Rebell - Zentralorgan der Revolutionären Jugend (ML), Jg. 3, Nr. 26, Dez. 1970

Oktober 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem Oktober:"
LEHRMITTELFREIHEIT DURCHSETZEN

ULM

Nach Paragraph 6 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG, d.Vf.) ist dem 'Auszubildenden' Lehrmittelfreiheit zu gewähren.

Doch eine böse Überraschung mußten die Lehrlinge an der Berufsschule I erfahren, als sie das erste Mal die Schule besuchten.

Der Klassenlehrer machte ihnen klar, daß zwar Bücher vorhanden seien, diese aber zu alt, verbraucht und zerschlissen seien, die Berufsschule aber auch kein Geld hätte, die Schüler mit Büchern zu versorgen. Aus diesem Grund müßten die Lehrlinge die Kosten der Bücher und sonstigen Berufsausbildungsmittel (Bleistifte, Papier usw.) selbst tragen. So wurde dann eine Rechnung aufgestellt, die mit einer Summe von 68, 50 DM (nach Abzug des zehnprozentigen Rabattes für Sammelbestellung) endete.

Der Monatslohn der Lehrlinge liegt zwischen 140 und 150 DM. Hiervon gehen für viele Abgaben zu Hause weg (aufgrund der steigenden Preise und Mieten der Eltern), Fahrkarte und ab und zu ein Mittagessen. Was hier noch übrig bleibt, ist nicht viel.

Doch untersuchen wir doch einmal den Grund, warum uns in einem solchen Staat nichts geschenkt wird. Ganz einfach! Dieser Staat vertritt nicht uns, die wir durch unsere Arbeitskraft tagaus tagein die riesigen Werte schaffen. Sondern dieser Staat vertritt die Interessen derer, die uns täglich ausbeuten. Deshalb hat der Staat kein Interesse daran, daß die Lehrlinge die Möglichkeit besitzen, sich ohne finanzielle Belastung weiterzubilden, sondern nur an solchen, die jeden Tag an ihrer Maschine stehen und Profite schaffen. Damit es einige Wenige an sich raffen können und es in Saus und Braus verprassen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.3

29.10.1970:
Die RJ/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet zentral:"
NPD-VERSAMMLUNG VERHINDERT

WALLDORF-MÖRFELDEN

Die neofaschistische NPD hatte am 29.10.1970 geplant, in einer Wahlversammlung aufzutreten.

Daraufhin ergriff die RJ/ML die Initiative. In Flugblättern, die in Walldorf-Mörfelden verteilt wurden, rief sie zu einer antifaschistischen Demonstration auf. In ihrem Flugblatt heißt es: 'Solange der Kapitalismus besteht, existiert die Gefahr einer erneuten faschistischen Diktatur… Wir müssen deshalb unseren Ausbeutern und Unterdrückern einen großen Strich durch die Rechnung machen.' Bekämpfen wir die faschistischen Handlanger des Kapitals.!

Vor dem Versammlungslokal bildeten die Mitglieder und Sympathisanten der RJ/ML eine Kette, um die Versammlung zu verhindern. Durch Transparente wie 'Für eine demokratische Einheitsfront aller Werktätigen gegen die Faschisten', durch Sprechchöre und Aufrufe über Megaphon wurden die Anwesenden aufgefordert, sich in eine Front gegen die neofaschistische NPD zu stellen. Im Laufe der Kundgebung schloßen sich ungefähr 200 Arbeiter, Angestellte und andere fortschrittliche Bürger dem Aufruf der RJ/ML an.

Die Polizei hatte inzwischen aus der Umgebung Verstärkung herbeigeholt. Nach der Aufforderung an die Demonstranten, die versammlung aufzulösen, ging die Polizei massiv mit Hunden gegen den Einheitsblock vor. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Nach kurzer Zeit aber zog sich die Polizei zurück. Sie hatte erkannt, daß kein Grund bestand, die Faschisten zu unterstützen. Die erfolgreiche Demonstration endete mit den Schlußworten eines Sprechers der RJ/ML: Nie wieder Faschisten in Walldorf!"
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.4

31.10.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
AKTION WIDERSTAND - STURMABTEILUNG DER FASCHISTEN
ULTRARECHTE UND FASCHISTISCHE ELEMENTE ARBEITEN HAND IN HAND

Am 31.10.1970 fand in Würzburg die Gründungsversammlung der Aktion Widerstand statt. In der Aktion Widerstand haben sich unter Führung der NPD und NLA verschiedene rechtsradikale Gruppen zusammengeschlossen. Auf einem Flugblatt riefen sie auf 'zur großen überparteilichen Kundgebung des deutschen Widerstands gegen die Politik des Ausverkaufs und der Unterwerfung wie gegen die schleichende marxistische Revolution in unserem öffentlichen Leben.' In der Aktion Widerstand haben sich die rechtsradikalen Gruppen (von denen es in der BRD ungefähr 90 gibt mit mehr als 38 000 Mitgliedern) zusammengeschlossen.

WAS STECKT DAHINTER

Ein Punkt, gegen den sich die Aktion Widerstand richtet, ist die von der SPD/FDP-Regierung betriebene Ostpolitik. Die SPD/FDP-Regierung wird gestützt von dem Kreis der Kapitalisten, für die die imperialistische Ostpolitik der SPD/FDP-Regierung eine Erweiterung ihres Marktes, zusätzliche Profite und damit auf sog. friedlichem Wege eine Expansion des westdeutschen Kapitals in die betroffenen Länder des Ostblocks bedeutet. Wendet sich die Aktion Widerstand gegen diese Politik, so wendet sie sich nicht gegen die Kapitalisten, die die Ostpolitik der SPD/FDP-Regierung stützen, sondern gegen die Art und Weise der Expansion. Hinter der Aktion Widerstand stehen die reaktionärsten Kreise der Kapitalisten, fast die gesamte Rüstungsindustrie, die auf militärischem Wege den Osten erst erobern wollen, um hernach ihn wirtschaftlich auszubeuten. Zu diesen Rüstungsmonopolen gehören u.a.: die bayrischen Betriebe des Siemenskonzerns, die die elektronischen Ausrüstungen für die NATO und die Bundeswehr zu produzieren; die Messerschmitt-Bölkow GmbH, die im Raketenbau und im Bau von Kampfflugzeugen eine führende Stellung hat; die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), die die Kraftfahrzeuge für die Bundeswehr herstellt; die Krauss-Maffei A.G. München, die zum Flickkonzern gehört und den NATO-Standard-Panzer 'Leopard' baut. In der Aktion Widerstand vereinigen sich insbesondere die Landsmannschaften, Mitglieder der Vertriebenenverbände, nationale Grüppchen vom 'Stahlhelm', 'Jugendverband Adler', 'Aktion Oder-Neiße' (AKON, d.Vf.), bis zur 'Gemeinschaft ostdeutscher Grundeigentümer', sowie die 'Jungen Nationaldemokraten' (JN, d.Vf.) und der 'Arbeitskreis volkstreuer Verbände' (AVV). Ihre revanchistische Politik wird angeheizt und finanziert von dem ultrarechten Block um Strauß und der hinter ihm stehenden Kapitalisten.

FASCHISTISCHER AUFMARSCH IN WÜRZBURG

Im Anschluß an die Gründungsversammlung in Würzburg formierten sich etwa 1 000 Teilnehmer der Aktion Widerstand zu einem Fackelzug. Die straffe militärische Organisation und die paramilitärischen Uniformen erinnerten an die Marschkolonnen der SA. Bruno Friedrich, der Vorsitzende des SPD-Bezirks Franken, meinte: Für ihn steht fest, daß die Aktion Widerstand die Sturmabteilung (SA) der NPD sei. Auch in ihren Hetzparolen - besonders gegen die Kommunisten - standen die Neofaschisten der Aktion Widerstand den antikommunistischen Parolen der NSDAP in nichts nach:
'Willy Brandt an die Wand'
'Macht den Volksverrätern Dampf - nationaler Freiheitskampf'
'Deutschland - wir kommen'
'Haut den Roten auf die Pfoten'

Der offenen Aufruf zum Mord und Terror kennzeichnet die Faschisten seit je. Die Demagogie, Kommunisten-Hetze und Lügentiraden sind stets ihre Mittel gewesen."

Berichtet wird aus Berlin vom Attentat auf den sowjetischen Wachposten (vgl. 7.11.1970) und fortgefahren:"
AKTION WIDERSTAND - STOSSTRUPP DER ULTRARECHTEN

Die Faschistenbande, die sich in Würzburg zur Aktion Widerstand zusammengeschlossen hat, stellt jedoch nur den Stoßtrupp für den ultrarechten Block um Strauß (FJS, d.Vf.) und Zoglmann. CSU und NLA, in denen sich ultrarechte Kräfte sammeln um den Faschismus vorzubereiten, nehmen der Aktion Widerstand gegenüber eine abwartende Haltung ein. Für sie ist die Aktion Widerstand ein Experiment, das zeigen soll, wie weit die faschistischen Kräfte in der BRD offen auftreten können. Die NLA verfügt inzwischen über Landesverbände in Nordrhein-Westfalen (NRW, d.Vf.), Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Noch in diesem Jahr will sie eine Bundespartei gründen. Damit erfüllt sich der langgehegte Lieblingsplan von Strauß, nach einer Partei der Ultrarechten. Diese Partei wird dann von den Kapitalisten in den Regierungssattel gehoben werden, wenn die SPD/FDP-Regierung die Interessen und Profite des Monopolkapitals nicht mehr sichern kann, wenn die Arbeiterklasse nicht mehr in Schach zu halten ist. Dann werden die Kapitalisten eine Partei des offenen Terrors zu Hilfe nehmen, die die Arbeiterklasse und alle fortschrittlichen Menschen mit faschistischen Methoden unterdrückt.

WIE KÖNNEN WIR UNS DAGEGEN WEHREN?

Wie wir gesehen haben, steht hinter den faschistischen und ultrarechten Gruppierungen eine andere Clique von Kapitalisten als hinter der SPD/FDP-Regierung. Die von Strauß, Zoglmann u.a. vorbereitete Partei wird dann zur Hilfe gerufen, wenn die Profite der Kapitalisten durch die sozialreaktionäre Brandt/Scheel-Regierung nicht mehr gesichert sind. Wir dürfen uns nicht verwirren lassen.

Der wirkliche Feind ist stets das Monopolkapital, das - um seine Märkte zu erweitern und seine Profite zu sichern, - sich der Parteien bedient, und vor einem faschistischen Terrorsystem ebenso wenig zurückschreckt wie vor einem imperialistischen Krieg. Dagegen kann es nur eines geben: den breiten Kampf der Arbeiter und Werktätigen und ihrer Verbündeten. Dieser Kampf muß die Überwindung des kapitalistischen Ausbeutungs- und Unterdrückungssystems zum Ziele haben. Nur so kann die faschistische Gefahr wirksam beseitigt werden. Eine antikapitalistische und antiimperialistische Einheitsfront, in der Kommunisten und alle demokratischen Kräfte in unserem Volke zusammenkämpfen, muß unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Partei den Kampf aufnehmen.

WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE ARBEITERJUGEND?

