Duisburg: Der Tod von Günter Routhier - Daten bis Ende Dez. 1974

Oktober 1974:
Bei Mannesmann Duisburg-Huckingen gibt die KPD/ML ihren 'Röhrenkieker' (vgl. 12.7.1974, 29.10.1974) heraus mit dem Artikel "Die kommunistische Lehrerin Beate Kohnke soll entlassen werden!" an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Realschule in Duisburg-Neudorf wegen angeblichem Lehrerüberschuß dort. In Wahrheit aber, weil "sie ist die Frau des im Mai dieses Jahres fristlos entlassenen Mannesmannarbeiters Bernhard Kohnke. Sie und ihr Mann kämpften mit der KPD/ML für die Verbreitung der Wahrheit über den Polizeimord an Günter Routhier", daher nun trotz des "entschlossenen Widerstand der Schülerschaft" die Versetzung an die Realschule Süd in der Albert-Schweitzerstraße.
Q: Der Röhrenkieker Kollegen, die Stahltarifrunde 74 liegt an! Soll es uns nicht noch schlechter gehn, müssen wir auf Mark und Pfennig bestehn!, Duisburg Okt. 1974, S. 6

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05.10.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 40 (vgl. 28.9.1974, 12.10.1974) heraus. Berichtet wird auch von der Routhier-Solidarität:"
Oberhausen:
Der ROTE MORGEN berichtet vor einiger Zeit darüber, daß Genosse Winfried aus Oberhausen beim Verteilen des RM-Extrablattes zur Beerdigung des genossen Günter vor einem Thyssenbetrieb in Oberhausen brutal von der Polizei mißhandelt worden war, daß er mehrere Tage lang mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus liegen mußte. Jetzt hat derselbe Genosse einen Strafbefehl über 800 DM wegen 'Körperverletzung' bekommen. Zynischer geht's wohl kaum noch!".
Q: Roter Morgen Nr. 40, Dortmund 5.10.1974, S. 7

12.10.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 41 (vgl. 5.10.1974, 19.10.1974) heraus. Berichtet wird aus dem GHK-Bereich bzw. von der Berufsschule über den "Unterrichtsboykott der Kieler Tischlerlehrlinge: Absetzung eines reaktionären Lehrers erkämpft!", der eine Parole für Günter Routhier angegriffen hatte.
Q: Roter Morgen Nr. 41, Dortmund 12.10.1974, S. 3

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18.10.1974:
In Bonn geben KPD, KJV, KOV, KSV und LgdI heute ein Flugblatt heraus:"
DER PROZESS GEGEN DIE SIEBEN ANTIFASCHISTEN UND KOMMUNISTEN DARF NICHT STATTFINDEN!

Heute beginnt in Bonn der Hirohito Prozeß. Sieben Antifaschisten und Kommunisten, darunter Karl Weiland (Mitglied der Zentralen Leitung des Studentenverbandes der KPD) sollen bis zu zehn Jahre hinter Gitter gebracht werden für ihren entschiedenen Protest gegen den Besuch des Hitlerkumpanen und Massenmörders Hirohito, Kaiser des japanischen Imperialismus und Faschismus.

Der Polizeimord an dem Kommunisten Routhier, der in einem Arbeitsgerichtsprozeß gegen die Verurteilung von streikenden Mannesmannarbeitern (MM, IGM-Bereich in Duisburg - vgl. 5.6.1974, d. Vf.) auftrat, die Vorfälle in der Meckenheimer Polizeiwache in Bonn, der sogenannten 'Prügelwache', der Überfall auf den Kaufmann Caspari (vgl. 12.8.1974, d. Vf.), der sich über das brutale Vorgehen der Polizei gegen einen Stadtstreicher empörte, und die Mißhandlung von Gefangenen in Gefängnissen, dies alles spricht eine deutliche Sprache. Seit einer Woche sitzen vier Kommunisten und Antifaschisten in Untersuchungshaft, weil sie in München gegen den Parteitag der Faschisten (NPD - vgl. 12.10.1974, d. Vf.) demonstriert haben."
Q: KPD, KSV, KOV, KJV, LgdI: Der Prozeß gegen die sieben Antifaschisten und Kommunisten darf nicht stattfinden!, o.O. (Bonn) o. J. (18.10.1974)

22.10.1974:
Die OG Bonn des Spartacusbund (SpB) gibt ein Flugblatt heraus:"
SCHLUSS MIT DER POLITISCHEN UNTERDRÜCKUNG!
SCHLUSS MIT DEM HIROHITO-PROZESS!

