Braunschweig: Sozialistische Perspektive - Zeitung der Zelle Kunstpädagogik des Kommunistischen Studentenbundes (KSB)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 16.12.2012

Die hier bisher leider nur mit einzelnen Exemplaren (wir bitten um Ergänzungen) dokumentierte Braunschweiger 'Sozialistische Perspektive' der Zelle Kunstpädagogik des am Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) orientierten Kommunistischen Studentenbundes (KSB) war eine der Fachbereichszeitungen, von denen der KSB an den Braunschweiger Hochschulen vermutlich eine ganz Reihe herausgab, worauf auch die gemeinsame Ausgabe mit dem 'Roten Reissbrett' der Zelle Gestaltung hindeutet. Bisher kann von diesen Fachbereichsorgane leider allein die 'Sozialistisch Perspektive' vorgestellt werden, die sich außer mit aktuellen allgemeinpolitischen Themen vor allem mit Fragen der Kunst und Kultur befasst, wobei die Mitglieder der Zelle Kunstpädagogik maßgeblichen Anteil an zahlreichen örtlichen Veröffentlichungen zu diesem Themenkreis gehabt haben dürften.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

29.10.1973:
An der SHfbK Braunschweig gibt die Zelle Kunstpädagogik des KSB Braunschweig des KBW die Nr. 6 ihrer Zeitung 'Sozialistische Perspektive' (vgl. 17.12.1973) heraus. Von der TU Braunschweig bzw. deren Fachbereich Architektur wird geschildert der "1. Tag der Prozesse" (vgl. 25.10.1973), aber auch "Der Kampf gegen die Prozesse" (vgl. 17.10.1973). Erklärt wird: "Wie muss der Kampf gegen die Disziplinierungsmaßnahmen geführt werden?", wobei der Streik der Architekturstudenten an der TU dargestellt wird (vgl. 25.1.1973). Berichtet wird auch von den Universitäten Freiburg und Heidelberg. Gefragt wird: "Wie hat sich KSV/SO im Kampf gegen die Prozesse verhalten?", ermuntert wird: "Vorwärts im Kampf gegen die bürgerliche Wissenschaft als Teil des Kampfes gegen die kapitalistische Ausbildung". Berichtet wird über die Pekingopern aus der VR "China. Die Umgestaltung traditioneller Opernkunst in eine Kunst im Dienst des Volkes".

Mit Hilfe der 'KVZ' Nr.5 (vgl. 24.10.1973) wird berichtet über die UVB in "Gewerkschaftsausschlüsse – Angriff auf die Gewerkschaften" sowie aus Hamburg über die Wiedereinstellung der Lehrer Marita Hindemith und Peter Altenburg (vgl. 9.10.1973). Aufgerufen wird zum Chile-Teach-In (vgl. 2.11.1973).
Quelle: Sozialistische Perspektive Nr. 6, Braunschweig 29.10.1973

17.12.1973:
An der SHfbK Braunschweig gibt die Zelle Kunstpädagogik des KSB Braunschweig des KBW die Nr. 7 ihrer Zeitung 'Sozialistische Perspektive' (vgl. 29.10.1973, 28.1.1974) in einer Auflage von 300 Stück heraus. Angekündigt wird der Verkauf der nächsten Ausgabe, die bisher kostenlos verteilt wurden. Der Leitartikel setzt sich ein "Für einen AStA, der den Kampf organisiert" und berichtet vom Verbot des Streikaufrufs, von der Demonstration am 14.11.1973, aus Freiburg, sowie von der anstehenden AStA-Wahl, wozu es heute eine Veranstaltung des KSB an der SHfBK gibt. In "Wer steht noch zur Wahl?" wird eingegangen auf GEW/AKS bzw. MSB Spartakus der DKP und den KSV der KPD.
Man befasst sich mit dem "Sozialkampf" wobei der Studentische Rat der TU sowohl die Plattform des KSB als auch des SHB angenommen habe, und eine zusammengefasste Version von AStA-TU, GIM, KSB, LHV und SHB als 'AStA-Info' veröffentlicht wurde. Mit Hilfe der 'KVZ' Nr.7 (vgl. 22.11.1973) befasst man sich auch mit der Mitbestimmung.
Kritisiert wird in "Ein Künstler der Wirklichkeit malt?" der Maler Jochen Sendler, dessen Ausstellung in der Aula der SHfBK vom 6.12. bis 20.12.1973 dauert.
Gefordert wird bezüglich Westberlins: "Weg mit dem Verbotsantrag gegen den KSV", wozu auch auf der Vollversammlung am 19.12. eine Resolution verabschiedet werden solle. Kritisch allerdings gibt man sich "Zu den Wandmalereien des KSV", aber auch gegenüber den Reaktionen des MSB darauf.
Q: Sozialistische Perspektive Nr. 7 ,Braunschweig 17.12.1973

28.01.1974:
An der SHfbK Braunschweig gibt die Zelle Kunstpädagogik/Gestaltung des KSB Braunschweig des KBW die Nr. 8 der Zeitung 'Sozialistische Perspektive / das Rote Reissbrett' (vgl. 17.12.1973) in einer Auflage von 300 Stück heraus. Der Leitartikel ruft auf zur Chileveranstaltung mit dem Theaterstück des 'Roten Signal' (vgl. 1.2.1974), eingegangen wird auch die chilenischen Flüchtlinge in der BRD.
Kritisiert wird: "Floh de Cologne. Geiersymphonie oder wie die DKP Linie in Rockpop ihren Ausdruck findet". Gegen die DKP richtet sich auch der Artikel "MSB Spartakus in der Defensive oder wie eine bürgerliche Linie an der Hochschule ihre Felle retten will", wobei auch GEW/AKS Berücksichtigung erfahren sowie verschiedene Schlägerangriffe der DKP: Mit Hilfe der 'KVZ' Nr.7 (vgl. 22.11.1973) wird davon berichtet aus Ludwigshafen (vgl. 10.11.1973), mit Hilfe des 'Arbeiterkampf' (vgl. 18.12.1973) auch aus Hamburg-Bergedorf (vgl. 1.11.1973). Eingegangen wird auch die bundesweite BAFöG-Demonstration in Bonn (vgl. 24.1.1974).

Angekündigt wird ein weiterer Prozess gegen Architekturstudenten der TU Braunschweig, aufgerufen zur Vietnamfilmveranstaltung (vgl. 6.2.1974) und geworben für 'Das Buch'.
Q: Sozialistische Perspektive / Das Rote Reissbrett Nr. 8, Braunschweig 28.1.1974

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