Duisburg:
'Der Hammer' - Betriebszeitung der Roten DEMAG-Betriebsgruppe der KPD/ML (1971)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 7.8.2015

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Von der Betriebszeitung 'Der Hammer' der KPD/ML-ZK für DEMAG in Duisburg-Hochfeld können hier bisher nur die ersten fünf Ausgaben dokumentiert werden. Wir bitten um Ergänzungen.

Mit dem Zerfall der KPD/ML-ZK Ende 1971 stellte vermutlich auch 'Der Hammer' sein Erscheinen ein.

Die Originale der Nummern 4 und 5 der Zeitung liegen im "Archiv für alternatives Schrifttum (afas)" in Duisburg. Wir danken Herrn Jürgen Bacia für die freundliche Unterstützung.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Januar 1971:
'Der Hammer' - Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK erscheint wahrscheinlich im Januar für DEMAG in Duisburg (vgl. März 1971). Es handelt sich um die erste Ausgabe überhaupt. Der Umfang beträgt 10 Seiten. Kontaktadresse und Verantwortlich ist O. Borgards, Duisburg. Zur Herausgabe der ersten Nummer heißt es:"
Der 'Hammer' soll dazu dienen, daß sich die Arbeiter bei der DEMAG organisieren und gemeinsam handeln."
Der Leitartikel lautet "Ist die DEMAG krisenfest?". Danach sind die "Aufträge rapide zurückgegangen. Die Arbeit reicht zwar noch einige Zeit und die Maschinenbau-Kapitalisten sind noch nicht gezwungen, zu Entlassungen zu greifen, dem altbewährten kapitalistischen Mittel des Auswegs aus der Krise. Aber überall sind sie jetzt schon dabei, die Kosten zu senken, wie sie es nennen. Das heißt nichts anderes als: verschärfte Ausbeutung und weniger Geld für uns".
Die KPD/ML-ZK fordert "Statt Überstunden - Lohnerhöhungen!" und sie bietet als Ausweg an "Wenn man die Krisen abschaffen will, muß man den Kapitalismus abschaffen. Um unsere Lage grundsätzlich zu ändern, müssen wir die Kapitalistenklasse stürzen und die Macht der Arbeiter und übrigen Werktätigen errichten."

Weitere Artikel sind:
- Bargeldlose Zahlung: Vorteile für wen?
- Ein betrügerisches Spiel mit dem Namen Ausbeutung.
Der Ausgabe ist auch ein Jugendteil der Roten Garde (RG) Jugendorganisation der KPD/ML-ZK) beigefügt. Er ruft zur Solidarität mit der Black Panther Partei (BPP) in den USA auf.
Quelle: Der Hammer Nr. 1, Duisburg 1971

März 1971:
'Der Hammer' (Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK) Nr. 2 erscheint für DEMAG in Duisburg (vgl. Jan. 1971, 13.5.1971) mit 14 Seiten und dem Leitartikel "Die Leistungsbeurteilung für Zeitlöhner. Ein neues Spaltungsmanöver". Danach bedeutet die "neue Leistungsbeurteilung für Zeitlöhner Profitsicherung. Jetzt muß der Profit mit allen Mitteln gesichert werden. Was ist das wichtigste Mittel? Die Spaltung von uns Arbeitern. Denn die größte Gefahr für die Herren besteht darin, daß wir einheitlich handeln und uns geschlossen gegen die Angriffe der Kapitalisten zur Wehr setzen". Die KPD/ML-ZK setzt gegen die Leistungsbeurteilung:"
Gegen alle Spaltungsversuche - Unsere Einheit!"

Weitere Artikel sind:
- Die Preise steigen immer mehr - unsere Wut auch!
- Warum sagen Kommunisten: Ulbricht und Honecker sind die Arbeiterverräter?
- Amis raus aus Indochina.

Der Ausgabe ist auch ein Jugendteil der Roten Garde (RG) Jugendorganisation der KPD/ML-ZK) beigefügt. Dieser berichtet u.a. von der Kupferhütte Duisburg. Gefordert wird:
- Für die Arbeit in der Produktion: Arbeiterlohn,
- Weg mit den Leichtlohngruppen und Altersabschlägen,
- Kämpft mit in den Reihen der Roten Garde.
Q: Der Hammer Nr. 2, Duisburg März 1971

13.05.1971:
Bei DEMAG Duisburg wird, laut DKP, heute das "Mao-Blättchen" 'Roter Hammer' verteilt.
Uns wurde 'Der Hammer' (Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK) Nr. 3 (vgl. März 1971, 7.6.1971) mit 8 Seiten und dem Leitartikel "Betriebsversammlung: Das Märchen von der großen Familie" (vgl. 4.5.1971) bekannt. Weitere Artikel sind:
- Nieder mit dem Punktesystem,
- Entlassungen bei der DEMAG in Benrath (in Düsseldorf),
- Ruhrkumpel verraten und verkauft.

