Marxisten-Leninisten Köln: "Der Klassenkampf - Kommunistische Zeitschrift" (1970)
Kommunistische Initiative Köln: "Der Klassenkampf - Forum des Kommunismus" (1971/72)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 14.3.2019


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"Der Klassenkampf" war zunächst die Zeitschrift der Marxisten-Leninisten Köln, die aus der Spaltung der KPD/ML 1970 hervorgegangen waren. In der Auseinandersetzung mit der KPD/ML-RW verwarf die Gruppe deren Positionen (vor allem in ideologischer und organisatorischer Hinsicht) und konstituierte sich als eigenständige Gruppe, etwa zum Jahresende 1970.

1971 konstituierte sich die Gruppe als "Kommunistische Initiative Köln". Die Zeitschrift "Der Klassenkampf" nannte sich nun im Untertitel: "Forum des Kommunismus". Dazu wurde ausgeführt: "Statt 'Kommunistische Zeitschrift' heißt 'Der Klassenkampf' jetzt 'Forum des Kommunismus' und soll als 'theoretische Zeitschrift' … die Lage und den konkreten Kampf der Arbeiterklasse behandeln".

In der Dreifachnummer 4/5/6 (1971) wurde zur Umbenennung in "Kommunistische Initiative Köln" eine "Erklärung" nachgeschoben: "Die Gruppe 'Marxisten-Leninisten Köln' hat sich als 'Kommunistische Initiative (KI)' konstituiert." Der Name sei geändert worden, "um deutlich zu machen, dass wir in der Entwicklung konkreter Initiativen, besonders zur Überwindung des Zirkelwesens, unsere Aufgabe sehen", und: "Um unser allgemeinstes Programm, den Kommunismus, herausstellen und das Missverständnis zu vermeiden, unsere Linie sei die Verteidigung des Buchstabens in den Werken von Marx und Engels, oder wir seien mit den verschiedenen ML-Gruppen organisatorisch und durch ein gemeinsames Programm verbunden". Die Umbenennung sei auch deswegen erfolgt, "um den Eindruck einer Art Alleinvertretungsanspruch für die Marxisten-Leninisten Köln zu vermeiden".

"Der Klassenkampf" sollte alle zwei Monate erscheinen, was nicht durchgehalten wurde. Verantwortlich war Rolf Stolz, Köln. Uns bekannt wurden vier Ausgaben. Die letzte, Nr. 7/8, erschien vermutlich im Sommer 1972. Ob danach noch weitere erschienen, ist uns zurzeit noch unklar. Vermutlich führte eine Spaltung zur Aufgabe der Zeitung.

Ein Teil der Gruppe konstituierte 1973 die operaistische Gruppe "Arbeiterkampf", nachdem es im Frühjahr bereits zu einigen heftigen Auseinandersetzungen gekommen war, die eine Neukonstituierung der "Kommunistischen Initiative" zur Folge hatte. Bis spätestens zum April 1975 konstituierte sich dann die "Initiative der Partei der Arbeit" als Nachfolgegruppe der "Kommunistischen Initiative" mit der Zeitung "Einheit: Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt Euch - IPdA", die bis 1978 erschienen sein dürfte.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Dezember 1970:
In Köln erscheint die Nr. 1/2 der Zeitschrift "Der Klassenkampf", die von den Marxisten-Leninisten Köln herausgegeben wird. Untertitel: "Kommunistische Zeitschrift".

Zur Konstituierung der Zeitschrift wird ausgeführt: "Sie erscheint, um den Kampf gegen die Kapitalistenklasse, ihren Staat und ihre Lakaien, gegen Faschismus, Imperialismus und Sozialimperialismus, gegen Reformismus und Revisionismus, für die sozialistische Revolution, die Diktatur des Proletariats, für Sozialismus und Kommunismus, für die nationale Befreiung und die Selbstbestimmung aller Völker zu unterstützen. Ihre Richtschnur sind der Marxismus-Leninismus und die Maotsetung-Ideen, die Grundinteressen der deutschen und internationalen Arbeiterklasse, die Interessen der unterdrückten Volksmassen aller Länder.

