"Stattblatt - Zeitung für Arnsberg, Neheim-Hüsten und Sundern"

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 23.12.2019


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Vom "Stattblatt", dessen erste Ausgabe vermutlich im März 1981 erschien, liegen uns fünf Ausgaben aus den Jahren 1982-1984 vor. Wir bitten um Ergänzungen.

Wir danken der Geschichtswerkstatt Dortmund für die freundliche Unterstützung.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Mai 1982:
Es erscheint die Nr. 5 des "Stattblatt. Zeitung für Arnsberg, Neheim-Hüsten und Sundern".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Briefe an die Leser"
- "Ulrich Fischer: Integration ist ein Fremdwort geblieben", über Türken in Neheim, Ausländerfeindlichkeit und Integration
- "Lachen, Nein Danke", über Türken, Andersartigkeit, Türkenwitze, Türken als Sündenböcke, Verfremdungen
- "TRAFO e. V." über einen Anschlag
- "Dem Schwachsinn eine Chance, über das Diskothekenwesen, Feten und Fetentypen
- "Stoffels", über die sog. 'Stoffel-Fete'
- "Die Szene", über Feten-Veranstaltungen im größeren Rahmen
- "Pappnasen", über die 'Schickeria-Blagen-Fete'
- "Pogo", über die 'Punix-Fete"
- "Veranstaltungen", über Veranstaltungen im Mai u. a. in Arnsberg, Balve, Wickede
- "Wohin mit dem Müll", über Abfallbeseitigung
- "Situation in Arnsberg", über die Müllbeseitigung in Arnsberg und die Mülldeponie
- "Müllverwertungsverfahren", über die Müllverbrennung
- "Fabrik-Cirkus", über den Zirkus, der aus Berlin nach Neheim kommt
- "Keine Waffenmesse in Hannover", über die Waffenschau vom 18.-20 Mai in Hannover
- "Ostermarsch Ruhr 1982, über die 'Arnsberger Friedensinitiative' und den Aufruf zum Ostermarsch
- "Alte naive Projekte", über Selbstverwaltung, Gruppen und Vereine

Bekannt gegeben wird u. a.: Es spielen am 8.5. 'Hamish Imlach' aus Schottland, am 22.5. 'Daily Blues aus Gelsenkirchen/Iserlohn, am 29.5. 'Lee Bach' aus Hamburg. Alle Veranstaltungen finden in der Arnsberger 'Zentrifuge' statt.
Quelle: Stattblatt. Zeitung für Arnsberg, Neheim-Hüsten und Sundern, Nr. 5, Arnsberg, Mai 1982.

März 1983:
Es erscheint für März/April die Nr. 3 des "Stattblatt. Zeitung für Arnsberg, Neheim-Hüsten und Sundern".
Laut "Editorial" geht es in dieser Ausgabe um "Volkszählungsboykott und Sozialhilfe". Erklärt wird dazu, dass es nun auch in Arnsberg "eine Initiative gegen die Volkszählung" gebe.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Volkszählungs-Boykott", über die Volkszählung 1983 und Informationen dazu, über Gefahren und den Widerstand dagegen
- "Der deutsche Wald", über Luftverschmutzung, den sauren Regen, Gegenmaßnahmen zur Erhaltung des Waldes und Umweltschützer
- "Sozialhilfe-Ihr gutes Recht!", über "Hürdenläufe auf dem Sozialamt"
- "Vor-Ort", über das Rathaus, vom Personalausweis bis zu Unterlagen über Versicherungsbeiträge
- "Nationalsozialismus in Arnsberg", über eine "Ausstellung der SPD-Ratsfraktion über die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf Arnsberg und umliegende Dörfer"
- "Kinoszene 83", über die Arnsberger Kinoszene, über Programmkinos, Videos
- "Netzwerk-Nachrichten", über die Grünen im Bundestag

Aufgerufen wird zum "Friedensmarsch 1983". Der Marsch wendet sich u. a. gegen "die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa". Forderungen sind u. a.: "Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Europa!", "Abrüstung in Ost und West!", "Atomwaffenfreie Dörfer, Städte, Länder!".
Q: Stattblatt. Zeitung für Arnsberg, Neheim-Hüsten und Sundern, Nr. 3, Arnsberg, März/April 1983.