De jungen Arbeiter und Lehrlinge haben durch die Altersstaffelung bei der Bezahlung, durch ein reaktionäres BBiG in besonderer Weise unter der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung zu leiden. Sie leisten in der Produktion die volle Arbeit ohne den entsprechenden Lohn zu erhalten.

Die Arbeiterjugend ist daher in einer besonders schlechten Stellung im kapitalistischen System. Wie Herr Michael Rauh, Vorstandsmitglied der NPD und Mitbegründer der Aktion Widerstand bei einer Tübinger Kundgebung behauptete, seien in Würzburg Lehrlinge und Jungarbeiter vertreten gewesen. Bei ihnen würde die NPD großen Anklang finden. Daher wolle sie verstärkt unter Lehrlingen und Jungarbeitern arbeiten. Wir aber lassen uns durch Lügen und demagogische Versprechungen nicht beirren, denn wir wissen, daß diese Handlanger der Kapitalisten nur unsere Interessen verraten. Der Hauptfeind der Arbeiterjugend wie der ganzen Arbeiterklasse ist der Kapitalismus. Gegen können wir uns nur zur Wehr setzen, wenn wir uns in einer kommunistischen Organisation zusammenschließen und den Kampf um unsere politischen und wirtschaftlichen Interessen selbst in die Hand nehmen. Wenn wir als Teil der gesamten Arbeiterklasse für die Beseitigung der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung, für die revolutionäre Umformung der Gesellschaft mit dem Ziel der proletarischen Demokratie kämpfen.

Nur ein solcher Kampf der Arbeiterjugend und der ganzen Arbeiterklasse unter der Führung der zu schaffenden kommunistischen Partei kann auch den drohenden Griff des Monopolkapitals zum Faschismus und offenen Terror verhindern. Deshalb: Schließen wir uns in der RJ/ML zusammen! Helfen wir mit beim Aufbau der Kommunistischen Partei!"
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.1f

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem November aus Großbritannien:"
MÜLLARBEITERSTREIK

Seit 1926 gab es in England nicht mehr so viele Streiks wie in diesem Jahr. Bei ihren Lohnforderungen lassen sich die Arbeiter nicht mehr mit wenigen Pfennigen abspeisen.

Nach sechs Wochen Streik haben die britischen Müllarbeiter ihr Ziel fast erreicht: Statt der geforderten 55 Schilling pro Woche erkämpften sie sich 50 Schilling mehr Lohn; die kommunalen Verwaltungen hatten ihnen 25 Schilling angeboten. Trotz der unangenehmen Folgen dieses Streiks (sechs Wochen lang keine Müllabfuhr) haben große Teile der englischen Bevölkerung diese berechtigten Forderungen unterstützt. Für Streikbrecher, die ihren Abfall von privaten Unternehmern abfahren ließen, haben die Müllarbeiter schwarze Listen angelegt: bei ihnen wird für unbestimmte Zeit kein Müllwagen halten."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.10

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich u.a. aus dem November:"
STREIKWELLE IN ITALIEN

In Italien vergeht kein Tag, an dem die Arbeiter nicht streiken. Mit Unterstützung der Gewerkschaften sind sie dazu übergegangen, etappenweise zu streiken.

In der kautschukverarbeitenden Industrie folgten einem gemeinsamen vierstündigen Streik je Schicht zweistündige Arbeitsniederlegungen; auf den sich anschließenden Versammlungen wurden ein 24stündiger Ausstand auf Landesebene sowie mehrere Protestdemonstrationen beschlossen. Gefordert werden: höherer Lohn, die 40-Stunden-Woche, die Verlängerung des Urlaubs, höhere Entlohnung der Nachtarbeit, Anerkennung der Gewerkschaftsrechte in den Betrieben, Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten bei Erkrankungen und Unfällen.

Auch bei Alfa Romeo halten die kurzfristigen Streiks unvermindert an. Seit Wochen legen die Arbeiter täglich für einige Stunden die Arbeit nieder, ebenso im größten Privatunternehmen der italienischen Stahlindustrie, den Falck-Werken."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.10

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem November:"
EINHEIT FÜHRT ZUM ERFOLG
KIRCHHEIM

Einen weiteren Erfolg können die Lehrlinge der Fa. Müller und die RJ-Nürtingen/Kirchheim melden. Nachdem eine Erhöhug der Lehrlingsvergütung zwischen 45 und 75 DM durchgesetzt war, enthüllte die RJ auf einem Flugblatt weitere Beispiele der Profitgier des Unternehmers und der Ausbeutung der Lehrlinge. Die Lehrlinge mußten unbezahlt länger als acht Stunden und dauernd in der Produktion arbeiten. Ein Ausbildungsplan existierte nicht. Sogar Jugendliche unter 16 mußten Akkordarbeit leisten. Dazu kommt noch, daß es keinen Betriebsrat gibt, geschweige denn eine Jugendvertretung.

Die Flugblattaktion fand bei der Belegschaft Widerhall. Unternehmer und Betriebsleitung bekamen es mit der Angst zu tun. Um im Betrieb wieder 'Ruhe' zu schaffen, sahen sie nur eine Möglichkeit: Die Akkordarbeit für Jugendliche wurde sofort eingestellt.

Das war aber nur ein Zugeständnis, das die gärende Stimmung im Betrieb nicht beseitigte. Auf einer von der RJ organisierten Versammlung erklärten sich mehrere Kollegen bereit, eine Betriebsratswahl (BRW, d.Vf.) vorzubereiten. Als der Unternehmer vom Ergebnis dieser gemeinsamen Besprechung erfuhr, versuchte er, Arbeiter und Lehrlinge einzuschüchtern, indem er einem Lehrling die Kündigung aussprach. Durch entschlossenes Auftreten konnte der Lehrling in letzter Minute die Kündigung rückgängig machen. Der Kapitalist sah jetzt, daß er der geschlossenen Front der Arbeiter und Lehrlinge nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Die Folge war: Die unbezahlte Arbeit wurde gestrichen. Lehrlinge müssen in einem bestimmten Produktionsabschnitt nie mehr länger als einen Tag arbeiten. D.h.: Wochenlanger Arbeit der Lehrlinge in der Produktion wurde ein Ende gemacht. Ein Ausbildungsplan wurde aufgestellt. Nur durch die Einheit von Arbeitern und Lehrlinge konnten diese Erfolge erkämpft werden."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.3

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem November:"
FREISTELLUNG DURCHGESETZT

LUDWIGSBURG

Mit Flugblättern, die die Freistellung zum Schreiben des Berichtsheftes forderten, begann die RJ/ML in Ludwigsburg zunächst vor den Berufsschulen, dann vor der Ludwigsburger Maschinenfabrik Karl Hüller GmbH (LUMAG - IGM-Bereich, d.Vf.), die Lehrlinge über ihre Rechte aufzuklären.

Diese Flugblätter brachten eine Lawine ins Rollen. Einige andere Betriebe reagierten gereizt. So wurde z.B. in einem Betrieb das Berichtsheftschreiben einige Zeit lang ausgesetzt. Ein anderer Betrieb kündigte die Freistellung an. Dadurch, daß der gewerbliche Ausbilder eine einflußreiche Stellung in der Industrie- und Handelskammer innehat, hat sich diese sofort eingeschaltet. Sie setzte uns Lehrlingen die unverschämte Argumentation vor: Das Berichtsheft ist keine Ausbildungsmaßnahme, da nur die IHK das Berichtsheft verlangt und die Betriebe nur das Berichtsheft zu überwachen haben. Durch diese Argumentation entlarvt sich die IHK als gemeiner Handlanger der Kapitalisten. Den Betrieben wurde von höherer Stelle vorgeschlagen, eine 'gütliche Einigung mit den Lehrlingen' anzustreben. Dies stellt eine Verzögerungstaktik dar, die dazu dienen sollte, die ganze Angelegenheit unter den Tisch zu fegen. Doch die Lehrlinge ließen sich nicht täuschen und beharrten weiterhin auf ihrer Forderung: Freistellung zum Schreiben des Berichtsheftes. Auf Grund dessen sahen sich die Unternehmer gezwungen, auf Verhandlungen einzugehen. Sie setzten einen sogenannten 'Berufsbildungsausschuß' ein, der unter dem druck der Lehrlinge folgende Empfehlung herausgab: Die Betriebe sind angehalten, pro Bericht zwei Stunden freizustellen. Dies ist aber nur ein Teilerfolg. Jetzt müssen wir dafür sorgen, daß die Empfehlung auch in allen Betrieben durchgeführt wird. Auch dies werden wir durchsetzen, wenn wir ebenso entschlossen uns zusammenschließen und kompromißlos für unser Recht kämpfen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.3

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem November:"
FREISTELLUNG DURCHGESETZT

TÜBINGEN

Bei den Himmelwerken sind jetzt die Lehrlinge zum Schreiben des Berichtshefts freigestellt. Sie bekommen einmal im Monat dazu vormittags (5 Std. frei), im nächsten Monat nachmittags (3 Std.). Die RJ Tübingen hatte im Sommer (vgl. Juni 1970, d.Vf.) ein Flugblatt an die Lehrlinge der Firma verteilt und darin die Freistellung gefordert. Einige Lehrlinge gingen daraufhin zum Betriebsrat, der sich zwar für die Forderung der Lehrlinge einsetzte, aber gegen den Widerstand der Betriebsleitung nichts erreichte. Die IGM-Führung Tübingen sah sich durch die Aktivität der Lehrlinge, Jugendvertreter und der RJ/ML gezwungen, mit der Forderung der Lehrlinge vors Gericht zu ziehen. Das Ergebnis für uns Lehrlinge war positiv. Die Betriebsleitung wollte die Lehrlinge der Himmelwerke einmal im Monat nchmittags (3 Std.) freistellen. Durch entschlossenes Auftreten der Lehrlinge und der Jugendvertreter wurde den Kapitalisten noch mehr abgerungen. Statt 3 Std. im Monat werden die Lehrlinge jetzt durchschnittlich 4 Std. zum Berichtsheftschreiben freigestellt."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.3

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem November aus Tübingen im Zusammenhang mit einem Bericht von den Himmelwerken (vgl. Nov. 1970):"
Bei den Montanwerken verteilten fortschrittliche Lehrlinge ein Flugblatt im Betrieb, in dem auf den Erfolg der Lehrlinge bei der Freistellung in den Himmelwerken hingewiesen wurde. Eine Unterschriftensammlung wurde gestartet. Alle 59 Lehrlinge bekräftigten durch ihre Unterschrift die Forderung der RJ nach Freistellung zum Schreiben des Berichtsheftes. Der Geschäftsleitung nützt nun auch ihre Weigerung nichts mehr. Die Lehrlinge der Montanwerke setzten ihre Forderung ebenfalls durch.

Einmal im Monat können jetzt die Lehrlinge ihre Berichtshefte im Betrieb schreiben. Ein Ausbilder hilft ihnen dabei. Beide Beispiele zeigen: Entschlossenes Eintreten für unsere Forderung und solidarisches Auftreten bringen uns Erfolg."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.3

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich u.a. aus dem November aus dem BSE-Bereich:"
LEHRLINGE UND JUNGARBEITER BERICHTEN

'Als ich vor drei Jahren in Düsseldorf meine Lehre als Baustukkateur (Gipser) begann, dachte ich, daß der Beruf mir Spaß machen würde. Ich ging damals zu einer Baufirma, um mich vorzustellen. Der Unternehmer schaute sich mein Zeugnis an und machte ein besonders skeptisches Gesicht, als er die nicht besonders guten Noten sah. Ich fragte ihn, was ich in diesem Beruf für Aufgaben hätte und was ich so verdienen würde. Er meinte aber, daß er mir erst brieflich mitteilen würde, ob er mich überhaupt nehmen würde, und danach mü0te ich mit meinem Vater noch einmal kommen und einen Lehrvertrag abschließen.