'DER KLASSENKAMPF' erscheint, um innerhalb der deutschen kommunistischen Bewegung den Kampf um die richtige politische Linie und die Schaffung der kommunistischen Partei zu fördern. 'DER KLASSENKAMPF' erscheint gerade jetzt, weil mit der Gruppierung um den 'REVOLUTIONÄREN WEG' nun auch der letzte Teil der KPD/ML in mehreren Grundfragen-trotz vieler positiver Einzelheiten-eine prinzipiell falsche Linie vertritt. Als Alternative kommen unserer Einschätzung nach die Berliner Organisationen (KPD/AO, PL/PI, KB/ML) nicht in Frage. Bleibt als verhältnismäßig bedeutende marxistisch-leninistische Organisation der KAB/ML. Das ZK des KAB/ML macht sich inzwischen lächerlich mit Behauptungen wie: der KAB und die KPD/ML … seien die 'Vorhutorganisationen der Arbeiterklasse' … Das ist ein kleinbürgerlicher Größenwahn, der in seinen Auswirkungen direkt konterrevolutionär ist.

'DER KLASSENKAMPF' erscheint damit in einem Augenblick, wo nicht nur die Kommunistische Partei, sondern auch die Organisation, die sie führend aufbauen könnte, erst in ihren Anfängen da ist. Und selbst diese Anfänge sind organisatorisch zersplittert. Gegenwärtig gibt es in der BRD nur mehr oder weniger fortgeschrittene marxistisch-leninistische Zirkel und Sammlungsbewegungen, von denen keine im Ansatz die Theorie und Praxis einer kommunistischen Partei hat. Wir müssen den Ernst dieser Lage erkennen, denn in der revolutionären Situation selbst ist es zum Aufbau der Partei zu spät … Ohne Programm kann es kein revolutionäres Statut und keine bewußte Disziplin geben. Die Frage der Einigung kann daher nur dadurch gelöst werden, dass im Prozess der Kritik und Selbstkritik, der ideologischen Auseinandersetzung, Klärung und Vereinheitlichung die verschiedenen Linien überprüft und verändert werden. In diesem Prozess muss entschieden werden, ob eine der bestehenden Organisationen zur Grundlage der kommunistischen Partei werden kann oder ob dazu der Aufbau einer neuen Organisation notwendig wird …

DER KLASSENKAMPF' soll der politischen Verbindung all der Kommunisten dienen, die organisiert oder noch unorganisiert ihre Gedanken zu den Fragen der revolutionären Theorie und des revolutionären Kampfes austauschen wollen. Unser Ziel ist, den engen Horizont der bestehenden Zirkel überwinden zu helfen und zum Aufbau eines theoretischen Zentrums beizutragen. Dieses theoretische Zentrum ist notwendig, um die lokalen Einzelerfahrungen zusammenzufassen und unzulässige Verallgemeinerungen örtlicher Besonderheiten zu verhindern. Wir werden uns in der überregionalen Arbeit bewusst zunächst auf die ideologische Auseinandersetzung, die theoretische Diskussion und den Erfahrungsaustausch beschränken …

Nach den Erfahrungen mit den drei Pseudo-Parteien der KPD/ML gehen wir organisatorisch einen Schritt zurück um weiter springen zu können.

'DER KLASSENKAMPF' hat folgendes Schwerpunkt-Programm beschlossen, um den Entwurf einer ideologisch-politischen Plattform auszuarbeiten:
1. Lehren aus der Entwicklung der marxistisch-leninistischen Bewegung in der BRD
Zur Einschätzung der antirevisionistischen Linken und der marxistisch-leninistischen Gruppen und Organisationen in der BRD
2. Der Revisionismus in der BRD, seine wirtschaftlichen, sozialen und geschichtlichen Quellen (geschichtlich der Sozialdemokratismus, heute vor allem KPD/DKP)
3. Beiträge zur Klassenanalyse der BRD (Wirtschaft, Politik, Ideologie, u. a. Sozialdemokratie, Faschismusfrage, Rolle des Staats, der deutsche Imperialismus
4. Die Frage der Reformen, wirtschaftlicher und politischer Kampf, wirtschaftliche und politische Arbeiterbewegung, die Gewerkschaftsfrage
5. Nationale Frage und proletarischer Internationalismus (US-Imperialismus, sowjetischer Sozialimperialismus, DDR-Frage, Bündnisfragen)
6: Diskussion über Fragen der Strategie und Taktik und der Organisation
7. Die Frage der ideologischen, politischen und organisatorischen Einigung der marxistisch-leninistischen Bewegung in der BRD.