Oktober 1983:
Es erscheint die Nr. 8 des "Stattblatt. Zeitung für Arnsberg und Neheim-Hüsten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Werte Genossen", über die SPD, die Jusos, einen Leserbrief, die Plattform der Friedensinitiative, die DKP
- "Nachlese zur 625-Jahr Feier", über einen Festzug
- "An unseren hochverehrten Bürgermeister!", über den Bürgermeister von Arnsberg
- "Wer malt den schönsten Graffiti?", über Graffitis an der Autobahnbrücke
- "A 46", über Straßenführungen, Stadtplanungen, Alternativlinien, Lärm
- "Alltag im Knast", über den Tagesablauf im Jugendknast
- "Ab in den Orient-Express", über ein internationales Fest und den 'Werkkreis Kultur Meschede'
- "Mit Pfarrer E. Kattwinkel" über ein Friedensgottesdienst am 16.10.
- "Pershing II, Cruise Missiles: Nein!, über Atomraketen und die Friedensinitiative Arnsberg
- "Veranstaltungen"
- "Offener Brief", über einen Brief an Ronald Reagan
- "Was kann schöner sein auf Erden", über die allgemeine Wehrpflicht, die Bundeswehr
- "Den Rückfall verhindern", über eine Demo gegen den THTR in Hamm
- "Bio=Teuer?", über Bio-Kost
- "Draußen vor der Tür", über das Arnsberger Kulturprogramm
- "Krieg und Frieden", über ein Buch von Hannes Schwenger: "Im Jahr des großen Bruders"

Berichtet wird vom Programm der bundesweiten Friedenstage vom 15.-22.10.1983:
15.10. Auftaktveranstaltung zur Friedenswoche in Neheim,
16.10.: Widerstandstag der Christen und Religionsgemeinschaften in Neheim,
17.10.: Widerstandstag der Frauen, Veranstaltung der AG sozialdemokratischer Frauen (ASF),
18.10.: Tag des Antimilitarismus und der internationalen Solidarität, Informationsstand von den Jusos in Neheim,
19.10.: Widerstandstag der Arbeiter, Betriebe, Landwirte in Arnsberg,
20.10.: Widerstandstag der Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen,
21.10.: Widerstandstag der Parlamente, Stadträte, Verwaltungen und Parteigruppen, den Schulen, der Stadt,
22.10.: Volksversammlung für den Frieden in Bonn.
Q: Stattblatt. Zeitung für Arnsberg und Neheim-Hüsten, Nr. 8, Arnsberg, Oktober 1983.

Februar 1984:
Es erscheint die Nr. 1 des "Stattblatt. Zeitung für Arnsberg und Neheim-Hüsten".

In: "In eigener Sache" wird ausgeführt: "Den Artikel 'Das letzte Stattblatt?' hatten wir schon seit längerer Zeit geplant. Die Bedingungen, unter denen wir zur Zeit das Stattblatt erstellen, sind einfach nicht länger annehmbar. Das finanzielle Fiasko rückt ständig näher, wir sind ganz einfach viel zu wenige und erhalten kaum noch Reaktionen, geschweige denn Anregungen aus unserer Leserschaft, Die Januar-Ausgabe ist aus diesem Grunde schon ausgefallen, wir wollten einfach mehr Zeit haben, um dann eine (unser Meinung nach) vielseitigere und inhaltlich verbesserte Februar-Ausgabe herausbringen zu können. Noch haben wir die Hoffnung darauf, dass es nicht doch noch weiter gehen könnte, nicht ganz aufgegeben. Unsere Drohung, mit dem Stattblatt aufzuhören, hat in unserem Bekanntenkreis bereits einiges bewirkt. Die Reaktionen zeigten uns, dass es doch noch ein gewisses Interesse am Stattblatt gibt. (…) Die Verkaufszahlen gehen immer weiter zurück. (…) Wir haben so gut wie gar keinen Kontakt zu unseren Lesern mehr, wissen weder, wie unsere Artikel angenommen werden, noch, ob sie irgendein Informationsbedürfnis erfüllen; oder ob dies überhaupt irgendjemand von uns erwartet. In der letzten Zeit haben wir bereits mehrfach versucht, auf unsere Situation aufmerksam zu machen, etwas geändert hat sich daraufhin nichts. Irgendwie ging es dann doch immer noch weiter, aber nun sind wir endgültig an einem Punkt angelangt, an dem wir uns sagen: entweder ganz anders-oder überhaupt nicht mehr!

