Roter Anzeiger, Stadtzeitung des Arbeiterbunds für den Wiederaufbau der KPD, Jg. 3, Nr. 22, Juni 1973

Juni 1973:
In München geben die Stadtteilgruppen des AB (ex-ABG) die Nr. 22 ihres 'Roten Anzeigers' (vgl. 14.5.1973, Juli 1973) als Stadtzeitung für Haidhausen - Hasenbergl - Milbertshofen - Perlach - Sendling und das Westend mit 8 Seiten heraus mit dem Leitartikel "Schluss mit der Preistreiberei - Kampf der Inflation!". Aufgerufen wird zum Rundfunkvolksentscheid am 1.7.1973 und zur Irlandveranstaltung (vgl. 24.6.1973). Berichtet wird von der Demonstration der Fachhochschulstudenten gegen das Bayrische Hochschulgesetz (vgl. 4.6.1973), in "Vertreibung durch Vertriebene" aus Schwanthaler Höh von den Sudetendeutschen (vgl. 10.6.1973). In "Terror gegen Bürgerinitiativen" wird berichtet von Strafbefehlen gegen Fahrpreiserhöhungsgegner und der RAF-Razzia beim Sozialen Selbsthilfekomitee (SSHK).

Aus den Stadtteilen wird berichtet aus:
- Au über das Salesianium, in dem früher eine Lehrwerkstatt für Waisenkinder war, in der jetzt Siemens produziert.
- Haidhausen über die Bürgerversammlung am 15.5.1973.
- Hasenbergl über "100 Zwangsräumungen?".
- Milbertshofen über die eigene Agitation an der U-Bahn Petuelring gegen das Verkehrschaos.
- Perlach über die Schulgruppe und den drohenden Schichtunterricht, aber auch vom verschobenen Bau des Zentrums Neu-Perlach. Aufgerufen wird zur Albanienveranstaltung (vgl. 29.6.1973).
- Sendling wo gefordert wird "Stoppt den Straßenbau" und eine Bürgerversammlung für den 4.7.1973 ansteht.
- Westend über die SPD-Veranstaltung am 6.6.1973 zur Fußgängerzone.

Die Jugendseite erläutert: "Warum Streikrecht für Lehrlinge?" und stellt angesichts des beim Bankraub erschossenen Fünfzehnjährigen Nicola Kalcew fest: "Verbrechen - kein Ausweg".

Über den AB ist zu lesen:"
Im Titel des ROTEN ANZEIGER steht in dieser Ausgabe zum ersten Mal ARBEITERBUND FÜR DEN WIEDERAUFBAU DER KPD an Stelle des gewohnten Arbeiter-Basis-Gruppen. Im Mai hat ein Kongreß stattgefunden, auf dem die ABG in den ARBEITERBUND FÜR DEN WIEDERAUFBAU DER KPD überführt worden sind. … 5 Jahre sind die Arbeiter-Basis-Gruppen im Dienst der Arbeiterbewegung gestanden: Hervorgegangen aus dem Kampf gegen die Notstandsgesetze im Mai 1968 haben sie sich zur führenden und am meisten gefestigten kommunistischen Organisation in Westdeutschland entwickelt. … Die Tätigkeit der ABG ist so vielfältig geworden, und neue Ortsgruppen - zuerst in Regensburg - sind entstanden, so daß der organisatorische Rahmen zu eng geworden ist. Die Überführung in den Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Organisation und ein großer Schritt vorwärts in der Arbeiterbewegung in Westdeutschland und Westberlin. Mit der Überführung war die Vorlage eines Programms verbunden, das die bisher erreichten Fortschritte bei der Erarbeitung des Programms der KPD zusammenfaßt. Dieses Programm wird den Werktätigen in Stadt und Land und allen, die zum Wiederaufbau der KPD beigetragen wollen als Entwurf vorgelegt."

Ein beigelegtes Extrablatt der einschlägigen AB-Stadtteilgruppe widmet sich dem Westend.
Q: Roter Anzeiger Nr. 22, München Juni 1973

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