Als ich das alles so hörte, dachte ich mir, daß der Beruf sehr schwer sein wird, wenn ich genommen werde. Als ich nach sechs Wochen Bescheid bekam, ich könne dort anfangen, freute ich mich sehr. Ich schloß also einen Lehrvertrag ab, in dem alles ausführlich beschrieben war. Es stand also auch drin, was ich an Werkzeug haben mußte. Meine Eltern mußten mir also erst Werkzeug kaufen, das sehr teuer war - ungefähr 100 DM. Als ich dann den ersten Tag auf der Baustelle anfing, habe ich gefegt, Bretter entnagelt und noch en paar Kleinigkeiten. Ich dachte, es würde nicht so bleiben, weil man mir so viel Gutes über den Beruf erzählt hatte. Die nächsten Monate habe ich dann gemerkt, wie der Hase läuft.

Mitten im Winter wurde ich auf Baustellen gebracht, wo noch keine Fenster angebracht waren; besonders hart war es dann auch, Außenputz anzubringen. Wenn es regnete, lief einem das Wasser in den Nacken, weil es dem Chef zu teuer war, Regenschutzkleidung zu stellen. Als es einmal um das eigene Haus des Chefs ging, mußten wir sogar bei Temperaturen unter null Grad arbeiten, bei denen normalerweise Schlechtwettergeld bezahlt wurde.

Am Ende des ersten Lehrjahres arbeitete ich manchmal ein, zwei Tage völlig selbständig, weil der Geselle auf einer anderen Baustelle war. Dafür bekam ich keineswegs mehr Geld. Anscheinend verdiente der Chef an den Gesellen immer noch nicht genug, daß er die Lehrlinge mit einer Mark pro Stunde abspeist.

Auch bei den Gesellen ist es schon haarsträubend genug: sie bekommen z.B. für einen qm Putz 4 DM, der Chef bekommt dafür aber 8 DM vom Kunden. Diese Rechnung läßt sich übrigens weiterverfolgen. Der Kunde, also der Vermieter, der die Häuser bauen läßt, gibt diese Preise weiter und verlangt entsprechende Wuchermieten. Wenn die Arbeiter, aus denen diese Wuchermieten herausgepreßt werden, sich beklagen, dann sagt man ihnen: 'Die Mieten sind nur so hoch, weil die Bauarbeiter so viel Geld verdienen!' Mit solchen unverschämten Lügen wollen die Kapitalisten die Arbeiter gegeneinander ausspielen.

Im Moment verdienen wir im Baugewerbe einigermaßen gut (wenn man den Akkord durchhält). Aber die meisten Kollegen wissen, daß schon im nächsten Jahr die Flaute kommt. Dann werden die Hilfsarbeiter als erste geschmissen, danach werden die Löhne gekürzt oder es wird Kurzarbeit gemacht. Die Arbeiter müssen sich dann zusammenschließen, um ihre Lage zu sichern. Sicher werden die Kapitalisten versuchen, die Bauarbeiter untereinander zu spalten - wir werden dann nur so stark sein, wie wir zusammenhalten.

Wir müssen uns deshalb in der Gewerkschaft organisieren. Die IG Bau Steine Erden (BSE, d.Vf.) war früher eine der fortschrittlichsten Gewerkschaften, weil in ihr viele kommunistische Kollegen aktiv arbeiteten. Diese Kollegen wurden jedoch mit Terrormethoden ausgeschlossen (UVB, d.Vf.), ihre Posten wurden von Kommissaren besetzt, die nicht von den Arbeitern gewählt waren. Unter diesen Kommissaren befand sich auch der sozialdemokratische Arbeiterverräter Georg Leber, heute Minister der SPD.

Kollegen, kämpfen wir gegen den Aufstieg der Lebers in den Gewerkschaften! Wählen wir die fortschrittlichsten Kollegen als unsere Vertreter!'"
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.5

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
LESERBRIEF AN DIE REDAKTION DES REBELL
REBELLVERKAUF BOKOTTIERT

Die Düsseldorfer Versand-Buchhandlung 'Brücken-Verlag' (Das Internationale Buch) ist ein offizieller Vertrieb der UdSSR- (SU, d.Vf.) und DDR-Literatur. Die Leiter dieses Betriebs sowie 50% der Angestellten sind in der DKP organisiert. Einer der Leiter kandidiert bei den Kommunalwahlen (KW, d.Vf.) für die DKP.

Kurz nachdem ich dort meine Lehre begonnen hatte, trat ich einer kommunistischen Jugendorganisation, dem KJVD (KJVD-RW, d.Vf.), bei. Ich vertrieb über den Brücken-Verlag die revolutionären Jugendorgane, zuletzt verkaufte ich die Sondernummer des REBELL zum IG-Metall-Tag (Dabei gingen 30% der Einnahmen an den Verlag).

Als ich jetzt die November-Nr. des REBELL verkaufen wollte, hieß es plötzlich: 'Raus mit den Anti-DKP-Zeitungen!' Die Begründung war: 'Der Aufwand ist zu hoch, der Profit zu niedrig.' Dafür werden im Brücken-Verlag fleißig Comics verkauft und pornographische Bücher vertrieben. Sogar den Vertrieb von anarchistischen Schriften billigen die sogenannten Kommunisten in der Geschäftsleitung. Nur vor der wirklich kommunistischen Presse haben sie Angst. Aber auch mit solch billigen Manövern wird es der DKP-Führung nicht gelingen, die Mitglieder der DKP und SDAJ ewig zu täuschen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.10

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem November, u.a. über den KJVD-RW:"
AUSBEUTUNGSTRIBUNAL
DÜSSELDORF

In Düsseldorf wurde von der SDAJ und DKP ein sogenanntes 'Ausbeutungstribunal' veranstaltet. Dabei sollte die zunehmende Ausbeutung der Arbeiterjugend durch die Kapitalisten angeprangert werden. Die SDAJ baute dazu in einer Fußgängerunterführung im Stadtzentrum Informationsstände auf und deckte mit Megaphon und Flugblättern die Mißstände in verschiedenen Betrieben auf. Obwohl diese Veranstaltung angemeldet und genehmigt war, verbot die Polizei kurzerhand diese Aktion. Denn die Kapitalisten fürchten mit Recht, daß das Aufzeigen ihres Profitinteresses, das die Ausbildung bestimmt, und das Anführen von Beweisen ihrer Ausbeutung und Unterdrückung Lehrlinge, Jungarbeiter und erwachsene Arbeiter zu einer einheitlichen antikapitalistischen Front zusammenschweißen könnte.

Doch die SDAJ hatte den falschen Ort für ihre Agitation gewählt. Denn bei den Passanten handelte es sich vorwiegend um Angestellte der Büros und Banken und um einkaufende Hausfrauen. Lehrlinge und Arbeiter waren wenige gekommen, so daß die Polizei das Verbot aufhob. Die SDAJ hat unsere Kollegen nicht dort informiert, wo wir Ausbeutung und Unterdrückung täglich erfahren, in Betrieben und Berufsschulen. Dies zeigt zum einen, wie fremd die SDAJ unserer Lage gegenübersteht. Zum anderen wird darin ihr Opportunismus deutlich: Denn die SDAJ hat aus der Niederlage, die sie durch Falschmeldungen in ihren Flugblättern in einem Düsseldorfer Großbetrieb erlitt, eine opportunistische Konsequenz gezogen. Sie stellte ihre politische Arbeit in den Großbetrieben ein und beschränkt sich seitdem auf handwerkliche und mittlere Betriebe.

Mitglieder der kommunistischen Jugendorganisation KJVD haben auf ihren Flugblättern den Opportunismus und die Massenfeindlichkeit der revisionistischen SDAJ klar aufgezeigt. Sie haben mit den Lehrlingen und Arbeitern, die zum 'Ausbeutungstribunal' gekommen waren, diskutiert und ihren Standpunkt vertreten. Die Mitglieder des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands, einer Bruderorganisation der RJ/ML, haben auf ihren Flugblättern und durch ihre Argumente die falsche und opportunistische Politik der SDAJ entlarvt. Durch den Verkauf des REBELL und durch die Diskussion über unsere wirtschaftlichen und politischen Forderungen gelang es den Genossen, vielen Lehrlingen und jungen Arbeitern die Notwendigkeit aufzuzeigen, sich in einer kommunistischen Jugendorganisation zusammenzuschließen. Denn nur eine wirklich kommunistische Jugendorganisation kann die wirtschaftlichen und politischen Interessen von uns Lehrlingen und Jungarbeitern kompromißlos und ohne Opportunismus und Anbiederung an die rechte Führung in Gewerkschaft und SPD vertreten."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.4f

November 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich aus dem November über die IGM-LMTR:"
JUGENDTARIFKOMMISISONEN

Die RJ/ML hat die korrekte Forderung nach einheitlichen Tarifverträgen für alle Arbeiter und Lehrlinge aufgestellt, während die rechte Gewerkschaftsführung, DKP und Trotzkisten, wie jetzt z.N. in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sich für eigenständige Jugendtarifkommissionen, d.h. für gesonderte Tarifverhandlungen der werktätigen Jugend einsetzen. Die rechte Gewerkschaftsführung handelt damit voll und ganz im Sinn der Kapitalisten. Die Arbeiterjugend, die mit allen Arbeitern und Werktätigen zusammen in einer Front steht, soll von den Lohnkämpfen der Arbeiter und Werktätigen abgesondert und ausgeschlossen werden. Von der rechten Gewerkschaftsführung hat die Arbeiterklasse nichts Gutes zu erwarten. Sie sind Vertreter des Kapitals, die unsere Kampforganisation, die Gewerkschaften, zersetzen und aufspalten wollen.

Von den Trotzkisten hat die Arbeiterjugend, denn auf die konzentrieren sich die Trotzkisten hauptsächlich, auch nur Spaltertum zu erwarten. Sie fordern beispielsweise auch einen eigenständigen Gewerkschaftsjugendsektor (EGJS der KJO Spartacus, d.Vf.). Sie sind gemäß ihrer historischen Mission Spalter der Arbeiterklasse und Agenten des Imperialismus.

Die DKP aber, die sich kommunistisch nennt, in der Praxis aber und speziell in ihrer Gewerkschaftsarbeit den Handlangern des Kapitals den Rücken stärkt, spielt bei der Frage der Jugendtarifkommissionen die fragwürdigste Rolle. Sie hängen sich fast immer nur an die rechte Gewerkschaftsführung an, anstatt, wie es wirkliche Kommunisten immer tun, den Einfluß dieser Reaktionäre in der Gewerkschaft zurückzudrängen. Sie überlassen die Gewerkschaft und damit die Interessen der Arbeiter, Werktätigen und der werktätigen Jugend, diesen rechten Gewerkschaftsführern, deren einzige Absicht es ist, dem Kapital zu dienen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.6

03.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
WIDERSTAND GEGEN FRANCO-FASCHISMUS

Lange Zeit ist es Spaniens Faschisten gelungen, die Arbeiterklasse durch Terrormaßnahmen brutal zu unterdrücken und jegliche Streiks und Protestkundgebungen zu unterbinden. Doch diese Zeit geht zu Ende. Immer mehr Arbeiter greifen zur Waffe des Streiks und zeigen offen ihre Ablehnung gegen das faschistische Regime.