'DER KLASSENKAMPF' fordert alle Marxisten-Leninisten, alle klassenbewussten Proletarier, alle fortschrittlichen Kräfte in der BRD auf, die Arbeit an diesen Aufgaben zu unterstützen vor allem durch Zusendung von Artikeln, Kritiken und Material und durch finanzielle Hilfe. 'DER KLASSENKAMPF' wird versuchen, sowohl seine politische Linie zu vertreten als auch ein Forum für die Hauptfragen der Arbeiterbewegung zu schaffen …"

Und zur Herausgabe der ersten Nummer heißt es: "Das erste Heft des 'KLASSENKAMPFES' ist deshalb den Fragen des allseitigen Parteiaufbaus gewidmet, weil hier gegenwärtig die Probleme der Theorie und Praxis der westdeutschen Kommunisten zusammenlaufen. Es behandelt deshalb die drei KPD/MLs, weil sich an ihnen die Hauptprobleme und Erfahrungen beispielhaft zeigen lassen. Es geht somit unabhängig von der relativ geringen Bedeutung der einzelnen Zirkel um die grundsätzliche Frage, was das Zirkelwesen und die Zerfahrenheit charakterisiert und wie dieser Zustand überwunden werden kann. Ein positives Ergebnis des Zirkelwesens ist, dass (obwohl die bisherigen Spaltungen organisatorisch an den Rand völliger Auflösung geführt haben) zugleich im ideologischen Kampf, die Linie des Aufbaus der proletarischen Partei in manchem geklärt worden ist, und dass, wenn auch zersplittert, kommunistische Revolutionäre begonnen haben, sich zu organisieren und sich im Proletariat zu verankern".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Warum diese Zeitschrift?"
- "Zum ersten Heft des KLASSENKAMPFES"
- "TEIL I: Der 'REVOLUTIONÄRE WEG' (RW) der KPD/ML, eine Sackgasse mehr"
- "Zur Vorgeschichte der Auseinandersetzung"
- "Auf den Kopf gestellte Organisation (u. a. ideologischer und organisatorischer Aufbau, die Theorie)"
- "Nachtrabpolitik und Anbetung des Idealarbeiters (u.a. spontanes und politisches Bewußtsein, proletarische und kleinbürgerliche Ideologie, Zusammensetzung der Arbeiterklasse)"
- "Hauptseite Empirismus, die Kehrseite der Medaille ist der Dogmatismus (u. a. Theorie und Praxis, Empirismus und Dogmatismus)"
- "Arbeiterpolitik auf dem Amtsschimmel. Die Vereiniger spalten (u. a. Proletarier und intellektuelle in der Organisation, die Intelligenz des Proletariats, der gesamtgesellschaftliche Klassenkampf)"
- "Patentrezepte oder Dialektik? (u. a. Kritik und Selbstkritik, die Vereinigung)"
- "Unsere Stellung zur Zentralkomitee(ZK)-Linie"
- "Unsere Stellung zur Zentralbüro(ZB)-Linie"
- "ANHANG"
- "Erklärung der MARXISTEN-LENINISTEN KÖLN (MLK)"
- "Zu unserer Selbstkritik"
- "Vorschlag an die Linke Kölns"
- "Anmerkungen zur Klassensituation Westdeutschlands"

Geworben wird für "Rote Romane": Hans Marchwitzas "Sturm auf Essen" und den Neudruck "Produktion Ruhrkampf".
Quelle: Marxisten-Leninisten Köln: Der Klassenkampf - Kommunistische Zeitschrift, Jg. 1, Nr. 1/2, Köln, Dezember 1970.

Februar 1971:
Vermutlich im Februar erscheint die Nr. 3 der Zeitschrift "Der Klassenkampf". Die Zeitung wird nun von der "Kommunistischen Initiative" (KI) Köln herausgegeben und trägt den Untertitel: "Forum des Kommunismus".

