 000 ohne Arbeit", sagte der stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Siegfried Bleicher;
- ein Bildbericht von der Demonstration am 26.3.1977;
- "Der beste Sozialplan ist die Erhaltung von Reisholz"; sowie
- "Warum wir im Solidaritätskreis mitarbeiten".
Q: Reisholz muß bleiben Durch Sozialplan arbeitslos? Der Sozialplan kann den Kampf um den Erhalt von Reisholz nicht ersetzen!, Düsseldorf o. J. (1977)

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Juli 1977:
Die Mannesmannzelle des KABD Düsseldorf verfasst den "Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77", der sich gliedert in die Abschnitte:
- "Vorspann", der ausführt, dass die Schließung unvermeidbar sei;
- "1. Kapitel Das Reisholzer Werk" zu Stahl + Röhren Reisholz und dessen Aufteilung in KAR und MRW;
- "2. Kapitel Der Düsseldorfer Süden";
- "3. Kapitel Das Stahlwerk - rentabel oder unrentabel?";
- "4. Kapitel Röhren";
- "5. Kapitel Markt- und Konzernstrategie" zu den Verlagerungen nach Brasilien;
- "6. Kapitel Ersatzproduktion";
- "7. Kapitel Beurteilung der Belegschaft, der Stimmung und der betrieblichen Organe", wobei es auch heißt, dass Aktionen der beiden Vertrauensleutekörper von Einzelnen abhängen würden, wie von Achten oder Genger, diese aber "konzentrieren sich jetzt auf Verbesserung des Sozialplans und kapitulieren in der Praxis.";
- "Weitere Arbeit der MM-Zelle", diese habe "es in letzter Zeit immer weniger geschafft, in das geschehen in Reisholz aktuell und gründlich einzugreifen", wobei auch die andere KABD-Zelle am Ort, die Ortsleitung, die KSG und die Unterstützungskräfte um Unterstützung gebeten werden;
- "Unser Vorschlag";
- "Flugblätter seit 1.3.77", die vom KABD verbreitet wurden;
- "Unsere Forderungen";
- "Unsere politische Stoßrichtung";
- "Zur Auseinandersetzung mit anderen politischen Organisationen" zu DKP und SPD;
- "Der Solidaritätskreis";
- "Was müssen wir aber in nächster Zeit in Angriff nehmen";
- "Voraussetzung ist"; sowie
- "Organisatorische Konsequenzen", die bereits am 13.7.1977 in einer gemeinsamen Vorbereitung der nächsten Sitzung des Solidaritätskreises mit Vertretern der KSG gezogen wurden.
Q: KABD-Zelle Mannesmann: Bericht der MM-Zelle Düsseldorf über die Situation bei MM-Reisholz Juli 77, Düsseldorf Juli 1977

01.07.1977:
Der KABD Düsseldorf lud für heute zu einer Diskussion über den Druckerstreik und vor allem die Stillegung von Mannesmann und Kammerich Reisholz in der Gaststätte Donau am Worringerplatz ein.
Geworben wird in der Einladung für die Broschüre "Was ist die DKP-Führung?".
Q: KABD: Kollegen, Freunde, Genossen!, Düsseldorf o. J. (1977)

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04.07.1977:
Der KABD Duisburg lud bei Mannesmann Huckingen für heute zu einer Veranstaltung über die Kurzarbeit mit einem Eröffnungsreferat, in dem es einleitend heißt:"
Liebe Kollegen, Freunde und Genossen!
In den letzten Monaten hat sich in der Stahlindustrie einiges getan,. Für die Kollegen nichts Gutes, Kurzarbeit bei Thyssen und Krupp, jetzt auch bei Mannesmann-Huckingen, Entlassungen bei Mannesmann-Reisholz, Stillegungen auch bei TNO."
Q: KABD: Lieber Kollege, Duisburg o. J. (1977); N. N. (KABD): Liebe Kollegen, Freunde und Genossen!, O. O. (Duisburg) o. J. (1977), S. 1

15.07.1977:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP ihre 'Rote Presse' (vgl. Okt. 1972, Okt. 1977) heraus mit der "Kritik am Sozialplan (4. Entwurf 15.6.1977)", die sich gliedert in die Abschnitte:
- "Vorbemerkung";
- "1. Kritik des allgemeinen Teils des Sozialplans";
- - "1. Präambel";
- - "Zum § 1 Geltungsbereich";
- - "Zum § 2 Personalplanungsausschuß";
- - "Zum § 3 Zumutbarkeit des neuen Arbeitsplatzes";
- - "§ 11.2.2." zur möglichen Entlassung nach Mehrfachversetzung;
- "II. Kritik am materiellen Teil des 4. Entwurfs des Sozialplans";
- - "§ 4 Lohn- und Gehaltsschutz";
- - "§ 5 Mehraufwandentschädigung";
- - "§ 6 Umzugs- und Folgekosten";
- - "§ 7 Gleichbehandlung";
- - "§ 8 Regelung bei Versetzung in andere Unternehmen des MM-Konzerns";
- - "§ 9 Vorzeitige Zurruhesetzung";
- - "§ 10 Umschulungen";
- - "§ 11 Kündigungsabfindung";
- - "§ 12 Allgemeine Regelungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses"; sowie
- "III. Schlußfolgerungen aus der Kritik am 4. Entwurf des Sozialplanes".
Q: Rote Presse Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Düsseldorf 15.7.1977