DIESER PROZESS IST TEIL DER VERSTÄRKTEN STAATLICHEN REPRESSION!

Die verschärfte ökonomische Krise zwang die Kapitalistenklasse im vergangenen Jahr, ihre sinkenden Profite durch einen breitangelegten Angriff auf den Lebensstandard der Arbeiter auszugleichen. Dem wachsenden Widerstand der Arbeiterklasse begegnet sie mit verstärktem Polizeiterror und politischer Unterdrückung. So gingen tausende von Polizisten schwerbewaffnet gegen streikende Arbeiter bei den letzten Tarifauseinandersetzungen vor. Zahlreiche Streikführer wurden verhaftet und vor den Richter geführt. Der Terror gipfelte in dem Totschlag des Mannesmann-Arbeiters G. Routhier (MM, IGM-Bereich in Duisburg - vgl. 5.6.1974, d. Vf.), der gegen diese Klassenjustiz kämpfte. Auch in Bonn wurden im Zusammenhang mit dem Kaufmann Caspari (vgl. 12.8.1974, d. Vf.) brutale Übergriffe der Polizei bekannt.

DER HIROHITO-PROZESS IST ALSO KEIN EINZELFALL!"
Q: SpB-OG Bonn:S chluß mit der politischen Unterdrückung! Schluß mit dem Hirohito-Prozeß!, Bonn o.J. (22.10.1974)

23.10.1974:
In Bonn geben der Spartacusbund (SpB), die Kommunistische Studentengruppe (KSG) des KBW und die KBW-Sympathisantengruppe Bonn ein Flugblatt zum Hirohito-Prozeß (vgl. 3.6.1975) heraus:"
STECKHAN MUSS FARBE BEKENNEN!

WARUM ABER GEHT DIESER PROZESS DER KLASSENJUSTIZ UNS ALLE AN, WARUM MÜSSEN WIR UNS MIT DEN ANGEKLAGTEN SOLIDARISIEREN??

Das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten und die Kriminalisierung der Angeklagten im Hirohito-Prozeß spielen sich ab vor dem Hintergrund verschärfter Klassenauseinandersetzungen in der Bundesrepublik. Die verschärfte ökonomische Krise zwang die Kapitalistenklasse im vergangenen Jahr dazu, ihre sinkenden Profite durch einen breit angelegten Angriff auf den Lebensstandard der Arbeiter und Werktätigen wieder reinzuholen. Sie ließen die Preise in die Höhe schießen und versuchten, über die Tarifrunde effektive Lohnsenkungen für die Arbeiter und Werktätigen durchzusetzen. Durch massenhafte spontane Streiks erhielten die Kapitalisten die gehörige Antwort. Sie waren gezwungen über den Staat und die SPD/FDP-Regierung einen Unterdrückungsapparat einzusetzen, der die Kämpfe der Arbeiter in den Betrieben im Keim ersticken sollte. Tausende von Polizisten wurden schwer bewaffnet gegen streikende Arbeiter bei Ford in Köln (wie alle IGM-Bereich - vgl. 31.8.1973, d. Vf.), Krupp in Essen (vgl. 15.6.1973, d. Vf.), Opel Bochum (vgl. 22.8.1973, d. Vf.), Pierburg Neuß (vgl. 13.8.1973, d. Vf.), Küppersbusch Gelsenkirchen (vgl. 16.8.1973, d. Vf.), Rheinstahl Brackwede (heute Bielefeld - vgl. 22.8.1973, d. Vf.), Philips Aachen (vgl. 31.8.1973, d. Vf.) und Hella Lippstadt (vgl. 18.7.1973, d. Vf.) eingesetzt. Zahlreiche Arbeiter und Streikführer, darunter auch gewerkschaftliche Vertrauensleute, wurden verhaftet und vor den Richter geführt. Im Zusammenhang mit einem solchen Prozeß wurde der Mannesmann (MM, IGM-Bereich in Duisburg - vgl. 5.6.1974, d. Vf.) Arbeiter G. Routhier, der gegen die Klassenjustiz protestieren wollte, von der Polizei im Gerichtssaal so geprügelt, daß er an den Folgen starb.