In der Vorbemerkung zur Herausgabe wird ausgeführt: "Recht und schlecht haben wir versucht, mit dem ersten Heft des 'KLASSENKAMPFES' die Vergangenheit (auch unsere eigene), die letzten beiden Jahre der Bewegung zu 'bewältigen' und aus dieser Entwicklung ein gewisses Fazit zu ziehen. Wir haben begonnen mit der Abgrenzung gegenüber denen, die aus dieser Vergangenheit noch keine oder falsche Konsequenzen gezogen haben, und mit dem Versuch, in einigen Punkten unsere Alternative aufzuzeigen. Auch uns geht wie ein Mühlrad LENINs alte Frage 'Was tun?' im Kopf herum. Wir haben kein fertiges Patentrezept. Wir sehen erst die Umrisse einer Lösung. Sicher, der simple Ausbau der bestehenden Organisationen verspricht eine bequeme Abkürzung der Kämpfe um die Schaffung der revolutionären Partei. Wenn da nicht die Wirklichkeit im Wege wäre, die triste Wirklichkeit der angeblichen Parteien und die rauhe Wirklichkeit der Klassengesellschaft, die den Allmachtsphantasien ein unsanftes Erwachen beschert, Die ABC-Waffen, die Computer, das ganze Arsenal der 'Meinungsbildung' in den Händen der Monopole: Wie sollen wir das alles mit Stimmungen und großsprecherischen Parolen, ohne nüchterne wissenschaftliche Analyse und ein wirklichkeitsgetreues Programm schachmatt setzen? Ganz zu Recht verhöhnt der intelligente Bourgeois F.J. Raddatz die DKP und ihre abgestandenen Phrasen, die aus alten KPD-Programmen und der Mottenkiste der KPdSU zusammengeklaubt sind …

Wir setzen darauf, dass sich in nächster Zeit in der ML-Bewegung ein Teil des im Schwindel der Gründerzeit und im fieberhaften Konkurrenzkampf aufgewirbelten Staubes legen wird, dass dann die wahren Differenzen ans Licht kommen und weniger Pappkameraden vorgeschoben werden. Schon deshalb werden wir erst in der nächsten Nummer wieder im einzelnen zu den marxistisch-leninistischen Richtungen Stellung nehmen. Man darf die Künstlichkeit vieler ihrer Theorien und Streifragen nicht aus dem Auge verlieren, die am grünen Tisch als Totgeburt zur Welt kamen oder einfach aus der Geschichte der Arbeiterbewegung zur literarischen Wiederauferstehung gebracht wurden … Wir wollen mit diesem Heft versuchen, unsere eigene Position schärfer abzuheben und zugleich erste Vorschläge zu einer Plattform zu machen , die von den revolutionären Kommunisten gemeinsam ausgearbeitet und als Grundlage des Zusammenschlusses eingesetzt werden muss …

Es kommt jetzt darauf an, mit der systematischen Erarbeitung eines umfassenden Programms, das eindeutige Handlungsanweisungen enthält, zu beginnen … Es müssen in den Programmfragen Schritt für Schritt klare Verhältnisse geschaffen werden. Gerade bei den meist als allgemein bekannt und gebilligt stillschweigend vorausgesetzten Grundsätzen gehören die Karten auf den Tisch. Das Beispiel Rußlands zwischen 1890 und 1895 zeigt, dass in der ersten Phase des Parteiaufbaus unbedingt die Prinzipien im Mittelpunkt stehen müssen, und dass die Opportunisten gerade davon abzulenken und das zu umgehen versuchen. Bei der zentralen Wichtigkeit der Kaderbildung in der jetzigen Phase müssen zugleich ständig die Grundzüge des Marxismus-Leninismus u. a. durch Originalzitate verdeutlicht werden, so dass die Zeitschrift auch die Schulungsarbeit unterstützen kann".

Zur Umbenennung der Zeitung heißt es: "Statt 'Kommunistische Zeitschrift' heißt der 'KLASSENKAMPF' jetzt 'FORUM DES KOMMUNISMUS'. Noch ist das eine Ankündigung, ein Wegzeichen. Aber wir wollen diesen Anspruch in die Tat umsetzen. Wir verstehen den 'KLASSENKAMPF' nicht als unsere Hauspostille. Er soll sowohl unsere eigene Position verbreiten, wie auch der Auseinandersetzung um die politische Linie, der Klärung von Grundfragen der gesamten Bewegung dienen … Als theoretische Zeitschrift kann der 'KLASSENKAMPF' nicht den Herren Kapitalisten die Faust ins Gesicht schlagen.