Über 8 000 Bergleute legten die Arbeit nieder, nachdem vier Kollegen bei Arbeitsunfällen ums Leben gekommen waren. Schon im September waren drei Kumpel tödlich verunglückt. Die Bergarbeiter wehren sich dagegen, noch länger unter diesen vollkommen unzureichenden Sicherheistvorkehrungen ihr Leben aufs Spiel zu setzen.

Für den 3.November hatten die illegalen Gewerkschaften in Spanien zu einem 24stündigen Streik gegen das Franco-Regime und für Amnestie der 1 500 politischen Gefangenen aufdgerufen. In Madrid folgten 15 000 diesem Aufruf und legten die Arbeit nieder. Dem Streikaufruf folgten auch die Studenten der Madrider Ingenieurschule, die in einem Protestmarsch durch die Stadt zogen. Nur durch den Einsatz aller Polizeieinheiten, sowohl berittener wie Bereitschaftspolizei, gelang es, eine größere Beteiligung an den Ausständen und Demonstrationen zu verhindern."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.10

06.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
KORRUPTION - POLITIK DER ULTRARECHTEN

Die Ultrarechten entlarven sich immer mehr. Der Fall Geldner hat die korrupten Machenschaften der Ultrarechten deutlich ans Licht gebracht. Die CSU und NLA versuchten in einem lange vorbereiteten und großangelegten Bestechungsversuch, den FDP-Abgeordneten Geldner zum Übertritt in die CSU zu veranlassen. Der Mitbesitzer der Verpackungsfirma Beyer KG in Lippetal, führendes Mitglied der NLA, machte Geldner ein Angebot, auf Grund dessen am 6.11.1970 zwei Beratungsverträge zwischen dem FDP-Abgeordneten und der Firma geschlossen wurden. Diese sollten Geldner 400 000 DM einbringen. In einem nächsten Gespräch, das zwischen Geldner und Strauß (FJS, d.Vf.) stattfand, wurde Geldner für seinen Übertritt ein Wahlkreis oder ein sicherer Platz auf der bayrischen Landesliste zugesichert.

Geldner hat diesen Abwerbungsversuch aufgedeckt. Gerade der ultrarechte Block um Strauß, Zoglmann, Barzel (CDU, d.Vf.) und Thadden (NPD, d.Vf.), die so viel von Recht und Ordnung reden, bedient sich aller erdenklichen Mittel, um an die Macht zu gelangen. Dazu gehören Bestechung, Volksbetrug, das verprassen unserer Steuergroschen und erarbeiteten Werte zu Korruptionszwecken. Strauß hat sich während seiner Zeit als Verteidigungsminister durch Schmiergelder ein Vermögen verdient.

Gegen diese Feinde der werktätigen Bevölkerung, die keine Mittel scheuen - auch nicht das des faschistischen Terrors - um uns die wenigen erkämpften Rechte und Errungenschaften zu nehmen, müssen wir uns wehren. Ihre Profitgier schreckt auch vor einem imperialistischen Krieg nicht zurück. Deshalb schließen sich alle demokratischen Kräfte in der Aktionseinheit von Kommunisten, DKP- und SPD-Mitgliedern und Parteilosen zusammen. Alle demokratischen Kräfte - insbesondere unter der Jugend - sind aufgerufen, sich in der Aktionseinheit gegen die ultrarechte Gefahr zusammenzuschließen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.10

07.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
DGB-FUNKTIONÄR ENTLARVT
HEILBRONN

Am 7./8.November fand ein Wochenendseminar des DGB-Kreisverbandes statt, an dem rund 35 junge Kollegen, meist Lehrlinge teilnahmen. Das Seminar hatte die Aufgabe, die 'Konfliktsituation in Betrieb und Gesellschaft für jeden einzelnen Arbeitnehmer' aufzuzeigen. Das Einleitungsreferat hielt DGB-Kreisvorsitzender Maier. Er versuchte, den Kollegen weiszumachen, daß die Gewerkschaften zwar die Aufgabe hätten, die Lage der arbeitenden Bevölkerung zu verbessern, grundsätzlich ginge es uns allen aber gut. Daß die anwesenden Kollege diesen Versuch, die Lage der Werktätigen in unserem kapitalistischen System zu verschleiern, nicht billigten, zeigte sich am nächsten Tag.

Die Seminarleitung versuchte einen künstlichen Gegensatz zwischen den drei Arbeitsgruppen aufzubauen, die tags zuvor Stellungnahmen zu bestimmten Themen diskutiert und verfaßt hatten. Ihr Ziel war die Isolierung der RJ/ML-Genossen, die in einer Arbeitsgruppe mitgearbeitet hatten, von den übrigen Teilnehmern. Das gelang ihnen aber nicht. Die RJ-Genossen zeigten stichhaltig auf, daß die RJ konsequent die Interessen der Arbeiterjugend vertritt. Die große Mehrzahl der anwesenden jungen Kollegen stimmt dem zu. Weiter erklärten sich die anwesenden Lehrlinge bereit, für die Forderungen der RJ/ML einzutreten und sie zu ihren eigenen zu machen. Nun sah DGB-Maier seine Felle davonschwimmen. Er weigerte sich, in eine Diskussion einzutreten. Er nahm für sich in Anspruch, zum Schluß zusammenzufassen. Seine 'Zusammenfassung' benutzte er dann zu üblen Ausfällen gegen die RJ/ML:

So sagte er unter anderem: Der Kampf gegen die Kommunisten ist eine der Hauptaufgaben der Gewerkschaft. Weiter, von reaktionären Gewerkschaftsführern zu reden, ist dumm und billig, da ALLE Funktionäre nur das Beste für die Kollegen wollen. Zwar sollen Jugendliche im DGB aktiv arbeiten, jedoch dürfe diese Arbeit nur im Rahmen der Beschlüße der Führung gemacht werden. Diese Hetztiraden stießen bei allen Kollegen auf entschiedene Ablehnung, verschiedentlich wurde sogar von Austritt aus den Gewerkschaften gesprochen.
Den RJ-Genossen gelang es, aufzuzeigen, daß diese Alternative falsch ist. Daß es darum geht, rechte Gewerkschaftsführer vom Schlage Maiers abzusetzen und wirklichen Vertretern der Interessen der Arbeiterklasse die Führung der Gewerkschaften in die Hände zu geben. Anschließend sprachen sich die anwesenden Kollegen mit den RJ-Genossen ab, eine Lehrlingsgruppe der Heilbronner Gewerkschaften zu gründen, die die Aufgabe hat, die Forderungen der Arbeiterjugend durchzusetzen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.4

07.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
ATTENTAT AUF SOWJETISCHEN POSTEN

Ein Beispiel für den offenen Terror sind die Schüsse, die in der Nacht vom 14./15.11.1970 einen sowjetischen Wachposten am sowjetischen Ehrenmal schwer verletzten. Der 21jährige Mann gehört der Jugendorganisation der rechtsradikalen 'Europäischen Befreiungsfont' an. Die 'Europäische Befreiungsfront' war zum erstenmal bekanntgeworden, als in Kassel im Zusammenhang mit der Fahnenschändung der Flagge der DDR ein Waffenlager der 'EB' entdeckt worden war. Auf Flugblättern, die zur Zeit des Attentats verteilt wurden, rief die 'EB' zum 'Widerstand gegen den Ausverkauf Deutschlands' auf. Auf einem Gebäude in der Nähe des Ehrenmals war die Parole: 'Auftakt gegen den Bolschewismus' zu lesen. Beide Hetzparolen 'gegen den Ausverkauf Deutschlands' und 'gegen den Bolschewismus' sind auch die beiden politischen Hauptparolen eines Flugblattes gewesen, das in Würzburg bei der Gründungsversammlung der Aktion Widerstand verteilt wurde."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.2

11.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
STREIKS BEI GENERAL MOTORS

Die Lage der Werktätigen der USA hat sich in den letzten Jahren immer mehr verschlimmert. Der Aggressionskrieg in Vietnam hat die Preissteigerung, die in allen imperialistischen Ländern vor sich geht, noch mehr vorangetrieben. Das Realeinkommen der Automobilarbeiter ist in den letzten 5 Jahren gesunken. Weil die Bevölkerung weniger kaufen kann, geht der Absatz besonders von Personenwagen zurück; darunter leiden wieder die Automobilarbeiter.

Die Kapitalisten haben mehrere Montagewerke stillgelegt, zehntausende Arbeiter entlassen und Kurzarbeit eingeführt. Konnten die General Motors-Arbeiter auch ihre Forderungen nur teilweise durchsetzen - was vor allem auf die kapitulantenhafte Haltung der rechten Gewerkschaftsführer zurückzuführen ist, so zeigt der Kampf der amerikanischen Automobilarbeiter, daß sie nicht mehr bereit sind, auf Kosten ihrer Lebenshaltung die imperialistische Politik der Nixon-Regierung zu unterstützen. Je wahnwitziger die Nixon-Regierung ihre Aggressionspolitik betreibt, desto mehr gerät der US-Imperialismus in Schwierigkeiten an all seinen Gliedern. Arbeitslosigkeit, Inflation und blutige Unterdrückung gegenüber dem amerikanischen Volk - das sind die Merkmale der Fäulnis des US-Imperialismus.

Am 11.November einigten sich die amerikanische Automobilarbeitergewerkschaft (UAW, d.Vf.) und der General-Motors-Konzern auf einen dreijährigen Tarifvertrag. Dadurch ging ein Streik zu Ende, der seit dem 15.September das größte kapitalistische Unternehmen der Welt lahmgelegt hatte."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.10

12.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet von der Vorbereitung des Juso-Lehrlingskongresses (vgl. 28.11.1970):"
SPD-JUGEND UNTER DEM KNEBEL DER PARTEIBÜROKRATIE

Genauso wie die SPD-Bonzen in der Regierung mit Lohnsteuervorauszahlung, konzertierter Aktion und dem Berufsbildungsgesetz (BBiG, d.Vf.) den Kapitalisten helfen, die Arbeiter und Lehrlinge auszubeuten, so versuchen sie auch innerhalb ihrer eigenen Partei, jeden fortschrittlichen Versuch zu unterdrücken, der die kapitalistische Profitgier und die Ausbeutung der Lehrlinge enthüllt.

Folgendes ist geschehen:
Am Donnerstag, den 12.11.1970 zog das Parteipräsidium der SPD ein bereits gedrucktes Plakat der Jungsozialisten (kurz: Jusos) ein, auf dem für einen Lehrlingskongreß der Jusos geworben wurde. Auf dem Plakat war eine geballte Faust abgebildet, und darauf stand: 'Ausbildung statt Ausbeutung'.