Auch in Bonn wurden, besonders im Zusammenhang mit dem Kaufmann Caspari (vgl. 12.8.1974, d. Vf.) brutale Übergriffe der Polizei bekannt."
Q: SpB, KSG, KBW-SyG Bonn: Steckhan muß Farbe bekennen!, Bonn o.J. (23.10.1974)

26.10.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 43 (vgl. 19.10.1974, 2.11.1974) heraus mit dem "Gespräch mit Rotraut Routhier und Hanfried Brenner: Günters Mörder laufen noch frei herum!".
Q: Roter Morgen Nr. 43, Dortmund 26.10.1974, S. 4

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10.11.1974:
Die Ortsgruppe (OG) Dortmund der Roten Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt vermutlich heute ein Flugblatt heraus:"
HOLGER MEINS - IM GEFÄNGNIS ERMORDET!

Kollegen, laßt Euch nicht weismachen, daß die Bourgeoisie gegen Kriminelle rüstet, daß Polizeimanöver, Isolationshaft, Schauprozesse mit Terrorurteilen Eurem Schutz dienen sollen!

In Duisburg wurde der kommunistische Arbeiter Günter Routhier (vgl. 18.6.1974, d. Vf.) von der Polizei im Gerichtssaal erschlagen, er protestierte gegen die Bestätigung einer Kündigung (bei Mannesmann, IGM-Bereich - vgl. 5.6.1974, d. Vf.) durch das Arbeitsgericht.

So geht die Kapitalistenklasse vor: Störst Du den 'Betriebsfrieden', so fliegst Du raus.

Beteiligst Du Dich am Streik und läßt Dich dabei von Geschäftsleitung, Meistern und Gewerkschaftsbonzen nicht zurückhalten, kommt die Polizei.

Ziehst Du daraus den Schluß, daß dieser Staat nicht Deine Interessen vertritt, organisierst Du den Widerstand, dann tritt die Polizei und die Justiz massiv auf den Plan:

Uwe Maack, Opel-Arbeiter (IGM-Bereich in Bochum - vgl. 28.10.1974, d. Vf.), und Martin Thomas, Philips-Arbeiter (IGM-Bereich in Aachen - vgl. 31.8.1973, d. Vf.), werden wegen 'Rädelsführerschaft' beim Streik im letzten Jahr vor Gericht gestellt.

Gegen hunderte von Antiimperialisten laufen Prozesse. Fast keine Demonstration mehr ohne Polizeieinsatz.

Hetze, Einschüchterung, Aburteilung, Vernichtung - das ist die Stufenleiter der Bourgeoisie bei der Bekämpfung ihrer Gegner.

Aber mit jeder Verschärfung der Unterdrückung wächst der Widerstand. Und alle diejenigen, die noch daran gezweifelt haben, daß die herrschende Klasse wütend um sich schlägt, sehen an der Ermordung von Holger Meins, an den geplanten Morden von weiteren politischen Gefangenen, die im Hungerstreik stehen: Nicht Gerechtigkeit, sondern Unterdrückung regiert im Kapitalismus. Dagegen hilft nur die breite und entschlossene Solidarität der Volksmassen. Reih Dich ein, Kollege! Steh auf, um weitere Morde zu verhindern! Reiht Euch ein, Werktätige, Hausfrauen, Rentner, Schüler und Studenten! Die Mörder von Holger Meins sind Eure Feinde!

SCHLUSS MIT DER VERNICHTUNGSHAFT!
KEINE ZWANGSERNÄHRUNG!
FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN!
BESTRAFUNG DER VERANTWORTLICHEN FÜR DEN MORD AN HOLGER MEINS!
NIEDER MIT DEM KAPITALISMUS!
STÄRKT DIE KLASSENSOLIDARITÄT! SCHAFFT ROTE HILFE!"
Q: RH e.V.-OG Dortmund: Holger Meins - im Gefängnis ermordet!, Dortmund o.J. (Nov. 1974)

13.11.1974:
Die Ortsleitung (OL) Dortmund des KOV der KPD gibt vermutlich heute ein Flugblatt heraus:"
HOLGER MEINS IM GEFÄNGNIS ERMORDET!

FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN!
SCHLUSS MIT FOLTER UND ISOLIERHAFT!