Das ist die Aufgabe einer politischen Massenzeitung. In der theoretischen Zeitschrift können wir nur eins: klären, wie und wohin wir zu schlagen haben. Allerdings muss in ihr, je mehr das Proletariat zum Handeln übergeht, auch immer mehr seine Praxis selbst zur Sprache kommen … Die Linie des Aufbaus der kommunistischen Partei ist in den Grundzügen klar. Es gibt für die junge marxistisch-leninistische Bewegung keinen ernsthaften Grund zur Selbstaufgabe. Was wir heute gleichzeitig tun können ist:
- den ideologischen Aufbau ( zunächst im örtlichen bzw. regionalen Maßstab) in der Einheit von Theorie und Praxis vorantreiben, die Organisationsform nach und nach festlegen, die Disziplin festigen und die Initiative fordern
- Kader heranbilden und zur Massenarbeit übergehen (eigene Agitation und
Propaganda, ebenso wie Arbeit in den Massenorganisationen des Proletariats, besonders in den Gewerkschaften)
- den Kampf um eine politische Plattform aufnehmen, die alle wirklich revolutionären Elemente vereinigen kann, die die allgemeinen Richtlinien der Politik enthält und die die Grundlage des späteren Parteiprogramms darstellt
- einen qualifizierten Kern von Genossen zu schaffen, die durch ideologische Überzeugungsarbeit führen, die ein theoretisches Organ und eine politische Massenzeitung herausgeben und die die Schaffung einer demokratisch-zentralistischen Organisation vorbereiten, welche den Aufbau der kommunistischen Partei leitet".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Zu diesem Heft"
- "Die Klasse, ihre Bewegung, ihre Linie"
- "Die Partei aufbauen"
- "Die Voraussetzungen des Parteiaufbaus"
- "Mao Tsetung: Über den Parteiaufbau"
- "Die Organisation als Waffe"
- "Mao Tsetung - Ideen und Parteiaufbau"
- "1. Der ideologische Aufbau"
- "2. Ideologie und Klassenstandpunkt"

Aufgerufen wird zum Arbeitsseminar der KI vom 29.-30.5.1971 zum Thema: "Zirkelwesen und Parteiaufbau". Themen sollen sein:
"I. Grundzüge des Imperialismus. Imperialismus und Organisationsfrage. Die Organisationsfrage im Leninismus. Der Maximalprofit-Imperialismus, der proletarische Internationalismus und die Notwendigkeit einer neuen kommunistischen Partei. Klassenanalyse und Programm.
II. Der deutsche Imperialismus, die Hauptaufgaben des Kommunismus in Deutschland.
III. Entwicklung und gegenwärtige Situation der marxistisch-leninistischen Bewegung in der BRD. Zirkelwesen und Parteigründungen.
IV. Geschichtliche Beispiele der Überwindung des Zirkelwesens.
V. Die nächsten Aufgaben der westdeutschen Marxisten-Leninisten".
Q: Kommunistische Initiative Köln: Der Klassenkampf - Forum des Kommunismus, Jg. 2, Nr. 3, Köln, (Februar 1971).

Oktober 1971:
Vermutlich Ende Oktober (nach der Konferenz zur MTR 1971, Anfang Oktober in Hamburg), spätestens aber im November erscheint die Nr. 4/5/6 der Zeitung: "Der Klassenkampf - Forum des Kommunismus", hg. Von der KI Köln.

In der Vorbemerkung zur Ausgabe wird u. a. erklärt: "Wir sehen uns gegenwärtig nicht als einen führenden Zirkel, als Steuermänner der jungen marxistisch-leninistischen Bewegung. Wir stellen allerdings an uns selbst den Anspruch, einem führenden Zirkel soweit wie eben möglich nahezukommen … Unser Ziel ist es daher nicht, durch tolle Projektmacherei die notwendige Initiative der kleinen Schritte auszulöschen, im Gegenteil, unser erklärtes Ziel ist es, uns zur Erreichung unseres gemeinsamen Endzieles zu vereinheitlichen und damit enger
zusammenzuschließen, Das neugebildete Redaktionskollektiv des 'Klassenkampf', ein erstes Ergebnis unserer Diskussion, wird im nächsten Heft der Niederschlag der Diskussion um politische Linie, Aktionsprogramm und organisatorische Prinzipien der Gruppenarbeit auf breiter Basis darstellen".