So etwas mußte dem SPD-Parteipräsidium natürlich als eine offene Provokation erscheinen. Entsprechend war ja auch die Reaktion: Einzug des Plakats, damit die Jusos ja nicht glauben, sie könnten die augenblickliche Stütze des Kapitalismus, die SPD, von innen her aushöhlen.

Die fortschrittlichen Kräfte unter der sozialdemokratischen Jugend sollten an diesem Beispiel erkennen, daß eine Vertretung der Interessen der werktätigen Jugend INNERHALB der SPD ein Unding ist. Eine Partei, die sich, so wie die SPD, den Interessen des Monopolkapitals verschrieben hat, stellt keine geeignete Organisation für diejenigen dar, die tagtäglich eben von diesem Monopolkapital ausgebeutet und unterdrückt werden und deren demokratische Rechte abgebaut werden.

Die werktätige Jugend muß sich eine eigene Organisation schaffen, in der sie den Kampf gegen den Kapitalismus und all seine Übel SELBSTÄNDIG und IM VERTRAUEN AUF DIE EIGENE KRAFT FÜHRT!"
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.5

18.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) fragt:"
EIN SCHRITT ZUM FRIEDEN?

Es ist im Interesse aller Werktätigen, aller demokratischen Kräfte in unserem Land, daß die BRD gute Beziehungen zu allen Nachbarvölkern hat. Insbesondere mit dem polnischen Volk, da es in furcthbarer Weise unter dem Hitler-Faschismus zu leiden hatte. Die Oder-Neiße-Grenze ist das Ergebnis des vom deutschen Faschismus angezettelten zweiten Weltkrieges. Diese Grenze, von der DDR schon 1950 (vgl. 6.7.1950, d.Vf.) anerkannt, war immer einer der Hauptangriffspunkte des westdeutschen Monopolkapitals. In der Absicht, ihren Einfluß in der Tschechoslowakei, Polen und vor allem der DDR wiederherzustellen, betrieben die Herrschenden in der BRD eine systematische Hetze und Kriegstreiberei gegen die Staaten des Warschauer Pakts (WP, d.Vf.). Haben die Kapitalisten mit dem westdeutsch-polnischen Vertrag dieses Ziel wirklich aufgegeben? Werden durch den Vertrag die Grenzen Polens für immer anerkannt?

Die Monopolbourgeoisie hat ihre Taktik der direkten gewaltsamen Bedrohung der DDR aufgegeben. Heute macht sie politische Zugeständnisse und schließt Friedensverträge mit allen revisionistischen Staaten. Unter Ausnutzung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und gegenseitigen Widersprüche der Warschauer-Pakt-Staaten versucht das westdeutsche Kapital, die DDR zu isolieren. Die Brandt/Scheel-Regierung (SPD/FDP, d.Vf.) redet von 'Normalisierung und Frieden mit unseren östlichen Nachbarn' und verschleiert durch diese Betrugspolitik das Vorhaben der westdeutschen Monopolbourgeoisie, die DDR wieder 'heim ins Reich' zu Polen. Wenn dies gelungen ist, wird auch die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze hinfällig, da der Vertrag ausdrücklich nur so lange gilt, wie die Bundesrepublik existiert. Bei einer von den Herrschenden beabsichtigten 'Wiedervereinigung' der beiden deutschen Staaten unter ihrer Fahne wäre die Anerkennung der polnischen Grenzen wieder aufgehoben. In diesem Ziel sind sich auch alle Teile der westdeutschen Monopol-Herren einig. Uneinig sind sie sich nur in der Methode. Das zeigt sich vor allem auch in der Tatsache, daß sich beide Fraktionen des Kapitals genauso wie beim Abschluß des Moskauer Gewaltverzichts-Vertrages (vgl. 12.8.1970, d.Vf.) gegenseitig wüst beschimpfen, die wirtschaftlichen Vorteile jedoch beide begrüßen. Noch nie in der Geschichte haben Friedensbündnisse, von Imperialisten abgeschlossen, den Menschen wirklich Frieden gebracht. Sie waren immer nur eine Atempause zwischen den gewaltsamen, kriegerischen Auseinandersetzungen um die Neuaufteilung ihrer Einflußgebiete. Auch der westdeutsch-polnische Vertrag ist ein großabgelegtes Betrugsmanöver, mit dem die Kapitalistenklasse nur ihre weiterbestehenden Ziele, die Ausbeutung und Unterdrückung aller Völker, zu verschleiern beabsichtigen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.5

22.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet im Zusammenhang mit den LTW in Hessen (vgl. 8.11.1970):"
LANDTAGSWAHLEN IN BAYERN UND HESSEN

Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Bayern und Hessen sprechen einheitlich die gleiche deutliche Sprache. Die Verluste der SPD sind die klare Absage der wählenden Bevölkerung an die sozialreaktionären Maßnahmen der Regierung (Lohnabbau, Preissteigerungen, Begünstigung der Gewinnexpansion,
Zurückstellung sozialer Reformen und schleichende Geldentwertung).

Der Stimmenrückgang ist nicht nur auf die Außenpolitik der SPD zurückzuführen, sondern ist die Quittung der Werktätigen für den Verrat der SPD-Führung an ihren Interessen.

Das 'linke' Anhängsel der SPD, die DKP, scheiterte kläglich mit ihrer Politik der Anbiederung an die SPD-Führung. In Hessen war die Antwort 1, 2%, in Bayern 0, 4% auf die Nachtrabpolitik der DKP. Denn die Werktätigen beginnne zu erkennen, daß ihre ökonomischen, politischen und sozialen Interessen nur von einer Partei durchgesetzt werden können, die nicht im Schlepptau der bürgerlichen Parteien hängt.

Der Sieger der Wahl war eindeutig die CDU bzw. die CSU in Bayern. Der Zuwachs der CDU und CSU ging zum einen auf die Kosten der NPD, die damit wieder unter die 5%-Klausel fiel. Zum andern gelang es der CDU und CSU durch Täuschungen und demagogische Versprechungen, durch Hetze und Lügen manche Wähler irrezuführen.

Die FDP hat sich in Hessen gehalten, sie ist in Bayern wieder mit 10 Sitzen im Landtag vertreten. Das ist für die FDP nach ihren Niederlagen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ein gewisser Erfolg. Dies geht zum großen Teil auf die Wahlbeteiligung der jungen Wähler zurück. Nachdem die Ultrarechten in der FDP sich durch ihre NLA-Politik auf die Seite der CDU geschlagen haben, wozu die CDU ja ausdrücklich aufgerufen hatte, meinten viele Wähler, eine von reaktionären Kräften gereinigte liberale Partei des Ausgleichs zwischen den zwei großen Parteien durch ihre Stimme zu unterstützen.

Die Gesamtrichtung der Wahlen war wenig erfreulich. Die große Zahl der Wahlenthaltungen ist daher umso bedeutungsvoller. Viele Wähler, vor allem Arbeiter, drücken damit aus, daß es für sie noch keine Alternative bei diesen Wahlen gibt. Die bürgerlichen Parteien verraten die Interessen der werktätigen Bevölkerung. Aus dieser Erfahrung ziehen immer mehr Werktätige die Konsequenz: Die Partei, die die Interessen der Werktätigen konsequent und kompromißlos durchsetzt, kann nur eine Kommunistische sein. Dise Partei muß aber noch geschaffen werden. Dann werden die Wahlen anders verlaufen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.2

24.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet:"
Ein weiteres Beispiel aus Ulm für die Willkür der Unternehmer ist die Fa. Foto Frenzel. Wie im REBELL Nr. 25 (vgl. Nov. 1970, d.Vf.) schon aufgedeckt wurde, stellt der Besitzer jedes Jahr drei Lehrlinge ein. Nach der Probezeit wird ein Lehrling gefeuert. Am 24.Nov. war es wieder einmal so weit. Ein Lehrling wurde zum 'Chef' gerufen und unter fadenscheinigen Gründen gekündigt. Drei Monate hat der Lehrling für nichts gearbeitet und kann sich jetzt eine neue Arbeit suchen. Dabei muß er noch froh sein, wenn er überhaupt eine neue Lehrstelle bekommt. Wer nicht spurt, wird rausgeschmissen. Kein Gesetz, weder das Jugendarbeitsschutzgesetz (JuArbSchG, d.Vf.) noch das Berufsbildungsgesetz (BBiG, d.Vf.) schützt uns Lehrlinge vor der Willkür der Unternehmer. Im Gegenteil, die Gesetze halten den Kapitalisten alle Türen zu solchen Willkürakten offen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.4

26.11.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet vermutlich von heute u.a. von KHD:"
KAPITALISTENWILLKÜR

ULM

Die Würfel sind gefallen. Ab dem 1.Dezember werden alle Lehrlinge und Ausbildungsleiter der Maschinenfabrik Gebr. Eberhardt bei Klöckner-Humboldt-Deutz ihre Brötchen verdienen. Die Eberhardts hielten es nicht einmal für nötig, den Betriebsrat und die Jugendvertretung davon zu informieren. Erst fünf Tage vor dem Betriebswechsel erfuhr die Jugendvertretung von den Lehrlingen darüber. Der Betriebsrat wieder von der Jugendvertretung. So einfach geht das bei uns. Man verscheuert einfach die komplette Lehrwerkstatt samt Inhalt an den nächsten Kapitalisten. Die Lehrlinge werden nicht einmal nach ihrer Meinung gefragt. Ein Jugendvertreter von Eberhardt hat diese Schwenerei als 'Sklavenhandel' bezeichnet und öffentlich angeprangert. Das Geschwätz der Herrschenden vom 'demokratischen Staat' entlarvt sich hier ganz deutlich. Die Demokratie hört vor den Fabriktoren auf. Der Willkür der Kapitalisten in ihrem Profitsreben sind im Kapitalismus keine Grenzen gesetzt."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.4

Dezember 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet von der MTR der IGM:"
METALLTARIFRUNDE 1970
UNSERE INTERESSEN VERKAUFT

Metalltarifrunde 1970: Unsere Interessen verkauft?

Die Metalltarifrunde 1970 ist abgeschlossen. Der Kampf der Arbeiterklasse für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen wurde von den rechten Gewerkschaftsführern sabotiert. Die Forderungen der Kollegen wurden nicht in vollem Umfang durchgesetzt. In den vergangenen Tarifkämpfen war die Einheit der Arbeiterklasse weitgehend hergestellt. Arbeiter, Jungarbeiter und Lehrlinge standen geschlossen hinter ihren Forderungen und wiesen die Provokationsversuche der Kapitalisten entschlossen zurück. Genau das ist es aber, was die Kapitalisten fürchten, die Einheit der Arbeiterklasse.

Extraprofite - auf Kosten der Arbeiterjugend

Um diese Enheit zu verhindern, haben die Kapitalisten ein ausgeklügeltes System von unterschiedlicher Bezahlung für junge Arbeiter und sehr niedriger und noch stärker gestaffelter Bezahlung für Lehrlinge entwickelt. Mit dieser unterschiedlichen Bezahlung schlagen die Kapitalisten zwei Fliegen mit einer Klappe: Einmal pressen sie aus den jungen Arbeitern und Lehrlingen Millionen von Mark an zusätzlichen Profiten heraus. Gleichzeitig versuchen sie, die geschlossene Front der Arbeiter, der Arbeiterjugend und der Lehrlinge gegen das Kapital aufzubrechen.