Die Justiz ist weder 'unabhängig' noch 'gerecht', sondern Bestandteil des kapitalistischen Staates, funktioniert genauso zur Unterdrückung der Arbeiterklasse:

- Die Morde der Polizeitruppen an dem kommunistischen Arbeiter Routhier (vgl. Duisburg - 18.6.1974, d. Vf.), dem Münchener Taxifahrer Jendrian (vgl. 24.5.1974, d. Vf.) und dem Mannheimer Arbeiter Hans-Jürgen Remizko (vgl. 17.7.1974, d. Vf.) sind Ausdruck der wachsenden Polizeiwillkür gegen das Volk, um ein Klima der Angst, Unsicherheit und des uneingeschränkten Schußwaffengebrauches der Polizisten zu schaffen.

- Prozesse werden gegen einzelne Kommunisten eingeleitet unter Berufung auf Paragraphen wie den Staatsschutzparagraphen (übernommen aus dem Faschismus), kriminelle Vereinigung, Landfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt - so gegen die Verantwortlichen der 'Roten Fahne' (RF der KPD - vgl. S1.**.1974, d. Vf.) und der 'Rote Hilfe Zeitung' (der RH e.V. - vgl. S1.**.1974, d. Vf.), weil in den Zeitungen der Mord an dem Arbeiter Günter Routhier als 'staatlicher Terror' bezeichnet wurde!"
Q: KOV-OL Dortmund: Holger Meins im Gefängnis ermordet!, Dortmund o.J. (13.11.1974)

19.11.1974:
Der Landesverband Westberlin der RH der KPD/ML (vgl. 22.11.1974) berichtet vom RAF-Prozeß gegen Bäcker, Mahler und Meinhof (vgl. 15.11.1974, 24.11.1974) u.a.:"
VERTEIDIGER FORDERN
FREISPRUCH FÜR BÄCKER, MAHLER UND MEINHOF
PROZESSBERICHT VOM 19.11.

ERKLÄRUNG DES GENOSSEN HORST MAHLER

Um ihre Machtposition nicht zu verlieren, ist die herrschende Klasse gezwungen, Tag für Tag von Neuem Gewalt anzuwenden:
- indem sie massenhaft Kollegen entlassen und damit brotlos machen oder zu Kurzarbeit zwingen
- täglich aus Profitgier die Arbeitshetze verstärken,
- fortschrittliche Kollegen versuchen mundtot zu machen, wo selbst vor Mord und Totschlag nicht zurückgeschreckt wird (z.B. Günter Routhier, Arbeiter, wurde aus dem Gerichtssaal geprügelt und erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen; der Jungarbeiter Remizko, unbewaffnet, von einer Zivilstreife erschossen (vgl. Mannesmann im IGM-Bereich Duisburg - 5.6.1974 bzw. Mannheim - 17.7.1974, d. Vf.)!).

Um jeglichen Widerstand zu brechen, werden Justiz- und Polizeiapparat sowie Bundesgrenzschutz (BGS, d. Vf.) in voller Stärke eingesetzt.

In diesem Zusammenhang ist auch der Baader-Meinhof-Prozeß zu sehen, er soll für die Bevölkerung als abschreckendes Beispiel dienen, soll aufzeigen, was mit den Leuten passiert, die es wagen sollten, sich gegen das Unterdrückersystem zu wehren! (gerade auch der Mord an Holger Meins (vgl. Wittlich - 9.11.1974, d. Vf.) ist ein treffendes Beispiel dafür, wieweit der Staatsapparat mit seinen unterdrückenden Maßnahmen geht).

Aber je größer die Gewalt der Kapitalisten und ihrer Helfershelfer, desto größer der Wille zum Widerstand. Gegen den räuberischen Willen der Ausbeuterklassen setzt das Volk seinen eigenen unbeugsamen Willen zur Beendigung der Unterdrückung. Der Wille des Räubers ist Unrecht - auch wenn er sich die Gestalt des Gesetzes gibt; der Wille zur Beendigung der Unterdrückung ist Recht - auch wenn er in Fesseln geschlagen ist und als 'kriminell' gebrandmarkt wird."
Q: Rote Hilfe Prozessinformationen zum Bäcker-, Mahler- und Meinhof-Prozeß Nr. 4, Berlin o. J. (Nov. 1974), S.1ff