Laut DKP wird u.a. das Verhalten des Betriebsratsvorsitzenden Koske auf der Betriebsversammlung (BV) besprochen. Die DKP meint dazu: Wenn die KPD/ML-ZK darin "behauptet, Willi Koske sei kein Arbeitervertreter, sondern ein Arbeiterverräter, so ist das eine bodenlose Frechheit! Wir sind noch davon überzeugt, daß der Kollege Koske und die anderen Betriebsratskollegen sich für die Forderungen der Belegschaft einsetzen und das auch erneut unter Beweis stellen werden!"
Zuvor hatte allerdings auch die DKP schon bemerkt:"
Diese Feststellung des Kollegen Willi Koske, weil wir eine Urlaubsgeldregelung haben müßten wir auf das 13. Monatsgehalt verzichten, ist offensichtlich die Argumentation der Firmenleitung, mit der sich der Betriebsrat doch bestimmt nicht identifizieren will. Gibt es doch bereits Firmen, die beides zahlen. … Der Betriebsrat hat eine starke Position. Nähme er eine schwache Haltung gegenüber der Firmenleitung ein, würde die Belegschaft dafür kein Verständnis haben. Noch ein Wort gegen die Beibehaltung der AEP (Arbeits- und Erfolgsprämie, d.Vf.): Kollege Koske hat unmißverständlich gesagt, daß die AEP fest an die Höhe der Aktionärsdividende gebunden sei. Wir aber sind nicht an der Höhe der Dividende interessiert, sondern an der Höhe unseres Monatseinkommens - auch wenn das auf Kosten der Aktionärsdividende geht."
Erst hier erfolgt, in der Betriebszeitung der DKP ('Basis' Sonderausgabe Nr. 4 Umfang ohne Titelblatt 3 Seiten DIN A 5) der Seitenhieb gegen die KPD/ML-ZK.
Q: Basis Nr. 4, Duisburg o. J. (1971); Der Hammer Nr. 3, Duisburg Mai 1971

07.06.1971:
'Der Hammer' (Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK) Nr. 4 erscheint vermutlich in dieser Woche für DEMAG Duisburg (vgl. 13.5.1971, Aug. 1971) mit 10 Seiten und dem Leitartikel "16% Dividende für die Aktionäre - 210 980 DM für den Vorstand". Danach bekommt "jedes Vorstandsmitglied pro Jahr 210 980 DM pro Jahr bei der DEMAG, ganz abgesehen von Spesen, Sonderbezügen usw. Ganze fette 16% Dividende können die Besitzer der DEMAG dieses Jahr einstecken - ohne auch nur einen Finger krumm gemacht zu haben".

Weitere Artikel sind:
- Die Krise kommt, DEMAG kürzt Investitionen um 50%,
- Hoesch-Vertrauensleute gegen Lohnstop - Für 15% (gemeint ist Hoesch MFD Dortmund - vgl. 27.5.1971),
- Bulitz will die KPD/ML ins Gefängnis bringen (vgl. 4.6.1971),
- Moderner Sklavenhandel.
Q: Der Hammer Nr. 4, Duisburg Juni 1971

August 1971:
'Der Hammer' (Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK) Nr. 5 erscheint wahrscheinlich im August für DEMAG Duisburg (vgl. 7.6.1971, 18.10.1971) mit 14 Seiten und dem Leitartikel "Reuter, Brandt und Brenner - wir spielen nicht mit in eurem Konzert!". Danach fühlten sich die Kollegen "verraten und verkauft, als sie von der 9% Forderung der NRW-Tarifkommission erfuhren". Die KPD/ML-ZK setzt dagegen:
- 15% auf den vollen Lohn gleich 1 DM für alle.
- 1 000 DM garantierter Mindestlohn,
- Tarifliche Absicherung der Effektivverdienste,
- Weg mit dem Punktesystem,
- 13. Monatslohn statt Treueprämie,
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Weitere Artikel sind:
- Kämpfen wir gegen Lohndiktat und Lohnraub,
- Unsere Waffe gegen das Lohndiktat - Streik in allen Metall- und Stahlbetrieben,
- 6 Milliarden DM für Nixon - Lohndiktat und Steuererhöhungen für uns,
- Nixons Bankrotterklärung,
- Warum mußte Ingrid Reppel sterben?
Der Ausgabe ist auch ein Jugendteil der Roten Garde (RG), Jugendorganisation der KPD/ML-ZK, beigefügt.
Q: Der Hammer Nr. 5, Duisburg 1971

18.10.1971:
'Der Hammer' (Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK) Nr. 6 erscheint vermutlich in dieser Woche für DEMAG in Duisburg (vgl. Aug. 1971) mit 10 Seiten und dem Leitartikel "Ruhe an der Heimatfront". Danach will "das Kapital, ihre SPD-Regierung und IGM-Bonzen das Lohndiktat von 6 -7% durchsetzen. Der erste Schritt zur Durchsetzung des Lohndiktats waren die unverschämt niedrigen Forderungen der IGM-Führung". Jetzt gelte es mit der KPD/ML den "Kampf gegen das Lohndiktat des Kapitals zu führen, seiner SPD-Regierung und den DGB-Bonzen".

Weitere Artikel sind:
- IGM-Gewerkschaftstag: treu auf Seiten der SPD-Regierung,
- Aktion Ruhrschiene - 5 000 Polizisten proben den Notstand,
- Warum die Imperialisten Mao so gern im Grabe sehen.

Der Ausgabe ist auch ein Jugendteil der Roten Garde (RG) Jugendorganisation der KPD/ML-ZK) beigefügt. Aufgerufen wird in diesem Teil dazu, zu Filmveranstaltungen mit dem Film 'Nur vereint sind wir stark' (vgl. 20.10.1971) zu kommen.
Q: Der Hammer Nr. 6, Duisburg 1971

Letzte Änderung: 05.09.2015

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