Um diese schamlose Ausbeutung zu beschneiden und die Spaltungsversuche abzuwehren, sind die Forderungen der Arbeiterjugend

- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

- Abschaffung der Bezahlung nach Altersklassen

- 60% vom Ecklohn einheitlich für alle Lehrlinge

- 100% für Arbeit in der Produktion

- Einheitliche Tarifverträge für Arbeiter und Lehrlinge

Genau wie die Forderungen der älteren Kollegen sind diese Forderungen von den rechten Gewerkschaftsführern verraten worden. So wurde z.B. der Altersklassenschlüssel in Hessen von 60 (unter 16 Jahren) auf 75 und von 70 (über 16 Jahren) auf 90 erhöht. Ebenso wurde in Berlin der Altersklassenschlüssel von 75 (unter 16 Jahren) auf 80 und von 70 (über 16 Jahren) auf 90 erhöht. Auch in anderen Tarifgebieten wurde der Altersklassenschlüssel lediglich verbessert aber nicht abgeschafft. Immer noch werden jüngere Arbeiter für die gleiche Arbeit niedriger bezahlt als ihre älteren Kollegen. Die Kapitalisten pressen also immer noch Millionen an Zusatzprofiten aus den jungen Arbeitern heraus und haben ihre Spaltungsversuche noch nicht aufgegeben. Die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist berechtigt und liegt daher weiterhin auf dem Tisch. Sie muß durchgesetzt werden.

Unsere Lage hat sich nicht verbessert.

Die Kapitalisten versuchen nicht nur, die jungen Arbeiter von den älteren Kollegen zu isolieren, sondern in noch stärkerem Maße auch die Lehrlinge. Über die Hälfte ihrer Lehrezeit verbringen die Lehrlinge in der Produktion und werden dafür mit einer lächerlichen Ausbildungsvergütung abgespeist. Mit ihren Forderungen

- 60% vom Ecklohn einheitlich für alle Lehrlinge

- 100% für Arbeit in der Produktion

- Einheitliche Tarifverträge für Arbeiter und Lehrlinge

haben die Lehrlinge dieser verschärften Ausbeutung den Kampf angesagt. In sämtlichen Tarifvereinbarungen über Lehrlingsvergütungen wurden diese Forderungen nicht durchgesetzt.

Z.B. wurde in Bayern (vgl. 31.10.1970, d.Vf.) die Ausbildungsvergütung wie folgt erhöht:

Vor Vollendung des 18.Lebensjahres

alt neu
DM DM
1.Lehrjahr 139 170
2.Lehrjahr 164 205
3.Lehrjahr 190 240
4.Lehrjahr 220 280

Nach Vollendung des 18.Lebensjahres

alt neu
DM DM
1.Lehrjahr 162 200
2.Lehrjahr 185 235
3.Lehrjahr 214 270
4.Lehrjahr 243 310

Diese Zahlen beweisen, daß sich die Situation der Lehrlinge durch die neuen Tarifabschlüsse nicht gebessert hat. Dadurch, daß die Erhöhung der 'Ausbildungsvergütung' in den oberen Lehrjahren größer ist als in den unteren, sollen die Lehrlinge untereinander aufgespalten werden. Die Tarifabschlüsse für die Lehrlinge wurden nach wie vor getrennt von den Tarifabschlüssen für die Arbeiter getroffen. Die berechtigten Forderungen der Lehrlinge sind in keiner Weise berücksichtigt worden.

Unsere Forderungen durchsetzen

Trotz der erhöhten Kampfbereitschaft der Arbeiterjugend ist es den Kapitalisten gelungen, ihre Profitinteressen durchzusetzen. Die materielle Lage der Arbeiterjugend und der Lehrlinge hat sich durch die Tarifabschlüsse nur wenig gebessert. Der Kampf um die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Arbeiter und der Lehrlinge ist nicht zu Ende.

Die berechtigten Forderungen liegen weiterhin auf dem Tisch und müssen durchgesetzt werden. In den kommenden Lehrlingstarifverhandlungen (LMTR, d. Vf.) in Nordwürttemberg/Nordbaden (NB/NW - vgl. 26.1.1971, d.Vf.) und Südwürttemberg/Hohenzollern (SW/HZ - vgl. **.*.197*, d.Vf.) wird die REVOLUTIONÄRE JUGEND/ML die Forderungen der Lehrlinge aufgreifen und für ihre Durchsetzung kämpfen."

In einer Schautafel werden die Ergebnisse der Tarifbereiche Bayern (vgl. 31.10.1970), Berlin (vgl. 1.10.1970), Hessen (vgl. 27.9.1970), Niedersachsen (vgl. 29.9.1970), NRW (vgl. 30.10.1970), NB/NW (vgl. 9.11.1970), Saarland (vgl. 30.10.1970), Schleswig-Holstein (vgl. 26.10.1970), Südbaden (vgl. 2.11.1970) und Südwürttemberg/Hohenzollern (vgl. 11.11.1970) dargestellt.
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.6

Dezember 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) fordert anläßlich der MTR der IGM:"
EINHEITLICHER TARIFVERTRAG FÜR ARBEITER UND LEHRLINGE

In allen Tarifbezirken des Bundesgebietes sind jetzt die Tarifverhandlungen für die Metallarbeiter abgeschlossen. Die ausgehandelten Ergebnisse, die 12, 2%ige Lohnerhöhung in Nordwürttemberg/Nordbaden (NB/NB, d.Vf.) genauso wie die 10% in Hessen, die 11% in Nordrhein-Westfalen sind faule Kompromisse, die auf das Konto der rechten Gewerkschaftsführung gehen. In vielen Tarifgebieten wurde gleichzeitig eine Erhöhung der sogenannten Ausbildungsvergütung für die Lehrlinge der Metallindustrie zwischen der IGM-Führung und den Kapitalistenverbänden ausgehandelt (so in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, RHeinland-Pfalz). Viele Lehrlinge, ihre Jugendvertreter und junge Gewerkschafter wußten von diesen Verhandlungen nichts. Dies ging sogar so weit, daß die IGM-Führer im Saarland nicht einmal ihre örtlichen Gewerkschaftsfunktionäre davon unterrichteten, geschweige denn die Lehrlinge selbst. Die Erhöhung der Lehrlingsvergütung beträgt in obengenannten Tarifgebieten je nach Lehrjahr durchschnittlich 30 bis 60 DM. Das ist ebenfalls ein fauler Kompromiß. Ein Beispiel: In Bayern erhielt ein Metall-Lehrling im 1.Lehrjahr 139 DM. Nach dem neuen Tarifabkommen sind es jetzt 170 DM. 31 Mark mehr, das wiegt die Preis- und Mietsteigerungen nicht auf, geschweige denn die Erhöhung der Produktivität unserer Arbeit durch bessere Maschinen und Werkzeuge, mit denen wir mehr herstellen, noch die Rationalisierungsmaßnahmen, die auch uns Lehrlingen ein höheres Arbeitstempo abverlangen und unseren körperlichen Verschleiß beschleunigen.

In einigen anderen Tarifgebieten stehen die Verhandlungen über die Erhöhung unserer Ausbildungsvergütung noch aus. In Nordwürttemberg/Nordbaden zum Beispiel sollen sie Anfang des nächsten Jahres stattfinden.

In allen Tarifgebieten aber gibt es keine einheitlichen Tarifverträge für Arbeiter und Lehrlinge, in denen die wirtschaftlichen und politischen Forderungen der Arbeiterjugend genauso ein Teil des Tarifvertrags sind wie die der älteren Kollegen.

GETRENNTE TARIFVERTRÄGE - EIN VERSUCH DIE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE ZU SCHWÄCHEN

Für uns Lehrlinge stellt sich jetzt die Frage: Warum werden in einigen Tarifgebieten die Lohnverhandlungen für die Lehrlinge in einem Aufwasch mit denen der erwachsenen Arbeiter erledigt, ohne daß die ausgehandelten Ergebnisse miteinander in Verbindung stehen? Warum werden in anderen Tarifgebieten die Lehrlingstarifverhandlungen in keinster Weise im Zusammenhang mit den Verhandlungen für die älteren Kollegen gebracht? Kurz: Warum gibt es keine einheitlichen Tarifverhandlungen für Arbeiter und Lehrlinge?

Die Arbeiterjugend hat keine grundsätzlich verschiedenen Interessen als die älteren Arbeiter. Sie wird meist noch stärker ausgebeutet als die erwachsenen Kollegen.

Die Arbeiterjugend kämpft genauso für die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage und die Erweiterung ihrer demokratischen Rechte wie die Arbeiterkollegen. Sie kämpft in einer Front mit den älteren Arbeitern gegen die Kapitalisten und die kapitalistische Ausbeutung. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, daß bei den letzten Warnstreiks der Metaller viele Lehrlinge in den ersten Reihen standen. Aus diesen Gründen muß die Arbeiterjugend auch in den Lohnkampf der gesamten Arbeiterjugend eingeschlossen sein.

Mit getrennten Tarifverhandlungen versuchen die Kapitalisten und ihre Handlanger die berechtigten Forderungen der jugendlichen Werktätigen, wie:
- 60% vom Ecklohn für die Arbeit in den Lehrwerkstätten
- 100% für die Arbeit in der Produktion
- Aufhebung der Lohnstaffelung nach Altersgruppen

Sie wissen genau, daß es ihnen weiterhin gelingt, die Einheit der Arbeiterklasse durch getrennte Tarifverträge zu untergraben, sie uns Lehrlinge um eine bessere Bezahlung unserer Arbeit bescheißen können.

Wir müssen diese Spaltungsversuche der Kapitalisten bekämpfen. Die Arbeiterjugend ist ein Teil der Arbeiterklasse, deshalb müssen wir auch dafür sorgen, daß die Forderungen der Jungarbeiter und Lehrlinge in einen einheitlichen Tarifvertrag aufgenommen werden.

WIE VERBESSERT SICH UNSERE LAGE DURCH EINHEITLICHE TARIFVERTRÄGE?

In einem einheitlichen Tarifvertrag für Arbeiter und Lehrlinge bilden die wirtschaftlichen und politischen Forderungen der Arbeiterjugend eine Grundlage.

Das heißt: Unsere Forderungen nach 60% vom Ecklohn für unsere Arbeit in der Lehrwerkstatt und 100% für die Arbeit in der Produktion sind die Grundlage für die Berechnung unseres Lohnes. Bis jetzt wurde die sog. Lehrlingsvergütung meist nur alle zwei Jahre um einen minimalen Betrag erhöht. Die Kapitalisten sparten dadurch Millionen von Mark, die wir erarbeitet haben, die aber sie in die Tasche stecken. Wenn wir unsere Forderung nach einem einheitlichen Tarifvertrag durchgesetzt haben, so müssen die Kapitalisten bei den jedes Jahr stattfindenden Tarifverhandlungen die besonderen Forderungen der Arbeiterjugend genauso berücksichtigen wie heute die Forderungen der Arbeiterkollegen. Bei jeder Erhöhung des Ecklohnes wird dann der Lehrlingslohn steigen. Für unsere Arbeit in der Produktion werden wir ebenfalls mehr Geld bekommen. Preis- und Mietsteigerungen, die die Kapitalisten innerhalb eines Jahres vornehmen, werden uns nicht mehr so hart treffen, wie es heute der Fall ist. Den Kapitalisten wird es dann nicht mehr gelingen, die Lehrlinge um einen Lohn zu betrügen, mit dem wir wenigstens so recht und schlecht leben können, ohne unseren Eltern dauernd auf der Tasche zu liegen.