23.11.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.47 (vgl. 16.11.1974, 30.11.1974) heraus. Von einer Volksschule in Aindling im Kreis Aichach-Friedberg sowie aus der Nähe von Augsburg wird berichtet von Berufsverboten bzw. Entlassungen aus dem Schuldienst, gegen die die GEW Augsburg nicht protestierte. Grund war KPD/ML-Anhängerschaft des Ehemannes bzw. Auffinden einer Adresse nach Flugblattverteilung zu G. Routhier bei MAN.
Q: Roter Morgen Nr.47, Dortmund 23.11.1974, S. 8

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25.11.1974:
Bei Cassella Frankfurt gibt die KPD/ML ihren 'Roten Kessel' Nr. 10 (vgl. 12.11.1974, 29.11.1974) für November heraus mit dem Artikel "Tod dem Faschismus! G. Routhier - H. Meins ermordet. der Täter: die Bourgeoisie und ihr Staatsapparat, von dem die Gefahr eines neuen Faschismus ausgeht".
Q: Der rote Kessel Nr. 10, Frankfurt Nov. 1974, S. 3f

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Dezember 1974:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt ihre Zeitschrift 'Rote Hilfe' Nr.9 (vgl. Nov. 1974, Jan. 1975) für Dezember heraus. Die OG Dortmund fragt in einem Artikel unter Verweis auf Erich Dobhardt und Günter Routhier: "Sicherheit für wen?".
Q: Rote Hilfe Nr. 9, Dortmund Dez. 1974, S. 5

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Dezember 1974:
Bei Mannesmann Duisburg-Huckingen gibt die KPD/ML ihren 'Röhrenkieker' (vgl. 29.10.1974, Feb. 1975) heraus mit dem Artikel "Freunde des ermordeten Günter Routhier werden von der Klassenjustiz verurteilt, seine Mörder laufen noch frei herum"
Q: Der Röhrenkieker Weder durch 'Lohnverzicht' noch durch 'Kaufkrafterhöhung' kann die Wirtschaftskrise überwunden werden!, Duisburg Dez. 1974, S. 6f

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07.12.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 49 (vgl. 30.11.1974, 14.12.1974) heraus. Berichtet wird aus Dortmund:"
Genosse Karl Klingemann, Kandidat der KPD/ML bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg, erhielt jetzt einen Strafbefehl über 500 DM mit der Begründung, bei 'öffentlichen Versammlungen und Aufzügen Waffen bei sich geführt zu haben, ohne zum Erscheinen mit Waffen behördlich ermächtigt gewesen zu sein'. Diese angeblichen 'Waffen' waren die von einer einschlägigen Firma mitgelieferten Fahnenstangen zu den Parteifahne, die auf der Beerdigung des genossen Günter Routhier getragen werden sollten."

Berichtet wird auch aus Bielefeld:"
Einen Strafbefehl über 900 DM erhielt Genosse Hartmut B. aus Bielefeld, weil er am 18.6., dem Todestag unseres Genossen Günter Routhier, das später beschlagnahmte Flugblatt mit der Überschrift 'Das ist brutaler, barbarischer, heimtückischer Mord!' verteilte."
Q: Roter Morgen Nr. 49, Dortmund 7.12.1974, S. 7

11.12.1974:
In der Nr. 50 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 4.12.1974, 18.12.1974) berichtet die KPD bzw. ihre Zelle Mannesmann (MM) Duisburg-Huckingen und die dortige Jugendbetriebszelle des KJV von den Günter Routhier Prozessen.
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 11.12.1974, S. 2

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14.12.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 50 (vgl. 7.12.1974,
21.12.1974) heraus. In "400 DM Strafe für Teilnahme an Trauerzug" wird aus Duisburg berichtet von einem Prozeß am 4.12.1974 wegen der Beerdigung Günter Routhiers.
Q: Roter Morgen Nr. 50, Dortmund 14.12.1974, S. 7

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28.12.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 52 (vgl. 21.12.1974, 4.1.1975) heraus. Die Artikel "Mannesmann Duisburg-Huckingen: Die Zelle Mannesmann wird Günters Vermächtnis erfüllen!" der auch auf der Titelseite angekündigt wird, und "Duisburger Polizeipräsident Jürgensen: Schreibtischmörder als Antifaschist?" berichten über Günter Routhier.
Q: Roter Morgen Nr. 52, Dortmund 28.12.1974, S. 5f

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