Rebell - Organ des KAB(ML) und der RJ(ML), Jg. 3, Nr. 21/22, Mai / Juni 1970

Juni 1970:
Vermutlich im Juni erscheint die Nr. 21/22 des 'Rebell' (vgl. Apr. 1970, Sept. 1970) des KAB/ML und der RJ/ML für Mai und Juni mit dem Leitartikel "Steuerpolitik im Dienste des Imperialismus".

Es wird bekanntgegeben:"
Ab nächsten Monat wird unsere marxistisch-leninistische Monatszeitschrift im neuen Gewand und mit einer revolutionären Zielsetzung erscheinen. Der neue Name: Rote Fahne und das Programm: Einhit aller wahren Marxisten-Leninisten wird der Redaktion eine besondere Verpflichtung sein, noch größere propagandistische Anstrengungen im Sinne der proletarischen Ideologie, der kommunistischen Politik und der marxistisch-leninistischen Bewegung zu unternehmen. Neben der Roten Fahne werden wir eine Zeitung für Lehrlinge, Jungarbeiter und andere fortschrittliche Jugendliche herausgeben, die wir bald allen Lesern und Genossen vorstellen wollen."

Weitere Artikel sind:
- "IG Bergbau gibt klein bei" zu den Preisen der RAG für Hausbrandkoks;
- "Zur wirtschaftlichen Konzentration heute";
- "Der US-Imperialismus schaufelt sich sein eigenes Grab" zu Kambodscha;
- "Machtvolle Demonstrationen gegen die US-Aggression in Kambodscha" wurden von KAB/ML und RJ/ML in Stuttgart, Ulm und Mannheim durchgeführt, durch die ML Studenten in Tübingen ebenfalls;
- "Kosmotechnischer Sieg Chinas. Erklärung des KAB(ML) zum Satellitenstart" (vgl. 24.4.1970);
- "Ökonomische Aufgaben einer kommunistischen Jugendorganisation" zu den Aktionen gegen das Berufsbildungsgesetz (BBiG), die von einigen Ortsgruppen der RJ (ML) durchgeführt worden seien; sowie
- "Ein großes Volk, mutig, arbeitsam und intelligent - Zum 1. Mai, dem internationalen Tag der Arbeit", der aus der 'Peking Rundschau' (PR) übernommene Leitartikel der 'Remnin Ribao' vom 1.5.1970.

Es erscheint auch der Artikel "1. Mai 1970: Ein grosser Schritt vorwärts!" wozu es heißt:"
In und vor zahlreichen Fabriken, auf der Strasse, in den Wohnvierteln fast aller größeren Städte Baden-Württembergs und Südhessens wurde der 1. Mai-Aufruf des Kommunistischen Arbeiterbundes zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse verbreitet."
Berichte kommen vom 1. Mai aus Stuttgart, Schwäbisch Gmünd, Schweinfurt, Darmstadt, Mannheim und aus Frankreich.

In "Seltsame Mitherausgeber" heißt es:"
Im Vietnam-Kambodscha Info der sogenannten marxistisch-leninistischen Schülergruppe Freiburg werden die Freiburger Genossen aufgefordert, den REBELL und den ROTEN PFEIL zu lesen. Soweit, so gut. Ein bißchen des Guten zuviel tun diese Leute aber, wenn sie behaupten, beide Zeitschriften seien 'mitherausgegeben von der PGI Freiburg'. Die PGI hat nie etwas mit den beiden marxistisch-leninistischen Zeitschriften wie überhaupt mit dem Marxismus-Leninismus zu tun gehabt.

Vor einiger Zeit hat die PGI noch krampfhaft versucht, sich über die Marxisten-Leninisten und über den REBELL lustig zu machen. Inzwischen, das Lachen ist ihnen vergangen, hat die um einige Trotzkisten / Castristen gescharte Projektgruppe Internationalismus ihren einst offenen Antileninismus kaschiert und bemüht sich, auf den marxistisch-leninistischen Zug umzusteigen. Die Trotzkisten / Castristen der PGI und der FRID können gewärtig sein, daß ihr Wägelchen mit sämtlicher konterrevolutionärer Fracht abgehängt wird."

Die KPD/ML-ZK wird in "Vorwärts zum Sieg der proletarischen Linie!" ein wenig über ihre Geschichte belehrt. Die Behauptung des 'Roten Morgens' im September 1968 von den 21 Städten mit ML Gruppen sei falsch gewesen:"
Es gab kaum 10 Gruppen, die eine längerfristige Arbeit leisteten. Nur wenige Gruppen verfügten über qualifizierte Kader. Keine einzige Gruppe arbeitete jedoch nach festen Kaderprinzipien."

Die Gruppe Roter Morgen Hamburg habe Ende September 1968 gesagt:"
… die auf den 'Roten Morgen' orientierten Gruppen sind weder ideologisch noch organisatorisch in der Lage, eine Partei zu gründen."
Anfang Oktober 1968 habe auch die Gruppe Roter Morgen Mannheim erklärt:"
Ausgehend von unserer Situation in Mannheim können wir die Wiedergründung der KPD nicht befürworten."

Die ML Tübingen hätten sich dem angeschlossen. So sei aus den süddeutschen ML die RJ/ML entstanden.

Die KPD/ML habe damals gegenüber der bürgerlichen Presse von schon mehr als 1 000 Mitgliedern geredet, als es eben 40 gewesen seien.

Ezra Gerhard sei ein Anhänger der trotzkistischen Unione dei Marxisti/Leninisti Italiani (UdMLI). In der Führung von Partei und Roter Garde (RG) in Berlin säßen ja auch Leute von der KJO Spartacus, das passe gut zusammen. Die befreundete KPD/ML-RW sei zumeist in NRW beheimatet.

Die OG Würzburg der KPD/ML-ZK (vgl. Sept. 1970) berichtet, "da wird gesagt, ohne Kader-Basis könne man nicht die proletarische Partei gründen (Rebell 21/22)." Weiter heißt es über diese Nummer:"
Da die 'K''A'B-Clique die Praxis überbetont und die Theorie, bzw. den aktiven ideologischen Kampf vernachlässigt, gelangt sie zu opportunistischen Einschätzungen und einer entsprechenden Praxis. Sie reduziert - wie oben beschrieben - die Rolle der Partei auf reine Koordinationsaufgaben, konkretisiert nicht die Kampfaufgaben der Partei (das sind politische und ideologische Aufgaben) auf das Stadium des Aufbaus; deshalb verfällt sie dem Ökonomismus und der 'Nur-Gewerkschaftlerei'. Eine Fundgrube dafür ist ihr programmatischer Artikel 'Ökonomische Aufgaben einer kommunistischen Jugendorganisation.' (Rebell 21/22)

Angeblich hätten wir nur dann Erfolg, wenn wir den wirtschaftlichen Kampf der Lehrlinge führen, um dann erst die Lehrlinge für den politischen Kampf gewinnen zu können. es gälte 'die Arbeiterjugend auf dem Gebiet ihrer wirtschaftlichen Interessen zugleich (!) für den Befreiungskampf des Proletariats zu gewinnen.'"
Q: KPD/ML-ZK-OG Würzburg:Rote Front Nr. 6, Würzburg Sept. 1970, S.3 und 5; Rebell Nr. 21/22, Tübingen Mai / Juni 1970

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