Durch einheitliche Tarifverträge für Arbeiter und Lehrlinge wird die Einheit der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten gestärkt. Das zeigt sich schon daran, daß Arbeiter und Lehrlinge einer Branche einheitliche Forderungen stellen und dafür kämpfen werden. Es wird den Kapitalisten dann noch weniger als heute gelingen, die Arbeiterjugend von der gesamten Arbeiterklasse abzuspalten.

UNSERE FORDERUNGEN DURCHSETZEN

In den Tarifgebieten, in denen die Verhandlungen über die Erhöhung der Lehrlingsvergütung für die Metall-Lehrlinge noch anstehen, müssen wir jetzt schon dafür sorgen, daß unsere Forderung nach einheitlichen Tarifverträgen zusammen mit unseren anderen Forderungen den Kapitalisten und ihren Vertretern auf den Verhandlungstisch gebracht und durchgesetzt werden. Im Betrieb, in der Gewerkschaftsjugend müssen wir dafür kämpfen, daß die rechten IG-Metall-Führer sich nicht mehr so ohne weiteres über unsere Forderungen hinwegsetzen, wie sie es jetzt auch in vielen Tarifgebieten getan haben. Unsere Forderungen, für die wir kämpfen müssen und werden, sind klar:
- 60% vom Ecklohn einheitlich für alle Lehrlinge
- 100% für die Arbeit in der Produktion
- Abschaffung der Lohnstaffelung nach Altersgruppen
- Streikrecht für Lehrlinge
- Kündigungsschutz für Jugendvertreter

EINHEITLICHER TARIFVERTRAG FÜR ARBEITER UND LEHRLINGE"

Eingetreten wird gegen Jugendtarifkommissionen.
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.6f

Dezember 1970:
Die Nr. 26 des 'Rebell' (vgl. Nov. 1970, Jan. 1971) der RJ/ML des KAB/ML erscheint erstmals im A3 Format (bisher A 4) mit 10 Seiten unter Verantwortung von Thomas Quest, Tübingen, Postfach 2304.

Berichtet wird von der Aktion Widerstand (AW - vgl. 31.10.1970), von den Jusos der SPD (vgl. 12.11.1970), von der MTR der IGM (vgl. Dez. 1970) und der LMTR (vgl. Dez. 1970) vom Militarismus (vgl. Dez. 1970) und vom Fall Geldner (FDP - vgl. 6.11.1970).

Aus dem Ausland wird berichtet vom Warschauer Vertrag mit Polen (vgl. 18.11.1970), vom GM-Streik in den USA (vgl. 15.9.1970, 11.11.1970), aus Spanien (vgl. 3.11.1970), aus Italien (vgl. Nov. 1970) und aus Großbritannien vom Müllarbeiterstreik (vgl. Nov. 1970).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus Heilbronn von einem DGB-Seminar für Jugendliche (vgl. 7.11.1970), aus Kirchheim von Müller (IGM-Bereich - vgl. Nov. 1970), aus Ludwigsburg über Lehrlinge (vgl. Nov. 1970), aus Tübingen aus dem IGM-Bereich von den Himmelwerken (vgl. Nov. 1970) und den Montanwerken (vgl. Nov. 1970) und aus Ulm von der Berufsschule I (vgl. Okt. 1970), aus dem CPK-Bereich von Foto-Frenzel (vgl. 24.11.1970) und aus dem IGM-Bereich von Gebr. Eberhardt (vgl. 26.11.1970) bzw. KHD (vgl. 1.12.1970).

Aus Bayern wird berichtet von den Landtagswahlen (LTW - vgl. 22.11.1970).

Aus Berlin wird berichtet vom Naziattentat auf den sowjetischen Wachposten (vgl. 7.11.1970).

Aus Hessen wird berichtet von den Landtagswahlen (LTW - vgl. 8.11.1970) und aus Mörfelden-Walldorf von der NPD (vgl. 29.10.1970).

Aus NRW wird berichtet aus Düsseldorf vom (Lehrlings-) Ausbeutungstribunal der SDAJ und DKP (vgl. Nov. 1970), aus dem Baugewerbe (BSE-Bereich - vgl. Nov. 1970) und über den DKP-Buchladen (HBV-Bereich - vgl. Nov. 1970).

Aus Rheinland-Pfalz/Saarland wird berichtet von den Jugendtarifkommissionen der IGM (vgl. Nov. 1970).

Zur Formatumstellung heißt es auf Seite 1:"
AN DIE LESER

VORWÄRTS MIT DEM REBELL

Von dieser Nummer an erscheint der REBELL im Zeitungsformat. Das bedeutet einen großen Schritt vorwärts für unsere Organisation. der REBELL kann dadurch seine Aufgaben der ökonomischen und politischen Enthüllung, der Agitation und Propaganda für den Kommunismus in ganz Westdeutschland noch besser wahrnehmen. Dieser Schritt vorwärts ist möglich geworden durch die Anspannung aller Kräfte der Organisation. Unter großen finanziellen Opfern und im Vertrauen auf die eigene Kraft haben unsere Genossen und Sympathisanten dieses Ziel erreicht. der REBELL ist in der werktätigen Jugend fest verankert und wird von ihr tatkräftig unterstützt. Der REBELL wird weiter vorwärts stürmen. Unterstützt auch in Zukunft den REBELL, damit er im Kampf um die Interessen der gesamten werktätigen Jugend immer weitere Erfolge erringt."

Geworben wird für diesen 'Rebell' u.a. in:
- Hessen in Darmstadt im IGM-Bereich durch den KAB/ML bei der MF Carl Schenck (vgl. 1.12.1970).
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970; Der Rote Metaller Nr. 2, Darmstadt Dez. 1970, S.*

Rebell484

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Dezember 1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) ruft auf:"
KAMPF DEM MILITARISMUS
FÜR FRIEDEN, DEMOKRATIE UND SOZIALISMUS

Der Kampf gegen den bürgerlichen Militarismus war schon immer eine der Hauptaufgaben der Arbeiterbewegung. Den Sozialisten ist klar, 'daß ein Krieg zwischen fortgeschrittenen Ländern nicht nur das größte Verbrechen ist…, sondern daß er auch zur Untergrabung der Existenzbedingungen der menschlichen Gesellschaft führen kann und unweigerlich führen wird.' (Lenin)

Die Arbeiterbewegung und besonders die Kommunisten haben die Kriege als bestialische Mittel zur Lösung von Konflikten der Menschheit unwiderruflich verurteilt, dabei aber nie vergessen, daß 'Kriege unvermeidlich sind, solange die Gesellschaft in Klassen geteilt ist, solange die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen besteht.' (Lenin)

Für die Werktätigen in Westdeutschland muß der Kampf gegen den Militarismus Verpflichtung sein, und besonders die Arbeiterjugend darf sich nicht dazu mißbrauchen lassen, den Kapitalisten als ein Werkzeug zur Unterdrückung der arbeitenden Massen in der Welt zu dienen. Die RJ/ML wird dieser Verpflichtung nachkommen und ihren Kampf für die besonderen Forderungen der Arbeiterjugend auf den Kampf gegen den Militarismus ausdehnen.

DER KRIEG IST DIE FORTSETZUNG DER POLITIK MIT ANDEREN MITTELN

Auf Grund der Richtigkeit dieses Satzes von Clausewitz haben die Marxisten die Kriege niemals als 'Unglück' betrachtet, das auf die Menschheit hereinbricht, sondern den Ursprung der verschiedenen Kriege genau analysiert. Die wirklichen Kommunisten haben die friedliche Koexistenz als die Methode der Außenpolitik von Staaten mit verschiedener Gesellschaftsordnung entwickelt und befolgt, dabei aber beachtet, daß friedliche Koexistenz keinesfalls an die Stelle des revolutionären Kampfes der Volksmassen aller Länder treten kann. Die Kommunisten verteidigen das Prinzip der friedlichen Koexistenz, unterstützen aber alle geknechteten Volksmassen und unterdrückten Nationen in ihrem Befreiungskampf.

DER IMPERIALISMUS FÜHRT ZUM KRIEG

Die Kriege der jüngeren Geschichte wurden durch den Imperialismus erzeugt. Die bekannte Krisenbewegung des Kapitalismus führt in regelmäßigen Abständen zu Absatzstockungen. Deshalb sind die Kapitalisten und ihre Handlanger in den Regierungen der kapitalistischen Länder gezwungen, neue Absatzmärkte sowie billige Rohstoffquellen bei anderen Nationen, besonders bei den unterentwickelten Ländern, zu erschließen.

Dies geschah früher vor allem durch die Versklavung fremder Nationen und durch den Raub von Kolonien. Heute bedienen sich die Kapitalisten vorwiegend des Mittels des Kapitalexports und bringen die unterentwickelten Völker in wirtschaftliche Abhängigkeit. Durch 'Entwicklungshilfe' und Privat- Investitionen haben die imperialistischen Länder, vor allem die USA, ganze Landblöcke unter ihre Herrschaft gebracht und beuten die dortigen Völker schamlos aus.

Der Kapitalismus aber entwickelt sich zum Sozialismus. Um den Zusammenbruch ihrer Herrschaft hinauszuschieben, plündern die Kapitalisten neben dem eigenen auch andere Völker aus. Die verschiedenen imperialistischen Länder müssen deshalb zu einer 'Aufteilung der Interessengebiete' kommen - gelingt dies nicht durch Absprache, so kommt es zum Krieg. Aus keinem anderen Grund entstanden die zwei Weltkriege!

NATO - SCHUTZMACHT DES IMPERIALISMUS

'Imperialistische (Friedens-) Bündnisse sind daher in der kapitalistischen Wirklichkeit… notwendigerweise nur Atempausen zwischen den Kriegen - gleichviel in welcher Form diese Bündnisse auch geschlossen werden.' (Lenin)

Die Imperialisten der westlichen Welt haben ein solches Bündnis geschlossen und eine gemeinsame Militärmacht aufgebaut, die ihre wirtschaftlichen Interessen soll: die NATO. Militärisch abgesichert, pressen die Kapitalisten die sogenannten Entwicklungsländer schamlos aus.

Die sowjetische Führungsspitze, die in ihrem Bestreben, den Kapitalismus in der Sowjetunion (SU, d.Vf.) möglichst schnell wieder einzuführen, vor keinem Verrat zurückschreckt, hat die Militärmacht des Warschauer Pakts (WP, d.Vf.) in ein Instrument verwandelt, das ebenfalls dazu dienen soll, vor allem ihre wirtschaftlichen Interessen zu schützen. Das Beispiel CSSR (vgl. 21.8.1968, d.Vf.) zeigt dies zur Genüge.