Zur Umbenennung zur KI heißt es in einer "Erklärung": "Die Gruppe MARXISTEN-LENINISTEN KÖLN hat sich als 'KOMMUNISTISCHE INITIATIVE' (KI) konstituiert. Dieser Schritt wurde ohne Abspaltungen oder Austritte vollzogen. Der Name wurde geändert, um deutlich zu machen, dass wir in der Entwicklung konkreter Initiativen, besonders zur Überwindung des Zirkelwesens, unsere Aufgabe sehen, davon ausgehend den Charakter unserer Organisation bestimmt haben und daher uns der Vorläufigkeit und Begrenztheit unserer jetzigen Organisationsform bewusst sind um unser allgemeinstes Programm, den Kommunismus, herauszustellen und das Mißverständnis zu vermeiden, unsere Linie sei die Verteidigung des Buchstabens in den Werken von Marx und Lenin oder wir seien mit den verschiedenen ML-Gruppen organisatorisch und durch ein gemeinsames Programm verbunden, um den Eindruck einer Art Alleinvertretungsanspruch für die Marxisten-Leninisten Kölns zu vermeiden".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Vorbemerkung"
- "Einheit der Revolutionäre das Gebot der Stunde"
- "Eine Zeitschrift aller Kommunisten"
- "Ein theoretisches Organ, eine zentrale politische Zeitung"
- "Ein erster Schritt. Die Aktionseinheit kommunistischer Gruppen in der Metalltarifrunde"
- "Zu unserer Kritik an der Präambel"
- "Strategie und Taktik der Bourgeoisie"
- "Der Reformismus am Ende?"
- "Die Feinde und Aufgaben der Kommunisten"
- "Zu den Positionen der Plattform. Weder Nachtrab noch Utopismus"
- "Lohnpolitik und Einigung des Proletariats"
- "Defensive und Offensive"
- "Dokumentation: Die Aktionseinheit zur Metalltarifrunde"
- "Die politischen Parteien in Deutschland"
- "Bewegung und Linie"
- "Theorie und Praxis"
- "Die nationale Frage in Deutschland"
- "Die ersten Toten"
- "Lenin über Terror und Terrorismus"
- "Intelligenz & Sozialismus. Teil I.
- "Vom Freikorps zum Sozialliberalismus"
- "Vor den Toren des Sozialismus"
- "Träumereien der Hochschulrevolte, Wirklichkeit des Kommunismus"
- "Instrument von Proletariat & Partei"
- "Klassenanalyse. Einige Ansätze"
- "Die Krise des Reformismus"
- "Die Mitbestimmung und die Wegbereiter des Faschismus"

In "Einheit der Revolutionäre. Das Gebot der Stunde" wird zu einer gemeinsamen Zeitung wie folgt Stellung bezogen: "Eine tatsächliche Verbindung würde schon allein durch die Verbreitung der Zeitung aufgenommen werden … Jetzt sind Verbindungen zwischen den Städten zu revolutionären Zwecken größte Seltenheit und jedenfalls eine Ausnahme; dann aber würden diese Verbindungen zur Regel werden, sie würden natürlich nicht nur die Verbreitung der Zeitung, sondern auch, (was viel wichtiger ist) den Austausch der Erfahrungen, des Materials, der Kräfte und Mittel sichern … Um diesen Weg einzuschlagen, um diesem naher zu kommen, schlägt die Kommunistische Initiative allen marxistisch-leninistischen Gruppen und Organisationen, allen noch unorganisierten Genossen vor:
1. Die Schaffung einer für jede marxistisch-leninistische Richtung OFFENEN KOMMUNISTISCHEN ZEITSCHRIFT
2. Die Schaffung einer THEORETISCHEN ZEITSCHRIFT und einer ZENTRALEN MASSENZEITUNG durch all die Zirkel, die hinsichtlich der Linie zur Überwindung des Zirkelwesens im wesentlichen übereinstimmen
3. Konkrete Vereinbarungen über ein GEMEINSAMES VORGEHEN in den Kämpfen der Arbeiterklasse und des Volkes, über Arbeitsteilung und Koordinierung bei der Entwicklung des Programms und der Propagandaarbeit, über gemeinsame Beschaffung technischer Voraussetzungen,
4. Die Schaffung einer Art 'GESELLSCHAFT FÜR VÖLKERFREUNDSCHAFT', deren Ziel die Propagierung des Weges der sozialistischen Länder, die Solidarität im Sinne des proletarischen Internationalismus und die Zusammenführung der fortschrittlichen Kräfte ist
5. Der Aufbau eines gemeinsamen VERLAGS, einer gemeinsamen Produktion von Agitbroschüren, Filmen usw."
Q: Kommunistische Initiative Köln: Der Klassenkampf - Forum des Kommunismus, Jg. 2, Nr. 4/5/6, Köln, (Oktober/November 1971).