Kaum jemand scheint sich sonderlich für das Stattblatt zu interessieren, selbst Veranstaltungshinweise müssen wir uns stets mühsam zusammensuchen, den Veranstaltern ist es einfach egal, ob ihre Veranstaltungen im Stattblatt abgedruckt werden oder nicht. Das politische Interesse in unserer Stadt geht (wie mir wohl so manche Organisation bestätigen wird) immer weiter zurück, nach Raketenstationierung, Autobahnbau und Abriss halb Neheims macht sich allgemeiner Frust breit. Sich zuzudröhnen ist allemal leichter als sich zu engagieren. In einer solchen Situation läßt auch das Interesse am Stattblatt immer weiter nach, und wenn es in Zukunft kein Stattblatt mehr geben wird, wird dies wohl auch kaum jemand vermissen. (…) Vor allem brauch wir mehr noch Leute aus Alt-Arnsberg, da mittlerweile fast alle Mitglieder unserer Rest-Redaktion aus Neheim kommen".

Das Redaktionskollektiv führt weiter aus: "Diesen Appell betrachten wir als letzten, verzweifelten Versuch, aus unserer verfahrenen Situation herauszukommen. Wenn er wieder mehr oder weniger ungehört verhallt, so kann man dies wohl als weiteres Zeichen dafür werten, dass es einfach kein Interesse am Stattblatt gibt".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Abschiebungsmethoden in Arnsberg", über Asylanten, Abschiebungen, Aufenthaltserlaubnisse, Ausländeramt
- "Lasst den Rat ergrünen", über die Grünen in Arnsberg
- "Wie Arnsberger Straßennamen entstehen", über Merkwürdigkeiten und berühmte Persönlichkeiten bei Straßennamen
- "Veranstaltungshinweise"
- "Arnsberg am Tag danach", über den Film 'The Day After' und atomare Fiktionen
- "Jobben. Das Traumleben", über Konsumzwang und das städtische Kulturprogramm, ein normaler Arbeitstag, über Jobber
- "Guten Tag", über die moderne Psychologie
- "Trafo", über das Trafo in Neheim
- "Hans, der Zombie", über ein Stück der Theatergruppe 'Kratzbürste'
Q: Stattblatt. Zeitung für Arnsberg und Neheim-Hüsten, Nr. 1, Arnsberg, Februar 1984.

April 1984:
Es erscheint für April/Mai, die Nr. 2 des "Stattblatt. Zeitung für Arnsberg und Neheim-Hüsten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Brief an verlorene Generation", über Eltern und Geschwister
- "… und an deren Eltern", über einen Brief des Katholischen Pfarramt in Arnsberg
- "Stattblatt lebt", über das Arnsberger 'Stattblatt' und die "Welle der Sympathie" zum Weitermachen
- "Optionsvergabe", über die Sanierung des 'Neheimer Marktes'
- "Ein Wiedersehen", über einen Text von Hermann van Veen
- "Da biste Baff, wa?", über eine Ansprache von Bürgermeiste Kaiser und den City -Express
- "Kohlen-Ludwig und der Bürgermeister", über einen Spitzenkandidaten der CDU für die Kommunalwahl 1984
- "Veranstaltungen"
- "Das Telefoninterview", über Telefonanrufe mit Persönlichkeiten
- "Breakdance in Arnsberg", über Jugendliche, die ein Breakdance-Gruppe gegründet haben
- "Wer erkennt die Melodie?, über Melodien und Musik
- "Kein Atommüll ins Wendland!", über Gorleben und Lüchow-Dannenberg
Q: Stattblatt. Zeitung für Arnsberg und Neheim-Hüsten, Nr. 2, Arnsberg, April/Mai 1984.

Letzte Änderung: 26.12.2019