Gleichzeitig haben sich die sowjetischen Sozialimperialisten der Hauptmacht des westlichen Imperialismus, den USA, weitgehend angenähert. Schon 1959 (vgl. 1959, d.Vf.) äußerte Chruschtschow gegenüber den USA: 'Die ganze Welt wird unsere und ihre wirtschaftlichen Erfolge begrüßen. Sie erwartet, daß unsere beiden großen Mächte den Völkern, die in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung um Jahrhunderte zurückgeblieben sind, schneller auf die Beine helfen.' Dies zeigt deutlich, daß die Sozialimperialisten ihre Ziele nicht einmal mehr notdürftig tarnen. Ausgerechnet der Feind Nr. 1 aller Völker, die Hauptmacht des modernen Kolonialismus - die USA - sollen also den 'unterdrückten Völkern wieder auf die Beine helfen'!

Der riesige Machtkomplex aber, den die Imperialisten anscheinend aufgebaut haben, steht in Wirklichkeit nur auf tönernen Füßen. Die unverhüllte Ausplünderung der Länder der sogenannten Dritten Welt hat in diesen Völkern zu einer Verschärfung der Klassenkämpfe geführt. Die proletarischen und bäuerlichen Massen der ausgeplünderten Völker haben die Waffen ergriffen und kämpfen um ihre Freiheit. Die nationalen Befreiungsbewegungen versetzen den Imperialisten und deren Lakaien gewaltige Schläge. Die wahnwitzigen Versuche der Imperialisten, vor allem der USA, der Niederlage durch immer neue Kriegsabenteuer zu entgehen (Kambodscha, Laos, Jordanien) führen zur Verschärfung der Widersprüche in den imperialistischen Ländern selbst. Die ausgebeuteten Klassen, die unterdrückten Rassen und fortschrittliche Intellektuelle führen den Kampf gegen die nationalen Unterdrücker immer heftiger. Große Teile der Volksmassen der westlichen Welt haben den Sturz des kapitalistischen Systems als einzigen Ausweg erkannt, neue Kriege zu verhindern.

BUNDESWEHR SICHERT KAPITALISTENHERRSCHAFT

Die westdeutsche Bundesrepublik hat sich zu einem Bollwerk des Antikommunismus, des Imperialismus und engsten Verbündeten des Kriegstreibers Nr. 1, der USA entwickelt. Die Arbeiterjugend in Westdeutschland muß deshalb ihre Aufgabe als Teil der Arbeiterklasse erfüllen und den Kapitalismus in der BRD entschieden bekämpfen. Dazu gehört auch der Kampf gegen den bürgerlichen Militarismus.

Eine entscheidende Rolle in diesem Kampf nimmt die Bundeswehr ein. Zur Zeit der Adenauer-Reaktion gegründet, wurde die Bundeswehr auf Drängen der 'Verbündeten' vornehmlich auf zwei Aufgaben ausgerichtet:
1. als Speerspitze des Imperialismus gegenüber dem 'Ostblock'
2. als Bürgerkriegsarmee zur Niederhaltung der westdeutschen Arbeiterklasse.

Die westdeutschen Kapitalisten, die nach anfänglichem Zögern (aus taktischen Gründen) heute ihren imperialistischen Gelüsten freien Lauf lassen, benötigen die Bundeswehr zur Absicherung ihrer Wirtschaftsmacht. Durch den durchsichtigen Begriff der 'Vorwärtsverteidigung' getarnt, benutzen sie die Bundeswehr zur Erhaltung der kapitalistischen Wirtschaft und zur militärischen Absicherung der 'Märkte im Osten'. Dabei waren die westdeutschen Kapitalisten raffiniert genug, durch die Unterstellung der Bundeswehr unter die NATO ihre speziellen imperialistischen Machenschaften zu verschleiern. Die sozialreaktionäre SPD hat die anfängliche Ablehnung der Wiederbewaffnung längst aufgegeben und kommt den Wünschen der Militaristen nach einer Erhöhung der 'Schlagkraft' der Bundeswehr bereitwillig entgegen. Geschickter als die abgewirtschaftete CDU, sichert sie die Interessen der Kapitalisten neben der militärischen Seite auch noch durch Verträge mit den Sozial-Imperialisten. Dies hindert jedoch den reaktionärsten Teil des westdeutschen Rüstungskapitals nicht daran, den Sturz der SPD/FDP-Regierung anzustreben, um noch offener und brutaler ihre Profite auch auf Kosten eines neuen Krieges zu erhöhen.

Nach innen stellt die Bundeswehr die wichtigste Sicherung zur Erhaltung der Macht der Ausbeuterklasse dar und versteht sich immer offener als Bürgerkriegsarmee. Zuerst versteckt, seit Einführung der Notstandsgesetze (NSG - vgl. 30.5.1968, d.Vf.) ganz offen, soll sie die westdeutsche Arbeiterklasse kontrollieren und zur Niederwerfung jedes Versuches dienen, die Ausbeuterklasse in Westdeutschland zu stürzen.

DIE AUFGABEN DER ARBEITERJUGEND

Was heißt das für uns? Die Arbeiterjugend muß die beiden genannten Aufgaben der Bundeswehr klar erkennen. Die Geschichte hat gezeigt, daß die Werktätigen ihre Befreiung nicht geschenkt bekommen, sondern sie selbst erringen müssen. Wir haben uns nach dieser Lehre zu richten!

Gleichzeitig müssen wir uns aber an den Satz Lenins halten: 'Das Volk gegen eine reguläre Armee mit höchstentwickelter technischer Ausrüstung treiben - ist ein Verbrechen, und das haben wir als Sozialisten gelernt.' Was können wir tun, um die Bundeswehr aus einem Unterdrückungsinstrument in ein Instrument der werktätigen Massen zu verwandeln?

Lenin schreibt: 'Eine unterdrückte Klasse, die nicht danach strebt, Waffenkenntnis zu gewinnen, in Waffen geübt zu werden, Waffen zu besitzen, eine solche unterdrückte Klasse ist es nur wert, mißhandelt und als Sklave behandelt zu werden. Wir dürfen, ohne uns zu bürgerlichen Pazifisten und Opportunisten zu degradieren, nicht vergessen, daß wir in einer Klassengesellschaft leben und daß außer dem Klassenkampf keine Rettung daraus möglich und denkbar ist.'

Weite Kreise der westdeutschen Jugend, die sich nicht vor den Karren des bürgerlichen Militarismus spannen lassen wollen, verweigern den Wehrdienst. Nun ist unbestritten, daß die meisten Kriegsdienstverweigerer (KDV, d.Vf.) mit ihrer Handlung subjektiv ehrlich ihren Widerwillen gegen den Militarismus demonstrieren wollen. Wir müssen jedoch untersuchen, ob die Kriegsdienstverweigerung unserem Kampf gegen den Militarismus dient.

KRIEGSDIENSTVERWEIGERUNG - EIN STUMPFES SCHWERT GEGEN DIE MILITARISTEN

Als Tatsache haben wir bisher festgestellt, daß die Bundeswehr ein Machtmittel der herrschenden Klasse gegen das Proletariat darstellt. Ändern wir etwas daran, wenn wir den Kriegsdienst verweigern? Es dürfte klar sein, daß dies nicht der Fall ist, sondern daß wir durch Kriegsdienstverweigerung nur denjenigen Kräften das Feld überlassen, die innerhalb der Bundeswehr ganz offen faschistische Thesen vertreten.

Wie oft haben wir schon erlebt, daß Kollegen, die ursprünglich fortschrittlich gesinnt waren, nach Ableistung des Wehrdienstes vom Gift des bürgerlichen Militarismus durchdrungen waren. Dies konnte nur passieren, weil keine Kräfte in der Bundeswehr waren, die dort den Kampf gegen die herrschende Denkart und für Frieden und Sozialismus geführt haben. Die Forderungen der Arbeiterjugend hören nicht an den Kasernentoren auf, sondern wir müssen unsere Agitation für die Sache der Arbeiterklasse auch bei den Klassenbrüdern fortsetzen, die zufällig für einige Zeit Uniform tragen. Die herrschenden Klasse benutzt die Kriegsdienstverweigerer immer offener zu einer weiteren Sicherung gegen die Aktionen der Werktätigen. Immer mehr Kriegsdienstverweigerer werden in halbmilitärischen Kolonnen zusammengefaßt und darauf vorbereitet, beispielsweise bei Massenstreiks als Streikbrecher eingesetzt zu werden.

Außerdem werden die gesellschaftlichen Positionen, bei denen es für die Kapitalisten kaum Profite zu holen gibt und die deshalb von der Regierung klar benachteiligt werden (Krankenhäuser, Sozialhilfe usw.), immer häufiger mit Kriegsdienstverweigerern besetzt. Es zeigt sich also, daß wir durch Kriegsdienstverweigerung das herrschende System keineswegs schwächen, sondern im Gegenteil von den Kapitalisten dazu ausgenutzt werden, ihre Position noch zu stärken. Weiter ist deutlich zu beobachten, daß gewisse Kräfte, vor allem trotzkistische Agenten, die Verbände der Kriegsdienstverweigerer dazu benutzen, ihre persönlichen Interessen durchzusetzen und die Leitung dieser Verbände an sich zu reißen. Solchen opportunistischen Elementen dürfen wir nicht noch Vorschub leisten.

DIE ROLLE DER BUNDESWEHR ENTLARVEN

In die Bundeswehr gehen, die Rolle der Bundeswehr als Instrument der herrschenden Klasse aufzeigen, unsere Kollegen im Kampf gegen Schikanen der Ausbilder unterstützen, und tagtäglich für Demokratie und Sozialismus eintreten - das müssen wir als Aufgabe eines jeden jungen Arbeiters erkennen und akzeptieren. Die RJ/ML als Massenorganisation des Jungproletariats hat diesen Kampf aufgenommen und wird ihn entschieden verstärken.

'Vom Standpunkt der marxistischen Lehre vom Staat ist die Armee die Hauptkomponente der Staatsmacht. Wer die Staatsmacht ergreifen und behalten will, der muß eine starke Armee haben' (Mao tse-tung). Dieser Satz besitzt für die Arbeiterbewegung Allgemeingültigkeit. Um aber die Armee 'für uns zu bekommen', dürfen wir dem Wehrdienst nicht davonlaufen, sondern müssen ihn für unsere Arbeit ausnutzen. Wir wissen, daß die Kapitalisten die Bundeswehr dazu benützen wollen, unseren Kampf um die Befreiung der Arbeiterklasse brutal zu unterdrücken. Wir wissen aber auch, daß der weitaus größte Teil der Soldaten aus der Arbeiterklasse stammt. Bedienen wir uns dieser Tatsache!

'Wir treten dafür ein, daß der Krieg abgeschafft wird, wir wollen keinen Krieg; man kann aber den Krieg nur durch den Krieg abschaffen, und wenn man will, daß es keine Gewehre mehr geben soll, muß man das Gewehr in die Hand nehmen.' (Mao Tse-tung)."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.8f

Rebell491

Rebell492


01.12.1970:
Die RJ/ML des KAB/ML (vgl. Dez. 1970) berichtet u.a. von KHD:"
KAPITALISTENWILLKÜR

ULM

Die Würfel sind gefallen. Ab dem 1.Dezember werden alle Lehrlinge und Ausbildungsleiter der Maschinenfabrik Gebr. Eberhardt (vgl. 26.11.1970, d.Vf.) bei Klöckner-Humboldt-Deutz ihre Brötchen verdienen."
Q: Rebell Nr. 26, Tübingen Dez. 1970, S.4


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