Juli 1972:
Vermutlich im Juli oder August erscheint die Nr. 7/8 der Zeitung: "Der Klassenkampf - Forum des Kommunismus".

In der Vorbemerkung heißt es u. a.: "Im Mittelpunkt dieses Heftes steht die Auseinandersetzung mit der ehemaligen KPD/AO, der jetzigen KPD. Falls die KPD je als eine Alternative erscheinen konnte, heute ist sie es auf keinen Fall mehr. Die KPD ist eine der Sumpfblüten des Zirkelwesens, sie hat dessen typische Gebrechen. Und sie erhebt sie jetzt zum System. Wir halten die entschlossene und unzweideutige Bekämpfung dieser Organisation deshalb für unumgänglich …"

Zum 1. Mai in Köln heißt es: "Zum 1. Mai gelang es der Kommunistischen Gruppe Köln (KGK, früher SDS) und der K.I. auf der Grundlage eines gemeinsamen Aktionsprogramms … eine Aktionseinheit zu bilden. Das von beiden Gruppen gemeinsam ausgearbeitete Aktionsprogramm, zwei Offene Briefe, Flugblätter und eine Maizeitung, wurden in etwa 20 Kölner Betrieben, in Berufsschulen und Stadtteilen verbreitet. 300 Kollegen und Genossen demonstrierten als geschlossener Block oppositioneller Gewerkschafter unter den Parolen des Sozialistischen Maikomitees innerhalb der DGB-Demonstration, die mit Abstand die größte nach 1945 war. Die Arbeiterzeitung der K.I., 'INITIATIVE', (früher 'Kommunistische Zeitung Köln') wird monatlich in verschiedenen Kölner Betrieben verbreitet, außerdem erscheint die 'Rote Fordarbeiter-Zeitung' wieder.

Leider sabotiert inzwischen die KG Köln mit einigen Vorwänden die solidarische Diskussion und Zusammenarbeit. Die Behauptung der KGK, die Gegensätze zwischen unseren beiden Gruppen wären zu groß um kontinuierlich zusammenzuarbeiten, ist mehr als fragwürdig: Zur Begründung gibt die KGK ihren Standpunkt in der Frage der Faschisierung an. Angeblich kann von einer Faschisierung heute in der BRD keine Rede sein, da es angeblich keine reaktionäre Massenbasis gibt. Als weitere Begründung dient der haltlose Standpunkt der KGK in der Klassenanalyse. Nachdem man früher die Arbeiterklasse maßlos in Richtung Intelligenz ausgedehnt hatte, verfällt man jetzt in den entgegengesetzten Fehler: Per Definition sollen jetzt nur noch die produktiven Arbeiter (Industrie- und Transportarbeiter) zur Arbeiterklasse gehören, womit man die ganze Sache durch ihren Kern ersetzt. Unserer Einschätzung nach verhindern diese Differenzen durchaus nicht die kontinuierliche Zusammenarbeit. Leider zeigt die Haltung der KGK, dass bestimmte Fehler der SDS-Zeit immer noch nicht überwunden worden sind …"

Artikel der Ausgabe sind:
- "Vorwort"
- "Die KPD: Eineinhalb Vorhut oder Sekte"
- "Selbstkritik oder Legenden?"
- "Dritte Welt und Dritter Weg"
- "Die Angriffe der KG Köln auf die Kommunistische Initiative sind haltlos!"
- "Die absolute Partei"
- "Das Programm"
- "Märchen über den Revisionismus"
- "Die deutsche Frage"
- "Aktionsprogramm zum 1. Mai"
- "Schwierigkeiten mit Sektengrößen.

Geworben wird für die Broschüre des KB: "Wem nützen die Bomben bei Springer?", für den "Arbeiterkampf", für den "Klassenkampf" 4/5/6, für die Broschüre des AStA der Uni Mainz: "Dokumentation: Spitzel im Betrieb und in der Universität".
Q: Kommunistische Initiative Köln: Der Klassenkampf - Forum des Kommunismus, Jg. 3, Nr. 7/8, Köln, (Juli/August 1972).

Letzte Änderung: 05.04.2019