30.07.1977:
In der Mannesmannzelle des KABD-Düsseldorf verfasst Sb. eine "Kritik an Hannes", zu dessen Arbeit zu Mannesmann Reisholz bzw. im Solidaritätskreis. Vorgeworfen wird Hanns Subjektivismus und Überheblichkeit gegenüber anderen Genossen.
Q: KABD-Sb.: Kritik an Hannes, O.O. 30.7.1977

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14.08.1977:
In der Mannesmannzelle des KABD-Düsseldorf verfasst Seb. eine "Kritik am Ablauf der letzten Zellensitzung", in der es auch zu Mannesmannes Reisholz heißt:"
Die Meinung einiger Genossen, wegen dem Vorschlag im Soli-Kreis halte ich für grundsätzlich falsch. Es wurde so argumentiert: Wir können das ja ruhig vorschlagen, die DKP wird schon wissen, ob es durchführbar ist. Genossen, was ist solch eine Haltung, wenn nicht Aufgabe jeder führenden Rolle der Kommunisten. Wir müssen nicht irgendwelche Ideen raustragen, sondern aufgrund einer klaren Analyse die nächsten, realistischen Kampfschritte bestimmen, die vertreten mit aller Konsequenz und dafür auch gradestehen. Wir unterscheiden uns doch nicht dadurch von der DKP, daß wir weitergehende Aktionsvorschläge machen, sondern dadurch, daß wir eine unter den gegebenen Bedingungen erfolgreiche, offensive Taktik vorschlagen. Für unsere Vorschläge haben auf jeden Fall wir die Verantwortung und niemand sonst."
Q: KABD-Seb.: Kritik am Ablauf der letzten Zellensitzung, Ratingen 14.8.1977, S. 1

August 1977:
Im KABD Düsseldorf wird vermutlich in der Zelle Mannesmann Reisholz vermutlich im August das Papier "Erklärung zur Arbeit des Solidaritätskreises!" verfasst, in dem kritisiert wird, dass der KABD von Informationen von Kollegen aus dem Betrieb abhängig war, zu denen neben Gerd Genger allein DKPler gehörten, so dass die DKP die Linie des Solidaritätskreises bestimmt habe. Die Grundvoraussetzungen für eine Mitarbeit des KABD seien daher nicht gegeben.
Q: N. N. (KABD): Erklärung zur Arbeit des Solidaritätskreises!, O. O. (Düsseldorf) o. J. (1977)

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29.08.1977:
Der KABD Düsseldorf gibt vermutlich in dieser Woche bei Mannesmann Reisholz das Flugblatt "Verantwortung führte zum Erfolg" zur Einigung über einen Sozialplan am 26.8.1977 heraus.
Q: KABD: Verantwortung führte zum Erfolg, O.O. (Düsseldorf) o. J. (1977)

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20.09.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr. 121 (vgl. 18.9.1977, Okt. 1977) heraus und berichtet auch von den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) in Düsseldorf-Reisholz.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 121, München 20.9.1977

Oktober 1977:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP ihre 'Rote Presse' (vgl. 15.7.1977, 17.10.1977) als Sonderausgabe "Mannesmann-Chef Overbeck: 80.000 DM im Monat" heraus zum Mannesmann-Geschäftsbericht 1976, zu dem auch eine Analyse für 2 DM bei der DKP erhältlich ist. Der Leitartikel gliedert sich in die Abschnitte:
- "600.000 DM zum Fenster raus" zu den Kosten der Veröffentlichung des Geschäftsberichts;
- "In 3 Jahren: 8.000 Arbeitsplätze vernichtet";
- "Aus der MM-Bilanzanalyse: An jedem 12.000 verdient"; und
- "In der Krise fett geworden".

Enthalten sind auch die Artikel:
- "Stahlarbeiter melden Lohnforderungen" zur Stahltarifrunde (STR);
- "Der Maßhalteapostel. Was Friderichs erwartet…";
- "Stellungnahme des Präsidiums der DKP zum Terroranschlag in Köln" auf Schleyer; sowie
- "Loderer: IG Metall bleibt Kampforganisation" zum IGM-Tag (vgl. 18.9.1977).

Eingeladen wird zur Festveranstaltung "60 Jahre Oktoberrevolution" am 29.10.1977 in Düsseldorf.
Q: Rote Presse Sonderausgabe Mannesmann-Chef Overbeck: 80.000 DM im Monat, Düsseldorf Okt. 1977

17.10.1977:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Rote Presse' (vgl. Okt. 1977) heraus unter der Schlagzeile "Beweis gewerkschaftlicher Einheit: KAR-Betriebsrat widersprach Kündigung des Kollegen Achten" zu der Entlassung des Kollegen, der auf der Betriebsversammlung am 10.10.1977 geredet hatte.
Q: Rote Presse Beweis gewerkschaftlicher Einheit: KAR-Betriebsrat widersprach Kündigung des Kollegen Achten, Düsseldorf o. J. (1977)

Februar 1978:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr. 41/42 (vgl. Nov. 1977, März 1978) heraus und berichtet von Mannesmann (MM) aus Bielefeld, Langenfeld, Duisburg-Mündelheim und über das stillgelegte MM Kammerich Werk in Düsseldorf-Reisholz (1 854 Besch.).
Q: Spartacus Nr. 41/42, Frankfurt Feb. 1978

April 1978:
KABD, RJVD und KSG geben vermutlich im April die 'Düsseldorfer Maizeitung' heraus mit dem Abschnitt "Düsseldorf - Reisholz" zur Stillegung bei Mannesmann.
Q: KABD, RJVD, KSG: Düsseldorfer Maizeitung, Düsseldorf o. J. (1978), S. 2f

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Letzte Änderung: 22.03.2017